Nr 37. 36. Jahrg. BezugSyretS: VIert«rjahrl.k7e Ml. monaü.Z�H VS, I'rettnS Haus voraus, all lbai. Einzelne Nummern lv Pfennig. Poilbezug: Monatlich 2.26 Ml. erfL Zustellung». gebühr. Umct»treu-band für Deutschland it. Oelierreich-Ungarn.1,60 Ml. sür daS übrige Äu-land üso Ml, bei lügltch einmaliger-iullellung 7.60 Ml. Poslbeuellungen nebmrn an Düne» mar». Holland lluremburg. Schwede» und die Schweiz Eingetragen w dt« Poll» ietlungS-PretSliste. Der.iSorwürtS' ericheim wocheruüglich zweimal. Soimtag- einmal, Deleqramni.ild reffe »Sozialdemotra««erlin». Morgen-Ansgave. { fjM•*' v. berliner Nolksblatt. ( 10 Plennla) AuzelgenvrciS: Die achlgesvallene SlonvareMezeff» loiicl vv Pfg..Kleine An»«ige»-, bat ietlgedruckle Sort tv Ptg.. zulässig 2 fettgcdrullle Pjorles, seder weilere Wori 20 Psg. Stellengemche»nd Echlafsteücnanzcigcn da» erlie Wort 30 Pig..-ede» weilere Wort lb Psg. Worte über lb Buchliaben zählen sür zwei Sorte. leucrungszulchlag b0°,� isamilien-Slnzeigen, oolilllche und gcwcrlschaltlichc PeremS- �li.zeigen «0«ig. die Zeile. Anzeigen lür die nächste Nummer müssen bis ä ihr nachniiliags im vauptgeichäst. L erlin es. 68. Lindenslrage i), Idregeden «erden. Seöffuel �o» ü Uhr früh dt» k llhr abend», �entralorgan Äer fosialclemokratifcken Partei l>eutfc!)lsnäs. Reüaktion unü Expeüitioa: SW. SS, Linöenstr. 3. Fernsprecher: Am» Mprivplav. Rr. tZ»S0-tSIS7. Dienstag, de« Äl. Januar ISIS. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. öS, Linüenstr. 3. Fernsprecher: Amt MorivplaN. Nr. lI7SZ— S4. Das MaKlergebnis in Lerlin. �eilrekultate ans Reiche. Staöt S erlin. Amtliches Wahlerqabnis. S. P. D.(S ch e i d e m a u n) 3K5 364(3 Sitze: S ch r i> demann, Fischer, Pfannkuch, Schmidt, Hei- mann). U. S. P. 273 9l5(4 Sitze: Eichhorn, Haase, Lanka n t, Luise Z i e tz). Demokratische Partei 163 443 (2 Sitze: Naumann, Hartmann). Deutschnationale Volkspartei 92374(1 Sitz: Laverrenz). Demokratische Volks- artci 54 379(1 Sitz: Kahl). Zentrum 31921(1 Sitz: ' risfcr). Abgegeben wurden 1992 671 Stimmen. pai Pl Berlin. 25. A b t e i l u n g. S. P. D. 10 32», Dem. 5336. ll. S. P. 6565, Zentrum 734, Deutschuat. 2855, Natl. 1271. Eingeschriebene Wähler 33 838, abgegebene Stimmen 26 835, ungültig 159. Teltotv-Beeskow. S. P. D. 106 600, ll. S. P. 45 000. Dem. 55 000, Deutschnat. 31000, D. Vp. 27 000. Tcltbw-Beedksw.(Bis 20. Januar, 0 Uhr abends): S. P. D. 106 000, U. P. D. 45 060, Demokialen 55 000, Deutschnationalc 81000, Deulfche Voltspartei 27'000: Nirderbarni«. ?lach einer vorläufigen Zusammenstellung, die allerdings nur etwa die Hälfte der Wahlbezirke in Riedevbarnim unrfaht, haben sich folgende Zahlen ergeben: S. P. D. 113 163, U. S. P. 68014, Dem. 55 971, D. Bp. 18 386, Deutschnat.-> Ztr. 9910. Mus öem Reiche. Frankfurt a. O. s. V. D. 273 112, u. S. P. 3647, Dem. 115 482, Dnatl. 104 Iis, D. Vp.>8 255, Zentrum 8812. (ES fehlen noch ungefähr 250 Stimmbezirke. Voraussichtlich find 4 S. P. D., 2 Dem. und zwei Dnatl. gewählt.) Ostpreußen. s. P. D. 347 419(7 Abg.). Dem. 146 157(3 Abg.), Deutschnall. 99 210(2 Abg.). Chr. Vp. 65 920(l Abg.), D. Vp. 63 495(1 Abg.), Soldatcnliste(teilweise U. S. P.) 40 257.(Der viert« Teil der Wahlbezirke steht noch aus.) Hamburg Stadt. S. V. D. 282 953, U. S. P. 37 404. Zentrum 6742, Dem. 142 175, Kons. 14 212, Natl. 62 716.(Aus 8 Bezirken fehlen Resultate.) Hamburg-Bremeu-Stade. ®. P. D. 381 000, ll. S. P. 67 500. Bürgerliche Stimmen fehlen noch. Die beiden sozialistischen Parteien zusammen 448, Mandatverteilung wahrscheinlich 6 S. P. D, 1 U. P. D. Magdeburg-Anhalt. Dem. 223 242, D. Vp. 27 908, Dnatl. 73 134, Zentrum 13 070, — demnach die verbundenen Listen dar bürgerlichen Parteien zu- sammen: 337 354 Stimmen, S. P. D. 504 316, U. S. P. 26 270. Es erhalten demnach voraussichtlich die Mehrheitssozialisten 7, die Deutsche Demokratische Partei 3, die Deutschnationale Volkspartei einen Sitz. Merseburg. S. P. D. 40 000,. U. S. P. 130 000, Dem. 71 400. Deutschnall. 27 100, D. Vp. 5400. Zentrum 2700, Angestelltenpartei 700.(Einige StimmbgKirke stehen noch aus. das endgültige Resultat ist erst Dienstag früh zu erwarten. Es dürften an Sitzen entfallen: S. P. D. 1, U. S. P. 5, Dem. 2. Teutschnatl. 1.) Hannover. S. P. D. 317 752. U. S. P. 39 295. Dem. 92 295, D. Vp. 67 418. Braunschweigischer LandeZwahlverein 32 645. Deutfchnatl. 20 446, Deutsch-Hannoversche und Zentrum 176 230.(Mehrere Bezirke stehen noch au».) Stadt Köln. Zentrum 105 201,«. P. D. 105 364, Dem. 32 384. D. Vp. 15 619, Ratl. 8174, U. S. P. 3939. Sachsen. 15—23. Wahlkreis(Chemnitz usw.) S. P. D. 509 551. U. S. P. 66836, TN»». 178621, Deutschnott. 116781,«hristl.«tz. 3600, Es fehlen noch zwanzig kleine Ortschaften, die am Ergebnis nichts mehr ändern. Später« Meldung: S. P. D. 509 551, v. E. P. 55 885, Dem. 178 521. Deutschnat. 115 761, Ztr. 8690. ES fehlen noch 2V kleine Ortschaften, die am Ergebnis nichts mehr ändern. 10. 14. Wahlkreis(Leipzig usw.) S. P. D. 127 288(zwei Abg.). U. S. P. 234 942(drei Abg.), Dem. 176 925(zwei Abg.). Deutfchnatl. 72 909(ein Abg.), Christi. Vp. 3107. Ostsachscn. S. P. D. 30 060, U. S. P. 28 212, Dem. 129 512, Deutsche Vp. 90 631, Deutfchnatl. 95 091, Christi. Vp. 14 984. Eine spätere Meldung gibt noch folgendes Tcileraebnis:©. P. D. 499 472, Dem. 169 566, ll. S. P. 53 828, Dnatl. 113 237, Zentum 3680. Oberbayern und Schwabe«. (50 von 54 Bezirken.) S. P. D. 300 573, Bauernbund 181 798, Ratlib. 10 565, Zentrum 322 535. D. Vp. 106 843, Republ. Partei 2, U. S. P. 40 643. Mittelstandsp. 410. Ober-, Mittel- und Nnterfranken. Vorläufiges Resultat: S. P. D. 108 923, ll. S. P. 41712. D. Vp. Nordbayern. S. P. T. 108 923, u. S. P. 41712, Dem. 123 612, Zentrum 188 344, Natl. 66 994. Niederbayern und Oberpfalz. S. P. D. 122 217, U. S. P. 2155, Zentrum 219 596, Dem. 24 575, Bauernbund 92 799. Pfalz. Zentrum 87 108, N. S. P. 8468, Natlib. 64 272, S. P. D. 106 938, Dem. 32 481. In 430 Landbezirken erhielten S. P. D. 56 550, ll. S. P. 553, Dem. 15 121, Zentum 64 871, D. vp. 46 592. vorläufige Wahlergebnisse. Stettin iStadt).®. P. D. 60 794, Dem. 30 592, D. Vp. 19 578, II. S. P. 8495, D.-natl. 9084, Chr. Vp. 282. Sagan-Sprottau. Deutschnatl. 8637, Chr. Vp. 4506, Dem. 11 846, S. P. D. 24 973. Düsseldorf Stadt und Land. S. P. D. 33 931, ll. S. P. 58 634, Zentrum 91 405, Dem. 28 401, Deutschnatl. 27 490. Elberfeld Stadt: S. P. D. 35 039, U. S. P. 7284, Zentrum 12079, Dem. 9950, Teutschnatl. 27 137. Barmen Stadt. S. P. D. 29 302. U. S. P. 10 949, Zentrum 8810. Dem. 12 659, Deutschnatl. 27 986. Solingen(7 Bezirke). S. P. D. 4105, U. S. P. 2288. Dortmund-Hoerde. S. P. D. 147 598, Zentrum 63 515, D. Vp. 36 073, Dem. 20 522. U. S. P. l0 270. Arnsberg, westl. Westfalen. S. P. D. 672 962, Zentrum 464 310, D. Pp. 217 686. Dem. 155 247. U. S. P. 82 909.(Einige Stimm- bezirke stehen noch aus.)_ polnische Vergewaltigungen. Ausweisung der Teutschcn aus Pose«.— Sondersteuer für Deutsche. Die Familien der Unteroffiziere usw. in Posen, zum großen Teil dort hcimatsstSndig, sind a u S der Stadt Posen ausgewiesen, und zwar in einer Form, die ftir sie die Zurüiklassung und damit den Verlust ihre« Eigentum« bedeutet, da sich die Polen in die Wohnungen setzte». DaS gleiche ist in O st r o w o der Fall. In der Gegend von C r» n r a. d. Brahe wie auch in anderen gemischtsprachlichen Bromberger und westßreußischen Bezirke», wer- den die gedienten polnischen Mannschafte» aufgefordert, sich nach Hohrnsalza zwecks Kampfe« für Polen möglich st mit Waffen und Munition— selbst große Messer sind erwünscht— z» begebe». Zur Aufbringung der Kosten für die Besoldung der polnischen Soldaten wird bereit« jetzt im Kreise Pieschen durch den polnische» Arbeiter»«nd Soldatenrat von den deutsche« Bauer« eine Wochenstenrr erhoben. Die Berordnunge« de« Posenrr Polizeipräsidiums sind nur polnisch gehalten, obwohl Uber zwei Fünftel der Bevölkerung der Stadt deutsch«nd znm großen Teil der polnischen Sprache gar nicht mächtig sind.— In O st r o w« werden den deutsche» Mietern auf Anordnung die Wohnungen ge- kündigt, während den deutschen Hauseigentümern verboten wird, ihrersrit« jemand zu kündigen, so daß also dir deutsche Bevölkerung »»r«»S««»der»»>>rt»«»»«en wird. der Entwurf öer Reichs- Verfassung. Gestern, am Tage nach den Wahlen, veröffentlicht? die Reichsleitung im„Ncichsunzeiger" den„Entwurf des all- gemeinen Teils der künstigen Neichsverfassnng", dem eine ausführliche Dcnkschrist beigegeben ist. Er umfafft 73 Para- araphen in vier Abschnitten. I. Das Reich und die deutschen Freistaaten. IL Die Grundrechte des deutschen Volkes. III. Der Reichstag. IV. Der Reichspräsident und die Reichs- regierung. Vorbehalten bleiben ein Hiniveis ans die künftige Wchrverfassilng und nähere Ausführungen über Verkehrs- Wesen, Zoll- und Handelswesen, Rcichsfinanzen und Rechts- Pflege. Der Entwurf läfft sich insgesamt charakterisieren als eine Umgestaltung von Grund auf. Von den geschichtlichen Staatenbildnngen, Preußen, Bayern, Sachsen usw., ist nicht mehr die Rede. Die„deutschen Freistaaten", von denen gesprochen wird, sind nicht etwas Vorhandenes sondern etwas Werdendes. Sie sollen nach dem Willen der Bevölkerung, vermittelst Volksabstimmung, durch Vereinigung oder Zerlegung neu geschaffen werden, einzige Voraussetzung ist, dag das neuzubildende Einzelstaatsgebiet mindestens zwei Millionen Einwohner nnifafft. Wenn z. B. im Rheinland eine Bewegung zur Bildung eines besonderen Freistaates innerhalb deS Reiches besteht, so können Selbstverwaltungskörper dieser Provinz, die mehr als ein Viertel der Geiarntbevölkerung umfassen, einen Antrag auf Volksabstimmung stellen, derselbe Antrag kann von der zu- ständigen Landesregierung(also der preußischen) gestellt wer- den, hierauf wird die Volksabstimniung von der Reichs- regierung angeordnet und von den Landcsbehördcn durch- geführt. Für die Eliizelstaaten ist vorgeschrieben: Einkammer- systcm auf Grund des allgemeinen Volkswahlicchts, verant- wortliche Regierungen, Selbstverwaltung der demokratisch organisierten Gemeinden, kommunale Ortspolizei. Die Fl ei- staaten können sich bei der Reichsregieiung vertreten lassen und bei den Reichsniinistcrien NeichSräte bilden, sie haben das Recht, im Reichstag jederzeit gehört zu werden. Reichsangelegenheiten sind: Auslandspolitik, Zoll-, Handels-, Bank-, Börsen-, Münz-, Maß- und Gewichtswesen, Verkehrswesen, und zivar die Eisenbahne», soweit sie bisher Staatsbahnen waren, die Binnenschiffahrt auf den mehreren deutschen Freistaaten gemeinsamen Wasser- straffen, Post, Telcgraphie, Krastfahrzeligverkehr zu Lande und in der Luft. Der Rahmen der Reichsgcsctzgebung wird erweitert in hezug auf die Bodengesetzgebung(zum Zweck der inneren Kolonisation) und auf die Kirchen- und Schulgesetzgebnng, über die vorläufig(Z 19) bestimmt wird: Jeder Deutsche hat volle Glanbens« und Gewissens- freiheit. Die freie AnSübnng goliesdienstliche» Handliingen Ist innerhalb der Schranken der SlNIichkeit und der öffentlichen Ord- nung gewährleistet. Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feieilickkeit gezwungen werden. Niemand ist vcrpslichlet, seine religiöse Ueberzeugung oder seine Zugehörigkeit zu einer Religion«gemein ichast zu osfen baren. Die Be- Hörden haben nicht das Rechr, danach zu fragen. Jede ReligionSgesellschast ordnet und verwaltet ihre Angelegen- beiten selbständig, ist aber den allgemeinen Gesetzen unterworfen. Keine ReligioiiSgesellschnft gcnicsit vor anderen Vorrechte durch den Staat, llcber die Auscinaudcrjctzmiff zwischen Staat nud Kirche wird ei« Reichsgesetz Grundsätze aulstellen, deren Durchführung Sache der deutschen Freistaaten ist. Der zweite Abschnitt deS Entwurfes, ans dem der oben wiedergegcbene§ 19 vorweg genommen ist, regelt die die Grundrechte des deutschen Volkes. Er sagt einleitend in§ 18: Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleichberechtigt. Alle Vorrechte oder rechtlichen Nachteile der Geburt, deS Standes, Berufs oder Glaubens sind beseitigt; ihre Wieder- Herstellung durch Gesetz oder Verwaltung ist verfassuugs- widrig. Tamit ist die Monarchie für eine Einrichtung erklärt, für die auf deutschem Boden kein Platz mehr ist. Die weiteren Bestiniimmgrn dieseZ Abschnitts regeln die Rechte der Persöw lichkeit(Meinungsfreiheit, Vereins-, Petitionsfreiheit) usw. ungefähr im Sinne der preußischen Verfassung, die ja in dieser Beziehung ans dem Papier sehr freiheitlich war. Besonders heißt es:.Der Unterricht soll allen Deutschen nach Maßgabe der Befähigung zugänglich sein." lieber das Eigen- tnmsrecht wird gesagt:.Eine Enteignung kann nur zum W»hl c der Allgemeinheit aui gesetzlicher Grundlage veagenoinmen werden." Zehr schön und geeignet, ein Bestandteil internationalen Rechts zu werden(das Deutsch- land laut§ 2 als„bindenden Bestandteil seine» eigenen Rechts* anerkennen will), ist folgender Z 29: Die fremdiprarijiicken CoIlStcilc innerbalb des NeickZ dürfen durch die Gesetzgebung und Lerwallnvg nrcht in der ihnen eigenen, dolkstitmUchen EnNvickiung beeinträchtigl werden. in.bewndere nicht rn> Gebrauch ihrer Muttersprache beim Unterricht sowir bei der inneren Verwaltung und der Rechtspflege innerhalb der von ihnen bewohnten Landes« teile. Ter Reichstag: Vvlksstaus nud StaatenhauK. Bisbcr hatten wir einen Reichstag und einen ihm in ge- wisser Beziehung übergeordneten Bundesrat. In Zukunft sollen wir einen Reichstag haben, der in zwei Häuser zersällt: Volkshaus und Staate»!, all». DaS VoltShanS wird gewählt wie die deutsche RaUonalmiammluug. das StaalenhauS wird von den Landtagen gewählt die, wie schon oben gesagt, auch auf Grund des allgemeinen VolkswahlrcchtS zu bilden sind. Beide, VolkshauS und Staatenhaus, werden alle drei Jahre neugcwählt, niemand kann zugleich Mitglied beider Häuier sein. Zu einem Reichsgesetz ist die Uebereinstimmung der MehrhcitSheitSbcschliisse beider Häuser erforderlich. Fehlt die Ucbcreinstimmung, so kann die Volksabstimmung vom Reichspräsidenten angeordnet werden. Diese soll auch notwendig sein, wenn fünf Jahre nach Inkrafttreten der Verfassung eine Verfassungsänderung beschlossen>oird, wa§ nur bei Zweidrittcl-Anwesenhcit in beiden Häufern mit Zwei- drittel-Mehrhrit geschehen kann. Die Volksabstimmung kann dann den Antrag bestätigen oder verwerfen. Im Staatenhaiis soll grundsätzlich auf eine Million Ein- wohner ein Vertreter entfallen, sodast eö ungefähr 79 Mit- glicdcr haben wird. Bis zur Bildung der neuen Frei- staatcn wird ein provisorisches Staate» ha»S ein- gerichtet. Derselbe Abschnitt regelt dann die Fragen der Einberufung� Auslösung, Immunität usw. nach den üblichen Grundsätzen und setzt das berufliche ZeugniSverweigernngs- recht der Abgeordneten fest. Ter Reichspräsident und die ReichSregiernng. Diese Kernfragen der Verfassung werden im letzten IV. Abschnitt(Ks 58— 79) folgendermaßen geregelt: Der Reichspräsident wird von» ganzen deutschen Volke für 7 Jahre gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Wählbar ist, wer das&>. Lebensjahr pollendet hat und seit mindestens 19 Jahren Deutscher ist. Auf den Reichspräsidenlen gehen im wesentlichen die Rechte d e S Kaisers über, doch müssen Kriegerklärung und Friedensschluß durch Reichsgesetz erfolgen. Der Präsident ernennt Reichsbeamte und Offiziere und kann die Einzelstaaten notmendigensgllS mit bewaffneter Macht zur Ersülluug ihrer Pflichten anhalten, er kann überall im Reiche gegen Unruhen einschreiten und die erforderlichen Anordnungen treffen, die der unverzüglichen Genehmigung dm ch den Reichstag unterliegen. Der Präsident kann auf Antrag des Reichstags durch BolkSabstinimung ab- gesetzt iverden.. Die ReichSregiernng besteht auS dem Reichs- kanzler und der elforderlichcn Zahl von NeichLminister». Ter Rdchökai'zler und auf dessen Vorschlag die SietchSniinisler werden vom Reichspräsidenten ernannt. Der Reichskanzler und die Reichsminister bedürfen zu ihrer Amtsführung des Vertrauens ,deS Volks- h a» s e S. Jeder von ihnen muß zurücktreten, wenn ihm das Volkshaus daS Vertrauen durch einen ausdrücklichen Be- schlug entzieht._ Sw Zkffte, /vorwärts"'. 20 Stunden als Gefangener der Spartakisten. Wir waren beauftragt, am Freitag, den Id. Januar, auf einem Lastauto der Regierung unter Führung«ine» Offiziers mit 7 Mann Gerät vom Enckeplatz abzuholen. Vom Halleschen Tore kommend, werden wir plötzlich um halb drei Uhr auf dem Bclleallianeeptotz durch Gewchrscnrr aufgeschreckt. Nach einer beruhigenden Auskunft fahren wir jedoch weiter. Kaum waren wir in die Lindenstraße eingebogen, als zwei junge Leute von hinten am Wagen empor- kletterten und uns mit vorgehaltenen Revolvern zum Halten zwan- gen. Wir mußten absteigen und man führte uns in ein Hofzimmer de«„Vorwnrts"-BebäudcS, während der Wagen auf den Hof ge- fahren wurde.. � t Es fand nun«in kurzes Verhör statt, das sich in durchaus frenndlichcm Tone bewegte. Dabei ward'.uns baldige Entlassung in Aussicht gestellt. Nach kurzer Zeit teilte man uns jedoch niit, daß wir noch zu weiterem Vcrhör fortgeführt werden mühten. Man verband uns die Augen und führte uns in ein Zimmer der Obleute. Die Vorsichtsmaßregeln sollte verhindern, daß wir Einblick in die Verteidigungsanlagen nehmen konnten. Wir wurden nun gründ- lich visitiert und unsere Personalien wurden aufgeschrieben, wobei man uns wieder auffällig schonend behandelte. Man stellte sogar ausdrücklich fest, daß von unserem Eigentum, daS wir sofort wieder- erhielten, nichts fehlte. Nur vorgefundene Waffen wurden bcschtag- nahmt. Auf besonderen Befehl sollte uns sonst nichts weggenom- m:u und auch die Kokarde nicht abgenommen werden,„denn die Gellnnung liege im Herzen". Nun wurden wir wieder mit her- bundenen Augen nach unserem endgültigen Arrestlokal abgeführt, einem einfenstrigen Bureauzimmer im 4. Stockwerk des 4. Sofes, wo wir in GescUschait zweier älterer Spartakiden und eines fün- garen Soldaten als Wackitvosten verblieben. Nachdem diese von dem Führer der Besatzung O st e r m a n n in energischem Tone darauf Hingew Wen worden waren, daß jeder.Fluchtversuch auf das en> schiedeuste abzuwehren sei und auf Deihilie der Tod stände, sorgte mau für genügend Stühle, brachte uns Kaffee und Biskuits und bult ui'S schon gelegentlich vorher begonnene Vortrage über die Aieke des Bolschewismus. Man versuchte»nS anfzuklären. und wtr mußten stillhalten,„Seht", sagte man un«,.wir sind gar nicht die Räuber, für die wir gehalten werden: wir wollen Kommunismus, wir wallen teilen und fein Blutvergießen. Wir schießen auf keinen. der nicht auf nn? schießt. Haben wir Euch denn etwas getan?— Eine seltsame Auflassung von Nächstenliebe und Menschenrecht. wenn man seinem Nebenmcnlchen nach Herzenslust mit dem Rc- voluer unter der Nase bennnfiichtelit Abend« brack.ie man u,:S ein Stück T«mpfwuost, die einer soeben einem Schlächter„abgekauften" Wagenladung entstammte. Mit Eintritt der Nackst lvurde e? ans unserem Zimmer besonder? lebhaft, Jetzt fanden sich allerlei seltsame Gestalten ein, Redakteure, Drucker, russische Propagandisten, auch Frauen, die in unausbör- lichcr Reihenfolge uns ihre Ideen zu.Gehör b-achtem Die inzwischen Der Reichskanzler trägt dem Reichstag gegenüber die Verantmortimg für die Richtlinien der R e i ch s p o l i t i k, jeder Reichsminister.selbständig die Lerantmortnug sür die Leitung des ihm anvertrauten Geschäftszweigs, Das Volkshaus und das Staatenhaus sind berechtigt, den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und die Reichs- minister vor dem Staatsgerichtshoje für.dgs Deutsche Reich anzuklagen, daß sie schnldvaftcrwoise die Reichsv�- fafsung oder ein Rcichsgesetz verletzt haben, lieber den StaategerichtShos ergeht ein besonderes Gesetz. Vis dahin wählt der Reichstag ihn, siebengliedrig auS seiner Mitte. (K 19.) Der Antrag auf Erhebung der Anklage muß von mini destens 199 Mitgliedern deS VolkShauses oder 25 Mitgliedern des Staatenhauses unterzeichnet sein und bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der gesetzlichen Mit- gliederzahl. » Dies die hauptsächlichsten Bestimmungen des Verfassungs- entwrnfs, der, wie man sieht, einen grundsätzlichen Neuaufbau bedeutet. Deutschland soll ein rein demokratischer stark zen- trakisiertcr Bundesstaat werden, zu welchem Zweck eine völlige Neugruppierung seiner cinzelftaattichen Glietzernnz erfolor. Fragen, über die man sich jahrzchutelang herumgestrittcn hat. werden mit einem Schlage gelöst, und in diesem Sinne ist der Entwurf wirklich revolutionär. Der Entwurf berücksichtigt begreiflicherweise die zu befürchtenden Gebietsabtretungen noch nicht, sondern sagt in seinem§ 1: DaS Teulsche Reich besteht auS seinen bisherigen Glied- staate» sowie aus de» Gebieten, deren Bevölkerung kraft des Selbnbcsiimmuugsrechls Aufnahme in das Reich begehrt und eurch Reich Sgeietz ausgenommen wird. Im weiteren b'ldn er die Ausfühmug des im ersten Satze d?S K 2 ausgesprochenen republikanisch-demokratischen(Äruud- satzes:„A lle Staatsgewalt liegt beim deutschen Volk e". Unser allgemeines Verhältnis zu diesem Entwurf kann daher kein anderes sein als das der g r u n d s ä tz- l i ch c n Z u st i ni m u n g. lieber Einzelheiten der Ausjiih- rung werden sich naturgemäß Meiuungsverschiedenhciten er- geben, die auszugleichen Aufgabe der Diskussion sein wird. In der Nationalversammlung, die voraussichtlich am 6. Februar zusammentritt, dürfte eine große Mehrheit vor- Händen sein, die bereit sein wird, den Grundlinien des Eni- Wurfes zuzustimmen. Möge sie sich vor dem Fehler deS Frankfurter Reichstags hüten und lange akademische Erörterungen vermelden: die Not der Zeit fordert rasche Tat! Nieüerlagen öer SolscheViki in Estlanü. Fluchtartige» Zurückweichen. Stockholm, AI. Januar. Aus Estland liegen Nachrichten vor, baß die Bolschewikiarmee weiter hurückwricht. Finnische Verstärkun- gen leisten gute Hilf«. Der estnische Ministerpräsident Paetz sprach sich für eine Union mit Finnland aus. Die Lage Lettland? ist nach Aussage von dort limu» enden schlvedischen Offizieren kritisch. Zum schwedischen FrciwilligenkarpS sür Lettland meldeten sich über 100 Offiziere und 400 Mann. Ter schwedische General Hjalmarson teilt aus Estland mit, daß die Bolschewistcn panikartig fliehen. Der Vormarsch des finnischen Freiwilligenkorps geht außerordentlich rasch vonstatten. Die Bolschcwiki halten nur noch ein Siebentel des Landes. Sic ermordeten in Wesenbrrg 500 Männer, Frauen und Kinder. Die wirtschaftliche und politisch« Lage Estlands ist außerordentlich schwierig. Jugoslawische Tollheiten. Deutschösterreichische Soldaten werden sür vogelfrci erklärt. Graz, 20. Januar. Wtener Korrbureau. General Maister in Marburg Hai der steiermärlischen LanbeSregicrung mitgeteilt, dc�ß er infolge deö i« Lenlickach bei Marburg erfolgten Anglist» einer dcutsckiösterrcichisckeil Patrouille gegen die dortige jugoslawische Be. iatzung die Poilswebrlrupptn nicht mehr als Soldaten auerkenncu könne und sie daher, wen» er ihn? habhaft würde als ivandcn- Mitglieder standrechtlich werde behandeln lasscu. Sollten iugoilawisctie Truppen gezwungen sein, besetzte Gebiete zu räumen, so würden sie vorher die in Betracht kommenden Städte, Märkte und Ortschaften »l»»»«W»«.»«««?>> mjs»'.'»'«.«.. U.1,. zahlreicher gewordenen Gefangenen saßen im Halbkreise um den Redner und hörten und staunten. Dabei war ein« höchst inter- essante Beobachtung zu machen. So fließend öer Vortrag war, durch Gegenfragen wurden die Redner äußerst leicht verwirrt. Die Spartakiden schienen sich immer, wieder an diesen Theorien zu berauschen. Der eine hörte dem andewn zu. Gewiß, diese Men- scheu haben Ideale, für die sie durch dick und dünn gehen. Aber ihre Ideen haben E-nga»g in die Seelen anderer, haltloser Existengen gefunden, verkommener Elemente, die unfähig sind, den inneren Kern der Sache zu erfassen, sich am änßcrcn Glanz berauschen und wahre Freiheit im uneingeschränkten Wasfengebcauch erblicken. Was nützen un? alle Beteuerungen der anderen, die noch dazu an Zahl bedeutend unterlegen waren? In der Unterhaliung verging die Nacht schneller, als man er- wartet hatte. Von Zeit zu Zeit war Alarm gewesen. Dann eilte die gesamte Besatzung an die befohlenen PerteidigungSpläve auf dem Dache öder an den Fenstern. Es herrschte entschieden mllitä- - rische Ordnung. So waren alle Leute in Kompagnien eingeteilt, die je einen Führer hatten, dem sie gehorchen mußten. Außerdem gab es noch besondere Stoßtrupps und Automobilkolonnen, die ihre eigenen, in der Oeffentlichkeit bekannt gewordenen Aufgaben hallen. Zu ihnen gehörten die unerschrockensten Leute. Verpflegt wurden sie meist im Hause, weshalb eS sogar ein eigenes Lebensmittel- kartenstistcm gab mit Abschnitten für jede Mahlzeit. Vom„Vor- wärts" aus wurden auch die anderen besetzten Zeitungsbetriebe der- sorgt. Tie Alarme ivaren meist von kurzer Dauer, doch waren di» Verteidiger gezwungen, dauernd auf den Beinen zu bleiben, ei-i Uebelstand, der sich bitter fühlbar machte, als morgens um 7 Uhr plötzlich ein umfassender Angriff durch die Regietungstruppen er- fölgle. bei dein sogar die artilleristssche Waffe ein« Rolle spielte. Daraus war man min gar nicht vorbereitet. Wie sicher hatten sie sich gefühlt! Sie erzählten uns von«ingebauten Minenwerfern; ein Geschütz sei dauernd auf di« Kommandantur in der WUhelmjtraße gerichtet gewesen: Flammenwrrser sollen vorhanden gewesen sein, Handgranaten und Maschinengewehre in Hüll« und Fülle. Im Sturm wäre der„Vorwärts" sicher nicht zu nehme» gewesen. So war denn mit einem Male angesichts der drohenden Niederlag« auf vielen Gesichtern panifchcr Schrecken zu lesen. In welche Lag« wir al» Gefangen« durch diesen Angriff gerieten, mag jeder sich au?» malen; denn zn der drohender werdenden inneren Gefahr kam die äußere Gefahr der Beschießung, hinzu. Allmählich füllte sich unser Zimmer immer mehr mit Leuten, die schon keine Lust mehr zur Verteidigung hatten. Auch der junge Liebknecht bezanh sich bei uns; er Hatto schon eine» Teil dor Nackt bei um? verbrach! und schien sich überhaupt nicht um die �eWdistUng zu kuinmeru. So standen wir etwa 20 Mann dichtgedrängt, als plötzlich ein Geschoß m unser Zimmer einschlug und Tcwehrmunttion. die auf der Erde lag. zur Erplosion brachte, ohne aber selbst zu krepieren. Die Folg« war, daß wir alle durch den Luftdruck über einen lbaufen geworfen wurden� ohne aber auch nur den geringsten Schaden zu in Brand flcckcn. Gegen diese Repressalien wurde enischiedeu Der« Wahrung eingelegt und ihre Außertraittetzung verlangt. Da? Volkswchrloinmando hat das SlaatSamt für Aeußcres gebeten, die Angelegenheit im zwischeiisiaallichen Wege zu regeln. Das Hehemmis Ze? geheimen vorfrieüens- tonferenz. Bestehends Differenzen. In der Kammer erklärte Ctemencea» bezüglich de« Commlmiquss über die Sitznngen der Alliierten, er bitte zu berücksichtigen, daß eS nicht in: Interesse der Alliierte n liege. Deutsch- land darüber zu informieren, in welchen Punkte» die Ansichte« der ciezklneu alliierten Regierungen differieren, Einigung zwi'chen den Alliierten müsse um jeden Preis erzielt werden damit man bei der FriedenSkonfeieiiz der deutschen Regierung geschlossen gegenüberstehe. � Neue serbische Schwierigkeiten. Jugoslawien nicht anerkannt. AuS Bestsl wird den„P. P, N." gedrahtet: Der„TempS" teilt mit: Eines der wichligsten Ergebuisie der Vorbesprechungen über die alliierte Friedenskonferenz ist, daß der f u g o f l a w i l ch e Staat, der sich unter Prinz Alexander von Serbien gebilvel hat, trotz Protestes der neuen serbischen Re- giersmg auch weiterhin nicht«nerkannt wird. Im Gegentetl wird Montenegro ein Delegierter aus der Friedenslonserenz znge- billigt, was zunächst wenigstens eine provisorische Anerkennung keiner Unabhängigkeit und Nichtanerkemiuug des jugoslawischen Staates bedeutet. Das jugoslawische Komitee in Paris protestiert in einer offiziellen Note gegen diese Nichtanerkennung und prophe- zeit einen ernste« Konflikt,__ Übergabe von Neüwa an öie Engiänüer. London, 20. Januar.(TU.) Beinahe 11 Wochen nach der Unterzeichnung dos Waffenstillstandes mit der Türkei wurde nun die heilige Stadt Medina den englischen Truppen übergeben.§ 10 des Waffen snllstandsvertrages verlangt, daß die Türkei all« Garni- sonen im Tedjarischem-Gebiet räumen muß. Die Gar- nison von Medina verweigerte die Uebergcrb« der Stadt, und die englischen Truppen konnten den Sturm nicht wagen, ohne die be- rühmte Moschee, die daö Grab des Propheten enthält, entweder zu beschädigen oder ganz zu zerstören. England brachte deshalb der türkiselien Regierung zur Kenntnis, daß die Dardanellen. bsfestigungcn zerstört werden würden, wenn die Stadt nicht übergeben werden sollte. DieTürkeigabdaraufnach, Dee Lanöi)unge? öer polen. Rein dentschc Landestcile sollen»nterjocht werden. Der.TenipZ' enihält ein Interview, welches Professor Anton GajfowSki, Mitglied der Kommission PilkudSki in Paris, über die Ansprüche der Polen gegeben hat. Danach verlangt Pole« West- Preußen mit Danzig, von Pommern die Intel B ü t o w, Lauen« bürg und S t o l p und von Ostpreußen A l l e n st e i n. Laut„Exeetfior"(Paris) soll die englische Regierung die gegen- wältige polnische Regierung mit PilsndSki an der Spitze als tatsächliche Regierung anerkannt haben. Heimtransport unserer türkischen unö Ukrainetruppen. Z�-och erwartet die Zustimmung der Alliierte». Auf verschiedene Anfragen hju wird von der deutschen Waffen« still standskommissio» bekanntgegeben, daß nach einer Mitteilung des Marschalls Foch in Trier der Abtransport zur See der bis jetzt in Nikoiajew gesammelte« deutschen Soldaten(etwa 2r> 000 Mannt sowie der in Haida? Pascha befindlichen deutschen Truppen und Zivil- gefangenen durch die Entente i» Angriff grnomwen wird, sobald die letzte noch ausstehende ZtistimNiungoerklarung einer der alliierten Mächte einläuft. Genosse Branting staitete gestern einen Beluch in der Reichs- kanzlet ab uiid hatte mit Genossen Eberl eine längere Unterredung. Die Fragen der inlernattonaten Sozialistenkonserenz. der inner- politischen Lage Deuiichlands, seiner Lebensmittel- und Rohstoff- Versorgung wurden eingehend besprochen. erleiden. Jetzt eilte alles fluchtartig die Treppe himintrr bis zum Eingang, wo wir zunächst blieben. Bald begannen die Anklagen her Besatzung. Die einen schoben die Schuld auf den Fllhrerwcchsel am vergangenen Tage, die anderen klagten über Verrät: tatsächlich Nmr der Angriff äußerst sachkundig geleitet. Auch wären sie durch die Genossen von Bötzow schmählich im Stich gelassen worden. Tie- selben Leute, di« kurz vorher noch mit ihren Heldentaten geprahlt hatten, standen jetzt mit vollständig gebrochenem Mut da und drückten sich in die Ecken de? FlurS. Da wird e» plötzlich noch einmal besonder» kritisch ftir un». O st e r m a n n wollte verhandeln. Doch gab«s einige, die damit nicht einverstanden waren. Einer meinte, das Haus könne nur ein Trümmerhaufen werden; vorher aber würde man die Gefangene» an die Wand stellen. Allerdings traten die anderen alle entschiedeit auf unsere Seite. Sie all« sahen sich wo-hl schon im Geiste vor den Gcwehrläusen der Regierung Struppen uuo klammerten sich nun in dieser Not an uns, die sie sicher! icti In dunkler Vorahnung nicht ohne Absicht bisher ganz glimpflich behandelt harten. Dabei lenkte ein Mann unsere Aufmerlsamkcit aus sich, der sich zu unserem größten Erstaunen als ehemaliger franzöfischcr Offizier auswies und, nun völlig motalisch zusammengebrochen, in Tranen ausbrach. Er hatte ein« Kompagnie geführt. In dieser Situation erfolgte eine Nein« Auffnimterung; jeder SvartakuSänhüngcr erhielt noch einen Geldbetrag ansbezahU, dessen Hohe un? jedoch verheimlicht wurde. Schließlich zog man e» vor, einen sicheren Ort aufzusuchen. So begaben wir uns alle in den naheliegenden LagerteUer, der mich al» V«rwundctens«nnmelstelle diente. Hier entledigten sich alle der Waffen, so daß bei der bald erfolgenden Kapitulation um Xll Uhr alles ohne Waffen von den auf der Straße wartenden Regierung?- truppen in Empfang genommen wurde. Wir waren frei! Schreckliche Stunden waren glücklich über- standen. Stunden eines tieftraurigen, schmerzlichen Erleben«. Wa< lind das für Menschen, die tagelang Schlaf entbehrt, Tod und Ber- derben nicht gescheut hatten für Ideen, die durchgeführt, mir namen- loses Unglück über alle gebracht hätten! Notizen. — Die sozialisttschen Wahlplakat bilder sind am Sonnabend noch um»in bemerkenswertes Blatt expressionistischer Kunst vermehrt worden. Max Pech st ein hat eine knieende Arbeitergestnlt gezeichnet; mit der Kelle in der Hand schaut sie von seinem Ouaderblock aus. Rote Fahnen tauchen im Hintergrund «mper. Dem Bild ist künstlerisch der Satz eingegliedert:..Die Nationalversammlung ist der Grundstein der deutschen sozialistischen 'Republik." Die andern von uns bereit? erwähnten somaldemokratischen Plakate haben die Zeichner Levzow und Kirchbach geschaffen, jener den Adler und die Wage, dieser das Paar vor der roten Fahne und den Proletarierknaberr:»Mutter! Denk an mich!" nt.57 � ZH. Jahrgang Heilage ües Vorwärts dienstag, 21. Januar 1�19 GroßGerün Zwischen üen Schlachten. Der Wahltrubel ist vorüber. Für den Augenblick ist die Leiden- schaft, die bis zum Sonntagabend alle Menschen in ihren Bann gezwungen hatte, verraucht. Berlin entpolitisiert sich, um sich so- gleich wieder von dem neuen Wahlkampfe in Aufregung setzen zu lassen. Noch sind aber die äußerlichen Wahrzeichen des 19. Januar nicht verschwunden. Zwar hat die Straßenreinigung schnell gründ- liche Arbeit verrichtet und die zahllosen überall herumliegenden Flugblätter fortgeräumt. Doch die in allen Farben leuchtenden Plakate haben in der Hauptsache der Aufräumcrei getrotzt. Wie große Bödeutung hatten sie noch für uns am Wahltage! Mit Erregung musterte man die Bilderchen der Gegner und schimpfte(meist lautlos), wenn die der eigenen Partei durch einen .verständnislosen" Ankleber mit Propagandamaterial anderer Par- teien überkleistcrt worden war. lieber Nacht ist uns dies furchtbar gleichgültig geworden. Die buytcn Zettel haben ihren Daseins- zweck verloren. Jetzt kommt man erst dazu, über die zum Teil recht grotesken Darstellungen zu lächeln. Nun kommt der Humor auf. Die unfreiwillige Selbstverspottung einer reaktionären Gruppe durch bildliche Darstellung der 1 Schwaben als ihre Anhänger, findet viele Zustimmung. Die in großer Auswahl vorhandenen sinnbildlichen Darstellungen, müssen sich mannigfaltige humorvolle Falschdeutungen gefallen lassen. Alle diese mehr oder weniger ge- schmackvollen Bilder haben ihre Bedeutung über Nacht verloren. Wie sich sonst am Morgen des Aschermittwoch in den westdeutschen Städten der bunte Karnevalstand übernächtigt und verlebt auf allen Straßen herumtreibt, hängen jetzt an den Hauswändcn und Schaufenstern die bunten Fetzen. Aber sie sind abgetan und wer- den in Kürze vergessen sein. Haben wir wirklich eine so große Papiernot? Unglaubliche Mengen des Truckpapieres, nach dem die ganze deutsche Presse so dringend verlangt, sind in wenigen Tagen verbraucht worden. Ein Teil des Papiers hat im Wahlkampfe seinen Zweck erfüllt; doch ein großer Teil ist sinn- und zwecklos vergeudet worden. ES ist sehr schade darum; denn trotz dieser unsinnigen Vergeudung besteht die Papiernot tatsächlich. Ein neuer Wahlkampf beginnt bereits. Nun werden die Preußen allein zur Urne gehen. Schon der morgige Tag wird uns vielleicht neue Berge von Flugblättern und Plakaten bringen, die wir alle bis zum Wahltage sehr ernst studieren, um uns dann nicht mehr um sie zu bekümmern. Die neue Schlackt beginnt mit allen Mitteln verschwenderischer Propaganda, vom flugblattverteilendien Schuljungen bis zum Flugzeuge, das sich dem gleichen löblichen Tun hingibt. Die Proteste der Unabhängigen gegen die Sozialdemokraten wogen der mit dem Aufdruck:„sozialdemokratische Partei Deutsch- landS" versehenen Stimmzettel, sind zum größten Teil zurück- gezogen worden. Nur in drei bis vier Bezirken haben die Wahl» Vorsteher die abgegebenen mehrhcitSsozialistischen Stimmen für ungültig erklärt! Di« S. P. D. hat sich an den Wahlkom- missar Stadtrat Löhning gewendet, der erklärte, daß diese Ungültigkeitserklärung zu Unrecht erfolgt sei und daß, um für die p r e u ß i s ch e n Wahlen Irrtümer zu vermeiden, in den nächsten Tagen eine einschlägige Benachrichtigung der Oeffcntlichkeit erfolgen werde. UebrigenS welch klägliche? Schauspiel, daß die Partei, die angeblich die große Mehrheit der Berliner Arbeiter hinter sich hatte — der Wahltag hat ja Klarheit darüber geschaffen—, ihre Niederlage dadurch zu verkleinern sucht, daß sie wegen eine? vermeintlichen Formgebrechens der anderen sozialistischen Partei Stimmen abzu- jagen suöht. Tie Tariferhöhungen im Grost-Berliner Verkehr. Die Vollversammlung des Zweckverbandes Groß- Berlin halte in ihrer heutigen Sitzung über die von Groß-Ber- liner VerkehrSimternehmnugen gestellten Anträge auf Tariferhöhung, die im.Vorwärts" bereits mitgeteilt wurden, zu beschließen. Der Berbandsaiisschuß emvfabl, den Straßenbahn gesellicka ften «ine Erhöbung von b Pfennig pro Fahrt und eine dcmeiilsprechcnde Erhöhung der Preise auch der Wochenkarten, der Monatskarten usw. zu bewillige». Gegenüber der Hoch- und Untergrund» b a h n g e s e l l s ch a f t bat der Verband kein weitgehendes Tarif- reau; hier empfahl der Ausschuß, der Gesellschaft freie Hand für die Tariferböbung zu lassen. Die neuen Tarife sollen nur bis zum gl. März 1919 gelten, vom 1. April ab sollen wieder die früheren Tarife in Kraft treten. Die Debatte wurde eröffnet von Komincrzienrat Habcrland, der aus die Lohnforderungen der Angestellten als die Uriackencher Tariferhöhungen hinwies i»id gegen die Lohnbewegungen der letzten Monate und Wochen eine lange Rede hielt. Einsicht werde nur kommen, wenn die Bevölleruiig spüren rnüsic, daß Lohn- ervöhungen die Koufiimenten belasten. Gerade dcS- halb sei er mit der Taiiferhöbung einverstanden. Redner warnte vor Sozial isierilng, die bei solche» Lohiiiordeiungen nur Schaden bringen könne. Diesen Ausführungen widetsprach Stadtverordneter Genosse H e i m a n n- Berlin. Man müsse doch zugeben, daß d i t Arbeiter berecht ig lerweise eine wirtschaftliche Besser st ellung anstreben. Von ihnen wird, sagte Heimann, nur nachgeahmt, wa» vier.Kriegsjahre hindurch die Kapitalisten ihnen vorgemacht baben. Bei Soziatisierungen werde die Neigung zu übermäßigen Lohiifordernngen schivindcn, weil die Arbeiterklasse danit wciy, daß der Gcsanlthett die Erträge zu gute kommen. Die Große Berliner Straßenbahngescllichaft könne üvrigen» die Forde« rungen ihrer Angestellten iogar bei geringeren Tarif- erhö Hungen als den jept beantragten bewilligen; den Be- rechnnngen der Geiellschaft über die Verkehrs- und Ertragsziffern müsse man starkes Miß-raue» entgegeiibriilgen. Heimann wiederholte namens der soztaldcmokranichen BerbandSvertreier den von ihm im VerbandSausickuß eriolgl s geirelllen Antrag, den Siraßenbavnge'ell'chafieil mr Befriedigung der neuen Lotinkorde« rungen einen EinbertStarif von lö Pi. bis zum 3t. März 1919 zu bewilriaen und einen Austckust einzuietzeu, der über Neu- rcgetung der VerhäUiiifse zwiicken Verband und Geiell'chafien, im beioiideren wegeit der ErwerbSrechie, beraten und vor dem 31. März berichlen soll. Im weiteren Verlauf der Debatte beantragte Oberbürgermeister D o m i n i c u s- Scköneberg. der Großen Beitiver Siraßenbabii« geielliwaft die Tarnervöhungen nur dann zu bewilligen, wenn sie einverstanden ist mit Streichung der durch Vertrag iestgelegten Abmachung, daß bei Erwerb de« Unternehmens duich den Verband der Kauipreis mindestens ISO Prozent des ÄltienkavilalS betragen soll. Ein Antrag des Stadtverordneten Rosenow- Berlin forderte. die Beschlußiassitiig auszusetzen und mit der Ge ellichait wegen Aenderung deö Verlroges beionderS hinsichtlich des Erweibsi echtes zu verbandeln. Obervräfident von Loebell warme vor Ver- tagung. da nach den Vereinbaiungen über die Lohnerhöhung auch schleunigst über die Tariferhöhung entschieden werden müsse. Der Verkehrstechniker deS Verbandes, Protesior Giefe, wie? ouk die finanzielle Bedeutung der Lohnerhöhung hin. Auch bei einem Fahr- preis von 17l/z Picnnig werde, mernt er, die Gesellschaft bis zum 31. März noch Verlust haben. In der Abstimmung wurden der Antrag Rosenow, der Antrag Heimann und der Antrag Dominicus abgelehnt und nach dem Antrag des VerbandsausschusseS die Tariferhöhungen ge» n e h m i g t. « Die neuen Fahrpreise. Mit dem beutigen Tage tiilt für die Große Berliner Straßen- bahn und iür die von ihr mitverwalteten Bahnen folgender Tarif in Kraft: für eine einzelne ununterbrochene Fahrt 29 Pf., ein Toppelfahrschein 3ü Pi.. eine Sammelkarte zu 8 Fahrten 1.49 M. Arbeiterwochenkarten zu täglich einer Fahrt b.Sö M., zu tägbch zwei Fahrten 1.79 M. Die Pieiie für Meiialstarten betragen vom 1. Februar ab: eine Linie 13,79 M, iür zwei Linien 17.59 M.. drei Linien 28 M., vier Linien 28 M.. für fäiniliche Linien 35 und für Schüler- karten 5 M. Die vor dem 21. d. M. ausgegebenen Sammeliarten zu l M. für acht Fahrten dürfen ohne Nachzahlung auch noch nach dem Jnkrattlieten des neuen Tarif« innerhalb ihrer Geltung«- datier benutzt werden. Vom 16. d. M. ab gelöste Doppeliahrscheme inr 25 Pi, berechtigen zur zweiten Fahit ohne Nachzahlung noch am 25. d. M.; von jetzt ab hoben die Doppelfahrichc>ne wieder die bisherige Gültigkeitsdauer. Wegen Papiermangel werden als 29-Pf-Fahrscheine die vorhandenen l9-Ps.-Fahrscheine aufgebraucht. Das Strafvrrffiihren gegen die Spartakusanhänger hat. bei der großen Zahl der Verhafteten, die Errichtung eines besonderen �„Zentralbureaus für Spartakus-Angelegenheiten" bei der Staats- � anwaltfchaf! I notwendig gemacht. Von den Verhafteten sind eine ' große Zahl bereits wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich bei diesen der Tatverdacht nicht bestätigte. Insbesondere sind diejenigen Ver- hafteten freigelassen worden, die durch Rufe„Hoch Liebknecht" Zusammenrottungen verursacht hatten. Die bereits erhobenen An- klagen gegen die Spartakisten lauten auf Vergehen bzw. Verbrechen gegen den 8 l l9(Oeffcntlichc Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze), gegen Re 88 115, 116(Aufruhr und Auflauf bzw. Rädelsführer), gegen den 8 125(Landfriedensbruch) usw. In einigen Fällen, in denen Spartakusbund-Mitglieder mit der Waffe in der Hand oder noch schießend verhaftet worden sind, find An- klagen wegen versuchten Mordes erhoben worden.— Di« gerichtlichen Feststellungen haben übrigens die auch in Arbeiter- kreisen viel vertretene Anschauung bestätigt, daß eS sich bei den eigentlichen Aufrührern um vielfach vorbestrafte Sub- i jckte, die niemals Soldat gewesen waren, handelt. So ist u. a. � ein in Zuhälter- und Buchmacherkreisen sehr bekannter angeblicher Zigarrenhändler G., der bei der Verteidigung deS VorlvärtSgebäudcs eine Anführerrolle spielte und dort mich verhaftet worden war, i n S- gesamt mit 12 Jahren Zuchthaus vorbestraft. Noch keine Ipur von Rosa Luxemburg. DaS Gerücht, nach welchem Rosa Luxemburg an- geblich sckiver verwundet im Moabiter Kranken- hause liegen soll, entbehrt, wie die amtlichen Feststellungen ergeben haben, jeglicher Grundlage. Zciigengesnch.' Alle diejenigen, welche irgendeine Mitteikung über die Umstände, unter denen der Tod von Rosa Luxem- bürg und Karl Liebknecht erfolgt ist, oder über den Ver- bleib der Leiche Rosa Luxemburgs machen können, werden ge- beten, sich schleunigst bei dem Unterzeichneten zu melden. Auch die unbedeutendsten Einzelheiten sind von größtem Wert. Voll- ständige Diskretion wird zugesichert. Dr. Kul.t Rosenfeld, Rechtsanwalt. Spandauer Brücke 1». Wir Volksschiillchrrr und die Sozialdemokratie. Ein VolkSichul- lehrer wendet fin- iendung von 1,65 M. oder gegen Nachnahme des Betrages. Ein Vmeichms von.Schriften über Religion und Schule" wird von derselben Geschäkisstelle auf Verlangen kostenlos zugesandt. Die Berliner Sladtkassenscheine, deren Einlöiung ursprünglich zum 1. Februar!919 in Aussicht genommen war. werden nach rnem Beschluß des Magistrots bis zum 1. April 1919 im Verkehr belasten. Ihre Einlösung erfolgt daher erst vom 1. April 1919 ab. Tie Juristische Sprechstunde findet bis einschl. ToirnerStag von 3—7 Nhr nachmittags statt. Freirag und Sonnabend keine Sprechstunde. Havclpiraten. Eine Kahnpartie von Potsdam nach Kapuih machten in der Nacht zum Sonntag Berliner Einbrecher, um eine Villa auSzuplünidcrn. Die ganze Gesellschaft fuhr mit einem Spät- zuge nach der Havelstadt kaperte dort einen größeren Kahn, ruderte mit diesem nach dem im Borort befindlichen Grundstück eines Ber- liner Kaufmanns, drang vom Garten aus in die Villa ein. wo sie alles zusammenpackte, was nicht niet- und nagelfest war,- und ruderte mit der Beute nach Potsdam zurück. Als sie den Raub nach der Bahn schaffte, erregte sie die Auimerksamkeit eines Schutz. manneS. Dieser erwischte einen der Einbrecher mit einem Teil der Beute, während die anderen mit dem größten Teil entlamen. Der Verhaftete wurde festgestellt als ein Russe Waldemar» T u s o w i c, der sich während der Spartakuswoche betätiat hat. Seine Spießgesellen will er nicht kennen. Die Ermittlungen nach ihnen wurden aufgenommen. Nach ihrem bisherigen Ergebnis läßt sich schon sagen, daß Tusowic und wahrscheinlich auch seine Helfers« Helfer zu den Räubern gebören, die der S p a r t a i u s b« s a tz» n g deS Schlefifchen Bahnhofs angehörten und in jener Gegend die bekannten Plünderungen verübten Gegen die Zurllcklialtung unserer kriegsgefangenen LandSlevte protestierte eine Niefenversammlung der aktiven Unteroffiziere und der UnteroffizierSfrauen Groß-Bcrlin», die am l6. d. M. im Zirkus Busch abgehalten wurde. Inzwischen hat ja Fach so etwas wie die Andeutung eine? Entgegenkommens gemacht. D>e Regierung bleibt weiter mn die Heimsendung unserer Gefangenen bemüht._ Berliner Lebensmittel. Auf die beiden Meblabschnrne der jetzt auSaegebenen Brot- karten der 4.-7. Woche können je 159 Gramm Mehl bezogen werden. Die Bevölkerung ist alio berechtigt, ank jeden Mehl- abschnitt nicht wie aui den Karten gedruckt steht, 125 Gramm, sondern 159 Gramm Meht zu entnehmen. Die republikanische Schutztruppe(im ReichstacO erläht einen Werbeausrus(t. Anzeige») an alle Soldaicn, welche gewillt sind, die jung« deutsche Volksrepublik zu schützen. Besonders werden Werbungen jür den Außendienst«Grenzschutz) enlgegengenommen. Die Bedingungen sind äuhersi günstig. Alles Nähere ist im Werbebureau(Reichstag, Portal V) zu erlchen. Die Bereinigung der aktiven Unteroffiziere der deutschen Armee, Marine und Echutzlnippen Groß-BerlinS veranstaltet? onneistag, den 23. Januar lS!S, V1/, Uhr nachmittags, eine Persammlung im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12.(Stehe Anzeigenteil.) Vortrag. Der Miniüei für Kunst und Dolksbildung Konrad H o c n i s ch wird am Mittwoch, abends 5 Ubr, in der A u l a d e r Handels-Hochtchulc, Spandaucr Str. l. einen Bortrag' über »Kulturpolitische Ausgaben" halten. Eintrittskarten sind zu erkalten im Zentrnlourcau der Rolpoiatiou der Kausmannichast von Berlin, Neue Friedrichilr. 5l, I. Duruvcrri«.Fichte», 11. Männerabteilung. Heule erste Turnstunde Iür Männer und Lehrlinge, Turnhalle Bergmannstr. 28)29. Tuni stunde von 7—9 Uhr. Gäste willkommen. Wohlresultate aus öen Vororten. Kreis Teltow. Ebert Zubcil Dernburg Traub Kahl Schöuborn Spandau-PotSdam-Qsthavclland. (ES fehlen noch 7 kleine Landorte.) Auch im Landkreis steht die S. P. D. weit oben an. So er- hielten z. B. in Li n um Stimmen: S. P. D. 4ü7, U. S. P. 9, Demokr. 3«, D. Vp. 6. Dn. Vo. Christt. 0. Grost-Berliner Lebensmittel. Martendorf. Auf Abschnitt 82 250 Gramm Kunsthoiilg(Pkund 80 Pf.). Die Kalten sind bis heule den Händlern vorzulegen. Der Vcr'aui beginnt am Freilag, nachmittags 4 Uhr. Für die bis zum t. Februar nich> ein- gelösten Abschiiilte erliichl da« Bezugsrechl. An sich euliallen aut Ab- lchnttt 82 nur Ib0 Gramm Kunsthonig. Da der Gemeinde zurzeit nur Honta in Paclungen zu 1 Psd. zur Versügnng steht, ist zur Erleichterung de» VerlausS die auszugebende Menge aus 250 Gramm erböht worden. Die aus Abschnitt 95 der Grosi-Berliner Lebensmittelkarte entjallende Menge Kunsthonig wird seinerzett entsprechend stürzt werden. Grog-öerliner parteinachrschten. Wilmersdorf. Dienstag, den 21. Januar 1919. zwei große Frauenversammlungeii: 1. Goelhe-Tchule, Wünneriche Str., Ecke Weftsälitche Ltr. Rescrenl! Dr. Käthe Franlenthal. 2. Reilaurant Stadlpark, Kaiserallee 50—52, R e s e r« n t: Dr. Gertrud David. Freie Aussprache. Martendorf- Züvende. Bei der Wahl zur Nationalversammlung wurden iiiSgemml abgegeben: 12 280 Slimmen; dgvon enlsallen aus Lote: Eberl 4873, Z u b e i l 2691, Dernburg 2188, Traub 1304, Kahl 928, Schönborn 278. Lichtenberg. Morgen, abend» 7% Ubr: Mttgliederversamm" langen tn nachbehendcn Lolalen: Logenkasino, Knorrpromeyade 2! E t ö b e r, Jnngstr. 29; Steinsel». Welchselslr. 27; P e t e ine y c r, Kroitpvinzcnflr. 13; Aula de» Pcstalozzt-Gyinnastums, Pilnz-Albrechlstr, 44; Krüger, Ror»ia>menilr.3t>; Schwarz, Herzberg. ltraßc lbO: KurlowSli, Psiurslr. 74. Tagesordnung:»Die Ausgaben der preußischen Natioiialvelsammlung'. Stiederschöneweide. Heute, abend» 7'/, Uhr: Mltglleder- o e r s a m m t u Ii g bei Kail«chulhe, Briickenstr. 15. Rofrnihal. Miltwoch. den 22. Januar, abenb» 7 Uhr, bei Mühlbrodt»! Oessenttlche ASHlervertammlung. Renenhage««Ostbahn). Donnerstag, abends T/, Nhr: Mitglieder- verlammsung Del Hulschcr, Dotlislr, 12: Einteilung der Wablarbciien. Bernau. Miltwoch, abend» 7 Nhr: Mltgliederoersamia- long bei Temmler, S�llür. 2 Sichtung! Schwrrlkörige? Die zu Anfang Januar geplante Zu- lammentutisl tontilr der SvotlakuSeie gnisie wegen»lcht sllit'finven. Ter Uuterzeichnete bttlet die SSiwerhörlgeu, welche aus dem Boden der Mehr- be-tSparlei'sehen, sür die morgen VI, Uhr im LMher-Lhze-m,.iemvelhoier User 2«am Hallesche» Tor) staltjindende Zusammcnluiist rege Propaganda zu machen. I. A.: Paget, Kirwstr. 2. SriefkaNen der Redaktion. Die Juristiiche Sprechstunde findet bis einschl. Donnerstag von 3— 7 Uhr nachmittags statt. Freitag und Soanavrnd keine Sprechstunde. H.«. 21. Der Roman„WaS ist Rubin?* ist von Kretzer und kann durch die vuchlandlung Vo'.wäus bezogen werden. ch». SB. 5.— 21 3. Nein. T. 909.(sin wenn wegen de» Ehebmch.- dit Ehe geschieden ist, kann Destralung ersoigen Verjähiung tri» lüni Jabre nach Rcchlslrajt de» Schcidnngsm teils ein.— II. 16. Da Sie eni lasten find, kommt die Teiir>'ng«zulagk snr Sie nicht in Frage.— H. 160. Der E tz e m a» n ist»erpflichlet, sür den Unterhast der Familie zu sorge:. Opemhans JF id 0 i io, Scfiaflspielbaus Die Journalisten Volksbühne Theater am BOlowplati, Direktion Friedrich Kaviiier. J'/j Uhr: Wilhelm Teil. Direktion Max Kelnnardt Deutsches Theater. T1/] Uhr: linti das Licht scheinet in der Finsternis, Mittw. 7V, U.: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kammersplele. T1/, Uhr: Der Sohn. Mittw, 7'']; tiespenslersonate. Kloines Schauspielhaus Fasanensir. 1, Port S. 71/a:»ie Büchse der Pandora. Mittw. 7Va Uhr: Die Büchse der Pandora. Theater 1. d. KönisgrätzerStraße Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer 7'/. Uhr: Musik. Mittwoch: Musik. Donnerstag; Erdgeist. Eomödienhaus an uet MarschallbrUcke VsS Uhr: Eselei. Mittwoch; Tanzende Nymphe. Donnerstag: Eselei. BerJiner Theater 'iß uhr; Sterne, die wieder leuchten. 7Vi Uhr; Theater für Vievstax, den 21. Jannar. Ccntral-Thenter Die Hose von Mul Ueutschcn Opernhaus 7 uhr Oberen. Trledr. W1 1 h rlmst.Th. T/t Uhr; Hanaerl. DasDreimäderlbans Z Teil. Kleines Theater. Bürger Sehippel. Vi» Uhr: Komische Oper uhr: Sehwarzwaiilmäilei. Äenes OpercttenhnnH Schiffbaucrd 4a, Norden 28K uhr: Die kesselte Sssanne. Ballelt Charell, neue Tänze. Pnlnst-Thcater iK- Die im Sekatten leben. Schtller-Thent. Chart. T/t Uhr: TU Uhr; Thnlla-Thcnter Polnlsciie WMseiiait. Th. am Xollendorfplntz 7 uhr: Der Marlin. T/, Uhr: Imstsplelhnns Die spasisebe Fliege. Metropol-Tbeater. Die Faseiiingsiee. Theater des Westens tv, u.: Die insiige Wiiwe. Sonnab. 4 Uhr: Aschenbrödel. 7 Uhr 10: Wnlln er- Theater ?'/. Uhr: Geisha. Dessins-Theater. Direktion; Victor Barnowsky. Vh Uhr Der Schüpier. Mittwoch; Der Schöpfer. Donnerstag zum 1. Male: Der kür.lg. Ocutsrhes KUnstler- Thenfor. Allabendlich 71/, Uhr: Naehtbclcucbtunst. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Die Reise ins Schlaraffenland. frianon-Tiieater. Bhf. iricdrichstr, Ztr. 4027 ,23vl Tägl. 8 U. Heute z. 127. Male; Der gute Hut von Hermann Sudcrmann. Mittwoch ZV,: Aschenbrödel. Donnerst. ZV,: Rotkäppchen. Residenz-Theater. Bht. Jannowtzbr. KasL228 Thal. 8. Ii utc z. 424. Male: Eugen Burg Osr LeiiensscMler von Ludwig Fulda. TDealer der FrifitlricDslaill Ecke geiebeid). u. Limenftraße. Narben 8630. Täglich 7V,. Zum 101. Mal«: Im isiiessge. Operette van Zarllg. v.MSllendorl, Nelimulh.tZeorg. Lasino-Theater. LatHring. Str. 87. TägLV�UHr: Der erfaigreichste Schlager 1 Tarhcr crstNalsige Spezialitäten nnb der urkomische Hünen. 6t(). i'/i: Friede auf Erden. Walhalla-Theater. "Va UUr; Äupst der Starke. S«se-Theater. VI, Uhr: I»as Drclmüdcrlhans. Oastsp. d. Friedr.-Wllh. Thent. Lcisen-Theater. 7'� Nene Heimat. Mitt 1:Mas!i.MorItz. Sonn- 0. Schnccwelßchen abend». und Rosenrot. Sot'arg" Tja: Die HBuDer. Januar-Spielplan! Emilia Rose Antipoden-Spiele. Vier Janowskys Koplequilibristen. Ernst Perzina's >0 Wunderpapagelen. Erry und Merry Moderne Tänze. Wiüi Präger Neue Vortrüge. Or. Asaeios Lebender Marmor 4 Komets Bühnenluftakt. Annie WÜkens ScUoi! Vortra£sk..nstlcrin. Bruno Schenk (Eine Schaustellung seltsamster Wunderdinge Ij Aus den zahlreichen Experimenten gröläten Stile» werden Im Programm zunächst fo gend. Nummern gezeigt: a) Magisches Potpourri, b) Geister-Konrert, e) Phytometa, das Schlangenorakel, d) Waschanstalt ..bdclweiB". e) Edith im Clasküfig. t) Fidelcs Oelängnil. gi Ein Hühnemol. h> Reise d. Unmögliche. Klnomatograph. Iletropol Kabaretll Behrenstraße 54=56. Dir. Alex Braune. Künstl. Leitung: Sic gm und Flatow. Das vorzßgl. Januarprogramm mit Anni Wilkens-Schulhoff Horwilz-Spiro u Karl Slöhr Rob.Nesemann, ElliQläßner, OttoRßhr j = Gylgyis Konzerte.= Vorzügliche Küche und Getränke. Kl- llhrl /ScblllertheaterV uvuuibiauui\Charlottenbure/ Eingang Bismarckstr. DO, Untergrundbahnh." Schillersaal Knie. Sonnabend, 25. Jan., bis Sonntag, 2. Febr.. abends 8 U.] Iftareelt Satzer Vii» Heitere Abende. Karten 5, 4, 3, 2 M. b Wertheim u. Schiller-Th.-Kasse. National-Theater. 71/i Prinzenliebe. Apollo Tüeater Friedrlchstr. 218 Dir.: James Klein. TV. 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Wer von den Rameraben I vom Zns.-Reglmt 41. 2. Ball!.; 8. Romp. tann Auskunft geben i über den Musfetfer Karl Lemke,. »uletzi gefchriebrn am SO. August| 1918 Royet- Front(Westen).! Aachrichten erbittet Eduard Lemke, Neufälln, Hermann- straße 142. Unlosten fof. zurück. Wer taim Auskunft über Sergeant geben IL Spahn, Conbft.-3nf.-SBL Sberswalbe ill/Sl 1. Romp. Letzte Abreffe Rcieaslatzarett 128b. Offizier. schule S. T. Feldpost 308. Nachricht erbittet Frau Spahn, Michendorf(Mark). Saarmunderstr. 2. 7gID* oeuNcster rTZnzportZi'Veiter* vekdsiifl. Bezirks oerw. Sr..Berfl». richL daß unser. Fahrsluhtführrr ege, der Georg ßossack am 11. b. aflts. im Alter von 39 Jahren verstorben ist. Ehr« srwem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. d. M., nachmittogs 2 Uhr. von der Leichenhalle des Jüdischen Friedhofes in Weißensee, Lothrin�enstraße, ans statt. Dtitncher Bauarbeiter-i/crband. Berein Berlin. fflej Irl Neukölln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mit- glieb und bisheriger Obmann 142/2 Gtto hehmsiul am ll�Zanuar verstorben ist. Shre seinen» Nadenkea: Di« Beerdigung findet morgen Montag, nachm. Z> /,Uhr, von der Halle des »emeinde-Friedhofs, Ma- riendorfer Weg, au» statt. Um rege Beteiligung er fucht Der Borstanh. Tätowienmgen, vlnlfchwamm, Stntlcr- molc entfernt ohne Schneiden nach Methode Dr. med. Soedef M. Lindemann, 8/1 Oronienstcafie 50 n. Specchstb. 6-8, Stgs. 11-1 Uhr. IkkanotniadsUDO, betreffend die vom ödahla Jördruß zugelalTenen CttahlvorFchläge für die UTahlen zur verfarrunggebenden preußtrd>en Landes Versammlung in Berlin. Gemäß 8 17 der Wahlordnung für die Wahlen zur per- fafsunggedendrn preußischen Caiidespersammlung vom 21. De- zember 1918 in Verbindung mit 0 28 der Wahlordnung für di« Wahl«»!-----------''—.i—— vom 86. Wahlen, Uchen Renntnis. Die Namen auf den einzelnen Stimmzetteln dürfen nur einem einzigen der öffentlich bekannt gegebenen Wahlvorschläge entnommen sein. Da« Entnehmen von Namen ans verfchieber.en Uta............. hat die am >ie ans keinem der ngÜItiakeit de« Stimmzettels zur >inzunahme von„Wilden", d. h. von Personen. m der öffentlich beiannigegedenen Wahworschiäge benannt sind, ist unschädlich, aber auch unwirksam. Verzeichnis der vom Wahlausschuh zugelassene« Wahl- Vorschläge für die Wahlen zur Verfassung« gebenden preußischen Landesversammlung i» Berlin. 1. Hngo«nrnlch 2. Dr. Seinrich Gerlich 6. Ida RIockow 4. Heinrich Sippler 5. Eduard Neumann 6. Franz Wagner 7. Franz Echröer 8. Raimund Westphal 9. Frau Helga Teicke 16. Mar Rosenthal II. Dr. Willi Timp, 12. Bruno Jungkiau» 18. Bernhard Stäublein 14. Dr. Paul Mohr 15. Antonie Hoffinann 16. Ehristtan Bnrmeister 17. Dr. Albert Freitag 18. Ernst Rom» 19. Otto Schröer 20. Hedwig Eonrad 31. Allheim Eronjäger 1. Sc. IDallet Schmäh» 2. Eduard Grzondziel 8, Frau Elise Holzer 4. Gustav Strohdach 5. Frau Elisabeth Lllher L Sc. gcanz«Icganäer Nanfmnnn 2. Dr. Maz Rloß 8. Annagrete Lehman» 4. Julius Roch 5. Wilhelm Neumann 6. Frau Anna Eharlotte Lindemann 7. Eonstantin Pohl 8. Emil Hildedrand 9. Hedwig Schmidt» 10. Dr. Gustav Gör» 11. Paul Gchroth 12. Auguste Hochspruna 18. Dr. Hermann Henttg 14. Mar Menzel 15. Oftanta Zaedick» 16. Dr. Johann Surnp 17.«nanst Döring 18. Walter Neumann 19. Maria Rliche 20. Wilhelm Schmidt IL Georg Heindurg L Sc. Grnft Icaelksch 2. Oskar Eassei 3. Dr. Hugo Prntß 4. Wilhelm FNIgrl 5. Frieda Wunderlich 6. Hermann Englert 7. Dr. Mnaban 8. Rar! Loehnlng IL Dr. Rutt Röhl« 10. Leopold Rosenow 11. Paul Sucht 12. Dr. MaximUtan Sunze 18. Frau Mari» von Bunsen 14.«lexanber �'" 16. Eduard Jordan 17. Ernst Imming 18. Dr. Sans Raufman» 19. Dr. Friedrich Eatter 20. Ernst Schräder 2L Bernhard Erostewitz Paul chlcsch Lertrub Hanna Hermann Lübemam» Zouis Brunner Fischer L 2. 8. 4. 6, Gustav Heller 7. Dr. Hugo Heinrm«« 8. Heinrid) Eunow 9. Otto Frank 10. Hugo Poetisch• 11. Aiexanber Fröhlich 12.«ibert Röhn 18. Oskar Hübner 14. Emil Dittmer 15. Fritz Matern 16. Wilhelm Thurau 17. Fritz Bralat 18. Wckdefmine Rähler 19. Rar! Rüngfer 39. Leonhard Zucht 1. Adolf Soffmann 2. Rar! Leib 8. Dr. Rurt Sosenfeld 4. Dr. Oskar Cohn 5. Dr. Hermann Weg! 6. Paul Hoffmann 7. Minna Sricherl h. Hermann Weise 9. Riara Wey! 10. Otto Meier IL Agnes Fahrenmald 12. Dr. Sirgfrieb Weinberg 18. Hermann Schwetgert 14. Alfred Schwahn 15. Sicharb Support 16. August Hackbarth 17. Leo Ostrowski 18. Fritz Neuling L Sc. Marti» Satz 2. Johann» Ha euer 3. Joseph Treffert 4. Anno Weltmann & Michael Lewck 6. Anton Rodert Sinderma»» 7. Dr. Rarl Dunkmarm 8. Wildrlm Becker 9/ Johann Reddrn 10. Paul Marohl IL Maria Blanronl 12. Phtt'pp Müller 18. Rarl Ester» 14. Michael Schmitz 15, Hedwig Listderger 16. Alfred Pradel 17. Joseph Fox 18. Joseph Purschk» 19. Franz Hammiina 38. Wilhelm Ziegenbein sind die WahlvorfGIäge 15. Eduard Sei Bon diesen Wahlvorschläge« Dago«ncnlch, Dr. Arn», Alexander Aanfmänn, Dr. Martin Fnddsndec und Dr. walfec idehsnnhn miteinander oervunoen. Die oerdunbenen Wahworschiäge gelten den anderen Wahioorschlägen gegenüber ai» ein Wahl- Vorschlag. Berit», den 26. Januar 1919. Der Wahlausschuß für de« Wahlfrei« Berlin für die Wahle« zur der- sassunggrbenben preußische« LnnbeSverslNumiung, Der Borsitzend«. Veehning. StadtruL v.GezcIllecdtslsls. bei Mmierv v. krsvöll crüadlich und mäglfchsl ohne BerufuHniag T WailoW Berlin. Invalldaistr. 147 LEtg Ecke BergstraBe. V. nClucrL Spr, 10.1! u. 4-7, SonnL 19- 12, Mittwoch geschloss. Viele jtzhra In Krankenhäusern n. Kliniken tätig gewesen. Untertnchuag kostenlos. U3L* e Ausruf an alle gedienten Soldaten aller Waffengattungen und Dienstgrade. Zur Verstärkung der Kreiirtllige» Sicher heitSti uppe und zur weiteren Sicher- stellung aller Tachgüter, de» Eigentum» und de« nötigen Schutze« unlerer Bevölte- rung werden alle gedienten Soldaten aller Waffengattungen und Dienstarade, möglichst nicht miter 24 Jahren, ausgesordert, sich zum sosottigen Dienstantritt zu melden. Die Mannschasten der Freiwwigentruppe ertl alten neben mobil« Löbnunq ihrem Dirustarad cntiprccheud eine ti! gliche tllrbeitSzulage von 5 SU, sreie Feld. beköftigung, Ünterkunst, sreie ärztliche Versorgung sowie Wetterzahlung der Ftwulien. unlersiützung, Hinterbiiebenenversorgung und sonstige lienten nach den blSherigen gesetzlichen Bestivimungen. Militärische vetleiduug hat jeder muzubringen. Für spättte sreie velleidung wird schnelliteii» Sorae getragen. Meldenden, die au» ihrem ArbettSoerhällni« eutscheiden, wird ihr« bisherige Arbeitsstelle offen gehalten. Militärische Disziplin im Dienst und Unterordnung mit« die vorgesetzten ist vedingung. Die SicherhcUitruppe ist keine Polizei-, sondern eine militärisch« Druppe und findet Verwendung auch außerhalb ihres Standorte« je nach Bedarf. Verpflichtung erstmalig bi« 10. Februar 1919, sodann steht beiden Teilen eine Ist tögig« Kündigung des Bertragdverhaltniffe« sret. S�rete Fahrt nach Bromberg nach Annahme. nnahmeftellen sind: Jnsanieric-Neglment Rr. 14 Äreuzlchup Ä Iaillon III krWerie-RegimenI Str. 17 Nr. 53 �rmadter-Rc�menl zu Pferde VelMSerMWngeNN DeiKfQlflßöS OitMnwe«-b«. Bureau: 0 27, vlrNseustr. 4 1 Xt. ffitbfr.e» von und 4—7 Uhr.(Sonnabend nachiultiaa» grsmloffrn.' Fernspr.: Amt Alerandrr Nr. 1427 und»170. Postscheet-Nontv 21015. Franz itrllger. landrr Nr. 1427 und»170. Pos Rr. 21015, Franz jtrilger. St«»r»uoch«et» geöstuet von 9—12 Ast«. Heule, DieuStag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, im GewerkschafishauS, Eugelufer 15, ■!l" Tagreordnung; 1. Geschäfts- und Naffendericht für da» 4. viertel- jähr 1918. 2. Bericht der Revisoren. ». Wahl von zwei Angestellten für dir Ortsverwaltnno. 4. Wahl von vier Brisixrrn für den Verbandovorstand. 5. Verschiedene», Wir ersuchen um zahlreichen Besuch unserer Miigtledrr. INitgliedobuch»der-»arte tft vorzuzetgen. 47/12 Vi« l>rr» v acwuilnng. VeW.MMßrtiM'MMS venvitUunfliltette steelln x n. Stz. CinlenUr. 8S-8S Geschäftszeit von 9—1 und wn 4—7 Uhr. Xrlrphos: Amt-Sorben 185, 123«,»87.«714. Mittwoch, den 22. Januar, vünkitich abend« 6 Uhr: Branchenversammlung der Walzwcrtarbeiter, Drahtzieher«nd weiblichen Uerufskollegeu I Untergruppe der Maschincnardeilerbranche) in den Mnsikrr-Festsälen, Sa'ser-Wilhelm«Stt. S1 (Vörfenfaal). Tagesordnung: �..Berichterstattung«bar»i« Verhandlungen mit *cn Autornehmer» über den ftoacKiovoHtag. Berichterstatter:«ollear P. Tirplu. 2. Diskutston nnd veschluß. fassung. 8. Wohl etnrr»rupprnteiNing. gu dieser Bersammlnng werdrn die Bernfsanaehdriger °d>g?r«nippe ganz besonder,»inaeladen. da e« sich um ein: Bejchluhfaffung von weittragender Bedruiung handrlt. Ohne Mitgliedsbuch kew Auirttt. l2d.«_ Ol« Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Mittwoch, üen 22. Januar, adenös 7'/, Uhr: 1V gr. Wählerversammluugen in folgenden Sälen:, f nbels Brauerei-Ausschnut, SW, Bergmannstraße 5/7. essiug'Ghmuasium, N, Pankstraße 19. Aula der Schule» N, Wiesenstraße 66. 81. Gemiuedeschule, N, Tilsiler Straße 4/5, Comcuiuessäle, O, Memeler Straße 67. Aula der Schule» W, Pallasstraße 15. „» W, Winterseldtstraße 16. Bürger-s�estsaal, Friedenau(Rathaus). Bismarck»(Symnafium, Wilmrrsdorf, Pfalzburger Straße 31-�32. Neue Rathaussälr, Schöueberg, Martin-Luther-Slraße 69. Thema: Die Bedeutung der Preußenwahl! Redner: Dr. Foth, Hartniann, Klingler, Mattern, Meyer, Nitzschke, Rickelt, Thurau, Weiß, Wuschick. Der Propaganda-Ausschoh. VMM». SAMer. SchMnlmni m MsSjMM MWMS. 1 Filiale Berlin, Sebasttanftt. 89.——— Mlltwoch. den 12. Januar 1919, adrnd» 7 Uhr,»«t SUr«, Srbaslwnstr. 39: Mitglieder- Versammlung für die Herreumatz« uud Uuiformschueider � r�s�asm�tsss:, &«erschiedene». Di» ttollegrn werden dringend ersucht, dt» Adressen her> vetriedsräte(Vertraueusleute) dem Bure«, sofva»I üder-! Mitteln. 188/11, _ Ob» Ofch— foinfst—. /lufruf! Soldaten! Kameraden! Die Rrpvblikavisliik SchilhtkUDt (im Reichstag) stellt noch Kameraden ein für den Außendienst! 8ioD Es gilt unsere Grenzen zu schützen 1 ES gilt Deutschland« Zerstückelung zu verhüten! SS gilt für die ungestörte Arbeit der Regierung Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten 1 ES gilt den Willen der VotkSmchrhcit gegen jeglichen Terror zu schützen! Darum tretet ein in die Republikauische Schntztruppe.— Die Bedingungen sind günstig! DaS Wcrbcburean im Reichstag.(Portal V.) Uitate und WeMr, und Den besten Schutz gegen ainbnust, piOntonKa ort» Hirtel Ihnen mein» ! Türschioßsicherung ,JanauDtR.p.ient; Oha» Schlosser an jeder Tür selbst S ziehen bire» vom Srstnber gegen Rachnahme pim' von Ist,— M. strv Stüa franko. II � WaiterSaa«rbr«7, Suhl l. Th. 801 ll) beurlaubt» und aus dem k-eeke« dienst entlassene, werden zur Er- richtung riner Brüfuirnssteve t>«t der Republidiuische» Schue>- Ireepp»»Ingestrut.- Meldung: Rri»«tag. 1 Steif, stlmmer che- 1 1v M 3"lagc »«I»»I Such ZUM E»r»N,s«hutz Nordost. Meldung bei der v»r«e.Il»e»IIrrte.lls». Brtdo« In der Tssrenr de» t.»srde.Dragrner.Regtmentz, Bellr-Alltanerstrahe, Limmer>10. SCZb Mheljshrik «Itofsinmg" Einarftogene Genossenschast mtt bejchranktcr Haftpflicht. Ber/in. straulstr. 52. «»,,n lag, 10. Zedrsor 1910. vorm.« Uhr. im Geschäftelek»: SeserslversWmivas. Tagesordnung: Gklchil ttiche, Vilanz. Ren- ; wähl des Vorstandes und Auf» lichtsratcs. 105/14 . Ott OacftaaO. W. Langer. A. 2 Ochmann. Für Lnsantertste« Attilleristen auch . Fuflartllleristeu. , Kavallcristcn.. sämtlich in Bromberg. Vollzugsausschuß Nr.» A.««. S.-R. Bromberg. gr«.: Haupt. Der Kommandeur der 4. Jnfanterie-Division. gez.:«kette. Aufruf! und Regierungstreue Männer SS— 3» Jahre, bevorzugt entlassene Soldaten, werben zum Sicherung»- Arbeiisbienst gesucht. Orttngnng«*:-Uülitärifcht Disziplin, mobile,»ehalt fltr aste Dienstgrade, dazu 5,— Mi. �»ndgeld pro Tag sowie sreie«er- pflrgung und ilnlerdringuna. Milftärtsche Vell-iounpestiickr sind niiuudrtnoeu, desglrichrn Enllassungspapierr und Äuewesse. 14 lägig« stünotgnngsfrist für beide Tell». Meldungen bei: 7070 Mobile Etappeu-Kommandaittur, Abteilunss Lüttwitz, Groß-Lichterfelde, Garde-Schützea-Uaserae. Wir haben eine arotz» Anzahl parkettfaftdödon adz.izlest. oder mit Slahtjpahneu zu P-nrOeitrn. 011 an 4dd» ""S Pfcrdc-Kkrßtigttilllg. «m MlNaeoch, d»« 22. Zauunr um 0 Ahr vormlttago kommen triegsanbrauchdar« vlonftpjerde argen Barzahlung und Sorzeigung oon Pferbetartrn>uik dem Aosernen- üos» VIAcherstr. 20 meiftdieleud zur VorTtoigeruug. Häudler h»de» ketueu Zutritt. SV9D 0. tzächi-tte-Dr-astoMvi'-tztuglBzsBt. 20000 Mark aus Bllla sofort gesucht. Gut» Beding, und persönliche Sicherhett. Offert, schriftlich an: Jkh 3°ntr. «ureauzrU: 9—5. Waggonbeschläge aller Art übernimmt zu schneller Lieferung rm* W. Krefft JL-6., ibt. Waggonbau, Ocvelsberg i. 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Ter Verstorbene hat drei Schustverletzungen erlitten, von denen eine die Lunge und eine das Gehirn durchbohrt hat; der dritte Schust hat schwerere Verletzungen nicht verursacht. Der Tod ist auf die Hirn- und Schädelverletzungen zurückzuführen. 2. Der Schuß durch den Kopf hat zuerst den Scheite! getroffen, ist an der Stirn ausgetreten. E» spricht nicht» dagegen, daß die Schüsse in den Rumpf am Rücken eiugetcetrn und vorne ausgetreten sind. Der Befund unter st ützt so- gar diese Annahme. 3. Die vorgefundene Schädelzertrümmerung wird durch den Schuß vollkommen erklärt. Anhaltspunkte für ein« schwere Ver- letzung durch stumpfe Gewalt sind nicht vorhanden. 4. Auf Befragen: sKe Lage der Schußoffnung am Rumpf spricht dafür, daß die Schüsse in schräger Richtung dabei von links nach tecküs gefallen sind. 5. lieber die Entfernung, au» der die mit rauchsckpoachem Pulver abgegebenen Schüsse gefallen find, läßt sich nur sagen, daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach nickt ans nächster Nähe, das heißt unter 25 Zentimeter, abgegeben worden sind. 6. Auf die von Dr. Theodor Liebknecht gestellte Frage, ob die Schüsse abgegeben sind, während der Verstorbene stand, ging oder lief, antworteten die Sachverständigen:»Hierauf läßt sich aus der Leichenöffnung kein Schluß ziehen." Diesem vorläufigen Mutachten haben sich di« zugezogenen Sach. verständigen. Gehc.mrat chZrof. Bier und Oberstabsarzt Voigt. angeschlossen. Das Mitglied der II. S. P. D. Wegmann vom Berliner VolbzugSrat hat gleichfalls seine Unterschrift auf das Protokoll gesetzt. Von der Ga r d e- Ka v al l e r i e- Schü tze n- D i v i s i o n crfabren wir dazu folgendes: Der Befund bat ergeben, daß die..Freiheit" ihre Darstellung ohne sachlich« Unterlagen aus parteipolitischen Gründen veröfsent- liebt hatte. Wie die Division weiß, ist der namhafteste Führer derll. S. P. D.nachderObduktion selbst zu der Ucberzeugung gekommen, daß die Tötung Liebknechts als A g i t a t i o n S st o fs.leider" nicht langer verwendet werden kann. Nofa Luxemburgs Tragööie. Ihr Verhältnis zum Volschcwismps. In der„Freiheit" widmet der in so tragischer Weise ums Leben gekommenen Noia Lwxemburg ihre langjährige Frcun- bin, nicht allenthalben GesinnungSgenossin Luise KautSky einen tief empfundenen Nachruf, der u. a. folgende sehr interessante Stelle enthält:.» � Als ich sie im März ISIS sprach, stand si« dem B o l s ch e. w i s m u§ n o ck s e h r k r t l i s» gegenüber, äußerte sie sich über Trotzki skeptisch, über Rädel in de» Töne» schärfster verächt- lichster Ablehnung. Auch i» späteren Brie'en schrieb sie mir.„die unerhörten Gewaltakte und Grausamkeiten der Bolschewiki lassen mich nichr schlafen"—•— Ilm so erstaunter war ich, als sie nach ihrer Einlassung aus der Haft sich zu rein bolschewistischen Meihoden nicht nur bekannte, sondern sie auch leider zu praktizieren begann. � ist ja bekannt, daß Rosa Luxemburg den Ausschluß Nadeks ans der polnischen Partei wegen finanzieller Schmutze- loien peranlaßte und auch für seinen Ausschluß aus der beut- sehen Partei eintrat. Ihre verhängnisvolle Wendung zum Bolschewismus war aber nach Frau Kantökys Darstellung ein Ereignis neuester Zeit. Wir denken über die Gewaltakte und Eransamkeiten des Bolschewismus— wie über Gewaltakte und Grausamkeiten überhaupt— noch immer so, wie Rosa Lnreinburg einst über sie dachte, und darum gibt eS für uns keinen Ansdriick deS AbscheuS, mn unser Empfinden gegen- über der Schandtat, die an dieser Frau verübt wurde, zu kennzeichnen. Nichtsdestoweniger bleibt die Tatsache wahr: sie hatte selbst in tragischer Bcrirrung die Bestie gerufen. deren Opfer sie geworden ist l Ein Srief aus Seemen. Die„radikale" Freiheit. Wir erhalten von einem Genossen an» Bremen folgenden Bericht: Die Entwickelung der Dinge in Bremen der letzten Zeit verdient meines Erachtens in hohem Maße die Beachtung unserer RcichSregicrung und eignet sich auch zu einer Besprechung in Arem geschätzten Matt. Ein« Minderheit, bestehend aus unabhängigen Sozia- listen unter Führung von Henke und Kommunisten unter Füh- rung von Knies, eines früheren VolkSschullehrcrS, der bereits in der hiesigen Irrenanstalt interniert war und als er zur Jahne einberufen wurde, nach Holland flüchtete, hat das hiesige Proletariat unter strengem Ausschluß der hiesigen Mchrheitssozialisten bewaff. uet und bekanntlich vor wenigen Tagen Senat und Bürgerschaft adgesetzt und die S o z i a l i st i s ch e Republik Bremen aus- gerufen. Das angesehene Organ der Mehrheitssozialistcn, die„Bremer Kürger-Zeitung" mit den Kassenbeständen stnd von dieser be- waffneten Minderheit brutalerwcise geraubt und wird die Zeitung jetzt von Henke redigiert, der bereit« in früheren Jahren Schriftleiter war unter Mitwirkung seines Freundes Sobelsohn(Karl Radek), letzterer war damals in Bremen ansässig. Der angesehene Schriftleiter der„Bürgerzeitung", Herr Hans Donath, Bremen, Oderstraße 32, ist seines Amte» enthoben. Es liegt hier ein Fall vor ähnlich wie bei dem„Vorwäts"- Verlin nur mit dem Hnkrschied, daß letzterer bald wieder befreit ist, während«S hier wesentlich schwieriger ist. Zum Stadtkommandanten wurde der Wehrmann E ck S er- iwmnt, ein übel beleumdetes Individuum. Henke hat in einer gestrigen Versammlung öffentlich bekanntgegeben, daß Genannter bereit» wegen S ik t l i ch k e i t s v e r b r e che n vorbestraft sei. Dieser Eabcn uns als Angestellte der StaatStheater mit einer bittenden Stellungnahme in der zwischen der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und den Berliner Theaterdireftoren erledigten Lohnangelegenbeit begnügen müssen. Anfang Dezember ist unsere diesbezügliche Petition durch unsere Verwaltung eingereicht wor- den. Da di« Notwendigkeit, wenigstens die Mindestgehälter be- willigt zu erhalten, dringend wurde, haben sich die beiden Ver- trauenSmänner des Schauspielhauses Anfang Januar mit einer abermaligen Petition cm das Kultusministerium gewandt, aber vergebens. Wir werden und können natürlich nicht streiken, aber es ist bedauerlich, daß— da sämtliche Privatthoaterdirektoren ihren Verpflichtungen nachgekommen sind— die Angestellten der Staat?- theater weder eine Antwort, noch das ihnen zukommende erhalten. Die Arbeiterschaft der Spanbauer Geschlltzgiestcrei hat e« nach längerer Aussprache abgelehnt, sich an dem von der U. S. P. D. gewünschten Generalstreik zu beteiligen Die Arbeiter und An- gestellten des Betriebes verlangen jedoch in einer angenommenen Resolution die strengste Bestrafung der an der Ermordung Lieb- knechtS und Rosa Luxemburgs beteiligten Personen. Auch wird die Bestrafung derjenigen verlangt, die auf dem Transport die vier Spandauer Genossen im Tegeler Forst erschossen haben. Es müsse des ferneren Vorsorge getroffen werden, daß Verhaftete bei Flucht« versuchen nicht mehr erschossen werden. Werde in diesem Sinne nicht eingegriffen, so sähe sich die Arbeiterschaft der Geschützgießcrei veranlaßt, der jetzt bestehenden Regierung ihr schärfstes Mißtrauen auszudrücken._ Der Arbeitslohn niedriger als die Arbeitslosen« Unterstützung. Die unier obiger Ueberickrift in unterer Sonntagnummer der- öffentlichte Notiz bat uns zahlreiche Zuschriften eingetragen. ES geht auS denselben hervor, daß heuie vielen Angestellten und Ar« heitern noch Gehälter und Löbne gezahlr werden, mit denen unler den gegenwärtigen TeurungSverhälmisseu nicht auszukommen ist.*0 teilt uns ein bereits zwei Jahre als Poüausbelser beschäftigter Al'onnent mit, daß sich iein monatliches Einkommen auk 133 M. beläust. In dem Schreiben wird übrigens erwäynt, daß die im Sevtember vorigen Jahres erfolgt�Bekanntmachung, wonach jeder Briefträger ein Paar neue Militärstierel für 33 M. erhalten 1>olle. noch beute nicht verwirklicht sei. Dagegen liefen die Herren Vorgeletzten in neuen Miliiärschuben herum. Geklagt wird außerdem � über die den hentiqen Zeitvcrbältniiien keineswegs enisprechende Behandlung der unteren Beamten durch die Herren Vorge'etzreu. Ein kanimännischer Angestellter der mtt der Denischen Bank eng verknüpften Trenband-Gesellichalr, Kanonierstr. 17/23. erwädnt daß dort noch da« Gehalt von 1314 zuzüglich 26 Proz. Teuerungszulage gezahlt werde: das macht in den meisten Fällen 225 M. aus Die lediaen Konzleidiener der den, Reichsomi des Innern unterstellten Reichsentschädiqnngskommtssion erkalten 165 M. pro Monat und 33 M. Teuerungszulage, lediae weibliche Bolen 113 bi« 123 M. und 23 M. Teuerungszulage. Gmem KrigSbeichädigten, welcher vor längerer Zeit um eine Erhöhung ieiner Bezüge nachsuchte. wurde geantwortet, daß er dahin geben möge, wo er mehr verdienen könne. Auch auS verschiedenen anderen Beirieben liegen Mitteilunaen vor. aus denen hervorgehl, daß eS noch zahl- reiche niedrig emlohme Arbeiter und Angestellte gibt. So sehr cS eirier'eitS vermieden werden sollte, da? daniederliegeude WiriichaftS« leben durch überspannte Lohnforderungen uoch mebr zu geiährden, so muß eS doch andererseiiS auf das entschiedenste verurteill werden. wenn beute noch Löhne und Gehälter gezahlt werden, die den Arbeiter oder Angestellten zum Veaeiieren verurteilen. .XMKrn UM Wenden von Herrenbekleidung Umarbeiten in kleinere Größen Handarbeiten Decken grau Leinen, vorge- zeicf net, ca. 70 cm, rund u. eckig 17.00 Rissen mit RQckwand. grau LeiDen.vorgezeichn.,ca 38/60era 16.00 Leinendecken m Franzen, ca. 60/60 cm,grau,weiÖ,fertig gestickt 15.00 Tablcttdcckcn grau Leinen, IN. Langest. lertiggesticktca.33/45 37,S5cm 35 rund 6.00 7.5ü 4.75 Kaffecwfirmer fert g gestickt und genäht............ 10.00 Leinen-Quadrate ca. 28/28 cm sortierte Zeichmmgen..... 2.25 Kongrch-Ersatzstoff donkelgrau tu. 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