Ur.l. 36. Jahrg. «ezugSpretS» BierteIjZhrI.S.7S Ml. inonall.2,25 Ml. frei WS Haus, vorauszahlbar. Einzelne Nmnniern 10 Pfennig. Poslbezug: Monatlich 236 Ml., cjtl ZuliellungS- grbühr. Unter Kreuzband für Deutschland u. Oeslerreich-Ungarn.,,b0 Ml, für daS Übrige Ausland«.50 Ml. bei täglich einmaliger Zustellung 7.6ü Ml. Poslbesiellungen nehmen an Däne- mal!. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz Eingetragen in die Past-ZellungS-Prei-lisle. Der.BorntärlS* ericheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adrefs et »Sozialdemorra«>verli»�. Scdakkjgz DimZets 5'iopksnnig') S.iO. 68 4. Hof IV: Vevliner Volksblatt. -o Anzeigenpreis: Die achlgespaltene Nonparelllezeile loflel 80 Pfg..Kleine Anzeige»-, daS fettgedruckte Wort 40 Psg. lzulässig 2 fettgedruckte Worte),>edcS weitere Wort 20 Psg. Stellengesuche tind Schlafflellenanzetgen das erste Wort 30 Psg., leded weitere Wort 15 Psg. Worte über 15 Buchilaben zählen für zwei Worte Teuerungszuschlag 50°/» Familien-Anzeigen.»olitische und gewcrllchaftliche Vereins- Anzeigen so Psg die Zeile Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Übe nachmittags im Haupigeschäst S erlitt 658.68. Lindenstrage 3, ab reg eben «erden. iSeäffnel von 9 Uhr srüh bis 6 Uhr abends. Zcntralorga« der fozialdcmokratifcben parte» Deutfcblande. Redaktion und Expedition: EW. bS, Linöenstr. 3. Fernsprecher: Am: Martnplatz, Nr.»a»Sa—».äl it?. Mittwoch, den 1. Januar 1NI9. vorwärts-verlag G.m.b. h., Ew. b8, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Btoripplatz. Nr. l17 löZ— St. Wähler! Wählerinnen! 'v Als am 9. November unsere Parteigenossen Ebert, Scheide mann und LandSberg die Regierung übernahmen, noch vor dem Eintritt der Anabhängigen, erließen sie eine Erklärung, in der sie die Einberufung einer nach allgemeinem Volkswahlrecht gewählten Nationalversammlung ankündigten. Später wurde von der Regierung, entsprechend unserem Parteiprogramm, allen Männern und Frauen vom vollendeten 20. Jahre an das gleiche Wahlrecht verliehen. Die öefreiung der 5rau aus politischer Rechtlosigkeit ist unser Werk, das Werk der sozialdemokratischen Partei. Auf dem Kongreß der Arbeiter- u. Soldaten-Räte herrschte ein heftiger Kampf um den Zeitpunkt der Wahlen. Die sozialdemokratische Mehrheit beschloß, daß er auf den frühestmöglichen Termin, den 1�. Januar, festgelegt werde. Dieser Tag naht nun heran. Zudem die sozialdemokratische Partei dem Volke zu seinem Rechte verhalf, so rasch wie möglich selbst über sein Geschick zu bestimmen, hat sie gezeigt, daß sie sein Arteil nicht scheut. Die sozialdemokratische Partei hat die Politik, die zum Ausbruch des Krieges und dann zur Niederlage führte, aufs schärfste bekämpft. Aber weil sie die Niederlage mit allen Kräfte zu verhindern bestrebt war, hat sie öem Lande niemals die Mittel verweigert, die es zu seiner Verteidigung brauchte. Ansere Kredit- bewilliging war ein Bekenntnis der Liebe zum eigenen Volk, nicht des Gehorsams gegenüber den früheren Be- herrsche:» Deutschlands. Anser Ziel war die Abwehr feindlicher Aebermacht und der Abschluß eines Ver- stand'gungsfriedens. Die nationalistische Uederhebung, der die bürgerlichen Parteien zum größten Teil ver- Men waren, Blindheit und.Hochmut unserer früheren Machthaber mißachteten unseren Rat und führten ins Verderben. So kam die Revolution! Die sozialdemokratische Partei war stets revolutionär in dem Sinne, daß sie die vollständige A m- wälzung des Staates zur Demokratie, der Wirtschaft zum Sozialismus anstrebte. Jetzt vollzog sich die Revolution fast ichmerzlos und ohne Opfer durch den Zusammenbruch der alten Macht. Deutschland wurde Republik, und S» z i a l i st e n beider Richtungen übernahmen die Regierung. Innerhalb der Regierung haben die Sozialdemokraten stets dahin gewirft, daß sich die weitere Entwicklung unblutig gestalte, daß Erschütterungen, die, der geschwächte Leib des Volkes nicht ertragen kann, ver- m eben werden, und daß das letzte und höchste Recht der Staatsbürger, das Recht der persönlichen Jrelhelt geachtet wird. Sie haben nach außen hin ihr ganzes Bestreben darauf gerichtet, die moralischen Kräfte der Welt, die Kräfte des Sozialismus in Bewegung zu sehen, um trotz der von den alten Machthabern verschuldeten Nieder- läge, einen für das deutsche Volk e r t r ä g l i ch.e n dauerhaften Weltfrieden zu erringen. Dieses Bestreben wurde von einer terroristischen kleinen Minderheit durchkreuzt, die als ihr Programm verkündete, den ruhigen Aufbau der Republik und des Friedens zu stören, den Zusammenttitt einer deutschen Volks- Vertretung gewaltmm zu hindern und Deutschland als Verbündeten Rußlands in einen neuen Krieg hineinzureißen. Da sich die A n a b h ä n g i g e n zu einem energischen Vorgehen gegen dieses volksverderbliche Treiben nicht aurzuschwingen vermochten, kam es mit ihnen innerhalb der Regierung zum Bruch. Der vom allgemeinen Kongreß der Arbeiterräte gewählte Zentralrat ließ die Anabhängigen ziehen und ernannte eine Regierung, die ausschließlich aus Mitgliedern der alten sozialdemokratischen Partei besteht. Die Nationalversammlung, die zu wählen Eure Aufgabe ist, hat über den Fortbestand oder die Aenderung der jetzigen Regierung zu bestimmen. So liegt die Entscheidung über die künftige Regierung bei E u ch I Wir Sozialdemoftaten fordern Euch, Wähler und Wählerinnen, auf, uns Eure Stimmen zu geben, und darum sind wir auch verpflichtet. Euch?u sagen, was unsere Absichten sind: Wir wollen dem deutschen Volk die freieste republikanische Verfassung geben, die irgend ein Volk der Welt besitzt. Das Volk Herr seiner eigenen Geschicke, das ist unsere Losung. Wir wollen alles tun, um die Kräste des Volkes neu zu beleben, um seine Rechte beim Irledens- abschluß zu wahren und um zu bewirken, daß ein gerechter Jr eüen zustande kommt, der die Welt vor neuen Kriegs- greueln bewahrt. Das deutsch eVolkkann nichtvernich tet werden und läßt sich nicht vernichtenl Wir wollen dem Kapitalismus nicht gestatten, daß er die geistig und körperlich Schaffenden aufs neue ausbeutet und unterdrückt, wir wollen, daß das arbeitende Volk nach sozialistischen Grundsätzen den ungeschmälerten Ertrag seiner Arbeit genießen soll.. Wir wollen die höchstmögliche Steigerung der Produktion durch ihre zweckmäßige Organisierung und durch Erneuerung. der Schaffenskraft und deg Arbeitswillens, ohne die kein Volt leben kann! Wir wollen Aufbau und nicht Zerstörung, nicht Bürgerkrieg und neues Blutvergießen. Anser Ziel ist höchste Freiheit und vollkommenste Ordnung. Wir wollen keine Anterdrückung einer Nasse, eines Stammes, einer politischen oder religiösen Aeberzeugung. die konfessionellen Gemeinschaften sollen jede Freiheit eines freien Staates genießen. Wir wollen, daß alle Angehörigen unseres Volkes f.rei und gleich neben- nder stehen und daß unser Volk frei und gleich neben den anderen Völkern stehen soll! Eine R i e s e n a u f g a b e, wie sie noch keiner Partei beschieden war, steht vor uns. Nur das Vertrauen Gerechtigkeit unserer Sacke verleiht uns den Mut, Euch zuzurufen: Gebt uns öle Macht, sie zu vollenden! Die sozialdemokratische Partei bekämpft die bürgerlichen Parteien, die aus Deutschland eine Geld» e p u b l i k macken wollen, ebenso wie die Partei der A n ab h ä n g i g e n, die im Kampfe zwischen Volks- md Terror keinen festen Standpunkt zu gewinnen vermochte und die für den notwendigen Schutz eigener nteressen nach außen kein Verständnis bekundet hat. Wähler und Wählerinnen! Keine Stimme den bürgerlichen Parteien, die unter veränderten Namen nur die Vertreter der lacht- und Ausbeutungsverhältnisse geblieben sind! Keiue Stimmenzersplitterung unter Arbeitern. Sozialisten! Rlle Stimmen der alten sozialdemokratischen Partei, die dem Volk vertraut und in weltgeschichtlicher auch von ihm vertrauen erwartet! Ins neue Jahr, in die neue Zeit mit dem alten Kampfruf: Aull» ein in di sack recht Voll alten Stunc M Berlin, I. Januar 1919. Hoch öle Sozialdemokratie! Der vorstand der sozialdemokratischen Partei deutschlands. Harths. Hraun. Ebert. Ernst. Marie Juchacz. Molkenbuhr. Herrn. Müller. pfannkuch. Scheiöemann. Wels. Neujahrsgruß allen Schaffenden! Von Peter Behrens. Ein schaffender Künstler spricht zu Schaffenben, den Arbeitern der Volldwirtschaft und ihren Orgamsaioren im Geiste des ausbauenden Sozialismus. Etorterungc» von Einzelheiten sind da nicht am Platze. Nur einS: Wir ei warten, dah Deutichland auch während der plan- mästigen Ustigestaltung seiner Wiriichasl nach austen leistungsfähtg bleibt. Dabei wird auch unseren Künstlern wie unseren Technikern eine bedeutende Rolle znsallen. Red. d..Vorwärts'. Das Schicksal ist langsam zu uns hergeschritten, uns gleichsam allmählich an seine Absicht gewöhnend. Dennoch erwachen wir jeden Morgen wieder mit der Unbcgreiflichkeit unserer Lage. Wir sind wie Kranke, die ihr Unglück nicht er- messen können, die nicht mehr auf Genesung hoffen. Wir sind ratlos, verzweifelt, resigniert, hoffnungs- und regungs- los, schon halb tot. Wohl haben wir eine freie deutsche Republik gegründet, dennoch aber erscheint uns unsere Aussicht trübe, unser Los erbarmungswürdig. Deutschland ist besiegt, obwohl nicht geschlagen. Tie Feinde wollen das Land aussangen, am liebsten zerstückeln. Wir lassen es über uns ergehen und werden alles über uno ergehen lassen, was auch kommen mag, wenn wir nicht im letzten Augenblick die Besinnung wiedersinden. Daß wir nicht siegen, restlos siegen konnten, haben doch viele von unö schon seit langer Zeit gewußt, ja die Folgen eines solchen Sieges sogar von sich gewiesen. Aber wer hätte je gedacht, daß Kleinmut, Erschlaffung, Zerfahrenheit des Gemüts bei alt und jung, so wie wir es jetzt erleben, sich hätten ein- schleichen können. Der Zwang der Feinde ist hart, unsere Schuldenlast schwer. Wir sind besiegt durch die Politik unserer Gegner. Unsere Politik war schlecht, das haben w' erkannt. Jetzt ist es müßig zu fragen, wer schuld an all war. Die Erkenntnis, daß unsere Politik schlecht war die Hoffnung erwecken, bessere machen zu können, w> möglich wäre, einen Hoffnnngswillen aufzubringen. eben das erscheint als das größte Unglück, daß wir nicht einer Hoffnung fähig sind. Leben wir nich! haben wir nicht mehr deutsches Blut in unseren Ader unser Temperament, das impulsiv, unser Fleiß, der' lich, unsre Phantasie, die ins Weiteste schweifte, uns- die unzerreißbar, unser Mut, der nicht zu breche' alle diese, selbst von den Feinden uns nachgesa schaften nicht mehr in uns vorhanden? Sin Deutsche? Haben wir noch eine durchgeb' same Sprache, derer sich Luther, Goethe, Kan bedienten? Bekennen wir uns noch zu einer L. über die Welt verbreitete, die geschaffen wurde Erwin, Gutenberg, Dürer, Mozart und Bach? möglich dieser Tatsache sich bewußt, sich klar zu wir ein deutscher Stamm mit dem uns eignen Fu Wollen sind, der nicht zugrunde gehen kann? Die.ü nicht zu glauben— ustd man möchte sie nicht ben— daß ein Teil Badens sich der Schweiz an- schließen will, daß gewisse Kreise am Rhein zu Frankreich übertreten wollen. Auch ist nicht zu begreifen, daß in den- kenden Köpfen der Wunsch nach einer isolierten süddeutschen oder westdeutschen Republik aufkommen konnte, daß geglaubt werden kann, daß dadurch bei der Friedenskonferenz ein wenig günstigere Separatbedingungen zu erzielen seien. Dies alles sind Zuckungen des erlöschenden Lebens, und gerade das erschütternde Unglück ist der Mangel eines Fun- kens frohen Geistes, der wie ein optimistischer Lichtstrahl durchbräche, Erleuchtung schaffen würde. Deutschland bat heut wie immer Ursache, das Haupt zu erheben, an seine Mission zu glauben; und seine Mission ist eine große. Deutschland ist über Nacht zur freien Republik ge- worden, fast ohne Blutvergießen. An allen Orten, zu gleicher Zeit vollzog sich die Umwandlung. Die politische und mili- tänsche Lage soll dahin geführt haben. Die politische nicht unbedingt: Die Regierung hotte sich bereits zur Demokratie bekannt. Die militärische? Die Front stand und war durch die Nachrichten aus der Heimat vollkommen überrascht. So war die Revolution nicht ohne weiteres eine natürliche Folge der Ereignisse. Sie war mehr. Auch damals, als der Krieg begann, konnte ich mich nicht des Gedankens erwehren, daß er hätte kommen müssen: aus einer bestimmten rhythmischen Notwendigkeit heraus, als etwas Elementares, das zu ver- meiden bei aller Klugheit, zu entfachen bei aller Frivolität keinem Diplomaten möglich gewesen wäre. So glaube ich setzt auch, daß die Revolution als Elementarereignis innerster Notwendigkeit gekommen ist. Maßnahmen, sie zu vermeiden oder einzuschränken, erschienen so, als wollte man ein drohendes Ungewitter durch Fächeln zerstreuen. Des Unbeils schwere Entladung ging vorher schon über Rußland nieder, die befruchtende Kraft fiel zu'uns. So sollten wir boffen. So wollen wir boffen. denn es liegt bei uns. die Elemente uns dienstbar zu machen. Hat das deutsche Volk noch den klaren Geist der Erkenntnis. Jen zielbewußten Willen. Me organisie- r e n d e K r a f t, s y wird Deutschland zur ersten s o z i a l i st i s ch o n Republik, die es gibt. Es schafft damit ein Musterbeispiel ohne Gleichen, ein Vorbild in der Geschichte fjir alle kommende Zeit, ein Werk, das der deutschen Reformation an Bedeutung gleich stünde. Hat Deutschland noch den deutschen Silin, so kann es dieses un» erhörte Ereignis höchster Vollendung schaffen. Mir scheint Deutschland ist zu Höchstem auserwählt und zu frohestem Hoffen und kühnstem Optimismus berechtigt, lteber alle Lande, durch alle Straßen sollte wieder Sang erklingen. Die Einigkeit des deutschen Gedankens, hie Einigkeit der Par» teien sollten in Rede und Dichtung ihren erhabenen Ausdruck finden, Die Wahlen der Nationalversammlung würden dann die Männer klaren und gerechten Geistes bringen und erkennen lassen, die ein Volk, ein ganzes einheitliches Volk erhofft und die es, ach! so lange entbehrt hat- Sie würden da sein, wenn ein Volk gehobenen Sinnes sie zu haben wünscht, wenn Volk und Führer einander würdig, ein' ander ebenbürtig sind. Das alles mag sehr überschwänglich und phantastisch klingen und scheint mir doch nicht aus der Luft gegriffen. Die soziale Republik wird kommen. Die Not- wendigkeit der Sozialisiernng wird von den Führern der der- schiedenen politischen Richtungen bereits bekannt. Unklarheit besteht noch darin, wie weit Werte und welche Art zunächst erfaßt»nd zum Gemeingut werden sollen, Jede Sttnime, die durch sgchgeschnlte Ueberlegung darüber aufklärend wirken kann, soll gehört iverden. Wissenschaftliche Anschauungen sind kein Parteigerede, aber das ist doch wohl sicher, daß die Männer, die die Zeit an die Spitze der Regierung gestellt hat und die die Freiheit und dgs Glück aller»vollen, nicht aus Lust am Experimentieren handeln werden. Dieses Ver» trauen sollten wir ausbringen können. Die bisherige kapitalistische Wirtschaftsform gehört in Deutschland der Vergangenheit an.« Bei der ungeheuren Schuldenlast wäre diese Neuordnung auch, wohl ohne Revo- lution gekommen. Nun wird der Kapitalismus bei den Alliierten Gestalt annehmen, die seine bisher bekannten For- inen weit übertrifft. Das wird zur Folge haben, daß ein sozialistisches Deutschland im Wettbewerb der Völker zunächst konkurrenzunfähig wird. Die Produktion der Industrie wird nach und nach ganz aufhören, soweit sie nicht in ausländischem SU'avendienste steht. Aber wie lange wird sich das kapftg- listifche System in seiner krassen Form in senen Ländern er- halten können, wird es nicht an sich selbst zugrunde gehen müssen? Nicht morgen oder in den nächsten Tagen, nicht während des Siegestmiinels. Aber die Zeit wird kommen. Auch die europäischen Alliierten drückt eine Schiildeickast, und eines Tages werden die hochgespannten Erwartungen, die an den großen Sieg geknüpft waren, schweren Enttäuschungen weichen. Wenn man nun aber die s o z i a l e R e V o l u t i o n nicht auffaßt als ein Kind des Zufalls politischen Getriebes, sondern als eine in den Zeiten gereifte B e st i in- m u n g. wenn die soziale Idee allmählich dahin geführt hätte, so wird ihre Verbreitung auch nicht aufgehalten werden können und am wenigsten vor Ländern, die in veralteter Wirtschaftsform erstarren. Die soziale Idee wird sich aus- breiten und um so eher, je weniger der Sozialismus nnr nach Idee wäre, sondern sich bereits in vollendeter Form und guter Ordnung im Nachbarstaate Deutschland bewährt hätte. schassen wir die sozialistische Republik, so haben wir das hnte Mittel, daö europäische Gleichgewicht wieder herzn- � Dann erst würde ein wahrer Frieden, der sichere,- ist, n ein Völkerbund verbürgen kann, herrschen. Aller md jede Rache wären ausgeschaltet. Dem Austausch �r und materieller Werte würden alle Wege freige- sein. nn würden wir auch erkennen, mit welchem Recht die dee an Internationalität gebunden ist. Darin liegt ? n, enschliche Gedanke. Aber dennoch wird dadurch M oder dem Wesen eines Volkes Abbruch getan. 'er eines Volkes wirb erhalten bleiben und»in so et und also ausgebildet werde", je besser die , zivischon den Völkern ist. Man kann- ein tollwert bester Stainmesart und zugleich vom n Gefübl der Menschlichkeit überzeugt sein. Neujahr. Beginnen wir das neue roher Zuversicht. . vier Grunüsätze des volkerbunües. Wilsons Programm. Haag, 31. Dezember.(Hellandsch Nieuwsbnreau.) Hvllandsch Ni-nwSbnreau meldet au? New Aork: In einer Nrde In Vrecklim crklllete der ehemalige Priisldent Taft; Wilson hat auf die Böller »ngland« und Frankreich?»Ine» größeren(Hnflush als viele der eigenen Jiihrer dieser Sünder. Der Grund sciuer Popularitüt liegt in den van ihm verkündeten Prlnzihien und in der Ueberzeugung, daß da? amerikanische Bilk hinter ihm stehe. Die vier Prinzipien, aus denen der Völkerbund aufgebaut werden muß, sind: 1. Grün- dung eine« intern atienalen Gertchtßhvfe« zur lknt« scheidung aller Fragen und Meinunggverschledenheitrn nach Gesetz und Recht. 2. Alle Nationen, die Mitglied des Bund«? werden, per- pflichten sich, sich an dem Heer und der Flott« zu beteiligen, welch« aus den bestehenden Heeren und Flotten aller Litndrr gebildet werden müsien. S. Die U n t« r d r Ii ck u-n g von Kriegen, dir dennoch entstehen könnten, und die Unterwerfung solcher Rationen, welche sich weigern würden, die Macht de» Völkerbunde» und die Entscheidung des internationalen Gerichtshöfe» anzuerkennen. 4. Die gesetzliche Regelung de» Bölkerrrcht» und dt» Fest- legung der neuen Prinzipien, welche da» Völkerrecht beherrschen müssen. Japan greift SowjetrußlanÜ vom Gften an. Mobilisierung 5 weiterer Jahresklasfen. Amsterdam, 31. Dezember,(t. U.s Aus London wird gemeldet: Der„Morning Post" zusolae habe« die Japaner am 2«. Dezember die Sinberufnng von fünf weitere« Jahre«kb»ssen an- geordnet. Japanische Bortruppen stehen, nach wetteren Mit, teilungrn der Blätter, kaumnochfünfTa»r»mttrschevom N r a l- G e h i e t entfernt. Englisch- deutsche Waffengemeinlchaft im Haltikum. Riga. 30. Dezember. Die Engländer landeten Truppen in Libau, Windau und Riga. Den Schutz der Stadt Riga übernehmen englische und deutsche Truppen gemeinsam. Nuftisches Geld in Litauen. Englischer Widerstand. Haag, 31. Dezember,(Hollandich RieuiuSburean) Aus London wird gemeldet; Die„TimeS� erfährt aus Siockholm, dgß F a• P a n k n. Führer der iilauiichen B o l s ch e w i k i,«ntor starleni Schutze und großen Geldmitteln ausgerüstet nach Wilna gekomnien ist. Er erllärie, daß Lifouen ein unabirennbarer Teil der Sowjeiregiorung werde» muß Mit Rücksicht aus diese Gefahr batte eine Abordnung der litouiichen Regierung in Livland mit dem Oberlommandeur der britischen K r j» g s f l o t«» in der Ostsee eine llnterhaltuiig, im Laute welcher dieser versprach, daß hi» Alliierten olle Hjjfe geben iverden zur Verteidigung gegen die B o l s ch e w i k i.' Schwerer Kampf Eftlanüs gegen die Solschewiki. El« Zlppell der estnischen Tozialdempkratie an vse schwedische Partei, Stsikhvlm, Jf. Dezenidee.„Soeialdewiilraten" peeöffent- licht ein ausführliches Telegramm der sozigldemokratischen Partei Esthlands«n die Parteileitung der schwedischrn Sariaidemokratic, tn dem diese gebeten wird, durch äffegtlichk ShNlllillhiciinKksMlgkN Estland in seinem schweren Kampfe gegen die russische Bolschewiki macht zu unterstützen. Estland sei ein rein demokratisches kleines Reich, das Unabhängigkeit und Freiheit von jeder anderen Macht anstrede. Unsere Truppen in Süörußlanö. Ein Notschrei um Hilfe, Bon Rikolajrw ging fpigender Funkspruch für die Regierung in Berlin ein: Wachsende AufstandsbewriUNg b» l s ch e, wi st i s ch r n Eharvkters macht Heimreise zu Land» fü« deutsche Truppen der Tchwarzmeerkräfte unmöglich, lverblendung und Disziplinlesigkeit eigener Kameraden beschleunigen das Per- derben. In der ganzen Ukraine gibt es keinen deutschen Bfthnschutz mehr. Eigenmächtig abgerollte Transporte werden einzeln e n t- waffnet und«»»geraubt und gehe« im russischen Winter schwerster Not entgegen. Einzige Rettung für die Zurückgebliebenen ist Abtransport zur See mit Schiffen, die von der Heimat zu stellen, da vorhandenes Material für lange Reis» völlig unbrauchbar. ES stehen in Nikolajew 11 40Ü, in Odessa MS, ig Konstantinopel 10 000, in Bot, 1600, insgksamt als» 33 000 Wann, dazu 30—40 Schwestern der deutschen Soldatenheimr. Erforderlich also enEprcchende Anzahl Transpore in lcr Barbereitun« der Rativnalversammlunft, von der für uns die drei wichtigsten Errungenschaften abbzuge»: Frieden, Freiheit, Bmt! ES mnß mit allen Mittel» durchq'fetzt werden, daß fvwyßl di, Wallten wie nachher die Nati»nalverft um lung selbst absvlut unzestört„nd unbennflntzt Perlaufen konie». W»er auch der gewaltig« Slots, welcher der Beratung und der Be- schkußfassuna unterliegen sott, muß gestchlet werden, wenn es her Konftttuaiche mit Erftlq gelingen soll, ihr Ziel zu erreichen! die'oer- fassungSrechtlsche Grund sirge für di« jung« deutsche Republik zu schaffen. Ig diesem Willen und mit diesen Kräften gehen wir ins ncku» JadrI-_' Nlicktrittsgesuche, Nack, W li? m, dessen Abgang wir bedauern würden, bat auch Genosse Eduard Bern st ein. der im Reick, sichatzamt tätig ist, ftiii Nlicktrittögesuck, eingereicht. Die Regierung M ilm gobeton, im Amte zu bleiben. Da Bernstein wieder der Partei beigetreten ist. ist e« unerfiiidlick,. warum seine Stol- lang im Roichtzschatzamt durch den Autztritt der Unabhängigen mis der Regierung berührt werden sollte. Watz aber die noch nicht i» die Partei zurückgekehrten Unabhängigen betrifft. so steht grnnd'ätzlich ihrem Weitergrbeiteil in Einzelressorts nichts im Wege. Da« gilt auch für Karl Kautöky, der gleichfalls fein Rücktrittsgesuch«ingereicht bat. Der preußische Minister Ströbel erklärt zugleich im Auf- trage ven Dr. Brrstscheld, Hoset und Giwin— Dr. R» f e n f e l d, A d» l f und Paul Hvffmann siud ihm nicht erreichbar geivese» � tn einer Mittrilung an den Zeutralrat, durch- aus auf de», Boden der Auffassungen zu stehen, welche Barth, Ditt- mann und Hanse zum Austritt au« dem Rat der Bolssbraustragten «eranlaßt hätten, und ersucht demnach,.um ein» Klärung ihrer Stellung al» preußische Minister herbrlzusühren und üster ein weitere» Berbleibrn im Amts schlüssig«erden z» können, um eine Besprechung mit dem Arntrassat der Rrpublil. Absage an Spartakus. Polttzmarine-Tivision und Garde-Schütze,«.»% Folgende Erklärung geht un» zu: Die Garde-jlavalleri«-Sr und d!« Volk«» esin«. Dwision sind heute zu einer Besprechung zuftinmengereet' um durch Bekanntgabe einer gemejnschoftiichrn Erklärung her xgend auf dft Oefftntlichkett einzuwirken. 1. Die Vertreter der BolkSmaxiue-Diviston erklären ,Ä i r haben mit dem Spartakusbund nichts zu ti und verwahren un? vor der Oeffentlichkejt dagegen, daß wir<- G«- finnungSgenosftn der SpartakuS-Leute angesehen iverden. L. Die Vertreter der Garde-Kavollcrir-Schützeii-Di'? io» er. klären: Wir verwahren uns vor der Oeffeutlichkeit dag' e», als Anhänger der Gegen revo leet to n angesehen z> werden. Wir verweisen mif die Sntschltehungeii der Divisftn von 12. und 15. Dezember 1913, in welchen wir uns von Anfang cm a«S Feind« der Gegenrevolution bekannt haben. 3. Beide Parteien erklären, daß st« nach Festsetzung des Zeit- Punktes für die Wahl zur Nationalversammlung durch du Räte- kongreß die Vornahme der Wahlen und den Schutz ihrer Tagung unterstützen. 4. Beide Parteien sind sich darüber einig, daß ihre Erklärung ein« AbsagegegenHetzervonliulsundrechks» dedcutcl. - Berlin, den 31. Dezember 1918.' Die Bertreter der Garde-Kavallerie-Schützen-Tivifi�Kr � Kühler. Bruck. Der Kommandeur der BolkSmarine-Diviston. Radtke, Hr.t ♦ ZH. Jahrgang 1. Heilage des Vorwärts Mittwoch, 1. Januar 191 y Neues? stahl und Liebestragödien werden gemeldet. Dazu die vielen Be- richte von auswärts: Kongresse und Versammlungen. In un- unterbrochener Folge werden sie an die zuständigen Stellen tveitergegeben. Ein Rufen und Fragen. Dazwischen das Re- daktionstelephon. Der Botenmeister schimpft. Boten laufen mit Zeitungen und Manuskripten hin und her, Telegramm- boten, Berichterstatter, Radfahrer und Soldaten, ein unauf- hörliches Kommen und Gehen. Die Rohrpostanlage wirst mit Gepolter ihre Sendungen in den Fangkorb. Es summt und surrt. Immer weiter geht der Zeiger der Uhr, immer fieber- hafter wird gearbeitet. Dieser und jener Artikel soll noch untergebracht werden. Der Metteur klagt bereits über Raum- mangel und der Chestedakteur kaut nervös an seinem Feder- Halter. Um 11 Uhr streiten sich zwei in einer Kneipe, wer der erste Berliner Polizeipräsident war. Der„Vorwärts" muß es wissen. Auch ihm wird Auskunft. Und immer weiter klingest das Telephon. Die Manuskripte wandern in die Setzerei, dann zur Korrektur und zurück zur Redastion, um nochmals geprüft zu werden. Dann abermals zur Setzerei, dann zur Stereotypie und von dort in die Druckerei. Inzwischen werden im Erd- geschoß die Rotati onsmafchinen für den Druck vorbereitet. Ballen auf Ballen Papier werden herangerollt und mittels Fahrstuhl und Kran an Ort und Stelle befördert. Und noch immer wird in der Redaktion fieberhaft gearbeitet. Während draußen die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht und die übriggebliebenen Glocken das neue IFahr einläuten, werden noch Streiks aus.Hamburg,.Krawalle in Posen und Ober- schlesien und Putsche in München gemeldet und untergebracht. Bereits fahren die ersten Wagen auf den Hof, um die festigen Zeistcngen zu holen. Schon setzen sich die stesigen Rotationsrnaschinen in Bewegung. Das ganz« Haus dröbnt und zsttest, es stirrt und rattert. Und wieder eine halbe Stunde später verläßt der erste Wagen, vollgepackt mit Zei- tungen, den Hof. In der Redastion kennt man keinen Herligabend und keinen Silvester._ Sprengung der U. S. P. i« Neukölln. Di« Neuköllner USP-Gruppe hielt am gestrigen Abend in der Unionsbrouerei eine Mitaliederversanunlung ab, in der die Spol- tung, die sich heute im Kongreste des Spartakusbundeö vollzogen hat. lediglich bestätigt wurde. Di« Versannnlung stellte in der Hauptsache eine Auseinandersetzung zwischen Barth, der in Vcr- tretung von Haase erschienen war, und Liebknecht dar. Barth spielte die unglückliche Rolle deS Angeklagten vor seinen eigenen Genossen. Er verteidigte die RegierimgSpolitik, die er getrieben hat, vor den Spartakussen, die hiervon nichts wissen wollten. Sckvn seinen Eintritt in die Regierung mußte er wie eine Todsünde gegenüber dem Staatsanwalt Liebknecht ver- teidigen. Er verurteilte scharf die D e m o n st r a t i ö n ch e n deS Spartakusbundes und verlangte Taten durch neue Revolutionierung der Masten. Nack» seinen Wünschen müsse die neue Revolution gegen die Scheidemänner in kürzcster Frist estvlgen. Bezüglich der Sozialisierung verurteilte er die wilden Pläne des Spartakus- bundes. Rosa Luxemburg möchte ihm einmal vor- tragen, wie sie sich die lofortige Sozialisierung vorstelle, da würde er drei Tag« und Nächte, ohne einen Bissen zu sich zu nehmen, zuhören wollen. Liebknecht diskreditiere nur die Sache deS Proletariats durch seine wilden Hetzereien. Wenn man vor der Kommandantur für Putsche agitiere, erzeuge man nur ein Blutbad. Liebknecht behauptete, daß es ihm schwer falle, gegen Barth zu polimisieren, da er sachlich überhaupt nichts gesagt hätte. In Wahrheit sagte er aber in seiner Rede selbst herzlich wenig, sondern erging sich in der ihm eigenen Art in den wildesten Anschuldigungen gegen die Regierung und besonders gegen die früheren, der USPD angehörenden Mitglieder derselben. Barth habe ja nur reaktionär« Arbeit geleistet und kenne das ABC des SozialisterungSprogramms überhaupt nicht. Seine Demonstrationen seien keine Demon- stratiönchen gewesen, sondern Hunderttauscirde(!!) hätten demon- striert. Er uud seine Spartakusbrüder wollen nichts mehr mit der USPD zu tun haben, die sich ja doch nur noch der Scheidemänner würdig zeige. Daher habe sich der Spartakusbund auf seiner Reichs konferenz losgelöst und als Kommunistische Partei Deutschlands konstituiert. Die Spalwng ist daber eine vollzogene Datsache, möge man sie auch noch in der nachher eingebrachten Entschließung verschleiern wollen. Di« wilde Stiinmung, die Liebknechts Rede auslöste, zeigte sich in aller Klarheit in der folgenden Aussprache. Di« Erregung in der Versammlung war schließlich derart, daß man sogar Barth an die Luft setzen wollte. Nach diesem Verlauf dürste fortan auch für Neukölln ein Zu- sammcngehen der USP mit den Spartakisten nicht mehr zu er- warten sein. Schade, sie haben den Unabhängigen zuweilen ganz gute Dienste geleistet; wir erinnern nur an die SprengungS- manöver in den letzten von uns einberufenen Beamtenversanun- langen. Auf solche Maulhelden müssen nun die Unabhängigen verzichten_ Streik im GastwirtSgewerve. Der Verband der GastwirtSgehilsen gibt bekannt: In einer Anzahl von Kaffeehausbetrieben und Weinrestaurants konnten die bestehenden Differenzen nickt beigelegt werden. Sämtliche Ange- stellten sind deshalb in den Streik getreten. Der Anlaß dazu war. daß mehrmalige Verhandlungen wegen Zahlung fester Löhn« durch das geringe Entgegenkommen der Unternehmer scheiterten. Tie Unternehmer lehnten«s strikte ab, feste Löhne einzuführen. Di« im GastwirStgewerbe Beschäftigten, daS ist allgemein be- kamst, haben in bezuger Presse, welche dieser Tag« erschienen, sind unrichtig und entsprechen nicht den tatsäch- lichen Verhältnissen und Vorgängen. Wir zweifeln nickt daran, daß die Sympathien der Bevölkerung auf Seite der GastwirtSge- Hilfen stehen werden. Nevolntionäre Zeitenwende. Wer sich der Bedeutung gerode dieser Zeitenwende bewußt ist, wer klar sieht, daß die Würfel über das künftige Geschick des deui- fchen Vaterlandes in wenigen Tagen fallen werden, der höre, was heute die sozialdemokratischen Redner in 6 großen Versammlungen zu sagen haben. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen. ! Stunde, eine Zersplitterung kann nur zur Schwächung führen. Der ! Werbeousschuß für Beamte der Sozialdemokratischen Partei bittet ' daher dringend, bei allen die Beamtenschaft interessierenden Fragen ! sich vorher mit ihm in Verbindung zu setzen, damit die Einheitlich- i keit des Vorgehens gewährleistet ist. Adresse: PropagondaauSschuß ! der Sozialdemokra t i schen Partei(Werbeäussckuß für Beamte», ! Lindenstr. 114 fMpl. 10380). Die nächste Sitzung der BertranenS Personen findet statt am Donnerstag, den 2. Januar, nachmittags 5% Uhr, im Jugendheim, Lindenstr..ür- Beim Eintritt Mitgliedsbuch vorzeigen! Mne Berfammlunn ehemaliger KriegSgesaugrner findet Areita«, de» ZI. Januar, in Reinhardts Festsälen, Berlin, Hasenhewe S7. Nähe Kaiscr- Friedrich-Platz, statt. Ein BaUSkonzert veranstaltet der PrnpagandaauSschuß der Sozialdemokrat! schen Partei Groß-Berlin heute am Neujahrstage, vormittags 11 Uhr, im Palasttheater am Zoo. Zur Ausführung ge» langt durch das Blüthnerorchester(Dirigent Dr. Schern- Pflug) Beethovens v. S infonie. Eingeleitet wird dir Ver- anstaltung mit der Leonorenouvertüre von Beethove« und durch eine Festansprache des Reichstageabgeordneten H e i n r i ch S ch u l z. Einlaßkarten i 2 M. sind am Saaleingang noch zu haben. WilmerSdvrf-Halense«. Di« Wählerlisten zur Nationalve»'- samnilung liegen heute, NeujahrStag, sowie Sonntag, den 5. Januar, genau wie an Wochentagen von&--3 Uhr vormittags und von S— 7 Uhr nachmittags im Wahlbureau, Gasteinerstr. 11, aus. Versäume niemand die Einsichtnahme zwecks Sicherung seines Wahlrechts. W 2. Januar 1919 wird dep„SZotwärtS" den A&otntettte* t* Halensee toieder durch Boten zugestellt. Bestellungen nimmt der Genosse Kemper, Georg-Wilhelm-Str. 22, entgegen. Spandaiu Ein Streik der Sicherheitsmannschafte« brach gestern wegen Löhnungsdifferenzen ans. In der ganzen Stadt wurden sämtliche Posten verlassen und mußten durch andere Mann- schasten der hier garnisonierenden Regimenter besetzt werden. Groß-Berliner Lebensmittel. Friedrichsfekde. Em« neue Zuckerkundenliste wird ausgelegt. Tie Fa. Millen und Einzelpersonen weiten ersucht, in der Zeit vom SO. Dezember bis S. Januar bei den Händlern ihrer Wahl unter Vorlegung der Zucker- karten die Eintragung zu bewirken. Spätere Anmeldungen können bei der nächste« Ausgabe nicht berücksichtigt werden. Reinickendorf. Auf Abschnitt 87 150 Gramm los« Suppe« fi? Vf.), auf Abschnitt 25 für Jugeirdliche 100 Gramm Grieß(10 Pfst Anmeldung bei Kleinhändlern und amtlichen Verkaufsstellen bis einschließlich 5. Die Kundenlisten zum Bezug« von Zucker verlieren am Sl. d. MtS. ihre Gültigkeit. Die Reueintragungen haben vom 2. bis einschließlich S. zu erfolgen. Bei der Anmeldung sind die Zuckerkarten vorzulege». Zur nachträglichen Emiragung t» die Kundenverzeichnisse find auch diejenigen Verbraucher zugelassen, die ohne ihr Verschulden, Abwesenheit. Krankheit usw. nicht in der Lage waren, sich rechtzeitig eintragen zu lasse». Diese nachträglichen Eintragungen haben ans Grund besonderer von der Brot- komniission auSzusertigender Bescheinigung zu erfolgen. Grieß und Graupe«. Aus Abschnitt 88 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin entfallen 100 Gramm Graupen. auf Abschnitt 89 100 Gramm Grieß. Die Abschnitte sind vom 1. bis 6. in den KleinhandslSgefchästen abzugeben. Staats- und Gemeindrbeamte! In der augenblicklichen Zeit ist eine Zusammenfassung aller vorhandenen Kräfte das Gebot der Grosi-Serline? parteinachrichten. 17. Abteilung, Stralauer Tor. Am Donnerstag, den 2., findet i« der Turnhalle der Schule H o h e n l» h e st r. 11 eine Mitgliederversammlung statt.(Näheres siehe im Inserat.) Ausnahme von Ritgliedern w der Ver- sammlung. Petersburger viertel. Für dt« IS. Abteilung findet am Donnerstag, den 2., abends 8 Uhr, bei Kühn,.Schreinerstr. 58, ein Extrazahlabend statt. Zu der 19. Abteilung gehören sämtliche Straßenzüge Mich der Liebig. Itraße zwischen Frankfurter Allee, Viehhos und Ringbahn. Eharlottenburg. Wählerlisten einsehen! Auskunst über alle Wahl- angelegeilheiten erteilt unser ständiges Wahlbureau, Sesenheimer Str. 29, gegenüber dem Opernhaufe. Geöffnet täglich 9—7 Uhr. Charlottenburger Wahlverein. Die Parteigenossen tteffen fich am Freitag, den 8., nachmittags 5 Uhr, zur Flugblattverbreitung. Steglitz. Die Wählerliften liege« aus im Raihause, Zimmer Ar. 18, von morgens 814 bis 7 Uhr abends; am ReujahrStag und am Sonntag, den 5. Jamiar von lllt bis 1 Uhr mittag«. Treptow-Baumschulenweg. Freitag, den 8. Januar, abends 7 Uhr. im Spreegarten Treptow öffentliche Versammlung. Tagesordnung! 1. Die Wahlen zur Nationalversammlung. Referent: Franz Krüger. 2. Freie Aussprache. Johannisthal. Generalversammlung KeS Wahlvereins im Restaurant Bürgergarten lJnh. Schmielgeitj am Donnerstag, den 2. Januar, abends 7ib Uhr. Tagesordnung: 1. Vortrag über Verhältniswahl und Rattonal- Versammlung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 8. Vereins angelegenhetten und Verschiedenes. Cipenick. Freitag, den 3. Januar, abendS 7Va Uhr, im.Etadttheaier' (großer Saal) Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mit- glieder. 2. die Wahlen zur Nationalversammlung. 8. Bericht der Stadt- verordneten-Frafion über die Burgermeist erwähl.«. Allgemeines. Die Bezirksleitung. i] Das Aloroengrauen. Von Henri Barbusse. EfirZ der Bilder, die den Weltkrieg am erschütterndsten dargestellt haben, verdanken wir Henri Barbusse, dem Re- dakteur deg„Populaire". Sein Buch ,,DaS Feuer' hat sich den Wey durch gang Europa erobert. Barbusse zeichnete darin die Ertfobnisse seiner Korporalschast aus. Di« Zensur Vrvfslgte dies Buch der Wahrheit mit strengsten Verboten. Uns«? Versuch, ein Stück daraus abzudrucken, scheiterte. Heute geben wir den Schlußabschnitt und machen-darauf aufmerksam, daß jetzt in dem Bändchen„Früblicht' vom Züricher Verlag Rascher u. Co. drei wichtige Abschnitte des Wertes auch ge- sondert veröffentlicht worden sind. An der Stelle, an der wir niedergesunken waren, er» warten wir den Tagesanbruch. Er kommt ganz allmählich, eisig und düster, und fließt finster über die fahle Ebene. Es regnet nicht mehr. Der Himmel hat allen Regen her- gegeben. Die bleifarbne Ebene taucht mit ihren blinden Wasserspiegeln nicht nur aus der Nacht, fondern scheinbar aus einem Meer hervor. Halb eingenickt, halb schlafend, öffnen wir dann und wann die Augen, um sie wieder zu schließen: wir sind ge- lähmt, entkräftet und erstarrt. So erleben wir die unglanb- liche Wiedergeburt des Lichtes. Wo sind die Schützengräben? Man sieht Seen und zwischen den Seen milchige Streifen stehenden Wassers. Es hat noch mehr Wasser, als man glaubte. Das Wasser hat alles aufgesogen: es hat alles überschwemmt und die nächtliche Propbezeihung der Leute ist in Erfüllung gegan- gen: es hat keine Schützengräben mehr; sie sind in jenen Kanälen untergegangen, die man dort sieht. Das Schlachtfeld schläft nicht, es ist tot. In der Ferne dauert das Leben viel- leichf fort, aber so weit sieht man von hier aus nicht. Ich richte mich mühsam halb auf, um mir die Gegend anzusehen, und schwanke wie ein Kranker. Mein Mantel er- drückt mich mit seiner ungeheuren Last. Neben mir liegen drei unförmige Gestalten. Die eine ist Paradis: ein unge- Welch eine Stille! Eine gewaltige Stille. Nicht ein Geräusch: nur dann und wann hört man inmitten der gcister- Haft gelähmten Welt eine Erdscholle ins Wasser fallen. Nie- mand schießt... Kein Geschoß, es würde ja doch nicht Platzen. Keine Kugel, denn die Menschen... Die Menschen, wo sind die Menschen? Allmählich sieht man sie. Nicht weit von uns liegen welche auf der Erde und schlafen. Der Kot bedeckt sie von oben bis unten: es sind beinahe nur noch Gegenstände. Etwas weiter sehe ich andre Soldaten; sie sind in sich zusammengesunken und fleben wie Schnecken an dem runden Hügel, den das Wasser halb aufgesogen hat. Es ist eine unbewegliche Reihe roher Klumpen, die wie Hansen neben- einander liegen, von Kot und Wasser triefend und sie haben die gleiche Farbe wie die Erde, zu der sie gehören. Ich raffe mich auf und unterbreche das Schweigen und sage zu Paradis, der nach derselben Richtung blickt: — Sind sie tot? — Gleich wollen wir sehn, antwortet er leise. Aber bleiben wir noch ein bißchen hier. Nachher werden wir den Mut finden Hinzugehn. Wir schauen uns beide an und wenden unsre Blicke auf die, die sich bis hierher geschleppt haben und hier nieder- gefallen sind. Die Gesichter find so müde, daß es keine Ge- sichter mehr sind: nur etwas Schmutziges. Verwischtes sind Zersckundenes.'mit blutigen Augen oben im Kopf. Wir haben seit Anfang schon nach allem Möglichen ausgesehn und den- noch erkennen wir uns jetzt nicht mebr. Paradis dreht den Kopf und schaut anderswo hin. Plötzlich sehe ich, wie ihn ein Zittern packt. Er streckt die Kotkruste seines ungeheuren Armes aus: — Dort.... dort..., ruft er aus. Auf dem Wasser, das in einem besonders-zerhackten lmd ausgehöhlten Gelände auS dem Schützengraben fließt, schwim- men runde Massen wie FelSriffe. Wir schleppen uns dorthin. ES sind Ertrunkene. Ihre Köpfe und ihre Arme stecken ini Wasser. Man sieht ihre Rücken mit dem Lederzeug durch die Oberfläche der kal wöhnlicher Kotpanzer bedeckt ihn und sein Gurt ist an der kigen Flüssigkeit durchschimmern, und ihre Waffenröcke aus Stelle, wo die Patronentaschen hängen, aufgebläht. Er �blauem Tuch sind aufgeblasen; die Füße sitzen schief an den richtet fich ebenfalls auf. Die andern schlafen regungslos, l aufgeblähten Beinen wie an den schwarzen,«nförmisen Beinen von Lederpuppen. Auf einem eingesunkenen Schädel stehen die Haare senkrecht im Wasser wie Seegräser. Hier schwimmt ein Gesicht obenauf: der Kopf hängt am Ufer fest und der Leib verschwindet im frühen Grab. Das Gesicht ist gegen den Himmel gekehrt. Die Augen sind nur noch zwei weiße Löcher, der Mund ein schwarzes Loch. Die gelbe, auf- geblasene Haut dieser Maske ist weich und gefaltet wie kalter Teig. Es sind die im. Schlamm erstickten Wachtposten. Die steile Böschung der Grube war schlüpfrig, das Wasser stieg, und die Anstrengung herauszukommen, zog die Leute mir noch tiefer hinein,— langsam und rettungslos. Sie starben angeklammert am Ufer der Erde, die ihnen entwischte. Dort liegen unsre ersten Linien und auch die deutsche vorderste Linie, über beide die gleiche Stille, beide unter Wasser. Wir gehen bis zn jenen aufgeweichten Trümmern über das Gelände, das gestern noch eine Gegend deS Schreckens war, über den furchtbaren Zwischenraum, an dessen Schwelle der kolossale Ansturm unserer letzten Attacke stehen blieb, über das Gelände, über welches seit anderthalb Jahren die Kugeln und die Geschosse ohne Unterlaß den Raum durchfurcht hatte« und wo sich in diesen Togen ihr wagrechter Platzregen über die Erde hin wütend kreuzte, von einem Horizont zum andern.- Jetzt ist es ein übernatürliches Feld der Ruhe. Ueberall liegen fleckenartig schlafende Wesen: andere bewegen sich leise, heben einen Arm oder den Kopf und denken wieder ans Leben oder liegen gerade im Sterben. Der feindliche Graben stürzt, kotüberladen, vollends i« Schöße wogender Hügel und sumpfiger Trichter in sich zu- sammen; dort zieht sich der Graben durch Lachen und W«sser- gruben. Stellenweise bewegt sich sein Ufer, bröckelt ab und wirft die noch überbänqenden Ränder ab. An einer Stelle kann man sich darüberbeugen. In diesem unglaublichen Kotgelände sieht man keine Leiche. Aber dort ragt, schrecklicher als ein Leichnam anzu- sehen, starr ,und einsam, nackt und bleich wie ein Stein, ei« Arm aus dem Loch einer verworrenen, feuchten Wand. Der Mann wurde in seinem Unterstand verschüttet und konnte nur noch seinen Arm ausstrecken. (Forts, folgt.) Breite Straße Rudolph Herhog- Verlin C 2 Neue Kleider« und�Kostumfloffe Brüder» straße Siofie Kr ZsikwN«?»». ZVoNg«m!sihI« St««»«....... 6. 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Unt«t Auofchlu» naeliftfifliitfee Annahm« sind di« «InmeldUngen»an nuioach, den U Zanuar, dt, Connlafl. den(. 1,1, bei den MeinhZnd» lern ad,»,«den. TK.»le aleinhiindket haben dl« Anmeldeabschnitte IN den»den»us,eka?-n»n«Ummer» bei den dändlern am>. Januar 1,19 ab,ul>efern. 5?icht abgeholt« War« versZKt Mit dem 9. De- brtiar 191». Verl!»./ den 80. Degembee 1918. Maaistrnt. •dttitttnj für Ahhrmittel. Bekanntmachnng der Verordnung »lnrr Nenderung über Höchstpreis« für Eier. Auf«rund der HZ 1 und t de» chesehe,, beteessen» HÄchsipretf, vom t. eiugnsf lin, in de« iH"»« die?«. kanntmachun,»»IN 11. De,«niber 191« lN..»..Vl. S. bM und aus«rund der«nordnun» der Landementralbehürd« „m 17. Juni 1910. somi« de» j! 98, Absatz 3, b.'t Eiabt«. »ednun, Sam 80.«at 1898»itd fOt den veziek de, Stadt SetlNt»ng«»rdNtt! � In der Area ednun, iib/? Höchstrrsls« fite di« von der Renteal-SinkaussaeseUschaft«eNestrtenu liefernden Eier, da wegen Mangel, an Ausübten»am Aua- lande in den nächsten Wochen»ine aäzemein»«Mietlung nicht In«»astch« genommen werden kann. »erli«, den 80. Dezember 1918. 8.4»t.«88«?. 18. Pferde-Versteigeruug. S»««7«I«, d.$. Januar, it. S-nnnbend.». 4. 5aaa-r 1010, 9 Ilft»armittag» aus rot» PferdNarten, 18 pändltt«uatzrschZofftH. 1.««rd«.irra«n.««s«h«»teirang.«etün-rempelhif, ___«ingdabnhof.__ 7786 Eisenbahn-Regiment Hr. 1. Mit»m tflitw«usMor?» ht* Tlfenbahn-Afglment, Ar. 1 W!t8c, Haihprhcnd« Musiker zum sasetttgen«mttttt(«facht. 1 I. M«tft.. 1 r,.«l°r, nettist, ,). B-Olacintittftea, t«attt,»..—. 1 Pofatuttstou, 1 P.Tublst. 1»r.»rmmnelschlSget Zf. Z. WM». 1 08,ist(Zyra).. �... MT* Meldungen erbittet umgehe«»-My l-ian- rir�nor Musitleit«», n»rI«n.Zc«,»ne»rrr. nans uroner, m-oumentcnetr. Zl IV. «astendaef 79».-»3 fl�-l Uht Satairane�eschäst«, immer«tsenb-hn.Regiment 1), General• Pape-StriBe. 1)1« Mus!kh«mml,jilnn ________ ietn bedeutend billiger. Garantie(str Jede Lim,«.* � Nr.l«Prsbc,tUckM.3�0,25Stck»2.78 10 Stck.» 2.50, 1011 Stck.» 2.«0. Nr. 20 Probestück von M. 12J0*n. 1 Prini« Karbidbrenner,, Ceto" per lOOSt. M. 16.-. HSndler hohen Pabatt. »Ir.„........................ Nr. 20 Fahrrad»«« Hcne. Berlin, Or«»len»fraBe 32. Zweigaeschäft Berlin, QroBe Frankfurter str. I<5 ZertlE,«achin B«rlln-SchOneber|. Haupt, Ir. 157. BliMscIies Institut J. Langenscheidts Taschenwörterbücher mk Auisprachetezetchnung noch de« Methode laufsaint-Laugenichetdl Sed« Sprache umsaht 9 Teile! Teil I! sttomdsirrachtich-deutlch, Ttll ll: Deutsch-feemdiotachlich. SiPlefdilnb« 8.9« Mar» □ DoPPrlbändi 9.39«aM. St«».»ist Ich an» Rr»,«i»tisch jed-e Zeil einzeln 9.00 ttnt. West handlichen Wset-edü-der find fiie die Schute und M oeatnich« vehe» auieeichendi ihr Ofoetsthay zenitgl fstr di« Lektüre von Zeitungen und fsie dst Unlerhaldung im fremden Laad». strschie»«, fift! «».41amm,.!«eiechstch> stokaleuisq 1 Pethtziesisch 1«chwetlsch Oagkstch! Ztakienlfch Ontetachch ülamöntsch! Schmtsch Omuzdfstch| Zadaastch! Medn«uch. i«ufstich l«mmeisch »as»,,. 80 St| •un oiertei, . 10«. llunze» ««. KnSWig MMer, m\ln w. ZK Loitetlt-Sinnehmer Pasttcheck-stomo 31088. Werdericher Mar» 3 gegenüber Herrin,•ttsan. Paulltr.lB ,Brln (Tal. Moabit 9390, »den, iW« Prauenlelden aller An. Tie guneetiiMge und ge- SA* Mi danfen und cerkaofea d Staats- und Stadt-Anleihsn, z Ir- und ausländlscha Rauten, " Industrie-Aktien,. � Zoe-Aktien. Für Japiner- d. Chinesen-Knpons zahl. Üb. Reonvert Eugen Bab& Co., Bankgeschäft, Berlin W 8. PO TaubeRBtraB« 46 Och Frieden! 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Heule Neujahrstag, vormittags IQ'A Ohr: -1 Uhr und von 4—7 Uhr. tden 15b. 12? S, 1337, 9714. J. Cloppenburg. C. Ostrrkarnp. Stach kurzem Krankenlager verschied am 23. De- zember der Abteilungsleiter Herr Merl lauschdr Ein Mann mit offenem Eharakter, ist er un» immer ein Borbild in Pflichttreu« und Diensteifer gewesen. Dir werben setner stet» ehrend gedenken. Da; kaufisännlsctc Personal, die Znsciinetder, Scbneider nnd Diener der Firma Peck& Cloppenburg. Sozlaldemcisr. Verein Berlin 2. Am 20. 12. IS verstarb i unser Mitglied» der I Schneider j kuMk AihslRLh! Fiirbringerstr.«. Ehre sewem Audevken! Die Beerdigung stndet heute, 1. Januar 1319. nach. > mittags S1/, Uhr, auf dem I Michael-Kirchhot, Marien» I dorfer Weg, statt. I l!m reg« Beteiligung bittet 1 135/12 Orr Vorstand. Allen Verwandten, Freun den»nd Bekannten dier- > durch die traurig« Mit- l teilung, daß plötzlich und i unerwartet mein lieber , Mann, der treusorgende t Bater seiner Kinder, unser I lieber Tohn, Schwiegersohn, I Schwager und CnM, der | Maler Karl PTaffc! am Freitag, den Tl. De»| zember, im 89. Lebensjahre oerschieden ist. Um stilles Beileid ditt-n die trauernden Hinte?. bliebrnen SWb Hedwig Ptalfe geb. R tetler ALeestrahe 6. Die Einäscherung findet am Freitag, den Z. Januar 1919, nachmittags S Uhr, im Krematorium Berlin, ij Deeichtftr. 87/38, statt. S »ranzspend. dan'end»erbet. D verdanä der Kdler. csckier., Bultrei». uilv. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolleg«, der Maler 1Z5 12 Karl mtk am 27 Dez. verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Freitag, den 8. Januar, nachmittag» 3 Uhr, im' Krematorium«SertSjfttoS». statt. 185/12 Um zahlreiche Beteiligung Sie 0rt»v»rwal!ung. »erw. Verband e. StfindPUther um ßerute. iKitgliedschaft Berlin. Unseren Mitgliedern jeden wir hierdurch bekannt, daß der langjährige Kol- lege, der Lithograph Mar ßraßier am SO. Dezember im Alter von 55 Jahren an Herz. leiden gestorben ist. Ein ehrendes Andenken ist ihm gesichert I 109/8 Die Berdigung stndet am Frettoa, den 8. Januar, nachmutag, SV, Uhr, von de: Leichenhalle des Ja- kobl-Kirchhof» in Stuffiun, Hermannstraße, au» statt. Ziege B-teiligting erwartet vi« Urrnattanii. Volks-' , k�llkrheskNuM' �Verein GroSBefiin mm «eschästsstelli: N39, Gchöam»ld(c6tt.4ll. Tel.! Norden 10 737. Unser Mitglied, Frau Luise Kerber, An der Apost-Ikirche 18, ist gestorben. Einilscherunz: FreUag, den i 8. Januar, nachmittag« 3 Uhr, im Krematorium SettHstr. 87/98.»95-11 AmMeniag.den «Dezember 1918, enttchiief sanft __ nach schweren Lei- ! den im Lazarett mein | inniggeliebtcr Mann, unser auter Sohn, Bruder, Schwiegersohn u. Schwager krled BMler | im SS. Lebensjahr.-. | Wwe. Emma KünBler geb. Kullina, I Karl HäuBIcr It. Prau als E iern, 1 Artnr RluSler u. Frau, Berlin, SO. Dez. 10:8, Die Beerdigung stndet I Freitag, den Z.Ianuar 1319, I nachm.'/Jt Ute, auf dem 1 Garnison-Friedhofe, Hafen- Heide, statt. Allen Verwandten, j Freunden und b e> sonder» de» Kam«. 1 raben der 1. Kvmpag. vom Sicherheitsdienst sogen stlr die Beweise herzlicher Teilnahm« bei der Beerdigung unsere» lleben Sohnes KarlGeBner unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer Dl« Hinterbliebenen I fMills KöKliSs! Weberstr. 02. �nnzkmesteils wr nai.' Flamme- Bestatiimg. Eoatcnlose Beratung. Beerdignngsinstltat Th. Steinrück. Hauptgeschäft Ziegclstr. 2, Nähe Bhf. Fricdriciistiaße — Tel. Norien 235.— 1. Zweiggeschäft; Kantstr. 85 t» Tel. Wilhelm 808, 2. Zw Ißgeschäf:: BruunenstraBa ISS Tel. Norden IIS. Keine Varauszabiung. g#aHomoopatiiB�i Inst.(19051. Sper. Htm-•i.üarn- IeI BökerS Festfälen, Weberstr. 17: Branchenversammlnng der Schmiede, Kesselschmiede«nd Karosseric�rbeiter. Tageoorbhung: 1. Stellungnahme zu den LSHnen im Kvllettivvertrag. 1 vranchenangeiegenheiten. 8. Verschieden». Kollegen! Unter Punkt 1 der Tagesordnung wird über bi» wichtigste Frage aller Kollegen, die Entlohnung, entschieden. S» ist darum Pflicht ein«» jeden, t» dieser Persammiung zu erscheinen._ Sununbenb, den 4. Januar, nachmittags S Uhr, im Pahenhofer Bierpalast, Friebricdstr. IZ4, an de« Weidenbam-Brllcke: Branchenversammlung aller in den Fahrstuhlbetrieben be» schäftigten Aufzugsmonteure n. Helfer. Tegeoordnung: I. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern. a Dranchenaugelegenheiten.'Diskulston. Da» Erscheinen alle, 124/8 1« Kollegen ist dringend erforderlich. Di« Ortsverwaltung. WHflMl-MÄ. (D. O. B.) Donnerstag, den ii. Januar tSIV, abends 8 Uhr, in der Hochschule für Mufik, Char- lottenburg: 2,«lMW'WeO für GWere usw., Militiirbeamjt and dtttu wahtdertchtigte Angehörigk. 1. Bortrag de» Houptmanno da Reserve, Rechtsanwalt Allmann, über:»Wo» muß jeder Staatsbürger von den «»hlen zur Rattsnalvrrsammlnng wissen?-, 2, Vortrag je eines Vertreter» der großen poliilschen Parteien Uder deren Programm und ihr« Etellungnahm, z» den Etaildeoftagen des Offiziero usw. Im Hinblick auf die Wichtigkeit des vor- tra�stoffr» wird um möglichst zahlreiches Er scheinen grirteu, Eintritt für Mitglieder des D. 0. B. frei! Einlaßkarten für Richtmitglted,»(1 M.) find in der Seichästostelle des D. V. iotodamer Straße 22d, von 19 bis 2 Uhr zu haben. Die zum AusNärungoabend gelüsten EintrMolatten behalten:h Achtung! Vermißt? ÖSüSigfeth CHoe«n»ft,rach- finde« nlchl finA. Ter Deutsche Offizier- Bund. _ I. A.: r, Oppeln-Bronlliowsltl, Major. 299/12 an jedermann Klolaste Anzahlung. OrSSte Rfiekalobt. Beqn ernste Anzahlung.< Einzelne Möbelstücke werden bercitwillgst abgegeben. liiefero noch nach answftrts. M. LsiüdwelarJ Müllerstr. 7, 1, Weddingplatz j Itlauo Schilder beachten Die aul>«»/,(ür das»m 30. September a. er, abgeschlossene Gcscnlftaiahr 1917/11 lestgwetxte Dividende wird von heute ab gegen Elnlieferung des Dividendenscheines und eines Nummernverzeichnisses geeahit mit M. 42,— pro Aktie von M. 309,— *"!Im!~••"">»- *» u 9 w» 12(>0tz— •B der Kasse der Commerx- und Disk o n t oba n k, hlerund in Hamburg, sowie hei den sämtlichen De osltenkassen, »»»» N all on El b a n k 1 0 r I) e u t s c h I« n d, hier, »«» von Ma rcus N elken& So Im, hier und in Breslau, , unserer Central-Caste. Berlin, den 28. Oeiember 1918. PATZENHOFER BRAUEREI AKTIENGESELLSCHAFT ______ Dr. W. Sftbemfceira. SWvMMiii Jonoiltfs". I- Berlin 1897.- Um Sonntag, den 5. llannai, nachmiNngs 2 Uhr, im Dewerkschaftshaus» Engclujtr 15, Saal 5: Peiz-M 1 G en e r a l- B e r sa m m l u n g. war«a en gres} Einzel lerkaa! wie alljährlich tu billigsten Preisen Ale Mitglieder, besonders die aus de« Felde zurückgekehrten, werden dringend gebeten, zu-erscheinen. «on 5 Uhr ad tm«aal 5(großer«aay Xonj. Tt8i* Der«orstnnd. S. Sehlesinger .AUiliadLdJ0�"- Kcin Laden, II. Stock. Bitte genau aut Firma Od nnd Hausnummer"»» su achten. Sonntag von bis 5 Uhr gefiffnet m. äjii «Mm«! 36t kSkmI. firiegsgefacjtnca! Am Aeellna, d«n 8. Zannnr ISlO, findet nachmittags 2 Uhr eine De sammlnnn nheinnllgar ttrleg»n«!a»genv: i>: Katohaedt» AeMdion, Berlw» Hasenheide 57. Ziähe Kaisee�riedrich-Plag, statt. u»«ahteeiche» Erscheinen wird Hilter allen Umstände» gebeten, es gilt da» La» unserer zurückgebliebenen Kameraden I Für de» ArbeitsanSsch«ß. au» A* Amerikanische Journah. Mein Sahn Hans Landeck, Dio.- Funker- Abteilung 122, Deutsche Feldpost 988, Zus.. Reg. 18», 1. Batl., 8. Komp.. wird seit dem 27. Septbr. 191« bei den Kämpfen um Havrin. court(bei Cnmbeat) vermißt. Nach Mitteilung der Truppe wurde die Stellung von den Engländern llberrannt und die ganze Station vermißt. Kameraden, die mir Au». ktinft erteilen können oder Leidtragende, di» bei dieser Station ebenfalls Angehörige stten, bitte ich herzlich, falls !> aus der Desangenschast Ächricht erhalten haben, mir ihre Adeessen mitzuteilen. Auslagen vergüte ich. Fran Emilie Landeck. _»ongrovitz(Posen). Schneider f. neu u. Aenderiingen Lambert Horstmelrr, Moabit, Benslelstr.d. der auf dem Gebiete der !aMati9n gute Erfahrungen besitzt, sofort verlangt. 8Z0b Schnftltch« Offerten an Sslbcnringwerk. Kerliti SV 47, Krettzbergstr. 80. 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Mond-(Ura miimgniiniiiiiintiiminiiiiiiii�:i»MwhMiiuiitgiii»iiiieyfiiimii Ich bin i Magnei}lamp€ die ohne Bäfforic brennt f 3ch IcucKf�- sobald an der Kette gezogen wird-1 rürSpnu. bin ich zuhaben. Schreiben pie nur an /�lbrcdi&aw> i Dcrlin. IT O 55 X�L�pehneisSf r& ftenes 3ahr, Keues Glück! Ziehung' 14.— 18. Januar 1919 4 Alonö:6xtra Ktmsen sbf IffiLcvtf&Ui' llusovMner. ch m. b. v.. Veriin e» 81. Selle-Afflance�tt. 91 Zu hoben in allen einsthldgigen G>sch6f«»r, 17851 Geldgewiime bar ohne Abzug z M. 600000 �100000 I 50000 üstillJSraVÄ versendet auch unter Nachnahme Bäk! liNbl�-mdurg 80. llrneiiiu öliil Zur Ausscbeld. aller scharf. und kranken Stoffe aus Blut u. Säften, geg. Blutverdickg, Blutandrang, rotes Gesicht, Hautunreinigkeiten ist mein BlutrclalgungspulverSal. tarin seit Ober 25 Jahr, wirksam erprobt Schachtel M. 2,00, üblich JSchacht 8,80. 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Du brachtest Hmtger, Not und Tod als erste Gaben mit, wahnsinnigen Krieges gräfliches Gewitter. Du hattest Augen, ganz vom Elend blinde, und keine.?reudc hat dein junges Herz gespürt. Du hattest nichts von einem lebensfrohen Kinde. Der Krieg hat dich geborn, das Grauen dich geführt. Wir lebten in dir schwach und arm, dem Hunger und dem Leid verfallen, der Wahnsinn triumphierte. Vlut floh wie ein Meer. Verzweiflung grinste, Seuchen rasten, eines bösen Todes Krallen schlugen sich furchtbar in die Menschen, überall vom Elend ausgehöhlt und leer. Kaum gab es Särge, um die Toten all zu fassen. Die Erde ward ein einziges Massengrab. Die Liebe starb. Versöhnung siechte. Herr war nur das Haffen, Den Schauer-Totentanz lenkt irr ein Herrscherstab.~ Da plötzlich, Jahr(wir glaubten schon, du seist ein todes- matter Mann), wardst du ein Jüngling, stark und wunderbar. And riefst dein jubelndes: Die neue Zeit bricht anM Die dich beherrschten, horchten zitternd aus. vor Schrecken starr. Die Throne stürzten. And das Volk, befreit und ohne Ketten. hob rasch die Liebe und den Frieden auf den Thron. lleber den hungerböhlen. Elend-Snechtschaftsstätten jubelte hoch ein Heller Ruf: Revolution!! 0 Dank dir. Zahr. für diese köstNche, ersehnte Gabe! Frei schufst du Menschen einer neuen Zeit! Du trugst, selbst schon am Ende, langer Jahre Graun zu Grabe: Du endetest die Schlacht, die Not. die Knechtschaft und das Leid. Nun geht der Glanz von deinen Freiheitstagen vor unsrer arbeitsreichen Zukunft her. wir werden stets von dir als von dem Jahr der Freiheit sagen. Von deinen Schrecken sprechen wir nicht mehr... _ HanS Vathmav«. Deutschtum. Von M. Zlndersen-Nexö. Der Verfasser des großen proletarischen Romans! .Pelle der Eroberer" hat während deS Krieges Deutschland wiederholt besucht und in einem seiner im Kopenhagener ..Socialdcmokrat" veröffentlichten„ De n t schlandb ri e fe" auch diese Frage behandelt. Der Brief erschien bereits vor der System änderung in Deutschland. So willkürlich und umstritten die meisten LanideSgrenzon sind. und so leicht namentlich unsere Zeit mit ihnen umspringt, so wird � doch die buntscheckige Menschenmass«, die oft ohne gemeinsame; Sprache von den Grenzen zusammengehalten wird, feierlich als Ein- heit angesprochen. Die Nationen, dieser mehr oder weniger zufällige Ausschnitt aus der großen Menschheit, und oft aus allen möglichen Rassen« und Kulturelementen zusammengesetzt— sind oft am wenig- stcn das, was übrigen» agch am schwersten zu erwerben ist: eine organische Einheit. Sie sind schlechthin Organismen, so buntscheckig und willkürlich sie bei näherem Zusehen auch zusammengesetzt sind, höhere Organismen, ja. recht besehen, vielleicht die höchsten oben- drein denkbaren. Wieviel des nationalen Kultus, den man in unserer für die Nationen so schicksalsschwangeren Zeit betreibt, ist Schwindel? Das ist nicht leicht zu bestimmen. Die Menschen haben eine erstaunliche Fähigkeit, immer in gutem Glauben zu leben. Die Zahl der Men- schen, die nicht einzusehen vermögen, daß es heiligste Pflicht der Nation ist, andere Nationen zu vernichten, ist sicherlich sehr klein. Als Beförderer der menschlichen Entwicklung ist das National- gefühl von zweifelhaftem Wert; hingegen ist es sin» der stärksten UnifornnerungSmittel. Oft benutzt es auch da§ religiöse Gefühl mit, um mit den Menschen Massen zu operieren; mit dessen Hilfe zwingen die tyrannisierenden Kräfte die Menschheit unter das Foch. Das ist wohl seine größte Bedeutung. Die Menschen werden nicht frei, solange ihnen daS nicht klar ist; bevor sie nicht jede erdenkliche Form der Unterdrückung kennen lernen. Die kirchliche Abvichrung wirkt mit sehr einfachen Mitteln, die nationale ist ebenso einfach. Die eigene Nationalität steht in GotteS besonderer Obhut, sie ist einfach vom Himmel hernieder gefallen; die anderen Nationen sind irdischeren Ursprungs— wenn sie nicht vom Teufel stammen. Die Methode ist in allen Ländern die gleiche, wirkt aber mit verschiedenem Erfolg— alles nach dem Stand des Schul- Unterrichts. Deutschland hat ein wohlgeordnetes Schulwesen, vielleicht da» bestorgamsierte der Welt. Vieles erklärt sich aus dieser Tatsache. Die Aufgabe der Schule ist in allen Ländern die gleiche: nicht 'die Entwicklung der Jugend zum Menschen und Weltbürger, sondern die Wrichtung zum Staatsbürger. In den meisten Ländern voll- zieht sich diese Abrichtung maskiert. In Deutschland ist daS Volk indessen vertraut damit und will es nicht ander?.(? Die Red.) In Deuischland ist es den Eltern verboten, selbst ihr« Kinder zu unter- richten, wenn sie nicht die staatlich kontrollierte Lehrerausbildung aufzuweisen haben. Das ist die konsequente Auffassung, die in allen Ländern herrschend ist: daß die Schule nicht in erster Reihe eine Anstalt zur Erziehung zum Menschen, sondern eine Abrichtungsmaschine ist, ein Apparat, der alles Lebende, wie es heranwächst, einschluckt und dann wieder wie ein Automat ausspuckt. Ist das spezifisch deutsch? War das immer so und wird es so bleiben? Nicht gerade das Uniformierte ist es, das am stärksten auf- fällt im Goethe- und Schiller-Deuffchland. Haben die verschiedenen Begriffsbestimmungen— des Franzosen, Deutschen oder Engländer»—, die uns auf der Schulbank mit großer Wichtigkeit eingepaukt werden, überhaupt so großen Wert? Wenn man zum erstenmal die LandeSgrenze überschreitet, vollge- pfropft mit Kenntnissen über die Eigenschaften der verschiedenen Nationen, so wundert man sich zunächst am meisten, daß die Welt im anderen Land ebenso ist, wie im eigenen.?lber bald entdeckt man, daß es nicht die LandeSgrenze ist, die die einschneidenden Un- terschiode hervorruft.. Klima, Bodenbeschaffcnheit und Erwerbs- arbeit geben in der Regel dem Menschen mehr daS Gepräge, als der Umstand, demselben Staatenbereich anzugehören und ungefähr dieselbe Sprache zu sprechen. Die Bauern in Schottland, Spanien, Deutschland und Dänemark haben nach meinen Erfahrungen mehr Gemeinsames in Wesen und Denkungsart als es beispielsweise der Bauer und Kaufmann desselben Landes hat. Bergbewohner und Ebene-Bewohner sind ganz verschieden geartet und können sich gegen- seitig schwer in ihre DenkungSarten versetzen; die Fischer der Bre- tagne und an der Westküste JütlandS gleichen sich dagegen wie zwei Wassertropfen. Auch sozial schichten sich die Menschen mit einer gswissen Gleich- artigkeit. Nicht nur die Grenzen sind e», die sich in der Welt als Brüder fühlen, von den Reichen gilt dies in viel höherem Grade. Die Oberklasse war immer international. All diese Teilungslinien gehen über die Landesgrenze hinweg und verwischen sie unter normalen tagtäglichen Verhältnissen, zum Glück für die Entwicklung. Das Beste, was von einer Nation gesagt werden kann, ist, daß sie ein getreues Wbild der Menschheit sei; der nationale Zusammenhalt wirkt stets abstumpfend, wofür Finnland heute als blutiges Beispiel angeführt werden kann. In Deutschland war das Nationalgefühl stctS sehr rege und griff vielfach bestimmend in den natürlichen Laus der Dinge ein— zum Schaden des einen oder anderen. Das Menschliche unterstand dem Nationalen. Das Unpersönliche, Uniformierte tritt stark her- vor, überall stößt man darauf. Spezifisch deutsch ist ti aber durchaus nicht, wie die Geschichte lehrt; ein näheres Kennenlernen deZ deutschen Wesens zeigt einen Reichtum anderer, direkt entgegen- � stehender Eigenschaften, die im Augenblick nicht zur Betätigung kommen. Das ist eine Zeiterscheinung, Bogleiterscheinungspbänomen einer Entwicklungsphase, die nach dem Kriege vielleicht verschwinden wird. � Das Deutschland von heute ist eine Reaktion— auf allzu menschheitliche Zustände. Aus ein« lange kosmopolitische Periode, in der das deutsche Volk in geistiger und politischer Freiheit seiner Zeit lang voraus war, folgt der nattonale Zusammenschluß mit der Stärke des Gegensatzes, spät, mit einer zn lange zurückgehaltenen Kraft. DaS Voll muß seine Geistesfreiheit ausgeben und wird zum Patriotismus abgestumpft. Das übrige Europa prügelte e» dazu. Es mußte das National-Deutsche stark betonen, um das Rpich fest und schnell zusammen zu schweißen. Nun gilt es, die Folgen dieser teilweise aufgezwungenen lieber- treibung zu tragen. Viele wertvolle Eigenschaften werden auf dem Altar der ReichSeinheit geopfert. In gewisser Hinsicht bsdeutet das letzte halbe Jahrhundert sicherlich eine Abstumpfung für den deut- schen Geist. Nicht die für ein« ftiedliche und frsigsistige Weltentwicklung geeignetsten Kräfte waren es, die unter der neuen Ae-ra in Deutsch- land führend wurden. Zutrauen und Sicherheit haben sie nicht hervorgerufen. Die Abneigung, die die Deutschen von der ganzen Welt erfahren, kann nicht erklärt werden mit Neid und dem Gefühl der Unterlegenheit. Die Entwicklung zeigt bisweilen Rückschläge, eS ist eine gewisse Nemesis, daß das Voll, das einmal geistig an der Spitz« stand und dafür bestrast wurde, nun schwer auf'dem Fort- ! schritt lastet. i Des deutschen Volkes Glück ist es, daß es so wenig wie irgend ! ein anderes Voll zu der herrschenden Definition paßt, sonst be- deutet« es seinen Untergang. Die Kräfte, die heute in voller Tätig- keit sind, werden zurücktreten und ruhen und als Ansporn wirken i und arideren, entgegengesetzten, Platz machen, wcrni sie ausgewirkt ' haben.— Wie sie selbst daS Widerspiel von Kräften sind,'die einst wirkten und nun ruhen. Der Widerstreit kommt damit nicht zum | Stillstand. Solcher Widerstreit wandert wie ein Wanderpokal von ! Hand zu Hand, von eines Volkes Hand zur anderen. So stark in Deutschland die Konzentration in bestimmten Auf- gaben heute auch sich auswirkt, einheitlich ist Deutschland nicht. Vielleicht noch weniger während des Krieges, als in den letzten Jahren zuvor. Man erkennt hier und da einen neuen Zug, der nicht zur gegenwärtigen Physiognomie paßt. Das Individuum regt sich unter der Uniform; während die Uniform in einigen ande- , ren Ländern die Individuen zu vc-rschlingen droht. Es geschehen in Deutschland Dinge, die daraus deuten, daß die i Nation sich im Deutschtum gründlich satt gegessen hat und seine Nah- rung mehr im allgemein Menschlichen sucht. Der sozialistische Zilm. Unsere Anregung zur Aussprache über den Agita» tionSfilm hat uns eine Fülle von Zuschriften eingetragen, Einige der wichtigsten veröffentlichen wir hier. Die Filmfrage ist leine ausschließlich künstlerische; längst ist anerkannt, daß der Film ein Instrument der öffent- lichen Meinung wie die Presse ist. Seine Verwendung im Dienst der Kriegspsychose, zur Völkerverhetzung ist in seiner tief wirtsamen Anlvendung in allen Ländern bekannt, cS wäre angesichts der Notwendigkeit sozialistischer Aufklärung eine Unter- lassungSsünde gröbster Art, würde ein« Propaganda größten Stils nicht unverzüglich eröffnet. Die günstigsten Vorbedingungen sind gegeben: Millionen füllen wöchentlich die Theater, der Filmschrift. steiler aber steht vor einer Fundgrube ungehobener Ideen und Dar« stellungsmöglichkeiten, er kann aus dem Vollen schöpfen. Unge- hemmt von der Zensur, unbeengt von der traditionellen Vorstel- lungswelt, innerhalb deren sich bisher feine Phantasie bewegen durfte, kann er Ausblicke in ein Neuland eröffnen, das an dra- matischer Bewegtheit wie an Jdeenfüll« wirklich nicht arm ist. „prisonnier libre". Von I. Dltmeier. Allerlei Gerücht« und Lateinenbefehle bohren sich durch die dicke Luff von Mainz nach Frankfurt und sicherlich auch zurück. ES klagt von Jnternierungcn und Verhaftungen, von französischer Härte und Höflichleit; cS klingt vom Uobcrfluh und vom Fett, in dem die Bewohner des besetzten Gebietes schwimmen; es riecht nach Schokolade und echten Zigaretten. Kein Wunder, wenn wir neugierig und gespannt sind, wie Schuljungen, die einen neuen Ausflug machen, als wir ums anschicken, im zwei Autos im die Höhle des Löwen zu fahren. Wenn man jahrelang an der Front gewesen ist, jahrelang vor den feindlichen Stacheldrähten gelegen, stets die Lazaretthunde von drüben bellen und allabendlich die aus- ziehenden Posten schimpfen gehört hat— immer mit dem Wunsche, nur einmal ins gegnerische Lager sehen zu können—, dann dünkt einem eine Fahrt nach Mainz wie eine Reis« nach dem Mond. Unser Fahrer kurbelt an, die am Motor befestigte weiß« Flagge beginnt zu flattern, die Türen werden zugeschlagen, ein Hebel- druck, vorwärts! Hinterher folgt der zweite Wagen. Die Mit- fahrenden führen allerhand wohlachtbar« Titel— Assessor ist der geringste—; der eigentümliche Reiz aber, der uns einhüllt, bedeckt aste Formalitäten, so daß ich mich ohne Scheu aus die schwarz« gelackte Zylinder schachtel setze, die den Galahelm deS Herrn von Gr. birgt, an dem in Mainz der Herr General Mangin und sein Stab ihre Freude, vielleicht auch ihren Aerger haben sollen. Nied rückt näher! Die Grenze kommt! Auf der Nidda- brücke sehen wir die ersten Posten. Die Fahrer bremsen, stopp! Sprechende Hände an ausgestreckten Armen bewegen sich gegen un». Einer hält dem Postenfühver einen Ausweis vor; drei, vier Arme winken:.Weiterfahren!" Die Maschinen ziehen an, man wird zurückgeworfen, und voran geht's, nach Höchst. ES bietet das Bild einer besetzten Stadt. Fremde Uniformen, französische Last- wagen, die mtt Gummi bereift sind; Maueranschläge, an denen die Besatzungstruppen mit abgewandten Köpfen vorbeigehen. Die Einwohner drängen sich jedoch vor den Bekanntmachungen und lesen sie wohl schon zum mertenmal an der vierten Plakattafel. Ueber den Häusern, den Menschen, den Straßen liegt ein dumpfer Druck, als säße jemand der Stadt im Genick. Dorf folgt auf Dorf. U eberoll das gleiche Bild. Än den Straßenseiten lange Ketten von schweren Geschützen, die aus Kraft- wagen geschraubt sind. Es riecht nach reinem Benzin. Tie Be- wohner sehen uns neugierig und erstaunt auftauchen und der- schwinden. Mau kiest hundert Fragen in ihren Augen, denn sie sind abgejchmtten von Deutschland. Keine Post, kein Telephon, kein Bahn verkehr, keine Zeitung! Da ist Flörsheim, jetzt Hoch- heim, vor uns liegt Mainz. Rhein und Main glänzen im Sonnen schein. Links uiid rechts leuchten die Rebenhügel in den Herbst- färben. Ganz hinten sieht man die Berge und Brücken, die in be- ! schwingten Bogen über den Strom ziehen. Hundertmal und mehr haben wir dieses Bild von der Mainspitze mit dem im blauen Dunst austauchenden goldenen Mainz und seiner Türme gesehen, an das sich das Rheintal anschließt. Wie oft sind wir als Jungen mit dem Zug um die Wette aus dem Zweirad die Landstraße hinunter- gosaust bis Kastell Niemals jedoch hat dies Stück Heimat so zn uns gesprochen als heute, da gezwungene Ruhe über den Flüssen, den Tälern und Höhen liegt, da kein Schiff und koin Nachen die Wasser durchfurchen, kein Zug über die Brücken rattert und keine Siauchfahne aus einem Lokomotivenschornstein lange schwarze Bän- der an den Himmel zeichnet. Bahnhof Kastel. Wir müssen unsere Uhren«ine Stunde zu- rückstellen, französische Zeit. Mainzer Straßenbrücke. Mr warten auf das„Halt!" der Posten. Nichts! Seit Nied sind wir ungehin- dert durchgefahren. Dort ist das Schloß, und über ihm leuchtet in ihren herrlichen Farben die Trikolore. Unaufhörkich begegnen uns die kleinen flinken französischen Limousinen. Wir fragen nach dem Justizpalast, der uns in Frankfurt als der Sitz des Haupt- quartters bezeichnet worden ist. An einer Straßeneck« der Großen Bleiche steht ein Schild, da» die Buchstaben„A. G." trägt; wir biegen rechts ein— richtig, da ist es. Automobile tummeln sich vor dem hohen Gericht Sgebändc, Doppelposten stehen an den beiden Treppenausgängen, Offiziere und Soldaten kommen ,und gehen. Die Haltung der gwt genährten und trefflich bekleideten Truppen macht den besten Gindruck. Ein siegreiches Heer, das innerlich überzeugte Achtung und Vertrauen zu den Führern hat; Disziplin, aber keinen Kadavergehorsam. Während sich meine Reisegefährten zum Generalswb begeben, um dort über die Lebensmittelversorgung Frankfurts zu verhau- dein, tue ich mich in der Stadt GutenbergS um. Im„Altmüuster- hof" gibt's für viel Geld und gute Worte immer noch ein gutes Frühstück Die„Meenzer", die das Leben nie nach der ernsten Seite genommen haben, scheinen sich nach ihrem Wahlspruch: „Weck, Witz, Worscht un Wei" sehr leicht mit der Besetzung ab- zu finden. Die Stadt leidet keinen Mangel, da sie ein reiches' Hinterland hat; vom französischen lleberfluß ist jedoch nichts zu spüren. Die Preise sind gernrn so hoch wie früher, und die Ziga- rette, die 3 Pfennig kosten soll, gab es einmal im Jahre 1814. So angenehm das äußere Bild der Stadt ist, so besorgnis- erregend, wenn nicht erschreckend, ist ein Blick in den inneren Organismus. Mainz gleicht einem kraftstrotzenden Mann, der nierenkrank ist. Handel und Verkehr ruhen. Die Fabvtten stehen 1 still. Die Stadl muß täglich Taufende von Arbeftslofen unter- l stützen, so daß, wie mir der Beigeordnete von Mainz sagt: die [ Stadt und die Jndustviewerke ihrem Konkurs entgegensehen. Auf ! der Redaktion unseres PartsiblaiteS ist man ratlos. Kein« Zeitung darf aus Deutschland in daS besetzte Gebiet, keine Telegramme und keine Nachrichten. Die mtt großer Verspätung eintreffenden Kölner Zeitungen sind die einzigen Informationsquellen. Di« Papierzufuhr stockt. Ein großes bürgerliches Blatt nimmt bereits keine Annoncen mehr auf und erscheint nur noch zweiseitig. Schlim- mor steht es mit den kleinen Lokalblättchen der Umgegend. Di« z. B, SamStags erscheinenden Ausgaben müssen FrvitagS früh in Wiesbaden oder Mainz auf der Zensur sein. Danach läßt sich der TageSwert jener Blätter erkennen, die Abonnenten fallen einer nach dem anderen ab und der Berussstand der kleinen Zeitungs- Verleger liegt im Sterben. Ein Beispiel von vielen!-* Gegen Mittag schlendrc ich zum Justizpalost zurück. Eben als ich hinaufgehen will, kommt ein Offizier auf mich zu, fragt nach meinem Namen und bittet mich, unsere beiden Wagen in die ' offene Garage des Rondells zu stellen, das sich vor dem Gebäude , befindet. Die Herren würden vorläufig nicht weiterfahren, son» � dein zu Fuß zum„Holländischen Hof' gehen und ich solle mich so- fort anschließen. Ein gutes Zeichen, denke ich! Kaum sind unsere Autos neben die französischen eingereiht, als meine Reifegefährten, mit bedrückter Miene, die Treppe herunterkommen.„Wir sind der- haftet!" ruft mir der Polizeipräsident zu und ein anderes Kom- misfionSmitglied ergänzt:„prisonniere libre,"(fteie Gefangene), wie sich der französische Oberst fachgemäß ausgedrückt hat. Von einer Verhandlung konnte keine Rede sein. Im Gegenteil! Die Franzose» hatten«S sehr übel genommen, daß wir ohne vorherige Nachricht und ohne vichtigen Ausweis nach Mainz gekommen waren. Wir hatten strengen Befehl, uns ohne Aufenthalt zum „Holländischen Hof" zu begeben, weder mit einer Zivilperson zu sprechen, noch auf andere Art mit der Außenivelt in Verbindung zu tveten. Um 4 Uhr nachmittags sollten wir wieder im Justiz- Palast sein. Der Speisesaal des altbekannten Gasthofes am Rheni war ein recht fideles Gefängnis. Unser Professor erinnerte sich an vergangene Fastnachstage, zwei Doktoren suchten den„pnoonoier lidre" wissenschaftlich zu ergründen. Mein Nachbar zur Linken und der zur Rechten taten gleiches mit einer Flasche Rotwein. ES war uns dennoch nicht ganz wohl. Gesangen zu sein ist ein un- heimliches Gefühl und man glaubt beständig, es würde einem im nächsten Augenblick die Luft abgestellt. Kommt noch hinzu, daß uns an zwei'Nebentischen je ein Spitzel beobachtete, zwei wemz vertrauenerweckende Individuen, wie man sie in Fehnpfennighefts» abgebildet steht, mit kahler Glatze und schwammige» Fingern; Freilich, d!« Frage ist berechtigt, ob der Schmach der. von ctni- gen Ausnahmen abgesehen, bisher Darstellung und Regie ge- werbsmästig betrieb, dazu geeignet ist. Handlungen von innerer und äußerer, historischer und psychologischer Wahrhaftigkeit kitsch- fern auf die Füße zu stellen. ES wird der liebevollen Mitarbeit von Leuten bedürfen, die Künstler, Ueberzeugte und Sachkenner zugleich sind, denen von ihren Auftraggebern, privaten wie offi- ziellen, vollste Gestaltungsfreiheit garantiert wird. Die bisherigen versuche des Films, an soziale Probleme heranzutreten, hat seine glänzende Ohnmacht, sie nur im gering- sten zu bewältigen, bewiesen. Ziehen wir nur als Beispiel die AufkärungSfilme»ES werde Licht!" und„DaS keimende Leben" heran. Es stsht außer jedem Zweifel, daß beide, die immerhin den ernstesten versuch bedeuten, an den Kern der Fragen überhaupt nicht herankommen: an die sozialen Ursachen der zu bekämpfenden Mißstände. Können sie das nicht, find sie zu oberflächlich dazu, so wird ihr Zweck in da« Gegenteil verkehrt, so wird au» der War- nung Anreiz, aus der Werbung lächelnde Abwehr. ES mag richtig sein, haß die, Zensur einen tzmiptteil der Schuld trägt, aber es macht doch den Tindruck, daß Milieu, Handlung und Tendenz Pein- lich auf das empfindsame Gemüt der seidcknisternden Welt vom Kurfürstendamm eingestallt war. DaS geschäftstüchtige Filmkapital hat inzwischen wie so man- cheS andere zeitgemäß«umgelernt", aber ihm und seinen Schreibern vertrauensselig baS Feld zu überlassen, hieße von vornherein das Werk verkitschen und damit seines guten Sinnes zu berauben. Das Tätigkeitsfeld des neuen FilmS ist meiner Anficht nach unendlich viel weiter, als es von den Herren Rudolf und Hausen an dieser Stell« umrissen wurde, in dem Umfange weiter, als die Kulturpolitik der Sozialdemokratie über das Parteiagiaio- rische im engeren Sinne hinauSreicht. Gewiß sind die Zeiten der Revolutionen und des Sozialistengesetzes naheliegende, wichtige Und dankbare Stoffe, aber diese gewissermaßen internen sozia- listischen Gebiete genügen nicht, um die Wirkungswett« der so- zialistischen Anklagen und Umgestaltungen vor Augen zu führen. So stark dal öfientliche Interesse am Werden der revolutionärer Eozialdcmotratie ist, so bestimmt kann man annehmen, daß erst die umfassendste Darlegung ihrer Ziele weit«, bisher fern- stehende Schichten von ihrer Notwendigkeit überzeugen kann. vorbildliche Führung und die Hauptarbeit fällt dem Bild- und Filmamt zu, das jetzt unter der Leitung der A.» und S.-Räte steht. Das Amt wird«s aber nur leisten können, wenn ihm Helfer er- stehen: an tüchtigen Geistesarbeitern und ihrer Bereitschaft dürfte es nicht fehlen. Sie�heranzuholcn, ist das Gebot der Stunde. A. Zickler. Welch ungeheuren propagandistischen Wert ein taktvoll ausge- nwchter Tendenzfilm besitzt, hat endlich sogar die militaristisch« Regierung eingesehen und demzufolge das»Bild- und Filmamt" in finanziell großzügiger Weis« füe diese Anecke gegründet, nebenbei aber noch außerdem die.Ufa" lUniversum-Film°A.-G.) mit einem StaatSzuschuß von 7 000000 M. für das gleich« Ziel gewonnen. Seit zehn Fahnen sehnt« ich mich danach, einmal einen rein sozialdemokrafischen Film herstellen zu dürfen, doch schon der Per- such dazu wäre unter dem alten Regime natürlich strafbar gewesen. So war auch ich unter dem Ztvange der Berhältnisse genötigt, den üblichen rührseltgen Film kitsch zu verbrechen, ja sogar«inen.patrio- tischen" Film zu verzapfen, der dann allerdings imter dem Einfluß meines roten Unterbewußtseins so ausfiel, daß ihn die da- malige Regierung zwei Monat« später verbot, weil die Herren Krautjunker sich darin gar zu naturgetreu wiedergegeben sahen. So reges Interesse jedoch die alt« Regierung der Filmprvpa- ganda entgegenbrachte, so gerin« scheint dies leider noch bei der neuen zu sein. So passierte eS mir, daß ich mit dem Manuskript emei sozialdemokratischen FilmS, daS ich der Regierung zur vor- hevigen Begiltachwng vorlegen wollte, ausgerechnet an einen Herrn im Auswärtigen Amt verwiesen wurde, der als typischer Vertreter des alten Regimes dort noch da«.Filmwesen" verwaltet und mir beträchtliche Mengen Wasser» in meinen sezialfitischen Wein schütten wollte. DaS auch mir zunächst zuständig erschienen« Bild- und Flkmornt lehnte jede Stellungnahme von vorhinein ab, da ihm vorläufig jegfich« Propaganda untersagt sei. ES ist«ls» tatsächlich vorläufig lediglich die natürlich rei« kapitglistisch«rientierte Privat- industrie zur Ausführung derartiger AgitattonSfifinS vorhanden. und ihre Untenrehmer tun natürlich ihr Möglichstes, diesen FilmS Menschen, denen man den Beruf auf dreißig Schritte anroch und mit denen man weder in einem herrschaftlichen, noch in ein ein anboren HouS Ehr« einlegen konnte. Unsere beiden Scheinwerfer aßen sonderbarerweise genau so lange wie wir, hatten stete zur gleichen Zeit MsonderungSbedürfnnsse wie wir, nur daß sie un- schuldig zur Decke sahen, wenn wir die Herren Deöbachtcr musterten, und daß sie nach der ersten Flasche Roten den Wettkampf aufgaben unü trotz des Sprichwortes Bier auf Wein tranken. Langsam schlich die Zeit dahin. Endlich näherte sich die vierte Nachmittagsstunde; wir beglichen unser« Rcchmrng und brachen aus. Im Hausflur drücke ich unserer Kellnerin mein« rote Armbinde m die Hand, mit der Mite, das mir in den ersten RevolutionStagen von den Matrosen verehrte Abzeichen aufzubewahren. Ich hätte ev ungeru in den Händen der Franzosen gesehen. Zur bestimmten Munt« waren wir im Hrnchtquarfier. Hier waren un»«in capitain und sein Adjutant beigegeben. Wir durften rauchen. Di« Wachoffiziere ließen es an zuvorkommender Haltung nicht fehlen. Wir konnten dt« Intelligenz und die vornehm« Eleganz der Offizier« bewundern und Vergleiche mit preußischen Borgesetzten ziehen. E« wäre ein Fehler, wollte man dies« Tatsachen vorschweigen. Wen man auch aus den besetzten Gebieten hört, jeder lobt die Haltung des einzelnen fraupösischen Soldaten, mögen auch viele Vorschriften von oben rigoros*nd erbitternd sein. Sechs Uhr! General Mangin läßt bitten. Unterwegs begeg- neu uns Dachende von Mainzer Mädchen mit französischen Soldaten im Arm. Unser Hauptmann bringt uns zum Schloß des früheren Großherzogs. Im großen, prächtigen Wartezimmer prangen die Oelgemälde österreichischer Kaiser. Di« gold- und weißgestrichenen Gitter der HeizungSkörper tragen den verschlungenen Namen E. L., darüber die Krone und über ihr liegt daS Käppi eine« fvanzösischen Offiziere. In diesem Haus« sind wahrlich hundert Jahre verschwunden wie ein« Woche in der Rächt. Wir haben be- schlössen, daß nur drei KommissionSmiiglieder mit dem General verhand vlu sollen. Dem geschieht s». Nach etwa einer Stunde kommen die Drei zurück. Der General war sehr freundlich. Er hat beachtenswert« Zugeständnisse gemacht. Wir sind mit dem Vr- folg zusrieden. Der eapitaln entschuldigt sich, daß«r un» zu prieanniar» libra» machen mußt« und bringt un< zu« Justiz» Palast zurück. D»»t laben wir ihn ein, gelegentlich nach Frankfurt zu kommen, um die wirtschaftliche Lage der Stadt kennen zu ler- »en. Er lehnt dankend ab.„Un» trennt«in Graben! W-eS»ei Ahnen vorgeht, erfahren wir au» Ihren geiktnge*. im übrigen Jüchen wir nur die Aufgabe, unser« Truppen zu sichern!" Und als ihm unser Sprecher zum Abschied die Hand geben will,«lS persönlichen Dank für die zweiMoS mannigfachen Unterstützungen. tae tut» der capitain besonders bei General Mang'm angedeihcn jede Spitze gegen da? Kapital zu nehmen. ES kommt daher viel aus das Nüc-aral des Regisseurs an— vorausgesetzt, daß dieser überhaupt mit dem Herzen dabei ist(!)—, wenn wirklich«in gut soz ialdem o kra ti i che r Film herauskommen soll. Darum mein« ich, gründet von Partei wegen ein Propagandafilmunternehmen und schließt die kapitalistischen Interessenten auS, die heute unsere reine Sache zur Füllung ihres Geldbeutels ebenso gern benutzen, wie gestern noch die Sache de? Militarismus! Film und Press« gehören in die gleiche Linie beim Kampfe um die Meinungen. Filmregisseur Dr. Viktor Mendel. Daß eine Agitation für den Sozialismus durch den Film möglich und erwünscht ist. ist eine unbestreitbare Tatsache, ob aber die Produktion durch die heute vorhandenen Filmgesellschaften ge- schaffen werden kann, ist eine zweite Frage. Ich möchte die letztere ohne weiteres verneinen. Bei unseren deutschen Filmfabriken herrscht die Massenproduktion von Sensation und Schund. Der blödsinnigste Kitsch kann leichter angebracht werden als ein Sujet, das einen belehrenden und ernsten Inhalt hat Alle Achtung mußte man in Friedenszeiten für die französische Pathe-Produktion haben, die sogar eine vornehme wissenschaftliche Abteilung hatte, und auf diesem Gebiete die prachtvollsten Schöpfungen zustande brachte. In der deutschen Filmmache herrscht der.Star", d. h. die Fabriken verlangen vom Autor, daß er für eine Person männlichen oder weiblichen Geschlechts, die sich in gewissen Posen und Situationen gefällt, ein Stück zurechtschreibt. Der Inhalt darf selten historisch sein; für den männlichen.Star" möglichst Detektivsach« mit einem Einschlag, der eben die Spezialität des betreffenden.Künstlers" ist, bei Damen ein« LiebeShersinenfache, wo möglichst die Figur zur glänzenden Geltung kommt. Der Autor ist also gezwungen, irgend- ein schlüpfriges Sensationsstück zu brauen oder einen Romanstoff nach dem Gefallen der Diva umzumodeln. Was bei dieser Art von Arbeit für literarisches Gehalt herauskommt, kann sich jeder selbst ausmalen. Macht man den Versuch mit ernsthaften Themata, mit Stücken, die ein soziales Problem behandeln, so stößt man(mit seltenster Ausnahme) auf den Widerstand der Direktionen. Die einfachste Antwort ist: Das Publikum verlangt den Kitsch. Und leider— man kann ihnen gar nicht so Unrecht geben. Die Art der Produktion hat in der Tat zu einer Geschmacksverirrung des Kinopublikums geführt, die einem Tiefstand an Kunstsinn gleich- kommt. Aber die Schuld liegt wieder an den Fabriken, welche den Personenkultus der Filmdarsteller hochgebracht haben und nun das Publikum daran gewöhnen, ihren„Liebling" in den Filmen wieder- zufinden, ganz gleich, ob der Rahmen— auS Blech ist. Will man also, der Zeit gemäß, dem denkenden Arbeiter und dein Ktnopublikum soziale Filme vorführen, so meide man die Kinopro duktian der herrschenden Filmfabriken. Der einzige Weg ist: der Sozialismus schaff« sich eine eigene Produktion Sanstalt. Der „Film Sozialismus" sollte auch nur von Partei wegen in Szene gesetzt werden. Die Schriftstellerwelt, so weit ich sie kenne(und ich bin über 30 Jahre in dem Fach tätig), würde ein Institut, welches den wissenschaftlichen und sozialen Geist in die Film- Produktion brächte, mit Freuden begrüßen. P. Riedel. »» « ES muß zunächst festgestellt werden, daß der übergroße Teil der in der Filmbranche beschäftigten Regisseure, Schriftsteller und Fabrikanten politisch ein unbeschriebenes Matt sind, die Aufklä- rungSsil-nw im sozialistischen Sinne überhaupt nicht machen können. Der Titel allein macht noch nicht den Film, sondern nur der Inhalt. Wenn wir jetzt in den Fachzeitungen die Ankündigungen der Film- brauche lesen, so gibt«S jetzt im Film.August Bebel, JaureS, RöbeSpierr«, sogar Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit". Alles doch nicht mit dem Zweck, mit diesen Titeln Film« im sozalistischen Sinn« zur sozialistischen Aufklärung herauszubringen,„klon oletl" Nach meiner Ansicht ist auch der Film.Ferdinand Lassalle" kein Film, der der sazialistischen Aufkläning dient. Um sozialistisch« FilmS herzustellen, fehlen die elmentarsten Grundbedingungen und die sind zunächst proletarisches Denken und Fühlen, die jahrelange gewerkschaftliche und politische Schulung. Wenn di« Gewerkschaft»der die Partei AufklärungSfilme machen wollen, so kann unmöglich ein Unternehmen, wie d«S Wld- -------------- 1----- i--------- 1-----■"■■■inaj"■J-'—i...— i— n— Iii-.. iteh, da wies jener die Hand zurück..Was der General aus eigenem tut, dessen brauchen Sie sich doch nicht zu schämen?" ,N«inl Wir sind Gegner!" und der Herr Hauptmann neigt den Kopf und wir find entlassen. Zwei Minuten später gibt der capitain unten vor der Garage einem französischen Offizier den Befehl, uns bis zur Grenze zu begleiten. Spät am Abend verlassen wir Mainz, nachdem wir vorher noch einmal ohne Spitzel im„Holländischen Hos" geyessen hatten. Unsere beiden Wagen vornweg, hinterher der Begleiter. Auf dem Rückweg läßt uns kein einziger Posten durchfahren. Stets muß uns der Offizier ausweisen. In tiefer Ruhe liegt daS Land und die Dörfer. Selbst da« Hundegebell klingt verschüchtert über dir Hofmauern. Am Himmel kämpfen Mond und Regenwolken um die Herrschaft. Ueber sie siegen die Dutzends von Scheinwerfern, die im Halbkreis von Mainz unaufhörlich ihre Lichtbündel hin- aussenden und den Feind suchen. Der Feind! Er liegt zer- schmettert am Boden und kann keine Ruhe finden. Wie gehetzt fliegen wir voraus, hinterher der französische Leutnant. Arm« Hetumt, armes Deutschland! �öel, Gröen und Titel. Ohne Zweifel: der Rätrkongreß folgte dem Zuge der Zeit, als er Wer die korrupten Ueberbleihsrl einer finsteren Vergangenheit den Stab brach. Kein Tag ohne neu« Titel, konnte man variieren, und nicht einmal der Witz oes„SimplicissimnS" reichte auS, sie dem Fluch der Lächerlichkeit zu überantworten. Man hält sich am besten an den alten Glaßbrenner, der dem Gewusel der Titelsüchtigen mit dem radikalen Wunsche begegnet: Hol' euch all' der Geier l In einer Zeit, in der nur das Verdienst gilt, könnte man eigeitt- lich. wenigsten» für den Ueber gang, die Orden tolerieren. Sie sind eine gute Kennzeichnung für den Träger: Nur Anmerkungen sind sie, die Herren, zum Text der Geschichte: Darum hat man sie auch all« mit""" versehn, sagt Herwegh. Und an anderer Stell«: Adler! ihr klassische» Adler, ihr ordentlich colen und schwarzen! A» mit tnwwet«in Art, sammoln die Adler sich schnall. Mor wie steht'S mit den Kriegsauszeichnungen? Nun, der kmupt, Militarismus hat auch sie entwertet. Vom Eisernen Kreuz sagte man. eS gebe 1. ein? mit dem Namen„Loreley"«'Ich weiß nickü wa» soll das bedeutend, f. eins mit dem Namen„Lohen- »ritt"(Nie sollst du mich beftaaeu) und erst das dritte hieß»Ehrlich- Hata(Ehrlich hat er» verdient). Der einfache Mann hat zu häusig gesehen, wie mit dieser Auszeichnung»für Tapferkeit vor dem Feinde" Schindluberspiel getrieben wurde, um vor dem Ordens- weseu noch Respekt zu haben. Meinetwegen:, dem Beodienfie seinen i und Filmamt es ist, herangezogen werden, das vom Staat unter- halten wird. Es wird sich empfehlen, wenn derartige FilmS her- gestellt werden sollen, daß von der Partei oder der Gewerkschaft Privatunternehmer damit beauftragt werden, oder aber, was noch billiger und praktischer wäre, es werden von der Partei oder Ge- werkschaft selbst FilmS. hergestellt. Bh. =»* * Als ich im Jahre 1904 als erster mit der Idee, den Film und. das Bild als Werbe- und AusklärungSmittel zu verwenden, hervor- trat, stieß ich selbst in ven großzügigen nordamerikanischen Fach. kreisen auf erheblichen Widerstand. Die bald darauf erzielten Er- folge belehrten aber diese Kreise eines Besseren. Film und Bild, nach Bedarf wo notwendig durch das gesprochen« Wort unterstützt, können als Werbe- und AusklärungSmittel heut« auf allen Ge- bieten gar nicht zu hoch eingeschätzt und zu oft angewandt werden. In Deutschland hat man von jeher die Presse, als Vertreterin der öffentlichen Meinung, und ihre Macht viel zu gering bewertet. Die deutsche Presse, wie auch das deutsche Nuchr ichtentves«n, war daher bei Kriegsausbruch viel zu wenig gerüstet, um die verderbliche Lügen- und VerleumdungSflut des feindlichen Auslandes ,u be° kämpfen. Auch daS„neue" Deutschland scheint sich von den alten überlieferten Vorurteilen auf dem Gebiete nicht richtig fteimachen zu können. Jedenfalls ist seine Aufklärungsarbeit im A u s l a n d e bisher eine völlig ungenügende gewesen. Besonders das überseeische neutral« Ausland ist über die Vorgänge in Deutsch- land in völliger Unkenntnis. England, di« Vsveinigten Staaten und auch Frankreich setzen all« Hebel in Bewegung, um die Er- folge der deutschen Sozialdemokraten zu verringern und zu der- schweigen. Eine sachgemäße, gründlich« und erfolgreiche Aufklärung zu- guusten Derftschland» tut aber nicht nur aus politischen- sondern vor allen Dingen auch aus rein wirtschaftlichen Gründen bitter not. Die von Deutschland dringend benötigten Rohstoffe werden ihm aber vorenthalten bleiben, wenn es nicht gelingt. daS über- seeische neutrale Ausland zuverlässig über das neue Deutschland und den revolutionären Umschwung aufzuklären. Auf der anderen Seite muß aber auch dafür gesorgt werden. daß der deutsche Sozialismus nichts mit Bolschewismus und An- archismus gemein hat, wie Deutschlands Feinde dies jetzt fort- gesetzt behaupten und verbreiten. Hier schließt sich nun die Werbe- arbeit an die voraufgegangene Aufklärung an. Der Weft muß gezeigt und bewiesen werden, daß die neue„deutsche sozialistische Republik" etwas andere» für die Menschheft bedeutet als di« bis- herigen Republiken, die durchweg im Banne der Plutokraten und Advokaten schmachten. Auf diesem Gebiete könnte mit Film und Bild eine zugkräftige Aufklärungs- und Werbearbeit betrieben werden. Di« erreichbaren Erfolge würden langsam aber sicher nicht nur dem neuen Deutschland, sondern der gesamten Mensch- Heft zugute kommen. Selbst in Deutschlands eigenen Gauen scheint heute eine zug- kräftige und zielsichere Aufklärung», und Werbearbeit durch Film und Bild bitter nötig, um in den breitesten Schichten des deutschen Volkes Verständnis für die Errungenschaften der Revolution zu erwecken. Ein leider noch viel zu großer Teil der Bevölkerung steht heute, wie auch früher, mit gekreuzten Armen tatenlos da. läßt sich vom Winde treiben und vermehrt mit seiner Verständnis- losigkeit lediglich die Menge der unzufriedenen Schreier. Außer- dem aber hat da» neue Deutschland auch die Pflicht, daß alle seine Bürger politisch gründlichst aufgeklärt und erzogen werden. Wenn wir ehrlich sein ioollen, müssen wir uns doch selbst zugestehen, daß da? deutsche Volt in seiner Masse politisch am ungeschultesten war und ohne Zügel und Scheuklappen überhaupt nicht auskommen konnte. Ter Staat, oder richtiger gesagt die Obrigkeiten, hielten sich bisher ßür berechtigt, Kunst und Wissenschaft, Erziehung, Religion und Politik, alles, aber auch alles nach ihrer Schablone zu regeln und zu ordnen. Di« Bürger des heutigen Deutschlands müssen aber politisch reife Menschen sein, die imstande sind, ihr eigenes Geschick in di« Hand zu nehmen und sich dauernd von der bisherigen behördlichen Bevormundung frei zu halten. Bei der nachwachsenden Generation mag die Schule ihr Werk tun. bei der heute lebenden muß aber ein« zielsichere, großzügige Aufklärungs- und Werbearbeit einsetzen, soll das heute Errungene nicht bald wieder verloven gehen. Wirklich gute Erfolge werden sich aber auf diesem Gebiete lediglich durch die Indienststellung von Film und Bild erreichen lassen. O. Sperber. Stern. Ab« wieviel Orden wurden verdient? Die meisten wur- den eniwede: erdient oder erdienert oder, meistenteils, erdiniert. Die Leute, die ihr« Orden od« Kriegsauszeichnungen wirklich verdienten, sollte» sie ablegen, um nicht mit den Vielzuvieftn verwechselt zu werden. Damit will ich nicht sagen, daß ich mein« AuS- zeichnung verdient hatte. Ab« da ich die WeihnachtSwünsche meiner .Kinder nicht befriedigen konnte, schenkt« ich es ihnen, und ich finde, daß das Kreuz seinen Zweck erst jetzt richtig erfüllt. Auch für die Abschaffung des Adels schlage tch eine UebergangS- zeit vor. ES ist unter dem alten Regime vorgekommen, daß«Bü» ger" in den„Adelsstand erhoben" wurden, ebenso, daß ein adlige» ganz besoixdsrS anrüchiges Individuum von den Höhen adliger Er- klusivität in die bürg«liche Mischpoche befördert wurde. In beiden Fällen erhoben sich immerhin zwei oder drei.deuwkcatffche" Stimmen, die gegen diese offensichtliche Beleidigung de? Bürgertums protestieren. Wollen wir nun dies« ganze Gesellschaft so ohne wei- tereS in unser« Reihen ausnehmen? Gewiß: Demokratie über alles, also darf auch der?ldel nicht schlechter gestellt werden wie jeder schlichte, pflichttreue Mensch. Aber man lasse die Herrschaften doch selbst di« Konsequenzen ziehen. Wer nach einem befristeten Zeit- räum noch immer glaubt über uns ganz gewöhnlichen Sterblichen zu stehen, der darf sich nicht bekkayen, wenn die Demokratie ihm auf seine Uebechcbung anttvordet, wie einst da» florent iniische Volk. In HerweghS„Gedichte eines Lebendigen", zweiter Teil, ist folgen- der Vierzeiler zu lesen: Lange genug erhob ich zum Adel eueren Abschaum: Nehmt jetzt,' Bürger, dafür adligen Kehcricht zurück! Andres erzählt die Geschichte vom florentinifchen VolZe, Das mit dem Adelsdiplcmc feine Verbrecher bestraft. Der neuen Regierung und dem alten Adel übergebe ich meine« Bo-rschlag zur Prüfung._ Karl Lindow. Notizen. — Volksvorstellungen zu billigen Preisen in den beiden StaatStheatern. Der Minister für Wissen- schaff, Kunst und Volksbildung. Adolf Hoffmann, hat mit den Di- rektoren der Oper und des Schauspielhauses di« Vereinbarung ge- troffen, daß, bereit« vom Januar ab, allmonatlich eine Reihe von »elkstümliche» Vorstellungen in beiden Häusern devanstaltet wird, dene» sich dann spät« Ausführungen für Schüler»u noch bedeutend ermäßigten Preisen anschließen sollen. Für diese Veranstaltungen ist eine LuSwahl unter den wertvollsten Werke» der Literatur geirvssen worden, die demnächst durch besondere Anzeigen bekannlgeacben iuird. ES ist Fürsorge getroffen, daß der Zwi scheu Handel ausgeschaltet werde. Bestimmungen hierüber, sowie über Festlegung der Preise, Ort des Vorverkaufs und die einzelnen Spieltage werden demnächst veröffentlicht werden. Neu einstudiert: Königskinder. Schauspielhaus Kater Lampe, Volksbühne Theater am Bülowplatx. Direktion Friedrich Kiyßlcr. Theater für Mittwoch, den 1. Januar 1919. T/a Uhr: Central-Thcatcp Die Rose mStaaiM Deutsehe» OpernSsass 7 Uhr: BIlEFOH, 3 Uhr: 7»/, Uhr: Haß für Maß. Wilhelm Teil. Direktion Max Reinnardt. Deutsches Theater. N/z Uhr; Hamlet. 7>/i U.; Und das Licht scheinet In der Finsternis. Donnerst.!>/,: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kammcraplele. N/, Uhr; Frühlings Erwachen. ?>/, Uhr; Der Sehn. Dorm. 7'/«: Michael Krämer. Kleinas Schauspielhaus Fasanenstr. I, Port. 5. N/z Uhr; Jugend.(Halbs Pr.) T/,: Die Bßcnse der Pandora. Donnerstag 7Vj Uhr: Die Büchse der Pandora._ liessingr-Tläeater. Direktion: Victor Barnowtkv. ZU.; Perleberg-Partie Pikett. TV. Uhr Der Schöpfer. Donnerstag: Der Schöpfer. Freitag: Peer Cynt. Dentsehee Ktlnetler- Theater. Z Uhr; Der Blmiiudis. Heute u. folg Tage 7'/, Uhr: Naehtbeteuchtunk. Donnerstag nachm. ♦ Uhr: Die Reise ins Schlaralteiiland. Theater 1. d. EöiiiggiitzdrStrale Dir.: C. Meinhard-R. Bernauer 8 Uhr: Musik. Freitag: Eselei. Sonnabend: Musik. Sonntag nachm.; Erdgeist. Sonntag abend; Eselei, EomMieuIiaus an der Marschallbrücke u'r; tausend! RMe. Berliner Theater Vj» uhr: Sterne, die wieder leuchten. heute nachm.'/zl Uhr: Lisi» MRrcheu reise._ "friaaon-TheaSef. «!)(. FrildrlSKg. Ztr. 1027, 2391 Siachm. 3 V. Uhr flslnr?! reife: Aschen 1; rödel. Heute 7 Uhr: ösr oule KllI „an F-niianit Sudermann. Ida Wüst, Brun» Rastuer, (rtnma Deiner, Kug» ffiiut OSoniti, Echönfeld, Tsüen, Düitnersl. i'/,: Rotkäppchen. Freitag Z'l,: Schneewittchen. 6ontiab.»>/,: Hinsel u. OretcL eiiuntag»'/,! Schneewittchen. Frledp.-Wllhelmnt.Th. 3 U.: Der Barbier von Serilla. T/t Uhr: Hetnuarl. Das DfEiHäslEFÜiailS 2. Teil Kleines Theater. l/,4 Uhr: Henriette Jacoby. w uhr: Börpi1 SeMpp!!. Metropol-Theater. 7 um iB; Die Fasshlöpiee. 3 Uhr: Wiener Blpf. Snss Iserottenhans 7'/, Uhr: Die keusche Susanne, J'/zU.i Der Soldat der Marie. ?bd. J1/, Uhr: Jugendfreunde. Palast-Theater. uhr.• Der Mikado. 3'/, Uhr: Der Struwelpeter. Komische Oper 3'/« Uhr; Schwanwaldmödel. T/t...... Uhr; 7»/, Uhr. ImstsptelhaBH Schüler-Theat. Chnrl. 3 Uhr; Hans Sonuensiößsrs Höllenfahrt. T/tUhr: Der ßeisehn�lefter Thnlln-Thenter 3: Unter der blühenden Linde. Jh'f: PßlBischeWiftscliait Sonnab. Z'/«Uhr: Frau Holle. Th. am Nollcndorlhlata 3'/, Uhr: 7 Uhr: Eva. Theater des Westens ZV« Uhr: Die Dellarprlnressin. v/t u.; Die Mjb Witwe. Donnerst. 4U.: Aschenbrödel, Wallner-TheaVer Z'/a Uhr; Der Mircltenwald. uür: Bral SaMefts. Sbd., Stg. Z>/,; Mürchenwalti. Palast-Theater. Direktion 1 Friti Frleduiami-rrenricii. Sonnabend, den 4. Januar, abends Vis Uhr:' Zum ernten Haie: Sie im Schation leben. Ein Drama auf der roten Erde. Von Emil Rosenow. | Hauptdarsteller: Bm,dPhrÄerHD�| Ferdinand Bonn. Willi Kaiser, Frtta Rf.sp, Julius Siallt, j Annin Schweiber, Jacob Ticetkc. j Spletleltunj; t(leorg John. Dekoration: Paul Lenk ! Mederhoiaagen: M 0"l"5» l»T* � i ra ÄfOCP Mskado'g�Ä.i Otto MM«? "SÄ'sr Kaffes ZleUa lPrl»4«ichatrage g»—»0, Bcke Leipziger SfraB�« Altes Ballhaus Joachimstrate Täglich Or. Ball Anftretnn moderner Solot&naer. Kein Dierawang. Anfang 6 Uhr. -Tlieatep. Bhf. jannowttzbr. Kgst. 22S TJgl.«/«». Heute i. 404. Male: Bu�en Burg Dir Letesclililer von Ludwig Fulda. Morgen nachm. 4 Uhr: n.tkSppchen. Sonnab. 4 U.: Schneewittchen. Hieater der FrledrlchsladL (Etfr ssriebrich» u. Sinlinüteftf. Tögiich 7«/,: J!»rbm«5fo. Brei(olle Tage. CpeteKe von gorüa. tob Möllcndorf.CIeron, Qesrg. gönnt. 8: Hansel u. Oicfel i. Z. Walhgira-Theatef. V/t Uhr: König Drosselbart. "Vi Uhr; Angnst der Starke. Rose-Theater. 8: Postillion ton Lonlumeau. V/, Uhr: n»8 DrclmHdCFlIiaas. Caslsp. d. Frledr.-Wllh. Thest. iDisen-Iheater. 3; Ehrliche Arbelt. Voikastückm. Gesang LS Akt n" DOugrS-3: OlllUHUU Freitag 3: Aschenbrödel._ Caslßa-Theater. Oalzmarffffeaft* 72— ttlcgonbertfroft» 31 t Kapellen Im Kabarcttt j Kapellen Das große ISTcujahrsprogramm ohne Sonfntrmj i«Bonj Srrlln staun! I{ I Mav Oordon, DpiinKng«— Behnrrall, Pattner 1 Otto Rieprectit, der glaaietnke FangtSastlee! P. H. V.ß, her bnm«rtjt. fla»itctuten.S4BtBä«id>Bet AUmi Neumann Edda Walen,«aataHetöngcein Rud.If Berber, HtscetHt Margo steetid.Sellna<94*•thtiatnla) 2 Lantas— Wrtiern« Tüitjtc— ete Betttlraujlfonten! !«nftmg:«�»As 7 Uhr RaffenöffMung d Uhr[ Im ßaUbaus (tm»6mn rerfetHert« ffeftfool): ,nfa«g S Uh- I rdßNch 0 Rb R AA iwA. ffl*man7aü*r j Dnümuflf: Jf eptnmftT.Max Schlosser, afn.b,jmtlte Strauh Sonjtethina: Nallrttntristrr Karl Flechtmann ! Doe,«,fich-«dchc.»ganlstla Weine B er» erkauf tögiith«Ott 10 Uhr vormittag« ab Dolkzfiiick in 8 Aflen. Berber«rftklaff. Spezialüöten. Am I.u.8 Ian., natI>m.8V,llhr: Friede auf Erden. sütimes Tdöalöi' am Noüendorfjilats. i BQlowstr.& LütsowZm Das neue Januar-Programin. Erstklassige Spezialitäten. Soldaten haben freien Eintritt. Admlrala-Palast. Heute 2 Vorstel ungen Beginn 4 und 8 Uhr: Prinzessia tgb Tragacii Wer ist die Schönste? Kottbuscr Straße 6/7. Ab 1. Januar und folgende Tage: Internalicnale Biookampf- konkurrenz am die Meister- scliaft von Deutschland unter Teilnahme der bedeutendsten Ringer der Welt Vor den Ringkämpfen- Spezialitäten.—■ Beginn 71/» Uhr. Begina dar Ringkimpfs 8'/- Uhr. sVcbemstr.«— Qr. BalU Jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag: Üinjclnh te Spe alles Pfätxe». Warme Speisen auf a_ 0 Sonntags Anfang 3 Uhr, wochentags Anfang 6 Uhr* Admlrals-Klno | Die Stunde Kapelle Schotter TreflpunW oller Fremden flf'lA Clreus Ng Busdi Heute Neujahr Zwei Voratollunsen 31/ Nachm. I eig. 71/ U Kind frei 1 I /Z In Mi forstelinnp; „Oberosi" Fhan. Wasser-Pantom. Vorher d. Januar P-ogr. ssäsib umm exotischer uressurfkt 2 Ballotts 2 Eguilibr. a. der rotierenden Leiter. Janiiar-Spiflplan! •= Heub»= H Toratellnnfen 2 Nachmittags Z'/g Uhr K'eine Preise. Kind d. Hälfte I Eaiilla Rose Antipoden Spiele. Vlor JaHowskjs Kopte euiiibriiian. Willy Präger Neue Vorträge. Dr. Angelos Lebender Marmor. 4 Komets BUhnenluftakt innle Wiikens StUdt VortragikUnstlerin. Bruno Schenk (Ein« Schaustellung seltsamer Wunderdinge.) Aus den»«Iiireichen F.x- perimenten grödien Stiles werden im Pragramm»u- nächsi feigende Nummern gezeigt: al Magisches Potpourri, bi Oelster-Konnart, c) Phytomeu, das SehlangeeerakeL d) Waschanst.„Edelweißh e; Edith Im Ola.ktlig, 0 Fideie« Gefängnis. ;) Ein HUhaerhel, 1) Reite durchs UumSfilch. Ktasemetogreph. 6 IBraune'8 Diele Alegand erste. 55 •»lexaubesplaii* j Jlesrjr Walter j ! Otto Scallcke ' UeraCaatella[ |ilIorsvita-9pirof| (Duett) | Bella Franlchö ] Karl Mtllhr v.-Sts!lten-Koiizer(el TTr.tional-Tlieatr.r. CBpenicker Str. 68. Tägl. Vh hiiznlMe. MARMOR. !>»» jfcenjahrs- " progTaasiin Ein Schritt vom Wege| Drama In 4 Akten. Hauptrolle: ElSon RioSitM* Regie: Rudel! Uelnert. « Uir hr Liebe! 4 Akte und 1 Verspiel tow flau» Mwan Charlotte Böcklin Regie: Mögen« Unger. Anfang 4 Uhr. Heutg nachmittng 3 Uhr und abend« 7V, Uhr; Stettleer Sänger, Nachm.«rrnäh-gte Preise! r ÜHterhaUuBiB- � Restaurant Wien-Berlin Jftgeratr. 65 a. Ernst Walter Viktor RlUer Willi M"» Gaorg NenmUHer Ol. Kaufnag Kanalla Gustav Gattmchalh Kts�passie Wrä WM, m Anfang 6 Uhr Eintritt frei� ZioBka's RosensSiaEe Eine Selsenhsvarilljfkelt ins JärdgesqhoB des Kaffee Zlolka(Bqnitnkln), Prledrlcbstr. 89— 6t, Eckt Lnistslger Strato. In den Salons der I Etagr« ü ühr nacbmlttaigs OesellachaftsbaU. 338/8* Kabarett I BeDrenstr. S3-5fi. | Otto Röhr J Betty Darmand I J rnit Partner 1 Adolf KernkachS u. au m. Schlußtanz I Gylgyl-Konzer Konzert'Dlr. H. Wollt u. J. Sachs. Philharmonie. Freitag, 3, Januar, 7«/« Uhr I Gkopii-Liizt- Atari EMIL von SAUER C fa o p I n t San. op. 38 B-moll: Nocturne op. tf Nr. t i Mazurka Nr. 3 op. 57; Etüde Nr. 3 op. I«; Waiier op. 42.— Llssti Son. H-moll; Vaise eublie'e, Petrerea- Sonett E-dur;„Mszepp*" i Kertnn«. 5, 4, 3, 1 M, Bcethaveneaal. Sonaabend, 4. Januar,?>/, Uhr: Brahms-Abend ELENA GERHARDT Am Klavier: Coenraad V, Bo» I Karten 6, 8, 3, 2, 1 HL BlOthnereaal. Sonnabend, 4. Januar, 7>,', Uhr s Alien« und Liederabend Walther KIrctihoff Lieder von Brahme, H. Weift Arie aus;„Iphigenie" von Qluck. Am Klavier: Otto Bake._ Karten 6. 8, 4. 3. Z M, Blfithnereaal. Dienstag, 3. Januar, CUhn Die seelische Revolution" 9V Ansprache aae der Not der Zelt (2. Anspracht) Dr. Edgar Lange Eintritt am Abend frei. Karlen im Vorvtrkaul 80 Pf. bei Bote& Bock und A. Wertbelm Singakademie. Dienstag, 7. Januar,• Uhr l Klavierabend(rerl r. 3. November, Beethoveniaal) B Wilhelm ACKHAUS Sonaten von Beetheven und Chopin t Schnmnnn, Camaval z Bach Karten 6. 5, 4, 3, 2 M. Karten mit dem Datum des 8. November können hierfür eingelBst werden. än I Unter d. Linden 14 5-Uhr- Tanz-Tee 7 Uhr abends das Baethovensnal. Mittwoch,-. Januar, 7'k Uhr: II. Klavierabend S C rfW A R Z Werke von Bach, Brahma(Händel-Variet), Schumann, Rachmanlofl(zum 1. Male), Skriabln _ Karten 6, 5, 4, 3, 2 M._ Philharmonie. Donnerstag,?. Janaar,?>/, Uhr: IV. Konzert HUBERMAN Schubert: Fantasie C-Dur, Bach> Son. A-moli(f. VIol. allein): Spefar i VioL-Kons. E-moll No. 7 j Wlenlawaldi i Faust-Fantasie| Am Klavier: Paul Preakel Karten 6, 8, 4, 3, 1,58 M. Philharmonie, Freitag, 10. Januar, 7V> Uhr: Liener- uaä Arien-Ad-nil■' Clalro ttSJ- u X Am Klavier: Kapellmeister Bruno Seldler.WInkler Arten von Mosart u. Pucclnl; Lieder von Schumann, Schillings, Pfttzner| Karten 8, 8, 4, 2 M. Karten f. obige Veranstaltungen bei Bote& Bock. Werüieim. Mls�nr'�l gjt. AttvsMn k Co., SetafcKtrciM, verlin. Sshsthenstrahr 8. Zentrum IKÄ u. 2827. Im ftissva Tagen araiudnil- DIE ERDE Politische and knUarpolltisdi« Halbmona tsschriß Herausgeben Weither Rtlla Srtiet Heft Mit Mfrdgea veni Max Hernnesn, Kurt Hilltr, Hanns Jehxt, Erieh Kmnik, WaUher HiUa, sss Hermann Stehr n. o, /ss Zu beziehen darth jede Buehhandiang Oder direkt wem farlag*DJE ERDE» Breslau Ludierstraße 29 67 Liothrineer StraCs» 67 | offeriert zu sehr uolltlcn Preisen gegen bar und unter jgUnstlgca SSahlang-- bedlugangen bärgarliehe Wolmunos-Einricbiungcn sowie komplett aufgeiteUta Wohn-, Schlaf-, Speise- ond Herrenzinnner. Migt Ifichen iti Einzelmiei «ehr preiswert. Hf Besichtigung lohnend!-HWg �isnke� Brotbäckereien brim bientircb iiifen we�n Randen den berzHikstei LiLsilvvssLÄ im»sss» Ss&fM dar. i Freiheit! Friede! Brot! Freiheit! Bürger hört Ihr diesen Schrei, Sturmgewaltig braust er durch die ganze Welt, Aufgehört in Wort und Tat hat Sklaverei, Und das Alte, Morsche, bricht und fällt. Friede! langersehnter! Kommst Du bald? Betend woll'n wir Dick empfangen mit Gesang; Ewig uns erhalten soll Dick die Gewalt, Der's Dich zu bekennen, endlich auch gelang. Brot! Ihr schwachen Greise, Frauen, Kinder Ack! Ihr habt gedarbt, gehungert Jahr um Jahr, Und Ihr tapferen Soldaten, Ihr nickt minder, Kummer, Elend bleichte zeitig Euer Haar- Jubelt, Schwestern, freut Euck Ihr Genossen, Die Ihr lebend kommt als Helden aus ö«m Feld. Teures Blut der Tapferen ist genug geflossen, Unser ist der Sieg, die Freiheits-Fahne hält. Schließt öle Reihe, die Hand zum festen Bunde. Ordnung sei und Ruhe unser höchst Gebot. Haltet fest an diesem Erstgesetz der Stunde, Dann für alle gibt es FreHieltS Friede! BroH Mdsn M in nflnn SMtsüso Bntlins ilsppsi —-'•■'>■• v�v..•.-'IT'■■..-.U'■'(<■' r>.,.,■>.**■>• V*»V. p'•.... Allen meinen(Eeftfjäftsfttunijn und Nekannkn fpteific ich MM Neuen Jahra die herz liebsten Glück« | wünsejs aus. nermasin Föhrer, Berlin NO 18, GroCe FranMurtcr StraCe 91, 1 Joftclt alkoholfreier Cpfirfte und CfTcrien,®eoä- vc»lrled sau Meinen und Bplt-ifucfen. Heiner werten Kundschaft ein recht Irohes und gesundes neues Jahr«ms wünscht Konrad Klapper, Welzow. ÜUWPJWPH-JjI'MMHI"! W f er werten TOtid9C«i«ft ein recht frohe« und gesundes> neues Jahr«ssd wünscht Fleischermstr. Panl Leest u.Frau, Welzow. _ Glück zuuiHriedensjahr wünscht allcueerehrtenSlinner» Frau a2i Dreadenerstr. I0d, �iMdÄwr. 110/6 ÜB1 uab üfcraitni ollcn�S! Freunden uab GMemre» Ct9s> „Der alte Frennd" auf Pichelswerder. Allen Gästen, Freunden und. Sen.ffen wünsche «in frohe«, gesundes m%W\\ Bsinhtif Schiriner Gastwirt, 810b BlHecfir. 115. 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Vepbrcclien".' welche ihren Siegeslauf durch die ganze Welt genommen und fast in allen lebenden Sprachen in üebersetzung erschienen sind, bedürfen keiner weitern Anpreisung mehr. Was der Verfasser— als erster und einziger Deutscher— schon nach wenigen Kriegamonaton bewiesen hat, die Schuld der Hohen- zollern und ihrer Helfershelfer am Kriege, was er schon damals und seitdem unentwegt gefordert hat, den Sturz dieser schuldbeladenen Dynastie— das ist heute, nicht zum wenigsten dank dieser Schriften, zur anerkannten Wahrheit und zur geschichtlichen Tatsache geworden. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt von dem V crlngc Payot A Cle., Liaasanne. HOHENSONNE! Sie allein ist es, die im Hochgebirge, auf Gletschern und schneebedeckten Firnen wahre Hoilungs wunder vollbringt. Diese Naturkraft ist setzt auch dem Unbemittelten nicht mehr verschlossen. Denn derWissensohaft ist es gelungen, dem Sonnenstrahl in den Itegionen des ewigen Schnees das Geheimnis»einer Heilwirkung ahzul ansehen, ja, sie vermag sogar diese heilkräftigen Strahlen in vollkoramenarEcinheit künstlich herzustellen. Dies geschieht d. einen sinnvoll erdacht. Apparat, dermitReohtdie Bezeichnung Höhensonne führt, weil in ihm ein Licht erzeugt wird, welches genau dieselben ultravioletten Strahlen aussendet, die allein im Alpenklima zu finden sind und die dem Sonnenlicht im Dunstkreis der Ebene fehlen. Lnngen- und Herzleiden, Adervorkalknng und Nervenschwäche, das sind neben Stoffwechsel- Störungen, wie Gicht und Rheuma, die hauptsächlichst Krankheitsgebiete. auf denen die Höhensonne überaus reichen Segen stiftet. Nähere Auskunft mündlich oder telophonisoh(Amt Kurf. 0249) in der elektrophysikalischen Heil�Btsiafit Prana PoUdamer Str. 45(J Min. von der Hoohb.) geöffnet tügl. von 3—7, Sonntags 9— 12. Sprechstunden des leiten dan Arztes wochentäglich 12— 2 und 4—6. 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Ueher die Zentrqlratssitzimg vom Dezenchex geht uns noch folgender ausführlicher Bericht zu: Zunächst wurden Ge- fchäftßfragefl behandelt, lind zumr das Ar-Heitsgebiet des Sol- dateilausschusses festgelegt und die Unterteilung des iibrfasu Arbeitsfeldes in einzelne Llominissionen beraten, und der Ge- schchtsgang besprochen. Dann wurde der Name„Zentral- a t für die f o z t a l f st i s ch e N e p u b l i s Deutsch-' il a n d" festgelegt. Ein eingegangenes Schriftstück über das Finanz- gebaren einiger A.» u N d S,? R ö t e»pupde einer Äoinmissign zur Bearbeitung übergeben, Mehrere Eingänge betrafen die Gesetzwerdung und Durchführung der sjchen Äginhuxger Punkte. Auch.für diese Angelegenheit wurde eine KotUMssion eingesetzt zlir Vorberatnllg und der Bors-.tzsnöe des Zezitralrats außerdem beauftragt,»och am gleichen Abend über diese und inehrer« ähnliche Fragen mit dem Rate der Vplksbeauftrqgten sich auszusprechen. Auch zu dem Aufruf Hindenburgs, der Erklärung tfiröners ufip, will der Zentrfllrat zusammeil niit der Reichs- regierung demnächst Stellung nehmen. Ferner wurde beraten, wie eine engsre Nfld stönbige Fühlungnahme mit den Mit' glisdern der Reichsleitung technisch durchzuführen sein wird. Es wurde weiter beschiessen, daß über die Frage der D e s e?' teure und deren Entlassung auf ordnungsgemäßem Wege bou der Delegation der Soldaten zusamnien lnit den Volks- beauftragten und mit einem Mitglied des Groß-Berliner Wollzugsrats beraten werden soll. . Eine längere Frörternng war nötig Über die Zuständig. kert zur Ausstellung von Vollmachten, namentlich von den durch tzig Reichsämter kontrollierten Inhabern solcher Papiere. Ein Zentralratsmitglied besprach in längerer Rede dle unbedingte Notwendigkei tder A,- und S.-Näte. Allerdings wufssn che bereits entstandenen Schivierjgkeiten lind Difse- renzen mit den bestehenden Behörden und Körperschaften von fetzt ab vermieden werden, Uehergriffe der A.. und S.-Räte verhindert werden, und die Räte müsse,, sich den Anordnungen des Zentral- r g t s in Berlin u n t e k st e l l e n. Spartakusfpiel mit Menfckenleben. Rededuell Barth-Ltebknccht. Bei dex Tcflioastxatfpu tzcS ZpexiafuKpmches vsr der Reichs- kanzle, am 8. Dezember h»tte bekanntlich der Bolksbeauftragte Baxth Liebknecht vorgehalten, daß er auf setuen R a t in die Reichsregieruqg eingetreten fei und sich an- Üeischig gemacht, vor einer Berliner Arbriterversarnmiung mit ihm SU diskutieren und zu bewtrstnr, datz kein Berliner Arbeiter mehr Lieb irr cht folg«, Dieses Rededuell hat am Montag ftattglefundeu, aber keinesfalls den Po» Barth porhergefagten AiiSgang genommen. Ter Unabhälmige Verein Neukölln hatte für gestern abend zu einer Mitgliederversammlung geladen, in der Haas« und Liebknecht für die Takstk». S, P. sprechen sollten, stau Haas« war jedoch Ba r t h erschienen, Er berief sich in seinem Referat erneut darsuf, daß gerad» Liebknecht seinen Eintritt in die Regierung als notwendig bezeichnet hätte, um diese zu überwachen. Die TStlgk-ft dieser Regterung habe ihm so ivenig gefallen wie Liebknecht, aber rr habe manches Schlimme verhütet, z. B. eine Kriegserklärung an die �Sotvjewepubtiü. De man strat i-o n ch e n feien läch c r l i ch und es sei ein friyokS Spiel mit Menschenleben, bor bor Kommandantur vom Tturm auf die Festung der Reaktion und vom Ausheben der Bluthunde zu reden, we-nn man genau wisse. daß unzählige Soldaten mit einer Umnenge von Maschinengewehren in der twnimandantur steckt«», Barth verhöhnte bann die Aordenw sofortiger s o z i a l t s t« r u ng; er sei bereit, drei Dag« und drei Nächte, ohne zu cssen, Rosa Luxemburg zuzuhören, wenn sie ihm auseinand-rsetzcn könne, wie man das macht. Liebknecht bestritt auf das entschiedenste Barth zum Sin, tritt i» d!« Regierung vexenlaßt zu haben, deutete aber an, dass von vornherein die Absicht bestanden hätte, bei gegebener Gelegenheit dies« Regierung zu spreamen und macht« Barth den Vorwurf, daß er viel zu lange damit gewartet hätte. Die»Demonstratiönchen" seien Riesenkundgebungen von Hunderttausendm(Donnerwetter jal Red. d...VorwäriS".) gewesen. Mit den kleinen Putschen habe er nichw zu tun gehabt. Er selbst habe nie aufreizend gesprochen. An allem Blutvergiehen trage die Regierung Schuld und die U n a b» hängigen schwer st e Mitschuld. An d'« Referat« schloss sich eine Diskussion, in der überwiegend LWbknechtianer gusserordentlich blutrünstig sprachen. Der weitaus größte Teil der Versammlung zeigte sich bereit, Barth, der sich selbst *U Angeklagten bezeichnet hatte, zu verurteilen und gemäß der Aufforderung Liebknecht» zur neugeg rundeten Kommunistischen Par. tei überzugehen. Der Bruch zwischen Unabhängigen und Spartakus- leuten erschien auch hier endgültig und vollständig. Hanüentreiben im Nuhrrevier. Spartakus verbietet Zeitungen. Elelsenkirchca, HO. Dezember.(Eig. Drahtbericht de»„Vorw.".) Die„Gelsenkirchener Zeimng' wurde in der Nacht zum Montag von Spartakusleuten aus Mülheim überfallen. Das Personal hatte lO Mjnuten Frist zur Räumung des Geschäfts, andernfalls wurde die Zerstörung des Betriebes angedroht. Der Druck der Zeitung wurde venhindert und«in Verbot der Zeittmg bis zum Wahltag ausgesprochen. Die Arbeiter fallen indessen ihre» Lohn weiter- beziehen._ Das Marftallabenteuer ües Genossen Wels. Die Stacht im Kcller. Gegenüber der Behanvinng de« Vertreter» der VolkSmarlne. Division Lost, Genosse Wcl« sei wäbrend seines unfreiwilligen AufenihgltS im Marstall.anständig imtetgebracht* gewesen und habe siä,.durchaus lophlacffchli*, ist sestzustelle», daß Wels um 2 Uhr nachts unter Beschimpfungen und Bedrohungen in den Killer gebracht wurde, wo man ihn dann bis 10 Uhr vormittag? festhielt._ Hoehle in Tann interniert. Protest der deutschen Regierung. Im Fort von der Tann bei Strasburg befinden sich noch zwölf deutsche Herren internier», darunter der sozialdernokratischc Reichs- tagsabgeordnete Boehl«. Außerdem ist eine unbekannte Anzahl von Herren in anderen Forts interniert. Im Auftrage der beut- schen Regierung wurde von Seiten der Waffenstillstandskommisston in Gpaa hiergegen Protest erhoben und um sofortige Freilassung sämtlicher Jntern'erter gebeten. Die Refchsfionförcnz Auf der gestrigen Tagung des Spartakusbundes ist in höhen Tönen über die Abwehraktion der Deutschen gegen oen bolschewistischen Vormarsch in den baltischen Län- der» geredet worden. Dazu sei kurz bemerkt: Die deutsche Republik denkt nicht daran, sich in Rußlands innere Verhält- nisse einzumischen und sich a» einer Offensive gegen Rußland n beteiligen, Sie denkt aber ebensowenig daran, den Abbau er deutschen Besetzung im Osten gewaltsam störe» zu lassen und noch weniger daran, Rußland freiwillig die Ein- g a»s g s p f o r t e nach Deutschland zu öffnen. Ruß- land ist heute der einzige Staat, der Krieg will. Es benützt den Spartakusbund als seinen Agenten, um den Welt- k r iß g am Rhein wieder zu beginnen. Karl I. bringt es fertig, dem„E n k e n t e s e i n mit der„eisernen Fauste zu drohen(Wilhelm II. sagte?„die gepanzerte Faust", aber damals(mite er sie nochl) Den spartakistischen Kriegshetzern inird die Regierung der Repichlik keinen Ge- fallen tun. Mag Rußlgnd auf seine eigene Fasson selig Iverden. Aber solange es nicht von seineni bolschewistischen Welt- c x o b e r u n g s t r a u in laßt, solange es sich in unverschäm- ter Weste in die inneren Verhältnisse anderer Staaten ein. mischt, kann es in Europa keine Ruhe geben. Die Sparta- kisten sind heute gar nichts anderes mehr als die geworbenen Agenten einer fremden Macht, die unseren inneren und äußeren Frieden bedroht. Durch das Eingreisen der sog.„revolutionären Obleute" ist gestern auch in der Frage der Wahlbeteiligung eine neue Wendung eingetreten. Die geschlagenen Führer haben sich offenbar diesen Hilfstrupp geholt und ihm dann versprochen, die Frage solle nochmals geprüft werden. Der Spartakrisbund steht also noch einmal vor der Entscheidung, ob er durch Beteiligung an den Wahlen oder durch den per- brecherischen Versuch, sie gewaltsam zu verhindern, seine Ohn- macht beweisen will. Beratung des Aktionsprogramms. B e ck« x- DreZben gibt die Entschließung der Anternationalen Kommunistenpartei hekannt, daß sich mit der näheren Ausführung des geschlossenen Bündnisse» besaßt. Die Erklärung wird mit sktoachetn Bei soll entgegengenommen. Dann spricht Rosa Luxemburg über da? Politisch« Aktioneprogramm! Der Umstand, daß Spartakus und Kommunisten sich gestern zu einer selbständigen Partei zusaminenge- schlössen haben, zwingt uns, ein einheitliches Programm zu ent- werfen. Wir knüpfen an das Kommunistische Manifest Marx'»ich Engels' an. Damals glaubte man, nur noch die politisch« Re- volution Durchführen zu brauchen, um den Sozialismus zu Fleisch und Blut zu machen. Das bat sich geändert. Bis zum 4. August 1014 war das Erfurter Programm maßgebend. Dietps ist überholt. Wix müssen eine Revision vornehmen. An hie Spitze der deutsche» Revolution sind Männer getreten, die zwei Stunden vor Ausbruch noch mit allen Mitteln den Kampf gegen dieselbe Re- volution geführt haben. Die Kompromißbildung dieser Tage wurde zu einer Täuschung aller Parteigruppen. Heut« stehen Ebert- Scheidemann allein als Kuppler dex Kontexrevo- l u t i o n da. Six haben keinen Rückhalt mehr in den Massen de? Proletariats. Sie wollen jetzt schon z. B. durch die bestellten Forderungen der Süddeutschen den Belagerungszustand über Deutschland einführen,(Hört, hyrtlt In Riga gehen Deutsche und Engländer Arm in?lrm gegen die Revolution vor. Aewerkschaftsbeamte, bis so handeln wie W innig sind die größten Halunken Von der Welt, lStürmischer Beifall. Händeklatschen.) Sie gehören ins Zuchthaus, denn nach den alt«» Gesetzen wird mit Fuchthau» bestrasit, wer deutsche Sol- baten zu Diensten in fremden Länder» wirbt. Wir müssen un» auf eine Periode sehr scharfer Zu- srrmmeustöße gefaßt machen. Au» dem Gesagleu ergibt sich für uns als erste Richtlinie: der Sturz der Regierung Ebert-Scheide- mann und Ersetzung derselben durch eine proletarische Regierung. Wir müssen die Regierung unterininteren durch einen rcvolu- tionären Massen kämpf. Wir müssen auch den.Klassenkampf in das Land hinaus tragen, um die letzten Reserve» des Bürgertum», da» Bauerntum, für nn» zu gewinnen.(Hände- klatschen.) Wir müssen das Ehst ein der Arbeiter- und Soldatencäte ausbauen. Wir müssen ihnen Gesetze und Gc- Walt in die Hände geben. Wir müssen so arbeiten, daß der Sturz der Regierunq Eberi-Scheidemann nur der Schlnstpnnkt unserer Arbeit ist. Die gesamte proletarische Kraft muß sich also auf die Grundsesten der kapitalistischen Klassenherrschaft richten.(Großer Beifall.) An der Diskussion tritt Dreuer-Worpswede für radikale Enteignung ein. Lewine fordert sofortige Lösung der Agrm> frage. Karl Liebknecht spricht zu den einzelneu Punkten de« Programms. Das Hineintragen de« Klassenkampfes in das Land ist das Entscheidende für uns! Aus Anlaß meiner gestrigen Er- klärmigen über die Nationalversammlung bat die bürgerliche Presse behauptet, bei uns beginne bereits der Zersetzunasprozeß. Dem gegenüber erkläre ich, daß zwischen uns keine Kluft besteht' Wir wollen nicht eine Limonadcnrevolutton, sondern wir wollen die eiserne Faust erheben auf jeden, der sich der sozialen Revolu- tion des Proletariats entgegenstellt. Die Jntcrnationalisicriing des �lus den Heheimnijlen üespolizeZpräsiüiums Das BerNner Unsicherheitsamt. Von bestunterrichteter Seite wird den P. P. N. geschrieben: Jeder Tag, den Herr Eichhorn länger in seinem Amt als Poli- zeiprästdent bleibt, bedeutet ein« Gefahrfürdicöffcntliche Sicherheit. Vor der Revolution war Eichhorn gegen ein Mo- notögehalt von 1700 M. bei der Rcsta, der Telegraphen-Agentur dxr russischen Botschaft angestellt und hat von dort aus die b o l s ch e- wi st isch« Propaganda im Dienste der Sowjetrepublik ge- leitet. Während der Revolutton verdrängte er den von der pieußi- schen Regierung zum Polizeipräsidenten ernannten Beigrordneten Eugen Ernst durch Gewalt von seinem Platz. Die„Prätorianer. Bande", wie Eichhorn soldst sein? Sicherheitötruppen bezeichnet hat, haben durch die Leitung des Sicherheitsdienstes zweimal V e r. Haftbefehle gegen ihn erlassen. Das hielt den Chef der öffent. lichen Sicherheit in Berlin nicht ab, als er wegen seiner Geschäfts- führung mit dem Ministerium des Innern in Konflikt geriet, dort damit zu drohen, daß er mit seinen Sicherheitstruppen anrücken und Ordnung schassen werde. Herr Eichhorn war es, der im Schloß zu Berfln mit den Führern der Volksmarinedivision in der Nacht vom 9. zum 10. Dezember darüber beriet, wi« man den auf die Republik vereidigten Truppen den Einzug nach Berlin unmöglich machen könnte. Eichhorn sperrte in jener Nacht den gesamten tclepho- nischen und telegraphischcn Berkehr der Reichshauptstadt, übernahm in Abwesenheit von Wel» die Geschäfte der Kommandantur, alar- mierte seine SicherheilStruppen und arbeitete gemeinsam mit Dörrenbach den Plan aus, de» Einzug der Fronttrupvrn mit Waffe«. gewalt zu verhindern, bis Verstärkungen aus Kiel usw. herangeholt lies SpaVtakiKsbutides. Bürgerkrieges ist das, was wir zunächst zu erwarten haben. In Rußland ist heute der Anfang dazu. Wir fordern von unseren deutschen Proletariern im Waisenrock an der russischen Grenze, daß sie mcht zu Henkern ihrer russischen Brüder Iverden, sondern daß sie mit den bolschewistischen Soldaten sich verbrüdern und ihre Offiziere, die sie zu solch schmählichem Handeln auffordern, nieder- schießen!(Ktürnnscher Beifall.) öiadek hat uns gester« den Bruder- grüß der Sowjetregierung gebracht. Unsere Antwort so» sein der gemeinsonie Kampf des deutsche» und russischen Proletariats im Waffenrock gegen den gemeinsamen Entei'.tcfeind.(Lebh. Bravo.) Ein Antrag aus Schluß der Debatte wird angenommen: Rosa Luxemburg ist unpäßlich geworden und kann das Schlußwort nicht halten. Vor Eintritt in die weitere Tagesordnung wird die von Rosa Luxemburg aufgestellte Resolution einstimmig angenommen: Tie Reichskoiifecenz der Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund) nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem Vor- gehen der deutschen Regierung im Osten. Das Zusammengehen deutscher Truppen mit denen baltischer Barone und englischer Im- perialisten bedeutet nicht nur einen niederträchtigen Verrat an den russischen Proletariern und der russischen Revoluiion. es bedeutet auch die Besiegelung des Weltbundes der Kapitalisten alled Länder gegen das kämpfende Proletariat der ganzen Walt. Keine Worte vermögen die Infamie zu kennzeichnen, die in dem Verhalten der Regierung Ebert-Tchoidemann liegt. Sie. die dem deutschen Volks ihre Friede nssehnsncht vsrl�uchelt, stürzt das deutsche Volk im Osten in einen neuen Kämpft opfert das Leben deutscher Proletarier für baltisch? Barone und englische Kapitalisten und mißbraucht sie ass Henker der russischen Revolution. Di« Kon- ferenz erklärt angesichts dieser Ungeheuerlichkeiten aufs neue: Die Regierung Eberl-Schridemernn ist der Todfeind des deutschen Pro» tetgriaiS. Nieder mit der Negierung Eberl-Scheidemann. Di« genaue Festsetzung der einzelnen Prograinmpunkie der Kommunistischen Partei wird einer besonderen Kommission überwiesen. Bei Ausstellung der Krndidatenltste für diese Kommission er- gehen sich jedoch groß« Schwierigkeiten, da die ehemaligen I. K. D. fünf Vertreter statt des vorgeschlagenen einen in der Kommission haben will. AIS Ergebnis der heftiaeq, mehr alß halbstündigen De- batte wunde folgende Liste durch Akklamation angenommen: Krüger- Berlin, Chmiel-BiSmarckbiitte, Gehrke-Braunsck'weig. Becker-Dresden, Fröhlich- Hamburg, Rühle-Pirna, Hammer-Essen. Klein- Evsurt, Levien-München, Walcher-Stuttgart, Sturm-Hamburg, Ertinger- Breme», Moeller- Berlin, Schmidt- Hannover, Heckert- Chemnitz. Minna Naumann-Dresden, Rosi Wolfstein-Düsseldorf: von der Ju- gend: Fritz Globig-Berlin: voni Roten Soldatenbund: Paul Schulz- Berlin: von der Zentrale ü Mitglieder. Hierauf sprickst Hugo E b e r l e i n übe« Organisationsangelegen- hette». Da«in« Abordnung der revolutionären Obleute und Vertrauensleute erschien, um mit dem Parteivorstand Fühlung zu nehmen, wird di« Sitzung auf eine halbe Stunde vertagt. Nach einer Stunde wurde die Sitzung wieder eröffnet. Der Vorsitzende Pieck teitte mit, die revolutionären OUeuw hätten A n- stoß genommen an dem Sigmen der neuen Partei und an dem Beschluß, die Nationalversammlung zu boykottieren. Den rebo- lutionären Obleuten sei gesagt worden, diese Punkt« würden von einem t« kurzer Zeit einzuberufenden Parteitag nackmeprüft w ckden, der auch über die Arbeiten der Programm- und OrgamsationS- komm isston zu beraten und beschließen habe. In dieser Kommission seien den vevolutionäven Obleuten drei Mandat« zugebilligt worden. Di« Verchandlungen mit ihnen seien nock, nicht abgeschlossen. Di« Ausarbeitung de« Organisationsstatut» Wurde der Kommission übertragen. Beschlossen wunde, die Zentral- in der bisherigen Zusammensetzung bis zum nächsten Parteitag bestehen zu lassen und Fröh- I i ch von don internatioimlen Kommunisten einen Sitz tn der Zentrale einzuräumen. Zum letzten Punkt der Tagesopdnung: Die internatio- n a l e Konferenz legte der Referent D u n ck e r«ine Resolution vor, welche im wesentlichen sagt, daß die Reichskonfercnz eS ab- lehnt, an einer internet ivnalen Konferenz der Sozialpatrsoten, nne sie jetzt von der britischen Arbeiterpartei einberufen und von de» Scheide männern„mit tiefer Genugtuung" begrüßt wurde, eine Kvrperschast de» internationalen SozialtSmu« zu sehen.------ Die Kommunistische Partei fordert alle sozialistischen Elemente auf, in ihren Ländern für die schnellste Abrechnung mit dem Im- perialisniuS und fiir die Bildung von A.- und S.-Räten zu wirken. Die Konferenz erblickt darin den Weg zum Aufbau einer neuen Internationale. Die Resolution Ivurde einstimmig angenommen. Abbruch öer waffenftillftanös- Verhandlungen angedroht! Tie Slntvescnsieit Radeks gefährdet den friede«. Haag, 31. Dezember.(T.U.) Nach Meldungen aus Paris berichtet der„Tcmps"»ach Jnsormntioneu, die er auS dem Hauptquartier erhalten hat, daß die amtliche Anwesen- heit von Vertretern der mit der Entente im Kriegs- zustand befindlichen Moskau erSvwjet-Negierung auf deutschem Boden den Alliierten die Fortführung der Waffenstillstandsverhandlunge» und die Einleitung von Fricdcnsbesprcchnngen nnmöglich machen wird. ■»■■maegEHaHeeeaeeeBBimieäuenMMeeeBmHmeoüianemee wären. Nur der entschiedenste Widerspruch konnte ihn daran ver» hindern, in jener Necht Liebknecht auf die Kommandan- t u r zu holen. Bis 7 Uhr früh blieb der Telephon- und Telegramm- Verkehr Berlins unierbrochen. Wenn bei dem Einzug der Truppen die AbsperrungSmaßnahmen völlig ungenügend waren, so deshalb. weil man dazu nicht die Si ch c r he i, ö mann scha s t en benutzen konnte, die ihr Chef, der Polizeipräsident, die ganze Nachr über alarmiert hatte, um gegen die festlich einziehenden Truppen feindlich vorzu- gehen. Wozu braucht Herr Eichhorn Maschinengewehre? Während den Berliner Wachtdiensttruppe» 0000 Gewehre venreigeö wurden, sind viel« Taufende von Gewehren und Revolvern in das Polizeipräsidium geschafft worden. In einem Falle trug der Be» stellschein des Herrn Eichhorn an die Waffen- und MunittonSfabrik Wtttonau die Anforderung auf ISOO Gewehre, C000 Revolver und 120 Maschincngelvehre. Der Einsammlung der Waffen hat sich Herr Eichhorn auf Schritt und Tritt widersetzt? man denke nur an den Fall des Cafö Vastrkand. Trotzdem brachte es das Polizeipräsidium fertig, eine entrüstete Mitteilung i» die Welt zu schicken: ,.Wez hat jene Maschinengewehre dort aufgestellt, zu welchem Zweck haben sie sich dort befunden?" Herr Eichhorn hat sie dort aufgestellt, und den Zweck wnd er wohl kennen. In Flugblättern, die mit Namen unterzeichnet waren, ist Eichhorn un- widersprochen nachgesagt worden, daß er geäußert hat. es sei et Wa s ganz anderes, wenn die Spartakusgruppe sich mit Maschinen- gewähren und Revolvern bewaffne, als wenn Angehörige anderer Gruppen, z. B. Studenten, sich zu bewaffnen versuchten. ES ist wirklich höchste Zeit, daß mit diesem System Eichhorn Schluß gemacht wird, da» den Bürgerkrieg geradezu organisiert. ES ist wohl zu erwarten, daß sich der Herr Polizeipräsident zu. diescir schweren Beschuldigungen äußern wird 1* GelVWffchüflsbewVMlg Die Gewerkschaften im neuen Jahr. An der Schwelle deZ soeben zu Ende gegangenen Jahres wurde allgemein die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß es uns den Abschluß des blutigen Völkerringens und den Frieden bringen werde. Diese Erwartung hat sich bis zu einem gewissen Grade er- stillt; der Krieg ist zu Ende, wenngleich auch der Friede noch nicht geschlossen ist. Dafür hat aber auch die durch die soziale Revolution vollzogene Umwälzung des abgelausenen Jahres eine Liquidation des Krieges gebracht, wie sie die kühnste Erwartung nicht voraus- geahnt hat. Durch diese Ereignisse werden die Gewerkschaften vor die größten Probleme gestellt, die je an sie herangetreten sind. Wohl haben sie lange vor der Beendigung des Krieges der gewaltigen Auf- gaben gedacht, die der Wiederausbau des ruinierten Wirtschafts-\ leben S von ihnen fordert. Die Ereignisse haben indessen einen an-' deren als den allgemein erwarteten Verlauf genommen. Durch sie wird das, was die Gewerkschaften an tätiger Mithilfe für die Wiedergesundung unseres totkranken Wirtschaftslebens in Aussicht j stellte, nicht überflüssig, die kommende Zeit wird unter Umständen i noch mehr von ihnen fordern, als was sie nach voraussichtlichem Verlaus der Wcltereignisse zu leisten entschlossen waren. Eine noch höhere Mission als je wird unsere Gewerkschaftsbewegung im sozialen Werden zu erfüllen haben. Das neue Jahr soll das Jahr aufbauender sozialistischer Arbeit werden. Wer anders als die Ge- werkschaftcn sind dazu berufen, an dieser Arbeit einen hervor- ragenden Anteil zu nehmen. Sie haben jahrzehntelang durch ihre unablässige Arbeit in der Armee des Proletariats den G l a u b e n i an eine bessere Zeit geweckt, durch eine mühsame, aber sruchtbrin- gcnde Kulturarbeit die Notwendigkeit ihres Daseins bewiesen.! Ihre ganze soziale Mission war eingestellt darauf, das Proletariat im Kampfe um eine bessere Zukunft zu stählen und für eine höhere Form der Gesellschaft reif zu machen. Der Kampf der Gewerkschaften gegen daS Unternehmertum war nichts anderes, als ein Ringen der Werte schaffenden Arbeit mit dem verruchten Shstem der Ausbeutung,-ein Kampf um eine höhere Kultur. Festumschrieben war das Ziel der Gewerkschaften. Und so sehr auch die führenden Persönlichkeiten heute von gewissen Kreisen verdächtigt und beschimpft werden, die Lauterkeit ihreS; Strebens wird nur derjenige in Zweifel ziehen, der die müh- same und aufopferungsvoll« gewerkschaftliche Arbeit und ibr Per- dienst an dem vorhandenen Reifegrad der Arbeiterklasse geflissentlich verkennt. Die Zeit wird kommen, in der jene gegen die führenden Per- sönlichkeiten der Gewerkschaften gerichteten Schreihälse verstummen müssen. Auf sie kann die Mitwelt verzichten, nicht aber auf jene Männer, von deren Mithilfe die Wirdergesundung unseres Wirt- schaftslebenS, die Heilung der durch den Krieg geschlagenen Wunden und die Aufrichtung einer neuen sozialen Ordnung abhängt. Noch liegt das neue Jabr unbeschrieben vor uns. Wir wissen nicht, welchen Verlauf es nehmen und wie es enden wird. Eines aber wissen wir, nämlich, daß wir aus der wirtschaftlichen Trübsal der Gegenwart nur herailskommen können durch das Bewußtsem unserer Pflicht zur Arbeit. Wir sage» durch das B e- wußtsein, denn Arbeit ist vorläufig nicht in genügendem Maße vorhanden, aber es ist schon ein großer Gewinn für unsere Sache, wenn in der Brust eines jeden das Pflichtbewußtsein für unsere ge- meinsame Kulturarbeit wohnt. Bald werden sich wickit'ge Arbeits- gebiete für uns eröffnen— wir erwähnen nur das Bauwesen im kommenden Frühjahr— und einem erheblichen Teil unserer Volks- genossen gesellschaftlich wichtige Arbeit gewäbren. Ueber die Bcdin- gungen, unter denen sich der wirtschaftliche Wiederaufbau vollziehen; soll, werden die Gewerkschaften als Mitbcratcr eine wichtige Funk- tion auszuüben haben. Sie werden gewissermaßen in jedes Tages- blatt des neuen JahreS einzuschreiben haben die Taten ihres Lebens und damit unerschütterlich Zeugnis ablegen von ihrer hehren Mission für das sozialistische Werden. Sich um diese Gewerkschaften zu scharen, geschlossen und opferbereit hinter deren Führern zu stehen und die neuzeitlichen Zersplitterer der gewerkschaft- lichen Organisationen entschieden. abzuweisen, das sei die Parole der Arbeiterklasse für das Jahr 1313. Neuordnung des Arbeitsrechts. DaS R c! chs a r b e i ts a m t hat eine neue Verordnung aus- gearbeitet, die von der Negierung jetzt in Kraft gesetzt wird. Sie verleiht den Tarifverträgen Unabdingbarkeit. I Schriftlich abgeschlossene Tarifverträge sind nunmehr Kraft Ee- setzes für die von ihnen geregelten Arbeitsverhältnisse verbind! ch und Abweichungen von ihnen nur insoweit rechtswirksam, als sie im Tarifvertrag selbst grundsätzlich zugelassen sind, oder soweit sie eine Aenderung zugunsten des Arbeitnehmers enthalten und im Tarif- vertrag nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Das Reichsarbqits- amt kann Tarifverträge, die für die Gestaltung der Arbeitsbe- dingnngen in einem Tarifgebtet überwiegende Bedeutung erlangt haben, auf Antrag für das ganze Gewerbe allgemein der- bindlich erklären. Derartige gesetzesartige Tarifverträge werden in«in öffentliches Tarifregister eingetragen und im„Reichsan- zeiger" bekanntgemacht. Ter zweit« Abschnitt der Verordnung sichert die Beibehaltung der im Hilfsdienstgesetz vorgesehenen Arbeiter- und A n g e- stell te nau s sch ü s s e uni> erweitert sie. In allen Betrieben, Vertvaltungen und Bureaus gewerblicher, landwirtschaftlicher und anderer Art, in�denen in der Regel mindestens 23 Arbeiter oder Angestellte beschäftigt werden, sind solche Ausschüsse zu errichten. Soweit sie schon bestehen, haben Neuwahlen stattzufinden. DaS Wahlalter wird allgemein auf 23 Jahre herabgesetzt. Die Aus- schlisse haben in Zukunft bei der Regeluna der Löhne und sonstigen Arbeitsverhältnisse mitzuwirken, auch Unfall- und Gesundheitsge- fahren in dem Bctriebe bekämpfen zu helfen. Im dritten Absifmitt wird die S ck l i cht n n g v o n Arbeitsstreitigkeiten ähnlich wie im Hilssdienstgesetz geordnet. In die SchlichtungSausschüsse sind künftig auch Frauen wählbar, und das Verhandeln ist auch obne unparteiischen Vorsitzenden im Ein- vernehmen der Parteien gestattet. Für die Verkehrsanstalten des Reiches und der Bundesstaaten wird je«in besonderer Schlich- tungsansschuß mit ausschließlicher Zuständigkeit für den ganzen Bereich jeder VerkehrScmstalt errichtet. Die SchlichtungSausschüsse sollen, auch wenn sie nicht angerufen werden, darauf hinwirken. daß Eimgungsverbandlungen stattfinden und dies« selbst nötigen- falls in die Hand nebmen. Auch das ReichSarbeitSmnt kann die Durch fiihrung des Einigungs- und Schlichtungsverfahrens selbst ubernehmen oder einer bundesstaatlichcn Schlichtungsstelle zu- weisen. Den Gewerkschaften und den wirtschaftlichen Vereinigun- aen der Arbeitgeber ist weitgehende Mitwirkung bei den Vcrhand- lungcn der Ausschüsse mit dem Arbeitgeber und dem Schlicktungs- verfahren gesichert. Gewerkschaftsmitglieder. Die Direktion de?„Pakast-Thcaler", Hardenbcrgstraß«— am Zoo—, hat uns m entgegenkommender Weife für Sonnabend, den 4. Januar. Einlaßkarten zum Vorzugspreise von 2 M.(sonst 4—8 Mark) zur Verfügung gestellt. Zur Aufführung gelangt Emil RosenowS„D i e i m S ch att e n lebe n". Die Karten können von Donnerstag, den 2. Januar, in unserm Bureau, Berlin SO. 16, Engelufer Ib. I Treppe. Zim.ncr 16. vor- mittags von 3 bis 12>il und nachmittags von 4� bis 7 Uhr in Empfang genommen werden. Der Ausschuß der GcwerkschaftSkommission Berlin und Umgegend. Ein Schandlohn. Der„Lokal-Anzeigcr" enthielt vor einigen Tagen ein Inserat, in welchem das Passage Panoptikum Kassiererinnen suchte. Wie uns jetzt eine Bewerberin mitteilt, wurde ihr bei einer Arbeitszeit von 3 Uhr morgens bis 13 Uhr abends einschließlich 2 Stunden Tischzeit und alle 14 Tage ein freier Sonntag ein Monatsgehalt von 123 M. geboten. Diesen Lohn bezeichnet die Einsenderin in Anbetracht der gegenwärtigen Teuerung mit Recht als ein Schund- lohn. Denn es würde derselbe einem Stundenverdienst von 35 Pf. entsprechen. Streik der Scherlschen Angestellten. Da die Firma August Scherl, Abteilung Berliner Adreßbuch, es nicht für nötig befunden bat, auf die bescheidenen Wünsche der Angestellten überhaupt eine Antwort zu erteilen oder in Verband- lungen mit der Organisation zu treten, sahen sich die Angestellten gezwungen geschlossen die Arbeit niederzulegen. Die H'issarbeiter haben sich der Ausstandsbewegung einmütig angeschlossen Allgemeine Vereinigung Deutscher Buchhandlungs-Gehilfen. parteinackrickten. Die Kriegsbeschädigten und die Partcizersplitterung. In Nürnberg sind, wie uns von dort geschlieben wird, kürzlich die Einigungsoersuche der alten sozialdemokratischen Partei mit den Unabhängigen leider gescheitert. Am Sonntag, den 23. De- zembcr, fand eine große, sehr stark besuchte Versammlung der Kriegs- beschädigten statt. Diese Versammlung nahm eine Entschließung an, in der die Spaltung der Partei sehr bedauert und die Erwartung ausgesprochen wurde, daß noch in letzter Stunde eine Listenverbin- I dung zwischen der alten Parte! und den Unabhängigen zustande komnit. Die Versammlung war vom Reichsbund einberufen, jedoch � waren die Mitglieder des bayerischen Bundes Kriegsbeschädigter : sehr stark vertreten. Ein Vertreter des bayerischen Bundes Kriegs. � beschädigter erklärte übrigens, daß zwischen dieser Kriegsbeschädig- tenorganisation und den Reichsbund gleichfalls eine Einigung statt- gefunden hat und daß demnächst wahrscheinlich der Zusriken. Die aufgeführten Bücher können durch die Buchhandlung Borwärls, Berlin CW. LS, Lindcnllraße 3, bezogen werden. (Die Anzeige der Bücher gilt jedoch nicht als Einpfehlimg.) Kriegerheimstätten«nd Wohnungstürsorge von C. I. Fuchs. Geh. t M. Verlag von B. K. Tcubner. Leipzig. »Deutsche Zeitung», herausgegeben von den In Holland Jnler- nierten. Preis l M.. Im Abonnemcm 24 Heft« 20 M. Walter Bangert, Hamburg H, Dooenbot Etockholm. Herausgegeben vom Cormtö Orpranisatenr de la Confdrence SoeiaUsto Internationale de Stockholm. 8 Kronen. TidcnS Foilaq, Stockholm. Beruntwortlliv für Politik Erich Miltner, Berlin i für den übrigen Teil des Blattes Alsred Scholz, Neukölln: kür Amelsen Thlodor gtloikc, Berlin. Verlag' VorwSrtS-Berlag«. m. b. H.. Berlin Druck. Porwärl-Z-Bii-ddruckerei und BerlagSanstalt Paul Singer u. Co IN Berlin. Lindenltrabe 3. Hierzu 2 Beilagen.' IkM oüer Ulatur Eine sensationelle neue Broschüre von Karl Kautsky. Für den Vertrieb Straßenhändler und Vertreter per sofort gesucht Hoher Verdienst Für Auswärts vergebe Alleinvertrieb. Walter Kuhn, 5380* Berlin SW 11, Schöneberger Straße 10. lechn kum Gonamle." In'Cn leur- u. Baufach. Vorkurs beginnio.jan u.Apri1 Programm umoonst Strelltz .(Mecklenburg.) A. Wertheim leipziger Str. Königstr. Rosenlhaler Str. 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