Nr. 43. 36. Jalsrs. Bezugspreis, M«rte!Iähri. dlh Ml. monaUtSMl frei ins Haus voraus zahlbar, rtnzebw Nummern lv rienmg. Poiibezug: Monailich 2.25 Ml.. ejcfL Zustellungsgebühr. tttuct Kreuiband für Deutschland u. Oeslerreich-Ungarn ö,60 Ml, für das übrige Ausland 9.S0 Ml. bei lägiich elN'e aliger Zuiiellung 7.50 Ml. iZ-oilbelieüungcn nehmen an Däne» mau. Holland Luremdurg. Schwede» und die Schweiz. Eingetragen i« die Lail- leiiunes. Preisliste. Der»SorwürtS' ericheint wochemüglich zweimal. Sonniiig� einmal. Telegramni-Adrefle: .Toztaldemoka» Berlin� orgen-Ansgabe. f- Verlinev Volksblalk. ( 10 Pfennig) DuzeigenpreiS, Die achtgeipaltene Nonbareillezekkl loüsi so Pfg.„Kleine Anzeigen-, daS lettaedruckle Wori t» Pfg. lzuläffiq 2 iettgedruSle worreX ledei weiter« Wori 2V Vfg. Stellengesuche«n» SchlafsteLenanzrigen das erste Wer, So?sg.. sedes weiter« llZort 15 Sorte über l5 lSuchliaden zühlen für zwei Worte. Teucnmgszuschlag 50°.«, Namilicn-Anzcigen, volitische und getoerlschaitNche verein»- Anzeige» to big. die Zeil«. Anzeigen lür Sie nächsie Nmnmcr müsse» bi» ä'bt nachmiliagS IM Hauptgeichüft. LerlM KW.oii einoenslraoe S, adeegebe» »««eil. Beöstnet oon S llheMtz bi» S Uhr»bend�, �entralorgan cler fo�ialäLmokratifcken parte! Doitfd) lande, Redaktion und Expedition: SW.»8, Lindenstr.?. ScrnfDrtdjer: Amt Mortvplau, Nr. TS» i»0—»Sl V7. Sonnabend, den Ä3. Januar 1V19. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., EM. SS, Linöenstr.S. Fernsprecher: Amt Mveiiiplai-, Nr. 117 53—54. Terhandtungen mit Rußland. Sinladung nach den Prinzenlnfeln. Vor dem Ein-gaug zvm DoSporuS und zur Reede von Kon- ftantinopel liegt in der weiten blauen Flut des MarmarameereS dicht beieinander eine Gruppe von fünf kleineren Inseln. Jäh aus dem Passer aufsteigende Eilande. Die Sommerresidenzen der Kon- stantinopeler„oberen Zehntausend" befinden sich dort. Das sind die Prinzeninseln. Unter ihnen sind tzalki und Prinkipo sd* eigentliche Prinzeninsel) von der vegetationSrcichen Raiur- schbnheit ausgezeichnet, die den ganzen Lauf des Bosporus fast bis zu seinem Ausfluß im Schwarzen Meere umkränzt. Auf Halki und Prinkipo befinden sich schöne modern« teure Hotels. Auf Halki war der Gefangene von Kut-cl-amara, der eng- lisch« General Thownfcnd, im Dufte der Kiefern interniert. Früher dienten die Prinzeninseln, und daher ihr Name, als Vcrbannungs» orte gefährlicher und aufrührerischer byzantinischer Prinzen. Hetzt sollen diese in Eueopa kaum dem Namen nach bekannten Inseln zu neuem Interesse kommen. In den folgenden Tagen wird man sehr diel von den FricdenSbesprechungcn auf den Prinzen- inseln lesen. Die Amerikaner und Engländer haben gegen die kebhaite Abneigung ClemenceauS durchgesetzt, die Delegierten der to zahlreichen verschiedenen russischen Mächtegruppen zu Verhand» hingen einzuladen, um zu hören, wie sie sich die Zukunft NußlandS denken und auf diesem Wege ein Mittel zu finden, dem kriegerischen Elend Rußlands von innen heraus durch friedliche Maßnahmen ein Ende zu machen. Der Versuch ist zu begrüßen, und wenn ihm ein prakrischer Erfolg beschieden sein wird, so können unschätzbare Werte gerctter werden. Tann wird die Konferenz auf den Prinzen- inseln ein wichtiges Matt in der künftigen Weltgeschichte bilden und die Prinzeninseln werden zu den Erinnerungen aus grauem Mitelalter, die mit ihnen verknüpft sind, historische Berühmtheit fügen können. PariS. lHavaS.) Diplomatischer SitutationSbericht: Die Vertreter der Großmöchte versammelten sich gestern nachmittag neuerdings am Onai d'Orsay. Die russischen und polnischen Angc- lrgcndcltcn wurden nicht berührt. Tie Funk'npost dcS Eiffelturm-; begann 2 Uhr mit Uebrrmittrlung von Einladungen der olliiertr« Regierungen an die verschiedenen die Lage Nutzlands beherrschenden Gruppen zur Entsendung von jr drei Vertretern nach den Prinzeninseln bei Konstantinoel znr V e s p r c ch« n g mit den Delegierten de/ russischen Nation. Die En- triitekoniniission, die die russischen Abgesandten anhören soll, ist noch nicht ernannt worden. Man glaubt immerhin z« wissen, baß sie auS Gründen der Unparteilichkeit keine Persönlichkeiten umfassen wird, die früher in Rußland in divlomatischer Eigenschaft tätig waren. Die mili- tärischen Mitglieder d'r Kommission, die nach Polen, wo sich bereits General B a r t r l m y befindet, geschilkt werden soll, werden voraussichtlich unter den Generalen der an Ort und Stelle befindlichen Armee ausgewählt werden. Tic vier Zivildrle- gierten der 3?-reinigten Siaatcn, Großbritanniens, Frankreichs und Italiens sind noch nicht ernannt worden. Kampf um Güerberg. Tschechen gegen Polen. B r e s k a u, 24. Januar. Wir die Pressestelle des Volks- latL Breslau und der Zcntralrat der Provinz Schlesien mit- teilen, ist O d e r b e r g nach blutigim Kamps mit den P o l e n von tschechischen Truppen genommen worden. Jetzt hauen sich slawische Volksstämme gegenseitig die Köpfe um deutsches Gebiet blutig. Deutscher Boden wird er- ncut mit Krieg überzogen und unsere Volksgenossen sind schutzlos in ihrer Not. Arbeiter, Bürger, grauen. Kinder— sie alle dürfen von uns verlangen, daß wir nicht untätig sie ihrem Unglück überlassen. Sie sind von unserem Blut und haben Anspruch auf Schutz durch uns. Wir wollen nicht noch einmal Deutschland zum Tummelplatz allerhand abenteuer- licher Kriegshandlungen machen lassen. Die Regierung be- reitet all.-s vor. um die Sicherheit unseres Volkes vor dem Imperialismus sowohl der Polen wie der Tschechen zu schützen. die Kampfe mit öen polen. Der„Delegrapben-Nnion" wird aus Bromberg gemeldet: Der amilutie Berich: vom Freitag lautet: Im Laufe des gestrigen Tages geringe Patrouillentätigkeit. Eigene Ar- tillerie beschoß Bandenansammlungen in Mitt- Walde und bekämpfte Maichinengewehruester und fetud- l ich e Batterie« am obere» Netze- Saual. Rücktritt ües Generals v. Wknterfelöt aus üer waffenftiUstanöskommiWon. Amtlich. fTN) 2-t. Januar. In der heutigen Bollstbung in Spaa kündigte General von Winterfeldt an, daß er von seinem Posten als Vorsitzender der deutschen Wnffenstillstandskvmmission in Spaa zurücktrete. Den Anlaß gab eine Mitteilung des Marschalls Frch, welche von General Nndant Verl sen wurde. F» ch er» klärt darin kurz, daß der Abschnitt östlich von Straßburg auf Grund drr Vereinbarungen bei der letzten Verlängerung des Waffcnstill- stand s binnen sechs Tagen, vom 23. Januar, abends 6 Uhr, ab, besetzt werden wird. General von Winterfeldt erNärte sofort:„Ich habe Herrn General Nndant bereits in einer privaten Unterredung mit- geteilt, daß ich in der Besetzung dieses Brückenkopfes ein derartige» Zeichen von Mißtrauen gegen die Arbeit der Kommission sehen würde, daß ich an dem Tage, wo ein derartiger Brfehl grgebcn werden würde,«m Ablösung von meinem Posten bitten werde. Dieser Zeitpunkt ist nunmehr ringctrcten." General Nndant erwiderte:„Ich kenne nicht eine« der Gründe, die den Marschall Fach zu seiner Maßnahme bestimmt haben. Aber ich bin nahezu sicher, daß sich diese Maßnahme in kci- »er Weise r.nf die Zlrbeit der Kommission gründet. Ohne de» Schritt de? General» von Winterfeldt einem Urteil unterziehe« zu wollen, muß ich doch sagen, und zwar rein persönlich, daß ich eine solche Entscheidung bedauern würde. ES freut mich, die vollendete Form der Bezichnngen, die zwischen«nS geherrscht haben, aner- kennen zu können." Die belgischen Sozialisten gegen öen Imperialismus üer Entente. Brüssel, 24. Januar. lHava«.) Ter G e n er a l r a t d er fozia- listiichen Partei beschloß eine Tagesordnung des Inhalts, der Zuiammentritt der interalliierten Sozialisten» konferenz sei notwendig und dringend, um das Wiederansleben der internationalen Politik des PiolctariatS vorznbei eilen und den Kampf gegen die imperialistischen Bestrebungen der Ententeregierungen aufzunehmen. Dombaröement von Gporto. - Tic Monarchistcnrcvolte in Portugal. Genf, 24. Januar.(HavaS.) Nach Blättermcldungen auS Madrid heben einige portugiesische Kriegsschiffe die Stadt O port o bombardiert. Die Armee steht auf Seite der Re» volutionäre, die Marine bliebe der Regierung treu. Madrid, 23. Januar. Reuter. Nach einem Telegramm an? Tuy ist am 23. nachmittag? in Valencia die Nachricht eingetrofse», daß in Lissabon die Monarchie ausgerufen wurde. Holschewistifche Exzeste in Spanien. 72 Unternehmer ermordet. Die spanische Regierung ist wegen bolschewistischer llnruhen in Barcelona beunruhigt. 200 Fabriken sind geschlossen. In letzter Zeit wurden 72 Unternehmer ermordet, ohne daß man der Täter habhaft werden konnte. Man erwartet bei der bevorstehen- den Abschiebung von etwa lXX) Russen und Türken Widersland seitens der spanischen Syndikalisten und rechnet mit der Erklärung des Belagerungszustandes in Barcelona. Tie französisch« Re r u n g sieht diese Bewegung in Spanien mit Besorgnis an und fürchtet ihr Uebergreifen auf Frankreich. Demokratische Gemeinüewahlen. Sämtliche bisherigen Gemeindevertretungen aufgelöst. Da? preußische StaatSministerium erläßt eine Verordnung, wonach sämtliche bisherigen Gemrindevrrtretun- gen ausgelöst werden. Tie Neuwahl der Grmeindcvcrtretun- gen muß b i S z u m 2. M ä r z an einem Sonntag a»f Grund des allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht» aller Männer und Frauen nach dem Maßstab der Verhältniswahl erfolgen. Am 2. März verlieren dann dir bisherigen Gemeindevertretungen jede rechtmäßige Bcfugni». I» Verfolg dieser Verordnung hat das preußische Ministerium de« Innern jetzt eine Verfügung erlassen, welch« die Vornahme drr Wahlen von Magistratsmitglicdcrn oder Gemrindcvorstönden durch die jetzigen auf Grund des Drciklassenwahlrcchts gewählten Gr- meindmrtretungen untersagt. Dadurch wird zugleich mit der Demokratisierung drr Gemeindevertretungen auch die Demokra« tisieru», der Gemeiudeperwaltuugea in» Werk «cjetzt. Der Sturm/ gegen öen verfassungsentvurf. von Prof. Dr.».«ad druck. W Nachdem ei» allgemeiires Schießen«st de» SlaeckS» fekreiär P r e u ß und seinen Verfassungsentwurf be» gönnen hat, bringen wir sehr gern das ruhige Urteil eines Fachmannes zur Geltung, da» sich für Preuh und sein Werk ausspricht. Red. d..Vorwärts". Die preußische Regierung prdteftiert gegen die Auf» teilung Preußen». Auch die würltembergische Regierung verwirf� den Verfassungsentwurf(seltsamerweise) ans dem gleichen Grunde. Dem bayerischen Kriegtminisier ist er, zumal in seinen Bestimmungen über da» lsteichSheer, zu unitarisch. Der Zentralrat wünscht, daß neben dem Nor- liegenden noch ein zweiter, von einer sozialistischen Kom- Mission ausgearbeiteter Entwurf der Nationalversammluvg vorgelegt werde. Und die VolkSbeauftragten lehnen e? ab. den Entwurf deS Staatssekretär» Dr. yreuß mit ihrer Autorität zu decken, wollen ihn nicht al» sttegiernngSvorlage, sondern nur als schätzbares Material für die National» Versammlung angesehen wissen! Geht da» so weiter, dann wird die Nationalversammlung sich in Dorberatungen dar- über erschöpfen müssen, welcher Entwurf ihren Beratungen überhaupt zugrunde gelegt werden soll. Die Gefahr eine« zweiten Paulskirche rückt bedrohlich nahe! Während im Wahlkampfe um die deutsche National» Versammlung die Vcrfasiungsfragcn, die doch ihre Haupt» aufgab? bilden werden, eine erstaunlich untergeordnete Rolle spielten, wird in der Agitation für die preußischen Wahlen der Verfassungsentwurf in heftigster Weis« Partei» politisch ausgeschlachtet, von wem ist der Vor» schlag der Aufteilung Preußen» denn«uStzegangen? Ein so unanzweifelbar preußisch gesinnter Mann wie der«stpreußisÄe Oberpräsident v. B a t« c k i, Mitglied der Deutschen Volks- Partei, war der erste, der sich für den Gedanken«uSsprach. Aus rheinischen Z e n t r n m S kreisen kam dann das Projekt einer Republik Rheinland-Westfalen. Trotzdem schiebt jetzt die Presse der Rechten den Zerstückelungsplan den Demokraten in die Sckmhe. Und die Demokraten, obgleich grade einer der Ihren den Verfassungsentwurf verantwortlich zeichnet und in der begleitenden Denkschrift Nachdrücklich süv die Aufteilung eintritt, setzen sich setzt für die Srhalftmg de» alten Preußens mit der alten plötzlichen und unerwarteten Begeisterung ein, wie in dem hinter un» liegenden Wabl- kämpf dafür, daß„die Kirchenglocken weiterläute» möchte«". Die Situation ist heillos verworren. Man möchte glaubenj daß viele diese? ststzigen Kstmpfe? bisher nicht in der Lage waren, Entwurf und Denkschrift an» der Nähe zu betrachten. Soll nach dem Entwurf etwa da» Reich die Zerstückelung Preußen» dekretieren, anhänglich« LandeSkinder mit grausamer Gewalt von der Mutterbruft de» preußischen Staate» reißen? Der vielnmstnttene| 11 will doch nur, daß auch preußisckwn Landetteilen nicht»erfafft bleibe, was man allen Volksgruppen und-griippchen m aller Welt gewähren Willi da» Recht der Selbstbestimmun«. Nnr auf Grund einer Volksabstimmung sollen sich ja neue Staaten au» ihrem bisherigen Staatsverbande lösen können. Könnte man wirklich auch nur einen scheinbaren RechtfertigungSgrund dafür ausfindig machen, die Rheinländer»der Schlesier als Muß-Preußen festzuhalten, wenn ste nun einmal auS dem preußischen StaatSverbande fortstrebten? Aber, sagt mgn, der Entwurf übt auf Prenssen elnett Druck auS. DaS preußische Volk muß sich in mehrere Siaaten auflösen, wenn eS in dem Staatenhau» de» Gni»«rf?, dam Vertretungskörper der Einzelstaaten, mit de« v«lle» Gewicht seiner vier Siebentel der deutschen Bevölkerung Mir Celhtnfl kommen will. Denn der F LZ de» Entwurfs will keine« er«» zelnen deutschen Freistaat mehr al» ei» Dritt«! der Stimmen de» Staatenbanse» zugestehen. Eine«ndem«- kratische, dem MehrheitSprinzip widersprechende Bestin«muiir, wird man sagen. Aber sind ei denn wirklich jene vier Siebentel der Reichsbevölkerung, die im Staatenhause mK dem Gewicht von nur ein Drittel der Stimmen zur Geltung kommen? Nein! Denn nicht daS ganze preußische Volk drückt sich in den preußischen Stimmen deS StaatenhauseZ auS, vielmehr nur dessen jeweilige Mehrheit, d. h. möglicher» weise nur etwa mehr als zwei Siebentel, also in Wahrheit weniger als ei« Drittel der Aeichstzevdtt crmig. Di« Gejamd« JWf biÄ Hrcu�isÄen Volkes würde durch die preußischen Mit- »sieder de� Ctaatenhauses nur dann vertreten sein, wenn diese von der prenßiichcn Volksvertretung nach dem System der Verhältniswahl gewählt würden. Würde aber auf diese Weise die Mehrheit wie die Minderheit der Landtage im Staatenhause vertreten sein, so würde die einheitlich« Slinnn- führung der Abgeordneten desselben Staates häufiger als wünschenswert in Frage gestellt, also insbesondere ein ein- deuiiger Wille de» Staates Preubcn im Slaatenhause nicht aur Geltung kommen. Man wende gegen diese Regelung nicht ein, daß von den deutschen Mittel- und Kleinstaaten ja auch nur die Parla- «reniSmehrheit im Staatenhause vertreten sei, daß also bei jeder Regelung, welche nicht die Majorität der Sitz? des Ttaa- tenha uses in Preußens Hand gibt, die summierten Mehrheiten dieser Staaten, also ein kleiner Bruchteil des deutsch«» Volkes, dessen große preußische Mehrheit jederzeit vergewaltigen könne. Denn die Lage auf beiden Seiten lst sehr verschieden: auf der preußischen Seite ist die g e s ch l o s s e n e P h a I a n x der Stimmen im Staatenhause jederzeit vorbanden, aus der anderen Slßte müßte sie aus den Stimmen vieler verschiedener Staaten über mancherlei Interessengegensätze hinweg immer erst von Fall zu?all gebildet werden. Tie preußisch« Bevölkerung mit ihrer vollen Quote, ohne die Höchstgrenze deS§ S3, im Slaatenhause zur Auswirkung gelangen zu lassen, würde bedeuten, daß die Hegemonie Preußen» in Teutschland, wenn auch in vermindertem Maße, fortb:stünde. Tie preußische Hegemonie stützt? sich bisher einerseits auf die Verbindung der preußischen Königs- mit der deutschen Kaiserkrone, andererseits auf das Schwer- gewicht der preußischen Stimmen im Bundesrat. Tie erste Stütz? ist gefallen, die zweite würde in veränderter Gestalt fortbestehen, wenn Preußen entsprechend seiner Be- völkerungSzahl im Staatenhanse vertreten wäre. Preußen würde dann zwar nicht mehr regierend, wohl aber h c m- mend dem Reiche seinen Willen anszwingen können. Auch so würde Teutschland nach wie vor ein Großpreußen bleiben. Will man da» nicht, so bleibt nur die andere Alternative: f c st» u h e l t e n am Entwurf P r e u ß. E» blieb« freilich noch eine dritte Möglichkeit: eine Massenversamnilnng Düsseldorfer Deinokralen hat nach einem Vortrage des Arbeitersekretärs Erkelenz eine Entschließung angenommen: lieber gar keinö als ein zertrümmertes Preußen, besser ein Einheiksstaat als„Verthüringecung" der VundeSstaaien,«lZ mit einem Ausdruck von Friedrich Engels „föderalistisch« Verßhweizerung'' deS Reiches! Aber glaubt irgend jemand ernstlich, daß Süddeutschland, daß vor allem Bayern, jemals in den Einheitsstaat einwilligen wird? - ES ist nicu unmöglich, daß der plötzlich erweicht? preußische Sontzerpatriotisinus mehr laute Stimmkraft als wirkliche Stimmenzahl besitzt. Das könnte sich aber erst in der preußi- sehen Nationalversammlung zeigen, die deshalb, um der deutschen Nationalversammlung in dieser Hinsicht zuverlässige Unterlagen für ihre Verfassungsberawng zu liefern, gleich- zeitig mit ihr tagen müßte— freilich in Weimar doch wohl nicht tagen könnte. e:n weiterer Grund gegen die unselige Lcrbannim, der deutschen Nationalversammlung an? Berlin. Bei der S»» i a t ö« m o k r a t i e steht eS jetzt, mit Ent- fchiednihest und Festigkeit den Entwurf Prenß durchzusetzen, der de» einzigen XitSw»»«us sonst unlöbaren Schwierigkeiten Weist._ Die Bbrüfttmg. Wie England und Frankreich sie anffaffen. I Nrtterban, 24. Januar. Dem Nieuwe Notterdanrsche Mourant ersclhit die„New f)orl Tun'«uS?ari», daß die Friedens- konfercvy vestcr» über die RSstunzdeinschränkungen verhandelt hat. Llotzd«e«r«« setzte««»einander, daß die britische Flotte nicht»er» indert»erden»nn«. Eltmenceau sagte, daß Frankreich ein Hee, haben, müsse, das größer fei als ja. Retters««,»4. Jcmuar,»out Rieuwe Rotterdamsche Tourant wird der.*«, V»rk»•r»" au» Pari» gemeldet, daß der Ent. Wurf Sder den Vdlkerbu«» da» Unterseeboot a!» Kriegs- mitdal»»ZS««»»!»erwirft und»o» allen Ländern, die den die»- 1 bezüglichen Vertrag unterzeichnen, fordert, daß sie a ll e W a ff en dieser Art vernichten. Die Engländer und Amerikaner ! haben eine große Abneigung gegen die Ansprüche der französischen Militärs auf den Besitz des- linken Nb-einusers, ebenso auch gegen die italienischen Forderungen bezüglich der östlichen Adrialüste. Es bleibt bei We.'msr! Ter„NesthSanzeiger" veröffentlicht folgende Verordnung über die Berufung der verfaisiingsnläßigen deutschen Nationalversammlung vom LI. Jcmuai 1919: Die am 19. Januar 1919 gewählte ocrfassunggebende Deutsche Nationalversammlung wird bcruscn, am 6, Februar>919 in Weimar zusammenzutreten. Der StaaiSsekrelär des Innern wird mit den zu diesem Zwecke nötigen Vorbereitungen beauf- tragt. Berlin, den 21. Januar 1919. Die NeichSregierung. Eberl. Schcidcmann. Der Staatssekrciär des Innern. Tr. P r e u tz. Nur noch 5 pfirnd Kartoffeln! 100(Sraium Fleischznlagc. Das ReichsernäbrungSam! gib: ßekannt. daß e? sich auf Grund der vorhonvriien Lebensmiitelvorräte gezwungen sieht, vvm 3. Fe« bruar an die wöcheniliche Karloffelration pr-o Person anf 6 Pfund herabzusetzen. Dagegen wird die jetzt gelicade F l e i s ch r a t i o n sür jede Person um IVO Gramm erhöht. Die «chwerardeiterraüouen fallen sort. Nur noch einzelne Schwerst-- arbeiier-Kaiegorien werden Zulagen erhallen(Bergardeiter um« Tage und andere)._ Das fterbenös �ltprsußen. Ein gute» Qme.» für die kommende Wahl. In allen Angsttönen schreien grelle Plakate der Deutsch- nationalen Volkspartei den harmlosen Straßenpassanten an, er solle„Preußen retten". Aber schon die Wahlen vom 19. Ja- nua rhaben gezeigt, daß von dem Preußen, das die Herren Konservativen meinen, nichts mehr zu retten i st. Das alte junkerliche Preußen ist tot, denn es ist im Herzen der Bevölkerung ausgetilgt. Dafür legt nichts so deutlich Zeugnis ab wie daS Ergebnis der Wahlen in den„alten"(ostelbischen) preußischen Provin- zen. Sie galten bisher als die Hochburgen des Junkertums und des Konservativismus, aber gerade in ihnen hat die feu- vale Partei eine geradezu vernichtende Nieder- tage erliticn. Wenn man ein Wahltableau der Reichstags- Wahlen von 1997 zur Hand nimmt, so findet man darauf den ganzen Osten Deutschlands, mit Ausnahme der polnisch � sprechenden Gebietsieile, so gut wie lückenlos mit derj blauen Farbe der Konservativen überzogen. 1912 hat sich das Bild zwar etwas geändert, einige ostpmißische Wahlkreise haben liberal, einige märkische Kreise sozialdemokratisch ge- wählt, aber noch überstahlt das konservative Preußisch-blau auf weite Flächen alle anderen Schattierungen. Jetzt ist mit dem Aufhören des junkerlichen Terrors die wahre Gesinnung der unterdrückten Landbe- Völker nng zutage getreten. Der Wahlaussall in Hstelbicn ist vielleicht die größte Ueberrascknmg in dem gesamten Wahl- resultat. In Ostpreußen z. B. haben über 400 W1 Wähler sozialdemokratisch, über 200 000 bürgerlich-demokratisch und nur 100 000 konservativ(Deutfchnationale Volkspartci) gewählt. Westpreußen entsendet f it n f Sozialdemokraten in die Nationalversammlung, drei bürgerliche Demokraten und nur zwei Deutsch-Nationale. Der Regierungsbezirk F'-ank- furt a. O. bracht? 320 000 sozialdemokratische yegcn 120 000 Tentschnationale Stimmen auf. In der Provinz Pommern werden fast doppelt soviel sozialdemokratisch)? Stimmen wie Deutsckmationale gezählt, ki Sozialdemokraten, 2 bnrgcr-■ licbe Demokraten gegen 3 Tentschnationale entsendet Pom-j mern in die Nationalversammlung. Dieses Wahlresultat in den ehemals funkerlichen Do- mänen zeigt, daß das alte Preußen aufaehört bat, zu eristie- I ren. Die Wahl am kommenden Sonntag muß diese Tatsache .bestätigen und unterstreichen. Nicht das alte Preußen gilt es zu retten, sondern das preußische und deutsche Volk muß vor jeder Möglichkeit der Wiederkehr altpreußischer Zustände ge- rettet werde nl Dos geschieht am sichersten, wenn jeder Wähler und jede Wählerin einen sozialdemokratischen Stimm- z e t t e l in die Urne legt.„V o l k s g e r i ch t ü b?r die Junkerherrschaft", so lautet die Losung für den kam- Menden Sonntag. Die Berliner Bevölkerung darf allein daraus sinnen, sich von den ehemals als„rückständig" gelöster- ten Ostpreußen und Pommern nicht beschämen zu lallen. Wenn Ostpreußen, eine Provinz mit einer zu drei Viertel ländlichen Bevöllernng, fast 50 Prozent vo z i a l- demokratische Stimmen aufbringt, so muß Berlin einen viel, viel höheren Prozentsatz an roten Stimmzetteln aufweisen, sonst ist Berlin gegen Ost- Preußen rückständig!__ Mrucken von Preuß. Gibt es keine Preußische fyragc? Der Bezirksverband der Deutschen Demokroti- schen Partei Berlin übersendet der liberalen Presse folgende Erklärung: Der Ausschuß der Obmänner der Deutschen Demokratischen Partei des Reichswah'bezirksverbandes Berlin hat— schon vor längeren Wochen— einstimmig den Beschluß gefaßt, sür die Preußische Nationalversammlung nur solche Kandidaten vorzuschlagen, die in der Nationalversamiylung gegen jeden anf die Zerstücklung Preußens hin gerichteten Antrag stimmen. Es darf daher angenommen werden, dag Herr Staatssekretär Tr. Preuß nrch der Veröffentlichnng seiner Denkschrift eine aus ihn fallende Wahl nicht'annehmen wird. Tie Berliner Teutsch-Dcmokraten zeigen mit dieser Er- klärung, daß ihr Geist noch genau der der Fortschritt- lichen Bezirksvereinsgrößen von ehedem ist. Ein konservativer Entriistungsrummel genügt, um ihre demo- kratische Mannhaftigkeit zusammenklappen zu lassen. Man mag zu dem Preußschen Vorschlag stehen wie man will, jeden- falls kann die Erhaltung der weiland h o h e n z o l l e r n- schen Hausmacht vom demokratischen Standpunkt ans durchaus keine Gcwisscnsfrage sein. Ein wirkliches Interesse an der Alifrechtcrhaltnng des alten Begriffs „Preußen" haben nur die a l i p r e u ß i s ch e n Macht- Haber, in den Volksmasscn hat nie ein besonderes Anhäng- l'.chkeitsgefühl an ein Staatsgcbilde bestanden, das ans rein dynastischer Grundlage ohne organischen Zusammenhang zu- iammenerobert worden ist. Mag der Vorschlag des Herrn Preuß gut oder schlecht sein, er hat jedenfalls das Verdienst. die Existenz einer preußischen Frage mutig bejaht zu haben, während wir darin, vor dieser Fraae ein- fach die Augen zu schließen, für einen Demokraten durchaus kein Verdienst schen._ Die Lage in öen Kohlenrevieren. Entgegen den günstiger lautenden Nachrichten einiger Bläit-r muß festgestellt werden, daß in Oberschlesien die Kol?lenferderuiig infolge deS Streiks immer noch äußerst gering ist. Am S?. Januar sind 2463 Wagen stiegen normal 19 000) versandt worden. Am 24. Januar sind 2418 Wagen angefordert worden. ES streiken noch immer 34 Gruben. Da in Oberschlesien Frostweiter eingetreten ist, so wird sich die TranSportmögkichkeit vorläufig ausschließlich auf den Bahnwcg beschränken. Infolge der Eisenbabirckiwieng» leiten gestaltet sich die Abfuhr schleppend. Im Nheinisch-Wcstfäli» schen Steinkohlenrevier wurden am 23. Januar 9764 Wagen sgcgen normal etwa 25 000) versandt. • AuS B e u t h e n wird unter dem 24. gemeldet: Nach aibttägi- gcr NrbeitSruhs ist heute ein Abflauen des Streiks fesizustcl'en. Wäbrcnd sich gestern von 64 Gruben noch 37 im A u ö st a n d l-e- fanden, ist heute die Zahl der Ausständigen merklich zurück- gegangen. Auf einzelnen Gruben beträgt die Zahl der Ar- bettenden 30 bis 60 Prozent und die Zahl der Ausständigen heut- 16 000 gegen 80 000 gestern. Dm tnH öse Zarenfamilie. Der«NHKihait w Kr Tragödie der ZarenfamMe ist in Dralschlantz ViftEeivg nur in Großen Umrissen bekannt geworden. Gras Tl.«. Taltzsj,»er kürzlich in Verlin weilt«. Hai der in Berlin erscheinende!« russische« Zeitung.Wremsa" nähere Tatsachen, die ran einer UnterjuchunGsiommission in Sibirien tzweiselsrel festgekeilt find, nitymilt. Die Zarensamili» ist danach nach der Ueber- eührun««ach Jckktarinbura»«n der roten Gardr in der gemein- sJen am»»rnnenjchiichften Weise mißhandelt, gequält und schließlich «rm«'.chct wacde.i.«l» die sibirische« und tschechoslowakuckien Truppen sich aäherten, war da» Schicksal der in einem elenden Logis«ntcrgedrachteu Arsanaenen besiegelt. Es wurde in pravo- katarischer Absicht da»«erücht«evbreiiet. die sibirischen Truppen wollten den Zaren wieder einsetzen. Die rote Garnison geriet daraufhin in Unrühc und forderte die Beftitiaung der gesamten Zarensamili« sawi- sämtlicher ihre Qkesangenschast teilenden Per- ssnen. Da der Jekatarinburger»tat der Volköbeaustragten schwank!«, chefien die Notoardisten am 10, Juli ein« Versammlung ab, die i« eine förmlich« vmporung gegen den Rat und den A.- und S.-Nat anSarteie. Umer diesem Terror beschloß bann der A.» und die Hinrichtung, mit bereu Ausführung die wachthabende Abteill-ug der»Wtzurdisttn betraut werden sollt«. Die Wach? der- langte»»n den lleberdringer» der Botschaft nicht einmal die Vor- zeigung ihrer JWaudate«der de« Urteil». Die mündliche Mitteilung wurde von ei*cm»nohnendea Hurra eu�fang-n, worauf der Haufen Notgardistea laut stampfend und wassenklirreud dem Lochlafzimmer der Zarenfamilie»»stürzt«. Als der Zar und di« Zarin da» Gestampf de? nahenden Not- gardisren vernahmen, begriffe» sie sofort, um wa» ei sich handelte. Sie warfen rasch ihre Ueberstseider um und ließen sich auf die Knie nieder, um zu det«». Die vom Schauder ergriffenen Groß- fürstinnen druckte» sich«neinander. Der Throusolger brach!n Tbränc». mit,« versuchte sich i« erheben und fiel au» seinem Krankenwagen. Der Zar nah« seinen kranken Sohn in die Arme, Da öffnete such die Dur und der Justizkommissar Jurowski, gefolgt von den bewaffneten Rotgardisten, trat in» Zimmxr. JurowSki wandte sich mit einem mephistophelischen Lächeln zum Zaren und sagte:»Wie ich sehe, haben Sie sich schon bereit ge- macht."—.Ja, ich bin bereits" antwortet? der Zar.—„Aber nicht dich allei" branch-n wir!" stieß JurowSki hervor und fügte zvnisch hinzu:„Wir werde» euch deiner Zarin,.. und deiner ganzen ... k»r»t ei» Ende mache»!" flv»!eS mit der Hand auf die Zarenfamilie und die Baronin BudVichen»nd rief den Noigardisten zu:.Treibt sie vorwärts! Ohne Ämstandel" Dj« Rotgardisten umringten die Verurteilten und drängten sie der lÄire z«. Der Zar brach als Erster auf, den ohnmächtigen Sohn in den Armen. Die Zarin folgte mit festen Schritten, indem sie»miimckerbrach«» lasse betete. Die Großfürsfinnen und die Ba- rould jvuLhadtzsu schluchzt»» htzstarisch, und di« Llotgardiste« schlepp- ten sie in dc? Worte« wahrer Bedeutung zur Hinrichtungsstelle, dem Keller des Hauses. An der Treppe, die zum Keller führte, begegneten die Per- urteilten einer anderen Gruppe, bestehend aus dem Leibarzt Botkin, Frau Schneider, dem Fürsten Dolgoruky und dem Grafen Tatisch- tew. „Sie auch?" sprach der Zar zu Botkin. Der Professor zitterte heftig und blieb stumm. Da man befürchtete, daß im engen, mit Ziegelsteinen ausgelegten Kellerraum die Gewehrkugeln abprallen könnten, schössen die Rotgardisten auf die Verurteilten aus nächster Nähe mit Revolvern, indem sie zwischen die Augen oder auf die Schläfen zielten. Man erschoß sie der Reihe nach, jeden einzeln, erzählten nachträglich Regimentskommissare und Notgardisten ihren Bekannten. Erst kam die Zarin, dann ihre Töchter und zum Schluß der Zar, welcher den Thronfolger nicht aus den Armen gelassen hatte. Die Leichen der Hingerichteten wurden auf ein Lastautomobil geladen und noch in derselben Nackt nach einem verlassenen Schacht außerhalb der Stadt gebracht. Dort wurden sie mit Petroleum begossen und angezündet, Ter Haufen Asche und vcrlohltcr Knochen wurde viit Erde verschüttet. � Der„Nationalftätswahnsinn� nnS öer völkerdunö. Im Jahre 1885 schrieb Friedrich Nietzsche: Dank der krankhasten Entf:emdung, welche der Nation.alitätS- Wahnsinn zwischen die Völker EuÄpoS geleg! hat und noch legt, dank ebenfalls den Politikern, des kurzen Blicks und der rascken Hand, die heute mit seiner Hilse obenauf sind, werden jetzt die unzweideutigsten Anzeichen übersehen oder willkürlich und lügenhaft umgedeutet, in denen sich auSsp icht, daß Europa eins werden will. Ma.i muß es in den Kauf nebmen, wenn einem Volke, da» an nalionalem Nervenfieber leidet, leiden will, man- cher'ei Wolken und Störungen über den Geist ziehen, kurz, kleine Anfälle von Verdummung: zum Beispiel bei den Deutschen von heute bald die antisranzösische Dummheit, bald die autijüdische, bald die antipolnischc, bald die teutonische, bald die preußische und wie sie alle heißen mögen, die kleinen Benebelungcn des deutschen Geiste? und Gewissen�. Europa drängt und sehnt sich hinauf nach einem neuen Lichte, nach einer neuen Sonne," Co ve. kündigte Nietzsche vorausahnend, wonach sich die Mensch- heit sehnte, nach einem Völkerbund, nach einem friedlichen und geeinten Europa, Napoleon, Goeth«, Beeiboven, Heinrich Hein«, Richard Wagner, Schopenhauer, alle diese Meister neuer Sprachmiltel, waren nach Nietzsches Ansicht gequält von diesem Drang; sie alle suchten und ersehnten, daß Ew opa eins werden möge. Daß es die Mission dar Sozialdeinokratic sei, die Menschheit dem neuen Sichte entaegonzu führen, das sah Nietzsche nicht, weil die Sozialdemokratie damals noch in ihren Kinderschuhen stak. Vom Kapitalismus, von Standeßvorrechten, Standesdünkel und Standes- vorurteiben befreit, befreit von der Herrschaft der.Getdjäck«, Junker und Pfaffen, wird die Menschheit, einerlei welcher Rasse und Sprache, den Weg zur neuen Sonne, zum Völkerbunde finden. Sie dahin zu führen, das ist die Mission der Sozialdemokratie. Ein Kellner-drama. Der tief in da? Berliner Lcbcn eingreifende Kellnerstweik, den die ReichSbauptstedt soeben erlebte, hat die soziale Lage dieser Be- russangehörigen plötzlich scharf in den Vordergrund gestell!. Man sab, eine wie wichlige Rolle dem Kellner im öffentlichen Leben zu- fällt. Die Pstzchologie de» Kellners liot, unseres Wissens das erste und einzige Mal, bereits einem Tickter den Stoff zu einem ernsten Bühnenwerk, das scincrgsit beträchtliches und berechtigtes Duffchcn machte und von keinem Geringeren als Erich Schmidi in die Oeffentlickikeit geleitet wurde. DaS Kellnerschanspiel hieß„Die Episode", sein Verfasser Otto R i e m a s ch schrieb es mit neunzehn Jabren und neuen einer Reihe anderer Bühnen führt« es auch die„Moderne Bühne" im Lessingthcater im Jahre 1902 auf. Die eigenartig und außer- ordentjich iuteressanl angefaßte Arl eit. die zwar die Sch!'flehen, aber auch die Vorzüge eines stürmischen Jugcndwerkcs berric en, war der Gegenstand lcbhakter Diskussionen darüber, ob„ein Kellner überhaupt ein ernster Bkhnenheld sein dürfe". Tie jüngster Er- cignisse haben dem Dichter Llccht gegeben. Tie„Episode", die jahrelang nur eine Episode blieb, erlebt nun vielleicht eine Auf- erstehung. die zum Verständnis der a'tuellen Wirklichkeitsvorgänge ein literarisch wertvoller Beitrag sein dürste. Notizen. — Theater. Die Erstaufführung von Slrindberg? „Luther" in der Volksbühne findet am kommenden Freitag statt.— Jllfl Grünlng übernimmt am Sonntag die Rolle der Mutter Lückcl in RosenowS„Die im Schalten leben" im Palast- Theater.— Im Theatec i. d. Königgrätzerstras-e ist die Erstauf- führung von Wilhelm Stücklen»„PurpuS" aus Freitag, den 3l. Januar gelegt worden. — Musik. Das von Heirrp Seisfert neu gegründete „S e i f f e r t- O u a r t c t t" gibt seinen ersten Kammermusik- Abend unter Mitwirkung von Ma? Kocbanek, Hermann Hampe und Ernst Daniclsohn am 28. Januar im Meistersaal Da? P o- gramm enthält Quartette von Hahdn, Beethoven und Adolf Schimon. — Vorträge. Bruno Dccarli vom Deutschen Theater der- anstaltet am 31. Januar einen Hebbel-Heine-Abend im Meiste.saal. — Treptow-Sternwarte. Folgende Vorträge finden statt: 23. Januar 6 Uhr:„Fenentage a, b. Ostsee, i. d. Sächsischen Schweiz und den, Spreewald"(Filme); 20. Januar, 3 llhr:„Bilder aus der Mar? Brandeuburg" lfarb. Lichtbild, u. Filme); 7 Uhr: „Vom Monte Rosa zur afrikanischen Küste" tFilme); 28. Januar, 7 Uhr:„Kometen und Sternschnuppen"(Lichtbildervortrag ton Dr. Arckenhold). Täglich Beobachtungen m. b. großen Fernrohr bis 10 Uhr abends,.........______.. Kr. 45 ♦ 36. �ahrgaag Beilage öes Vorwärts Sonnabend, 25. Januar 1914 Um Sonntag Nahten zur preukilchen llationalverlsmmlung. Mäklt äie I�anäiäaten ciep fo�ialciemokratiscken jVledrkeitspartei. für Kerlln: Zwiste Wieset». „ Ueitow-Seeskow:„ Otto Hut Potsdam 1—9 11 Konrad Kaenikcl» Aur Wahl in ö erlin. ist die Mitkiilf? allcr Yirnassinncn und Genossen dringend erforber- lich. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, darf keiner fehlen; je mehr Hilfe, desto leichter die Arbeit für jeden einzel- nett, Treffpunkt Sonntag früh 8 Uhr in folgenden ZentralsieUen der 48 Abteilungen: Nb% 1. HcrberlandZ Festsäle, Neue Friedrichstr. 3S. Nrb. 4854. L. Schirm, UTharloltenstr. 7/8. Mpl. III 5ß. 3. Schultheiß, Lützowstr. 27. Ltzw. 4095. 4. Schneider, Winterseldtstr. 8. Kurf. 8130. 5. Keufncr, Heidelberger Str. 20a. Nolleiid. 824. 6. Horlitz, Berqmannstr. 95. 5turf. 0508. 7. Portmann, Blücherstr. Ol I. Mpl. 125 70. 8. Rod.'. August Dicffenbachstr. 30. Mpl. 125 43. 9. Gesche, Oranienstr. 183. Mpl. 112 39. 10. TauZ, Lausitzer Str. 40. Mpl. 2930. 11. Nicolai. Oppelner Str. 0. Mpl. 104 13. 12. Weißer. Wrangelstr. 22. Mpl. 1000. 13. Goncll. Fritz, Prin�cnstr. 88. Mpl. 3901. 14. Wein, Ncandersir. 30. Mpl. 9313. 15. Kleine» GewerkschaftShauZ, Elisabcthstr. 11. Kgst. 3024. 10. Schuckcrt. Nüdersdorfcr Str. 3. Alex. 1503. 17. Wilhelm, Hohenlohestr. 3. Kgst. 3235. 18.(fljm ielswSki, Gubener Str. 45. Kgst. 2201. 19. Pistor, Schreincrstr. 7. Kgst. 3819. 20. Fcdicke, P teröburger Str. 9. Alex. 1077. 21. Weber, Ebcrthstr. 45. Alex. 1820. 22. Bauer Große Frankfurter Sir. 1. Alex. 1402. 23. Gott, Bardelebcnstraße Ecke Knivrooestraße. Alex. 224. 24. Koch. Immanuelkirchstr. 13. Kgst. 1204. 25. Rock, Neue Königstr. 24. Kgst. 3383. 20. Lücke. Lothringer Str. 82. Nrd. 102 87. 27. Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Nrd. 102 71. 28. Huthmann. Maricnburgcr Str. 1. Alex. 3470. 29. Burg. Prenzlauer Allee 189. Nrd. 4000." 80. Grünau, Stahlhcimcr Str. 30. Nrd. 9521. 31. Goldschmidt, Stolpischestr. 30. Nrd. 8839. 32. Korn. Gleimstr. 10. Nrd. 4174. 83. Hoffmann, Swinemünder Str. 47. 34. Goßbach, Vinctaplatz 7. Nro. 3080. 35. Bathke. Ackerstr. 81. Nrd. 5988. 30. Bänvalde, SchOgelstr. 8. Nrd. 4452. 37. Butenhof Wilsnacker Str. 30. Moah. 9578. 38. Kroß. Werftstr. 4. Moab. 1935. 39. Kleincrt, Lcpetzowstr. 21. Moab. 7907. 40. Lange, Wiclcfstr. 45. Moab. 2303. 41. Behreud. Stromstr. 20. Moab. 7009. 42. Voigt. Spreugelstr. 17. Moab. 7075. 43. Metier. Pankstr. 82. Moab. 7774. 44. Kerfin. Pankstr. 60. Moab. 5344. 45. Pose, Koloniestr. 15. Moab. 5308. 40. FuchZ, Weddingstr. 5. Hansa 532. 47. Senkel, llircchter Str. 10. Moab. 1998. 48. Polzin, Müllcrstr. 131. Moab. 2578. Stimmzettel unserer Partei sind in diesen Lokalen zu haben. Weitere Auskunft und Meldungen der Genossen zur Wahlhilfe im ZentrdWuhÄureau Lmöenstr. 3, 2. Hof III. Telephon: Amt Moritzplatz 304 und 115 75. Sonntag ist preußenwahl. Alle Deutschen über 2S1 Jahre, nicht nur die Prcusien, sind wahlberechtigt. Ter Wahlvorgang ist genau derselbe ivie am letzten Sonntag. Tic Beteiligung muh noch stärker sein. Tic bürgerlichen, insbesondere die reaktionären Parteien, müsien noch weniger Mandate erlangen als bei der Rcichswahl. Wollen sie doch Preußen weiterhin zum verhaßten Rcaktions- Hort in Teutschland machen. Sehe jeder, daß keiner von seinen Angehörigen, Kollegen und Bekannten unterlasse, soziaiöemofratisch zu wählen! GroßSerlln fluf zur Wahl! Herbei, herbei, Genossen all! In Massen eilt zur Preußenwahl! Dem freien Tentschland soll's gebühren, den Kampf ums Brot aus dieser Not zum Siege durchznsührc»! Die kommunalen Arbciterräte Groß-Berlins hatten gestern eine Konferenz, in der sie ihre Erfahrungen mit den in einer früheren Konferenz beschlossenen Richtlinien er- örtcrten. Der Vorsitzende R i ch. M ü l l e r rügte in seinem Bericht, daß vom Rat der Volksbeauftragtcn noch keine Aeußerung über sein« Stellungnahme zu diesen Richtlinien gekommen ist. Er be- klagte, daß von dem anfänglichen Einfluß oer Ar- beitcrrätc immer mehr abgebröckelt sei. In den ersten Tagen der Revolution habe man ihre Rechte nicht zu be- streiten gewagt und ihre traft revolutionären Rechts erlassenen Verfügungen ohne Widerspruch hingenommen, heute aber stehe cS schon wesentlich anders. So sei die Verfügung des Vollzugsrates, daß für die Neöolutionstage vom 9. und 11. November oer Lohn gezahtt werden soll, aus Anlaß einer Klage vor dem Gewerbe- gericht durch das RelchsarbcitSa-nt und durch das Reichsjusttzamt für ungültig erklärt worden. Wenn im neuen Deutschland kein Platz m hr für die Arbciterräte sein solle, so werde das um die Früchte der Revolution gebrachte Proletariatz nicht dazu schweigen. In der D i s k u s s i o n wurden die Klagen über das Schwinden des Einflusses der Arbciterräte fast von allen Rednern unterstützt. G r o s ch e- Niederbarnim fürchtet daß nach dem Zusammentritt der Nationalversammlung die Arbeiterräte werden»ghen können". Das Morgengrauen. Von Henri Barbusse. (Schluß.) Und wenn sie auch sagen/ daß sie den Krieg nicht wollen. so machen sie doch alles, um ihn am Leben zu erhalten. Sie nähren die nationale Eitelkeit und die Vorliebe für das Macht- Prinzip.„Wir allein", schreit ein jeder hinter seinem Gitter, „wir allein haben den Mut, die Ehrlichkeit, das Talent und den guten Geschmack für uns gepachtet!" Unter ihnen wird die Größe und der Reichtum eines Landes zu einer gefräßigen Krankheit. Aus der Vaterlandsliebe, die wohl recht und gut ist, solange st? die Grenzen des Gefühlsmäßigen und Kirnst- lerischen nicht überschreitet, genau wie der ebenso heilige Fa- milicnsinn und die Vorliebe für die Provinz, aus all dem mackien sie einen utopistnckcn un� unmöglichen Begriff, der das Gleichgewicht der Welt stört, eine Art Krebsschaden, der alle Lebenskräfte aufsaugt, alles für sich in Anspruch nimmt und das Leben würgt und schließlich durch Ansteckung den Krieg heraufbeschwört, oder einen gewappneten Frieden, der zur Er- schövsung und zur Lähmung führt. Sie fälschen die anbetungswürdige Moral: Wie viele Ver- brechen haben sie mit einem Wort zu Tugenden gemacht, indem sie sie nationale nannten! Selbst die Wahrheit gestalten sie um. An Stelle der ewigen Wahrheit setzt ein jeder seine natio- nale Wahrheit. Soviel Völker, soviel Wahrheiten, die einander nickt gelten lassen und die Wahrheit fälschen und sie verzerren. Alle die Leute, die jene kindischen, ekelhaft lächerlichen Reden führen und die sich über eure Köpfe hinweg herumzanken: „Ich Hab nicht angefangen, du hast angefangen!— Nein, ich bin's nicht gewesen, du warst es!— Fang doch du an! Nein, fang du an!": alle diese Kindereien, die die ungeheure Welt- wunde offen halten: denn nickt die eigentlichen Beteiligten haben das Wort, im Gegenteil: somit fehlt aber auch der rechte Wille, der Geschickt? ein Ende zu mackien: alle die Leute, die auf Erden keinen Frieden machen, können oder wollen: alle die Leute, die sich aus dem einen oder andern Grund an die frühere Weltordnung anklanimern. sie begründen und zu ihren Gunsten Beweise erfinden, diese Leute sind eure Feinde! Sie sind eure Feinde wie beute die deutschen Soldaten. die hier bei euch liegen, eure Feinde und nur arme Leute sind, die man scknode betrogen und abgestumvst bat. und die zu zahmen Tieren geworden sind... Jene sind eure Feinde, wo sie auch geboren sind, ganz gleicki, wie man ihren Namen aus- sprickit. ganz gleich, in welcher Sprache sie lügen. Sckvrnt sie euch an im Himmel und auf Erden. Schaut sie euch überall an! Und merkt sie euch ein für allemal, damit ihr sie nie wieder vcrgeßtl — Sagen werden sie, schimpfte einer, der schief auf den Knien lag, die beiden Hände in der Erde hatte und seine Schultern wie eine Dogge schüttelte:„Mein. Lieber, ein Held bist du gewesen, wunderbar!" Ich will nicht, daß mir einer so was sagt! „Helden, außerordentliche Wesen, Götzen? Dummes Zeug! Henker sind wir gewesen. Wir haben ehrlich das Hcnkcrhandwerk ausgeübt. Und wir werden's noch weiter be- ! treiben und sogar gründlich, weil es groß und wichtig ist, dieses Htndwerk auszusühren, um den Krieg zu rächen und zu ersticken. Die Hand, die zum Tölen ausholt, ist immer gemein— manchmal muß sie es, aber sie ist immer gemein. Jawohl, rohe und unermüdlich? Schlächter sind wir gewesen, weiter nichts. Aber es soll mir keiner kommen und von Sol- datentugenden sprechen, weil ich Deutsche getötet habe. Mir auch nicht- rief eine andere Stimme so laut, ddß ihr niemand hätte antworten können, selbst wenn es einer ge- wagt hätte, auch mir nicht, weil ich Franzosen das Leben ge- rettet habe! Denn sonst laßt uns diekFeuersbrunst verHerr- lichen, weil sie uns Gelegenheit gibt, uns als edle Retter zu zeigen! — Es wäre ein Verbrechen, die schönen Seiten des Krieges zu zeigen, murmelte einer jener düstren Soldaten, selbst wenn es welche gäbe! — Und man wird dir's doch sagen, fuhr der erste fort, als Rubmeslobn und auch als Lohn für das, was man nicht getan hat. Aber der Kriegerruhm selbst ist nicht für uns einsacke Soldaten. Der gehört einigen wenigen: sonst aber, abgesehen von diesen Auserwählten, ist der Soldatenrulun eine Lüge wie alles, was im Kriege nach Schönheit riecht. In Wirklichkeit ist das Opfer des Soldaten ein dunkles Ver- schwinden. Tie. die in Haufen die Angriffswellen bilden, tiagen keinen Lohn davon. Nie wird man ihre Namen, ihre kleinen winzigen Namen zusammenbringen können. — Geht uns.'n Dreck an, antwortete einer. Wir haben an anderes zu denken. — Aber darfst du das laut sagen? meinte ein verdecktes Gesicht, das der Kot wie eine häßliche Hand versteckte. Ver- dämmen, auf den Scheiierbaufen brächten sie dich! Um dcn Helmbuich haben sie ein? Religion gedichtet, die ebe.ckc böS, ebenso dumm und verbrecherisch ist wie andere! Dann richtete sich der Soldat auf. stürzte zmammen und richtete sich abermals auf. Unter dem schmutzigen Kotpanzer trug er eine Wunde und befleckte den Boden: als er aber seinen Satz ausgesprochen hatte, starrte er mit weitgeöffnctem Auge sein ganzes Blut an, das er zur Genesung der Well ge- opfert hatte. » Die andern richteten sich nacheinander auf. Das Ge- Witter verdichtet sich und senkt sich aus die weiten, zerschuu- B e y e r m a n n- Tegel forderte Einigung der Arbeiterklasse, aber der Arbeiter, nicht der Führer. Das Räteshstem müsse auf dem nächsten Parteitag in das Programm aufgenommen werden. Heitmann- Neukölln berührte die Vorgänge im Neuköllner Arbeiter- uno Soldatenrat. aus dem die Mehrb-'itssozialistcn aus» geschaltet worden sind. Mit der Wiedcrbeteiligung nach dem Grundsatz der Parität könne er sich nicht einverstanden erklären. Gedacht werde dabei an„Parität" zwischen»drei sozialistischen Parieren"— den Mehrheitlcrn, den Unabhängigen und den Kom- munistcn. Die Mchrheitsartei lehne es ab und fordere Wahlen nach dem Proportional wählst) st em, damit die Arbeiter- räte nach dem Willen der arbeitenden Bevölke- r u n g zusammengesetzt werden. S i e v e r s- Neukölln erwiderte, auch er betrachte dt? paritätische Zusammensetzung nicht als Ideal, sondern wolle Wahlen auf breitester Grundlage unter Beteiligung aller Parteien. Aber wahlfähig und wählbar bürie nur sein, wer wirklicher Arbeiter ist. Reinhard- Wilmersdorf for- derte, laß allein die Vertreter des revolutionären Proletariats in dcn Gemeinden zu bestimmen haben. Di« Arbciterräte sollten auch die Einigung der Genossen herbeiführen, zu der denn die Regierung Stellung zu nehmen habe. Gegen all- gemeine Wahlen zum Arbeitcrrat wandte sich der Redner sehr cnt- sch'cden. Nur die sollten wählen dürfen, die den Umsturz vorbe- reitet und vollbracht haben.(Widerspruch.) Mit Zureden nehm« man nicht dem Geldsack sein Vorrecht und auf Zureden gebe er es nicht auf. M o h§- Schönebcrg hält für undurchführbar, daß der Arbcitcrrat in der Kommune gewissermaßen das Hauptbeslim- mungsrecht baten soll, wie die Richtlinien es wollen. In Schöne- berg konimc man ganz gut damit aus. daß man ein A u f s i ch t s» und Kontrollrecht ausübe. Aber diktatorisch könne man nicht vorgeben. Im weiteren Verlauf der Diskussion wandte sich Halfis- Tegel gegen Rich. Müllers Darstellung die den An- schein erwecken müsse, als ob die Arbeiterräte am Ende ibre? La« teins seien. Redaer sonderte Beseitigung der Land- g e ni c i n d c o r d.i u n g. Auf die Notwendigkeit"baldigster Neu» tvahlcn zu den kommunalen Körperschaften wicS K n b i g» Pankow hin. Rich. Müller betonte im Schlußwort, daß es seine Pflicht war. oaZ Schwinden deS Einflusses der Ar- bcitcrräte rückhaltlos zu erörtern. Einigkeit der Arbeiterklasse wünscht auch er, aber die Gegensätze seien sehr groß, gerade bezüg- lich der Arbeiterräte. Doch die Massen würden sich zu« s a m ni e n f i n d e n, sie würden sich zusammenfinden müssen gegen das wicdcrerwachendc lonterrevolutionäre Bürgertum. Angenommen wurde der Antrag, zu der nächsten Versaiumlung der kommunalen Arbciterräte dcn Minister des Innern zu laden. In drei Resolutionen erklärten die Arbeiterräte: daß sie von den VolkSbcaustraaten in Preußen die umgehende Vorlegung eines Ge» sctzeS über die Wablcn zu den kommunalen Vertretungen erwarten; daß sie gegen di: Verbaitungen von Arbeiterräten protestieren und Stützung ihrer Autorität durch die Regierung verlangen; daß sie im Hinblick aus die in Rcinickoodarf uno anderen Orten varaelem- inenen Verhaftungen gegen Willkür der Soldateska und Offizier- diktatur protestieren. Immunität der Arbciterräte forden und den Vollzuasrat beauftragen/ der Regierung einen dahingehenden An- trag vorzulegen. Die Junkcrfrechheit haben sie behalten, wenn sie sich jetzt auch „Deutschnationale Volksparlei" nennen. In einem Flugblatt wird ein Gespräch zwischen einem Insassen der Talldorfer Irrenanstalt und einem Vorübergehenden geschildert, den Spartakisten aus- ' denen und gefolterten Felder. Der Tag ist mit Nacht ge- schwängert. Und es ist, als ob unaufhörlich feindliche Men- schengestalten nnd Männerbandcn aus den Gipfeln der Wol- � ken neu erständen, geschart um die barbarischen Silbouetien • der Kreuze, der Adler, der Kirchen, der Hcrrscherpaläste und der HeercStempel, als ob sie ungeheurlich anwüchsen und die Sterne verdunkelten, die Sterne, deren Zahl kleiner ist als die der Menschen. Es ist sogar, als ob sich jene Geister über- all in allen Erdlöchern rührten, hier und dort zwischen den wirklichen Lebewesen, die über die Ebene zerstreut sind und wie Samenkörner halb in der Erde stecken. Meine überlebenden Gefährten sind endlich aufgestanden; , sie stebn nur mühsam ausrecht auf dem eingestürzten Boden. , eingeschlossen in ihren schmutzigen Kleidern, in ihren, enaen, � seltsamen Kotsärgen, und sie ragen in ungeheuerlicher Ein- i fachheit aus der Erde, die so tief ist wie die Unwissenheit: sie bewegen sich, schreien, starren den Himmel an und strecken � Anne und Fäuste gegen ihn. der den Tag nnd das Unwetter . ans die Erde schickt. Sie wehren sich gegen siegreiche Phan- ton-e w'e Evranos und Don Quichottes, die sie noch immer sind. Man sieht, wie sich ikre Schatten aus dem großen, trau- r'gen. c>!änzenden Boden bewegen und wie si» du' fable, sierr? Fläche der alten Gräber wieder spiegelt, die alten, bleicken Gräben, in denen einzig die unendliche Leere wohnt, mitten in der Polarwüste mit ihrem dunstigen Horizont. Aber die Augdn sind ihnen aufgegangen. Sie verstebn allmählich die aren?enlose Einkochheit der Dinge. Und die Wahrheit weckt in ibnen ein hoffnungsvolles Morgenrot und richtet Kraft und Mut wieder frisch auf. — Jetzt haben wir gemia über die andern gesprochen, besiebst einer von ihnen. Lassen wir die andern jetzt!... Wir! Wir alle!... Die Verständiauna der Demokratien, d'e Verständiming der Massen, das Anterstehn da? Weltwolkes. der Gsanbe an seine brutale Einfachheit. Alles andere, alles andere in der Gegenwart und der Ziikunft ist vollständig gleichgültig. Und ein Soldat wagte es. diesen Satz hinzuzufügen, den er dennoch mit fast leiser Stimme begann: — Wmn dieser Krieg den Fortschritt um eine Stufe weiter gebracht bat, so wird sein Unglück und wird seine Schlächterei wenig zu bedettien haben. Und wäbrend wir uns aufmachen, die andern einzuholen itnd den Kripo wieder anl? n»ne aiihiinebmrn. spaltet sick der schwarze Malkenbimmel leise über unsern Häuptern. Zwischen zwei finstren Wolkenmassen dringt ein ruhiges Licht: dieser Licktstreifen aber, so dünn er auch ist, so trauerschwer und so armselig, daß er nachdenklich erscheint, verkündet uns, daß eS dennoch eine Sonne gibt. Dezember 1315. Ppluudert halten, weil die Negierung nicht rechtzeitig eingegriffen .labe. Ter Mann will S. P. D. oder Teuischdcmokraten wählen, worauf der Irre sagt:»Komm rein!" Tie Leute, die uns den Haß der ganzen Welt eingebracht haben. erfrechen sich jetzt eine solche Beschimpfung der Grosi-Berliner. Tiefe aber werden am Sonntag nicht mit„Komm rein!", fondern mit einem nachdrücllichen«RauZ!" antworten. ffcnic dcutschnationale Bcamtcnkandidatnr. In wiederholten Preffcnotizcn verschiedener Tageszeitungen hat die Deutschnaticnale Volkspartci als ihren Kandidaicn für den Wahlkreis Tellow-LeeSkow-Charlotienburg für die Besetzung der 7. Stelle„e'ne vom Vcrtand der dcutscben NcichS-Vos!» und Tele- graphengehilfen zu ernennende Persönlichkeit" bezeichnet. Da ein verband solchen Namens in Tcutscklland nicht besteht, konnte da- mit nur der rund SM OlM'Mitglieder zählende Verband der Deut- ichcn ReichS-Post- und Telegraphcnbeamtinnen gemeint sein, der aber aus dem Vodcn'unbedingter politischer Neu- tralität sieht und für keine Par.ci Kandidaten namhaft ge- macht hat. Der genannte Verband bittet unS um die Bekanntgabe vieler Feststellung, da dahingehende dringende Bitten an die Teptschnationale Volkspartci um Nichtigstellung unlerücksichtigt blieben. Tie Gasspcrrstundeir treten mit den funstmen Einschränkungen h?ut?_ in Kraft, Sie haben kaum erträgliche Schäden im Gefolge,'so z. 93. können bis 28 Horte des Vereins„Mädcbcnhort" und viele andere der- trüge Heime fortan den vielen Pfleglingen. lauter Arbeiterkindern, die gute und nahrhafte Vcfpcrsuppc nicht niekr bereiten. Tie Kinder sind von 2— 7 Uhr da, die Bereitung der Suppe aber dauert 2— 3 Stunden. Während der AaSsperrstundcn werden auch verschiedene ärzt- liefe Operationen unterbleiben müssen, da die Instrumente durch 'ochendeS Wasser keimfrei gemacht werden müssen. » Tie Theaterleiter haben in erneuten Besprechungen mit der Kohlenstelle Grost-Berl'n daZ Zugeständnis gemacht, ihre Vor- stellungen derart zu beschränken, dast diese wochentags nur in der Zeit zwischen 7 und ll) Uhr stattfinden und SonniagS eme Nach- mittagsborjtcUung von höchstens drei Stunden abgehalten wird. Sie haben stcb•außerdem verpflichtet, den Verbrauch von Elcktrizi- tat ans 70 Proz. der für den Monat Tezembcr 1018 zulässigen Strommenge einzuschränken. Ebenso haben die Licht spiel- theater die ihnen für Vorstellungen täglich freigegebene Zeit von 6 bis 10 Uhr abends a:n Montag und Freitag auf 8 bis 10 Uhr beschränkt. Daraufhin bat die Koblensiellc Groß-Berlin sowohl für die Theater als auch die Lichtspieltheater unter Würdigung der durch den angeordneten Ruhelag den genannwn Betrieben und zahllosen Ang-stellten entstehenden großen wirtschaftlichen Schäden tägliche Vorstellungen pach obigen Vorschlägen bi- auf weiteres genehmigt._ Ein Merkblatt für die GaZvcrbraucher erscheint im Inseraten- teil dieses Blattes. Man schneide es auö und befestige eö an beut- sich sichlibarer Stelle. �lccksicbsr! Während noch bis Weihnachten die wöchentlichen Erkrankung?- ziffcrn zwischen 2 und 8 schwankten, wurden vom LS. bis 81. De- zembcr 1018 10. vom 1. bis 8. Januar 1010 20, vom 0. bis 15. Januar 93, vom 16. bis 22. Januar SS Erkrankungen festgestellt. Die Zahlen der Todesfälle an Flccksieber waren entsprechend 1, 4. 10 und 8. Erkrankungen und Todesfälle betrafen in der größten Mehrzähl der Fälle Soldaten, die nicht entlaust waren. Doch sind auch bereits Ueber tragungen dieser gefährlichen Kran'heit auf Zivilpersonen vorgekommen. Da da? Flecksieber nur durch Läuse übertragen wird, wird nochmals auf die Notwendig- keit einer gründlichen Entlausung hingewiesen. Bei der hohen Sterklichkeit. die das Flecksieber verursacht, ist jeder mit Lausen behaftete für seine Angehörigen und seine Umgebung eine große Gefahr. Achtung! �rbdte?- unö So!öKtenrÄte der S.|). D. Tonnabend nachmittag O Uhr: Versammlung im grc�en Jitzungssaale des Herrenhauses. Wohnnngsvcrband gegen Staatsregferung. Der WohnungZvcrband Groß-Berlin wendet sich gegen den ihm vom Landwirtschaftsminister Braun gemachten Vorwurf„eines an Verschleppung grenzenden Verfahrens". Der Verband schreit u. a.: In den Verbandskrcifen hat man alles andere als gerade diesen Vorwurf erwartet. Leider war die Leitung d.'S Wohnung?- Verbandes infolge der nur S4stündigen EinladnngSfrist verhindert. an dieser Sitzung teilzunehmen und diesen Vorwurf, als an die falsche Adresse gerichtet, zurückzuweisen. Tie Oeifentlichleü weiß. daß der Verband Groß-Berlin seit dem Jahre lOIS unablässig auf die Ber?i!stcllung billiger forsi- und domänenfiskalischer Lände- rcien für die Unterbringung der minderbemittelten Bevölkerung Groß-BerlinS in garten! e'chen Flachbaukolomen drängt und daß diese Forderung des Verbandes an die alte Negierung gerade die besondere Unterstützung der sozialdemokratischen Fraktionen des Verbandes gefunden bat. Man batte in Verbandskreisen er- wartet, daß die Forderung nach billigem StaatSlcmd von der Volksr-giervng restlos erfüllt tiwrden wurde. Dies: tboffnung ist leider bisher noch unerfüllt geblieben. Nach stellt sich der reine Bodenprcis für eine 400 Ouod'atm-'ter aroße Baustelle einschließlich der Zinsen auf rund 1500 M. Das ist für die minder- bemittelte Bevölkerung um das Doppelte zu hoch. Der Staats- beirat für Städtebau und Wohnungswesen bat ebemalls die Preis- fordcrnng-n des Fiskus als wesentlich zu koch bezeichnet und an die StaatZreg'ernng das Ersuchen um wesentliche Verbilligimg ge- richtet. Hält wlßj die Staatsregierimg an den hohen Boden- preüen fest, so würde das die Ausschließung der minderbemittelten Kreise von der Siedlunaeaktion bedeuten. Bach dem Siebeniäbrigen Kriege wurde für die Gründung mustergültiger Kleinhauskolonien in der Umgebung Berlin? StaatSland in reichem Maße nnentgKt- lich zur Verfügung gestellt. Der Verband hofft, daß auch' jetzt die brach licgendm Ländereien für die Besiedlung im Kleinhans mit Garten für Krieger und Kriegsbeschädigte zu ganz'niedrigem Br.-z oder ErbbaveinS bereitgestellt werden. Im Fall des Scheiterns der S'edlungZaktion würden die Ländereien auf viele Jahr-ehnw hinaus weiter ertrogloS'i-gen bleiben. Nicht den Wahmmazverbaud trifft daber der Vorwurf, wenn die SiedlunaSoktion b'Sher nickt bat in Gang- kommen können sondern die SwatS-egwrung. welche!bre zu hoben Preissmderun-on für die für das Groß-Berlmcr Wohnungswesen zunächst in Betracht kommenden F I achhaulän dercien in de: nahen Verkehrszone bisher nicht hat ermäßigen wollen. Schule und Lehrer im VolkSftäat. In einer von der Vereinigung iozialdemokrati- scher Lebrer und Lehrerinnen Groß-Berlins ein- berufenen öffenilichen Veriammlnng. die gestern im Lehrer- vereiii'bans ingie. stnoch der fii'ibere NeickstagSnbgeordneie Genosse Heinrich Schulz über.Die V o l t s i ch n ll c h r e r und die Sozialdemokratie". Nach einem Olückblick auf die Geschickte der deutschen Bolks'chule und de? denischen Lebr-rstandes. die beide vom Liberalismus Vergeblich die Befreiung ans der Mach« des Junkertums erwartet haben, zeigte der Redner, daß nur die Arbeiterklasse und die für sie eintretende Sozial- demolratie er» wirtliches Jnlereiie an der allge- meinen Hebung der BollSvildung haben können. Gerade die Durchführung des Sozialismus mache auch euie tiefgreifende Reform des Schulwesens nötig, die der Schale und dem Lehrer erst die ihnen gebühiende Siellung verschaffen werde. In der Diskussion sprach auch Gemeindeschullehrer Oskar Hüdner, den die sozialdemokratische Parte» auf ihre KandidoteiUme für die Wahlen zur preußischen N n t i o n a l v e r s a in m l'u n g gesetzt Hai. Er zerslieutc die Veimgnis, daß die Lehrer und überhaupt die Beamten in der•ozialistikchen Republil für ihre Existenz z» fürchten hätten. Solche Graulichmachcrei sei wciltr iiichls als ein W a h l in a n ö V e r, aus das ein Verständiger nicht hinein- fallen werde.« „Auskömmlicher" Lohn! Immer noch gehen uns Klagen von Personen zu, die für ihre Arbeit so schlecht entlohnt werden, daß ihr Einkommen hinter de in Betrag der Erwerbslosenunterstützung zu- rückbleivt. Ein Bankbeamter, der als Kriegsbeschädigter erst vor kurzem aus dem Lazarett entlassen wurde, bewarb sich bei der Spartasse von Schöneberg um eine Stelle. Dem verheirateten Mann bot dcr leitende Beamte, der mit ihm verhandelte, für Aus- f ßu unsere Inserenten! f |i Infolge Ser ftänSig steigenüsn fiuflage öes|j A �vorwärts" und üer hohen Druckpresse sind U M Wir gezwungen, öen Teuerungezuschlsg auf sI i'ä Mzeigen vom 1. Februar 1919 ab auf 70°/° M W Zu erhöhen. If vortvörts-VerZag H. m. b. tz. W �!!IIl"!!liI!t!!!lliI>WIlt!tiIiIl"llItW,B�"">>IlIIMII!l�� �i!ltliltl!ll��ll!!!j!!i!liill>!llllziii>lll>!!!l!j>zj,!iil>lll>i>�- hilfsbschäftigung aus unbestimmte Dauer ein Monatsgehalt von 200 lzweihundertj Mark. Auf die Frage, wie hiervon die Familie ernährt werden solle, wurde geantwortet: Die Sparkasse gibt nicht mehr. Ter Arbeitsuchende wies darauf hin, daß er mit Erwerbs- loscnunterstützung, die ihm im Monat bei 23 Werktagen zu je 0,50 M. ein Einkommen von 247 M. brächte, sehr viel besser weg- käme. Ihm wurde erklärt, daS se'i gleichgültig, bei Ablehnung dieser Beschäftigung würde man wohl die Unterstützung entziehen. Zu Pergleichungen fordern solche»nd ähnliche Gehälter besonders dann heraus, wenn es sich um Angestellte handelt, die in der Erwerbs- loscnsürsorge' seluer tätig sind. Mit welcher„Freudigkeit" wird dort ein Bureauhilssar'oeiter seine Pflicht tun, wenn er täglich Betrach- tungcn darüber anstellen kann, daß er als Arbeitsloser— sich„verbessern" würde!_ „Extrablatt" nennt sich ein Schwindelunternehmen, daZ allabendlich die hanebüchensten Tel grammr erfindet.„Rückkehr de» Kaisers",„Bolschewiki im Anmarsch auf Berlin" sind einige Proben. Woher die Gesellschaft das rare Papier hat, wissen wir nicht, aber wir warnen Neugierige!_ Ter StnntSuiinistcr für dnS Wohnungswesen für erweiterte» Mieterschutz. Der Mieterbund Groß-Berlin hat die Beschwerden und Wünsche der Micterschaft dem Staatskommissar für das Wohnungswesen Geh. Regierunvsrat Scheidt persönlich vo getragen und dabei inZ- besondere auf die wachsende Beunruhigung der Mieter durch die erheblichen Mietsteigerungen, namentlich auch bei Neuver- m i e t u n g e n, hingewiesen. Der Bund vockangte Ausdehnung des Misterschutzes aus,neu abgeschlossene Verträge, um dem will- kürlichen Hinaufschrauben der Mietzinse vorzubeugen. Der Staats- kommissar sagte die Unterstützung dieser Best ebungen beim Reichs- justizamt zu. und erklärte ferner, daß auch Untermieter lMierer von möblierten Zimmern usw.) unzweifelhaft den Schutz der Verordnung genießen. Nötigenfalls werde eine entsprechende Verfügung an die Einigung�ämter ergehen müssen. Die Erklärung sämtlicher Gemeinden Groß-Verlins zu Notstandsbezirken mit er- höhtem Scknih werde erfolgen, sobald die Gemeinden dies beantrag- ten. Der Staatskommissar erklärte ferner, daß er Gegner der M i e t? a s e r n e sei und daß sckon in den nach st en Wochen Gesetzentwürfe veröffentlicht werden würden, welche positive Mahnahmen auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge e inleiten sollen._ Gewerkschafksmitglirder! Die Direktion des„Palasttheatcr" hat nns Einlaßkarten zum Vorzugspreise von 2 M. für Plätze, die sonst 4— 8 M. kosten, für Sonntag, den 23.. Dienstag, den 2 8., Donnerstag, den 3 0. Januar zur Verfügung gestellt. Tie Einlaßkarten können von feute ab in unterem Bureau, Tngel-Ufer 15, 1 Treppe, Zimmer 22 vormittags von 0— 12 Uhr vachnntiags 4—6 Uhr, in Empfang genommen werden. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlin und Umgegend I. V.: G. Link. Eine Berslimmlnng der Pslizeibeamten Grvß-BerltnS»er. rnswltel non der Verein gimg lozmidemol, allscher Pollzeibeamten lvroft- Berlins, bildet teilte abend 6 ir r im.Nbelngow". Einnana Polsdamin- 5 trabe, ball. Svema:„Tie Wichlipleu des Nns'ällS der Preutzenwahl am 2K. Fanuar iür dle Znlun't dei Palizeibeanilen". Nedner: Lehrer Wirbancr, Ä>iminalwm»i fsar Lebi erdt.— Fieie>!luö!prache.— Polizei- und Feuerwehrbcainte ericheint rnii Ein en Frauen in Massen! Zkvci IicherheitAsoldatcu von Einbrecher« erfchofsc». Eine schwere Blultat verübten unbekannt? Einbrecher gestern morgen 7 Uhr in KönigSwustcrbausen. Tie Funker Ahls und Hall- stein voN der Garde-Nachrickterabteilung in Berlin-Treptow waren zum Sicherheitsdienst nach Wildau befohlen. Sie überwachten dort auch den Bahnhof. Hier sielen ihnen drei Männer auf, die mit Paketen beladen den Frühzug nach Berlin besteigen wollien. Sie hielten.sie an, und es ergab sich, daß sie Einbrecher, die von den Schwartzkopssiecrken kamen, gesaßt hallen. AheS und Hallstein nahmen die Drei fest und brachten sie mit dem Zuge nach Königs- Wusterhausen, um sie dort der Polizeibehörde zu übergeben. Auf dem Wege vom Bahnhof nach der Stadt fiel/ti die Einbrecher plötzlich über die beiden Sicherheitsbeamten her. entrissen dem einen den Karabiner und schössen, wahrscheinlich auch noch mit Pistolen, die sie versteckt gehalten hatten, beide nieder. De: eine brach sofort tot zusammen. Ter anoere gab noch Lebenszeichen von sich, als auf die Schüsse hin Leute herbeigeeilt kamen und die Soldaten in ihrem Blute liegend fanden. Die Terbreche: waren unterdessen entflohen und spurlos verschwunden. Man brachte den Schwerver- wundeten noch Königswusterhausen ins Krankenhaus. Hier starb er schon nach einer Pierlelstunde. Tie pslichttreuen Männer, die jetzt Opfer ihres Dienstes geworden sind, standen beide längere Zeit im Felde. Ter eine hatte an der Froni schon einmal einen Kopischuß erhalten und lange im Lazarett gelegen Jetzt brachte ihm ein Kopfschuß den Tod. Beide sollten übermorgen in die Heimat entlassen' werden. Man vermutet, daß die unbekannten Täter Berliner Einbrecher sind. „Bestellt"— daher erschossen. In der Nacht zum 12. Dezember wurde vor dem Hause Kant» sicaße 162 in Charlotienburg der Troschtenbesitzer Ernst Kttzerow von einem Gast des Lokals„Schwarzer Kater" erschossen, den er sich weigerte zu fahren, weil er bereits für eine andere Fahrt be- stellt war. Ter Portier Busie, der den Streit schlichten wollte, wurde schwer verletzt. Ten Folgen seiner Verwundungen ist er jetzt im Krankenhause erlegen. Ter Doppelmörüer, ein etwa 25 jähriger„Willy", ist noch nicht dingfest gemacht. Sän-ktlche Arteitcr-Samaritcr und-Tamariterinncn werden hier- durcki dringend er'uckl, im Jnteresie der Kolonne, zur Beerdigung der Revolntionsopfer am Sonnabeiid, den 25. Januar, morgens pünktlich 9 Ubr. im Verein Sloiol, Melchior- st r a ß e 15. mit Tauche und Aimbinde zur Einteilung zu er- scheinen— Jede Armbinde muß den Behörden sowie den Korps- rationen gegenüber gestempelt sein. Alle Armbinden ohne Stempel sind ungültig und abzuliefern. Tie Technikerversammlung vom 12 d. M. wird heute, Sonn- abend. 7 Uhr. im Gymnasium, Kochstr. 66, fortgesetzt. Als weitere Paridvertreter sprechen Petersen(U. S. P.) und Pros. Gerlach (Chr. Vp.). Di? sozialistische Studentenpartei hörte am Donnerstagabend in der Philharmonie einen Vortrag des Genossen H a i n i ch, der eingehend die Ziele und Taktik der Sozialdemokratie erörterte. Ter Vorsitzende Dr. Reichenbach sprach sodann noch einige Worte über die Stellungnahme der sozialistischen Studentenpar:et zur Sozialdemokratie, deren Zweck und Ziel und Einteilung ihre? Programms. Ihre etste Aufgabe ist Verbreitung des sozialen Gedankens unter die Akademiker. Ein Siebentel der Studenten sind Nichtsozialisten. Unter dem neuen System muß auch dem Unbemittelten Gelegenheit geboten werden, studieren �u können. In der Diskussion, welche sehr rege Beteiligung fand, sprachen u. a. der Kommilitone K a r r i g s r, Anhänger der Kommunistischen Studentenpartei Leipzjig; er sagte, daß sie die Kommunisti'che Partei, sich lediglich apf die Arbeiterfäuste stütze und sie auch- ur den geistigen Kamps um die Existenz»ollen. Er stellte strikte in Abrede, daß sie den Kampf mit der Waffe angefangen haben, und behauptete, daß sie von den Regierungstruppen angegriffen worden seien(I). Es kam hierbei zu erregten Meinungsverschiedenheiten und einer allgemeinen Unruhe. Ferner sprach noch ein Münchener Kommilitone. Sodann erhielt der Referent das Schlußwort, der auf die Ausführungen der Diskussionsredner einging. Trotz der bekanntgegebenen Einschränkungen findet das 12. Konzert des Verbandes der Freien Volks- bühncn, bei dem die Kainmermnsikvereinigung dcr Kapelle des Opernhauses und der Madrigalchor des Akademischen Instituts für Kirchenmusik mitwirken, Sonntag, den 26. Januar, mittags 12 Uhr, im Theater am Bülowplatz st a t t. Die Lichtspiele Nene Phi' barm»nie. Tövenicker Str. 90/07. bringen vom 24. Fanuar ob das große Fitmwerk»Treue" oder„Ociiie 31o'e ohne Dornen, leine Ehe o! n« Leib*. An.chlietzend daran wird„Tie Stunde der Vergeltung* ausgeskthrt. Pbonetische Abteilung kür Tchtvcrbörige. Fn der Universstäls- Obrenllinit der Cäaritö beginnen Lehrgänge Illr Erlaubte und ltarl Schwer- hörige im Mieheii teS Gesprochenen und zu Erballung der Stimme»nd Svrache unter lachärzliicher Leitung. Meldungen, auch von KriegSteil» nehmern. Montag, TienSIag, Donnersiag. Fietlag um 1V'/, Uhr in der Charils-Obreiillinik Luilenstr. 12 bei Pros. Dr. Flatau. Frrlwilligenanfuahme bei der 7. Batterie de« 3. G.-F.-A.-Rgi., Lichteijeide-West. Kommandantenitr.«3 und in Werd-r o. d. Havel, Deutsches Haus(Kriegslommando vom J.-R.»43, 34! u. 034). Eine Versammlung ehemaliger Kriegsgefangener findet Montag abend Punkt 7 Utn in den Rejidenz.Feiliälen, Landsberger Straße 31(am Alcxandeiptatz), statt. Berliner Lebensmittel. Käse. Bis Mittwoch in den Beznte» der 1S8. und 169. Bröl- koinmission 125 Gramm K ä i e.— Bis Miitwock in den Bezirken der 70., 83., 84., 192. und 212 Brstkominission'/, Dose A II r I'i b r o I a u i si r i ch sDän. Leberwurst).— Aus Abschnitt 55 werden 250 Gramm Knust» Honig abgegeben._ Groß-Oerlmer parteinachrichten« Qcffentliche Wiiiilerversammlung beute abend 7>/z U H r in der Aula der Gcmeindeschnle. Otiender Sir. 39. Tagesordnung:„Vor der Enljcheidung*. Nese- reut: Genosse Fny B r o l a t. 7. Abteilung. Eine öffentüche Wäblerveriammtnng findet heute In der Au.a TempethSser Ilser 2 statt. Nesererl: Dr. H o 1 1 a n d e r. Charlottenburg. Heute abend 5 Ubr, findet von sotgenden Lokalen F l u g b I a I o e r b r e i l» n q siait: Schellbach. Köni in-iZIiiadelhstr. 6; Tbimm. Knobeisdoisiitr. 44/45; Bade, K.iiferin-Aiigust.i-Allee 52; Lux, Hunerste. 30; Grochow. Helniholtzstr. 33; Krimin. Wmdicheidsw. js'; Siiiroc, Tauerttr. 18;«leim er. Wilmersöo.ser Suaße 21; Heule, Goethe. straste Ecke Schlülerstraße; Ztausch. Liehentuirge. Ecke Btetbl«uilraße Am Sonntag, voiniUtag« � Uvr. müssen sich lämlliche Genossen, toweit fie in den i» rupven nichi zur Wavlaibeit gemeldet sind, im Zentiatwahl. bureau. Sesenhe mer Straße 39. zur BeriiguiTg stecken Steglitz. Das Zenlralwahtbureau befindet fich am So, ntaz Schloß st raß« 00. Freiwillige Bablhelter, yauplsächtich S t, in m z e t t e I o e r t e i l e r, wo.en sich dort melden. Wtariendors-Tüdinde. Heute: Flu g b l a i l v e rbr e i t u n g. Tress. punll sur S ii d e n d c uni tt 11 h r nachanllags bei Schulz. Fi i, brich. u raste>0. am Badnvos Slldende. Für M ai ie n d ors um S Uhr nachmittags: l. Bezi, t bei K e n n e r, D o r i ii r. 2; 11. Bezirk bei S ch u- in a ch e r, K ö n, g il r. 4 0' tt. Bessrt bei Koch.(X d a u i i e e ii r. 1 S. Die Genossen, weiche an S. Sez rl bei der Wabiaibcit mi! iäiig sind, iressen sich am Sonntag, den 26. I a n« a r, jeüh td U h r, bei M e: l c r t, K u r s ü r st e n fi r. 24 Lichtenberg. Alle Parteimtigtleder finden fich Tonntagvoi mittag 8 llvr zur VahlbUse in folgenden Lokalen ein: Wichert. Ziomintei erstt.:»; Siöber. Jungiin-.9; Meyer. Luolischsw. 7; Landereil Lesfingftr. 3; Kucke, Lreneisstr. 14; SIcke. Ecke A.ölleudori- und cktitterguislraste. Lownil ol.Siieteisck enhouseii.Wrst. Zur Wavla:belt treffen fich alle Kenasjen und Glnossinnen Lonniag i.-üh 8 Ubr im Lokale von Barlo. Tie BezirlSieitung. Pankow. Heule abend 7 11!»: Wäbieroeisamm ung in der Tnr, balle der 5. Gemein'es i ule. Wollonkstr. 13l. Thema:„Tie tneustnche Rai ona!. oersamiu.u»g*. Aejeuni; der Kandidat ocs tikreises, Genosse M. Vieth. 2. DiSkussioii. gieireiiotd'r«ewetude. Am Sonntag vormittag 11 Uhr In der .Hostel kn che. Klosteislr. ILo,: Poilia,, des Heirn Tr. H e r m. H a j s e: „Liiiselis von Kette und Zaum*. Gäste willkommen, Arbeiter- 2 amarttc- bund. Kolonne Gros-Verkin. Montag, den 27. d.. abends ill, llvr; Aussei ort rultiche Lebri.nnde Melchiorsir. 15. Bor» ttag und Berbanosübungeu. w äste willkommen. Abieiinng L-chienberg, Sa an>i ebeisiiaste 60: Berbands. Übungen. Lebrstlindeii finden bis Ende ll.irz nur A.etchiorstiaste tb>:att. Armbinden werdennui doiiam�?. d. M. abgesiempelt. Lriefkasten üer �sSaktion. ?eder kdu den peiekkatien b-kitmmken Anfrage küge man einen Buchstaden und eine Nummer vet. Vriekiia-e AuSiunU wird niqi erietti. Eiliae A.:, kragen trage inu» i» ta Sarikntwen Sprea, stunde. Linienste. 3. 3. Hos link», i Trevven. 4 vis, 7, Eonnadend« 3 vis 6 Uhr naÄm.ttags vor. Lcdrikuuicke und Berlräae find milzudringen. H. B. 430. E,» Ziückcr!.a>iungeaiilprua> besteht leider nicht.— Zchiliiug Teiiirppor. 1 La. 2. Nein.— 31- j). Z. Wie haben nicht die Btögiichkeil. aui die Tiie.iion cinzuwiilen. Es bieibi nur übr-g. mit HII>e der Organi sali o,i die unseres Erachiens berechtigte Forde, ung duechzuietzen. — F. B. ItzvS 1., 2. u.?>. La. 3. An Isgeiichi. in deifen Bczi 1 der Be- Nagle wohn!. 4. La. Sötern sich beweisen tästl. daß dei E- weiber Kenntnis davon batte, daß der Schein Lvnen gebärt. 6 Staatsanwalt. — A.'L». Bis Lannur.— C. 25?. Ä5. La. toweit die zweijähiige Dienstzeit erisillt ist.—:H. B. 181. Soweit cifichllich, liegt Berzeibung vor, so dag die Scheidungsklage nnbegrsindet wäre.— Pri onnirr 110. äiichttn Sie eirie Beschwerde an das KriegSminislerüm».— L>. F. Nein.—. laiiffiii« y-L-Sj�aarasazEBB Opernhaus Mona Lisa. SchaaspielfeaKs Ein halber Held. Volksbühne Theater am Bü ownlatz. Direktion Ff-ipftrich Käyßler. 7Va L'hr: Maß für Meu. Direktion Max Reinhardl. Deutsches Theater, 7 Uhr Und cUi Llchf scheinet in der Finsternis. Sonntag 7 U.: Und das Licht scheinet in ocj* Finsternis. Kammerspselo. 7 Uhr: Michael Krarocr« Stt2V«: Frühlings Erwachen. 7 Uhr: Der Sohn. Kleines Schauspieiheus Fasanenstr. I, Po t. 5. 7 U.: Die Büchse der Pandora. Sonnt 2'/*: Pension Scr.öiicr, 7U.: Die Büchse der Pandora. Theater 2. d. Eonigo�lzerStraOe Dir.; C.Meinhard- R. bernauer 7Va Uhr; Musik. Sonntag nachm: Erdgeist. Sonntag abend: Musik. KomSdieshass an der Marsci allbrücke Tum 100. Malet N?. MenSsMMe. Sonnti:: fcselei. Eeriiaer Theater '/«S Uhr: Sterbe, die wieder feuchtes. Leasing-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 7'/z Uhr Der Schüpicr. So;ntag: Der K inig. Montag; Der Schöpfer. Deutsche» MLtinstlcr- TUe.nter. Al'abendl ch 7'/? Uhr: Nachtbelcuchtuns« Heule naenm. 4 Uhr; Die Reise ins Sch lara ffealand. Frianoa-Theater. Bhf.h'riedrictmr. Ztr.«27,2.5 1 Nachm. 3!/2 Uhr kl. Preise- Fiänsel miel Greis!. Tägl 8 U. Heute z. 151. Male: üar gvie Rui von Hermann Sudermann. Resideüs-Tiieater. &hf. Jannow'tzbr. Kgsi. 228 Tägl. 3. H ute z.»28. Male: Eugen Burg Der Lebensscliöler von Ludwig Fulda. Tii2al?r der FriedrlclisladL Eck« grtrhrrth. tt. Sün-.euittaS«. Nocditi 8650. Täglich V'.-j. Auw 107. Mali: Lrsi tolle Tage. Opecett« von-.vrlig. »,MBI|endcrf,Hcllniuth.üeorg. Cssmo-Theater. Zothrtng. Str. 37. 5äcil.8/4sut)t: Der crfolgceidjfte Schlcgcr 1 " iElE. Sortier eritttaifige Epejialitaien inb bet utfomUa'je Nüven. ilQ. B1,',; Fried- auf Brüen. Pialhaila-Theater. T' J Uhr: uguu der Starke. Eose-Tiieater. Va Uhr: Frau Holle. 7',, Uhr: O&s Drei müde rihaas. asttp. d. Friedr.-Wllh. Theat. ü Bruao Schenk e d. u rige< j dr.Varictd-Prosramm j.�onnt. Z'/z U. jed. Erw. |. i Küid frei! j T rg rk.a � l OU.g�Vf(. Theater für Sonnabend, oen 25. Januar. Central-Thenter uhr: Die-RoseißiiStaiiM Deutsrh�fti©peinhanft 7 uhr: Tienaad. F r I et! r.-WII h elmst.Th* 7Vz Uhr: Hajanerl. BasDreiffMerlhaus Z Teil. iüelnes Ti:8a!er. v-ö uhr: Tabuia rasa. Komische Oper 7,,,: Schwirzwaltiinäilel. Uhr Stg. 3'/( Schwarzwahimidet. V/. Uhr. LnHtMplolhaaH Die spanlselie fliege. Matropol-Theaie?. 7 uhr io Die Faselilngslee. Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. Ä«ne» Operettenhann Schiffhauerd ta, Norden 281. uhr: vie kEQsciie Sossüne. Ballett Charell, neue Tänze. Palast-Tb eater 3 Vi Uhr; Die PjccoieniinU pi, uhr: Der Schllier-Thent. Chnrl. 3 Uht: Weh' dem, der JCti. pi, uhr: Der ReisEliEüleiier. Thalln-TIicatcr PI, Uhr: Th. am XoUendorfpItit. 3 Uhr: Götz von Serlichlngcn. 7 uhr: Per Mapon. Theater de» TVcstca. i Uhr: AschenbrSdel. 7V, U. Die losöne Witwe. Wallncr-Tüjeater 7v.uhr: Geisha. Stg. 3V,: Oral Habenichts. fietropol Kabareil! Behrenstraße 84-56. Dir. Alex Braune. KünstL Leitung: Siegmund Platow, Das vorzügl. Januarprogramm mit Anni Wilkens-Schulhoff Horwitz-Spiro:: Karl Slohr Rob.Nesemann, ElliGläßner, Otto Röhr I ■ Gyigyi» Konzerte.= Vorzügliche Küche und detränke. e1!. Ohr| Schillursaal(Schhlertlieater Charlottenburß), Hing. Bismarckstr. 110, Untergrundbahnh. Knie. Heute Sonnab., 25. Jan., bis Sonntag, 2. febr� lägl.8Uhr Marcel! Salzer Heitere Abende. 11/15 Karten: Werlheim, Schillertheaterkasse u. Abendkasse. Vsnieiüiisles IsüZ-eiZbüzzWöii! S-Mtr-7anz-?es Vorfiitiruiig mcnJeTiier Tsnze Kapelle pallschulc BestgepNegte Weine Vorzügliche Küche Äatloüai-Theater. ?'/, Frinzentiebe. Bissels Tgl. 7'/» Sonnt. 8Vi u.?>/, 2 Rolands 2 Handaiandskünsiler. Etotisciier Dressurakl, vorgeführi von SSÄHI3 lUECRüRi iowie die übr. Nummern Zum Schluß: Die bereits über 125 mal unter groß. Beifall aufgel Pantoin1.MkZM" m. d. groß. Wasser tflcktc Die nes. SlnrzWeilen. Tanz der Elfen auf den Wasserrosen. nllnies Tliealer »in Nolkadonpiau. ! OOlowstr.b. LQtzow 2333. Das neue Januar- Proeraaim. Erstklassige 3 3 jz iaSitäten, DiiekttSiegben Goldschmidl Verlängert! Berlins Tagesgespräch 'A Der T Todessprung. Um Krone u. Peitsche. Gim Serssation I In Ihre Fllra I usstellungs- lialle„ZOO' Jlcsstetiang ollkommen eingerichtet. Kleiner Familien- und Wohnhäuser. Eintritt 1 Mark. Reislisiiiea-flieaief. Allabendlich 7V, Uhr d d Sonntag naerm. 3 Uhr: Stetllner Sänger. /Nachm ermäß'gte Preise! UMÄJ A» V iSinn Di» niebti �ghciNiv jcbrzib« et dl* Ünferhaltunjs-Restaurant Wien— Berlin %IägersfraSe 63a. Ernst Walter X Vüitor Ritter X Willi Lilie :::: Georg Nenmüller X Cl. 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Seine hervor- rügenden Charaktereigenschaften, sein gewinnendes, offene« Wesen machen uns den Verlust doppelt sehmer»! ich. 081 b Wir werden dem leider so früh Entschlafenen ein treues Gedanken bewahren. Betrieb. leitung und Werkmeister der Deatgch. Telcphonwerke, Berlin SO 33 öemicher ilfctsllarbdttMlerband 1 Äctreltungsstell« Verlin. De» Aalligen zur itath. richt,»sß unser Kollej ' Hiassl 121/13 der S stattet. 183a U°v idflin Bln-.Wilmersdorf, 1 IHaf. ALauI, Johannisberg erst.5 Freiwmige ftw Grenzschutz Oft gesucht Es werden noch FrelwÄize Ol« �fiscrdcpsteger füi stttcnd'rniur und Vreviantamt�eingestcllt. �Meldung fierg� Bezirk Potsbenn,'" F-ld- BIum- nnter Borlage der MUltärpapicre. 'Neben stiier Berpfiegung. Bekleidung und U Itter kunst »Verden monatlich ZV llst. Lohnung, M-50 Zll. Treuprämie und 150 Öl. Zulage gewährt. 931® AUMdKlm 1. EmSe-üesklseZivisig». Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5 bildet»in Mmn-Miiiaii Tum Schutz der ReichSgrcnze und zur Äufrechtcrhaltung von Ruhe u. Ordnung. ®ic b« de» übrigen frelwiMgen For- 4>t.V,!tL»UMli« Motionen(mobile Löhnnng. ö Mark täg. Uch» Zutage. 14tägig» kilndigtingsfrist usw.) SwWe MliM. MM III NM! Eile tut not! Wcrbe-Burean: Thiandan, Neue Kaserne, (ipofsbamcc Plast. Schmidt- u. auodelsdarssstroste) _______ Sladageblinde.__ 897®* fnf.-Kes. 120, 8. Komp., Ewald Schäfer sgs Tilleda, Kreis Sanprshansen. Ist«alt«. Juli 1918 vermlilt. Kameraden, HI» genaue Auslunsl über seinen Derdleld geben ldennm, werben gebeten, sich zu melden. Unkosten vergütet ?»ul SthHiar, Landwirt. TUled«., 112A* Kandwerker stellt ein die Sisenbahnabteüung der Bardö-Eavallefle-Schiltzsu-DMsIvu besonders 191/1 ZimmarSeuie� Schiosser, Schmiede, Ohe�bauarbeiter. Mobile Löhnung, 5 M. Tageszulage, Unterkunft, Berpfi. Meldungen: fciieppi'M. krei«l1lW-Ieiiti'a!e. Militärpapiere mitbringen. Sozsasdemokrnttslkik Pariel DeuischlattdS. Sonnabend, den röS. Januar, abends 7 Uhr finden folgende Mahlerners ammwngen statt: � 208/3 Sophien-Lyzeum, Berlin C, Weinmeisterstrahe 16/17 Aula der Schule„ N, Wiesenstrasze 66 »»„„ N, Tanziger Strafte 23 ff ff„„ SW, Teinpelhofer Ufer 2 ff„„ W, Winterfeldtstrafte 16 Gemeinde-Turnhalle in Adlershof Bürgerhof in Kleiu-Glienicke Gemeinde-s�esthalle in Lankwitz, Tillgestrafte Goethe-Schule, Wilmersdorf, Münsterstr., Ecke Westfäl. Sir. Wer schützt unseren vergewaltigten Osten? Wer schützt uns vor Bolschewismus und Terror? Wer sichert die Nationalversammlung? Wer steht hinter der Regierung? 9370 Das ist das Thema: Preußens Erneuerung. Redner: Urtnlrinunn. Reektnann-. vr. Hulpert, Raß. Dr. Holz.. Dr. iBaae. Katacnstcin, I,üdcmann, Mann, Ramcher. Roßniann. i 1 illmDMAüöliiUsUsl (Gemeinsames Abzeichen: silberner Eichenkranz am Kragen). Eile tut not! Meldet Euch im Werbebureau, Viktoria- Luise-Platz 4. parterre. Mobile Löhnung für alle Dienstgrade, 5 M. tägliche Zulage. SoiiaMtgt. M DMMs 7. Abteilung Wahlbezirk 100-104. 111-122. 205/14 Okffk>ll.Wi>hlkritrsli««l»z heute, Sonnabend, den 25. Januar 1919, abends 7 Uhr pünktlich, l/M-' Anl a: Tcmpelliofcr Cter 8 VU In letzter Stunde! Referent: vr. Hollasdei-. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Abteilungslewmg. Hepte, Sonnabeud, 1 Uhr nachm.: sniie Sesmkeii'VWmwg im Ni»i»k»roIt- Branchcnversammlung der Werkzeugmacher sTchnittbauer, Lehreubancr, Vorrichtungsbaner, Schneidzcngmacher) imtZovorltsolKaktniiniilt, Engclufcr 15(Saals). Tagesordnung: 1 Stellungnahme zum tioNektivoertrag. 2. Iahresberid)t. Neuwahl der Agitationskommisston. 8. Branchenangelegenheiten. Mttgliodsbuch legitimiert! 1*g Die Wichiigkett der Tagesordnung erfordert das Trscheinen aller Kollegen._ Achtansr! Aohtnnff! M o n i a q. den 27. Januar 1919, nachm. 3 Uhr- AMMM, MinNßilMZgsMIIZ im Gezrcrkschaftnhant»(Saal 5). Tagesordnung wie in der Branchcnoersammlung. 125/14 ♦ Cic OciSDecroaltung. Achtung! -i- Werbeslelle S des vom 25.1. ah wieder Freiwillige zu den üblichen Bedingungen ein.— Ausweispapiere unbedingt er- forderlich.— Meldezeit im werbe»Bnrean ZtenkSlln, Schale, Lessingstraste 11, in der Zeit oon S— 5 Uhr. IMeiDen Epilepsie— Asthma Srünbl. Spezialbehandlung. 0»-. phll. Beerkeld, Tharlottenburg, Suarezllr. 52, nahe Sophie.Tharl.-Plal!. Spre-bstunden tägl. Uhr, Sonnt 10-11 Uhr.[8/12* SÄiD m Zk!leirZeljjW Dentilanos Zweigverein Berlin nnd Bororte. Versamniluiig am 21. Zannar abends 8 Ahr Sngetnfer 15. Tagesordnung: Welche Forderungen unterbreiten wir den Arbeitgebern'# Diskussion. 290/19 Oer Borsten d. NB. Am 18. Februar Seueralversammluug in demselben Lokal MMiittWMMWM M SWWWWMrlUII. SeichSstsjohr ISIS. Elfte umU]? mitgaeöeioeijuiRflilüflg »m Montag, den 5. Aebrnar ISIS, abends Z'l, Ahr. im Kolontathein», Kleiststr. S, pari., nahe Unlergrundbahnhof Nollendorsplatz. Tagesordnung: 1. Bericht de, Borüande» über seine Tätigkeit 2 SaAungeänderung. 8. Neuwahl oon Vorstandsmitgliedern. 4. Verschiedenes. Berlin, den 22. Zannar 1919. 290/11 Oer Borstand. Freiwillige vor! Vom 25. Jan. bis 30. Jan. Meldung in Zehlendorf bei Berlin. WelgMeNkewlisseLWigeSglöslMtoMell! Militärpapiere mitbringe». Bedinstunst: Mobile Löbiiunst nach Dienststrad (mindestens 39,— M. monatlich), 5,— M. Tagcödelv, fteie Unierbt ingung und Ve-Pflegung und Bekleidung. II Mieilllllg ZreiMgev'canüesiügerkms. Wie Mieter beseitigt DrÄ.'sHaassalbei jed. Hautausschi., Flecht., I Hautjuck., bes.Heinschad., I Krampfadern der Frauen I u dergl. In Originaldosen I 4 25 750 erhältlich in der! „Elefan.cn-Apoiheke" j Berlin SW 1', Leipziger j «traSe 74(a. nönhot(pl)' UHraine- Vriefmarken, lose u. a. Briefen u. alle neuen Republiken kaust. Offerten U. 4 an dle Expedit. d.„Vorwärts"._ 0493)'* M-Mte Lynamos, werkzeng- mnschlnen kaufe höchstzahlend. Vermittler Provision. 7I0L' Ullll SCkitlt AI�anbctfS'lT Wehrfähige Männer! Stunde! Arbeiter! Erfüllt die dringende Pflicht der Stunde! 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Metbcltcllen: werbezentrale Eharloitenbnrg, Luisencafe am Cnifen- plah, gegeniibet bern Schloß(Unlrrgatubbahnttaticn iBilhflrnpIah), Berlin W, Tauenhienpatast, Berlin C, Safe Sauer unb Alexanberptoh 2<2ls«hinn« Berlin SW, BeHe-BOiance-BIatz 22(Botsbamec Bierhnllen), Berlin (rhansseestrabe 1(Aschinger) und Werber a./HavrI. Tyorstr. III. Freikorps Hülsen. Bekanntmachung. Verteilung von Kunsthonig. Semöß 8 5 bec Verordnung des Magistrats Berlin Übe» Lebensmittelkarten vom 18. Oktober 1910 wird für den Gemeinde. bezirk der Stadt Berlin bestimmt: I. Aus Abschnitt Nr. 95 bcr Groß-Berliner Lebensmittelkarte mit Aufdruck„Stadt Berlin" ist V» Pfunb Kunsthonig r' zugeben. n. a0. Da, Regiment findet im Grenzschng Ost Verwendung. Al» Freiwillige können sich melden: Ghemalig» Unter» Offiziere und Mannschaften der Fußartillerie, Fahrer der artilleri». Feldartillerle, Kavallerie oder vom Train. Befc schmiede, Sattler und andere Handwerker. Wegen Mangel an militärischen BcNeidungssiücken Mttbringen der Entlastung»- anzüge erwünscht. Alle sich Meldenden erhallen am Tag» ihres Eintreffen» beim Regiment mobile Gcbllhrnist- unb eine Grettzfchuhjulage von 5 Mark täglich. Meldung beim Regiment in Dramschliß bei Slogan. s920D MM. FiÄiMepiiI S. Die Preise für Kunsthonig betragen: 39 Pf. für" j Plb.J im Ausstich 80 � � 1* in fertigen Pfundpackungen. Der Bestellabschnitt Nr. 95 der Sroß-Berliner Lebensmittel- karte mit Ausdruck„Stadt Berlin" darf mir in demjenigen Geschäft, in dem der Verbraucher zum Zuckcrbezug in da» Kuiu,ett»erzelchuis eingetragen ist, gegen Abstempelung de» Empfangsabschnttt» abgeliesert werden, und zwar in der Zell «on Montag, den 27. Zanuar 1919 bis Mittwoch, de.t 29. Januar 1919 eiuschllestlich. Nachträgliche Anmeldungen find nicht zulässig. IV. Jeder Kleinhändler ist verpstichiet. sobald er die Ware zur Stelle hat. den Verlaufsbeginn durch Anschlag anzuzeigen. Der Käufer ist verpflichtet, bei der Entnahme des Kunsthonigs i Empfangsabschnitt vorzulegen: der Verkäufer Hai den Empiangs- abschnitt abzuschueibeu und an sich zu nehmen. V. Die Kleinhändler haben die von ihnen angenommenen Bestellabschnitte an den Großhändler, von dem sie den Kunst» ' onig beziehen, entweder durch Boten ober eingeschriebenen 3 tief obzultefecn unb zwar bis Freitag, den 3t. Januar 1919. Die Uebersendung durch gewöhnlichen Brief ist nnznlSsflg. Der Großhändler hat die Abschnllte sofort an die Zucker- Zuteilunas-Desellschast weiterzugeben; von dieser sind b:e Abschnitte bis zum Sonnabend, den 8. Februar 1919, der Zuckerversorguugsstelle einzureichen. Berit»», den 24. Januar 1919. Magistrat. Auckerverforgungsstelle. J.-Nr. 197. Zu. 19. Lr. Betaiann. DW" Achtung!'HM Jfiotorcnschlcsssr, Handwerker Jeder Art meldet Euch zum Eintritt in die Tliegerverbände der Regicrungstruppen.(183/6) 3fel«le»teJle; Potsdam, 4. Garde- Feldart.-Kaserne, Fliegerhcrean ichtung! f Heger! 5 Rork tügüolie Znlagr zur mobilen Löhnnns, freie Wohnang nnd Verpflegnng(ig?/?) erhält derjenige, welcher sich zum Eintritt in die FHegerverbände der Regierungstruppen meldet Bevorzugt werden Slotorcnsohlosser, Handwerker. Meldestelle: Potsdam, 4. Garde Feldart.-Kaserne, Fliegorhurean Verordnung über die Aufhebung deS AuSichank-HöchstpreiseS von Einfachbier. Auf Grund der§§ 12, 17 der Bekanntmachung des Bundes» der Stadt Berlin folgendes angeordnet: ß l. Die Berordnung de» Magistrats Berlin über den '§ 2. Diese Verordnung tritt mll dem Tage in Kraft. Berlin, den 14. Januar 1919. Magistrat. 3Jtt.UV18V*t WtrmaOL ( L luna de, Magistrats Berlin über den Höchst. preis oon Einfachbier vom 3. Oftober 1918 wird aufgehoben. der Derkündung NMM! Die Fernsprcchabteilung der Gruppe Lüttwiy braucht dringend ausgebildete Ferniprecher(Stationsdienst und Bau) sowie Feinmechaniker. Bedingungen: Verpflichtung für den Grenzschutz Ost: mobile Löhnung. 6 M. Zulage, freie Verpflegung. Unterbringung. Bekleidung. isa/itr j Meldestelle Joachim-Friedrich-Gymuasium. j Ter GlWellvMMklllkowmMelir. Der sozkaiöemotratlstKe Wahlsieg. Ebcrt über die künftige Regierung. Der Volksbeaustragte Eberl hat den Vertreter der.Köln!» scben Zeitung" zu einer Unterredung empfangen. Dieser bat ihn, sich über das Ergebnis der Nattonalvcrsaiu iniungsrvahlen auszusprechen. Gen. Eberl entwickelte seinen Standpunkt in nachstehen- den Äussührungcn: Das Ergebnis der Wahlen hat nachträglich unser Recht be- slötigt, im Namen des Volkes die Negier ung zu führen. Wir haben nickt die Wasentct, aber alle sozialdemokratischen Man- date und vor allem alle sozialdemokratischen Stimmen zusammen haben ergeben, dag cs unsere Partei ist, die am stärksten und breitesten im Volke eingewurzelt ist. Wir sind auch die einzigen, die eine gewaltige Zunahme an Anhängern zu verzeichnen haben. Alle anderen haben verloren, am unvermutetsten daZ Zentrum, dem das Frauenstimmrecht vielleicht den größten Zuwachs gebracht hat. Tie sogenannten nationalen Parteien haben nur kümmerliche Reste ihres Besitzstandes zu erhalten vermocht, für sie ist diese erste und wichtigste Wahl wirklich zum V o l k s g e r i ch t geworden. Wenn dne unnatürliche Listenverbindung, die ein Todfeind rein- lichcp Part igrundsätze ist, und nur dem Anschauungsmischmasch dient, nicht gewesen wäre, so hätten die mit der meisten Schuld am .lirieg Beladenen nicht einmal diese svärliche Mandatszahl erhalten. Die Demokraten haben verhältnismäßig gut abgeschnitten. Es muß sich nun allerdings erst zeigen, ob sie wi r k l i ch z u e i n e r neuen einheitlichen Partei geworden sind, die eine ge» meinsame Weltanschauung trägt. Sie enthalten doch zu viel Mitglieder der alten nationalliberalen Par- t e i üenen eine Sinncswandlung ins Demokratisch Republikanische nicht ohne weiteres zugetraut werden kann. Die unabhängige S o z i a l d e in o k r a t i e ist das geblieben, was sie immer war, ein Grüppchen; ihr Anspruch ans völlige Gleichberechtigung mit uns wird durch daS Wahlergebnis in das richtige Licht gesetzt, daS uns achtmal s o stark zeigt wie sie, die mit der Deutschen Volkspcrrtei der Herren Stresemann und Rießer am schlechtesten abgeschnitten hat. 2' r Sozialdemokraten werden also in der Rationalversamm- lung die Pflicht haben, den Geist und die Handlungs- linie zu bestimmen. Roch reicht unsere Stärke nicht zur alleinigen Uebernahme der Regierung. Sie wird aber so groß sein, daß tatsächlich nichts geschehen kann, waS unseren Grundsätzen widerspricht. Das gilt auch für die neu zu bildende N e i ch S r e g i e r u n g. Die Partei, d°e darin die Sitze mit uns teilen soll, muß sich be- wüßt sein, daß ein Zusammenarbeiten nur möglich ist, wenn es nicht nur in demokratischem, sondern auch in s o z i a l i st i- schein Sinne erfolgt. Wir sehen in der Nationalversammlung und ihren Ergebnissen keine möglichst schleunige und gründliche Beendigung der Revolution, sondern eine Bekräftigung der revolutionären Errungenschaften. DaS muß auch der Grundsatz jeder Partei sein, mit der wir unS über eine gemeinsame Regierung st ätigkeit vereinbaren sollen. Von bürgerlicher Seiie ist manches geschehen, was den Verdacht be- gründet ei scheinen ließ, als sähen sie in der Nationalversammlung ei« Mittel zur RückwärtSrevidierung. Solche Be- ftribnngcn würden bei uns den heftigsten Widerstand finden. � Die Constituante kann eine ruhige Entwicklung nur dann ver- bürgen, wenn i'e ein neues Teutschland mit glücklicheren Verhält- nisten gerade für die bisbcr Enterbten schafft. Jeder Versuch, statt- dessen die alten Machtverhältnisse gerade auch in wirtschezftlicher Hinsicht wieder ausleben zu lassen, wäre das Signal für neuen Ilm stürz und damit für ein« Verewigung der verfahrenen Zustände, die unser Wirtschaftsleben je länger je mehr untergraben müssen. Der Fsntralrat für preßfreihekt. Eine notwendige Lkundgebung. Berlin, 24. Januar. Ter Zentral rat der sozialistischen Republik Teutschland(gez. Leinert, Cohen) erläßt an alle Ar- bester- und Soldatcnräte im Reich folgenden Aufruf: In d. Januar äußerte, Frankreich verfüge nicht über das genügende TrauSportmaterial, um die deutschen Gefangenen zurückzuführen. Sobald die alliier- tcn Kriegsgefangenen aus Teutschland abtransportiert seien, liege jedoch lein Grund mehr vor, den Rücktransport der schwerverletzten und kranken deutschen Gefangenen zu verhindern. Die Note stellt fest, daß die Rückführung der alliierten Gefangenen am l4. Januar beendet worden ist. ES sei daher unverständlich, warum die Frage t>cs Abtransportes dieser deutschen Gefangenen immer wieder hin- auSgeschobcn wird. Tie'Aufregung und Sorge um das Schicksal der KriegSgefange- neu sei in Deutschland gewaltig gewachsen. Die deutsche Re- gierung habe gleich großes Interesse für ihre Kriegsgefangenen wie die Entente. General 2! u- baut, der die Hauptpunkte der?!ote sofort dem Lberlommandv der?Illiierten zur Kenntnis zu geben verspricht, sagt eine Mittel- lung über die Stellungnahme der alliierten Delegationen zu dieser Frage umgehend zu. Für die kranken und schwerverletzten Ge- fangenen werde er eine günstige Lösung erwirken. Hinsichtlich der allgemeinen Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen halte er eS jedoch für besser, in Deutschland bekanntzugeben, daß diese Frage wohl kaum vor den Vorsrlcdensvcrhandlungen gelöst werden könne. Drocköorff-Rantzau über Gerechtigkeit irnö Völkerbund. Eine Erwiderung auf Clcmcnccau nnd Paincar�. Der Staatssekretär des Auswärtigen Graf Brockdorff» Rantzau empfing die anwesenden Berichterstatter ausländischer Z itungen und hielt eine ilnsprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Mein« erste Aufgabe an dieser Stelle wird eS sein, daran mit. zuwirkea, daß die Neuordnung der Welt, die aus dem größten aller Krieg« folgen wird, sich auf einen Fri.dcn de? Rechts aufbaut. Das ist der wahre Begriff ocs„Sieges der Gerechtigkeit". Ich will offen zu Ihnen sprechen. Ich habe nur widerwillig die letzten Reden der französischen Staatsmänner bei Eröffnung der FriedenSvorbesprcchungen zur Kenntnis ge- nommen. Es ist mir kaum möglich, zu fassen, wie die Herren Clemcnceau und P o i n e a r e von dem Siege de: Gerechtig- keit sprechen lönnen, nachdem Clemcnceau noch vor einigen Tagen bekannt hat, er sei ein Anhänger deS alten S h st e in s in der Politik, dieses alten Systems der Alllanccn und jenes frag- würdigen europäischen GleickpvttvichteS, das mehr als irgendeine Einzelperson die Schuld für das»n den letzten vier Jahren ver- gosscne Blut trägt. Gegen eine solche Sinnesart mit einer Sintflut von Papier zu arbeiten da» hat wahrlich keinen Zw.ck; aber wir sind fwade im Interesse der Gerechtigkeit dazu derpflichtct, stets wieder auf die wahren Verhältnisse in Deutschland hinzuweisen, damit uns die Geschichte nicht vorwerfen kann, wir hätten nicht genua für einen rechtlichen Abschluß der Feindseligkeit ui getan und hätten ver- säumt, gegenüber Forderungen, die sich als rücksichtslose Gewalt darstellen, auf den wahren Stand der Dinge mit Nach- druck hinzuweisen. Es scheint jedoch fast, als ob die Reden der französischen Staatsmänner mit besonder m Eifer versuchten, die Aufmerksamkeit der Welt von dieser zentralen Frage des?lugen- blicks abzulenken. Sie beschäftigen sich mit der Schuld am Kriege, von der sie wissen, daß sie tatsächlich alle gerecht denken- den Menschen interessieren muß. Sie sehen aber in diesem Pro- bkcm nur die Frage nach 1k> oder 20 Personen, die etwa persönlich an dem Unglück, das wir erlebt haben, besonders schuldig sein solrn. Sie müssen diese Frage so sehen, denn sie sind ja, wie Herr Cle- menccau sagte Anhänger de» alten Systems. Nur wer ein schiechtes Gewissen hat, kann sich denv Wunsche entziehen, da» Sein ige zu tun, damit die Frag« der Schuld am Kriege eine so allseitige Beleuchtung wie möglich erhält. Ich meine mit dem schlechten Gewiss n nicht etwa die Angst davor, daß Missetaten, die irgendwer irgendwo nnd irgendwann began- gen hat, anS Tageslicht kommen. Das schlechte Gewissen ist bei allen denen zur Stelle, die nicht recht wissen, wie sie sich zu diesen »nd jenen Lcbcnsäußerlingen des SvstemS vergangener Zeit zu stellen haben. Herr Poincare hat in seiner letzten Rede wieder die ganz« wohlbekannte Grenellietze gegen da» deutsche Volk losgelassen. Es liegt ihm nicht daran, die ösfen'kiche Meinung endlich zu nitgisteii. Moralische Sieae werden nicht durch Be- schimpfungen gewonnen. Moralische Siege gewinnt nur. Im sich selbst überwindet. Der moralische Sieg in der Politik müßte der gerechte Völkerbund sein, wo jedes Volk bereit ist, seine individuellen Wiünsck>e in Frieden und versöhnlicher Sinnesart mit den anderen zu besprechen. In diesen Völkerbund kann Deutschland nicht als ein Paria eintreten, Und ebensowenig kann es seinerseits diesem Völkerbund Vertrauen enigegen-brinaen, wenn man ei bei seinem Eintritt mit Verleumdungen und übler Nachnde empfängt. Auch hier liegt eine 2)«kenntnis. die ich den iranzösischen Staatsmännern wünschen muß, falls sie in der kom- mondcn Gesellschaft der Völker versuchen wollen, mit Autorität aufzutreten— wenn anders ihnen überhaupt an dieser Liga der Nationen gelegen ist. Liebknecht. Die„Freiheit" veröffentlicht einen angehlich ge- meinsamen Aufruf de? Wahiverein» der MehrheitSsozialistcn und der Unabhängigen Wilmersdorfs, der zur genicinsamen Beteiligung der Beerdigung Liebknechts ausfordert. Dem Vorsitzenden unseres WilmerSdorser Wahlver-uns. �Gen, N. D r e u e r, ist wi« er uns mitteilt, von einem solchen Aufruf nicht« bekannt. Tie Stellung- nahm« der S. P. D. ist durch den gestern abend von wns abae- druckien Ausruf— keine Arbeitsniederlegung, Entsendung von De- putationen— gekennzeichnet. 14 tlvo StandrcchtSurtrile der Volschewiki. Nach einer Meldung der„Moening Post" au» Stockholm, die einen Bericht der Petersburger„Prawda" wiedergibt, haben die russischen Sowjets im letzten Vierteljahre 1918 in 13 701 Fällen das standgcrichtliche Urteil vollstreckt. Die deutschen Dekegierten zur lnternationalen Gewerkschaft». konfcrcnz. AIS deutsch« Delegierte werden an der internationalen Getrerkschaftskonserenz in Bern teilnehmen: von der General- kommission der Gewerkschaften Karl Hübsch, Wilhelm Jan so« und Hermann K u b e. Ludwig Thoma— ZentrumSinann. Der„Simpkicissimus"- Thoma(Peter Sckilemihl), der einst in Ernst und Scherz die Politik des Zentrum? mit am schärfsten gegeißelt hat, ist jetzt selber Zen- trumsmann gewo.den. Die Redakteu e des„Simplizissimus" rücken in einer durchaus nicht launigen Erklärung weit von Tboma ab. Unvergessen sind noch die„Briefe eine» baverischcn Landtags- abgeordneten", des unsterblichen Josef Filser. in denen Thoma da? T eibrn der bayerischen Zeiitnlm.'grök-en z» deren Wut dem Ge- lachte: der gnn>en Welt preisgab. Run sind Thoma und Joses Filser Fraktionskollegen._ 2cfikc Nackrickten. Niefenstreik in England. TU. Amsterdam, 24. Januar. Wie aus London gemeldet wird. erwartet man dort Lloyd Eecrge dringend zurück, damit er mit den Führern der Gewerkschaften in Sachen des Streiks Unterhandlungen führen kann. Laut„Star" beträgt die Zahl der in der Berg. werksindustri« und in den Verkehrsbetrieben Strei. kenden 7S0 0(X). GWerkschLsisbeWEMg Banken und Kriexisteilnehmer. In einer st-irk besuchten Versammlung am Donnerstagabend gci��lte der Referent Marx scharf das unsoziale Verhalten der Banken, die den Kriegsteilnehmern zumuten, init einem tOOO bis 2000 M. geringeren Einkommen vorlieb zu nehmen, wie eS die da- heim gebliebenen Beamten beziehen. Besonders scharf ging der Referent init der Direktion der Diskonto-Gcscllschaft ins Gericht, die er als die Brutstätte der Reaktion im Baugewerbe bezeichnete, die Quelle, aus der das D.-Banken-Kartell stanrmt, und die neue Vereinbarung. Bankbeamte, die während des Krieges ihre Stellung gewechselt hob.n, nicht wieder einzustellen. Diesem sauberen Plan werde durch eine in den nächsten Tagen herauskommende Verord- mmg der Boden entzogen werden. Die Deutsche Bank scheute sich nicht. Kriegsteilnehmer mit Monatsgehältern unter 200 M. zu beschäftigen. Die Banken seien in der Lage, ihre Beamten aus- reichend zu besolden. Es sei unerhört, daß die Direktoren, die während des Krieges außer ihren großen Gehältern weitere unge- heure Gewinne gemacht hätten, den Kriegsteilnehmern als Dank für ihren Frontdienst Bettelbrocken zu bieten wagten. Eine Straßcnbahnschaffnerin verdiene heute mehr als das Gros der Bankbeamtenschaft. Mit diesen unwürdigen Zuständen müsse Schluß gemacht werden. Der Willkürherrschast der Bankdirektoren sei das Mitbestimmungsrecht der Bankbeamten in allen Fragen des Arbeitsverhältnisses gegenüber zu stellen. Nötigenfalls müßte zu den schärfsten Mitteln gegriffen werden, um der Beamtenschaft zu ihrem Rechte zu verhelfen. Nach einer ausgedehnten Debatte wurde einstimmig eine Re- soluticn angenommen, die gigen die Behandlung der Kriegst/il- nehmer und Internierten Protest erhebt, die Gleichstellung ihrer Bezüge mit denen der Richtcingezogcnen verlangt und den Allge- meinen Verband beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen unver- züglich in die Wege zu leiten. Rückzahlung der bei Kriegsausbruch gemachte« Gehaltsabzüge. Zu diesem kürzlich im„Vorwärts" behandelten Thema sind uns noch eine giößere Anzahl Einiendungen zugegangen. Einer der Ein- sender icbmbl uns: Es ist freudig zu begrüßen, daß dieses Thema von den Angestellten endlich einmal angeschnitten wird. Der kauf- männische Angestellte, der bisber als der zahmste aller Arbeitnehmer galt, bat sich ieinerzeil unter dem Drucke der Verhältnisse GebaltS- abzüge gefallen lassen müssen, die in keiner Weise berechtigt waren. Zum mindesten mußten die Geschätlsindaber aber nach Klärung der Siluaiion die Beschneidung des Gehalis rückgängig machen. Nur den wenigsten der Arbeitgeber hat dieses eingeleuchtet, im Gegenteil, sie haben die Lage meistens weiter ausgenutzt und die Gelegenheit begrüßt, um einen Teil des Personals ru entlassen. Schreiber dieses kann selbst ein krosieS Beispiel anführen. Er war in einem größeren Koufhauie vier Jabre tälig und bezog ein Gehalt von 30Ö M. pro Monat. Ansang August trat der Inhaber betr. Firma an ihn heran und erklärte, er könne vorläufig nur ein Gehalt von 150 M. pro Monat zahlen. Nach drei Monaten wurde dasselbe aist 175 M. festgesetzt und so suk,essive erhöhl bis zum Be- trage von 230 M. Hierzu ist zu bemerken, daß inzwischen zwei Jabre verstrichen waren und ich alsdann zum Heeresdienst ein- gezogen wurde. In gleichem Maße wurde bei dem übrigen Personal verfahren. Die Geichästsliidaber haben alle ohne Ausnahme viel verdient und sind deshalb in der Lage, heule die gekürzten Beträge restlos znrückzuzablen. Damit würde nur da? gute Recht der Angestellten gewadrt und großes Unrecht gut gemacht. In Bayern isirbe letzte AnSgabe des„Manufakturist") ist jetzt eine enl'prechende Gesetzesvorlage eingebracht worden, daß die Ge- schäftsiiihader die zurzeit gemachten Gebaltskürzungen restlos rück- vergüten müssen. Wenn Sie Ihren Einfluß geltend machen würden, daß auch in Preiißeii-Deuischland eine gleiche Vorlage eingebracht würde, tonnten Sie sich den Dank Tausender verdienen. Tie achtstündige Arbeitszeit im �riefeurgewerbe gilt für die Arbeiter dcS Gewerbes nach wie vor. Dies muß be- sonders betont werden im Hinblick ans die irreführende Notiz, die ein Lokalblatt am Dienstag brachte, unter Berufung auf Mit- leilnngen des Obermeisters einer der drei Berliner Friseur-Jnnungen. Die versteckte Drohniig. die Arbeitslosigkeit unter den Gebilfen würde noch weit größer werden, wenn diese sich gegen die Fort- setzong der stüoereii Arbeitszeit von 12 und 13 Stunden wehrten, ist lächerlich. Im Gegenteil, die Arbeitslosigkeit würde wesentlich verringert werden, wenn die größeren Geschäftsbetriebe den einzelne» Arbeiter nicht länger als acht Stunden beschäsiigteil und zur Durch- fübni-ig dicicr Arbeitszeit cinei, oder inedrrre Gehil'en einstellen niüß'en. Die Arbeitslosigkeil bestand bereits seil Wochen, ehe die Veurdming des DeinobitisieriingsainiÄ wirksam wnroe. Der selbständige Bmieb des Gewerbes ist allerdings an Werk« tagen keiner Einichräiikung unterworfen. Selbst wo die Geschäfts- inhabsr einen önlich-einheiilicheu Ladenschluß herbeiführen wollen, hindert st? der Mangel der G-werbeordnnng an einer gesetzlichen Unterlage. Um so schwieriger ist ein» systematische Kontrolle über die Durchführung de» Achtstundentags im Emzettalle. Das wird jedoch die Gehilsenorganisation nicht hindern, gegen alle diejeniven Geschäftsinhaber vorzugehen, die sich allzu ungeniert über die geltenden Bestimmungen hinwegsetzen, weil sie ihnen nicht in den Kram passen._ Die Einnehmer und Einnedmerinnen der Viktoria-Versicherung sehen sich gezwungen, heute in den Ausstand zu treten, da sich die Direktion trotz wiederholter Vorstellungen und mehr als vier- wöchiger Verhandlung weigert, die unter den heutigen Verhält- Nissen bescheidene Forderung von 300 M. bis höchstens 350 M. Mo- natSgehalt anzuerkennen. Dieses Verhalten der größten Versiche- rungsgesellschaft wird auch in nicht beteiligten Kreisen Befremden hervorrufen müssen, da der geforderte Betrag unter den gegenwär- tigen Lebensverhältnissen ein Existenzminimum darstellt, um so mehr als es sich hierbei fast ausschließlich um verheiratete Leute handelt. Die G'haltsbewegung der versicherungsangcstellten wird Sonntag vormittag lOs� Uhr in einer großen Versammlung im .Rheingold" behandelt._ parteinachrichten. Unabhängige Begriffsverwirrung. Der Ausfall der Wahlen zur Nationalversammlung wird im Lager der Unabhängigen ganz verschieden geweitet. Die..Leipziger Volkszeitung", in deren Spalten seit der Tragödie Luxemburg- Liebknecht eine besonder? blutrünstige Sprache geführt wird, scheint mit dem Gesamtrcsultat nicht zufrieden zu sein; sie verweist dar- auf, daß 185 sozialistischen Abgeordneten 209 bürgerliche Abgeord- nete gegenüberständen.„Die Scheidcmänner", so bemerkt das Blatt,„stehen also am Ziel. Sie haben durch die schleunige Ein- bernsung der Nationalversammlung die Aufklärung der dem So- zialismu» noch fernstehenden proletarischen Kreise verhindert, durch ihre B l u t h e tz e gegen die Epartakusanhänger haben sie außer- dem große Scharen der Lauen und Schwankenden in das Lager der bürgerlichen Parteien getrieben und schließlich den Beginn der Sozialisierung verhindert." Wir können eS uns versagen, gegen die Darlegungen des Leipziger Blattes zu polemisieren, um so mehr als Karl K a u t s k y in der Januarnummer der wissenschaftlichen Zeitschrift der U. S. P. D., der Wochenschrist„Sozialist", seinen Parteisteunden folgen- deS vorhält: „Unsere Partcipresse hat stets den Bolschewismus kri- tiklos gepriesen und uniere Genossen einseitig über ihn unterrichtet. Gegenüber dem Spartakusbund nahm man eine unentschiedene Haltung ein, einige unserer vornehm- sten Vertreter gingen Hand in Hand mit ihnen. Man hat es ihm überlassen, das Tischtuch zwischen uns zu zerschneiden, hat nicht die Energie gefunden, es selbst zu tun. Zur Ratio- nalversammlung hat man sich wohl bekannt, aber ibre Hinaus- schiebung zu einem fernen Termin, der fast ihrer praktischen AuS- schaltung nahekam, mit Leidenschaft gefordert, statt zu erkennen, daß in ihrer schleunigsten Einberufung das Heil lag. Und schließ- lich macfiicn gar unsere Vertreter auf dem Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte die unglaubliche Dummbeit— anders kann man es bei allem Streben, parlamentarisch zu bleiben, nicht nennen—, sich bei der Erwäblung dcS ZentralratcS auszuschließen, für den sie selbst die oberste Gewalt verlangt hatten." Besseres könnten auch wir auf die dummen Einwände der „Leipziger Volkszeitung" nickit erwidern. Daß unS übrigens das SpartakuStreiben hunderttausende Stimmen und vielleicht Dutzende Mandate gekostet hat, wird in weiten Kreisen als eine unumstöß- liche Tatsacke betrachtet. Noch nie ist der Gedanke des Sozialis- muS mebr diskreditiert worden als durch das ruchlose Treiben des Spektakelbundes und die geflissentliche Duldung und teilweise Unterstützung der Unabhängigen. Diejenige Schicht, die durch die Novemberrevolution den Glauben an die Macht deS Sozialismus erlangt hatte, wurde durch dieses wüste Treiben wieder gewaltsam in die bürgerlichen Reihen abgedrängt. DaL Berliner Unabhängigen-Organ„Die Freiheit" erblickt in dem Wablergebnis einen überaus verheißungsvollen Anfang für die Partei der'U. S. P. Es bedürfe nur organisatorischer und auf- klärender Arbeit, um die Arbeiterschaft überall für sie zu gewinnen. Daß auch diese Beurteilung des Wahlergebnisses nicht so ganz ein- wandsrei ist, beweist eine Würdigung des Wahlausfalls, die wir in unserem Elberfelder Parteiblart„Freie Presse" vorfinden. ES wird in derselben u. a. daS Wablrcsultat im Kreise Solingen erwähnt, wo die Unabhängigen bekanntlich in der„Bcrgischen Ar- beiterstimme" ein Blatt haben, das während der Zeit des Krieges eine beispiellose Hetze gegen die Scheidemänner getrieben hat. Unser Elberfelder Brudcrblatt sebreibt hierüber: „Aeußerst charakteristisch ist das Wahlresultat für Solingen. In dem früheren Kreise Scheidemanns, der„geistigen Zentrale" der unabhängigen Spartakisten, wurden im Stadtkreise abgegeben für die Liste Agnes 4648 Stimmen und für die Liste Obermeier fast da? Toppelte, nämlich 8646 Stimmen. Von den bürgerlichen Parteien erhielten die Liste Erkelenz 4744, die Liste GicSberts 2611 und der Linz-Baemeister-Mifchmasch 2954 Stimmen. Für den Landkreis Solingen entfielen auf die Liste Obermeier 18 622, auf die Liste Agnes 21 347. Zusammen mit dem Stadl» kreise haben also erhalten die Liste Obermeier 27 168 und die Liste Agnes 25 955. Unsere Liste hat also im Wahlkreise So- lingen eine Mehrheit von 1213 Stimmen gegenüber der unabhängi- gen erzielt. Vielleicht findet die„Freiheit" auch zu diesem Wahlausfall eine Erklärung._ Inöustrie und Kandel. Deutsche Fluststahlerzeugting im Kriege. Die deutsche Flußstahlerzeugung hat im Kriege«ine be. merkenswerte Höhe beibehalten. Nachdem sie im Jahre 1915 bovi ihrem höchsten stand von 18,9 Millionen Tonnen um rund 5,7 Mi! lionen auf 13,2 Millionen Tonnen, das sind 39 Proz., zurück gegangen war, ist sie in den Jahren 1916 und 1917 nur um etw-- 3)1 Millionen Tonnen geringer— 18 Proz. gewesen als zur Zci ihres Höchststandes im Jahre 1913. Besonders ist es der rheinisch westfälische Jndustricbezirk, der während des Krieges stark Leistungen vollbracht hat. Im Jahre 1917/18 hat er nur rund A Millionen Tonnen Stahl weniger erzeugt, als im Jahre 1913 Auch die übrigen ErzeugungSbezirke haben nur verhältnismäßig wenig von ihren FriedenSleistungcn eingebüßt. Schlesien hat so» gar im Jahre 1917 50 009 Tonnen mehr erzeugt als im Frieden. Soziales. Die Arbeitslosenftage. Wichtige Zweige unserer Volkswirtschaft, vor allem die Land Wirtschaft, und Teile des Kohlenbergbaues, leiden unter bedroh. lichem Mangel an Arbeitskräften. Dem deutscher Volke steht deswegen eine Not bevor, deren Größe und Dauer lei- der meiste nicht erkannt werden. Gleichzeitig drängen sich Arbeits- lose in täglich wachsender Zahl in den Städten zusammen, sesige- balten oder angelockt durch die bisherig« Handhabung der Erwerbs- losenuntersttitzung. Diese-r Zustand ist unerträglich: so zerbricht unsere Produktion, und die Finanzkraft von Reich, Staat und Gemeinde geht vollends verloren.>. In vier Punkten vornehmlich bedarf die Erwerbslosenfürsorge der Aenderung: 1. Die Verpflichtung des Erwerbslosen, erne Arbeit anz'.mehmen, die ihm nach seinen Körperk. ästen zuge- mute! werden kann, und für die angemessener ortsüblicher Lohn gewährt wird, muß endlich durchgesetzt werden. 2. Es ist kräftiger als bisher darauf hinzuwirken, daß Per- sonen, die während des Krieges zur Aufnahme von Arbeit in einen anderen Ort gebogen sind und dort jetzt keine Arbeit mehr finden, in ihren früheren Wohnort zurückkehren. 3. Die bislang bestehende Freiheit der Gemeinden, bei Bestimmung oer Unterstützungssätze muß eingeschränkt werden, weil diese Sätze verschiedentlich eine Höhe erreicht haben, die nicht mehr zu rechtfertigen ist und die Erwerbslosen von der Arbeit zurückbält. 4. Um verheirateten Erwerbslosen die Annahme von Arbeit außerhalb ihres Wohnortes zu ermöglichen, muß die Gemeinde die Befugnis erhalten, der zurückbleibenden Familie die Fa- milienzulchläge zur Unterstützung zu belassen. Eine Regelung der Erwerbslosenfürsorge nach diesen GesschtS- punkten ist erfolgt durch die Verordnung, betreffend Abänderung der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 13. Novemibe. 1918 lNeich.sgcsetzblatt 1305), die das Reiebsamt für wirtschaiiliche Tcmobilmachung am 15. Januar 1919 erlassen hat. Tie Reichs- regicrnng erbosst von der Befolgung dieser neuen Verordnung die im allgemeinen Interesse gebotene Besserung der Verhältnisse. Soziale Wirtschaft. Im Sozialwirt'chasllicheii Bei lag Zcljlcn- bort-Bcrlin e-ichien soeben die erste Rümmer einer ncucu alle 14 Tage ersweineiiden sozialistischen Zeil schritt„Soziale Wirt- schatr, Archiv für die Sozialisierung des gefamie» WirlschaftS- lcbcns", die durch Beitiäge namhaiier sozialistischer Geiebrter und Prakliker über die Arbeiten der Sozialisieriingstommiision und über die Foriichriite der sozialen Wirlichast in allen Ländern sorllausend berichien wird. AuS dem Jnbali der ersten Nummer heben wir be- sonders hervor den prograiiimaiii'chcn Aussatz deS Genossen Dr. H. F. Geiler über den„Weg der sozialen Wirlichan", eine Arbeii des Genossen Dr. Kahle über den„Werl deS Menschen als Wirt- 'choiisalil". Genosse Valiovano fordert in einem Aussatz„Dii Ohnmacht des Völkerbundes" die Schoffmig einer inlernaiionalei Weltbandelsver fasiung. Die Sozialisseinna der Landwirli'chast unt der SechSstlindeniag werden in wertvollen Beiirngen bebandeli