St. 29/3«. SßJaljtg. Bezugspreis: SlecteliöStt&Tö Ml. monaU.2,26 SKt frei ins Haus vorausgahwar. Swzelne Skunmern l« Pfennig. Postbezug! Monall�ch£25 Ml.. exN. ZustcllungS. gebühr. Unier streu-band iür Deutsch- and u. Lesterreich-Ungarn ö.öv Ml, iür das übrige Au-land S.bo MI. bei iBglich einmaiigei Zustellung 7.60 MI. Poilbeilellungen nehmen an Däne- mare. Holland Luremburg. Schweden und die Schweiz. Singelragen in die Past.�eimnes. Preisliste. Der. Vorwärts' ericheint wocheiuäglich zweimal. Sonniagt einmal. Telegramni-Adrefle: »Lozialdemokrot Berltn" berliner DolKsblsttt. (la�ksnnig) Anzeigenpreis: Die achigesstaUene lllonpareillezeil« kostet S0 Pfg.„Kleine Anzeigen", das fetigedruckle Werl so Pfg. /zulässig 2 fetigedruckle Warle), jedes weitere Wort 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort so Pfg., ledes weitere Wort 16 Pfg. Worte über 16 Buchilaben zählen für zwei Worte. Teuerungszulchlag 60°,» Familien-Anzeigen, volilifchc und gewerkschaftliche Vereins- Anzeigen 60 Pfg. die Zeile. Anzeigen iür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmiNagS im Hauvtgeschäft. Verlin 633.88, Sindcnstrage 3, abgegeben werden. Geöffnet oo» ll Nhr früh bis v Uhr abends, Zentralorgan der rozlaldemokratifcben Partei Deutfchlands. Neüaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. Kernspreckier! Amt Moriuplal?, Nr.»StSV— sasik?. vorwärts-verlag G. m. b. H., SW. öS, Lindenstr. 3. Ferufprrchcr: Am: Mortchplatz, Nr. 117 53— S4. m\\\mn Ion mm* m Müs. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sind m der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag Opfer des blutigen Todes geworden, den sie— gegen alle Bitten und Beschwö- rungen ihrer einstigen Freunde und Parteigenossen—, von einer Wahnidee vorwärtsgepeitscht, selber ins Land gerufen ' hatten. Ihnen hatte„die erste Revolution" nicht gcniigt, die mit so geringen Opfern eine ungeheure Umwälzung gebracht hatte, sie wollten„die zweite", und ihr Ziel schien ihnen so groß, daß ihnen alle Schrecknisse des Bürgerkriegs, die Ent- fesselun der wildesten Leidenschaften von allen Seiten, da- gegen gering dünkten. So sind sie jetzt gefallen wie Gestalten der Tragödie, und ihr grauenhafter Untergang erschüttert auch den, der ihre furchtbare Schuld nicht verkennt. Indes darf heute nicht mehr nur von Schuld auf der einen Seite die Rede sein. Der Pöbel, der eine gefangene Frau zu Tode schleift, steht nicht über, sondern eher unter den Einbrechern und Plünderern, die in der Berliner Blut- Woche so schrecklich hausten; dem niedrigen Verbrechertum darf weder hüben noch drüben politische Leidenschaft als deckender Mantel dienen. Alle, die das Recht wollen und die Gewalt verabscheuen, müssen im Geiste unparteiischer Gerechtigkeit zu- sammenstehen. um zu verhindern, daß der Mord zum poli- tischen Kampfmittel in Deutschland wird. Noch vor wenigen Tagen ist an dieser Stelle gesagt wor- den, daß wir auch inmitten aller Wahnsinnsgreuel einen reinen Kern in der Spartakus-Bewegung nicht ver- kennen und daß wir Sozialdemokraten diese Bewegung, so sehr wir sie bekämpfen müssen, nickt mit den Augen des preußischen Ordnungsmannes, des besorgten Kapitalisten, des ratlosen Spießbürgers betrachten dürfen. Muß gegen Gewalt Gewalt angewendet werden und heischt die Gesctzesvcrletzung ihre Sühne, so gelten im Kampfe gegen Ideen doch nur geistige Waffen, nicht Maschinengewehre und Handgranaten, nickt Knüppel und Steine. Wir müssen um jeden Preis heraus aus dieser geistigen Verwirrung, die nickt nur das Leben einzelner, sondern das des ganzen Volkes aufs schwerste iedroht. Die Regie-nng hat die allerstrengste Untersuchung der Umstände ange rdnet, unter denen die beiden Gefangenen ums Leben gekomm 1 sind. Ist im Fall Luremburg ohne weiteres klar, daß von l sher noch unbekannten Tötern ein schweres Verbrech ei verübt worden ist, so bedarf der Fall Lieb- kn echt noch sc. r der Aufklärung. Nach Behauptung der Be- gleitmannschaft ist Liebknecht auf der Flucht erschossen worden. nachdem er einen seiner Verfolger, der ihn fassen wollte, mit einem Messer an der Hand verwundet hatte. Auch wenn diese Darstellung richtig sein sollte, müßten die getroffenen mili- tärischen Maßnahmen einer scharfen Kritik unterliegen, denn es war die Aufgabe der Begleitmannschaften, ihren Ge- fangenen zu entwaffnen und ihn so zu behüten, daß ein Fluchtversuch mit seinem tragischen Ausgang unmöglich wurde. Ferner war es die Aufgabe des Militärs, die beiden Ge- fangenen vor den Mißhandlungsverstichen einer fanatischen Menge zu schützen, und auch diese Aufgabe hat es in beiden Fällen nicht gelöst. Daß sick eine Begleitmannschast einen Ge- fangenen von einem x-beliebigen Menschenhaufen entreißen läßt, der dann, ohne verfolgt und erreicht zu werden, seine menschliche Beute mit sick fortschleppen kann, ist ein ganz unerhörter Fall. Das Militär scheint sich nicht Aar darüber gewesen zu sein, daß es seine eiserne Pflicht war, die beiden Gefangenen auf olle Fälle unversehrt einzuliefern. Das ist ihm nickt gelungen, und die Regrerimg ist entschlossen, -gegen die hierfür Verantwortlichen mit der gebotenen Schärfe vorzugehen. Die„Freiheit" geht in ihrer Hetze soweit, die Sozial- demokratie. ihre Regierung und ihre Presse für das Geschehene verantwortlich zu machen. Die Regrerimg bat zum Schutze der Reickshauptstadt gegen Einbruch und Plünderung das Not- wendige getan, und sie hat sick dabei der Kräfte bedienen müssen, die ihr zur Verfügung standen. Nach der Entfesselung des Bürgerkriegs, die von der andern Seite gewollt und her- beigeführt war, sie für die moralischen Eigenschaften jedes einzelnen der gegen Spartakus stehenden Elemente verant- wortlich zu macken, ist aufs äußerste ungerecht. Die Rearernng ist aber fest entschlossen, allem Unrecht, das gegen die An- hänaer der Spartakus-Bewegung begangen wird, ebenso un- nacksichtlich entgegenzutreten, wie allem Unrecht, das diese selbst begehen. Und das ist das Einzige, was man gereckter- Wesse von ihr verlangen kann. Sie bat ein ebenso gutes Ge- wissen wie die sozialdemokraftsche Presse, die den Blutwabnssnn mit allen Vernunftgründen bekämpft bat— und deshalb wockenlanaer Unterdrückung durch den Spartakusterror zum Opfer gefallen ist. Uns klingt nock immer das schreckliche Wort Karl Lieb- knechts ins Ohr, das er hu Beginn seines wahnsinnigen Put- sches, der sogenannten„zweiten Revolution" sprach:„Hier entscheiden nicht Gefühle, sondern politische Tat- fachen." Wir können uns angesichts der sich häufenden blutigen Schrecken der Gefühle nicht ganz erwehren— aber auch darüber sind wir uns Aar, daß letzten Endes die poli- tischen Tatsachen entscheiden müssen. Wer in Spartakus und dem Bolschsvismus bisher eine furchtbare Gefahr für imser Volk, vor allem für die Arbeiterklasse selbst erkannt hat, der wird sie auch weiter bekämpfen. Deutschland darf nicht dem Faustrecht verfallen. Wo, wie in unserem Lande, Millionen auf engem Raum miteinander hausen, da ist eine feste Regel des Zusammenlebens eine Not- wendigkeit für alle, und darum strebt auch die Sozialdemo- kratie nicht zur Gesetzlosigkeit, sondern zu einer höheren Ordnung, die nur aufgebaut sein kann auf dem Grundsatz der Demokratie. Daß sich die Spartakus-Bewegung in toller Verblendung gegen ihn wandte, wurde zur Ursache ihrer Katastrophe. Die Sozialdemokratie steht inmitten alles Wahn- sinns von rechts und links für demokratsschc Ordnung, für Schutz des Menschenlebens, für Recht gegen Gewalt. Dafür kämpft sie— glaube niemand, daß es möglich sein wird, sie zu entwaffnen! Die amtliche Darstellung. Meldung des Wolffschen Telegraphen-BureauS. Uober die Erschießung Liebknechts beim Fluchtversuch und über die Tötung der Frau Rosa Luxemburg auf der Fahrt zum Unter- i suchu n gsgefän gni S nüvd vom Stab der Garde-Kavallerie-Schützcn- Division folgender Bericht verbreitet: 1. Mittwoch, den 15. Fanuar. gegen 9.30 Uhr abends, wurde durch Mannschaften der Wilmersdorfcr Bürgerwehr der in Wil» ntersdorf, Mannheimer St. 43, vorlaufig festgenommene Dr. Karl Liebknecht und gegen 10 Uhr die gleichfalls dort vorläufig festgenommene Frau Rosa Luxemburg beim Stab der Garde- Kavallerie-fSchützcnl-Division eingeliefert. Nach kurzer Vernehmung der vorläufig Festgenommenen zur Feststellung ihrer Personen wurde zunächst Dr. Liebknecht eröffnet, daß er sich weiterhin als vorläufig festgenommen anzusehen habe itwd auf Anordnung der vorgesetzten Dienststelle lAbteilung Lüttwitzi in das Mcabiter Untersuchtingsgefängnis geschafft würde, wo die Wciterverfügung über ihn die Reichsregierung zu treffen habe. Die Nachricht von der Verhaftung und dem Aufenthaltsort von Liebknecht und Rosa Luremburg hatte sich schnell in der Umgebung des Hotels verbreitet. Die Folge davon war eine große Menschen- ansammlung vor dem Eden-Hotel._ Teile des Publikums drangen sogar bis in die Halle des Hotels ein. Von der Garde-Kavallerie-sSchützen-jDivision erhielt der Fuh- ver der in Aussicht genommenen Begleitmannschaft daher den ausdrücklichen Befehl, von der Menge unbemerkt Dr. Karl Lieb- knecht durch einen EcitenauSgang aus dem Haufe zu schaffen und ihn in einem Diem'tautomobil nach Moabit zu bring«:. Der Führer machte Dr. Liebknecht ausdrücklich dartraf aufmerksam, daß er bei cincin Fluchtversuch von seiner Waffe Olebrauch machen werde. Inzwischen hatte sich aber beveitS auch am SeitenauSgang eine zahlreiche Mlenschemnenge versammelt, so daß es der Bcglettmann- schast nur mühsam gelang, sich einen Weg zu bahnen. Als Lieb- knecht und die Begleitmannschaften gerade im Wagen Platz ge- nommen hatten und der Wagen im Begriff ttntt, anzufahren, erhielt Liebknecht aus der den Wagen umdrängenden Menge von hin- ren von einem unbekannten Täter einen wuchti- gsn Schlag über den Kopf, durch den er eine stark blutende Kopfverletzung davontrug. Der Führer der Begleitmannschast ließ daraufhin das Automobil so schnell wie mögjlich anlaufen, um Liebknecht vor der Menge zu schützen. Zur Vermeidung von Aufsehen wählte der Führer der Beglett- .Mannschaft einen Umweg durch den Tiergarten nach Moabit.?lm Neuen See blieb der Kraftwagen stehen, der offenbar durch das Knelle Anfahren in Unordnung geraten war. Als ans Befrage:: : Kraftwagenfuhrer angab, daß die Wiederherstellung der Ma- . schüre einige Zeit erfordern würde, fragte der Führer der Begleit- l Mannschaft Dr. Liebknecht, db er sich kräftig genug fühle, die Char- lottenburger Chauffce zu Fuß zu erreichen. Hierbei leitete ihn die Absicht, sich eines Mietwagens zu bedienen, falls der Dienstwagen nicht bald wieder fahrbereit geinacht werden könne. Als sich die Begleitmannschaften etwa 50 Meter von: Wagen entfernt hatten, machte sich Liebknecht von ihnen l»S und rannte eiligst in gerader Richtung von ihnen fort. Der eine Begleitmann wollte ihn halten, erhielt �aber von Liebknecht einen Messerstich in die rechte Hand. Da Liebknecht auf mehrfaches Anrufe« nicht stehen blieb, schössen mehrere Leute der Begleitmannschaften hinter ihm her; einige Augenblicke später stürzte Liebknecht zusammen und war an- scheinend sofort tot. 2. Auf Befehl der Garde-Kavallerie-lS mit einem Völkerbund ablehnen würden, dann würden sie die nächsten Wahlen verlieren. Genf, 16 Januar. IT. Uö Wie der Vertreter des.Coiriere della Sera" in Paris seniem Blatte meldet, macht sich innerhalb der leitenden französischen K r e i s,e ein Umschwung zugunsten de? Völkerbundes bemerkbar. In Mailand fanden am Sonntag große Kundgebungen deS Volkes für eine» Völkerbund stau. fin öie Zrauen! ßlutumwiurchet und tfjmenlcbwtr zogen die Jahr«, hart und leer war unter Leben, Codumdroht gingen wir bin durch all die flot- fckänncr starben, Rinder verdarben, wir schafften ums Brot. Bis unter Cag kam l pisnernber war es voll ffruhlingsluft, Toll Lcrcbentehlag und Teilchenduft» fsiovember, wie kaum Ihn Menfcben gefehn Toll Drangen und CRerden und Huferftehn. Hus all den Strömen von jungem Blut Muchs eines Tolhcs Terzwelflungsmut. es rüttelte hart an der Zwingburg Cor, Und fiehe I Menschen ttrSmten hervor, Zur Freiheit, zur Sonne, zum Mentchenteln J Klirrend zerfprangen Ketten und Schein. Opfer fielen mit jauchzendem Schrei auf sterbenden Lippen» Unter Totti ist frei! illnd frei sind auch wir» wir geknechteten f rau*n I Mir dürfen froh auf zur Sonn« fcbau'n. Dürfen segnend die Rand« beben, Dürfen lieben das heilige Leben. Rein ift die Seele flammcndurcblobt. Irrtum und■fehle, Schmerz und piot Läßt der Liebe heiligen Schein Retter nur leuchten, weit hinein! Mun gilt es der Zukunft Raus zu bau'«, Drum wählet gut, Ihr deutschen frau'n. stiun liegt das Schicksal in 6urcr Rand, Wählet den Weg ins freie Land! _ Klara Bohm-Schuch. Sklavenausstanö. In dem Namen Spartacus, den die hyper- unt» damit konter- evolutionäre Bewegung in Deutschland fich zulegte, liegt ihr Wesen ..b ihr Schicksal beschlossen. Der Name beleuchtete in btefm Falle wirklich etwas mehr als eine verschwommene und den Massen wenig geläufige Erinnerung an den römischen Sklaven, der in den Jahren 73—71 vor Christi den italienischen Sklaven- oder Gladiatoremaui- stand geführt hat. Der Aufstand der Sklaven war keine Revolution im MarrSchen Sinn«; ste beabsichtigte nicht, den Ueberbau einer herrschenden Klasse zu stürzen und eine neue Klasse einzusetzen, die dank der Wirtschaft- lichen Entwicklung berufen war, eine höhere Form der gesellfchast- lichen Arbeit durchzuführen. Man versteht die Sympathie aller Unterdrückten mit allen BefreiungSkäinpfern. Aber die Berzweif- lungSrevolte von Sklaven bietet nur ganz oberflächliche Beziehungen zum EmanzopationSkampf des modernen Proletariats. Der Sklavenoufruhr war von vornherein zum Scheitern bestimmt— und auch im Fall« seine» Sieges hätte er keinem höheren Prinzip zum Durchbruch verholfen. Di« antike Wirtschaft war auf der Sklaverei aufgebaut, und dies« konnte erst abgelöst werden, als ste unwirt- schaftlich geworden war. Hätte SpartacuS sein« Sklaven triam- phieren sehen, so wäre nur ein Personenwechsel erfolgt: die früheren Herren wären versklavt wordep. Liebknechts Rebellion war genau so aussichtslos wie die des Spartacus, nur daß sie viel kürzer gedauert hat und über einen viel geringeren Volksteil verfügte. Die ungebeuere Mehrheit de? sozialdemokratischen Volles(vom Bürgertum ist Isier keine Red«) stand wte ein Wall gegen den wahnwitzigen Gewalt- versuch. Hätte der modern« SpartaeuS seinen Terror der Masse aufgeKwunaen, es wäre wie im alten Rom zu einem Zusammen- brück der Wirtschaft und zu einer erneuten Sklaverei gekommen— wie in Rußland. Der Name SpartacuS war vorbedeutend für den Ausgang— vorbedeutend auch für das individuelle Schicksal der Führerschaft. Um SpartacuS' Name wetterleuchtet durch die Darstellung seiner Usberwinder hindurch eine seltsame Gloriole, die zur Uebernahme des Namens verlockt haben mag. Die Ueberlieferung sagt: er sei ursprünglich«in Freier und ein gebildeter und Hochstehender Mensch gewesen, und weit cmSgveisende Pläne werden ihm zugeschrieben. Die EntwicSung Liebknechts und vieler feiner Parteigänger liegt aber vor uns. Niemand bestreitet den von al«r Niedrigkeit und Gmneinheit freien Charakter, den Glauiben an sein freilich ver- stiegeneS Ideal— aber jeder hat auch den zehrenden Ehrgeiz in seinem Auge leuchten sehen und ihn bei näherer Bekanntschaft als einen persönlich liebenswürdigen, rein intellektuell gerichteten Un- wirklichkeitsmenfchen und zuletzt zweikelloS verwirrten Desperado kennen lernen können. Keine große Persönlichkeit, keine auch nur entfernte Annäherung selbst an Lnssalloß Bedeutung— ein Provo- later größeren Stils, ei« Aeschinengewshr der Agitation, ein von sich Berauschter, der seine Phantasmen für reale Politische Faktoren hielt. Als Parteiführer des demokratischen Sozialismus konnte Lieb- knecht junior nie eine besondere Rolle spiele». Sein« antimilitari- stische Propaganda, mit der er began«, bewies sofort, daß er sein« Sache auf sich stellte, daß er, was ihm Natur und Umstände ver- sagte, sich erzwingen wollte. Di« Zerrüttung, die der Krieg in den Gehirnen erwirken, bei seiner flackernden Machtgier das Sprungbrett Der Imperialismus der Gewalt hatte nun auch abgesprengte Scharen der Arbeiterschaft und der Intellektuellen erfaßt und die Lust zum Terror von unten erzeugt. Wie im alten Rom ideal bewegte Führer, darunter aber De- klassierte. Schutt des Bürgertums, das ins Rutschen kam. eine von Räuberromanttk erfüllte Jugend und Lumpenproletariat. Die alte Geschichte ist voll von den Untaten der Spattacusbanden. Man man noch so viel auf daS Konto des Klassenhasses schreiben, die Psvcko- lvgie jedes Sklavenaufstandes ergibt notwendig die gleichen Er- scheimingen der Räch« und der Gewalt. Der Sklave, der kein erreichbares Ziel vor Augen hat, will seine individuelle Wut an seinen Opfern auslassen, er will plündern und rauben und prassen. Die Führer, die ihn hindern wollen, werden beiseite geschoben oder Sklaven der blinden Massen, die sie riefen. Di« Spartacusscharen, die in der blutigen Woche Berlin mit ihren Schandtaten erfüllten— schließlich bei reinem Verbrechen und individuell-anarchistischer Gewalt endend— sind freilich keine Barbaren wie ihre Namensvorbilder, aber die Verzweiflung, die Aussichtslosigkeit ihre? Zieles oder auch die pure Abenteurer- und Beutelust hat auch in ihnen modifiziert« Formen ausgelöst. Der Vergleiche bieten sich in der alten und neuen SpartacuS- bewegung noch mehr. Sie alle können aber nur erhärten, daß die eine wie die andere«in Sklavenaufltcmd mit allen typischen Er- scheimingen eines solchen, daß die Befreiung der Arbeiterklasse und der Aufstieg zu einer höheren Wirtschaftsform nicht auf dieser Bahn liegen, die notwendig ins Nicht» leitet. Eine spätere Zeit mag diese Abirrung der großen Gesamtrevolutton milder ansehen als wir, die wir nicht nur ihren Terror zu erleiden, sondern auch den Wahnwitz ihrer Folgen zu befürchten hatten. Ob sie Liebknecht und den Seinen den Nimbus des antiken SpartacuS verleihen wird, ist heut nicht unsere Sorge._ Notizen. — Vorträg«. Prof. Gustav Pauli spricht am 20. Januar im Kliridworth-Ähartvenkasaal über»Kunst und Revolu- t i o n". — Musik. Der für den 17. d. M. angesetzte Orchesterabend von Prof. Schillings findet nicht statt. Gelöste Karten werden zurückgezahlt. — Ku n st ch r o n i k. Bei Paul Cassirer zeigt die nächste AuS- stellung Arbeiten von Walter Helbig. HanS L. Katz und Marie Nauen. Ferner ältere Arbeiten von Max Beckmann, Theo von Brockhusen und Julius PaScin. — A n der HandelS-Hochschule Berlin werden die Vorlesungen und Uebungen von Montag, den 20. Januar ab wieder aufgenommen. Wähler, Wählerinnen! Sonntag ist Wahltag, Gerichtstag des deutschen Volkes! Heder Staatsbürger, jede Staatsbürgerin, die am 19. Ja- nuar das 20. Lebensjahr vollendet haben, übe sein Wahl- recht aus! Die Wahl beginnt früh 9 Uhr und endet abends 8 U h r. Gehe jeder zeitig zum Wahllokal, um nicht durch den Schluß des Wahlaktes seiner Stimme verlustig zu gehen. Entgegen den Bestimmungen des früheren Wahlgesetzes haben jetzt auch Soldaten das Wahlrecht, ebenso auch Personen, die sich im Konkurs befiniden, oder aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung bezogen haben bzw. noch beziehen. Das Wahlrecht kann nur der ausüben, dessen Nmne i n der W ä h le r l i st e steht. Eine Ausnahme hiervon machen nur nach dem 6. Januar aus dem Heeresdienst Entlassene, die ohne Eintragung in die Wählerliste aus Grund eine? Be- scheimgung über ihre Heimkehr dort zur Wahl zugelassen werden, wo sie sich am Wahltag auflialten. Aendernngen der Stimmzettel(Streichungen) find zwar zulässig, aber zwecklos. Unvollständige Stimm- zettel(die also weniger Namen enthalten als Kandidaten zu wählen sind) haben die gleiche Geltung wie vollständige. Solche Aenderungen berühren nicht die Gültigkeit des Wahl- zettels, sind aber auch ohne Einfluß auf das Wahlergebnis. Steht ans dem abgegebenen Stimmzettel auch nur ein Name der beim Äohlvorstrher eingereichten Kandidatenliste, also z.B. der e r st e N a ni e, so genügt das zur Bezeichnung des Wahl- Vorschlages, also gesamten Äste. U n g ü t t ig sind Stimmzettel, die Namen aus anderen oder aus verschiedenen Wahlvorschlägen enthalten, des- gleichen ungültig sind Stimmzettel, die nur sogenannte„Wilde" enthalten, d. h, Personen, die aus keinem der öffentlich bekannt- gegebenen Wablvorschläge benannt sind. Das Hinzuschreiben von illanien solcher„Wilden" ist unschädlich, aber auch unwirk- sam. da dide Personen nie als gewählt gelteä können. Gebe daher jeder seinen Stimmzettel un- verändert ab, achte nur jeber darauf, daß er den Stimmzettel unserer Kandidaten ab- gibt. Unsere Kandidaten sind: in Herlin: Philipp Zchcidemann, PolkSbeauftragter. Richard sslichcr, Geschäftsführer. Wilhelm Pfannkuch, Parteisekretär. Robert Schmidt, Unterstaatssekretär. Hugo Heimann, Stadtverordneten Vorsteher-Stellvertreter. Engen Ernst, Verwalter. Wall» Wepler. lldcls Auschick, Metallarbeiter. 'ldols Ritter, Arbeitersekrctär. Martha Horpe, Gewcrkscbastsangestcllr' Ernst Heilmnnn, Redakteur. Hugo Kamossa, Redakteur. Andreas Mirus, Sekretär. Gusav Machholz, Schriftsteller. in 5e'tow-Hceskow-CHarlottenburg: gritz Ebcrt, Mitgsicd der NcichSrcgierung, Berlin-Treptow granz Krüger, Gcschäflsfübrer, Cöpcnick. grau Elfrird. Rtzneck, Berlin-Baumschnlenweg. Heinrich Schulz, Schriftsteller, Bcrlin-Steglitz. afranz Thurow, Gewcrkscklaftssekrctär. Neukölln. Alex Pagets, Parteisekretär. Berlin. lohanncS Haß, Verbandssekretär, Berlin-Treptow. August Heitmann, Schneider, Neukölln. üeinhold Küter, Krankenkassenbcamtcr, Bln.-Schöneberg. in Nieüerbarnim: Rudolf Wisiell, Aentralarbeitersekretär, Beclin-Treptow, Plesserslraße 2 lll. Marie Iuchacz, Partei sckretörin, v e r I i n Tempelherrenstrcißc v II. Otto Sidow, ZcitungSverleger. Brandenburg a. d. H., Steinstvaße 22. Emil Stahl, Stadtverordneter. Spandau, Marschallstraße lll. Hermann Müller, Arbeitersekretär. Berlin-Lichtenberg, GrliphiuSstraße 34 Ferdinand Ewald, Stadtverordneter, Berlin. Schönleinstraße 3. Adolf Wuschick, Metallarbeiter, Berlin-Lichtenberg, Röderstraße S3. Anna Simon, Sekretärin, Brandenburg a. d. H., Jahnstraße 13. Bernhard Bruns, Stadtverordneter, Berlin, Görlitzer Straße 7b. Wilhelm Siering, Gewer ksckxiftssekretär, Be r l i n, Däncnstraße 4 III.> weiteres Anwachsen üer Arbeitslosigkeit. Zweihunderttausend Arbeitslose in Grotz-Berlin. Die Zahl der Berliner Arbeitslosen hat auch im neuen Jahre ihre steigende Tendenz beibehalten. Bon den gemeindlichen Nachweisen, die hauptsächlich von unorganisierten und Ivemger gut organisierten Berufen in Anspruch genommen werben, und eben- so von den G e w e r k s ch a f t S n a ch w e i s e n. werden erhebliche Steigerungen der Zahl der Arbeitslosen gemeldet. Di« letzten bekannten Ziffern des Berliner Städtischen Arbeitsnachweises sind 40 400 männliche und 1S800 weibliche Arbeitslose. Neu eingetragen wurden am Tage unserer Anfrage über 5000 Arbeitslose. Dem. gegenüber ist die Zahl der offenen Stellen kaum nennenswert und beträgt nicht ganz 800. Di« städtischen Nach- weise der großen Vorort« weisen ebenfalls hohe Ziffern auf, z. B. Lichtenberg rund 10 000, Schöneberg annähernd 4000 Arbeits- lose usw. 1 Gewaltige Arbeitslosenzisfern werden auch von den großen Gewerkschaften gemeldet. Beim Nachweis des Deutschen Me- tallarbeiterverbandeS beträgt die letzte bekannte Ziffer rund 30 000, bei den Holzarbeitern 8000, bei den Bau- a r b e i t e r n 2000. Auch die kleineren Gewerkschaften haben hohe Aobeitslosenzahlen. Insbesondere bei den hochqualifi- zierten Arbeitern erreicht die Arbeitslosigkeit einen hohen Prozent- satz der Gesamtbeschästigten. Dies trifft besonders bei den Mecha- nikern, Buchdruckern, Lithographen und Steindruckern usw. zu. Alle diese Umstände berücksichtigt, geht man wohl kaum fehl, wenn man annimmt, daß die Gesamtzahl der Grotz-Berliner Arbeftslosen bald das zweite Hunderttausend erreicht haben wird. Unterbringung von Arbeitslosen. Von den zuständigen Reichsämtern wird augenblicklich eine Gesetzesvorlage vorbereilet, die die geregelle Einstellung und Unterbringung der sehr zahlreichen Arbeilslosen zum Ziele hat. Eine Neüe Scheiüemanns. Zum Tode Liebknechts und Rosa Luxemburgs. Kastel, 16. Januar. In der Stadthalle hiölt Volksbcauftragter Scheidemann Donnerstagabend vor einer nach Tausenden zählenden Wählerversammlung eine Rede, in der er mit Bezugnahme aus die jüngsten Berliner Vorgänge Nachstehendes sagte: Man hat die schrecklichen Ereignisse, die wir in Berlin in den letzten Tagen durchlebten, einen Bruderkrieg genannt. Ich kann die Berechtigung dieses Ausdruckes nur teilweise anerkennen. Verbrecher und Plünderer sind nicht meine Brüder. Der Kampf gegen das gemeine Verbrechertum, das Geldschränke knackt und Kaufleuten mit vorgehaltener Pistole Geld und Waren wegnimmt, ist kein« politische Angelegenheit. Sie hat nichts zu tun mit den inneren Auseinandersetzungen der Arbeiterbewegung. Die deutschen Arbeiter find Sozialisten, aber keine Straßenräuber. Die Scharen von Spartakus sind ein seltsames Gdmisch. An ihrer Spitze stehen und standen zum Teil Personen, die von einer politischen Wahnidee verblendet sind und waren. Ich sage ausdrücklich waren, denn die Nachrichten vom Tode Liebknechts und der Frau Luxemburg sind richtig, wie mir aus Berlin telcphonisch mitgeteilt worden ist. Einzelheiten kenne ich noch nicht. Ich bedanere den Tod der beiden aufrichtig aus gutem Grunde. Sie haben Tag für Tag das Volk zu den Waffen gc- rufen und zum gewaltsamen Sturz der Regierung aufgefordert. Sie sind nun seil st Opfer ihrer eigenen blutigen Terrortaktik geworden. Bei Frau Luxemburg, einer hochbegabten Russin, die pro forma einen deuischen Arbeiter geheiratet hatte, um die deutsche Staats. angehörigkcit zu erwerben und sich dadurch vor einer Ausweisung 4U schützen, ist mir der Fanatismus begreiflich, nicht aber bei Liebknecht, dem Sohne Wilhelm Licbknechts, den wir alle verehrten und noch verehren. Von Wilhelm Lieb'neckt stammt das Wort, daß wir in den Sozialismus hineinwachsen. Sein Sohn, der nun- mehr tote Karl Liebknecht, bat sich leider vollkommen in die russisch-terroristische Taktik einspinnen lassen. Sozialdemokraten waren Liebknecht und Frau Luxemburg längst nicht mehr, denn den Sozialdemokraten sind die Gesetze der Demo- kratie heilig, gegen die sich jene auflehnten. Jener Auflehnung wegen und Werl sich neben irregeleitcien Arbeitern auch das wiistest? Verbrechergesindel an ihre Fersen geheftet hat. mußten und müssen wir sie bekämpfen Wenn mein wahnsinniger Bruder die Flinte auf mich anlegt, so kann ich, wenn es mich allein g ht, mich er- schießen lassen, um sein Blui zu selurnen, aber wenn ich im Begriffe bin. mich in ein brennendes HaüS zu stürzen, um Weib und Kind zu reiten und der wahnsinnige Bruder legt dann auf mich an. dann hilft nichis mehr, dann muß ich mich gegen chn zur Wehr sehen. denn dann geht es nicht mehr um mich, sondern um viele andere. So aber lagen die Dinge. Wir sind ein geschlagene? Volk und wir kämpfen mit moralischen Waffen, denn andere l?aben wir nicht mehr, um einen gerechten Frieden, Wenn wir seht in An» archie versin'en, wenn wir jetzt durch den Willen Rußlands und der Spartakisten in einen neuen Krieg gehetzt würden, dann bräche auch das Letzte zusammen. Darum hoben wir uns gewehrt, mußten wir unS wehren, und darum bedeutet die R i e d e r w e r s u n g des Spartak» Saui st an d e S für unser Volk, ganz besonders auch ftir die Arbeiterklasse einen Akt der Rettung, den zu voll. bringen wir vor unserem Volke und vor der Geschichte verpflichtet waren, n. Selbst den Toö respektieren sie nicht. Der.Täglichen Rundschau" blieb es vorbebnlien, selbst die Toten noch zu beleidigen. In Deutschland geborte der Relpekt vor dem Tode bisber z» den eiufachsten Anstandsreneln Vor dem Tode senkt man die Waff-n, Anders die„Tägl, Rundich." Sie schreibt ,um Tode Liebknechts und LuremburgS:' .Blut schrie nach Blut! DaS Blutbad, das Liebknecht und Rosa Luxemburg angerichtet, verlangt Sübne. Sic ist schnell ein- getreten und war bei der Roia Luremburg grausam aber gerecht Man ichlug die Gal'zicrin tot. Der Volkszoin, übermächtig und iingcbeueilich geworden, verlanate die Rache," Gegenüber solch ekelbaiten Sudeleien deS.deutsch-nationalen" Blaue» stnd doch die vctächtltchsicn Spaitakisleiitateii noch grundanständige Handlungen. � die derpsiichtungsformel der Negierungs- truppen. Berlin, 16. Januar. Trotz aller bisherigen Veröffentlichungen tauchen immer wieder Zweifel darüber auf, ob nicht mit den im Gange befindlichen militärischen Maßnahmen reaktionärer Strö- mungcn verbunden sind. Um dieses völlig unberechtigte Mißtrauen endgültig aus der Well zu schaffen, wird nochmals der Wortlaut der den RegierungSlruppen abgenommenen Verpflichtung— Offi. zieren wie Mannschaften— bekanntgegeben: „Ich verpflichte mich, der deutschen sozialistischen demokratischen Republik mit allen Kräften und nach bestem Wissen als Soldat zu dienen. Tie jcpige provisorische Regierung werde ich unbedingt schützen und üe unterstützen in der?l»frcchterl>altiing der Ruhe und Ordnung im Innern und an den Grenzen de« Reiches. Ich trete ein für ungestörte Nationalwahlcn, den Schutz der Nationalver- sammlung und der von dieser beschlossenen Gesetze." Requisitlonsrelfen der �vorwärts� Spartakisten. Bei un« ist folgend« Rechnung eingelaufen: Dom. Swönfließ(Bez. verltn), 9. Januar 1919, Rechnung für Kommission VorwärlShauS, Berlin. Wir lieferten: 65 Zentner Kartoffeln, a 6,—........ 890,— 591. 2 Färien, a 1500,—........... 3000,—, 20 Pfd. Leber-, Fleisch- und Schlackwurst, a 6,—. 120,—. 3510,— M. Der Rechnung war folgendes Schreiben beigelegt: Kommission �ZorwärtShauS". Berlin, Lindenstr. 3 Am Donnerstag, 9. d, M., erschienen aus unserem GutShofe 15— 20 Mann der.Spartakusgruppe" unter dem mit LebenSbe- drohungen begleiteten Vorgeben, vom Polizeipräsidium mit der Be- sorgung von Lebensmitteln beauftragt zu sein. Nach Ausweis einzelner durch Vorlage von AuSweiSkarten und Rücksprache mit unS wurden ihnen 65 Zentner Kartoffeln auSge- liefert uni», wegen der Bezahlung betragt, wurde erwidert, daß da« Geld dafür unS sicher sei, wir sollten Ihnen nur die mit LieferungS- anerkenntnis versehen« Rechnung einsenden.— Dies hiermit nachholend, bemerken wir zugleich, betreffs der in Rechnung gesteiften zwei Färsen und 20 Pfund Würste, daß diese widerrechtlich und ohne unsere Zusiiiirurung au« de« Ställen bzw. aus dem Räucherraum herausgeholt und weggeschafft worden sind.— Wir ersuchen und baldgefl. Begleichung der einliegenden Rech- tmng im Betrage von 3510 M. Hochachtungsvoll I. A.: Broemel. Diese beiden Schriftstücke sprechen für sich selbst. Kabinettskrise in Sachsen. Ausscheiden der Unabhängigen. Die drei sächsischen Volksbeauftragten, die Unabhängigen; Minister Fleiß n er, Gever, LipinSki, baben umet ener- giichem Protest gegen die Willkür und Gewaltherrschaft der Leiter des Dresdener Arbeiter- und Sol« d a t e n r a t S. die von den anderen drei Minisiern nicht mißbilligt, sondern gestützt wild, am Donnerstag ihre Aemter nieder- gelegt. Eine ausiührliche Erklärung darüber wird der Presie so- iort zugestellt. Die Zurückzetieienen erklären tick bereit, die Aemter bis zur Bestimmung von Nachfolgern weiter zu führen. Die kritijche Lage in Oremen. Bremen, 16, Januar. iT K,) Die Lage in Bremen wird immer schwieriger. Die ganze Altstadt befindet sich in den Händen der Atbeiler, die aus dem Marktplatz und den öffentlichen Gebäuden schwere Maschinengewehre in Stellung gebrocht haben. Die Neustadl ist im Besitz der Garnison. Die Brücken sind auf der einen Seite von Soldaten, aui der anderen von Arbeii ein besetzt. Der Not der Vollsbeanilragien bat ein» Verfügung erlasien, derzusolge sich außer den Sicherbeitsmannichaft� weder bewaffiietes Militär noch Zivilpersonen aus den Snaßen aushalten dürien. Gestern nachmittag fanden mehrere Massen« Versammlungen statt, in denen Vertrauensleute der Soldaten Bericht über die Lage eistatteten. Der Volksbeauitragie Henke mußte zugeben, daß der Stadt- kommandant Ecks, gegen den sich baiipt'ächlich die Empörung der Soldaten richtet, wegen Stttlichleitsverbrechen volbesirajt ist. Die„NepubUk*' Cuxhaven. Hamburg, 18. Januar. Au- Cuxhaven wird berichtet, daß die Mebiheiistozialisten am Montag dem A,- und S,-Rat folgende Fordeiuiigen miterbreiiet baben: 1. Sicherung ver Wahl zur Nationalversammlung, 2. Aushebung de« Beschlusses des A,- und S,-RnteS betreffend die Republik Cuxhaven. 3. Neuwahl des Ar- beitcr- und SoldatenrateS. Der telephouiicke und telegraphiiche Veikehr mit Cuxhaven ist linterbrochen. dadurch scheint der ansekündigte. allgemeine Aus» stand durchgeführt woiden zu sein. Den Abnehmern de» Wasser- iverleS wurde schon gestern abend gerate», stch hinreichens mit Wasser zu vertoigen Der A.» und S-Rnt des Streite» A v r t teilt mit daß ei» Anschluß au die Republtl Cuxhaven weder er- iolgt noch geplant ist_» Desehung von Duisburg. Ter Vortrupp der Entente eingetroffen. Duisburg, 16. Januar. Als Vortruppen der angekündigten feindlichen Besatzung sind heute sechs Offiziere(Franzosen, Belgier. Eugläubcr und Amerikaner) mit zunächst 25 Mannschaften hier ein- getroffen, Ihr« Aufgabe ist vorläufig neben der Beobachtung der hiesigen Verhältnisse die Kontrolle der Schiffahrt und die Sicher- stcllung der KohleirtranSporte. Sowie irgend welche weiteren Un- ruhen ausbrechen, ist die allgemeine Besetzung von Duisburg ange- droht. Die polnischen Kriegshandlungen auf deutschem Doden. Bromberg, 16, Januar, Amil ch. Gestern nachmittag spreng- len polnische Banden die Bahn« und Straßenbrücke südlich Netzwalde. Die Nacht verlies ruhig. l>ekmtehrdeutscher?nternicrteraus England Der Vertreter der englischen Regierung im Haag bai dem dortigen Vertreter der deuiichen Regierung miigeieftt, daß am 10. Januar 1000 und am-11. Januar 50t'— 600 deuiicke Zivilinternierte Eiigtand verlassen. Am 10. Januar sind auch bereits 350 deutsche Zimlinternierte in Rotterdam eingetroffen. Rücktransport unserer Utrainetruppen. Bolschewistische Hindernisse. Durch daS dauernde Anwachsen des Bolschewismus in der Itkraine wird die Lage der dort noch anwesenden deutschrn Truppen immer unhaltbarer. Ihr Abtransport ans dcm Landwege ist schon heute völlig auSgcfchl offen, ES verlautet, daß die Entente— Admirale Calthorke und Lejay— den erneut bei ihnen gestellten Antrag auf dir Zulassung von Seetransport zwecks Zurück- führung unserer Truppen nunmehr ancrlauut haben und ihn bei ihren Regierungen befürworten werde». tzalbe Drotration in Wien! Wien, tö. Januar.(Eigener Ttahtberickt des.Vorwärts".) Amilich wird mitgeteilt, daß von Montag ab die Brotration auf die Hälfte herabgesetzt wird. Man hofft jedoch, daß dte Kürzung nur eine Woche dauern wird. Die Urjache sollen Störungen der Enteule-Mehlzufuhr am Brenner sein. Der sozialistische öauernstaat. Vor einer vorwiegend au« Bürgerlichen zusammengesetzten Zuhörerschaft sprach am gestrigen Abend Dr. von ReibniO, ein ehemaliger preußischer Qanorat, der aber, was erwähnt werden muß, vor dem Beginn der Revolution sich bereits unserer Parter angeschloffen hatte. In wirkungsvoller Rede kennzeichnete er die Fehler des alten Systems und polemisiert« besonders gegen die deutschnationale Politik, die noch seiner Ansicht derart kompro- mittiert sei. daß der sogenannten Deutschen nationalen Volkspartei für alle Zukunft jedwede RegierungSsähigkeit abgesprochen werden muß. Bezüglich des Wiederaufbaus unseres Wirtschaftslebens ent- wickelte er besonders eingehend einen Teil des sozialistischen Boden» reform-ProgrammS und befürwortete eine großzügige Besiedelung. Schaffung eines großen und lebensfähigen Bauernstandes auf Staatsdomänen, zu zerschlagenden Gütern und bis jetzt noch un- kultivierten Landstrichen. Er führte am Schluß aus, daß diejenigen, welche die ernsthafte Absicht haben, Deutschland vor dem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten, dies mir durch Verfol» gung der Grundjätze der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands tun könne. DtreTftfon Max Reinhardt. Deutsches Theater. TVs Uhr; Und das Licht scheinet in der Finsternis. Sonnab. 7VaU.: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kammersplete. TVj Uhr: Michael Kramer. Sonnab. TVj Uhr: Der Sohn. Kleines Schauspielhaus Fasanenstr. I, Port 5. VI*. Die Büchse der Pandora. Sonnab. T'/a Uhr; Die Büchse der Pandora. Theater 1. d. KonigorätzerStraße Dir.;C.Meinhard-R. Bernauer 1°: Rosmersholm. Sonnabend: Musik. Sonntag nachm.: Erdgeist. Sonntag abend: Musik. Montag: Musik. Komodleulmiis an der Marscnallbrücke VjS Uhr: Eselei. Sonnab.: Tanzende Nymphe. Sonntag: Eselei. Montag: Tanzende Nymphe. Berliaer Theater Va« Uhr; StemC» die wieder leuchten. I.essliift-Tlicater. Direktion: Victor Barnowsky. 7 Uhr: Peer Cynt. Soneabrnd: Der Schöpfer. Sonntag: Der Schöpfer. Dcutsrhrs Ktlnstler- Thenrer. Allabendlich 7V-. Uhr; Nachfbelcuchfunj;. Sonnabend nachm. 4 Uhr; D I e Reise ins Schlaraffenland. frianon-Theater. Bhf.Friedrichstr.Ztr.4927,2341 Nachm. Z>/, Uhr kl. Preise: Schneewittchen. Tägl. 8U. Heute z. 122. Male: Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Ida Wüst, Bruno Kastner, Hugo Flink, Franz Schönfeld. Sonnab. Z'/z Ränsel u.Oretel. Sonntag 3'/a: Schneewittchen. Residenz-Theater. Bht. Jannowitzbr. Kgst. 228 Tag!. 8. H;utez. 420. Male; Eugen Burg Der Lelie'üsscller von Ludwig Fulda. Heute nachmittag 4 Uhr: Hässel und Gretel. Sonnab. 4 Uhr: Rotkäppchen. Walhalla-Theater. Vh Uhr; August der Starke. Theater öer FiMflChstaiit. Ecke Kriebtich- Täglich 7V,: u. Linienitraße. Nordm L6S0. ZreiWsTsge. Operette von Zoriig. v.Mölleiidori. Belimuth.Deorg. Lasino-Theatsr. LotHring. Etr. 87. Tägl.'/«8 Uhr: Der eriolgreidiite Schluger! Vorher erstklassige Spezialitäten und der urkomische Rügen. Stg. 8'/-t Friede aui Erden. Luisen-Theater. TV Ml Ä 3: 1001 Nacht. Sonntag 3: Ech lasse dich nicht Bruno Schenk (Eine Schaustellung seltsamster Wunderdinge 0 Willi Präger Neue Vorträge. Dr. Angelos Lebender Marmor sowie der große Variete-Spielplan! [ntimes Theater am Nollendoripiatz. | Bülowstr.6. Lutzow2303. Das neue Januar-Prograisun. Erstklassige Spezialitäten. Soldaten haben Polen Eintritt. Admlrclspalast. I'"ägiieh abends 8 Uhr| und jeden Sonntag auch nachmittags 4 Uhr j Prinzessin von Tragant, j Wer ist die Schönste'; Sajdah. Warme Speisen auf | allen Plätzen. I Admlralg'kloo Die blaue Laterne. i Henny Porten 1 fleiciisiiaOsQ-llieater. Allabendlich T'/j Uhr u d Sonntag nachm. 3 Uhr: Stettiner Sänger. Nachm. ermäßigte Preise) Theater für Freitag, Central-Thcater i%: Die Rose vöd StamM. OenfSehcB OpernhnnB 7 Uhr; Der Postlllloa von Lonjuraeau. Friedr.-Wil heimst. Th. TU Uhr; Hannerl. DäsDreimäderihaus 2. Teil. Kleines Theater. Vast Uhr: ßiirgEi' Scbippel. liOstsplclhanw Die spänische Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io: Die Fasciiingsfee. Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. Ik-Ptmj Orreirettonhans Uhr: BällEtt Ciisreil, TNänUze. Vorli.; Circe u. ihre Schweine. Morgen 3Vj: Jugendfreunde. den 17. Januar. Komische Oper uhr5, Scbwarzwaidinäile!. Stg. 3V«: Schwarzwaldmädel. Palast-Theater 3s/< Uhr: Der Mikado. uhr: Die im Seiiatten leben. Schlllcr-Thent. Charl. tu uhr: Der Reisehegieilep. Tlmlla-Theater u%: PolniseheWirtsEhaft. Morgen 3a/4 U.: Rotkäppchen. Th. am Xollendorrplatz 7 Uhr: Theafer«W Etestens 7V1 u.: Die lustige Witwe. Morgen 4 U.; Aschenbrödel. Walin er-Theater tu uhr: Graf Babenlcbts. Stg. 3 U. 15; Graf Habenichts Tlioator Dir.: James Klein| Friedricbstr. 218. APOLLO VU Sonntags 3�/z 7�/4 Persönliches Auftreten des weltberühmten Komponisten Derselbe dirigiert seine eigenen neuen Kompositionen bei verstärktem Monstre- Orchester. Komponist der„Polnischen Wirtschait"—„Keuschen Susanne"— „Puppchen"—„Kino-Königin" usw. Ein Karipaisti* mit Lueie Blattner • Sowie das übrige I große Varietö- • Programm. Gilbert Afra?! Das Rätsel Die Welt-Sensation Sonntags � Uhr jed. Erwachs. I Kind irei. Theaterk. ab 10 Uhr ununterbr. geöfinet I Sonntag, 19. Januar, Beethovensaal, TVs Uhr: Heiterer Abend. Marceil Salzer. Karten bei Bote& Bock und A. Wertheim. Tel. Norden 1141 Kassen-Tel. Norden 281 Set Korden iui Rassen-TeL Norden 281 Keues Operettenhaus Ä ; 1919 Schiffdauerbamm 4a. Direkt. 3ean fiten. Schiffbauer bamm 4a «nsong I>/2 Ahr.«nfong tu Ahr. Sonnabend, ben 18. Januar 1919 und folgenbe Tage: Wieberanfführung von „vis keusvbv Susanne" Operette in 2 Akten von Okonkowski. Musik von Jean Gilbert. In Szene gesetzt vom Oberregiffeur Joseph Bäsch. Musikalische Leitung Hermann Senze. Im 2. Alt Tanzeinlage von Erik Charell und den Damen seines Balletts.— Hierauf LaUett Charell. Neue TAnze. Anfang TV, Ahr. Anfang TU Ahr. 6 Vorträge über Kunst veranstaltet von Karl Schelkler— Bruno Casslrer. 4. Vortrag Gustav Pauli(Hamburg) Kunst und Revolution (mit Lichtbildern) am 20. Janaar 1919, um 8 Uhr, Im Kllnd. worth.Scharwenkasaal, Lützowstraße 76. Karten zu 5 M„ 3, 0 M„ 2 M. und I M. bei Wertheim, Bote& Bock, im Verlag Bruno Cassirer u. an d. Abendk. Die BiM-icfifiiltle in SM»ß (BtfuitaBIe Palast, Fnedrichstr. 59/60, Ecke Leipziger Straffe) nehmen mit jedem Tag einen interessanteren, in manchen Momenten einen ungewöhnlich spannenden und erregenden Verlauf. Wie man weiff, vollziehen sich diese Wettspiele nach einer vorhergehenden Cadre-Partie aus 150 Punkte in Dreibanden Partien und Partien vom roten Ball zu je 8 Punkten. Die Spieler sind der Meister von Deutschland Erich Hagen- loch er und die Meister< Piofesstonals Grote, S t u ck a ff und Becker. Hageniocher ist Favorit des Hauses. Aber es gibt Tage, an denen er lein(SUiick zu haben scheint, trotzdem er sich— ganz wie seine Mit- spieler— die ernsteste Mühe gibt, die schwierigen Slöffe mit böchstem Kunstkönnen zum Erfolg zu bringen. Doch das sind nur einzelne Jage; im Durchschnitt herrscht ein Gleichgewicht zwischen den Wertjpielern. da das Spiel von den Teilnehmern, wie getagt, sehr ernst genommen wird. In den letzten Tagen jedoch kam es zu ungemein spannenden. lür die Spieler und Zuschauer gleichmäffig erregenden Minuten. Grote hatte als erster seine acht Punkte geipielt, Stuckasi sotgte mit einer tunftretch durch- getsthrten Serie von 20 Punkten— tür Hageniocher schien keine Aussicht mehr vorhanden zu lein. Hagen- locher begann nun; er machte einen Punkt nach dem andern, immer wieder in lehr schwieriger Stellung. Sein Sviel wurde zu einer Serie, die Zahl der Punkte wurde höher. Nun trat groffe Spannung ein, die sich immer mehr steigerte. Da erreich e er die Serie von Slttckaff mit 20 Punkten und vor ihm stand eine un- gemein schwierige, kaum zu bewältigende Stellung. Atemlose Erwartung trat ein; wird es möglich lein, die Serie von Slttckaff bei dieler Stellung zu überholen? Hagenlocher setzt nach kurzer Uebertegung zum Stoff an— und der 21. Ball wird gemacht. Brausender Beifall durchtobt den Saal— die starke Spannung ist gelöst. Der Stand der Weltspiele ist gegenwärtig solgender- maffen: ?m ganzen wurden 23 C a d r e- P ar t! e n zu 450 Punkten mit Vorgabe van je 50 Punkten seitens Hagenlocher an seine Gegner gespielt, alia in Summa 3150 Punkte. Davon gewannen Hageniocher 15, Stuckaff 4, Grote 4 Partien. Von Dreibanden-Parlien wurden 23 zu 8 Puntien gelpieit(184 Punkte), von denen Hageniocher 12, Stuckaff 4. Grote 7 Partien sie- wannen.— DaS interessanteste und hauptsächlichste Spiel bleiben die Partien vom raten Ball zu je acht Punkten, von denen Hagenlocher je einen Punkt seinen Mitsvielern vorgibt. Davon wurden 522 Partien, also 4176 Punkte gespielt, von denen Hage, tocher 243, Stuckaff>46 und Grate 133 Partien gewannen. Die Teilnahme des Billardsreundlichen Publikums ist auherordentlich graff, io stark, daff der Turniersaal, in dem diese Wettspiele statlstnden— bisher ohnehin schon vergröffert— nunmehr st a r k erweitert werden muff, da der Zudrang so be» deutend ist, daff in der letzien Woche sehr viele Schau- lustige keinen Eintritt mehr linden konnien._ 61/2 Konz.-Dir. W. Wolff n. J. Sachs. Beethovensaal. Mittwoch, 22. Janhar, 8 Uhr: Dr. Eugen Fischer (frllher Hauptmann i. d. Ausland-Abteilung der Obersten Heeresleitung.) „Die Wahrheit über die Kriegsentstehung." Karten: M. 5, 4, 3, 2, I b. Bote A Bock. Wertheim, Abendk. Linden- Restaurant Tonodorf-Betrlebe Ed. Arno Tonodorf FHedrlchstr. 87 Unter d. Linden 44 Allseitig gerühmte Verpflegung « Musik: Kapelle Pörtner Änsstellnng vollkommen eingerichteter : kleiner Familien- und Wotmhänser.: Matritt n.>, 186/8» Erfeoaf&es Glück uptiolle: .ASfigsamdsjf Moissi Mozartfaal Hesiny Perlen Im Lnstspiel: Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell Verfasser R. Wien» Regie: R. Bienrach I MSnnl. Hauptrolle; Alfred Abel Kammerlichtspiele Margarethe Die Geschichte einer Gefallenen I Sacti d Roman ton kariot.Eoner-Eschenbach Hauptrolle; L Y A U A R A Regie: Friedrich Zelnik U.T NoMendorfplata ERNST LUBITSCH im Lastsplel Meier aus Berlin U.T Karmrsteiidamm Der Krondiamant Luetsplel in 5 Akten U.T Friedricbatrasse U.T Ecnnickendorferstraaia Der Kanipf mit«lern Drachen Lustspiel in 3 Akten mit Paul Heidemann U.T Unter den Linden Richard Alexander im Lnst.piel Papa's Junge mit Melita Petrl, Leo Poukert U.T AlcxanderpL, Weinbergsweg U.T Moritzplaüo, Hasenbeid» Carmen mit Pola Negri, Harn Lledtke Begte; Ernst Lubifach U.T Sobönebeig Keimendes Leben a Teil Kaltarülm von Dr. Paul Maissnsr und Georg Jakoby HanptrolLen: Hanna Ralph, Emil Jannings Rose-Theater. Th Uhr: Das Drcimäderlhans. Qastsp. d. Friedr.-Wilh. Theat. Busch TgL 71/5 Sonnt 3'/» u. 7-/, 2 Roland vrz. Handslands- Equilibr. SÄ9IB HÄDCBDRA exotischer Dressurakt 2 Baiiots Die schöne Gärtnerin Corty- Althoifs Meister- Dressuren sowie alle Clowns und Auguste. Zum Schluß: Pantom..MkiM". FERI And InJhremJBInn: Der Todesfprung H. Um Krone und Petfrcho-' Sen/öf/on! Soziasdemokratisckie Partei Dentschlands. ZO gr. Uersamminngen am Freitag, den 17. Januar, abends 7�/- Uhr, in folgenden Sälen: Lehrervcreinshaus Comenius-Festsäle Bockers Festiäle Restaurant Rlieina,! Köniastadt-Kasino «ophien-Ly'.eum Turnhalle der SchiU Lyzeum I Restaurant Raddatz Reform-Rcalflymnasinm Restaurant Pscifer «preegarten Goethe-Tchule Restaurant Stadtpark Rhcingau-3!cftaurant Schützenhaus Schulaula Bube Chamisso-Schule Hohenzollern-Schule Alexanderplatz Memeler Str.<»7 'ZLebcrstr. 17 8ellcvuestr. 19/20 volzmarktstr. 2 1 Vcinmcisterstr. 16/17 Hohenlohestr. 11 Steglis, Rothenburgstr. S Britz, Chausseestr. 39 Friedenau, Homuthftrahe Tcmprlhof, Torf-, i�'ckc Berliner Straße Treptow Wilmersdorf, Westfälische,(5'lke Münstersche Str. „ Kaiierallee S i /Z2 „ Binaer Str., Ecke Mecklenburgische Reinickendors-Ost, Rcsileuzstr. 1 Borsigwalde, Räuschstrahe Friedrichsfeldc, Prin cnftra�e Schöncberg, Barbaroffaplatz „ Bclzigcr Str. Thema: In letzter Stunde! Redner: Breuer, Ernst, Rieh. Fischer, Dr. Halpert, Heimann, Hübner, Marie Juchacz, Dr. Köppen, Lüdemann, Meyer, Hermann Müller, Posselt, Pötzsch, Rauscher, Ritter, Robert Schmidt, Heinrich Schulz, Vieth u. a. 206/18 Der Propaganda-Ausschuß. Am c.fanhf.Friedrichstr. Centrai-Park für VolksQnieriialtung ■-»»,»,»»,»»»»»»»»»»»»»»»» Tägl. von 4. Sonntags von 3 Uhr ab geöffnet ■•■■■■■•■■■■■■■■■■■■(•■■■• Werktäglich von 4— 7 Uhr für Familien und Kinder ermäßigte Preise!* KÄAia Olivaer Platz. 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Qomnlk. 206/8 MWWMIWKWWW Ortsgruppe Grotz-Serlin. Wir laden hiermit 78/11 alleBetriebsfunktionäre unseres Verbandes zu der heul« Zrettag, den I?. d. TN-, abends 0>,z Uhr, in den pharns-SSIen, Müllerstraste, statlstndenbcn Funktiottär-Sitz»ng ein. Tagesorbnnnz wirb in der Versammlung bekannt gemachL Wir bitten die Fnnktionäre, vollzählig zu erscheinen. «la Ausweis dient die Funktionär-Lemtimation. Mit toll. Stutz: Die Oclsoetrooltnag. Techniker! Freitag, den 17. Januar, abends 7�/z Uhr: Z Ssse«e versMmiWen w-., Schwarzer Adler, Schöneberg, Hauptstr. 141. O: Anla der 38. Gemeindeschule, Berlin, Krautstr.43. Zi: Sophieu-Rcalgymnasium, Berlin, Steinstr. 32/34. Thema: Sie Techaller la her MWMtntnhitig. Redner: Hermann Lüdemann, Otto Schweitzer, Heinrich fianfmnnn, Werner Genest, Hermann Reinsberg, Zronz vrews, finrt Schindler. Technische Angestellte erscheint in Massen! 206/19_ Oer Propqgnnda-Ansschntz. Sozialdemokratische Partei Teutschlands. Zsamte, Lekrer, 7eekmker, WsrkmLister, Ckemiker» Kaitfleute und Angestellte! Versammlung: Linders Restaurant, Pankolv. Brciteftr. 34 Sonnabend, den 18. Januar, nachm. 3'/z Uhr Tagesordnung: wir und die Sozialdemotralie, Redner: Oswald Johacsen, Fritz Bhrecke, Ingenieur. Freie Aussprache. 296/20 Segner stnb eingeladen. Str. 38: (DtJtQOemltet-Betiainniiniig Thema: Akademiker und Nationalversammlung. Redner: St. Magnus Hirschselb und Wally Zepier. Sozialistisehe Studenlenpartei. IÄäIäM Hlanhoßne, teufe, Gitarre Wandermandoiine 45,—, erstilassige Sd,—, Konzert, laute 125,-, 145,- tUnterricht Monatshonorar, cvenL 10- «/.Künstler- Erna», i violine fionzerkgeig« Oroolcnatr' mit Zubehör 125,—, *75.—. B 166, m. Beamte! 3«Äf!" M gtoSe BeifoniBioosro Zreikag, 17. Januar, abends 8 Uhr, in folgenden Lokalen: W Volkshaus, Charlotteubiirg, Rosinenstraste 4, 0 Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 12. Thema: Freie Bahn dem Tüchtigen! Redner: Emil viktmer, Ing. Striemer sowie die Kanbidaten sürNationalversammlnng u. Landtag: Lehrer Hübner.HostaMstcni a.?. kcuuossa, Stadt- sekrelär Mniorn, Sisendahn-Unterassistent Thurau. Kollegen! Es geht um Eure Äukuust! Erscheint iu Massen l Nr. 29/30 ♦ 36. �ahrgaag Seilage öes Vorwärts Freitag, 17. Januar 1919 HewerffchLflsbkwVUNg Gewerkschaftsmitglieder! Die zum Sonntag, den 19. Januar, im„Zentraltheater* angekündigte Vorstellung findet wegen der Wahlen zur Nationalver- sammlung nicht statt. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. I. A.: G. Link. Die Angestellten des Preußischen Statistischen Landcsamts, Linldenstr. 28. ststd in eine Gehalts- und Lohnbewegung eingetreten. Es wird uns hierzu folgendes mitgeteilt: Die bisherige Entlohnung der Angestellten ist seit dem Jahre 1871 fast die gleiche geblieben, und zwar 4 M. Diäten und seit einigen Jahren 1,59 M. Diäten für den Arbeitstag, ohne Bezahlung der Sonn- und Feiertage. Von diesen Hungerlöhnen werden aber sogar noch für joden Tag und jede Stunde des Fernbleibens vom Dienst eirtchrechen.de Abzüge gemacht, so daß die Betreffenden während dieser Zeit überhaupt kein Einkommen haben. Alle S Jahre erhalten sie 59 Pf. Zulage pro Arbeitstag.• Nur wenige der Angestellten haben den Vorzug, mit 159 M. Gebalt pro Monat beschäftigt zu werden. Etwaige Ueberstundcn werden mit 09 Pf. pro Stunde bezahlt.- Die alten Annahmebedin» gungen enthalten überhaupt keine Kündigungsfristen; die Ange» stellten können jeden Tag entlasten werden, obgleich sie durchweg Beamicndienste leisten. Trotzdem der Amtsleitung wiederholt wohl- begründete Anträge auf Verbesterung dieser traurigen Verhältnisse unterbreitet worden sind, hat der Präsident des Amts keinerlei Notiz davon genommen. Auch zwei gestellte Ultimatums hat die Amt?leitung völlig unbeachtet gelassen. Am 14. d. M. haben daher die Angestellten einstimmig die Arbeitsniederlegung für den 17. d. kW. beschlossen._ Tic Angestclltknausschiissc Grost-Vrrlins hatten zu einer in der „Neuen Philharmonie" stattsindenden Versammlung Vertreter ent- sandr, um über ihre Aufgaben zu beraten. Es waren etwa 599 Angestelltenausschüss« vertreten. Die Versammlung wählte einen aus 19 Obmännern von Angcstelltenausschüssen und je zwei Vcr- tretern der beteiligten Gewerkschaften zusammengesetzten Zentral- ausschuß, dessen Aufgabe es. sein soll, die Arbeiten der Angestellten- ausschüsse zu überwachen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Er wird Richtlinien für die Tätigkeit der Angestelltenausschüsse auf- stellen und Erfahrungen, die im Laufe der Zeit gesammelt werden, in einem besonderen Nachrichtenblatt allen angeschlossenen Ange- stelltenausschüsscn bekannt geben. Um den Interessen der vcr- sthiedensten Branchen gerecht werden zu können, sind 19 Gruppen gebildet worden, von denen jede einen Vertreter in den Zentralaus- schuß entsendet. Für besondere Aufgabeln wird der Zentralausschuß Kommissionen einsetzen, zu denen Vertreter der in Frage kommen- den Berufsgruppen hinzugezogen werden sollen. (5s ist wünschenswert, daß alle Angestelltenansschüsse Groß- VeMas sich diesem Zeniralausschuß anschließen. Kosten entstehen ihnen nicht, denn der Zentralausschutz arbeitet mit den beteiligten gewerkschaftlichen Organisationen zusammen, die alle Unkosten, welche dem Zentralausschuß erwachsen, tragen. Zum Vorsitzenden des ZentralauSschnsses wurde in der ersten Sitzung der Sekretär des Bundes der technisch-industriellen Be- amtclt, Herr Ingenieur Gramm, gewählt. Die Adresse ist: Berlin NW. 52, Wcrslstr. 7. Achtuniz, �abrikichnhinachcr! Mit dem Verband Berliner Schuhfabrikanten ist infolge der .im November eriplgten Verkürzung der Arbeitszeit auf. 8.Stunden der Lohnausgleich mmmebr für Akkordarbciter auf 19 Proz. und für Zeitlohnarbeiter auf 12 M Proz. festgesetzt worden. Die Differenz zwischen den bisher gewährten 6 bzw. 19 Proz. ist ab 1. Dezember naAzuzahlert. lieber die Entschädigungsfrage bezüglich der tvegen Kohlcnmangels erfolgten weiteren Verkürzung der Arbeitszeit stehen noch Veichandlungen bevor. Ferner ist den Unternehmern vom UebcrwachuugSausschuß der Schuhindustrie der neue Lohntarif zu- gestellt worden mit der Maßgabe, daß die Lohnerhöhungen vom 1. Tezenber ab nachzuzahlen sind. Die Umrechnung und Nach- zahlung muß umgehend erfolgen und spätestens Ende Januar er- ledigt'.in. Nähere Auskunft über die teilweis« sich sehr kompli- ziert-.staltende Umrechnung erteilt das Verbandsbureau: Engel- ufer � 1. Di« in einzelnen Betrieben besonders gestellten Lohn- forde' xngen sind vom Verband Berliner Schuhfabrikanten der Zen- tralt riftommission überwiesen worden, da er sich als unzuständig «räch et, grundsätzliche Aenderungen des Reichstarifvertrags vor- zunezmen. Zentralvcrband der Schuhmacher Deutschlands. Örtsverwaltung Berlin. Generalstreik in der Halleschen Metallindustrie. Ans Hall« wird uns geschrieben: In Nr. 11 des„Berliner Tageblatts" vom 14. Januar 1919 wird aus Halle berichtet, daß die Arbeiter der Hallcschen Metallindustrie zur Erzwingung eines Mindeststundcnlohnes von 2 M. in den Generalstreik eintreten. Wie böse Beispiele gute Sitten verderben können, so richten falsche Mel- düngen ebenfalls Unheil an. Die Metallindustriellen in Halle hatten die Gewährleistung eines Mindeswerdienstes verweigert und seit W>hcn trotz aller Erinnerungen seitens des Metallaobeiterverbandes die Verständigung dadurch unmöglich gemacht, daß sie die M i n d c st l ö h n e rund- weg ablehnten. Am Sonnabend, den 11. Januar, fand aber- mals eine Besprechung zwischen den Vertretern der Metallindu- striellen und der Metallarbeiter statt Jetzt bequemten sich die Metallindustriellcnvertrcter dazu, sich von ihrer Vollversammlung neue Vollmachten einzuholen, um Borschläge zu Mindestlöhnen macher zu können. Damit waren die Arbeitervertreter einverstan- den. Diese gute Absicht der Dletallindustriellen kam zu spät. In- zwischen waren am selben Tage die Metallarbeiter von einer Stelle zu einer politischen Demonstration gerufen worden. Dadurch wur- den die Betriebe stillgelegt. Am Schlüsse der Demonstration be- schlössen die Metallarbeiter, die Arbeit nicht früher auszunehmen, bis ihre Forderungen auf Abschaffung der Akkordarbeit und Gc- währleiswng von Mindestlöhnen geregelt worden sei. Am Montag, den 13. Januar, konnten die Verhandlungen ztm- schen Metallindustriellcn- und Arbeitervertretern forlgesetzt werden. Nach sechsstündiger Verhandlung war ein Vorschlag für die Metall- arbeitet fertig, der die Akkordarbeit bestehen, aber gesunden läßt und die Mtndeststundenlöhne gewährleistete, die pro Stunde für ge- lernte Arbeiter 1 bis 1,09 M., für angelernte 9,09 bis 1,39 M., für ungelernte 9,59 bis 1,19 M. und für Arbeiterinnen 0,49 bis 0,70 M. betragen. Diese Sätze auf Allersswfen verteilt. Den Vorschlag haben die Metallarbeiter am Dienstag, den 14. Januar, angenonimen und am Mittwoch, den 15. Januar, die Arbeit aufgenommen. Aus obiger Dkirftellung ergibt sich, daß kein Generalstreik von den Metallaobeiteru beschlossen worden ist, um einen Mindestlohn von 2 M. pro Stunde zu erzwingen. Der Streik im Anschluß an die Demonstration ist durch die Verweigerung der Einführung von Mindestlöhnen durch die Rtitallindustrielleii verursacht worden. Der Boden zu dem jetzigen Vorgehen der Metallarbeiter ist durch das frühere Verhalten der Metallindustriellen geschaffen. Sie lehnten bis in das letzte Kriegsjahr die Verständigung mit dem Metall. arbetterverband ab und können sich nur widerwillig in die not- wendige Verständigung finden. Die Metallarbeiter haben mit der Annähme der vorgeschla- aenen Mindestlöhne bewiesen, daß sie keine � unberantwortlkchen Forderungen erheben und verständigen Vorschlägen zugängig sind. Die Sünden der früheren Zeit rächen sich jetzt � leider zum Schaden der Gesamtheit. Jetzt darf nicht den Arbeitern dafür die Schuld zugeschrieben werden._• parteinachrichten. i fcer Kamps ums„Sächsische Volksblatt". Unser Zwickauer Parteiblatt, das die Spartakisten seit dem 7. Januar besetzt hielten, ist wieder in den Besitz seiner rechtmäßigen Eigentümer zurück- geführt worden. Mit dem Kampf um das Blatt ist zugleich die Gewaltherrschast der Spartakisten in Zwickau beseitigt. Die Zwickauer Arbeiter haben der Gewaltherrschaft mit einem Male ein Ende gemacht. Leider hat es dabei auch Opfer gekostet. Alle Versuche, die noch im letzten Augenblick von den Genossen Meier und Näther in der Richtung einer gütlichen Verständigung gemacht wurden, blieben erfolglos. Das spartakislische SoldatenratZmit- glied Kampfrat lehnte jede gütliche Verhandlung ab. Die Spar- takushelden warfen aus den Fenstern der Redaktionsräume Hand- granaten auf die wehrlose Volksmenge. Die demonstrierenden Sol- ]3si pflichtwidriger Nichtabliererung toq Beeresgut erfolgt Durchsuchung -diwore Bestrafung. Reiclisvemertiinnsanil. Berlin W 8, FrieiirielistraSe 86. baten griffen deshalb energisch an und trieben die Spartakisten der. art in die Enge, daß sie die Segel strichen. Tie ganze Besatzung sowie die Arbeiter- und Soldatcnratsmitglieder wurden dann mit- tels Lastautos in die Kaserne gebracht und dort in Hast genommen. Die Druckercianlagen haben durch den Kampf fast gar nicht gelit- ten. Dagegen haben die Spartakisten in den Redaktionsräumen wie die Vandalen gehaust. Sämtliches Material. Gesetzbücher und sonstige wertvolle Bücher sind vollständig vernichtet oder beiseite geschafft worden._ Industrie und Handel. Die Börse. Das vorläufige Vordringen der Polen und die eigenmächligen Sozialisieruugsbestrebungen im Ruhrreviere dämpsten im Anfange die Geichäflslust, die aber infolge der im allgemeinen steigenden polstischen Sicherheit bald größer wurde, so daß die Börse im ganzen fest schloß. Schiffahrtspapiere waren noch immer rege begehrt, wenn auch die gestrigen Stergerungen keinen Vergleich mit denen zu gestern zulassen. Kaliaktien und Kalikuxe rückten in den Vordergrund. Auch Moiitanwerte waren besonders zum Schluß gefragt. Der Kosiamarkt war ausaefprochen. fest. Bcoorruat wuroen chemilche Werte, Gummiaktien und Porzcllanpapiere. Für Wechsel konnte ein Kurs nicht festgesetzt werden. Das Pkus-Anzeichen lockte keine Verkäufer herbei.-• Deutsche Anleihen waren etwas schwächer. Auch österreichiim- ungarische Werte bröckelten nach der gestrigen Steigerung um Kleinig- leiten ab. Stadtverordnetenversammlung. Nachdem die auf den 9. Januar 1919 anberaumte erste Sitzung im ueucn Jahre hat ausfällen müssen, wurde ihre Tagesordnung heute, 10. Januar, erledigt. Zunächst erfolgt die Neukon st iturerung der Versamnr- lung. Der bisherige Bor st and(Michelet, Cassel, H e i- mann) wird durch Zuruf wiedergewählt, ebenso die vier Beisitzer und die vier Stellvertreter. Stadtv. Dr. Wehl sU. Soz.) erklärt, daß seine Freunde ihren Anspruch, im Vorstande vertreten zu sein, prinzipiell aufrechterhalten, aber zurzeit praktische Kon- sequenzen daraus um so weniger ziehen wollen, als die Ber- sammlung ja ohnehin binnen wenigen Wochen zu ihren Vor gängcrinnen versammelt sein werde. Für Kriegs ausgaben des Statistischen Amts bewilligt die Versammlung 59 999 M. Bei den Sparverrechnungskonten der Sparkasse will der Magisttat die tägliche Verzinsung und den Scheckverkehr einführen. Einen neuen Zweig der Tätigkeit der Sparkasse soll An- und Ver- kauf, Verwahrung und Verwaltung mündelsichercr Wertpapiere bilden. Nach kurzer Besprechung, in welcher auch die Bedenken der Bankivelt gegen diese wachsende Konkurrenz der Sparkassen zum Ausdruck gelangen, wird die betreffende Vorlage der Ausschutzbe- ratung überwiesen. Mit der Einrichtung eines Heimstättenamts erklärt fich die Versammlung einverstanden. Das Amt soll dem 5kura- torium für die städtischen Heimstätten unterstellt werden; an der Spitze wird ein ärztlicher Direktor gestellt. Für die erste Ein- richtung einschließlich Direktorgehalt und Mietzins werden 39 999 Mar? bewilligt. Der Umwandlung der fünsklassigen Berliner Hilfsschulen in scchSklassige ab 1. April 1919 stimmt die Versammlung zu. Für das Stadtgebiet zwischen Otawistraße, Jungfern- beide, Windhuker, Swakopmunder, Togo-, Londoner und Müllerstraße hat ein neuer Bebauungsplan ausgearbeitet werden müssen, da der von 1912 die ministerielle Genehmigung nicht gefunden bat. Der neue Plan mit den dazu gebörigen Ver- trägen mit der Boden-A.-G.„Berlin-Nord", Dr. C. Engel und der Terrain-A.-G...Müllerstraße" findet ohne Debatte die Genehmigung der Versammlung. Den, Lehrpersonal der höheren Privatschulen wird eine ein- malige Teuerungszulage von je 299 M. zugesprochen. HroßSerlm Sozialöemokratischer Protest. Die Arbeiterräte, der S. P. D. hielten gestern eine Sitzung ab, in der sie folgende Beschlüffe faßten: „Die heute versammelten Arbeiterräte der S. P. D. b f l- l i g e n die von der Regierung zur Wiederherstellung der Ordnung gettoffenen Maßnahmen, protestieren aber entschieden gegen die in den letzten Tagen verübten Willkürakte der Trup- Pen, die unter den Oberbefehl des Volksbeaustragten Noske stehen. Die Versammelten erwarten vom Zentralrat energische Schritte, um solche Uebergrisfe unmöglich zu machen und fordern strengste Bestrafung der Schuldigen. Sie erwarten wester, daß die Volksbeaustragten in jeder Stunde dafür sorgen, daß die absolute Unterordnung der Militärgewalt unter die Zivilgewalt gewahrt bleibt." „Die am 10. Januar im Sitzungssaal des Abgeordneten» Hauses tagende Versammlung der Berliner Arbeiterräte der S. P. D. verurteilt aufs schärfste die unvollkommenen Sicherbeitsmaßnahmen bei der Verhaftung der Genossin Rosa Luremburg und des Genossen Karl Liebknecht. Die Versammlung verlangt von der Regierung, daß sämtliche mit der Verhaftung und Bewachung betrauten Personen sofort ihres Amtes ent- hoben und dem Richter zugeführt werden." Verhaftungen und Ausschreitungen. Laut„Fieibeil* sind Käte D u n ck e r, Franz P i? m k e r t, der Herausgeber der„Aktion* und leine Fra». sowie der Schrilt- steller Einstein veibastei worden. Einstein, der an einer icknveren Kopkverletznnq leidet, wurde bald wieder entlassen. Karl K a n I S k y wurde weien eines in der Wohnuug Rata Luxemburgs vorgefundenen Geldbinterlea»iig-?b! ch? in die Moabiter Kalerne zitiert— nacki der„Freiheit* du'ck Verbastnng, nacki der„Tägl Rinidilbau* nur zur Aii>ki»iftSetteiluiig. Jedenfalls gehört ickum enie lehenswerie polnische Unwissenheit dazu, Karl Kantsktz eiwa für einen Halb-Sparialisten zu halten. Die Sache klärte sich dann auch raich auf: 1999 war Roia Lnxeiiburg nach Rußland gereist und bn»>e Kauisky Geld in Ausbeivahrung gegeben. Kaniskti wollte die Negiernna anrnten. winde aber noch vorbei freigelassen und das Regiment Hai sich bei ibm entschuldigt. Da? Blatt bciichiel über verschiedene schwere Plünderungen bei HaiiSstichungen durch Soldaten, so bei Ka> l Liebknecht? Schwester Frau Alice Geiser. Zur Verhinderung solcher schäi stten? zur ver- urteilenden Vor'ommnisse erscheint es uns dringend nölig. daß Haussuchungen nur in Begleitung v o n P o l> Z e i- beamten stallfinden dürfen. Ter Schutz deS„Vorwärts". Die Truppe, die zurzeit das.Voi>oärts"-Gebäude sschrrl ist eine der erst seit kurzer Zeit zustande gekommenen Freiwilligen- truppen und besteht kait ausichließlich aus organisierten Anhängern der Sozialdemokratilchen Panei. Ihre Geschichte>piegell ein Stück der letzten Zeitereignisse wieder. Sie enritand aus einer Massendemonstration vor dem Reichskanzlerpalais. Al-z dort am Dienstag nach Ausbruch der SpartakuSiinruhen sich große Menschenmassen sammelten. hieltGenosseRedakteur K u l t n e r eine Ansprache. SemeWoile wurden durch den rorlwährenocn Ruf der Menge nach Waffen unterbrochen. Spontan schloß sich ein Trupp von etwa 159 Mann zusammen. uin die Verteidigung der Regierung durch die� Tbt in die Hand zu nebmen. Kaum daß dieser Trupp Gewehrs erhallen halte, unter- nahm er einen Sturm auf das Brandenburger Tor. das vorübergehend in den Besitz der Spartakisten gelangt war. Der Sturm halle vollen Erfolg, das Tor wuide zurück- genommen. Noch mehrere Tage hielt die Äbletlung die oft recht schwierige Wacht am Tore. Als dann daS�„Vorwärts*--Gebäuds wieder in die Hand seiner rechtmäßigen Eigentümer fiel, verlangle die Truppe als Ehreiiauigabe mit Rücksicht auf ihre Entstebung, daß ibr der weitere Schutz deS Gebändcs übertragen würde. Die mili- tärische Leilung trug diesem Wunsche Rechnung. Obwohl die un- geheizten' und verwüsteten Räume des Gebäudes mit ihren zer- brocheneu Fenstern in de» erstell Tagen ein sehr unbehagltches Quartier boten, und obwohl die Gegend auch sonst keiucSivegs sicher war, hielt die Truppe gern aus und- wies jedes Aiierbieleu einer Ablösung zurück. Sie betrachtet es als einen Stolz, das Partei- eigenlum zu schonen, weil sie aus voller Ueberzeugung auf dem Boden der Regierung Eberl-Scheidemann steht. Ter Vollzugsrat Groß-Bcrlin schloß sich dem von den Solbatcnrälcn gefaßten Beschluß an. sofort mit dem Oberbefeblsbaber NoSte in Verbindung zu treten, um die politiichen und militänichen Verhältnisse in Beiliii zu klären, ins- besondere die Stellung der herangezogenen Truppen und threr Führer zur Garnisou und den Soldateiiräle.n. Der nächsten Bollsitzung der Soldaienräte sind bestimmte Vor- schläge zur Negclnng der Kommaudaniurverhältnisse zu machen. Gegen die Tatsache, daß von den Regierungstruppen jeder Bürger auf der Straße sich einer LeibeSvisilalion umerzlehen muß, wurde protestiert und Abhilfe gefordert. Vollzugsrat und Verkehrsclend. Der VollzugSrat von Groß« Berlin hat folgenden Beschluß gefaßt: „Die Große Berliner Straßenbahngeielltchaft und die Hoch- und Untergrundbahn haben in den letzten Jahren hohe Rern» gewinne erzielt. Die Verkehr-Svcrhällnisse stich aber von Jahr zu Jahr schlechter geworden, die TrailSporlmittel befinden stch in völlig verwahrlostem Zustande. Mit der Arbeilskrait des angestellten Personals, besonders der Frauen, wird Raubbau gelrieben. Nichtsdestoweniger haben die genanmen VerkehrSanstalten durch mehriache Tariferhöhungen der Berliner Bevölkerung er» hebliche Lasten auferlegt und stch selbst hohe Gewinne zugesichert. Unter Berufung auf die letzten Lohnbewegungen ihres Personals stellen die Große Berliner Slraßenbabn-Geiellschaft nird die Hoch- und Untergrundbahn eine neue Tariferhöhung in kurzer Frist nr Aussicht. Um dieser fortgesetzten Belastung der Berliner Bevölke- rung, der auf diese Weise die VerkehrSmöglichkeiten immer mehr und mehr erichwert werden, ein Ende zu machen, wird der kommunale Ausschuß bkaufiragt, aus das schnellste vorbereitende Schritte zu tun, die Große Berliner Straßenbahn und die Hoch» und Untergrundbahn in das Eigentum der Kommuneu zu überführen, und der demokratischen Kontrolle der Kommunal- bebörden und der zuständigen Instanzen der A.- und S.-Räle zu unterstellen.*_ Eugen Ernst an die Polizeibeamte». Der neue Polizeipräsident von Berlin. Eugen Ernst, hielt an die versammelte Beamtenschaft aller Dienstgrade folgende An- spräche:„Meine Herren! Ich erlaube mir, mich Ihnen vorzu- stellen und begrüße Sie herzlich. Hoffentlich sind die unruhigen Tagein Berlin nun vorüber und Ruhe und Sicherheit ballen wieder Einkehr. Ick bitte Sie, im alten Geiste treuer Pflichterfüllung weiterzuarbeiten und miteinander käme« radschaftlich zu vertehren. Es sind vielleichl einige unter Ihnen, die mit dem neuen Geiste noch nicht vertraut sind; sie mögen versuchen, sich damit abzufinden. Das lameradschattliche Bewußtsein muß jeden beieelen. daß er mittälig ist und beiträgt zur Sicherheit der Stadt Berlin und des Staates. Ich heiße Sie nochmals herzlich willkommen.* lLebhaftcr Beifall.) Die Vollversammlung der Arbcitcrräte Groß-Berlins findet heute, vormittags 19 Mir, im Gcwcrkschaftshans, Engclufer 13, statt. Ausweis die grüne Legitilnations karte der Arbeit errät«. Auf zur Landarbeit. Uns wird geschrieben: Häusfg wird yegen Landarbeit ein» gewandt, daß die Löhne auf dem Lande nicht so doch sind, als in der Großstadt. Wenn das auch tatsächlich richtig ist, so bleibt doch zu bedenken, daß der Arbeiter auf dem Lande trotzdem weit besser gestellt ist, alS in der Stadt; denn die Entschädigung in Natu» r a l i e n ist heute höher zu bewerten und einzuschätzen, als der höchste Lohn. Für das Geld, das der Arbeiter in der Stadt erhält, ist annähernd nicht das zu kauten, was beute auf dem Lande als Naturalentschädigung geboten wird. Es sei auch noch daraus hin- gewielen, daß Laudarbeiteri' und ihren Ängehörtgen freie Fahrt bis zur ArbeilSslelle gewährt wird. ö c> t) o i t e II e Stellen für landwirtschaftliche Arbeiter nnd in der Mart Brandeubilig sofort zu be'etzen. Auskunft über Lohn, Belpflegung und Unterkunft geben alle landwirtschaftlichen Arbeits- nachweise von Groß-Berlin. Im Norden: Schlegelstr. 18, ge- öffnet von 8—6 Uhr, Gormaiinstr. 13, geöffnet von 8—3 Uhr, Koppenstr. S. geöffnet von 8— VjS Uhr. Im Zentrum: Koppen- straße S4, geöffnet von 0—4 Uhr. Im Westen: Königin-Augusta- Sir. 18, geöffnet von 3—3 Uhr. Im Süden: Wiener Str. 28, geöffnet von 8—3 Uhr. Ter Streik der Hochbahnangestellten beendet. Das Einigungsmnt des Berliner Geweubegerichts hat nach langen Verhandlungen einen Schiedsspruch gefällt, der in der Haupt» fache folgendes festsetzt: Die Zugführer und Begleiter erhalten eine monatliche Zulage von 00 M., die Bahnsteigschaffner eine solche von 80 M., das männliche AuShilfSpersonal 60 M., daS weibliche Aus» Hilfspersonal 26 M. Die monatliche Zulage der Kolonnenführer beträgt 00 M.> der Strecke wbeaamten 60 M. Der Sundenlohn wird für Handwerker auf 2,25 M., für Arbeiter auf 1,06 M., für Ar- beiterinnen auf 1,20 M. festgesetzt. Die Zulagen sollen rückwirkend vom 1. Januar ab gewährt werden. Die Vertreter der Parteien erklärten, die Annahme deS Schiedsspruchs empfehlen zu wollen. Die Angestellten diskutierten am Mittwoch bis in die Nacht in einer unterirdischen Versammlung aus dem Bahnhof Jnselstraße und nahmen schließlich den SchiedS» spruch an. Auch die Direktion hat dem Schiedsspruch zugestimmt. Der Hochbcchnbetrieb ist am Donnerstag früh wieder aufgenommen morden Der Verband Groß-Berlin, dem bedauerlicherweife nach den Verträgen mit der Hochbahngescllschaft kein erheblicher Einfluß auf die Tarife zusteht, hat sich unter Würdigung der gegenwärtigen außerordentlichen Derhältrnsse damit einverstanden erklärt, daß die Hochbahngesell schaff entsprechend den Lohnzulagen der Angestellten ihre Fahrpreise erhöht, und zwar zunächst nur bis zum 31. März 1010. Für diesen Fall hat die Hochbahngesellschaft folgenden Tarif in Aussicht genommen: in der 1. Zone(bis 6 Stationen) 3. Klasse 25 Pf., 2. Klasse 36 Pf., in der 2. Zone(bis 8 Stationen) 30 und 40 Pf., in der 3. uwd 4. Zone 36 und 46 Pf. Die bisherige 4. Zone wird beseitigt. Schon bei der am 1. April 1013 in Kraft getretenen ersten Tariferhöhung der Hochbahn war die damalige 6. Zone be» seitigt worden. Durch den Wegfall auch der 4. Zone wird der Hoch- bahntarif etwas mehr dem Einheitstarif angepaßt. In den Kressen des Verbandes Groß-Berlin hegt man die Erwartung» daß die jetzigen starken Lohnerhöhungen bei der Rückkehr geregelter Ver- Hältnisse, insbesondere bei dem Sinken der LebcnSwitt-lpreis« einer durchgrerferiden Nachprüfung unterzogen und daß dann auch die Fahrpveise wieder hevabgesenkt werden müssen. Erhöhung des KartoffelpreiseS. Der ArbeitSausscvuß der Groß- Berliner Gemeinden bat in seiner letzlen Sitzung beschlossen, den Klenibaiidelstiöchstprei» für die zun, Verbrauch iür die Zeil vom 20. Jonuor ab bestimmten Kar- loffeln. die auf den Abicdnilt 4 der Kaitoffeltorte verteil» werden. auf>2 Pfennige zu erdöben. Die Groß-Berlmer Gemeinden ssnd bierin dem Beispiele anderer deutscher Großstädte oefolgt. die jegt oder schon etwas früder den Preis in gleicher Weife zum Teil noch etwas mehr erböht haben, so die Städte Hamburg, Essen, Breslau. Köln, München. 44 000 Lebensmittelkarte« geraubt. Eine jene Räuberbanden, die fett einiger Zeit besonders auch in den Vororten hausen, hat in Rainickendorf eine Brotkommission schwer heimgesucht. In dem Gebäude der 3. Gemeindeschule in der Pankower Allee lagerten 36 000 Brotkarten und 8000 Kartoffelkarten. Di« Bande mutz das ausgekundschaftet und sich auch über die Art der Bewachung unter- richtet haben. Diese hatte in der vergangenen Nacht ein SicherheitS» Posten der Polizeiverwaltung, ein durchaus zuverlässiger Mann. Der Posten steht im Inneren des Gebäudes. Er öffnet aui ein bestimmtes Zeichen am äußeren Türdrückcr, das mit der Ablösung vereinbart ist. Gegen 3 Uhr nachts hörte er nun dieses, Zeichen. Der Mann öffnete ahnungslos, weil er die Ablösung erwartete und vor der Tür glaubte. Statt ihrer traten jedoch ovei Mann ein, ein Infanterist und zwei Zivilisten. Bevor er noch irgendeine Frage stellen konnte, stürzten sich die drei mit vorgehaltenem Re- volver auf den Posten, drohten ihm mit Erschießen, wenn er Lärm schlage, und drückten ihn in eine Ecke. Hier blieb einer der Ein- dringlinge mit gezogenem Revolver vor ihm stehen, während die beiden tmderen die Räume durchsuchten und die Brot« und Kar- toffelkarten einpackten. Dann gingen alle drei mit der Beute davon und entkamen. Bevor der Ucberfallene den lieberfall melden konnte, waren die Räuber schon spurlos verschwunden. Sie sind noch nicht ermittelt. Eisenbahn-ReiseerlaubniSscheine. Die Polizeiverwaltungen find neuerdingS angewiesen worden, falls bei ihnen Reiseevlaubnis- schein« beantragt werden, diese nur in folgenden Fällen auSzu- stellen: 1. Bei Reisen von und nach den Zentralstellen der Kriegs- Wirtschaft, wenn eine Anordnung oder Einladung dieser Siel- len borliegt. 2. Bei Reisen auf Grund behördlicher Ladungen oder Veranstaltungen. 3. Bei beruflichen und geschäftlichen Reisen, die nachweislich im allgemeinen öffentlichen Nutzen liegen und un- aufschiebbar sind. 4. Bei Todesfällen oder schweren Erkran. kungen der nächsten Angehörigen(Eltern. Ehegatten, Geschwistern und Kindern). 6. Bei offensichtlicher oder durch ärztliche Bescheini- aung nachgewiesener Krankheit deS Reisenden, wslcbe die Eisen- bahnbenutzung notwendig macht. 6. In anderen Fällen, deren Dringlichkeit wirklich glaubhaft nachgewiesen wird. Hierzu rechnen Rückreisen nach dem Wohnort, auch wenn für die Hinreise ein« Reiseerlaubnis nicht erteilt war.— DauerauSweise kommen nur in den dringendsten Ausnahmefällen in Betracht: sie ssnd mit der Ueberschrift„Tauerbescheinigung" und einer möglichst be- schränkten Gültigkeiisfrist zu versehen, die in der Regel nicht mehr alS einen Monat betragen soll. Raubüberfall ans eine Sparkaffe. Drei feldgraue Soldaten drangen gestern vormittag mit schnß- fertigen Waffen in die Zweigstelle der Städtischen Spar- kasie in der Auguststr. 28 ein, bedrohten die beiden an- wesenden Beamtinnen, raubten 20 000 Mark und entkamen mit der Beute unerkannt. Sie gaben an, mff der Besetzung der Kasse beaustragt zu sein. Die«ine der beiden Beamtinnen ver- langte daraufhin einen Ausweis, erhielt stattdessen aber zur Antwort, daß ihre Waffen ihre Legitimation feien. von denen fis auch sofort Gebrauch machen würdet,. wenn fich eine der Beamtinnen unterstehen würde, sie an ihrem Vorhaben zu bindern. Sie verlangten dann die Herausgabe der Kasse und setzten hinzu, daß sie ihnen den Hals umdrehen würden, wenn sie sich weigern sollten. Die Beamtin gab jedoch das Geld nicht freiwillig heraus. Jeyt schlugen sie die zu dem Kassenraum führende Glastür entzwei, öffneten die Tür von innen, schnitten die Telephonleitung entzwei und während einer die Beamtinnen mit dem Revolver bedrohte, raubten die anderen das vorhandene Geld. 20 000 M. Mit der Beute verließen sie dann die Zweigstelle und schützten fich vor einer soforssgen Verfolgung noch dadurch, daß sie die Tür von außen abschlössen. Gasverteuerung. Nachdem in voriger Woche die Stadt Charlottenburg ihren GaS- preis von 20 auf 30 Pr. pro Kubikmeter erhöht hat, sieht sich nun- mebr ancb die Deutsche GaSgesell'chafl. welche die südlichen und westlichen Vororte von Berlin mit GaS versorgt, dazu genöiigt. Mehr als 60 Proz. der Kohlenkosten bestehen heute aus Arbeits- löhnen. Der Kohlenprei» ist auf SO M. pro Tonne gegen einen Friedenspreis von etwa 18 M. gestiegen und dürfte rasch noch weiter steigen. Auch die Berliner Gasaibeiter haben neben dem in der letzlen Woche bewilligten SechSstundentage für Betriebsarbeiter eine außerordentliche Ethöhung ihrer Löhne durchgedrückt. Alle Warenpreise steigen sofort in gleichem oder noch stärkerem Ber- HSltniS und so wird die Einwohnerschaft von Berlin auch mit einer solchen der GaSpreise in allernächster Zeit zu rechnen haben. Man spricht bereits von GaSpreisen von 36 und 40 Pf. per Kubikmeter. Flammenwerfer und Mineuwerfer! meldet Euch sofort bei dem Werbebureau(Vld) der Garde-Kava!» lerie-sSch-siDidision, Nürnberger Straße. Ecke Kurfürstendamm (Deutsches Künstlertheater). Eine Flngblätterwolke. Millionen von Wahlflugzetteln wur» den am Donnerstag von Fliegern in Berlin verbreitet. Di« aus enormer Höhe abgeworfenen Weißen Zettel bildeten eine von der Sonne hell beleuchtete silberne Wolke, die zusammenhielt und sich langsam vom Winde getrieben vom Westen nach dem Osten zu be« wegie und von der Bevölkerung erst unerkannt vielfach angestaunt wurde. Die.Wolke" löst« sich erst später allmählich auf. DaS Wahlrecht der Soldaten. Alle nach dem 6. Januar nach Berlin heimgekehrten, mit genügendem Ausweis versehenen Sol- baten haben sich zur Entgegennahme eines WohlberechtigungsauS. weises auf der Kommandantur Berlin, Am Zdupper graben 4, Zimmer 13 zu melden. Die zur Bewachung der Wahlräume kommanidier- ten Soldaten wählen in diesen Wahlräumen. Es ist ihnen dazu «in« Bescheinigung des Kompagnieführers zu erteilen, die der Wahlvorsteher dem Protokoll beifügt. Deutschösterreicher, sichert euer Wahlrecht! Wahllegffimaiio- nen erhaltst chr bei der Gesandtschaft, Mvltkeftr. 3. von ssilO— 1 und 2— 4, beim Generalkonsulat. Keithstr. S. von 10—4 und 3—3 und beim Donsschösterreicher-AuSschuß. Kantstr. 162, von 10— 1 und 3—6 Uhr. Und die Erwerbsunfähigen? Die Erhöhung der Erwerbslosen- Unterstützung sollte auch die dringend notwendige Erhöhung der Unterstützung der durch Krankheit und Siechtum Erwerbsunfähigen im Gefolge haben. Was soll ein erwerbsunfähiger Familienvater mit einer täglichen Krankenunterstützung von 6 Mark(höchste Stufcs anfangen? E r bekommt nichts für sein« Frau, nichts für seine Kinder, und wenn er deren noch so viel hatl Turnverein„Fichte". Die 16. Männerabteilung und 16. Lehr- lingsabteilung haben ihren Turnbetrieb in der Sencfelderstr. 6"7 wieder aufgenommen. Turnen: Dienstag uiid Freitag von 8 bis 10 Uhr. Mitglieder und Gäste jederzeit willkommen. Ein dcuffchnatioualer Jugendbund sucht unter dem Aushänge- schild politischer Neutralität Mitglieder an den höheren Schulen zu gewinnen. Verschiedene Versammlungen dieses Bundes, so in Zehlendorf, haben bereits bewiesen, daß er eine reaktionäre und antisemitische Organisation ist. Die geistig regsame höhere Schul- jugend wird den Herrschasten nicht auf den Leim gehen. Die Druckerei Bülowftraße 104 erklärt uns, daß sie nicht spartakistisch sei. Sie habe nur ein Versöhnungsflugblatt v. BccrfeldeS hergestellt. Die Republikanische Schutztruppe hat in den Kampstagen unter Führung von Franz Liebe und Leitung von Leutnant Grein Her- vorragende» geleistet. Auch für Vi« kommenden Wahlen zur Nationalversammlung wird sie den Schutz der Wahlfreihett über- nehmen. Die Repuvlikanssche Schutztruppe hat fich mit dem Freiwilligen Helferdienst der Sozialdemokratischen Partei Deutschland«(im Reichstage Grauwfs-Baumeister) zusammengeschlossen. Oberste Leitung Grautoff, Liebe und Baumeister. Erkennungszeichen die rot-schwarz« Binde am linken Unterarm. Freiwillig« für Fliegerverbände der Regierungstruppen— kommt herbei. Flugzeugwarte. Waffenmeister. Funker und Fern- spvecher, Prosessionisten aller Art(Saitler, Tischler. Schlosser)! Zu allen Waffengattungen der RegierungStruppen eilen täglich un- gezählte Freiwillige herbei, nur bei der Fssiegerwaffe fehlt«Z. Meldungen Potsdam. Kaserne 4. Garde-Feld-Artillerie-Regiment. Freiwillige für de« Lstschutz. Nach mehr alS vierjähriger Kampftätigkeit an fast allen Fronten geht daS 2. Garde-Refervc- Regiment in diesen Tagen zum Schutz der Ostprovinzen nach Ost- Preußen. Eine große Anzahl Freiwilliger hat sich schon gemeldet, doch können weitere Freiwillige eingestellt werden.— Die Bedin» gungen find: mobile Grundlöhnung 30 M. monatlich, eine täglich« Zulage von 6 M., außerdem eine Treuprämie von 30 M.. steigend bis 50 M.. ferner 4 M. Baltenzulage täglich. Nach einmonatlichcr Probezeit 14iSgige Kündigung. Nach dreimonatlicher Dienstzeit l4täfliger Urlaub. AllcS Nähere ist durch die Werbestelle, Zehlen- dorf-Mitte, Kaiserstraße(Posigebäude) zu erfahren. Auch bei der AnwerbungSstell« Balten! and, Kviservllee 1— 12 werden Meldungen entgegengenommen. Im 12. Konzert de« Verbandes der Freie« Volksbühnen, daS Sonntag, den 26. Januar, mittags 12 Uhr, im Theater am Bülow- platz stattfindet, wird der Madrigalchor des Akademischen Institut? für Kirchenmusik unter Leitung von Professor Karl Thiel Chöre von Finck, Haßler, Schubert, BrahmS und Schumann zum Vortrag bringen. Die Kammermusikvereinigung der Kapelle des Opernhauses bringt Schuberts Forellenquintett zu Gehör. Tauentzien-Palast. Alexander M o i s s i spielt die Hauptrolle in dem heute, Freitag, den 17. Januar, zur Uraufführung ge- langendem Schauspiel.Erborgte» Glück". Seine Partnerin ist Käte Dorsch und sein Gegenspieler Eduard v. Winterstein.— Ein dveiaktige» Lustspiel.Donna Lucia" gibt Grete Weixler in der Hauptroll« Belegenheit zu ausgelassener Munterkeit. Zwei Einbrecher wurden»w der Nacht zum Donnerstag auf dem HauSvogteiplatz von einem Matrosen der ReichSbankwache fest- genommen. Es waren Infanteristen mit Matrosenmützen, die sich vpr kurzem in die BolkSmarinedivifion eingeschlichen hatten. Vom Dach aus waren sie in daS Seidenwarengeschäst von Tarasch, HauS- vyigteiplatz 12 eingebrochen und nachher auf demselben Wege wieder abgezogen. Das Dieb Saut wurde ihnen abgenommen und die Diebe der Kommandantur übergeben, die sie dem Polizeipräsidium zu- sendete._ Neuköll«. 128 Million«« Mark Kriegslasten. Die Ausgaben der Stadt Neukölln für Kriegsunterstützungen betrugen im Monat Dezember 1018 2 020 030 M. und seit Kriegsbeginn bis jetzt 84 531 010 M. Die Mietbeihilfen erforderten bisher 16 087 862 M., während für Zwecke der freiwilligen Kriegswohlfahrtspflege 064 206 M. aufgewendet wurden. Zur Besoldung der während de? Krieges neu eingestellten Hilfskräste und zur Gewährung von Teuerungszulagen wurden bis jetzt 11 041 003 M. verbraucht. Di« öffentliche Maffenspeisung erforderte seit ihrer Einrichtung bis jetzt einen Zuschuß von 1 806 107 M. Di« Gesamtaufwendungen für Kriegsausgaben haben nunmehr die Höhe von 128 686 311 M. erreicht. Nicht miteingcrochnet find die Kosten für di« Erwerbs- losenunterstützung, die tu Neukölln bis 31. Dezember, also in den ersten 4 Wochen 800 000 M. betrugen. — Die Sicherheitsmannschaften verurteilen durch Dersamm- lungSbeschluß auf das entschiedenste das Vorgehen der Sparta- listen; sie erklären, nach wie vor auf dem Boden der Regierung zu stehen und fühlen sich besonders verpflichtet, den Wahlgang der Nationalversammlung mit aller Kraft zu beschützen. Der spartakistische Polizeipräsident Köring ist saug- und Lang- los am Freitag schon verduftet. Er wird hier nicht weiter ver- mißt. Schöneberg. Die erste Stadtverordneienverxr heute nichts anderes weiß, als Urväter Hausrat unter Staub ind Trümmern hervorzufuchen. Weh« einem Nationaaltyp. der eichts weiter als die Rumvelkammer solchen Urvaic- hauSrateS dar- .«llte mit den alten ausgeleierten politischen Gassenhauern und f«euren. Entweder eS schwebt das glaubensstarke Bekenntnis zum ''eucn über einer kommenden RatSverfammlung der deutschen Stämme, in der unsere deutschösterreichischen Brüder icht fehlen dürfen, oder: lasciate©gni speranral Ihr, die ihr an ein« deutsche Auferstehung glaubt, denkt >ach nicht, daß wir früher einig waren, weil wir von Kaiser und «ieich sprachen: Wir waren zerrissen, zerklüftet, zerborsten unter dem glänzenden EinheitSlack. Suchen wir nicht nur ängstlich die alte sogenannte Einheit. Ihr gleißender Schein ist vorüber. Sie genügt für da? neue Deutschland nicht. Seien wir einig im Neuen, fitd suchen wir eine neue Einheit, die enger, inniger und redlicher 'st. O Gottl Wie vergeblich hoffe ich, und doch ist eZ mir ganz inmöglich, mich, solange ich lebe, von dieser Hoffnung zu trennen. Sucht daS Kleinod der Einheit, ihr Deutschen I Die Kleiderfetzen der Germania wurden bisher nur von einer Agraffe zusammen- gehalten. Ihr spracht von Einheit, ihr hattet sie nicht. Diese Ein- hell muß entdeckt, gefühlt, ergründet, erkannt, erlebt, erfunden und in einem Schmelzprozeß allgemeiner Begeisterung geboren werden. Wehe über den Jammer unserer jämmerlichen Parteiungenl Wo ein Franzose und«in.doch' sich umarmen, da schlagen einander zwei Deutsche verschiedener Parteien, im Diesseits und Jenseits fremd und unversöhnlich, inS Angesicht. Laßt euch versöhnen, der- söhnt euch endlich, ihr zahllosen feindlichen Brüderl So- lange die Bauleute streiten, entsteht kein Bau. Schweig cnb und in Ahnung eine» höchsten vorhandenen Planes muß Stein auf Stein vermauert werden. Zum erstenmal ist der deutsche Genius ganz auf sich selbst gestellt, um sein Land, seinen Tempel aufzurichten. Da» ist zu verstehen«IS ein weltgeschichtlicher Augenblick, dem deutsche Jahrhunderte in wechselvollen Geschicken entgeyenreiften. Laßt un» alle seiner würdig sein! Karl Hauptmann:.' Der heroische Jahrtausendtraum des GewaltstaatS ist aus- geträumt. Der Weg ist jetzt ftei den neuen Staat des Brudertum» und Gewissens zu kauen. Felix Holländer: Wenn die Einsichtigen sich endlich darüber klar würden, daß diese Revolution kommen mußte, daß sie kein Zufall, sondern das gesetzmäßige Resultat einer Entwicklung ist, so würde jede Mutlosigkeit aufhören. Der Gedanke an dem Aufbau eines neuen, freiheitlichen Deutschlands mitarbeiten zu dürfen, ist so beglückend, daß selbst die im Geiste Trägen alles dar- ansetzen sollten, in diese Idee sich enzuschalten. Arno Holz: Die Zuversicht, daß die Revolution— vorausgesetzt, daß unser Volk nicht unter die Fuchtel irgendeiner abermaligen Gewaltherr- schaff gerät— für seine Geistigen keinen Zusammenbruch, sondern den Anfang eines neuen soziiglen Aufbaues be- deutet, teile ich. Ricarda Htich: Der übertriebene Individualismus muß durch den Sozia- I i S m u s ausgeglichen werden. Auf diesem Wege liegt unsere Zu- kunst. Au? neuer freiwilliger Gemeinsamkeit wird einst wieder kräftiges, individuelles Leben erblühen.- Käthe Kollwitz: LebenSschöncheit, freie? kräftiges Spiel, harmonische Entwick- lung der Persönlichkeit soll sich von nun an nicht mehr aufbauen auf einem Grund von Häßlichkeit, Elend und Krankheit. Dieses befreite Gefühl zu haben, ist der Gewinn, den der Bürgerliche vom Sozialismus haben wird. Einen anderen Gewinn hat«r nicht zu erwarten. Aber für diesen Gewinn mutz ex bereit sein, sein bisheriges Vorrechteleben einzutauschen. Hugo Lederer: Bildhauer können ihre Gedanken am besten in Formen brin- gen, nicht in Worte. Dazu sind Dichter und Gelehrte berufen. Ich kann aber nur sagen, daß die Bewegung, die unser Volk erfaßt hat, nicht den Zusammenbruch, sondern den Anfang eines neuen Glauben? bedeutet. �>> Heinrich Man«: Die geistig« Erneuerung Deutschlands, unsere natürliche Ausgabe, wird uns durch die Revolution erleichtert. Wir gehen endlich mit dem Staats Hand in Hand. Thomas Mann: Es wäre sickwr falsch, in der Revolution nichts als Zusammen» bruch und Zersetzung zu seben. Die deutsche Niederlage ist etwas höchst Paradoxes, sie ist keine Niederlage wie eine andere, ist eS so wenig, wie der Krieg, den sie beendete, ein Krieg war wie ein anderer. Täuscht mich nicht allt». so ist die Nation, der diese un» vergleichlich« Niederlage zuteil wurde, nicht nur nicht eine ge- brochenc Nation, sondern sie fühlt sich auch heute noch, wie 1914, von den Kräften der Zukunft gelragen. ES ist kein Zweifel (und auch wer dem Marxismus alz Dogma und Weltanschauung keineswegs huldigt, kann e» nicht bezweifeln), daß dem so- zialen Gedanken die politische Zukunft, und zwar in nationaler wie internationaler Bezie- hung, gehört. Die westlichen Bourgeoisien werden sich ihres Triumphes nicht lange zu erfreuen haben. Einmal den Völkern in» Gewissen geschoben, wird die soziale Idee nicht ruhen, bt» sie verwirklicht ist, soweit eine Idee sich im Menschlichen verwirklichen läßt. Der deutschen StaatSmoral aber ist sie am längsten ver- traut. Der soziale Volks st aat, wie er sich jetzt bei unS befestigen will, lag durchaus auf dem Wege deutscher Entwicklung. Gewiß ist mir aber auch, daß gerade in Deutschland der soziale oder sozialistische Staat ohne einen Einschlag bürgerlichen Geistes | nicht leben s- oder leistungsfähig sein würde. Denn dieser Geist, ' der mit imperialistischem BourgeoiStum gar nichts zu tun hat, ist 1 einfach der Geist deutscher Gesittung. Di« reine Arbeiterrepu» | blik, die.Diktatur des Proletariats", das wäre die Barbarei. Julius Meier-Girnrfe: Wir danken der Revolution für die Abschaffung würde- loser und geistloser Monarchen. Unsere Stellung zur Republik ist weniger bedingt durch da? Programm, dessen so- zialen Geist wir zustimmen, als durch Persönlichkeiten, die geistiger führen als früheres Regiment. Dies« erwarten wir vor allem. Mir erscheinen vaterlandSlose Experimentierer oder schlappe Parteigänger ebenso verheerend wie Kaiser und Könige. Alexander Moisss: Welche Freiheit brachte uns die Revolution? Mein Gefühl antwortet: Es ist durchaus möglich, daß wegen der hier festge» legten Worte plötzlich Bewaffnete der neuen Freiheit m mein Zimmer treten und mich wegen zu freiheitlicher Aeußerungen verhasten. Nur ein Wetterleuchten war bisher die deuffche Revoluion. Kein Handelnder zeigte noch klare Erkenntnis des Weges, den wir in Zukunft gehen müssen. Heute genügt dem deutschen Volke noch eine mehrtägige Schießerei, um die Freiheit in einer Ordnung zu sehen, die eS mit tönenden Worten am g. No- vmber für überwunden erklärte. Alle Wege in» Freie scheinen ver- barrikadiert. Dennoch: die Augen, die im neuen Licht noch blinzeln, kann keine Macht mehr schließen; sie müssen sich weit austun. Wo ist der Führer, der da» Losungswort fand, das alle Probleme leicht macht: Noblesse? Ohne fteuldigen Verzicht kann die unermeßliche Schuld der alten Ordnung nicht getilgt werden und wird ewig neue Ströme Blutes fordern. Solange sich die Güte der Privi- legierten in Worten äußert, dabei aber die Herzen. Gehirne und Safes wohl verschloffen hält und mit erprobten Gewaltmitteln ver- teidigt, dürfen wir auf gütige» Verzeihen derjenigen nicht rechnen, die zum geringsten für sich, am meisten aber für unS gearbeitet und geblutet haben. Mr scheint, daß jeder Intellektuelle, der durch die Revolution nicht ganz auf den Mond oder sonst einen Planeten abgeschoben wurde, nur eine. Pflicht hat: denen Noblesse zu ptt» digen, die materiell oder geistig geben können. Nur, daß wir nie zu geben gelernt haben ist schuld, daß in diesen Tagen Greuel und un, ermetzliche Roheit zum Himmel brüllen begangen an Volksgenossen! Jeder Tag zeigt aufs neue, daß der Be- fitz zäher am Gelde als an seinen(und namentlich ander er Leute) Söhnen hängt. Die„unlösbaren techni- schen ProWeme", deren Bestehen vor und während de» Krieges vou den Fachleuten bestritten wurde, sind vor allem deshalb so unlöS- bar. weil man den Wog der Hand zur Tasche nicht findet. Will sich der Temsche denn auch darin treu bleiben, daß er, um den Weg zur eigenen Freiheir zu finden, auf da! Beispiel seiner alten politischen Lehrmeister, der Franzosen, wartet— dieses bei allen Fehlern genialsten Freiheitsvolkes der Erde? Erst dann, wenn die Massen vom Druck des Kapitals und das Kapital vom Gegendruck der Massen befreit ist, beginnt die Wirkung der geistigen Arbeiter, deren Arbeit darin besteht: die Schönheit dieser Well auch denen zu erschließen, die vor lauter Erwerb für Sonne, Sturm, Land und Meer kaum einen Mick haben. Und wir, die wir des Glaubens sind, in unseren kurzen Lebenstagen nur das Erwachen der eleinentavslen Empfindungen in diesen Aermsten erleben zu können, hinterlassen unsren'Söhnen als heiliges Vermächtnis unsere Hoffnung, daß sie diese Aermsten zu den Gipfeln der Offenbarungen des Menschengeistes geleiten werden. Franz Oppenheim«: Der Sozialismus ist die von allem unverdienten Einkommen de- freite, darum klassenlose und darum brüderlich geeinte Eesellfchast der Freien und Gleichen. Er ist das höchste Ziel aller religio senund ethischen Systeme. Er bringt Eintracht nach innen und Frieden nach außen und verwirklicht„Das Reich Gottes auf Erden". Den Weg zu diesem Ziel zu finden, ist die Ausgäbe der Menschheit. Bisher ist eS nicht geglückt, aber eS wird und muß glücken! Die deuffche Revolution hat uns von den Fesseln befreit, die uns hinderten, den Weg des Heils zu suchen: Und darum fft sie uns eine starke Hoffnung— trotz alledem. Karl Ernst OsthauS: Kein Schicksal trifft uns unverdient: Wer in der Revolution ein Unglück sieht, frage nach seiner Schuld. Wer sich ftei fühlt von Schuld, begrüße den Morgen, der lebendiger Su� Gedeihen verheißt. Gabriele Reuter:''' Es muß für jeden geistig gerichteten Menschen eine Lust sein, mitzuwirken an der sittlichen Erneuerung seines Volkes durch wahr- haftigeS, soziales und brüderliches Wollen, Schaffen und Ausge- stalten. Zu diesem schönen, würdigen Leben hat uns die Revolution das Tor geöffnet. Deshalb wollen wir ihr drmkyi uvd uns mit allen unseren Kräften anL Werk machen. Wilhelm Oftwald: Nun wird Deuffchland offenbaren, was eS will und was eS kann Max von Schillings: Vor harte, grausame Tatsachen hat unS die Rrvolution gestellt, aber sie hat uns von Rausch. Wahn und Selbstbetörung befteit und damit die Kraft der Wahrheit gegeben. Wer in sentimcn- talen Erinnerungen schwelgend zaghaft beiseite, steht, tzusiftchigt sich an seinem Deutschtum. Ernst Troclffch:•'&*' h Die Revolution hat einen Prozeß gewaltsam in die Hand ge- nomnrenj, der als Ergebnis des langjährigen Kriege?, seiner Güter- zerstörung und VermögenSverschiebung unausbleiblich war und der mit der immer deutlicher werdenden Ilnmögjlichteit eine» Sieges ge- waltig anschwoll: die Demokratisierung und die So- zialisierung. d. h. die gleichmäßige Beteiligung aller an der Bildung des StaatSwillenS und die sorgfältig« Organisation einer aus dem Weltverkehr zurückgedrängten Wirffchaft, die ohnedies die angepreßen Volksmassen nicht ernähren könnte. Diese Reform war nach langen und bitteren Hemmungen im Gange; da hat die Nieder- lag« und die mit ihr verbundene Militürrevolutton alles zer- trümmert uid das Chaos geschossen. Aber gerode in dieser Lage muß jeder Versuchung zur Verzweiflung mannhaft Widerstaude» werden. Nur wer sich selbst aufgibt, ist verloren. Große? ist zer- trümmert und ein bei allen, in der letzten Zeit sehr gesteigerten, Mängeln glorreicher Staat und eine ruhmreiche Armee ist zerbrochen. Aber ein Volk von solcherGrötze, psychischer und geistiger LeistungSsähigkeit, Arbeitsamkeit und Erziehung kann nicht zu- gründe gehen. ES mutz die ungeheure Arbeit leisten, sich auS sich selbst polittsch, wirtschaftlich und geistig zu organisieren und sich eine neue, der neuen Lage enffprechende Armee zu schaffen, die den Neubau deckt und nach außen und innen schirmt. Unter dieser Bor. auSsetzung ist ein« mächtige Entfaltung von Kraft und Größe mög- lich, an der jeder mitwirken kann und muß. DaS soll unS mit dem Gefühl einer großen Verantwortung und mit der Kraft einer alle? daransetzenden Leistung erfüllen. Die Männer deS deutschen Geistes und der deuffchen Kunst werden schwierige Lebensbedingungen haben, aber auch die große Aufgabe, durch gesunde und geläuterte Leistung dem deuffchen-Geist« nach innen und nach außen wieder führende Stellung zu verschaffen. Wenn nicht Behagen, sondern Größe der Aufgabe dem Leben Wert gibt, so hat unser zukünftiges Leben den größten Wert. AuS dem Leiden muß Reinheit und Grüße der Gesinnung geboren werden, und der Glaube an Gott und die Menschen muh uns dessen gewiß machen, daß reine Gesinnung nicht vergeblich arbeiten wird. In dies« Gewißheit können und sollen wir leben und hoffen, ahne sie gibt eS nur ein dumpfe» Hin- leben und Warten auf den Tod, wo dann kräftigere und gläubigere Generationen später das Werk der Wiedergeburt verrichten müßten. Bruno Wille: Nicht Brudermord, Parteigezänk— aufbauen wird für» Ganze tteue Arbeit, voran der Geister freier Wettbewerb. Heinrich Woelfflin: Keine StaatSform ist an sich gut od« schlecht. Die sozia- l i st i s ch e wird dann die beste sein, wenn jed« bereit ist, daS größte Maß sittlicherVerantwortungaufsichzu nehmen. «BrOdnr«» w«rk 6 et geinrnctfionlf in«itteidnnksch. tau» such« fflt(«Ine AtteUunfl tfli Ttafet-, Revolver- u. Vnfomafen-VtveU einen tllchttgen nndene�en Derselbe muß die Stuhl- und Metallbearbeitung durchaus kennen, mit den modernen Arbeitsmethoden vertraut und gut organisatorisch oeranlogt sein. Rur solch« Herren wollen sich melden, die w Fabrtren für Prllztsionmnechanil und Maschinenbau lanasährtg tätig waren und mit den oben genannten Ardeltsmaschinen vollrommen DtCttflllt fulb» Angebote sind unter genauer Angade Uder bisherige Tätigkeit, über Eintrlttstermm und«Sehaltsansprliche mit Bei- iilgnn�von Zeugnisabschriften zu richten unter„iL 6" IM die Lebensexistenz. Rührigen Herren dieten wir durch bezirksweise Uedernahme einer V«r«reknvg in Uerscurd-.«tqnlfion»-, 3nfetcicn- aaü UbonnetnenfBabteHung gUfojenbcn Verdienst. Erforderlich sind SOV M. 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Wir verlieren in Arnold Thiele einen lieben, aufrichtigen Kameraden, der durch feine unermüdliche Tat- krait viel dazu beigetragen hat, die Ruhe und Ordnung wnwer in Berlin herzustellen. 6/7 Ehre seinem Andenken! Berlin, den lt. Januar lSIZ. Frelwilligen-Reifiment Reinhard, 1. Bat. Zappe, Vat.-Fiihrcr. Am 12. 1. 1919 starben im nächtlichen Gtraßenkampse] [ gegen spartatiftische Banden unsere lieben Kameraden Kurt Erdmann, Friedrich Zacharias, Freiwillige des 2. Bat. der Republ. Echutztruppe, den Heldentod. Mr verlieren in ihnen zwei treue imd � eifrige Kämpfer für die?lnsrechtcÄhaltuna der Ordnung ! in Verlin und werden ihnen ein ehrendes Angedenken | bewahren. 766$ Republikanische Schutztruppe. I, A.i«rein, Leutnant u. Führer des Regts. Silbe. I>l3ckruf. Am SQnnatjend ,den 11. d. M, früh TU Uhr, ver- [ schied naeii kurzem, schwerem Leiden, welctreh- er| aus dem Felde mitbrachte, mein inniggeliebter Mann | und herzensSMje'' Vater, unser einziger, lieber Sohn,( Bruder, SdhwfifeersolTh und Schwager, der Kaufmann| Hermann Loewentiial Im Hlühenden Alter von 29 Jahren. dies reißen tiefersohüttert an B erM#»8rn L lö—, 'armonimn-Spirlappnrat mit m 95,—(event. Raten- MUJhlflffl. Oeegec& Cc� OWNieNst. 166, P>.:oatvi!xs.Z.Et. b sch Itenaen tichf] nun die Rachlo1 bereit ist. ff,.___. hinter sich haben oder chm vrrschufdcn, riinng zu machen. !ere ich alle Verwaltungen, Behlirden, Banken onen, die an dem RaKag jrgendwetche For- , aus, sich zur RachlaßiNasse bei mir anzumelden. Sicherheit anzunehmen ist, daß Kvsenuz>>d. ganz «Ädsmpmoa unier Oocincnnen bei aar- «mtn eingezahlt hat(olelleicht uritee dem niecki) bitte ich event. au '' bemerke, daß für hie 1 'e eine entsprechende ver um Z!?ch ,ng dicser Gelder nston zu zatilin 5/16» See MillSvmvMer. Aitea-j/ockum, Xattowitz, Telzpstr. 13. Fcrginii �331. MÄ die sich für besondere Aufgaben in den letzten Tagen vor der Wahl zur Verfügung stellen wolle», werdeitysbeten, sich unter Mtlegung itzUS MitglledSbucheS am Frsitagmorgen i/zv Üb r Lünen str aß t 3fb, Zimmer 106, zu melden. Sämtlichen Interessenten wird hiermit bekannt ge- l geben, daß der gesamte Betrieb nicht wie bisher Man-| | tags, sondern Sonnabends ruht. 746$ 5lugzeugmeist«es �ölershof. Mmtth. Tiigkiche Produktion bei vollem Betriebe ca. 600 Ztr. rsikaumendi k braune Farbe i »rotztstrn wollen Preise und Muster elnsordern.s Bohrpasten in zwei vorzüglichen, schmalzigen OuaL WasckMittel ganz vorzüglich für die Wäsche, vom K.-A. genehmigt. Waschpulver in zwei Qualitäten, V, und Vi Pfund- Packung, vom K.-Ä. genehmigt. Chemische Fabrik Altred Ebensieln, Berlin NO 55, Greifs« alder Str. Ha. Inrnfnaf-firaRSaillialle der MMi.re, Goiii- und SfJbefkb mittle(Zuangs- fttif/ng) zu Berlin. Einladung zur Ausschnßsthnng am Sonnabend, dcn2s/Sanuär, abends 8 Uhr, im Restaurant »Schultheiß", Reue Iakobstr. 24. i Tagesordnung: Verlesung'» ortaen Sibi tchlußsassung über die Saßung des Verbandes der Kranken- kasie» im Bezirk des Ober- nersicherunasamt, Groß-Vvrlin. 'i. Dsxfchiebencs. 272/13 Rest, Borilizender. Schriftführer. L Verlesung des Protokolls der vorigen Sitiung. 2. Be- Sibuq- und Sä Groß- Berlins, Ger Arbeitsnachtreis dcr ilftrindustrie «ne Fach- abtetdina dos Arbeitsnachweises der Stak» Berlin, bestudet sich Borau C&, Rosenthvlrr S'-Kche 55 f©CM«twtitflr. SO), Steck. SJ-tiKiftrti werden [en n. wcib- iso TlrSsäteteäftc für 1. Lebarffchnytabrlren 2. J'ifi'rijul.fabeifcn 8. bai�Gislzsabrirei» 4. fjwssi-.!. Retseschnh- habritrn. 9 �1? �hei�e�veis Ist von Dte Vepmstkkhug ist kostenlos. Fernsprecher Ami Norden 8134. Benin, den S. ganimr 1919. Skvbe55or:*chn>eis tätmatn B eevii n. Ei'. mL isskeQfQß KMUstr. 125, 0raTnoir!nb- Sfreehst 11-1, S-/,-7, SspiiMs. Harn- u. Frauenh, iTlrrftint Sannciis. Otnte Fie -sahmerZI. Heil. tfcr. Tei'zajtfun�. ip&ztaf&rzt Dr. med. Fneifrlclalr. S)et,b�tam (»eilalarit Pr.iMii.iilgi— FrfcdrichslPHBe 9P??, en der Dorotheenstr. ffeyi-, Harn-, GescWBllzls-, Frauenleiden, Sek. muTtTstheozc. Kurze Be handig. ohne BerufSßtbrung. Teilz. Harn- u. Uiutuntersuch. Sprechst. 19-1, 5-8, Sonntags 10-1. Tel. Zentr. 8879.[1731." «|«Sp8Z, Haut-, Harn »nelle. IMre Behani ohkie BeriHSlstZrimg, ITs � � lxa%e 75, ncr Straße. en Bahnhct. 5-8. Sonnt. 19-12 dicht am Schi Sprichst. 10-1. Siests&rzf Mit-, Harn-, F rauenieiden "an-Kuren, Bhitnntfrs. ü 1 Veftehmg von anftci »iten bst Harnoraaue ilt Hcnmts�n MgSKÄ. 12 HÄislsrÄ Mr alle Gsschkchtc�eonkH» Eyvlsa.Lnipotcnz, F-anen- leidas, Sern-, Blicktmiers., hrlAi-t-ata-Kuren. Sdin«tle,staisrc, fchnienzlose '"?«" llze. MW�WWWM 8p®sl8lap*t glCHe. med. Kothen «ssels Eeiianst ElsissEPSlr.iS,0rin,le,,bDrg- Spszialarzfßeye?; Syphilis, Haut-, Harn-, Ce- schlechiä-, Frauenleiden, Bein- kranke, eiuiantersuchong.Be- harll. sieb., tchmerzl, u. Ohne V. erokestSr.TeOz. Scp.»a monz. 4-8.(Sonntags 19-1 Uhr.) PilNlino, erstklassig., nett. Hafsenskeln, Wiuterseidtstr. 2, kV." Der Zentralausschuß der Angestellten- Ausschüsse Groß-Berlins ist zusammengetreten. Seine Aufgabe be- steht darin, die Arbeit der Angestellten- Ausschüsse zu fördern. Es ist empfehlenswert, daß alle Angestellten- Ausschüsse Groß-Berlins sich ihm anschließen und ihre Adressen einsenden an: ZeMMMsg in MMM-MsMe M-MlüS Berlin NW 52, Wcrftstr. 7. 290 12 17. Aifanittie-Dlbinon. la 1806. Neukölln, den 15. Januar 1919. Ans?esehl der Regiernng habe ich den Oberbefehl üder die in Neukölln und in dem anichliehenden Teil von Berlin, welcher durch den Landwehr« kanal und die Belle-Alliance-Slraste begrenzt wild, befindlichen Truppen und Wehren einichl. Schutzmannschafl übernommen. Zweck dieser Maßnahme ist die Aufrechierhallung der Ruhe und Ord- nung, Befreiung der Siadt von den der Regierung feindlichen Elemenien. Sichersiellung der Wahlen zur Nationalversammlung. Durchführung der von der Regierung befohlenen Entwaffnung. Den hierauf bezüglichen Anordnungen hat jedermann ohne Unterschied unverzüglich zu folgen. Ich fordere die friedliebende Bevölkerung auf, mich hierbei zu unterstützen. v. Held, Generalmajor und Kommandeur der 17 Ini.-Division. 7154D Spartakus gibt den Kamps nicht auf und will den Erfolg der Regierung zu einem Pyrrhus- sieg gestalten! Kameraden! Arbeiter! Bürger! Wollt Ihr noch einmal die Schreckenstage der letzten Woche erleben? Meldet Euch als Freiwillige beim Regt. Grothe, das mit Anwerbung beauftragt ist, in Berlin, Nikolassee, Restaurant Heinroth. Freiwillige aller Waffengattungen werden angenommen. Ausweispapiere sowie etwa vorhandene Uniformen sind mitzubringen. 61/3 Ich habe am 15. Januar den militärt schen Befehl in Berlin L und 80 zwischen dcr Spree vom Miihlcnweg und dem Landwehr- kanal, der Jerusalemer Straße und der Werder- und Breiten Straße übernommen und werde am 18. Januar den Befehl auch nördlich dcr Spree zwischen Warschauer und Prenzlauer Straße übernehmen. Den Anordnungen der Postierungen(Kenn- zeichen: weiße Armbinde rechter Oberarm, Eichen-Kranz an beiden Kragenecken) namentlich für die Waffenabgabe ist unbedingt Falge zu leisten. v. Roeder, Generalmajor und Führer des Landes- •-_ Schützen-Korps._ igarren garantiert reinen, Tabak 18 Alark 100 Stück 25„ ICO„ 50 ,. 100„ 35 ,, 100», 40„ 100„ 500 Stück p. Nachn. franko. ÄdoMLetaam,IÄ?; Otlenburg, Baden.|5;'8 Freiwillige J Meldet Euch zum Schutz der Re- gierung und der Nationalversammlung und zum Kampf gegen den Bolsche- wismus beim Landes-Schützenkorps. Zum mobilen Gehalt und zur mobilen Löhnung erhält jeder 5 M. tägliche Zulage bei freier Unterkunst und Verpflegung. Famillenunterstützung und Ver- sorgung wie beim Feldheer. Werbestellen befinden sich: Tempelhof: Trainkaserne. Groß-AchterfeIde,Hauptkadstten- cmstalt. Außerdem nehmen zurzest Frei- willige an: das Landes- SchützenkorPS, Berlin, Viktoriafchule in der Prinzenstraße, 1. Landos-Schützenbrigade, Oranien- ftraße 166, 2. Landes-Schützenbrigade, Oberrealschule in der Oberwallstraße, 3. Landes-Schützenbrigade, Neue Philharmonie, 4 Landes- Schützenbrigade, Garde, Görlitzer Bahnhof. Landes-Schützenkorps. lechnikim Gesamtes Ingenieur- 1 u. Baufach. Vorkurs- 1 (Mecklenburg.) H-ikao.Sebolioiade! Werden Kreis d.Kakao-, Schokoladen- u. Zucker- wareniBdustrie kennen lern, will, darin Stell, od. Vertretg. sucht, lese die führende Faohzeitschr.«ulHBlflilW d. i. Hamb. i. 94-Tahi-jr pr- scheint. Prokonrn, kost.SOFi. Keine Nachnahmesendungen. . IM Herl beseitigt DÄ?sBaussalbe| Sd. MautausschL, FlechL, 1 autyuck. bes.Beinschad.,| Krampfadern d. 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No» vember 1918 bringen wir nachstehend die ftir diese Wahlen- zugelassenen sieben Wahivorschiöge hierdurch zur öffentlichen Kenntnis. Die Namen auf den einzelnen Stimmzetteln dürfen nur Folge.$>e Hmzunahme von»Wüden-, d. h. von Personen. die a»f kewein der öslenilich bekanntgegebenen Wahlvorschläge benannt sind, ist unschädlich, �ibcr auch unwirksam. Terzekhms der iinin Wnhlausschust zugelaffenen Wahl- Vorschläge für die Wahlen zur Verfassung- gcbendcn deutschen Nationalversammlung in Berlin. L vr. Friedrich Tkcnmann 2 isiufia» Harnnann 6, Marie Elisabeth Luders 4.$r. Otto Fronst ei 5. Alberl Borchardt 6. Dr. Bruno Marwitz 7. Sugo Sommer 8. Franz Reitig 9. Anna Schulze 19. Prof. Dr. Ma- Apt 11. Anita Runze 12. Carl Loestning 13. Max Madscn 14. Richard Hiidebrand l. Oaverrenz, Wilhelm 2 Siegfried von Kardorff 3. Oswald Hürtgen 4. Margarete Lehm 5. Frida Koch 6. Dr. Paul Conrad 7. Gustav Schober 8. Ulrich von Wilamowitz- Moellendorss 9. Paul Rüffcr 19. Johanna Pachall !l. Otto Lücke 12. Anna Knorr geb. Röhricht tZ. Johannes Hartwig 14. Paul Hering 1. Philipp Schclbemann 2. fRc, ard Fihlier 8. Wilhelm Pfannkuch 4. Robert Schmidt 5. Hugo Hcimann 6. Engen Ernst 7. Wally Zeplcr 8. 9idolf Buschick 9. Adolf Ritter 19. Martha Hoppe tl. Ernst Heitmann 12. Hugo Kamoffa 13. Andreas Mirus 14. Gustav Machholz 1.«Eim! Eichhorn 2. Hugo Haase 8. Gustav Laukant 4. Lulle Kietz 5. Richard Herbst 6. Marsiarele Weugels 7. Dr. Herniann Wey! 8. Dr. Eiegiried Weinberg 9. LIgncs Fahrenwald 19. Hermann Maller II. Alfred Schwahn 12 Hermann Clajus 13. Karl Siegle 14. Wilhelm Thiel l. vr. Maxtnillinn VJelffer 2 Ivhaunes Haecker 3. Aniea Srl�midi 4. Johanne» Götz 5. Foieph Tresirrt 6. Zolef Majnnke 7. Llloert Weidner 8. Adolf Gotfwald 9.?b-.ns Weltmann 19. Carl Bieten fl. Adolf Hucke 12. Wllhehn Joseph Müller 13. Heinrich Bungartz 14. Carl Wolny I. vllkhalm Kohl 2. Hermann I. Thissen 3. Clara Saust t. Crnst Motkentin 5. Aug»si Stock 6. Antonie Hoffmann 7.?l. Spadr 8. Dr. Curt Metgcr' 9. Luise Stöckicht 19. Frirdrich Sänibert II. Paul Kowalski 12. Eugen Leidig 13. Hermann Krause 14. Maida LUbdcn 1. Vr. Mallhar Schtoohn 2. Walter Wiedmann 8. Frau Elise Holzer 4. Gustav Strohbad) 5. Robert Simon 6. Frau Elisabeth Lüher Von diesen Wahlvorschlägen sind dlc Wahlvorschläge Wilhelm Lavrrrcnz, Dr. Maximilian Pfeiffer und Wilhelm Kahl miteinander verbunden. Die verbundenen Wahlvorschläge gelten den anderen Wahlvorschiägen gegenüber als ein Wahl- Vorschlag. Berlin, den 13. Januar 1919. sI..Vr. 75 Wahl 19.) Ter Wghlrniäschuü für den Wahlkreis Berlin für die Wahlen zur ver« fassunggcbcndcil Teulschcn Nationalversammluiiz. De: Vorsitzende. __ L o c h n i!I g, StabtrA_ Vekarmtmachimg. Im Hinblick auf die zcitu.eiNze Kohleicknapphcü und die noch bestehende Ungewißheit des Einrresicns tüustiger erhedsicher Ku- fuhren tritt zur Streckung der Kohlenvorräte bei den Elektrlzitdts- werten auf ElrnnEdcr Bekanntmachung des Zdcichskommissars für die Kohlenncrtcilung Uber die Einlchräicknng des Verbro.ucho elek- trisdwr Arbeit vom 2 November 1917 und der besondrer» Er- muchtigung desselben vom 6. Januar 1919— R. K. A. 77/1. 19— sür das Gebiet des Kohlcnvcrbandcs Groß-Berli», nämiich die Stadtkreise Berlin, Charloticnburg. Reutolln, Berlin- Schöne- beeg, Bcesin-Lichtenbeeg, Berlin-Wilmersdorf, sowie die Land- ireiie Teltow und Riederbarnim im Einvernehmen mit den Vertrauensmännern bis auf weiteres folgend: Rotstands- besti mmung mit dem Tage der Veröffentlichung dieser Be» kanietmachung in Kraft: Bei ueberfthreiwng des zugelassenen Bcrdranchs von elek- irischer Arbeit oder der für die Entnahme von elektrischer Arbeit freigegebenen Zeiten cder öci anderen Zuwiderhandlungen gegen die zur Einschränkung des Bcrbrauchs eleUrischrr Arbeit er- lassenen Bestimniunge.l kann unbeschadet der sanft durch solche Zuwiderhandlungen ausgeiöitcn Rcchtsfoigsn von dcr Kohlen- stelle Groß-Bersill die Unterbrechung dcr Elcltrizitätsiiefcrung angeordnci werden. 5�otzleuverband Groß-Berlin. �Vei'mutdo Niederbarnim. Nach Rücksprache mit dem Oberkommando Nosle und dessen Zustimmung wird folgende Bekanntmachung erlassen: Um Irrtümer vorzubeugen wird hiermit ausdrücklich erklärt, daß die Organisation des Sid)crhe!isdienstes im Kreise Riedel- banvm in der alten Form bestehen bleibt. Di- r-ten Ans- wiisckarten und Binden, die von der Zentralstelle im Landrais- amie ausgestellt sind, behalten fiir de» Kreis ihre Gültigkeit. Die Angehörigen der Republiianischen Sicherheitswehr werden nochmals zur schärfsten Pflichtcrfüümig im Interesse dcr Lebensmittelversorgung aufgefordert. 767$ ZeMWle m Meilek- m SgiSakemöle öes Kreises WsSsrizgrÄA «erlin dl IV 49, Friedrich-Karl-Ufer 5, Norden 11 612. _ gez. t. Bredow, Landrat. Crosche. Schönberg. Achtung Z Flieger! Freiwillige mit Fronterfahrung