|U. 2t. B6. lubtMu Morgen Ansaabe. Wto» taal aotaiKiaftOa.«mana vW»«» n«eiBttj, tohbtaxa Vtma* t» TO. Ul WtSSSh eftrOto Oaart Ihnubaab iOt �SfLS ��d-Uaqar»»ä a£ W« te« Obng» IbUtoatt im TO, fxd »afltlA«mwiUge Suiltflimg Uo VU, VoltSftrOunata nctmea m Zkw •noa. OaQeni(tujnröutj.«chiotd» oaö dt« CAntti magetuiQtn Is Ut v--v-g»t0uu«-Pr«t»liI.» aawliant kouuagA couaal .•anattaaatre« ( IQPfennlg W � r" Verliner Volksblskl. tat•tng«»ni(Q> So««0 tfe uaKtttg I Koytioali» Sono. ledrt»tttore Matt 20«t» SMOfnathiAi aa» l4eiga> 60 Ol, Ott 3rachtsal« de» Westen», Sptchernstraß« 5. Goethe-Symnastum, Wilmersdorf, westfälische, Ecke Mllnsterschestraß«. j Volkshaus Tharlottenburg, Rosinenstraße 4. Stadtheater Moabit, Alt-Moabit 47/48.' j)atzenhofer Brauerei-Ausschank, Turmstraße 25/24, Mittag 1 Uhr große Massenversammlungen auf folgenden Plätzen: I. Vrunnvnplatzerste Verluste, desbalb entschließ! sich der Führer, nochmals ei» DirkungSfeue? einsetzen zu lasse«. S,1S Uhr: In dem verlagShan» Büxcnstein. da» die SpartakvSlente besetzt halten ist ein schwere» Maschinengewehr aufgestellt, da« die AegierungStruppe» flankiert. GS gibt einige Verwundete. Sofort wird»ine Sanderexpedition gegen diese« Maschinengewehr unter, n»mmen. da» nnier Feuer gehalten wird. Zurzelt arbeit« vielleicht 18 Maschinengewehre. 8,85 Uhr: Di« ersten Gefangenen werd« eingebracht,«»ch ein Radfahrer, der offenbar Botschaft von Mvsse zu«„vor, wärt»" bringen sollt«, wird von dem Posten abgefangen. Die Wut unter den Soldaten gegen die SpariakuSlenie ist außerordentliche groß, man kann sich keum davon eine Vorstellung machen. 8,40 Uhr: Das Maschinengewehr bei Büxenstein ist»um Schweigen gebracht. ES beginnt wieder da» Wirkungischiehe» jjege» de» „BerwärtS" von allen Seiten. 18 Uhr: Ein Schuppen hinter dem Hau» br«in>t. Dt« Fassode ist gänzlick» zusammengeschossen. 18,30 Uhr: Der Verlag Büzenstei« wird von den Truppe»»lt stürmender Hond genommen. Etwa 28 Kesongeue»erde» eingebrocht. 18,11 llhrz Der.vor« Sri? i» d«» HS«d««?«r g<«r»i,gttrupPea. Di« VpartaftjZtatt« kommen«inzeln h«r. 011Z und 2b«rgeben sich den Soldaten bedingungslos. Etwa 2S0 Gefangene wurden abtransportiert. Die Truppen dringen ein, durchsuchen den„Vorwärts", Zimmer für Zimmer, immer werden neue Spartokist-Gestalten zutage gc- fördert. DaS Gebäude, dos 4 Höfe hat, ist außerordentlich beschä» digt. Die Durchlässe zwischen d�'n Höfen sind mit Papierrollen be- ftfrtgt, zwischen denen Maschinengewehre liegen. Hundert von Patronengurten, Patronen und Gewehren liegen herum. Im ersten Hof stehen gleich 7 Automobile, eine willkommen« Beut«, aber, wie steht daS Ge- bSud« aus! Tos Geschflh hat furchtbare Verheerungen angerichtet. Besonders an der Vorderfront. Zwischen dem S. und 4. Nock Nafft «in großes Loch. Auch ein Vorbau ist zum größten Teil wegge- 'chostcn. Im ganzen woist daS Haus etwa S Echußlöcher auf, die all« weit über Manneshöhe, etwa 1,50 cm Durchmesser. Im.Vorwärts" selbst sieht es böse auS. Die SpartakuSIcnte habe« gehest wi« die Baudale«. Gtl wird lange Zeit dauern, bis hier wieder Ordnung geschahen wird. Such di« Spartakuss« müssen schwere Verluste gehabt haben, denn im Hof liegen an verschiedenen Stellen Leichen. Di« Verlust« der RegierungSmrppen find verhältnismäßig gering. Soweit eS sich übersehen läßt, sind etwa S Tot« und 10 bis 16 verwundet« jn be- klag«. Meist Opfer de» Maschinengewehrs, daS aus dem Balkon d«8 Büxenstoinverlage» ausgestellt war. Der Jubel unter den Tolbade» ist ungeheuer. Such die Bevölkerung, namentlich der um- liegenden Häuser, gibt ihrer frohen Etinnninig lauten Sn�rnck. Regierungstruppen werden mit Zigarren nnd jkaffo, bewirtet. Di« Leute haben aber auch unter dem heutigen Morgen recht schwer gelitten, denn kein Hans ist vorhanden, daS nicht schweren Schoben austveist. Alle Fensterscheiben stnd gesprungen. Ilm zu telefonieren, ging ich in ein Privaihaus, ein Penstonat. Dort hatten di« Gr- eigniss« auf die Bewohner offenbar geistig außerordentlich stark verwirrend getvirkt. Sie wollten mit aller Gewalt sofort ausziehe», Mbei donnerten draußen noch die Geschütz« und die Maschinen» zewehr«. Man muß ja zugeben, daß die Verwirrung einig« Berechti- gunq hatte.. Gin Ehepaar war durch den Besuch einer Handvoll Maschinengewehrkugeln unsanft au« dem Schlaf« gestört worden. And eine erzählte mir händeringend, daß sie im beste« Schlaf da- durch wach wurde, daß draußen dal Geschütz los ging nnd bei ihr Sämtliche Fensterscheiben eindrückt«, aber wie gesagt, die Stimmung -st jetzt vergnüglich. Man ist froh, daß man des Terrors in dieser liegend Herr geworden ist. Tie Beschädigung der Häuser in der Umgegend ist auch schwer. Der erste, Schuß der von der Belle- Alliance-Brücke auS abgeschosten wurde, hat ei» Giebelstück de» Eckhauses am Belle-Slliance-Platz in Größe und Umfang einer anständigen Litfaßsäule heruntergeholt. Such da« Patentamt weist schwer« Echießspnrvu ans. Dt« militärisch« Leitung hat ganz vorzüglich geklappt, aber anch der Geist der Truppen war vorzüglich. Nach diesem guten Anfang ist zu hoffen, daß anch die w«i»er« Befreiung der Hauptstadt vom Terror rüstig vorwärt» schreitet. Di« Zahl de? Gefangen e« die»ach der Ginuahm« de».vorwärts" en-twaffn«t ans dt« Straß« geführt wurden, beträgt SOO. Sie wurden von den Trnppe»«». stellt; letzte hatte» Kühe, dt» Inzwischen angesammelte, empört» BoMmenge-Abzuhalten, gegen die Herausgeführten iäiiich z»«er- be». Dt« Spartakisten wurde» al»don» nwter starker Bedeckung in die Dragonerkasern« in der Belle-Alliance-Straße abgeführt. Unter ihnen befindet stch auch eine Frau, anscheinend ein« Kusstn, die den Truppen bis zum letzten Augenblick mit einem Maschinen- zewebr Widerstand leistete. Ueber da» Schicksal der Festgenom- menen ist noch nichts bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürf- :en st« bis zu ihrer Aburteilung in daS Untersuchungsgefängnis eingeliefert werden. 0?$ Vorwärts Oebäubc nach dem Sturm. Das Hau» Lindenstraße S besteht au» einem nach der Straße hin gelegenen Wohngcbäude, in dem auch die geschäftliche Verwaltung de«.Vorwärts' untergebracht ist, und au» einem tiesgegliederten In» dustriegebSude, in dem der Parteivorstand und andere Partei» inftitute sowie die Redaktion de».Vorwärts" ihren Sitz haben. DaS Wohngebäude ist fast vollständig zerstört, in der Mitte der Fassade klafft «in zwei Meter hohes Loch. Hier hat ein Volltreffer eingeschlagen, der einige Maschinengewehre mit einem Schlag erledigt yat. Tic Räume der Partei haben verhältnismäßig wenig gelitten, insbesondere ist daS Parteiarchiv mit seinen teilweise unersetzlichen Schätzen un- versehrt geblieben. Die Fenster sind freilich alle zerschlagen, und Löcher in den Wänden zeigen den Weg, den die Kugeln genommen haben. Furchtbar stnd dagegen die Verwüstungen, die der rückwärtige Teil des Gebäudes, in dem stch der eigentliche ZeUungsbetrieb befindet, erlitten hat Der ganze Flügel ist von Geschossen jeden Ka» Uber« wie ein Sieb durchschlagen, überall liegen GlaSsplttter und Steine, eine dichte Schicht von Mauerstaub hüllt alle»«in. Der Aufenthalt in diesen Räumen muß während der Beschießung entsetz. lich gewesen sein. Glücklicherweise scheint der kostbarste und verwundbarste Teil de» Betriebs, derRotattonsmaschlnensaal, wie durch ein Wun» der der allgemeinen Verheerung entgangen zu sein. Ein« der Maschi» neu soll durch unvorsichtiges Hantieren der Spart akus-Bedienung Schaden erlitten haben. In der Z e t t u n g S s e tz e r« i ist die Decke durchschlagen, Drähte liegen hier durcheinander, Flintenkugeln stnd durch einzelne Setzer- kästei, gegangen und haben die Lettern durchcinandcrgewürfeli In der Stereotypie weisen die Maschinen nur einzelne glatte Durch- Möge von Gewehrkugeln auf. Gänzlich zerschossen ist dagegen der Maschincnsetzersaal, keine einzige Setzmaschine ist in brauch- barem Zustande geblieben. In der Werks etz e rci, die eine Treppe tiefer, in der dritten Etage, liegt, steht es nicht viel b.sser auS. Rur stnd hier wieder die Setzmaschinen intakt geblieben, so daß der ZeitungSsetzere! rntSge- hoffen werden kann. Die Spartakisten scheinen noch nach der Zerstö- rung der Setzerei im vierten Stock versucht zu haben, ihre Arbeit in dem dritten weiter fortzusetzen: an drei Maschinen brannte noch die Gasheizung, die Setzer hatten ihre Arbeitsstätte offenbar in völliger Flucht verlassen müssen. AuS den RedaktionSräumen stnd verschiedene Gegenstände, die zum Privateigentum der Redakteure gehörten, verschwunden. DaS Gebäude war von den Spartakisten zu einer wahren Festung ausgebaut worden. Im Durchgang zum zweiten Hof war eine starkeBarrlkabeauS Ballen und Papierrollen aufgerichtet, hinter der noch die Maschinengewehre und zahlreiche Gewehre stehen. Ganze Kisten mit Munitton f Der Bann ist gebrochen. Berlin steht nicht mehr unter dem Zeichen des Schreckens. Die Truppen der jungen Republik stnd in Berlin eingeruckt, und sie haben bereits am Sonnabend früh rasche, entschlossen« und tapfer« OrdnungSorbeit geleistet. Was an einzelnen Bravorrrleistun-gen getan worden ist, finden unsere Leser an andgrcr Stelle unseres BlatteS. Mittags um 1 Uhr zog in musterhafter Ordnung und glän- zewder, selbstbewußter Haltung eine lang'« Reihe der republikanischen Krieger durch die Stadt. Ge» schütze, Maschinengewehre, Minenwerfer befanden sich im Zuge, und neben den kriegerischen Stahlhelmen bemerkte man in der Reihe mich manchen Z i v i l i st'e n mit umgehängten Gewehr. Wohl eine Stunde lang marsckiert« m der Potsdamer Straße Kolonne um Kolonne unter dem freudigen Beifall der auf den Straßen an Haustüren und Fenstern versammelten Meng«. Daß war ein Freudenfestl Sin Seuszer der(Weich- ternng auS«ausenden von Brüsten wurde sühlbar, daß eS ge- lungen war, die Macht zu sichern, dem verbrecherischen und blv- tiacn Terror ein Ende zu machen. Die Passanten eilten oe- schäftig zwischen Lodentüren und den vorbeiziehenden republika- nischen Truppen hin und her und spendeten mit offenen Händen Liebesgaben aller Art für die?? kreier. Zigarren, Zigaretten, klein« Süßigkeiten und sonstig« Dinge, dre man heute haben kann und ine eines Soldaren Herz erfreuen können, wurden im reichen Maße als Dankbewei» cm di« Kämpfer für di« Wiederherstellung der FrerheitSgarvntien der Republik dar- gereicht. Der frische Gesang, unter dem di« Truppen einHerzogen, hatten unzählig« Neugierige herauSstklockt. Und allen chalben breitete sich eine starke Beruhigung infolge deS heranz eheudcn Schutzes miS. Auch ein sj w i sdj e n fial l wurde lebhaft bemerkt. Ein Mann, anscheinend ein Spartakist, unternahm eS, die junge republikanische Garde anzurempeln. Sr hakte rasch einen Denkzettel weg und wurde sofort unter starker Bedeckung abgeführt. Eberls Anspreche»» di« Trnppe». Der BolkSbeaustragt« Genosse Ebert hielt gestern nachmittag 8 Uhr an die RegierungStruppen vor dem Reichs» kanzlerpalaiS folgende Ansprache: Soldaten! Führer nnd Mannschaft«»: Namen» der Reichsregierung heiße ich Sie herzlichst willkommen. Wir danken Ihne« für die hingebend« Arbeit der letzten Tage, die dazu führte, daß Sie einmütig und ent- schloffen stch hinter die Republik und ihre provisorische Re» gterung gestellt haben. Ihre Ausgabe soll fein, die öffentlich« Sicherheit, die Freiheit der Person, die Freiheit w Wort und Schrift wieder herzustellen. Wetter soll Ihre Aufgabe fein, die glatt« Durchführung der Wahlen zur Nattonalversamm- lung z» gewährleisten, aber auch die Arbeite« der National- Versammlung ficher zu stellen. Di« Nationalversammlung wird»ewckhlt von alle« Männern und Frauen unser«» Volke» aus Grnnd eine» veisptello» freien Wahlrecht» Dt« Natianalverfammlung wird der wahr« AnSdruck de» Volk»- Utas Zttnu MX »«ißt, wie glänzend die verteidig« mit Waffe»«Her Kit versehe» waren. Dort liegt noch ein Verteidiger, ein Zivilist, mit nagelnene« Langschäftern, der durch einen Kopsschuß getötet ist. Auf dem ersten Hof hatten die Spartakisten ihren Autopark eingerichtet, fünf schwere Lastwagen und zwei Personenwagen, die durch die Bcschte- ßung arg mitgenommen sind. Im zweiten Durchgang lagen mehrere Tote, darunter ein Russe, von dem man zuerst vermutet hatte, daß eS Radek sei. Im dritten Hof sah eS ebenfalls wüst auS. Kisten und Kasten, Gewehre, Revolver und zahllose Maschinengewehrstreifen laaen in einem wirren Durcheinander. Auch hier sah man noch Tote. Die GanitötSmannschasten der Garde-Iäger durchsuchten sofott alle Räum- lichkeiten und brachten die Verwundeten in Lanitätlauto». Der vierte Hos glich ein» Festung. Hia hatte man an der 5 Met« hohen Mauer, die da« Grundstück gegen di« Alexondrinenstraße abschließt, eine stark« Barrikade errichtet und mehrer« Maschinengewehre installiert. Im Keller befand sich der Verbandsraum. Die Sparta- listen hatten in Ihren Reihen einen Arzt, der den Verwundeten die erste Hisse angedelhen ließ. Drei bis vier Frauen lagen noch im Kel- lergelaß, die auf Hilfe warteten, ebenso ein Russe, der stch seine schwere Armverletzung selbst mit Papier zu verbinden gesucht batt«. Im vierten Stockwerk deS' linken Seitenflügel», in den RedaktionSräumen des„Vorwärts", befand stch ein riefige» Proviant- und Waffe» leger. Etwa 100 Kisten bi» an den Rand gefüllt mit Oessardinen, einige Dutzend schwere Speckseiten, Hundette und AberHundette von Broten und zahssose Konserdenbüchsen mit Fleisch standen dort. Man war offenbar auf eine lange Belagerung eingerichtet, lind doch genügten drei Stunden, um diese Spartakistenfestung zu Fall zu bringen I • B. 8. Der von den Trnpven am vormittag des aeffrigen Taaes wiedeneroberte„vorwärts" bildet« am Nacknnittaq da» Ziel zabl- loser Neugieriger, die die Wirkung des Artilleriefeuer» ans nächster Nähe zu sehen wünschten. Die Sch.iul»sügen kamen freilich kaum gus ihre Kosten, denn die Truppen hielten den ganzen Belle» Alliance-Platz. die Linden- und Gitschinerstraß« unter strenger Ab- sperrung. ES war einzelnen Spartakisten gelungen, stch in Häusern des Platzes und der genannten Straßen einzunisten, von wo auS sie die Soldaten zu'beschießen versuchten. Jnsolgedessen durch- suchten Patrouillen alle Häuser, auS denen Schüsse kracßten, und in säst allen Fällen gelang es ihnen, die Spariokistcn dingfest zu machen. illlstemhaus enUetrt. Am späteren Abend wutzd« das UllsteinhauS von den Re- gierunaStruppen besetzt. In einem Teile des Hauses holten sich noch Spartakisten. Sie Hinnahme des Nuxentteinkhen vpllchepeiqedaudcs. IZ. s Gleichzeitig mit dem Angriff gegen den„Vorwärts" war der Sturm auf da? Büxjenstcinsche Druckerei gcbäude vorbereitet worden. Die Sturmtrupps halfen zuvörderst morgen? gegen K Uhr bei der Niederkämpfung der Spartakisten am Halleschen Tor, und dann zogen Mannschaften an den Häusern deS Belle Alliance-PlatzeS entlang, voran eine Batterie Artillerie mit 10b Z«nttm«ter-Ge» 'ch�tzen bi» zu der auf den Platz einmündenden Wilhesmüraße Hier tonischen Truppen. willen» sei». Sie soll entschetden über da» Schicksal»u. sere» Lande» und nnsere» Volkes, über die künftige Re- gterung. Hinter der Nationalversammlung und unserer Politik steht die große Mehrheit de» deutschen Volkes, steht die große Mehrheit der Berliner Bevölkerung und vor ollem de» ar- bettenden Berlin Eine kleine Minderheit nur ist e», die in wahnwitziger Weise nach dem Grundsatz handellt, Gewalt geht vor Recht. Mit Gewalt hindern sie die Erfüllung un- serer unerläßlichen Aufgaben, treiben unser Land zur Anarchie und zum Untergang. Wir haben seit Wochen mit großer Geduld jene Gruppe zur Besonnenheit und zur Zurückhaltung gemahnt. Leider ohne Erfolg. Wen» uun diese» Treiben nicht endlich ein- gestellt wird, wen» e» sei« muß, dann muß ihm mit äußer- ster Entschlossen hett entgegengetreten Verden.(Lebhafter Betsall). Seit Tage» verlangen wir die Wiederherstellung der Preßfreihett, di« Herausgabe unserer ein- ztgen Zeitung in Berlin, de»„vorwärts", der von jener kleine» Gruppe vergewaltigt worden tft. Heute morgen schließlich mußt« die tapser« republikanische Soldatenwehr und ander« Truppe» dazu übergehen, wa» tu Güte nicht zu erreichen war, mit Gewalt herbeizuführen. Der„Vorwärts* ist wieder in nnsere» Hände». Er ist befreit lJubelnder Beifall). So bedauerlich die Opfer stnd, nnsere« wackeren Soldaten gebührt aufrichtiger Dank. Dank will ich auch bei dieser Gelegenhett der Wachmann- schast diese» Hause» aussprechen, dir t» diese» schweren Tagen In Treue und Opferfreude alles getan hat, damit die Regierung ihre wichtigsten Arbeiten erledigen konnte. So hoffe ich, Soldaten, daß wir durch Zuammenwirken dazu kommen, die Freiheit in unserem Lande aufrecht zu erhalte», dt« Nattonalvrrjammlung zu schützen, unser Wirt- schaftSlebe» weiter zu führen und tm soztaiistischeu Ginne auSzuHaue«. Unser Ziel muß sein: Glück, Wohlergeheu, die Zukunft de« deutschen Volke« sicherzustellen. I» diesem Sinne fordere ich Euch aus, mit mir etnznfttmmen: Die jung« dentsche RepuSlik, sie leb« hoch! Hierauf ergriff der Oberkommandierende RoSke da» Wort und sagt« u. a.:„Wir hoffen, daß der stattliche Zng nicht setneu Eindruck auf diejentgeu Element« verfehle» wird, die unser« Ruh« und Sicherheit stören. Die R«» gterung will diese» Elemente» mit alle» Mitteln entgegentreten!(Zurufe: Bravo!) Ich hoffe, daß der Tag nicht fern ist, wo wir Euch in Ruh« in die Stadt werden führen können. Wen« am 19. Januar ein Versuch der Ruhestörung gemacht werde« sollte, so wer de n wir ihm zu begegnen wisse«. Die Republik, sie lebe hoch!" Nach dieser imposanten Kunbgebuug der RegteruugS- wacht setzten stch die Truppe« wieder t« Bewegung und zogen durch bi«»tnden und da» Brandenburger Tor wteder nach Dahlem zurück. Earr äkä* sää äs Barrikade entfernt waren Diese Barrikade bestand au» einem gro- ßen Möbelwagen und zu beiden Seiten desselben waren Hobe Baven RotationSvapier über Mannshöhe aufgestapelt. Der Artillerie gelang es, mit ttnigen Schüssen diele« Hindernis zu beseitigen und dann rückte ein aus 80 Mann b-stehender Sturmtrupp gegen da» Portal vor, während gleichzeitig Maschinengewehrfeuer von allen Seiten auf d'e diese» Angriffe nicht gewättlaen Verteidiger niederprasselte. Die Besatzung, die etwa 100 Mann betrug- ein großer Teil befand stch nach den Aussagen von Gefangenen auf„Fouragterung mit dem „Kommandanten" mit Lastauto» in der Stadt flöchtet«»m in de» Gebäude um in den zahlreichen Aufgängen Unterschlupf zu finden. Inzwischen hatten stch etwa 20 Feldgraue, die in den nächsten Häusern der Wik» Helmstraße wohnen, bewaffnet und schloffen stch den RegierungStrup- pen an. Es gelang bald die Spartaktden au» ihren Schlupfwinkeln aufzustöbern und sie dingfest zu machen, ohne daß die angreifende Trnppe Irgendwelche Verluste hatte; dagegen waren zahlreiche Spar» takiden verwundet Wie die Räuber haben die Revolutionäre in den in der ersten Etage des Vorderhauset in der Wilhelmstraße belegenen Verlag?- und RedaktionSräumen gehaust. In den Geschäftsräumen ist nicht ein Stück ganz geblieben Die Spartakisten baben dort jeden Schrank, jeden Behälter erbrochen, die zahlreichen Schreibmaschi» nen gestohlen und fortgeschleppt, die Portolasse erbrochen. die Räume verunreinigt. Gegen 11 Uhr morgens konnte Oberst Reinhard gemeldet werden, daß da« Bürsensteinsche Gebäude In den Händen der RegierungSwipven lei. Noch immer, mittag? 1 Uhr, werden Gefangene au» den benachbarten Käufern herausgeholt. die sich über die Dächer dorthin geflüchtet baben. B-S. Was kür Slement« unter der Svartaciden-Nclatziina de» Verlages Bürenstein stch befanden, erhellt daraus, daß die Svarda» eiden in dem ganzen Kompler, den sie besetzt gehalten hatten. geraubt und gestoblen baben tt>o» ihnen irgendwie erreichbar war. So bemächtigten st« sich dreier Lastwagen, die der Firma Büren» stein gehörten,„reguirierten"»in Aimo de? Ma-ttttats der Slabt Berlin und schafften mit diesem die in der Rebaktion der Berliner Neuesten Nachrichten„beschlagnahmten" S Schreibmaschinen fort. Sie leerten 200 Flaschen Wein aus dem Keller des Verleger? und erhoben von dem Kassierer.- allerdings obne Ouitiung zu leisten. einen„Vorschuß" von 3500 Mark. In der Wohnung de» Pros. Vogt in der WilMmstrahe 9, der mit seiner Gattin verreist war. stablen sie die gejamie dem Thepaar gehörige Wäsche' und Klei- dirngSstücke. sowie olle erreichba-en wertvollen Gegenstände. Sie dranaen in sämtliche Wohnungen des Vorderhauses»in und räum- ten alle? ihnen crreichhare Silbergeschirr in einem großen Korb ei.n Diese gestohlenen Sachen konnten sie allerdinos nicht mehr schaffen, da die Voisdawer Jäger diesen edlen Herren nicht ein- mal mehr Zeit ließen, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Der Anführer dieser Gesellschaft wurde von den Fronttrupven in dem Auaenbltck überrascht, als er noch einem kleinen, aber kühnen Gritt riskie'en wollte. Auch bie Bewohner der umliegenden Häuser in der Friedrichstraß« sind durch die Spartakisten arg gebrand- schätzt worden. Stefan Großmann der bekannte Beobachter de? VossSlebenS und Feuilletonredakteur der..Vossischen Zeitting" wurde am Sonnabend nachmittag bei eiiver Besichtigung der Front des„Vorwärts'-HouseS durch eine» In- fanterieschuß am Unterschenkel verwundet. Seine Heilung dürfte mehrere Wochen danern. �er Sieg der UepadUK. Am Montag sagten Liebknecht, Eichhorn und Pieck dem Stadtkommandanten Fischer, et sei beschlossen, die Regierung noch an diesem Tag« zu stürzen. Alt Fischer daraus entsetzt erwidert«, dt« Mehrheit det arbeitenden Volket werde sich da» nicht gefallen lassen, e» werd« Mord und Totschlag und ent- setzliche» Blutvergießen geben, erwiderte Liebknecht:„Sie sind ein« sensible Natur, hier entscheiden aber n'icht Gefühle, sondern politische Tatsachen." Eine Woche voll Mord und Totschlag und Bluwergießen liegt hinter uns. Liebknecht hat eS gewollt, und die kalt und starr auf dem Boden liegen, sind sein« Opfer. Nicht die Gefühl«, sondern die politischen Totsachen haben entschieden. Liebknecht hat e» gewollt, aber sie hoben gegen ihn entschieden. Der Sturm auf den„Vorwärts" hat in wenigen Stunden zu vollem Erfolg geführt. Die Meinung der Spartakus- besatzung, das Gebäude sei uneinnehmbar, war kindlich. Un- zureichend waren die von ihr getroffenen BerteidigungSmaß- nahmen, sie reichten gerade nur dazu auS, die Zerstöruno großer Teile des Gebäudes und den Verlust zahlreicher Menschenleben notwendig zu machen— ihren Zweck haben sie nicht erreicht. ES war«in Sieg, über den die Bewohner deS ganzen Stadt- viertel» jubelten. Seit Spartakus in Lmdenstraß« 8 herrschte, gab e» fen« Sicherheit de» Lebens und deS Eigentums mehr rür sie. In der Stadt nur menschenleere Straßen, durch die die ldugeln pfiffen, bei Tage ständige Sorge vor Plünderungen! Vorgestern konnte man noch glauben, r» handle sich bei diesen Raubzügen um den verzweiflungSstrrich einer verhungernden Besatzung. Gestern hat sich erwiesen, daß da» HauS mit Vor- rät» re chlich versehen war und daß es mir räuberischer Heber- tnot war, der die gcm« Stadtgegend unsicher macht«. ES war«nsvch nicht mehr zu ertragen, und die Bevölkerung Berlin» schuldet den Kameraden im feldgrauen Rock den w ä? m st'e n D a n k, daß sie sie von dieser Plage befreit haben. Angesicht» der zahlreichen Opfer fragt man sich: Mußt« da» sein! Die Antwort lautet: Nein, eS mußte nicht seinl Spartak«» aber hat e» gewolltl Noch am Dienstag abend, al» für die Erstürmung de»„Vorwärts" alle Garantien qe- schaffen waren, verhandelt« die Reaiervna mit einer Abord- nuno de? vesotzrmgSmannschaften«nd erklärt« sich zu weiteren Berhondlunge» bereit, fall» der.vorwärt»" geräumt würbe. Di« Antwort wütet«:„Nein, den.vorwärts räumen wir t�chtl" St« haben«» ftttisi s» gewollt! Roch am Morgen de» Semnabend», der den Zusammen» bruch der Spartakisten brachte, tobte die.Rote Fahne" gegen die EmiakeiiSparol«, die die Umchhängigen— zu spät au» tak- tischen Gründen— ausgegeben hattetu und mochte sich über die von D i't t m a n n und OSkar E 0 y n ausgegeben« Paroie: �kein Blutvergießen" weidlich lustig. Hier entscheiden nicht Gesühlel" sa� Karl Liebknocht� Sein« Anhänger können aber Ifute froh sei», dcH sich die.Bluthunde" in der Reaierung von Gefühlen nicht freigemacht, sondern alle» getan haben, um die gefangenen Besotzungömannschaften vor dem Schicksal zu retten, da» sonst in ähnlichen Fällen Aufrührern, die mit den Waffen in der Hand detroffen wurden, bereitet worden ist. Alle Greuelmärchen, die von den Spartakisten am heutigen Abend verbreitet wurden, um die Bevölkerung gegen die Re- gierung aufzuhetzen, sind Schwindel. Di« Regierung ist nach wie vor bereit, die Spartakisten mit Handschuhen anzufassen, wen» Garantien dafür aegebe» werden, da'h ihr wüste» Treiben ein End« hat. Wer dt««e- wakttätigkeitenchi« ständige Bedrohung«nd Sesährdung der rtchrgen Bevölkernna, im Atwriff» tetrf fremdem Eigentum müssen dafdtora. 21 m a f Snche geswaffen werden, und«» wird Rnh« geschaffen werden Da» Truppeuansgetot, mit dem dte Regierung den Epartaku». aufftand in» Herz traf, bilden nur«ine» Ztü ihrer Macht, Die Aufrührer sollte» klarblickend genug sein, zu erkennen, daß die Ursache ihrer Niederlage darin zu finden ist, daß das ganze Volk mit verschwindenden Ausnahmen gegen sie steht. Sie haben sich in ein« Welt der Lüge und de» Wahn» hineingelebt, indem sie sich einredeten, s i e wären„da» Proletariat", wären „die revolutionär« Arbeiterschaft". Das Proletariat, die re- volutionäre Arbeiterschaft steht in Wahrheit fest geschiossen gegen sie, die Berliner Arbeiter sind Sozialisten und kern« Straßen- räuber! Mr schreibe» den 12. Januar. Von heute« einer Woche wähle« wir. Wte da» deutsche Volk, wie besonder» die Ber- liner Bevölkeruna denkt, wird sich dann klar erweisen. An der Spitze der Unabhängia-nlifte steht Ehren-Eichhorn, der famose Berliner„Polizeipräsident", nächst Liebknecht der Haupt- anstifter de» Bürgerkriegs. Da» Volk wird am 19. Januar diesen blutigen Polizeipräsidenten richten. ES wird zu Gericht sitzen über die ganze schein h'eilig« und zweideutige Politik der Link». Un ab häng iaen deren klü- gelnde, aber immer falsche Berechnung noch viel schlimmer ist al» der toll« Wahn von Spartaku». Da» Volk wird diesen Leuten so deutlich sein« Meinung sogen, daß sie endlich wissen werden, woran sie sind. Durch sein vckenntni» zur Sozial- demokrvti« wird«» die Republik, den Frieden, die freiheitlichen Errungenschaften der Revolution retten und dafür fingen, daß der blutige Schrecken nie wiederkehrt! Di- d-atjch- Nolkser«Shrm»g vi» MSrz-April gejichert! Die revolutionär« vorging« tn Lerfln habe» die allgemeine Kuh mcrffamkett von dm sonst immer t« Vordergrund« stehenden Fragen der au»wärtlgtn Politik und der Ernährung abgelenkt Die SrnShrungllagt hat sich, wt« wir erfahren, zufriedenstellend gestaltet. Die Bauet« liefern gerade in der letzten Zeit gut ab, so daß im großen Ganzen die Ernährung DeuffchlandS d i» M S r z und teilweise bi» April gesichert lst. Bis dahin hofft man an zuständiger Stelle die Zufuhren der S n t e n t e in Gang zu bringen. In S p a a befinden sich Beauftragte des Kriegsernährung». amte«, um die einschlägigen Fragen mit dm Ententmertretem zu de» raten und zu regeln. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, gibt unsere Ernährung»- läge äomtt zurzeit zu keinerlei Bedenken Anlaß, wenn die v« r k e h r»- Verhältnisse sich nicht in bedrohlicher Welse verschklmmem. Di« Zufuhren vom Lande sind besonder» reichlich. Die Kartoffel-, Fett» und Flelschversoryung erscheint in der bi»herigm Häh« bi» in da» Frühsahr hinein gesichert. Bi» dahin dstHm die Verhandlung« der Beauftragten de» KriegSernährimgSamsttz mit der Entente-Waf» fmstillstandkkommission in Spaa soweit gediehen sein, daß die Zufuh- rm au» Amerika einsetzen An dm Verhandlungm betelllgtm sich u. a. da» Vorstandsmitglied de» KriegSemährungSamte», der Ge» neralsckrrtSr Etegerwald sowie mehrere Fachleute. Arbeiter. Soldaten. Kärger! Heute um l Uhr sind S0V0 Mann mit starker Artillerie und Maschinengewehren durch Berlin und Charlottenburg marschiert. Die Regierung hat durch st« gezeigt, daß sie die Macht hat, Suren Villen durchzusetzen, ber von ihr ein Lnde der Räubereien»nd de» Blutoergießen» verlangt wird. Auch heute hofft fi« noch, daß ihre feste Entschlossenheit den Terror abschrecken, daß die Spartakisten einen Kampf um die geraubten Gebäude nicht aufnehmen, sondern die Schauplätze ihrer Schandtaten räumen werden. Täuscht diese Hoffnung auf»ine Besinnung im letzten Augenblick, dann ist die Geduld der Regierung ebenso wie Cur« erschöpft. Ihr müßtet fle wegjagen, wenn fie auch nur einen Tag noch zögert«. Im Osten plündern sparkatistisch« Banden im Auto mit vorgehaltenem Revolver die Straßen ein Hau» um» andere, während die Ctchhornschen Sicherheit»männ«r Vache stehen. Die letzt« Maske, al» handle«» sich um ein« politisch« Bewegung, ist gefallen, Raub und Plünderung entpuppt sich al» letzte» und einzige» Ziel de» Aufruhr«». Arbeiter, die R«tch»regierung hat mir die Führung der republikanischen Soldaten übertragen. Ctn Arbeiter steht also an der Spitz« der Macht der sozialistischen Republik. Ihr kennt mich und mein« Vergangenheit in der Partei. Ich bürg««uch dafür, daß kein«nnütze« Blut vergossen wird. Ich will säubern, nicht vernichten, ich will Cuch mit dem jungen republikanischen Heer die Freiheit und den Frieden bringen, vi« Ctnigkett der Arbeiterklasse muß gegen Spartaku» erfolgen, wenn Demokratie und Sozialiemu» nicht untergehen solle«. Berlin, tt- Januar ißiS- ver Oberbesehlehaber. 2To»k«. Verhaftunofen. Ei» Soh»»erl Lieb k» echt» befindet fich nnter den im.vorwärt«' verhasteten. Lebetvm»erheftet. Gestern Stacht wurde Ledebour von mehreren Soldaten verhastet. Der Vorsitzende de« Zentealrat» Leinert hat zu dieser Verhaftung die Erklärung abgegeben, daß. wenn dieselbe ohne eine bestimmte Anord- nung erfolgt sein sollte, hterzu von maßgebender Seite Stellung ge- nommen»erde. Auch Dr. Ernst«etze» ist verhastet Rade» verhaftet! Noch einem Gerücht ist der bolschewistisch« Propaganda. leitet Karl N a d« k-Sobeffohn am Sonnabend in Berlin fest. genommen worden. Res» Lnxembnrg ist nicht uater de» akfmyoai an« dem.vorwtrtA'-Ha»». Zwei Dag« vor de» Pnffch g-ge» da».Echo' war fie im sMOttrtich recht» mäßig etwoidene« oder getnteteten) Kraftwagen in Hamburg eingetroffen. Röhl- in Dresden verhaftet: Am Freitag versuchten die SvartakuSleute in Dresden nach«hm Versammlung, in der Rühle sprach, einen abermaligen Ueberfall auf dt«„Dresdner Volk»z«itung". Die ststeng« versuchte mit Gewalt, in da» abgeschlossen« Gebäude einzudringen, l» daß die militärisch««ach«, bi« i» den Hof zurückgezoge, war, sich nunmehr genäiigi sah, Maschinen- und Handgranatrnfeu« z« erbffnen 20 dl« 80 Tote sind bilher nach den vorliegenden Ermittelungen festgestellt Die Meng« stob au»etnander. Die Spartakisten hatten ein Flugblatt losgelassen, worin sie dazu aufforderten, die Rattonolwahl nnter allen Umständen zu verhindern Rühle wurde darauf befragt und gab zu, daß darunter auch Anwendung von Gewalt zu verstehen sei. Da- raufhln wurde er verhaftet, außerdem noch einige and«« Spartakisten- Häuptlinge. Spartakus gegen die Unabhängigen. Di« Unabhängigen haben für Epartaku» soviel getan, daß ihnen zu tun satt nicht» mehr übrig bleibt. Den Dank dafür empfange« fi« jetzt von der„Roten Fahne", die den Zorn ihrer Anhänger über den Zusammenbruch der Spartaku». Taktik auf die Unabhängigen abzulenken bemüht ist. Do» SpartakuS-Blätt- che« bringt in seiner Sonnabend-Nummer«inen Artikel über ..Da» versagen der Führer", der folgende wütende AnSfäll« gegen die Unabhängigen enthält: DieSmal gab die Einigungsbewegung, die unter den Arbeitern der Schworzkopfflente und einiger anderer Groß betrieb« tn Fluß gekommen ist, den erwünschten vorwand, um den eben in aller Form eingeleiteten Kampf wieder abzubrechen. Dt« Arbeiter- schast der Tchwortzkopff-Verke, de? A. der Voßstraße und m der Besselstraße ihre P 0 st« n aufgestelll. Dies« Posten wurden heute früh plötzlich von Sparta k'usleuten überfallen und sollen noch kurzer Zeit standrechtlich erschösse'« worden sein. Diese Voraänqe werden durch eidesstattliche Aussagen erwiesen Die schriftlichen eidesstattlichen Bersicherimqen sind an die Reichsreaienmg weitergegeben worden. Ausser diesen beiden Posten sollen an anderer Stell« noch sieben Regie- rungSanchanger standrechtlich erschossen wor- dm sein. Nach unseren Erkundigungen ist diese Melduno leider wckhr Zehn regierungstreue Matrosen sind spariokistischer Mordwu! zum Opfer gefallen. Au«n|e« Leser! Die Zerßirmige» t»«nsrrrm vetriei, die wir«»«derer Viel« schildern,««che» eS notwendig, daß der„BerwirtS" noch einige Tage außerhalb des eigenen Hause« erscheint. Soweit die erste Besichtigung ergibt, dürste es jedoch möglich sein, den geordneten Betrieb in kür- zcrrr Zeit wieder in Gang zu setzen. Bis dahm müssen wir unsere Leser um Nachsicht bitten. Verlag»nd Nedattion de»„Vorwärts" öe? letzte SpartaHus-�Vopvvärts'� Der letzte Spartakus.„Vorwärts" ist am 11. Januar früh erschienen und in kleiner Auflage herausgebracht worden. Er ist einen Bogen stark und auf der Innenseite fast unleserlich schwach gedruckt. Die erste Seite und die Halste der zweiten füllt ein langatmiger Artikel:„Warum sind wir gegen Eberl und Scheidemann/ Unterbrochen wird der Text durch eine— letzte—„Siegesmeldung":„Das Bekleidungsamt im Hause Jordan an der Markgrafen- und Lindcnstraße ist von u n seren Truppen, wie wir um 2 Uhr nachtS erfahren, auf m>e: Seiren unter Feuer gefetzt und genommen worden. Im übrigen klingt der Text in Vorahnung der unausbleiblichen Niederlage schon" kleinlaut. In einem Artikel„Vor der End schcidung" werden die sozialdemokratischen Arbeiter geschmack voll als„Spitzel in Arbeiterkleidung" bezeichnet. Den gläu- bigen Lesern muß man bis zum letzten Augenblick vorzuschwindeln suchen, daß eS keinen Arbeiter gibt, der etwa? andere? al? ein Spartakist ist. Zmn Schluß heißt es mit der üblichen Lügen- keckheit: »Auch im Poltgetprästdtum herrscht Alarmbereitschaft. Vi» S Uhr abends war dir Waffenruhe im großen«nd ganzen noch in Geltung. Die Demonstration etlicher Berliner Großbetriebe für eine gütliche Beilegung des Konfliktes, die im übrigen sich in müßigen Grenzen bewegte, hat den Gang der Dinge nur verzögern, aber nicht aufhalten können. Die verruchte Ebert- Regierung will den Brudcrkampf btS»um Letzten. Wohll Die Verteidiger der Revolution wissen, worum eS sich handelt. Wenn wieder Blut fließen soll, eS kommt Über die sch«nd< ltchen Berrüter an den vitalsten Rechten des Proletariat« DaS vernichtende Urteil der Geschichte wirb nicht ausbleiben." WaS„die verruchte Ebert.Meg-ierung" tun soll, wenn die Spartakisten halb Berlin annektieren und e« mn keinen Preis freiwillig wieder hercnrSgebe» wollen, wird nicht verroten. Sie hätte wahrscheinlich sich den Straßenräubern ohne Widerstand ergeben sollen,