Ur. 334. 33. Jahrg. ÄezugsvretS» BikrleljShrl. Ml. monatI.2.2S MI. frei in? Haus. varauSzahlbai. Einzeln« Nimmern 10 Pfennig. Pollbezug! Monoll.ch 2.2b Ml ex 51. IustellungS- gebühr Unter Kreuzband für Deutsch- lanb u. Oeslcrrcich-Ungarn>,b0 Mk. für das übnge Ausland l>.S0 Ml., bei lüglich einmaliger.-iuliellung 7.60 Ml. Poslbeilellunaen nehmen IN Däne- rnarl. Holland lluxemburg. Schweden und die Schweiz Eingetragen in die Post- lsellungs- Preis liste Der.VorwärtS- eriche-nl wochcnläglich zweimal Sonnlags einmal. Delegramm-Adreff� «Sozialdemokrat Berlin�, � f>, Verliner Volksblntt. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigefpallene NonpareillezeU« koilei 00 Pfg.kileine Anzeigen"» das'etigedrultie Warl so Psg.> zulässig 2 fellgedruckle iZoric), iedes weilere SBoti 20 Pfg Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 30 Pfg.. iedes meliere Worl 16 Pfg. Worte über 16 Puchilabe» zählen für • zwei Sorte leuerungszuichlag 60°/« Familien-Anzeigen, bolitische und gewerllchastiiche Perems- Anzeigen 30 Psg die Zeile Anzeigen mr die nächste Nummer müssen bis ö Uhr nachmittags im yauplgelchäsl Perlüi EW. 68. llindenstrasie 3, ab'cgeben werden. Geössnei von V Uhr früh bis 6 Uhr abends, Zentralorgan der rozlaldemokratifcben Partei Deutfchlands. Neüaktion und Expedition: SW. HS, Lindenstr.?. Fernsprecher! Ami Morinplati, Nr. l.',I i»«- tZl»7. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SW. öS, Lindenftr.Z. Fernsprecher: Amt Monfeplatz, Nr. 117 53—51. Der CDeihnacbtsf Heden von Berlin Abkommen zur Binftellung des Bürgerkrieges. Der Bürgerkrieg, der in Berlin am Vortag des Weihnachts- festes ausgebrochen ist und der zahlreiche Opfer gefordert hat— man spricht oon 70 Toten und mehr!— ist im Laufe des gestri- gen Tages durch einen Friedensvertrag zwischen beiden Parteien, wir wollen hoffen für immer, beendet worden. Der Vertrag hat folgenden Wortlaut: 1. Tic Volks-Ptatroscn-Tivlslon verpflichtet sich, sofort das Schlos; zu verlassen, wenn der Vertrag vom 18. Tezcm- bcr dnrch�rführt ivird. 2. Tie Matrosen werden der Republikanischen Sol- datenwehr eingegliedert, die dem Befehl der Äommandan- tur untersteht. Tie Form der Anglicdcrnng bleibt einer späte- reu Vereinbarung vorbehalten. 3. Tic Matrosen verpflichten sich, in Zu- kunst nicht wieder an Aktionen gegen die Re» gierung teilzunehmen. Mcinungsverschicdcnl>eitkn sind stets aus dem Verhandlungswege durch die zuständigen Stellen zu erledigen. Tic Tivisiou des Gcneral-Kommandos Lequ iö wird so- fort zurückgezogen. Tic A la r in b e rc i t scha f t der Berliner Truppen und der Matroscndivision wird sofort a uf g e h o b e n. Tie Matrosen und Soldaten gehen in ihre Quartiere zurück. Ter Kommandant Wels ist sofort freizulassen. Man hatte sich diesen Frieden anders vorstellen können. Aber er ist geschlossen worden und muß nun von beiden Seiten gehalten werden. Sein Kernstück bildet die von den Matrosen übernölnmene Verpfllchtnng, nicht wieder an Aktionen gegen die Regierung teilzunehmen. Gestern ist die Forderung gestellt worden, die Regierung Ebcrt— Haase solle sofort abdanken und einer neuen Regierung Ledebour— Liebknecht Platz machen. Diese Regierung Ledebour— Liebknecht hätte keine fünf Prozent der Bevölkerung von Berlin und nicht ein Prozent der Bevölkerung des Reiches hinter sich gcliabt. Es gibt für den Augeichlick, bis der VolkSwille selbst bei den Wahlen zur Nationalversammlung in Erscheinung getreten ist, keine andere mögliche Negierung als die gegenwärtige. Die von Ledebour als Hüter der Revolution gefeierten Matrosen haben sich verpflichtet, nichts gegen die Re- gierung zu unternehmen. Damit kann das gegenwärtige Pro- visorium für die Wochen bis zum Zusammentritt der National- Versammlung gesichert sein, wenn das gegebene Versprechen ge- holten wird. Ein idealer Zustand ist damit freilich nicht hergestellt, denn das Versprechen der Matrosen ist nur negativ nicht positiv. Das rechtliche Verhältnis des Militärs zur Neichsleitung bedarf noch sehr der Klärung. In allen Staaten, selbst im bolschewistischen Rustland, ist es so, das; das Militär ohne weiteres dem Befehl der Regierung unterstellt ist, und es kann wohl nicht anders sein. Tie Regierung repräsentiert den Willen des G e s a m t v o l k s) die bewaffnete Macht aber nur den Willen eines kleinen Aus- schnitts von ihm. Wenn sich das Militär, wie das in allen ge- ordneten Staaten der Fall ist. dem Willen der Regierung unter- stellt, so bedeutet das. daß sich die bewaffnete Minderheit als ausführendes Organ der unbewaffneten Mehrheit betrachtet. Wäre es umgekehrt, so wäre das Militärherrschaft in krassester Form. Das Versprechen der Matrosen wird nun aber hoffentlich doch so zu verstehen sein, daß sie auf keinen Fall den Anordnun- gen der Regierung zuwiderhandeln, sie vielmehr als gute Sol- daten der Republik unweigerlich befolgen werden. Denn Was- fen in der Hand einer Truppe, die sich den Befehlen der Regie- rung iiiat. wären ein? Gefabr für das Volk „Meinungsverschiodenbeiten sind stets auf dam Verhanb- limgswege durch die zuständigen Stellen zu erledigen." Auch die Meinunasverschiedenbeiten in der Bevölkerung werden durch; den We'bnachtsfrieden oon Berlin noch nicht beseitigt sein, und wir hegen den lebhaften Wunsch, daß man sie künf- tig in friedlicher Weiw ohne Gewalt und obne Drohung mit Gewalt erledigen wird Wie alle Parteien hat auch die Spartakusrichtung ihr täglich erscheinendes sie m:*"'ner revub' kani'chen Meinungsfreiheit ohnegleichen ihre Meüwniken vartrar,en kann. TasWbe Recht wird aber auch der anderen Richiunaen ziizufrlligen sein, und wir möchte- es mit größtem Nachdruck auch kür das Zentralorgan der?a,iald-'mnkr-''!�-n Partei Deutschlands, für den„Vor- wärts" in Ansvnich nehmen. Wer gestern Gelegenheit hatte, über die Plätze vvr dem Schloß und vor dem Marstall spazieren zu geben, konnte überall debattierend? Grnvvcn sehen, in denen die gräßlichsten Räuber- geschichten über Wels erzähst und die Parole ausgegeben wurde:„Nächstens räumenwir d»m Vorwärts die B u d c." Widerspruch wurde sofort niit schlagenden Argumen- ten oder mit„Verhaftung" beantwortet. Wir erklären noch ein- mal, dag der„V o r w ä r t s" stets das und n u r das sagen wird, das zu sagen er im Interesse des arbeitenden Volkes zu sagen für notwendig hält. Einschüchterungsvcrsuche weist er m i t V c r- a ch t u n g zurück und mit dem Gefühl tiefer Veschäniung darüber, daß es in Berlin Leute gibt, die ihren Volksgenossen mit dem Knüppel eine andere Meinung beibringen wollen. Das sind wüste Ausschreitungen, die die gute Sache der Revolution bc- flecken. Es gehört zum Handwerk jener Volksverwirrer, daß sie die Regierung und insbesondere unseren Genossen Wels als besonders„blutgierig" hinstellen. Die gewaltige Ueberzahl 1 der Bevölkerung wird freilich die Beobachtung gemacht haben, daß.Blutgier" der letzte Fehler ist, den man den Behörden der Republik nachsagen könnte. Wären sie nicht stets darauf bedacht gewesen. Blutvergießen um jeden Preis zu vermeiden, dann wäre es nicht zum Matrosenaufstand gekommen, und � wenn Wels nicht den Befehl gegeben hätte, nicht zu schießen, � so wären ihm eine Nacht im Marstall und die Kolbenstöße, die er bei seinem Transport zu erdulden hotte, erspart geblieben. Wer diesen Bebörden nachsagt, sie seien„blutgierig", der bricht den Berliner Weihnachtsfrieden und hetzt mit neuen Lügen zum Bürgerkrieg. Wir. arbeitendes Volk von Berlin, wollen keinen Bürger- krieg. Wir wollen nicht die„zweite Revolution" Richard Miil- lers. die nur eine Revolution zurück aber nicht vorwärts sein könnte. Wir wollen den inneren Frieden der demokratischen Freiheit und wir müssen stark sein, ihn zu erhalten! Nach dem Kampf. Der Schloßvlatz und die Zugänge zur Straße Unter den Linden sind in weitem Umkreise aHgespcrrt. Aus den Brücken stehen Ma- schinengewehre, deren Mündungen die angrenzenden Straßen be- streichen. Auf dem Schloßplatz selbst sind die. osie irdischen Lei- tungSdrähte der Straßenbahn zerschosien und hängen auf die Schienen herunter. Der S-traßendamm und die Bürgersteige sind übersät mit Kalk uizd Mörtelteilen. Der Marstall weist schwere Spuren der voraufgegangenen Artilleriebeschießung auf. Nicht ein Fen st er ist heil geblie ben. Ebenso sind die Geschäftsläden auf der dem Marstall gegenüberliegenden Seite der Breiten Straße stark in Mitleidenschaft gezogen. Di« Schau- fensterschcibcn sind zertrümmert und die A u S st e l l u n g S- gegen st ände zum Teil geraubt. In den Vormittagsstunden herrscht vor dem Marstall regeS Loben. MilitärautoS und Mannschaften mit Tragbahren eilen vorüber, auf denen Verwundete und Tote liegen, Munition wird berangeschafst Im Marstall selbst herrscht höchste A l a r m b e- reitschaft. Der Lichthof gleicht einem riesigen Heerlager: Ma- schinengewehre an allen Ecken. Gewehrpyramiden und zahllose herumliegende Munition sowie ein tstb-Zentimeter-Geschütz. Verschiedene Redner versuchen zu den Matrosen zu sprechen, ihre Be- mühungen sind aber bei dem allgemeinen Lärm vergebens. End- lich gelingt es dem Matrosen Müller, sich Gehör zu ver- schaffen. Er. mahnt die Matrosen zu Ruhe und Besonnenheit; auf feinen Vorschlag wird der bisherige Kompagnieführer Filbrandt zum vorläufigen Kommandanten der Matrosendivision gewählt. Auch Zivilisten sind zur Verstärkung der Matrosen herbeigeeilt und versehen sich mit Waffen. Auch sie werden aus den Lehcnsm'ttelvorräten der Matrosen beköstigt. In diesem Augenbl'ck erscheint eine oon den Soldaten abgesandte Deputation unter Führung eines Obersten. Die Versuche des Obersten, zu den Matrosen zu sprechen, scheitern im allgemeinen Tohuwabohu. Filbrandt begibt sich mit der De- putation aus dem Marstall heraus, um mit ihr zu unterhandeln. Auf dem Schloßplatz werden die Unterhändler jedoch von den "ildesten Elementen ubter den Matrosen tätlichangegriffcn; aur dem Eingveifen der Besonnenen gelingt eS. die Deputation vor dem Schlimmsten zu bewahren. Der Vorgang war jedoch das Signal zu einem allgemeinen Tumult, l�r erst durch das Erscheinen LedebourS sein Ende nahm. Dieser war im Auftrage des BollzugsratS mit DL umi g, Büchel und Heller herbeigeeilt, um eine Einigung zwischen den Sol- daten und Matrosen zu erzielen. Während der Rede Ledebours rief ein Zivilist den Matrosen zu, sie sollten sich nicht über den Löffel barbiere» lassen; Ledebour verbat sich diese Insinuation ganz entschieden; er habe sich mit den Matrosen solidarisch erklärt und stehe zu seinem Wort. Hierauf begab sich Ledebour zu Einigungsvrrhandlungen zu dem Kommandanten der Berliner Truppen in der Universität. » Gegen Abend war auf dem Schloßplatz und dem Lustgarten alles ruhig Die Absperrung war aufgehoben und die Passage für das Publikum freigegeben. Vor dem Schloß und dem Marstall stehen Posten der Marine, in lebhaftem Gespräch mit dem Publikum, das sich bemüht, von den Teilnehmern am Kampf Einzelheiten über die Straßenschlacht zu erfahren. In Gruppen stehen die Menschen zusammen und be- sprechen die Ereignisse, die auch in Rede und Gegenrede vom politi- schon Standpunkt auS bald so, bald so beurteilt werden. Außer den noch sichtbaren Spuren läßt nichts auf den Kampf am Vor- mittag �schließen. Kein Sckmst aus der alten Bibliotkjek. Am Montag hat sich nuter den Matroi«: Gn'&l»." verbreitet. die verhängnisvollen Vorgänge am Opernhaiise seien' durch Schüsse veranlaßt worden, die aus der alten Bibliothek gefallen seien. Zur Aufllärnng des Tatbestandes bat das Depot 14 der republikanischen Soldatcnwchr. daS in der allen Bibliothek statio- niert ist. eine Kommission von Matrosen eingeladen, sich an Ort und Stelle von der Unrichiigkeii dieses Gerüchtes zu über« zeugen. Das Erg bnis der Untersuchung wurde in folgendem Protokoll niedergelegt: Berlin, 23. Dezember 1918. Bericht. Gegen%6 Ubr wurde ich mit zwei Maschinengewehren zur alten Bibliothek bekohl n. um dort im Lichthof weiiere Befehle zu erwarten. Während des Antreiens auf dem Lichthof fielen plötzlich auf der Straft? Maschinengewehr schösse. Die meisten Anwesenden stoben auseinander. und suchten Deckung. Ein Ma- schinengcw hr nahm sofort Stellung auf dem Lichthof nach dem Ai'koang hin, das ander« Maschinengewehr im ersten Stack des Gebäudes im F-enster, da eS hieft. da? Gebäude werbe gestürmt. Nach der Anfklärung'kam ein« Abordnung von drei Matrosen ans dem Marstall und bebaupiete. es sei aus der alten Biblio- tbek mit Maschinengewehren aeschossen. Darauf verlangten sie. die Maschinengewehre nachsehen zu wollen, was ihnen mich mc-nersstitS sofort gen-hmigt wurde. Sie stellten darauf fest, daß aus ten beiden Maschkvcngclvehren des Depots 14 nicht geschossen worden ist. Flügel, Zugführer des ZiweS. OkngeS bestätigen die Malrosen, welche die Maschinen- gewehre nachsaMv durch Unterschrift: Bahr, Kompc'an!sk"hrer 3. K. für Rofenihal. Gust. K u r m a n n. N»s dem Leipziger Platz. Es war gegen 1�3 Uhr eine Artillerieabteilung mit Geschützen aufgestellt. Plötzlich stü-mten Matrosen mit Handgranaien und cnlsichcrten Gewehren heran und stellten die Arfilleri« vor die Nlwrnaiive, sich zu eraeben oder unter Feuer genommen zu werden. Do der Platz voller Passanten war und die Arfilleristen Menschenleben nicht opfern wallten, blieb ihnen nichts weiter übrig, als sich zu ergeben. Di« Matrosen zogen mit den Geschützen davon. Neber die Verbandlnngen mit den Watreifcn erhalten wir noch folgenden Bericht: Ich war während der aanzen Zeit von 19 Ubr an in der Universität. Man bemerkte dort beranfiebende Trunven. die zum Teil auf Dinfiere,-cum Teil auf die Makrolen kchimviten: eine einheitliche Stimmung war nicht festzustellen. Gegen 11 Ubr k i.n ein O s s i z i e r mit völlig zerfetztem Mantel'owe mehreren Soldaten, die auch übel zuaerchket waren und benichieien imker arotzer Erregung der Menoe, daß d-e Matrosen, nackbem sie stch nhe-'acVn hatten. die L�rfie. die die Kommission»ur Ilebernobme d?S Marstalle°! und des Schloks-z oewäblt hatte und sich in dn-s �Schwft tzem'k'en bogen, dort überäollen haben und sowobl die Dkmiere wie die Mannschaften von den Mg» tcösen tätlich anoeorifien»nb übel-u gerichtet wurden. Daraurbin oab ein.soaunfinonn des Gmieralbge«-* der die oanze Sache leitete, ein neues Ultimatum an die Matrosen zu rchwn. um sie oiistnikordern sich bedwa'-nasloz ,,, übgr geben, da man sonst»uf eine zweit« Uederaabe nach einer wieder aukgenommen-n Beichte- ßuna nicht einaebm würde. Nach e'niaen Minuten kam ein? De» putation, aefübrt von Ledebour. unter der man auch zwei Matroken bemerkte und meldete sich bei Generalleut- n a n t H o f k m a n n um»fit ibm-u verbandeln und um zu ver. hindern, daß die Matrmea Sokdotenblut veraieb-m. Horfmann ging auf Unterbeudlunaan ein und'ck'on nach gonz kurzer Zeit war der Erfolg, daß von beiden Seiten Bekeble aeaeben wurden, das Schießen auf irden Fall zu unterlassen. Es wurde den m der Universität anwesenden Unteroffizieren und Offizieren der Befehl gegeben, sofort zu allen erreichbaren Truppen Ml fiten, um;ür hie Verbrfitun« dieses Befebis W sorften. Ter Grfotfl tecir, fca� das Schießen bis jetzt nicht wieder aufgenommen wurde. t' Z«r Vorejeschichtc des Putsches erfahren wir noch folgendes: Am 1l. November war auf einer Versammlung der Berliner Matrosen beschlossen worden, einen Ausschutz zu wählen. Zu diesem„F ü n f z e h n e r° A u s- s ch u tz", dessen erster Kommandant Graf Metternich war. gehörte auch T o st. Seit dem Eintreten des Matrosen B o ck in den Fünfzehncr-Ausschutz und des ehemaligen Offi- ziert Dorrenbach begannen die Quertreibereien. Qie Matrosen sind selbst bemüht, Ordnung zu halten. Sie haben die Tiebstäble im Schloß aufgeklärt und die Pliin- derer festgenommen. Was die Lrbrnsmittrt des Schlosses anbelangt, so hat der Proviantmeister einen von Ebert. Scheidemann und.Haase unterschriebenen Revers, daß die Ma- trosen die im Schloß vorhandenen Lebensmittel gebrauchen können. Ebenso übertrieben ist das Märchen, daß die Matrv' sen von den Bekleidungsämtcrn für ISstOV Mann Zeug geholt hätten. Der Tepowerwalter der Matrosen hat festgestellt, daß nur für 623 Mann Zeug geholt worden ist. Tie u n l a u t e- ren Elemente werden von den Matrosen selbst aus ihren Reiben entfernt. Unserem Berichterstatter wurden von seinem Gewährsmann zahlreiche Entlassungsscheine als Beweismaterial vorgelegt. Ter S»ldatrnrat der Marinr-Londflicger-Abteilung in 1I0- bcmnisthas gibt bekannt, daß d'e Marinc-Landflicger-Albieilnng der VotkSmarine-Tivfsion im Schloß und Marstall nicht unicrsteht und ein Zusammengehen mit dieser Truppe ablehnt, da die Marine-Landflieffer-Ahteitung eine Spezioliruppe ist, die für den eigentlichen Truppendienst nicht in Frage kommt. Karolpis Parteiprogramm. Budapest, 23. Dezember. Heute fand eine massenhaft besuchte Volksversammlung statt, in der Ministerprässdent K a» rolhi sein Parteiprogramm entwickelte. Er sei schon vor lern'luSruch des.gr>egeS davon durchdrungen gewesen, daß der von den Diplomaten leichtsinnig angestiftete Krieg selHt im Falle eines Sieges Ungarn nur zum Schaden gereichen werde. Auch heute noch vertraue er auf den Tieg des PozifiSmus, der in allen Ländern zum Durchbruch kommen müsse. Räch seiner Ueberzeugung werde das amerikanische Volk, daö man irrtümlich als Krämcrvolk bezeichne und daS vielmehr ein ideal iiti- f ch e S Volk sei, es nicht dulden, daß die 14 Punkte seines Prä. fidentcn ihre» wesentlichen Inhaltes entkleidet werden. Man bc- strafe nicht ein Volk, das im Krieg nur litt, ihn aber nie wollte. Die Entente müsse einen solchen Frieden schließen, der die Er- niedrigung in den Staub ausschließe. Denn die Er- bitterung eines derartig erniedrigten Volkes müsse einmal zum Ausbruch gelangen und zu neuem Kriege führen. Wir haben, so erklärte der Ministerpräsident, unter schweren Bedin- gungen den Belgrader Frieden geschlossen. Wenn ich nur geahnt hätte, dag dieser Vertrag so falsch ausgelegt werden würde. ich hätte ihn nie und nimmermehr unterschrieben. Ich erkläre offen, wenn man so fortfährt, kann nicht nur die Ord- nung nicht anfrechtehalten werden, sondern auch die Lebens- mittel- und Kohlenbedürfnisse des Landes können nicht befriedigt werden, und wir werden solange gegen die RechtSividrigkeit protestieren. bis auch die anderen Völker es hören. Insbesondere vertraue ich daraus jetzt, wo Wilson in Europa ist-, denn ick weiß, daß -sich solche Rechts wi d rigkesten mit seiner Gesinnung nicht verein- baren lassen. Ich kann mir die Lösung so vorstellen, daß wir bis zur Friedenskonferenz die notwendige Ordnung schaffen und mit unfern Nachbarn den Handelsverkehr sichern, der unbedingt not- wendig ist. Jeder einzelne Staat würde hieraus nur Nutzen ziehen. Wenn Ungarn die Kohle bekäme, die es braucht, und Böhmen dabei die Artikel erhielte, deren es bedarf, würde dies doch wohl keinem Teil zum Schaden gereichen. Der Mimsterpräsiident enttvarf sodann in großen Zügen sein innerpolitische S Programm. Unter seine Fahne mögen sich jene scharen, die ebenso wie die sozialdemokratische Partei davon überzeugt seien, daß das kapitalistftchc Slistm in ftincr alten Form nicht aufrechterhalten werden könne. Er erkenne das Privateigentum an. Das Heiligtum des Eigen- tums dürfe aber nicht so absolut sein wie im alten römischen Rechte. Er wolle nicht nur aus dem Gebiete de? immobilen, sondern auch des mobilen Kapitals groß? Reformen ins Leben rufen. WaS die h rage der Armee betrifft, erklärte er. es gäbe keine Regierung und keinen pazifistischen Staat, der ohne Heer existieren könnte. Wir wollen ein Volksheer, in dem Disziplin herrscht, um die Er- rungenschaften der Revolution zu sichern. Ackerbauminister Buza erklärte hieraus, er wolle nicht Schlösser demolieren, aber lieber als ein Schloß feien ihm tausend kleine Landwirte, die zufrieden ihr Brot essen könnten. Privateigentum sei bereit zu großen Opfern. In diesem Sinne reichen wir der Sozialdemokratie die Hand, aber auch die sozial- demokratische Partei möge unsere Bundesgenossenschaft suchen. Die Versammlung nahm hierauf einen Antrag ans Bildnng einet bürgerlichen Partei für sozialen und demokratischen Fortschritt an. Auf Antrag des Präsidenten Hock wurde noch bc- schlössen, ein T e l e g r a m m an Wilson zu richten. Der kommenüe Zne�e. Haag, 24. Dezember.(Meldung des Hollandsch NieuwSbureau.) Die.Times" bestritt die Tatsach«, daß die Eröffnung der Frie- denSkonfcrenz abermals aufgeschoben werde. Seit Abschluß de? Waffenstillstandes seien jetzt sechs Wochen vergangen,' und ehe die erste Konferenz stattfinden könne, werden wenigstens nock, vier- zehn Tage vergeben. Inzwischen meldet nun auch der„M a l t u", daß die Vorbereitungen zu der Friedenskonferenz erhebliche Fort- schritte gemacht hätten. Der ehemalige Minister Bourgeois habe einen Fragebogen für die kommenden Verhandlungen vor- bereitet, der die verschiedenen zu behandelnden Punkte enthalten soll und jetzt den alliierten Regierungen unterbreitet wird. Ge- uaueS über den Inhalt ist bisher nicht bekannt. Sicher ist jedoch, daß ein? Einschränkung der Rü.stungen und Zwo nchF. schi-dSgerichtc darin vorgesehen ist. Sobald dieser Frage- bogen beantwortet ist, werden die Grundsätze des vorläufigen FriedenSsbkommenS festgelegt weiden. Diese werden den feind- liehen Mächten vorgelegt und genau so wie seinerzeit den Waffenstillstand perden sie auch diese FriedenSbedingungen an- nehmen müsten. Heber Fragen territorialer, finanzieller oder v-.rt- stb östlicher Art wird kein« Diskussion gestattet sein. Sou-ch ldie Präliminarien nniersch rieben sind, werden die Kriegführenden j die Einzelheiten zusammen besprechen. Dann wird der dritte Akt I folgen, und zwar in Form einer allgemeinen Konferenz, � die sich mit der Regelung der neuen Beziehungen zwischen den Völkern befassen wird. Zu dieser Konserenz werden auch die Neutrale»: eingeladen werden. Feder Staat wird als Mit- glied des Völkerbundes angenommen und wird darum die gleichen Rechte erhalten. Die Zulassung wird jedoch davon ab- hängig gemacht � werden, daß genügend Bürgschaften geleistet werden und daß der Staat auch wirklich aufrichtigen Wunsch nach einer Ausnahme in den Völkerbund hegt. Deutschland z. B. wird erst dann zugelassen werden,-wenn es den letzten Pfennig an den letzten Gcfchadiztcn gezahlt hat. Neben den allgemeinen Garantien, die das deutsche Volk zu geben hat, wird auch die Frage angc- schnitten, ob Gründe vorhanden seien, besondere Schritte in bezng auf den Kaiser und andere verantwortliche Persönlich- keiten zu unternehmen. Dies« Frage schwebt aber noch. �err TscHtJ&erin pibt gute RatWlaae. Haag, 24. Dezember.(Meldung des Hollandsch Nieuws- bureau.) AuS Moskau wird gemeldet: Das VolkSkom- missariat des Auswärtigen warnt die deutschen Sowjets vor der Gefahr einer Gegenrevolution. Diese wird in K 0 w n 0. dem Sitz deS deutschen Oberkommandos an der Ost- front vorbereitet. Tie Führer dieses Osthecres-sind in Kowno zusammengetreten und bereiten Schritte gegen die deutsche Revolution vor. Diese Unternehmung würde eine Wieder- holung. des K 0 r n i l 0 w s ch e n Abenteuers sein. �Herr Tschitscherin soll sich um seine eigene Misere kiim- mern. Wir wissen besser als er, wo die Konterrevolution her- kommt, die vielmehr eine Wiederholung seiner und seiner Leute Albernheiten ist. Im übrigen sollten sich die Bolsche- wiks daran Genüge sein lassen, daß sie gegen unsere rcvolutio- nären Soldaten im Osten ihre Banden losgelassen haben. Republikanische Bewegung in Süöslawien. Streik der Eisenbahner. TK. Laibach, 24. Dezember. Nach Meldungen aus Agram gewinnt die Bewegung für die republikanische Staatsform de? südslawischen Staates immer mehr an Boten. In den kroati- scheu LanlteStcifen hat man sich mit dem einheitlichen südslawischen Staate durchaus abgefunden, dagegen verstärkt sich der Wider- stand gegen die Herrschaft der Dynastie Karageorgewitsch. Auch in den slotvensschcn Landesteilen gewinnt die republikanische Bewegung unter der Führung des katholischen Klerus mehr und mehr an Einfluß. Ebenso in Serbien, wo die republikanischen Elemente unter der Führung der sozialdemo- kratischen Partei stehen, die in der letzten Zeit außcrardent- lich erstarkt ist. Auch P a s i t sch soll die Bestrebungen für die Errichtung einer südssawischen Republik durchaus billigen und hat aus diesem Grunde die Bildung des Kabinetts abgelehnt. TK. Graz, L4. Dezember. Die Eisenbahner Krains un-d der Südstcicrmark sind am Sonnabend in den Ausstand getreten, um gegen die Berufung der Dynastie Karageorgc- witsch auf den südslawischen Thron zu protestieren. Tie Eisen- bahnet fordern die Errichtung der südslawischen Republik. Ihr Vorgehen hat in der gesamt™ ssoivcuifchen Bevölkerirng große Sympathien erweckt. Die Entente als Sklavenhalter. Berlin, 24. Dezember. Der„Matin" vom 1k. d. M. fordert die Verwendung deutscher Kriegsgefangener als Erdarbeiter zum Wiederaufbau Nordfrankreichs und Belgiens. Noch den gualvollen Leiden der mehrjährigen K-IegSgefangen- schaft sollen die unglückseligen Gefaiigenen noch zu Sklavcndiensten erniedrigt werden. Diese Forderung, die nur auS gemeinster, roher Gesinnung entspringen kann, richtet sich selbst. Die Verforaung üer Kölner Zront über tzollanö. Britische Unterstiitzung der bcl.qischen Zlnnexionsabsichten. Amsterdam, 24. Dez-mber. Nach einem Reutertelegramm au? London berichtet„Daily Chroniclc", daß die Meldung, wonach die britische Regierung Holland ihre Absicht mitteilte, die Kölner Front auf dem Wege Sck>e!de— Antwerpen— Hollän- disch-Limburg zu versorgen, wahrscheinlich richtig ist. Die Belgier hätten Grund, einige Revisionen deS holländisch-belgischen Vertrages von 183g zu beanspruchen, und eS müßte i�nen. wenn nichts andere» erreicht würde, wenigstens da» umimschraast« Recht zugesprochen werden, im Krieg und Frieden die Scheide zu befahren. Annahme öer belgischen Wahlreformvorlage durch den Mnifterrat. Brüssel, 23. Dezember.(HavnS Reuter.) Der Ministerrat nahm unter dem Boissy deS Königs die Wahlreformvorlageb durch die da» allgemeine Wahlrecht eingeführt wird, an. Ausbau des englischen fiuslandsdienstes. Amsterdam, 24. Tczembrr. Dem Reuterschen Bureau zufolge berichte: ein Korrespondent des„Daily Telegraph", daß der bri- tische Konsulardienst gewaltig ausgebreitet und der- bessert werden soll, und daß man beschlossen hat, die unbezahlten Honorarkonsuls auszuheben und überall Handelsattaches an- zustellen._ Forderung der englischen Werstarbeiter. 44-Dtundcn-Woche. Haag, 24. Dezember.(Meldung des Hollandsch NieutvSbureau.) Aus London wird gemeldet: Die Arbeiter der Schisssbauindu- strie in England haben ein über den Lorschlay der Werft» besitzet abgestimmt, der dahin geht eine'Arbeitswoche von 47 Stunden einzuführen, während die Arbeiter selbst die 44 Stunden. Woche beanspruchen. Der Vorschlag der Werstbesitzer wurde mit zwei Drittel Mehrheit abgelehnt. Das neue portugieststbe Kabinett. Haag, 24. Dezember.(Meldung des Hollandsch?!ieuwSbureau.) Aus Lissabon wird gemeldet: DaS neu« portugiesische Kadinett ist gebildet: Premierminister und Minister de» Innern wird Bar» b 0 s a, Kriegsminister Cortereal, Marineminister S 0 u z a. Außenminister Rede». Ein stürmisches Begräbnis. Amsterdam, 24. Dezember. Dem„Telegraaf" zufolge erfährt die„Times" aus Lissabon, daß bei dem Begräbnis des er- mordeten Präsidenten in der Rua August« Schüsse gewechselt wurden, wobei vier Personen getötet würden. Durch einen falschen Alarm entstand eine Panik, bei der 40 Personen verwundet wurden. Einzug des ukrainischen Direktoriums in Kiew. Kiew, 23. Dezember. Das Mimsteriuni des Aeußern hat den hiesigen diplomatischen Vertretern den stattgehabten Regierungswechsel durch gleichlautende Noten bckannlgegcben: Das Dkrcttorium hat heute seinen feierlichen Einzug in die Stadt gehalten. Im Anschluß daran fand ein Gottesdienst und eine Parade statt. In Kiew herrscht vorläufig weiter Ruhe. Parteitag der Schweizer Sozialdemokratie. Demokratie oder k4sewaltaktion. Tie Schweizerische Depeschen-Agentur meldet: Der sozial- demokratische Parteitag wurde am: Sonnabend in Ben: eröffnet, lieber die Stellungnahme der Partei zum morgigen Arbeiterkongreß referierte N obZ- Zürich. Er sprach sich grundsätzlich für eine er- sprießliche ZusammenarbeitderPartei in den wichtigsten Fragen aus: Unsere Gegner haben recht wenn sie sagen: Im Grunde genommen vergewaltigt Ihr einen Teil der Arbeiter, denn Ihr babt sie nie darüber gosragt, ob sie von ihrer bisherigen Taktik abgehen und zur Anwendung der Massenaktion übergehen wollen. Diese Massenaktion ist uns gleichsam über Nacht beschert ivorden. Ich billige das revolutionäre Programm. Ob die Arbeiter- schaft damit einverstanden ist, muß sie selbst entscheiden. Platten nahm darauf den Bolschewismus in Schutz. Es sprachen gegen ihn Reinhardt- Bern und Greulich- Zürich. Lang- Zürich verlangte Klarheit über die Stellung der alten sozialdemo- kratischen Partei zu dem neuen Gebilde des ArbeitcrkongresseZ. Greulich führte aus: Zwei Tendenzen ringen gegenwärtig um die Herrschaft bei den Arlcitcrn. Eine will die Arbeiter- bewcgung auf demokratischem Boden vorwärts- bringen, die andere sucht neue Methoden der Gewalt- a k t i 0 n zu schaffen. Wir müssen uns entscheiten, welch« Taktik wir in Zukunft antvenden wollen. Der Redner warnt« eindring- lich vor unüberlegtem Vorgehen. Auch wenn wir die herrslbende Partei stützen könnten, würden sich, sagte er, große Schwierigkeiten auftürmen. ES lvürde zur Sabotage der Produktion tomigen. Das wäre unser aller Untergang. Kehren wir wieder auf den demokratischen Baden.zurück. Der Redner beantragt« zu beschließen: Der schweizerische sozialdemokratische Parteitag er- klärt angesschtZ der außerordentlichen Schwierigkeiten der gegen- •aärliyen Lage, daß es notwendig ist, allgemeine Aktionen gemein- sam mit den Gcwerkschaftsorganisationcn vorzubereiten und aus- zulöscn. Er hält jedoch fest an der parlamentarischen Taktik, die nicht die Aktion des Generalstreiks ausschließt. Sch n e ide r-Basel führte aus: Dak Mittel deS Massen- streikS zur Erreichung der politischen Ucbcrmacht kann nicht em- behrt werden. ffelmat, dein yauch weht hier! Aus dem Osten erreicht uns unter dieser Ucberschnft tele- graphisch folgender tiefgefühlter Gruß: Mächtiger denn je ergreift unS die Sehnsucht nach der Heimat, nach allen, die uns lieb und teuer sind. Wohl schweigt der Donner der Kanonen, die Waffen ruhen und dennoch sind wir fern der Heimat und harren noch der Erlösung. Wenn'auch die Glocken der Heimat am Weihnachtsabend die alte Mär vom Frieden auf Eroen verkünden, so starrt doch noch die Welt im unheilvollen Waffen- kleid, auch lastet auf uns der Druck harter WaffenstillstandSbedin- gungen. Uns Kameraden in der Ukraine und unsere Angehörigen drücken die Sorgen um unser beiderseitiges Wohlbefinden. Noch sind die Verbindungen mit der Heimat unterbrochen, die lang- ersehnte P 0 st ist noch immer nicht eingetroffen, so sind alle Fäden zerrissen, die uns mit der Heimat verbinden. Diese Tatsachen sind nicht dazu angetan, eine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen zu , lassen, aber dennoch wollen wir getrosten Mutes in die Zukunft schauen. Wir wollen unS würdig erweisen der Errungenschaften der neuen Zeit, der neugewonnenen Freiheit. Wir sehnen den Tag herbei, wo auch unS im Osten die Stunde der Erlösung schlägt, wo wir die Heimreise antreten können, um in der Heimat tatkräftig mitarbeften zu können am Wiederaufbau der Kultur. Wir wollen mitarbe'ten an den großen Aufgaben der Menschheit, um Welt- katastrophen. wie die hinter uns liegenden, unmöglich zu machen. Ueber blutgetränkte Erde hinweg reichen wir allen die Bruderhand, die mit uns eines Geistes sind, die mit unS eintreten für den großen Gedanken der'MenschbeitSverföhnung. der Mensawnlieb«, damit cS endlich Wahrheit werde: Friede auf Erden! Im Namen der deutschen Taldaten in der Ukraine: Großer Soldatenrat der Heeresgruppe Kiew. �lus �offmanns Reich. Zum ftfull Harndt. Folgende Erklärung geht unS zu: Um Mißverständnissen vorzubeugen, erklären wir im Anschluß an die in Nr. 352 des.Vorwärts" vom Montag, den 23. d. M., abends unter der Ueber sch r ist„AuS HvffmannS Reich" veröffent- lichte Notiz, daß wir uns in keiner Weise gegen den zurzeit erkrank- ten Adolf Hokimann erklärt, sondern led'gl'ch dem Genossen Hae- nisch unser allerding« un-bedingreS Einverftändni» damit bekundet Häven, daß der Pressechef. Genosse Harndt, künftig jede Publikation den Ministern oder dem Unter- staatSsekrtär erst zur Geyenzeichnung vorlege'n soll. Dr. Daege. G. Menzel. F. Winckelmann. Die Unterschlagungen im VoUzugsrat. Ettifch auS der Haft entlassen" Zu den Unterschlagungen der Gelder im DollzugSrcrt erhält W.T.B, folgende Zuschrift: Da« Verfabren gegen den früheren Leiter der Nachrichtenstelle beim VollzugSrat, Herrn Et tisch, wegen Veodacht» der Unter- schlagung amtlicher Gelder ist nach vierwöchigen Ermittelungen durch die SiaatSanwaltschaft eingestellt worden. Er wurde aus der Haft entlassen. DaS Verfahren gegen Ettisch wurde übrigen» auf seinen eigenen Wunsch cingelcilet. Verlegung de» Oberkommand»? der Marine. SÜHl» helmShaven, 24, Dezember. Das Oberkommando der Marine wurde nach Wilhelmshaven verlegt. Nr. 354 ♦ 35. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts Mittwoch, 25. Dezember 1H?8 Weihnachten im Kampf. Meöen! Freiheit! Srot! Vii?r Weihnachtsfeste haben wir unter Kanonendonner ge- feiert. Tiesmal zum erstenmal senkt sich wieder derFrieden über das uralte Fest. In allem Leid ist es uns ein Trost, daß unsere Söhne und Brüder an diesem Tage nicht mehr im schlämm der Schützen- graben stecken, nicht mehr den blutigen Tod vor Augen sehen. Tie Familie ist wiederhergestellt und der Vater zu den Seinen heimgekehrt. Wir gedenken in tiefer Trauer derer, die nicht wieder- gekommen sind, in Sehnsucht der Gefangenen und Versprengten, die an den kargen Freuden dieses Festes noch nicht teilnehmen können, in der Hoffnung, sie im nächsten Jahr unter hellerem Schein der Weihnachtskerzen wiederzusehen. Der Frieden kommt nicht so, wie wir deutschen Sozialdemo- kraten ihn erhofft und erstrebt haben. Nicht als Frieden ohne Sieger undBe siegte, nicht als Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen, nicht als Frieden herbeigeführt durch die Völkerverständigung des internationalen Sozialismus. Die Waffengewalt unseres uns zehnfach überlegenen Geg- ners, der verbrecherische Hochmut, die verhängnisvolle Blindheit des deutschen Militarismus, hdt ihn als einen Frieden der Niederlage für uns herbeigeführt. Wir deutschen Sozialdemokraten haben die Erhaltung des Friedens gewollt, bevor dieses entsetzliche Morden be- gann. Wir haben den Frieden wieder gewollt, vom ersten Tag des Krieges an. und haben für seine Wiederberstellung gekämpft. Aber s o, wie er gekommen ist, haben wir ihn nicht gewollt. Darum, und nicht um den früheren Machthabern zu dienen, die wir stets haßten und bekämpften, und die wir stürzten, sobald die Zeit dazu reif war, sind wir für die V e r t e i d i- gun g unseres Landes eingetreten. Jeder klar Blickende mußte sich sagen, daß ein vollkomme- ner, zerschmetternder Sieg des deutschen Militarismus unmög- lich, die Abwehr eines überwältigenden Siegs der Gegner das Höchstmaß des Erreichbaren war. Nach einem solchen Erfolg unserer Abwehr war die Abrechnung mit unsern Machthabern noch immer möglich, der Sieg der Sozialdemokratie gewiß. Auch unsere Machthaber erkannten, daß nur der vollständige Triumph im Kriege sie vor dem Sturze retten konnte, und in diesem Sinne führten sie den Krieg nicht bloß gegen die Gegner, sondern auch gegen uns. Ihr wahnsinniges Vabangue-Spiel hat dos Volk in den Abgrund gerissen. Wir stehen vor einem Trümmer- und Leichenfeld, wie es die Erde noch nicht gesehen. Wer das Morden ist vorbei. Wer will, daß es wieder be- ginnt? Wer könnte die Verantwortung dafür tragen, daß Deutsche gegen Deutsche, Arbeiter gegen Arbeiter kämpften. Das darf nicht sein! Wir wollen unsere inneren Meinungskämpfe friedlich führen, indem wir den Mehrhcitswillen unseres Volkes als die letzte entscheidende Macht anerkennen, die den Streit schlichtet, die Waffen schweigen heißt. Dann aber werden wir zu jenen gehen, die gestern unsere Feinde waren, und einen Frieden verlangen, der aller Völker- feindschaft für immer ein Ende macht, einen Frieden, der allen Völkern ihr Recht läßt, auch unserem Volk, dem geschlagenen! Mögen wir das nächste Weihnachtsfest im Zeichen des Völkerbundes und des internationalen Sozialismus feiern können. Für dieses aber gelte das Wort: Frieden den Völkern und unter den Ar- heitern kein Bruderkrieg! Fritz Ebert. Wir Deutsche sind heute nach innen das freie st e Volk der Welt. Am 19. Januar werden alle erwachsenen Männer und Frauen an die Urne treten, um die Versanimlung zu wählen, die unserer jungen Republik ihre Verfassung geben soll. Diese Verfassung kann nicht anders werden als freiheitlich von Grund auf. Jedermann hat das Recht, in der Presse, in Versamm- lungen, auf Plätzen unter freiem Himmel seine Meinung vor- zutragen; dem friedlichen Kampf um die politische Macht sind keine Grenzen gesteckt. Es gibt keine Könige, keine Vorrechte der Geburt; jeder hat den Marschallstab im Tornister. Irgendwo am Schraubstock, an der Drehbank steht ein junger Mann, der in zehn, zwanzig Jahren Präsident der deutschen Republik sein wird. Wer ist es? Vielleicht ein junger spartakusmann, der in reiferen Jahren das Recht der Demokratie verstehen und die Hemmungen und Schwierigkeiten kennenlernen wird, die einem das Amt eines Regierenden auferlegt! Die staatsbürgerliche Freiheit nach innen ist der Keim aller Freiheit. Sie muß uns auch die Freiheit nach außen verschaffen, das Recht, als gleichberechtigtes Volk neben den andern zu leben, deren Frieden ein entmilitarisiertes republika- ! nisches Deutschland nicht stören wird. Das monarchische, miß- taristische Teutschland konnte fremdem Joch unterworfen werden — ein nach innen freies Teutschland kann es niemals. Freiheit ist höchste Entfaltung der Persönlichkeit. Neben dem Obrigkeitsstaat, der auf ewig zerfallen ist, dem fremd- nationalen Herrsckpftsstreben, das wir im Geiste eines gerechten Friedens bekämpfen, ist der dritte Feind der K a p i t a l i s- m u s. Wir wollen weder von eingeborenen Monarchen, noch ' von fremden Eroberern, noch auch von internationalen Trust- Magnaten und Finanzherren regiert werden. Die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes besteht aus Menschen, die von ihrer geistigen und körperlichen Arbeit leben. Mögen sich diese am 19. Januar aus ihrer Mitte ihr� Vertreter wählen! Mögen sie Männer und Frauen in die Nationalver- sammlung senden, die von der Ueberzeugung durchglüht sind, daß Demokratie erst wahrhaftig lebendig wird durch Sozialis- ■ mus! Fichte hat in einer Zeit nationalen Niedergangs, die nicht weniger traurig war als die unsrige, dem deutschen Volk den hohen Beruf zugesprochen, ein wahres Reich der Freiheit und des Rechts aufzurichten, gegründet auf Gleichheit alles' ! dessen, was Menschenantlitz trägt. Zu ihm können wir nicht gelangen auf dem Weg irgendeiner Diktatur? Auf dem Wege des Selbschcstimmungsrechts bei den Wahlen zur Nationalver- ■ sammlung muß unser Volk beweisen, daß es für höhere Formen des Wirtsckiajtslebens reif ist, sonst ist es zu ihnen nicht reif! Frei können wir aber nur sein, wenn wir alle, an welcher Stelle auch wir stehen, das Bewußtsein unserer tiefen Per- antwortung für das Ganze in uns tragen. Freiheit von Verantwortung ist die Freiheit des Knechts der swmm gehorcht. Freiheit von Pflicht ist die Freiheit des Herren, der andere für sich schaffen heißt. Doch nicht dazu haben wir gesiegt, um die Lasten der Unterdrückten zu bewahren oder die der Unterdrücker anzunehmen, sonderx um wahrhast steie Menschen zu sein, die mutig ihre Verantwortung tragen und aus Ueberzeugung ihre Pflicht tun. Freiheit kann uns nur kommen aus dem tiefen Verständnis der Revolution, in der wir uns befinden, und der erste sichtbare � Ausdruck dieses Verständnisses muß der Siegder Sozial- demokratie am 19. Januar s.ein. Otto Landsberg. -Wir haben die Pstüge aus der Erde gerissen unb�sie zu Bajonetten umgeschmiedet. Wir haben aus Stickstoff Spreng- stoff gemacht und damit unser Brot in die Lust gefeuert. Wir haben Zucker chemisch verwandelt, in große Kanonen geladen, um 42-Zentimeter-Gmnaten abzuschießen. Dreißig Millionen Männer, die kräftigsten, arbeitsfähig- sten, traten iweinen mehr als vierjährige nGeneral- st r e i k und vergeudeten vierzig Milliarden Arbeitstage, Und nicht nur das! Sie z c r st ö r t e n, was in Milliarden von Arbeitstagen geschaffen worden war. Und nicht nur das! Sie zerstörten die Arbeitskrast, aus der uns alle Güter der Erde zuwachsen. Statt Leben zu zeugen, vernichteten sie eS. sie zerschmetterten mit Handgranaten Gehirne, die Pläne zur Er- höhung des menschlichen Wohlstands erdachten, sie schlugen Füße ab, die hinter dem Pflug gingen, und Hände, die ihn halten sollten. Bedenkt man dieses Uebermaß von Verschwendung und Vernichtung, so begreift man kaum, daß uns Uöberlcbenden doch noch so viel Ablieben sein kann, um noch unser n fies Leben zu fristen. Die alldeutschen Kriegshetzer sagten:„Wartet nur, wenn wir erst gesiegt haben, dann wird in unserem Lande Milch s und Honig fließen. Der Sieger ißt zuerst." Das war � die ; Philosophie des Raubtiers, das tötet, um zu � fressen. Wer ihm , widersprach, dem zeigte es knurrend die Zähne.„Verständi- > gungsstieden",„Scheidemannfrieden" war ihm„Hungerfriedcn". Schlagen wollte es, zerstückeln, vernichten, und dann Brot holen ; aus der Ukraine, Kupfer aus Amerika, Baumwolle aus Aegyp- � ten, Petroleum aus Baku, Geld aus allen Kassen der Welt. Wir haben nicht gesiegt, wir sind geschlagen worden, und der Verständigungsfrieden, den die Hetzer den„Hungerfrieden" nannten, verdämmert wie ein fernes Ideal. Der Sieg-, Raub- i und Freßfrieden winkt den andern, wenn sie nach all- �deutscher Manier verfahren wollen. Uns aber droht der � wahre Hungerfrieden in seiner furchtbarsten Gestalt. Was kann uns retten? Nichts kann uns retten, wenn chins nicht die Arbeit rettet! Wenn das deutsche Volk ! nicht wahre Herkulestaton der Arbeit vollbringt wenn nicht die Organisation arbeitsparender Methoden aufs höchste verfeinert. i die Produktivität durch neue Errungenschaften der Wissenschast I und Technik zum außerordentlichen gesteigert wird, dann sind � wir nicht zu retten. Jahre harter Mühe, rastloser Anstrengung liegen vor unS, � bis wir aufatmend sagen können: Es ist so weit! So aber fassen wir Sozialdemokraten den Sozialismus auf. Keinen wollen wir darüber täuschen. Sozialismus das ist . von wissenschaftlichen Grundsätzen geleitete H ö ch st o r g a n i- jsation der geistigen und körperlichen Arbeit unter notwendigem Schutz der einzelnen Arbeitskraft zum Wohle der Gesamtheit. Diesen Sozialismus brauchen wir 1 jetzt, nicht um ein Himmelreich auf Erden zu schaffen, sondern bloß um nicht in Not und Elend auszuwandern und auSzu- � sterbön. Diesem Sozialismus zum Sieg zu verhelfen ist jetzt ! die Aufgabe eines jeden, der noch Kraft zur Hingabe und Be- geisterung für die großen rettenden Ziele seines Volkes fühlt; mag er bisher als geistig oder körperlich Schaffender an welcher Stelle des Produktionsprozesses immer gestanden haben. „Nicht predigen wir Haß den Reichen, nur gleiches Recht für jedermann!" So haben wir gesungen. Nur denen, deren verstockter Eigennutz selbst heute noch nicht. begreift, welche I Opfer die Not des Volkes von jedem fordert, gilt unser Haß und unser Kampf. Allen andern rufen fvir zu: Helft uns nach dem Zu- sammenbruch der alten Welt, nach unserer Niederlage den schönsten Sieg erringen, den je ein Volk errungen hat. Zeigt, daß wir nicht untergeben trotz alledem und alledem! Schafft Brot! Philipp Scheidemann. Raflenhpg!ene. Von H. Fehlinger. Die Menschenverlust« und der Ausfall von Geburten weh- rend de? Krieges �win�en unS, in Zukunft mehr als bisher auf die Erhaltung und Stärkung der Volkskrast Bedacht zu nehmen, um dadurch dir Kriegsverluste wieder auszugleichen. Es avird wahrscheinlich auch versucht werden, praktische Naffenhygiene zu hetteiben, die auf die sozial« Kontrolle aller jener Ein- flüsse der Vererbung und der Umwelt abzielt, welche die körper- lichen und geistigen Eigenfcbasten künftiger Generationen»er- bessern oder verschlechtern können. Durch bewußtes Einwirken auf die Beschaffenheit der Menschen will die Naffenhygiene das- selbe erreichen, was sich in der freien Natur durch den Auslese- Prozeß vollzieht: die Erhaltung und Fortpflanzung der tüchtigsten oder der am besten angepaßten Individuen und die Ausschaltung der Untüchtigen. Dabei wird von der Tatsache ausgegangen, daß' die einzelnen Individuen einer Generation nie unter sich völlig| gleich sind, sondern Abweichungen ihrer körperlichen und geistigen; Eigenschaften aufweisen, die nicht immer für die Art nützlich sind.; Die schädlichen Wweichungen sollen beseitigt werden. In der freien Natur geschieht dies durch natürliche � Auslese, wobei; die der Umwelt am besten angepaßten Individuen erhalten bleiben, während die schlechtangepaßten vorzeitig vernichtet oder wenigstens in der Fo«pftanzung beeinträchtigt werden. Bei den Menschen, die selbst ihre Umwelt in bedeutendem Maße becin- flusien, sie nach ihren Bedürfnissen gestalten, das heißt eine Kul- tue entfalten können, bleiben auch Personen erhalten, die ohne die HilrSmittel der Kultnr frühzeitig zugrunde gingem sich nicht fortpflanzen würden und somit nicht in der Lage wären, ihre mangelhafte Konstitution auf Nachkommen zu übertragen. EZ givt so manche. Eigenschaften, die ihren Trägern verderblich werden könnten, wenn es nicht möglich wäre, ihnen Einfluß durch Mittel der Kultur aufzuhchen; man nennt sie gewöhnlich TegenerationS» oder EntoriungSericheinungen. Uebe-r die Häufigkeit von EntartungS erscheinungen bei den einzelnen Zweigen des Menschengeschlechts sind wir noch im unklaren Fast allgemein ist die Anschauung, daß sie bei den Kulturvölkern hänfiger auftreten als bei den Naturvölkern. Bei den letzteren ist die natürliche Auslese noch in einem beträchtlichen Maße wirksam, wogegen sie bei den Knliurvölkern so gut w'- ganz aufgehoben ist. AIS Zeichen der Entartung gelten bcifp.clS- weife die Zunahm« der Zahnerkrankungen und der Kurzsichtigkeit, die Wmahme des Stillvermögens, die künstlichen Geburten(als Folge von Beckenvcrengerung). die Zunahme der Geisteskrank- Helten usw Bezüglich der Zunahme der Iahnerkrankungen ist zu beweickell. daß ictzt viel mehr als in früheren Zeiten NahrungS- und Genußmittel verbraucht werden, dw auf die Zähne zer- störend wirken. Hinsichtlich der Kurzsichtigkeit leuchtet ohne wer- teres ein, daß bei Völkern, die Augengläser nicht kennen, Kurz- sichtige viel schwerer ihren Unterhalt erwerben können und viel leichter verunglücken wenden als Normalstchtige. Dennoch belehrt uns die ethnographisch« Literatur, daß es Kurzsichtige unter allen Völkern mit geringer Kultur gibt, den sogen.„Wilden" oder„Halb- wilden". Die AuSmerzung ist sogar unter den schwierigsten Lzbensbedingimgen, wie etwa bei den Eskimos der amerikanischen Nordpolarländer, nicht so gründlich als man glauben möchte, da ihr durch gegenseitige Hilfe entgegengewirkt wird. Innerhalb unseres europäischen KulturkreiscS bestehen für Kurzsichtige nahezu keine erhöhten Lebensgefahren, noch wird ihr Wirtschaft- lichcs. Tätigkeitsfeld durch ihre Gebrechen nennenswert beschränkt. Weit auffälliger ist der Nachteil der mangelhaften Ver- anlagung bei T a u b h si t. Taubstumme würden im freien Weit- streit um die Mittel des Daseins zweifellos unterliegen; sie dan- ken ihr Fortkommen ausschließlich der Unterstützung durch die Ge- meinschaft. Ein schweres EntartungSzeichen ist die Beckenenge der Frau, welche die Geburt von Kindern ohne ärztliche Hilfe un- möglich macht. Infolge davon, daß die Frauen mit engem Becken sich dank der ärztlichen Kunst fortpflanzen können, wird dieses Uebel auf die folgenden Generationen übertragen, und es ist wahrscheinlich, daß es von Generation zu Generation zunimmt. Die Abnahme deS Stillvermögens der Frauen wird gewöhnlich als eine Folgeerscheinung de? Alkoholismuß bezeichnet, doch ist mit mehr Berechtigung anzunehmen, daß es sich dabei um ein Ergebnis der Abschwächung der Arbeitsteilung der Ge- schlechter und der dadurch bedingten Zunahme viriler weiblicher Personen handelt, d. h. solcher, bei denen die sekundären Ge- schlechtSmerkmale nicht vollkommen entwickelt sind. Eine vielfach vorkommende Entartungserscheinung haben wir in den Geiste s- krankheiten, die das Gemeinwohl arg bedrohen können. Unsere moderne Kultur ist dem Hervortreten geistiger Mängel günstig, doch wird durch die zunehmende Absperrung der Geistes- kranken in Anstalten deren Fortpftanzungsgelegenheij im Vergleich zu früheren Zeiten stark beschränkt. Man kann der Forderung der Rassenhygieniker zustimmen. daß Entartung zu verhüten und die Entwicklung paffender Eigen- schnsten(durcki die ein« Person„tüchtig" wird) nach Möglichkeit zu fördern ist, aber es mutz zugleich vor allzu großer EntartungS- furcht gewarnt werden, weil die körperliche Herabgekommenheit weiter Volkskrcis«, die durch Ueberarbeit, Unterernährung usw. entstand, nicht auf erblich schlechter Veranlagung beruht, und weil dadurch auch nicht die Keimzellen betroffen werden, aus denen die kommende Generation hervorgehen muß. Man schaffe der Gesundheit zusagende Arbeitsbedingungen und ermögliche den breiten Volksmossen genügende Ernährung, dann werden diese VolkSmasfen gewiß nicht körperlich miserabel und geistig stumpf sein. lieber die Wege, die zu beschreiten sind, um der Entarturvg der Zkulturvölker vorzubeugen, gehen die Meinungen weit aus- einander. Die natürliche Auslese wieder in vollem Umfange wir- keck zu lassen, ist mit unserer Kultur unvereinbar und es würde dem sittlichen Empfinden widerstreben; wir haben vielmehr damit zu rechnen, daß künftig die mit körperlichen und geistigen Man- geln behafteten Mitglieder der Gemeimvesen wirksamer geschützt werden, als es in tiergangeneii Tagen geschah. Dieser Schutz ist auch mit praktischer N a s s e n l> h g i e n e vereinbar, denn es ist zu beachten, daß nicht das Dasein, sondern die Fortpflanzung der Minderwertigen eine Gefahr für die Erhaltung und Entfal- hing der Art Mensch bedeutet. Deshalb fordern die Raffen- hygienikcr vor allem Matzregeln zur Einschränkung öder VerHin- dcrung der Fortpflanzung jener Personen, die mit schweren ver« evbbarcn Mängeln des Körpers oder Geistes behaftet sind. Am radikalsten ist die Forderung auf Unfruchtbarmachung solcher Per- sonen durch operative Eingriffe, wie sie bereits in der Gesetz- gebung mehrener Staaten oer nmdamerikanischen Union vor- gesehen ist. Derartige Maßregeln müssen jsdoch wohl erwogen sein. Einer der Gründe, der dagegen spricht, ist, daß eS schwer hält, den Grad der Abnormität zu bestimmen, von dem an� die Unfruchtbarkeit erforderlich ist. Ferner können � Zweifel darüber bestehen, ob die Gefahr für die Nachkommen, die man abwenden will, so groß ist, daß sie die Schädigung aufwiegt, die man der „minderwertigen" Person ziefiigt. Di« Einwirkung der Sterili- sation auf die Psyche, die..Seele", der Betroffenen ist ganz zweifellos, und eine große Zahl„sterilisierter" Personen in einer Bevölkerung könnte von recht unhmlnollem Einfluß auf die Ge- samtpsych? dieser Bevölkerung sein. Andere Mittel zur Verhütung der Fortpflanzung Minderwertiger sind die Einfuhrung von„Ge- sundheitszeugnissen" bei Eheschließungen und die Jnternierung von Personen, von denen man eine Gefährdung des Gesamtwohles annimmt. In jedem Fall ist strenge darauf zu achten, daß sich raffen. hygienische Maßregeln nur gegen tatsächlich vorhandene Ent- artung richtet, die nachgewiesen auf erblichen KonftitutionS- mangeln beruht. ES dürfen von der Verhinderung der Fortpflan- zun g nickst Personenkreise betroffen werden, die als Opfer der be- stehenden wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse zu betrachten sind.__ Notizen. — Theater.„Legende eines LebenS", ein brei» aktiges.Kaan ir erspiel von Stefan Zweig, gelangt heute am Dsut- scheu Schauspielhau» in Hamburg zur Uraufführung. Nationalversammlung und Fortführung der Revolution. Von Karl W r r»n u t h. Zlvei entscheidende Auffassungen ringen im revolutionären Werden unserer Tage um die Vormacht. Der linke Flügel der Unabhängigen vertritt im Verein mit der Spartakusgruppe die Auffassung, daß die Zeit der revolutionären Gärung ausgenutzt werden müsse, die kapitalistische Wirtschaft sofort durch die sozialistische zu ersetzen— unbekümmert der mannigfachen Hin- dernisse und Schwierigkeiten, die sich der Durchführung eines so gewagten Experiments im gegenwärtigen Moment entgegenstellen. Diese Richtung bekämpft denn auch mit aller Energie daS Verlangen der übergroßen Mehrheit des deutschen Volkes nach der Schaffung einer Nationalversammlung. Sie will, wie daS wiederholt im„Vorwärts" zum Ausdruck gebracht war- den ist, die bolscbewistifchen Maximen zum Träger unserer fer- neren revolutionären Zukunft machen. Den von der Sozialdeniokratie sxit ihrem Bestehen verfoch- tenen Sruirdsatz, die Mehrheit des Volkes über ihr Ge- schick entscheiden zu lassen, verwirft diese Richtung und erhebt einfach das Minoritätsrccht und die Minoritätsaktion auf den Thron. Wie für den russischen Bolschewismus, so existiert fer- ner auch für unsere deutsche Spartakisten nicht der feine und empfindliche Organismus des wirtschaftlichen Lebens, der nach über vierjähriger Kriegsdauer aus tausend Wunden blutend, sich langsam erholen muß, um für die Sozialisierung reif zu sein. Unserem deutschen Bolschewismus ist jener feingegliederte und in seinen Funktionen überaus empfindliche Organismus eben nur ein toter Mechanismus, dxr nicht zu werden braucht, sondern nur durch eine entsprechende Verfügung'zum sozialistischen.Experiment„gemach t" wird. Der fundamen- tale Lehrsatz von Karl Marx, der in seiner Vorrede zur„Kritik der politischen Oekonomie" als soziale Revolution die lang- samerc oder raschere Umwälzung des ganzen ungeheuren juristi- schcn und politischen Ueberbaues der Gesellschaft, die aus der Veränderung ihrer ökonomischen Grundlagen hervorgeht, be- zeichnet, existiert für unsere wissenschaftlichen Spartakisten nicht mehr.„Wir diktieren und machen die iveitere Revolution!" auf diesen Grundton sind die Einwände derer um Liebknecht und Luxemburg gestimmt. Diese auf augenblickliche Stimmung berechnete Strömung kann, weil sie in der Logik der Tatsachen ihre schärfste Wider- legung findet, auf die Dauer niemals tiefere Wurzel im Volk schlagen. DaS deutsche Proletariat wird sich, trotz aller gegen die Männer der heutigen Regierung geschleuderten Verdächti- gungen von dem Wege der Demokratie und des Sozialismus in seiner übergroßen Mehrheit nicht ablenken lassen. Haben wir von jener eben gekennzeichneten Seite nicht Uebermäßigcs zu fürchten, so wird in Anbetracht der Riesen- aufgaben,- die uns aus der allernächsten Zukunft erwachsen, ein geschlossenes Marschieren der heute sich noch bekämpfenden Teile innerhalb der Sozialdemokratie geradezu zu einer politischen Pflicht. Die Möglichkeit des geschlossenen Marschierens besteht um so mehr, als es zwischen den fiihrenden Personen beider Gruppen tiefere theoretische und taktisch- Differenzen hinsichtlich unserer bevorstehenden Aufgaben nicht gibt. Das. was z. V. Kar! K a u t s k y in seiner vor anderthalb Jahrzehnten herausgegebenen Broschüre„Die soziale Revolution" über die Expropriation der Expropriateure darlegt und heute noch in ähnlichm Sinne wiederholt, kann im Lager unserer Partei nur Billigung finden. Und seine Auffassung über die Notwendigkeit der raschsten Zusammenberufung der National- derfammlung dürfte erst reckt in weiten Kreisen des auf- geklärten Proletariats ein lebhaftes Echo finden. Denn die Meinung, daß die Regierung erst durch umfassende soziali- sftsche Maßregeln und SozialisierungSmethoden den Beweis dafür zu erbringen hat, waS der Sozialismus kann, noch ehe zu? Wahl der Konstituante geschritten wird, ist denn doch nur auf ängstliche Gemüter berechnet. E? ist mit Recht bereits darauf hingewiesen worden, daß die Rationalisierung wichtiger Zweige unseres Wirtschafts- leben? so lange unmöglich ist, als die Konsolidierung des Reiches nicht vor sich gegangen ist. Die letzter« ist aber nur durch die Nationalversammlung möglich, und von dieser können dab«? erst jene entscheidenden Maßnahmen ge- troffen werden, die für den ferneren SvzialisierungSprozeß unsere? Wirtschaftslebens von größter Bedeutung sind. An- dererseits bedeutet unbeschränkte Fortdauer der Diktatur der Räte Ausschließung aller anderen Schichten von der politi- schen Mitbestimmung, wie dieS kürzlich in einem„Revolutionäres Vertrauen" überschriebenen Artikel von R. H. in der „Freiheit" ganz treffend gekenn, eichnet wurde. Und der- jenige, der zeitlich unbeschränkte Diktatur erlangt, führte zu- gkeich auch Terror und Bürgerkrieg herbei. Letzteres will in- dessen niemal? die Partei wahrer Demokratie. Und selbst wenn wir bei den kommenden Wahlen nicht die absolute Mehrheit der Wählerschaft für uns gewinnen würden, könnten wir von diesen unseren sozialdemokratischen Grundsätzen nicht ein Jota aufgeben. Es wäre wirklich daS größte Armutszeugnis für unS, wenn unS das Vertrauen in unsere Ideale schon im Stich ließe bei dem Gedanken, das Volk könnte in seiner Mehrheit sich auf die Seite seiner ehemaligen Unterdrücker schlagen. Die werk- tätige Klasse Deutschlands wird, sobald sie erst etwas befreit ist von der wirtschaftlichen Trübsal jahrelanger Kricgszeit, sich� schnell zurechtfinden in den komplizierten Fragen revo- lutionärer Entwicklung � es wird jene gewaltigen Zeitereig- nisse innerlich verarbe'ten und dem Proletariat der Welt Zeugnis ablegen von dem Reifegrad einer längeren Kultur- entwicklung. Und dieies Proletariat wird noch ein übriges tun: es wird seinen Führen, die die revolutionäre Evoche zur Vollbr'ngnng der größten Antaabe beriet, die je an Men- schen� gestellt wurde, wieder begegnen mit jenem revo- lutionären Vertrauen, ohne das ein segensreicher Abschluß der softalen Revolution im Interesse der Unter- drückten nicht möglich ist. Für Lrage der Heimarbeit. V»« T. Katzenstein. Düß di« Heimarbeit in ihrer heutigen Gestost die b'bentlichsten Schoden aufweist urrd kein« Daseinsberechtigung mähr besitzt, ist bei Sachkundigen so bekannt, daß«in Bewct« sich erübrigt. Und i«ch will mir scheinen, daß die in der Zu schroff in Nr. 324» da» aelggfc« Gründe nicht von der Hand zu weis«, find und soweit, als e? mit den zwingenden sozialpolitischen und gesundheitlichen Erwägungen vertraglich ist, Bcrücksicktigung erheischen. Gibt es doch, ohne die strenge Maßregel des völligen Verbots, das schwerlich mit doller Wirksamkeit durchgeführt werden' könnt« und zugleich viel« Härten mit sich bringen würde, ein unbedingt sicheres Mittel, die hout« mit der Heimarbeit verbundenen U ebelstände radikal zu beseitigen, ohne doch di« mit einer verbesserten Form dieser Be- triebsweise verträgliche» gerechtfertigten Interessen zu vernichten. Es heißt einfach: a u? k ö m m! ich« Bezahlung derHeim- arbeit er! Die Ueberaibeit und die jämmerlichen WohnungS- zustände, di« uns zugleich mit dem Worte„Heimarbeit" heute vors Auge treten, sind doch nur die Folgen der ungenügenden Be- Zahlung, die das System zu einer Pest des Wirtschaftslebens ge- macht haben. Sie schwinden in dom Augenblick, in dem der Ar- beiter— zumeist ja, wenigstens in Berlin, di« Arbeiterin— so viel verdient, um in mäßiger Arbeitszeit sein«n Unterhalt finden und sich eine aichtändige Wohnung beschaffen zu können. Nur die heutigen Schrrndlöhne sind eS, die ein« uubegvenzt« Arbeitszeit erzwingen, zur Ergänzung durch oft unlauteren Nebenverdienst drängen und dabei dennoch die Sicherung eines menschenwürdigen Lebens nicht ermöglichen. Und dies« Schunblöhn« sind auch der Grund, weshalb«in Teil des Unternehmertums, trotz der aner< Jn der Großstadt herrstht Not, j öraußen gibt's Orot!| kannten Rückständigheit dieser Betriebsform, an ihr festhält. Er- möglicht sie es doch, wie Engels sagt, den größten Teil der Betriebs- kosten: Miete des Arbeitsplatzes, Heizung. Beleuchtung, oft sogar Zutaten, aus den Arbeiter abzuwälzen, durch Zersplitterung der Arbeiter ihre Widerstandskraft zu lahmen und so aus dem Arbeits- lohn den ganzen Profit herauszuziehen, den andere Unternehmer ihrer fortgeschrittenen BctriebSeinrichtung verdanken. Jn dem Augenblick, in dem der Staat eingreift, um die mangelhaft« Selbst- Hilfe fähigkeit dieser kampfungewvhnten Schicht zu ergänzen, in dem die in England und anderwärts trefflich bewährten, aber noch 1311 vom Deutschen Reichstag abgelehnten Lohnämter mit zwingender Gewalt in Wirtksamkeit treten, bricht das alt« Schwitz- shstem zusammen. Der Unternehmer wird in der weitaus über- wiegenden Zahl der Fäll«, in denen allein die billige Arbeitskraft ihn an der Heimarbeit festhalten ließ, darauf verzichten und zum Faibriksystsm übergehen, während daneben die Heimarbeit d«r. jemyen Personen, die— wie oft auf dem Land«— ein« andere Er- werbstätigikcit daneben Weidertreiben oder ihre Familie nicht ver- lassen wollen, oder etwa aus körperlicher Schwach« zur Fabrik- arbeit nicht taugen, bestehen bleiben kann, aber durch Sicher- stellung einer anderen Bezahlung ihren verderblichen Charakter verliert. Datei ist selbstverständlich in den Fällen, in denen wegen der Beschaffenheit des Arbeitsmaterials ober der Art des Arbeits- erzeugnisseS mit der Heimarbeit ein« besondere Gesundheitsgefahr für Arbeiter oder Verbraucher verbunden ist, ihr völliges Verbot zu fordern. Wird übrigens m der sog iali st i schen Teseklfchaft das völlig« Verschwinden der Heimarbeit zu erwarten sein? Ich giaulbe eher, daß sie«in« Zunahme erfahren wirb». Bei der westgcbenden technischen Entlastung der Hausarbeit, der Aus- dehnung der öffentlichen Kinderfürsorge, mag efs viele Frauen geben, die aus Verlangen nach produktiver Tätigkeit oder nach Erhöhung des Famiii eneinkomimens— in den vollen Kormnunis- nnis werben wir ja so bald-noch nicht hineinkommen— nach einer Beschäftigung suchen, die sie nicht zwingt. HmiS und Kinder zu verlassen. Bei der Höhe der Bezahlung, mit t>«r dann zu rechnen fein wird, werden die Schäden der heutigen Heimarbeit völlig aus- geschlossen sein, zumal wenn durch ein« SiebelungS Politik großen Stilv die Wohnungsnot völlig überwunden und die Ergänzung der Erwerbsarbeit durch gesunde Gartenarbeit ermöglicht ist. Schließ- lich gibt es noch ein Mittel, um selbst die Einhalturrg einer Normal- avSeitszrit zu erzwingen: den«lektrffchen Antrieb der Maschinen. der, von einer Zentral« bewirkt, zu einer bestimmten Stunde den Betrieb stillst-vt. Jedenfalls darf der Begriff der Heimarbeit nicht ohne weiteres mit ihrer heutigen, durch fapitalistifchr AuSbeutungSyier zum Zerr. billd entarteten Form gleichgesetzt weiden. Ein« tiefgreifende Re- form, die ziemlich alle Sckäden beseitigt, öhine doch die für viel« Fälle erwünschte Arbeitsform ganz zu zerstören, ist wohl möglich. GroßGerün Tie Neuköllner„Gewaltmenschen". Vom Neuköllner Magistrat erhalten wir folgende Zuschrift: Der Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Sol- datenrats in Neukölln hat ein Flugblatt veröffentlicht mit der Ueberschrffl:„W o sitzen die Gewaltmensch« n", in dem er an verschiedenen Stellen auch den Magistrat angreift.' Die Angaben über den Magistrat sind durchweg unwahr oder völlig entstellt. Unwahr ist«S, daß der Magistrat mit Blut- vergießen gedroht ljat, wenn der Arbeiter- und Soldatenrat auf seine Vorschläge nicht eingehe. Wahr ist vielmehr, daß der Magistrat dringend gebeten hat, den von der Regierung vorge- schlagencn Vergleich anzunehmen. Der Magi'trat bat bei dieser Gelcgenbcit darauf hingewiesen, daß alle ruhigen und be- sonnenen Elemente doch ein Interesse daran haben müßten, alles zu tun, damit nickt aus irgendeinem Anlaß ein Blutvergießen in Neukölln entstände. Unnwhr ist. daß die Besetzung des Rat- Hauses und der übrigen öffentlichen Gebäude Neuköllns durch die 64cr unter Billigimg des Magistrats sich.vollzogen habe. Der Magistrat steht dem Vorgehen der 64er gegenüber völlig fern. Un- tva-br ist auch, daß der Magistrat sich dagegen gesperrt hat, daß die Volksküchen kontrolliert werden. Der Magistrat Hai nur gefordert, daß nicht«ine ganz willkürliche Kontroll« ohne Kenntnis der Dezernenten und des Magistrats staitfindet. Unwahr ist auch. daß der Magistrat die städtischen Angestellten zum Streik auf. gehetzt hat. Die Beschlüsse der städtischen Arbeiter und B«. amten beruhen auf völlig freien Enffchlüssen. Auch sämtlich« übri- g«n Bebauvtunqen des FluablatdeS. soweit sie sich auf den Ma» gistrat bezieben, sind unwahr und entstellt. Der Magistrat hat sich stets auf den Boden der von den VolkSbeaustragten und den VollzuciSräten erlassenen Berordnu-.-.g'n und Verfügungen gestellt. Der Neuköllner Arbeiter- �und Soldatenrat dagegen hat alle diese Verordnungen und Verfügungen übertreten, stdh nickt auf die Kontrolle beschränkt, sondern in die eig-ntlicke Verwaltung der Stadt eingegriffen, wodurch große Gefahren für die Ernährung der Bevölkerung und für di« übrig« geregelte Verwaltung zu be- fürchten waren. Bekanntlich fft ja deshalb da« VerHalden p«; Neuköllner Arbeiter- und Doldatenrais von der Regierung auch! auf da» schärfst« getadelt worden. J Heeresverwaltung und Holzhandel. In der Nr. 148 des„Holzniarki" wird behauptet, paß die Heeresverwaltung ihre Holzsammellager Düsieldoit.''re* teld, Porz und Duisburg an ieckS Händtersirmen zu einem Preis verkauft hat, der wesentlich unter dem Ein- kautsp reis der Mililärderwaliung bleibt. Falls diese Noliz richtig sein sollle,>o würde ein derartiges Verfahren der Heere?» verwaliung ihren bisherigen Zusicherungen absolut ivideri'prect en. wonach solche Holzbeslände nichr an die Privalfirmen, sondern direkt an die Gcmeiiideii oder gemeiiiiiützigen Bauvereine verkaufi werden wllieii. um eine Verdilligung des so nouvendigen Wohnungsbaues zu erreichen. Gegen ein solches Verfahren bat der zuständige AuS'chuß de» WohuinigsvcrbandcS Groß-Berlin bei den zuständigen Behöiden io- toll Prolest eingelegt. Es ist dringend eifolderilch, daß die Be« Hörden schleunigste Auffläuing über diesen Taibesiand schössen und die Verschleuderung von HeereSgut zugunsten einzelner KriegSgcwrnnfirmen unterbleibt. ArbeitSvermittlnngsamt des Landwirtschafts- minifteriums. Di« Demobilisation und di« Stillegung von Betrieben als Folge von Arbeits- und Kohlenmangel hat die Zahl der Arbeitslosen in den Großstädten und besonders in Berlin ins Ungeheuerliche wachsen lassen. Man rechnet für Groß-Berlin mit Einschluß der vom Heeresdienst Entlassenen mit etwa 466 000 Arbeitslosen. Das für die Massen zurzeit aufnahmefähigste Arbeitsgebiet ist fraglos die Land- und Forstwirtschast mit ihrem Bedarf an Arbeitskräften für Dresch-, MeliorationS- und Holzschlagarbciten. DaS Ministerium für Landwirtschaft. Domänen und Forsten hat infolgedessen ein Ressort„ArbeitSvermittlungSamt d«S Land- wirtschaffsminffteriumS" eingerichtet, welches bereits im engsten Zusammenhang mit allen interessierten Stellen sVe Hörden, landwirtschaftlichen Körperschaften und Gewerkschaften) Maßregeln er- griffen bat, um einerseits die ArbeitSmöglichkeiden festzustellen, ande- rerseits für die Arbeitnehmer zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu schaffen und sie schnellstens an die ihnen zusagenden Arbeitsstellen zu leiten._ TaS Vertrauen zu den Mieteini�unasämtern. ist bei den Mietern nicht besonders groß. Schlechte Erfahrungen, die gemacht wurden, mögen den Zweisei an dem Erfolg der An- rufung eines MieteinigungSamtes erklären. Etne vom Mieteini- gungsamt abgewiesene Einwohnerin Eharlobtenburgs schreibt uns sogar, die ganze Sache sei ihr vorgekommen, wie wenn Komödie gespielt würde. Wir glauben aber, daß doch die Fälle, in denen der Mieter bei dem EinigungScnnt den gewünschten Schutz findet, weitaus überwiegen. Zu denken gibt freilich ein Hinweis, den ein gleichfalls aus Charlottenburg unß zugegangener Brief enthält. Der Verfasser fiigt ein Formular für einen an das MietemigungS- amt zu richtenden Antrag auf Kündigungsaufhebung bei und äußert die Vermutung, daß wegen der darin gestellten Fragen über die Familien- und EinkommcnSvcrhält- nisse des Mieters mancher von vornherein auf weitere Schritte gegen seinen Hauswirt verzichten wird. Der Mieter soll nicht nur für sich seber. sondern auch für sämtliche Familienmit- alieder, soweit sie die Wohnung mitbenutzen, die Höh« öcS Einkommens und etwaigen Vermögens angeben. Auch nach den Ar- beitSstätten des Familienhauptes und der Angehöriocn wird ge- fragt, damit nötigenfalls durch Nachforschungen die Angaben über das Arbeitseinkommen geprüft werden können. Dazu kommen Fragen über den Ertrag etwaigen Geschäftsbetriebes oder etwaiger Zimmervermietung, über di« Höbe von Zinsen und Renten, über Kriegsunterstützung und Mietbeibife und schließlich nock über „sonstige Zuwendungen". Der Einsender schreibt:„Man bat das Gefühl, daß man selber zum Nutzen der Wirte das Material zur Begründung von 26— ZZhhp rozentigen Miete st eigerungen liefern soll." Wir stimmen ihm darin bei, daß«in solches Verhör nichts damit zu tun hat, wie hoch der Mietwert einer Wohnung ist. Daß die Wißbegier sich sogar aus die Familienmitglieder und ihre Einkommensverhältnisse er- streckt und anscheinend danach auch di« Zuläfsigkeit einer Miete- stcigerung beurteilt wenden soll, setzt dem Ganzen die Krone auf. Der Einsender weist auf den Gc'gensatz hin, daß bei der Wohnung«- suche die kinderreichen Familien oft abgewiesen werden, aber bei der Mietebemessung die HauSagrarier da§ Einkommen lchon er- werbStätiger Kinder de» Mieters sich zunutze machen möchten. Wie der Hungerkrieq szewirkt hat, weiß man in Heil- und Pfleg ean stalten am besten. Dort hat aus Grund der ständigen Ueberwachung durch Aerzt« und ihrer an den Anstaltsinsassen gemachten Beobachtungen sich der bestimmte Nach- weis erbringen lassen, daß die Ernährungsmängel den Körperzustand schwer geschädigt und die Sterb- lichkeit beträchtlich gesteigert h a b« n. Aus den Irrenanstalten der Stadt Berlin erfahren wir einiges hiervon durch den Jahresbericht über das VerwaltungS- fahr 1916/17(1. April 1316 bis LI. März 1917), den der Magistrat erst jetzt veröffentlicht hat. � Für alle vier Anstalten zusammen betief sich die Zahl der in dem Jahre Gestorbenen auf 8S2 Männer, 762 Frauen, zusammen 1554 Personen, gegenüber 573 Männer» 442 Frauen, zusammen 1615 Personen im vorhergehenden Jahr. DaS bedeutet für 1316/17 ein« Zunahme der Sterbefäll« um. mehr als die Hälft«— ein Ergebnis, das sehr auffallen muß, da die Gesamtzahl der verpflegten gegenüber dem Vorjahr abgenommen hatte. Die höhere Sterblichkeit, sagt der Bericht der Anstalt Dalldorf, hat zweifellos ihre Ursache in der mit der Dauer des Krieges zunehmenden Mißlichkeit der ErnährungSverhältnisse. Sind diese in der Anstalt auch keineswegs schlechter als im allge- meinen bei der AuhenSevölkerung, so ist doch di« Widerstandsfähig- keit einer großen Zahl von Geisteskranken gegenüber der mangel- hasten Zufuhr namentlich von Fett sehr herabgesetzt. AuS der An- stalt Herzberge wird gemeldet, daß di« Knappheit der Lebensmittel und die Minderung ihrer Güte sich auch hier sehr fühlbar macht« und daß daher die Sterbefälle sich erheblich mehrten. Ausfuhr- licher äußert sich der Bericht über die Jrvenanstalt Buch. Die knappe Beköstigung verursachi«, sagt er, auch weiterhin G cw ichtS- abnahmen der Pfleglinge. DaS Durchschnittsgewicht wurde berechnet für April 1314 noch auf 53,8 Kilogramm, für April 1316 auf 56,4 Kilogramm, für April 1316 auf 63,8 Kilo» gramm, aber für April 1317 auf nur noch 47.7 Kilogramm. Jn der Anstalt Wublgarten war ein mit Ausnahm« weniger Monate stetiger Gewichtsrückgang zu verzeichnen. DaS Durchschnittsgewicht ging in Jahresfrist zurück bei den Männern um 6 Kilogramm, bei den Frauen sogar um 7 Kilogramm, bei den Kindern um 3 Kilogramm. Der Bericht bebt aus Wublgarten hervor, daß am schlimmsten die Zeit war. in der Steck- und Svasserrüben den KartoffelauLfall wet:- machen sollten. Es traten dann bei den Anstaltsinsassen ebenso wie bei der Außenbevölkerung die Krankheitsfälle mit Oedemen (wassersüchtigen Schwellungen) auf, die wesentlich auf Herz- schwäch« bei allgemeinem gettschwund beruhen dürften. Infolge der Unterernährung wurde auch gungen» schwind sucht zahlreich beobachtet, wa» um so auffälliger war. da früher kaum Lungenschwindsucht sich während de» Anstalt?- aufenthaltS entwickelt hatte. So sab es in Anstalten aus, deren hygienische Einrichtungen al» n-icht schlecht bekannt sind! Di« Außenbcvölkerung hatte zwar hinsichtlich der Ernährung immer noch einiges vor den Anstalt?« insassen voran«. Sie konnten minder schwer als dies« sich„hintenherum" noch einige Lebensmittel verschaffe«, falls das nötige Geld war. Für sie kamen2 Brotkommission pro Kopf 1 Tose Wur st brotauf strich verteilt. BiS Freitag, drn S7. d. MtS., wird in den Bezirken der 24.. 25.. 27.. 29.. 30. bis 43., 53. bis 58., 60., 76., 171., 174., 179., 197., 223., 223. und 228. Brottommission und bi« Dienstag, den 81. d. MtS., in der 48. und 63. Brotkommission pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt. Sigjinr. des«ltcn VollzngSrats nnd der Soldatenmitglietzer der Rcnnerkomniission. Am 2, Feiertag, 10 Uhr vorm., findet im Mmistersaai des Abgeordnetenhauses eine Sitzung des alten Voll- zuaSratc« für Grotz-Berlin. zusammen mit den von den Soldaten- räta» gewählten Mitgliedern der Neunerkommission statt. Die Sokdatenmitglieder des alten VollzugSrats und die Mitglieder der Ncunerkommission finden sich bereits um S Uhr ein. Arbeitsstellen für 1900 Arbeiter werden sofort in der Nähe von Berlin durch die Arbeitsnachweis« vermittelt. Vgl. Inserat '.n dieser Nummer. Eine AltSkunftSstelle für HeerrSangebörig, befindet sich in der Universität Zimmer 70. Singung Univcrsitätsstraße. Dort wird Auskunft erteilt über den Standort der Ersatztruppenteil«, Ver- setzungen und Entlassungen. Dienstzeit 9— B Uhr. Tie Friseurgeschäftr bleiben am zweiten Feiertag geschlossen. Tie wenigen Geschäst«, die etwa noch offen halten, sollten am zwei- ten Feiertag nicht in Anspruch genommen werden. Di« Gedilsen und Gehilfinnen versammeln sich morgen(Donnerstag) vormittag um 10)4 Uhr im Gewerkschastshau«. um zur Regelung de» Acht- srundentaye« im Friseurgewerb« Stellung zu nehmen. Di« Angestellten drS Schuhwar-nbeuse» Dvrniwrf find am 24. n den Ausstand getreten weil der Inhaber der Firma es ak'lehnte, über die Forderungen der Angestellten zu verhandeln und seinen Standpunkt dahin präzisiert«, daß er sagt«, er weiche mir der Ge- watt. Di« Angestellten sahen sich doch« zur Arbeitsniederlegung veranlaßt, Theatervorstellung für Arbeitslose. Die Bildungsabteilung der ErwevbSIosenfürsorg« Groß-Berlins veranstaltet am zweiten Feier- tag, nachmittags 3 Uhr, im Zentral-Theater, Kommandaniensir. 57, «ine Vorstellung. Zur Aufführung gelangt„Die Erziehung zur Ehe", Komödie in drei Akten von Otto Erich Hartleben. Ein- trittskarten zum Preise von 50 Pf. sind im GewerkschastShaus, Enyebufer 15, zweiter H»f, Bureau der Herberge, und soweit noch Karten vorhanden sirid, von 2 Uhr an im Theater zu haben. Ueber daS Thema: Drutfch-Böhmen, ein neues Elsaß?" wer- den am Sonntag, den 29. Dezember 1918, vormittags 11 Uhr, in den Prachtsälcn des Westens, Spich« rnstr. 3, abends 8 Uhr, im Bechfteinsaal, Linkstraße, zwei Volksversammlungen stattfinden. EL sprechen die Herren: Ed. Bernstein, Dr. L. M. Hartmann, deutschösterreichischer Gesandter, Professor Dr. Herkner, Dr. Abbrecht Freiherr von Rechenberg und«in Führer der deutsch-höhmischen So- zialdemokrati«.— Eintritt frei Wieder ein Raubmord auf der Landstraße. Die Unsicherheit auf den Landstraßen in der näheren und weiteren Umgebung Berlins nimmt in erschreckender Weise zu. Wieder liegt Meldung über einen solchen Raubmord vor. Aus Lycken in der Uckermark wird uns telegraphisch berichtet, daß dort beute nachmittag der Gutsinspcktor Fromme auf der Landstraße ermordet und beraubt worden ist. Fromme befand sich auf dem Wege von Lhchen nach dem etwa ein« halbe Stunde entfernt gelegenen Guts- Hof S ä h I e, als die Räuber über ihn herfielen, ihn«mordckon und ausraubten. Sie erbeuteten u. a. 8000 M. in Kriegsanleihe. Daraus wird geschlossen, daß die Mörder über die genaueren Ver- hältnisie ihres Opfers unterrichtet waren. Bis jetzt fehlt von ihnen jede Spur. Groh-Berliner Lebensmittel. Pankow. Bom 27. ab gelange» in jablreichen Seschästen gegen Abtrennung des NezngS- und OuittungSabsckinitteS 7 der Panlower LebenS- mMelkarte Salzhering«(150 Gramm für S5 Pf.) zum Verkauf. Lichterfelde. 575 Gramm Marmelade auf Ar. 82 und SZ der Lebensmittelkarte bis zum 27. 100 Gramm Graupen auf Nr. 84 vom 24. bis 28. Fischkonserven auf Nr. IS vom Montag ab in den angemeldeten Näucher- Warengeschäften.— Vom 24. bi» 28. an eingetragene Kunden aus Rr. 84 der LebrnSmittelkart« im Gramm Graupen 9 Pf.— Die aus Nr. S der Bezugskarten für"Ojährige vorgcmeld-ten Kartosfelgraupen können vom 24. ab auf Nr. g derselben Karte in den angemeldeten Konsitürengeschästen abgeholt werden. 1 Pfund Kartofselgiaupen(Sago) 1,20 Mk.— Der Weißkäsevrrkauf erfolgt in der Woche, 2Z. bis 29., gegen Abschnitt 22 der Lebensmittel-Nebenkarte A. Martendorf. Di« Gemeinde verkaust aus Abschnitt 81 der Grof-Ber- liner Lebensmittelkarte 250 Gramm Marmelade(50 Pf.). Die Karten sind bi« 2«. bei einem Händler(siehe amtliche Bekanntmachung der Namen) zur Abtrennung der Abschnitte vorzulegen. Ter Verkauf begiDtt cm SO., nachmittag? 4 Uhr. Für die bis zum 5. Januar nicht eingelösten Ab- schnitte erlischt das BezugSrech«. Hroß-Serttner parteinachrichten. 1 1 Mitgliederversammlungen finden Freitag, den 27., abend? 7 Uhr, in Berlin statt, welche sich mit den Wahlen zur Nationalversammlung beschäftigen. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. Siehe Inserat.._ Sozialdemokrattschrr Verein Niederbarnim(Soz. Partei Deutschlands). Sonnabend, den 28., abends S'- Uhr, KreiSgeneralversammlung in den Sophiensäien, Sophieustr. 17/18111. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den LandtagSwahlen. 2. Verschiedenes.— Der Vorstand. J. A.: Hermann Müller. Berlin IV. Freitag, den 27.(1 Feiertag), abends 7 Uhr, Ertra- zahlabend des' nlitzer Viertel» im Lokal von Dau«, Lausitzcr Str. 4K. Lichterfelde, ülm 8. Weihnachtsfeiertag, nachmittags 214 Uhr, findet im Lokal vormals Wahrendorf. Htndenburgdamm 104,«ine Mit- gliederverfammlung statt, die die Wahl zur Nationalversammlung zu organisieren und außerdem einen Delegierte» zur KreiSgenerawerjammlung zu wählen bat. Tempelbos. Freitag, den 27,/ abends 8 Uhr, in der Aula der 2. Gr- meindeschule, Wsrdrrftratze, Mitgliederversammlung dr» Sozialdemokra- tischen OrtSvrreins. Mitgliedsbuch oder Aufnahmequitttmg legitimiert. Britz. Mitgliederversammlung Sonnabend, den 28., abends 7i4 Uhr, in der Aula der 2. Gemrindefchule, Bürgerst«. 28. Anhänger der Mehrheit als Gäste wtlllommen Aosenthal, Niederschönhause», West, und Nowend. Frestag, drn 27., abend« 7 Uhr, I« Lolal von Barth, Viktoriastrabe, Ecke Prinzenstraße, Mitgliederversammlung. Lichtenberg. Die Parteimitglieder, die sich bisher zur Wahlhilse gemeldet hat- b und solche, die«ruh«dem Wahlhilfe leisten wollen, werden d r t n g l st ersucht, am Montag, den SO., abends 7 Uhr, im Lokal von Heinrich Stöber, Jungstraße 29, zu einer sehr wichtigen Besprechung zu erscheine». Zeuthen. Freitag, de» 27., abend» 7 Uhr, im Lakal« de» Herrn Paul Zill»»an», Besprechung aller derjenigen Parteiaenosien, die auf dem Boden»rr Mehrheitspartei stehen. Bei der Wichtigkeit der Besprechung ist da» Erscheinen aller unserer Anhänger dringend geboie».— Die Gin- beruser: Tbicme und Hausmann. AiwawcS. Freitag, den 29., abend? 8'4 Uhr, bei Singer, Prirfler- flraße 81, austerordentliche Mitgliederversammlung. Leser»es.vorwärts" und der.Brandenbg. Ztg." sowie Gäste haben Zuttitt. «rnSwalde-Friedcbcrg. Die au» diesem Kreise stammenden Genossen werden gebeten, ihnen bekannt« zuverlässige Adressen von Wählern deS Kreise» zwecks Zusendung von Material an Unterzeichneten gelangen zu lassen.— Eugen Brückner, verlin, Engeluser 15 1. Soziales. Das ReiSiSgesetz zur Militärhiuterbliekeneuversorgung. Das Milttärhimerbliebenengesetz kennt eine allgemeine und eine KriegSverlorgung. Die Sätze der letzteren find höher als die der ersteren. Für sie besteht auch nicht die für die allgemeine Versorgung geltend« Voxichrist, daß der Gesamtbetrag der VersorgungSgebühr- nisse der Hinterbliebenen den Betrag der Vollrente nickt übersteigen darf, die dem im Militärdienst verstorbenen Versorger bei völliger Erwerbsunfähigkeit auf Grund dcS MannschaftSversorguuflSgesetzeS zugestanden haben würde. In der ersten Kriegdzeit gewährte die Militärverwaltung allen Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen die reine Kriegsversorgung. Späterhin kam sie davon ab und ge- währte die Sätze der allgemeinen Versorgung mit den sogenannten KrtegSzuschlägen. Diese Zuschläge sollen in den Fällen, in denen «in Anspruch aus die allgemeine Versorgung gegeben ist. im Falle eine« KtiegStodeS den Betrag der allgemeinen Versorgung auf den der reinen KriegSvcrsorgung erhöhen. In der Mehrzahl der Fälle ist das kür die Bezüge der Hinlerbliebeuen ohne Bedeutung, denn zu den 300 M. Witwengeld und 00 M. Waisengeld nach der allgemeinen Versorgung werden Zuschläge von ttO M. für die Witwe und 108 M. für jede» Kind unter 18 Jahren gewährt, so daß damit der Betrag der KriegSversorguiig sich für die Wiiw« auch aus 400 M. und für «in Kind auck auf!68 M. stellt. Bei den Hinterbliebenen bei einer Familie von mehr denn vier Kindern mindert sich jedoch bei dieier von der Militärverwaltung beliebten Berechnung der Seiamibetrag der Versorgung. Da die Vollrente für einen Gemeinen 840 M. beträgt, ist bei der allgemeinen Versorgung schon Sei einer Witwe von vier Kindern der Betrag erreicht. Bei jedem weiteren Kinde ver- kürzen sich jedoch die Sätze im gleichen Verbältni». Damit wurden die Hinterbliebenen solcher Familien schlechter gestellt, wie jene, denen ohne allgemeine Versorgung, die reine Kriegsversorgung zu« stand. Da» Reichsgericht hat nun zu der Frage, ob die frühere oder die jetzige Ansiassung der Militärverwaltung die richtige ist, in einem Urteil vom 24. September 1913— Aktz. El. 140. 18— Stellung genommen und die neuere Auffassung der Mitiiärver- waltung als unbillig und dem aus Entstehungsgeschichte und Fassung de» Gesetzes klar erkennbaren Zwecke de» Gesetze» al« widersprechend bezeichnet. Wenn auch das Nebeneinander der allgemeinen Versorgung und KriegSversorgung zulässig sei, so finde doch die Kürzung der Sätze der allgemeinen Versorgung bei großer Kinderzahl seine Schranke in dem zwar ausdrücklich nicht ausgesprochenen, aber dem Sinne»»d Zweck des Gesetzes mit Bestimmtheit zu entnehmenden und eigentlich selbstverständlichen RechlSsatze, daß den Hinter- bliebenen der im Felde gefallenen Soldaten an allgemeinen und KriegSversorgungSgebührilissen mindesten» daS verbleiben müsse, wa» ihnen zustände, wenn sie nur die KriegSversorgung zu bean- spruchen hätten. Die Nebeneinandergewährung von allgemeiner und Krieg»«' Versorgung sei alS eine Vergünstigung gedacht, die vor dem Militärhintcrbliebenengesetze nur den Offizieren zustand, nun aber auch den Hinterbliebenen der Militärperionen der Unterllaffen zu- teil werden sollte. Ein Grund, diejenigen Hinterbliebenen, welche außer dem Anspruch auf die Knegsversorgung noch den auf die allgemeine Versorgung haben, schlechter zu stellen alS diejenigen, welche den letzteren Anspruch nickt haben, sei schlechterdings nicht erfindlich. Eine solche Scklechterstelluug wäre geradezu uuver« nünitig; sie könue vom Gesetze nicht gewollt sein. DaS wird nun auS der EnlstehnngSgeickickte des MilitärhrnterbliebenengeietzeS begründet. DaS ReickSgeiickt kommt zu dem Schluß, daß die Kürzung der allgemeinen Versorgung insoweit nicht erfolgen könne, als dadurch der Gesamtbetrag der der Witwe und den einzelnen Kindern der Gefallenen zu zahlenden allgemeinen und Kriegs« Versorgung unter den Betrag der Sätze sinken würden, die ihnen zuständen, wenn sie nur die KriegSversorgung zu beanrpruchen hätten. Mit diesem Urteil ist nun endlich Klarheit in einer für die Hinterbliebenen bcdentnngsvollen Streitfrage gebracht. Es kann keinem Zweifel unterstehen, daß die Milrlärverwaltung nun auch au» diesem Urteil die Konsequenzen für jene Fälle zieht, in denen nach ihrer alten Auffassung eine Kürzung der Gebübrnisse ein- ge'.relen ist. Sie wird also eine Umrechpung dieser VersorgmigS. gebührnisie erfolgen lassen müssen und damit auch dem nun vom Reichsgericht anfgestelllen RcchtSgrundsatz die gebührende Beachtung zuteil werden lassen müssen. Sriekkasten üe? l�eöaktion. HauSIunst. Eine solche Schrift erscheint im Verlage deS Deutschen Holz- arbciterverdandeS, Berlin SO., Rimgestr. ZO.— E. H. 104. Ist uns nicht bekannt.—«z. 300. Ja.— O. H. 83. Ein Gesuch nn Sassenbach stellen wir anheim.— P. 333. Die AerösseuilichungSpslicht besteht für eine G. m. b. H. nicht.— K. B. 33. Sie müssen bei dem Standesamt, bei dem die Geburt des Kindes gemeldet ist, die Ehelichkeit anerkennen.— W. P. 21. Die Firma, bei der Sie zuletzt beschäftigt gewesen sind, zu Bedingungen, die Sie vereinbaren müssen.— St. 41. Di« bei der Einstellung gctrossenen Vereinbarungen sind rechtSgiiltig.— L. 24. Bis zur Dauer von 6 Wochen haben Sie unseres ErachtcnS Anspruch auf Fortzahlung deS Lohne». — I. 55. An das Bezirkskommando II, am besten persönlich.— B. L. 477. KriegSministcrium.— B. 10. Melden Sie Ihre Ansprüche beim Bezirks- kommando an.— R. W. 75. Wir halten die Inhaberin zum Schaden- crsatz verpflichtet. Fordern Si« unter Setzung einer Frist Beseitigung de» Schadens unter Androhung der Klage, die Sie dann eventuell erheben müßten.— Th. 50. Nein.— Ott, L. 7. Wir können in der Angelegenheit nichts veranlassen. Die Angestellten müssen sich an ihre Organisalton wen- den.— 31. H. 105. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ein Antrag ist zulässig. Die Be- Hörde entscheidet darüber. 4. Ja.— O. P. 30.«. S. 22. Auswärtiges Amt Berlin, Wilh-lmstr. 75.— Ed. F. Verpflichtet sind Sie dazu nicht, die Umschreibung ist aber zweckmäßig,—«. M. 94. Dafür ist das dortige LandratSamt zuständig.— H. 40. I».— 0. G. 35. Leider stehen Ihnen wettere Ansprüche nicht ,u. Die Unterstützung haben Sie noch bi» Witte Januar ,» beanspruchen.— R. B. 18. Ein solcher Anspruch steht Ihnen i'icht zu— H. St. 6. Von der Heimatbcbörde ist auch jetzt noch ein Ehe- fähigleitSzeugniS zu beschaffe«.—«. 2000. Ein solcher Anspruch besteht nicht._ Mus aller Welt. Unglück auf der Heimreise. Gr-rz, 24. Dezember.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Am Heiligen Abend um 8 Uhr stieß im hiesigen Bahnhof ein« Ver- schublokomotive an«inen bort stehenden mit deutschen Sold«. ten desetzten Zug. Zwei Wagen wurden zertrümmert; sechs Sol. baten wurden dabei verwundet, konnten aber im Zug mitgenommen werden. �ugenüveranftaltimyen. Verein Arbeiterjugend„Groß. Berlin". Donnerstag, 2K., abends 6 Uhr. im Jugendheim, SA. 03, Lindenstr. 3. Weihnachtsjeter. Einlaß. karten 20 Pf. Weißenfee. Im Jugendheim, Wolkpromenade 1, WeihnachtSseier (Heine-Abend). abends 7 Uhr. Einlaßkarten 50 Ps. „vorwärts"- Leser! Die Wahlen des 13. Januar werden schon am 1. Ja» nnar entschieden!. �. Von der Lcscrzahl, welche die Presse jeder Partei in den Wahlkampf nlitbringt, hängt sein Ansgang ab! Werbearbeit für den„Vorwärts" ist Wahlarbeit für die Sozialdemokratie! Darum in jedes Ha»S, in jeden Betrieb massenhaft hinein mit dem„B o r w ä r t s"! Jeder Mann, jede Frau muß im Januar den„Vor- wärts" lesen!. Sorgt dafür, so wirkt Ihr für den Sieg! Gebt jedem, der den„Vorwärts" noch nicht hält, den sol- aenden Zettel. Fordert ihn auf, ihn ausgefüllt nn die Expedition deS„Vorwärts", Berlin SW.K8, Lindenstr. 3, zu schicken! Ich abonniere ab l. Januar den„Vorwärts" täglich zweimal frei ins Äaus für 2,25 M. monatlich Name--- Beruf___ Wohnort------ ( vorn j Straße?-------! Teitrnsl Treppen- l Ouergeb. J Bei wem?__ Nachruf. Als Opfer des Krieges starb im Feldlazarett 13V Kiew am 29. November. 6tty pollsbl l Schmied, Krauistr. 2S. am \ 29. November. Willi Müller - Mechaniker, Greifenhagener [ Straffe 14, am 3. Dezbr. Psal Zlilmer [ Blechaniker, Stfilestfche | Straffe 27c, am 9. Dezbr. Jotees Sclraarz 1 Schlosser, Wielesstr. 48, am 1 13. Dezember. 124, S Mop Bstan I Schlosser, Neukölln, Riem et>- | straffe Iii, am 18. Dezember Geopg PacJisIoBSkl 1 Schlosser, am 18. Dezember an Magenleiden. ■ CCHre ihrem«»denken! Die Ort»oer»alt»ng. Am 21. verstarb unser| I Kollege und Vertrauens- i mann Frifz Donat I nach kurzem Leiden im Alter j | von 42 Jahren. Die Beerdigung findet J 1 trat Freitag, den 27., auf| 1 dem Friedhof der Bartolo» l j miius-Gemeinde in Weiffen- l see, Falkenberger Weg, um I ' � Uhr statt. 745b| Ehre sein»» Andenk»«! Die Kollegen der Finna H Hoffmann, Prledrfchstr. 50—81. AZZMlZ! Dr. med. Laads beh. schnell, gründlich, möglichst schmerzlos u. ohne Beruisstör, (ierciilecklskrankh� gelieime tlsut-. tlarn, Fraurnleideo, Schwäctie. Erprobteste Method. Horn- und Blutunter�uciiung, Königstp. JW. Spr. 10— 1 u.S— 8 gonnLlQ— L SpeziaUrztS�-: Sypnilis, Haut-, tiara-, Oe- BChiechts-, Frauenleiden, Bein- kranke, Blu'.untersiicliung, B- Itandl. sieb., sclimerzl. II. ohne Bcrufsstö-Tsilr. Scp llnmsne. FfieilFiehstf.lSI�cÄ 4-8.(Sonntags lo-l Uhr.) ■loSpoz.-SeiiaEdi'jflgafB Saat., Harn-, Geschlecht»., Frauenleiden. Schnelle, sichere Behanblung. ohne Berussstijrung, liiahnge Präzis. bl7L' «Nf.»«ndreasstraffe 7-, «iiljUe E-ko Breslaner Straffe. dicht am Echiesiichen Bahnhol. Eprechst. I(M, 5-S/ Sonnt. 10-13. W. Freodenberii, Mohskr. 75 o. Nollendorfplah. Fernsprecher: Liiffow 3008. Verzogen* Dr. Msyenberg, Spezlukarzt für GeseMtskraEkiieiteo, ?. Friedrtchstr. 171 n. Iägerstr.18. S&nltätsrat p Dr. Wegscheider's j Brusttee u. Tropfen j "aclt Original-Vorschrift i gegen iiusien und Lungen-( leiden in Paketen zu 2 8 und 4 Mk. Elefanten> Apotheke Berlin, Leipziger Str." Dönhoffplatz. Spezialarzt Dr. med. Hs Fpieilpickstp.§ÖS,! □ r. med. 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M, nachmittags 2>/z llhr, auf dem Friedhof derElias-Gemewde, Nieder- lchönhmtfen statt. 731d Allen Verwandten u. Be- kannten hiermit die traurige| Nadirich t, daß meine liebe z ,sran, und gute Mutter Karle HesltEs geb. MriU am 21. Dezember sanft entschlafen ist. 742b| Diez zeigen schmerzerfüllt an i Otto Tledtke nebst Tochter Brno. Neukölln, Mahiowerft 25.'2S.! Die Beerdigung findet am I I Zrettag, den Ä. Dez., nachm. I N/z Uhr, von d. Leichenhalle I dosGemeindefriedhosesNeu- 1 »lln, Marietadorfer Weg, j aus statt. WBiSvas_,.,_____ Speslsilti�t Dr. siel Woekenfur» FpieJplübslP. 125. Sprechst 11-1, 6-8,.. Syphilis, Harn u. FrauenL, Blutunt Sc nelle. sich» schmerz I. Heil ohne BerutsstÖf. Teilzahlung. Spazlalerxt D?.taede8oletnan Ffieilrlcnätraßs'/I 91, en der Dorotheenstr Haut-, Hirn-, öescli.echls-, Fn'.ieuleiden, Sex. N.urasiiicnie. Kurze Be handig. ohne Berufsstörung. Teilz. Harn- u. Blutuntersuch. Sprechst. 10-1, 5 8. Sonntags 10-1. 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Aus dem Felde zurück Dr. Btsiadarter Arzt tür Innere Krankheiten und Kinderarzt• InnsbruckrrStr.8.\o!!end 2341 UHmi Dr. Äiireil Coiin Nene krnnstr. 40,• an der Koannan hauten straffe, proiü-lerf setzl roieder wScstouIlich S— 3, S—S. Annsnmesteüe lür II3L* riAmme- Ds�sttaag. LeruZuax. veerrfi�vnxbi'nslitut 7Z?. Steinriiek. Haupigesch.iikt ZleeeUtr. 2, Nähe Bhf. Friedrichstraße — Tel. Norden 235.— I. Zweigsetchäfi: Kaatstr. 55 b Tel. Wilhelm 808, '. Zwiggeschäk: BrunneestraBe 185 Tel. Norden 113. Keine Vorasszalilan?. BesüflrriefeMelferertkoi Pcrwa!tungs?te!le Berlin— N 5», Cinienftr. 83—85. Geschäftszeit oon 9—1 Uhr und oon 4—7 llhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Sonnlaz, ffeu 29. Dezember, Pünktlich vorm. 9 Uhr, in de« Pharns-Sälen, Müllerstr. 142: Branchenversammlung der Maschinenarbeiter u. Arbeiterinnen Tagesordnung: 1. Berichterstattung üb. die stattgefundenen Verhandlungen mit'den Unternehmern in bezng Festsetzung der Verdienste in unserer Branche. Berichterstatter: Kollege Paul Tirpitz. 2. Stellungnahme und Beschlußfassung dazu. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. gn dieser Versammlung, die die wichtigste seit dem Bestehen der Branche Ist, find olle Hobler, Bohrer, Stoße?. Fräser, Stanzer, Vresser, Zieher und Walzwerksarbeiter, sowie alle Arbeiterinnen vorstehender Berufsgruppen eingeladen. Kebt Betrieb darf unoccttetcn sein. Kesselschmiede! Sonntag, den 29. Dezember, vonntttaffZ 19 Uhr, in Bökcr» Festiälra, Wcbrrftr. 17; ! Bersammlung der Kesselschmiede. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Kollektivvertrag. 2. Diskussion. Alle Kollegen, auch unorganifierte, müsscu rrschelaeti. SöWeMMK SM W MM. Am Freitag, den 27. Tezember, abends 7 Uhr, finden Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis 2.. Xleinez Hans mit Gatten zu kaufen gesucht. «»rotte von Berlin. Ford. SchBpel, Tempelhof, Manteusselstr. 51. Sonntag, ben 29. Dezember, vormittags 10 Uhr, in Vökers Fcstsälr», Wcbcrstr. 17: Branchenversammlnug der Einrichter und Einrichterinnen. Tagesordnung: L Bericht über n.tfer Kollektivabkommen. Diakusston. 2. Branchenattaelegenbeiten. 3 Verschiedenes. In Anbettacht der außerordentlich wichttgen Tagesordnung ist zahlreiches und pünltliches Erscheinen dringend erforderlich. Freitag, den 27. Dezember<3. Feiertag), vorm. g'/,. Uhr, bei Riedel, Hnsfitenstr. 4t>: GAWMGlsWAÄüg kl MWMleife!. Tagesordnung: Stellungnahme zum Kollektivverttag. Jeder Kollege muß erscheinen! 124/9__ vi« Ltcttvellong. MWlKklsgMeilersklSßsS ücrwalhingsUelit Berlin—»ki s». Cinienftr. 83—85. Geschäftszeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1230. 1987, 9714. Sonnadend, den 28. Dezember, nachmittags püattU. S/z Uhr, in den Pharnssiilen, Müllerstr. 142: Vertranensletttekoufcrenz der Eisen-, Metall-, Revolverdreher und-Drcheriunen sowie Rundschleifer. Tagesordnung: 1. Berich! über die Verhandlungen der Branche zum Kollettip» pettrag. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Sorgt dafür, daß jeder Bettieb oder Adteitung vertteien ist. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sonntag, den 29. Dezember, vormittags'/-10 Uhr, in den Zenkol-Theater-FestsSlen, Alte Iakobstraße 30 fSroßer Saat): Branchcnverfammlnng der Eisen-, Metall-, Revolverdreher und-Dreherinnen sowie Rundschleifer. Tagesordnung: l. Bettcht Über dm Berhandlungm der Branche zum Kollektto- vrrttag. 2. Diskiilfion. 8. Verlchtedenes. Da die Tagesordnung äußerst wichtig, müssen alle Kollegen und besonder« auch Me Kolleginnen pilnntlich erschenteu. 124/8* vhue Mitgliedsbuch kein Zutritt. vi» Brancheahttkuag. An die MietMmfdüie M-Bnliiis nah Amgestung. Die unterzeichneten Oraanisattonen* laden hiermit die Obmänner der Angesteiilten.Uusschüsse tM einet ora Sonnkag, den 20. vez. 10XS, vorm. 91,', tttzr, in der»Reuen Pqilharmouic*(Speisesaal), Söpenicker Str. 90/97, stattfindenden �sllf GUimCn f Uttf J ein. Die Obmänner der verschiedenen Branchen werden gebeten, sich entsprechend den im Saal aufgestellten Tafeln zu gruppieren. � Tagesordnung: L Bericht der Eiebener-Kommtssion und Wahl einer stän- bigen Vettrentng. 2. Aichilinien für die Angestelltenbewegunz. 3. Berschiedenes. 740b Die Tiedeser-Kommiffion. Bund der technlsch-industtiellea Beamten. genttalverband der Honbluttgsgehilsen, Ort»'-r. Droß-Berlin. Verband der Dureauangrstellten Dmrschl., Orlsgr. Sr.-Bcrlw. SWMW. WNeiK.n« Am 27. vozember, abends 7V, Akte: Oeffentliche Versammlung im Bliithnerjaal, LÜtzowstt. 76. Thema: 203/13* Sozialistische Republik oder Geldsack-Republik. Referenten: tfL*x Grunwald» Redakteur A, MBgHcb. MmiMKlllg JonoSfls", —-- B-rlia IBM.- Am Sonntag,»en 5. 3anunt. Bechmlifags 2 Ahr. im Gewerkschaftshaus, Engeluser 15, Saal 5: G e n e r a l- V e r s a m m l n n g. Alle Mitgltedee, besonders die aus dem Felde zurückzekehtten, werden bringend gebeten, zu erscheinen. Von 5 Uhr ab im Saal 4(großer Saal) Tanz. 7jgz» Der Borstand. �harlottenburg. Im städtischen Charlottenburger Kratckenhause, Kirchstr.1S./20, ist eine ßenesll. Spreflisliicde Sir E&ut- iLCeselilecktskraflklieiten eingerichtet worden. Jeder Kranke erhält dott unentgeltlich Rat und Bebandluna. Ueber alle Mitteilungen detteff» der Erttankung wird Verschwiegenheit zugesichert. Sprechstunden: Montags und Donnerstag« vvu 11—12 Uhr vorm., Dientags und Freitags von 7—8 Uhr abends. 592D* Hasch t HIHe— doppelte Hifft! Sarurährenleihen, frischer und verasttter Ansstuff, Heilung in kürzester Frist. Stzphilis, ohne Beruf-st., ohne Em,p n. andere Gifte, Rannesschioäche, fosorb H.lse. Ueber ied. der drei Leiden ist eine au-fiihrü Broschüre erschienen mit zahlr. intL«tttachL u. Hundert, freiro. Dankschreiben Gehetlt. �usend. k�firnL zsg. 25 Pf. in MarL f. Potto in verschl. Doppelbrief ohne Aufdruck b. SpezialarztDr.meb.Damtaaun, Berlin lf>7,P»t«da«. Str. I23B. SprechsL: 9—10, 3—4. Genaue Angabe des Leidens erforderlich, damit die richtige Broschüre gesandt werden Kinn._* Ecfe-Ziashans cm SStrusfikkorso, m. Zentralheiztma u. Warmwasser, 3 und 4 Zimmer- Wohnungen, aus erfterHand für 550 000 HL bei gutem Ueberfchuff zu oerkaufen. dluliu» M» Bier» Lestqigee Straffe 28. Friedecan moderne« Wohnhaus mit 4 u. 5 Zintmerwobiningen, Warmwasser, Hühnerstall, Obstaatten, Dachgatten, Müllschlucker usw., lür 250 MO rn. zu vettanfen. Julius M. Bier, Leipziger Straße 28. Aula dcs Gymnasiums, Klosterstr. 43. Kammersäle, Belle-Alliunce-Strafie, Eing. Teltolver Straße. 3.„ Wollschläger, Adalbertstraßc 21. „Zum Alexandriner", Alexandrinenstraßc 37». Gcwerkschaftsslaus, Engeluier 15(Saal V). 4.. Tnrnballc, Geniein desckinle Krauistraße 43. 5., Aula Kömgfiädtisches Lyzeum. Greifswalder Straße 24/23 6.. Gesundbrunnen: Aula des Schiller-LyzcumS, Pankilraße 4t, Eingang Vöttgcrstraße. 6., Wedding: Anla, Grenzstr. 8, Ecke Wiesenitraße. 6.,' Moabit: Aula, Bremer Straße 13/17(Knabenschule). Tagesordnung: 1. Die Wahlen zur Nationalversammlung im Aeich und in Preußen. 2. Porschläge zur Auistellung der Kandidaten. 3. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung am Sonntag, den 29 Dezember. MS" Eintritt zu den Versammlungen nur gegen Vorzeigung. des Mitgliedsbuches. Beiträge werden in den Versammlungen entgegengenommen. Der Vorstand. Msiter der Firma Karl Seermsnn. Freitag, 27. Tezember, nachmittags 2 Uhr, im Semen' fchaftshau».(Engelufer: Versammiung. 735b Oer Arbelierrat. ITitarQraf&Co Achtung! Berutifft! Mein Sohn Hans Landeck, Diu.» Funker» Abteilung 122, Deutsche Feldpost 933, Ins.. Reg. 139, 1. Vati., 8. Komp., wird seit dem 27. Septbr. 1918 bei den kämpfen um Haorin- eourt fbei Eomdrat) vermißt Nach Mitteilung der Trupp« wurde die Ctellung von den Engländern überrannt und die ganze Station vermißt. Kameraden, die mir Aus» kunft erteilen können oder Leidtragende, die bei dieser Station ebenfalls Angehörige hatten, bitte ich herzlich, falls st««Uf 5er Gefattgenschaf! Nachricht erhalten haben, mir ihre Adressen mitzuteilen. Auslagen vergüte ich. Frau Emilie Land eck. Wsvgrowitz(Posen). ö. mT ,13 i f?QnoruerftrQiJe 9 Tauenijienffr-IÖQ lumeien SpeS'.TerlenKetten Bekanntknachung. Die dem WohnungSamie der Stadt Berlin unter- stehenden Ist Wohnnngs-Jnspektionen haben jetzt samt- lich ihre Tätigkeit begonnen: diese erftterkt sich zu- nächst hauptsächlich auf: a) Bearbeitung der Anttäge auf Nutzbarmachung von Wohnräumen, zu deren baulicher und wohnlicher Herrichtung Kostenzufchiisse aus öffentlichen Mit- teln gegeben werden, sowie Schaffung der sich hieraus ergebenden Arbeitsgelegcnheiien. d) Nachweis von kleinen und mittleren Wobnungen. Die Anmeldepflicht der Hausbesitzer bzw. Ver- Walter wird durch eine in diesen Tagen zu veröffentlichende Polizeiverordnung eingeführt werden. o) Bearbeitung von Anttägen zur Besichtigung von Wohnungen, soweit hierfür nicht lediglich die Baupolizei in Frage kommt. Die Adressen der 19 Wohnungs-Jnspekttoucn sind solaende: l. Wohnungs-Jnspektion: Landsberger Str. 85, 2. Wohnungs-Jnspektion: Köthener Str. ZU r., Z. Woh- nungs-iJnspektion: Att-Moabit 1Z8 pt., 4. WohnungS- Inspektion: Uttechte; Str. 30/Z1, 5. Wobnungs-Jn- spettion: Brunnenstt. 591(bis 1. 1. 19: Bernauer Straße 89/99), 6. Wohnungs-Jnspektion: Brunnen- straffe 591,.7. Wohnungs-Jnspektion: Greisswalder Straffe 5i pt., 8. Wohnungs-Jnspektion: Rigaer Straffe 103 Hos I(ab 1. 4. 19: Thaersir. 401 l.. 9. Wob- nnngs-Jnspekiion: Manteuffelstr. i PI., 10. WohnungZ- Jnspcktion: Jeiusalemeisir. 91. Berlin, den 21. Dezember 1918. Deputation für das Wohnungswesen. Loehning. Tgb. Nr. 1797 Wohn. 18._ Erstes undältestes E4ur,IaEti(1it ,,i>8ser'' •f>Ss>öziai-S6h8ndlnnB<|> v. irischen u veralteten Haut- u. Geschlcchtslcidcn icder Art, spez. chronischer hartnickiger Harnröhr.-A sflüsse; Blasen-, Nieren-, Nerven-, Manresschwäche. Gegen Syphilis eigene Heilmethode verb. m Ehrllch-Hata-Kuren. Röntffcn-LaboraL Blutuntersuch. Quecksilber-Entziehungskur, i. cig. Kur Bad, get-, Räume für Damen Honorar mäßig! ZOjähr. Praxis! Pierdeaaklion. Am Freitag, den 27. diese» Monats, 9 Uhr vorm., wird die unterzeichnete Abteilung etwa 100 arbeitsfähige Pferde meistbietend versteigern. Nur Besitzer von roten und wei» Ken Pferdekarten, die von der Polizei gestemoelt sind, hoben Zutritt, Händler find ausge- schloffen. Jeder Käufer muff sich legitimieren können. Di» Versteigerung findet im Ka» sernenhof der Luftsch.-Ers.- Abt. I Berlin-Reinickendorf. West, Epandaner Weg, statt. iustschisfer-Sesatz-AbieUung l. 82SD Freitag, den 28. Dez, findet vormitt: z» 10'/, Uhr, beim Zelcgc.-Bofl. Treptow eine Pfrrdcv ersteig ernng statt Abgabe erfolgt nur an Inhaber von Pferdekatten.Pserdehändler haben keincn Zutritt 22S/7 Dir, Löser senior nur Bosentha!erStrw69*70�VRi�"S'� # ZRSZiMMUNMURZ# m SesSieLlS'. Deal- v. öaraieiöeB jeder An. bei Männern und Frauen, fpez. veraifefe(chronische) Qaru'cihcn u. Auosttisfe, nerv. Schwäche tc, Syphilis, Ehrlieh- Hain-ttnren, BltefunfeCiachun,, LIchf- und Lilplea-Veitnadlaaz, Ott-zeftüfezc-Onkziehungs-Aacta. 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Januar 1919 zur Prüfung durch den Wahl- ansfchuff und zur öffentlichen Bekanntgabe der zuge- lasscnen Wahlvorschläge einzureichen. Berspätel eingereichte Wahlvorfchläge finden keine Bcrücksichliguiig. Die Wahworschläge müssen von mindestens 199 im Wahlkreis zur Ausübung der Wahl berechtigten Per- sonen unierzetchnet sein. Die Unter�ichner sollen ihren Uitterschrrften die Angabc inres Berufes oder SiandeS und ihrer Wohnung beifügen. Gleichzeitig mit den Wahlvorschlägen sind Bescheinigungen der Gemeindebehörden(Wahlbureau des Piagistrats) vorzulegen, daß die Unterzeichner in die Wählerliste ausgenommen wor- den sind. Di« Wahlvorschläge dürfen nicht mehr alS 14 Namen enthalten. In den Wahlvorfchlägen follen die Bewerber mit Ruf- und Familienname« ausgeführt und ihr Stand oder ihr Berus sowie ihr Wohnort so deutlich angegeben werden, daß über ihre Persönlichkeit kein Zweifel besteht. Sie sind in erkennbarer Reihen- folge aufzuführen. Bon jedem vorgeschlagenen Bewerber Ist eine Er- Närnng über seine Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag anznschlieffcn. In der Stadt Berlin darf der Bewerber nur einmal vorgeschlagen werden. Mehrere Wahlvorschläge können miicinaydcr ver- bunden werden. Die Verbindung muh von den Unter- Zeichnern der betreisetiden Wahlvorfchläge oder ihren Bevollmächtigten übereinstimmend spätestens am 12. Januar 1919 bei mir schriftlich erklärt werden. Auf Grund des tzicichswahlgesetzes vom 59. No- vcmber 1918 bildet die Stadt Berlin einen Wahlkreis und hat 14 Abgeordnete in allgemeinen, immitteldaren und geheimen Wahlen nach den Grundsätzen der Ver- hältniswabl zu wählen. Verbundene Wahlvorschläge können nur gemein- schafllich zurückgenommen werden. Die verbitudenen Wahlvorschläge gelten den anderen Wahlvorischläge» gegenüber als ein Wahlvorschlag. Jeder Wahlvorschlag darf nur einer Gruppe von verbundenen Wahlvorschlägen angehören. In jedem Wablvorschlagc soll ein Vertrauensmann bezeichnet werden, der für die Verhandlungen mit dem Wahlkommissar und dem Wahlausschüsse zur Rücknahm» des Wahlvorschlages svwi« zur Abgabe und Rücknahme von Verbindungserklärungen bevollmächtigt ist. In derselben Weise kann ein Stellvertreter des Vertrauens- manne' bezeichnet werden. Fehlt die Bezeichnung des Vertrauensmanns, so gilt der erste Unterzeichner als solcher. Gleichzeiiig bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß ich zu Beisitzern des WahlansschusseS: 1. den Stadwerordncten Herrn Justizrat Hahn, Brüderstr. 89, 2. den Stadwerordneten Herrn Imberg, Hallesche Stt. 21.«., 3. den Stadwerordneten Herrn Koblenzer, Stslpische Sir. 35.... 4. den Stadtverordneten Herrn Z u b e i l, Grünauer Str. 32 und zu deren Stellvertretern: 1 den Stadtverordneten Herrn Justizrat H.al- len sieben, Kaiser-Wilbelm-Stt. 53, 2. den Stadtverordneten Herrn Ritter II, Engeluser 15, berufen bab«. Berlin, den 23. Dezember 1218. Der Wahlkommissar für den Wahlkreis Berlin für die Wahlen zur versasinnggcbendcn deutschen Rattenalversaminlung. Loehning, Siadtrat. Willii Korke« beseitlft D�traw'sHaussilbel ied. HautausschL Flecht., j fi autln ck., bes. Belnsebad.. I Krampladtrn d. Frauen u' derfl, in Originaldus. 2.25. L 4 25 7 50 erhältlich io der| .,E:elan!en-ApMhe!;e" I Berlin SW lv, Leipziger FtraSe 74(a DAnnolspi) f 10 008 M\.-m 11,71 1000 BejOKfcgeta« 7.00 1000«.»»-«nhckngee 20.-. Buchdr.Rund,Pa!;sadenstr.l0.f Wein und Sekt. kaust ,u höchsten Preisen R. Nachemsrtln 0. m. d. H„* C|etl»tttmSg., Wtnbscheidstr. 5. Minaretten � ScsnnFftabak:i Raachtabal für Wlcdervarklafer j Kl. Outtman* Berlin O 27 Aleianderttr. 22. Nr. 354<» 35. Jahrgang öes vorwärts Mittwoch, 2ö.DsZ2mber Reichskonferenz öes deutschen Eisenbahner'Verbandes. Für den 21. und 22. Dezember war eine Konferenz von Ver- tretern des Deutschen Eisenbahnerverbandes nach dem Gewerk- schaftshause in Berlin einberufen worden. Diese Konserenz machte sich, wie der Vorsihende B r u n n e r in seiner Eröffnungs- rede bemerkte, aus den Politischen Verhältnissen heraus dringend notwendig. Der Vorsitzende Genosse Brunner verwies auf die infolge der Revolution grossen Veränderungen in der Regierung. Ter Ministerialdirektor Hoff habe es bis jetzt verstanden, in durch- aus anerkennenswerter Weise den an den Betrieb gestellten riesigen Ansprüchen unter den so ichwierigen Verhältnissen gerecht zu wer- den, ausserdem aber auch die vielen Wünsche des Personal? nach Möglichkeit zu befriedigen Des weiteren streifte der Redner seine Tätigkeit als Beigeordneter de? Eisenbahnminister?, seine Zu- sammenarbeiten haben sich aber Fälle ergeben, die es für die Zu- lichen Eiscnbahnerverband, vornehmlich soweit es den sogenannten Verkehrsbeirat und die Lohnkommission betraf. Aus diesem Zu- sammenarbeiten haben sich aber Fälle ergeebn, die es für die Zu- kunft ganz unmöglich machen, mit diesen Organisationen die Jnter- essen der Eisenbahner gemeinschaftlich weiter wahrzunehmen. Auf seine Tät'gkeit als Beigeordneter im Ministerium eingehend, er- klärte Referent, daß während seiner dortigen Tätigkeit .die Akkordarbeit beseitigt, die Gleichstellung der Arbeiter in den Betriebs- und Nebentverk- stätten mit denen in den Hauptwerkstättcn erreicht, der Achtstunden- tag eingeführt, eine einmalige Teuerungszulage und eine De- rnobilisierungszulagc erzielt worden sei. Eine sehr wichtige Arbeit sei aber eine Stundenlohnregelung, getrennt nach Altersklassen und Wirtschaftsgebieten, für den ganzen Staatsbahnbereich gewesen. Alle Zulagen wurden mit dieser Regelung beseitigt, also etwas Festes und Bestimmtes geschaffen. Es sei wohl selbstverständlich, dass sich aus dieser Lohnregclung noch so viele Zweifelsfragen er- geben, daß es unbedingr notwendig werde, ein besonderes Lohnamt mit ihrer Regelung zu beaustragen. Dieses Lohnamt ist m der Bildung begriffen und wird sobald als möglich in Funk- tion treten. Mit den hier erwähnten Fragen bezüglich der Löhne und ArbeitZ.vst ersckwpfe sich seine Tätigkeit als Beigeordneter aber durchaus nicht. So tauchen eine ganze Anzahl anderer Fragen auf, die geprüft und nach allen Seiten erwogen werden müssen. So z. B. bandele es sich auch um die Beschaffung von Wohnungen für die Zukommenden, um die Beschaffung von Werkstätten, von . Werkzeugen und modernen Maschinen. Besonders letztere seien unter Minister v. Breitenbach sehr vernachlässigt worden. Viel wird zur Steuerung der Arbeitslosigkeit getan. Bis jetzt sind etwa 30 00g Arbeitslose in den Eiscnbahnwerkstätten angestellt worden. Wagen und Lokomotiven werden der Privatindustrie zur Repa- ratur übergeben, um auch hier zu ermöglichen, daß Avbeiislose ein- gestellt werden können. Ferner wird der neue Mittelland- kanal in Angriff genommen. Auch bei diesem werden Tausende und Dausenide Beschäftigung erhalten. In Verbindung hiermit werden Ziegeleien, Steinbrüche, Eisenkonstruktionswerke usw. Be- schäftigung erhalten. So sorgt die Eiscnbahnverwaltung zu einem grossen Teil für die Beschäftigung der Arbeitslosen. Aehnlich wie für Preußen liegen die Verhältnisse in Sachsen, aber dort scheint sich alles glatter abzuwickeln. Der Verband hat jetzt über 100 000 Mitglieder. Das rasche Wachsen des Verbandes bedinge, dass eine Anzahl ge- schulter und mit Organisationsarbeiten vertrauter Kräfte ange- stellt werden müßten.— Brunner erörtert noch die Härte der Waffenstillstaiidsbedingnngen. In allernächster Zeit müssen.eine grössere Anzahl Lokomotiven und Wagen abgeliefert werdem Er wisse aus sicherer Quelle, daß der Feind gesonnen sei, wenn die Bedingungen nicht restlos erfüllt würden, daß er dann die Ver- schörfung der Bestimmungen in Kraft treten lasse, wonach 48 Stun- den später die doppelte Zahl des geforderten Lokomotiven- und Wagenmaterials geliefert werden müsse Daraus könne man schon ersehen, daß der Feiwd unsere Vernichtung wolle, dass er beab- sichtige, um die Durchführung der harten Bedingungen zu er- zwingen, die wichtigsten Stellen Teutschlands zu besetzen. Dann wäre es natürlich mit den Errungenschaften unserer Re- publik vorbei, denn der Feind würde alles daransetzen, die Pro- dultion nach seinem Willen und seinen Interessen gemäss zu regeln. „Sie haben es in der Hand," ruft der Referent den Delegierten zu, „ob unsere junge sozialistische Republik bestehen bleibt oder nicht; deshalb wirken Sie mit allem Nachdruck bei Ihren Kollegen darauf hin, dass die Arbeitsstörungen unterbleiben und dafür gearbeitet wird, dass wir uns den Feind aus dem Lande halten und unsere junge sozialistische Republik sowie unsere damit verbundenen Er- rurfgenschaft-n erhalten bleiben." In der Diskussion gingen viele Redner auf die örtlichen Ver- Hältnisse ausführlicher ein. andere schilderten, wie sich auch jetzt noch höhere Vorgesetzte in die Neuordnung der Dinge■ nicht recht hineinzufinden vermögen und immer noch glauben, sich durch schroffes Vorgeben besonders hervortun zu müssen. Immer und immer wieder klang aus der Diskussion heraus, dass es unbedingt notwendig sei, bafi Streiks unterbleiben. und dafiir eine planmäßige und intensive Arbeit Platz greife. Ferner wurde auch von vielen Rednern das gegenwärtige Lohn- spstem kritisch beleuchtet. Alsdann wurde das Referat des Herrn Geheimen Oberfinanz- rats Meydenbauer über W'rtschafts- und Ernäh- rungs fragen und anfchliessend daran das Referat des Herrn Finauzministers Simon über Finunz- und Lohnst agen entgegengenommen. Ein weiteres Referat wurde durch Herrn Ge- heimrat Anger aus dem E'.senbahnministerium über den Re- paraturstand in den Eisen bahnwerk st ätten er- stattet. Die Referate fanden den allgemeinen Beifall der Kon- ferenz und waren von grossem informatorischen Wert für die Delegierten. Redakteur K o tz u r sprach alsdann über die Stellung- nähme zu den gegneri'chen Organisationen und Beamtenvereinigungen. Der Referent geht auf die politische Umwälzung des näheren ein, die zur Ursache hatte,� daß man sich mit der Errickstung von Arbeitsgemeinschaften zu beschäf- tigen begann. Die Anregungen gingen von den gegnerischen Or- ganisationen aus, weil sie für ihren Bestand fürchteten, denn � unser Fortschritt war ihr Niedergang. Welche Stellungnahme nimmt nun der Vorstand zur Arbeits- gemeinschaft ein? Seine Stellungnahme ergibt sich aus dem Z 4 des Statuts, nach dem die Lebertritte von Gruppen geregelt werden. Für den Vorstand kann es deshalb nicht Arbeitsgemeinschaft heißen, sondern Uebcrtritt, damit wir zu einer st a r k e n E i n h�e i t s- organisation kommen. Der Rcfcre.nt kommt zu dem Schluß, dass es aus all den von'hm angeführten Gründen nicht möglich sei, mit den gegnerischen Verbänden und Beamtenvereinigungen zusammenzuarbeiten, sondern sie am Wege stehen zu lassen, denn die Sozialisierung der Geister werde solche Fortschritte machen, dass die Eisenbahner in ihrer großen Masse den Weg zur steicn Ge- werkschaft finden, die schon beute an erster Stelle unter den beut- scheu Gewerkschaften mit stehe.(Reicher Beifall.) In der Diskussion stellten sich sämtliche Redner auf die Seit« des Referenten. Eine längere Diskussion entfesselten die Los- trennnngsbestrqpungen einzelner Gebietsteile des Deutschen Reichs in Ost und West. Die Diskussion verdichtete sich zu folgender Re- solution. die einstimmig angenommen wurde:„Die Reickskonferenz des Deutschen Eisenbahnerverbandes erhebt den schärfsten Protest aegen die Abtrcnnungsbestrebiingen in Oft und West des Deutschen m.• S.,; Cfl.«—,,*; f.*. v�tv- Sör» WitÄSritfF j Reiches. Sie erblickt in diesen Bemühungen nur den Ausdruck ultramonianer kapitalistischer Bcstrebungkn. die Errungenschaften der Revolution zu vernichten und die durch die Revolution ge- stürzte bankerotte Junkerherrschaft wieder aufzurichten. Die De- legierten verpflichten sich, mit allen Kräften für die Aufklarung ihrer Mitglieder in diesem Sinne zu wirken und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die Lostrennungs'bcstrebungcn zu be- kämpfen. Sie erklären, dass die revolutionären Erninaenfchaften und die Existenz der deutschen Eisenbahner nur durch die gross- deutsche sozialistische Republik sichergestellt werden kann." Nachdem noch einige Anträge dem Vorstände zur weiteren Er- ledigung überwiesen wurden, schloß der Vorsii»cnde Scheffel mit einem begeistert aufgenommenen Schlußwort die imposant ver- laufene Konferenz. Was jede Dame wünstht Iii modern und elegant zu lein. 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Direktion; Victor Barnowskv. 3U.: Perleberg-Partls Pikett. 71/" Uhr Der Schöpfer. 2. Feiertag 3 Uhr Perlcberg. 7V» Uhr; Der Schöpfer. Freitag 7J7aU.; Der Schöpfer. Oentselie» KUnstler- Xhesrer. 3 Uhr; Der Blaufuchs. 7V} Uhr: Nachtbeleuchlung. 2. r eiert. 3 U; Der Blaufuchs. 71/2 Uhr; Machtbcleuchtung. Frdt.?/« Uhr: Scbwarzwaldmödel. Jtt: Schwarzwaihinsilel. Löstspielhaus. Heute und morgen 3'/, Uhr: Die Amazone. 73/. Uhr: Die spanische Fliege. -Theater. Residenz-Theater. Bhf. Jannow trbr. Kgst. 228, An d.3Weihnachi5tag. 8 Uhr: Zum 396, 397, 398. Male: Eugen Burg Der LeDeiisschOler von Ludwig Fulda. Sonnabend 4 Uhr: Kindervorstellung bei kl. Pr. Rotkäppchen. Märchen m. Ocsang u. Tanz. Aliabcndl.S D.Lcbensschtüer. Tueoter i. d. KöniggratzerStraSe Dir.; C.Meinhard- R. öernauer 1. Feiertpg nachm. 3U.: Fünf Frankfurter. I.Fc ertag abends 8U.; Musik. 2.Feiertagnchm3U.: Erdgeist. 2. Feiertag abends 7«/, Uhr; Rasmersbolm. Freitag; Musik. Komodienhaus an uer Marschallbrücke An beiden Feiertagen: Nachm. 3 Uhr: Die Ehre. 8U.; Die tanzende Nymphe. Berliner Theater An beiden Feiertagen; Nm. J Uhr: Die tolle Komteß. Abds. VaS U,: AtOfNO, die wieder leuchten. Sonnabend, 28. Dez, nachm. Uhr: Lisl's Märchenreise. Eose-Theater. I.Feieit.3: DsrW.fienschmled. 7'.',: uastsp,d.Friedr.-Wi|h,Th. Öas Drelmätlerlhana. II. Feiert. 3; Der Troubadour. 7".: G istsp.d-Friedr. Wiih.Th, Das ürelmädcrlhans. II'. Feiertag 3 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. TU: Gastsp.d.Friedr.-Wilh.Th. Öaa Draimätlerlhauw.� Walhalla-Theater. Vit Uhr; Aagnst der Starke. Trlanon-Theater. Bhf. Friedricnstr. Ztr. 4927, 23vl Täglich 7V, Uhr; Der guie Bat von tiermann Sudcrmann. Ida Wüst. Bruno Kästner. Emma Debner, Hugo Flink, Gonia, Schönfeld, Tollen. Mittwoch 3:/,; Aschenbrödel. Donnerst. 3'/.; Rotkäppchen. Fre tag Vki Schneewittchen. Sonnab.3'/, Hinsel u.Crelcl. Heute und morgen 3 Uhr: Wiener Blnt. 7 Uhr 10: Die Faschiogslee. Thalia-Theater. Heute und morgen Uhr: Unter der blühenden Linde. uür: Polnisciie Wirtsciiait. Freit. 3*/, Uhr: Rotkäppchen. Tlieaier am Ksilenßorfplatz. Uhr: Eva. MorgJ'/j: Drei alte Schachteln. 7 uhr: Der JüxhaFon. Theater d. Westens. Heute und morgen 3V. Uhr: Die Dollarprinzessin. t/s uhr: Die lästige Witwe. Wallner-Theater. Heute und morgen 3>/, Uhr: Der Märchenwald. ?'/. uhr.- Gra! BaiieDiehts. Freit. 3'/,: Der Märchenwald. KAMMER UCHTffpr" Das fili Ii ■UFÄ £ USAA mit EriKa Glsßner Regie: Danny Kaden. Aleuadirpiatr Voräipltü n 4 der tozUiistiscbe Monn- mentalfllm von Sophus Michaelis and Ole Olsen mit Gunnar Tolnaes unc Uli Jakobsen. Asiibsrgsweg Schömberg •asaRtietde üeinieka'dorfirstr Henny Porten im Schauspiel: „Die blaue Laterne" Regie: Rudolf Biebrach 'IIA««"»!«!> 4 Akte.— Bearbeitet von Franz Porten Mueik von Professor Ferdinand Hummel Haaptrolle.* Paulilarim NEUES OPERlriENHAUS Scblftbauer.Damra 4a 3V, Uhr MV Die erfolgreiche Gesangsposse TBS Sas Giücksmädel. 3. Feierlag, Sonnabend, 28. Dezbr. U.Silvester: Kleine Preise. WalhaIla=Theater Sonntag, den 29. Dezember 1918, nachm. 3 U (K4« 44» Oper in jRartiia„;ä.. Mitwirkende; Ann« Reichner-Feiten, Ciaire Drill, Ludwig Rese. Willi Beyler, W. Rohrmoser. Großes Orchester i Großer Chor I _ Neue Opernschole, Potsdamer Str. 39 r.: Prof. T. Ochs. Drsm. Llg.: Mazlmil. Mo: Ensemble tämtl. Opernwerke. Korrepetillon Autiiihruneen Im Januar: II. und 13: Hansel und Gretel. 18.: Martha— Lohcngrln. 25.: M«frgarete— Atda. i Pnnennhnnrphiiln kür Damen und Herren abends [UUCl LUiÜIJCIlUäC sofortige Mllwlrkg. b. OpcrnauHöhr.j Prospekt u. Auskunft d. d. 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Weihnachtsfriertag PauiSanüiGysLüStig.Siager MAO, Atn4 täUSLSL Nachd.; Familien-Kränzchen. Am 2. u. 3. Feiertag v. 4 Uhr ab GreBcr Bali. p O L A NCGßJ fülimes Theater, era Noilendorfrl»». i i Öölowglr. 6. Lüizo'.* l303, An flon Faiertaoo"> mzwoifg] Mi'tstelililisfcj CrMit-Proar, KAFFEE STERN Friedrichstr. IIS p. Oranlcnburjer Tor. Nachm. 4— 0'/, Uhr: K4FFEE- TINZKRiHZCHEN I Unter d. Linden U S-Uhr. Tanz-Tee 7 Uhr abends das Große Progiw Nachmittags halbe Preis«. Kükfik lilchtnplole Gr, FraRMrStr.ZS, ».<1. AndrcnusitP. Bis Montag: 0»« Tagebuch einer Verlornen. Sonntags 4 Uhr. Wochentags 4 Uhr. WMM-sdeM An beiden Eelertaxsn nachmittags 3 Uhr und abends 7Vi Ubrt ir AM. Trlanon-Thealsr. I VHf. Friebrichste. Str. 4927, 2301 Heute 3'/s llyr: Kleine Preise: äzedenWel. Morgen S'/a Uhr: Kleine Preise: kliillsppedeB. Täglich T/, Uhr: Der gute Rul von Hermann Subermrain. Iba Wüst, Bruno Kastner, Emma Debner. Hugo sfiink. Gonia, Echönselb. Tollen. sreitag Z>/,: Schneewitteben. Lonnab. ZV,: Hänsel u. Gretel. jonntag ZV,: Rosmershoim. Theater der FrledricliZtad!. Ecke Friedrich- Täglich 7>/,: u. Linienstraste. Norden 86Ä>. vrei lolle Tage.| Operette von Sortlg. von Möllendorf, Cleron, Georg. i Heute und morgen, auch nachm. , S'U Uhr su kleinen Preisen: i □r*i tolle Tage. Sonntag 3 Uhr: llänselu. Gretel I. Zauberwald.! Caslno-Theater. i Lothring. etc. 87. Tagi-V�UHr: i An allen Feiertagen: Zwei Vorstellungen. »AS Uhr da» Saftige Tolksstllck: j Sie tsltene Btöäe. Nachm. ZV, Uhr z. klein. Preisen: Stiebe auf getetu kisen-Theater. 1. Festtag 3: Ehrliche Arbeit. 2. Fesnag 3: Die Allwördens. An beiden Feiertagen abends 7 V. lileae Heimat. Freitag u.Sonnab. abends 7'/, i Wenn man im Dunkeln kfiüt. Freitag 3: Aschenbrödel. Sonnabend 3: Max und Moritz. Sonnt. 3: Die Waise a. Lowood. 7V,: Neue Heimst Admirals-Palast An beiden Feiertagen: 2 Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr Die Prinzessin von Tragant Wer Ist die Schönste? Sajdali. Warme Speisen auf allen Plätzen. I., 2.,-3., 4. Feiertag Tgl. 31, Uhr, leig.Kind frei. D. farbenpr. Märrhen spiel Häusel u. Gretel. Abds. T/s Uhr die beliebte, bereits lOOmalaufse ührte Phantast. Wasser-Pantom. „Oberen". In sämtl. Vorstell, vorher: Die Vicr-Hand-Künstier Max onä Moritz. Ernst P anet u. Partnerin. Matrosen-Kraltakt ! 4 Yumazettis, Spring- Akr. I j Nymphcnspicle zu Pferde.| j Cort}-Allholls Meister-Dr.! I sow. d. übr. Weihnachtspr. 1 Linden- iRabarettl Unter den Linden 22. Direktion Soiiman. An beiden Feiertagen: 2 Vorstellnngen 5 und 7 Uhr. SM W lillg Wm Grete Neilin jlven Anderson Prot. Dreßler, Koifs u. a. m. Kapelle Qoronzy. '" S Unterhaltungs- Restaurant Wien-Berlin Jägerstr. 63 a. Aduiiraln-Kino Die Vision Maria Pein. Carl Braun Paul Hoffmann Alexander Tyrkownkl Ernst Petermnnn Viktor Ritter Max Peltlnl Kapelle Gustav Gottschalk An den m beiden ZZ Feiertagen Z Vortetlungen 2 V\2 ÖHr Kleine Preise KindercLHäine m" Anita Berber Neue Tänze und dem UBK- großen Dezemlier- Spielplan! Vorziigliclie Weine Vorziigliciie Kiiche �Anlan�UhrEIntritt�re� 'Äiexaniler-LiElitspiEle" 12 Alexanderstr. 12 24. bis 26. Dezember: Die laehsniie Maske Schauspiel in 4 Akten mit Magda Madeleine u. d.*r. Beiprogramm �Anf. 8V«. Sonnt 4 Uhr� < Äpollo-lichtspiEle Charlottenburg Kslser-Fricdrlch-Str. 103. Vom 24. his 24. Dezember Erträumtes. Drorra in 4 Akten mit Eva May. u. d. große Beiprogramm V.Wochent.41/«, Stg. 4 L'�/ Beetbovensaal. Donnerstag, 2. Jan., sbds. 7'/, Uhr:< Märchen»Abend ä Triedrich Kassier| Kelens Tehdmer 1 L Qrimm— Musäus— Andersen—Norweg.WSrcbon" A Kart. 8, 6, 5, 4, 3, 2 M, b, Bote 4 Bock, A. Werth u. Abendk. M .KUTUWUN DAMM ,Zum Heidelberger* PrledrichstraBe 143— 149(Zentral.Kotel) Große Sllvester18 Der freie Voltsstaat unö Sie Kunst. Weihnachten ist Wende zu neuem Licht. Es kündet die begin-? nende Revolunon in unserer Erdzone Natur, die sich alljährlich mit Allgewalt vollzieht. Heute oerweben oie Fäden dieses Festes sich mit der Nevoluiion unserer alten europäischen Staaten. Tag die groijte Revolution der Weltgeschichte wie jene aus allen Gebieten um- wälzenb wirken mutz, unierusgl{einem Zweifel. Auch sür die Ä u n st össnen sich vollkommen neue Ausblicke. Es wird unjern Lesern interessant sein, zu hören, was führende Persönlich- leiten des deutschen Kunst- und Geisteslebens von der neuo ebnenden und gestaltenden Zukunft sich versprechen. Zu diesem Zweck haben wir einer Anzahl von ihnen die Frage vor- gelegt:„WoS erwarten Sic für die Kunst vom neuen VolkSstaat?" Die uns bisher zugegangenen Antworten legen wir unfern Lesern als anreaende Gabe grasten Sebaifens und Schaffenwollens beute auf den?ifch. Ricbarü vehmel. WaS die Kunst von unserem neuen Volksstaat erwartet?-Nichts anderes, als was sie seit je vom Staat verlangte: Freie Bahn! Dazu genügt es aber nicht, daß man die Widerstände, die der alte Swat dem freien Geist entgegensetzte, durch neue Verordnungen beiei-tigt; es must von der untersten Schulklafse an die empfang- lickie Gesinnung gepflegt werden. In der Volksmaffe selbst ist sie stets vorbanden: nur die Vermittlung zwischen Kunst und Volk must durchaus neue Wege einschlagen, im ganzen öffentlichen Unterricht, wozu besonders auch das Zeitungswesen gehört. Das wind vorläufig recht schwierig sein, denn wir sino ja alle- samt behaftet mit den Untugenden, die der irrsinnige Konkurrenz- kämpf der kapitalistischen Gesellschaftsordnung erzeugte. Auch wer sich theoretisch davon losgemacht hat, steht doch durch die praktische Lebenkgewehnheit immer noch unter den Nachwirkungen. Was war denn daS schlimm« Kennzeichen unseres„gebildeten Mittel- standeS", der die Vermittlung der geistigen Werte besorgen sollte? Statt den Kraftstrom der schaffenden Oberschicht an die Unterschicht weiter, zuleiten, liest er ihn teils in fauler Genutzsucht, teils in sckinöder Spottsutbt versickern, wie die brüchig gewordene Kautschuk- hülle einer elektrffckvn Anlage. Woran selbst der best« Wille schei- tert«, auch noch während des unglückseligen Krieges, das war die jahrzehntelang gemästete Herzverstockung des alles üe- krittelnden Bildungsphilisters. Und diese Philisterei satz in allen Lagern, auf der linken wie aus der rechten Seite: Es kann da jeder natürlich nur aus seiner eigenen Erfahrung urteilen; und ich mutz sagen, bei unserer Art Kunstkritik gehört« viel Geduld dazu, den Glauben an die Menschheit nicht zu verlieren. Jchj habe ja doch seit meiner Jugend für freies Menschentum gekämpft; mein ganzes Dichten, nicht bloß das soziale, auch das erotische und! religiöse, war ein fortwährender Protest gegen jegliche Gewaltherr- schaft zwischen Menschen, und wenn ich auf meinen Vor- tragSreisen unmittelbar zur Volksmasse sprach, fand ich auch stets Verständnis dasür. Aber der Widerball in der Presse war eine greuliche Katzenmusik der gesamten Beckmesserzunft; die sozialistn'chen Rezensenten behandelten mich genau so schlecht wie die Stabsirompeter der Bourgeoisie. Erst etlva seit meinem 45. Le- bcnsjahr wurde das ei» bißchen anders; da liest man mich vor- fichtig als den.umstrittensten der jüngstdcutschen Dichter" hoch- leben, nachdem man glücklich gemerkt hatte, datz ich nicht tot zu kriegen sei. Trotzdem ist meine sozialpolitische Komödie.Michel Michael" in Berlin bis heute noch nicht aufgeführt, und es gab doch mehrere freie Volksbühnen. Darin mutz endlich Wandel eintreten. Für uns ältere Künstler wird das ja nicht mcbr viel fruchten; aber die junge Mannschaft mutz off«* Herzen finden, damit die Kunst wieder einfach Volks- gläubig lmrd, damit die seelenvergiftende Ironie auS unserem geistigen Leben verschwindet, die raffinierte Absonderlichkeit der BildungSzwecke und Wirkungsmittel. Man wende nickt ein, das werde die Künstler verhätscheln und die Kunst erst recht dem Verfall zutreiben. Wer sich durch Beifall verderben lästt,, der kann gar nicht früh genug abwirtschaften; um so rascher er- kennt man die echten Schöpfer. Kurz: Mehr guter Wille tut not zwischen den geistigen Rädelsführern, den schaffenden wie ver- mittelnden. Und diesen guten Willen allen Genossen uiseres Volks- staateS anzuerziehen, das ist die hauptsächlichste Aufgabe jedes neuen Kultusministers. 5rttz Stuckenberg. Für die Kunst erwarte ich vom neuen Volksstaat erst dann eine starke Förderung zum Segen des Volkes, wenn er sich ent-. schlössen zeigt, den kapitalistischen Sonderinteresien frönenden Kunst Handel auszuschalten, direkt mit den Künstlern ohne fremde Zwischenglieder zu arbeiwn und so' ein beide Teile. Staat und Künstler, befruchtendes Band herzustellen. Denn nur auf diese Weise ist es möglich, oie Künstler in dem frohen Bewutzt- sein schaffen zu iasien, datz sie Teil« einer grotzen organischen Volks- einficil sind. Nur im dauernden Verkehr mit den den seelischen Ausdruck ihrer Zeit darstellenden Künstlern wird der Staat von dem Erlebnis des die Vitalität des Volkes ungeheuer stärkenden KunsffckaffcnS ergriffen werden und tatkräftig die künstlerischen Möglichkeiten zum Nutzen de? Volkes verwirklichen'können. ES ist lächerlich, die Kuppelei mit schweren Freiheitsstrafen zu ahnden, wenn man eS verdienstlich finden kann, datz die feinsten seelischen Ausstrahlungen deS Volke?, wie sie sich in seinen Kunst- werken offenbaren, mft Wucherpreisen verhandelt werden. Der Staat ist vcrbrecbensch. der in seinem Körper Glieder duldet, welche das wirtschaftliche Elend des Künstlers dazu ausbeuten, ihm sein« Arbeiten zu Spottpreisen zu entreißen und mit hundert, tausend Prozent Nutzen einem naiven Publikum„anzudrehen". Ich erwarte vom neuen Volksnvrat, datz er Künstlern ebenso wie den andern Arbeitern anständige Lebensbedingungen verschafft und es ihnen dadurch ermöglicht, mit fteudiger Begeisterung ihr Bestes fürs ganze Volk zu geben, zur Steigerung seiner Tatkraft und zur Vertiefung seines Gefühlslebens I Bühnenkunst. Dichtung. Musik sollten in gewaltigen Arenen dem erlebmSficbernden Volke vorgefübrt werden. Den Malern und Bildhauern mützte in riesigen staatlichen Ausstellungshallen Ge- legcnheit gegeben iverdcn. ihre Werke der größten Oeffcntlichkeit darzubieten und der Staat mützre dann kühn da? wahrhaft Gute und Große aussaugend, es in eine gewaltige VolkSarchiteklur in strahlender Vielfältigkeit eingliedern. Bahnhöfe. Fabrikräume, steil- türmende Stratzenwändc würden aufjauchzen, von der farbigen und plastischen Seele des Volkes gekost. Dann wird das Märchen eitler, wortplänkelnder Kritiker- und Kunsthandelsauto k r a t e n Lügen gestraft werden, welches dem Volke Gefühl für Kunst abzusprechen sich erdreistet, um die jämmerliche Tatsache zu öruno Taut. An sich ist die Staatsform keineswegs entscheidend für ine maskieren, datz sie die Erstarkung des Gefühls für Kunst im Volle � b" �.�k und Kunst Die Gefuh swÄ: de» durch ihre intellektuellen Schiebungen mit bebrilltem Eiser verkrüp-! � besteht, wenn sie m Kraft vorhanden ist ganz wnabhan�g pelt haben. Die Künstler werden ihrer Zugehörigkeit zum Volke! der F°rm de- Regimes Wennabe- e.nR�iM�dasge. wieder froh werden, wenn es sich die stubenlustigen Auswüchse! mit a� Mitteln der Ge�t das Vott'n zu,��� kunsthistorisch vernagelter Kritiker wicht mehr gefallen lägt und ei C a lC,f'r e:n.U■, � nicht mehr im Kunstbordell die Bilder seiner Seele zu Kelten- � � und dcn unzabagen Stanben und Beruft« we.°u r-itzi und - 5ÄW.ÄÄLÄ.iw*» 4 Hmn losen Hingabe an das Volk! Krieöe unter uns! Grüße un� mit deinem sanften Gruß, Skernensohn, gebenedeites Kind! Wunde Erde tritt dein zarter Fuß, dem die Himmel sonst gebreitet sind. Grüner Schein von Tanneneinsamkei! füllt der Stube schaltenvollen Raum. Jedem Wunder steht de? Sinn bereit, jedes Herz webt an dem alten Traum: Daß ein holdes Kind die Schwerter nahm aus der Kelden blutbesleckter Hand, daß Gott selbe? auf die Erde kam und sich brüderlich der Well verband. Herz, verwirrt von zuviel Wunsch und Gier, läute nun dein hellstes Glockenspiel, denn das Kind des Briedens kommt zu dir, bringt den langen Mord zu seinem Ziel. Wo dich heute eine Seele streift, weckt sie dir zutiefst vertrauten Ton. Brüderlicher Klang, der nach dir greift, suchte dich vor diesen Zeilen schon. Friede unter uns und Brudersinn! Wir erlösen den Erlöser-Christ. Glaub nur, Herz, und sing es vor dich hin, daß der neue Mensch geboren ist. Karl Bröger. August Enäcil. Der neue Staat wird nur dann eine Kunstblüte herbeiführen, wenn er die Fehler der Vergangenheit gründlich meidet. der so entziehenden Auflockerung der menschlichen Beziehungen vieles erwarten. Natürlich ist die Schöpfung einer neuen Kunst nicht die Folge einer pol-ii'ischcn Revolution, sondern einer geistigen. Ist aber daS politische und menschliche Gefüge so, datz auch schon der kleinste geistige Vorstoß verlacht und für ganz hoffnungslos von vornherein hingestellt wird, dann muß eben erst der Wandel, der Umsturz der äußeren Verhältnisse, eintreten, um den Weg deS Geistigen freizumachen. Der Aufstieg des Proletariers zum anerkannten Staatsbürger kann, wenn er endgültig zum Siege kommt, die Niachter.tfaltung des Primitiven, des Elementar-menschlichen bedeuten und die engen Schranken und Schachtelungen sprengen und stürzen, welche das bisherige Bürgertum als Hüter des Geistigen unter fem Namen der Bildung ängstlich und gegeneinander ab- gegrenzt, entsprechend dem alten Regime, aufgerichtet hat. Hier- in lag und biegt bis heute die Ursache dafür, datz es keine Kunst gibt, die Volk, Glück, Leben— alles m einem ist. „Volkskunst"— das ist heute ein Spezialfach der Kunst Der damit verbundene Begriff kann aber nur die Kunst selbst sein; denn man meint, doch nicht damit Armenkunst im Gegensatz zur Reichcnkunst oder Arbeiterkunst zur Kapitalistenkunst. Die Ver-' bindling des Wortes Kunst, das in sich einen abgeschlosienen Kom- plex enthält und in absoluter Größe keinerlei Berquickung zuläßt, mit anderen Begriffen ist ja auch nur eine armselige Folge jener in Fächer teilenden, beschränkenden und deshalb,„beschränkten" Bil- dung. Und wenn wir mit dem Worte Voltskunst die Vorstellung von etwas Ouellliaft-sprudelndem und Ucsprünglich-menschlichem verbinden, so tun wir es aus dem Gefühl, daß dort die Einheit, die nicht spaltbare Kunst ist Freilich sind alle Fäden der Entwicklung einer Volkskunst fast völlig zerschnitten. Es gilt, einen langen Weg zu beschreiben. Man- ches muß stürzen, um die Bahn freizumachen. Aber daS darf nicht beunruhigen. Läßt sich der aufgestiegene Proletarier nicht vom bisherigen Bürger anstecken, behauptet er mit Selbstbewußtsein die unverbildete Menschlichkeit, sei es auch nach einigem Schnauben, dann ist die Grundlage der kommenden Kunst geschaffen. Sckstipfer ist der Künstler, aber er ist es nur dann, wenn er von der Masse getragen wird, wenn er geistig eine Beziehung zum VolkZgawzen hat. Dann wird er es, auch trotz anfänglichem Widerstrebens, doch fortreißen, und um so enffcheidender, je mehr er nur seiner inneren Gestalt, dem, was sich in ihm formt, folgt, da dieses ja seinen Ur- sprung in der großen Gemeinschaft hat, der er angehört. Nicht das Bild und der Bau, die nachahmen, können dies, sondern wie in dem, was wir Voltskunst nennen, das B:ld, da? sein Sein in sich hat und nicht in der Umwelt, und der Bau, der, unbekümmert um alle schon geschaffenen Herrlichkeiten der Welt elementar und wahrhaft umspannend, Schranken sprengend ist. Dieser Bau wird die endgültige Einheit zwischen Volk und Kunst herbeiführen, die Isolierung des Malers und Bildhauer? ausheben und alles unter seinen Flügeln vereinigen. Eick neues Menschen'um muß der neue Baumeister in sich tragen. Wie der Imperialismus hoffentlich Der Künstler braucht vor allem die Freiheit in der Arbeit, da? einmal verschwindet, so mutz alles fallen, was in ihm besehlshabe- i)t das höchste Glück, gegen das alle materielle Entschädigung keine eisch organisatorisch und äußerlich war. Es ist grundsätzlich ent- Rolle IP>elt— Nur wen dieses Gluck lockt, wird sich zum Künstler schefo-md. ob ein Künstler sich selbst als Mittelpunkt, als Selbst- entwickeln Darum kann der Staat mit noch so großen Geldauf- �„schcr mit Kommandogewalt und Namenstolz fühlt oder ob er nur Wendungen Künstler nicht ausfindig machen. Stipendien, Preise, �„ eimS meccn in if,nl 3um Werk Werdenden ist und am Wettbewerbe, so gut sie auch gemeint waren, haben immer mehr namenlos, nichts sein mockte. Dies ist die geistige Struk- geiagde. al» genügt. Schon ,eit �.udwg XIV. hat der Staat der-(„otischen, des indischen Schöpfers von Bauwerken, die selber gleichen venucht.mmer nnt demselben M-ßeriolg. Der Staat stelle �menlos dastehen, jene? aber die des„modernen" imperialisti. Aufgaben und ziehe nach rrcicr jeden heran, der irgendwo � Architekten, dessen Geste immer ruft: Hier bin ich! Er spricht Begabung und Können gezeigt� hat. freier Betätigung ent- � t)0n Disziplin, haftet am Vorbilde Roms unid Assyriens, alter - c-. 4m- f" v~I Etliche Bevormundung tötet imperialistischer Kunst uno glaubt daraus das Reckst zu baben. seine alles. Im übrigen sorge der«taat für gute«chulen, die die beste mit �n Mitteln der Macht, nach dem Sturz des Kaisertum» und ernsteste Erziehung zur Kunst gewähren. Hier muß die V, 6jIfe � Kommunal, und Staatsgewalt und deS KapitaliS- strengsteA i�wahl stattfinden� will � man nicht Halbkunstler groß- � durchzusetzen und alles ihr. die so doch nur eine formalistische «NX C V IT--"Nee® zur Last fallen. oder sonstige Teilidee bleilst, dienstbar zu machen. Der Künstler Wert hat das alles nur, wenn dieKunst dem Volke auch tmhe. K.r:jcm bc,n Geist der Unterordnung beseelt ist, steht den gebracht wird. W.r haben beschämend � wenig öffentliche Raums.- Gestaltung rufenden Kräften der Gesamtheit voll Ehrfurcht Daß die meisten Veriammlungev in Wirtshäusern und Tanzlokalen onüber. gibt' sich ihnen staunend und willig hin, in ihrem Dienst abgehalten iverdcn, ist ein trauriger Zustand. Täglich warten-L trübseligen Korridoren. FedeS öffent-. von der Eitelkeit und Hätz gegen die Gewalt ge- ttche Gebäude iMe ictioiie geraumige Wartehollen haben, die mit � � j Geistigen schafft daS Werk, daS uns mit der Welt Gemälden und Bildwerken geichmuckt sind. Kunstwerke— zumal � V. VX„„v„n-a räfet di- neuen- gehören in die!>ffentlichkeii. auf die Straße; nichi �bindet und alles vergessen laßt. in die Mottenkammern der Museen, nicht in Ausstellungen, die dem Unbemittelten verschlossen bleiben. Darüber hinaus kann eine lebendige Beziehung des Volke? zur Peter Sehrens. Die wahre Kunst ist ihrer inneren Entstehung nach die Schöp» Kunst nur dadurch gefördert werden, daß recht viele in ihrer Ar-' fung einer in sich geschlossenen starken Individualität, aber indem beit mit der Kunst in Berührung kommen. Die Erhaltung deS sie sich mitteilen muß, um überhaupt zum Ausdruck, zum Kunst- KunsthandwcrkeS, das durch die bisherige Entwicklung immer mehr werk zu wenden, wendet sie sich an die Allgemeinheit. Di« beiden bedroht war, und daS durch Fabrikarbeft nicht ersetzt werden kann,. Triebkräfte sind daS inner«, geistig seelische Erlebnis, die Jntu- wird eine wichtige Aufgabe der Zukunft sein. Max Liebermann. ition, und das MiiteilungSbodürfniS. Dieses kann, wenn es sich um echt« und nicht um Tendenz- oder GelegenheilSki�nst bandelt, nicht auf bestimmte Kreise oder Klassen beschränkt werden. Auch WaS ich für die Kunst vom neuen Volksstaat erwarte? Nichts die große kirchliche Kunst vergangener Zeiten hat sich an die All- und alle': Freiheit! j geineinheit aller Gläubigen gewandt. Also ist die Kunst ihrem Aber künstlerische Freiheit ist nichi Gesetzlosigkeit, sondern die Wesen nach demokratisch.. Kunst ist autonom, sie und kein anderer schreibt ihr die Gesetze vor. I Wie die Revolution— davon bin ich durchdrungen— nicht Das Genie wird geboren, sein« Förderung kann nur darin eine Folge politischer Zufälle ist, sondern auS innerer Notwendig- bestehen daß man es sich frei entwickeln lasse, datz der Boden keil, wie ein elementares Ereignis iinotovendbar war und kommen zu seiner Entwicklung gut gedüngt sei.! mußte, so braucht auch die Kunst, die wirklich die Kunst unserer Weg mit den Prinzipien und Theorien! Man stell« den vich- Zeit ist, sich nicht erst auf eine neue Gesinnung einzustellen Auch tigen Mann an die richttge Stelle. Dem feine Ueberzeugung höher ihr Weg war vorbereitet. Das. was Deutschlano auf dem Ge- gilt als sein Amt Was haben Brinckmmin und Lichlwarck für biet des technischen und tektonischon Kunstschaffens leistete, und was Hamburg geleistet! Was hat der einzige Hugo von Tschudi trotz uns Anerkennung und Bcivundernng im Ausland verschaffte, war des hefttgsten Widerstandes geleistet, der ihm nicht nur von oben,' gerade im Gegensatz zu einer höfischen Repräsentation die Einfach- sondern auch von Leuten gegenübertrat, die sich jetzt bei der> Heft und Echtheit seiner Gestaltung, die Absicht, aus den Urele» neuen Regierung anzubiedern versuchen! s menten der Kunst, dem RhychmuS und der Proportion, den wah�n Kunst ist Gewissenssoche: Es schaffe jeder Künstler, so gut er's' Gehalt eine« Werkes zu schöpfen In diesem Sinne wurde künst- vermag, dann schafft er am besten fürs Volk. I lerischer Geist zugetragen zu de« Erzeugnissen der Industrie, um i tne Ergebnisse der Maschine zu Trägern einfacher Schönheit werden zu lassen und somit die künstlerische Form in die breitesten Schich- ten des Volkes zu tragen. Die Fabrikstätten selbst wurden zu her- vorragenden Motiven bankünstlerischen Schaffens. Wir erkannten, daß in hellen und hygienisch durchgebildeten Hallen mehr und bes- sere Arbeit verrichtet wird al? in verschmutzten Löchern. Die Ach- hing vor der Organisation gemeinschaftlicher Arbeit führte uns dazu gerade, die Arbeitsstätten, die Fabrikgebäude, wenn auch in einfachem Material, zum Ausdruck einer monumentalen Kunst werden zu lassen. Und vor allem auch abseits der Arbeits« Plätze, in der häuslichen Umgebung des arbeitenden Mannes, stellte daukünstlcrischcs Können sich seinen Interessen bereit. Schon vor Beginn des Krieges war das Problem der Kleinsiedlungen eines der wichtigsten der Baukunst. Heut« nun steht es vollends im Vordergrunds aller Bauaufgaben. In keinem Lande und zu keiner Zeit ist wohl so tiefschöpferisch nach der sparsamsten und zu- gleich besten Bauweise und den behaglichsten HcruStypen gesucht worden wie heute. ES ist bemerkenswert und wesentlich, daß alle Kunstbemühungen, die mit den Dingen der Ar» beit im Zusammenhang stehen, die ernsthaftesten sind und dadurch dem künstlerischen Ausdruck un- serer Zeit den Charakter geben. Der künstlerische Geist ging gleichen Schrittes mit dem sozialen zu den Wandlungen unserer Tage. Was bisher zur Tat wurde, an Werken errichtet werden konnte, waren nur Anfänge. Es sieht zu hoffen, daß künftig die geistigen Interessen die materiellen wieder überwiegen werden, und kaum ist zu bezweifeln, daß die neue Zeit große Aufgaben inhaltlicher Art stellen muß und Er- füllungen bringen wird. So ist nicht zu fürchten, daß wir einem künstlerischen Niedergang, sondern auch einer großen Zeit künstlerischer Vertiefung und Entfaltung entgegen- gehen, die durch ihr einheitliches künstlerisches Niveau späteren Ge- schlcchtern einst als ein Stil unserer Zeit erkennbar werden kann. kerwarth Walöen. Die Kunst erwartet den neuen Volksstaat, denn sie ist unver- anderlich im Wandel der Zeiten und Staaten. Denn sie �st ewig, wenn sie Kunst ist. Vor ihr sind stets alle Menschen gleich gewesen. Denn sie ist Gleichnis alle« irdischen und weltlichen Geschehens. Das Volk möge die Kunst erheben, damit die Kunst eS über die Zest erhebt. Götter und Könige sind gestürzt. Darum hat der VolkSstaat Raum für Kunst. Fort mit den al-ten Shmbolxn, die für Kunst ' gehakten werden. Nieder mit bsm Kitsch. Auch Kunstbeaufiragke braucht der Volksstaat. Di« Kunst braucht nicht nur ihre Freiheit. Die Kunst braucht ! auch die Freiheit der Aeußerung über sie. Die Kunst hat keine � Freiheit in der Presse. Fn jeder Zeitung diktiert von Verlag- gnaden ein Mensch, was Kunst ist. Die Leser sind gläubig oder werden gläubig gemacht. Die domokratischc Presse möge helfen, dies« Despotie der Kunstäußerung zu stürzen. Kunst ist keine geistliche und keine Unterrichtsangelegenheit. , Das Ministerium der Künste muß errichtet werden. Es muß aber ein Ministerium sein, also der Kunst dienen, nicht der Kunst be- fehlen. Im VolkSstaat müßten Schulen und Universitäten zunächst, von der Kunst der Gegenwart unterrichten. Sonst bleibt'die Mensch- , beit stet? im Mittelalter stecken. Di« Zeit reicht eben nicht bis in die Ewigkeit. Die Monumente zeugen von unserer Zeiten künstlerischer � Schande. Straßen und Plätze können nicht durch Panoptikum- figuren in Stein geschmückt werden. Puppen gehören nicht auf ! Häuser und öffentliche Gebäude. Edle Flächen werden durch orna- ] mentale Geschwüre nicht schöner. Der Volksstaat möge den Mut ! haben. Kursrirrtümer zu verbessern. Er möge aber erhalten, waS in einer überwundenen Zeit über die Zeiten geschaffen ist. Kunst dient nickt dem Verherrlichen und dem Verdienen. Kunst dient dem Menschlichen, das ewig ist. Karl SrSger. Die Kunst will im neuen VolkSstaat grundsätzlich anders ge- wertet sein, als im verflossenen Beamtenstaat. WaS ist sie ihm gewesen? Ein Mittel neben anderen Mitteln, das Ideal de? vollendeten Untertan«, zu erziehen. DaS Verhältnis zwischen Kunst und autokratifhem Staat war ein lakaienhafter Zustand, würdelos für die Kunst und fruchtlos für den Staat. Dabei denke ich gar nicht an die Hofdichter, Hofmaler, Hofarchitekten, deren ganzes Schaffen sin bestelltes Preislied auf Kaiser und Reich, auf die herrlichen Zeiten und großen Zeitgenossen bewußt und vorsätz- lich sein ivollte. Das Beispiel deß ObrigkeitSstaateS wirkte in alle Schichten der Gesellschaft nach. Der Bürger stand der Kunst auch nur gnädig gegenüber. Auch er wollt« verherrlicht, gepriesen, in den Himmel gehoben sein, und übte die Kunst Kritik an ihm und seinem Lebens- ftiil, so sah er in dieser Kritik nur ein« Verbeugung vor seiner Welt und ihren Gesetzen. Wedekind, zu jeder anderen Zeit ernannt und anerkannt sks der Prophet, der er war und sein wollte, mußte in dieser Gesell, l. die Nolle des unfreiwilligen Spaßmachers mimen, weil der Bilder vorrevolutionärer Zeit sich selbst aufgab, wenn er die Kunst ernst- hast nahm. Heimloser fft die deutsche Kunst nie gewesen, als im autokra.>ch- kapitalistischen Zeitalter buntröckiger Kasernenkultur, verzopfter AmtSstubenweisheit und bürgerlicher Genußwirtschast. Ohne festen Hausstand wohnte die Kunst„möbliert" im Knallprotzenbau der vielgerühmten Zivilisation, wurde aus Langeweile und Neugier öfter, sogar recht häufig, an den bürgerlichen Teetisch geladen und durfte den Salon schmücken helfen, wenn es den Gastgebern eben gefiel. Derweil darbten Millionen geistig und gingen aus der Welt, ohne die Kunst ihrer Zeit auch nur einmal geschmeckt zu haben. Im neuien VolkSstaat wird die Kunst unter dem Volke wohnen. Sie wind da sein, nicht als geduldeter Gast in einem Winkel, son- dem als spendende Kraft, zum Aufbau menschlichen Lebens so wichtig und wesentlich wie Luft und Sonne. Die Kunst wird wieder ihrem ursprünglichen Beruf gegeben, Element der geistigen Welt zu fein und al» solches Atmosphäre zu bilden und zu verändern. So war es zu allen Zeiten und bei allen Völkern, die Kultur aus sich erzeugten, nicht nur jenen Wechsel- balg der Technik, der sich Kultur heißt und nur Zivilisation ist. Kommt erst die elementar« Natur der Kunst wieder zu ihren Rech» ten, dann stellt sich von selbst der einzelne und die Gesamtheit anders ein auf die Werke formender Anschauung. Nicht mehr die Technik, auch in der Kunst da» Wechselnde und Wandelbare, nicht mehr die Mittel und ihre Entwicklung: Geist und Gesinnung, letzte Zwecke und ein unverrückteS Ziel sind die Zeugnisse, mit denen Kunst sich ausweist. Die Kunst wird wieber im Leben aufgehen müssen, und da? Leben wird der Kunst wicht länger fremd und abweisend gegenüberstehen, dürfen. Das hofft die Kunst vom neuen VolkSstaat: Weite, offen« Wege zum Leben unseres Volkstums, freie Räume für ihre elementaren Bewegungen, Verlegung der Achse au? dem äußeren Schein inS innere Sein, Erlösung vom lebensfeindlichen und volksfremden Sektenwesen und eine materielle Stellung, die der Würde geistiger Arbeit entspricht. Ist von der Kunst der Charakter einer Ware ge- stveift, so sterben die Spekulanten der Kunst bald aus. Uebrig bleibt ein Geschlecht geistiger Werkleut«, das in sich lebhafte Verantwor- tung fühlt vor Geist und Gewissen einer alle Volksglieder umfassen» den Kultur. Der neue VolkSstaat wird zuletzt eine ihm gemähe Kunst haben. Mirakel. Von Karl Nötiger. Das Dorf lag im Dämmer des Christabends. Seit Mittag fiel ein Scknee, der in einem leichten Wind wirbelt«. Kinder riefen oder sangen noch da urtd dort auf den Straßen, warten sich mit Schneebällen oder standen mit den Händen in den Taschen beiein- ander und erzählten sich mit flüsternden Stimmen. Von den HauS- fluren einiger Häuser, beim Wirt, beim Lehrer, sckallten noch helle Stimmen und Geräusch von Eimern und Besen durch die offen- stehenden Türen auf die Straße: das letzt« Rtinmachen.— Auch das«rklang, die Düren schloffen sich, die Kinder verliefen sich nach HauS. Es ward still. Hinter den Vorhängen glömmet: die Lichter. Viel Kindersehnsucht wartete wohl. Ein Wagen kam noch die Dorsstraße her, hielt vor einem Bauernhause, der Fuhrmann sprang herab, schirrte die Pferde los und brachte sie in den Stall. Der Wagen ward seitwärts neben das Haus geschoben, stand da und schneite lang' am voll... Di« Straße aber entwantlerte, an der Kirche, an der Tckule, am Wirts- HauS vovtei, aus dem Dorf heraus, lieh auch die letzten Häuser da: dt« klein« Villa des Arzte» und das Asyl, das«in frommer Mann in dies« Einsamkeit gebaut hatte, und verlief im Grau und Weiß der Fern«, in der weiten ebenen Heide. Aus dem Asyl schlug eine Glocke: sieben. Sin heller Raum, die Fenster nur mit leickten Gardinen behäiw.I glänzte hell, in einem blonden Schein. Man sah den Baum, man sah Gestalten hin und her gehen, die trugen Dinge in den Händen, legten sie auf int Tische. Eine große»unkke»ektalk kam die Dovistraß- her, van der Pfarre, in einem s*!»a»»«n Wratel und um d»n Hai«»inen weißen Schal, er trat durch dte Pforte in den� Paegarten und ging den Weg zum Haufe, im weißen' Schnee, läutete, und die Düe öffnete sich fast kautlos. Er trat ein. Eine leise, sanfte Stimme begrüßt« ihn drinnen: die Stimm« der Schwester. Er schüttelt« sich, hängte Rock, Hut und Schal an einen Ständer und ging in den Saal. ES war n«ch nicht alle« bereit. So wartete er noch, mit den Händen gegen den Ofen stcchertd. Sein Lächeln ithff flimmerte die leise huschenden Schwestern, die scheu n«»d mit schück» -ternem Gruß Eint» et«« den: Frauen und Sstädchen. Ein« Schwester trat an ihn heran: Herr Pastor die Katharina Reimers hat wieder ihren schlimmen Tag; ich glaube, sie ist heute sehr durcheinander, mebr al» sonst. Sie will nicht kommen. Ter Pastor sah auf die Schwester vor sich nieder und sagte: Nanu? Warum denn nicht? Was hat sie denn wieder? Nun eben, Menschen mit stffchen leisen geistigen Störungen wie sie. sind ja wohl besonders zu Empfindlichkeiten geneigt; sie glaubt, nicht ohne ihr Kind hier herein komme« zu können; daS aber schläft; und allein schäme sie sich. Gott, was Ideen! sagte der Pastor. Bitte rufen Sie sie; ich liehe auf alle Fäll« bitten.„. Katharina Reimers— ein« junge, kaum achtzehtnahng- Mutter— hockte in ihrer Kammer; ihr Kind lag schlafend im Bett, sie sah iavox and ttnisiSrte aus seinen Atem. Manchmal mir sah sie aus und sah au« dem Fenster in den Schn«« abends der grau- weiß die Bäume de» Gartens umhängt-. Dann schrak fi« auf, ak8 die Schwester die Hand auf ihre Schulter legte: sie hatte gar nicht das Türöffnen und Eintreten gehört. Der Ptorrer läßt Sie bitten. Katharina, sprach di« Schwester. Sie schüttelt« den Kops: Laßt mich doch in Ruhe.— Mein Kind schläft. DaS laß ich nicht allein.— Und da? sag ich Euch aleich, auch'päter laß ickS mir nickt nehmen.— Sckwester Elisa. betb. stohn Sie»och. Warum wollt Ihr mich dabei haben.—?hr wollt bloß, ich soll lachen wie Ihr. Aber ich tu Euch den Gefallen nickt. DaS war alles mit singender Stimme gesprochen. Ihre Augen sahen die Schwester leer, etwas blöd an. Wir wollen dock nur alle an diesem Wend lieb zusammen fein, unterm Baum. Katharina. Lieb?-Ja. Aber ick nicht dabei, ach bitte.— Ich hatte doch einen Liebsten, der war lieb: aber dann nicht mehr. War mein Vater lieb? Er Hot sich meiner geschämt. Bloh mein« Mutter. wenn sie lebt«!— Mein Kind ist lieb.— Sie wandte sich wieder zum Bett und beugte sich über das schlafende Kleine. Sfn diesen stillen Augenblick rauschte erschütternd wie ein großes klingendes Wehn der Gesang: „ES ist ein Rost entsprungen—* Di« Sckwester aber legte in aroßem Mitleib den Arm um da» Mäbcken, zog sie Henaus vom Stuhl: Sei gut, sei nicht bös«— sieh, der Baum alänst k« sckvn. Du kennst dock einen Cbnistbaum; warst doch em Kirch; denk! Und die« KÄffcken, da» so traurig und miß- trau j sift ist, da» soll j« wieder gut werden— nicht? Und streichelte dem Mädchen das.Haar. Das aber hatte k«ise zu weinen ange- sangen und ließ sich führen. So traten sie in den Saal, wo die Feier schon begonnen hatte; man sang eben den zweiten VerS zu Ende, der Pfarrer sah mit etwas strengem Blick die Eintretenden an und begann dann zu reden: .Ln dem Herrn Geliebte!— Wieder haben wir un« der- Dam—» gut Feier jener heilige» Stunden» da uns Gottes uner» forfchlicker Ratschluß in unser dunkles Erdental jenes Licht der Welt sandte, das' nie mehr auS ihm verschwinden kann... in die große, groß« Dunkelheit menschlicher Not deS Herzens und der Seele; menschlicher Haltlosigkeit und Sünde strahlt« in jener Nachi zum erstenmal die große Liobe des Christ.. Daß Schlußlied klang auS; die Schwestern führten jeden zu seinem Geschenk.— Katharina hatte auf einem Stuhl nahe der Tür gesessen, nun wollt« sie aufftehen und leise verschwinden. Aber Elisabeth war schon mit einem Läckeln bei ihr, nahm sie an der Hanb und brachte sie zu ihren Geschenken, zu ihrem Teller— und sagte ihr leise ins Ohr: Ach, Sie, Sie werden doch nicht weglaufen? Ter Pastor trat heran und sagte: Sie wollten nickt bei uns sein zu dieser Feier, Katharina Reimers?— Sie sah blöd aus ihren Teller rührt« ihn mit den Händen an und schüttelte den Kopf.— Und warum wollten Sie sich ausschließen, heute, wo alle , Menstben mit Liebe zueinander kommen? Ist keine Liebe, ist keine Liebe, glaube nickt. Glaube daS nicht. Aber ick bitte dock,— wir heucketo dock, nickt.—— Sie sah ihn erschrocken an.— Heucheln? Nein! Aber mein Bat-w— kerne Liebe: hat er mick nickt weggetan? Man tollte denken, zu Ihrem Heil, Katharina. Heil? Nsin, manchmal weiß ick gang genau, was mit mir ist.— M-in Kovf tut viel weh, von? vielen Denken. Der Pastor neigte sich etwas tiefer und sagte leise: Katlharina. könnten Sie es nickt etwas anders ansehen? Versucken Sie eß einmal. wetinS auck sckwer wird. Könnten Sie eS so ansehen, daß Sie dock nack«öttlicker nnd mentobsicher Ordnung gefehlt hoben unfc daß Tie lanofarn und ergebenen Herzens wieder in die � Ordnung rnid Geinetnsckast der Menicken hinein finden tollen? Ich ' glaub», Sie haben ein schnell«?, zorniges Herz.— Wenn Sie beten körrnten, bah E r seine milde Hand darauf legte— I Wir alle meinen es gut...! Hier nickte die Schwester und zuptt« daß Mädcken am Aermel, inn es tortzu-üßren. DaS aber stand mit dem Teller in der Hand da, sah den Pastor groß an und sagte mit schwere? Zunge: Ver- stehe nickt, Herr Pastor— ich bab blaß immer tollbe Angst. Immer blaß Angst.— Keiner ist ki«b.— Keiner. Und den Teller vor den Füßen deß Pastor« fallen lassend, daß er klirrend zersprang. wandte sie sich, und rannte schreiend, brüllend zur Tür. Hm, sagte der Pastor, ja. psychisch wohl sehr angegriffen.—! Die Schwesier ging, ihr war, sie müßte der Armen na, he sein. Die oiker hatte die Tür ihrer Kammer von innen verriegelt, saß am Bett des Kinde« und weint e in die Kissen. Daß Kind aber war aufgewacht, und hatte zu schreien angefangen.— Ein« Weile stand die Sckevester an der Tür, leiie und damn lauter klopkend, bittend, sie solle ihr doch öffnen.— Die aber hörte nicht. Sie war allem . entrückt.— So ging di« Schlvester sehr mitznmtig in den Saal 1 zurück. i —————————— i Lanae danach bob die Weinende ihren Kops, machte noch ein paar Schluchzer, sah um sich und dann aus das Kind. Daß hatte m:t lautem Schreien aufgehört und weinte nur leise vor sich hin. Sie nahm e« hock, auß den Kissen, hüllte eß ein und logt« eS an die Brust. Da war e» still. Und so in der Ruhe des Säugens besann sie sick langsam. Aber es war sehr schwer. Ihr Kopr 1 schmerzt«, und die Bilder jagten vor ihrem Aug« vorbei. Daß war wohl kein Denken— war nur ein Fühlen in großen Bildern. Liebe? Sie schüttelte den Kopf.— Sie hatte nur ein großes Gefühl: die andern waren drinnen und sie war draußen.— Was hatte ihr Liebster getan? Sie gehen lassen. Wa« hatte ihr Vater! getan? Sie gehen lassen. Hierher getan. WaS taten sie hie:? . Ihr sagen, daß sie draußen sei und vielleicht wieber rein kommen dürfte, wenn sie fromm und brav sei... ihr Kopf tat weh, ihr Herz tat weh.— Ein« Bitternis war in ihr und schwoll. WaS wuyte ' ii« davon, daß si« krank war? Sie fühlte nur ihre Not. fühlte und - lebte nur ihr« Empfindsamkeit, ihr Mißtrauen— ihr« Verlassenheit.. Und dann kam immer wieder die Angst— die gr�ße � Sckatn, daß Sebnen, aus allen Menschen heraus zu sein, ihnen i fern zu sein.— Ihr Sebnen ging nack einer großen, großen Stille| Ader daß alle? war dumpf, war nickt ein Wissen über«ich iellft.: i Das Kindcken war satt und war beim Trinken«ingeftMaien. So' ; nahm sie eS kackt von der Brust und legte es wrcder hm— Tann I sah sie auS dem Fenster.— Draußen war die leere Dun' lheit deS I Winterabends. DaS Schneien hatte aufgehört. Der Win« war ganz still geworden. Einzelne Sterne schienen S t war aufge» standen und ging unruhvoll im Zimm«? hin un.' her �Sie mnr» m«lt>e vor sich hin. Krallt« di« Finger in die Handflächen und stand für Augendlicke. Dann ging sie nueder. E» muß wohl in jede» Menfcken Leben die Stunde ade? Minuten geoen, auch bei den Nervösen und Gestörten: da? Gefübl für da» eigene Lekni, wenn<8 so schwer geworden ist!— Ein Nustvachen... Und was da beim Gesunden klare ErkenntnlS ist lweun ouck so oft schmerzlich im Uebermatz, grauenhaft), daß fft bei den anderen dumpfer triebmäßiger, und dennoch— ein Er'enncn. Dennoch: ein Aufwachen... So war e« mit ihr nun: was aeweien war, daö verlassenwerdeu daö hatte ihr Herz uid ihren Geist auge» fressen, hatte ihre Nerven so durchzittert, daß ein« ewige Trauer, eine ewige Empfindsamkeit davon geblieben war... Hatte daß Denken ft gelähmt, daß sie schwankend in den itärkeren Befühlen, nur immer wieder dasselbe zu denken vermachte, die Sckinach, die Scham. Und war niemand gewesen, der mit imm-r gleicher kühler und verständiger Liebe um sie seiend, sie letse zur Erkennt» niS geführt hätte, daß nichts in der Welt sct, aus dem ti nicht eine Erlösung gebe aus eigener Kraft oder aus teilnehmender Liebe... So stand sie im Zimmer, mit dem namenlos bitteren Gefühl — und das wucbs langsam aber unaufhörlich, steigend von unten ' wie Wasser: daß nichts bleibe a>lS AuSgeschlossenfeln, bog ruchlß bleibe als ein Hinweggehn... ES war«in trübe flutendes Ge» -fühl: Scham. Bitternis, Wut auf Loben und Menschen, herz- krampfende Angst war darin... Dunkel schoß eS vor ihren Augen vorbei. Weht« wie Schwaden vorüber. Und immer dazwffchen das Lied, der Baum und der helle Saal. Aber si« schütte! j?deS- mal den Koos, wenn das Bild da war; schüttelte den Kopf: daß ist es nicht— da« ist nicht das recht«.— Und dann war eS w e eine Kinderstimme,— si« lauscht«...«8 war alle« still... ja, Kinder glaubten... alle«! O glauben. Di« Kinder glaubten«S za immer noch, daß das Christkind durch die Nacht kam.— Wirklich kam.— O Glauben! Das Wunder. DaS Mirakel... Ja, glauoe.u Cs kam ein Gkanz in ihr« Augen; wer war berufen. daS Wunder»u erfahren, ivenn nicht si«? Wer war eleüder? Si« wollt« hingeht. dem Wunder enwegen, und wenn eS käme— wenn!— Wenn alle die Menschen erkennen mußten: ihr geschah da« Wunder,- ihr! Sie fieberte.. Sie suchte im Zimmer umher,— tn der Schublade, am Bett.— wa« sollt« sie tun. was wollte sie tun? Geben! In die Nackt gehen: dem Wunder entgegen.— Aber n cht to. Nickt mit diefen Sacken, diesen Kleidern, die ihr dock reicht ge» hörten. Sie wollte gehen mit dem, wa« ihre» war... So zog sie die Kleider«ck und behielt nur an,»aß ihre» war. Da« war N'cht viel mehr al» daß Hemd. Dann nahm sie daß Kind, und indem sie e« auszog, fühlte sie, wie zart es s«i, sie zog ihm die Sacken an. die sie mit hierher gebrockt statte— dann stand sie aufatmend mit dem Kind auf d«m Arm still. Und nun? Da« war kein Dencken mehr, nur noch stöberndes Gefühl.— E» war still geworden im HauS.«» mußt«.gogen zehn fein. Wie kam sie hinau»? Sie mußte durch die Haustür gehn: sie wußte, der HauSschküffel wurde meilt nickt abgezogen,— ja. es w«r sehr einfach Und der Scklüssel zur Pforte draußen hing am Korridor an einem Nagel, o si« wußte schon. Sie war gar nickt so dumm.— Sie fühlte auf dem Tffch umher, da stand eine Kerze in einem Weißen Leuchter, sie machte Licht und öffnete leff« die Tür; dann wartet« sie«in wenig und als alle« still war. ging sie. Sie dachte nicht daran, daß sie keine Sckube an den Füßen hatte— daß ihr Kopf bloß war und ihre Schulter eberikallß. Sie gtop den Korridor hin. im Arm das K'rtd, den Leuckter mit der brennender Kerze in der Reckten. Sie sah den Scklüssel am Nagel, setzte leise die Kerze hin und nahm ihn herab, dann ging si« zur Tür. Schloß leff« auf und ging hinaus. Si« dachte nicht daran, hinter sich zu schließen, vergaß auch die Kerze dazulassen, die sie doch in der Nacht draußen nicht brauchte. Si« schloß daS Gittertor auf und trat auf di« Straße. Sie statte rock immer die Kerze in ver Hand und im linken Arm da» Kind. Sie fror, aber sie biß die Zähne zusammen und ging. Ein« schmerz» haste Kälte war an ihren Füßen. Sie ging und ging- Daß Dorf hinter ihr lag in dunklem Frieden— sab niemand, wa« da oeslfach? Sie ging, die Augen gradau«.. brennende Augen, deren Brennen das Wunder suchten— daß es ihr entgegen gehe. Daß sie nicht allzu weit, allzu ichmerzhaft lange gehen müsse, bis sie bei ihm sei.... Niemand sah. Die we-ße Gestalt mit dem Kind im Arm und dem Lickt in der Hand ging immer weiter. Niemand sab— sonst stätt« er sich vor ihr neigen müssen und sagen: Du bist daß Wunderl Denn wo Not und ein Nichtmestrtragenkönnen in einem wunden Herzen ist, da ist daß Wunder de« Schicksal«,— das. s o oder so— s i ch wendet... Aber da« ist ja daö Wunderibarste bei den meisten Wundern, daß sie nicht gesvhen werden... Sie ging noch immer, wenn auch schon di« Tränen kalt über die Backen liefen.— Ihr Denken fror ein. Aber si« ging. Sie saß am andern Morgen unter einer Tanne nahe am Weg«, mit dem Kind im Schoß, erfroren. Kirchgänger, die au» einsamen Heidehöfen zum Tstriftgott««- dienst wollten, fanden sie._. COlr wollen un» nickt mehr biegen Im loch und kckeuen, »ergrSrntcn Zluge» tu Boden blicken. CCllr wollen mutige Blick« in» Elend kckicken... Onltr Leben ift dennoch Kr*ft. Kleine» ich«fft such cU» OroOe. Schaffen ilt Kampf. Salin» Zersatz. Amor- f J.Le. Ecke Frledrichstr. 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Unser Stieben hat Erfolg, wenn e» von Millionen Stimmen, wenn e» von dem glühenden Wunsche eines ganzen Volkes getragen ist Aber bis der letzte Sesangene den Seinen zurückgegeben ist. müssen wir für sie sorgen durch srgßzkklge MMM ßtiD MMemng ihrer tm. In ganz Deutschland haben sich Dereinigungen von Angehörigen der Kriegs» gefangenen gebildet, die jetzt in dem Neichobönd zum schuhe der deulschen Kriegs- und Zlollgssangeuen zusammengefaht sind. Darum schließt Euch zusammen, bildet Ortsgruppen und setzt Such mtt der Seschästssielle in Verbindung. Sie gibt sofort jede gewünschte Ansfunst M DOMS? ZeMinusWg m Wlhsbmiies ffit Die öesWea trlegs- tinD Zivigesllvgenell. Dr. AlperS, Hannover. Professor Voelimer, Stargard. von ssörstrr. Limburg-Lahn. Geyer, Knrlsruhe. von Lersner, Franksurt a. M. von der Mülbe, Berlin. Pinkus. Neustadt i. Schl. Plastmann, Münster i. W. Ouadfasel, Robraken, Kreis Rinteln. Dr. Reichel. Augsburg. 5ür üie angeschlossenen vereine: Professor Nessel, Borstand der Breslauer Vereinigung von Familien der Kriegs- Treizenach. Etenerrat Klau! gestand der Ortsgrupw tu) er, Ortsgruppe Mm Dt Kundt Ortsgruppe Berlin. für Schlesien, Pommern und Posen. M« Kmi"-- nffurt a. M. inflei t 23. üeddinghan«. isla MM pe Rittmeister 1 Kirchbaum, für Verein Auslandsdeutscher aus West-Suroqa, Kolonien und für ehemalige gimi-Jntermertc. Heinrich und Rudolf Liömann. Frankfurt a. M.; Professor Dr. Partfch, Freiburq i. Br.; Petersen, Hamburg, Delegierte de« Reichskommissar, für freiwillige Äranienp siege, Professor Walter Schückiug, Berlin. Borläusiste Geschäftsstelle: Berlin C 2, Bureauhaus Börse, Burgstr. 30d. Telephon: Rorden 9021— 40. Zelegramm-Adresse: Gefangenen-Schutz Berlin. Bank-Konto: Diseonto-Gesellschast 178/7 Keil eröiel! 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WTB meldet: DaS Vmerland hat durch den Mund seiner Be- auftragten immer wieder den Opfern deS Äriefles erklären lasten, dag es seiner verstümmelten und krie.S München kam, ob ich dessen Auffassung der Rolle leii«, die der Kronprinz, Ludendorrf und Tirpitz sowie die Alldeutschen im Kriege ge- spielt hätten, und dies« Frage bejahte ich, aber niebt auf Grund meiner Kenntnis der Akten und nicht als überraschende Enthüllung, sondern als eine allgemein geteilt« und verbreitete Meinung. Von der sonderbaren Stufenfolge war dabei auch keine Rede. Kautsky führt die verkehrte BeriKterstattiing des Vertre- ters der„Dailp News" darauf zurück, daß dieser offenbar der Meinung gewesen sei, KautSkys ganze Auffassung de? Krieges entstamme den Akten des Auswärtigen AmteS. Eine merkwürdige Aeitungsgründung. A.- und S.-Rat Königsberg alS Zcitungsherausgeber der U. S. P. T. Obwohl für Königsberg und die Provinz Ostpreußen seit über eincm Bierteljahrhundert eine sozialdemokratische Zeitung, die „KönigSbrrger Volkszeitung" besteht, hat cS der Arbeiter- und Tal- datcnrat in Königsberg für notwendig erachtet, unter dem Titel „Freiheit" eine neue Zeitung herauszugeben, die er als„sozial- demokratisch« Zütung" bezeichnet. Dieser Untertitel ist irreführend, denn tatsächlich handelt es sich um ein Organ der unabhängi- gen Soziakdcmokratie. Selbstverständlich kann nichts dagegen eingewendet werden, daß auch die unabhängige Sozialdemokratie in Ostpreußen«in Partei- organ herausgibt, wie die Berliner Unabhängigen ja auch ihr« „Freiheit" mit dcr offenen Bezeichnung als unabhängiges Partei- organ herausgeben. Schärfster Protest muß aber dagegen erhoben werden, daß dcr Arbeiter- und Soldaten rat dieses Parteige schüft besorgt und offenbar aus öffentliche« Mitteln finanziert. Damit überschreitet er in der gröblichsten Weis« seine Be- fugniss«, die lediglich in der Kontrolle der Behörden zur Sicherung dcr Revolution bestehen. Aufgabe der RcichSiegierung und des Zentralrats der Arbeiter- und Soldatenräte dürfte es sein, den Königsberger Arbeiter- und Soldatenrat in seine Schranken zu weisen. Wenn in der ersten Nummer der neuen Zeitung diese als „amtliches Mitteilungsblatt der Arbeiter- und Soldatenräte Ost- Preußens" bezeichnet wird, so kann damit die Neugründung nicht gerechtfertigt werden, denn vom ersten Tage der Revolution steht dem Arbeiter- und Soldatenrat die sozialdemokratische„Königs- berger Volkszeitung" für seine amtlichen Mitteilungen zur Ver- fügung. Wollten die Unabhängigen in Ostpreußen ein Parteiorgan berausgcben, dann sollten sieesdochossenund aus Parteikosten tun und sich nicht hinter der falschen Flagge„amtliches Mitteilungsblatt des A. u. S.-R." und„Sozialdemokratische Zei- tung" verkriechen. Daß zeugt doch von wenig Vertrauen zur Werbekraft der unabhängigen Politik. Nicht aussterbende �undedemut. Gine Adresse an die Exkaiserin. Unter den ehemaligen Schülerinnen deZ Kaiserin» Augusta-Stiftcs in Potsdam zirkuliert eine Adresse an die Kaiserin zur Unterschrist, die ein Dokument für die verlogenen mitt.lalterlichen Erziehungsmethoden des alten Systems ist. Wir zitieren hier Anfang und Sckstuß: Allerdurchlauchtigstr, Greßmächtigste Kaiserin und KSntgi«! Allcrgnädigstc Kaiserin, Königin und Frau! Euere Majestät bitten die alleruntertänigst unterzeichneten StiftSkinder, cS ihnen nicht als Anmaßung anrechnen zu wollen, wenn sie es wagen. Euerer Majestät in diesen Tagen der Schmach und Schande unseres Vaterlandes zu nahen. Unsere heiße Empörimg darüber, daß dieser mit fremdem(Melde und unter fremdem Einfluß eingeleiteten Revolution ein so großer Teil der deutschen Bevölkerung zuzufallen scheint, gipfelt in der brennenden S ck a m und dam bitteren Schmerz über da», was Euerer Majestät, unserer heißgeliebten Kaiserin, persönlich angetan ist. Was unS deutschen Frauen, wie schon -alle Zeit, so ganz besonder? in der schweren Kri.gSzcit immer wieder Mut und Kraft gab, war der Blick auf Euere Majestät, unsere allergnädigfte LandeSmutterl lDer Schluß.) Wenn wir alleruntertäniast Unterzeichneten es gewagt haben. Euerer Majestät das auszusprechen, so sind wir dem überwältigenden Drange unseres Herzens gefolgt, ge- wiß. daß wenn wir in unruhiger Zeit auch nicht viel« Unter- schriften sammeln konnten, doch alle Stistskinder und dir über- wiegende Mehrzahl deutscher Frauen(I) Gleiche? empfinden. Go!t, unser Herr und Heiland, bei dem wir auch im finstern Tal geborgen sind, sei mit Euerer Majestät. Ist Gott für uns, wer mag Wider uns sein. In tiefster Ehrfurcht verharren Euerer Majestät alleruntertänigste, treiigchvrsamste Gewissen Kreisen ist daZ Schweifwedeln so zur zweiten Natur geworden, daß sie es nicht lassen können, auch wann„Frauchen" längst über die Grenze ist._ Neue Strö'muna in der(hberlehrerfchaft. Ein Oberlehrer schreibt uns: Ileberblickt man die seit der Revolution getätigten Vereins- Beratungen der Oberlehrer, so kann man erfreulicherweise berichten, daß sich die reformfreudige Partei der Jungen im schnellen Vor- niarsch befindet. Während noch in der ersten Philologenvereins- sitzung ein Herr unbehelligt den müßigen Antrag stellen konnte, auf irgendeine„Vorwärt»"-Notiz hin den flüchtig gewordenen Exkaiser durch eine ErgebenheitSadresse in Schutz zn nehmen, so konnte letz- tens zum Entsetzen der Alten die freudige Mitteilung gemacht wer- den. daß bisher schon an dir 70 Oberlehrer der Sozialdemokratischen Partei hcigetreten seien. Während der Geschichtserlaß als erste Verfügung de» neuen Kultusministeriums noch mit einem flammenden Protest gegen die darin enthaltenen Ausdrücke wie„VdlkSverhctzung" und„tendenziöse und falsche Belehrung über den Weltkrieg und dessen Ursache,.' überempfindlich und mit dem Hinweis ans die Lehrfreiheit abgelehnt wurde, ist in einer stark besuchten Sitzung, die am Donners- tag, den 10. Tezeurber. in der Aula deS Sophien-Lyzeum», Wein- meisterstr. 16/17, von 7�—12 Uhr nächtigte, der letzte Aufruf dcr Kultusminister freudig begrüßt worden. In diesem Auftuf wurden die Schüler und Schülerinnen unserer höheren Schulen aufgefor- dert,„Schulgeineinden" und„Schülerräte" zu bilden. Wenn auch hier noch kleine Versuche nicht fehktrn, an dem modernen Erlaß herumzuinäkeln, so wurde doch sein urgesunder Kern an- erkannt und nach verschiedenen Seiten hin beleuchtet. Bis auf einen alten Herrn stellten sich alle Redner auf den Boden des neuen Erlasses. Um der neuen Schülergeneraiion da» Nest recht wohnlich ein- zurichten, wurde eine Schulkommission von 30 Herren, refreulicher- weise meist jüngere, gewählt, so daß nunmehr die Gewähr gegeben ist. daß die vom Kultusmimsterimn ausgegebenen Verfügungen im gewollten Sinne restlos ausgeführt werden, zum Wohle unserer republikanischen Jugend und damu unserer jungen Republik. Die fächflscbe Regierung gegen die Meinflaaterei. Drrsbe», 24. Dezember. Wolffs Sächsischer Landesdienst meldet: Die Wahlen für die sächsische Nationalversammlung finden am Sonntag, den 2. Februar statt. DaS Eesamtmimsterium ist nach wie vor der Auffassung, daß die Zeit der Kleinstaaterei für überwunden zu gelten Hot, und daß endlich dcr bereit» im Jahre 1848 gehegte Gedanke einer einheitlichen deutschen Republik sich durchsetzen muh; nur als äußerster Behelf könnte die Föderation selbständiger Bundesstaaten in Betracht kommen, wenn dcr EinheitSgedanle sich undurchführbar ettvoisen sollte. Kann die sächsische Nationalversammlung nicht als Konstituante tätig sein, so wird sie dock, ihren Einfluß gegen eine erneute Zersplitte- rung des Reiches gelicnd machen. Darum ist die Berufung der Versammlung für Sachsen notwendig. Da» Wahlrecht für das Reich wird auch für Sachsen gelten. Di« Zahl der Ab>'ordne- ten wird 00 betragen, und zwar entfallen auf den Wahlkreis Lcip- zig 24, Chemnitz 36 und Dresden 36 Abgeordnete. LeKte Nachrichten. Wels zurückgetreten! In später Nachtstunde erhalten wir auS einer im allgemeinen gut unterrichteten Quelle eine Nachricht, wonach Stadtlommaiidant Genosse Welb von seinem Posten zurück- getreten ist. Als seinen Vertreter habe daö Kriegsmiuistcrium den bisherigen zweiten Kommandanten Oberst Schwert mit der Fortführung der Geschäfte beauftragt.— Eine amtliche Bestätigung dieser Nachricht war biß Redaktionsschluß nicht zu erlange». GelveekschoDbewEung Aufforderung zum Anschluß an die Gencralkoinmission. Wir erhalten folgenden Aufruf an alle unteren Post- und Telegraphen boomten: Äollegen! Nachdem die Revolution auch uns die politische schuldigen suchten, daß im Wahlkampfe eine gewisse Uebertreibung s Die Vertreter des GasswirtZgehilfenberchandeS haben von mir bereckt igt sei nicht die Sähe der Notiz in Nr. 351 des„Vorwärts" verlangt, son- Jedenfalls zeigte sich nun am Schlüsse der Diskussion die große �rn weit höhere, so für Abwaschmädchen 355 M., Verkäuferinnen Empörung, die durch die unwahren und schiefer, Behauptungen � M Kellner ab 1 Januar 100 2K. pro Woche usw.. für welche dieses Flugblattes m die weitesten Kreise der Beamtenschaft ge- si- M°rt!ge Bow.lllgung Herten. Eme Bedenkz-rt von �„ m.. s. 24 Stunden wurde abgolchnt. Das Sinzuzlohen der Vertreter UN- argen worden»crr. Eine vorgelegK Resolution, die zum �nzchlug zuständigen Berufes, des Bäcker- und Kouditorenverbandes. an die D. D. P.auftordern ,ollte. konnte auf den erregten Wrder- �rde gleichfalls von den Vertretern des Gastwirtsgehilfenverbandes jetzt Freibeit gebracht hat i.ben wir mit Kreud- und Stol» dan dl-, � � T-""N"roern ,ouie, ronnre aur ocn erregien-wroer- �rde gleichfalls von den Vertretern des Gastwirtsgehtlfenv, übergroße Mehrzahl'aller unteren Post- und Telegraphenbeamten 3 w'f � �rsammlungstcllnehmer hm. nicht zur Absirm- abgelehnt. Vor dem Kriege hatte ich zur Bodienung in überzeugte Sozialisten sind. Tie sfahl aus unseren Reihen, die gebracht werden. Die Veriammlung loste sich m allgemeinem Kondttoreigeichaften nur Ladengehilmn. Dieie kebren i Tumult auf. aus VerfichcrunzSanqestellte! Am 23. Dezember, nachinittags GVi Uhr, findet im Restaurant „WilhelmShof", Wilhelmstr. 109-110, Ecke Anhaltstraße, eine Sitzung sämtlicher Obleute � der Angcstelltenausschüsse aller sich vrartisch in den Dienst der sozialdemokratischen Partei stellen, wächst von Tag zu Tag. Kollegen! �Das genügt noch nicht. Aus unserer politischen Uebcrzeugnng müssen wir auck die nchwendigcn gewerkschaftlichen Konscauenzen ziehen. Wir haben als Berufsorganisation den„Verband der unteren Po st- und Telegraphenbeamten" mit über hunderttausend Mitgliedern. Von allen Beamtenverbänden war er der fort- Versickeru nasbe triebe statt M iwlieksbuck" oder?goblb>-stbt � in vre riesere uriacve. ves istreiis, uver ven lw ima, leser- geschrittenste. Er muß setzt den Schlußstein zu seiner Entwicklung dient als Legitimation Sektion der Versicherungsangeftelltcn:m'-]!■ v,r'imAÖ,on Gewerkschastskommission eingesetzten dem Felde zurück und wollen wieder bei mir eingestellt werden. Alle früheren Kriegsteilnehmer, es sind bereits 20. darunter Kriegsbesckä- digte, habe ich wieder eingestellt. Dadurch glauben die Kellner, die ick erst während des Krieges eingestellt habe, weil an Konditor- Ladengehilscn Mangel war, daß ihr Verdienst, der sich zwischen 20 bis 70 Mark bewegt, geschmälert werden kann. Das ist die tiefere Ursache, des Streiks, über den ick mich jeder- legen dadurch, daß er sich als Verband geschlossen an die „G-'-neralkommisfion der freien Gewerkschaften" angliedert. Nur vereint mit den der„Generalkommission" angehörenden, nach Millionen zählenden freien Arbeitern, Angestellten und, Beamten Iwinn-S.ei«» ♦->4 Ost■Tl-.* t+* K. vt yyt lh Zentralverbard der Handlungsgehilfen. Schiedsgericht unterwerfen würde. Deutscher Wcrkmcister-Vcrband. ...■'~,-l � Der Bezirk X des Deutschen Werkmeisterverbanides, umfassend werden wir untern Post- und Telegraphenbeamten in Zukunft Grog-Berlm und den grckßten Teil der. Provinz Brandenburg, be- unsere Interessen vertreten konnem Es gilt schnell und entschlossen schäftigte sich aus sei rem zweiten Bezirkstage eingehend mit allen zu bandeln. In allen Orten müssen die politisch aumcklarten Kol- aktuellen Tagessragen auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete, legen sofort Versammlungen einberufen� mit der Tagesordnung: und nahm nach eingehenden Verhandlungen nachstehende Eni-____________„____________________....____________ „Anschluß unseres Verbandes an d'.e freien Gewerkschaften Zu schliestung an: Der Bezirkstag des Bezirks X bekennt sich zu der den bisher rückständigsten Ortschaften sind Wahlvereine in? diesen Versammluna'n müssen Vertreter der örtlichen Kartelle der Revolution und ihren politischen Errungenschaften. Er begrüßt"eben gerufen worden, die schon jetzt dauernd steigende Mitglieder- freien Gewerkschaften geladen werden, �amit den Kollegen die p-u Sturz des Obrigkcitsstaates und erklärt sich gern bereit, Sckul- Zsti'ern aufweisen. Die Konferenz beschloß die Anstellung eines notwendige �Auftsärung gegeben wifti. Aus allen Veriammlnngen � Schulter mit der Arbeiterschaft das Errungene zu verteidi- Parteisekretärs. Genosse Sidow, der über„die Wahlen parteinackrichten. Ncber eine erfreuliche Erstarkung unserer Parteiorganisation konnte aus' der Generalversammlung des Zentralwahlvereins Brandenburg-We st Havelland berichtet werden. Selbst Eine Vereinigung von tninoerr-n menr ooer weniger ungeweri- Uusbeutuna ieder Art' 3 Sorae der Gesamlbeit ttir vi- w.rrf, vi. schasilichen bezovften und rückschrittttchen Bea�reinen und% d�B �die im swnde sind', das Arbeitsverhältnis vÜr aller Willkür zetcknuna„B e a m t e ngewer? s ck a f t� gevlant wird w.rd von � Teuftcken Werkmeisterverbchrd erwartet der Bezirkstag so- voimberem e,n to ��rene? Kindts fortig« Mitarbeit zum Z u s a m m e n s ch l u ß aller technischen An. Sck�ß'n wir u-serr Verband mit seinen bunderttaus'nd Post--u ein« �4 Erringung �l-Zerwnt�s''zur Festlegmig aller »nfore�WohIfahrt-einrichtungen wird durch diesen An'chlug nichts Z�IieT�W�t � UM�S�� GewÄ� ' Nur auf diesem? ege liegt für uns eine freie und glückliche«rbeit.. m � � � � Vnf'rrf*- Miigne�iern oeS Verbandes nnrd erwaiTtet. daß sich Einer schnellen Entscheidung durch die Mailen der Post, und �!>er politisch betätigt und denselben die Zugehörigkeit zwr Te'earavbenbeamfon b'darr auch die Fr�ae der Sammelgelder zur S° z- al de m° k rat. e als notwendw em.pfchlen: die �Wahrung Nationalrer�mlung. Es ist unsere Nslickt. diele vom Verband ���ch die Revolution erreichten Politischen Errungemchasten er- eingeleitete Sammbma restlos der soeiaidemokratiichen Parteikaste �ordert die beirußte Zuaebor,abe,t zu dimer Partei von zedem Mit. zuzuftibren. Kstn reaktionärer„A u ch- Be a m t e n v e r t re t e r" des Verbandes E.n weiterer Antraa fordert die sckwllste mit streu Gefo-rn unterstützt werveu. Die Partei- und Einbenusung eines Desta-ertentageS vom Aufsschtsrat. der sich mit Gem-rkschaftspressc wird um freundlichen Nachdruck dieses Aufrufs wichtigen statutarischen Aenierungen des Verbandsstatuts befassen gebeten.' Beaintenversammlun«, derdeutschcn demokratischen Partei im„Nheinaold". Einen für die Einberuser wohl sehr unerwarteten Verlauf__________ D...............| �____ nahm eine Beamtenversammlung am 23. Dezember 1918, zu der Grund einer Verordnung betreffs Kohlenersparnis während einer Bstibnt werden. Sriefkasten üer Neüaktion. Jeder für den Briefkasten kestimintsn Anfraae füge man einen vachflaken und eine Nummer bei. Brieiliae Auskunft wird nicht erteilt. Siliae An- fragen trage man in der Juristischen Zorechitunde. Lindcnftr. 3, 3. Hof linls, 4 Treppen, 4 bis 7, Eonnabends 3 bis 6 Uhr nachmittags vor. Schriftstücke und Verträge find mitzubringen. F. Oi 1883. 1. und 2. Nein. 3. Ja. wenden Sie sich an den Reichs- kommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten deutscher Zivilpersonen In Feindesland. Potsdamer Str. 38.— W. P. 7. Reichen Sie unter Be- rufung aus die Amnestie an das Gericht ein Gesuch um Straserlaß und Aushebung des Termins ein.— Pionier 3. 1. Richten Sic an die Steuerbehörde ein erneutes Gesuch aus Erlaß der Steuern sür die Zeit bis«in- schließlich Dezember d. I. 2. Ja. Erwähnen Sie in dem Gesuch gleich- zeitig Ihren jetzigen niedrigeren Verdienst.— O. C. 3. 1. Durch proto- kollarische Erklärung beim Notar oder Gericht. Die Pflicht, für den not- dllrstigen Unterhalt zu sorgen, wird dadurch nicht berührt. 2. Die Vor- schrislen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch enihalten.— K. 500. Preußisches Finanzministerium.— H. B. 100. 1. Nein. 2. Zur Zahluna der Unter! haltsgelder an den Pormund sind Sie verpflichtet.— O. F. III. Der Lohnäusfall ist in Höhe von 50 Proz. zu vergüten. Von diesen 50 Proz. trägt das Reich 60. der Arbeitgeber 40 Proz.— P. G. Es ist nicht er- sicktlich. welche.Zuwendungen" Sie meinen.— R. P. 38. Ja, sosern Sie den Grund zur Lösung des Verlöbnisses nachweisen können.— Horq 333. Liebknecht war zu 4 Jahren 1 Monat Zuchthaus verurteilt.— P. 35. Das Bon Herrn Adolf Schoß erhalten wir eine Zuschrift, in welcher m M... W W I zu dem vor einigen Tagen dort ausgebrochenen Buchbinderstreik i wird im„Vorwärts" noch rechtzeitig bekanntgegeben.— Portier 50. Wenn folgendes betont wird:! st« zum Betriebe gehören, dürste der Arbeitsausschuß zuständig sein. Der Ausstand ist ledialich daraus 4urückzußühren daß ick aus'ö. S. 1000. Es kann noch die Unterstützung sür die zweite Dezember- � eitr Xr JhnT,™ biilste gefordert werden. Eventuell beschweren Sie sich beim Maqiftrat. -_...., m,■■, v, ,,~ Verordnung besterfs Koplenemparnis wahrend einer Mgj.ärbureau. Klosterstr. 68.—«. 2.. 75. Auch der Jahrgang 1900 die Deuiscbe Demokrat, che Part«, eingeladen hatte. Das Haupt- Wocke verkürzt, und zwar täglich nur 5 Stunden arbeiten lietzf Anspruch aus die Entlassungsgebübrntfse.— Böhm. Ja.— M. H. 54. restrat hielt Herr Professor Dr. Gerland, der dem linkesten damil erklärten sich die Arbeiter einverstanden und ick zahlte den An den Magistrat. Militärburcau. Klosterstr. 63.— W. A. 59. Leider Flüarl der Partei angehört Sun« Polemik gegen die Soziakdemo-"blichen Lohn, brachte jedoch den TeuerungSzuscklag für die Zeit,'n haben Sie keinen Anspruch auf Wiederernstellung.— I. B. 7. Erinnern katische Partei hielt sich' daher in einem durchaus maßvollen der. nicht gearbeitet wurde, in Abzug. Hierüber entstanden Strei. Rahmen: er mackt« nur wieder den bekannten Versuch, alle Aus- schreitungen gewisser radikaler Elemente der Sozialdemokratie im Ganzen in die Schuhe zu schieben. Anschließend trug Herr Amts- gerichtsassistcnt Raschle die allgemeinen demokratischen Forderun- gen der Beamtenschaft vor. Schon während des Referats und noch mehr während der nun tu na. indem ich den Teuerungszuschlag unter einsetzenden Dotatte zeigte es sich, daß«in großer Teil der Ver- zahlte. sammlungsteilnehmer durchaus nicht aus dem Boden der Einbe- rufer stand. Die weitüberwicgende Mehrzahl der DiSkussionSred- sprach sich für den unbedingt notwendigen Anschluß der tigkeiten und wurde verestlart, die Taristemein'chasten der Arbeit- nehmer und Arbeitgeber daräber zu betragen. Die Sitzung konnte in der von ir'n Arbeitern geforderten Zeit nickt stattfinden, und am darausfolgenden Lohn.zahlungsiage verlaraten die Arbeiter Entsckei- du na. Da ick selbst hstrüber nickt beschließen konnte, legten die Be- treffenden die Arbeit nstder. Es kam zu einer vorlönsigen Schlich- ~ orbchalt Beamten an die Sozialdemokratische Partei aus.____________ Namentlich wurde daraus hingewiesen, daß die Beamten sich von gäbe stets nach Tarif gezahlt. einer auf kapitaffistischer Grundlage stehenden Partei keinerlei Vorteile versprechen können, daß gerade die Sozialdemokratie ihnen die Sicherheit ihrer Existenz verbürgt und daß sie nicht daran denkt, die wohlerworbenen Rechte der Bamtenschaft anzutasten. Ins de- sondere wurde ein vor der Versammlung verbreitetes Flugblatt der D. D. P., das eine Fülle objektiver Unwahrheiten enthielt,� zer Pflückt.M» von diesem ihren eigenen Flirgölatt abrückten und es damit zu ent- habe. Ferner bemerke ich, daß die mit-der Or-mnffotion vereinbarte AvbutSeeit strikte innegehalstn worden ist. In Ihrer Nr. 351 vom 22 d. M. wird weiter berichtet, daß der Streik durch die bewilligten Forderungen beigelegt ist, dies ist unricktia, da die Zuschläge, wie bereits erwähnt, nur unter Vorbehalt gemblt wurden. Ich Sie die Finna an Erlediaung— P. ff 31. 1. Ja. beim Kanfmanns- gericht. 2. Ja. sosern keine gündigunassrist vereinbart war. gilt die sechswöchige zum Quartal.— H. Sp. 24. Ja. die Hälfte. Wir emvfeh- len iedoch freiwillige Weiterversicherung.— La. O. Eine fflaae erscheint aussichtslos, wenden Sie sich iedoch an Ihre gewerkschaftliche Organi- sation.— H. A. 21. Wenden Sie sich aiz das Bezirkskommando.— A. Z. 30. 1. und 2. Bezirkskommando. 3. Bis Ende Depember. — O. F. 26. Wenden Sie sich an den Magistrat.— A. ff. 100 1. An- trag aus Naturalisation ist beim Reqierunaspräsidenten z» stellen. Geburtsurkunde ist von dem HeimatSort anzuwchern. eventuell ein Staats- ziigebörioleitsaiisweis. falls dieser verlang» wird. 2. Es ist ratiom. beim Bezirkskommando den Nnirag ans Hinterbliebenenrente zu stellen.— — ff och Pnttbnser Str. 1. Am Tage der Entlassung. 2. Dafür ssnd die Satzungen maßgebend.— ff. B. 311. Sie haben zurzeit keinen Anspruch auf Entlassung.— I. B. 71. Tie Auskunft der Berussgenossenschaft ent- spricht den noch geltenden gesetzlichen Bestimmungen. t Srrcik bei der s?irma Moritz Dobrin. Zu dieser Notiz erhalten. wir von dem Inhaber folgende Dar stellung: E" ist nickst richtig, daß 4ch die ecwerksckartlickrn Oraanisotio nen nickt anerkenne. Richtig ist, daß ich mit dem Verbände der j Verantwortlich kür Politik Bäcker und Konditoren seit 15 Jabren im besten Einvernehmen Voraussichtliches Wetter biS»Tonner?taomittag: Vielfach heiter, aber noch veränderlich bei mäßigen westlichen fis nordwestlichen Winden. In den TageSfwnden ziemlich mild, in der Nacht z-u Donnerstag gelinder Frost. Erfcki ffuttncr. Berlin: für den übrigen Teil deS Blatte« Alfred S-botz. Ne»k>'Nn: tür Anzeigen Theodor gtlocke� Berlin Verlag! Interessant war eS. daß auch die Vertreter der D. D. P. fobe und mit den Leitern dieser Organisation stets gern verhäwdett j Ewa�u"«- w�-rlm�Lwdenfw°ße�°� Hierzu 3 Beilagen. Häuer In Berlin sind außerordentliS wenig Stellen Mr Arbeits- kose'rei, dagegcn werden w der Sähe von Berlin gebraucht: 4C0 Abraumarbeiter und im Tagebau für sowrt wr die BiceetTzfcn IZtotUorroctfe und die Grub,-„Suw Haflnung" bei Roßbach(Hallesä er Bezirk), nMF" Arbeiter"WG Mr Tagebau Mr sofort für das kovfchcr.Mark bei pekershal» und die Grube„Erika- der Zlfe-Rorgbao«.-Gas.(Niederlausich). Nähere Auskunft erteilen alle Arbeitsnachweise._ RCßfiBSSS! MMÄN MstOM. großes Format, zu den heoorstehenden Wahlen haben spottbillig abzugeb. Muster zu Diensten. I Ü.Nonü 4 Co.,BerllnN'01« M ßKesstt Pickel, auch die hart- näckigsien, fettglän» Ede. großporige Haut und stige siiautunreinigteiten wer- ; am sichersten durch meine seit 25 Jahren bewährt. Spezial- mittel beiettigt. M. 4,5V. 3ur gleichzeitig, inneren ffur Reichel- Ealtarin Blutreinigungsvuloee Sch. 2.—. S t l o N- i ch- l, Berlin 43. Siseabahnstr. 4. ßrainroo- phone euf* Tslizsliliing F.& H. Petersvurgar StraBe 28, 1. 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