|lr*350« 33. Jahrg. «ezngspretSt LierteltShrI.S.7b Ml. monatI.2.2S vü. sret INS HauS. voiauszabUttir. Einzelne Nummern 10 Pfennig. Pollbezug: Monnlllch i26 Ml. exll. ZuslellungS» gebühr Unter»reuzdand Ar Deutsch- !«ld u. Leslerrcich. Ungarn ,.i0 Ml. für das übrige Slusland-'.60 Ml., bei täglich einmaliger Zuilellung 7.60 Ml. Poslbesiellunzen nehmen an Däne- marx Holland, lluxemdurg. Schweden und die Schwerz Singelrogen in die Lasi-IeliungS-Prerslisle. Der.Sorwürts' erichenn wocheniägllch zweimal. SonmagS einnml. relegramm-Adreff«: »Tozialdemeikral Ä erlitt* Margen Ansgare. * mmwmrd}*!*> ** f Verlinev Volksblntt. (�10 Pfennig) AnzeinenpreiSt DU achigespaUene Nonvareillezoil« fo(iei 80 Psg.„Kleine Anzeigen". daS'eilgedruckte Wort tv Pig. �zulässig 2 settgedruckie Worte), tedee weitere Wort 20 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenanzetgen das edle Wort 80 Plg.. ,edeS wettere Wort lb Psg Worte über lb Buchstaben zählen für zwei Worte Teuerung-zutchlag 00°/». Familten-Anzeigen, volttiiche und gewerkschastliche Berein»> Anzeigen 80 Psg die Zeile Anzeigen Ar die nächste Nummer müssen bi» 5 Uhr nachmitiagS im Hauplgeschäst Berlin 6«.«8. Pindenltratze 3, abtcgeben werden. Geöffnei von S Uhr srüh biS 6 Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdetnokrattfchen Parte» Deutfcblanda. Reüaktion und Expedition: SW. öS, Ltndenstr. Z. Uerusprechert Amr Morisvlav, Nr. t.»I SO—»Sl i>7. Sonnabend, den ÄlL Dezember 1918. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW. öS, Lindenstr.?. Ferusprechcr: Amt Morihplatz, Nr.»17 ä3— St. Ein Tekegramm der Reichslcitung. Tie polnischen Bestrebungen, Tanzig und damit den Mnn- dungshasen der Weichsel in die Grenzen des neuen polnischen Staates einzubeziehen, hat in Westpreusten und im Reiche eine sehr bemerkenswerte Erregung hervorgerufen. Bekanntlich bc- steht bei unseren Gegnern die Absicht, unter einem Entente- gcneral eine Pclnische Frciwilligrnarmee von 5 0 lHt l) M a n n nach T a n z i g zu senden. Gegen diese Absicht hat jcvt die deutsche Wasfenstilistandskommission in Spaa nachdrücklich protestiert. Nunmehr sieht sich auch die Ncichslcitung zu einer Stellungnahme über das Schicksal Tanzigs veranlasst. Tie Volksbeanftragten E b c r t und H a a s e telegraphier- ten dem Tanziger Magistrat: Tie Reichsregicrung hält es für ihre Pflicht, die deutsche Stadt Tanzig zu schützen und alles aufzubieten, um sie dem Teutschen Reiche zu erhalten. Preusien und die polnischen Wahlen. Das preußische Ministerium des Innern hat vorläufig die Behörden angewiesen, die von der polnischen Regierung in Warschau ausgeschriebenen Wahlen, die den Bedingungen des Waffenstillstandsvcrtrages Hohn sprechen, nicht zu ge- statten. Gleichzeitig hat das Justizministerium darauf hin- gewiesen, daß die Beteiligung an diesen Wahlen eventuell unter den Hochverratsparagraphcn fällt und die Annahme der Wahl als AmtZanmaßung zu bestrafen ist. Joch unü öie öeutsche Nevo!ut''on. Keine Anerkennung der neuen deutschen Gesetze. Der„Reichsbote" meldet aus Kaiserslautern: Die fran- zö fische Militärverwaltung vertritt den Stand- Punkt, daß alle seit dem lt. November erlasse- neu Gesetze der deutschen Regierung oder der Republik Bayern nichtig sind. Gesetze, die sich auf das Wirtschaftsleben beziehen, werden dem Marschall Fach zur Entscheidung über ihre Durchführung vorgelegt. Es liegen ihm vor: die Verordnung über den Achtstundentag, über die Wahlen zum Landtag und zur Nationalver- s a m m l u n g. Tie pfälzische Regierung hat im Interesse der Rechtssicherheit und des Wirtsckiaftslebens Fach die nötigen Vor- schlage gemacht._ Ein englischer Genera! über öen deutschen Ausamm'n''ruch. Zürich, SO. Dezember. Aus London wird der„Reuen Zürcher Zeitung" von ihrem Vertreter telegraphiert: Gcneral Maurice. der über die Ursache des deutschen Zusammenbruchs ein Buch ge- schrieben hat, betont, in englischen Militär- und Marinekreisen be- stehe, was die deutsche Flotte an6etr:fst, ein Gefühl der Miß- b i l l i g u n g für die Matrosen, weil sie revoltierten und dann ihre Schiffe dem Feinde auslieferten, anstatt dem Todezu trotzen, selbst in einem Berzweiflungskampse gegen überlegene Kräfte, um wenigstens die Ehre zu retten, wie man so viele Beispiele davon i-n der Geschichte der britischen Marine finde. Was die deutsche Armee betreffe, deren große Tapferkeit anerkannt wird, so faßt man die allgemeine Anficht in das Wort zusammen, sie wurde von der Zivilbevölkerung von b nien erdolcht. Für diesen Militaristen, der den Krieg als schönen Selbstzweck betrachtet und der unseren schlimmsten, nunmehr erledigten Kriegswüterichen das Wasser reichen kann, gilt das Wort, daß eine Krähe der anderen die Augen nicht aushackt. Ihm scheint das gegenseitige Hinschlachten von deutschen und englischen Soldaten viel zu früh aufgehört zu haben. Es wird auch in England Leute geben, die seine Aeuße- rungen aus Konto buchen._ Ein K. und K. Gegast in sich. Wien. 20. Dezember.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Der„Abend" berichtet, daß der gewesene General-Artillerie-Jn- spektor Feltzcugmcister Erzherzog Leopold Salvator, Kaiserliche und Königliche Hoheit, im Jahre 1014 wie auch später mit dem Slaal große Geschäft« in Trockengemüse gemacht hä!-tc. und zwar habe er für viele Millionen Kronen Trockcngemüse geliefert und dafür noch maßlose Ueberpreisc erhrltru So wurde zu einer Zeit, wo im Großhandel der Preis für Trocken- gemüse höchstens 2 Kronen für das Kilogramm betrug. 3 K onen und im Scprembcr 1315 über 4 Kronen bezahlt. Der„Abend" be- rechnet, daß der Erzherzog in den ersten drei Kriegsjahr«! für nicht weniger als 45 Millionen Kroncn Trockengemüse an die Armee ge- liefert und daran an die 20 Millionen Kronen verdient haben dürste. Seh» Die, das ist ern Geschäft! toll dcuttck das Ende des Kongresses. Der Kongreß der A.- und S.-Räte Deutschlands ist gestern in früher Nachmittagsstunde nach einem kraftvollen Schlußwort L e i n e r t s mit einem Hoch auf die dentsche sozialistische Republik geschlossen worden. Auch dieser Tag hat gezeigt, wie wenig heute noch Sozialdemokraten ver- schiedener Gruppen voneinander trennt. Hilfcrdings kluges Referat über die S o z i a l i s i e r u n g hätte auch von einem „Rechtssozialisten" ebenso gehalten werden können. Wo in der Debatte voneinander abweichende Meinungen zutage traten, ze'gte sich doch, daß man sich auf einer gemeinsamen, sachlichen Grundlage befand. Der Antrag der Soldaten, eine Einigung zwischen Sozialdemokraten und unabhängigen Sozialdemokraten her- beizuführen, gehörte, wie von verschiedenen Seiten richtig hervorgehoben wurde, nicht zu den Zuständigkeiten des Kon- gresses, war aber ganz logisch aus se'nem Verlauf hervor- gewachsen. Diejenigen, die den Antrag mit Heulen, Toben, Schreien und Pfiffen auf Hausschlüsseln begrüßten, befanden sich ganz offenbar in einem Mißverständnis, denn eine Eins- gung zwisdzen ihnen und den Sozialdemokraten ist wegen des Mangels aller grundsätzlichen Voraussetzungen von vorn- herehi unmöglich. Es ist übrigens kennzeichnend, daß es neben den Soldaten eine Frau war, die mit der größten Wärme für die Einigkeit eintrat. In den Schichten, die von den kleinlichen Gehässigkeiten des Parte' kampses am wenigsten berührt werden, ist das gesunde Denken am stärksten. Der Verlauf des Kongresses hat gezeigt, daß unter den A.- und S.-Räten die Marke Neukölln eine durchaus ver- einzelte Erscheinung ist. Merkwürdiges Widerspiell Die da riefen:„Alle Macht den A.- und S.-Räten I" haben das „Rätesystem" heillos kompromittiert, aber die Sozialdcmo- traten haben sein Ansehen wiederhergestellt, am meisten durch den Beschluß, die Wahlen zur Nationalversammlung schon am 49. Januar vorzunehmen. Die einen hoben nach dem Sieg des Sozialismus gebrüllt, die anderen haben für ihn gearbeitet und müssen ihn auch gewinnen! Konstituierung öes Zentralrats. Der neilgewählte Zentralrat der sozialistischen Republik Deutschlands bat sich am 20. Dezember, nachmittags 4 Uhr. in einer Sitzung konstituiert und zu Vorsitzenden die Genossen L e i n e r t- Hannover, Cohen- Reuß und Hermann Müller gewählt. Zum Kassierer wurde Genosse Schäfer- Köln und zum Schristfiihrer Genosse W a e g e r- Ostiront be- stimmt. Die Uebergabe der Geschäfte durch den bisherigen Vollzugsrat soll morgen vornrittag 19 Uhr erfolgen. » Der nengewählte Neichsvollzugsrat hielt am Freitag in der Reichskanzlei seine erst« Sitzung ab. Später schloß sich daran eine Sitzung in Gemeinschaft mit den Volksbcaustragten an. Ausdehnung der Unfallversicherung. Die Unfallversicherung ist bekanntlich durch Verordnung vom l2. Oktober 1317 auf diejenigen Gesundheilsbeschädigungen ausge- dehnt worden, die bei Herstellung von Kriegsbedarf durch nitriert« Kohlenwasserstoffe entstehen und zum Tode führen. Jetzt ist die Unfallversicherung weiter auf die Todesfälle ausgedehnt woiden. die durch Gaslampsstoffc und ihre Ausgangsstosfe in gerverbl-chen Be- trieben hervorgerufen morden sind. Auch die neue Verordnung gilt rückwirkend für die seit dem 1. August 1314 eingetretenen Todesfälle. Die Anzabl der zu entschädigenden Fälle soll nach den Er- Hebungen des Gesundheitsamts in einigen großen chemischen Fa- briken glücklicherweise gering sein. Reformen in Selgien. Ausdehnung des Wahlrechts.— Beseitigung des Sprachenparagraphen. Amsterdam, 20. Dezember. Nach einer Privatmeldung aus Brüssel hat König Albert gest. rn eine Abordnung der Kammer und des Senats empfangen. In einer dem König überreichten Adresse wird bekanntgegeben, daß die Regierung in Uebercinstim- mung mit der Volksvertretung die Einführung verschiedener Re- formen vorbereitet. Der wichtigste Punkt bezieht sich auf die Ab- änderung der Verfassung h nsichilich des Sprachenparagra- P h e n. durch den die Gegensätze zwischen V l a m e n und W a l o n c n beseitigt werden sollen, sowie auch di« Ausdehnung des Wahl- recbts in der Weis«, daß db Altersgrenze für das Wahlrecht auf das 21. Jahr herabgesetzt wird. Rheinisch-westMische Republik. Aus Köln wirb uns geschrieben: Ob man sich in allen 5ircisen der Neichshauptstadt die rich- tige Vorstellung von dem Umfange der Bewegung für und wider ! die rheinisch-westfälische Republik zu machen weiß?� Es ist die Frage, die im Westen, zumal im besetzten Rheinlande, seit Wochen die gesamte politische Bewegung beherrscht. Außerhalb der okkupierten Zone ist beinahe ausschließlich nur von den großen Kundgebungen des Kölner Zentrums für die rheinisch-westfälische Republik Kenntnis genommen worden. Wir großdeutschen Sozialdemokraten haben aber keineswegs die Proklamation des Separatismus, auch wenn er sich nur„im Rahmen des Deutschen Reiches" betätigen will, widerspruchslos hingenommen. Am 6. Dezember, 48 Stunden nach der Zen- trumskundgebung, hat der Kölner Arbeiterrat im Gürzenich, schon unter englischer Besetzung, eine Massenversammlung ver- anstaltet, die stärker besucht war, als die des Zentnims, und sich einmütig gegen die rheinisch-westfälische Z e ut r n m s r e p u b l i k aussprach. Aus den Reden und aus den Zurufen klang die Besorgnis, daß klerikale und kapita- listische Kreise auf dem Wege über die rheinisch-westfälische Re- publik die deutsche Revolution und ihre Errungenschaften ver- nichten wollten. Könnte das westdeutsche Staatswesen dem Osten Deutschlands doch die Kohle und Erze sperren. Irrig ist die Auffassung, als seien unter den Gründern der rheinisch-westsälischen Republik in erster Linie die westdeut- schen Sckrwerindustricllen und die Finanziers. In den kapita- listijchen Kreisen sitid die Meinungen sehr geteilt. Man ist aus wirtschaftlichen Gründen eher gegen als für den Westdeutschen Staat, selbst wenn er im Rahmen des Deutschen Reiches bleibt. Hervorragende rheinische Industrielle und Finanzmänner haben sozialdemokratische Führer im Kampfe gegen die Absondernngs- bestrebungen ermuntert und jede Unterstützung zugesagt. Man kann also nicht ohne weiteres von einer„kapitalistischen Mache" roden. Das Zentrum, als die Triebkraft der ganzen Bewegung, speist seine leidensck>iftlick)e Agitation unter dem täglich wieder- holten Schlagwort„Los von Verlin" mit den kirchenpolitischen Erlassen und Plänen Adolf Hoff manns und mit dem „Terror" in Berlin. Alles, was in den nächsten Wochen U. S. P. und Spartakus in dem katholischen Westdeutschland zu verteidigen wagt, wird bei den Wahlen zur Nationalversammlung eine vernichtende Niederlage erleiden. Unser Kölner Parteiblatt schüttelt den Kultusminister Adolf Hoffmann bei jeder Gelegen- heit ab. Seit dem Kultnrkampfministerium Falk hat nichts mehr das Zentrum so gestärkt wie die bisherigen vier Wochen Ministerium Adolf Hoffmann. Insbesondere werden die katho- tischen Wählerinnen bis zu ekstatisckxmi Fanatismus aufgepeitscht. Allen religiös Empfindenden preist man das West- deutsche Staatswesen als Rettung vor den Berliner Kirchen- stürmern an, und positive Protestanten, ja sogar Juden sam- mein sich unter diesem Schlachtgeschrei des Zentrums. Spar- takns und seine uns auf dem linken Rheinufer ganz unbcgreif- liche Politik tun das übrige. Ernsthaften Politikern außerhalb des Zentrunis kommt nian mit der Gefahr, die dem linken Rheinufer durch die fran- zösischcn Annexionsgelüste drohen solle. Sehr gut unterrichtete Männer verbreiten in vertraulichen Beratungen unter Nennung ihrer Gewährsmänner, die sebr ernst zu nehmen sind, die Be- Häuptling, daß zwischen England und Frankreich ein Abkommen über die Angliedern ng des linken Rhein ufers an Frankreich getroffen oder doch so gut wie getätigt sei. Aachen und Malmedy sollen an Belgien fallen. Eine französische Propa- gandakommission mit Maurice B a r r ä s an der Spitze, werde baldigst im Rheinlande eintreffen. Als Pliantasien können diese Bchanptnngen nach ihrem Ursprungs nicht abgetan werben. Aber wir rheinischen Sozialdemokraten verlangen B e- weise für die Gefahr und auch Unterlagen dafür, ob sie durch ein westdeutsches Staatswesen geniindert oder gar abgewendet werden soll. Der taktisch)« Fehler des Kölner Zentrums, auf eigene Faust die Propaganda für das neue Staatswesen zu eröffnen, hat das Schlagwort„Zentrumsrepnblik" geprägt und alle Zentrums- aeaner anfaerüttelt. Daraus bat das Zentrum gelernt. Seine führenden Köpfe haben die anderen Parteien wissen lassen, daß das Zentrum allein nichts mehr zu unternehmen gedenke. Es würde sonst auf eine sehr starke Opposition stoßen. Das Z e n t r u ni ist also nun unter der Kontrolle der großdeutschen Sozialdemokraten und des zu Gesamtdeutschland sich bekennenden republikanischen Libe- mlismus. Im Zentrum selbst sind auch in dieser Frage die feudal- agrarische und die städtisch-republikanische Strömung zu beob- dchten. Die erste stielt mit dem lächerlichen Tedanken, den verflossenen urrcaktionären preußischen Landwirtscliastsminister Schorlemer-Licser zum Präsidenten der Republik zu machen: die andere will den Kölner Oberbürgermeister Adenauer auf den Schild erheben. Hoffentlich ist aber in Westdeutschland über- Haupt kein Präsidentenstuhl zu vergeben. Immerhin: die Gefahr ist sehr groß. Sehr gut unterrichtete und unMeifelhaft großdeutsche Politiker halten die rheinisch-westfälische Republik fiir unvermeidlich, wenn nicht bald in Vcrlin„Ordnung" eintritt, d. h. durch die Na- tionalversamnilimg eine allgemein anerkannte Regierung ge- schaffen wird. Links vom Rhein rufen alle Parteien— die drei Duheiw Spartakisten ausgenommen— nach dem raschen Zusammentritt der Nationalversammlung. Es ist gut und löblich, wenn wir von Berlin aus zum flVimpfe gegen die rheinisch-westfälischen Sondcrbestrebungen aufgerufen werden. Wir haben gar nicht bis zu diesem Rufe gewartet. Aber wir entgegnen insbesondere der Linken in der Regierung: macht in Berlin zunächst eine Politik, die der Reichs- einbeit dienlich ist. nickt aber sie zerstört. Oder: was hülfe eS euch, wenn ihr ganz Berlin gewönnet und Siid und West und Ost unter der Parole„Los von Verlin" die Neichshanptstadt und ihre„Rote stfahnc" dem„Siege", dem Hunger und dem Ein- marsch der Entente überließen. Si-verf-ss»ngSerdeutfckenS«nS-srepub!!e'Z��j-M�-n,«al T. N. Düsseldorf, 20. Deze urbar. AuS den viertägigen Besprechungen, die in der vorigen Woche zwischen dem Etaatssekreiär des Innern Dr. Preutz und deutschen Kapazitäten des Staatsrechte» über dar Ausbau der neuen deutschen Reichsverfassung in Berlin statt- fanden, teilen die„Düsseldorfer Nachrichten" mit: In den Beratungen wurde eine wesentliche Klärung über die künftige Ge- stalt der Reichsvcrfassung herbeigeführt. Die Gesichtspunkte, aus die man sich einigte und auf die die verschiedenen Denkschriften auf- gebaut werden sollen, gehen ungefähr dabin: An die Spitze der Reichsregierung tritt ein gewählter Präsident, dessen amtliche Befugnisse nach der verfassungsrechtlichen Seite hin un- gefähr in der Mitte liegen sollen zwischen den Rechten, die der- fassungZmässig dem Präsidenten der Vereinigten Staaten einer- seit» und dem König von England andererseits zustehen. Dieser Präsident wird sich dann sein Kabinett nach streng parlamenta- rischen Grundsätzen selbst zusammenstellen, in beivusster Ab- tveichung also von amerikanischen Verhältnissen. Daneben wird nach dem Muster des deutschen Bundesrates, wie im Sinne der Aufgaben des Da» zunächst Revolutionswirtschaft. Wenn wir die hinter uns haben, dann kann, die Kriegswirtschaft auf die Friedenswirtschaft umge- stellt werden. Zunächst hat das D.-A. Arbeitsgelegenheit zu schaffen für die aus den Nüstungsbctrieben ausscheidenden und für die aus dem Heeresdienst freiweiÄenden Arbeiter. Die Mög- lichkeit, Zlrbciter in der Industrie unterzirbrrngen, ist wegen de» Mangels an Kohlen und Rohstoffen nur gering. Gerade an heimischen Rohstoffen leiden wir Mangel, weil die Bc- fchaffuug derselben von der Kohle abhängig ist. In der Industrie werden deshalb für etwa sechs Monate nur LS— Zv Prozent der Arbeiter Beschäftigung finden können. Soweit es den lim- ständen nach möglich ist, werden Staatsaufträge(für Eisen- bahnbedars usw.s vergeben werden. In die Freiheil der Privat- � Unternehmer, sich Aufträge zu verschaffen, soll nicht eingegriffen l iverden. Wenn die Arbeiter jetzt hohe Lohnforderungen die neueste VeMärfung öer Waffen- ftiUstanösbeüingungen. Der TodeSstoh für unser Wirtschaftsleben. Die Franzosen haben der deutschen Waffenstillstands- kommission in Spaa neue Forderungen von unerhörter Schwere überreicht. Sie verlangen, daß Deutschland die Hüttenwerke und Fabriken El saß- Lothringens und der „benachbarten Gebiete" mit Kohle und Roh- stoffe versorgt. Angefordert werden für die Eisen» er.zeugung in den genannten Gebieten aus dem rechtsrhcini- schon Kohlenrevier täglich 10500 To. Koks, die wesentlich mit der Eisenbahn herangeführt und für die Eisenerzeugung dienen sollen. Für die anderen Werke der Gebiete soll die notwendig« Kohlen» undKoksmenze von 3500 To. täglich auf dem Wasserwege geliefert iverden. Dazu kommen noch Kohlenlieferungen für die Be- satzungstruppen. Außerdem verlangte die französische Vertretung die Lieferung von Fabrikaten und Material und d�e„Rückerstattung" des den Werken entnommenen Ma- teriols. Auf Grund dieser Forderungen sollte die deutsche Regierung alle Bestellungen auf Er'atzstücke und mechanisches Material ausführen und liefern lassen, welche ihr durch Per- mittlung des cornptoira des charnbres de commerce d'Alsace et de Lorraine für den Unterhalt oder die Per- besserung der Einrichtungen und des Materials der Hütten- merk? im obenerwähnten Gebiete ausgegeben würden, die Maschinen deutscher Herkunft besitzen. Die deutsche Regierung sollte serner der interalliierten Wassenstillstandskommission schleunigst alle offiziellen oder privaten A u f z e i ch n u n gen über diese Gegenstände und die darauf bezüglichen Verträge übermitteln. Beauftragte der iranzösischen Regierung sollten in Deutschland an Ort und Stelle diejenigen Feststellungen und Nachprüfungen vor- nehmen,„die zweckdienlich sein würden". Damit wäre natür- lich jeder.Sandelsspionage Tür und Tor geöffnet. Im Falle der Nichtbesolgnng dieser drakonischen Vorschrif- teil wurde in der französischen Wunschliste„sofortigeAn- ordnung von Gegenmaßnahmen" angedroht. Die deutsche Wirtschaftskommission erklärte sich trotz der krassen Einseitigkeit dieser Forderungen zu ihrer Erörterung nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit bereit. Ter französische Oberst M e r c i e r, der von der Gegenseite als Sachvcrständi- ger entsandt war, brach jedoch die Verhandlungen brüsk ab, indem er die Antwort der deutschen Waffen- stillstandskommission für Ablehnung sciner�Forde- rungenerklärte. Erverließdarau f S p a a. er unter �')a§ eine Kriegsfolge. Man soll de-swegen nicht iv,m»T4»„ ,.„s i.(,i->.' Steine auf die Arbeiter werfen. Di« Unternehmer der �m alten Regime bestand und auch jetzt noch amtiert. i K r i eg s i n d u st r i e hatten ja während der KriegSjahre einen Staatenhaus aus Bevollmächtigten der der- �.si�cn Absatz und Elewinn Sie gingen fchiedenen Bundesrepubliken gebildet werden, das— i.-~........ Kriegsindustrie hatten ja während der gesicherten Absatz und Gewinn Sie gingen auf den Krücken un- ides Staates einher. Jetzt muß ihre Selb ständigkeit gefähr dem amerikanischen Senate entsprechen dürfte nnd das,! wieder hervorgerufen werden. Je mehr das geschieht, desto mehr entgegen den Befugnissen dc-Z Bundesrates, weniger ein Organ werden die Schäden der gegenwärtigen Zeit behoben werden können. der Verwaltung als der Gesetzgebung bilden wird. j Vei der Erteilung von Aufträgen wird sich das D.-A. der av» f*„rf r„!„™ i Swischc» de» Unternehmern und den Gewerkschaften abgeschlossenen Reichsregierung w.rd scharf� unitarisch fern, jedenfalls w, Arbeitsgemeinschaft bedienen. Die aus der ArbeitSgemkinschaft weit höherem Maße al. unter dem a.tcn Regime, rnabei aber soll! hervorgehenden Fachgruppen der einzelnen Industriezweige die Zentralisation nicht soweit getrieben werden, daß etwa die j sollen als Selbstverwaltungskörper benutzt werden, die die Auf- Selb st ändigkeitder einzelnen Bundesrepubliken, träge in ihrem Jnduftriekreife umzulegen haben. Dabei sollen die aufgehoben wird. Gewisse kulturelle, wirtschaftliche und soziale 1 Fachgruppen zusammenwirken. Damit eine gerechte Verteilung� der Gebiete werden deren Verwaltung reserviert, andere dagegen, Wie i gewährleistet wird, will das D.-A. eine technische Eisenbahnen, S-ercSwesen. Zollwestn, Posttvesen. Steuerwrsen niw.. 5 b t e, l u n g einrichten, die darüber zu wackln hat. daß die Auf. >, t-> i ,1(rct� t,CT� ganzen zu ihrer Ausfuhrung fähigen Industrie zu- sollen der Rcichsrerwaltung zustehen. Wieviel Bundesrepubliken ge. bildict werden sollen, steht noch nicht fest. Man glaubt aber, daß man ungefähr auf 14bis lö deutsche Bundesrepubliken zählen kann. Die Grenzen der einzelnen Republiken toerden sich vorausficht- kommen. Di« Produktion hat sich in erster Linie auf landwirt- schaftliche Maschinen, Verkehrsmittel und den Schiffbau zu erstrecken. Zunächst muß die Arbeit gestreckt werden. Erst später kann an eine Hebung der Produktion gedacht werden. In der Industrie können die Massen der Arbeiter» lich keinesfalls mit den bisherigen Grenzen der Bundesstaaten � jetzt �ur Perfügung�stcbcn. nicht untergebracht werden. decken. Schon der Durchführung.der nnitarischen Bestrebunaen steht der alte Bundesstaat Preußen im Wege, und man denkt daher i Sie müssen in weitem Umfange zum Abzug aus den Großstädten daran, ihn ungefähr nach dem Muster der Batockifchen Vorschläge �wegt werden. Am nötigsten sind sie im Kohlenbergbau und „u* w Land- und Forstwirtschaft. Auch da? Gebiet den Notstandsarbeiten zm zerteilen. Aber auch der Derritorialbeftand anderer Bundes- ftaat-en, wie z. B. Bayerns, wird kaum geschlossen in die Form einer neuen Bundesrepublik übergeben. Vielleicht wird sich der Kern deS früheren Ldönigreiches Bayern mit Deutsch. Oe st erreich verbinden, während Franken sieb einer anderen Republik anschließt. Seitens der ReichSregierung soll jedoch ans diese Um- und Neubildungen keinerlei direkter Einfluß oder gar, Zwang ausgeübt werden. Im Gegenteil, man wird abwarten, ob und wie sich derartige Bnstrebungcnt ouS d�verschiOc-enen. deutschen bleiben können, unter welchen Bedingungen der Unternehmer Volks, tammen und Bevolkevunasteilen selbst heimi« kristallisieren, sse beschäftigen hat und wieviele aus den Betrieben auszu- und wird sich daraus beschränken, solche Bestrebungen, sosern sie scheiden haben. wirtschaftlich und kulturell zweckmäßig erscheinen, wohlwollend zu � Bei der Erfüllung seiner Aufgaben hat da» D.-A. zu rechnen unterstützen. Vom unitarisifen Standpunkte aus war dke Konfc- i mit der Sorge der Unternehmer, die die Dinge immer noch venz der Ansicht, daß an sich zum Beifpiol die Bildung einer- dem Maß stab von l g l 4 betrachten und den Wunsch rheinisch-westfälischen Bundesrepublik durchaus zu denen keine Rohstoffe ge- braucht werden, bietet AebeiiSmöglichkeit. Die Arbeitgeber in der Landwirtschaft dürfen nicht nur ihre eigenen Jnter- essen im Auge haben, sondern sie müssen die Allgcmeininteressen berücksichtigen. Sie werden auskömmliche Löhne zahlen und gute Unterkunft bieten müssen. Das D.-A. wird demnächst eine Verordnung erlassen, welche regeln soll, wieviele Arbeiter in den industriellen Betrieben begrüßenswert sei, und ebensowenig wäre dagegen einzuwenden, wenn sich z. B. Erfurt einer Bundesrepublik Großthüringen -anschließen oder in Schlesien und Ostproußcn entsprechende Sonder- bilinmgen stattfinden würden. Man glaubt, daß bei der scharfen unitarischen Znsammcnsassung der ganzen Reichsvcrwalwng sich irgendeine Gefahr einer Sonderpolitik aus diesen Bestrebungen nach Neubildung von Bundesrepubliken nicht ergeben wird. Die �uf(labeN ües Demobilifationsamts. Schlechte Aussichten auf Arbeitsgelegenheit. Dr. Koeth, Staatssekretär des DemöbilisationSamtes, hielt vor Vertretern der Presse einen Vertrag, worin er u. a. ausführte: D-aS Ziel des D.-A. ist, in der Wirtschaft deS alten Systems die Menschen, soweit es möglich ist, vorläufig notdürftig unterzubringen und die vor dem Zusammenbruch stehende Wirtschaft nicht völlig zusammenbrechen zu lassen. Mit großen Problemen hat sich das D.-A. also nicht zu befassen. Es will keine Experimente der Sozialisicrung machen und auch keine haben, daß alles so geht, wie sie haben wollen. Sre werden sich gewöhnen müssen, die Dinge anders zu sehen und sich ent- schließen müssen, eine Revolutionswirtschaft zu treiben. Auf der anderen Seite sind die hohen Lohnforderungen der Arbeiter den Ausgaben des D.-A. hinderlich. Die hohen Lol-n» forderungen sind begreiflich, aber es ist anzunehmen, daß die Ar- heiter selb st nicht glauben, die hoben Löhne könnt;n stabilisiert werden. Die Widerstände, welche das D.-A. von den llnternebmern und von den Arbeitern zu erwarten bat» können nur durch Aufklärung gebrachen werden. Ein brutaler Zwang würde unheilvoll wirken. Die Regelung der Lohnhöhe soll erfolgen durch Verhandlungen zwischen den Unter- nehmern und den Gewerkschaften» durch den Ausbau der Tarif- Verträge. Ein drittes Hindernis, welches der Erfüllung der Ausgaben des D.-A. entgegensteht, ist der Mangel an Autorität der staatlichen Organe. Erst wenn wir wissen, wo die Gewalt ruht, kann daZ D.-A. seine Ausgaben erfüllen. Wenn eS nicht gelingen sollte, Aufklärung zu verbreiten und die Beteiligten zu der Erkenntnis dessen zu bringen, was not- wendig ist, dann sieht eS für unser Wirtschaftsleben übel aus. Wir haben den Willen— so schloß der Redner—, unter keinen Um- ständen unser Volk umkommen zu lassen. Der Wille gibt die Hoff- nung,-daß eS gelingt. Erziehung zum Sozialismus. von Martha S t e i n i tz. Wer heute im Familien- und Freundeskreise über die Sozial- demokratie und ihre Ziele, über Arbeiter und Arbeit spricht— und wer tut die? nicht—, dem wird es immer klarer zum Bewußtsein kommen, daß in weiten Kreisen der Bürgerschaft, vor allem bei den bisher politisch gleichgültigen Gruppen der Frauen und Jugend- lichen, eine fast völlige Unkenntnis alles dessen herrscht, was Be- deutung und Wesen" der Arbeiterklasse, seine B-stvebungen und seine Erfolge, seine Lebensverhältnisse und seine Forderungen aus- «rächt. Schule und Haus haben bisher wenig dafür getan» den heranwachsenden Staatsbürger mit der Biologie des Arbeiters bekannt zu machen. Eltern und Lehrer behüteten das Kind des ge- bildeten Mittelstandes ängstlich vor jeder Berührung mit der ar- bettenden Klasse und zogen eine willkürliche Grenze zwischen ihr und der eigenen Klasse als einer überlegenen, sittlich und geistig vollkommneren Mcnschcngattung. Dieses Mißtrauen muß beseitigt werden und soll einer ver- srändniSvollcn Erkenntnis all«? dessen weichen, was die Welt dem Arbeiter verdankt, was sein Wesen ausmacht, was er gelitten und erkämpft hat. Statistiken überzeugen» aber sie erwärmen nicht; doch die Kunst öffnet die Herzen wie die Augen.— Und die Kunst der letzten Jahrzehnte spricht viel vom Arbeiter und für die Ar- beiter. Sie bietet eine unendlich reiche Stoffülle» die in geeigneter Form und zur rechten Zeit dargeboten, vom besten und entscheiden- den Einfluß auf die Jugend sein wird. Man hänge in die Schuft lassen statt der Schlachtenbilder Menzels..Eisenwalzwerk" und Constantin MeunierS„Hockwfen- leute". Man lese in den oberen Schulklassen statt der„OuitzowS" Hauptmanns„Weber". Man spreche in den Geschichtsstunden mehr von den friedlichen Errungenschaften aus den Gebieten der Technik und der Industrie als von kriegerischen Eroberungen. Der Soldat— der Mann der Zerstörung— stand solange al» Held im Mittelpunkte der kindlichen Sehnsucht und Eroberung, mag nun der Arbeiter— der Mann des Schaffen«— für eine Weile seinen Platz einnehmen. E? gibt in der Geschickte der menschlichen Arbeit und ihrer Vertreter mahrlich genug dramatische und sittliche Momente, um der Jugend Anteilnahme abzugewinnen und sie er- zieberisch zu beeinflussen. Noch haben wir keine künstlerisch wertvollen Jugendschriften über das Leben und die Taten hervorragender Arbeiterführer und JreiheitShelden. Schreibt sie, schafft Anthologien, Dpruchscnmn- lungen, Kalendarien, die täglich und stündlich zu den Kindern reden — von dem. was der Arbeiter der Welt bodeutet! Mit ganz anderem Verständnis wird eine so vorbereitete Jugend dann die großen Werke der Arbeiterdichter aller Völker lesen— Zola»»Germinal" und GorkiS.Mutter", Jonas Lies .Lebenslänglich verurteilt" und George Moores.Esther Waters". Sie wird sich von den Zeichnungen der Käte Kollwitz nicht nur mit Schrecken und Mitleid erfüllen lassen, sondern die Kraft und Würde erkennen lernen, die Arbeit und Komps umS Dasein verleihen. Platz für Sie MusikschaffenSen! Vor etwa Ist Jahren stand das Philharmonische O r- che st er vor der Auflösung. Da beivilligte die Stadt Berlin ihnen eine jährliche Beihilfe von 60 000 M. mit der Bedingung, daß eS Volkökonzerte zu einem ganz geringen Eintrittspreis zu geben, sich verpflichtete. Nirgends in der Welt dürfte man seit deni ein so ausgezeichnetes Orchester für einen so geringen Preis zu hören be- kommen Für die Erziehung, Erbauung und Veredlung des Volks- geschmackes war damit viel erreicht. Nur eine? befremdet. ES ist selbstverständlich, daß wie in der Literatur, so auch in der Musik die Klassiker eine große Rolle spielen. Aber sollen die lebenden Künstler Vollkommen unberücksichtigt bleiben? Haben diese nicht das Recht auf Vorführung ihrer Werke, namentlich von einem Institut, zu dem die Stadt eine» jährlichen Betrag beisteuert? Wer die Schwierigkeiten der Komponisten, ihre Orchestcrwerke zu hören, kennt, der wird sicher dafür eintreten, daß auch nach dieser Richtung hin Reformen unbedingt nötig sind. Jetzt läßt sich das Philharmonische Orchester für eine Orchester-Aufführung mit einer Probe etwa LOOO M. zahlen; rechnet man die Saalmiete und andere Spesen hinzu; so kostet ein Konzert in der Philharmonie �rnnd 5000 M. Von diesem Betrage muh der arme Komponist die Hälfte oder noch mehr bei der Agentur im voraus erlegen. Man wird begreifen, daß ein armer Teufel(und das sind die Komponisten fast durchweg) nicht in der Lage ist. eine solche Summe aufzubringen. Die Folge davon ist, daß nur vermögende Komponisten ein Konzert geben können, i« dem sie ihre Werke der Kritik und dem Publikum zur Beurteilung vorführen. Hat nun ein Komponist das langer- sehnte Konzert erreicht und haben seine Werke der Krttik und dem Publikum gefallen, so werden sie noch lange nicht vom Philharmo- nischen Orchester ins Reverioire aufgenommen. eS sei den«, daß der Komponist abermals blutet. Sind das mchi unerträgliche Zustände, die das Komponieren Von Orchestcr-Werken zum Sport reicher Leute machen? In ande- reu Orchestern kommt e? ja, wenn auch selten, vor, daß eine Neu- heit gebracht wird; da? hängt aber von der Gnade deS Dirigenten ad; und diese wird nur da erteilt, wo Beziehungen irgendeiner Art vorhanden sind. Was dem Maler oder Bildhauer, der seine Werke der Krttik und dem Publikum vorführen kann, recht ist, da» sollte ! doch auch dem Kompon-steu billig sein. Da? Philharmonische Or- | chcster sollte erblich Feine Kräfte auch den ftbafsendcn Kmnvonisten zugänglich machen. A.hnlicheS wie für das Philharmonische Or- chester gilt auch für die Oper, deren militärisch-autokratisches Rc- giment hoffentlich für immer beseitigt ist. Möchten die neuen Leiter sich ein Beispiel nehmen an der rührigen Vcrivalwng des Dviitschen Opernhauses in Cbarlottenburg, das mit weit geringeren Mitteln jährlich eine Anzahl neuer Werke in vortrefflicher Ausführung bringt und durch bcscbeidene Eintrittspreise nicht nur den reichen. sondern auch den minderbemittelten Leuten den Genutz einer guten Opern-Vorstellung ermöglicht._ M. I. Nöthen. — Gast spiele von der Front hei mg ekehrter Schauspieler, die von der Genossenschaft Deutscher Bühnen- angehörigen veranstaltet werden, finden bereits an den beiden Weihnachtsfeiertagen und am Sonntag, den 29. d. M.» nachmittags» bei halben Preisen im Kleinen Schauspielhaus statt. Die Aufführungen bringen Mldenbruchs„Haubenlerche" an den beiden Feiertagen und Halbes»Jugend" am Sonntag. — Freie Volksbühnen. Oskar Fried wird das am NeujahrStage im großen Saale der Philharmonie stattfindende Konzert leiten. Beethovens E g m o n t- O u v- r t ü r c und die j n e u n t e Symphonie gelangen mit dem Berliner Volkschor , und dem Philharmonischen Orchester zur Aufführung. — Tanzkunst Lucy Kicselhausen bringt am 2S. De. ' zember im Beet Hoden saal u. a. folgende neue Tänze: Japanische Tanzszene„Im Teehaus",„Auf leichten Füßen" von Erik Meyer- Heimund, die Werber von Lanner und eine neue Mazurka. Ein zweiter Abend findet am 28. Dezember im Blütbnersaale statt.— Fiamette Hildegarde gibt einen zweiten Abend mit klassischen, modernen und orientalischen Tänzen am 28. Dezember im Theater- saal der Hochschule für Musik. — Briefe WagnerS an Lille Lehmann, sowie ; Aederhandschristen von Lortzing und Robert Franz hat Lilli Leh- ! mann der Musikalienabteilung der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin(der früheren Kgl. Bibliothek) geschenkt. — StaatSankäufe. Auf der Herbstausstellung der Berliner Sezession hat das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung folgende Werke angekauft: Paul Bach: ' Sommertag, Charlotte Bcrcnd: Kleines Porträt, Prof. Linde- Walther: Der Holzschneider, Erich WaSke: Mecklenburgische Land- ;«Haft. Die Ausstellung bleibt am 1. Feiertag geschlossen» am , 2. Feiertag ist si? von 10— 2 Uhr geöffnet. — Das Kaiser-Friedrick-Museum erwarb ein Werk des bodeutendstcn deutschen Maler? des bei un? so kunst- armen 17. Jahrhundert», des Adam ElSheimer: ein D mk- opfer NoahS Dieser reizvolle Kleinmeister, der von lokb b:S 1020 lebte und au-f Rubens und Rembrandt gewirkt hat, ist nun nirgends l so gut kennen zu lernen, wie in der Berti«« Galerie. Nr. ZSS* ZS.�abrgang Heilage öes vorwärts Soknabenö, 21. Dezember 1<>1 S Die Schlußsitzung öes Kongresses. (Schluß cruS der Abendausgabe.) Schreck- Bielefeld: Die S-o�ialisutung kann nur das Ergebnis einer organischen Entwicklung sein. Es ist gar nicht wahr, daß die Massen stürmisch und ungeduldig nach der Sozial!- fierung schreien.(Widerspruch.) Wer im praktischen Leben steht, weiß, daß es sich imm�r nur um das Streben nach höheren Löhnen handelt.(Sehr richtig! und Unruhe.) Dieses Streben wird von bestimmten Leuten dazu ausgenutzt, um in die ganze Be- wegung destruktive Erscheinungen hineinzutragen. Wir sind schon soweit g. kommen, daß ganz zügellos ohne jede Anhörung der Gewerkschaften Lohnforderungen gestellt werden. Geht das so weiter. so nähern wir uns bedenklich den Gelben. Unhaltbar ist der Zu- stand, daß in den Großstädten die Arbeitslosenzifsern steigen, wäh- rend es auf dem Lande und im Bergbau an den notwendigsten Arbei skrästen fehlt. Schönstedt- Elberfeld(Unabh.): Ter Vorredner bat unrecht, die Mass n sehnen sich nach sofortiger Sozialisierung. Wenn jetzt in der Arbeiterschaft das Str-ben nach höheren Löhnen vorhanden ist, so muß man dafür nach den natürlichen Ursachen suchen. Auch wir wehren uns gegen die Ansicht, daß die Revolution nichts weiter sei als eine Bew gung zur Erz�elung höherer Löhne. Wir wissen auch, daß den Arbeitern nicht jeder Lohn bewilligt werden kann, Aber die wirtschaftliche Macht müssen wir ergreifen, wollen wir nicht die politische Macht wieder verlieren.(Sehr richtig!) Ein Mitglied der Soldatcnfraklion betont, daß die Sozialrcvo- lution nach anderen Gesetzen erfolgt als die politische Revolution. Die Welt weiß, daß die deutsche Sozialdemokratie für die großen sozialen Probleme ihre ganze Kraft einsetzt. Zu ihrer Verwirklichung ist aber nötig, daß wir uns von allem P u t s ch i s m u s freihalten. In der weiteren Aussprache wurde die s o f o r t i g e S o z i a I i- s i e r u n g des Bergbaus wieddrholt gefordert. Nickelt- Berlin bezeichnet es als eine Selbstverständlichkeit. daß in einer sozialistischen Republik alles, was für die Soziali- sicrung rcif ist, auch sozialisiert wird. Aber die Sozialisierung muß vernunftgemäß erfolgen, nicht gewaltsam von beute auf moraen. Der Redner spricht dann eingehend für die Sozialisicrung des Theaters. Volksbeaustragter Scheidcmann: Wir haben den dringenden Wunsch, daß Sie uns nur nach unseren Taten beurteilen, und Sie werben in kürzester Zeit die beste Gel-genheit haben, um zu sehen, daß wir auch auf diesem Gebiete entschlossen sind, das Beste zu tun.(Beifall.) Damit schließt die Aussprache. Hilferding nimmt im Schlußwort zu den Anregungen der Redner Stellung und warnt ncch einmal vor der Annahme, als ob mit der Sozialiiiening nun sofort auch eine Besserung der materiellen Lage der Arbeiter verbunden sei. Die Vor- aussetzling für ein« Hebung der materiellen Lag« der Arbeiter sei eine vermehrte Güterher st eil ung, die wir im Augen- blick aber in Deutschland nicht haben. Es bedarf einer geraumen Zeit, bis wir in Deutschland die Produktion wieder in lWanq brin- pen können. Deshalb wird unter Umständen die Sozialisieruna htr dv Arbeiter ein Opfer bedeuten. Daß Industrien, die für die Sozialisierung reif sind, sozialisiert werden müssen, versteht sich von wlbst. Die Gefahr der ausländischen Konkurrenz darf auck nicht übertrieben werben. In allen Ländern wird die Arbeiter,'chakl nack dem.Kriege eine Erhöhung der Löbna verlanaen. und wir wilnscken der englnefv-n, französischen und amerikanischen Arbeiter- sckaft hierbei den b-sten Erfolg, Kommt es ab'r auch in diesen Lande'-n zu Lohnerhöbunaen, dann ist uns der Wettbewerb wesent- lief, erleichtert. Wir müssen energisch, aber auch besonnen an der Sozialisterung arbeiten.(Beifall.) In der Abstimmung gelangt ein Antrag de? Mehrheits- sozialisten zur Annahme, wonach der Reickslongreß der Arbeiter. und Soldatenräte den Rat der Volksbconftragten ersucht, mit der S-zialifierung aller hierzu reifen Industrien, insbesondere im Bergbau, unverzüglich zu beginnen. Ein Antrag der Unabhängigen, der eine etwas schärfere Fassung empfiehlt, war damit erledigt. An- genommen wurde eine Entschließung der Unabhängigen auf Fest- setzung von M i n d e st l öh n e n und des achstündigcn Arbeits- tages sürjiie Bergarbeiter, Gleichsalls Annahme fand ein An- trag der Soldatenfraktion auf baldigen Erlaß eines Seim- stättengcsetzes und auf Förderung der Heimstättcnbewcgung durch eine Notverordnung noch vor der Nationalver- sommlung. Zu Mitaliedern des Zentralrats sind gewählt worden: L e i n e r t. Hannover, Mäher- Ostfront. Jäger- Ostfront. S t r u V e- Westfront, P ö r i ch m a n n- Westfront. C o b e n. P f a f f, Marine, Hermann Müller- Berlin, Z w o st a- Nürnberg. Schäfer- Köln, K a h m a n n- Dresden. Herbert- Stettin. L a m p e l- Hamburg. S t u b c r t- Eßlingen. H o r t e r. Karlsruhe, K„ o b l a u ch- Darmstadt, H a l I e r- Berlin, Pro- k e s ch-München. Z ö r g i e b e l-Köln, B e t hg e-Freiberg. Voigt- Breslau. Kürbis- Hamburg, S h d o w- Brandenburg, G r z e- si n s k i- Kassel. König- Dortmund, F a a s c- Westfront und Bender. Bernburg En Antrag der Unabhängigen, der in den Garnisonen die K o m m a n d o g e w a l t in die Hände der örtlichen Arbeiber- und Sofbatenrätc lefien wollte, war in �en Fraktionen nochmals zur Besprechung gestellt worden. Tas Era> bn!s war, daß beide Frak-. tionen einen gemeinsamen Antrag vorlegen:„In den Garnisonen� wird die militärische Kommandogewalt in ständigem Einvernehmen mi? der Obersten Kommandoa'walt von den örtlicken Arbeiter- lind S-oldateuräten ausgeübt. Die militärischen Angelegenheiten, die allen Garnisonen gemeinsam lind, werden von dem Träger der Obersten Kommandoaewalt im Einvornehmen mit eiiKNi Delegier- tenrat in d-n Garnisonen erlediat." Dieser Antrag gelangt mit großer Mehrheit zur Annahme.'! Ein Awraa der Soldatenfraktion, de, allen Beamten vor all m dem Post, und Eisenbahn personal kür die so vor-. bildliche Erfülli-ng aller Diensiverpflichtilngen den Dank des Kon- grcsses ausspricht, wird einstimmig angenommen. Ein weitere'- Antrag der Soldatenfraktion fordert ein ge- meinsames Vorgehen der beiden sozialdemokra- t i s ck e n Parteien im W a h l k a m p f, Sregrr- Leipzig hält den Kongv ß der Arbeiter- und Soldaten- räte kür unzuständig, sich mit einer so rein politischen Angelegenheit zu b-sckäfllgen— Severins,- Bielesrld schließ» sich an. Heitmann(Soldatenfraktion) tritt in lebhafter Rede für den Antrag ein. Die Soldaten haben kein Verständnis für den Bruderkampf, auch soweit sie die Kriegspolitik ScherdemannS verurteilen. Jetzt nach Beendigung des Krieges liegt gar kein Grund mehr zu einer Spaltung wegen der Knegspolttik vor.(Zustimmung.) So denken Millionen von Soldaten.(Großer Beifall.) Tie Unter- schiede sind aar nicht mehr so groß, Not und Elend müssen so schnell wie möglich beseitigt werden. Im Kampf gegen den Kapitalismus j können wir uns den Luxus des Brude, kampscs nicht mehr erlauben, (Großer Beifall.) In diesem historischen Augenblick sollten sich die beiden Parteien wieder zusammenschießen kLehbafter Beikell— Lärmende Kundgebungen gegen die Mehrheitssozialisten bei den. Linksradikalen und den Tribünenbesuchern.) Das ist die Folge, wenn wir nicht einheitlich-n den Wahlkampf ziehen.(Demonstra- tiver Beifall bei der Mehrheit.) Ledebour: Was der Antrag der Soldatenfraktion will, ist schön und gut. Im Zusammenarberten mit den Arbeitern müsse» wir sie für den von uns betriebenen entschiedensten sozialrevolutionären Kampf gewinnen, aber nicht Verschmelzung oder gemein- same Liften, wie auch Dittmern, i empfohlen hat.(Dittmann: Nein, das habe ich nicht, ich habe nur die Notwendigkei! des gemein- samcn Kampfes des Proletariats betont.— Gegenruf aus der radikalen Ecke: Mit Sä�eidemann?) Mit Ebert, Scheidemann und Landsberg, den Hauptschuldigen daran, daß der Kapitalismus den Krieg überleben konnte, in ein1 Kabinett einzutreten, war der schwerste Fehler unserer Freunde von der U, S, P.(Stürmi- scher Beifall bei den Radikalen, Lebhafter Widerspruch der Mehr- heit.) Die Ueberrumpelung durch Lüdemann(lebhafter Widerspruch der Mehrheit, erneuter stürmischer Beifall bei den Radikalen) und die Bergcwaltigung durch diese unaufgeklärten Leute (Redner weist auf die Soldaten, neue stürmische Beifalls- und Widerspruchskundgebungen), die noch unter der Per- hetzungspsizchose leiden(andauernde lärmende Unter- brechungen von beiden Seiten), die betreisen, daß die Zeit für die Einigung erst da ist wenn auch diese unaufgeklärten Leute den Sinn der Revolution erkannt haben.(Stürmischer Widerspruch der Mehrheit, großer Beifall bei den Radikalen, Rufe von dort� und von den Tribünen: man müsse die Volksverräter hinausschmeißen.) Das Wort erhält jetzt Volksbeauftrngvter Scheidemann. Die Radikalen brechen in unaufhörliche Beschimpfungen aus, wie Kriegshetzer, Bolksvcrrötcr, Lump, Schuft und dergleichen mehr, ihre Gesinnungsgenossen auf den Tribünen überbieten sie durch wahre Exzesse von pöbelhaftem Geist, erst wird gepfiffen, und zwar nicht blofi einfach mit dem Munde, sondern auch auf Haus- schlüsseln und, wie deutlich herauszuhören ist, auch auf mitge- brachten Gassenbubenpfcifen.— Die Mehrheit antwortrt auf diesen wüsten Lärm, indem sie Scheidcmann mit stürmischem Beifall und anhaltendem Händeklatschen begrüßt. Scheidemann: Der soldatische Redner für den Zusammenschluß hatte zweifellos die besten Absichten und sprach aus seinem Herzen heraus. Aber es ist zweifellos auch richtig, wie die einzelnen auch stehen mögen, ob sie ihrer Meinung durch geistige Argumente oder durch Pfeifen Ausdruck zu geben belieben,� daß der jetz'ge Räte- kongrcß unmöglich in eine rein parteipolitische Auseinandersetzung eintreten kann. Hier ist ein objektives Urteil unmöglich. Alle Bt- mühungen nach oieser Ricktung haben bisher immer nur das Gegen- teil von dem erzielt, wa? sie wollten.(Rufe der Radikalen unten und oben: Er st muß Scheidem ann weg!) In einer halben Stunde gehe ich sowieso zum Essen. (Große Heiterkeit, neues Gebrüll.) Der Erfolg des Einigunas- m, träges war diese Auseinandersetzung und die letzte Rede Lede- bourT Herausgekommen ist höchstens eine neue Zuspitzung der gegenseitigen Abneigung, jedenfalls hat die Arbeiterbewegung gar nichts dabei gewonnen Es zeigt sich nur wieder, daß so manche Genossen statt den Kapitalismus zu bekämpfen, die Arbeiterschaft auseinandersprengen,(Neues Gebrüll.— Zwischen Nysscl Leipzig und einigen Dresdener Mebrbeitlern kommt es zu einer lebhaften Auseinandersetzung, Rhssel beschuldigt einen der Dresdener, als Hausknecht ausgetreten und Rhssel hinausgeschmissen zu haben.— Der Lärm wird immer ungeheurer.) Scheidemann wartet einige Zeil und erklärt dann, daß er trotz seines guten Organs darauf veizichtc. den Kampf gegen die Brüllcr auszunehmen. Er schließt mit den Worten: Dir Antwort, die Sie von mir nicht hören wollen, werden Ihnen am Ist. Januar die deutschen Arbeiter geben!(Stürmischer Beifall der Mehrheit, Tobsvcktsanfällc der Radikalen.) Lampel-Hamburg(Soldaten�raktion): Da unser« Resolution auf so unfruchtbaren Boden gefallen ist, ziehen wie sie zurück, ich bitte aber meine Freunde von der Solidatenfraktkm, an der West- und Südwestsront das hier Gesehene befa'nntzzige!>e.n, damit die Soldaten die Antwort daraus geben können.(Lebhafter Beifall. — Der Volksbcaustragte Barth gerät in große Aufregung und macht osfeuber dem Redner, heftig gestikulierend, erbitterte Vor- würfe. Andere treten dazu und es gibt an der rechtsseitigen Re- gicrungsbank eine stürmische Auseinandersetzung.) Eine weibliche Delegierte— bei ihrem Erscheinen am Redner- pult ertönt ein venpäteter Pftss vom der Tribüne— sübrt aus: Daß zum erstenmal in einem deutschen Parlament eine Frau das Wott ergreift, das ist wohl ein Beweis der neuen Zeit. Die Re- volution kau» nur gesichert werden, wenn die großen Massen der noch indifferenten Frauen mit dem Sozialismus vertraut gemackt werden. Die vier Wocken bis zur Wahl müssen zur inten- sivsten Propaganda für den Sozialismus' ausgenutzt werden. Ihr habt die Macht, aber nur wenn ihr einig seid! (Stürmischer Beifall.) Die geeinte revolutionäre Fraktion wünscht den zurückgezoge- neu Einigungsantrag wieder auszunehmen. Der Kongreß be- schließt aber, diese Debatte nicht wieder zu beginnen. Es geht ein Antrag der Unabhängigen Fraktion ein, die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetregierung unverzüglich wieder auszunehmen. Beckert-Chemnitz begründet diesen Antrag, insbesondere damit, daß der geregelte Rücktransport unserer Truppen und des Heeres- Materials aus Osten usw. gesichert werden müssen. Weun etwa die Entente gegen die Wiederherstellung der auch für unsere Wirtschaft nnentbehrlicken deutsch-russischen Beziehungen etwas einzuwenden hat, so soll sie das öffentlich vor den Arbeitern ihrer Länder er- klären.(Beifall.) Der Antrag wird, nach einer Geschäftsordnungsdebatte mit großer Mehrheit dem Rate ger Volksbcauftragten überwiesen. (Lach n bei den Radikalen.) Lüdemann-Berlin(S. D. P.)— von den Radikalen mit dem Ruf„Generalschieber" e in p fange u— ersucht die Delegierten, in ihrer Heimat dafür zu wirken, daß die Eingriffe örtlicher Räte in Lebens mitteltronsporte und in die Einsuhrorga-nisation endlich einmal aufhören. Schmidt-Nheinland erklärt, daß sich diese Anschuldigungen im Rheinland als haltlos erwiesen hotten, als sie nachgeprüft wurden. Ein Telegramm des Arbeiterrais H a'n a u protestiert dagegen, daß die preußische Regierung Hirsch-Breitscheid den reaktionären Landrat, den Urheber des Blutbades vom 7. November, dem Kreise mit Gewalt wieder aufoktroyieren wolle. Die Garnison F r a n k e n st e i n in Schlesien protestiert droht- lich gegen die Angriffe au-f Offiziere und Unteroffiziere und der- langt sofortiges Einschreiten gegen Liebknecht und Genossen.(Ge- lächter der Radikalen. Rufe: Gegenrevolution.— Das Telegramm ist vom A.- und S.-Rat unterzeichnet.) Abgesandte des Berliner Vollzugsrats überreichen ein Protokoll. dessen Verlesung Leinert ablehnt, weil der Inhalt den Kongreß nichts angehe.(Ledebour: Aber sehr I Es ist ein Protest gegen die Vergewaltigimg von Soldatenräten.) Leinert stellt fest, daß das Protokoll nicht vom Vollzugsrat selbst eingereicht ist. Schlußrede. Bors. Leinert: Wir haben keinen Deratungsstoff mehr. *(Zuruf der Radikalen: Den haben S>e unterschlagen!) Diese Ver- banolungen werden im Gedächtnis jedes Delegierten haften. tLeb- , hafte Zustimmung.) Aber sie werden auch eine gewaltige Nach- Wirkung haben weit über das deutsche Volk hinaus auf die Arbeiter- klaffe der ganzen Welt. Die außerordentlich heftigen Auseinandersetzungen bilden meines ErachtenS bei einer solchen Revolution gär ■ keine besonder« Evscheinung. Dieses Parlament ist zusammen- getreten, um die Revolution zu festigen und zu sichern.(Zuruf der Radikalen: Es hat sich bis auf die Knochen blanrert!) Die Einsetzung des Zentralrats gibt uns die Gewähr, daß die Regierung , nur im Sinn der deutschen Arbeiterklasse arbeiten kann.(Rufe der ' Radikalen: Der Konterrevolution!) Noch niemals bat das deutsche Volk vor einer so schwerwiegenden Entscheitdung gestanden, wie von jetzt in vier Wochen. Zum erstenmal wird nach dem Wahlrecht ge- wählt, das die Sozialdemokratie seit Jahrzehnten gefordert hat, und jetzt hat das deutsche Volk Gelegenheit, die sozialdemokratischen Forderungen zu verwirkliche«. Die Frauen und die Wähler unter 24 Jahren müssen in diesen vier Wochen sich mit der revolutionären Politik gründlich beschäf- tigcn, um bei der Stimmabgabe das zu besiegeln, was die deutschen Arbeiter- und Srldatenräte seit dem 7. November für das deutsche ! Volk geleistet haben. Unsere Besprechung der Sozialisieruug hat � gezeigt, daß wir in dieser großen ernsten Frage einig sind. Be- wunderungswürdig hat sich das deutsche Volk in die Prinzipien der � Revolution gesunden Der feindliche Imperialismus bat über ! Deutschland gesiegt und wir haben zu verhindern, daß der im- perialistische Kapitalismus Englands, Frankreichs oder Amerikas über unsere Errnngenschaften triumphiert oder das so schwer getroffene deutsche Volk zum Objekt seiner Bedrückung und Ausbeutung macht. Nicht Auflösung, sondern Hinaufführung des deutschen BolkeS und Deutschlands zur höchste» Kultur, zu Glück und Freude wollen wir, damit es auch die Liebe zur Arbeit, zur Arbeit nicht für Kapi- talisten, sondern für sich selbst gewinnt. Das revolutionäre sozia- listische Deutschland, die geeinte sozialistische Republik Deutschland lobe hoch!(Die Delegierten bringe» ein dreifaches Hoch aus.) Der Kongreß ist geschlossen. Schluß gegen 3 Uhr. GroßSerün Truppeneinzng in Berlin. Um zu vermeiden, daß der Einmarsch der Truppen mit der Beranstaltuna zur Beerdigung der am K. Dezember in der Chaussee- straße Gefallenen zusammentrifft, ist der Einmarsch der 1. Garde- R'eservedivision aus Sonntag verschoben. An diesem Tage marschiert die 1. Garde-Reserve- Divsion in Berlin ein, also folgende Regimenter: Das 1. und 2. Garde-Reserve- Infanterieregiment, das Reserve-Jnfanterie- Regiment Nr, 64, eine Schwadron des l. Garde�Draiionerregimmts und eine Abteilung des 3. Garde-Feldartillerie-Re�iments. die 2. Kompagnie des Pionierregiments Nr. 28 und eine Pionier- kompagnie 276. Der Einmarsch geht durch Kurfürsterbamm— Hofjägerallee— Ebarlottenturger Chaussee— Unter den Linden— Kupfergraben— Dorotheenstrahe— Luisenstraße— Karlstraße— Alt-Moabit— Exerzierplatz. Die Begrüßung findet um 1 Uhr nachmittas am Pariser Platz statt. kju den Borgängen am k. Dezember. In Nr. 179 des..Reichsgesetzblattes" ist die folgende Berord- nung veröffentlicht: „Der Rat der Volksbeauftragten beantragt hiermit, I.Ten Rechtsanwalt Dr. Hugo He ine mann, 2. den Rechtsanwalt Dr. Siegfried Weinberg, 3. den Walter Bergmann behufs Vorbereitung eines eventuellen ordentlichen gerichtlichen Verfahrens die Vorgänge am vergangenen Freitag und die da- mit zusammnhängeuden Vorgänge zu untersuchen. Den drei genannten Personen werden hiermit Vollmachten sowohl hinsichtlich von Zivil- als auch Militärpersonen verliehrn. die nach der Reicbsstrafprozeßordniln« der Untersuchungsrickster hat. Soweit die Strafprozeßordnung eine Mitwirkung der Staatsanwaltschaft vorsieht, wird torliegend davon Abstand ge- nommen. Vielmehr haben die drei genannten Herren insoweit selbst zu entscheiden. Berlin, den 19. Dezember 1918. Der Rat der Volksbeauftragten. Ebert. Haase." Wir empfehlen den Genossen, die zur Ermittelung der Hinter- männer Puttchistischer Unternehmungen irgendwelche sachdienlichen Mitteilungen machen können, dieselben der Untersuchungs- kommission die ihren Sitz im Herrenhaus. Zimmer 8, bat, oder einem der in der Verordnung genannten Ge» nassen schnellstens zukommen zu lassen. �für die Aufstellung der Wählerlisten zur National- vcrsaminlun z sind in Berlin bekanntlich die Haureigentümer zur Mitwirkiing verangezogen wo den. Der Maiistrat hat idnen H a u S l i st c n zugeiandt, in die alle wahlverechtiaten Bewobner der betreffenden Häuier eingetragen werden sollen, IlnS geben Klagen darüberIelllen. darüber nn tUaren aeweien. auf wen das Wahlrecht zur Nanonalversammtiing sich erinrckl. Seltuiver« siändl'ch stützt sich die Aufstellung der Wähle rl inen nickt ledig« lich ani dieie Hauslisten, abei iminerbin scheint uns d>e Befürchtung, daß die Liickeiibasnokeil der Hauslisten docb manchen um se it Wahlrecht bringen lönute, irrtit ganz unberechtigt DarauS iollie jeder die Nutzanwendung ziehen, daß er die P> ü f u n a der Wäb!-r- listen unter keinen Umständen bei säumen und irnterlassen dar' Die Wäblerlisten müssen ja nun in kürzester Ftisl fertiggestellt und zur Einsichtnahme ausgeleg: werden. Demoustration der Kriegsbeschädigten. In den Kreiien der Kriegsbeschädigten berrickt«in? überaus starke Erbitterung über die zögernde Erfüllung ihrer Wünsche durch die in Frage kommenden amtlichen Stollen. Namentlich ist man empöri, daß die schon seit dem 1. Juli 1918 uewillig- ien Teuerungszuschläge zu den Renten bis jetzt— von einzelnen Ausnahmen abgesehen— nicht zur Auszahlung gelangt sind. Jetzt, mitten im Winter, warten die Beschädigten noch Tag iür Tag auf die Auszabliina der so bitter nötigen Nnierstübung, Di? Vertr-uer der Organisation der Kriegsbeschädigten erhallen auf ihr« Be- schwer� er? irr der Regel nicht» als Kanzleiiröste. die t»chrlich nicht geeignet stnd, die Kameraden zu beruhigen. Anträge auf Be- wtlligung oder Erhöhung der Rente, ja einfach gehaltene Anfragen an die militärischen Behörden bleiben nicht nur Wochen-, sondern monate-, in nicht wenigen Fällen sogar jahrelang unerledigt. Das mußallmählichindenKreisenderBeteiligtendie bittersten Empfindungen erzeugen. Am kommenden Sonntag, den 22., findet itt Berlin eine große Kundgebung der Kriegsbe- schädigten statt, welche die Erfüllung der vorstehend skizzierten Forderungen zum Gegen- stand haben wird. Die Kriegsbeschädigten be- absichtigen, nachmittag? Kl Uhr f ich vom Lust- garten aus in einem Demonstrationszuge zum Kriegsministerium zu begeben, um dort den Ver- tretern des Kriegsministeriums ihr« dringen- den Wünsch« vorzutrag«n und deren sofortige Erfüllungzu verlangen. Zur Bekampfunft der Geschlechtskrankheiten hat die NeichSregierung und der Staatssekretär deS Innern eine Werordnung erlassen, wonach geschlechtSkranke Personen, bei denen die Gefahr besteht, daß sie ,hre Krankheit weiter verbreiten. zwangsweise einem Heilverfahren unterworfen und in«in Krankenhaus übergeführt werden können, wobei die Aufbringung der Kosten sich nach dem Landesrecht regelt. Ge- schleckstslranke, die den Beischlaf ausüben, obwohl sie annehmen müssen, daß dabei eine AnstellungSgefahr vorliegt, werden mit G e. fängnis bis zu drei Jahren bestraft. Bei El>egatten und Verlobten tritt die Verfolgung nur auf Antrag ein. W«r eine mit einer ansteckenden Geschlechtskrankheit behaftete Person ätzt- I i ch untersucht oder behandelt, soll ste über Art und AnsteckungS- gcfahr der Kranklieit und über die Strafbarkeit der Ausübung des Beischlafs belehren._ Die roten Zlrbeitertnrner. die unter diesem Spitznamen von Behörden und bürgerlichen Turn- und Sportverbänden. allen voran von der Deutschen Turnerschaft vor dem Kriege aufs schärfste bekämpft wurden, grüßen die neu« deutsche Freiheit als das Syinbol der M enfchbei tsl-iebe und er- warten, daß ihre Bestrebungen in Lukunst auch von jenen Taufen- oen von Volksgenossen gewürdigt werde ri, die bis heute noch immer die Reihen der bürgerlichen Verein« füllen helfen. Jener Vereine und Verbände, die während der ganzen Dauer des Krieges in Wort und Schrift durch Bildung von Jugendkompagnien Hebungen im Handgranatenwerfen die Stimmung zur Fortsetzung de» Morden? bis zum endlichen Sieg förderten. Auf solche Stimmung gestützt, konnten es die Regierenden nur tvagen, den Krieg fortzusetzen und Friedensangebot« abzulehnen. Die Arbeiterturner sind von Anfang an gegen die Beteiligung an diesem Treiben gewesen und haben ihre fricdliobenide Tätigkeit trotz der dadurch bedingten Bcnachteili- gimg bei allerlei Vergünstigungen aufrechterhalten. Das werden uns auch unsere nun heimkehrenden Turngenvssen danken. Wtr grüßen die Freunde in der Heimat und hoffen, daß sie sich recht bald wieder ihrem alten Verein anschließen und recht viele Käme- Taben mitbringen. Mögen auch die vielen, der Deutschen Turner- schaft angehörenden Vereine, deren Mitglieder fast nur auS Ar- beitern bestehen, prüfen, ob sie auch fernerhin einer Organisation angehören wollen, weiche bis zur letzten Stunde mit allen ihren Maßnahmen die zu Boden g«vorfene Reaktion stützten. Eine Fülle von neuen Versammlungslokalen wird den Berliner Organisationen, Vereinen usw. demnächst zur Verfügung stehen. Der Magistrat beabsichtigt, wie wir hören, die A u l e n von 29 höhe- ren Scbulen. 10 Fach, und Fortbildungsschuien und zahlreichen Ge- meindeschulen für diesen Zweck freizugeben. Die Räume haben mannigfache Vorzüge: sie sind über die ganze Stadt verteilt, ste g«. währen«inen anständigen Aufenthalt und eS herrscht in ihnen selbst- verständlich kein Trmkzwang. Gegen eine geringe Gebühr für Be- leuchtung und für den Schuldiencr sollen sie den Organisationen aller politischen Richtungen für Versammlungszwccke zur Verfügung stehen. Salzheringe. In den BrotkommissionSbezirken 96— IlL, 105 bis 126 vom 27. Dezember bis 8. Januar auf Sa der Berliner Bezugskarte% Kilogramm Salzheringe.(% Kilogramm 1,10 M.) Straßenabsperrungen. AuS Anlaß der heute stattfindenden Bei» setzung der Revolufionsopfcr werden folge ich« Absperrungen vorgc- nommen: Um 10 Uhr Absperrung der SiegeS-Alle« für Wagcn-�und Personenverkehr; an der Bcllevucstraße, am KönigSplatz und läng» der Charlottenburger Chaussee Aufstellung von Posten vor den Denkmälern. Um 11 Uhr Absperrung deS KönigSplatzeS für den Wagenvcrkehr; um?L12 Uhr Absperrung der Charlottenburger Chaussee und der SiegeS-Allee; um%1 Uhr Freimachen der Delle- vuestraße für den Abmarsch des ZugeS; um 12 Uhr Absperrung deS Friedrichs hainS; von ftlL Uhr ad Absperrung der Straße Unter den Linden. Dienststunden der Brotkommissionrn. Für die Weihnachtsfeier- tage und Neujahr: 25. Dezember kein Dienst, 26. Dezember und 1. Januar Sonntagsdienst. Weihnachtsheiligadend und Silvester die üblichen Dienftswnden. Die VoNSbndeanst-ltr» in den WcihnachtStagrn. Am SB« i h n a ch i S- Heiligabend werden die BnstaltSkasscn der städtsschen Volksbad«- anstalien bereits um 4 Uhr mittags geschlossen.— An den beiden WeihnachtSfeiertagen sowie am RenjahrStag« bleiben die Aolksbadeanstalten ganz geschlossen. Ausfall deS SankfeiertageS vor Weihnachten. Im Bankgewerbe hatte sich in den letzten Jahven di« Einrichtung eingebürgert, am letzten Werktag vor Ostern. Pfingsten und Weihnachten die Banken zu schließen und den Angestellten freizugeben. Jetzt soll mit diesem Brauch plötzlich gebrochen und am 24. gearbeitet werden. Diese Maßnahm« hat den lebhaften Unwillen der Bankbeamten wachge- rufen. ES steht zu hoffen, daß die Bankleitungen ihren unsozialen Beschluß aufheben und damit ihren Angestellten di« Möglichkeit geben werden, ihre erste FriedenSweihnacht in Ruh« zu feiern! „Umwälzung und Aufbau." Ueber dieses Thema spricht Sonn- tag. den 22.. vormittags 10 K Uhr,, im Blüthenersaal, Lützow- jtraße 76, Max Cohen(Reuß). Ein« Versammlung sozialtiUiger Frauen findet heut«. TA Uhr abend», tn der Aula der Oberrealschule am Hindenburgpark in Wilmersdorf statt. Frau Gertrud Zink« hält dort einen Vortrag über:»Di« Aufgaben der Frauen im neuen Deutschland�. Zahlreicher Besuch der Frauen, die im sozialen Beruf tätig sind, wird erwartet. Geheimnisvolle» Verschwinden eineS LuftschifferS. Seit dem 4. Deiember ist der Luitschiffer Georg K renke! von der Ersatz- Lust'cbisserabteilung Reinickendorf unter seltsamen Umständen ver- schwunden. K., der kurz vorher au» dem Felde gekommen war, verließ am 4. feine Dienststelle. Bei dieker ist nun vor einigen Tagen ein in Brieiform geialt-Ies Stück Pavier angekommen. daS unfrankiert war und auf der Rückseite den Vermerk trug, daß der Finder e» zur Post befördern iolle. In diesem Brief teilt K. mit, er werde in einem Haute der Motzstraße, dessen Nummer ihm unbekannt sei. in der dritten Etage von einem seiner ehemaligen VoracseSten, dem Unteroffiner B.. g e f a n g e n g e h a lt en. Der Brie' ist am 4. Dezember. nachinittagS 5—6 Ubr au? dem Pokiamt LTV 11 ausgegeben. Der Untero'fizier B. bestreitet, mit der Sache etwa? zu tun zu haben. Krenkel ist 22 Jahre alt, blond, schlank. hat ein hagere» Gesscht mit einem Leberfleck auf der reckten Kinn- feite. Er trug Zivilkleidung Sachdienlich« Meldungen werden beim Charloitenburger Polizeipräsidium, Krimmalabteilung de« Sicher» hculödir.islcZ, Zimmer 27, entgegengenommen. „Nicht-Positive Arbeit" im Neuköllner A.« und S.-Rat. Der Neuköllner Arbeiter- und Soldatenrat sollte gestern den Rest der Tagesordnung vom Mittwoch erledigen. Die Sitzung war recht schwach besucht. Koch, der den Vorsitz übernahm, teilte die Amtsniederlegung des bisherigen Vorsitzenden Lach m und mit. In einem Schveiben, das verlesen wurde, bc- gründet Laehmund diesen Entschluß mit den Borgängen in der Sitzung von Mittwoch, mit.mehrmaligen Umstotzungen kurz vorher gefaßter Beschlüsse". Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte A p p i ch, daß der Soldatenrat gegen ein in Neukölln verbreitetes, vom Vorsitzenden des VollzugsauS- schusses und Venn Vocsitzenden des SoldatcnrateS unterzeichnetes Flugblatt energischen Protest erhebt. DaS Flugblatt enthalte teils Unwahrheiten, teils Verdrehungen. Ein Mitglied bcantiagte, die Sitzung des Arbeiter- und S o l vat e n r a t e s bis nach den Neuwahlen im Januar zu vertagen. Dieser Arbeiter- und Soldatenrat sei doch zu einer nicht-positiven Arbeit Veruvteilt, weitere Arbeit habe da wohl keinen Zweck. Bis zu den Neuwahlen solle man alles in die Hände des Vollzugs- auSschusses legen. En Antrag von Schönebeck, hierüber die Wähler zu befragen, weil das eine Nichtausübung der Mandate be- deuten würde, fand keinen Beifall. Der Vertagungsantrag wurde abgelehnt, und man trat dann in die Tagesordnung ein. Koch stellte fest, daß über den Abschluß der Sitzung vom Mittwoch. die sich mit den Vorgängen vom Montag beschäftigt hatte, .irgendwelche Differenzpunkte nicht mehr vorliegen". Niemand widersprach. Da auch zu Punkt 2.Besetzung der Dezer- nate" niemand daS Wort wünschte, erklärte Koch trocken: Dann sind wir auch damit fertig! Lachmund: So kann es nicht gehen. Der Vollzugsausschuß bat doch Beschlüsse gefaßt(Zuruf: Nein!) oder mindestens Vorschläge erhalten und muß darüber be- richten. Koch: Er hat nicht? beschlossen. Schönebeck ruft: Ich bin nicht hierhergekomn en. K o m ö d i e z u s p i e l e n I Er nimmt Mantel und Hut und verläßt den Saal. Gegen einen erneuten Ver- tagungSantrag, den A p p i ch stellt, wendet sich L a ch m u n d. Ein anderes Mitglied bemerkt zu der Geschäftsordnung des Vorsitzenden: Das wird ja wie eine Mühle abgeklappert. Koch antwortet gleich- mütig: WaS wollt Ihr eigentlich? Soll ich was anderes behandeln als dös, was vorliegt? GcbtJhrdochAnregungendazul Ich kann irgendeinen Stoff seit Mittwoch nickt vortragen. Daß d i e Stadtverordneten getagt haben, ist vollzogene Tatsache. Darüber zu sprechen erübrigt sich. Lachmund: Mit dem Antrag Avpich wäre die ganze Tätigkeit des Arbeiter, und Soldatenrates erledigt. Dann könnten Sie nach Hause gehen und sich hinter den Ofen setzen. Nein, schnellste Besetzung der Dezernate ist nötig, damit der Magistrat sieht, daß wir arbeiten. Sonst wäre auch nicht da? Flugblatt der Mehrheitspartei gekommen, daS uns vorwirft, wir hätten bisher i n der Gemeinde- Verwaltung nicht mitgearbeitet. Dem Streit machte ein Mitglied ein Ende mit der Feststellung, daß die Versammlung wegen schwachen Besuche? gar nicht beschlußfähig war. Danach wurde die Sitzung vertagt. Charlottrnburg. Einx SffcntUcke Svrechstund« für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist im städt. Krankenhaus, Kirchstr. 19-20, er- richtet. Jeder Kranke erhält dort unentgeltlich Rat und BeHand. lung. Ueber alle Mitteilungen betreffs der Erkrankung wird Ver- schwicgenhcit zugesichert.— Sprechstunden: Montags und Donner»- tags von 11— 12 Uhr vormittags, Dienstags und Freitags von 7—8 Ubr abends. — NeichSbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Krieg»- trilnehmer. Bezirk C h'a r l o t t e n b u r g. Näebste Versamm- lung Sonntag vorm. 10% Uchr im VolkShauS, Rosinenstr. 4(kleiner Saal). Von dort aus Teilnahme au der Demonstration. Grsß-Serllner Parteinachrichten. J\n öle Partekgenossen, Sie aus öem 5elöe zurückkehren. Zehntausendc Parteigenossen kehren jetzt au? dem Felde zurück. Wie früher, wollen st« auch jetzt mit gleicher Hingabe für unser« Ziele arbeiten. Aber nicht immer sind sie über di« beklagenswerte Spaltung in der Partei genügend unterrichtet und glauben, wenn sie ihre MiigliedSbücher aus den Parteibureaus des 4. und 6. KreiseS, in Lichtenberg und Neukölln abholen, daß sie damit auch ihre Mitgliedschaft in der alten Partei fortsetzen. Das ist leider ein Irrtum, sie werden ohne weiteres, meist gegen ihren Willen, der unablwngigen Sozialdemokratie als Mitglieder zuge- führt. Wir«rsudren daher alle aus dem Felde zurückkehrenden Parteigenossen, sich im Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Tr„ zu melden. __ Das Bezirkssekretariat. Bestattung der Opfer deS/, Uhr: Nachtbeleachtung;. Sonnabend 4 Uhr: Die Reise ins Scblaraliealand. Theater 1. d. KöaiggrätzcrStraße Dir.;C..>.einn3rd-R. Bernauer 8 Uhr Musik. Sonntag na�hm.: Erdgeist. Sonntag abend: Musik. Montag. Musik. 1. Feiertag nachm.: Fünf Frankfurter. 1. Fe ertag abend: Musik. 2. Feiertag nachm.; Erdgeist. 2. F iertag abend: Rosmers holm. Freitag: Musik. KöiuSälenhans an aer MarscnaUbrücke Tägl. u. an bei Jen Feiertagen: UhrMZkÄkMWge. Berliner Theater Tägl. u..in beiden Feiertagen: »w uhr; Sterne, die wieder leuchten. Heule nachm.'.z-t Uhr: __ llgl's Märchenreise. Trianoa-Tbeater, Bhf. Prledrichstr. Ztr. 4927.23 1 Kachm. J1/* U. kleine Preise: Bäusei und Greiei. Täglich 7'/, Uhr: Der gute Rul von Hermann Sudermann. Ida Wüst, Bruno Kästner, Emma Deiner, Hugo Flink, Oonla, Schönfeld, rollen. Sonntag ZV, U. Rosmersholm. Mittwoch 37,: Aschenbrödel. Donnerst ZV,: Rotkäppchen. Ttsätsp dar Frletlriekaill Ecke Friedrich- u. iinienftrafte. V, llhr täglich: Drei tolle Tage. Operette oon Zoriig. von Möllendort, Cleron. Georg. 6oimL3: Hänsel u.(irclel I. Z. Walhallä-Theater. P/m Uhr: August der Starke. Rose-Theater. ZV> Uhr: König Drosselbart. Gastspiel des Friedr.-Wilh. Theaters. T'3 Uhr: Dft» Drolniliderlhansi. Theater für Sonnabend, den 21, Dezember, j Neoes Operettenhaus Centrai-Theater uhr: Die EcseyunStainiiiii. Deutsches 7 Uhr Opernhaas Frledr.-Wilhelmst.Th. 7'/, Uhr: Hannert. Das Dreimäderiiiaiis 2. Teil. Kleines Theater. Freie Kneetile. 8 Uhr: Komisehe Oper uhr; SobwarzwaidniiM Stg. ZV«: ScbwarzwaldmädeL 7-/. Uhr: l-nstsplelhaus Die spanische Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io: Die Fasciitagsiee. Morgen 3 ünr: Wiener blut. KesSdenaE-Tbeater u" Fri«temertoilk!np. vhr: Die keusche Susanne. ZV« Uhr: Das Giücksmädel. Palast-Theater. p/s uhr: Der Mikado. 3»/, Uhr: Der Struwelpeter. Schlllcr-Theat. Chart. P/s Uhr: SWU. Thalia-Theater Z>l« Uhr: Frau Holle. utir: Polnische Wirtschaft. Th. am.\olleiidorfplatz 3*/, Uhr: Frau Holle. 7 Uhr: Eva. Theater des Westens 7»/. uhr: Die lustige Witwe. 4 Uhr: Aschenbrödel. Wallncr-Theater ZV, Uhr: Der Märclcnvald. pi. uhr: Orai iabeniehts. Morg. ZV,: Der Märchcnwald. Residenz-Theater. Voranzeige! Welhoacbten und folg. Tage S Uhr: Der Lebenssciliüer von Ludwig Fulda mit Eng4>p Bnrga Casino-Theater. üollirina. etc. 37. TägL»/«8UHr: Sa» breiattige Soltäitüd M cslStnc Borher: erfttL Epezialitälen. Sonntag nachmittag SV, Uhr: Jrlsbe traf<£vbea. __ National-Theater__ wopeiiicKer Str. 08. TägI.7V$U 5 ft'in. Jann�witzör Ganz Berlin spricht von Priffizenlielie. Operette in 3 Akten von Walter Bromme. Sonntag, 22. 12., Z>/,: MSuschcn, Feiertage: 7V,: Prlnacnliebe. ZV,: MSuschen. Es emoti-h sich, re. htze'tig Bittet i» m betör 26, Oezbr.(2. Welhn.- Feiertag), Beethovensaal 7'/» Heiterer Abend m/6. MARCELL SALZER Karten 5, 4, 3, 2,< M bei Bote 4 Bock, A. Wertheim. OieRojenöieie Ses Kaffee Aietta mit herrlichen Semiüden Arlllngs und der llderaus künstlerisch durckdachten und kormvoiiendet ausgeführten Einrichtung durch die Firma Heb& Hera als eine der anziehendsten Lehens- Würdigkeiten Berlin». Diese Rosendiele ist ein prachtvoller Weinsalon(oerlunden mit einer Bar), In dem sich die Echün heit mit großer Traulichkeit, und behagliche DemMlichiett per- einigt.__ 235/10 JZaikirett Jean Paul+ Tony u. Chica Erna Koschel+ Adolf Bork Kurt Fuß u. a. m. Gyägyi- Konzerte Anfang 6 Uhr— Sonntags 5 Uhr. Deutsche Ansstellnnc 296/4*| ,, Sparsame Baustoffe" AauÄe Die Lösung der Wohnungsfrage. 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Mts. oetstoeben ist. j Ehre seinem Anbeuten! , Die Beerdigung findet am I ra Sonntag, den 22. d. Mts., i 1 uon der EeidjenhaHe In J Seegefeld bei Spandau> ans statt 254/10) Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsnerwaltung. I veulchsst i«lelallardeiteuverdand jj Betwalwngsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- I richt, dah unser Kollege der Schlosser Hans Schulz Voxhagener S trage 28,24 am 16. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. b. Ml»., nachmittag» 8Va Uhr, von derLeichenhalle desSt.Pius- stirchbose» in Wilhelms- borg- Hohe»- Schönhausen au» statt 123/20 Kaetaraf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Frstser ' Otto Kreutz Kameruner Sit 7 am 8. d. Mts. gestorben ist[ Ehre ihrem tUnbenfen!. Die Ortsverwaltung. I Sozialdcmchrsfildier «labluerein(S. P. 0.) Bez. Niederschöneweide. Am 18. d. Mts. starb plötzlich unser alter Partei- genösse, der Gastwirt HeiRbold Scbcciiler. Wir werden ihm ein ehrende» Andenlen be- wahren. 243/11 Die Beerdigung findet am Sonntag, nadjmitiags 21/i Uhr, von der Leichen- halle des Demeindefriedhof» in Alt-Glienitke statt Die Mitglieder treffen stch l'U Uhr am Bahnhos Niederschöneweide. Allen Perwandten, Frenn- den und Bekannten die f traurige Mitteilung, dag I unser lieber Sohn und! I Bruder Otto KoO j im Alter von 18 Jahren! nach langer, schwerer, mit i Geduld enrageuer Kraut- 1 heil am 19. Dezember 1918- I mnst entschlafen ist. 1 Die» zeigen fchmerjerfOnt! I an die trauernden Hinter- I bliebenen 1 Friedrich Kofi nebstFamitie \ Neufölln, 20. Dez. 1918. Die Beerdigung findet am ! Montag, den 28 b. Mt»., j nachmittag» 3'/, Uhr. von j der Leichenhalle de» Iakobi- 1 Kirchhos», Hermannstrage, I an» statt 6S7b Am Dienstag, den 10. Dezember, verschied»ach tön- «erem Leiden unser lieber j Mitarbeiter, der Transportarbeiter Anton NoczofeM Ein dauernde» und ehren- desAndenken bewahren ihm DieZiottegenu. Kolleginnen der JSlrutn Gebr. Israel, AbtNeukLlln, Sanderstrage. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nach- mittags 8 Uhr, vom Trauer- hause, Memeler Straße 62, au« nach dem Friedhof der Pius- Gemeinde in Wib Helmsberg statt 677b Tutuverein „Fichte" Berlin Mitglied des Arb.-Turner- Bundes. Allen Tnrnschwestern und Tnrngenossen die traurige Nachr-cht, dag unsere liebe Turnsdiwesler 185/1■ Frieda Pielmann am Dienstag, den 17. Dez., verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. Dez., nachm. 8 Uhr, auf dem Friedhof der Freirettgiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt Um rege Beteiligung er- sucht Die 2. Frauen-Abt. de» Turnvereins»Fichte�. M Sie Wellten der ienfettion! Am Sonntag, den 22. Dezember Igt», vorm. 10 Uhr, im großen Saal der DSHow-vrauerei. Prenzlauer Str. 242 1 Versammlung aller Anqestelltcn der Konfektion. Thema: Wie man die Angestellten leimt! Reserenten: Fritz Schmidt, Grete Meinberg. Freie Aussprache. Beschlußfassung. 78/10 Kolleginnen und Kollegen! Die letzten Porgänge in der Konfektion und die Treibereien hinter be» Kulissen sollen in der Bersammlnng aufgedeckt werden. Eure Interessen sollen ver- hökert werden. Erscheint deshalb sämtlich in dieser Versammlung. Zenkralverband der Handlungsgehilsen. Htieiieiiüie! WMWWIWM! Unsere Forderung auf Berlretnng in der Versorgung»- ableilung des Sriegsminifteriums ist abgelehnt worden. Der seit 52 Kriegsmonaten versprochenen Erhöhung der Renten droht die Gefahr der Ablehnung! 559? Auf zur Deukonstration! Sonntag, den 22. TeZeniber, mittags 12'/, Uhr. Treffpunkt im Luftgarten beim Neuen Dom. Der Vorstand der Ortsgruppe Groß-Berlin des Neid,». lsteUnehmer. stsrl liodi. bunde, der Kriegsbeschädigten und ehem. Krieg» Geschäftsstelle: Lindenstr. 114. n w• t Z.A.: Allen Dienststelleu and Zirrnen, die mit der ZlnszenMeillerel in UietsU in Berbindnna stehen, wird hiermit bekannt gegeben, dag der Betrieb der Flngzeugmeisterei Manlag-j vollständig eicht. Da auch für die übrigen Wochentage eine Belriebseinschräntnng in Aussicht genommen ist, wird den Znieresseuten anempfohlen, sich tag» zuvor lelephonisch über die Arbeitszeit zu informieren. In der Weihnachtswoche vom 25. Dezernber bis 2. Zauuav 1010 ist der Betrieb vollständig eingestellt. 503D A.- u. S.-Siat Tie Kommandantur Knuth. A. B. Lucas, Lt. 1900 cbm umbauter Raum, 12 siimtner, 3 Kuchen. 3 Mansarden, gewölbter Keller(Baukasten 95 000 SR.), dazu 700 cbm Nebengebäude: Waschküche, Remisen, Ge- wächshaus, Burscheuzimmer. Pftanzenkeller. Trockenraum, ouf844qm Gartenland, Auwestn Grabenallee 10 in Offen. lmrg, wird am Montag, den 23. Dezember 1918, vor- mittags 10 Uhr, auf dem Notariat I in Offenburg, Kym- nasmmstr. 7, freiwillig u: den Awaugsversteigerungs- bedingnngen öffentlich verst.'igcrt. Barzahlung: 7000 M.i\ Juschlaa erfolgt, wenn von zahlungsfähigem Ersteher i 47000 M. oder mehr geboten sind. Näheres ist auf dem Notariat I in Offenburg oder beim Eigenttimer Otto) " g, Gartenstr. 81, Anzusehen nnb Wied\ Ruch in ans Wnnst von letzterem zugesendet. 5t3D Knrgrrmid Kiirgerinnen! Sonntag, den 22. Dezember, vorm. 11 Uhr, im P�taft-Theater am Zoo: Große politische Kundgebung. TageSordnuna: Auf zur National-Versammlung. 250.t7 Referent: Philipp Scheidemann. Die Versammlung wird punttlid) eräffneL Der vorstand der soziaibemokratischen varkeL Wahlveretn EHarlottenburg. Allilmiz! Irlifiterrtttf!"« Sombeiiii. den 21. iMn, gMMligs 4 lidr iß! Seltfool des Kdtdtdnetrndaoles (Cjosöno VcW'MlkA'Sl che): Nsrfammlung füintl. Arbrilrrräik Groß-Ktriins, dir auf brat Kaden der all. SaMiblmilrnlWra Zlarlri stehen SV Die sehr wichtige Tagesordnung erfordert die Anwesenheit aller aiS Arbeiterräte gewählten Parteigenossen! 20»,a7 Der Propaganda-Ausschuft. Xranhen- und Zterbeliasse der Schuhmacher und tternls- genossen Berlins. V. a. 0. Sonntag, den 2«. Zanoar 191», nachm. 4 Uhr, im Sewerk- schaftshause.Engeluferlö, Od-., Itmmer 10 itSlieoer-Verssnunliing. 3. Dlskusston. 4. Wahl bes Vorstandes. 5. Wahl ber~ ber Rrantenbefucher, Schieb»» eridits. 8. Innere KassenangelegenhelL Es ist Pssldst eine» jeden Mtt- gliebes, in der Versammlung zu erscheinen. Mttgliebsbnch legilimterkl vor Vorstand. 653b F. Lutz, Poelitzender, Woterlooufer 9. Sonntag» den 22. d. M. vorm. 0'/z Uhr, in den C o n e o r d i a« Z5 e st s ä l e n, Andreasstr. 04: serlnmlnng ser nnin MiM rallnssenen Mnileker ber»eiben sazialneWlrniWra Meien. h D.»Ilchl-»d- S-s-»»- Brudereampf IN der Sozialdeuiokratte. Referenten: Eduard Bernstein(U.S.P.9X). Georg Davidsohn(6-9.3).) 2. ffreie Aussprach». 666b SSar* Eintritt gegen Legitimation durch SRttgUebsbuch einer der beiden sozialdemokratische» Parteien und MUttäranswei».-MZA Parteigenosse»! E» gilt zu der i» unserer Abwesenheit oollzogeneu Partetspalttmg Stellung zu nehme», darum erscheint iu vlassea t l>le Eluberuieri A. Voll. P. Schrllter. E. Seifert. Sozialdemokratische Partei deutsshlands. Sonntag, den 22. Dezember 1918, vormittags 10 Uhr, im Blüthnersaal, Lüvowstr. 79: vesfenilieher Vortrag von Max Cohenreher, Revolverdreher und Treheriunen. Tagesordnung: 1. Bericht von der Verhandlung Uder den Kollettiverttag. 2. Diskussion. Zahlreidie Beteiligung wird erwartet Heute Souuadeu, de» 2t. Dezember, nachmittag» 3Vi Uhr, im Gewerkschastshause, Engelufer 15(Saal 5): Versammlung in der Metallindustrie beschäftigten Former und Berufsgenossen. Tagesordnung: Bettchterstattuug über die Verhandlungen mit den Unter- nehmem. 124/1 Zahlreicher Besuch wird erwartet aller Rotttag, den 23. Dezemb r, nachmittag» pünktlich 3>/, Uhr, im Gewerkschastshause, Engeluser lo(Saal 4): Brauchenversammlung der Werkzeugmacher(Schnittbauer, Lehren» baner, Borrichtungsbauer und Schneid- zengmacher). Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen zum Kollettwverttag. 2. Diskussion und Beschlußfassung. fjsgr Die Wichtigkeit der Togesordnung erfordett dn» Srlcheuien aller Kollege».— Mitgliedsbuch legitimiert l Achtung! Für die Bectrauensleme findet um 2 Übt tm Saal b eine Becfcauenoracinncrfonfcccnj statt, weiche zu odigee Tagesordnung Stellung nimmt Jeder Vertrauensmann muß pünktlich zur Stelle fein. Montag, den 23. Dezember, nachm. 3 Uhr, im Gewerkschaft»- Hause, Eugelufer 15(Saal 1): tiMT Versammlung"WG der Metalldrücker Berlins und Umgegend. Tagesordnung: L Bericht von der Berhandlung über den Kollektwverttag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. gahlretcher Besuch wird erwartet Montag, den 23. Dezember, abend, 5 Uhr, im Gewerkschaft». Hause, Engclufer 15(Saal 4): Branchenversammlung SW der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: L Bericht der Schlichwngskommission. Dte Bersammlnng Wied püulilich eröffnet legttimrert 2. Diskussion. — Mitgiredsbuch Montag, den 23. Dezember, abend» 6 Uhr, im Gewerkschastshause, Engeluser 15(Saal 4): Grvtze Versammlung aller Gürtler, Krouenschiosser und Militär« effekten-Gürtier. Tagesordnung: L Bericht Über den Kollekttvoerrrag. 2. Diskussion. Zahlreicher Besuch wird erwartet Montag, den 23. Dezemb«» abend» 8 Uhr, im Gernerrtchast». hause, Engelufer 15(Saal 5): MP Versammlung"MZ der Schleifer und Galvaniseure. Tagesordnung: 1. Bericht über den Kollelttovertrag. 2. Diskussion. Zahlreicher Besuch wird erwartet Montag, den 23. Dezemb«, adeade 5 Uhr, Im Gewerkschaft». hause, Engelufer 15(Saas 1): Branchenversammlnug der Bau- und Geldschrankschlosser. 2. Branchen- Tagesordnung: L Stellungnahme zum KolleMvvettrag. angelegen heilen. 3. Berschiedene». Ber der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pfficht eine» (eben Kollegen, rech! rege für die Versammlung zu agitieren und pünktlich zu erzchetnen, da der Saal dis 8 Uhr geräumt sein muß. Di« Ortsvermallung. Achtung! Die Bidlrolhek II, Osten und Nordosten, Achknag! , defindet stch fest dem 15. Dezember 1918 bei Otto Hübner, Berlin 0, Grüner Weg 65. Geöffnet ist dieselbe Freitag», abend» von 7— S Uhr. ». 0. Die Wahlen am 19. Januar. Tie neuen Bestimmungen. Mit Rücksicht auf die Vordatierung der Wahlen zur Verfassung- gebenden deutschen Nationalversammlung vom lk. Aebruar aus den 13. Januar waren einige Aenderungen am Reichsloahlgesetz notwendig. die im„Neichsgesetzblatt" vdm 23. Dezember veröfsentlicht werden. Bei diesen gesetzgeberischen Aenderungen hat sich die Re- g-.erung von dem Gedanken leiten lassen, die I n t e r e s s e n der W ä hlerschaft und der Parteileitungen nach Mög- lichkeit zu wahren. Es bleiben daher die für die Wählerschaft wert- vollen Fristen unverändert, nämlich die AuSlegungs- und die Ein- spruchsfrisr für die Wählerlisten. Ebenso soll den Parteien solange wie möglich Zeit gelassen werden, sich über die Wahlvorschläge zu verständigen. Im Äersolg dieser leitenden Idee ist im Z 2 der Verordnung im NeichZgesetzblatt, Absatz 1, mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit zwar bestimmt, daß die Wählerlisten zu jedermanns Einsicht am 33. Dezember(nicht mehr, wie es im§ 9, Absatz 2 des Ncichswahl- gesetzcs hieß,„spätestens vier Wochen vor dem Wahltag") auszulegen sind. Aber die für die Wählerschaft wichtige Dauer der Auslegung bleibt mit dem Zeitraum von acht Tagen bestehen. Die Wähler haben also trotz der Vorlegung der Wahl genau dieselbe Frist, Ein- sicht in die Wählerliste zu nehmen, wie nach den ursprünglichen gesetzlichen Bestimmungen. N-ach dem 2. Absatz des§ 2 sind Einsprüche gegen die Wähler- listen ourch die Behörden binnen einer Woche zu erledigen. Bisher war bestimmt: innerhalb der nächsren 14 Tage 9 Abs. 3). Die Bestimmung, daß die Einsprüche gegen die Wählerlisten bis zum Ablauf der Auslegungsfrist bei der Gemeindeverioaltungs- behörde anzubringen sind wird durch die Anordnung des§ 2 nicht alteriert. Die Wahlordnung für die Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung ist ebenfalls in einigen Punkten geändert worden.(Reichsgesetzblatt Nr. 6388.)§ 2, Abs. 3 besagte bisher, dass„in den Städten die Wählerlisten in der Art angelegt werden" dürften, dass die Strassen nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Namen, innerhalb der Strassen die Häuser nach ihrer Nummer und innerhalb jedes Hauses die Wahlberechtigten in alphabetischer Reihenfolge einge- tragen werden". Nunmehr ist diese Bestimmung ganz allge- m e i n gehalten, sie bezieht sich also nicht nur aus die Städte. Die Aenderung ist erfolgt mit Rücksicht aus grosse Industrie- gemeinden, denen das Stadtrecht noch nicht verliehen ist, die aber bereits einen städtischen Charatter tragen. Dem Z 23 der'Wahlordnung, der von der Bestimmung des Raumes handelt, in dem die Wahl vorzunehmen ist, ist ein Abs. 2 zugefügt worden, wonach in grossen Stimmbezirken die Wahlen gleichzeitig in zwei verschiedenen Räumen desselben Gebäudes vor- genommen werden dürren, wenn die Voraussetzung besteht, dass die Musterlisten nach Geschlechtern getrennt angelegt sind oder sonst geteilt werden können. Beide Räume müßten die vorgeschriebenen Einrichtungen enthalten, in dem zweiten Wahlranm ist der Stell- Vertreter des Wahlvorstehers zur Leitung der Wahl berufen, es soll für den zweiten Raum auch ein besonderer Schriftführer bestellt werden. Diese neue Anordnung stellte sich als wünschenswert her- aus im Hinblick auf die ausserordentliche Vermehrung der Wähler- zahl und�auf den voraussichtlich sehr starken Andrang zur Wahl zu gewissen Tageszeiten. Ausdrücklich sei aber hervorgehoben, daß der zweite Raum nicht etwa eine andere Ecke desselben Wahl- raumes sein darf, sondern ein davon getrennte? Zimmer sein muß, dass aber andererseits der zweite Raum nicht etwa in einem anderen Hause untergebracht werden darf. Im Z 3 der Verordnung wird in Abänderung des§ 11 Abs. l des Reichswahlgesetzes bestimmt, dass die Wahlvorschläge spätestens am 4. Januar 1919(statt„spätestens am 21. Tage vor dem Wahltag") beim Wahlkommissar einzureichen sind. Damit verkürzt sich die Zeit für die Einreichung der Wahlvorschläge von 21 aus 15 Tage, eine Massnahme, die den Parteien die Möglichkeit gibt, ohne Ueberstürzung ihre Kandidatenliste in Ordnung zu bringen. Absatz 2 des§ 3 bestimmt, dass die Wahlkommissare die im§ 12 der Wahlordnung vorgeschriebene Aufforderung zur Ein- rcichung der Wahlvorschläge sofort(im§!2 hieß eS„spätestens vier Wochen vor dem Wahltag") zu erlassen haben. Die Verbindung mehrerer Wahlvorschläge mit- einander kann nach§ 12, Absatz 2 des Reichswahlgesetzes noch „spätestens sieben Tage vor dem Wahltage bei dem Wahlkommissar schriftlich erklärt werden". An dieser Bestimmung wird nichts geändert, ebensowenig an der Anordnung des Z 17, Absatz 2 der Wahlordnung, wonach die Mängel der Wahlvorschläge und ihrer Verbindungen nur bis zum 7. Tage vor dem Wahltage be- seitigt werden können. Auch die Bestimmung des§ 18 der Wahlordnung, wonach Bewerber, gegen deren Wählbarkeit der Wahl- kommissar Bedenken erhebt, bis zum 7. Tage vor dem Wahltage beseitigt werden können, wenn mehr als die Hälfte der Unter- zeichner des Wahlvorschlages einen entsprechenden Antrag schriftlich stellen, ist unverändert geblieben. Die Deutstbe Liga für üen völkerbunö. Was hak Jäckh dort z« suchen'{ Der Ehefredakteur der»Smanischen Zeitung„Verteidigung", Mehmed Zeki Bej, hat dem Bureau der neugegründeten Liga für den Völkerbund folgendes unterbreitet: „Der Völkerbund ist eine edle Sache und verspricht viel für die Zukunft Deutschlands und seiner Verbündeten, aber nur, wenn Männer mitwirken, die wirklich gross und ehrenhaft vor der Masse der Völker dastehen. Ju meinem Erstaunen habe ich unter den ausgeführten Namen der Gründer auch den des Herrn Pro. f e s s o r Dr. I ä ck h gefunden, und es ist mir unmöglich zu ver- stehen, daß dieser Mann, der besonders in der Türkei stark kom- promittiert ist und auch zu bekannt als Kumpan des früheren Staatssekretärs Zimmermann dasteht, zu dieser Gründung zuge- lassen sein sollte. Ich erklärt« dem Herrn Sekretär, dass die Mit» arbeit des Dr. Jäckh(der Professorentitel bonor!» caus» wurde ihm von dem früheren König von Württemberg verliehen und«s ist bis heute nicht ausgeklärt, wie er zu dieser Ehr« gekommen ist) den Verfall der neu zu gründenden Liga bedeuten würde, und ich d-n gern bereit, meine Anklagen gegen Herrn Ernst I ä ck h diesem Herrn gegenüber vor den versammelten Mitgliedern der Liga zu erheben. Ich wiederhole,»ch glaube, dass eS mit den Interessen der Liga nickt vereinbar ist.«inen Ernst Fäckh in ihrer Mitte zu haben. noch viel weniger aber in ihrem Präsidium. Es ist eine verdienstvolle Tat deS Herrn Mehmed Zeki, die Völkerbundsliga auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die ihrem Ansehen und ihren Zielen durch die Mit- gliedschaft Jädfhs drohen. Er ist der Hauptschuldige daran, dass das deutsche Volk während des Krieges nichts vom wahren Gesicht der Türkei wahrnahm. Er ist es. der auch im Auslände mit der unser Ansehen so schwer schädigenden Vernichtung der türkischen Armenier in Zu- sammenhang gebracht wird. Er aber war der Verherrlicher der Elique, die das Blut des armenischen Volkes auf dem Gewissen hat und er hat getreulich Hand in Hand mit diesen Leuten gearbeitet bis zum letzten Augenblick. Wenn Herr Jäckh aus dieser Liga ausgeschifft würde, würde das ihr An- sehen bei den anderen Völkern aufs nachhaltigste fördern. Und das will man ja wohl, dass sie im Auslande beachtet wird. Personenwechjel im Auswärtigen?imt. Die Vornahme des vielgeforderten Revierements im Aus- wärtigen Amt scheint erst beabsichtigt, wenn der neue Staats- sekretär, Graf Rantzau, die Dienstgeschäfte übernommen hat. Er soll dann im Einvernehmen mit dem Rate der Volks- beauftragten die notwendigen Personalverände- rungen vornehmen._ Die Grenzsperre für Glsaß-Lothringer nufgehoben. Berlin, 23, Dezember. Auf deutsches Drängen ist die fran- zösische Grenzsperre über Elsass-Lothringen für die demobilisierten Elsatz-Lothringer am 14. Dezember 1918 o-usgeholen worden. Die demobilisierten Elsass-Lothringer können daher jetzt in ihre Heimat zurückkehren. Um Irrtümer zu vermeiüen... Mit dieser Begründung sandte uns Herr Felix S i e w e r t eine Berichtigung, die wir im gestrigen Abendblatt abdruckten, und in der es u. a. hiess:.. lediglich ich bin es gewesen, der dieses Geld, die 450 000 Franken, im Schlosse einem Mann, der vorgab, dort zu wohnen und in dem Paket Bücher zu haben, abgenommen und sie dem Ettisch zwecks Abführung an den Vollzugsrat abgegeben habe." Dazu müssen wir bemerken, dass wir immer noch nicht klar sehen. Herr Siewert spricht von 450000 Franken. Einer Anzahl Zeugen gegenüber aber hat Herr Siewert mehrfach und bestimmt von 600000 Franken gesprochen, die in dem Paket enthalten waren, also um 150 000 Franken mehr! Hier liegt das Dunkel, das der Aufhellung bedarf. Um Irr- tiimer zu vermeiden..._ Alarme und Kommandantur. Um die in letzter Zeit verbreiteten Gerüchte über die Komman- dantur nachzuprüfen, wandten wir uns an die Kommandantur und erhielten folgende Mitteilungen: Die Stellung der Kommandantur ist fester gegründet denn je. Von Tag zu Tag wächst ihre Anhängerzahl, so dass sie die gesamte Berliner Garnison hinter sich hat. Entgegenstehende Gerüchte sind auf das Treiben spartakistischer Kreise zurückzuführen, welche bei Unruhen im Trüben fischen wollen. Ueber das Verhältnis der Kommandantur zur Marine- division erfahren wir: Als die Revolution ausbrach und eS zu Anfang in Berlin in- folge der verworrenen Verhältnisse an Sicherheitsmannschaften fehlte, wurden von Cuxhaven zirka 653 Mann zum Schutz der Regierung und zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Berlin erbeten. Ohne Wissen und Wollen der Kommandantur ist die Zahl der in Berlin weilenden Matrosen mittlerweile durch geheime Wer- bungen auf zirka 3333 Mann angeschwollen, von denen aber nur etwa ein D r i t t e l D i e n st tun durch Stellen von Wachen in Hotels, Zeitungs- und sonstigen Privatbetrieben. Die übrigen Matrosen halten sich in Berlin auf, ohne dass sie zu irgend einem Dienst herangezogen werden können. Um diesem Zustande ein Ende zu machen, suchte die Komman- dantur sich Gewissheit zu verschaffen über genaue Kopfstärke und Tätigkeit der Matrosen in Berlin. Mitten in die bis dahin auS- sichtsreichen Verhandlungen platzte ein Antrag der Matrosen an die Regierung, sich auf 5333 Mann verstärken zu dürfen und der Republikanischen Soldatenwehr angegliedert zu werden. Diesem Ansuchen konnte die Kommandantur nicht ent- sprechen, da die mit 13 333 Mann vorgesehene Kopfzahl der Soldatenwehr bereits überschritten war, die Kommandantur auch noch nicht über die bisherige Tätigkeit der Matrosen Informationen bcsass. In weiteren Verhandlungen, an denen die Vertreter der ein» zelnen Abteilungen teilnahmen, wurde eine Einigung dahin erzielt, dass diejenigen Matrosen, welche bereits im Auftrage der Komman- dantur Wachdienst getan haben, eingesessene Berliner Familien- väter und nach Möglichkeit politisch und gewerkschaftlich organisiert sind, in die Republikanische Soldatenwchr aufgenommen werden. Unlautere Elemente aber, die nach eigener Aussage der Matrosenvertreter in grosser Anzahl vorhanden sind, sollten dagegen aus den Reihen der Berliner Matrosen ausgeschieden werden. Eine zweite Forderung ging dahin, die Matrosen aus dem Schloß herauszunehmen und in einem geeigneteren Depot unter- zubringen, da durch das Finanzministerium festgestellt worden war, dass im Schloß durch Angehoönge d«r Matrosen geplündert und auch sonstiger Schaden angerichtet worden war. Die Delegierten der Matrosen erklärten sich voll und ganz mit diesen Bedingungen oer Kommandantur einverstanden! Die oben erwähnten unlauteren Elemente versuchen deshalb, sich dadurch Anhänger zu verschaffen, dass sie die Matrosen als die unschuldig Verfolgten hinstellen. Auf die Machenschaften dieser Kreise ist auch das Erscheinen der sogenannten Deputation im Abgeordnetenhause am Dieustagnachmittag zurückzuführen! Im Interesse der Wahrheit kann aber auch festgestellt werden, daß ein grosser Teil der Matrosen— vor allen Dingen der wirklich Dienst tuenden— sich der Kommandantur und der Bevölkerung Berlins verpflichtet hat und sich alle Mühe gibt, die angezettelten Machen- schaften unwirksam zu machen. Die Maßnahmen der Kommandantur richten sich also» nicht gegen die zuverlässigen Leute, sondern nur gegen die das Ansehen der Revolution schädigenden und nur auf Plünderung und Unruhen ausgehenden unlauteren Elemente. Die Beerdigung derGpfer des b.Dezembers. Selbst am Grabe keine versöhnliche Stimmung. Der Rot« Soldatenbund hat gegen die Teilnahme der Garde- füsilier« an der heutigen Traucrfeier für die bei dem Zusammenstoss am 6. Dezember in der Ehausseestrasse Gefallenen Einspruch er- hoben. Der Spartakusbund betrachtet danach dies« Brisetzimg ausschliesslich als eine eigene Veranstaltung. Auch ein« Anfrag« der Kom- mandantur, ob eine Kranzniederlegung durch diics: ebenso bewertet werden würde wie die Teilnahme der Gardefüsiliere, hat«r dahin beantwortet, dass sich das Fernbleiben der Kommandantur von der BeisetzungSfeier empfehle._ Ein sozialistischer Lehrerverband. Sozialistilcke Lehrer und Lehrerinnen in Müncken baben sich am 16. Dezember zu einem Verband zusammengeschlossen. Die Münckener Ortsgruppe bat die Vorarbeiten zur Gründung eines sich über da? ganze Reick erstreckenden sozialistischen Lebrer- Verbandes in die Hand genommen und will in einigen Tagen eine sozialistiich« Schutzeilung„Der F ö bn' herausgeben. Räh-re AuZkünkie erteilt die Geschäftsstelle München, Agnesstrasse 20, IV, Mager-Schuster., Gegen die deutsch-demokratische Partei! Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Bürger haben sich wieder einmal zusammengeschlossen. Der Fortschritt ist über sie fortgeschritten. Und die Heiligkeit des Kapitals wird unter dem Namen Demokratische Republik offen- bart. Deshalb nennen sich die Bürger jetzt demokratische Partei. Sie haben sich mit schlichtem Hand.l und Wandel die politischen Freiheiten errungen. In ihrem Wahlaufruf steht eS gedruckt: „Wir trollen die errungenen politischen Freiheiten nicht wieder preisgeben." Sie sind ihnen zu einem recht wohlfeilen Preis ge- geben worden. Sie haben sie von der Straße genommen, wo bekanntlich das Geld immer zu finden ist, wenn man eS aufzuheben weiss. Deshalb will die demokratische Partei„das Schicksal Deutschlands weder der Reaktion ausliefern noch der Sozialdemokratie allein überlassen". Das Schicksal möge Deutsch- land vor der liberalen Republik schützen! Der Bürger kämpft mit den geistigen Waffen des„Berliner Tageblatts" für sein Privateigentum. Der Bürger wird nur durch Geld inter- essiert. Was nicht bezahlt wird, ist nichts wert. Die politischen Freiheiten müssen teuer zu stehen kommen. Deshalb heißt es in dem Wahlaufruf:„Solche Lasten aber können nur getragen wer- den bei Aufrechterhaltung des Privateigentums und einer Wirt« schaftsordnung, die das Interesse des Einz-lnen am Erwerb lebendig hält und ihn zu höchster Tätigkeit anspornt." Eine schöne Demo- kratie, wo der Einzelne nach seinem Erwerb Interessen nimmt. Eine schöne Gemeinschaft, wo der Einzelne seine Tätigkeit von der Kasse abhängig macht. Der Bürger fühlt sich gehoben, weil er für Bildung und Kunst kämpft. Die Bildung hat er sich nur durch Geld erworben und Kunst ist ihm stets nur Unterhaltung gewesen. Der Bürger verachtet innerlich die Bildung. Er hat sie stets so schlecht als möglich bezahlt Der Bürger verachtet inner- lich die Kunst. Sie ist ihm nie mehr als schlecht bezahlter Schmuck gewesen. Bildung und Kunst sind ihm Ausdruck seine? Besitzes. Billig von den Proletariern de? Geistes und der Seele gekauft. Was nützen dem„Volk" die politischen Freiheiten ohne neue Wirtschaftsordnung. Das Volk fordert Geld, weil eS die kulturellen Güter fordert, die eben Geld kosten. Das Volk fordert seinen Anteil an den geistigen Gütern. Um sie zu besitzen, muß man Zeit erwerben. Zeit kost t Geld. Und diese Zeit mutz kosten- los geschaffen werden. Der Arbeiter hat dem Bürger das Geld der Zeit verschafft, der Bürger hat es geizig gespart oder vergeudet. Er hat im günstigsten Fall dem Arbeiter ein Almosen gegeben. Darum hat der Bürger die Zeit verwirkt. Mit Recht steht darum das Volk auf. Mit Recht fordert darum das Volk. Aus seiner grossen Not heraus. Aus der Not de? täglichen und des etvigen Lebens. Und trotzdem ist das Volk bescheiden. ES fordert nur das gleiche Recht von nun ab. Die Nachzahlung wird erlassen. Darum möge sich der Bürger hüten, von billigen Forderungen abzuhandeln. Darum keine Stimme der demokratischen Partei. Die demokratische und sozialistische Republik muß aufgerichtet werden. Und deshalb jede Stimme der organisierten Sozial- demokratic! Her Warth Waiden. Rätekongreß und Natkonalversammlung. Der Propagandaausschliß der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hatte gestern abend fünf öffentliche Versammlungen in den grösseren Sälen Berlins veranstaltet. Die Versammlungen waren ohne Ausnahme stark besucht. Delegierte des Kongresses der Arbeiter- und Soldatcnräte behandelten das Thema; Der Räle- kongrctz und die Nationalversammlung. Im G e r m a n i a s a a l in der Chausseestraßc sprach Genosse Mattern. Er gab einen Ueberblick über die Verhandlungen und Beschlüsse des Kongresses und betonte, dass der Kongreß trotz aller Störungen, durch die Schreier auf dcif Tribünen und die von aussen eingedrungenen Deputationen erreicht hat, was er im Interesse des ganzen Volkes erreichen mußte. Der Kongreß hat die Grundlage geschaffen, auf der geordnete Verhältnisse in Deutsckland gewähr- leistet sind. Die Nationalversammlung wird eine Mehrheit haben, die es ausgeschlossen sein läßt, daß wir in Deutschland je wieder unter die Junker- und Geldsackherrschaft kommen. Die Sozial- demokralie ist jetzt richtunggebend in Deutschland. Deshalb koiineu wir mit Bestimmtheit haften, dass wir am Anfang einer Zeit stehen, welche die Verwirklichung des Sozialismus bringt, zu dem wir nur auf dem Wege über die Demokratie kommen können. Die Versammlung im Böhmischen Brauhaus war von etwa 833 Personen besucht. Die Referate und die Diskussion gaben der Stimmung in der deutschen Arbeiterschaft Ausdruck. Die Ver- sammlung lieh keinen Zweifel, dass die Arbeiterschaft hinter den Beschlüssen der Rätekouferenz steht. Das Wahlrecht der Schüler. Da? Ministerium für Wissen- schaft, Kunst und Volksbildung erläßt folgende Bekanntmachung: Nachdem bestimmt worden ist, daß all« Staatsangehörigen, die das 20. Lebensjahr vollendet haben, das Wahlrecht für die National- Versammlung besitzen, ist den wahlberechtigten Schülern und Schülerinnen der höheren Lehranstalten und der Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten unter Aufhebung aller entgegen- stehenden Bestimmungen die Beteiligung an politischen Vereinen und Versammlungen in demselben Masse wie allen übrigen Staats- bürgern zu gestatten. EiSnerS„Neue Zeitung". Unter der ständigen Mitarbeit Kurt EiSnerS erscheint in München ein neues Blatt der Unabhängigen So- zialistischen Partei. ES nennt sich„Neue Zeitung". Kurt EiSner sagt in seinem Geleitwort der ersten Nummer unter an- de rem: Im heutigen Pressegewerbe läuft alles darauf hinaus, im Interesse dieser oder jener Kreise der herrschenden Klassin durch Er- zeugung von Worträuschen daS Publikum zu betäuben. In dem Namen„Neue Zeitung" verbirgt sich ein doppelt bedeutungsvoller Sinn.„Neue Zeitung" daS ist sowohl Kunde neuer Zeit als auch neuer Begriff der Presse.„Neue Zeitung", das ist der Kampf gegen die alte Zeit und die alte Zeitung. Nürnberg? Kandidaten zur Nationalversammlung. Die Nürn- berger Genossen haben als Kandidaten zur Nationalversammlung Dr. Adolf Braun und Helene Grünberg aufgestellt. Von Kiel bis Berlin. Genosse Erich Kuttner hat seiner ersten NcvolutionSüroscküre eine zweite folgen lassen, die den Titel trägt:„Von Kiel bis Berlin. Der Sicgeszug der deutschen Revolution." Verlag für Sozialwissenschaft. Preis 53 Pf, Lette Nackrichten. Streik beim Schuhwarenhnus Stiller! Di- kaiismännischen Angestellten bei obiger Firma haben in ihrer gestrigen Versammlung einstimmig beschlossen, am Sonn- abend, den 21. Dezember, in den Streik zu treten. Die Firma hat trotz der ausserordentlich niedrigen Gehälter die berechtigten und von dielen anderen Firmen bereits bewilligten Forderungen abgesihnt. Zentralverband der Handlungsgehilfen� Münzstoasse 23. Gewerkschofisbewesung GewsrkÄast der Seamten. Aus Beamtenkreisen wind uns gsschnisben: tätigen Bevölkerung das Bestreben zur Organisation so groß, wie tätigen Bevölkerung des Bestroben zur Organisation so groß, wie unter der staatlich angestellten Beamtenschaft. Beamte und Fest- besoldete, welch« teilweise nie an einen wirtschaftlichen Zusammen- chluh ihrer Berufskollegen dachten, predigen jetzt mit großem Eifer ind mit ebenso großer Uebcrzcugung die Notwendigkeit einer Or- ranisat'on, d. h. einer Kampforgan-isation zur Vertretung der wirt- chaftlich-en Interessen aller Beamten auf gewerkichaftlicher Grund- age. Daß dieser an und für sich gute Gedanke nicht dem eigenen Üriobe, sondern nur der Not gehorchend— namentlich bei den döheren Beamten— sein Dasein verdankt, sei nebenbei erwähnt. Als Beitrag zu dieser Gewerkschaft soll neben laufenden Beiträgen ein einmalig zu erhebender Betrag von durchschnittlich 23 M. pro Mitglied gefordert werden— wenigstens ist dies bei den Justiz- beamten der Fall. Gelingt es nun, alle in Frage kommenden Beamten dieser Or- ganisation anzuschließen, so wird allein durch den erwähnten ein- maligen Betrag ein enormes Kapital angesammelt. Hiergegen wäre durchaus nichts einzuwenden, falls die zu schaffende Beamten- organisation sich lediglich die wirtschaftliche Interessenvertretung ihrer Mitglieder angolögen sein ließe. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Nach den bisher bekannt gewordenen Ansichten der sogenannten Gründer dieser Gewerkschaft hat es den Anschein, wie wenn diese Organisation mit einer bürgerlich-demokratischcn Politik verquickt werden soll, und zwar mit einer Politik, die einem sebr großen Teil der unteren und mittleren Beamten mcht zusagt. Nur auf rein wirtschaftlicher Grundlage ist eine Beamtenorganisation in dem geplanten Umfange denkbar, da jeder Persuch, die gesamte Be- amtenschaft in ein bestimmtes politisches Fahrwasser zu leiten, unweigerlich zur Sprengung der Organisation führen würde. Zur iedeihlichen Entwicklung der begonnenen Beamten'bewegung ist un- «dingt notwendig, daß der bisher bestehende Kasten- und Klassen- zeist in der Beamtenschast verschwindet und statt dessen das Ge- nihl der Solidarität Platz greift. Nicht Mißachtung und gegen- eiliger Neid, sondern nur einztg und allein gegenseitiges Per- ltehen, gegenseitige Achtung' und der Wille, gemeinschaftlich für ine große Sache zu wirken, kann den Bau der Gewerkschaft zum Segen und Nutzen für die Beamtenschaft vollenden. Aus der Kleiderverwertungsgesellsliiaft erhalten wir vom Direktor Nowarra eine Zuichrisr, die sich gegen en in Nr 247 veiöffenibchien Bericht über eine Betriebs- veriammliing von Arbettcrinnen und Anaeiiellien der KV G. wendet. Herr Nowaira bestreitet, daß er de» Besuch derBeriamm ung durch die Drohuiia, v'e Weihnachtsgratifikationen zu entziehen. vereiteln ivollie. Er habe sogar zum Besuch der Veriammtliiig auf- gefordert»nd habe auch die Verteilung einer Weibnachlsgraiifikation erwirkt. Ten Vertrauensmann habe er nicht gemaßregelt, iondern diesem iei gekündigt worden, weil er in Beiugnifie der Geichäfts» leitimg eingriss und unier Drohuiia mit Brotlosmachung die Ar- beiteriiinen zum Eintritt in den Bei band aiit'ordene. Ter Angestellte G. sei nicht wegen der Versammlung, sondern wegen Pfbcktt- .„idriakeiten entlassen worden. Direktor Nowarra habe nicht 13000 M. gebalt. sondern 0000 M. Auf eine von G an Justi, minister Rosenfeld gerichtete Anzeige habe Oberbürgermeister Wermutb eine Untersuchung veranlaßt. Sie babe völlige Hatiiosigleit der Ver- dächtiguiigen erpeben.— Die Veraniwoliung für die in Veriamm- lungen voraebrachten Behauptuiigen ist nicht Sache der berichtenden Zeitung. Auch für die Angaben des H rrn Nowaira lehnen wir die Vcraniworrung ab. Bemerke» wollen wir dazu nur, daß reine eigene Darstellung der Einlassung des Verlraiiensiiiaiiiie? doch«ehr nach Maßregelung missiehl. Daß w'r aus rem uns zngegaugenen Veitainmlunosberichi mir einen Teil de: Aiischuldiaungen veiöfieni- lichien, iagien wir bereits in Nr. 847. Zu dem von uns wieder- gegebeuen Vo Wurf, daß iür de» Hcmsbali des Direktors aus dem Lager der K.V.G. gi'wstige Gciegcnteit käuie billig kalkulierter Sachen gemacht worden seien, äußert Heil Nowarra sich nicht. Die Rückzahlung der bei Kriegsausbruch gemachten Gehalts- abzüge regt folgend? Zuschrift an: Bei Ausbruch des Krieges haben es sich viele Angestellte in verschiedenen Bcrufszweigen, so in kaufmännischen Betrieben, in Speditionsgeschäften, bei Ver- sicherungsgcsellschaftcn usw. gefallen lasse n inüssen, daß ihnen monatelang das Gelalt häufig bis zur Hälfte gekürzt wurde. Das damalige Verlangen der Arbeitgeber wurde durch die Kriegslage gerechtfertigt. Man kannte die neuen Verhältnisse nicht. ganz gngstliche Gemüter glaubten, daß Handel und Wandel nun vollständig aufhören würden. Im ersten Kriegsmonat war der Ge- schäftsgang denn auch allgemein fast lahmgelegt. Dieser Zustand hielt jedoch nur kurze Zeit an. Denn schon Mitte September wurde das Geschäft allgemein lebhaft und wuchs schon im Oktober und Novernlber 1814 so gewaltig an, daß in fast allen Betrieben die Waren nicht schnell genug und in nickt so reichlichen Mengen her- beigeschafft werden konnten, als sie gebraucht wurden. Es gibt nun auch Geschäflsinbaber, die in Anbetracht der so günstig veränderten Geschäftslage ihren Angestellten die gekürzten Gehälter unaufgefordert und bereitwilligst nach einigen Monaten vergüteten; auch viele gibt es. die ihre Angestellten noch nach ihrer Einberufung monatelang mit Tcilgehältern unterstützten. Die meisten Arbeitgeber haben trotz großer Gewinne an eine Nachtrag- liche Vergütung nicht gedacht. Die Arbeitsknappheit ist nun heute, � namentlich in Handelsbetrieben, so groß, daß, wie in kaufmänni- scheu Arbeitsnachweisen statistisch nack, gewiesen werden kann, auf 1770 Bewerber nur II Stellungen kommen. Wäre es nun nicht ein Akt der Gerechtigkeit, wenn die Arbeitgeber dazu verpflichtet würben, die im Jahre 1014 und 1313 gemachten Gehaltsabzüge jetzt wieder auszuzahlen. Denn es erscheint geradezu ungesetzlich, diese Abzüge einzubehalten, nachdem sich die damaligen Ver- mutnngen, durch die sie veranlaßt waren, als irrig erwiesen haben. Die Abzüge waren nicht Maßnahmen, die infolg? schleckten Geschäftsganges getroffen wurden, denn sie wurden meistens schon Anfang August 1014 zwischen Aobeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Soweit die in Betracht kommenden Geschäfte noch bestehen sollten die Inhaber veranlaßt werden, den seinerzeitigen Angestellten die Abzüge voll zuriickzlwcrgüten. auch wenn sie, großenteils in- folge Einberufung oder Stelliingswechsel. nicht mehr im Dienste der betreffenden Firma stehen. Vielen Tausenden, zum großen Teil stellungslosen, heimgekehrten Soldaten, wäre damit geholfen.. _ L. M. Verficherungsangestellte vor dem streik? Der Zenlralverband der Handlungsgehilfen stehi seit lanaei Zeil mit dein Zeutralvei band für Pi'vcttoersicberungen lUulernchmei- orquniiationi in Verhandlung zwecks Regelung der ArbcilsvcrKält- niffe und Kewüdrung einer Enticknildiiuasiumnie Wübrend b:e' Unternehmer im übrigen Entgegenkommen zeigten, drohten jetzt die Verhandlunge» über die Enlicdul'ungssiimmc daian zu icheitern, daß die einzelnen Uuternehuiungen gesondert mit ihren Angestellten Vere'nbor unge» ireffen wollten. Eine im Lustgarten zu geüern einberufene Versammlung sämt- licher V rsicberunisangest'llten lehnte das Angebot ab und zeigte nicht übel Lust, sofort in einen all reinelnen Streik einiuireicn. Die Ver» bandsleiiuna riet jedoch im Hinblick auf die beulige Beerdigung der Ov'er vom ö. Dezember davon ab Sie will de» Uniernebmern nochmals Gelegenheit bieten, ihren Siandpunkt»n ändern. Ge- ichiebt dies nicht, wird eine zu morgen mittag 12 Uhr ei» berurene Versammlung erneut Slelluun uebmeu und cn'ichcidende Beichlüsse iasten. Es wurde auch die Absicht bekun'et. daß die Au estellteu der Vsttoria, die bereits zum Teil mit enicr Eul'chuldilngsiumm- abaeilinden sind, sich loltdansch mit den übrigen Angestellten er- klären würden._ Parteinachrichten. Kandidaten zur Nationalversammlung. Eine Konferenz der Partei für den Wahlkreis Darmstadt- Groß-Gerau stellt zur Nationalvcrfammlung folgende Kandidaten auf: Offenbach-Dieburg(Ulrich), Darmstsdt-Groß-Gcrau(Dr Oucssel), Mainz-Oppenheim(Dr. David), Erbach-Bensheim lHuse» zahl), Friedberg-Büdingen(Neumann), Gießen-Nidda(Kandida noch nicht bestimmt), Wvrms-Heppenheim(Edelmann), Alsfeld Lauterbach(Vetters), Bingen-Alzey(Adelung). Für die Republik Hessen sind 70 Abgeordnete aufzu stellen. Vom Sozialdemokratischen Verein Breslau werden die Ge nossen Bauer- Berlin und an Stelle Bernsteins Genoss Löste-Breslau der an den Weihnachtstagen stattfindenden Kon sevenz des mittelschlesischen Agitationsbezirks in Vorschlag gebracht Industrie und Handel. Tic Börse. Die Berliner Börse eröffnete auf die Einberufung der Ratio- ualbersammlung zum 10. Januar ausgesprochen fest. In der- selben Richtung wirkk die Nachricht, daß der Stahlwcrksverband lchon wieder eine wesentliche Heraufsetzung der Halbzeug- und Formeisenpreise plant, und zwar um 100 Mark für die Tonne Formeisen und um 97,3 Mark für die Tonne Halbzeug. Damit sind die Eisenvreise um ungefähr 300 Prozent gegen den Frieden ge- stiegen. Diese neuen Preise sollen für die Lieferung der Monate Januar und Februar 1019 qclten und nachher soll für spätere Liefe rung eine neue Preisvereinbarung erfolgen. Demgegenüber macht? es keine W'rkung. daß die Generalversammlung dr Friedrich Krupp A.-G., deren Direktorium bereits die Herabsetzung der zehnprozenti- gen JCorjahrsdividende auf vier Prozent vorgeschlagen hatte, beschlossen hat, für das Geschäftsjahr 1917/18 eine Dividende überhaupt nickt auszuschütten. Der Kassamarkt war eher etwas schwäckrcr, wenn es auch eine ziemliche Auslvahl erheblicher Preiserhöhungen'gab. Die Kurse für auswärtige Zahlungsmittel bröckelten weiter allmählich ab. —.■ Verantworitlcki für Politik Erich jtulinrr, Pcrlin: kür den Ldrioon Teil des Pioties«lfrrd Scholz. Keukolln: iür Anzeigen Tlieodor Elochr. Berlin. P-rlae Vorwärls-Pertag A. m. b. H.. Perlin. Druck Porwüris-'Nuadruckerei und LerlagsunslaU Paul C inner u Eo in Perlin. Lindcnslratze S. Hierzu l BrUagc. Die großen SiUaröwettspiele im Kaffee �ielka hadcn Sonnabend nachinitiaz zwischen den vier Billardmeistern Hagei'.'ock-er. Grote. SlokOst und ve-ter ihren Ansang a-w m-nro irnb wurden Sonntag nachmittag fortgesetit. Schon die Anklindtgima v.nn Beginn der Wettspiele hatte euren über- raschenden Erfeia. Der gr-he Turniersaal wurde vo» Zu- schauern bis mii Den leisten Blair gefüllt und der Andrang war im Laute des Nachmittag» so stark, daß viele keinen Eintritt mebr bekommen k-nnten. Es wurden bisher im ganzen M Bartten ausgcfochien. und zwar 2 Eadre-Bartien auf ic 150, :! Dreibanden-Barticn auf je 8 und 33 Partien vom Roten Ball auf!e 8 Punkte. Dav-n gewannen im Eadre-Epiel Hagen- locher 2, im Dreibandcnspiel Hagenlocher t, Stukast t, und im Spiel chrm roten Ball k-agensocher 17, Grote 3, Stnkast 6 und Becker 2 Partien. Hagenlocher gewährt allen Billardmeistern im Cadr? cine Vorgabe von 50, und in der„Partie vom Noten" ein? Vorgabe vm l Punkt. Die Wettspiele werden täglich von 3 Uhr nachmittags an fortgesestt._ 235 12 Geschlechtskranke verlangen im eiaenen Interesse, um fich vor minderwertigen Hciwersabren zu schütien, uieine aufklärenden Broschüren über Geschleckstskransheiien sTripper, sonsticie Harnleiden, SyphUi», -Uuttliilertiichungkn ulw.). wlrtuugsvölle und wertvolle Heil- o-rfabre» in verschlossenem Kuvert. Preis I M.; ebenso in den Splcchsninden erhältlich. Weitere mündliche Auskunft tostentas. 1492* Spezlalarzt Dr. med. Rarl Rel��-rdt, Berlin, Potsdamer Str. 117, an d. Li,,12— 2 mittags und'/i6—'/:1U abends, Sonntag»'/all— 1. Brstes undäitsstes Kur.Instltut ,,L6ser" 4aSp3zial'88ttand!ttn94a v.».sctien u»eralleion Haut- u. Ceschlechlsleiden ,eder«Ii, spez. cliror.ischer liarlnäckiger Harnröhr.- A sflüssc: Hias, n Nieren-, Nerven-, Manne 5. hwäche. Gegen Syphilis ei;ene H iimet' ode verb. m Ehrlich-Hata-Kurcn. tföni�en-Laborat. r-lutumcrsuch. Quccksilber-EntziehungsKur. i. eig. Kur Cad, pet. 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