Ur. 3o2. Z5. Jahrg. vrzagsvretS: SiertellShrl�T» Vi!. monelluny Uu MI. Poltdeiieltunaen nedmen an Dane- mar.. Holland. Uuremdura. Schweden und die Schweiz Einaetraaen ln die Onil-tiellunaS-ürciellite Der.Aorwans' ericheml wochentaglizh zweimal �onniage einmal. Morgen-Ansgabe. Tetegramm-Adrefi� .So«laldemo5ra» Verit»�. berliner Volksblntt. (lO Pfennig) Anzeigenpreis: Die achlgeipallene Nonpareillezeile wlle! M iiig.«Kleine Sinzeinen"» daS'etiaedrucite ilSorl to Pig. lzuiaisii 2 ietißednulle Worte». ledeS weitere Won 20 üifl Slellengeluchc und Echlalstellenanzeigen daS erlle Wort SV iZia.. zedes weitere Wort lS Pfg. Worte über lS Buchliaben zähleli illr zwei Worte leuerunqSzulchlag bv°l. Kamilien-Anzeigen, ooliliiche und gewerlichaitliitie BereinS- Anzeigen 80 Pitt die Zeile Anzeigen lür die nächste Nummer müssen MS 5 Uhr nachmittags im haurigelchäst Berlin SW.'iS. Liiidenslratze Z.-biegeben »erden. GeSimel von 9 Uhr früh bis S Uhr abend i. �entralorgan der rozialdemokratifcben partes Deutfcblands. Neüaktton und Expedition: EW. 68,£indenflr. Z. aerttfprcdier: Amt Moriuplap, Nr. t.>l 90- 15f 07. Montag, den Dezember 191�. vorwärts-verlag G.m.b. tz., Ew. 63, Linöenstr.A» Fernsprecher: Amt Moritrplatt, Nr. 117 5Z— 54. f Entente gegen Bolfcbewismus. London 22. Dezember. DaS Reuiersche Bureau erfährt von maksorender Stelle, das; die ganze russische Frage einer ernsthaften Prüfung durch die Alliierten unterliegt. ES ist jedoch noch lein Plan festgelegt, und nichts lann endgültig bestimmt ivevden, bii sich ein« Gelegenheit geboten hat, die Frage mit Wilson zu besprechen. Es wird allgemein anerkannt, bah das russische Problem eines der dringendsten und bedeutungsvollsten ist. und eS wird die Hoffnung gehegt, daß es sich während deS Aufenthalts Wilsons in London ermöglichen werde, eL zum Zwecke eines unocrzüglickica EingreiscnS zu erörtern. E» sind in der letzten Zeit zahlreiche beunruhigende Berichte über das Anwachsen der bolschewistischen Armee er- schienen, aber man betrackitet die Zahl als stark übertrieben. Di« gegenwärtige Gefechtsstärke beträgt wahrscheinlich nicht mehr als zwei. biS dveihunderttausend Mann. Eine bessere Disziplin ist ein- geführt worden, aber nur mit Hilfe von Massregeln. die viel tyranni- scher sind, als irgendetwas unter der alten Negierung. Mit Bezug auf die gegmwärtige politische Lage wird daran erinnert, dass es einige Monate lang für die Gegner der Sowjets unmöglich war. ihre Meinung in der Oeffcnllichkeit zu vertreten. Alle geistigen Führer, denen die Zukunft ihres Landes am Herzen liegt, sind gezwungen worden, noch Sibirien oder dem Süden zu fliehen. In diesen Ge- bieten bestehen mehrere antibolschewistische Regie- rungen. Im Zdubangebiet kämpft die Freiwilligenanne« Alexe- jews seit bem Tode diefcS ffier-axals unter Genera! Denitin tapfer gegen die Bolsckiewisten. Eine provisorische Regierung ist errichte: worden. Die Alliierten sind in Fühlung mit dieser Regierung. welche eine Armee von lODOOg Mann besitzt, und«S ist gerade eine englische Militärmission entsandt worden, um die mili- tärische Lage zu untersaichen. In der Ukraine ist'die Lage sehr verwickelt. Di« Hoffnung erscheint begründet, daß die von den Alliierten verfolgte Politik die Einigkeit zwischen den verschiedenen südrussischen Regierungen her- beikühren wird., Sie all« verabscheuen die Thrannei der Bolsche- Wiste», und eines ihrer Ziele ist die Wiederherstellung der Ordnung rm Lande. Ein erfreuliches Anzeichen in der letzten Zeit ist der ständige Zufl-ust loyaler Russen aller Parteien in der Richtung auf London und Paris, die eine Organisation zu schaffen beabsichtigen, um die bolschewistische Frage zu behandeln, und die während der Friedenskonferenz zur Hand sein wollen. Miljukow verlangt schnellstes Eingreifen der Entente. Basel. 21. Dezember.(T.U.) Der Kadettensührr Miljukow. der bereit« heute die Geschäfte deS erhofften allrussischen Staats- wesenS führt, erklärte einem Mitarbeiter der.Epoca", daß die Intervention der Entente in Rußland unumgänglich sei und keinen Aufschub mehr erdulde, wenn die Massen de« russischen Volkes nicht dem Hungcrtodc überliefert wer- den sollten. Ohne ein Eingreifen der Entente sei die Wieder- Herstellung der inneren Ordnung ganz unmög- lich. DaS brutale Vorgehen der Dolschewisten schreie nach einem energischen Eingriff und droh«, ganz Rußland dem furchtbarsten Elende preiszugeben, daS je einem Volke widerfahren sei. die ßrieüenstonferenz. Weitere HinauSschiebung?- lOeffentlichfeit. Amsterdam. 22 Dezember. i. schen Clique", und zinert dann wohlgefällig ein Verrchen über den„Bluthund W e l S". Sie berichtet über Liebknechts Reden, wo. nach die„schurkische Clique" aus Ebert- Scheidemann und Wels besteht, und findet kein Wort der Entgegnung. Wir möchten uns da die Frage erlauben: Wenn wir Sostaldemokraten solche konterrevolutionäre Schurken siud, warum sitzen dann di« U n�» b ha n g rg e n mit u.:. in einer Regierung, warum wollen sie bei den Wahlen r- Linen. Verbindung mit uns zusammengehen und wie lönnee. ü? d".: Gedanken einer völligen Wiedervereinigung diskutieren? S e Politik der„Freiheit" läßt sich melodramatisch setioa tm Eirardi- Nestroh-Stil) in die Worte zusammenfassen:»Du niederträchtiger Schuft, Hallunke, Erzspitzbube-- komm an mein Herz, wir wollen Brüder sein!" DaS Wahlresultat in Mrcklenlmrq-Ttrrlitz. Tie Wahlen zur Landes Nationalversammlunq in Mecklcnburg-Strelitz haben nicht, wie zuerst qemeldet, 22 Sozialdemokraten und 20 Bürgerliche a!S gewählt ergeben, sondern 21 Sozialdemokraten und 2l Bürgerliche. Ein Volt � eine Schule! Einheitliche Schulgesetzgebung und Schul- Verwaltung. Der Gedanke der Einheitsschule, der zuerst nur als eine Frag« de? Schulaufbaues behandelt wurde, beginnt alle Gebiet« deS Schulwesens zu durchdringen. In den Ausführungen zu der Schulforde- rung des Deutschen LebrervereinS, die von der Geschäftsleitung de? Deutschen Lehrervereins veröftcntlicht worden sind, wird nun- mehr das ganze Schulgsbiet. einschließlich der Lehrerfragen und der Schulverwaltung und Schulunterhaltung, unter dem Gesichtspunkte der Erziehung und Bildung aller Jugend im Staat« nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten mrd ihres Bildungswillens, ohne Rücksicht auf Vermögen, Stand und Glauben der Eltern, zusammengefaßt. Diesem Zwecke der Schule entsprechend, verlangen die Beschlüsse den Auf- bau der Schule nach dem bekannten Plane vom Kindergarten bis zur Hochschule, die Regelung der Schulpflicht vom 4. bis zum 18. Le- bens fahre, also von der Kleinkinderschule bis zur ForttrildungS- und Berufsschule, eine Schulverwaltung und Schulunterhaltung, die alle Schulen, von der Grundschule bis zur Ober- und Berufsschule. gleichmäßig umfaßt, eine einheitliche Lehrerbildung, Lehrcrbesol- dung und Lehreranstellung, gemeinsame große Veranstaltungen zur Pflege der Erziehungswisienschaki, Freiheit und Selbständigkeit de? Lehramtes, Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der Unterrichtsmittel und freien Unterhalt und frei« Kleidmrg für die ärmere Jugend, um auch den Unbemittelten den Zugang zu allen weiterführenden allgemeinen urrd Berufsschulen zu sichern. Nur als einheitlich aufgebaute Erziehungsanstalt mit einheitlicher, m sich verbundener Per- waltung aller Zweige und Stufen, unter weitestgehender Beteili- gung der Selbstverwaltung kann die öffentliche Schule ihre Aufgabe restlos erfüllen. So nur können auch die besonderen Bildungsein- richtungen für Blinde, Taubstumme. Schwachbefähigte, krankhaft ver- ansagte und sittlich gefährdete Kinder für das ganze Staatsgebiet geschaffen und so die Versorgung des Staates mit Schulen aller Grade nach den tatsächlichen Bedürfnissen durchgeführt werden. Die so eingerichtete, aller Jugend in gleicher Weise offen- stehende Schul« läßt aber trotzdem Raum für besondere BildungS- bedürfnisse. Der Deutsche Lehrerverein sagt hierzu in seinem Zei- tungsdienst: Die Erziehungsfreiheit, als ein wesentlicher Teil der staatsbürgerlichen Freiheit, wird durch sie nicht angetastet. ES steht jedem Staatsbürger frei, di« öffentlichen Bildungsanstalten, die völlig unentgeltlich find, zu benutzen, aber auch durch häusliche Erziehung oder durch Inanspruchnahme nicht öffentlicher Schul- und Erziehungsanstalten der Schulpflicht für seine Kinder zu genitgett. Und während di« öffentliche Schul« nur ReligionS- Unterricht in dem Sinne erteilt, daß sie Religion als vorhandenes Bildungsgut ohne jeden Gewissens- und BckennlniSzivang über- millelt, können in den privaten Lehr- und Erziehungsanstalten Religionsunterricht und Bckenntnisübung völlig frei gepflegt werden. Ebenso sollen alle das Gewissen drückenden, die Freiheit der Lehre und die staatsbürgerliche Betätigung der Lehrer ein- schränkenden Bestimmungen und Einrichtungen beseitigt werden. Wenn das Schultvesen als ein einheitlicher, großer Organis- muS eingerichtet wird, so werden alle die kleinen und kleinlichen besonderen Regelungen überflüssig, und die Losung: Ein Volk— sin« Schule! erhält an jeder Stelle tatsächliche Bedeutung. Der junge Volksstaat, der im Werden ist, kann die Schul- frage nicht anders lösen Er muß den von Fichte gegebenen Bahnen folgen ur?d dessen Vermächtnis erfüllen Freiheit kann nicht ohne Bildung gedeihen und Bildung nicht ohne Freiheit. Der höchste Höhenflug. Ein amerikanischer Flieger, Kapitän R. B. Schröder, hat eine neue Höchstleistung im Flugwesen erreicht. Bei einem Fluge im Staate Ohio erreichte er di« Höhe von elwa 8310 Metern(28 900 engl. Fuß) über der Erde. Ueber diesen Flug hat er einen�Bericht erstattet, dem wir die folgenden Mitteilungen entnehmen. Schröder hat bersebledene vorbereitende Flüge unternommen, ehe er die ge- nannte Höhe erreichte Bei einem ersten Fluge gelangt« er 24 000 Fuß hoch, beim zweiten bis zu 27 000, und erst der dritte führte ihn bis beinahe 29 000 Fuß. Er glaubt jetzt aber sogar bis zu 30 000 Fuß gelangen zu können. Den beschwerlichsten Widerstand leistet die dünn« kalte Lust. AIS Schröder bei seinem Fluge auf 20 000 Fuß gestiegen war. be- melkte er. daß seine Brille zu frieren begann, wodurch es ihm natürlich sehr erschwer! wurde, die Instrumente abzulesen. In der Höhe von 25 000 Fuß geriet er in einen ein germaßcn kritischen Zustand. ES schien ihu, als ob die Sonne sehr schwach scheine, das Surren des Motors konnte er kaum noch hören, und er fühlte sich sehr hungrig. Ei hatte den Eindruck, daß eS sehr spät sein müsse und der Abend bereits hereinbreche; trotzdem lieh er nicht ab zu steigen, da er sich nach früheren Erfahrungen vor einer Landung bei Nacht nickt scheute. Als er mehr alz 25 000 Fuß hock war. atmete er Sauerstoff ein, und alsbald veränderte sich sein Zustand voll- kommen Tic Sonne schien wieder strahlend, der Motor surrte lärmend, das Hungergefühl war verschwunden, und Schröder fühlte sich so glücklich daß er vor Freude hätte singen mögen. Tobel konnte er freilich nur durch einen kleinen Teil seiner Brille sehen, der durch einen au? dem Motor darauf gefallenen Oeltropfen vor dem Frost bewahrt wurde. Der klare blaue Himmel und di« unzähligen Wolken unter dem Flugzeuae boten einen herrlichen Anblick, aber die gesrorene Brille erwies sich\e länger je unbequemer. Alle 10 Minuten zog Schröder die Handschuhe au? und legte seine Hände an die Brille, um sie «twaS aufzutauen. Rur so konnte er die Instrumente beobachten und seine Aufzeichnungen machen. Etwa in der Höhe von 27 000 Fuß mußte er sich der Brille entledigen. Jetzt waren seine Hände bereits vollständig steif gefroren. Die kalte rauhe Luft entlockte seinen Augen Tränen, und er mußte seinen Kopf tief in die Ma- ichine hincinbeugen, um fliegen zu können. In der Höke von bei- > nahe 29 000 Fuß ging ihm der Sauerstoff ouS; er begann sich sehr j verdrossen zu fühlen und konnte nick! begreifen, daß er erst 29 OfX) j Fuß gestiegen sein sollte, da er deck schon so lange fliege. Auch wolle ihm zeitweise so'cheinen, als stände der Hor zonl an einem . falschen Orte. Schließlich begann der Motor auszusetzen und d I war kein Gasolin mehr vorbanden. Schröder begann daber den Abflug. Bereits in der Höbe von 20 000 Fuß fübltc er sich viel | besser. In der Höhe von 16 000 passierte er eine Wolkenbank, und ■ er glaubt sich zu eriiWKrn, daß aus diesen Wolken auk eine niedri- 1 g«re Wolfer.fchicfn in Höbe von etwa 1000 Fuß Schnee siel. Erst hinter dieser Höbe von 1000 Fuß sah er wieder Land. Er landete in der Nähe der Stadl Eanton. die über 200 engl. Me'Ier. ron seinem Abflugplatze in der Nähe der Stadt Tayron entfernt liegt Notizen. — Freie Volksbühnen Infolge der bestehenden Ver- kehrsschwierigkeitcn ist Oskar Fried verhindert, die Konzerre des Verbandes der Freien Volksbubnen, die am 26. Dezember und i 1. Januar, mtttag? 12 Uhr. in der Philharmonie stattstnden, zu � dirigieren. Der Erste Kapellmeister de« Ep«rnhauses Dr. Fritz stiedrv ha? die Leitung ders-lben übernommen, — In der Philharmonie führt der Kittelsch- Cbor am 30. De- zember Beethovens„Missa solemnis" auf.— Der zum 3. Januar I angesetzte Schubert. Abend von Julia C u l p ist ausverkauft. Der ' vierte Liederabend der Künstlerin findet am 80 Januar statt. — Der Parvenü. Werner Sombatt spricht über Kunst am 28. Dezember, 8 Uhr abend», im Klindworth-Scharwenkaiaal über das Thema„Der Parvenü". — C o s i m a Wagner. Die Mitteilung, daß die Gattin' Richard WagnerS ihrer schweren Erkrankung bereits erlegen sei. wird nicht bestätigt. — Vom Märchen d)chter?Ia der sen berichten Erinne- rungen. die Frau N gmor Siamne soeben in Kopenhagen veröksent- licht. Sie betreffen da? Kovenhngener Leben der dreißiger und vierziger Jahre de? 19 Jahrhunderts. Es erscheint darin jener junge, hilflose Handwcrkcrtokn ns Firnen, ver noch nicht einmal richtig Dänisch schreiben rennte und hinter den glänzenden Nam�n, die in der damaligen daniichen Literatur leuchteten völlig»er schwand. Als Andersens erste Märchen erschienen, wurden sie nur aus' gelackl oder�ianz»bcrtehen i und die sie losen, sanken, daß die beul längst vergebenen Maralen von Molbech besser seien, weil„sie mehr Moral halten. ~ c r � � r!' Ü' f ch c T a f cf) c n f a 1 e n d« r 1919 ist im Perlag von Ernst Reinhardt in München erschienen. Er ist dem Arnniken des �orkimpserS der rre'religiösen Bewegung im deut- schen Süden. Karl scholl, gewidmet. Eduard Bsrsiftdii för MrlgNedsr der beiden sozialdemokratischen Parteien hatten festern die aus dem Felde zurückgekehrten Parteigenossen zu einer Äeriammtung nach dem„Konkordiasaal" eingeladen. Den Zurück- gekehrten soll'e Gelegenheit gegeben werden, sich zu unterrichien über die politischen Vorgänge, die sich während ihrer Abwesenheit in der Heimat, namentlich im Parteileben abgespielt haben. D«S Thema lau:e:e:„Deutschlands Lage und der Bruder- kamps in der Sozialdemokrat! e". Der Referent Eduard Bernstein schilderte die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Deutschlands als iiberau? elend. Der Krieg hat den Zusammenbruch unseres Wirtschaftslebens gebracht, die Industrie ist zum Teil bankrott. In dieser«ituation kam die Revolution. Beide sozialdemokratische Parteien übernahmen die Regierung, Die Fraktion der Unabhängigen hat deoi m i t großer Mehrheit z u g e st i m m t. Das Zusammengehen ist nach meiner Meinung unabweisbar. Ein Nein der Unabhängigen hätte e i n V e r b r e ch e n an der Sozialdemokratie bedeute!. Hätten wir Nein gesaat, dann hätten die Mehrheitssozjalisten die Möglichkeit gehabt, die Regierung enlwccdr allein, oder zusammen mit Angehörigen bürgerlicher Parteien zu übernehmen. In beiden Fällen wäre die Negierung in die schwierigste Lage gekommen. Hätten die Unabhängigen Nein gesagt, dann wären sie in eine Milliarden Öppositionsstellung zur Regierung gekommen. Das würde auch Gut und eins Opposition von rechts hervorgerufen und die Zustände noch uu- sicherer gemacht haben, als sie ohnehin sind. Es gibt ein Gesetz der Konsequenz. Nach diesem Gesetz haben wir, indem wir dem Zusammengehen mit den M e h ehe itssozia l> ften in der Regierung zustimmten, den ersten Schritt zur Per- st ä n d i g u n g getan. Darüber habe ich mich keinen Äugcnbl!ck getäuscht. Wir stehen jetzt in einer ganz anderen Situation wie vor dem Kriege. Jetzt mutz der Perteihader begraben werden. Sonst können wir ja gar nicht zusammenarbeiten. Wer daS für unerwünscht hält, der muß logischerweise auch gegen das Zusammen- arbeiten beider Parteien in der Regierung sein. Was trennt denn die beiden sozialdemokrati- suchen Parteien? Wir können doch denen auf der anderen Seite nicht bestreiten, daß sie Sozialdemokraten sind, und daß sie sozialdemokratische Ziele haben. lWiderspnich.> Ihr könnt die Volit'k der Mebrheitler verurteilen, aber Jbr könn! ihnen die sozial- demokratische Gesinnung nicht absprechen. Was sie auch getan haben mögen, sie haben nicht nur stets beteuert, daß sie internationale Sozialdemokraten geblieben sind, sondern sie haben wiederhol! die Hand zu internaticnolen Kcnferenzcn geboten. Das könnt Ihr doch nicht bestreiten! Nicht die Grundsätze und nicht das Ziel trennen uns von den MebrheitSsozialistcn, sondern nur bestimmte i Methoden des Kampfes, Das ist durebaus nichts Geringes. Wenige haben, das so tief empfunden wie ich., Den Anlaß zur Spaltung gab die Bewilligung der Kriegs Republik nur dann sicherstellen, wenn wir zusammenarbeiten, Schulter an Schul. er! lStarle: Beifall.) WaS steht denn dem Zusammenarbeiten entgegen? Auf der eincn� Seite Personenfragen. Aber wenn so Großes aus dem Spiele steht, darf man es an Personenfragen scheitern lassen? «Viele Zurufe: Nein, niemals.) Wenn Parteien zusammengehen, dann muß jede von ihnen die Personen annehinen, die die andere als ihre Vertrauensleute vorschlägt, was man auch sonst gegen diese Personen haben mag. ES trennen uns aber auch sachliche Difse- renzen. Aber darin sind wir einig: Tie Demokratie muß bescsiigt und ausgebaut, die Wirtschast muß schrittweis« sozialisiert und in der Zwischenzeit muß dafür gesorgt werden, daß unsere W.rljchaft nicht zugrunde geht. Die Spartakusqruppe treibt eine Elends- Politik, die zur Zerrüttung des ganzen deutschen Volkes führen muß. Sie hoisen auf die Weltrevolution und glauben, auf den Trümmern, die sie bringt, die schön« neue Gesellschaft ausbauen zu können. Das ist eine Spekulation ins Unbestimmte. In Frank- reich und England stehen wir nicht vor der Revolution. Noch weniger in den Verciniglen Staaten.(Zuruf: Das kommt noch!) Tie partakusleute sagen: Hat der Krieg so vicie Menschenleben und gekostet, warum soll die Revolution nicht auch Opfer an Blut kosten.(Lärmender Widerspruch. Zuruf: Kein »zialdcmokrat ist für Massenmord.) Glauben Sie denn, daß cS beim TerroriSmus ohne Massenmord abgeht? Entweder Sie sind Demotraten, oder Sie kommen zur Tiktatur wie in Rußlaiid, dann haben Sie den Massenmord, wo man Unschuldige zur Vergeltung für die.Handlungen anderer hinmordet, wie es die Tolicbewislen in Rußland getan haben. Zu solchen Gcwaltmaßnahmen führt die Logik der Tatsachen, wenn man nichr die Demokratie will. Wer kenie Geival! will, wer an der Demokratie festhalten und sie organisch fortentwickeln will, der muß sich dafür entscheiden, daß wir Sozialdemokraten Schulter an Schul- ter arbeilen müssen. Es kann tssch! sofort die Verschmelzung der beiden Parteien erfolgen. Erst müssen sicl die pol irischen Differenzen noch weiter verringern. Aver wir müssen bei den Wahlen zusammengehen. Die Gegensätze zwischen bwden Parteien müssen aus sachliche Fragen besctiränkl und diese müssen demokra- lisch und in hriiderlicher Weise erörtert werbeir. Wenn wir unS das zum Grundsatz machen, dann können wir alle gegen die Revolution gerichleien Bestrebungen m;i voll ein Erfolg belämpten. Wenn nicht, dann ist die Gegenrevolution da. Wenn Karl 2'tarz seinerzeit sagte:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch", so ruwn wir heut;„Sozioldemok raten Deutschlands, vereinig! E u ch".(Slarier Beifall.) Der zweite Referent nxrr Genosse Davidsvhn von der S. V, D. Unter lcbbaflem Beifall betonte er, man solle jetzt endlich Schluß machen mit der Erörterung der Schuldsrage im Anschluß an die „„„ Kreditbewilligung. Kämpfen wir gemeinsam gegen die Bourgeoisie. krediie. Noch heut bin ich der Ueberzeugiing, daß die Bewilligung gegen die Reaktion und machen wir diesen Feinden des Proletariats ein großer politischer Fehler, ja ein Unheil gervesen ist. Ich mache den Garaus.(Lebhafter Beifall.) es mir zum größten Vorwurf, daß ich am 1 August 1914 für die Die Leitung der Versammlung legte ein« Resolution vor. die Bewilligung nicht nur gestimmt, sondern auch gesprochen habe.; sich grundsätzlich für die Anbahnung einer Verschmelzung der beiden «Bravo!— Sie haben aber den Fehler gleich korrigiert!) Ich habe! sozialdcmokrätis.sien Parteien auSsprickck; da sie aber bis zu den das Unheil der Welt gesehen, das die Abstimmung herbeigeführt � Wahlen zur Nzitionalversammliing nicht mehr durchgeführt lverden hat. Aber so leidenschaftlich ich das empfunden habe, niemals habe i lonn, so wird das Zusammengehen beider Parteien bei der Wahl ich den anderen den guten Glauben abgesprochen. Die Frage lag als unbedingt nolivendig im Jntercsse der Arbeilerltasse gcsordcrt. doch außerordentlich kompliziert. Man konnte nach reislicher Ueber- j Da der Saal zu einer bestimmten Stunde geräumt werden legung dach auch zu dem Standpunkt kommen, daß die Bewilligung I mußte, so stand sür die Dislussion nur noch eine gute halbe Stunde der Kredite notwendig sei. Die Mehrheitler sehen eben die Dinge! zur Verfügung. Tie Redezeit wurde aus lt> Minuten beschränkt. anders an als wir und sie handeln nacb ihrer Uebcrzeugung,' Es kamen nur vier Redner zu Wort, die sämtlich den Unabhängigen Nach meiner Ucberzeugung sehen sie die Dinge salsch an. Sie sehen �-„rgehören. nicht, daß es viel rich'.iger war, durch Ablehnung der SVredite den i Peter» sagte, auch er wolle die einheitlich« Front beider Par- internationalen Zusammenhalt des Proletariats zu sichern. Sie! teien. Jeder vernünftige Mensch wolle das. Wir ' hen nur die Gefahr, in der Deutschland schwebt. In einem Punkt j werden bei der Wahl zu gebundenen Listen kommen, aber für die en. beiden seien gquio lrn uri spuuung. Die Resolution des Bureau? wurde mit großer Mehrheit an- genommen und beschlossen, die Beratung später jortzusetzen. In der Sitzung de» provisorischen Nationalvat» von Bayern am 18. Dezember sagte Genosse Ed, Schmid, Elsner habe ein Zu- sammengchen der beiden sozialistischen Parteien abgelehnt. Daraus antwortete Eisner: Es gab nur eine unverbindliche Unterhaltung darüber, ob man getrennte oder gemeinsame Kandidatenlisten ausstellen sollte. Man war einig, gegenseiiige Polemik unlcreinander zu vermeiden. Als die Unabhängige Sozialdemokratie am letzten Sonntag in Nürnberg zusammentrat, telegraphierte ich eine leider zu spat gekommene Resolution dorthin, ersten», daß die Unabhängige sozialdemokratische Partei oeceint mit der sozialdeinotralischen im Sinn« der gegen» iväriigen Regierung operiere; zweitens daß die Unabhän- gipen entschlossen seien, jeder Anregung auf Wiedervereinigung der sozialdemokratischen Massen Folge zu l e> st e n. « Auf einer ReichSkonfercnz der Unabhängigen für Thüringen sagte M e h r-h o f- Er'urt. die Frage sei heute: Für oder gegen den größten Teil verschwunden."'"--- Sozialismus! Die Massen hätten für den Slreit lein Verständnis. W:r müssen sobald wie möglich feste, geordnete Zustände in Man dürfe sich über die Wurzeln der Kraft der großen Revolution Deutschland bekommen. Dazu ist die Nationalversammlung not- keiner Täuschung hingeben,«-.c seien nicht in Berlin verankert. wendig. Wir müssen Fr'ieden haben tarnil wir wieder winichaftrn wie man uns dort plausibel machen mochte. Berlin lei nicht das können. Zurui: Die Nationalversammlung hilft uns nichts!) Habt Terz der Revolution, An d'efer Tatsache vermöchten alle la r- Ihr so geringe» Vertrauen in die Mach, der Arbeiterklasse, daß sie Menden Demonstrationen in den Straßen der ihren Dillen nicht durchsetzen kann? WaS nutzt Euch dann die Räte- R e i ch s h a u p t st a d t nicht» zu ändern. Heute brauchten wir revublik? Gebt es denn den Arbeitern in Rußland besser als uns?! eine zielklare Politil und Taktil, kein« Demonstrationen.— In der Da stehen die Fabriken still. Da herrscht nickt da? Proletariat. � Aussprache sagte Vock-Gotba: Man müsse sondern eine Minderheit übt mii Hilfe von bezahlten Garden die, eine scharfe Grenzlinie nach link» Herrickast auS.(Skifall.) �'5 Folge davon ist eine vollständige Mit einigen mit Maschinengewehren beladenen Auto» mache Ruckentw r.tinp Nu ,,ands im o.onomucken Sinn«. j man keine Politik. So hoch der Idealismus der führenden Spar- Mit Riesenschritten geht cS in Rußland rückwärts. 1 rakuSlente bewertet werden müsse, so entschieden müßten wir ihre iLebhaste Unruhe und Widcrsvrnck,) Wollt Ihr da» nicht hören?| Politik ablehnen, Sie wirke störend und direkt schädigend. Beim Johann Jaeobi sagte: da? jst da? Unglück der Könige, daß sie die, Kamps um die Nationalvcriammlung sei es dringend notwendig, Blinde wurden geführt. Auch einige Wagen fuhren im Zuge, welche verkrüppelte Kameraden trugen. An der Spitze des TemonstralionszuigeS wurde eine Tafel mit der Aufschrift„Nicht Dank, nur Recht!" getragen. Auf anderen Tafeln konnte man lesen:.Heraus mit Den Schuldigen, die uns ins Elend führten!" und„Wo bleibt die Ludendorff- Spende?" Aussehen erregte eine Tafel, auf welcher ein Soldat dargestellt war, der nur ein Bein und einen?lrm hatte, in welchem er den Kopf trug. Daneben war zu lesen:„Des Vaterlan- des Dank ist die monatliche Rente von 67,89 M." An der Ecke der„Linden" und Schadowstraße traf der Demon- strationszug auf einziehende Truppen. Spontan streckten die Kriegsbeschädigten ihre Krücken am vor. Von einzelnen Teil- nehmern wurden Verwünschungen gegen die Offiz icre laut, welche schlecht imstande waren, ihre Pferde zu parieren. Nach kur- zem Ausenthalt konnten die Demonstranten weiterzicl>en. Auf dem � Pariser Platz wurde dann Halt gemacht. Von der Rednertribüne, 'welche dem Truppenempfang dient, hielt Kamerad Tiedt eine � kurze Ansprache an die DemonstrationSteilnehmer. Tann ging es weiter durch die Butapesler Straße, über den Leipziger Platz und durch die Leipziger Straße zum Kriegsmin: sterium. Eine Deputation überbrachte hier die Forderungen der De- monstranten. Da die Verhandlungen sich längere Zeit hinzogen, wurden die Wartenden ungeduldig. Eine Ansprache de» Kameraden Kuttner beruh'gte d:e Harrenden, welche die Leip- ziger Straße von der Wilhelmstrag« bis zum Leipziger Platz füll- ten. so daß jeglicher Verkehr unterbunden war. Endlich teilte Kamerad Tiedl vom Balkon des Krregsministe- riums aus mit, daß die tkntcrstaalSsekretäre Bauer und G ö h r e sprechen wollten. Erstercrc saglc im Auftrage des D e in o b i l i- s i e r u n g s a m t s zu, daß in von nächsten Tagen ein N o t g e s e tz erlassen werden solle, welches die wesentlichsien Forderungen der Kriegsbeschädigten erfüllen würde. Es solle Vorsorge getroffen wenden, daß die Kameraden, welche arbeitsfähig sind, wieder Auf. nähme in den Betrieben finden sollten. Ebenso solle dafür gesorgt werden, daß die gezahlten Renten beim Lohn keine Anrech- n u n g finden dürften. Nach Bauer erklärte llnterstaatssekreiär Göhre, daß er dafür einstehen werde daß die berecktigten For- derungen der KriegSt-eschädwten benicksicktigt und die Renten ent- sprechend erhöht werden sollten. Vertreter deS NeickSbnndes der Kriegsbeschädigten sollen in den einschlägigen Fragen zur Be- ratung mit herangezogen werden. Zum Schluß forderte Kamerad Tiedt die DemonstrattonSteil- nehmer auf, nachdem die Erfüllung der Forderungen zugesagt worden sei, in Ruhe nach Hause zu gelpm. Sollten die Kriegsbeschädigten wieder hingehalten werden, so würden sie bald ihr Er- scheinen wiederholen. Zahlreiche Zurufe bekräftigten diesen Ausspruch; dann löste sich die Demonstration auf. ich halte ihre Politik jetzt noch sür misch. So leidenschaftlich ich auch den Gegensatz zwischen de- den Rich- hingen empfand, habe ich in Gotha doch gegen die Gründung einer.eigenen der Unabhängigen ge so rochen und gestimmt. Ebenso KautSky und tzaase. Ich, der ich sei 4 l Jahren Sozialdemolrat bin. kenne au» eigener Anschauung die alten Kämpfe zwischen Lassalleanern und Eisenachern und'habe eifrig mitgekämpft. Ich hätte 1874 nicht geglaubt, daß wir e:n Jahr soäler wieder zusammengehen würden. E» ist gesckeben, trotz der Erbitterung, trotz dem Haß, womit sich die beiden sozialdemokra- tischen Richiungen bekämpft hatten. Aber ich möchte solche Bruder- lämpse nicht«och einmal erleben. Nach dem Beschluß von Gotha hatten wir drei sozialdemokra- tische Parteien: Die alte Partei, die Unabhängigen und die Spar- takus-gruppe. Dazu kam im Jahr« 1917 der(finflufi des tussifdien VolschrwiSmu» auf Deutschland, Die Diktatur des Proletarlat» war die Losung, Aber die Diktatur wurde ganz anders ausgefaßt, als wir sie srübcr aurgesaßt haben. Wir haben uns die Diktatur nie anders vorgestellt. als daß sie durch die Demokratie ausgeübt wird.(Widerspruch.) DaS, wa» die ursprünalick?« Parleimehrhei! und die Unabhän- gipen getrennt ba'te, war durch die revolutionären Ereignisse zum Wahrheit nicht hören wollen. lBeisav,) Wollt Ihr auck die Wahr f«tt_ nickt hören so ist das auck für Euch ein Unglück, Ich will >?uck zeigen wohin unser Volk gefiihrt wird, wenn die unhaltbaren Zustände andauern oder wir gar zu russi'clen Verhältnissen kom- wen sollten. Zwei Drittel der deutschen Arbeiter leben von der Industrie. Kommt es bei uns so wie in Rußland, dann wird d i e I n du st r i e vernichtet und die Arbeiter verlieren die Grund- läge ihrer Emstenz. Das größte Elend ivird eintreten und dann kommt die Reaktion und die Gegenrevolution. Wir könne» die eine gescklossene Front des werktätigen Volkes gegen die Reaktion zu bilden. Und darum sei er für geschlossenes Vorgehen beider sozialistischen Parteien. Sckließlich wurd- mit 89 gegen 7 Stimmen eine Resolution an- genommen, die ssch für ein Zusammengehen beider Parteien au?- spricht, die Aufstellung paritätischer Kandidatenlisten und den Ausschluß kompromittierter Persönlich- keilen von dieser Liste fordert, lEntsvricht diekr etwas dikta- torische Vorschlag dem gegebenen KiäfteverhältniS? Red, d,.Vorio.".) T*T89»aE VegrühlingSkonzerte für die heimgekehrten E-ldaten nebst An- gehövigen veranstaltet die Sozialdemokratische Partei (Mehrheilspartei) am 1. Feiertag>m B l ü t h n e r s a a l. SM» Uhr, und am 2. Feiertag 3'A Uhr im Beethovensaal. Das Pro- gramm für den l. Feiertag enthält Arien und Lieder der Mit- zlirder des Deutschen Opernhauses, Kammersängerin Emmy Z i m« m e r m a n n und Harry Steter, Geigensoli von Margarete L e i sl n e r, hintere Re-itationen von Maria S ch i p s m a n n, die Begrüßungsansprache hält Volksbcausiragter Eber t. Für den zweiten Tag haben gütigst ihre Mitwirkung zugesagt: Professor Waldemar Meyer(Geige), Kammersängerin Dora M o r a n(Ge- sang), Nora Zepler(Rezisationi, sowie der Berliner Volkschor («Hirigent: kfgl, Musikdirektor Max Eschke); die Begrüßungsansprache hält Volksheauftragier Scheidemann., Der Euttritt ist sür Kriegsteilnehmer und deren Angehörige frei. Der Koblrnmanzel droht nach Mitteilung de? Verbandes Mär- kisck>er Arbeitsnachweise unser ganze» Wirlschastsleben, besonders das Metallgeiverbe, zum Stocken z» bringen. Der Verband Berliner Metallindustrieller m« Idole in der Vorwoche 224 l Stellen» suckende, der Metallarbeiterverbanb bereits 5100. Nur in den Kohlengruben und in der Londwirtscktzrfl herrschte ungeschmälerte Nachfrage nach gelernten Kräften da die feindlichen Kriegsgesan- ganen allmählich zur Emtlassuug kommen. Auch in der Forstwirt- schart werden AushilsÄräfte zur Ausführung von Notstaudsacbcrtien angefordert. Die Tragödie einer jungen Ehe. Gestern Nachmittag wurde der 22, Jahre alte Schriftsetzer Artur Mai lausch aus der Wasser- torstr. 59 mit seiner jungen Frau besinnungslos im Bett aufgesunden. Beide Goshähne der Lampe waren geöffnet und das Zimmer nnt GaS angefüllt. Sofort angestellte Wiederbelebung»- versuche hatten bei der Frau auch nach längeren Bemühungen Erfolg, der Mann konnte jedoch nicht mehr gerettet werden, Seine Leiche wurde dem Sckxruhauie überwiesen, die Frau nach dem Knanlenhaus« am Urban gebracht. Da diese noch nicht ocr- nommen werden konnte, steckt noch nicht fest, ob e» sich um einen gemeinsam bescklosscnen Selbstmord handelt, oder- nur die eine Ehe» hälsle ohne Wissen der anderen die unglückselige Tal begangen hat. Die Soldatenrätr Groß Verlin» wählten in ihrer gestrigen Vollversammlung eine Kommijsüm zur Verhandlung out dem Zentralrat. Dir t, Gardereservr-Tivision zog gestern mittag in Berlin ein und ivuide am Brandenburger Tor seieilich begrüßt. Vollsbeauf» lragler Schcidemann hieß die Truppen im Namen der Ne- gierung herzlich willlommen und dankte ihnen für alles da», wa» sie zum Schutze ihres Vaterlandes Jahr und Jahr getan Nach dem Volksbeauflragten Schcidemann sprach noch der Ge- nerallcutnanl L e q u i s herzliche Wort« der Begrüßung. lern. irvunKuiutfiM mwamtmm GroßöVerlm Aegküßun�sfeier heimgekehrker Solöaten. (Sine aewalti ze Demonstration. Zum Zirkus Busch hatte der Reichsbund Krieg». schödigter und ehemaliger KriegSieitnehmer ftchern vorm Itag die aus dem Felde zurückgekommenen Kameraden entboten, um ihnen allda ein der Slundc und des Gezren- Itandee würdige» BegrüßungSfes, zu bereiten. Eine gewaltige Sckar. füllten sie den R'eienrrnim, Mit dem..Arbeiter- Sänge' bund", mit Rezitatoren und Gesang, künstlern Margarete Nest Hans de Vogt. Herbert Stock) wetteiferte die Musik- kapellc de» 8. Garde-Grenadkrieg ment? in gebaltnollen Vor- »rügen Inmitten aller Versammelten hielten die Kameraden Erich K» t l n e r und Karl Tiedl zündende Ansprachen: tieswüblende Worte des Dankes, Begeisterung weckende Bekräftigungen treue'ten Festhalten» an dem Erreichte«. unermiVdlichcs Schaffen im Geiste der Revolut.on und des Sozialismus und für alle Zeit, Festpro- löge von Emma Döltz und Ernst Prcczang. Alschyläische s D'chterworte. die noch beute nach mchreren laiisrnd Jahren wirken wie am ersten Tage. Jnstrumcntalsätze, Einzelgesänge und Massen- cköre:— sie alle umbrandete und übcrbrauste der jubelnde Beifall �>ri K» moraden, Ter Feier iolgtc eine Demonstration Biete Tauiende waren dem Rufk gefolgt Die Teilnehmer sammelten sich um lh! Uhr m'ttag» im L u st g o r ten. Drei oer- stümmekte Kameraden, welche'm eigenen Krankengeföbrt gefahren wurden, eröffneten den Demonstrationszug. Ihnen schlössen ssck , die Kav' roden nn, d'e mso'ge eines Beinnerluste? an Krücken gehen j mußten. Dan folgten in etidtojer Reihe ander« Kriegsbeschädigte. GeDerkschBsbMVMg Trollender stclliicrstreik. Unter dieser Uoberschrift bringen Berliner Mittag- und Alwnd. Zeitungen einen Artilcl. der durch entstellende Nochiickten die Lohn- , beweg in igen der Gastwirt sgehitsen beim Publikum in Mißkiodit bringt, Di« organisierten GeHilsen Halen beschlossen: E i n i ü h- rung de- Achtstundentages, Abschasfung des Trink- g e l d s Y st e m s und Zahlung fester Wochenlöhne, die bei Kellnern 100 bis 125 M, pro Wocke iestgesetzt sind, Verhcmdliungen mit den Unternehmern sind im Gange. Gegen jede Verschleppung durck die letzteren bat sich eine Versammlung der Vertrauensleute sänitlicker Betriebe ausaesprocken und bcsck lassen, die festen Löhne ab l. Januar einzusübr-'n. Es kann alio von einer Beibehaltung der Trinkoe'der gai keine Rckc lein. Ebenso kommt ein Preisauf- � schlag von 10 bis 20 P roz, n'cki•» Fiagt, es sei denn, die Unter- nehmor wollen, wie bei rast allen Steriersragen, auck t-ei der Lc>bn» frage ihre Tascken»m Tausende bercickern. Gegen die Verwinde- rung de? Personalbestandes werden die Gehilfen sckwn die geeig- neten Mittel linden, Ferner wurde auck in einer von über lOOO Aug stellten besuchten Versammlung bricklossen, am heiligen Abend nur bis .6 Uhr abends zu arbeitelt. Auch üe sauberste Mutter ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind auS der Schule gelegentlich Ungeziefer mitdringt. Sie kann eS aber— Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf» und Haarwasser Pfcifferol radikal beseitigen.«Dabei schäumt unser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flajche 1,50 Mark und 2,50 Mark, überall zu haben. ©arofltPihSfinfmeii» Pfeifferst, Flasche 1,50 M im 5 2.5S M. Trtrreiol-Pude, Pletsserol jiege» Flöhe. Dole I.Lö Di. 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Berliner Theater Heute u. an beiden Feiertagen; K'tn. 3: Die tolle Komtcfi. »M mir; Sterne, dl« wieder leuchten. 3bn nahen %« Uhr Tiieate? öer BÄE ffv eoeub. u. EintenuraHe. TUglich 70,: Norden SSW. Um tolle Tage. Vsecctte oon Sctltg. vaa Möllendort, Clcron, Oeurg. An beiden ffeirrtagen S, Uhr zn ll. Pr.: vre! tolle Tagt. Besldenz-flieater. Ohl. Jann�u ubr. Kgst, Z28. An d.3 Weihnacn stag 8 Uhr: Zum 3%, 307, 98, Male: Eugen Burg OerleiteüssGliOler vor. Ludwig Fulda Emma Debner, Scmmler, (ironr.u, Fiel o Molander, BrenKendorLenriellese Halbe, Levermann. 3. Weihnachtstag u. Sonnab. 3>I,Uhr Kindervorst. b. kl Fr. Märchen m. Gesang u. Tanz. AIIabcridl.8 D. Lf bensschöler. �Soidaten� wcrfi ture FelnDrlllen nicht fon Anteil gl il>*er sind wertvoll! Umänderungen derselben In elegante Kneifer und rweckmilfllge Brillen zu orruf�nre�en MM fT&i /tusm&n/«'>C<1.4.,| KrBtnpfr.dern d. 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M,L Die von der Kundschaft am 24. Dezember 1918 auf unsere Postscheckkonten eingezahlten Beträge werden wir Wert 24. Dezember 1918 gutschreiben. Berlin, den 21. Dezember 1918. Bank für Handel und Industrie. S. Blcichrßder. Delbrück. Schickler& Co. Direktion der Disconto- Gesellschaft Hardy& Co. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank. Berliner Handels-Gesellschaft Commerz und Disconto-Bank. Deutsche Bank. Dresdner Bank. Mendelssohn& Co. Nationalbank für Deutschland. llir SDvicht.iijlolatö.n eber An hei iNünner» und Freuen Autiii.scc ar»pez.»cra litte Leiden"\30 Syplill!� (tlcktr. hurchleucht.!, Blasen-, Niereni.. ohne Beruts.iorung, Ostheim, Alts Setiöriiansep St?. 35 Sossmp� Geschlechtskranke ortlcnacn im eigenen Interchse. um sich vor mludertvettign, i HrllvenaHren zu schüren, meine aufgärenden Broschüren übet wclchleauitronihkilen'(Tripper, sonstige Sarnleiden, SiiphlllA BlnNtnirrsuchunnen»'w.s, toiriung.oolle und oertvolle Heil» »ersoorrn In»erschiosfenem llnoeN. Dreis 1 M.; ebenso he den Eprechtwnden erhältlich. Weite» mündliche Anskunff k.stenlo» 14»«* tetotara! Dr. mci!. Karl Reinhardt, Berlin, Potsdamer Str. 117. an d. Lützowstr. I Sprechschnben:'/JS—2 mlnog» und Vj#— VO abend». Sonntag» 1 ,11— 1,_ 4» Spezia!lJeliandluttg# oon SM'MS'. ßcnl- v. Daißtetörn ! eber Art. de: Männern und Fronen, iprz. r-erottele(chra. nische) Yarnlelbaa u. Aaastüff», uerv Schwäche Sypdlli». !» Sal»- Ruten, Blnlitnfccfnckiang Vicht, nnb f!as«,>»V.hm>b>ung, vu»a!stlh«r-llnljlol)u,.ga. Kurair. Igene» Knr-Bad>ür Elektro, ll. medij. Bäder. Ohne Berns» stärung Getrennte Dötime für Damen tl. Serren. 274/12* Aerzkllch gclalkct» Hallansra» LSssr. BUinzslr. 9, rtr.t«. unofitt.at«. Kar.ln.tltut„LO.er** �Spezial-Ssbandlnng�. «. irischen u«eralietcn Haut- u. Geschlccbtslelden, ecket AN. spei chronischer nartnlckljer Harnröhr. A sMUss«; Blasen-, Maren-, N'enen-, Manness.hwäche. Gegen Syphilis eigene Heilmethode verh. m Ehrlich-nam-Kuren, Röntgen-Laborat. Bluiuntersuch. 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