Ur. 50. lalftg« Morgen-Ansgabe. (lOPjfenntfl) �GO» fl, 27. Januar. IHvllandsch NieuwSburran.) AuS Paris wird ftemcldtt: Ter Öderste Rat war hrute, am 27. Ja. uuar, um Uhr zur Brratunft übrr das Schicksal drr deutschen Kolonien versammelt. Es wurde Einigkeit zwischen Frankreich und England darüber erzielt, daß dir Kolonien aus keinen Fall an Deutschland zurückgegeben werden dürsro, und zwar mit der Begründung, daß kein« U-Boot-Basis gcschasseu werden soll. Amerikas Ansicht ist noch unbekannt. Falls aber die Auifasiung der»ranzösischen und britischen Delegation von den anderen unterstützt wird, so würde Frankreich, wie etz heißt, Anspruch aufKowe- r u n erheben, während Belgien die Gebiete sür sich bean- sprucheo würde, welche seine Truppen erobert haben, und zwar wünscht es Tabora, das Gebiet aus dem westlichen Abhang des Victoria Ryasia und eine« Teil der westlichen Userzoue des K o u g o. Da das letztgenannte Gebiet Porta» aal gehört, s» würde Portugal Entschädigungsansprüche stellen. Man imch schon sagen: der Völkerbund fängt gut an! Der Beschluß der Westmächte, sich die deutsck?en Kolonien an- zueignen, ist au» einem Geist geboren, der dem von Wilson verkündeten schnurstracks zuwider läuft. Immer»»ehr scheint eS. alS ob es die Absicht der westmöchtlichen Imperialismen wäre, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten lediglich den musikalisch-deklamatorischen Teil der Veronstaltung zu überlassen, den geschäftlichen aber in eigene Entreprise zu nehmen. Die englische Regierung hat kürzlich ein Blaubuch er- scheinen lassen, in dem sie den Beweis zu führen versucht, daß die Deutschen nicht wert seien, �südwestafrika wicderzubekom uiey: woraus sich ohne weiteres der Schluß ergibt, daß die an diese-n Lande zu übende Kulturmission England zu über- lassen sei. Ein deutsches Weißbuch, das von der deutschen Re- gierung vorbereitet wird, gibt ruhig zu. daß in Südwestasrika „menschliche Unvollkomemnheiten" vorgekommen seien, weist aber ganz treffend daraus hin. daß dergleichen in englischen Kolonien auch nichts Ungewöhnliches sei. Uns Deutschen würde die ehrliefc Räuberpolitik:„Gib, damit ich Habel" immer noch besser gefallen als eine mit ethi- schen Redensarten verbrämte Politik der imperialistischen Bereicherung. Da Amerika dem Pakt noch nicht zugestimmt hat, wird sich ja bald herausstellen müssen, ob Amerika mehr kann als Reden halten!__ vie Preußenwahl. Stadtkreis ösrün. Bis 10 Uhr abends lag daS Wahlergebnis noch nicht voll- ständig vor. Es fehlen noch 32 Stimmbezirke. Bislang wurden S«zählt 957 915 gültige und 21C1 ungültige Stimmen. Für ie Demokratische Partei wurden 144353 Stimmen ab- geben, für die sozialdemokratische Mehrheit s- p a rt e i 332 786 Stimmen, für die Unabhängigen 267 750 Stimmt», sür die D e u t s ch n a t i o u o l e Volks- Partei 98 364 Stimmen, für die Christliche Volks- Partei 51 601 Stimmen und für die Deutsche Volks- Partei 51062 Stimmen. Nach drr vorläufigen Berechnung der Wahlbureaus wür- den auf die M e h r h e i t S s o z i a l d r m o k r a t e n 7 Sitze, auf die Unabhängigen 6, aus dte Demokraten 3, und aus de» Rechtsblock 5 Sitze entfallen» von denen Deutschnationale und Christliche Volkspartei je 2 und Deutsche Volkspartci 1 Sitz erhalten würden. Es ist jedoch angesichts der noch fehlenden Ergebnisse noch eine Verschiebung dergestalt möglich, daß den MehrheitSsozinlisten 3 Sitze und dem Rechtsblock nur 4 Sitze zufallen. Gewählt sind voraussichtlich: Hirsch. Gertrud Hanna, Lüde- mann, Brunner, Th. Fischer. Heller, Dr. Heincmann(S. P. D.s, A. Hoffmann, Leid, Dr. Kurt Rosenfeld. Dr. Oskar Cohn, Dr. Weyl, P. Hoffmann(U. S. P.): Prof. Dr. Troeltfch, Oskar Easicl, Prof. Preuß(Dem.); Dr. Kaufmann, Prof. Kloß(Deutschnatl.), Prof. Faßbender, Pfarrer Hanka(Ztr.). Geh. Rat Barnich(D. Vp.). Teltow-BeeSkow. S. P. D. 146 06«, U. E. P. 76 606, Dem. VSS2S. D.«pt. 39 424. Dnatl. 86 688, Christi. Ppt. 10186. ReukSlln. Amtliches Wahlresultat. S. P. D. 68 662(68246). U. S. P. 42 948(60 041), Dem. 16 963(19 218). Taat. 7975(8692). D.«p. 4474(3786). Christi. Vp. 4120(4396). Di« Ziffer» in Klam- mern beziehen sich auf die Wahlen vom vorigen Sonntag. Die Wahlbeteiligung betrug 77 Proz. gegen 86 Proz. am vorhergehenden Sonntag. Schm«r»rnb»rs. S. P. D. 1716, v. S. P. 518, Dem. 1334, ». vp. 1430, Dnat. 1376, Thr. vp. 190. Lankwitz. S. P. D. 2868. U. E. P. 161. De«. 12S4. D. vp. 11«. Dnat. 820, Chr. vp. 31«. Wannst«. S. P. D. S34. ll. E. P. Dnat. tL8, Thr. Vp. 7. Telt-w. S. P. D. 1202. U. S. P.188, Dem. Dnat. 180. Chr. Vp. 7. «-hnSdorf. S. P. D. 424, ll. S. P. 489. Dem. 27. D. vp. 180, Dnat. 46, Thr. Vp. IC. 119, Dem. 472 183, D. Vp. 107, Weitere Wahlresultate. «. Wahlkreis Frankknrt a. O. Bi» heute mittag wurden gezählt für die S. B. D 127 271, die Dnat. 61 429. die Dem. 49 82t, die D. Vp. 8929, die Christi. Vp. 3602 und sür die U. S. P. 1261 Stim- men. Die Wahloorschläge sämtlicher bürgerlicher Parteien find verbunden. Sozialdemokraten und Ilaabhängige find keine Listen- Verbindung eingegangen. ES fehlen noch die Resultate euS un» ge fähr 800 Stimm bezirken. 8. Wahlkreis. Echneidemvhl. vorläufiges Wahlresultat, v. D. 6831, die Dnat. 4252. die Thristl. vp. 2728, die Dem. 1017 und die D. Vp. 152 Stimmen. 12. Wahlkreis. Magbebarg. Dem. 147 606 Stimmen, 4 Sitze, D. vp. 20 930 Stimmen, keinen Sitz, Dnat. 61 148 Stimmen, 1 Sitz, Christi. Vp. 10 676 Stimmen, keinen Sitz,®. P. D. 365 205 Stirn» j men, 7 Sitze, U. S. P. 20320 Stimmen, keinen Sitz.(26 kleinere Bezirke, die das Ergebnis nicht ändern, stehen noch auS.) 14. Wahlkreis. Schleswig-Holstein und Fürstentum Lübeck. S. P. D. 333 651 Stimmen, 8 Sitz«, v. S. P. 19 347 Stimmen, keinen Sitz, Dem. 196 036 Stimmen, 5 Eitze, D. vp. 51 926 Stimmen, 1 Sitz, Bauern- und Landarbeiter-Dcm. 61 754 Stimmen, 1 Sitz, Dnat. 66 410 Stimmen, 1 Sitz, Christi. Vp. 7296 Stimmen, keinen Sitz. 15. Wahlkreis, klurich, Stabe» Osnabrück. Visher Dnat. 20 323, Dem. 88 372. Christi,«p. 3307, Weifen 872 und S.% D. 37 912 Stimmen. 16. Wahlkreis. Hannover, HildeSbri«, Lüneburg. Bisher S. P. D. 167 751, U. S. P. 36C0, D. Vp. 28 96?. Dnat. 14 846, Dtfch.. Hannoversche Partei und Christi. Vp. 95 433 und Dem. 27 720 Stimmen. 18. Wahlkreis.«rnSberg.«. P. D. 404460, Z. 267 168, Dnat. und D. vp. 149 307, Dem. 84 966. U. S. P. 45 386. 20. Wahlkreis. Köln-Bachen. Christi. 114 936 Stimmen, D.-Nat. 6285 Stimmen. D. V. 16 193 Stimmen, Dem. 27 634 Stimmen, S. P. D. 108 996 Stimmen» ungültig 903 Stimmen. Insgesamt haben getoählt 276 827 gegenüber 311 181 am 19. Januar. Stettin-Stedt. S. P. D. 49 626, Dem. 25762. D. vp. 17104. Dnat. 9032. U. S. P. 6382. Ztr. 177. Mogdeburg-Stadt. Dem. 42 600, D. Vp. 6020, Dnat. 6830. Christl. Vp. 3230. S. P. D. 91 400, U. S. P. 10 620. Göriitz-Stadt. Dein. 13 216, Dnat. 4734, Christl. Dp. 2046, D. P. D. 22 219. zersplittert 67. Königlberg-Stadt. T. P. D. 46114. Dem. 26 511, ll. S. P. 18 904, D. Vp. 23 422, Dnat. 7964, Christl. Vp. 4007. Zehn Bezirk, stehen noch auS. Bromberg-Stadt.(Amtlich.) Christl. Vp. 1983. Dnat. 4366, D. Bp. 8431, Dem. 2174 und S. P. D. 6449 Stimmen. Oberschlesien. 10. Wahlkreis.(Amtlich) Ztr. 815 894 Stimmen, 11 Sitze, S. P. D. 189 954 Stimme«, 7 Sitze, U. S. P. 62 276 Stimmen, zwei Sitze, Dnat.«7 154, 1 Sitz, Dem. 85 459 Stimmen, 1 Sitz. '. Drei Zoröerungen ,;i zum Verfassungsentwurf. von Prof. Dr. Gustav Radbruck. Kann man, nachdem das Zerrbild des Dr. Preuß seine Rolle als Kinderschreck im preußischen Wahlkampf jetzt aus- gespielt Iku. über den Entwurf Preuß wieder vernünftig reden? E i n Verdienst hat jedenfalls dieser Entwurf, wie immer sein Schicksal sich gestalten möge, jetzt schon gehabt: er hat, wie jedes radikal durchdachte Projekt, die Diskussion aus dem Banne überkommener Dcnkgewohnheiten befreit und andere zu nicht minder radikalen Stellungnahmen genötigt. So ist insbesondere der Einheitsstaat, gesimt noch außerhalb des Bereiches jeglicher Denkbarkeit, heute schon zu einer ernstlich erwogenen Möglichkeit geworden. Wir lassen den Kommissionsberatumien über die großen Fragen zuver- sichtlich ihren Lauf und übergeben heute nur drei Einzelvor- schlüge der Erörterung. Erstens: Die Denkschrift des Staatssekretärs Dr. Preuß sagt in seinem Schlußwort:„Keiner Verfassung ist es gegeben, die für ein gedeihliches Stäatsleben unentbehrliche Solidarität von Volk und Regierung, von Gesamtheit und Gliedern durch Rechtsbestimmung zu schaffen: das ist die Sadhe der Bolkserzivhuna, in derem höchsten Sinne, der Entwicklung prolebrri scher Gesinnung." Ich meine: ebendiefe Entwicklung der proletarischen Ge- sinnung könnte die Verfassung selbst durch eine sehr einfache Nechtsbestimmung unermeßlich fördern, durch den kurzen Zu- satz zu 8 20:„I n h a l t u n d G e i st d i e s e r V e r f a s s u n g sind zum Lehrfach des Volks-, Mittel- und Hochschulunterrichts und in allen Zweigen des öffentlichen Prüfungswesens zum P r ü f u n g s g e g e n st a n d zu machen." Der long er- strebte staatsbürgerliche Unterricht würde damit eine reichs- rechtliche und verfassungsmäßige Grundlage erhalten; wo wäre wohl seine Anordnung besser an ihrem Platze als in der Neichsversassung selbst, die erst durch ihn aus ihrem Papiere- nen Dasein zu lebendiger Wirklichkeit in der Seele des Volkes erlöst würde? Volksschul- und Gynmasiallehrer, Arzt und Apotheker, Regierung Kbaumeifter, Geometer, Postassisteut, �richtssekretar, sie alle müßten sich in ihren Prüfungen auch über ein entsprechendes Maß staatsbürgerlichen Wissens aus- weilen. Vor allem aber würde die Neichsversassung ebenso selbstverständlich in jedes Volksschülers Hand sein wie Lese- buch und Schulatlas. Daraus müßte fterlich bei der endgültigen sprachlichen Formung des Entwurfs Bedacht genommen werden. Der Entwurf selbst wie jede Aenderung und jeder Zusah der Nationalversammlung sollte vor der Abstimmung sprach- kundigen Gutachtern vorgelegt werden. Den Schicksalsfragen der Nation ziemt nicht das gleiche dürre Gesetzesdeutsch w.e etiva den Formalitäten des Zvilprozcsses. Vor allem in den noch fehlenden Einsei tungsworten, der„Präambel", muß unsere neue Staatsgssmnung, unser Wille zum Frieden und zur Selbstbestimmung, zur Demokratie und zum Sozialismus feierlich gehobenen Ausdruck finden. . Zweitens: Es fragt. sich jedoch, ob dieses VekennftiiS zum sozialistischen oder doch sozialen Staat in der Präambel ge- nügt. Der Denkschrift scheint die Meinung zugrunde zu liegen, der Entivurf biete auch ohne ausdrückliche Erwähnung ausreichende verfassungsmäßige Handhaben für die Soziali- sierungspolitik des Reiches. Es ist ober sehr zweifelhaft, ob das dem Reich in 8 4 zugesprochene..Enteignungsrecht für R e i ch s z w e ck e" jede denkbare Form der Vergesell- sckiastung von Betrieben und ganzen Betriebszweigen deckt. Die neueren Erörterungen haben ja ergeben, daß die Ver- gesellschaftung keineswegs immer Verstaatlichung bedeutet, daß sie sich vielmehr in einer heute noch unübersehbaren Vielfältigkeit von Fonnen vollziehen kann. Es erscheint deshalb unumgänglich, in§ 4 unter die Zuständigkeiten des Reiches die Gesetzgeb u ngüberdieVergesellschaftu n g von Wirts chaftsbctrieben in einer elastischen, von volkswirtschaftlicher Seite sorgfältig zu prüfenden Fassung aufzunehmen. Die Sozialisierung hat in 8 4 mit mindestens dem gleichen Recht ihren Platz wie die dort eiwähnte Bodenpolitik. und wenn 8 25 das agrarpolitische Programm um- reißt, so ist zu erwägen, ob daneben nicht entsprechende Richtsinien für die Vergesellschaftung zu stellen seien. Die Zuständigkeitsfragen bedürfen einer um so gründlicheren Er- wägung. weil eine nachträgliche Erweiterung der Zuständigkeit als Verfassungsänderung mit großen Uniständen der- knüpft, nämlich nach 8 51 grundsätzlich der Bestätigung durch Volksabstinummg bedürftig ist. Dnkkens: Wie Her MAe zirr Sozkrftfierimg BeSorf schließlich auch der uirwiderruflick)e Wille zur Republik be- stimmtesten Ausdrucks. K einMitglied einer früher landesherrlichen Familie des Deutschen Reiches oder des ehemaligen Deutschen Bundes kann zum Präsidenten des Deutschen Reiches oder zum Oberhaupt eines deutschen F r e i st a a t e s gewählt werde n." Napoleon III. war über den Präsidentensesscl aus den Kaiserthron gelangt I Aber die Schärfe dieser Bestimmung richtet sich nicht so sehr gegen die früheren Landesherren selbst, als gegen den Mißbrauch. den monarchistische Kreise mit ihrem Namen treiben könnten: das demonstrative Aergernis fürstlicher Zählkandidaturen muß von vornherein unmöglich gemacht werden. Soll die junge Republik jemals den Standpunkt ruhiger historischer®e° rechtig keit ihrer Vergangenheit gegenüber gewinnen, dann dürfen die gekrönten Schatten dieser Vergangenheit nicht inriner wieder wie König Hamlets Geist gespenstisch durch unsere Gegenwart schreiten. pichon über Kr!egsentschäü!gung und öas linke Rheinufer. Ei« Nasenstüber für Foch. Haag. 27. Januar. Hollandsch Nieuwsburtau meldet auS PariS: y i ch o n hat eine«nzahl englischer, amerikanischer, italirniicher und japanischer Journalisten im Auswärtigen Amt empfangen und sich mit ihnen über die großen Fragen der Konferenz unterhalten. Zu der Einladung nach den Prinzeninseln erklärte Pichon, daß bis jetzt noch von keiner russischen Seite eine amtliche Antwort darauf eingegangen sei. Im Hinblick aus den Wideripruch gewisser Kreise zu dieser Einladung sagte der Minister weiter, eS bestehe offenbar die Absicht, daß eine Einladung an alle russischen Regierungen einer Anerkennung der Bolschewiki gleichkomme. Tatsächlich treffe das aber n i ch t zu. Zu der Frage, was mit den Ländern wie Syrien und anderen Gebieten ge- schchen solle, auf die verschiedene Völker Ansprüche haben, erklärte Pichon, daß sie nur durch gegenseitige Zugeständnise gelöst werden könne. Nebrr die Frage der Kriegsentschädigungen führte der Minister aus, daß Frankreich und alle anderen Länder Material idr eine Feststellung des erlittenen Schadens sammelten. Ein b e» stimmte» Betrag könne jedoch gegenwärtig noch nicht ge- nanut werden. Die Veratungen«der den Pötkcrbund würden keines« Wegs einen Anfschud in der Behandlung der GedietSfragcu veran« laste», da die Untersuchung beider Probleme gleichzeitig in den AuS- schlissen stattfinden könne. Dir»rrschiedencn Nachrichten über die Haltung Frankreichs in bezog auf den Besitz des linken Rhein« n f e r« seien»» r e i l i g und nicht ganz richtig. Aus die Bemerkung, daß Marschall Fach sich kürzlich gleichsalls über diese Frage ausgesprochen habe, meinte Pichon, der Marschall habe diesen Gegenstand lediglich alS Privatperson berührt, denn die Frage fei im Rat»och nicht erwogen worden. Die Delgler gehen nach Sern. Bern, 27. Januar. Schweizerische Depeschenagentur. Die belgische Arbeiterpartei wird an der internationalen Sozialisten« konferenz in Bern teilnehmen und an Stelle de» in Paris zurück- gehaltenen Pandervelde de« Minister der öffentlichen Arbeiten Anseel« abordnen. Haag, 27. Januar. sMeldung deZ Hollandsch Rieuwibüro.) Hollandjch Nieuwsbüro meldet auS Paris: Der schwedisch« Sozia» listenführer Branting ist Sonntag zur Beiwohnung der Arbeiter» konferenz in Bern eingetroffen. Er hat sich in einer Prcsseunterhal« tung zwar sehr vorsichtig, aber doch optimistisch über die zu erwar« tenden Erfolge der Arbeiterkonferenz ausgesprochen. Er hob be« sonders die Unterredungen hervor, welche zwischen Henderson und Balfour stattgefunden Ijaben. welche seiner Ansicht nach beweisen. daß man in der Pariser Konferenz großen Wert auf die Be« ratungen in Bern legt. Er glaubt au hoffen, daß die Konferenz sich dahin entscheiden wird, einen Mindestlohn für Arbeiter festzu« setzen. Zivar sei«S unmöglich, die Löhne auf der ganzen Welt nach einem Muster einzurichten und nach einem Maßstabe zu bemesien, da die Kaufkraft de? BolkeS überall verschieden ist und auch die Lebensverhältnisse nicht die gleichen sind. Aber doch glaubt er, daß es möglich wäre, einen Standardlohn zu verabreden, der dem Arbei- ter überall wenigsten» ein Existenzminimum garantieren würde. Haag, 27. Januar. sMeldnng de» Hollandsch RienwSbureau.s AuS PariS wird xemeldet: Die„Humanits" teilt mit, daß auf der ersten internationalen Sozialistcnkonfercn, am 3. Februar fol- gende Nationen vertreten fein werden: Frankreich, England, Italien, Deutschland, Oesterreich, Deutsch-Böhmen, Dänemark, Holland, Schwede», Belgien, Argentinien, Griechenland, Polen und Finnland. Lebensmittel für öie polen. Der tvO-Millionen-Kredit nicht für Deutschland. New Dirk, 27. Januar.(Reuter.) Der Dampfer Westwardho ist heute mit einer Ladung Lebensmittel und Kleidungsstücke für die Polen im Werte von zwei Millionen Dollar von Hoboken über Falmouth nach D a n z i g abgegangen. Bern. 87. Januar. Wir der amerikanische Pressedienst aus Washington ergänzend meldet, wurde bei der Bewilligung des 100°Millioncn-Dollar-Kredits vom Senat zur Bedingung gemacht, daß da? Geld zur Unterstützung außerhalb der Mittelmächte ver» wendet werde. Das Rapräscntantcnhaus bestimmte, daß das Geld nur für Hilse außerhalb Deutschlands verwendet werde. Einstellung öer Schiffsbauten der Miierten. Zürich, 27. Jnnnar.(Meldung der.Telegraphen-Kompagnir".) Wie die„Times" aus Pari» meldet, haben die aviicrlen Regie- rungen aus Anregung der amerikanischen Kommission beschlossen, den Bau der bereits auf Kiel liegenden leichten Kreuzer und Torpedojäger sofort einzustellen und skr die Durch- führung ihres FlottcnbavprogrammS die Entscheidung des BölkerbundeS»ach seiner Konstituierung abzuwarten. Noch immer paßverweigerung. Vorbereitende Sihnug zur Berner Konferenz. Bern, 87. Januar. Wie„Humanits" mitteilt, hat die französische Regiernnst beschlossen, den De- legierten der spanischen Arbeiterpartei, Fabra, NibaS und Ribeira das Visum der Pässe für die Beruer Konferenz« verweigern. Die Delegierten sitzen an der spanisch-französtschen Grenze fest. Bern, 27. Januar. Die Bcrncr Internationale Sozialisten- konferenz hielt am Sonntag unter den bibher erschienenen Delegierten eine vorbereitende Sitzung ab, die sich besonders mit der Frage des Stimmenverhältnisses auf der kommenden Konferenz befaßte und die vorbereitenden Schritte zur Klärung der VölkerbundSfrage guthieß Der Zcntralvorstand der� Schweizerischen Sozialistischen Partei hat für nächsten Sonnabend und Sonntag einen Parteitag berufen, um über die Teilnahme an der Internationalen Konferenz schlüssig zu werden. Der Zentral- vorstand hat mit 27 gegen 17 Stimmen einen Be- chluß auf Teilnahme angenomnien. Vorbereitung zur Friedenskonferenz. Gestern fand im Reichskanzlerhause eine eingehende Be- ■prechirng der ReichSregierung mit den Staatssekretären über die Friedenskonferenz statt. Es wurde über die Vorbereitungen berichtet und den Stand der umfangreichen Vorarbeiten für die einzelnen Vcrhandlungsmateric'n. Es herrschte Einstimmigkeit darüber, daß die gesamten Verstand- lungen beim Auswärtigen Amt konzentriert werden müßten und daß die enge Beteiligung der übrigen Ressorts durch eine tägliche Konferenz dxr Staat?- sekretäre gewährleistet werden soll. Auch die fortlaufende genaue Informierung der Bundesstaaten wurde in den Kreis der wichtigen Aufgaben einbezogen. Die Personen- frage wird in den nächsten Tagen im engsten Kreise von der Reichsregierung beraten und entschieden werden. Aleöerlage der Dolschewisten. Haag, 27. Januar.(Meldung deS Hollandsch Nieuwsbüro.) Hollandisch Nieuwsbüro mebdet au» London: Es trafen in London Meldungen über einen Sieg der Litauer über die Bolschewisien, Ai Kilometer östlich von K o w n o, ein. ES wurden 6000 Bolsche- wisten kriegS gesangen gemacht. Die Litauer rückten auS W i l n a vor. Sanssouci bedroht? Di» Landwirtschaftliche Hochschule in Potsdam. Schon vor dem Kriege war in» Aug« gefaßt worden, die Hoch« schule nach Potsdam zu verlegen. ES wird jetzt beabsichtigt, da» Orangeriegebäude im Park von Sanssouci als Hauptvorlrsung»« gebäud« auszubauen und hier außer einer größeren Zahl von Hör- säten das ganze geodätische Institut, ferner die Institute für Zoologie und für Botanik und mit Hilfe von Flügelanbauten auf der Nordseite auch die Institute für Chemie und für Physik unter- zubringen. Alle übrigen Institute sollen in die bisherige Kaserne de» In- fanterie-Lehrbataillons verlegt werden. Die Felder der Domäne Bornstedt, die in der Nähe der Kaserne liegen, sowie die Schloß- gärtnerei hinter dem einen Kommun-Gebäud« sollen den ver- �chiodenen Instituten zu Versuchszwecken überwiesen werden. Für die Hochschule ist die Verlegung auS Berlin heraus ge» radezu eine Lebensfrage. An ihrer jetzigen Stelle in der Invaliden- straße ist ihr jede AuSdehnungSmöglichkeit genommen und vor allem, eS fehlt hier jede Verbindung mit der freien Natur, und den landwirtschaftlichen Instituten fehlt so gut wie jede Experimentier- Möglichkeit. Aber auch für die Stadt Potsdam hat der Plan eine große Bedeutung. Gerade jetzt, wo Potsdam durch die Folgen der letzten politischen Ereignisse so sehr viel verliert, bietet die Hoch- schule mit ihren rund 800 Studenten und ihren vielen Professoren und Beamten einen wertvollen Ersatz. Unbedingte Voraussetzung für die Verwirklichung deS Planes ist, daß sofort eine elektrische Straßenbahn von Potsdam am Orangcriegebäude vorbei durch die Maulbeerallee bi» zur Kaserne in Eickie gebaut wird. Jqiendwelch« künstlerische oder historische Werte werden durch diese Verlegung nicht verletzt. Der ganze Park von Sanssouci Schloß Sanssouci, die Bildergalerie das Reue Palais usw. bleiben unberührt. So läßt sich Prof. Bauer von der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule vernehmen. Darin wird ihm ohne weitere? zuzustimmen sein, daß eine Verlegung seiner Anstalt wünschenswert ist. Auch dagegen, daß sie nach Potsdam kommt, ist vielleicht nichrS einzu- wende». Ob aber die Orangerie der geeignetste Ort dafür ist. darüber können erhebliche Bedenken bestehen. Zunächst ob diese? Gebäude dafür praktisch geeignet ist. Sooann aber— und da« ist da? Wichtigste— ob der Gesamtcharakter von Sanssouci nicht dar- unter leidet, daß eine landwirtschaftliche Hochschule hineinkommt. Schon wird die Idylle durch die projektierte Straßenbahn bedroht. lind wie lange dauert e» noch, dann werden landwirtschaftliche Ver« suchsinstitute mit Schloten und Maschinengestampf hinzukommen. Die Sozialdemokratie hat kein« Veranlassung die Verantwortung für ein« Zerstörung de» auch ihr teuren Sanssouci zu übernehmen. Die erhobenen Bedenken sind kaum zu beschwichtigen, da niemand dafür einstehen kann, was in 5 und 10 Jahren nötig sein wird, um da» Institut aus der Höhe zu halten. Die künftige Landwirtschaftliche Hochschule soll gewiß nicht unter Sanssouci zu leiden haben, darum lasse man Sanssouci aber auch nicht unter ihr leiden. Volksbühne(Das X. Ssnntagsksnzert.j ES ist von Zeit zu Zeit gut und heilsam, wenn wir unS im Strom der instrumentalen Kammermusik ein wenig der Kammer- mufik der menschlichen Stimme erinnern. Die Mehrstimmigkeit ist nämlich da wie dort zu Haus«. Und die Musikliteratur, nicht bloß die der Fremdvölker, sondern gerade des deutschen Volkes birgt ja seit dem frühen Mittelalter her bis in unsere Tajje hinein unermeßlick)« Schätze an mehr- und vielsttinmigen Gesängen. Darunter wahrhosie Köstlichkeiten, deren Melodien und Tonsätze durch Jahrhunderte glänzen. Erst wieder unserer Gegenwart ist e» vorbehalten geblieben, sie ans Lirtst zu ziehen und leuchten zu machen. Da ist es denn für größere wie kleinere Mischchöre von größtem Wert«, in die reichen Schatzkammern dieser vokalen Kammermusik zu steigen und allerhand Gesänge ertönen zu lassen. Freilich erfordert solch Beginnen ein bedeutendes Maß von Kunst, das zwar nicht jedem Gesangverein von vornherein mitgegeben ist, da? er aber erringen kann. Vorbildlich und im höchsten Grade einzig verdienstlich ist da» Wirken des Madrigalchor» de» Akademischen Jnstj. tute für Kirch rnm» sik zu nennen. Er war es auch gestern wieder, der den gesanglichen.Hauptteil des Programms bestritt, Und zwar gab er Madrigale aus drei Jahrhunderten zu hören. Von Allmeistern waren es Fink, Senfl, Stephanie, Haßler und Gastol. Von jüngeren Tonsetzern Winter, MenbelSsohn-B.irlholdy, Schumann, DrahmS, Nicolai. Grell und in unserer Mitte wirkend Robert Kahn. Dieser zumal hat schon manche» verschollene, aber auch neuere Volkslied hervorgeholt und ihm durch eine ebenso treffsichere als feinmusikalische Bearbeitung, die allemal einer Nouschöpfung gleichkommt, Leben verliehen.„Die Ungetreue'— so heißt seine Volksweise— erwies sich als ein wundersames Kleinod. Höchst humorvoll gaben sich„Bubköken von Halverstadt" (Grell) und„Reiten lassen"(Nicolai). Natürlich offenbart sich im Vortrag aller dieser Mehrstimmigkeiten höchste und subtilste GesangZkultur. Als instrumentalte» Mittelstück ließ die Kamrnrrmusikver. einigung der Kapelle de? Opernhauses Scl'ubertS köstliches Fo- rellenquintett in entzückender Grazilität erklingen.«k. v!e WahkbekbMgimg in Nevolutkonszeiten. Man hat bei der WaM zur Nationalversammlung an dielen Orten die Erfahrung gemacht, daß die Beteiligung schon erheblich schwächer war, al» bei der vorausgegangenen Wahl für die Landes- Versammlung. Daß die zweit« Wahl weniger Interesse findet alS die erst«, hat auch die Wahl zur preußischen Nationalversammlung bewiesen. Dies« Erscheinung ist durchaus nicht neu. Echo« in der ersten ftanzösischen Revolution zeigte es sich, daß auf eine außerordentlich starke Beteiligung au den Wahlen alsbald eine Amsterdam, 27. Januar. Einem hiesigen Blatte zufolge wird der„Times" von ihrem Korrespondenten in Helsingfors nach einem Besuche der eftländischen Front geyieldet, daß das bolschewistische Heer an diesem Frontabschnitt aufgehört hat, al? nermenS- werter militärischer Faktor zu bestehen. Es setzt sich noch aus bewaffneten chinesischen Bauden, einigen Bataillonen lettischer und estländischer Kommunisten und einigen Abteilungen von Lenins und Trohkis früheren Kerntruppen zusammen. Der Chef des eftländischen GeneralstabeS, General Larka, der früher Oberst im russischen Hauptguartier war, teilte dem Korrespondenten mit, daß die Lage niemals günstiger für eine unblutige Einnahme von Petersburg gcstandeu habe. Die bolschewistischen Führer befürch- ! teten vor allem die Möglichkeit, daß die Entcntctruppen eingreifen und englische Kriegsschiffe vor Kronstadt erscheinen würden. Serlin bleibt Reichshnuptftaöt. Aus einer Entschließung deS Bürgerrats Groß-Berlin erfährt man von einer Erklärung Eberts, daß die Reichsregierung an Berlin alS Reichshauptstadt unbedingt festhalte. der verfa)?ungsentwurf der Konimisiion. Heute vormittag wird die ReichSregierung über den Eni» wurf einer provisorischen ReichSverfaffung so wie er von der Kommission der cinzelstaatlichen Vertreter angenommen worden ist. Beschluß fassen. Die Kommission hat gestern den Verfassungsentwurf des Staatssekretär« Preuß weiter besprochen und dann ibre Sitzung auf Donnerstag nachmittag vertagt, weil zahlreiche ihrer Mitglieder zur Finanzkonferenz der deutschen Freistaaten nach Weimar abreisen mußten._ Streik gegen Spartakus. Oldenburg, 27. Januar. Auf der Saliustreckc von Barel nach W ilyelmshaven streiten sämiliche« Bahn- und Telegraphen- personal, um die kommunistischen Unruhen in Wilhclmshiiven zum Stillstand zu dringen. Auch die Aerztcschaft hat sich ihnen an- grschlostcn. Die Unruhen habe» auch nach Westerstede und Nordenham üdergrgriffcn._ die Wahien für Weimar in der Pfalz. Da» amtlich« endgültige Wahlergebnis für die Deutsche Nationalversammlung in der Pfalz stellte sich folgender- maßen: Wahlberechtigte&20 lOL. gewähl! haben 449 421(86,20 Proz.), Bayerische Volkspnrtei 124 LV7(2 Sitze). Unabhängige 7229 (0 Sitze), Deutsche Volkspartei S0 3cS(1 Sitz), MehrheitS-Sozial- dcmotratcn 170216(2 Sitze), Deutsche Demokratische Partei(69 417) (1 Sitz). vor der Nationalversammlung. Tozialdcinokratische Fraktionssitzung. Die erst« Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion in der Deutschen Nationalversammlung findet am 4. Februar in Weimar statt. Wie wir erfahren, ist dem Berliner Freiwilligen- Regiment Reinhaid der Sidug- der Natitmalvetiammlinig in Weimar übertragen wordem Zwei Baioillon« des NegiinemS werden berenS in den nächsten Tage» nach Weimar entsandt und dort untergebracht werden. Die Trupp« soll den dort befindlichen Behörden nicht als Polizeimacht angegliedert werden,«ondern lediglich der Re« gierung für etwa notwendig werdende Maßnahmen zur Verfügnng stehen._ Religionsunterricht in Dapern. Kein Zwang. München, 27. Januar. Da» Kultusministerium erläßt eine Verordnung über den Besuch de» Religionsunterrichte? und die Teilnahme der Schüler und Schülerinnen an religiösen Hebungen, in der e? u. a. heißt: Auf Grund mündlicher oder schriftlichrr Willenserklärung d e? Erziehungsberechtigten find Schüler und Schülerinnen ohne weiteres vom Besuche de» ReligionSunterrickie» entbunden. Die Erziehungsberechtigten können frei darüber bestimmen, ob und in welchem Unisange dje Kinder den Gottesdienst besuchen und die sonstigen religiösen Verpflichtungen erfüllen sollen. bedeutende Abnahme folgte ilnd schließlich sogar eine völlige Gleich« gülligkcit festzustellen war. Wie sehr die Wahlenthaltungen schon binnen Jahresfrist zunehmen, kann nian z. B. au» folgenden Zahlen ersehen: In Chartres fanden sich im Mai 1790 von 1SS1 einee. schriebenen Wählern nur 104 zur Wahlversammlung ein. In Be- sangon fehlten von 3206 volle 2900, in Grenob!« von 2500 über 20C0. In Paris enthielten sich im November 1790 von 81 200 Wählern 71 408 der Abstimmung. Petion wurde mit 6728 Stim» men(von 81 2001) zum Bürgermeister von Paris gewählt. In dem Maße, in dem die Revolution vorivärt? rollte, wurden diese Verhällniste immer schlimmer und Ende 1791, besonder? aber 1792 und 1793 beteiligte sich kaum mehr ein Hundertstel der Wahlbürger tatsächlich am p, litischen Lcbenl In Teutschland werden wir allerdings eine solch« Gleichgültig- keit nicht zu erwarten haben, aber eS wird doch nolwenüig sein. die Wählerschaft in Zukunst immer wieder an ibre Wahlpflicht zu erinnern. Notizen. — KreowS�i- Abend. Der gestrige Abend de« AuS- schusteS für Volkskunstabende im Meistersaal galt Ernst K r e o w s k i, aus dessen Dichtungen Frau Margarete W a l k o t t e eine geschickte Auslese mit gutem Können und Wärme zu Gehör brachte. KrcowSkiS Arbeiten verraten echtes CSlefühl, syrisches Empfinden. künstlerische», die Wesenheit der Dinge und Vorgänge er- fastendes Schonen, die Wahl feiner AuSdrucksmitte! ist sicher und gewandt. In den Gedickten„Sturm",„Titan" und„Nicht Hvmncn" vereinigen sich Sprache und Gedanken zu packender Kraft. Die Epen„ErAzi" und„Lena" atmen den lebendigen Hauch der Landschaften und menschlichen Temperamente, in der Pußta wie an masuriscken Seen. Herrn F o n r n e z Geige und Frärtlein Alida H e ck e r om fttigel boten musikalische Edelkost. Ter starke Beifall war von allen arbieienden, nicht zum m-ndesten vom Dichter, verdient.». z. — Vorträge. Tr Max Teri hält.zw«: Lichtbildervorträge zugunsten der Deutschen Gesellichait für Mutter- und KindeZrecht: am Sonnabend, den 1. Februar, über„Italienische Pa. laste", am cronnabend. den 8. Februar, über„Französische Kathedralen".(Hörsaal des Kunstgewerbemuseums) — D i e Genossenschaft Deutscher Bühnen- angeböriger bringt am Donnerstag als Dolksvorstellung bei kleinen Preisen in den Sophiensälen da» Lustsptel„Im weißen R ö ß l" nnd in Hennings Festsälen, Lichlerfelde-Ost.„Die spanische Fliege". — Tie„Frohen Abende" de» Berliner Goethe» bundeS beginnen ab Montag, den 27. d. M., pünktlich 7 Uhr abend. — Die Ausstellung der Berliner Sezession wird endgültig Sonntag, den 2. Februar, geschlossen.— Theo von B r o ck h u s c n. der Borsitzcndc der Freien Sezession, hat bei Ferdinand Möller, Potsdamer Str. 124«, eine uucsangrciche S«n- Herausstellung eröffnet, k?r. SS �ZS. Jahrgang Beilage öes vorwärts vlenstag, 2S. Januar ISIS Hllittung. Zum Wahlfonds für die Nationalversammlung gingen im November und Dezem'ber 1318 nachstehende Beiträge beim Unterzeichneten ein: Wache d. Berl. Lok.-Anz. 19,23; Brüdgam, Berlin 2,83; Falkenberg, Berlin 233.—; Sack, Grodzisko 23,—; Michaelis, Berlin 53,—; Schreyer, Berlin 133,—; Mees, AdlcrSbof 23,—; Schütte, Berlin 5,—; Ditzen, Wilmersdorf 13,—; Dröhne, Barleben 13,—; Christoffer, Berlin 133,—; Radziejewski, Berlin 133,—; Scheffzvk, Wilhelmshaven ges. v. Sold.-Rat auf To pedo- boot V/113 hg,7S; Dr. Treitel. Berlin 33,—; BurlinSki, Liegnitz 3,—; Segall, Berlin 25.—; Muggenthalcr, Prcmnitz 58,—; Treptow. Altona 13,—; Noicnbcrg, Berlin 53,—; Hedwig u. Anna Bavcrsdorf, Chaclttbg. 53,—; Wittenberg, Torgelow 50,—; Karl Koblank, Berlin anst. ein Kranz f. Nevolut.-Opfcr 153,—; Arbeiter und Arbeiterinnen d. Fa. Koblank, Berlin 45,—; Franck, Hamburg 2,—; Spe ling, Hamburg 13,—; Wiebicke, Werdau 13,—; Glaudien, Berlin 3,—; Alm. Berlin 3,—; Harnisch, Chemnitz 5,—; Becht- hoid, Ludwiasb. 5,—; Bastler, Chemnitz 5,—; Etzel, Stuttgart 1,35; Ge r. Scheid, Reichen 13,—; Cobn, Halberstadt 500,—; Rübener. Luckenwache 13.—; v. kriegsaef. Russen d. Sold,-Rai Kowno 293,—; Putter, Wittenau 20,—; Michalske, Berlin 10,—; Fatio, Berlin 500,—; zu Felde, Cöln 23,—; A.onstein, Büren 10,—; Schultze, Berlin-Friedenau 20,—; Lumbeck, Kierspe 300,—; Friese, Berlin- Steglitz 6,—; Bartsch. Magdeburg 10,05; F. 33., Ziegenhals CS. 5,—; Fritzsche, Leipzig 100,—; Geschw. Gutmann, Berlin 33,—; Bober, Berlin 15,—; Paduscheck, Hamborn 5,—; Reich, Cha ltlbg. 20,—; Müller, Berlin 20,—; Stcinbring, Berlin 20.—; Dr. Minn, WeggiS 9,85; Wiescnthal, Berlin 5,—; Lier, Mittelbruch 5,—; G. E., Berlin-T eptow 123,—; N. N., Berlin 10,—; Wittkowski, Colmanns'eld iS,—; Beamte d. techn. Bureaus der A.-G. Lauch- Hammer 75,53; E. u. M., Bremen 1333,—; Gcrlach, Kiel, Will. 23,—! � 50,05; Celze, Nowawes 10,05; Kose, Rathenow 15,—; Schünemann, Berlin 10,—; Wiemann, Berlin 20,—; Uiffz. u. Maunsch. b. Et.-Fuhrp.-Kol. 242 d. Rettig 152,—; Otto, Berlin 5.—; W. Esken, Helgoland 8.—; Neubauer. Hülsen 10,—; Kronen» beeg, Berlin-Steglitz 3,—; Wauer, Berlin 2,—; Rausch u. Marka. Berlin 53,—; Dr. T., Guben 1,—; Draba, Berlin-Cberschöneweide 10,20; Alm, Berlin N. 5,—; Schröder, Medebach 1,60; llebersch. ein. Tellersamml, anl� ein. A.beitercatswahl in BökerS Festsäl. d. Liebenihal 43,13; Sch., L, H. u. ltl-Mehren, Westerwald 32,—; Meinecke, Berl'n 100,—; Kliesche, Berlin 3,50; Liquen Leksend 1030,—; Dr. Wenke, Berlin 5,—; Kamerad, d. Feldbäck.-Klo, 21 d. E. 782.—; Niggemann, Felgte 5,—; Kranzübersch. d. Rumple'» werke Abt. Lichtenberg d. R. 4,—; Tiesmer, Landsberg 53,— M. Berlin, den 24. Januar 1919. Der Parteivorstand. Weitere Geldsendungen sind zu richten an: Otto Braun, Berlin SW. 68, Linden str. 3; auch kann auf Postscheckkonto Nr. 7318 Fr. Bartels, F. Eberl, O. Braun beim Postscheckamt Berlin ein- gezahlt werden. Groß'�erün �ur Milchfrage. Die Fettftelle Grost-Beilin sendet UNS eine längere Erwiderung auk die Daistellung der Unternehmer. Darin heistl es: Die Feil- stelle vertritt das öffeuilicbe Juieresse und weiter nickt». Aber gerade darum must sie sich dem widersetzen, dag die Jnieresseulen nach Vorbildern aui anderen Wirlschasisgebieten jetzt glauben, sick zum Herrn der Lage machen z» tönnen. Die Feiislelle war wieder» holt genötigt, wen» die Milch in völlig unzureichender Beschaffen» heit— gewässert, sauer oder entfettet— in Grost-Berlin eintraf, einzuschreiten und die Milchpachliingen an sich zu ziehen. Die Fett« stelle ist zur Uebernahme einer Meierei in eigener Verwaltung ge- schritten, als der Inhaber das Bolle» Unleriiehmen Ende 1917 — alio trotz Ungunst der Kriegsoerhältutsse— angekauft und seine frühere Meierei aufgelöst hatte, und als diese Fusionierung Grost- Berlin mit einem Monopol bedrohte. Die Fettstelle Grog-Berlm bat damit das drohende Pnvatmonopol durchbrochen und damit zu- gleich den Weilerbetrieb der stillgelegten Meierei im öffentlichen Interesse ermöglicht. Die Fnleresseiitcn begehren lediglich die Erhöhung ihreSVer- dieniteS, mit dem Produltionsanreiz haben ihre Fordelungen daher nickt da» mindeste zu tun Was sich irgend zur Behebung der Milchprodiiktion und oer Milchemiuhr tun lägt, ist von seile» der Feltiielle Grost-Beilin duich Gewährung von Prämien, Unterstützung von ländlichen Molkereien, Einstellung von Revision-?perso»al»nd ähnliches geschehen. Die Fetlstelle glaubt nach wie vor, dast die ruhige Ueberleguttg in den beteiligten Betufslreisen den Sieg davon trogen wird. Die Interessenten werden schwei lich den Beweis dafür erbringen wollen, dast sie zur Mitwirkung auf einem der wichtigsten Versorgungsgebiete nicht geeignet seien. Berlins Kriegsschulden. Die zur vorläufigen Deckung von Knegsausgaben usw. auf« aenomniene schwebende Schuld der Stadt Berlin war schon Ende Dezember vorigen JahreS auf 838 Millionen Marl an- gewachien. Mit Rücksicht aui diese g e iv a l t i g e Höhe und die zunehmende Schuld hat der Magistrat beichlosseii, eine lang» f, istige Obligationsanleihe aufzunehmen. Zunächst toll eine An- leibe von 400 Millionen Mark aufgenommen werden. Der Rest soll später aui ähnltche Weise gedeckt werden. Zinssatz 4 Proz., Tilgung 1 Pro,, bis Ende März 1930 unter Ansammlung eines Stocks, der einschliestlich der crtpaiten Zinsen Ende März 1930 zur Au-lotung oder zum Ankauf verwandt werden soll, zu 2 Proz. ab 1. April 1930 in ähnlicher Weise. Die auszugebenden Schuld- vertckreibungea sollen auf 5300>M., 2000 M., 1030 M., 503 M., 233 M. und 103 M. lauten. 3lus gemeinsamem Steffel soll in den Heil-, Pflege- und Erzieh ungsan st alten der Stadt Berlin künftig das Personal beköstigt werden. Zur Zeit ist in diesen Anstalten die Beköstigung des Betriebs-, Dienst- und Wartepersonats, der Schiocstera und Oberschmestern, der Apotheker und Assistenzärzte nach zwei oder auch drei verschiedenen Tischsormcn geregelt. Mit der beabsichtigten Einführung eine» so- genannten E i n h e i t s t i s ch e S für das gesamte in Anstalts- Verpflegung stehende Personal soll, sagt der Magistrat in der Bc- Gründung seines oen Siadtverordn.ten vorgelegten Antrages,„den vielfachen Wünschen des Dienst- und Wartcpersanals nach Auf» besseruug und nach Beseitigung der nach den herrschenden Anschau- ungcn nicht mehr gerechtfertigten Ungleichheiten in der Verpflegung Rechnung getragen werden". Diesen Entschlust des Magistrats wird das untere Personal mit Freude begrüstcn, während die oberen Angestellten ihn mit gemischten Gefühlen ansnehmen dürften. Wie grost für die einzelnen Tischformen die Unterschiede der Klassen sind, dafür mögen die P.rbältnisse des Urbankrankenhauses als Beispiel dienen. Im Verwaltungssahr 1915/16(darüber hinaus find die Zahle» nicht bekannt) erforderte pro Kops und Tag der erste Tisch 3,13 M., der zweite Tisch 2,25 M„ der dritte Tisch nur 1,31 Mark, und ähnlich waren die llnlerschuoe in den anderen Kranken» Häusern der Stadt. Da werden wir eZ begreifen, wenn der künftige Einher tstisch, der ungefähr die Genüsse des jetzigen zweiten Tisch. s bieten soll, dem oberen Personal minder angenehm als dem unteren sein wird. Für den Einheitstisch wird zurzeit der zur Besckwffnng der Rohstoffe erforderliche Betrag pro Kopf und Tag mit über 2 M. angesetzt, wozu die sonstigen Kosten kommen, die ihn noch um etwa ein Vieriel erhöhen. Bei dieser Beköstigung aus gemeinsamem Kessel wird Mängeln um so rascher abgeholfen wer» de», je mehr die oberen Ange st eilten mit darunter leiden müssen und an dem Ruf nach Abhilfe sich beteiligen. Wahlerlebniffe. In einem Wahllokal in der Markgrafenstrahe wird eine Wähtmn vom Wahlvorsteher ge'ragt, wie sie hmstt und wo sie wohnt,.Ick war doch vorigen Sonntag schon hier und wohne jteich um die Ecke," war die Aniwort. In einem Wakllolat der Friedrichstrast« war eine 95 jährige Dame die erste Wählerin, die ihre Stimme abgab. Eme 97 jäbrige Wähletin, Frau Karoline Haupt erschien nachmittags zur Wahl. Zahlreiche, natürlich dadurch im- gültige Stimmzettel wäre» mit Versen beschrieben. Mehrere Stimm- zeiiet trüge» die Namen von Hindenburg, Ludendorff und den de» Kaisers. Auf einigen war der Name Preust durchstrichen, auf anderen waren Zuinye verschiedenster Art a«macht, einige waren mit dem Namen der Wähler unierschueben. Bisher ist noch nicht jener Wähler gemeldet, der bibel'est auf seinen Zettel schreibt:»Stehe, Ihr seid eitel und Euer Tun ist eitel und Euch wählen ist ein Gieuel." Und jener schöne Wiener WahlverS:»Was nützt mir meiner Dosis, wenn dock siegt die TroltelosiS" ist durch die Ein- iührung de« Proporzes hinfällig geworden. Tagesgespräch.»Diesmal hat aber die Deutsche Volkspartei glänzend abgeschnitten I'.---?'»Ja, eS haben doch so viele Wähler.Garnich" gewählt!" Die Stadtverordnrtcnwahlen sollen schon Ende nächsten Ml> nat? stattfinden, so dast die n.uen Versammlungen bereits im März dieses Jahres zusammentreten können, um die nächsten Haus- Haltspläne bereaten zu können. Tie Verschmelzug der Straßenbahn-Gesellschaften» die vom Bcrbandsausschiist Grost-Bertin gebilligt wurde, bildet da« Schluststück zur Veretnheiilichuna der vordem reckt verworrenen ReckiSbeziebungen. unter denen oit auch die zweckmästige Durch" sührung grobzügiger Verkehrspläne lirt. Da in der Tarrnrage die Versckmetzuna der Gesellichaslen bereits besteht, wird sie für die Oeffenilichkeit nur wen'g in die Erichcimmg treten; in der Hauptsache bedeutet sie eine Vereinfachung ihrer inneren Organiiaiion. Die verschiedenen Bezeichnungen an den Wagen der Nebengesell- schasten verichwindeir._ Teutsche Söldner gesucht. Der Zentralrat der Marine sieht sich veranlastt, an die ihm mrtcrstellten Stationen, an die Polksmarinedivision usw., Auf- klärungen über das Treiben gewisser Agenten gehen zu lassen, die ! in letzter Zeit nicht nur in Berlin mit Erfolg versuchen. Söldner ' für das Ausland anzuwerben. Die Agenten suchen hauptsächlich i Uiiterseebootleut«. Maschinisten, Torpcdoschützcn und Minensucher an- i zuwerb.n. wobei den Matrosen die sich auf Vcrhaiidiungcn einlassen, ! von den fremden Staaten, in deren Auftrag die Werber arbeiten, nicht unerhebliche Löhne geboten werden. So erhalten die Ange- ! hörigen technischer Truppen bis zu 1333 M. monatlich, auster einer Lebensversicherung. Besonder? gesucht sind auch Marineflieger. Nicht nur Mannschaften, sondern auch Offiziere werden zu ) werben gesucht. So verlangt eine Grostmacht des Ostens austcr � Marinepcrsonal besonders Artillerieoffiziere. Die Werber arbeiten mit allen Mitteln. So ging neulich durch daS Reichsmarincamt eine Liste, die angeblich von einem Kapitänleutnant v. H. unter- zeichnet war, und in welcher Marineoffiziere, die wünschten, in den Dienst freutder Staaten zu treten, sich einzeichnen sollten. Der Zentralrat der Marine bat diese Liste sofort angehallen.— Leider ; ist es bisher noch Nicht gelungen, die Werbebureau? zu ermitteln� \ die ihre..segensreiche Tätigkeit" über ganz Dcuischlanld aus- breiten. Es handelt sich in di.sem Falle nicht um JnstruktionS- truppen die, wie etwa früher in der Türkei und Japan, Ange- hörige technischer Truppen weiter bilden sollen. Von den Werbern ' wird vielmehr klipp und klar gesogt, dast die Mannschaften Ge- ! legenhcit iub n sollen, sich bald zu betätigen und dast einem schnellen Avancement in Kriegszeiten nichts im Wege stehei NotstaudSarbeiten im Gr«n"wald hat der Verband Grost-Berlin veranlastt. Vorgesehen ist zunächst der Ausbau des Grotzen Man- derweges vom Bahnhof Grunewald noch Schildborn, die Her- ! stellnng von Rodelbahnen, die Verbesserung der Wegeverhältnisse am West- und Ostufer des Gruncwaldsecs und Anlage eines Waa- derweges von der Teufelsee-Chaussee durch die Schlucht nach Schild- Horn. Es bietet sich Gelegenheit zur Beschäftigung von etwa 2000 1 Arbeitslosen bis Mitte des JahreS, 1333 Personen können noch eingestellt werden. Freie Tcfördernng mittelloser Webstofsarbeiter. Webstoff- arbeiter und-arbeiterinnen werden unter Umständen auf den beut- schen StaatSbahnen unentgeltlich befördert. Es gilt dies, wenn sie � mittel- und arbeitslos sind, sowie aus dem sächsischen Staate gebürtig, ' Textilarbeiter und Tertilarbeiterinnen sind, bei der ersten Reise von einer Station der sächsischen StaatScisenbahnen nach der neuen Arbeitsstelle und von dieser im Falle der Rückkehr in die Heimat. Die Beförderung geschieht in der vierten Klasse, auf Strecken ofme vierte Klasse in der dritten der Personenzüge bis einen Monat nach Friedensschluß. Ei« Skandal ist und bleibt eZ, daß trotz der großen Arbeits- losigkeit und der Verschlechterung und der Verteucrng des Verkehrs die Billettschaltcr der Hoch- und Untergrund- sowie der Ringbahn zum Teil geschlossen sind, so daß man sich oft um Fahrkarten an- stellen muß und den Zug wegfahren lassen muß. Ist denn keine Instanz da, die einmal energisch die Interessen dos Publikums vertritt? Zur Steuer der Wahrheit. In Nr. 43 behauptete bi«»Frei- heit", bei einer Haussuchung bei Suckotv sei einem der»jungen Herrn" der Dienstrevolver losgegangen. Dazu schreibt uns der die Haussuchung leitende Gruppenführer:»Meine Leute hatten, in einem Schrank versteckt, eine geladene und entsicherte Parabellumpistole gesunden, die sehr empfindlichen Druckpunkt hatte und beim Ergreifen schon losging. Eine Berichtigung an die »Freiheit" zu schicken, halte ich für aussichtslos." Die„Republikanische Schutztrupvc" wird sich ab 1. Februar »ach den Perba» dlungen mit der Regierung der VolkSwebr ou- gliedern. In ihrer gestrigen Vollversammlung im ReichSlag sprach ihr der Kriegsminister den Dank der Regierung aus. Lrchtbildervorträge für Erwerbslose«nd Arbeiter. DIenS- tag: Anatomische» Institut, Liiisenslr. 56. Pros. Dr. v. Waldeyer-Hcrta: »Der Gehörsinn". Gymnasium Weinstr. Ii». Pros. Fijchel:»Deutsche Er- zäbler in der Malerei". Institut lllr Meereskunde, Georgenstr. 31—3(5, Prof. Dr Graebner:»Unsere beimische Psl.mzen'Dcll"<3. Vortrag: Heide. Moor nnd Sumps). Mittwoch: Jiistilili Kit Meereskunde. P'.os Maischoin»Ans der Jugendzeil der Eisenbahn". Nealgymnasinm Eiisobeth- siraye 57/53, Pros. Dr. W. Penck:»Unser Wissen von der Erde"(1. Vortrag: Mein junger Spartakusfreunü. ii. Zwei Tag« vergingen. Sein Vater kam und erzählte mir, daß er garnichtS von Otto gehört habe.»Vielleicht haben Sie etwas gehört. Er war so stolz darauf, Sie kennen gelernt zu haben— er ging von uns weg mit Ihrem Buch unter dem Arm— er sagt«, er wüßte, daß seine kleine Führerin Sie mit zu ihnen fortreißen würde." Bürger. Offiziere und Mannschaften sammelten sich, gingen freiwillig als Soldaten, um den wachsen-den Terror zu bekämpfen. Ich wurde an das Lager eines 15jährigen Mädchens gerufen, das krank geworden war, weil sie zusehen mußte, wie vier Männer während eine? Straßenkampfcs getölet wurden. »Das Gesicht— ich werde niemals das Gesicht vergessen— er war direkt vor mir, als sie ihn niederschossen— nehmen Sie ihn Wey." Ich konnte ihn nicht wegnehmen, sondern mußte warten, bis eine Pause in dem Schi:ßcn eintrat, um daS Mädchen nach der Eharite zu bringen. Ich mußte das arme Kind in dem Saal ab- liefern, dessen Türe keine Griffe haben— mußte sie hinter vcr- schlössen«» Türen lassen, die nicht das Schreckbild jenes toten Männergeficht'S von ihr fernhalten konnten. Immer wieder tönten ihre Worte in meinen Ohren:»Nehmen Sie ihn weg." Nachmittags versuchte ich gerade einzuschlafen, als ich eine verlöschende Stimme lagen hörte: »Sagen Sie dem Fräulein, daß mein Junge tot ist." Ottos kleiner alter Vater stand in meinem Eßzimmer— mit einem unendlich traurigen, unheimlichen Lächeln auf den Lippen, ein Lächeln, das wie festgebannt auf dem Gesicht war. Er er- zählte mir: »Wir baben überall nach ibm gesucht, und heute morgen fand ihn seine Schwester im SchauhauS. Mein Junge— Sie kannten ihn doch. Fräulein— Sie babcn mit ihm gesprochen. ES war mich nicht das geringste Schlechte an ihm. Das SchauhauS ist voll von solchen Kindern.— Aber wo sind die Anführer? Entflohen! Und das Schauhaus liegt voll junger Leute;— neben ihm lag der Korper eines schönen jungen Mädchens, deren Hand abgeschlagen war. Mein Junge, mein lieber Junge— sie haben ihn gelötet. Aber wo sind die Anstifter? Sie haben ihm Gold versprochen— haben ihn geködert mit Geldversprechungen— warum sind sie noch am Leben?" »Sind Sie auch gewiß, daß es Otto war?" »Otto— ja— natürlich ist et'S— wollen Sie nicht mitkomme» und meinen Jungen sehen?" Das geisterhafte Lächeln blieb auf dem Gesicht des untröst- lichen Vaters. »Aber, Herr Eisner, weshalb haben Sie ihn nicht daheim gehalten?" »Kennen Sie die Jugend von heutzntage? Sie tut, was sie für richtig hält. Ich wollte nicht zur Poligei gehen.— Und dann das Unglück— es gibt keine Arbeit;— und sie gaben ihm Essen." Er wollte nicht weggehen, ehe ich ihm nicht versprochen hatte, zu seinem Jungen zu gehen. Ich hatte eine Verabredung, welche ich nicht rückgängig machen konnte. Ich war froh, daß es im Edcn-Hotel war— da dies einer der ruhigsten Plätze in Berlin ist. Als ich hinkam, standen da bewaffnete Männer mit ihren Helmen. »Hier ist das Hauptquartier der Gardcschützen-Division. WaS wünschen Sie hier?" Ich erklärte, daß ich hier eine Verabredung zum Essen hätte, und als ich den Namen meines Gastgebers nannte, wurde mir der Eintritt gestattet. Nichtige Gespräche sind in den letzten Monaten ganz in Weg- fall gekommen.— Ich erzählte die Geschichte meines kleinen SpartakusfrcundeS. Ich gestand sogar, daß ich in den letzten Tagen mit seltsamen Gedanken umgegangen war. Was würde ich tun. was wäre meine Pflicht, wenn ich eine Wahnsinnige sähe, mit einer brennenden Fackel in der Hand, die versuchte, ein Haus voll Irrsinniger anzuzünden? Und hier war eine Frau, die durch ein falsches Ideal versuchte, die ganze zivilisierte Welt in Flammen zu setzen;— hier war eine Frau, die mit ihrer verführerischen Zunge die Jugend der Welt zur Zerstörung aufrief: � hier war eine Frau, die Gesetz und Ordnung in Auflösung und Chaos vor meinen Augen verkehrte.— die nicht mehr das geistige Gleich- gewicht besaß und die Menschheit dem Abgrund zuführte. Als wir daS Restaurant verließen, wurde uns gesagt, daß Lieb» knecht im Hause sei. Ich wollte ihn nicht schen— meine einzige Hoffnung war, daß er unschädlich gemacht werden würde. DaS Uebriae, sein Schicksal und da? schreckliche Ende Rosa Luxemburgs erfuhr ich am nächsten Tage aus den Zeitungen. Dann ging ich, um meinen Freund noch einmal zu sehen. Seid Ihr Frauen der Welt, die Ihr mich verurteilt, jemals in einem Schallhails gewesen? Kommt mit mir, seht Euch meinen kleinen goldlockigen Freund an, der weggehen wollte, um etwa? zu werden! Sck'aut den Knaben an, der immer in die Lnft geschossen hat— seht den Verband um sein Bein, der befleckt ist mit seinem Blut;— seht den Körper neben Ihm— ein junges Mädchen, das tapfer genug war, eine Handgranate zu ergreifen und, während sie explodierte, aus dem Raum zu entweichen, Die Hand wurde ihr bis zum Unier- arm weggerissen— ihr Gesicht und Körper find gang verfärbt, die Explosion ließ auf ihrem Gesicht schauerliche Spuren zurück— sie starb, ein unschuldiges Opfer der Frau mit der verführerischen Zunge und den falschen Idealen. Neben ihr liegt der tätowierte Körper eine? Seemann», der beim Oeffnen eines Geldschrankes erschossen wurde;— dann kam ein namenloses Wesen, das die Kugel traf, als es einen Blumen- kränz trug. Tie verwelkten Blumen liegen neben ihr mit ihren Kleidern.— Und dann sah ich, was von einem Mann übrig ge- blieben war— ein Körper, ein Nacken— ein Kinn— ein Mund. i Der obere Teil seines KopfeS war abgeschossen, aber die Lippen lächelten noch. Und dann warf ich einen Blick auf Leichnam Nr. 137. Sein Gesicht— das Gesicht von Karl Liebknecht— war unverzerrt, wie aus Stein gemeißelt, und neben ihm, dem ältesten von allen, lagen verzerrt und zerrissen die Opfer seiner Schuld. seines Woll-ns, seines Ehrgeizes! Ihr Männer und Frauen, die Ihr die Welt befreien wollt durch Terror, saht Ihr Euch meine Toten an. Und Ihr alle, die Ihr so lauteS Gcfchrci über die Ermordung der beiden Führer erhebt.— Ihr, die Ihr nach Rache und mehr Blut schreit, denkt an das Ibjährige Mädchen, das hinter den Türen ohne Griffe in dem Saal der Charite liegt. Denkt an das unschuldige Mädchen, das tapfer genug war. die explodierende Granate wegzuwerfen. um ihre Familie zu retten! Ihr Frauen der ganzen Welt, helft mit. Eure Kinder vor explodierenden Granaten zu bewahren. Ein furchtbares Ungeheuer hat sich gegen die Menschheit erhoben. Es handelt sich nicht nur um die Zerstörung Rußlands,— nicht um die Zerstörung Deutschlands, sondern um die Zerstörung der gangen Zivilisation. Deutschland ist daS Welttribunal— Wenn eS ihm gelingt, diese? UebelS öerr zu werden, oann muß die Bestie elend zugrunde gehen. Aber Deutschland muß eS allein fertig bringen. Eine Be- setzung durch feindliche Truppen würde daS Uebel nur augenblicklich eindämmen, ihm aber nicht den Garaus machen» DaS einzige Mittel, eS endgültig aus dem Wege zu schaffen, ist— den Hungrigen Nahrung, den Arbeitslosen Beschäftiguna zu geben. All den Männern Dank, die freiwillig zu den Waffen griffen. um nicht nur deutsche Frauen und Kinder z» beschützen, sondern die durch ihre freiwillige Opferiat dem Uebel Einchalt geboten haben, da? die ganze Welt zu überfluten droht.— Und ich möchte Dir. Du deutsche» Volk, sagen, daß. wenn auch die ganze W lt sich gegen Dich wenden mag und Du vielleicht viel von Deinem Selbstvertrauen eingebüßt hast.— daß ich meinen Glauben an Dich nicht verloren habe. Du bist nicht da? Barbaren- voll, als das man Dich hinstellt. Wie schwer auch die Last sei» mag» die Dir auserlegt wird. D» wirst eS beweisen. Ratz Beveridge. Bon Berlht jtrni Befn»).«ijtmiaBum BflmnrtTltTttr. 18, Brot. vr. v Lunlchan i.Lebren der Zozialanihropologie iür den Wiederu»!bau de» VoltcS'<2. Vortrag � ErblichleilSregcln». Donnerstag: Jnsl�lul Illr MeerrStund», Dr. Epclbinnmi;.DäncniurlS Küsten und Städte�. Freitage Gymnasium Wliiinicistersir. Ib. Pros. Dr. v. Luschan:»Zozial- aiilhroyologie" M., tttttuniiitalorei.fnbril A-G.. Jngenieur-Äb> teilnng SO M.. Firma Tpitz n. Co.. Pultkamerstr. l9. Ableitung Montage und Meister 51 SR., Fi, B. 80 M.. von den Veomtcn und Arbeitern deZ Votttdamcr Vabnbos! L7.50 M., Aib.'iter der Firma Prciauer u. Scholz 60 M, N. N., Bremen ISb M., Dr. Fatkenseld. Cbarlotlenburg 5 M. Im Bund für knlinrpolirik sprlchl Dienstagabend 8 Ndr sBankrtt. Saal. Zlbeingotd. Potsdamer Str. 8) Fr. Dr. He.ene T> i ck e r über:■ »Potiti! und Moral'. Sine Zteriammiung aller Koloninideutschen findet am Mittwoch- abend'1,6 Uhr im.Rkctngold', Bankcltsaal. iiatt. Der Stenographenvercin Stolze-Schrr» zu Berlin«röfsnet neue Lehrgänge für Damen und Herren ohne Vorkenntnisse am S. Februar Klein« Franksurter Str. 6 sam Alexanderplatz) in der 6S. Gemeindeschule, am 4. Februar C., Nicderwallstr. IL sam Spittelmarkt) in der Friedrich-Werderschen Oberrealschulc, am 6. Februar S., Stallschrciberstr. 54 a gelegt. W. 117. Leider nicht, falls eS fich um den nach dem 1. 11. bewilligten T-uerungszuschtag handett.— A. F. 92. ES hesiihi Anspruch aus Er- sah des Nachweis oaien S<1>odens. Zusiäudig ist der Neichsloiiimissar zur Eröricrung von Geivalltätigkeiteu Berlin. PoiSdamcr Str. 88.— Ctinrloitcnaurg 490. Das vicsach ist an den Truppenteil zu richten. Die EiUlassun.g erfotgl voraussichtlich auch ohne Antrag im Februar.— C 3. 399. 1—3. E» beste hl leider lein Aachzahlungsanjpruch. 4. Aus dein Gahlocreinebuicau. o-clic!:>slr. 71, sall» Sie vor Ihrer Cinberusung dcm gewohi» hadeii.— 55. M. Wenden Sic sich an die Zeniralstelle sür Anficselung Kriegsbeschädigter Prtnzenstr. 70.— Fischer Usedomsir. New — 9)1. 200. Sie sind zum StrasantrlU verpstlchtet. Nichten Z>« ein Gesuch um Strascrlah an Die zuständige Staatsanwaltschast.— L M. 404. 1. Richten Sie die Anfrage an die Zentralkommlssion der Kranlenlakke. Atcrandcrstr. zg. 2. �cr Stall biger ist dazu derechiistt. 8. Soweit er sich'.tich, ja. Antrag an die Slaaisanwallschasl.— V, 1900. 1. und 2. Nein.— P. B. 5. Leider haben Sie leiuen Anspruch.— B.®. 33. Die Kürzung ist unseres Erachten» unbegründet.— Landstunnmann 45. 1. Nein. 2. bis 4 Durch Antwort zu t erledigt.— S. ffi. 86. Melden Sie beim Bezirkskom.vanda Ihre VeriorgungSansprüche an und bean- tragen Sie Heilbehandlung duich die Aiililäiverwallung. E R. 9 Adaption ist zulässig, sallS durch amtsärztliche» Zeugnis dargelan werden kann, daß die Ehe liudnios bleibt. Einverständnis Hhrcs Manne» ist ersoidertich.— E. S. 100. 1. Ja. GesängniSstrase von 1 Tag bis) Jahr oder Eeidstrase ton 3 M. bi« 10 000 M. 3. Ohne weiteres nicht. Sie können aber ein Gesuch an das Gericht machen.— P. G: 23. Uciftf stcdt der Geschäslsinhaberin das formal« Recht zur Seite. Das Mädchen könnte nur Aushändigung des Nocles gegen Zahlung von 55 R. fvrdcrn— P.!t. 100. Ja.— W. Nochowstr. 8. 1 Unver- fiänblUl). 2. Von der Stelle, wo die ArbeitSlosenunIerstützung gezahlt wird. Die Adresse stir de» Bezirt in dem der Arbeitgeber wohnt, ersah- rcn Sie auf dcm Volizeirevier.— W. R. 43. Nein.— P. E. 100. 1. Leider nicht. Beantragen Sie ArbeitSlasenuirterstützung. 2, Sie lönnen Ihr Patertei! beanspruchen.— H. 7. Fragen Sie zuvor beim Auswärli- gen Amt an. 2 Linmeldung zur Partei bei Th. Fiicker. Lindenstr. 8, oder bei A. Welker, PersniSstr 1.— 12 Iii. Ja. falls Bedürstigkeil vorliegt. Der Antrag ist an oen. Truppenteil zu richten.— O. 28. 18. Darüber find wir auch nicht genau inio>micrt Ertundiaen Sie fich beim Zentral- arbeilSnachweis si ormannstraßc.— F. T. vZ. 1. Biß 15. November. 2. Tie anteilige Löhnung kann gekürzt werden. 3. Generalkomiuando. 4. Rein.— v. 5. Auswärtiges Amt— T. W. 18. Soweit ersichtlich, , sind Sic zur Zahlung verpstichtet. Falls Sie nicht zahlen, kann Pfändung bezw. Lohnbeschlagnabme ersoigcn.— H. 45. Wir hatten Sie nicht sür verpflichtet, die Teuerungszulage ausznnchnie».— A. A. 8. Nein.— Eebvhrnifle. Wenden Sie sich an die zuständig« Dienststelle wegen Nach» zahl'ing de» Schadens.— wj. Z. 43. Konsenz ist noch erforderlich.— G. M. 65. Ja.— H.®. 23. ES btelht nur übrig, sich mit der Gewerk- schasi in Verbindung zu scdcn— A. A. 26 d. Allein erbberechtigt sind da» Kind und die Witwe. Herausgabe der Sachen lann eventuell im Kiagewcge gesord-rt»v er den.— 29. L. 88. Leider nicht.— RaSka Neukölln. Rufen Sie daß MieieinigungSamt an, Neulilln RathauS. Ob die Frist gewahr« und die Zustellung ordnungsgemäß erfolgt Ist. läßt fich nur nach Einsiclit in den Mietvertrag beurteilni.— 29. H. 56. Der Sol- datenrat tn Gemeiuswasl mit der Betriebsleitung.— F. 24. Als Ge- nieiner 10 M. pro Telaoe. kiutzsiiiö. �sVLsizek�ZLtie, vsdösZlbsitstg llnlj Wöchnerinnen nehmen Fabrikant: Chccnlache Fabrik Apoth. Joh. Prltx Neuhaua, Ottweiler(Bei. Trier) Heoferol- Pille»! Pineas M. 2,50 tn nllen Apothekea ra haben! Mo nicht erhlttiich, Versand portofrei durch Adler- Apotheke, Oiiwellcr(Bez. Trier) Steife für 1822* Herren-An�iigei Dämon- IC est II me, Meter 30,—, 40,=, 80,-, 60,— Tuch-Lag:er Kloch& Seeland Gertraudtenstr. 20/21. KQnsiüchs Zähne von 3 Mark an mit echtem Para-Frledesskaotsclmk OoUJkronen, Brücken. Plomben. 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Raffee-Grsah pro Koos zur Per» teslnng. Voraussichtlich wird w der nächsten Woche'/, Pfd. Marmetade und>/, Pfd. Grau- pen ausgegeben werden. Dl- in dteter Woche in An- arm genommene zweite Per- telluna von Weichläse wird sortgesetzt. «llf Butteradschnitt t der Ledrnsmlnellarre ist noch Puttrr in folgenden Geschäfieu zu hoben i Beamten-Wtrtschaftsvereln, Potsdamer Str. J2. Paetfch, Beratlr. IZ. waezinsft, Blrtenmea 8, Aedler, Bahnhotstr. 2, Nomart 9til.5l(utnbotfftte.96, Drenske. Schttserftr. 12, Dorn, Meher Ztr. II, Iarubezyck. Pichelsdorfersir. 10, Wirtschostsvereinigg Siemens- stcdt, Nonnendauim-Allee 93. Bon Montag, 27. Januar ab kann in den hiesigen Geschäften gegen Abtrennung von Feld 128 der Lebensmittelkarte l Pfund stcffee-Crfag bezogen werden. PI- grünen und roten Be- zugsschein» über Einmachezucker find ungUlrla und bllrfen nicht mehr eingelöst werden. Für dt« Herstellung von itraniendeot bezw. Zwlrback sind folgende Bäckereien zugrtassen: Bäh, Iägerstr. 2. Bäticher. Pichetsdorfer Etr. 45, Großbäckerei Bllht. Eotta. Falkenhagener Str. 44, Damm. Pichetsdorter Etr. 15, »beinrich, Schäfersir. 14. koerbsi, Iohannastr. 83, Minderer. Neißstr. 18. Ioagoda, Wityeimstr. 1d, ILnsch, Fetdsir. 54, stteßt-ng. Schänwatder Str. 78, Ktemp, Seegefelder Str. 43, Krousi. Briiberstr. 23, Kreufchner, Plantage 2, Lätz, Potsdamer Str. 51, Manch. Iohannesstift. Nogai. Potsdamer Str. 24, Obersteller, LoambnrgerStrcklOa Piaiet, Weißenburger Str. 30, Pefrement, Eeedurger Str. 85, Neckln, Nenendorfer Str. 75, Neddeniann, ktre.tftr. 23, Schräder, Neumeisierftr. II. Eecket. Neuendorfer Str. 13, Sperling. Nonnend.-ALze bZ, Poß Lutherftr.>8, Weber, Hafenmart 22. Die Preis» für das Mittag. essen in der Priegstüchr I ! werden vom 3. Februar d. Z. ad erhäht: Ganze Portion 75 Pf. Dalbe„ 4«. Spandau, 24. Januar 191g. I ver Arbeiter, und Soldntenrnr. ver vtagiftrat. ' iiledllvecktz � Beerdigung. Aerftärung am Schloß, Marstall. National« denkmat. Masse und Bvrwärts- Haus, Straßenbarilade in der Friedrichstr. 10 Orlginaladzüge von eigenen Aufnahmen 3». vosifrei. M. VIei. Phvt. Berlin 80 28. Slaiitzez«K. U. Der kommende film des Tages f Regie: 6u gen Burg Opernhaus Königskinder. _ Anlang 7 Uhr. Schansplelhans Flacimnann als Erzieber. _ Anlang 7 Uhr. Volksbühne Theatei am Bü owplati. Direktion Friedrich KayBIer. 7Vj Uhr: Komödie der Liebe. Uirektioi. Max Kemherdt Deutsches Theater. 7 Uhr Und da» Lichi scheinet In der Finsicmis. Mit woch7U.: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kammsrsplete. 7 Uhr: Michael Kramer. Mittwoch I Uhr Oer Sohn. Kleines Schauspielhaus Fasanenstr. I, l'ort 5. TVj.: Die Büchse der Pandora. Miitw.?>/, Uhr: Üle Büchse der Pandora. I. essin K-Thescer Direktion: Victor Barnowsky. 7 Uhr: Der König. Mittwoch: Der Schöpfer. Donnerstag: Der König. Oentsrhes Kllnstler- Thcstcr. AMabendl ch 7'/, Uhr: Nachtbeleuchtong. Residenz-Theater. Bhf. Jannowttzbr. Kgsi. 228. Täei. 8. h ute z. 431. Male- Eugen Burg Der Leiieüssctiöier von Ludwig Fulda. Sonnabend, I. Febr., 7 Uhr: Zum ersten Male: Das höhere Leben. Von Hermann Sudermann. Hansi Arnstadt. Karl Clewmg Etg n Burg. Olga Limburg. J. i alkenstein. Emma Debner. flka OtÜning. Paul BildL Unterhaltungs-Restaurant Wien— Berlin Jä�erstraße 63a. Erusl Waller X ViKtor Killer X Willi Lilie n:: Georg Neomülier X LI. Kauiung:: s i Kapelle Quatav Oott.chulk—— Besigcpiiegie Weine X Vorzügliche Köche Anlang 6 Uhr Eintritt Ircl Theater für Dienstag, cen 28. Januar. Centml-Thoater Die Rose vcnStamhül. deutsch ot» Opernhaus t uhr: Tieflaad. .Fr) edr.-Wllheimst.Th. Wa Uhr; Honncrl. DasDreimäderlha&s 2. Teil. Kleines Theater. v«8 uhr: Tahnla rasa. Tlt Uhr: Komlsrho Oper Lnstsplelhan» Jtir: Die spaniseiiE Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io Die Fasctiicgslee. l�earf» Opcrfttenlnftn#* Schiffbauerd 4a. Norden 281. uhr; Die ksoscDe Susanne. Ballett Charcll, neue Tänze. PftleBt-Thoftter uh'r': Die im Sctiaiteo iTkeu Scliiller-Tbeat. Charl. vi, uhr; Dss Konzert. Thslls-Tlieatcr Lrh>v PolDiSEtie Wirtseliail Th. ara XollPndnrfpiais 7 uhr: Der Jazlaron. Thootfr los«Vslpas 7%u.: Die lustige Wüwe. Sonnab. 4 Uhr: Aschenbrödel. Wallner-Thoater vi, uhr: Geisha. Stg. aVtü.: GsUi tlabeaichts Theater I.<1. RöniggrötzerStrafie Dir.; C..Meinhard R. Bernauer Vt8 Uhr: Musik. Mlttu'och: MutiK. Donnerstag; Äufik. Freitag: Zum ersten Male: Furpus. Schiuspiet In orei Akten von Wi»n. StUcklen. Eomodlenhaus an der Marscnallbrücke V«s Uhr: Eael.l. l| Mittwoch: Tarnende Nymphe, Donnerstag: Eselei. Freitag Erdgeist. LuTu: Maria Orska. Berliner Theater 7 uhn Sterne, die wieder leuchten. rrianon-Theater. ßhf.Friedrichstr. Ztr. 4�27,23 1 Tägl. 8 U. Heute z. 134. Maie; Der gute Ruf von Hemann Sudermann. Mittwoch 3»/.: Aschenbrüdcl. Donn. 3'/,; Sctir.eewlttchc.i. i j Risaier üer FrleÄstailL| Eck« Sriebcid). u. L'inieaftiah«.'' Ncrbrn 86V) Täglich 7"» Butn 110. Mal« Drei tolle Tage. Operftte nsn Bccllg. T.MCIlendorl, llellmuth.Qeurg. Kafltmal-Thcater. 7'/, Prinzeniiebe. Walhalla-Theater. 7»/, Uhr: August der Starke. Boss-Theater. 7'/i Uhr: Uas UreimUrlcrlhana, üastsp. d. Friedr.-Wiih. Theat. Casino-Theater. Ccthrii'.ß. Sit. 37. SünL'/giUbr: Der erfolgreichst« schl»g«r I Borher«rstklasstg« Spezialitäten, und ber urkomllch« KAgs«.: 6tg. 3'/,: Feiecke auf Urcken.! Luisen- Theater. Letzte Auffübr. ngen: ri«: Rene Belraat. abend Tb: Ler Strom. Sonntag 7: Der Strom. Sonntag 3: Die Räuber. So nnugib.Antarig immer 7 U. Apollo B Theater Frltdf.chstr. 218 Dir.: James Klein. 1 VI, 7'/, Pers&ßiiE!!.ilüItretERl | d.«rltb. Kornponltten| Gilbert 1 Dera. dirigiert leine j 1 eig. neuen Komposit 1 b. verstirkt. Monstre- I Orchettcr.Kompomst j | der„Polnischen Wirt- 1 schell-—„Keuschen( Susanne"—„Pupp- j dien"-„Kino-Königin" usw I ttlhg 0! Das Pät.el ! All ä t: nie Welt-Srn- | satlon sowie d U-rige | gr.Varietd-Prngrsmm. I | T'-eaterk.ahloD.gciMl. I Intimes Theater am Nollendurlplatt. | ODIowstr. 6. Lfllto. 2302. 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M., llachmittag» Z'/t Uhr, von der Leichenhalle des De- meinde- Friedhofes in Weißensee. Rölclcstraße, aus statt. 125/19 Ehre Ihre« Andenken I Rege Beteiligung erwartet vir Orlsverwnlkung. Danksagung. ffllr die vielen Beweise herz- Nchfter Teilnahm: beim Hinscheiden unserer lieben Echv??»« Berta Foth sprechen wir hiermit allen Ber- wandten. Bekannten, Freunde» und Freundinnen, insbesondere Herrn Hentschie. Manteuffei- straße 29 sowie dem Deutschen Metallarbeiter- Verband, dem Verein für Feuerbestattung und Herrn Echmahl unseren herz- llchsten Dank au». lvlvd Ledrllelei- lZolle. für Friseure, Meister und Dehilfenl 8täiil!!g gliüüe Mm für Vamen- Zrlseure Herrru-Zriseure.postl- cheur» usw. u. Frlseuseu. ..Zrisenre, flofil- usw. u. Friseus SteüenveFinittiung der Deulscheu Allgemeinen Friseur-Ftg., Berlin IV so, Augsburger Straße 47, Kartenhaus Hochparterre. Weitverbreitetstes und ge- lesenste» Fachbl. d. Friseur- u. Perüaenmacherbranch«. Abonnement pr. Vierteljahr 8,25 M. 7162 HOL MHNUNg! 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Ohue Mttgliedsbuch kein gutritt. 9* Ist Pflicht, daß alle Kollegen und Kolleginnen pünktlich erscheinen. 125,18 Gelbmetall-Jndnstrie! Mittwoch, den 29 Januar 1919, nachm. 41/, Uhr: Mmeßle BlllraBknsital-Soiütlin] für sünitliche Branchen der Gelbmetall- Industrie: Gürtler. Drücker, Schleifer, Galvaniseure, Metall- dreher, Metallformer, Graveure, Ziseleure, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen km Gemereschaftshan», Engel-Ufer 15(Saal 4). Die Tagesordnung wird in der Perlammlnna bekannt gegeben.— Es ist unbedlugt nättg, daß jeder Betrieb «inen Kollege» oder Kollegin vertreten ist. durch �.elitiinss! Achtnngl DU für Souaabeud, de» 25. Januar t»i», angrseßte versammlnog der in der Papier- und panzerrohr- brauch« beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen konnte dikrch ein Versehen dc» Lokaliuhabers nicht stattfinde». Die Versammlung findet nunmehr am Mittwoch, den 29. Januar 1919, nachm. 4 Uhr, in den Saphienfol«», Sophieustr. 17/1»(weißer Saal) statt. Die Tagesordnung bleibt die gleich«. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 29. Januar 1919, abends 6 Uhr: Branchen-Nersammlutig der Gold- und Silberarbciter im«ewerkschaftshauo, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Skellnngnahm« zum Kollektivvertrag. 1 Brauch rnangeiegenhetten. (M13 Mitgliedsbuch legtttmiert I S, ist dringende Pflicht aller Kollegen, pünktlich zn erscheine». Donnerstag, den 39. Januar 1919, abends 7 Uhr Branchen-Vcrsammlung der Graveure und Ziseleure im Sswsrkschastshau», Engeluser 15(Saal I). Tagesordnung: Berichterstattung über die Bcrhandlungen den Brbeitgeberorganisationen. Kolleg«,! Wegen der wichtigen Tagesordnung Ist cht aller Kollegen, pünktlich tu der Versammlung mit cheine». Donnerstag, den 30. Januar 1919, nachm. 4 Nhr: Branchen-Versammlnng der Zigaretten- nud Zigarettenhülsen- Maschinenführer Grost-Berlins w den Btafltnfdlcn, Kaiser-Wilhelm-Straße 81. Tagesordnung: 1. v«richt van»«r Sitzung dar Schlichtung». kammisslan. 2. Bronchenongelegenheiten. 8. Vecschledene». Wege» der Wichtigkett der Tagesordnung ist es Pflicht eine» jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Donnerstag, de» 39. Januar 1919, abends ü Uhr: Mmeifiebmllmllfier-likrWsiiläag w chetnetch» F«flsk»en, Gr. Frankfurter Str.»0. Tagesordnung: 1. p«richt d»r Schlichtungskammisstan über dia letzt« Verhandlung. 2. Diskussion. Pflicht eine» jede» BauNempuer, ist es, in dieser«er. saunulung zu erscheiae»... _ Die Srtsvermaltnng. SeWer öoIJstiieites-Bftöaiiö Vei waltnng Berlin. Tel.: Amt SRorißpiatz 10628, 3578. Bureau: Rungestr. 80 Tischler, Bezirk Osten I, 2 und 3. Miltwoch. den 29. Januar, nachmittag« 4 Uhr, in der Scanerei Pfefferberg. Franlsurter Allee 8>8: Mitglieder-Nersammlung. Tagesordnung: 82/2 1. Bericht über die Tättgkett der Kommission im Jahr»>918. 2. Neuwahl der Kommission. 8. Ausstellung der Kanbidalen zur Generalversammluno, 4. Bczirksangelegcnheiten. Wegen der Wichtigkett der Tagesordnung ist da» Erscheinen jede» Kollegen dringend notwendig. Ohne Verbandsbuch teluen Zutritt. Die Berlrksleitung. MM ber Sattlet n. vorleWkel Ortsveruialtung Berlin. Täscliner,Porte(euiller,Kofferiiiaelier und GalanteriesaUier! vaunerstug, den 30. Januar, abend» präzise 7 Ahr: Branchen-Versammlung w Srnnmaun» Zeslsälen, Naunynstr. 27. Tagesordnung: 1. Die bisherige Tätigkeit der Branchenleitung und Ar. beitsgemeinschatt. 2. Soll unser Tarifverhäitnt» gekündigt werden? 3. Die Erwerbsloftnfursorge bei teilweiser Erwerbs» iosigkM. 4. Aerschiedenes. Zahlreiche» Erscheinen der in der Portefeuille«- und Reise- artikeldranch« beschäftigten Kollegen und Kolleginnen erwartet USA vi« ScanchenleUnng. Maas fiet SaWlrksseMea Ortsverwaltung Groß-Bcrlln. N 24,«Nsaffer Str. 83 Fernsprecher 904«. 813. Avßccorlieüll. IKgfieöeMJedßninilnng Sektion I(Hotel- und Weinhaustellner) Miltwoch, 29, Januar, nachm. 8 Uhr, Pilsener Hos, Kronenftt. 12/18 i. » II(Rcstaurantkellner) Donnerstag, 80, Januar, vor«. 9 Uhr, Lehrerveremshau», Alexanderplaz, m lV(Köche) Donnerstag, den 80, Januar, nachm. 8 Uhr, Bilsen?: Hol. Kronenstr,>2, 13. I. » V(Hoteidiener) Freitag, de» 31, Januar, abend» 8 Uhr, Restaur, Müller, Prinz.Louis-Ferdinandstt. 8. r VI kmännl Hilfspersonal)> Donnerstag, den 80, Iammr, » VII(weibl. Hilfsperson»!) 1 abend» 11 Uhr, Germania- Pracht-Säle, Chansscestraße. Tagesordnung: 1, Bericht Über den Stand der Lohnbewegung. 2. Neuwahlen zur: s) Sellion, d) Ortsoerwaltung, c) General- Versammlung. 8. Verschiedene». 80, g« Infolge der schwierigen Bersammlungszett ist Pünttllch- ieit dringend geböte», 1«- Nur Zutritt mit Mitgliedsbuch.-00 verSaas s. SAelSer. SiLaeiSerlaaea a. lSMearSeltcr NaMlaaSs. Filiale Berlin. Sebastiuuftr. 37/3«. Lsmsudonfektion! fünf öttentl. verillmwlllsigen: Für den Osten am Dienstag, den 28. Januar, abd». 80, Uhr, in der»German ia-Braiierei-, Frankfurter Allee 118: Am Mittwoch, den 29. Januar, abends fj, Uhr, für den Süd- asten im.Reichenderger Hof«, Reicbcnberger Stt, 147: für den dioedcn bei Büttner, Saiwebler Stt, 23: 168/15 für de» N. und NW. in den.Pharus-Sälen«, MUllerstr, 144: für da» Tentrnin nachm, 4 Uhr in der Aula der Friedrich- Werderschen Ober-Realschuie, Zliederwallstr. 12. Tagesordnung: Ankere Forderung an die Konfektion. Referenten Die Kollegen Heiimunn. Knoop, Sabatb, SchoertI u. StOhrncr. Zahlreiche» Erscheinen erwartet Die Kommission. Artillnißeil hrniiiü! Zum yelmatschntz stew Daner- 5vreiwillisse m°n-mcher, Zeit. Freiwillige die Freiwilligen- Batterie de» 3. Garde-.Feld- Art.- Aeglment» in Glienicke ein. Mobile« DeHalt dezw, Löhnung. 5 M tägliche Zulage sowie Verpflegung und Kleidung, Unterbringung in vSrgerqnarlleren. Die F'.ciwilligen-Intlcric d. 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Tageszulage, Unterkunft, Perrfi,[ j Meldungen:«iirn!iEf§8r Str. KS. FreiwilligeD-Zentrü.| Militärpapiere mitbringen. B m&~ Verinitzt wird feit dem 26, August 1918 bei Area» der WerefffM Mdert Schuster der 12. Kamp. Inf.«eg,. 50. Kameraden der 12. Komm welche etwas von seinem I Berdleib wissen oder Angehörige der am 26. August in Gefangenschaft geratenen Kameeaden de« Regiments,' welche Nachricht erhalten haben, bitte ich herzlich um Angaben unier Nllckrrftattung der Uniosten. 9ö4D! Frau iL Schuster, Sbmtet L Posen, Lindenstr. 6. Sozialdemokrat (erfahrener Jurist) sucht Ltelluiig 9g2D in wirtschaftlicher oder politischer Organisation. Angeboie unter 11 7 an die Expedition de»„Borwätts". Für die Bcauisichligitn., der clelivicchtiitchett Wert« siStitn, bestehend aus grob» und seiitmechanilcher Abteilung nnd Wickeiei suchen wir zum baldigen(üntritt einen älteren, erjahrcnen und umnchiigen 120/11» Wi e i st e r in dauernde Stellung, Derselbe muß im Bau und in der Reparalur eleftrücher Maschinen und Apparate, sowohl lür Hoch» und Ntedeilpannuug reiche Ei jabruugen dt sitzen, um den obigen Werkstätten mit Ersolg voitieben zu lönnen. Angebote mit Nennung der Nedallsansprüche, deS EinlrittsiermmS und der ditzbeilgen Tätigkeil, belegt dut ch Zeugnidabschiisien, sind an unsere.Elellrotechmsche Ab- teilung' zu richten, Ncichsstickstoffwerk rieAterit?.(Bezirk H alle». Wsfllff? SkSM aSchinuon, QausmdOrtzcn. S(aeiaaidtich«n. jagenbitch« Oienstmädchen, Zu erfragen im Arbeitsnachweis der Stadt Berlia, Abteilunq für Hau»- personal, Eichhornltr. 1, Belle- Allionre-Piatz 5, Gormann- ftraßr 18, Koppenstt. I(am Straiauer Platz), Panistr 1 (am Kriminalaericht). 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Qaltzowflr. 2-5, Zur Regelung der Vollversammlung der Gr Die SoldatenrSte der Groß-Bcrliner Truppenteile traten am gestrigen Mnntagnachmitiag im großen Eitzungjfaale deS Al-gcord- nctcnhauseZ zu einer Vollversammlung zusammen, auf deren TageS- Ordnung als wichtigster Punkt die Stellungnahme zu der Verord- nng über die Neuregelung der Kommandogewalt und die Aufgaben der Soldatenräte stand. Kamerad Vieh betonte, nach seiner Mcl- nung würden die Rechte der Soldatcnräte durch die Verordnung nicht unerheblich beeinträchtigt. Bei der Verordnung handele es sich auch nur um eine Maßnahme für die Ucbcrgangszeit bis zur Errichtung des VolkSheereS. Der nächste Redner, Kamerad Lange, wandt« sich in cntschie- denster Form gegen die Verordnung. Tie Soldatenräte müßten unbedingt verlangen, daß sie der militärischen Führung gleich- berechtigt seien. Bis zur Schaffung einer verantwortlichen Regierung durch die Nationalversammlung dürfen die Soldaten- röte, die einen Grundpfeiler der Errungenschaften der Revolution darstellen, auf keinen Fall beseitigt werden. Sie könnten durch eine Verordnung überhaupt nicht abgesetzt werden, vor allem müsse die Wirkung der Verordnung auf das Lsfizrerkorps berücksichtigt werden. in dem noch der alte Geist lebendig sei Tie Soldatenräte müßten jedenfalls gegen den Versuch, durch diese Verordnung beiseite gescho. ben zu werden, mit größter Energie P r o t e st erheben.(Leb- haflcr Beifall.) Sodann nahm Volksbeauftragter, Oberbefehlshaber N o S k e da» Wort, der bei seinen Ausführungen wiederholt von Zwischen- rufen unterbrochen wurde. Noöre bedauert« zunächst, daß er der letzten Vollversammlung nicht hatte beiwohnen können und auch heute durch dringende Geschäfte verhindert sei, an der Versammlung bis zum Schluß teilzunehmen. Ebenso bedauere er es. daß ihm nicht Gelegenheit gegeben war, mit den Trupi�en der Berliner Garnison in engere Fühlung zu treten. Wäre ihm dies möglich gewesen, so wäre cZ sehr bald zu einer guten Zusammenarbeit gekommen.(Zu- ruf: Optimlstl) Noske fuhr fort: Gewiß bin ich ein Optimist, und zwar mit gutem Grund, denn in Kiel habe ich mit der dortigen Garnison. LOOCO Matrosen, bi» zum Tage meiner Abreise nach Berlin im besten Einvernehmen gearbeitet, und noch heute erkennen die Kieler Matrosen meine Arbelt an.— Tie Verordnung über die Nuregelung der.Kommandogewalt ist allerdings elwaS lang geraten und nach keiner Seite hin voll befriedigend. Sie stellt daher auch nur ein Provisorium dar, wie denn überhaupt in dieser Zeit, die einen politischen und wirtschaftlich. n Gärungsprozeß darstellt. auf vielen Gebieten nur provisorische Lösungen getroffen werden können, die keine dauernden Einrichtungen bleiben sollen. Gewiß sind die Soldatcnräte Träger der Revolution, aber die große Masse unseres Volk: S�und auch viele Soldatenräte sind sich völlig darüber klar, daß da? Sbstem der Sol�atenräte, wie eS in den ersten Revo- lutionStagen gesibaffen worden ist. nicht eine dauernde Ein- richlung bleiben kann. Die Soldatenräte sollen und dürfen Schar nicht ganz verschwinden, sie dürfen aber nicht auch noch dann eine politische Mack't ausüben, nacktem die Nationalversammlung «ine verfassungsmäßige Regierung eingesetzt hat. WaS in Rußland erträglich erscheint, muß in Teutschland zu völligem Zusammenbruch führen, s Zurufe: öu-hul) Wer das bestreitet, hat von den wirt- sck>aftlick'en Verhältnissen in Teutschland kein richtiges Verständnis. Die Nationalversammlung, die die Regierung schaffen soll, ist nach dem denkbar ireiestc» Wahlrecht gewählt worden. sZurufe: Unter Maschinengewehren!) Tie Maschinengewehr« haben kcineneinzlgenMenschenveranIaßt.gegenseinc Ueberzeugungzu stimmen.(Bravol) Wenn jemals etwas mir schmerzlich war. so war«S dies, daß ich diese inilitörisSen Maß. nahmen treffen mußte.(Bravo und Zuruf: Da» ist einr« Sozial- demokraten nicht würdig!) Noch weniger eine» Sozialdemokraten würdig ist eS aber, den Willen der Mehrheit drS Volkes nicht anzuer'enncn. Wer nicht entschlossen ist. den Willen der Mehrheit zu rckpektierrn, hat kein Recht, sich Sozialdemokrat zu nennen.(Zu- ruf: War das schon immer Ihre Meinung?) Ja. solange ich s o z i a l i st i s ch d c n k e. ES ist falsch, anzunehmen, daß die Ver- ordnung die Soldatenräte absägen will. Heißt eS doch in den Be- stimmungen ausdrücklich, daß auf eingehendste Zusammen» a r b e i t mit den Soldatenrätcn zu achten ist. WaS die A bze i- ch t n f r a y e betrifft, so handelt eS sich bicr nur um eine reine .Schnmdcrsrag?'. Viele glauben, nach Abschaffung der alten Rang. abzcicken auch das alte Svstem beseitigt zu haben. Wir wissen nicht. welche Armee Deutschland nach dem Frieden haben wird.(Zuruf: D a r f II Aber ein so großes Gemeinwesen mutz eine gewisse orga- nisierte Macht besitzen, und diejenigen Leute, die dabei die Führung haben, müssen auf irgendeine Weise gekennzeichnet sein. Seliaffcn wir die Smbole der alten Macht ab, so müssen wieder neue dafür eingeführt werden. ES g ht nicht an. daß man die gesamten Offiziere, die sich uns zur Verfügung gestellt haben, alz„ehrlose Kerle' hinstellt. Sie arbeiten beute ganz in unserem Sinne und haben nicht den ge- ringsten Wunsch nach einer Konterrevolution. In einer Anzahl von Fällen steht aber fest, daß die Soldatenrätc ein recht geringe? Maß von Autorität bei den Truppen besitzen. Deshalb muß über den Soldatenrätcn als Kontrolle immer die Regierung stehen. Wen» Sie sich heute beklagen, daß so wenig OrganisatoriscbeS von unS geleistet worden ist, so müssen Sie sich vor Augen halten, daß eS fast ein« Unmöglichkeit war, derartiges in einer Zeit zu tun. wo unter den Fenstern unserer Arbeitszimmer der Aufruhr tobte. ES gibt in Deutschland nnr eine Gefabr der Gegenrevolution und die besteht in dem unorganisierten Durcheinander der letzten Nonarchiftifche Propaganda des Ter Höhepunkt! Das sonst zu allen Zeiten offiziös gewesene Wölfs- Bureau verbreitet folgende Notiz: Verlin, 27. Januar. D i e GeburtStagiadresse für KaiserWilhelm II., die der.Neichsbote' in Berlin ausgelegt. hat in wenigen Tagen 132 000 Unterschriften von deutschen Männern und Frauen aus allen Berufsständen und allen deutschen Gauen gefunden. Die Frist zur Einsendung weiterer Unterschriften ist bis zum 31 Januar verlängert worden. Ter Wortlaut der HuldigungS- kundgebung wurde heute dem Kaiser tclegraphisch übermittelt. Duldsamkeit in allen Ehren— aber es ist uns nicht be- kannt, daß WTB in Zeiten der Monarchie etwa republi- ? a n i s ch c Propaganda getrieben hätte. Wäre ihm da« ein- �»fallen, so wäre ihm sofort gründlich das Handwerk gelegt worden unter lebhaftestem Beifall der„staatserhaltenden Presse'. Dos Verhältnis des WTB zur republikanischen Regie- rung Teutschlands bedarf sehr der Klärung und grundsätz- licheu Aenderungl_ Höchste Gefahr für Licht nnö Kraft! Tie Berliner Tlektriziiätevrrioroung bängt davon ab, daß jeden Tag eiwa 800 bis 000 Tonneu Steinkohle herangeickiafsi werden. Sobald die Lieteiungcn noch weiter nacklasien, ist mir der Still- I e g»» g der Werke zu reckinen. Alle Sckiriire der NeickiSregierung zur Beilerung der Kodlenvertorgung sind bisher ohne ncnnens- werte Erfolge geblieben. Zwar wird aus Schlesien dauernd ge- meldet, daß die Streiks beendet sind, eine Eiböhung der Beilade- Ziffern aber päßt sich kaum feststellen. Auf die«utrufe de« Nieder. lausitzer BnlelliyndikatS. da» 10 000 Arbeiter verlang», haben sich jedoch nur 150 Arbeiter gemeldet, obwohl in Berlin nach der Statistik 180 000 Mensch«» ÄrbeuSlojetuc»!« beziehen. Kohle wird Rommandogewalt. oß-Bedmer Soldatcnräte. Wochen, das, wenn eS nur noch einen Monat hindurch andauerr, uns zu chaotischen Zuständen, zu Hunaer und Not führen muß. (Zuruf:„TaS kommt sowieso!") Also Sie wollen die Karre einfach laufen lassen! Nein, da» darf nicht ge- schehen, wir müssen und werden allrS tun, um eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen. Dazu bedarf e» natürlich vor allem eines baldigen Friedens, und dazu wieder bedarf es �>or allem einer gefestigten Regierung. Noch vor 8 Tagen hat mir'ein Vertreter Wilfons erklärt: die Regierung sei nicht als vcrhand- lungSfähig anzusehen, weil sie keine Macht hinter sich habe und ein Spielball lächerlich geringer VolkZtcile gewesen sei. Tie Regierung werde alle» daransetzen, um zu verhindern, daß wir durch ein wirt- schaftlichs Chaos zu einer durch Mangel an Lebensmitteln hervor- gerufenen Sterblichkeitsperiode kommen, gegen die die deS Krieges weit zurücksteht. Es wird der Regierung auch gelingen, dieser Not wirklich Herr zu werden.(Lebhafter Beifall.) Tost vom Zeniralrnt der Marine lchute die Verordnung eut- schieden ab. Sie bedeute eine Vergewaltigung der großen Mehr- heit der Soldaten. Gegen die Beseitigung der A.- und S.-Räte, der bedeutsamsten Errungenschaften der Revolution, müsse man sich mit allen Mitteln auflehnen. Ten Ossizicren gegenüber solle man zwar menschlich vorgehen. Er kenne lehr viele, die sick, wirklich mit der Neuordnung der Dinge abgesunocn haben und lohal weiter- arbeiten, aber im allgemeinen herrsche doch im OssizierSkorps noch der alte Geist. Zum mindesten müsse verlangt werden, daß alle Offiziere nur unter der Kontrolle deS Soldatenrats arbeiten. Der Redner schlug schließlich vor, gegebenenfalls einen neuen Rätekon- greß einzuberufen, um die Ansicht ksicscr Körperschaft zu der Ver- ordnung zu hören. Das Mitglied de? ZentralrateS Cohen-Reuß versuchte in längeren Ausführungen die Verordnung zu rechtfertigen. Er wie» darauf hin, daß dieselbe doch nnzweifclhaff gegenüber den früheren Zuständen einen himmelweiten Unterschied bedeute und ein Ansang sei, auf dem man weiterbauen könne. Selbst in Rußland sei von dem alten Soldatcnräteshstcm heute nichts mehr übrig. Im russischen Heer herrsche die denkbar strengste Disziplin, e» sei sogar die Todesstrafe und die Prügelstrafe eingeführt worden. In der neuen Verordnung sei zum ersten Male die Gewalt der Soldatcnräte gesetzlich festgelegt, wa» auch einen erleblichen Fortschritt bedeute. Die Nationalversammlung werde den Soldaten- räten zweifellos nicht mebr Befugnisse geben, al» in der Verordnung festgelegt feien, aber sie werde auch nicht mebr den Ssldatenräten die Rechte nehmen können, die ihnen diele Verordnung gibt. ES gehe nicht au, die Verordnung, die die Zustimmung deS Zentral- ratS, der vom ReichSrätckongreß eingesetzten höchsten Körperschaft. gesunden hat, einlach abzulehnen. Im Falle der Ablehnung hätten die Svldatenräte die Verantwortung für da? bittere Ende zu tragen. Bei gutem Willen könnten die Soldatenräte der Verordnung, die ja noch immer abgeändert werden könne, zustimmen, durch die An- nähme würden sie der sozialistischen Sache jebenfalls einen guten Dienst erweisen. Es müsse immer berücksichtigt werden, daß sich nicht alle Wünsche sofort erfüllen lassen und daß dicsc Verordnung, wie ja alle Gesetze überbanpt. ein Kompromiß darstelle. Darauf ergriff der IlnterstaatSsekretär Göhre das Wort. Göhre gab zu, daß die Verordnung in der Tat nur Kompro- mißarb eil und für den Augenblick geschzaslen sei. Sie sollen das Rätesystem, das ein leidenschaftliches Gewächs der RevolutlonS- tage und ein« Art russischer Nachahmung gewesen sei, neu organisieren und mit deutschem Geiste erfüllen. Aus diesen Grün- den heraus müsse die Neuordnung gesetzlich sanktioniert werden. Da» oberste Gesetz der Demokratie wäre, alle Interessen de» ein- zelnen zurüchzustcllen zum Wohle des Ganzen Es sei vielfach übersetzen worden, daß die Soldatenräte als Aufsichtsbehörde über der lokalen Kommandogewalt stehen. Wo taktisch etwa» geleistet werden soll, dürfe nur von einer Person der Befehl gegeben werden. Sonst würde die Truppe zu einer Hammelbcertie dearadiert. Tie VertrauenSleuie. die an der Seite de» UnterslaatSlekretärS arbeiten, sind durch die Wahlen der Truppenteil?!nS Kricgsministerium geschickt worden und dort haken sie erfolgreiche Arbeit geleistet. Vielfach haben sie verhindert, daß die dort befindlichen Offiziere sich Uebcrgriffe zuschuldrn kommen ließen. Ein Vertreter der Marine hob die großen Verdienste der Soldatenräie bei der Durchführung der WafsenstillstandSbcdin- gungcn, namentlich bei der Marine, hervor. Nachdem min die Soldatenräte diese ungemein wertvolle Arbeit geleistet baben, sollen sie durch die neue Verordnung anscheinend an die Wand gedrückt werden. Nachdem ein Antrag auf Schluß der Debatte abgelehnt worden war, machte der Führer des Regiments Franz Spiro auf die Folgen der Verordnungen in OffizierSlreisen aufmerksam. Der alte reaklionär« Geist rege sich bereits wieder. So habe ein frühe- rer Offizier des Regiment? Franz erklärt, die Offiziere warteten nur auf ihre Stunde, und der Oberst Reinhard soll erklärt haben, daß er nach der Nationalversammlung Soldatcnräte an die Wand stellen werde. Nach längerer Debatte wurde ein S ch l u ß a n I r a g angenom- mcn. Tic Versammlung stimmte dann einem Antrag auf Ein- setzung einer achtgliedelgen. aus je vier Vertretern der beiden sozia- listischen Parteien bestehenden Kommission zu. die gcmelniam mit Vertretern der einzelnen Armeekorps AbändcungSvorschläge zu der Verordnung über die Neuregelung der Kemmandogewalt au». arbeiten und der zuständigen Stelle unterbreiten soll. Bei Schluß de? Berichts dauerte die Sitzung noch an. nur noch an Lebensmittel-, Papierfabriken. GaS- und Elektrizitätswerke abgegeben. Diese Mastnahme allein bedeutet eine Still« legung des größten Teil» der Privatindustrie. Die Erwerbslosenunterstützung. Mit Rücksicht auf die außerordentlich hohen UnterstützimgSlätze für Erwerbsloie, welche während der politischen Uiirubrn in vielen größeien Siädten von den Erwerbsloie» erzwungen worden sind. bat das Demobilmachungsamt durch eine neue Verordnung nach Ortsklassen abgestufte Höchstsätze eingeführt, welche für Groß-Berlin 6 M. für Verheiratete und Unverheiratete und ferner l.bO M. für die Ehefrau und 1 M. für jede« Kind betragen. so daß z. V. eine Familie mit zwei Kindern 9,S0 M. täglich erhält. Nach dieser Verordnung können jedoch höhere UiiierstützungSiätze bis zum 1. April bcibeholien werden. Ter T-mobilmachuugsausschuß hat beschlossen, die Frage eine« laiiglamen AvbaucS der jetzt gültigen Unterstützungssätze durch den HaupiaiiSichiiß ffit Erwerbslosenfürsorge prüfen zu lasten. Es wurde jedoch beichiosscii. baß vom 1. Februar ab nur noch 4 Familien- augehörige berücksichiigt werde« lönnen, ein Höchstsatz von 13.22 M. für den Tag atio nicht überschrilteu werd«n darf. Ferner wurde auserncklich festgelegt, daß d«» Streiks keine Er- werbSlosenunterftüyung gezahlt werden soll, wenn die Arbeil lediglich wegen Lobnüreitigkeiten nieder-«legt wird. An Personen, die während des Krieges zur Aufnahme von Arbeit in einen anderen Ort gegangen sind, sowie Kriegsteilnehmer, die an einem Ort ihren Aufenthalt genommen, ohne an ihm ihren Wohnsitz zu haben, darf dort nicht länger«IS insgesamt 4 Wochen Unterstützung gewährt werden. Der DemobilmachungSausschuß Groß-Berlin hat beschlossen, Unterstützungen an solche Personen nur für höchstens 14 Tage auszuzahlen. Diese Beschränkung tritt nicht ein, wenn Erwerbslose in Groß-Berlin mit ihrer Familie einen gemeinschaftlichen Hausstand bereit» begründet haben und noch führen, oder wenn die Rückkehr in den früheren Wohnort tat- sächlich unausführbar ist. Für die UebergangSzeit ist bestimmt, daß an Personen, denen auf Grund der vorstehenden Bestimmungen nur für 14 Tage ErwerbSlosenunterstützung zusteht und die bereits Unterstützung beziehen an dem auf den 4. Februar folgenden bis- her für sie als Zahltag feststehenden Wochentag zum letztenmal Unterstützung ausbezahlt wird. Freie Fahrt zur Reise in den früheren Wohnort wird bewilligt. Die Arbeitsnachweise dürfen den der Beschränkung der Unterstützungsdauer unterliegenden Per- soncn nur insoweit Arbeit vermitteln, als erwerbslose Groß-Ber- liner Arbeiter für die Besetzung der offenen Stellen nicht vor- handen sind._ Die Versicherungsangestellten. In einer Vcriammlung der VersicheruiigSangcstcllten von Ge« iellichafien. die außerhalb BcilinS ihren S�tz haben, führte Genosse Schmidt aus, daß die Foiderungen von den hiesigen Gesell- fchaflen aneklannt seien, jedoch die auswärtigen Geiellschaften trotz meluwocheuilicher Verhandlungen sich nicht bereit getunden hätten, den gleichen Berirag anzunehmen. Es baiidelt sich in de, Haupl'ache um die gestaffelte EiitschuldunaSzuIage sowie um die Verpflichtung, daß bi? zum 81. März feine Angestellten gelündig» werden dürfen. Da bei der Veischleppungstaftik der Gesellfchafic» endlich ein Resultat er- zwungen werden muß, werde» die gesamten Angestellten am Mitt- woch ein Ultimatum überreichen. ES fordert die schriftliche Anerkennung deS VeitiagcS bis zum kommenden Montag mittag um 12 Uhr. Andernfalls müßten die Angestellten alle gewerlschaftlicherr Zwangsmittel anwenden. ES wird daher sttr diesen Montag nachmittags S Uhr eine abermalige Versammlung einberufen, in der im Fall der Nichlaunahme des Ultimatums der Streik beschlossen wird. Die Angestellten der Subdirelnon der Frankfurter Allge- meinen V«sichmii>flS-Ge>ellschaft stehen bereits ieit gestern mitlag im Ausstand. Von auswärtigen Geiellichaflen hat bisher nur die Magdeburger Feuer-VcisicherungS-Gcsellschaft die Forderungen an- genommen. Ts kommen besonder« die VersicherungSgeiellichafleir m>t dem Sitz in Halle a. S., Leipzig, Gotha, Köln a. Rh., Aachen und Magdeburg(Wilhelma) in Frage. Nach dem Referat entspann sich eine mehrstündig« andauernde Auseinanderjetzuug zwischen dem Zentralverband und dem Vtfinchkticr Verband. vke Gasprewechohun?, die nun auch für Berlin droht, soll hier— wenn die Ttadtvev- ordnetcnv.rsannulung zustimmt— zurückdatiert werden. Der Magistrat beantragt, die erhöhten Preise von der letzten im Dezeinber 1018 erfolgten Gasmcsscrstandaufnahnie ab fest- zusetzen. Wenn daS einen Sinn hat, so kann ei nur beoeutcn, daß alles seit jenem Zeitpunkt verbrauchte GaS schon mit dem erhöhten Preis bezahlt werden soll. DaS wäre ein Verlangen, dem b'i Zab- lungsweigerunq eines GasabnchmerS gewiß kein Gericht seine Zustiminuilg geben würde. Bis zu dem Tage, wo die erhöhten Pr.ise durch Bcschlrffse beider Gemeindebehöroen festgesetzt und bekanntgegeben sind, kann doch wohl dem Abnehmer für die van ihm bis dahin verbrauchte Gersmeilge nur der bisherige Prot» be- rechnet werden. Fast möchte man annehmen, oaß in der Vertage de» Magistrats die Angabe-Dezember 1018" out tu SchreiS» fehler ist_ Der Straßsnbahnwerkstattstreik. Die technischen Angestellten der Großen Berliner Straßenbrrhn sind gestern aus den Gründen, die wir in der Morgenausgabe iilittciiten, in den Streik getreten. Beteiligt sind a» ihm etwa 2000 Personen. Gestern abend waren die Vertrauensmänner im GcloertschaftShaus versammelt, um die Lage zu besprechen und Stellung zu nehmen gegen eine von der Dircltiou durch die dürgrr- liche Presse veröfjcnttichle Erklärung. Große Entrüstung hat eS hervorgerufen, daß einzelne Straßenbahnhöso von Militär besetzt worden sind. ES wurde die Meinung auS° gesprochen, zwischen den technische» Angestellten und dem Fahr- personal ei» engeres Verhältnis zustande zu bringen. Gegenüber den von der Direktion gemachten Angaben über die Höhe deS JahreSverdiensteS wurde hervorgehoben, daß die Ueberstundemvirt- schalt in vollster Blüte steht. Dlan legte einen Lohnzette! vor, der 79 Arbeitsstunden auS einer Woche nachwies. Ein anderer Redner verglich mil dem Jahreseinkommen der Angestellten die fetten Ge- hälter und Pensionen der Direktoren und AufsichtsratSmitglieder. DaS Gehalt des Generaldirektors beträgt, wie Orthmann angab, 100 000 M. Orthmann erklärte eS als einen Fehler, daß die An- gestellten ihre Forderung einer E n t sch u l d u n g s s u m m e. die jetzt den Anlaß zu dem Streik bildet, erst hinterher vorgebracht haben. Ueber den Entschluß zu streiten sei die Organisation im U n k l a re n gelassen worden. Eine Stillegung de» S t r a ß e n b a h n b e t r i e b» sei für die Arbeitevbevölkerung Grotz-BerlinS von tiefgreifender Bedeutung. Die Frage, ob man da» Fahrpersonal zu einem Sympathie st reik anregen solle. müsse sehr ernst geprüft werden. Für die Unternehmer, die eine „Schraube ohne Ende' fürchten, handle ei sich um eine Machtprob«. Demgegenüber versicherte ein Redner, daß die Bewilligung der Forderungen Zufriedenheit schaffen würde. Schumann führte aus: So kann es nicht weitergehen. Ohne die Organisation läßt sich ein Augenblickserfolg, aber nichts Dauernde» erreichen. Biele Arbeiter handeln u n s o z i a l i st i s ch. sie sägen den Ast ab. auf dem sie sitzen. Es kann ein Tag kommen, wa die ganze ArbeiterbivLIkcrung dagegen Front macht. Dietrich schlug nochmalige Verhandtungen mit der Direktion vor. Angenommen wurde ein« Erklärung, dir die Zurückziehung des Militär» von den Bahnhöfen fordert. Die Vertrauensmänner verpflichten sich, selber für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Heut« findet ein« neue Ver- trauenSmännerversammlung statt. Die Straßcnbahnhöfe haben militärischen Schutz erhalten. Selbstverständlich kann sich diese Maßnahme nicht gegen Streikende, sondern nur gegen Elemente richten, die etwa die Werkstätten be- schädigen wollten. Die bekannten Vorgänge der letzten Wachen sind daran schuld, wenn solche Vorsichtsmaßregeln ergriffen werden, deren baldigste» Verschwinden wir nur wünschen können. Schwindel Rr. wieviel? In den nnabhängigen Blättern llest man. die politische Abteilung im Polizeipräsidium un«er Leitung de» Volizeid'rektorS Henniger sei w'eder hergestellt. Wie au» dem Polizeipräsidium mitgeteilt wird, ist daran kein Wort wahr. partswachrichten. Die Zentralstelle der Arbeiter- und Svldatenräte der Provinz Brandenburg bernft soeben die 2. Provinzialkonferenz ein auf Sonnabend, den 1. Februar 1919. vormittags 10 Uhr nach Eharluttenburg, Witzlebenstr. 2(ReichSmilitürgericht), Untergrund- bahnhof Sophic-Charlotteplatz. Varlnufige Tagesordnung: 1. Die Tätigkeit der A.» und S.-Räte und ihrer Kontrollinstanzen in der Provinz Brandenburg. Festlegung von Richtlinien. 2. Neuwahl de» VollzugSrat» für die Provinz Brandenburg. 8. Sonstige An- träge.— Jeder Krei» kann für j« 20 000 Einwohner einen Ve» treter entsenden. Alle Kreise werden dringend gebeten, an der Konferenz teilzunehmen und die gedruckte Vorlag« einzufordern, wenn sie noch nicht eingegangen ist GewcrkschcsisbtlvMng Mschiuß See eifQß-kothringisckcn SiMerkschaflen an öen französischen �eWerkschafisbunü. Da?»Corr?spc>ndenzblatt" berichtet: Da? endgültige Schicksal E! s a f;- L o t b r! n g e n? ist noch nicht durch irgendeinen Vertrag bestimmt. Tttan kann noch hoffen, dost dnc 14 Punkte Wilsons auch für die reichsländische Vevölkerunp zu gelten haben. Doch von dem Cetbftbe stimm ungerecht der Völker ist, wenn die Elsast-lkvthringcr in ssrage stehen, nirgends die Rede. Die weftstaatlichen Regierungen, und mit ihnen die sozialistischen Vertreter, scheinen diese Sack)?, deren Wichtigk.il sie vier Jahre hindurch unablässig betont haben, für zweifelsfrei ge- regelt zu halten, noch ehe frie Bevölkerung der Reichslande durch Abstimmung ihre Meinung kundgegeben hat. Sie mögen anzu» nehmen geneigt sein, das Volk sei mit ihren sclbsiherrisch getroffenen Mastregeln ohne weiteres einverstanden. Cch eS wirklich an dem ist, vermag zur Stunde niemand zu sagen. Wie sich di: elsast-lothringi« sehen Partei- und Gewerkschaftsgenossen zu dem An- schlust an Frankreich stellen, läßt auch der Bericht von der Kons«» renz nicht klar erkennen, die am 4. und» 5. Januar in Strastburg stattfand. Diese Zusammenkunft hatte den Zweck, das Verhältnis der elsast-lothringifchen Gewerkschaften zum französischen EewerkschaftS- bund zu regeln. Von der französischen Gewerkichaft-zentrale waren I o u h a u x und M e r r b e i m erschienen, denen sich dann der ehe- malige Abgeordnete von Metz, Weilt, Und> Albert T h o m o S zu« gesellten. Von den Gewerkschaften nahmen Vertreter aus Kolmar, Mühlhausen, Metz. St. Marie aux Mines l?> und von den Dietrichschen Werken in Niederhronn teU. Als ihr Wort« sührer waltete der LandtagSabgeordnet? JmbS. � In seiner Tr, offnungSrede erklärt? er nach der»Humanitä'� Wir werden gemeinsam d>ie praktischsten Wege für den Anschlust an Si' Nun wurden inneroryanisatorische Fragen erledigt. Zum Schluß bekräftigte der Vorsitzende Jmbs noch einmal die proste Freude, womit die elfast-lothringischen Gewerkschaften in die feau- zösischc Organisation einträten. den Anschlust an die französische Gcwerkschastsorganisation suchen. Die Sprach- schwierigkeit hindert, dost der Iiisarn menschlust so schnell vor sich geht, alz wir alle wünschen. Die Mitglieder der elsast-lothrin- gischen Gewerkschaften können nur deutsche Zeitungen lesen. Allein das ist nur eine vorübergehend« Schtoieriflkeit. die schnell übet- stiegen werden sollte. Die rationellste Art wäre, die bestehenden Gewerkschaften in Elsast-Lotchringen in einen Bezirksvcrband zu vereinigen, der sich dann als Ganzes dem französischen Gewerk- schaflsbund anzuschliesten hätte." Jmbs macht im Namen seiner Kollegen den Vorschlag bekannt, die bestehenden 4S GewerkschastS- gruppen ihren Beruken nach in tt Jndustrieverbände zu vereinigen. wogegen sich die Vertreter des französischen Gewerkschaftsbundes wendeten. Dieser Ptan widerspreche den Grundsätzen der ftanzo- fischen GewerkschastSbewegung. welche die Gruvpen nach. Beruf oder Industrie in verbänden und nicht in BezirkSorganisatlonen vereinige. Die elsaf,-lothringischen Berireter meinten jedoch, ihr Plan habe als Uebergang zu gelten, und dast er für die bessere Regelung der UnterstützunaÄeistungen gctroften fei. Nach e-.ner weitläufigen Auseinandersetzung, dw den Unterschieden der deut- sch-n und französischen Zentralisierung der BeitragZgelder und Unterstützungen galt, wurde folgender, von Jmbs gemachte vor- schlao einstimmig angenommen: ES werden drei BezirkSverbande mit ihrem Sitz in Metz. Strastburg und Mühlhausen geschatsen-, die alle die Gewerkschaftsgruppen ibrcs BerciSc�umfaflen. Die?e drei Vevbäirde bilden den Regionalverband ElsckR-Lothringen. der sich als solcher dem französischen Gewerkschaftsbunde anschliefst. Bei der Erörterung diese? Antrag» beklagte sich der Gtrast. öurger Vertreter L. Meyer sehr über die deutsche Zentralisation, die den elsah-lothringischen Gewertsckmflen von ihren 29 Beamten 24 aufgezwungen hätte: auch lieste sie den Ortsgruppen nicht ge- nügcnd Selbständigkeit, eine Meinung, die der Mühlhavsencr Mick» aleichsalls vertrat. Als Besonderheit verdient bemerkt zu werden, dast dem obigen Antrag auch der Vertreter der christlichen Geioerkkchafteii Amman, zustimmte. In der Begründung seiner Stellungnahme führte er rrnS:.Meine Mandatgeber wünschen, sich schatten besitzen wohl gefüllte Kassen und viele organisierte.Kräfte Die wirtsebaftlichen Kräfte stehen jetzt im vordertreften und die 1 Arbeiterklasse gibt sich nickt mehr mit dem Zustand der Ver-: gangenbeit zufrieden. Die Löhne sieben weit unter den Nnterbal- 1 tungs'osten. Wie die anderen, so wollen auck die ckrisilichkn Ge- � werkschaftcn an der nötig werdenden Bewegung teilnehmen." Nachdem die Beibehaltung der bisherigen ihöhe der Beiträge angenommen, wurde beschlossen, ein G e w e r k s ch a f t S b l a t t in deutscher Sp ache mit französischen Aufsätzen herauszugeben, dem späi?: allwöchig eine französische Beilage angefügt werden könne. Bezüglich de? sofortigen Anschlusses an die Pariser Zentral« be- meiste ein lothringischer Vertreter, es könnten dadurch gewisse Schwierigkeiten boceitet werden. Die deutsche Organisation, der bislang fast der gesamte Beitrag zugeflossen sei, könnt- den An- schlust als Vorwand nebmen. die Zurückzahlung cm die Elsast- Lothringer erst nach Unterzeichnung des Fri.denSvertvap.es zu leisten, als auch ihnen die G werbö. und die anderen Unterstütznn- ?en vorenthalten, worauf sie ein Recht hätten. Di? Unannchmtich- eit sei um so gröster. als die Gewerkschafter Elsast-LotbrinoenS immer— und unter wieviel Anstrengungen— die ganze Höbe ihrer Beit�iia« einaezablt haben, während die Berliner damit noch rückständig sind. Die lebhafte Aussprache, die diese Erklärung entfachie, wurde von Joubanr durch die Mitteilung beendigt, die j elsa"-lothringisck'en Gewerksckaiten dürften vollständig aus die mo-: raiische und materiell« Unterstützung der französischen Organisation! zählen. Nach dieser Versicherung ist dann der sofortige Anschluß! beschlossen worden, i EinstellunqSzwang zugunsten Schwerbeschädigter. Durch Verordnung vom S. Januar 1919 ist zugunsten Schwer- belchädigier. d. h. Perionen. die auf Grund de« MannschakiS- veriorgungS« oder OifizierpensianSgesetzeS oder der reichsgesctzlichen llnfallveksicherung eine Rente von bO vroz. oder mebr der vollrenle bezieben, ein BeschäsiigungSzwang eingefühn werden. Alle Ssientlichen und privaten Unternehmungen und Büro« baben mii je 100 insgesamt beicbä'tigte Perionen aus je HO einen Schwerbeschädigten einzustellen. Die Durchiübrung der Verordnung ist im Benehmen mit den Hanptiüri'orgeorganitationen der Kriegsbeichädigtensüriorge, in vlivatcn Betrieben vom DemobitmachungSkoiumissar. in öffentlichen Betrieben von den Aufsicht«bebörden ,u überwachen. D'.e Ucber» wachungsstellen können jede eriorderliche Auskunft einboien. Schwerbeschädigte dürken nur nach Anhörung der Arbeiter- auSichüsse und mit Ktägigrr Kündigungsfrist entlassen werden. lo- fern nickt ein wichtiger Grund zur ioiorligc» Entlassung vorliegt. Arbeitgeber, die sich der Einslellungspflicht schutdhaft entziehen können mit Büsten bis zu lO 000 M. belegt werden. Die Kriegsbeschädigten de« gesamten SiemenSkonzern« haben in einer veriammlung bereits zu dreier Verordnung Stellung ge- nommen und folgende« erklärt: Diese Verordnung ist io mangel- � Haft und ungenügend, dast sie nicht al« eine solche zum Schutz und z zur Förderung der Krieg«be!chädig:«n anzuieben ist. Nach der Veröffentlichung der Verordnung ist die Entlassung zahlreiche>' Kameraden ausgesprochen worden, die in den nächsten Tagen arbeitslos werden. Die versammelten Kameraden fragen voller Erbitterung:»Wie verträgt sich diese Tatsache mit der verpsirchtung de« StaaieS, die- jenigen, die durch den Krieg am schwersten getrosten sind, im Wirr. >chaf:«leben unterzubringen? Will man die Kneg«deichäölgten ichutzto« der Willkür der Unternehmer aussetzen? � Die Kriegsbeschädigten verlangen den sofortigen Erlast einer Verordnung, die al« wirtliche Schutzverordnung anzusprechen ist und unter den gegenwärtigen Verhältnissen jede Entlassung van beschädigten Kameraden verbietet. AuSgeiprochev? EuUaisuiigeti i'nb rückgängig zu machen. Sollte diese Forderung abgelehnt werden so verlangen die Versammelten von ihrer Organisation die Veranstallung einer Demonstration für Sonntag, den 2. Februar 1919, um in breiter Oeffeutlichleit zu bekunden, dast man seitens der verantworcichen Stellen nicht geneigt ist, etwas zu tun, um die Leideu und Nöte der KuegSbeschädtgten zu mildern. der da« Vertrauen der Mehrheit nicht besitzt, gegen die mehr- heitSiozialiilische Regierung eine so infame Hetze betreiben darf." Lohnbewegung der Versicherungs-Nngestellteu. Die Einkaisierer, Einnehmer und Einnebmerinncn werden darauf aufmerksam gemacht, dost die für sie zuständige Organisation nur der.Deutsche Transportarbeiter- Verband, Sektion der Einkaffierer und Kassenboten, Bureau Engelufer Ib. Zimmer 3t—?S, ist.— Alle Antragen sind an ven Obmann d-r Branche Kollegen Friedrich L u ck o w, Berlin N 113, Carmen-Shlvastr. 29. zu richten. SO 000 Mitglieder. De? Gemeinbearbeiterverband hatte am Beginn de« Jäher« 1918 gesamt 83 000 Mitglieder, darunter 7000 weibliche. Inzwischen ist die Mitglicderzahl auf zirka 900 0 0 gestiegen..Die Gewerkschaft", da« Verbandsorgan, zählt bereits die reguläre Auflage von 1 0 0 0 0 0. Tie Auftage de«..Schuhmacher-FachblatteS". Organ de« Zenrralverbandc« der Schubmacher Deutschlands, hat zurzeit eine Höhe von 4 0 0 0 0 erreicht. GerickkszeitLny. Wie Spartakus und die U. S. in der A. W. Nord Spandau herrschen. .Wr haben die Arbeiter hinter uns," so lautet e« bekanntlich zuweilen in den Spalten der.Freiheit". Aus der Tatsache, daß Unabhängige in trauter Gemeinschaft mit Spartakus in den Betrieben dos Szepter an sich gerissen haben, schlußfotgert die ..Freiheit", daß auch die Arbeiter hinter den Unabhängigen ständen. Dast diese Annahme eine durchau» irriae ist. baben wir wiederholt nachgewiesen. Bestätigt wird unkere Auffassung wiederum durch ein Schreiben von Arbeitern au» obengenannten Betrieben. Tarin heistt eS:.E« ist kaum zu glauben, wie kpartakiitische und unabhängige Theorien sich die Macht in dem Betrieb angeeignet haben. Dieselben haben ez auch hier anfänglich verstanden, sich das vertrauen der Arbeiter zu erwerben, um sich in den Arbeiter- rat und al« Vertauensleute wählen zu lassen. Jeder Arbeiter glaubte ja auch, ihre Obleute seien nur dazu da. die wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterschaft zu vertreten; insofern blieben die politischen Auffassungen der Vertrauensleute unberührt. Dast die Arbeiterschaft einen Fehler beging, al« sie bei der Wahl der Ver- traunSleuie nicht auch Mehrheitssozialisten a!» Kandidaten aufstellte. sollte sich bald zeigen. Zunächst wurde die Arbeiterschaft der A. W. Nord an mehreren Tagen nicht in die Betriebe ge- lassen; die Tore waren geschlossen und durch Bewaffnete bewacht. Andauernd wurde gegen die Regierung gehetzt und zum Streik sowie zu Demonstrationen aufgefordert. An den Umzügen belei- ligten sich nur wenige, gleichwohl wurde die Mehrzahl der Arbeiter gezwungen, zu streiken. Auch am 17. Januar kam es zu einer ganz unzeitgemästen Abstimmung über einen Sympathiestreik für Liebknecht und Rosa Luremburg, welche die sofortige Arbeits- niederlegung zur Folge hatte. Viele der Leute, die bei der Ab- stimmung di Hand hochhoben, wußten gcrr nicht, um was es sich bandelte, weil der Redner von vielen nicht verstanden wurde. Sie staunten denn auch, daß sie auf Anordnung de??lrbeiterratS sofort die A. W. verlassen mußten. Daß der Mehrzobl der Arbeiterschaft der A. W. absolut nicht? an Streik« und Demonstrationen gelegen ist, bewies der Beerdigungstag Liebknechts. Hierzu wurde wieder kehr lebhaft agitiert. Sonderbarcrweike swllte es diesmal der Arbeiierrat den Arbeitern frei, daß. wer arbeiten wolle, arbeiten könne. Jetzt zeigte es sich, wie die überwiegende Mehrheit der A. W. Nord denkt. Es arbeiteten am Sonnabend, den 25. Januar, etwa 78 Proz., während 22 Proz. fernblieben. Die Mehrheitssozialisten ziehen es vor, sich nicht mit ihren Gegnern in ein Wortgefecht einzulassen, weil sie meisten? niedergeschrien werden. So darf es aus keinen Fall weitergehen und ich bitte die Genossen, sich energischer wie bisher zu wehren. Es ist nicht mehr zeitgemäß, daß ein Arbeiterrat eine» staatlichen Betriebs, Vom„politrschkn Geheimbund". Die Anklage wegen versuchter Erpressung durch Bedrohung mit Mord, die den 41jährigen Arbeiter Carl Rietze gestern vor die 4. Strafkammer d?S Landgericht» I führte, veranlaßt« längere Erörterungen über die aufreizenden a a t i- f e m i t i s ch e n Flugblätter, die im Dezember vorigen Jabre« auf den Straßen, besonder? im Westen, verteilt wurden. Der Ange- klagte, der den Feldzug in Rußland mitgemacht bat und jetzt an schwerer Hysterie leidet, hat zugestanden, zwei Erpresserdriefe an die Kaufteute Mar Bebrcnd und Leopold Cohnreick geschrieben zu haben. Die Adressaten wurden aufgefordert, je 20 000 M. zu einer bestimmten Abendstunde an einer genau bezeichneten Stelle abzu» liefern. ES wurde gleichzeitig bestimmt, wie da« Paket mit dem Gelbe zu tragen und wie*8 an die Vertrauensperson, die sich durch besondere Haltung de« Taschentuch« vor dem Mund» kenntlich machen werde, abzuliefern sei. Damit wurde»im eigensten Interesse" die Warnung verbunden, sich ja nickt mit irgend einer Behörde in Verbindung zu setzen, da dies den Adressaten den Tod bringen würde: in dieser bewegten Zeit komme es auf ein Men- sckcnleben mebr oder weniaer nicht an. Zum Schluß hieß eS: ..Wir belästigen Sie nur ein einziges Mal; viele Ihrer jüdischen Glaubensgenossen müssen noch mehr zahlen, es sind schon 400 000 Mark beisammen. Es sind schon mehrere jüdische Herren, die sich bereit erklärt haben. Geld zu zahlen, dadurch Mitglieder des Bundes geworden. Der volitische Geheimbund." Die Adrekkaten gingen mit dem Paket in der Hand an die vorgeschriebene Stelle, gefolgt von Kriminalbeamten: e« ließ sich jedoch der Ervresser nicht sehen. Er muß aber doch aufgepaßt und Lunte gerochen baben. denn am nächsten Tage erschien ein Mann bei Herrn Cohnreich und überreichte ihm persönlich einen Briet jn welchem der»politisch« Geheimbund" ersuchte, da? Paket dem Nebcrbrinaer ailSzulietern. denn»gestern schien e? so. als hätten Sie Deckung." Nun wurde der Angeklagte, der der Ueberbringer war, festgenommen.— Er war auch der Schreiber der Briefe, vor Gericht erklärte er au' die Frage de» Vorsitzenden. LandgerieWS-DirektorS S ck m i dt. wozu et da« Geld haben wollte, folgende«: Er habe die Flugblätter be- kommen, die gegen die Juden hetzten. Da habe er sich nach Schöne» berg begeben, wo in der Wohnung de? Herrn Fofef K n a u e r Leute beisammen waren, die aus die Juden schimpften und sagten, eS müsse gegen sie ein Blutbad angerichtet werden, wie in Rußland. Da habe er pedacht, e« sei gestattet, gegen die Juden so vor- zugeben, wie man wolle. Weiter sei gesagt worden, e« müsse Geld eingezahlt werden, damit die Bewegung in Gang komme und da- durch sei er veranlaßt worden, die Briefe zu schreiben, um Geld für die Bewegung zu erlangen.— Auf Gerichtsbeschluß wurden die Flugblätter mit den Ucberschriften»Ende de« M i l it g r i s- m u S— Anfang der Judenherrschaft" und»D i e Juden, Deutschlands v a m p y r e" verlesen.— von den v>er llnterzeichnern der Flugblätter war nur der 20jährige Erch K a m r a d all Zeuge zur Stolle. Ee bekundete, daß in nickt- öffentlichen Znsammenkünffen daS vorgehen pegen die Juden be- sprachen worden sei. Wer der Verfasser der Flugblätter sei, wisse er nicht, er selbst babe nur ein« unterschrieben, weil e? seiner An- sickt entsprochen, daß die Juden nicht dominieren und nur in dem Prozentsatz in der Regierung sitzen dürften, der ibrer Einwobncr- zahl entspreche. Es sei nicki beabsichtigt gewesen. Pogrome nach russischem Muster zu veranstalten. Unter daS Flugblatt, in dem zur Ausrottung der Juden aufgefordert werden, sei sein Name z u unrecht gekommen.— Rechtsanwalt Dr. I s a a c beantragte, außer den vier Unterzeichnern der Flunblätter auch Herrn v. Schlieben als den vermuilichen intellektuellen Urbeber zu laden und den Angeklagten auk seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen.— Der Gerichtshof beschloß die vertaaung. Zum neuen Termin sollen als Zeugen geladen werden: Josef Knau er, S.chöneberg, Josef P e l z e r. Tempelhof, Erich K a m r a d, Friede- nau, und Regierungibaumeister Kock. S ch ö n e b e r g, als die Unterzeichner der Flugblätter. Ferner soll der Angeklagte durch den Geh. Medizinalrat Dr. Leppmann auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Neranlworiliit blr Solilll ikrta ffntmtt, Berlin: für den OSrlgtn teil»es l'lolle» All««!, eatlt, NeuwllN!(ür Ainrtflevi titeS««»lerf«. Perlin. Verlos: LorwdctS-Vcrlng®. m R. H.. Pcrlin Teuck Vorwüx-'vn.Rdruc'erci und Verlaasangalt Paul ewoer u. go In verltn. SlnRenitf-ie S. Hicr.a 1 Aetloze. Jf uß crorden tlioh fitHiiiiiuiisiiiiuüuiißiiiimiinimKiuiiilHHHtiiniiHiuufniiimtHiiuHituinximmnuiniiniuiniimnfiii« bis! ige Angebetel •iMniiiuiuuiurjiiuuiuiuKui!uuuit«(auuNiinuinuii>u:ii):iiiuti!i4Uiuiiiuii!iniiiiit:;iuii!t!iiiuiiiiiiUiili IMlflSSilESs Koli'enichutter........ 5.75 Ko lenschau'eln...95Pf 1.70 Kohlenkasiea.... 4.00 4.75 Anlepesisca.. 2.25 2.75 3.25 Drtifüßa............. 2.60 Abräumkorsie lackiert.... 1.60 Schöpflöffel.......... 2 90 Toptreinlgrer........ 69 Pf. Mü'lschaiucln... 1.40 bis?-25 Eßgrabeln verzinnt..... 39 Pf. Tr.nkneclier......... 40 Pf. 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