Nr.SSS. 85.|al|rg. t»ez»gs»rr»«i RlmttiAbrLüTbStu monafl-iasö. frrl m» Hau«. Borau« jabltoc. Einzeln» kummern 10-tSfmnto CoUBtzug: Monaillch iSb SRI. ex!! Zuslellung». gebflf» Unter«reuzband für Deutsch» and u Lesterretch-llngarn>.S0 Mk. Mi da» abnfl? ätuflund'.60 SRI, bei tAgtid)».nmallfln Zuliellung 7.50 SRt Uottbetifflunjen nebmen m Dftne- man. Holland l'urcmburn. Schweden und die Schweiz Ein getragen m die Boll-Ieilunk!«- Preisliste Der.Sorwarts' enche'nt wochenlSgllch zwennat. sonntags eininal. Morgen-Ansgabe. (lopksiHnig) Telegramm-Adreffe: .Sozialdemokrat Ver.to' Verlinev VolKsblntt. Zentralorgan der rozialdemokrattfcben Parte» Deutfcblands. AuzetyenvretS» Dt» achtgefboltenc SUmbateiStjefle lallet SO Plg..Kleine Anzeigen-, ba£ ettgedruckle San«o Pfg.(zuläsfig ? fettgebruciu Sorte). iede« weitere vori 30 Pfg Stellengesuche und SchlaMellenanzetgen da« eiste Wort 30 Ctg., icbi« weitere Wort 15 Ctg. Worte llbn 15 Suchilaben zählen FSt zwei Sorte reuentngSjitlchlnx öO»/. Zamilien-Rnzeigen. Dolltische und gewerlichaitliche Verein«» Anzeige» SO Ctg die Zeile Anzeigen mt die nächste Rümmer müssen bis 3 Übe nachntitiag« im Hauptgeschäfl Bertin KS.SS. Andetisirahe». abtegeben «erden. Beöffnei von 9 Uhr Irüh btä S Übt abend«. Neüaktion und Expeöition: SW. S8, Linöenstr. Z. ibemiBrecher! Ami Morinpla«. Nr. 131 V7. Montag, den 30. Dezember IiM8. vorwärts-verlag G.m.b. h., SM. öS, LinSenstr. Z. ibernsprecheri Ami Moriisplay. Nr. 117 53—54. SozialdemokratlsclK Rrbclterrcgl €bcrt. Scbeidemann. Candsberg. Iloske. Visse». Der Zentralrat der Deutschen Republik hat die Re- gierungSkrise gelöst. Er hat den Austritt der Unabhängigen zur Kenntnis genommen,, er hat Ebsrt, Scheidemann und Landsberg in ihren Aemtern bestätigt und die Genossen Noske und Wissel! zu Mitgiideern der Regierung er- nannt. Genosse L ö b e- Breslau hat abgelehnt, weil er sich von seiner wichtigen Arbeit in Schlesien nicht trennen will. Damit ist eine rein sozialdemokratische Arbciterregierung zustanoe gekommen. Alle lüns sind seit früher Jugend be- währte Kämpfer unserer Partei. Vier von ihnen sind von Hause aus Arbeiter: Gner Schriftsetzer, einer Sattler, einer Holzarbeiter und einer Metallarbeiter. So spiegelt sich in dieser Regierung die Reife und Tüchtigkeit der deutschen Arbeiterklasse, vor der auch der politische Gegner aus dem Bürgertum respektvoll den Hut ziehen mutz. Es ist ein blen- dendrr Witz, wenn die Spektakclhelden des Terrors, die nian mit der Berliner Arbeiterschaft niemals verwechseln darf, be- haupten, diese reinste sozialistische Arbeiterregierung, die die Welt jemals gesehen hat. sei—„eine Bourgeoisregierung zum Schutze des Kapitals". Was hat die neue Regierung zu tun? Von heute in zwanzig Tagen sind, dem Beschlutz des A.- und S.-KöngresseS entsprechend, die Wahlen zur Rat'ionalversamm- l u n g. Die gilt es so vorzubereiten und zu sichern, datz jeder Volksgenosse sein erstes Recht als Bürger der Republik frei auszuüben imstande ist. Diese Regierung klammert sich nicht mit Gewalt an die Macht. Gefällt sie dem Volke nicht, so kann sie daS Volk binnen zwanzig Togen entlassen. Nur um dem Volk sein Recht zu sichern, bleibt sie aus ihrem Posten. und darum wird sie nicht dulden, datz sich irgendein kleiner Gewalthaufcn an ihre Stelle setzt, der dem Volk sein Selbst- bestimmungsrecht rauben will. WaS hat die neue Regierung zu tun? Deutschland steht nach einem verlorenen Kriege am Rande deS Ab- grundS. Der feindliche Imperialismus will es völlig zer- trümmern, will deutsche Gebiete zu Polen und Böhmen schlagen. daS Rheinland offen oder versteckt annektieren. Deutsch-Oesterreich am gewollten Anschlich an die deutsche Volksgemeinschaft verbieten, die deutschen Kriegsgefangenen zu mehrjähriger Zwangsarbeit zurückhalten und Summen. die das deutsche Nationalvermögen übersteigen, als Kontribution einfordern. Die Regierung bat sich in ihrer alten Zu- sammensetzung mit all diesen brennenden Jragen nicht ernst- lich genug beschäftigen können, weil sie der Berliner Parteikrakeel ständig in Anspruch nahm. DaS mutz nun anders werden, wir wollen uns daran erinnern, datz wir brennende gemeiniame Dolksinteressen auch nach autzen zu Vertreten haben. Die Not unleresBolkes schreit zum Himmel. Tie Arbeitslosigkeit wächst, die Ernährung ist gefährdet— es gilt Arbeit und Brot zu sckiaffcn, soweit dieS nur irgend möglich ist. Zaubern kann auch eine sozialistische Regierung nickst, das kann nur mit dem Munde die blöde Spartakusdemagogie. Aber was geschehen kann, um zu ordnen, zu helfen, zu retten. das mutz geschehen. Man sieht, was da geleistet werden mutz, ist für zwanzig Tage nicht wenig. HerkuleSarbeit mutz getan werden. Wenn sie aber nur einigermatzen gelingt, dann wird die grotzc Mehrheit deS volkes Vertrauen gewinnen zur sozial- demokrati'ckvn Arbeiterregierung und damit wird für weitere aufbauende Arbeit im Geiste des Sozialismus der feste Boden gewonnen sein. Wir wollen n'cht revosutionäre Redensarten, sondern re- oosntionäre Taten! Und welche sckönere Tat könnte eS für die Revolution geben als die. dem Volk lein ganzes Selbst- bestimmungsrecht zu geben, einen dauernden, gerechten Völ- kerfrieden kicrbeiznführen, die Not deS Volkes zu lindern? Gerechtigkeit zu üben. Freiheit herzustellen, den Schwach-n und Gedrückten ein starker Hort und Schirm zu sein? Da? Se'bstgefühl das tiefgesunkene, wieder zu heben und uns zu lehren, den Kopf wieder hoch zu tragen? Bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung, die das Recht bat. eine neue Regierung zu bestimmen oder die alte zu bestätigen, bleibt die sozialdemokratische Arbeiterregie- rung die einzig rechtmäßige. Sie verdankt ibr? Er- nennung den ans der Revolution bervorgegangene.n A.» und E.-Räten und beweist ihren gesetzmätzigen Charakter zugleich dadurch, datz sie sich bereit zeigt, sich in kürzester Frist dem Urteil des Vo'fcS zu unterwerfen. Bis zu dielem Vosksivrnch hat sie die Vflickst. Ordnung zu halten, woraus von selbst ihr Reibt folgt, die strikte Befolgung ihrer Anordnungen zu verlangen. Niemand darf Waffen führen, es sei denn in ihrem Auf- l trag. In dem Augenblick, in dem sich zeigt, datz ihr die Sol- daten geschlossen folgen, ist der i n n e r e F r i e d e n gesichert. die Gefahr des Bürgerkriegs gebannt. Narren und Verbrecher erzählen Dummköpfen, diese Arbeiteiregierung wünsche nichts sehnlicher, als Blut zu saufen. Hier die Antwort an sie: Brecht nicht ein. plündert nicht, verübt keine Erpressungen, s keine Unterdrückung der pcrsönlick)en Freiheit— und kein Tropfen Blut wird mehr flietzenl! Die„Unabhängigen" sind nun heraus! WaS soll man von ihnen sagen? Eigentlich müssen sie einem leid tun, obwohl ihr Versuch, den sozialdemokratischen Kollegen noch Ipartakusmanier eine„Blutschuld" aufzubürden, ab scheu- lich war. Aber, tvas will man die Leute haben ganz den Kopf verloren, ihre Zeit ist vorbei! Die weltgesch'ckstlick)? Entsckieidung fällt am lg., Januar zwischen der Sozialdemokratie und der kapitalistischen Re- aktion. Wer da nicht den rechten Platz zu finden weitz, ist entweder krankbaft verwirrt oder ein bewutzter Verräter an der Arbeiterklasse. Nur zwanzig Tage nochl Latzt doch die Faselhänse und Krakeelerl Arbeitet, kämpft, s i.eg tl Weitere VeranSerungen in Sicht. Der Austritt der Unabhängigen auS der ReichSleitung dürfte den Rücktritt ihrer Parteigenossen von den übrigen Reichs- und Staatsämtern zur Folge haben. Einige von diesen Männern hatten sich aus ihren Posten sehr gut bewährt, über die anderen schweigt des Sänger? Höflichkeit, und man wird sie ohne Bedauern ausscheiden sehen. Als kleine Partei mit geringen Kräften kamen die Unabhängigen durch das eigentümlich? Doppelpostensnstem. das sie selber ausgedacht haben, in grotze Verlegenheit. Es wurde infolgedessen mancher Notnagel eingeschlagen, der nun wieder ausgezogen werden wird._ die neuen Männer. Gustav AvSke ist am 9. Juli 1868 in Brandenburg a. tz. als Sohn eines Webers geboren, wurde Holzarbeiter und ist seit frühestor Jugend in der Arbeiterbewegung tätig. Er war Redakteur in Brandenburg, in Königsberg, in Chemnitz an der.Volksstimme", deren Chefredakteur er wurde, und war seit tgvS Mitglied deS Reichstags, wo er sich als Fachmann auf dem Gebiet der Militär- und Marinefragen bemerkbar macht«. Seit dem 6 November>9l8 wirkte er als Gouverneur in Kiel, wo feine großen Verdienste von Freund und Feind anerkannt wurden und wo man seinen Abgang lehr bedauert. Rudolf Wiffell ist am 8. März 1809 in Göttingen geboren. Tr war Metallarbeiter, trat in die gewerkschaftliche Bewegung ein, wurde lLvI Arbeitorfekretär, dann Mitglied der Bürgerschaft in Lüibeck. und kam dann al« Zentralarbeiterfekretär nach Berlin. Die ReichstagSersatzwahl für Siadtbagen in Niederbarnim, wo er über den unabhängigen Kandidaten einen glänzenden Sieg errang, ist noch in aller Erinnerung Wisiell ist seit Herbst 1916 ständiger sozialpolitischer Mitarbeiter deS.Vorwärts". der Zentralrat an üas Volk. Der Zentralrat der deutschen sozialistischen Republik erlätzt folgenden Aufruf: Arbeiter, Soldaten, Bürger und Bürgerinnen der deutschen sozialistischen Nrpnblik! Fn schwerste i Stund« wenden wir itnS an Euch. Di« von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei be- stellten Polksbeanftragten haben die Regierung verlassen. Die Fortführung und Sicherstellung der deutschen Revo- > u t i o n liegt nunmethr allein m den Händen der alten sozial- demokratischen Partei Der Zentralrat hat die Polksbcaustragten Ebert. Scheidemann und LandSbeng. die ihre Aemter zur Verfügung gestellt haben, auf« neue bestätig! und die Regierung durch die Hinzuwahl der Genossen NoSke- Chemnitz, Löbe- Breslau und Wissel!- Berlin vcr- vollständigt. Wie man auch zu den politischen Fragen der Gegenwart stehen mag: ES kann jetzt nur ein« einzige Aufgabe aeben, da» ist die Schaffung einer arbeitsfähigen Regirrung. Vom Vertrauen de? Volkes getragen, mutz die Regierung dem deutschen Volke vor allem Frieden und Brot bringen. Die Errungenschaften der Revolution silbern und die Einheit des deutschen Volke» aufrecht- erhalten. Wir wollen alle versuche vereiteln, die von recht» untern om- men werden könnten, eine Gegenrevolution zu organisieren. Wir müssen aber auch darauf achten, datz die Revolution nicht in Verruf gebracht wird durch da? Treiben der Spartakusgruppe, die nach bolschewistischen Rezepten«inen Terra riSwuS ausüben möchte, der mit Demokratie unvereinbar ist. Wer hierbei nicht mitavbeitei, der verhindert die Ausführung der Beschlüsse des Kongresses der Arbeiter- und Soldaten rät«, der verhindert die S o z i a l i s i e r u n g der dazu reifen Unternehmun- gen und treibt das deutsche Wiitschaitsl.ben in den Abgrund. Vor dieser Katastroph«. die die Zukunft de» deutschen Volke« auf Generationen hinaus vernichten würde, mutz das deutsche Volk bewahrt werden. Der Zcntralrat wird für'die Erledigung all dieser Ausgaben sein« ganz« Kraft einsetzen. Vorbedingung hierfür ist aber: unbedingte Aufrechterhallung der öffentlichen Ruh« und Sicherheit, die Bethinderung gewaltsamer Eingrisfe in da» private und öfseut- liche Eigentum, die Wiederaufnahme einer geregelten Produktion, die durch dir Unterbindung der Kohlcubcsoederung aufs Schwerste gefährdet ist. Ohne Arbeit ist das deutsche Volk rettungslos verloren. Nie» wand darf sich heute der Arbeit entziehen; alle Sonberwünsche müssen vor vom Grundsätze zurücktreten: Alles für da» Volk und alles durch das Volk! Deutsch« Männer und Frauen helft all« die ungeheuren Ge- fahren zu überwinden, von denen wir bedroht sind. Ohne die tätige Teilnahme, ohne die Selbstzucht jedes Einzelneu müssen wir den Stürmen der Gegenwart erliegen. ES ist die Stunde gekommen, in der da? deutscht« Volk seine Reife beweisen muß oder elend zugrunde gehen wird!! I Der Zentral rat der heuischen sozialistischen Republik. Rod. Leincrt. Map Cohen. die Sitzung Ses Zentralrats. Die Verhandlungen des Zentralrats gipfelten in folgen- den Fragen, Antworten und Gegenfragen: F-ragen der Unabhängigen. 1. Billigt«» der Zentralrat, datz die Kabinettsmitglieber Ebert, Scheidemann und LandSbeng in der Nacht vom 23. zum 24. De- zember dem K r i e g§ m i n i st e r den in keiner Weis« begrenzten Auftrag erteilten, mit militärischerGewalt gegen die Volk». marinedivision in Schloß und Marstall vorzugehen? 2. Billigt der Zentralrat, datz am Morgen de» 24. Dezember von den Truppen des Generalkommandos Lequi» mit nur lv Minuten befristete Ultimatum, wie die Artilleriebefchietzung von Schstotz und Marswll? 3. Erklärt sich der Zcntralrat für die sofortige strikte Durch- füh rutig der vom Kongreß der A.- und S.-Räte geplanten Beschlüsse iwer die AbschaffungderRangabzeichen und da» Unter- sagen deS Waffentragen» außer ha üb des Dienstes für die Offizier« im Heimatheer? 4. Billigt es der Zentralrat, datz die Oberst« Heere?» leitung in einem vertraulichen Telegramm an die Heeresgruppe Obcr-Ost erklärt, sie erkenne diese Beschlüsse der A.- urid S.-Rät« nicht an? b. Billigt der Zentralrat die von den KabinettSmitgLiedern Ebert, Sckieidemann und Landsberg befürwortete Verlegung der Reichsregierung von Berlin nach Weimar oder einem anderen Orte Mitteldeutschlands? 6. Billigt der Zcntralvat, datz statt der völligen De- Mobilmachung deS stehenden Heere» mir ein« Reduzierung desselben auf den Friedensstaird unter Zurückhaltung und eventu- «llen Auffüllung der beiden JahrcSklassen 1897 und 98 stattfindet? 7. Steht der Zentialrat mit un» auf dein Stawdipunlt, datz vi« Regierung der sozialistischen Republik sich militärisch nicht stützen kann und darf auf die Generalität und die Reste de» auf dem Kadavergehorsam mifgobauten. alten, stehenden Heeres, son- dern nur auf eine nach demokratischen Grundsätzen au» Freiwilli, gen zu bildende Volkswehr? 8. Ist der Zentralrat dafür, datz die Soziakifiernng der dafür reifen Industrien durch gesetzgeberische Akt« sofort in Angriff genommen wird? Antworten des Zentralrats. I, Die PnlkSbrauftragten haben lediglich den Auftrag erteilt, daS nötige zur Befreiung des Genossen W e l S zu veranlassen. DaS ist aber auch erst geschehen, nachdem den drei BolkSbeauftragten von dem Führer der Bolksmarine-Division telephoaisch mitgeteilt worden, ist, daß er für da» Leben de» Genosse» W r l» nicht mehr garantiert» könne. DaS billigt der Zrn- tralrat.. 2. Die zweit« Frage beantwortet der Zentralrat mit Rein. 3. Der Zentralrai steht auf dem Standpunkt, datz di« auf dem Kongreß gefaßten Beschlüsse durchzuführen sind. Der Rat der Volks- beauftragten wird aufgrsordert, die Ausführungsbestim. m u n g e n alsbald vorzulesen. 4. Die vierte Frage wird mtt Nein beantwortet. In den Fragen 5, 6 und 7: der Zentral rat kann diese Fragen ohne vorherige eingehende Erörterung mit dem Rat der Boll»- beauftragten nicht beantworten. 8. Der.Zentralrat wünfcht in allernächster Zeit von der für die Vorbereitung der Sozialisierung eingetretenen Kam. Mission einen Vortrag über den Stand ihrer Arbeiten zu hören. Er ist der Meinung datz die SozialisierungSkommission i« AuS- führung der Beschlüsse des Kongresse» der ist- und S.-Räte so schnei tote at«gftd| pvsiMs LRLchN««Sfet dts der rc?s«l Votrbelie �ntAbesijndcve deS BsrvIxiuS) macht. Gegenfrage des Zeutralrats an die Unabhängige«. Sind die VolkSbcauftraateu bereit, die offentlickr R n b e «Zid Sicherheit, insbesondere auch das vrivatr und össentNche Eiaentum aeae» acwaltsamc Einarissr in schüben? Sind sie mit den ihnen in Gebote stehenden Mittel« auch bereit, ihre eiaene Arbeirsnwal'tchkeit und die ihrer Oraane aeacn Getoalttätiakeiten. aan?. aleich von welcher Seite sie crsolaen sokten. zu aewährleisten? Darauf antworteten die Unabbänaiaen mit einem länae- ren Schriftstück, in dem sie auZnibren. dan der Wea der V er» Handlungen niemals hätte verlassen werden dürfen � wie fte überhaupt bestrebt waren, alle Svartakustaten als„barm- lose Kindereien" himmsteilen und alle Abwehrmahnabmen als „lZLwa't-uetboden" m diskreditieren sals ob die Einsverrun a der Reaieruna. die Gefanaensebuna des Genossen Wels und die Bedrohuna seines Lebens nicht auch„Gewaltmethodcn" wären'). Schließlich erklärten ne: Da wir hiermit ans der Rrqiern»!, auS» scheiden, haben wir die an uns als Volksbcauftraqte ae- stellte Frage nicht mehr zu beantworten. Das ist ebenso bequem wie durchsichtig. ES ist das Be- kenntnis, daß die Unabhängigen eben in der unglücklichen Lage waren, ihre Pflichten aiS Regierungsmitglieder nicht erfüllen zu können! H a a s e hielt am Schluß eine kurze WschiedSrede, die -men durchaus kollegialen Eharakker trug und in der er her sozialdemokratischen Arbeiterregierung bei ihrer unend- Tch schweren Aufgabe nach innen und außen vollen Er» fo l g wünschte.____ Die erste KunAgebung öer neuen Regierung. In einem sNugblatt wendet sich die NeichSregierung an daS deutsS« Volk. Das Nugblatt. das in vielen Hunderttausende« �von Exetmlaren an die Demonstranten veiteilt wurde, hat nachstehen- den Wortlaut: An da» deutsche V»lll Arbeiter, Bürger, Soldaten I lchHsn, nndibem Hen brel BcTt�atifkafften von dem Mbrer der s letzen in packende« Worten die Bedeutung des Leuttge» BölHma�ne-T idmon. tesebhöntfch miiseteiÜ morde« itz. daß xx i Tag'cs WiZeinanNr. für da? Leben de? Genossen Welz nicht mehr garantieren Wnnö. Und nun fttzc« sich unter lbtWtschmust� dt? Proletariecmassen Die Regierungskrise hat die Lösung gefunden, die das deutsche;..„ Bol? erwartet bat. D i e!I n a b l: ä n g i z e n s i» d a u s g e sch i e- z um den skrupellosen Mißbrvuchern der Straße zu beweisen, wo die Da§ billigt der ZernrolraL Nach diesem Schiedsspruch von der höchsten Instanz, von den Vertrauensleuten sämtlicher 3L* und S.-Räte Deutschlands, find die Unabhängigen aus der Regierung geschieden. Sie haben sie rn einem Augenblick verlassen, wo alles in Frage gestellt ist: Waffen- stillstand, Frieden, Ernährung, Bestand des Reiches. Wo zum erstenmal vom französischen Bevollmächtigte» General die unzweideutige Lcußervng vorliegt:«Mit einer holschewestischen Ne- gierung verhandeln wir nichtl" Wo keiner sich der Pflicht entziehen darf, den völligen Untergang abzuwehren! Obwohl viele Stunde» lang die Berechtigung der Notwehr be- wiesen wurde, in der Ellert, Landsberg und Scheide, mann gehandelt Halle« und diese vom Zer.trSlrat anerkannt wurde, ballen die Unabhängigen ihren Austritt wieder mit der angeblicheu.Schuld� der sozialdemtokratiichen BolkSlleauftragten begründet. Auf die Frage des Zentralrats, ob die Bolksbeauftragten lle» reit feien, die ölfentlich« Ruhe vnd Sicherheit, insbesondere auch dv.S vrivatr und öffentliche Eigrntnm gegen gewaltsame Eingriffe z» schüinu, und mit den chneu zu Gebote ftchenden Mitteln ihre eigene ArbeitSmöglichkeit und die ihrer Organe gegen Gewalttätig- ketten, ganz gleich von welcher Seite, zu gewährleisten— auf diese Frage haben die Uiiabhöngigrn geschwiegen! Bor der Beantwortung dieser Sellensfrage de» deutsche» BokkeS hallen sie sich yedrücktl Damit hallen sie bewiese«, daß sie die erste Pflicht jeder Regierung nicht erfül» Ion wollen: Die Sicherheit innerhalb des Staa» teS zu gewährleisten! Die Revolution ist nicht Anarchie, sondern erhöhte Sicher- heit, gestützt auf den freien Willen gleichberechtigter Staatsbürger! Indem die llnabbängigen die Mittel zur staatlichen Sicherung ablehnten, haben sie sich als regierungSunföhig erwiesen, Für uns ist die Revolution keine Parteiparole, sonder» das kostbarste Gut des ganzen schalende«, Bo! � Wir üllennellmen ihre Aufgallen alkS Beauftragte de» BolkeS mit dem Schwur:' Alles für die Revulntw«. alle» durch Me Revrlntio»! Wer auch mit der festesten Absicht, jedem un�bittlich entgegen- zutreten, der aus der Revolution de» Volkes den Terr»r einer Minderheit machen w-ll. Hunderttausende demonstrieren beute für die neue Regierung, den. die Reichsregierung' wird auS den Reihen der Mehrheit»- iozialisten ergänzt werden und, von inneren Hemmungen frei, an die Losung ihrer großen Aufgaben gehe«: Die Wahlen znr Nationastiersammluns und den Frieden vorzubereiten und bis dahin die Aufrechterhaktung einer freiheitlichen Ordnung sicherzustellen. Die Vertreter der Ilncähängigen sind ausgetreten, weil der Zentralrat der deutschen sozialistischen Republik gegen sie entschie- den hat. Der Zentralrat hat erklärt: .Tie Bolksbeauftragten Ellert, Landsberg und Scheidemann haben lediglich den Auftrag erteilt, das Mtige zur Befreiung des Genossen Wels zu veranlassen. � DcS ist aller auch erst ge- Mehrheit steht. Auf ihrer Solidarität beruht unser Auftrag und unser Amt. Die Massen find unsere Rechtfertigung, ihr Wille gibt uns die. hielt, als pünktlich um t Uhr die yerstrmml-unz eröffnet wurde. Auch hier sprach Genosse We I i, stürmisch begrüßt. Anknüpfend an die famose Leutzerung Eichhorns sagte WelS:.Wen» wir nicht auf dem Posten sind, wird Spartakus Maschrnengewehre vor den Wahllokalen auffahren. Di? Unabhänaigen sind aus der Regierung ausgeschieden.(Lebhafter Beifall.) Run wich eS unsere Ausgabe fein, der Regierung' Ebert-Scheide mann die Mach: zu geben, tue sie zur Durchführung des VolkswkllenS haben muß."' gar �archistls�� t�ufem �! weitere Embleme, wurden mitgeführt, die den Zweck der Demo». Schutz der jungen Freiheit, es gilt, rastlos zu arbeiten, um . ev>' V.___.. Pi.�„E_. Vi—'TJ ev*- äi unsere Reihen zu stärken, um die Irregeleiteten u-nd Verhetzten aufzuklären, um die Stärke unserer Partei auch bei der Wahl zu entscheidendem Ausdruck zu bringen. » Ueber den Verlauf unserer Demonstration gehen uns folgende EmZelberichLe. zu: Der Zuz aus Südwesten. Im �uWesten kantmclte sich der Zug an de? Kreuzberg- Ecke GtostLeercnstraße. An ihm nahmen u. a. die Betriebe von Wunder- sich und Schultheißbrauerei geschlossen, ferner eine Abordnung der Kürassiere sowie, ahlreiche Angehörige der Republikanischen Sol- datenwcbr teil. An die versammelten Massen wurden au zwei Stellen Ansprachen gehalten von den. Genossen Graßmann und Kuttner. Letzterer führte u. a. a»S: Wir sind hier versammelt, um zu zeigen, daß auch unsere Geduld einmal ein Ende hat. Lange genug hat Berlin unter dem Terror einer kleinen Gruppe gelitten. Die heute bewiesene Aktivität der Bevölkerung muß in den Betrie- beu beibehalten werden. Die Arbeiter dürfen nicht mehr an wilden Streiks teilnehmen, die von einer Minderheft angeordnet werden. Den Austritt der Unabhängigen aus der Regierung begrüßender; dadurch wird uns der Arm frei zum entschlossenen Handeln I(Stür- «ischer Beifall.) An anderer Stelle sprach Gen. Graßmann vom Buchdruckerverband. Der bei Abmarsch etwa SCOO Man» stark« Fug schwoll auf seinem Wege auf 26— SO 000 Personen an. Ueberall auf dein Wege nach dem föünigsÄatz wurden die auf Schildern vermerkten heuti- gen ss'orderungrn der Sv-ialdemokratie mit lauten Zurufen begrüßt. Der Zug aus Berlin II setzte seinen Weg fort durch die Dvrothcen- und Rette Wilhelmstrasse. An der Ecke der.Linden" stellte sich chm ein Häuflem von Spartakusanhängern ent- Hegen. Ihren Hochrufen auf Liebknecht antworteten stürmische Rufe-Nieder mit Liebknecht i" und-Hoch die Regierung Ebsrt- Scheide mann Einen Augenblick stockte der Zug— dann schritten die an der Spitze marschierenden Soldaten, der Dannerträger und seine Begleiter, kräftig a-uS— und die SpartakuZanhänger gaben die Straße frei. Unter fortwahrst lden Hochrufen auf Eberl- Scheidemann und Niederrufeu auf Liebknecht zogen unsere Genossen die-Linden" entlang. Vor der Kommandantur wurde Halt ge- macht. Genosse Wels trat, lebhaft bsgrüsst, auf den Balkon hinaus und kennzeichnete in einer Ansprache daS Treiben deS Spartakusbundes.'.Bi? hierher und nicht weiter!" rief er. und die Menge antwortete ihm mit stürmischer Zustimmung. Der Zug marschierte dann noch zum-Vorwärts-HauS, wo Genosse Richard Fischer in einer Ansprache auf den gegen den-Vor- Wört-V verübten TerroriSuniS hinwies. Danach gingen die Teil- nehmer tn Ruh« auseinander. Im FriedrichShar« bildeten die dem Sammelplatz Zustrebende»«ms allen Zugänge» ei«» dichten, ununterbrochenen Strom, der auch dann noch au» stration nach außenhin kenntlich machten. den Passanten der Mahnruft-Proletarier seid einig!' Ohne Zwischenfall mündete dieser Zug von etwa 20000 Demo»» stranten im Konigsplotz ein. Am Görlitzer Bahnhof. Eine unabsehbare Menschenmenge füllte den geräumigen Platz vor dem Bahnhof, als Genosse Hetzschold von einer Droschke gAZ die Aufmerksamkeit für den Genossen Fr ö h l i ch erbat, der in markigen Worten eine Ansprache an die Versammelten richtete, die, oft von jubelnde? Zustimmung unterbrochen, auSklana m ein Hoch auf die langersehnt« und endlich errungen« deutsche Republik. Dann formierte sich der Zug. den die Eisenbahntruppen mit Musik eröffneten. Nahezu eine Stunde �dauerte der Vorbeimarsch dieses einen Zuges, der allchn mehr Teilnehmer aufwies, als der violge- rühmte Zug der Spartakisten, dessen Teilnehmerzahl dt?„Rrte Fahne" kühn auf 260 000 geschätzt hat Zu der glänzend verlaufe- nen Demonstration der Berliner Arbeite'. schaft hat die Bevölkerung der südöstlichen Stadtteile ein sehr beachtliches Kontingent gestellt. Am Winterfeldtplatz übernahm der Soldatenrat de? Reiebsmarineamts und de? Admirak. stabs ml! den Be-mten uns NngesieUten d'efe: Stellen oie Führung des gewaltigen Zuges. Kamerad R a m t h u n und für eine große Anzahl feiner Kameraden ein Matrose von de? BolkSmarine« divifion sprachen für die Nationalversammlung und für die neue Regierung. Am Brandenburger Tor und später in der Wilhelm- firoße law es zu lebhaften Kundgebungen für Eberl und Scheide- mann, für Rüde und Ordnung, für die Nanonaft-ttckammlunz und gegen jedes weiser« Butvergießen. Dazwischen ertönten wieder und wieder: Nieder mit Liebknecht! Nieder mit Spartak«?! Neuföll«. Mögen die Dcmonstratlonen der Vergangenheit oft geradezu prächtig verlaufen sein, sie alle können gar nickt in Vergleich ac. stellt werden mit dem heutigen Aufmarsch der Neuköllner Bevölke- z rung. Dem Kenner solcher Menschenansammlungen mußte«ins auffallen. Hier herrschte nicht das in letzter Zeit bei solchen An- Sammlungen' so oft zu beobachtende Johlen und Lärmen, sondern das Gefühl der Freude dadiier, daß so unzählig« Tausend« unserem Ruf Folge geleistet.. wurde wesentlich beeinträchtigt dadurch, daß Demonstrationen gegen die eigenen Arbeits- brüder übe'r Haupt notwendig geworden sind. Immer wieder hörte man zornige Worte darüber, daß es einer verhältnismäßig kleinen Gruppe von Leuten möglich gewesen sei, einen solchen Zustand der Unsicherheit herbeizuführen, wir er heute tatsächlich vorhanden ist. Ammer wieder hörte man, daß die Z e r- splitterung der Arbeiterbewegung eine Schande sei in eine? Zeit, wo dt« proletarische Einheitsfron! so dringend nötig sei. Vor allen Dingen aber wurde überall wiederholt: ES gibt keine Ruhe, solange wir nicht energischer vorgehen. Ueberall strgte man: Die ganze Tätigkeit der Spartakisten ist nicht die RnSnütznng der von uns fett je geforderten Meinungsfreiheit, sondern eS ist der Versuch, uns zu vergewaltigen, uns fpartakistiscben Terror aufzu- zwingen. Und immer wieder hieß es: Das lasse« wir uns nicht gefallen. Versucht man uns Gewalt anzutun, so müssen wir dem Gewalt entargen stellen. Da plötzlich verstummt dieser Meinungsaustausch. Ret»« ........ �..... gen.._______________ kreises treu zur Fahne der alten Sozialdemokratie stehen und auf dem Platze sind, sobald der Ruf an sie ergeh;. Berel'- um 5�1 llbr waren unzählige Genossen und Genossinnen im H'.imboldthain versammelt, Qlä_ die Maikäfer geschlossen unter Vorantritt der muntere Märsche spielende» RegimentSmusik anrückten. Sie trugen ein Banner mit einem Maikäfer darauf und der Fnkchrift: -Für die Nationalversammlung?* Kurz nach 1 Uhr eröffnete Gr- nosse V at t l o ch die Demonstration mit einer Ansprache, in der er mit ttzeffenden Worten auk die Ziel« unserer Partei nnd die Not, tvendigkelt der schärfsten Bekämpfung des Terrors der Spartakus» borde hinwies. Der Zug ftrmierte sich alsdann. Wie aus de? Erde gewachsen, warm plötzlich v»übersehbare Menschenmengen zur Stelle? mindestens 30 000 Anhänger unserer Partei hatten sich ein- gefunden. Die Kapelle der Maikäfer in der Mitte, bewegte sich unser Demonstrationszug, der eftl« Länge von über L Kilometern hafte, durch die Grenz-, Chaussee-. Invaliden- und Luisenftraß« nach dem Reichstag. Unterwegs schlössen sich noch zahlreiche Ge» , nosse« dem Zuge an. so daß derselbe bei seiner Ankunft am Reichs- ' tagSgebäude ungefähr Lll 000 Köpfe zählte Auf dem Pariser Platz versuchten einige Liebknechtftingelchen z» stänkern, wurden aber im Handumdrehen in die Neu« Wilhelm- straße abgedrängt. Unaufhörlich wurden Hochrufe auf die Volk«, beauftragten und die Nationalversammlung ausgestoßen. Ebenso spontan klangen aber auch die Rufe: Nieder m t t Liebknecht! und Nieder m ist Eichhorn! �mmer wieder zeigte eS sich deutlichst, daß die Berliner mrt diesen Diktatoren von eigene» Gnaden rein gar nichts zu tun haben wollen. Am Knie dt Tharlottenburg. Auch hier hatte» sich schon um Ml Uhr viel« Taufende der- feninelt, die die Stänke rötet einiger auf de? V-Bah» vot beifahre«. den Spartaknsbürschchen mit einem verächtlichen Pfui erledigten. Um 1 Uhr. nackdem die Soldaten des 4. GarderegimeniS mit -rranfchreiknlder Musik und von eine: dickten Mcnfchenmong« be- gleitet, eingetroffen waren, eröffneten die Genossen Tost und Heil mann durch kurze Ansprachen die Versammlung. Auch an den andere» Seiten d:S Platzes hielten einige Genossen Ansprach!««. Die Menschenmenge war inzwischen zu einer derart gewaltigen Masse herangekvachsen. daß man von der Ecke der Hardenbcrgstratze kaum daS Ende der Menge übersehen tonnte. Die Referenten wiesen kurz auf die Bedeutung der Demon- stration hin, gab:n bekannt, daß Haas«, Tfttmann. Barth aus der Regierung ausgeschieden seien und somft unsere Regierung nun endlich freie Bahn hat. um wirkliche Arbeit leisten zu können und ihrem Ziele entgegenstreben. Unser« Aufgabe ist nun: geschlos- seu hinter der Rtgicruny zu stehen und sü? Ruhe. Ordnung und Sicherheit für jeden einzelnen friedliebenden Bürger zu sorge». Jeder einzeln« mutz dazu beitragt». Sämtliche Ansprachen schlössen mit dem emstiminiarn Ruf der Riesenverfammlung:.Nieder mft Liebknecht, Rosa Lttpemburg und der Spartakukgruppel ES lebe die freie deutsche sozialistische Repu- blik? ES lebe t>':e Nationalversammlung 1" Nackdem dann nmy ein dreifaches donnericheS Hoch? suS Aber- taufende» do» Kehle» auf die Regierung Eb-r!-Sch?i demann- Landsberg ausgebracht war. setzte sich um 1H2 Uhr der fast un- endlich lange Zug, voran die Musikkapelle und da? Banner dcS Charloitenburaer WahlvereinS. in Bewegung durch die Sarderberg- strafe. Tauentziensrraß-, Witlenberpvlatz, Nettelbeck-, Schillerstraße, Hofjägeralls? über den Kemperplatz bis zum ReichStagSaebäud«. Der Zug wurde immer länger und breiter; immer mehr schlössen sich ihr» an und er mag. gering geschätzt, mindestens 200 000 Kövke gezählt haben. fluf öem Könwspwtz. Ein Bild von gewaltiger Massemvirinng bot de? weite Platz vor der Hauptfrsnt des ReichSiagSgebärdeS. Die große Freitreppe, hie ausgedehnten Rampen zu beiden Seiten, die werte Fläche bis zum Bismarckdenkmal, der ganze KontgSplatz und die angrenzenden Dtraßenzüge find vollständig besetzt von etner dichtgedrängten Menge. Und immer noch kommen Züge von den entfernteren Sam- melstellen und au» den entlegenen Bororten. Zahlreich sind die Genossen i» Feldgrau, die sich unter den demonstrierenden Männer» und Frauen befinden. In geschlossenen Frmtnabionen nehmen Truppenteile der Berliner Garnison, z. B. daS 2. Garderegtment und die Eisenbahner an den DemonstraftonSzügen teil. Sie führen die Musikkapellen ihrer Regimenter mit sich und so treffe» die Züge mft klingendem Spie! auf dem Dammelplatz ein. Die Bannerträger nehmen Aufstellung oben auf der Freitreppe des ReichStagsgebäudeS und auf dem Sockel des BrSmarckdenkmalS. Weithin leuchtet das frische Rot der Fahnen. Weithin künden die Inschriften von Bannern nnd Tafeln den festen Willen des Volke». sich nicht von einer bedeutungslosen Minderheit vergewaltigen zu lasse». Zu Füßen des BiSmarckstandbildeS weht ein Banner, auf dem die Worte stehen:.Wilhelm Siebknecht, nicht Karl Liebknecht."— Bndee« Inschriften sagen:-Für Recht, gegen Gewalt!"—-Hoch die Regierung Edert-Scheidemann!"—.Nieder mit der Blutdlktniur de» Spa rtekuSbundeö!'...-Für die National' verfcumnlungl" usin. (Sumw fSz alle Zeit jmbertotfdäbcten Vvdrsck macht dl!«« Wv» » gewaltigen VaikÄundgekw«-;. Nach Hunderttausend-!'.-: zWt die Menge, die sich, von einem einheitlichen Willen beseelt, i»i«-unmengefunden hat. Musterhast ist die Ordnung, die in frefvc ungeheuren Menschenmenge herrscht. De» Weisungen der Ordner folgend, vollzieht sich der Aufmarsch der Massen ohne die izerinzste Störung. Don der Hcn'b'tirepv« zum RsichSiagSgobäutie spricht Genosse Heil««Nu. Seine Mitteilung, ixch die drei Mitglieder der U. S. a�j der ReichSregierurig auSgeireten sind, wird mit Jubel ausgenommen. Wir wollten»itt ihnen zufiwiarenarbsiten fährt Heitmann fort—. aber sie haben& an 4 unmöglich gemacht. Jede Praktische Arbeit der Regierunch-.est durch die Unab- Zugigen vereiteL worhe». Die Regiervvg ieill uns zum Frieden helfSn und dazu brauchen wir die Nati>iüachersammlung. Die En» j;::k ve-Aandäi nur mit einer Regiöt.'ns, hinter der daS ganze Voll steht. Um Frieden und Brot zu Kchrr.iiten. brauchen wir eine «seÄfäAige Regie rang Wir erwarte.-! oon den Dollsoeaustragten, das; st? nch in ihrer Arbert für das Wohl des DoiZeS von niemand srebr stören lassen. Nicht der Wille einer verschwindonden Rinder- Seit, sondern der Wille der Mehrheit de? VoÜeZ soll bestimmend sein. Wir haben den MilitariZmu-Z niedcrgcivvrsen, wir wollen »iach hstjj eine neue Gewaltherrichast aufzsrichlsi wird. Was die r-:jz%jfe.«stellte Regierung bestimmt, das gW für das ganze Hütt Hier ist die Masse" des BotZeS oersammeA., sie vÄiundet damit, dost sie auf. dem Boden der Sozialdcmolratiichen Partei Deutsch» lanZS und hinter der Regierung Eberi-Schesdemann steht. Die reiche Teilnahm« von Soldaten und Matroien an dieser Demori» siraiion bewech, dah auch die Vvllsgenossen im Waffe n-rock hierin einig sind mit uns. Wir wollen Freiheit in Wort und Schrift und sertoahr?» uns dagegen, dag die Freiheit jeden Tag bedroht wird durch einen Haufen Bswasfnetsr, oer eine Zeitung besetzt. Wenn iti �l�ivrastdent Eichhorn das geduldet hat(Rufe:.Nieder unt ihm. s, so muß er fort von seinem Platz. Er fühlt sich als Mit» g--:Ä> des SsaricckuSbundeS. aber nicht alz Hüter der öffentlichen Ordnirnz. Dh: verlangen, daß an feine Stell««in Mann tritt, der Iii GowWr vmtet, daß die öffentlich? Sicherheit nicht wieder durch echen Haufen gewalttätiger Leute Msicrt wird. Wir wollen leinen Äirgsrlriea uns wir dulden ihn nicht. Das freie Wahlrecht ist das Zeichen, in dem wir siegen. Unser Tod» s ach,: tz ist die Anarchie. Dur friedlich- Bürger darf nichi v- bedroht werden durch MasHnumgctveSr« und ander?.geistige hu iff-dn" tri SParsaluSbuirdeS. Wir stellen unZ hinter di«Regie- ruchg Und sind bereit, sie mit aller Kraft bei der Durchführung ihrer A-.- Zewen zh imtsrAutzen.— Ter Redner schloß mit einem Hoch dl« deutsche Freiheit und die Regierung Vbert-Tcheidemann. (n d-S die Massen begeistert einstimmten. Während der Rede HcilmannS überflog ein Flugzeaggefchwader d'-. Krntg! platz. In den Lüsten n-ahmcn die Militärflieger an du: Temonsiratwn frfi. Än verschiedenen Stellen auf dem Königsplatz wurden An» sprach:r. gehalten. Nicht nur nach dem vorgesehenen Programm. sendern aa? den bllassen heraus trat bald hie? bald da ein Redner «Nif, der gegen da! SpartaluStreiben und für die sozialdemokratische R-gieruna sprach. T ie Massest selten llch in Bew.-nina. Gleich einem gewaltigeu Ärom rogen sie dahin. Durch da? Brandenburger Tor ging es und tn die WÄelmsirape..Nieder uri: Liebknecht!"— �och die Regierung Ebert-Scherdemannl"— �Hoch die Nationalversammlung!" und andere Rufe von gleicher Tendenz erschallten unur.wrbrrchtn aus den Massen. vor öem Keichskanzlerhaus. Kapz hinter dem B-gräbniSzug der Matrosen kamen die«e- xierungSfreundlichcn Demonstranten in die Wilhelmstraste. Voran fuhren zwei Kraftwagen, von denen Schilder«it den A-ufschriften: .Wir demonstrieren für Eber-Schetdemann!" emporgehalten wurden, die, nach dem Schweigen, das die letzte» Demonstranten begleitet hatte, begeisterte Hochrufe auslösten. Dann folgte in der ganzen Breit«, der Straße ein geschlossener Zug der Demoiratische» Partei mit schwarz-rot-goldeuen Fahnen. Hinter ihm erschien die große Partei sahne der Sozialdemo irakischen Partei. Ihr schloß sich e:n unübersehbarer Zug an, in dichten Reihen von mindesten« 22 Personen über Straß« und Bürgersteig hinüber. Vor dem Reichskanzlerhause erreichten die Hochrufe aus Eberl Und Dcheidemarm ihren Höhepunkt. Großen Jubel löste eS aus. als vom Seitenflügel deS Hause» aus di« Namen der neue» in die Regierung gewählten Mitglieder mitgeteilt wurden. Auch vom Balkon de» gegenüberliegenden Gebäudes wurden verschiedene An- sprachen gehalten, darunter von dem Genosse» Ludemann. Dieser sagte unter uiMheurem Beifall:.Die boutige Demonstration geint, daß di« Bevölkerung Berlins hinter der Regierung steht. Sie wissen, daß die Unabhängige» ausgeschieden sind. Die neue Regierung ist bereits gebildet. Wir haben das Vertrauen, daß sie das Schiff der deutschen Republik so lenke» wird, daß e» dem Wunsch und dem Willen der deutschen PolkSmehrheit entspricht. Wir sind zusammengekommen, um an die deutsche Regievung die Forderung zu richten, daß sie die Macht in die Hand nimmt. Wir wollen keinen Boaderkampf und keinen Bürgerkrieg, wir wollen Frieden nach innen und Frieden nach außen. Wir brauchen im Innern Ruhe und Ordnung, nicht, um die Massen niederzuknüppeln. stüDern um die Republik auszubauen und weiterzubilden. Unser SM ist che sozialistische Republik. Wer dies Fiel will, der sorge für den Sieg der Sozialdemokratischen Partei bei den Wahlen. Zöir geloben, dies zu tun, indem wir rufen:.Die beutfdje sozialistische Republik und ihre Föhrer. die neue Regierung sie lebe» hoch!" Di« Menge fiel begeistert ein. Tie Zahl der Demonstranten ist nicht zu schätze». Der Vorbei» gnq dauert« fast anderthalb Stunden, obwohl, wie gesagt, die ganze Breite der Straß« und Bürgersteige ausgenützt war. Die ganze Wilhekmstr-aße bildet« ein einziges Menschengewog«; die Musikkapellen mußten mit einer lebende» Kette umgeben werde«. um spielen zu können. vor öem„Vorwärts'" Gebäuöe. Der dreiste Anschlag der Spartakisten aus den.Vorwärts" yc-tte nicht zuletzt die Empörung der Massen wachgerufen, die sich in der gestrigen Demonstration entlud. Da vom war e» auch recht, toenn die Temonstrarüm vor dem.Vorwärts"-Gebäude endete. Die Massen brachten zum Ausdruck, daß das Blatt der Berliner Arbeiter bei feiner jetzigen Schreibweise in ihrem Sinne gelenkt wird, sie bekundeten in eindrucksvollster Weise die Treue zu ihrem Organ. Kurz S Uhr traf der erste Zug. der sich von der Demon. stration- Zviöft hatte, vor dem.VorwärtZ'-Gebäude ein. Genosse R ichter-Zharlottenburg geißelte am Tatort die Gewaltakte der Spartakisten. Trotz strömenden RegenS traf nun Fug um Zug ein. manche mit Musik, so der Kapelle de« Eisenbahn-RegimentS Ar. 1 mit Musilleiter Gröner; der letzte Zug kam erst gegen M6 Uhr. im ganzen haben fünfmal nach Tausende« zählende Menschenmassen vor dem.Vorwärts" ihre Ent- cüstung über ben Spartakusstreich bekundet. ES sprachen unter anderem noch Genosse Frank, Vorsitzender der Preßkommission des.Vorwärts", und Genosse K u t t n e r, der im Namen der Re- doltion unter stürmischem Beifall erklärt«, die Redaktion werde trotz aller Todesdrohungen der Spartakisten das Blatt unbeirrt im Geist? der Sozialdemokratie und der Massen führen, die heute ge» zeigt haben, daß ste hinter der Politik des.Vorwärts" und der Partei stehen. Ferner sprachen noch der Genosse Bennewitz und vor den Uchte« Demonstranten Genosse Leppin, S4c �e«kschde«okrate» raren bereits um IL Uhr aus zwölf BersimumtmiAen»ich von vi« Sammelplätzen auS mir schworzroigelhen Fahnen und Inschrift» tafeln für die Nativvalversammlüng und gegen Spartakus nach dem AonigSpiatz gezogen. Am Moltkedenkma! sprachen ihr« Kandidaten d. Richthofen und Dernburg. Nach Ahsinguug von»Deutschland, Deutschland üb« alles' bewegte sich ein stark« Zug nach dem �ro-axuourger Tor. Spartakuspöbeleic-r. Ein Soldat schveibi uns: Ich habe am gestriAen Sormiaa an mehreren Stellen, wo sich Spavtakuist aufgestellt hattou, mit Hoch- rufe? aus Sbert-Scheedemann tuusendsteuunigeS Echo kefunden, hin dafür allerdings von den Sftartakussen auch angepöbelt toor- den. An der Ecke König- und Spandauer Straße.behauptete ein SicherbeitSfoldat(l), cm Sonntag-Borwäris habe gestanden, die Demonstranten sollte» sich mit Waffen versehen. Ich klärte ihn auf, daß eine solche Aufforderung allerdings, laut .Fveihect" in der Generalversammlung der Unabhängigen am Sonnabend ausgesprochen worden war. worauf ei verlegen abzog. An der Reuen Friedrichstraßs rief man einem Liebknechtzug ,L»och Sbert-Sche-demarm!" zu, worauf 15 Leute aus dem Zug auf den Bütgersteig stürmtet! mit dem Ruf:.Wer war das?" Auf mich gaben sie wohl weniger acht, weil ich Uniform trug, aber einen Zivckifts» schlugen sse ins Gesicht. Danach hörte ich eine» SpartakuSmann sagen:.Dem Schwein haben wirS aber gegeben. der blutet nicht schlecht! Bei weiteren Auseinandersetzungen mit dem Publikum drohten die Spartakusse: Fetzt macht aber, daß ihr fortkommt, sonst kann eS euch noch schlecht ergehen." Das ist die Meinungsfreiheit— wie sie sie auffassen! Das Segröbms öe? Matrosen. E? wurde halb zwei Uhr nachmittag?, ehe sich der Leichenzug der sieben getöteten Malrosen vom Schloh au? in Bewegung fetzte, denn auch LedebourS Trauerrede dauer.c ziemlich lange. Wah. r,nd er noch sprach, kam auS de? neben der Kommandantur in die Linden mündenden Straße ein Zug, lex, von zwei Soldaten mit einer schsarzrotgelben Fahne geführt, die Linden queren wollte. Das wurde ihm«m den Soldaten des Ordnungspienst.-s verwehrt; Norauf sich der Zug anschickt«, um.l-keh.rn �-n diesem Augenblick sprang ei« Freiheitskämpfer in Zivil auf den Fahnenträger zu und entriß idm unter dem Beifall einer Anzahl derartiger Terroristen die Fahne. Die Demokraten setzten sich aber zur Wehr, der Fahnen- räuber bekam einige ausS Dach und der Kampf zog sich dann in die Seitenstraße hinein, als unter den Klängen pes Chopinschen Trauer- Marsches und unter Vv rantritt zweier Kompagnien der Franz« die sieb.n Sarg? nahten. Nur wenige Kränze deckt.» sie, aber vrele hundert? stumensvenden cller A:t ur.d Größe wnrvar hft.terbet- g.u,aa.n Zeich r. schmerzl-aen Gebenren» an Vele tt'Nir �st n aller Weihnachten der letzten Berliner Jahre.... Abermals eine Ka- pelle, die einen Beethsvenschen Trauermarsch,.auf den Tod eines g tallene» Helden"--, spielt, hinter ihr die Matrosen, die Ab- oebnunge« der r?p: dlikanischen Soldatenwehr, der Sicherh-tS- iruppe de? Pol.ze'piöl'diums und der Berliner Regimenter. Tann schlössen sich die bdc.rir.kn.Obleute", cchne Leute, an. Gleich dar- auf losten s>ch di? Spalier» aus and r!I?S ftroait- zum Alten Fritz. zu dessen Füßen inzwncke» die Spitze der linkSradrkalen Dem�n- stranteu au? dit SugeS- llec wartete. Sie marichl«'-»« nun die Lindm auf der Südkeit« b.nter dem Leichenzug wieder»urück b!S an die W'Ibelmsticße. in die man einbog. Während der eigentliche Leichenzug schweigend dahinzog, brachen die Temr.nstranien unauSge, vi m Hoch nd Riederr'.-se auS. dl», je pack dem der Weltrevolutiea. kketkn.cht Rosa La rem- bu'g auch dem BcIschawiSmu» oder Eberl und ckchciprir i,tn nie. mal» aber der U S.?. oder ihren Führern galten. Diejenigen, dir re» rem zewe ligrn Rt»er zu weit ent-eeat waren, um zu» n. was da gerade engehochi oder auSgepftnt wurd', stimmt?» fröhlich lächelnd ei». Der Zug mag 1b— Ä> OÖQ Teilnehmer gehabt hauen. t''.:ch> iuem Ltzug blieben eine Äazrnl Leute natürl'ch ohne die Obleute, auf dem Pariser Platz zurück, die anscheinend die Lin- d. n für d.n«.itg gepachtet hatr n. /i«: äg. ra. fur« darrui die Deutkchdrmokraten mit fchwarzrÄgelben Fahnen durch» Branden- burger Tor einzogen, wurden sie gewaltsam zur Umkehr gezwun- gen oder sie gaben als die Klügeren nach. Inzwischen begann»ort Marschmusik der Einmarsch der aewal» tkgen Züge der G. D. P. auf den KönigSplätz, dessen wefige Fläche alsbald dicht besetzt war. Und noch immer wälzte es sich durch den Tiergenen hm an. Kleine Jungen taNen ssllurblatthaufen ange» zündet und riefen de« Demonstranten zu. hier schmore der Spar- rakuSbund Auf einer der unzähligen Tafeln aber stand:.Ebert werde hart!!!' die Reichsregierung konstituiert. Ihr Programm. Die Reicheregierung erläßt folgenden Tufruf: So das deutsche Velk! Arbeiter! Soldaten! Bürger! Bürgerinnen! Die Unabhängigen sind au» der Regierung ausge- schieden. Di« vevtÄeibenden Mitglieder de» Kabinett» haben dem Zcntralrat ihre Mandat« zur Verfügung gestellt, um ihm vollkommen freie Hand zu lassen. Einstimmig sin» sie von ihm auf» Reue bc» stätigt worden. Die lähmende ZunespÄtigkoit ist überwunden. Die ReichSrogierung ist neu und einheitlich gebildet. Sie kennt nur ein Gesetz de! Handeln»: Ueber jede Partei da» Wohl, der Bestand, die Unteilbarkeit der deutschen Republik. Zwei Mitglieder der sozialdemokratische» Partei find auf einstitnmigen Beschluß de» Zentralrote» an Stelle der ausgeschiedene» drei Unabhängigen ge- treten: RoSke und Wissel!. All« MitgliÄxr de» Kabinett» sind gleichberechtigt. Vorsitzende sind Ebert und Scheide. mann. Und nun an die Arbeit? Im Inner» gilt es: die Nationalversammlung vorzubereiten und ihre ungestört« Tagung sicherzustellen, für die Ernährung ernstlich Sor?e zu tragen, di« S o z i a I i s i e r U» g im Sinne deS Rätekongrcsses in die Hand zu nehmen, die Kriegs- gewinn« in der schärfsten Form zu erfassen. Arbeit z» schaffen ursd Arbei»lose z» unterstützen, die Hinterbliebenen. sürsorae auSzerbanen. die Volkswehr mit allen Mitteln zu stwdern. ti« Entwaffnung Unbefuyter durchzusetzen. Nach außen: de» Frieden so schnell und so günstig wie möglich herbeizwühren und lste Vertretungen der deutschen Republik im AuS>land mit neuen, von neuem Eleist erfüllten Männern zu ersetzen. Da» ist in großen Zügen uns«? Programm bi» zur Nationalverkammlung, I» enger Fühlung mit den deutschen Freistaaten soll e» ver- wirklicht werben. Sein« Ausführung Im einzelnen wird nicht in Kundgebungen, sondern in Taten zum Ausbruch kommen. Jetzt hoben wir Arbeitsmöglichkeit! G» wäre unfere Schuld allein, wenn wir sie nicht zur Arb>'it benützen würben! Uns die Arbeit! Euch ollen aber die Mitarbeit! Der neue Freistaat ist unser aller Besitz, Helst ibn sichern! Auch an Euch Ist die Frage de« Zentral ratS gerichtet: „Sekd Ihr bereit, die Sffentkiche Ruhr«»d Sicherheit gegen gewaltsame Eingriffe zu schützen und mit alle« z« Gebote stehenden Mittel« die ArbekttzmSosschkeit der Regierung gegen Gewalttsitigkeiten, ganz gleich von welcher Seite, z« gewihr- leisten 9" Jbr müßt diele Frage mit einem Jak beantnwten. Die ReichSregierung b?kenoi sich ohne Einschränkung zu diesem Fa. Ostne diese? Ja! hleibt jede? Vrogramm Papier und Woriek Dir aber wollen über den Auirus zm« Avfban' Dir»eben an? Werk? Wir glauben an Euch und an un»! W i r kommen durch? Berlin, den Ssi, Dezember 1618. Die ReiSsee»'««»»»: Ebert. Scheide m an». LondSberg. Roöke. Wissell. Die erste Sitzung üer neuen Rekchsleituag. Die neu« Reichsregierung hat während de» ganze» Sonntag» nachmittags ihre erste Sitzung abgehalten, in der vor allem das Programm und die uachsten notwendigen Riaßiuchme» festgestellt und durchgesprochen wurden. Die neu eingeiretcuen Mitglieder deS Kabine:tS»ahmen an den Beratungen teil, m denen bestimmt wurde, daß Scheidemann die auswärtigen Ange- kg.geuheiten, NoSke die militärischen und Wissel! d-ie sozialpolitischen Aufgaben übernehmen soll. ES wird bei dieser Gelegenheit oufS neue darauf hinyewicfen, daß eS sich hierbei lediglich um eine Arbeitsteilung innerhalb des Kabinetts bandelt, durch welche die Zuständigkeit der Reichsämter in keiner Weise berührt wird. Der polenaufftanö. iNgenbericht de».„Vorwärts".) Gnrse» ist von de« Pole» besetzt. Jede Verbindung ist abgebrochen. Ter polnische Putsch i» Posen begann, nachdem deutsche Soldaten lfntrntefahnen entfernt hatten, die an polnischen Häusern und Geschäften auSgesteckt wäre». Sie wurde« darauf von den Pole» beschossen, die mit polnische« Abzeichen versehen heran- rückte». Die polnische Gegeuaktloa war spontan, scheint ober grüicki- lich organisiert worden zu kein. Waffen befinden sich massenhaft in den Händen bor Polen. Der Bahnhof wurde von den Polen in polnischer Uniform besetzt, von deu Deutsche» wiedereeobert, schlichlich aber doch wieder von der polnische» Uebrrmacht genommen. Dabei fielen zahlreiche Opfer. Bei Scalmicrezyre überschritt eine polnische Abteilung die Grenze. Die Deutschen machten von der Waffe Gebrauch, die Polen itfigen Verstärkungen heran und die Deutscheu mußte» flüchten. Seitdem ist auch mit Sralmicrczqc« jede Verbindung abgebrochen._ Emwuna im Rutzrrevie?. Duisburg, 29. Dezember.(Cftg. Drahtbe rächt deS.Vorwärts".) In Anwesenheit sämtlicher Beteiligter und des Minister» Strö- bei sowie des Unierstcmtssekretärs Giesbert» kam heute hier eine Einigung zustande. Nack) lendgen Verhandlungen erklärten di« Vertreter der Zechen Deutscher Kaiser, Löhberg und Rhein, sie müßten zwar an de» Abmachungen mit den Arbeiterverbänden grurodsätzläch festhalten, seien aber angesichts der durch den Streik entstandenen Notlage bereit, deu Streikaufwand zu ersetzen. Ber- heiratete sollen 290 M., Unverheiratete 100 M.. Kinder 25 M.(höchstens zusammen 125 M.) erhalten. Bedingung ist, daß die Arbeit am Montag wieder aufgenommen, daß ah 1. Februar di« Acht- stundenschicht voll verfahren wird und daß im übrige« die gewerk- schaftbichen Abmachungen voll eingeholte» werden. SozialKemokratische Kanöiöatenausstellllng für öerlin Am gestrigen Sonntag tagte eine gutbesuchte Generalversamm- lung de» Sozialdemokratischen Verein» für Berlin im Rosenthaler Hof zur Aufstellung der Kandidaten für die deutsche Notionalver- sammlung und die preußisch« Volksvertretung. Tie Frage war vorher im engere» Kreise de? Vorstand» und der Funktionäre sehr eingehend erörtert worden. Daß dort gute Arbeit geleistet wurde, geht daraus hervor, daß die Generalversammlung nach einer u n- wesentliche» Diskussion die Lorschläge nahezu einstim» mi« guthieß. Die Berliner Genossen schlagen nunmehr eck» Kandidaten zur Nationalversammlung für da» Reich vom Tchcidema»», Philipp, Fischer, Richard, Pfannknch, Wilhelm, Schmidt, Robert, Heim an». Hugo. Ernst, Eugen. Aepler, Dalli, Wuschick, Adolf(Metallarbeiters. Ritter, Adolf, Hopp«, Martha, Hrilman», Ernst, Kamossa, Hugo(Beamter«, Miras, Andreas (Konsumgenossenschaft). Machulz, Gustav(Soldat). Die Vorschlagsliste zur Nationalversammlung für Preuße» enthält folgende Namen: Hirsch. Paul, Hanna, Gertrud, Lüdemann, Hermann(Ingenieur). Brun»er, Louis(Eisenbahner). Fischer. Theodor. Heller, Gustav(Metallarbeiter). Dr. Hrinemau», Hugo (Rechtsanwalt). En»»», Heinrich, Frank, Otto(Metalla.beiter). Poehfch, Hugo, Frlhlich, Mexander, Sohn, Albert(Direktor der OrtSkrankenkasse), Menzel(Lehrer), Tittmer, Emil(Gemeinde. arbeiter). Matter», Fritz(Beamter). Rickelt, Gustav, Thurau, Wilhelm(Eisenbahn.Unterassistent), Brolat, Fritz(Metallarbeiter), Kühler, Wilhelmine. SlingUr, Karl, Zucht. Leonhard. Kandidatenaufstellung in Teltow-BeeSkow. Die am gestrigen Tage abgehaltene KretSgeneralversammlung. die von SS Tekogierten au« 5V Orten beschickt war, beschäftigte sich mit der Aufstellung der Konbidaten zur deutschen sowie zur preußi- schen Nationalversammlung. Als Kandidaten für die deutsche Nationalversammlung wurden nominiert: Ebert, Franz Krü» ger, Fruu R ha eck. Heinrich Schulz, Thurow. PagelS, Haß. Heitmann und K ü t r r. AIS Kandidaten für di« preußische Nationalversammlung wurden aufgestellt: Hu«, Dar. tels(P B.). Wutzkh, Frl. Grrisch. Schmidt(Land- arbeiter). Jäkel- Cablow, Alfred Scholz. Gutschmidt, Wenzel. Cohen. Reuß, Gebert, Gertrud Lodahl und Dr. Bruno Borchard� Serttner U. S. p. d. unü National- Versammlung. Stürmische Kaudidatenaufstcllouq. Di« Berliner Unabhängige» stellten am Sonnabend ihre Kan« didaten zur Nationalversammlung auf Eichhorn kündigte an. daß sich Spartakus an den Wahlen beteilige» werde«nd wünschte engen Anschluß an diesen. Auch Ledebour wünscht« Zusammen» gehen mit Spartakus und bekämpfte«ine Kandidatur Hasse. Star- ker Unwille herrschte über eine Kandidaten listr der sog..revolutio» aären Obleute", aus der auch Liebknecht» Name steht. Eich, Horn bezeichnete es in der weiteren Debatte als fraglich, o b d i« Nationalversammlung überhaupt zusammen. treten wird.(Ein Polizeipräsident, der für Spartakus und gegen die Nationalversammlung ist? Ret», d..Vorw.".) Schließlich wurde Eichhorn mit 329 Stimmen an die Spitze der Kandidatenliste gestellt. Haas« wurde mit 2T1 zweiter. Es folgen Laukaat. Luise Zietz, Herbst usw. An der Spitze der preußischen Liste stehen Adolf Hoffmann, Leid. Rosenfeld und Oskar Cohn. Sesprechungen üer fozkalüemokratlschen Groß-Serliner Solöatenräte. D« der alten sozialdemokratischen Partei angehörenden Delegierten z» der heute stattfindenden Bollverfamm, kung der G! oh-Berliner Soldaten rate versammeln sich mittag» 1 ll h r im Reichstag, Portal 5, S. Stock. Saal l, zur Besprechung der Tagesordnung der Bollversammlwig. llm pünktliche» Erschei- neu wird ersucht. Auch die sauberste Mutter ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind aus der Schule gelegentlich Ungeziefer mitbringt. Sie kaim es aber— Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Äaarwasser Pfeifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt unser Kaarwasscr prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Kaanvucds und macht das Äaar voll und locker. Flasche 1,50 Mark und 2,50 Mark, überall zu haben. Varafitev'Ltvtment Vkekflervl, Flasche l.ZO M und 5,50 R. trtrrr>ol»Put>cr Pjciffi rol ptgtn Flöhe, Dose 1,25 M. Ffratirrrmr Pfeifferol I 25 3!. Wanzcnto» Ufeisferol. Flasche 4,50 R., SI. im* 1,75 St. Toileilr-Haarwoffer Pfeifferol jur Haervffeae, gege» Schuppe» und Schiuue» Flasche 2.50 Ä, Apotheker Otto Pfeiffer u. piehler, N 65, Schu!ftea�e 17. Grsße uMWMe and WMWkvkK ZiiSLW-Zeie! .wrb i>cS Kaffee Z i e! k a lFquilable-�a'ast. Friedrichstr. SS/SS, Ecke Leipziger Straße! ver- anffaltcu. Sana und Klang wird in allen Sälen dieses großen Etablissements ertönen, in alle« Sälen wird da? Kabarett mit einen vielen Kunst. kräften das Publikum'N bester Stimmung er- balten. Dem Kabarett schließt stch im Tanz» saale unter Leitung der Pallettmeifi-er und königlichen Tänzer, der Herren S? i ch m a n n und von Paquet, und unier Mitwirkung von Tol»- tänzern ein Ball an— Um 12 Uhr erfolgt die feierliche Begrük-una des neuen Jahren durck> einen hochbeliebten Künstler, den Meister des Humors und de? Improvisation Otto Renttcr. Der i. Z a n n a r bring! für das Kabarett neben einer Dcbar neuer vorzüglicher.Kunstkräfte wieder die fesselnden und stets überrasck>«nd«n Vorträge Otto R? u t t e r S. der mit seinem genialen Humor dir Zuhörer amüsiert-md im Bann hält. 23C/4 2391 Trianon-Thealer. »hf. ArtedrichsU. Ztr.«927. Täglich 7'/, Uhr: Der gute Ruf von firnnann Subcrtnann. Sba Wüst. Druno RaftJitt. ttirnna Drbner. Sugo Flink. Sonia. 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