|tr+B56a, Bs.Ialfrg. ÄezugSprctS: Lierteljährl. S.76 MI. moncllI.2.2S Mü frei in- Haus, vorauszahlbar. Einzelne Nunlinern 10 Pfennig. Poslbezugl Monallich 2.2h AU.. exU. Zusteliung«. gebühr. Unler Kreuzband iür Deutsch- iand u. Lelierreich-Ungarn>.50 Ml. für das übrige Ausland».SO MI., bei täglich einmaliger Zustellung 7.50 Ml. Pastbeliellungen nehmen an Däne- Marl. Holland. Luxeniburg. Schweden und die Schweiz Eingetragen in die Palt» Zelmng s- Preis liste. Der.Porwärts' erscheint wochcntäglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adrefs«! »Sozialdemokrat Berlin-, Abend-Ansgabe. Verlinev Volksblatl. �10 Pfennigs AnzetgeilpretS: Nie»chtgesp allen« StanbareiLezelle sollet 50 Pfg. �Kleine Sinzeigen-, das-ertg-drullle«orl 40?sg.(zulässig S settgedruilte Sorte). iedeS weitere Nort 20 Pfg. Stellengesuche und «chlasstellenanzeigen das erste Wort 30 Psg.. lebeä weitere Wort 15 Pfg. Worte über 15 vuchstaben zählen für zwei Wort«. Deuerungszuschlag 50»/«. ssamilien-Anj-igen, volitilche und gewerkschaftliche Serems- Anzeigen SO Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen big» Uhr nachmitlagS im Hauptgeschäft. Berlin Sffl.68, Lindenstratze S, ab,«geben »erden. Seöfsnel von S Uhr früh bis » Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdemokratCfcbcn Parte» Deutfcblands. Redaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Mortvplatz, Nr. t»hS0— IZtg?. Sonnabend, den 28. Dezember 1S18. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. HS, Linden ftr. Z. Fernsprecher:«mt Moritzplatz, Nr. 117 SS— S1. Hvk zur jVIaffendemonftration I Sonntag mittags um 1 Uhr. Massen heraus?— so heißt die Parole für den Sonntag. Wir wollen Frieden, Freiheit, Brot! Wir wollen nicht ChaoS, Anarchie. Straßenschlachten, Gewaltakte bewaffneter Haufen und feindliche Besetzung. Dafür demonstriert, dafür erscheint bis zum letzten Mann! Die Versammlungsorte für die Demonstranten sind: 1. Kleiner Tiergarten, Moabit. 2. Humboldthain, Norden. 3. Friedrichshain(Spielwiese), Nordosten. 4. Görlitzer Bahnhof, Südosten. 3. Kreuzbergstrahe, Südwesten. 6. Winterseldtplatz, Schöneberg. 7. Kaiser-Friedrich-Stratze, Ecke Fuldastratze, Neukölln. 8. Am Knie-Charlottenburg. Das Weitere wird dort- bekanntgegeben. Die Regierungskrise. Entscheidung durch den Zentralrat der A.- und S.-Rate. Heute ist der Zentralrat, der auf dem allgemeinen Kon- groß der A.- und S.-Räte gewählt wurde, in Berlin zu- sammengetreten. um die Regierungskrise zur Lösung zu bringen. Seine Entscheidung ist rm Laufe des heutigen Tages zu erwarten. Infolge der Verkehrsschwierigkeiten waren die Mitglieder heute vormittag noch nicht vollzählig eingetroffen, die anwesenden traten um 10 Uhr zu einer Sitzung zusammen und begannen dann um 12 Uhr eine ge- meinsame Beratung mit den Mitgliedern der Reichsleitung. Wie wir hören, bestehen im Zentralrat zwei S t r ö- m u n g e n. Die eine ist mit dem angekündigten Aus- scheiden der Unabhängigen aus der Reichsleitung durchaus einverstanden und erwartet von ihr die Ermög- lichung einer konsequenten sozialdemokratischen Politik. Sie ist voller Zuversicht, daß es gelingen werde, der Schwierig- keiten, die sich aus der Bildung einer rein mehrheitssozialisti- schen Regierung ergeben, Serr zu werden. Die andere möchte, wenn sich dazu die Möglichkeit bietet, an der Zusammensetzung der Regierung keine Aenderung vor den Wahlen zur Nationalversammlung eintreten lassen. Ob sie Aussicht auf Erfolg hat, wird natürlich in erster Linie von dem Ver- halten der unabhängigen Kabinettsmitglieder abhängen. Nach unserer Meinung ist ein weiteres Zusammenarbeiten nur dann möglich, wenn die Unabhängigen bereit sind, die ganze Energie der inneren Regierungspolitik auf die Sicherung der Wahlen zu richten und zu diesem Zweck alle notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Das macht eine scharfe Kampfes- stellung gegen den Spartakusbund, der dem Volk das Selbst- bestimmungsrecht rauben will, selbstverständlich. Der Zentralrat ist, wie gesagt, vom allgemeinen Kongreß �-er A.- und S.-Räte gewählt, müßte also gerade denen als die höchste entscheidende Instanz gelten, die immerzu rufen: „Die ganze Macht den A.- und S�-Rätenl" Auf keinen Fall darf die Lösung der Regierungskrise, an der 70 Millionen Menschen leidenschaftlich interessiert sind, auf der Straße durch ein paar Tausend Bewaffnete entschieden werden. Der Spruch des Zeutralrats muß von allen anerkannt werden, die nicht an die Stelle einer geordneten Regelung unserer Volks- angelegenbeiten den Augenblickserfolg der Gewalt und das bloße Foustrecht setzen wollen! * D?« Sitzung begann ein Viertel nach zwölf Uhr. Sämtliche Re- zierungsmitglieder waren anwesend, vom Vollzugsrat fehlten aber noch einige Mitglieder. Der Beginn gestaltete sich äußerlich voll- kommen ruhig nach einem Bericht E b e r t s, den H a a s e ergänzte. Hanse hat bisher in seinem Ergänzungkbcricht keinerlei Rück- tritiSabsichten zu erkennen gegeben. �iarmbereitsthast. Die morgige Demonstration der Berliner werktätigen Bevölkerung gegen das Treiben der Spartakusgruppe und des mit ihr verbündeten Teils der Unabhängigen kann natllr- lich nicht nur eine Massenparade sein, wie man sie in früheren friedlichen Zeiten erlebt hat. Ihren Zweck wird sie nur dann erreichen, wenn sie einen neuen Anfang darstellt, wenn durch sie der Mehrheitswllle des Volkes zur lebendigen Kraft wird. Heute schreibt das Blatt der Unabhängigen: „Daß hinter den Mehrheitssozial'sten große Arbeiter- massen stehen, wird nicht bestritten." Und das Organ deS Spartakusbundes, das denselben Tatbestand feststellt, wird noch deutlicher und fügt hinzu: Gewiß: sie haben noch ein« große Gefolgschaft hinter sich, die inotes iners, die träge Masse, die noch nicht in Be- wegung geraten ist. Doch sie ist kein M a ch t f a kt o r, son» dyrn ein O b j e k t der Zerfetzung, kein aktiver, sondern ein passiver Stoff, nicht Subjekt, sondern Objekt der Revolution. Auf ihr lassen sich keine Hütten bauen, geschweige denn Paläste. Herr v. Kröcher, der ehemalige Präsident des preußischen Dreiklassenparlaments, nannte die Sozialdemokratie das Ob- jekt der Gesetzgebung. Spartakus nennt die sozialdemokrati- scheu Arbeitcrmasscn daS O b jekt der Revolution. Er glaubt von ihnen keine Zurückweisung befürchten zu müssen, weil sie zu träge, weil sie kein Machtfaktor, weil sie noch nicht in Bewegung gekommen sind. Hier liegt in der Tat der Kern des Problems. Würde heute das Volk von Berlin — von ganz Deutschland gar nicht zu reden—, vor die Abstimmungsfrage gestellt, ob es sich von der Sozialdemokratie oder von Spartakus regieren lassen will, so würden mindestens 95 Proz. für die Sozialdemokratie und höchstens 5 für Spartakus stimmen. Die fünf Prozent aber, die Gegner einer geregelten Abstimmung, Gegner des Selbstbestimmungsrechts sind, die ihre ganze Rechnung nicht auf Mehrheiten, sondern auf Maschinengewehre stellen, setzen ihre ganze Hoffnung auf die Trägheit der Fünfundneunzig, die, wie sie glauben, sich alles ruhig gefallen lassen werden. Sie proklamieren das Faustrecht und glauben, ganz wie das alte System, als Mn- derheit mit Gewalt und Einschüchterung die Mehrheit be- herrschen zu können. Der morgige Demonstrations-Sonntag soll diese Rech- nung zunichte machen. Er soll die Kräfte der Arbeiterdemo- � kratie gegen die Kräfte des Terrors mobilisieren. Er soll j denen, die sich schon als Diktatoren von morgen fühlen, zeigen, � daß Putsch und Revolution zweierlei Dinge sind. Geputscht werden kann herüber und hinüber. Bei dem Zustand der Zerrüttung, in den die Reichshauptstadt dank der Mitwirkung der Unabhängigen an der Regierung geraten ist, ist es denkbar, daß sich heute diese, morgen jene Gruppe durch einen Ueberraschungsstreich in den äußeren Besitz der stoat- liehen Machtmittel setzt, aber diese Stöße und Schwankungen können an dem eigentlichen Gang der Revolution letzten Endes gar nichts ändern. Die Revolution hat Deutschland zunächst zu einer demokratischen Republik gemacht, und da die arbeitende Bevölkerung die ungeheure Mehrheit ihrer Bevölkerung bildet, ist ihre Fortentwicklung zur sozialistischen Republik ge- sichert, falls derGrundsatzdervollenDemokratie gewahrt bleibt. Ihn zu schützen gebietet das proletarische Klasseninteresse, und es wird sich auch durchsetzen, was immer die nächsten Wochen an Verwicklungen und Abenteuern noch bringen mögen. Unsere Aufgabe als Sozialdemokraten ist es, Geburt?» Helfer der revolutionären Entwicklung zu sein, und die Leiden, mit denen sie für das Volk verbunden ist, zu lindern. Darum heißt es für uns vor allein: Fort nnt den überreizten Köpfen und vor allem weg mit den schmutzigen Fingern! Von anderer Seite ist so oft geschrien worden:„Die Revolution ist in Gefahr!" Wir antworten darauf:„Ja, sie ist in Gefahr— durch Euch! Sie ist in Gefahr, beschmutzt, entehrt, geschändet, um ihren Ertrag gebracht zu werden!" Und darum: Massen heraus! Es genügt nicht, sich einmal als Masse zu zeigen und dann in dem ruhigen Gefühl, daß man doch die große Mehr- best sei, wieder nach Hause zu gehen. Es gilt einen Zustand st ä n d iq e r Alarmbereitschaft zu' schassen. Gewiß, die Massen können nicht den ganzen Tag auf der Straße j stehen und warten, ob nicht Spartakus irgendeinen Unfug stiftet, der sie zum Einichreiten veranlaßt. Wer die Putsch- | Helden sollen wissen, daß sse sich eines durch Betrug, Verrat oder Ueberrnmpelung gewonnenen Vortejs? nicht viernnd- zwanz'g Stunden lang freuen werden. Die Feuerwebr kann auch nicht an allen Orten zugleich sein, um aufzupassen, ob es nicht brennt, aber ein Signal muß sie in allerkürzester Frist zur Stelle schaffen. So dürfen die Massen morgen auch nur nach Hause gehen, um auf d a S n ä ch ste S i g n a l zu warten, i Es wird, es muß sich der Wille des Volkse durchsetzen. Die von Spartakus nach Junkerart verhöhnt�„unreife" und „träge" Masse muß zeigen, daß sie nicht gesonnen ist, sich von einer terroristischen Minderheit knechten zu lassen. Sie braucht Aktivität und Entschlossenheit. Hat sie die, so wird sich alles weitere, was sie vielleicht noch braucht, schon finden! Republik Schlesien! Ausrufung am 30. Dezember. NrrSlau, 28. Dezember.(Eiz. Drahtbericht des„Vorwärts".) Um deu kapitalistische«, polnischen und tschechischen Tendenzen ent- zegenzuwirkr«, die immer stärker auf die Gründung einer ober- schlesischen Republik hmarbeiteu, halten die Arbeiter- und Soldaten- rate ganz Schlesiens, die durchweg auf mehrheitssozialistischcm Bode» stehen, eS für notwrndig, ganz Schlesien zu einer einhrit- liche« Republik auszurufen. Die Ausrufung soll schon am Zst. Dezember erfolgen. Heber diesen Plan wird zurzeit mit der Reichsleitung perhandelt._ Straßenkämpfe in Posen. Zwischen deutschen und polnischen Soldaten. Posen, 28. Dezember. sEig. Drahtbericht des„Bor- wiirtö".) Zwischen sührerloseu Truppen deutscher und pol nischcr Nationalität sind hier gestern blutige Kämpfe aus gebrochen, die noch unentschieden sind. Verschiedene Häuser find von beiden Parteien besetzt. Pose«, 28. Dezember. Neber die Vorgänge i« Posen gebe» die„Posener Neuesten Nachrichte«" folgende Schilderung: Am Mittag war da» Grenadierregiment Rr. v au? dem Felde ringe- troffen. Nachdem am Bormittag eine Ovation polnischer Schul- kinder vor PaderewSki erfolgt war, wurde eine deutsche Gegen- kundgebung angeregt. Gegen 4 Uhr nachmittags bewegte sich von der Geenadierkaserne au« der Zug, an dem Soldaten und Zivil- bevölkerung teilnahmen, nach der Stadt. Nnterweg« kam eS bereits mehrfach z« Zwischenfälle«, al» die Soldaten einige Fahnen, vor alle« franzSsische und amerikanische, herunternahmen. In der Wilhelmstraßr kam eS zu den ersten Zusammenstöhen. Dir Deutsche« sangen„Deutschland, Teutschland über alle»", die Pole« riefen:„Hoch lebe Polen!" tks entstand ein allgemeines Durchein- ander und ein furchtbarer Lärm, so daß Einzelheiten nicht festzu- stellen waren. AkS der Umzug eben vorüber war, sah man, wie mehrere Soldaten mit Gewehrkolben auf einander losschlugen, gleich darauf fielen die ersten Schüsse. Dann wurden Truppen alarmier», die schnell heranrückten.' Nun kam eS an verschiedenen Plätze» der Stadt zu regelrechte» Feuerkämpsen, zu« Teil mit Maschinengewehren und Handgranaten. Es gab Tote und Verwundete, deren Zahl noch nicht festgestellt ist. Dir Haupt- Plätze der Strabenkämpfe waren Wikhelmsplatz, Wilhrlinstrafte, St,- Martin-Straße und Schloßplatz. Bon deutfcher Seite wird erklärt, daß die deutschen Soldaten durch das Aushängen von Fahnen feind- sicher Mächte, gegen dir sie vier Jahre lang gekämpft hatten, aufs hächste gereizt worden seien.— Ein Bericht von»uthentifchcr deutscher Seite war noch nicht zn erlangen. die Enteignung alles deutschen Eigentums in Elsaß-Lothringen. In Südbeutschland erhält sich mit aller Bestimmtheit daS Gerücht, daß in Elsaß-Lothringen ein von Glemenceau unterzeichnete» Dekret veräffentlicht worden sei, nach dem die französische Regierung alle» deutsche Eigentum in Elsaß-Lothringen beschlagnahmt hat, so daß alle früheren Rechtsverfügungen darüber unwirksam geworden sind. Zum Borwand nimmt die französische Regie- rung angeblich die Notwendigkeit, sich ein Pfand für die im Frirdrusverteag aufzuerlegenden Leistungen zu sicher» Seöeutungsvolle Konferenzen in London. �Keine ernste» Mein«ngsverschiedenbei»en" zwischen Wtlso», Lloyd George«nd Balfonr. London, 27. Dezember. DaS Reutersche Bureau ist t> möchtigt, zu erkläre«, daß die Konferenzen mit de» Präsidenten Wilson im Bnckingham-Palast und i« Downingstrcet für beide Teile sehr besr»tdigend waren. Tie Konferenzen waren auf Wilson, den Premierminister Lloyd George und Balsour beschränkt und dauerten zusammen fünf Stimden. Tie schlössen um S Uhr 30 Minuten nachmittag». Am Abend wurde dem Reuterschen Bureau mit- seteilt, daß nicht die Abficht bestehe, ein Communique an die Presse auszugeben� eS wurde aber erklärt, daß sich die Be- fprechungcn über ein sehr weite» Gebiet erstreckten, und daß auch die 14 Punkte Wilson» erörtert wurden. Der.Mei» »migsaustausch war ganz« n f o r m e l l und hatte den Charak- ter einer offenen persönlichen Aussprache. Diese denkwürdige« Unterredungen werden von toeitreichrnden Folge« sein. Alle Staatsmänner, die daran teilnahmen, stände» unter dem Ein- druck der Ausrichtigkeit«nd de» hohe» Geiste»(splendid spirit), womit die Unterredungen geführt wurden, nnd sie sprachen sich alle am Schluß der Konserenzen über da» Ergebnis der Arbeit diese» Tage» sehr besnediaend au». Ein Staatsmann sagte, sie können ruhig sagen, daß keine ernste» Mti- yungsverschl« den Heiken vorhanden waren. Die französischen Gewertsihesten und Deutschland. Gegen sede Einmischung der Gntrrrtr. Gens, 28. T«zemher. Di« VerwaltungSkommssfion des allgemeinen Verbandes der französischen Gewerkschaften hat zu Weihnachten eine Reihe beachtenswerter Beschlüsse gefaßt. Sie verurteilt« insbesondere jede» b e- «affnete Tingreifen der Entente in die innere Ent- Wicklung Rußlands und Deutschlands. Der allge- meine Ausschuß deS französischen BewerkschastSverbandes ist der Ansicht, daß die mllitürische Besetzung von Gebieten, die zum Bestände der deutschen Bundesstaaten gehören, unter keinen Umständen ein Hindernis bilden darf für die frei« Ausübung des allgemeinen Stimmrechtes bei der Wahl der verfassunggebenden Versammlung, die der deutschen Revolution die fest« Unterlage geben soll. Der AuS- schuß erhebt ferner mit Nachdruck Widerspruch gegen die Auflösung der deutschen Arbeiter- und Soldatenräte durch di« Enenrtetruppon in den be- fetzten Gebieten.__ Erneutes Friedensangebot der Sowjet- regierung. D-k Entente antwortet nicht. SiHrtw«, ST. Dezember. Da» Acute rsiHe Büro erfvstrt, twß die Bolschewikiregierung nach Weihnachten wiederum an die Regierungen der Alliierte« mit einem FriedenSoorfchkng herange- treten ist. Di« jetzigen Bedingungen unterscheiden sich jedoch in keiner Weis« bem dem«, die Litwino» letzte« Monat durch di« norwegische Regierung angeboten hat. Die Vorschläge der Bossche- wiki wurden, da sie von einer Regierung kommen, die weder von den Allsterten anerkannt ist«och Rußland repräseniiert, nicht öeantwortet. Di« Lage bleibt infolgedessen, d*i» die allgemein« Haltung der Alliierten gegenüber Ruhsand betrifft, unverändert Heber die Politik der Alliierten wurde kein« Erklärung abgegeben, *a übe» in ganzen Kragen gegenwärtig Befpsmkiuwge« m Gang« find. Sine»««lchSugige Kieoublik Kärnt«». Ktagrnfnrt, SS. Dezem. der. Hier ist eine Bewegung im Gange, die daraus abzielt. Kärnten zu einer unabhängigen Republik umzuwandeln. Ofe Zabel aller Zeiten. HZ war einmal ti'l König. Der hie» an seinem Hose stet» einen Weisen, von dem«c sich beraten liefe. EineS Tages sah er mir zu deutlich, daß sein Säckel steinte und der Untoillen seiner gequälten Völker immer größer ward. Da ließ er feigen Minist», kommen»ntz spioch:„Ptzariu»! Hat« m»I WaZ soll ich tunk" „Weniver Gew anSgcbrn!' sagt« d«r Philosoph. „Weniger Ssld a&Szebe-i?!" ekf der H»cifche»„Ktz» soll ich da» machen?* „Führe weiriyer Kriege!" sagte der Philosoph. Der Köing aber wollt« mehr Kriege führen, denn er versprach sich Gewinn davon. Der Weis, znckw mit kta Achsel», tut*» gen Himutci und schwieg. «o kam der Krieg mit den Aldeneru. Der König verlor Schlacht um Schlacht, fltr liefe seinen Philosophen komme« und sprach: „PhariuS! Du bist>»kr«citwortiich für da» Schicksal meines Volk«». Was soll ich tun. um nicht besiegt zu w-rdeu und um Geld zu er- halten?" Der Philosoph runzelte vi« Stirn, sah ihn fest an nnd sprach laut:„Brich den Krieg ab!" Da ließ jhm de, König drei- hundert Streiche auf die Fußsohlen«eben wt zog gegen di, Zlthmr. Als er wieder heimkam, war er allein. So ließ er seinen Minister rufen nnd sprach:„Pharius! Du Vitt verantwortlich für»n» Schicksal meine« Toste»! Rat»«i,: WgjS soll ich tun?" „Dir raten lassen," sagt« Sex Weise. Dq ließ der König ihm die Zunge ausreißen und ihn einkerkern. Er selbst aber sammelte «n Heer. Nach fünf Monatan war«, t»«inhundertdreiundsiebzig Mann. Da ließ er seine» Philosophen rufen und sprach:„WaS soll ich tun, um zu Kriegern zu kommen?" Abex Pharm» konnte ja nicht wehr reden. Deshalb schrieb er aus:„Lasse s« im Kriege nicht töten!"._ Der König tieß ihm die rechte Hand abschlagen und zog ge« Ilthen. Au» einem«och unbekannten Grunde wurde er besiegt. AI» er heimkehrt«, ließ er seinen neuen Berater kommen und sprach:„Kardu»! Du bist verantwortlich für da» Schicksal deines Vaterland«», rate mir: Wa» soll ich tun?" kardu» aber war schlauer al» Khariu«. Der Schaden feine# Freundes hatte ihn vorsichtig gemackst. Er verneigte sich tief und sprach:„Großmcichtigster Fürst! Führe Krieg und ziehe gegen die Achenerl" Der König örschenkte ihn reich und zog gen Athen. Aber er «urde wieder besiegt. Da ließ er seinen Philosophen kommen und sprach:„Sardu»! Fch will dich"vor größeren DummM,« H- Solfthetvisiische Kämpfe gegen deutsche Truppen. Die Schwierigkeiten beim Rückmarsch a«S dem Osten. Der Rückmarsch unserer Truppen aus dem Osten wird durch fortgesetzt« kriegerisch« Aktionen der Sowjeltruppcn gehindert und erschwert. W o t m a r mußte gegen Angriffe der G o l s ch e. Misten geräumt werden. Da» in Dorpat abgeschnittene De- partement hat C hallist halbwegs Pornau und Walk erreicht. Di« läng» der Düna vormarschierenden Sowjet- tiuppen wurden bei Röm«r»dors nordwestlich Friedrichstadt von un» zurückgeschlagen. Bolschewisten und ukrainische Republikaner, di« sich unfern Abtransport«« widersetzten, wurden bei Luck von bayerischer Kavallerie, bei Maniwicze östlich Koioel von der zweiten E»kadron Dragoner 23 angegriffen und zersprengt. Eisenbahn- toanHportstraßen au» der Ukrarn« zurzeit alle in Betrieb. B« all diese« Angriffen auf Leib und Leben unserer Soldaten handest e» sich in erster Linie um die Absicht, Waffen und M«nitio« zu erbeuten. Daneben wird unseren Soldaten, wo sie unterliegen oder zu schwach sind, um Widerstand zu leisten, auch ihr« ganz« privat» Hab« geraubt. Rücktritt des deutsihen Gesandten in Sern. Abbernsuag deS deutschen Generalkonsuls in Basel. Der„Telunion" zufolge ist ein bemerkenswerter Wechsel unter dem deutschen diplomatischen Personal im Gange. Der deutsche Gesandte in Bern hat demissioniert und gleichzeitig hat der deutsche Generalkonsul in Basel seine Abberufung erhalten. WaS diesem immerhin aufsehenerregenden Doppelfall zugrunde liegt, ist bisher noch nicht bekannt._ Der �Wilson-Zrieöen". Gin« englische Stimme für Vernunft und Mughett. In der„Daily NcwS" schreibt der englische Schriftsteller ?. K. Jerome in einem Artikel:„Wilson oder Lenin" gegen die tolle gehässige Hetze in ententistischen Blättern, die sich die völlige Niedsrknüppelung des deutschen Volkes zum Ziel gemacht hat: Er warnt darin nachdrücklich vor einer lieber- spannung deS BogenS, die gewaltige» Unheil für die ganze Welt auslösen müßte: „Wann d«r Geist, der gegenwärtig di« Presse und di« Politiker ton Europa und Amerika beherrscht, auch auf der Friedenskonferenz stn Januar vi« Oberband gewinnt, dann wird eine Katastrophe darau» hervorgehen, die da» End« der europäischen Ge. s«lls chaftSorduung bedeuten wird. Unter Umständen kann di« Welt dann allerdings.der Demokratie sicher" sein; aber da» wird dann auf«in« Weis« geschehen, daß unser« gegenwärtig Herr- schenken Klassen in ihrem eigenen Interesse wohl daran täten, ti zu deren ei den. Ist e» angesichts des russischen Beispiels StaatSlunst, die deutschen Völker zur Verzweiflung zu treiben? Sehen unsere Journalisten und Politiker kein« Gefahr für da» übrige Europa, wenn die anarchistischen Kräfte in Deutschland und Rufeland eine Allianz der Verzweiflung miteinander schließen?" „Ein.W i l s on»F ri ed en", der den Völkern Versöhnung bringt und ihr« Leidenschaften und ihren Haß stillt, der den krieg»- tollen Millionen neu« Hoffnungen, neu« Auibttck« gibt, kann Europa noch retten. Sein Gegenteil, der von den Feinden Präsident Wilson» in England, Frankreich. Jtakien nnd Amerika gefordert« Frieden, ist ein Frieden, dar von Gewalt, Selbstsucht und Haß diktiert ist, em Frieden, der auf gebrochene versprechen, zer- trümmenten Idealen, auf Prinzipien ruht, di« in dem Augenblick aufgegeben werden, in dem e» keinen Gewinn mehr zu bringen schien, daß man sie verkündet«. So ein Frieden wird all die verborgenen Kräft« von Habsucht, Haß»nd Anarchie gelvaltig hervor- locken." Da» Schicksal der Welt liegt in dieser Stunde in den Händen der Ententemächte.__ wahren!" Damit schlug er ihm da» Haupt ab und ließ»» auf einen Spieß stecken. Gegen di« Athener aber zog er immer noch. » Ans Hermann Lange» AphoriSmenhest„Ueber West, Feit und K«le", d«» soeben im Leipziger Ztenien v erlag erschienen ist.■ Nevoiution und Kunftwenöe. Mr Kefienzbetängunge» der bi»hec!qe* bildenden Kuast find agft engste mit dem Kapitalitmuö verwachsen. Die Folgerungen au» diesem Zustande für dir Zukunft zieht Kurt Glaser jetzt in der See. mgnnschen.Kunstchronik", indem er schreibt: Wixd da» alte Kapitul in seinem Bestand» bedroht und neu« KapttalSbildung behindert, so wird der Kunst der Nährboten entzogen, auf dem allein sie bisher sich zur Blüte zu entfalten vennocht«. Denn einerseits fehlen di» Mittel zur Erwerbung von Kunstwe-ken. andererseits fehlt der Anreiz auch zu derjenigen Form der Kapitalsbildung, die mit jedem vererbbaven Besitz auch die Kunstsammlung durstellt. Würd» die Sozialisierung de» Wirtschaftsleben» so rücksichtslos vollzogen, wie di« Extremsten e» wollen, so wäre am gleichen Tage auch der Kunst überhaupt jede Existenzmöglichkeit genommen. ES zefest sich also, daß gerade hie Künstler, die heute, geblendet von den Schlagworten: Freiheit und Gleichheit, zum schärfsten Radikalismus neigen, allen Grund hätten, nicht auf einen völligen Umsturz der bestehenden ver- bäktnisse hinzuarbeiten. Aber mich wenn die Entwicklung sich in Form einer allmählichen Ueberleitung vollzieht, werden die Rück- Wirkungen auf die Lag« dar Kunst nicht ausbleiben, mit dem ein- zig«« Unterschied, daß si» vielleicht nicht in der Form einer Kata» stroph« eintreten werden. E» Wird in diesem Falle gewiß möglich sein, in die künftige Ge- setzgebung einige Schutzmaßregeln einzuarbeiten, um dem Künstler ein« LebenSmöglichkett zu erhalten. In den Verordnungen über die Besteuerung der KriegSgewinne und in den Luxussteuergesetzen gab e» bereit» solche Paragraphen, die übrigen» zur Folge hatten, daß nun einige Künstler selbst zu Kriegsgewinnern wurden. Aber die Entwicklung wird sich damit nicht aufhalten lassen. Die Kunst wird nicht bürgerlich bleiben können, werin der Staat e» nicht mehr ist. Ob da» ein Glück oder ei« Unglück ist, läßt sich natürlich nicht ent- scheiden. Aber da» steht auch nicht zur Diskussion. In einem ge- wissen Sinne hat di« Kunst selbst schon seit einer ganzen Reihe von Fahren von sich ans einen neuen Weg eingeschlagen,>vie auch der Prozeß der Sozialisierung schon seit langem vorbereitet war. viel« Bilder, die gemalr wurden, passe« nur schlecht in den bürgerliche« Salon. Sir sprengen die alte Form und suchen nach einer neuen Bestimmung. Es ist trotzdem schwer, heut zu prophezeien, wie die Einordnung i« di« neuen Verhältnisse sich vollziehen wird. Man redet gern von Volkshäusern und Wandbildern und einer Wieder- kehr mittelalterlicher Zustände, in denen die Künste noch nicht von einander geschieden waren und ihr« Werke unmittelbar dem Volke gehörten. Aber e» ist gefährlich, sich ,n solchen archaisierenden vor. stellungen zu ergehen, da dl« Dinge dieser Welt nicht in den gleichen Formen wiederzuiehren pflegen. Spartakus' schlechtes Gewil?en. Wer hat denn nun den„Vorwärts" besetzt? Unser Aufruf an die Massen, auf der Straße gegen die Festsetzung der Regierung und den Raub deS„Vorwärts" zu protestieren, ist den Spartakisten offenbar sehr unange- nehm. Die sogenannten„revolutionären Obleute" wende« sich in einer von den üblichen Beschimpfungen strotzenden Er» klärung gegen den Aufruf in der Freitag-Abend-AuSgabe. Die Erklärung lautet: „Die Versammlung der Arbeiten: äi« der U. S. P. und der revolutionären Obleute und Vertrauensleute der Großbetriebe Groß-Berlins bezeichnen den Aufruf: Massen heraus, in die Abendnummer des„Vorwärts" vom 27. Dezember als eine er- neute infame Verleumdung einer bestimmten Richtung in der revolutionären ArbeitevbeNegung und«in« unerhörte Prsvo- kaiion der revolutionären Arbeiterschaft. Der Aursuf enthält einen schamlosen Bruch der Erklärung, bie die„von- Wäri»"-Reda'?tion gegenüber den revolutionären Obleuten sbg«-- geben hat, wonach si« versichert, sich überzeugt zu haben, daß die Besetzung de»„VorwärtZ"-G«!bäudeS weder von den redolutio- nären Obleuten noch vom Spartakusbund« veranlaßt worden fei. Di« Versammelten protestieren gegen dies« u n- ehrliche Handlungsweise der„VorwärtS".Redaktion und fordern die Arbeiterschaft ans, in den Betrieben in schärfster Weis« dagegen Stellung zu nehmen." Zunächst enthält diese Erklärung eine grobe fach« liche Unwahrheit. Die Redaktion des„Vorwärts" hat niemals erklärt, sie habe sich überzeugt, daß die Besetzung de?„VorwärtS"-Gebäudes nicht vom Spartakusbunde veranlaßt worden sei. Sie hat im Gegenteil den„revolutio- nären Obleuten" gegenüber deutlich der Ueberzeugung AuS- druck gegeben, daß dies ihre feste Meinung ist. Di« Redaktion des„Vorwärts" hat lediglich erklärt, sich überzeugt zu haben, lwß die Besetzung nicht von der Leitung deS SpartakusbunideS veranlaßt worden sei, sie hat auch die? nur erklärt in Unkenntnis der Tatsache, daß kein anderer als Liebknecht selber die Demonstranten zum Vutsch gegen den„Vorwärts" aufgefordert hat. Oder gehört Liebknecht nicht zur Leitung deS SpartakuÄmndes? Im übrigen ober: Warum denn die Aufregung? Wnv hat denn in unferm Ausruf„Massen heraus I" gestanden? Wir zitieren wörtlich: „Wer Gewaltstreiche, wie die Festsetzung der Rogierun» durch eine Schar Bewaffnete« oder den Raub de»„Vorwärts" durch irgendwelche Haufen verabscheut, der halte sich bereit, mit zu demonstrieren." Also ausdrücklich hatten wir die Besetzung deS„Vorwärts", in loyalster Auslegung unserer Erklärung,„irgendwelchen Haufen" zur Last gelegt. Kein Wort Vau Spartakusbund und revolutionären Od- leu ten! Wenn sich die Herrschaften nun trotzdem getroffen fühlen, so gilt hier offenbar der Satz von dem, d e r s i ch d i« Jacke anzieht, weil sie nur ihm allein paßt. Wer unsere Worte mit der Erklärung der revolutionären Obleute vergleicht, der sieht deutlich, dafr der„schamlo'e Bruch unserer Erklärung" nur in der aufgeregten Phantasie der Herren Spartakisten eristiert, die offenbar de? AuSfluß eines sehr schlechten Gewissens ist. Vielleicht soll der„Vorwärts" erklären, eS sei gar nicht wahr, daß irgendwelche politisch gesinnten Menschen b« ihm eingedrungen sind. Ja, wer ist eS denn dann gewesen? Sollen wir vielleicht behaupten, daß e« den Eindringenben nur darum zu tun gewesen ist. den Weinkeller der FirmaPh. Brandzuplündern.einpaararmen Soldaten ihre We i h n a ch t S p a ke te wegzunehmen und in den Geschäftsräumen da» „vorwärts" allerhand kindlichen Zer« störungSunfug anzurichten? Wenn da» d:» Spartakisten lieber ist, wollen wir eS ja gern erklären, aber wir fürchten, da» wird ihnen erst recht nicht angenehm sein! - Werbunz för die p-lnische Armee. Genf, 2». Dezember. A«» einer Meldung deS„Petit Fournal" traf General H a l l e r in Pari» ein, um für die p o l n i s ch e Arme« französische Abtei- hingen anzuwerben.> Nichtig ist nur da» eine, daß allem Anscheine nach ein K« pitel»n der Geschichte der Kunst seinem End« zu- geht. Unmöglich ist eS, zu entscheiden, ob gewisse Erscheinungen unserer Zeit noch zu Hen AuSläutern des Alte« oder scbon zu de» Vorläufern de» Reuen gehören, Möglich ist e» auch, daß di« Kunst überhaupt anderen AenßerungSformen entgegengebt, und daß die- ienigen«cht hatten, die in anscheinend spielerischer Laune die letzte» Reste der alten Form»erstört»« und, an statt Bilder zu male». Fetzen von Zeitungepapier und bedruckten Tapeten zusammenkleben. ölüthnerftdrchester: drittes Sinfonie-ftonzert. Kopf Kopf der schöne Blüthner-Saal gefüllt: Beethoven- klängen zu lauschen. Da» ehrt bisse» Publikum und eb:ns« da« Orchester. Zwischen ihm und S ch e i n p s l u g, seinem Stabmeister. lebt und webt ein Hauch reiner Hingabe:— da», wa» Musik beißt. An diesem Dirigenten, den wir getrost zu den besten Berlinern und einigen Lieblingen von auswärt» stellen dürfon. frappiert immer wieder die starke Intelligenz und der ausgeprägte Wille zum Rhtsth. muS. In der Egmont-Ouvertüre, am packendsten aber in der .Neunten" offenbarte sich jene Gabe, der darum hinreißend schwungvolle Aufführung möglich wurde, zumal auch tzn» Solo-Ouartett: ldir Damen Ethel Hansa und Anne-Marie Eranz, die Herren Waldemar Henke und von Raatz Brockmannj unp der Scheinpflugfche Chor OuaiitätSleishingen vollbrackä«. Das Mittelstück bildete des herrliche Konzert in lZ-ckur op. 61, Ten ungemein schwierigen Gcigenpart hatte hier Carl LuboviSti: ein junger Musiker, der Über achtenswert« Spiel- techntk varsügt. Hiervon überzeugte et besonders in der aniiono- Parti« des ersten Satzes, wo der Geisse orchestrale Aufgaben»ist«» Grade« übertragen sind. Der Ton de» Svieler» klingt meist edel und voll und Wotm� Bei gebundenen Läufern wird noch mehr Energie«nd rhythmische Deutlichkeit zu entwickeln sein.«st. Notiz«n. — Die Theater auf! Die Gensfsenschast Deutscher Bühnenangehörigen veranstaltet al» dritte Vorstellung von der Front heimgekehrter Tchaüspi.'ler am Sonntag, nachmittag« 2s4 vir. im Kleinen Schauspielhaus bsi halben Preisen«ine Aüft führung des Liebesdrama»„Jugend" von Max Hglbe. — Franz Kölke n gefalle«. Bei den letzten Kämprwt im Westen ist, wie erst jetzt bekannt wird ein hock begabter junaer Maler gefallen, der Hamburger Franz RSlk-n. Der Künstler, d« kaum die SO erreicht batte. war erst in diese« Jahr« auf der SommmrauSstellunq der Freien Sezession in seiner Eigenart beut- licher hervorgetreten, mit einem vorzüglichen Bildnisse de» Komp« reisten Max Reger. — Vorträge.� Resi Langer trägt heute abend 8 Uhr i« Saal der Berliner Sezession(Kursiirstendamm 232) Dichtungen von Hein«, Schrocder, Holz, Dauthendey und Wedekind vor. DaS Programm ist nach dem Thema„Ampr und Pan" gewählt.— Heute findet nn Bechfteinsagl der verlegte Vortragsabend vv» Irene Trtsfch statt.(Programm: Bibel, Homer, Hölbevlin, v»«the.i ßurcht vor üer sozsalöemokratisihe« Straßenösmonftration. Nicht kut ben SpartaRsten'st es in We Glieder gefahren, daß di« Togialdemokraiie ihre Anhängerschaft am Sonntag vereinigen will, so daß ihnen nahestehende Blätter in beschwörendem Tone da- von abmahnen, auch di« Unabhängigen möchten ganz und gar von diesen Tirastendemonstrationen nicht» wissen. E» mutet reich- sich komisch an. wenn die.Freiheit' am Tonnabendmorgen schreibt: Tie pbie Frage der Regierungskrise) kann auch nicht durch vtrastendemonstrationen. die die RcchtSsozialisten für Sonntag ankündigen, entschieden werden. Dan hinter den RecktS- so�ialisten große Arbeitermassen stehen, wird nicht bestritten. Fraglich ist bloß, ob diese Massen sich mistbrauchen lassen wollen, zu?, wecken, die sie unmöglich billigen können. Früher wenigsten» hielten doch gerade die Unabhängigen die Stszstendemonstratlon für ein sehr brauchbare» politische» Kampsmittel. Vor dieser ist ihnen aber wohl nicht ganz geheuer? Freilich: Die.Freiheit' will die hinter der Sozialdemokratie stehen- ben großen Massen gern auf dem Papier zugestehen, damit die Sozialdemokratie ja nicht in Versuchung komme, sie der Oeffent- lichleit auf einmal inPerson zu zeigen. Wir aber frggen: G e. hört die Straße vielleicht allein Spartakus? Hat nur Liebknecht da» Recht, feine Anhänger spazieren zu führen »der soll nicht auch der überwältigenden Mehrheit der Vevölkrrun» Berlins da» Recht zustehen, ihre« Willen in einer Weife zu be- künden, die da» Gerede»vn einer SpsrtaknSstimmung der Messen endgültig zum Schweigen bringt?! Neuwahl öes Serliner Staötkommanöanten Die Neuwahl de« Berliner Stadtkommandanten, dessen Per. tnetung gegenwärtig noch Leuinani Fischer übernommen, findet am ZO. Dezember statt. Die Berliner Arbeiter» und Sol« baten r äte werden in einer gemeinschaftlichen Sitzung den neuen Sladtlommandanten erwählen. Die Kührer der Berliner Sarderegimenter haben in einer gemeinsamen Sitzung beschloffen. daß die Wahl nur auf einen Kameraden, nicht etwa auf einen Offizier fallen darf. Die Garde, die der Regierung eine diesbezügliche Entschließung überreicht hat, ist der Ansicht, daß die Verwendung von Frontiruppen bei Unruhen nur di« erregte Stim» «ung der Bevölkerung vermehren würde. Tagegen ist man Vor Ansicht, daß die Gardetruppen, fall» ihr die Kontrolle über die Kommandantur und da» Generalkommando übertragen wird, di« Regierung gegen einen etwa beabsichtigten Gewalt st reich der «inßersten Linie« mit Sicherheit zu schützen wissen werbe. Der Kampf um öle Wählerschaft. Seit de« V0 Jahren de» Reichkbestmlde« hat die Sozialdemo- tMi'n au» der Wählerschaft de» Reich» ihr« Stimmenzahl bei jeder Wähl beträchtlich zu steigern gewußt. Ohne den Krieg und der SiaatSumlrälzung wäre die Entwicklung in dieser Richtung weiter- gegangen. Allerding» hat da» alte Wahlgesetz die Tntwicklung der Partei gehindert. Daß ist nun alle««rändert. Die bevorstehenden Nationalwahlen stellen die Partei, rascher al» man je gedacht hat, vor die Entscheidung, die politische Macht parlamentarisch an sich gu reißen. Die bürgerlichen Parteien haben dt«» erkannt, wie die Au«- fuhrungen der Herren Spahn(Zentrum), Naumann(FortschriMer) in ihrer Doge»press« beweisen. Letzterer fordert da» Bürgertum »uf. zu verhindern, daß die Sozialdemokraft« vo Vrozrwt all« ab» gegebenen Stimmen bei den Nationalwahlen erzielt. S» ist darum notwendig, hie Wähkrmossen in ihre, jetzigen Kusammenfetzung zu untersuchen. Da» neu« Wahlgesetz schafft » Jahrgänge männlicher Wähler mehr, alle Frauen»l» Neuwähler. In statistischen Kreisen ist berechnet worden, daß mft einer Se- samttoählerschaft von 88 bis 88 Millionen zu rechnen ist. Die weist- liche Wählerschaft ist 1B Proz. stärker al» die männliche, so daß chirka l7ch Millionen männlichen zirka 20,0 Millionen weibliche Wähler gegenüberstehen. Di« männliche Wähle-rschast zeigt somit einen Zuwachs von über 8 Millionen, inltöesonder« durch die fünf Jahrgänge Neuwähler. von besonderer Wichtigkeit ist, wie sich di« Wählerschaft in den Vlter»klassen zusammensetzt. Hier liegt eine Bewhnung Pom Bayerischen Statistischen Amt bor, di« beweift, daß di« jüngere Wähler- fchqft die stärksten Prozentzifftrn liefert, bei beiden Geschlechtern. Allein 30 Proz. umfassen die Jahrgänge von Nd-ZY Jahnen, weitere 2ß Proz. bie Jahrgänge von 30—40 Jahren, während all» and««!« Kohrgänge vi» über 80 Jahr« 4B Proz. ausmachen. Tie sozialistische Part« hat demnach ihre ReknnierungZgrti-te au» der Wählerschaft: l, au» der üblichen Entwicklung ihrer Parteistimmen, die in, Mfl» der politischen Situation und Staat Sumwölzun« M»»rote Flut", wie Naumam, sagt, steigert. In den B Jahren Von tv07 hi» 1012 betrug die Zunahme her Prozentzisfer 8 Pxoz. und wird sich in den 7 Jahren igig hi» zglg wieder vermehren. L.«u» den 2 Millionen Nichtwählern der setzten Walsten stntz ebenfalls einige Prozent für die Sozialdemokratie herauszuholen. «. Die Neuwähler. Erfahrungsgemäß, wi- ich schon in frühe«« statistisch:« Berechnungen nachgewiesen(stehe.Neue Zeit'...Soz. Monatshefte'), zieht die SaziaVdemokrajie ihre Hauptzunahme au« der Neuwählerschaft Die vorn gegebenen statistischen Verechnwngem ergeben für dir Neuwähler von 20 bi» 2ü Jahren allein 1» Proz. Hinzu kommt noch ein Prozentsatz von N-uwählern. hie inzwischen 28 Jahre alt geworfen. Somit ergibt sich die MBgljchkeit die fehkrnhen lg Proz.(zu jw« 80 Proz. fijr die Partei) au» der Wäblerschaft herauszuholen. AI» vergleich dienen i*e Zahle« der in diesem Monat erfolgten Sande»- iPfli/lfTTI Efziatbcinolrotl»; Stimmen 1907 27 641—49,1�01 ISIS 81 466— 46.3. 1918 02 220— 50,6. | Liberole Partei««: s Konsertwtitze Part° Anhalt: 1907 i»is iej« 6 059 mr 90,8 Pro,. 6 409— 80,7 33 691— 49,5 Stimmen 6-? 000— 57,8 Pro,. 26 800— 89 8, 64»47— 83,0 r Recklenb,, rg.Gireli 5 488— 97.0 Proz 8 809 no 89 7, 19000- 40,3. J807 1013 87 208- 40,1 Pro,. 48 300— 48 6 «*« tt n f 4 B r( Ä; Stimme» 8 880-7�4 Pro,, 12 600— 8,0, I 8«92-4«, 6?ra|. 7 708— 86,«. 4760-96,8. 1918 100 400— 62,0 17 870—(6 7 Mf,. 84 080—«4 4 18 700- 31,»' ««(«-41.1 P»-», 18 760— 16.9. 66 300— 36,8. Dab-i ist zu htmertm. daß hg, t«n S«nd<»wahl«n hie Vtim«- «.�obe begrenzt« ist al» be, den klat'vimlwahjken. Sache der Parfti De» pun. nicht nur in den einzelne««ohlkreisen, sondern in allen, �oynuna «tnnmdezrrken dt«»ählermassen»u fmchieren und für die Pari« ist die W M»w Ur�»u bringen.«. S«lb.»ÜrMr«.'p»tz» Wo, LlnZufrieöenheit mit See Kührung. Andere Männer in die Regiernng'i Unser Dessauer Parteiblatt, da»„volksblatt für Anbalt", bringt an der Spitze seiner Sonnabendnummcr folgende Erklärung: Dir Autorität von E b e r t und Scheidemann ist— dar- über kann kein Zweifel sein— stark im Schwinden oegrif- f e n. Der Grund dafür ist ihr Mangel an Energie gegen die Liebknecht und Ledebour und die Sparta- k i st e n. Neur Männer scheinen notwendig zu sein. UnZ würde R o» ke al» Mann«ine» energischen Willen» in Frage kommen. Wo sind aber auch die anderen, die Bauer, L- g i e n, Wob, Schmidt, R ich Fischer, Südeknm. David usw.? Mag keiner von ihnen allein al» Mann höchster Autorität auf. trete« können, so würden sie doch in iorporee durch Erklärun- acn und Entschlüsse B�diutung haben können. Wenn unsere Führer in Berlin versagen, dann ioorden andere wieder die Führer de» Volles werden. E» hieße Vogel-Strauß-Politik treiben, wollte mau derartige Ausführungen einfach als Nörgelei oder Ausfluß persönlicher Ver, ärgerung zurückweisen. Zweifellos sind ti weite Parteikvrise und nicht nur m Anhalt, die einen energischeren Kurs der Regierung wünschen. Dabei ist freilich zu kcdenkcn, ob e« sich hier um ein« Personenfrage handelt. Di« Arbeit unscrer Parteigenossen in der Regierung wird in erster Linie durch die sachlichen Schwieagketten gehemmt, die da» Zu- sommenarbeiten mit den Unabhängigen verur- sacht. Wir fürchten, daß auch das Eintreten anderer Männer an die Stelle Ebert», ScheidcmannS und LandbergS sehr wenig ändern würde, so lang« diese Schwierigkeiten nicht behoben sind. Die Grieche« besetzen Smyrna. Basel, 28. Dezember. Don bisher von Griechenland in der Oesfeniliöbkeit erhobenen Ansprüchen auf den ehemalig griechischen Teil der kleinasiaiischen Küste ist jetzt die Tat gefolgt. Griechische Matrosen landeten in Smyrna und haben von der Stadt Besitz genommen. parteinachnckten. Unabhängige und Spartakus. Die.Hamburger DolkSzeituna', da» Orgrtn der dortigen Unabhängigen. nimmt zu dem Ultimatum des Spartakusbundes vom 22. Dezember Stellung und kommt auch auf die hierzu gemachten Auslassungen ihre» Berliner Bruderorgans, der„Freiheit", zu sprechen. Den Einwand der letzteren, daß es setzt vor den National- vatSwahlen unmöglich sei, einen Parteitag abzuhalten, da auch die ungünstigen Verkehrsverhältnisse die Delegierten über Gebühr von ihrer wichtigen Wahlarbeit fernhalten würden, läßt die.Hamburger VolkSzeitung' nicht gelten. Sie bemerkt hierzu: .Di«..Freiheit' irrt, wenn sie meint, daß zahlreich: Partei- genossen ihre Ansicht über die Sindcrufung eines Parteitage» teilen. Im Gegenteil, gerade au» dem Lande heraus erschallt immer lauter und dringlicher die Forderung nach einer sofortigen Tagung. Die Begründung, daß Verkdstsverhälwiffe hinderlich hierfür seien, mutet wohl selbst der.Freiheit'-Retvkt'.on al» wenig stichhaltig an. Der ZickzackkurS der gesamten Partei muß zu unübersehbaren Folgen bei den Wahlen führen. Dies« Ber- liner Taktik heißt Logelstraußpolitik treiben. Der Partei ist mit einer solchen Perke, inung der nötigsten Forderungen nicht gedient." Die.Freiheit' befindet sich momentan nicht gerade in einer beneidenswerten Lage. Täglich hageln die Angriffe vom Zentral- organ de» Spartakusbundes auf sie hernieder. Dazu treten nun diejenigen der„Hamburger vollSzeitung'. DaS Stärkste leistet sich die.Rote Fahne" gegen die„Freiheit" in ihrer Sonnabendnummcr. st, welcher sie unter der Ueberschrift:..Da« Haase-Organ und die Tbert-PolitiT der„Freiheit" folgenden schönen Satz in» Htsmmbuch schreibt! »Diese Helden(hie Saas«, Ditiman« und Barth D. Red.) ge- hören aber mitsamt ihrem widrigen Organ der„Freiheit" nicht „außerhalb der Regierung", sondern außerhalb jeder ehr- sich sozialistischen Partei". Mft solchen Verdächtigungen und Beschimpfungen laßt sich die „Freiheit" fast täglich regalieren, ohne— waS da« Bemerkenswerteste an her ganzen Sache ist— auch nur einmal die Entschiedenheit der Sprache und der politischen Alxvehr zu finden. Nur gcg'n„Scheide- mann sozialsten" spielt da» Blatt den Forsche«, desto mehr duckt nntz kuscht e« vor Spartaku». GewelGWsbewegMlg Tie Lage in den Kohlenrevieren. Bi« der RoichSkommissar für die Kohlen Versorgung berichtet, ist her Kohlenversand am 9 7. Dezember noch geringer gewesen alS vor den Feiertagen. In Oberschlesien sind 4366 Sisenbahnwagen verladen(gegen normal etwa lS000). Im chcinisch-wcstsälischen Steinkohlenrevier sind 19 402 Wagen gestellt worden(gegen normal etwa 96 000). In Oberschlesien wird gestreikt auf folgenden Gruben: Preußengrube, Printen grübe, FmdenSgrube, Brandenburg, Tastellingo, Hehenzollern, Eoncordia, Neue Abwehr, Hedwigswunsch, Lud- wizSglück. DubenSk», Hillebrandt ustd Asienborn. Auf Paulu» und Gotthardt verivetgern pi« russischen Kriegsgefangenen die Arbeit, in Westfalen wird gestreikt auf Neumühl, Deutsch« Kaiser und West- endo.__ Bund der Privatangesteltte« bei Behstrde«. Die bei Reich»-, Staat»-, Provlnzins-, KceiS. und Kommunal, behövden auf Vertrag oder ähnliche Berpstichtungen beschäftigten männlichen. und weiblichen Angestellten aller Dienstgrade haben sich »U«inem Bund zusammengeschlossen. BeitvittSevillig« erhalten Auskunft bei der Geschäftsstelle des Bunde», Breslau, Neumarkt 1—8. Bund der Eiseubuhnbeam ke. Zu der morgen, Sonntagnachmittag 1 Uhr, von der Sozial. vemolratischen Partei angesetzten Demonstration versammeln sich die Mitglieder de» Bunde» der Sisenbahnbeamten 12)4 Uhr auf Hein Tempelhoftr Feld am Steuerhaus, gm sich dann einem der Demon- sirationSzüg« anzuschließen. � Groß-Serlln Gegen den Kieinhausbau. Bon gewisser Seite, die an ber Verewigung der Mietskaserne ein lebhaste» Interesse zu Istiben scheint, wird seit einiger Zett in der Großberliner Presse Stimmung gemacht gegen den Bau von Wohnungen im Kleinhau». Einen solchen Luxus könnten wir uns jetzt nicht feisten. Spare« sei tzie Parole. Dazu wlft» un» von einem plastischen DiedlungSfachmann ge- stiheiehen: Gerade deswegen,«eil wir setzt sparen müssen, bauen wir keine Mietskasernen«ehr, sondern Kleinhäuserl Wo Miel«, kaserne« eulässig sind, dq kostet der Boden 50 M.. 70 M. und mehr £? sten Quadratmeter. Die neue preußisöhe Regierung stellt siS- lifchc» Land für de« gemeinnützigen Kleinbnusbau zu 60 Pf. hiS 6 M. pno Quadrstmeter zur Verfügung, Man spart also v r o Wohnung etwa 2--5W0 M. an Bodenkosten, wenn man dem Arbeiter, de« Angestellten, dem Beamten, dem Mittelstand die Wohnung t« Kleinhau» herstellt. Und in den reinen Baukosten ist hie Wohnung im Sinfamilienhau» nicht teurer al» die gleich- große Wohnung in der MiaftUaserne. Da« ist eine alte Erfahrung, die nur demjenigen Baumeister ftemd ist, der die besondere Kunst de» rationellen KleinhauSbaucS nicht studiert Hai. Allerdings darf man sich keine von allen vier Seiten fteistehcnde „Villa" vorstellen, und man mutz sich auch beanügen mit cincen Gärt che n von etwa 100 Quadraimeter, das, im NeihenhauSbau, genügend groß ist. um eine Familie mit Gemüse und vor altem mit Beerenobst im Werte von 1— 200 M. pro Jahr zu versorgen. Auch an Baustoffen braucht man für daZ Einfamilien-ReihenhauS relativ weniger als für die Mietskaserne. Also man spart nicht nur Geld, sondern auch Materialien, und nicht zuletzt kommt in Betracht die Ersparnis an voliSkrait und VolkSgesundhcit, wenn künftig anstelle der lllt-etskasernenblockS freundliche Kgsonien von Einsirmilienhäusern erstehen. Da» Wetter und die morgig« Kundgebung, viele Ijalrn heute besorgt nach dem Himmel geschaut, au» dessen grauer Höhe jeiner Regen rieselt und noch besorgter nach der Erde, auf der sich Schnee und Wasser zu ungemütlichem Matsch vereinigen. Wenn da» mo'gm so bleibt, wird nicht unser« Kundgebung in» Wasser fallen? Ja, da» Wetter ist freilich verdammt schlecht. Aber haben nicht viel« von uns jahrelang in Dreck und Schlamm der Schützengräben ge- legen? Was kommt es da auf ein paar Stunden an, nach denen man nach Hause gehen und sich wieder trockne» und wärmen kann? Wer sich vom schlechten Wetter davon abhalten läßt, seine Pflicht zu tun, der ist gewiß kein Held. Die nächste Zeit kann von unZ vielleicht noch stärkere Proben verlangen als einen Spaziergang in der Nässe. Mag cS also regnen, wie cS regnen mag: Wir kommen dochl__ ErwerbKlokenfiirsorge nnd LesirkingSfrage. Die Sachverständigenkommission der Erwerbslosenfürsorge er- örtene i« ihr e leniigen Sitzung die gestern von uns mitgeteilt«« Anträge der Handwerkskammer, die eine Förderung des Lehrlings- Wesens bezircuen. Einigkeit bestand baniber, daß die Schulentlassenen möglichst in ein« Lehre gebracht werden müssen, womit nicht nur dem Gewerbe, sondern auch den Jugendlichen selber ge- dient sei. Bezweifelt wurde aber, daß eS oft gelingen könnte, Jugendlich« de? 17. LelwnsjahreS nwh einer Lehre zuzuführen, nachdem sie infolge der besonderen Derhältnisse der KriegSzeit be- reitS einige Jahre al? ungelernte Arbeiter beschäftigt gewesen sind. Gegen die von der Handwerkskammer vorgeschlagene Herabsetzung der Erwerbslosenunterstützung für Jugendliebe wurde von mehreren Seiten geltend gemacht, der bisherige Satz sei keineswegs so Horb. daß er einen Jugendlichen davon abhalten könnte, in ein« Lehre einzutreten oder sonst wieder Arbeit anzunehmen- Au der An- regung, für einen unter 17 Jahre alten Lehrling seinem Vater oder der arbeitslosen Mutter eine ZuzaUung au» der Erwerbs» losenfjirsorge zu leisten, damit taS Einkommen de? Lehrlings nicht hinter der Erwerbsloleuiirterstützung eine» Jugendlichen zurück« bleibt, wurde auf die Mängel de» LehrlingSiveseu» hingewiesen. Wenn man die Lehrveriräge durchgreiiend bessere und die Lehr« lingsvcrgütungen wirksam erhöhen würde, werde die Neigung, in eine Lehre einzutreten, bald zunehmen. Tie weitere Erörterung wurde einer später» Sitzung vorbehalte«. GaSverzistun» dreier Doldoten. Ein bedauerlicher Nnglückvfall hat sich am ersten WeibnachlSk iertage am Wannsee ereignet. Dort waren in der Siemeusschrn Villa in der Kleinen Seestraße drei Kürassiere, die erst kürzlich au' dem Felde beimgekehrt waren, ein- quartiert. 7!m ersten WcthnachtZseiirtage ließen sich die Soldaten nicht zur gewohnten Aiü sehen. Al» man nachforscht«� fand man tue jungen Leute srbloS in den Betten ihres völlig mit Gas gofultten Zimmer» vor. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche warin leider bei allen drei Kürassieren vergeblich. Allem Anscheine nach sind die Soldaten eigener Unvorsichtigk>t zum Opfer gefallen, in- dem sie den Hahn d-s GaSlampe nur ungeiiügenb geschlossen hatten, so daß die ganze Nacht hindurch Ca? ausströmen konnte. Lein verbreche«. Da? Gerücht von einem Nairbmord war, sine wir mitteilten, vor einigen Tagen im Zeutxum d r Stadt verbreitet. Ein 80 Jahre alter Kaufmann Paul Zimmermann war dort i« seiner möblierten Wohnung am Georgenkirchplatz 22 unter v«.- wichtigen Umstünden tot aufgefunden worden. Ein Verbrechen schien vorzuliegen, weil 4000 M. fehlt n und ein Reisekorb mit Gewalt aufgerissen war. Zwei GaShähne waren offen, aber da» klag war durch ein offene» Fenster größtenteils entwichen. Die Obduktion hat nun gestern ergchen, daß Zimmermann wahrscheinlich durch Ein atmen von mit KohlenorwgaZ durchschwängerter Luft g storben'.st. Die 4000 M. fand man in dem Stallgcbüude de» Geschäftes, in dem Zimmermann tätig war. wieder per. Die Oßishähne hat er in der Trunkenheit wahrscheinlich versch?n'lich geöffnet. Hiernach l'egt kein«erbrechen vor. Die Leiche wurde zur Beendigung freigegeben. Wem gehört die Brieftasche? Eine gelbe Dri'ftasche mit 12l>.'> Mark fand am 11. d. M. ein- Verkäuferin in der Eichhornstraße. Der Verlierer hat sich bi» jetzt noch nicht gemeldet. Die Tasch« kann im Polizeipräsidium entweder auf dem Fundbureau oder im Zimiir.'r 79» in Empfang genommen werden. Schöneberg. Lebensmittel. Bis zum 81. Dezember Voran- Meldung für 160 Gramm Graupen auf?tb schnitt 67. Niedtrschönhauftn. LcbcuSi.'üttel. Abschnitt 16(für Kinder bis zu zwei Jahren) 1 Pfund Gersienmehl. Abfchn. SS und 112 je H Pfd. Marmelade. Abschn. 113 111 Pfd. rot: Mohrrüben, Neu? anmeldung zur Zuckerkundenliste bis s. Janmar. An die arbeitende Jugeud„Groh-Verlin". An-den T-m?n.> stpatione« der Sozialdemokmlifi- en Partei nimmt der Verein Arbeiterjugend„Groß-Vcrlin" teil. Tie Mitglieder treffen sich u>. den VerkehrSlokalen. Die Obleute d?r Fabrikausschüsse trefft« sich mit den Jugendlichen ihrer Betriebe an den nächstgelegenen Pacfei? treffpunkten._____ G?s�See>!'kzer pa?temachr!ckten. Neukölln. Die Genossen treffen sich morgen, mittags 12 Uhr, in ihren Bezirkslokalen zur Teilnahme an der Dcuwnstrgtio». Montagabend: Ertrazahlaüend. Wilm'rSdrrf. Morgen. 10'ch Uhr psrmittagS, öffentliche Versammlung im Restaurant Stadtparr. Kaiserallee 61/6?, Stadtver- ordnetcr Lüdemann spricht über„Die Nationalversammlung und, die politischen Parteien". Nachher freie Aussprache. Montag, 30, Dezember, abend? 8 Uhr, zw« öffentliche Per, der Zlula .............DW>�>�WW>»WDWWW»» svriM der Kaufmann Max Zucker über„Die Kleingewerbetreibenden und die Nationalversamwli.ng". In bechcn Versammlungen freie Aus- sprach«.______ Bub aller Welt. Schwere B'nttat eineS eiferfüchkissen Sicbftabers. In?h:nnhattsin im Kreil« Mesthabelland hat sich eine Elfer« suchtZtragödi«»bgespickt, bei d» ztoe: Personen getötet und drei verletzt wurden. Ter Knecht Koch lmtw früher mit der Dochter des dort wohnenden Babna: berters Steffen ein Verhältnis unterhalten. das aber von den Eltern nicht gebilligt wurde. Kürzlich au? de« Felde zurückgekehrt, versucht« er sich wiederum dem Mädchen zu nähern. Di« Eltern wollten jedoch diese Annäherung veneite?« und hielten daher die Tochter in der Wohnung zurück. Am To-.'nrrSwg drang Koch plötzlich in hie Steffensche Wohnung ein und streckte mit«inem Schuß feine Geliehtze tot nieder.?luf den hinzuettenden Vater gab K. drei Schüsse eh, wodurch dies-r sehr schwer verletzt wurde. Durch weitere Schüsse wurden eine KauSbewohneren und ein junge» Mädchen verwundet. Frau Steffen vermochte zu flüchten Koch selbst schoß sich ein« Kugel in den Kopf und War sofort tot. Sozialdemokratischer Verein für Berlin. Morgen Svlintog, den 29. Dezember 1918, vormittags 8'/., Uhr, im Äosciithalcr Hof, No�enthälcr Str. 11/12: Ceneral-Nersan.'mlnug. Tagesordnung: tea�i der ficnt;CrJon juc Ztallonalverfammlung für das Slelü) und für jpteufjcu, Delcgic�enlarte legitimiert. Die Versauimlunz wird pllnMich eröffnet. Ler vorstand. 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