i b. t I |tr. 53!i«.Ia!,rg. ÄezngSvreiS: iBtertcliaftrt. 6.76 M. monatt 2.26 SSL ftcim# Hau« Dotau«wl).bai. einjcln» Summptn 10 Plenmq. i'oubcra� IWonail® 2.26 Mi., nfl. Suitc'JurQ«. grdilhi. Um« flteu'banb rüt Tkullch- lanb u. Ceitmcicb-Unflatn i.60 MI. fflt da« übnfic Äu«Ianb f.SO Ml» bei täfilicb emmaliüei uiielluna 7,60 Ml. Üioitbe'iraunqfn nebmen in Dänemark poilano ilurcmduea. Saroeben un» die äamci* Sinflcttaaen in die La»-.eimn'S-ireiflifte. Der.Lorwarld'ericheiiil wochemäglilh jneeimaL �o:uii»q. einmal. MorgenAnsgave. Telegramni-Adreftei »••Italkcmgfta! Berlin», Nerliner Nolksblelit. rid�tenm� 2!nie,ftenvriiSi Tie achigeivallone»ionvareilleiieile laiiei ai. Lla.»Kleine iinileiiien», da« iekiaediiiclle Sor: 40 lulfiffifl Z iettaebnurie Soric),>ebce weil«» 73or. 2C lvar in dem Mahnruf„Um Tod und Leben unserer Volkswirtschaft" darauf hingewiesen worden, daß die Kulti- Vierung der ungeheuren Moor- und Hcidcflächcn Teutschlands großen Massen unserer Arbeitslosen fruchtbringende Arbeit geben könnte. Die Moorflächen Teutschlands werden auf 2,9 bis 2,5 Millionen Hektar geschätzt, die anderen Ledländrrcicn Preußen? allein auf t,8 Millionen Hektar. Wenn man demgegenüber den Flächeninhalt von Togo mit 8,7 Millionen Heltar, den der Samoainseln mit so- gar nur 275 000 Hektar gegenüberstellt, kann man ermessen, welche Bsdeutung die Ausnutzung dieser Flächen gerade in unseren Zeiten für Deutschland hat. Moore sind, zusammenhängend mehr oder weniger große Lager- stättcn von Torf, des Produktes eines chemischen Zersetzungsvor- ganges, bei dem sich aus Ucbcrresten abgestorbener Pflanzen Torf bildet, ein Vorgang, der sich noch heute in der Natur abspielt. Je nach dein Fortschritt dieses ZersetzuiigSvorganges unterscheidet man Niedermaore, die zum Teil wenigstens als schlechte Weide lanN- wirtschaftlich ausnutzbar sind, Urbergangs- und schließlich Hoch- moore, die für Landwirtschaft und Siedelung ohne Äultivicrung unbrauchbaren, mächtigen, weit ausgedehnten Torflager, deren obere Schicht der weiße Torf, deren untere Schicht der Specktorf, oder schwarzer Torf bildet, Die Kultivierung und Urbarmachung der Moore wird seit altersher geübt. Die Resultate, die Holland durch die Fehn-(auch Veen-) Kultur seiner Moore erzielt hat, wo aus öden Flächen blühendes mit Sicdelungen bedecktes Land geschaffen wurde, sind bekannt. In dem letzten Jahrzehnt haben sich auch die deutschen Kreise mit der Frage der H o ch m a o r k n l t n. r intensiv befaßt. Es handelt sich nicht nur darum. Ackerland, sondern auch Siede- lungsland zu gewinnen, auf dem im Gegensatz zu der sonst üblichen Kultivierung Häuser, ohne der Gefahr des BerfallenS auf dem schwankenden Boden ausgesetzt zu sein, gebaut werden können. Um die Moorkultur rasch und in großem Maßstabe durchzuführen, bat man zu technischen Mitteln gegrisfen, die vor allem auch eine Verwertung des Torfes �ermöglichen. Als Brennstoff wird Torf schon seit jeher in beschränktem Maße verwendet. Einer Verwen- imng im großen stand und sieht die Transportfrage entgegen. ES liegt nun nahe, daß, wenn der Transport des TorfcS unwirtschaft- lich erscheint, ähnlich wie bei den Braukohlcnlagern in letzter Zeit, Elektrizität durch die Verbrennung dcS Torfes an der GewinnungS- stell« erzeugt wird und daß dann die elektrische Energie in Hoch- spannungsleitungen bis an die Verwendungsstellen übertragen wird. Außerdem findet dann die elektrische Energie bei der Gewinnung des Torf-S und der Kultivierung des Hochmoores selbst an Ort und Stelle ausgedehnte Verwendung Eine solche Anlage ist bereits vor einigen Jahren im Wies- moor in OstfrieSland geschaffen und hat den Beweis ibrer Lebensfähigkeit und Vorlresflichkeit gebracht. Es werden dort 6220 Heüar Hochmoor kulivierr und außerdem elektrische Energie von 5400 Pferdckräften i, vrei Turbogeneratoren erzeugt. Die elek- trijche Energie wird vom WieSmoor durch Fernleitungen bis nach Stumpf und Stiel auszurotten. Das Denun- ziantentum steht in einer Blüte, die sich im umgctchrten Ver- hältnis zu der so sehr gepriesenen französischen Kultur und Ritterlichkeit Verhält. Alle Parteien und Zeitungen liebe- dienern und laufen sich den Rang ab. Gleich nach Einzug der Franzosen schwenkte das ehemalige Organ der elsässischen Sozialdemokratie unter Führung des Talmi-Sozialdemokraten Peirotes. der im Kriege nicht den Mut fand, nach seiner an- geblichen Ueberzeugung gegen die Kricgskredite zu stimmen, und der nun durch Anstecken der französischen Kokarde seine gute französische Gesinung demonstriert, um seine„deutschen" Fehler vergessen zu machen, ins französische Fahrwasser ein. Die demokratische und Zcntrumsvresse wetteiferten unterem- andcr�wessen französische Gesinnung reiner und unverfälschter sei. Die elsassische Presse ist heute mornlisch so tief gesunken, .daß sie sich nicht einmal scheut, arme harmlose Bürger zu de- nunzieren, nur um nach oben zu zeigen, welch treue Seelen die neue Regierung an ihnen bat. Um es nicht allzu auffällig zu� mache», lassen sie die Denunzianten im iogenannten „Tprechsaal" ihr schmutziges Gewerbe treiben. In einer der letzten Ausgaben einer dieser Elsässcr Blätter wird sogar ein französischer Schutzmann denunziert, weil er früher deutscher Pol'zist war und treu nach preußischer Manier seinen Dienst versah. Wenn in einem Betriebe noch deutsche Arbeiter oder Angestellte sich befinden, steht es am anderen Tage in der Presse und die französische Regienma arbeitet schnell... Traurige Tage lxiben die Deutschen in Elsaß- Lothringen erlebt und erleben sie noch heute. Das was die Kürassierstiefelpolitik der gewesenen Mackstbaber einaebracht hat, müssen nun friedfertia? und unschuldige deutsche Bewob- uer der ehemaligen Reichslandc oussressen. Aber all das cnt- schuldigt�das Vorgeben der französischen Neaicrung und eines großen Teiles der elsaß-lothringiichen Bevölkerung»'cht. Die Herrschaft der Alldeutschen in Elsaß-Lotbrinaen war ver- ii r te i l e n s w e r t: die bisherige Herrschaft der Framosen aber wird ewig ein Schandmal in der Kulturaeschichte ibres Landes und ihrer Nation sein und beraubt sie des mora- lachen und sittlichen Rechts, über Teutschland ein Urteil»u fällen. Wenn sich die Französin rächen wollen, mögen sie sich an den ehemaliaen deutschen Machtbab�rn rächen: aegen im- schuldige arme Männer, Frauen und Kinder mit Dcnunzia- tionen. Ausweisungen, Enteiamina zu kämvfen, gilt auch nach dem Kriege noch als barbarisch und feige. Sranting über ßekeöen und Arbeiter- foröerungen. Die Lage der deutschen Arbeiter ist kritisch. Haag, 28. Januar.(Meldung des Hollandsch NieuwSbureau.) Aus Paris wird gemeldet: Branting, der schwedische Sozialisten» führcr, ist in Bern angekommen. Er erklärte einem französischen Journalisten gegenüber, daß das Ideal des Präsidenten Wilson das Banner wäre, um das sich al(e europäischen Sozialisten scharen müßten, damit sie stark genug sind, um die Deutschen davon zu überzeugen, daß ein gerechter Frieden und nicht ein imperialistischer Frieden kommen solle. Branting sagte, daß Wilsons Ideale eine Garantie für den Frieden sind. Tie Lage der deutschen Arbeiter sei kritisch und nur die Einfuhr genügender Rohmaterialien könne der Judusirie wieder auf die Beine helfen. Noch immer bestünde die Gefahr� daß der Bolschewismus sich verbreite und England und Frankreich erreiche, wenn nicht genügend Maßnahmen dagegen getroffen würden. Die Bolschewisten haben die ganze russische Gesellschaftsordnung auf den Kopf gestellt. Tie Tyrannei komme jetzt von den niedrigsten Stellen anstatt wie früher von den höchsten. Die sozialistische Konserenz hoffe Einfluß auf die Beschlüsse der Friedenskonferenz zu gewinnen. Was wir verfolgen, so führte Branting aus, ist eine berechtigte Existenz der Arbeiterklasse. Wenn wir auch keine Einheitslöhne bekam- men können, weil der Geldwert in den einzelnen Staaten ver- schieden ist, so wollen wir doch einen einheit lichen Zustand soweit wie möglich erreichen. Leer, Emden, Oldenburg und Nüstringen bei 20 000 Volt Spannung übertragen. Tie Kultivierung spielt sich in der Weise ab. daß das Moor durch Kanäle, Graben und Wege in einzelne Kolonate von 5— 10 Hektar Größe geteilt wird und so mit Hilfe von Drainröhren entwässert wird, Tie entwässerten Flächen können direkt, ohne daß vorher der Brenntorf abgetrocknet wird, nach 14— M Jahr gepflügt, gewalzt geeggt wenden. Alle diese Arbeiten werden maschinell auf elektrischem Wege durchgeführt. Der aus dem Bau der Kanäle usw. gewonnene Torf genügt, um das Werk 20—30 Jahre zu be- treiben, während der aus der ganzen Fläche vorhandene Brenntorf für 450 Jahre ausreicht. Um den Brcnntorf zu gewinnen, wird zuerst die oberste Schicht, der weiße Moortorf, der als Torfstrcu verwendet werden kann, von Hand abgegraben und dann der Brenntorf mit elektrisch betriebenen Baggern abgestochen. Die flachen Torfbrucken werden dann von Hand oberflächlich vorge- schnitten, später nochmals mit elektrisch betriebenen Schneidema- schinen in Soden geschnitten und in Haufen geschichtet. Diese Haufen läßt man dann an der Luft trocknen, bis sie einen Wasser- geholt von 25— SO Proz. haben, woraus sie mit Benzin-Lokomo» tiven im Kraftwerk befördert werden, um entweder sofort unter den Wasserröhrenkcsseln im Kraftwerk verfeuert oder in Mieten auf Vorrat aufgestapelt zu werden. Bei dem Bau und Betrieb de? Kraftwerkes war eine Fülle von schwierigen technischen Einzelfragen zu beachten, die alle eine befriedigende Lösung gesunden haben. Eine zweite noch mehr versprechende industrielle Methode der Moorausnutzung ist das von Frank uud Coro angegebene Vergasungsverfahren des Torfes, wodurch nickt nur elektrische Energie, sondern auch Düngemittel in großen Mengen gewonnen werden. Nach der Methode, die zuerst von Mond bei der Vergasung von Kohle angewendet wurde, wird der Torf in Generatoren. das sind schachtähnlichc Oese», der Einwirkung von Luft und Wasserdampf unterworien. Die Torisubstanz wird dabei in ein mit Teer verunreinigtes Gas umgewandelt, das nach Reinigung von den Tcernebeln direkt in Gasmotoren zur Kraftcrzcuguna oder als Heizgas von großer Heiztraft verwendet werden kann. Wichtig ist dabei, daß zu diesem Verfahren Torf mit einem Wassergehalt bis zu 60 Proz. auch in grusiger Form verwendet wird, der daS ganze Jahr bis zum Eintreten von EiS gewonnen werden kann. Der Torf enthalt aber auch Stickstoff in organischer Form, der durch den Wasserdamvi in Ammoniak umgewandelt wird, da? zur Her- stellung von schwefelsaurem Ammoniak, eines wichtiaen Düngemittels Verwendung, findet. Eine Tonne trockener Torfsubstanz gibt bei einem Sticksiossgebalt von 1 Proz. 40 Kilogramm, bei einem Stickstoffgehalt von 2 Proz. 80 Kilogramm Ammoniak und liefert außerdem noch soviel KraftgaS. daß mit ihm 900 elektrisch« effcktsi- Pferdekraftstunden erzeugt werden können. Bei der Wichtigkeit der künstlichen Düngung kann uns dieses Verfahren, wie die Luft- stickstoffverfahren, dazu helfen, uns von den Zufuhren des chilc- niichen Salpeter« unabhängiger zu machen. ES arbeitet bereits nach dem Frankschen Verfahren im Echweger Moor bei Osnabrück ein Wert von 3000 Pserdetträken, daß unter anderem auch elektrische Energie für die Stadt Osnabrück mit 30 000 Volt liesert. Das Verfahren eignet sich nur zur Ausbeutung in großem Maßstäbe. Industrien, die nicht nur elektrische Energie, sondern auch hoch» Die Internationale in Sern. Bern, 28. Januar. Tie vorbereitende Sitzung der inte;\iatio- nalen Sozialistcnkonfcrenz hat gestern begonnen. Herderson teilte mit, daß er am Tonnerstag von Paris zurück sein werde. Bern. 28. Januar. Schwei leriscde Depeichenagenlur. Ter Bundesrat gab dein Komitee»er inle'.nattvnalrn Konferenz die Verficheiung, daß die Pässe aller Delegierten visiert werden würden. Ter bulgarische Vertreter Sacharow kam Montag in Bern an, er wurde von S e i y, H u v« in a n und dem Sohne HcnderionS empfangen. Den spanischen Teiegierten war das Paßviinm von den französischen Behö:dcir verweigert worden. Sie erhielten aber später die D» r ch r e i s e e r l a u b n i s der französischen Re» gierung zur Teilnahme an der Konferenz rn Bern. Rückkehr aus öer Ukraine. Berlin, 28. Januar. Der Hcimiransport der ,ur Heeresgruppe Kiew gebärenden Truppen mackil gute Fortschritte. In PinSt ist der letzte Truppenironsvott aus der Richtung Kowel eingetroffen. Darauf wurde Pinsi am 26. Januar geräumt. In PowlirSk sinS aus der Richlung Kiew nur noch 25 TraiisporizLae zu erwaiten. Voraussichtlich wird daher am 1. Februar die Ukraine von den deutschen Trappen bis auf die in Nikolajew und Odessa abgeschniitenen Truppen geräumt. Sänitlicke Truppen, die zu Fuß zurück- marschierieii, haben die Linie P>nsk— Kowel in westlicher Richtung überschritten. Wieviel Orot gibt es in üer welü Amerikanische Rechnung. Haag, 28. Januar. Hollandsch NieuwSbüro meldet au? Waihinglo»: Tos Lebenimnielamt stellt fest, daß für Europa ein- schließlich Teutschlands und deS srühcren Oesierreich-NngarnS liir das Jahr 1919 728 Millionen B u s h e l« Getreide not« wendig sind. Hiervon haben Kanada, Argentinien und Anstraiien eiiien Uederickulß von 495 Millionen, während die Vereinigten Staaien einen Ilebcrschuß von 277 iLtillioncn Buihels babcn. Daraus würde sich ein Gesanuüberschuß vo» 41 Millionen Bnihels ergeben. Bei einer höheren als der gegenwärtigen Rationierung würde sich jedoch ein Manko geltend machen. Da nun eine Erhöbung der Rationierung geplant ist, so wird praktisch mit einem Manko von 100 Millionen Busbels Getreide zu rechnen sein. (Ein Bushrl oder Scheffel ist 36.35 Liter.) Gegen öie neue Sklaverei! Ei»r Volksbunv zun« Schutz der deutschen Gefangene«. Die Zurückhaltung der deutschen Kriegs- und Zivil- gefcmgenen hat bereits noch Abschluß des Waffenstillstands- Vertrages unter ihren Angehörigen schwerste BejorgnrZ hervorgerufen. Die Besorgnis steigerte sich, als in der feind- lichen Presse zynisch und offen der Gedanke ausgesprochen wurde, die Kriegs- und Zivilgesangenen zur Zwangs- arbeit in den kriegsverheerten Gebieten Noröfrankreichs und Belgiens zu verwenden. In den Wcihnachtstagen haben sich unter der Führung von Ausgetauschten die Angehörigen der Gefangenen, die sich bereits in einzelnen Teilen Deutsch- lands organisiert hatten, zu einem Reichsbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivil- gefangenen zusammengeschlossen. In kürzester Zeit waren bereits über 190 OrtSgruptxm entstanden, am 12. Ja- nuar fand die erste Delegiertenverfammlung des Reichs- bundes statt. Zum Vorstand? wurden solche Kriegsgefangenen gewählt, die bereits in der Gefangenschaft für ihre Käme- roden eingetreten waren und seit ihrer Heimkehr in der Kriegsgefangenenfürsprge arbeiten. Hinzu träten Mitglieder von nach Rußland entsandten Kommissionen, die sich unter schweren Gefahren den Weg in die Heimat gebahnt haben. Der Reichsbund wurde in einen Volks bund verwandelt, um zu zeigen, daß er an einer das ganze Volk ohne Unter- schied der Partei interessierenden Frage arbeitet. Seine Ge- schäftsstelle befindet sich in Charlottenburg, Tegeler Weg 17—20. wertige Heizgase von outer Qualität nötig haben, wie Eisenerzen- gungS- und Verarbcilt!?ngSindustricn, elektrochemische Werke werden sich mit Vorteil in der Nähe solcher Torfwcrke niederlassen. Die elektrische Energie kann auch selbst in der Landwirtschast und für Bauzweck« Verwendung finden und so die wichtige Frage der Kohlencrsparnis mit lösen helfen. Jedenfalls sehen wir, daß die Kultivierung der Hochmoore nicht nur direkt durch die Vergrößerung des landwirtschaftlich nußbaren Bodens, sondern auck indirekt durch die industrielle Ausnützung der Torflager für unsere Volks- und Er- nährungswirtschaft von ungeheurer Bedeutung ist, D i p l o m i n g. St e i n h a u S. Notizen. — Vorträge. Gerd Fricke vom Landestheater Dresden spricht in der Literarischen Vereinigung des Berliner LehrcroereinS am 30. Januar, abends 8 Uhr, im Gymnasium zum Grauen Kloster, Klosterstr. 74:„Vom kommenden Reich", Ticki- tungen von Bölkcrfrieden und McnschhcitSglück. Eintritt frei für jedciiiiam!.— Johannes Remann irägl am 8. Fe binar im Klindworlb-Schaiweuka-Saat, Lützowstr. 76, Goethe, Nietzsche und Tolstoi vor, — S t u r»i a b e n d. Am 20. Januar, abend«'3't Uiir, trägt Rudolf Vliimner in der Kunstausstellung„Der Smrnl", Potsdamer Siraße 134», expressionistische Tichiungen von August Stramm, Adolf Allwobn und Loivur Schleyer vor. — 19 13. Karl SternheimS Trama.1913, eine Satire auf den Kapitalismus, die während de« Kriege? verboten, den Zu- samnienbrucki vorweg nimmt, hatte bei der Uraufführuiig im Frank» urter Scha»sp>elba»se Erfolg. — Ausstellung des G r ü n c w a l d- A l t a r s. In der Münchener Pinakothek ist jetzt Grünewald? Jscnheimer Altar und SchongauerL Maria im Rosenhag aus der Martinskirche in Colmar ausgestellt. Dem Vertrag« nach, den seinerzeit die Stadt Colmar geschlossen hat, würde die Galcrieleitung das Recht besitzen, jetzt noch fünf Monate den Altar zu zeigen. — Zusavr men schlug der preußischen Künstler- verbände. Um die Künstlerschost gegenüber der neuen politi- schcn Lage sicherzustellen, tritt Professor Rudolf Schulte im Hotc. der erste Vorsitzende des Verein? Berliner Künstler, in den„Kunst- Nachrichten" für einen Zusammenschluß der preußischen Künstler ein. Er schreibt:..., Die Künstler müssen ihren Einfluß auf die öffentliche Kunstpolitik suchen. Die bestehenden Künstlerorganisa- tionen genügen auS dem Grunde nicht, weil ihrer zu viele sind. In Preußen ist ein Zusammenarbeiten in gemeinsamen Fragen bereits dera t durchgeführt daß die einzelnen Künftlerverbände in den„Vereinigten Künstlerverbänden Preußen?"(Geschäftsstelle Verein Berliner Künstler) gemeinsam beraten und handeln. Zum Vorgehen in der He.renhvusfrage statten sie sich mit den schaffenden Musikern und Schriftstellern zusammengeschlossen. Dieser Zu- sammcnschluß wird jetzt zu einer dauernden Einrichtung gefestigt unter dem Namen„Bund der freien Künste", de: dann mit ähn- lichen oder gleichen Organisationen der Bundesstaaten in festen Verband treten soll." Nr. 52 ♦ 36. Fahrgang Seilsae des vorwärts Mittwoch, 2Y.Fanuar GroßSerün Die Kohlenkrise. Die Nacblübt, dah die Berliner Industrie schon demnä, Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. Z, 2. Hof. 3 Treppen, Be'prechung über die Gemeindeivablen. Alle Techniker. Cbemiler. Architekten usw., die auf dem Boden der S. P. D. stehen, sind zur Teilnahme eingeladen. Ein Protest. Der Arbeiterrat der N. A. G. sendet uns fol- gende Zeilen: Zu der Notiz des„Vorwärts" vom 2ö. 1. 13(Mor- genauegabe)„Ein Protest" ist folgendes zu sagen: Der Beschluß, den Betrieb anläßlich der Beerdigung der Revolutionsopfer ruhen zu lassen, ist gegen eine Stimme von den sämtlichen Vertrauens- lcutcn und Betriebsräten der Arbeiterschaft der N. N. G. beschlossen wodren. Wie bei Einsender von einem Protest der Vertrauens- leute sprechen kann, ist uns unerklärlich. Blutiger Exzeß in einem Tanzkabarett. In dem„Kabarelt Roland", einem Tanzlokal in der Elsasser Sir. 2l, kam es in der Nach: zum Montag zu einem leiver blutigen Zusammenstoß. Zubältcr und aiidcre zweifelhaste Personen wollten nach miSgiebigem Alkoholgenuß die anwesenden Juden hinauswerfen. Es kam zu einer Schlägerei, bei der ein Teil des Inventars zerirümmerl wurde. Schutzleute und Mannichaften der Republikanischen Schutztruppe dran- gen in das Lokal ein, um Feierabend zu gebieleu. Ter Ober- ontiismit, ein Zuhcffier. enliitz einem Soldaten da? Gewehr und feuerte aui die Soldaten, die Hiera»! ihrericiiS Feuer gaben und hierbei mehrere Personen verletzten. Soiort alarmierte i» der Nähe stationierte Patrouillen der Schutzirnppe sperrien io- gl. ich alle Ausgänge des Lokals und nahmen eine gründliche Razzia vor, bei der sieben Personen verhaftet, von denen vier Leute als Hcmpiläler in Haft behallcu wurden. Der Doppeltotschlag in der Kantstraße, über den wir wiederholt berichteten, wird jetzt seine Sühne finden. Ter Cbarlottcnburger Kriminalpolizei gelang eS, eine genaue Beschreibung des Täters und seiner Begleiterin zu erlangen. Sie setzte auf seine Ergreifung auch eine B-elohuung von 1V0V M. aus. Gestern abend laben Ber- liner Kriminalbeamte in einem Kaffeehaus in der Friedrichstraße einen Gast, auf den die Beschreibung paßte und nahmen ihn fest. Tie Persönlichkeit des Täters mutz noch festgestellt werden. Säuilliche Zlrbeiter-Saninriter, welche sich sr?i machen können. werden dringend eebrten, zur Bcertigung der Rcnolu ionSopscr beute, am Mittwoch, den Lg. d. M, m! t t a g Z 1 Uhr v ü n k I l i ch, sich in der Station Friedrichsfelde mit Armbinc e usw. dem Vorsitzenden zur Verfügung zu stellen Koiisumgenossenkchnst Berlin n. U. MitgÜcdcrver'ammIung 23. Verkanssslelle beute, Mittwoch, abends 7';, Uhr, im Sackt 3 Gcwcr!scha>tShauscS, Engeluscr IS. Der Korpeverband der aktive» Unteroffiziere wurde am 23. Ztanuar 1919 gegründet. Die vorläufige Mcjchäslsslelle befindet sich W 62, Kmsürstenfir. 63/69. Ter Koip- verband vertritt die Jniei essen der aktiven Unierossiziere. Er eiilhäll sich jede» politische» Parteinahme. in den Morgen hinein größte Lichiverscbwendung gelrieben. Die Polizei st e h r der Polizei st unde machtlos gegenüber, io erk arte die Berliner Kodlenitclle. Die Uebetrelnng der Policefftunde wird dem einzelnen sehr leicbt gemachi, da Sliafbestiminungen uicbi bestellen. I a tz o w erklärt, früher, da gab es einmal eine Polizei, jctzl sind andere Zustände eingelreien. Wir nähern uns Zeiten, die jeder Kultur das Lebenslicht gusblaien. Genosse Czenrinsli beionte demgegenüber, daß die Polizeistunde überall gleich ist. Allerdings gegen geschlossene Gcsellschaiien, in denen Kricgsgeivinnlcr. Schieber und ähnliche zweiselhaste Elemente ihr Wesen tietben. war bisher jede Polizei machtlos. Die Besitzer derartiger Lokale uns Ka- schemmen haben sich noch nie um das Wohl und die Nol des Volles gekümmert. Wenn es io lveiler gelrieben wird, dan» stehen in nächster Zeit alle Betriebe still, weil e« an Kohlen fehlt.— Dem Anliage wurde zugestimmt. E>» weiterer DringlichkeitSanirag forderte zum Protest auf gegen den Preußischen Bersassungseniwurf, der eine Ze r stücke- tung Preußens voisiehl und dessen ivirlichafllicheu Untergang bedemet.— T e ll s e r t iDem.) ersucht dahin zu wirlen, daß läml« liche Gemeinden den schäristeu Protest dagegen einlegen.— G o l t« ichalk lDem.) mcinr, eS gilt abzuwarten, ob d>r Verfasser nicht den Zweck veriolge, gerade dadurch biel eher zu einer Reichseinheit zu koinmen, daß möglichst viele Landesteile eine Auionomie er» hallen.— Gen. Bernstein will in dem Enlwurf nicht die Absicht erblicken, daß Preußen zerstückelt wird. Ein neuer Ausbau muß geschehen und da gilt es in Ruhe abwaricn. E n Kiund ziii� Proleit liegt nickt vor.— Oberbürgermeister Domin teils Haff den Enlwurf für verhängnisvoll. Tos leine WirlichnilUche if' schon dagegen. Die preußischen Zentralbehörden würden alle aus- sollen und daS bedeuicr sür Berlin eine große Schädigung. Tie Reichshauptstadt hätle alisgehört zu exisliercii. Darum ist der Prolest gerechtfertigt.— Zobel lDem.f weist auf das bluiciide Herz der Deulichnationaleu bin, das jetzt plötzlich cntdeckl wird. AiS B a t o ck i zuerst mii dem Vorschlag kam, da schimegen die jetzigen Aulragsteller sich aus. Der Einheilsstaat Deutschland muß erhallen bleiben. Der Antrag wurde angenommen. Die Dcputaliou zur Beratung der Gehalts- und Lohn» Verhältnisse der städtischen Beanuen, Angestellten und Arbeiter hat die Beraiungen hinsichtlich der Entlohnung der Hilfskräfle.iiiid der Arbeiter beendet. Die Vertrelcr der Beanuen wiinichteii Ver- ragnng nm mit ibren Kollegen Rücksprache zu nehmen. Für die Einstellung von Hilfskräften zu vorübergehenden Dienst- leistiingcn im mitileren und Unterbeamlendienst wird vom 1. Februar diese« JabrcS neben den bisherigen Tcuen-ngs- zulägen von 56 bezw. 16 Mk. monatlich für den nicht erwerbsit. sigcn Ehegatten ohne Einkommen nird für jedes zn unicrllaltende Kind nirier 15 Jahren e>n Zuschlag von monatlich je 36 M., bei ver« kürzier Arbeitszeit ei» Znichlag von 15 M. den Monat gewährt. Die zurückgelegte Dienjlzeit ist bei Einreihung in die neiie Be- soldungsstute anzurechnen.— Tie bisher gezablien Konjunklnr- zulage» fallen sort.— Für den Monat Januar l6l6 erbailen die Hilfskräfte eine außerordeuiliche Zuwendung, die für jeden Kalender« >ag städii'che» Dienstes beträgt: 1.66 M. für Jugendliche unier 18 Jabrcn, 1,50 M. für Ledige, 2,66 M. für Verlleu aiete, Willoer und Witwen mii Kindern unter 15 Jahren. Diese Znwendungen erhalten Personen, die am 3t. Januar d. I. noch im städliichen Dienst stehen. Die Ziffchläge sür Ehegalten und Kinder ei halten auch diejenigen Hilf-kräsle, deren Monalsvergülunq 336,— M. nicht übersteigt. Andernfalls kann der Maaffiat Aiffbcssening gewäbren. Tie Arbeiter, die im Lohnlarii anfgcsührl sind, erbalien nnter den gleichen BorauSsctznngcn einen Ziuchlag von 16 56 M. ein- schließlich der Sonn-»nd Fcicr?age. ArbeitSburscheu cillolicii 1 M. und Arbeucrinnen 1,56 M. Der Beschluß gilt bis Ende März dieieS Jahres.— Personen im minieren Beanitendienst in lenen» der Siellung erballcn Aufangslobn, männlich 226 M., weiblich 196 M., nach 6 Monaten, männlich 246 M., weiblich 216 M., nach 12 Monaten männlich 266 M, weiblich 236 M., nach weiicren 12 Monaten männlich 286 M, weiblich 256 M. Personen in ver- antioortiiiigSvolleii Slellen mit längeier Erfahrung im Bureau- und Kasiendieiist. auch Slenoiyvistiiliien, männl 196 M.n. 6Mon., 266M.n.lL Man., 216M.N. weii.12Mon 220 M. weibl. 166.. 6. 176.. 12. 186... 12, 196. Personen iür ein'achere Hilfeleistung männI.166M.n.6Moii.,I76M.» 12Mon., 186M.U. tvelt.lLMon 196 M. we:bl. 136.. 6. 146.. 12. 156... 12„ 160. Hülfen im Alter von 18 bis 26 Jahren(männlich imd weiblich) 116, 120 und 136 M. Hülfen»nier 18 Jahren, männlich, weiblich, 96 bezw. 166 M. Personen im Unterbeamlendienü, männlich: 166, 176, 186, 196 M.; weiblich: 126. 180, 146. 150 M. Hüffen im Aller von- 18 biS 26 Jabren: 166, 116, 126 M. Hülfen niiler 18 Jahren, 15 Jahre 66 M.. 16 Jahre 76 M..>7 Jahre 86 M. Leiter von Belleiduiigskommffsioneii 96. 166. 116,>26 M. Hiiifs- lräsle in Belleidungskomnussionen 86, 96.>66, 1>6 M. Ueber- stiindenbezablung an Wochenlagen pro Sinnde in den Klassen �.11 bis IV, LI, LI und II männlich 1,26 M, Sonn- und Feiertag 150 PI.; weiblich 1 M.. Sonn- und Feierlag l.26M. Klaffe» A IVa, IVb imd L II männlich 1 M.. Sonn-»nd Feieriag 1 26 M.: weib- lich 6.86 M., Sonn« und Feierlag 1 M. Klassen Lila männlich und weiblich 6.56 M., Sonn- il»d Feierlag 6.66 M. Genosse M o h s begründe!« diese Vorlage und erincht um An- nähme, da die Verbeflernngen ganz erhebliche sind. Die Versamm- lung beschließt demgemäß.' Hieraus folgte geheime Sitzung. der des Schöuebcrg. Die Stadtoerordnetenversammlung beschäftigte sich mit dem Drtiiglichkeilsaiitrag der Demokralischen Partei, bei den zuständigen Regierungsstellen entschieden Einspruch gegen die unziilängliche polizeiliche Ueber wach»»ig in Groß-Veilin zu erheben und eine ausgiebige Slraßenbeleiichtung auch in der Nachtzeit zu verlangeu.— Meyer lDem.f fübrle aus, in der BeleuchtungSfrage berrschteu geradezu skandalö'e Zustände. Während Acrzle, Apotheker und wichtige Berufe im dunkeln arbeiten müssen oder die Beleuchtung sehr eingeschränkt ist, Schiineberg. Warum müssen sich die Kriegerwitwen organi» siercn? Ueber dieses Thema spricht am 31. Januar, abends 7)4 Uhr, im„Schwarzen Adler", Schöneberg, Hauptstraße 144, in eil?er öffentlichen Versammlung für die Kriegerhintcrblicbenen der Ka- merad Tiedt vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehem. Kriegsteilnehmer. Neukölln.(GaS- und ElektrizitätSverteuernng.) Auch bei uns beantragt der Magistrat aus den allbekannten Gründen, den Grund- preis für GaS von 26 auf 34 Pf. für den Kubikmeter und den Preis für elektrischen Strom von 56 auf 86 Pf. sür die Kilowatt- stunde(hoher Lichtpreis) und von 20 auf 86 Pf. für die Kilowatt» stunde(niedriger Lichtpreis und Kraft), beginnend mit der Ja- n u a r- Aujnahme-Periode, zu erhöhet» Groß-Serlmer parteinachrkchten. Vchünedcrg. Heute, abends 7'/, Uhr, In der Aula der Hohenzollenr- schule, Belziger Str. 48/53, Milgliedervei tanirnlung. Stralau. Die Wabwereinsversammli-ng findet morgen abend 7>k, Uhr bel Bollcnbach statt. A..sfiell»i!g der Kandidaten zur Gemcindcvcrtrclimz. Lichtenberg, ilreitag. den 3l Januar, abends 7% Uhr. Viertels versa mmlungen in folacnden Lokolm: Hödel. Wühlischstr. 36,- Siöbrr, Lvngstr. 29. Meyer, Müdlifchstr. 7. Aula d-s PeslnlozzigymnasiumS, Prinz Albeitfir. 44/ Wartburg, Frantfurter Allee fam Bahnyot Uichlenberg« Friedrichsfelde), Krüger, Normannentir. 38. Tagesordnung: Siellung» nähme zu den bevorstehenden(vcnieindewablc!,, Ausstellung derKandidatcn. Die Wahlen erfolgen aus Grund des gleichen Wahlrechts für Männer und Frauen. Dsc Parteimitglieder müssen deshalb vollzählig evlcheinen. «.»eeeeransüelitn tSr das mittlere Rorddenttebland dt» DonnerStng mittag. Ziemlich trübe, neblig bci mäiiigcn ösilichen Winde, und besonders westlich der Oder öfter leichte Schiieefülle, tangsame neue Abkühlung. Opernhaus Her Rosenkavalier. Anfang(A/j Unr. Schauspielhaus i.«Sie: Höhlerlia. Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am BU owplatz. Direktion Friedrich KayBIer. 7'/, Uhr: Wilhelm Toll. UireKtiOn Ma> Fenn.'.rdi Deutsches Theatsr. 7 Uhr Und das Licht scheinet in der Finsternis. Donnerst. 7 U.t Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kamrnersplele. 7 Uhr: Der Lohn. Dorm. 7 u.: Gespenstersonate. Kleines Schauspielhaus Fasanenstr. I, Fo t 5. VI*: Die Büchse der Pandora. Denn, 71 2 Uhr: Die Büchse der Pandora.____ Theater i. d. KoniaerätzerStraße Dir.: C.hieinnard-K. Bernauer Vs8 Uhr; Musik. Donnerstag: Musik. fre.tag: Zum ersten Male: Purpus. Schauspiel In drei Akten von Wilh. Stückten. Komödieubaus I an uer Marscnallbrücke '/jS Uhr: Tanzende Nymphe. Donnerstag: Eselei. Freitag Erdgeist. Lulu: Maria Orska. Berliner Theater 7 uhr. Sterne, t die wieder leuchten._ Irianoa-Theater. Bhf.rricdricnsir.Ztr.tvZi.23 I Nachm. J'/z Uhr kl. Preise: Aschenbrödel. Tägl. S U. Heute z. 135. Male: Der gute Rul von Hermann Sudermann. Residenz-Theater. Bhi. Jannowtzbr. Kgsi. 228. Tägl. 8. H Ute z. 432. Male: Eugen Burg Der Lelieiussliüler von Ludwig Fulda. Sonnabend, 1. Febr., 7 Uhr; Zum ersten Male: Das hebere Leben. Von Hermann Sudermann. Hansi Ornstädt Karl Clewing. Eug n Burg. Olga Limburg. J. I alktnstein. EmmaDebner. Ilka GiUning. Paul bildt. Theater Her FrleilFlchslailL Eckt Sritbtid)- u. Eiuicnfttafit. Zierden 8650. Tiizlich Vi* 8um HL Maie T/cssin k-TIi entcr Direktion Victor barnowsky. T/t Uhr Der Schöpfer. Donnerstag: Der König. reitag: Der Sehöpier. Ucutsclics KUnstler- Thcater. A'labendl ch 7>/j Uhr; Nnchthcleuchtun;. Walballa-Tbeaterr Uhr: August der Starke. äTO Clrcu»««i onsdli Tgl. VI* S gs. 3'/, u. vi, l>as große Zirkus• Programm! SSÄH13 HÄDSCHßßi 2 Rolands 2 2 Bailots 2 usw.— Zum Schluß: Pantom.''„KbKrM" Frcitoj: we�en Strom. ersparnls geschlossen. Sonnt. 3' jU ein Kind fr i I Theater für Mittwoch, den 29. Januar. Metropol-Theater. uhr io; Die FascMiijjsfee. Contpul-Thentor uh7 Die Rose von Stamiml. Deutsches Opernhaus 7 uhr: Die Fiemus. Frledr.-TVIIUelmst.Th. 7>/, Uhr: Hannerl. DasDreimäderlhans _ 2. Teil.__ Kleines Theater. ".■3 uhr; Tabaja rasa. Kominrhe Oper LThr SchwaFzwalil Palant-TItratcr vi, uhr: Der Kikasio. Schiller-Theat. Chart. 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. 7-/, uhr: Haniiet. Thalia-Theater utlr: PolniSElie Wirtsehait Th. am\oileiirlolin! bleuet Seibendeutei mit gelbem Futter,enihaIt.Geld- täschchen u. stibern. Börse. 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Direktrice und Vorsteherin unserer Spulen- wickelei, Frau Stanislawa Laepple. Wir beklagen in der Verstorbenen eine auBer- 1 1 ordentlich tüchtige und gc» issenhafie Mit- [ arbeite rin, die stets mit unendlichem Fieißc und 1 größter Pflichttreue unsere Interessen wahrnahm, Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken | bewahren. 122A| Die Direktion der„Ariadne" Fabrik isolierter Drähte G. m. b. H. Charlottenburg. Ruderverein„VorwSFiS4*. Alien Mitgliedern die tieftraurige Nachricht, daß | die Sportgenossin Frau Frida Tamsen [ am 25. Januar gestorben ist Ihre aufop erungsvolle Tätigkeit für den Verein) und ihr stets liebenswürdiges, heiteres Wesen sichern I 1 der lieben Verstorbenen ein bleibendes, ehrendes| Angedenken bei allen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 1 | 31/« Uhr, von der Halle des Barlholomüus-Friedhofes in Weißensee, Falkenberger Chaussee, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 291/3 Der Voratand. HÄVÄaipf'fW* Tanksagunq. Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahm« bei der B-. erbigtmg meines mir unvergeßlichen Mannes und treu- sorgenden Vaters August paetzel sage allen Verwandten, Be» kannten, Arbeitskollegen, Sier» bandskollegen des Gemeinde. arbeiteroerbandcs und dem Eparvcrcin Licgniher Schweiz meinen herzlichsten Dank. Berlin, Ratidorstr 13. 74a krau Adelheid Faetrel geb. Slltf nebst Kindern u. EnkeiUndern. Ungeahnte Svuiepbs- ZKögUehÄeiten bietet die nächste Zukunft. Eine tiefgreifende Aenderung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie und des Handels steht bevor und es werden überall geschulte Ktäfte gesucht sein. Ang-hörig- technischer Berufe u. Handwerker sollen nicht\ersäumen; ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens rein müssen. Das beste Mittel, rasch nnd gründlich, ohne Lehrer, durch einfach. 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Zeloe, Major und Regimentskommandeur. MMiüVmlwIN. Achten Sio aul Haumummar. Eingang" Hau«"»?"" Trsuer- Sek ieldung? Ittr Damen nd naädclien. Stets wohlaus- gestaltete moderne Lager. OsliarWoIibcrgl Brnnnenstr. iVßw.Svl Blttoriü-BeiMeiiii. Unsere Einnehmer in Groß-Berlin sind in den Ausstand getreten, um ihre Lohnforderungen durchzusetzen, obwohl ihnen bekannt ist, daß durch Verhandlungen der Verbände die Gehalt» frage allgemein geregelt werden sollte, und zwar mit Wirkung vom I.Januar d. I»., und obwohl ihnen eine Dehaltserhähung van 75 M. monatlich bereit« zugestanden war. Diese haben sie abaeiehnt. Wir lassen unseren Bersicherten, denen durch die Züchteinziebung der Beiträge Rechtsnachteiie nicht erwachsen, Nock desondere Zic.chncht zugehen. 973® den 27. Januar Victoria- V ersieh er ng. | ücgrüadct 1S9S. 5 Pelzwaren Gr Lagor 1 Besätzen Roll- kragen üi Ma der Skunk», Aiaskaiuchs u. allen sonstigen billig. Pelzarten. Um- «rbetungen. Kürachner- meister Gr. 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Abteilung nach bis Ende Dezember 1318'erfolgen! vom 2. Januar 1313 ad nur noch bei der i. Abteilung Iägerstr. 84 oder bei der III. Abtrilung Llnienstraste Elsafser Strafte 74. Die Ausiösung von Pfändern sowie die Verlängerung von Pfandscheinen der Ii. Abteilung kann noch bis Ende Februar 1313 in der Kiosterstraße 33 bewirkt werden i von Ende Marz 1313 ab nur noch Iägerstr. 61. Berlin, den 4. 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Fortwährende Reu- eingänge, daher ständiges, zu- sriedenstellendes Einkommen lür den Bewerber. Perioniiche Vor- spräche m. Legitimation erbitten ».Franke» Tie., Berlin M.24. CtfafferStr. TO, 1 II. 10— 3.(16,5) yn-ivwari, verheiratet, mit kleineren Hau». repaturen vertrant und zur Be» dienung desFahrsttihts befähigt, siir Sejchäits» nnd Privathous im alten Westen oisbatd gefuchtz Offerten mit zeugnisabschiiiten, Sehattaanspruchen u. Familien- Verhältnisse unter st. 9942 an Daube& Co, Ierusaiemer Straße 11,12, erbeten.(41/12») Saabealarken-Nähenimen außer dem Hause verlangen bei guten Lvhnen u. großen Posten. ari wiesnoe »er weg 2. ko., Grü- 987® äos@n-iüäheriiiii8n 1—6, 7—12, verlangen b. guten Löhnen und großen Posten Karl Wiener& Co, Geläut Weg 2. Dre Zuruckhalwng von einer Million Deutschen bedeutet ein Verbrechen gegen die Grundsätze der Menschlichkeit und mutz zur Folge haben, datz das deutsche Volk den Glauben daran verliert, datz der Gegner ehrlich mit ihm ist, einen Frieden zu schlietzen, der, auf Grund des Rechtes und der Menschlichkeit aufgebaut, zur Versöhnung der Völker führen soll. Die Aera des Völker- bundes kann nicht beginnen mit der Wiedereinführung der Sklaverei. Das ist die Meinung des ganzen deutschen Volkes, und sie mutz so laut ausgesprochen werden, datz sie bis in den letzten Winkel des Erdballs gehört wird. Aufruf zum Schutz öer Heimat. Freiwillige vor! Der Zenlralrat der deutschen sozialistischen Republik(gez. Toben) und der Lberbesehlihciber der RegierungSiruppen in Berlin. Noske, erlassen folgenden Auiruf: An alle beut- schen Männer: Von Tag zu Tag nimmt die unserer Heimat vom Osten drohende furchtbare Geiahr zu. Russen. Polen und Tschechen greifen nach deutschem Besitz. Schon stehen die Armeen der B o l s ch c w i k i vor den Toren Ostpreußens und die Polen weit in altdeutschem Gebiet. Auch im � n n e r unseres Staatskörpcrs macht die bolschewistische B e wegung weitere Fortschritte. Ungeachtet des namenlosen Elends, daS der Bolschewismus über das russische Volk heraus beschworen hat. bereiten gewissenlose Elemente von neuem den blutige» Kampf gegen die Regierung und gegen die kommende Naiionalversamnilung vor. Wehe E n.ch, wenn es einer terroristischen Minderheit gelingt, die Macht an sich zu reißen! Statt der verheißenen Freiheit wird, wie in Rußland. Hunger. Knechtschaft, Erwerbs- und Rechtlosigkeit da» Los unseres Volkes sein. Wehe Euch, wenn Heere fremder Völker über die öst lichen Grenzen hereinbrechen! Euch allen, die Ihr vier Jahre lang die deutsche Heimat heldenhaft geschützt habt, gilt in erster Linie dieser Mahnruf. Helft auch jetzt mit. die bitterste Not abzuwenden. 'Meldet Euch bei den Frei willigender bänden, die die Regierung zum Schutze der Grenzen und zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung im Innern aufgestellt hat. Kommt nach Berlin zur Garde-Kavallerie- Schützen-Division(Werbebnreau Deutsches Künstlertheater, Nürnberger Ctri' 70), zum Regiment R e i n h a r d(Moabit, Neues Ki iminalgericht, zum Landes-Jäger-Korps (Steglitz, Albrechtstr. 131); zum Landes-Schützen- Korps(Berlin, Joachimsthaler Str. 38), zum Z r e i> korps Hülsen(Luisenkaffee. Berliner Straße, Chav lottenburg), zur Deutschen Schützendivision(Char lotienburg. Ncmkcstr. 34). Meldet Euch bei den von den Generalkommandos in der Provinz aufgestellten Frciwilligcnverbänden und bei den Be zirkskommandos. Pflicht aller Behörden und Privatunternehmer ist eS, die Werbung mit allen Mitteln zu unterstützen. Sie müssen im Jntqresse der großen Sache dafür sorgen, datz die sich frei willig Meldenden keinen Schaden für ihre dienstliche, ge fchäftliche und wissenschaftliche Zukunft erleiden. Die Vollversammlung üer Solüatenräte. Falsche Beschuldigung Reinhards. Berlin, 23. Januar. Die nächste Vollversammlung der Trotz Berliner Soldatenräle findel am DonnerSiag, den 30. Januar, nachmittags 8 Uhr, im PleuaisipungS'aale des AbgeordneienbaufeS, Prinz-Albrcchlslratze, statt. Vorberettende Frakiionssitzungen werden abgehalten am Mittwoch, den LS. Januar. 0 Uhr nachmttiagS ittr die McijrheiiSioziaitsien im Herrenhaus. Zimmer 20; slir die U. S. P. D.«in AbgeoidneleiihauS, Saal 17. Vorläufige Tage?« ordnung: 1. Bericht de? Bureau«; 2. Bericht der in letzter Voll- Versammlung ernannte» Achier-Kommission; 3. Erledigung der Anträge im Auftrage Schabcler. Zum verichi über die vorgestrige Versammlung ist noch nach zutragen, datz Vizcfeldwebet Machholz im Aunrag des Obersten Reinhard eillärte. dieier habe die ihiii zugeschriebene Aeutzl-rung: er wolle„die Soldaienräte nach der Nationalversammlung an die Wand stellen", niemals geran._ Die Lage in Wilhelmshaven. Zunächst Ruhe auf Grund von Verhandlungen. Ueöer die Lage in Wilhelmsbaven wird dem MTB. von zu- berläisiger Seile miigeieilt: Rachoem gestern früh die Gewalt in der Festung Wilhelmshaven an die Spartalisten übergegangen war, stellten Telegraph und Eise Mb ahn, sowie die Offiziere, Beamten und Aerzre ihre T ä t i g l e i t ein. Es kam beute nacht zu Jnsantcrie- und Artillerictiimpfen zwischen Berufssoldaten und Sp-rrtatiste». die an die lausend Man» in die Kaserne ein- gedrungen waren und entwaffnet wurden. Heute vormittag herrschte eine starte Spannung zwiichen den Berufssoldaten und den Werftarbeitern, die sich b e w a f s n e t hatten. Es kam zu kleineren.fliimpfen. Auf Grund von Verhandlungen ist zunächst Ruhe«in- getreten, V o st und Eisenbahnen st r e i k e n bis zur Er- süllung von Sonderiorderungen. die hier noch nicht bekannt sind, weiter. Die beiderseitigen Verluste betrogen ungefähr 6 Tote und 20 Verwundete. Nach einer Meldung de«»Hamburger Fremdenblatte«" au« Wilhelmshaven sind von der dorrigen Funkenflation am Dienstag folgende Fmitiprüche abgesandt worden: An Siaai«iekretär NoSle, Berlin:»Ruhe in Wilhelmshaven wieder hergestellt. Eintreffe Belli» am Freitag. Kuhnt. An A.- und S.-R. Ahlborn:»Lage ltärt sich. Einzelne Un- fiimmigleiten werden im Laufe des Tages beseitigt. 21er Rat in Wilhelmshaven. Keine zwangsweise Einberufung. (Amtlich.) Unter der Ueberschrift»ZwangSiveis« Einberufung" behauptet die.Freiheit" vom Dienstagabend aufs neue, datz zwangsweise Einberusungen zum HeercSdienst erfolgen, und druckt zum Beweis ein Dokument ab. das folgenden Wortlaut hat:„Train» reiter N. N., Berlin. Sie haben sich binnen 3 Tagen nach Empfang dieses Schreibens bei obigem Truppenteil zu melden, andernfalls erfolgt Bc'irafung." Es sei festgestellt, datz von keiner Stelle aus irgendwelche Einbe- rufungen zum Heeresdienst stattgefunden haben oder stattfinden. E« kann sich bei dem von der„Freiheit" zitierten Schreiben nur um eine Mystifikation handeln. Das erscheint um so wahrschein- licher, als«s eine militärische Bezeichnung.Trainreiter" nicht gibt. Die preußenwahl. Bis gestern abend lagen die Ergebnisse aus 12 von den 23 Kreisen vor. Danach sind für die preußische Landes- Versammlung bisher 197 Abgeordnete gewählt, die sich folgendermaßen verteilen: Teulschnationale 23, Christliche Volkspartei 28, Demsche Volksvartei 10, Demokralen 35, Sozialdemokraten 85 und Unabhängige 13. Außerdem sind auf die Schleswig-Holsteinischen Bmiern- und Landarbeiter-Demokraten 1 Sitz und auf die Deutsch-Hannoversche Partei(Welsen) 2 Sitze gefallen. Berlin.(Aintliches Ergebnis.) Abgegeben: 961 303 gültige Stimmen und 2316 ungültige Stimmen. Es erhielten Stimmen: Liste S. P. D. 343 009, Hoff- mann U. S. P. 270 460, Troeltsch(Deuisch-dcmokr.) 143 751, Kaufmann(Deutschnational) 99 202, Fatzbender(Zentrum) 52 853, Garnich(Deutsche Vollspartei) 5200, Schwahn 14 Stimmen. 3 Bezirke fehllen am Dienstagabend noch, vermögen aber am Endergebnis nichts mehr zu ändern. Zu den gestern bereits von unS als gewählt gemeldeten Ge- nassen tritt also noch Genosse Heinrich C u n o w, der Leiter der „Neuen Zeit". Teltow-BeeSkow. S. P. D.... 2S0 SS2 Dem...... 164 867 U. S. P..... 119 343 Dnat...... 118 521 D. Bp..... 82x15 Ztr....... 82 007 Niederbarnim. S. P. D.... 315949 Dem...... 156 205 II. S. P..... 115 138 Dnat...... 107 100 D. Bpt..... 58 775 Ztr...... 18 327 5 Sitze 2. 6 Sitze 3. 2. 2» 1. 11. Wahlkreis. Licgnih. Gewählt: 6 Sozialdemokraten mit 263 852 Stimmen, 3 Demokraten mit 136 318 Stimmen, 2 Deutsch» nationale mit 73 643 und 1 Abgeordneter der Christlichen Volks- Partei mit 56 676 Stimmen. Aus die Deutsche Volispartei entfielen 546 Stimmen. 15. Wahllrcis: Aurich, Stade, Osnabrück. Christliche Volkspartei 87 907 Stimmen und zwei Sitze, Deulicbe BolkSpartei 46 942 Stimmen und einen Sitz Demolratiicbe Partei 92 063 Stimmen und drei Sitze. Deuticbhannoversche Partei iWelfen) 84 904 Summen und zwei Sitze, Deulicbnationale Volkepanei 20 406 Stimmen und keinen Sitz. Sozialdemokraten 152 306 Stimmen und drei Sitze. 18. Wahlkreis. Arnsberg.(Amtliches Wahlergebnis.) Sozial- demokratcn 446 211 Stimmen und 19 Sitze, Christliche Vollspartei 324 908 Stimmen und 7 Sitze, Deutsche Vollspartei und Deutsch» nationale Vollspartei zusammen 165 872 Stimmen und je zwei Sitze, Demokratische Partei 102 231 Stimmen nnd 2 Sitze und Unabhängige 49286 Stimmen und 1 Sitz. Die Listen der Deutsch- nationalen und der Voikspartei wcfen verbunden. 19. Wahlkreis Cassel. Deutsche Volksaprtci 59 398, Sozial- dcmokratcn 392 355, Demokraten 267 273, Deutschnationale 91 326, Zentrum 165 416, Unabhängige 34 004. Falls keine Verschicbungen durch die hauptsächlich aus dem besetzt n Gebiet ausstehenden Re- sultate eintritt, verteilen sich die Mandate wie folgt: Sozialdcmo- kratrn 9» Deutsche Volkspartei 1, Demokraten 5, Deutschnationale 2, Zentrum 5 und Unabhängige kein Mandat. Erfurt-Schmalkaldcn. Es erhielten Stimmen: Unabhängige 350 518, MehrhcitSsozialisten 144 561, Demokraten 268 401, Deutsch- Nationale 120 124, Deutsche Vollspartei 12 263, Christliche Volks- Partei 52135. Demnach entfallen Sitze auf die Unabhängigen 8� MchrheitSsozialisten 3, Demokraten 5, Deutsch-Nationale 2, Christ Eiche 1, Deutsche Volkspartei 0. Wahlkreis Breslau. Sozialdemokraten 376 017, das Zentrum(Christliche Vollspartei) 178 623, die Deulslbnationalen 125 113, die Demokraten 117 235. Danach sind gewählt: 9 Sozialdcmo kraten, 4 ZentrnmSanhänger, 3 Deuischnationale und 2 Demo« traten. Die Namen der gewählten Genossen und Ge noffinnen sind: Ncukirch, Scholich. Philipp, Schbold, Th. Müller, Frau Lavitich aus Breslau, Tholl-Waldendurg. Lang-Langenbieiau, Dausenthaler-Striegau. Die kohlenkataftrophe. Man schrribr un«: Durch die nunmehr eingeiretene, schon seit geraunter Zeit erwartete K o h l e n t a t a si r o p h e ist das ganze WirtichaitSlebcn Deutschlands in einen Zustand geroten, daß sich kaum übersehen läßt, was überhaupt uoch zu retten ist. Der Haupt teil der Industrie mußte bereit« stillgelegt werden, und nun steht man vor dem schwelsten, aber fast unveimeidpchcn Schritte, nämlich, die letzten für die Aufrcchterbaltuug der Volkswnlichast unbedingt not wendigen Industriezweige und öffentlichen Einrichlnugen außer Betrieb zu setzen. Zahlenmäßig läßt sich nun ein iolcher Zusammenbruch überhaupt nicht mehr darstellen. Der Zusammen brück der letzten jetzt noch suntlionierenden WirischastSfaliorcn bc- eniflußt ditekt die elementarsten Lebensbedürfnisse alle, Menichcn. Die Wirtschaflssaktoren, deren Täiigleit sich sür die Bevölleruna nur indirekt bemerkbar mackt, sind bereit« seit einiger Zeit außer Funllion. WaS nun noch ersolgen kann, ist lediglich da« Susbören jeden Verlehr«, der not« wendig st«n Produktion und Versorgung. E« ist der vollkommene physische Untergang, dem wir jetzt unmittelbar gegenüberstehen. Die Ursachen sind ostmal« erörtert worden, ohne daß e« mag« tick war, de» Starrsinn der Schuldigen durch vernunftgemäße und sachliche Vorballungen zu beeinflussen. Eine kleine Gruppe extremer Fanatiker hat e« sertig gebrockt, alles, wa« zu zerstören ist, zu sabotieren. Unter ihrem Einfluß ruinieren einige Hunderltausend Einwohner l er Bergreviere in krassester Selbstsucht eine Nation von über 95 Millionen Menschen. Gerade vom sozio listischen Standpunkt an« kann derartiges nicht geduldet werden. Da« Jniercsie der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung be rechtigl und verpflicheet die Regierung, die Wiederaufnahme der P r o d u l t i o» mit allen Mitteln in« Werl zu setzen, not wendigensall« unter Hintansetzung prinsipieller Vedenken zu er- zwingen. Denn wenn eine Aenderung de« jetzige» Zustande« nickt eintritt, ist alle« verloren. Die Hauptiache ist die. daß sofort ein energischer Beschluß gesaßl und auch durchgcsührt wird. Die Erfftcnz de« gesamten Volle« steht auf dem Spiel und demgegenüber haben alle anderen Erwägungen zurückzutreten. • Wir haben dieser Einwendung Raum gegeben,»veil sie für die Stimmung weiter Kreise charaktcristisch ist. Ziveifellos stehen wir vor einer ungeheuren Gefahr, zwetfellos mutz die Regierung alles tun. um diese Gefahr abzuwenden, doch ist bei der Wahl der Mittel reislich zu überlegen, datz nicht jolche angewendet werden, die daS Nebel nur noch schlimmer machen. Arbeit ist nicht zu erzwingen, selbst ivenn man neben jeden Arbeiter einen Auflcher stellt. Deswegen scheint es uns sraglich, ob direkte Zwangsmaßnahmen hier zum Ziele führen werden. Ein indirekter Zwang zur Arbeit frei- lich dürste sich als notwendig nnd nützlich bort erweisen, Ivo der Anreiz zur Arbeit seine Wirkung ver agt. Freilich darf man auch nicht die ganze Last der Ver- antwortung den Bergarbeitern zuschieben. Auch die Be- v-ö t k e r u n g in Berlin und andersivo hat ein gut Teil mit Schuld an den Zuständen, unter denen sie selber leidet. Ost und dringend ist ausgefordert worden, in den Bergbau- bezirken und auf dem Lande Arbeit zu suchen. Theoretisch sieht jeder Arbeiter ein. datz das gesamte übrige Wirtschafts- leben nicht in Schwung kommen kaii'.:, solange weder Lebensmittel noch Kohle gefördert weiden, schlägt man ihm aber vor, nun selber sich in Landwirtschaft oder Bergbau zu betätigen, so bekommt man häufig die Antivort: Warum soll ich gerade derjenige sei» H Solange die Bevölkerung auf diesem Standpunkt beharrt, kann sie sich über die F ol g e n n i ch t b c k l a g e n. Es gibt kein Mittel, das uns retten kann, außer einer starken Abivanderung der Arbeiter- schaft ans den großen Zentren der verarbeitenden Industrie in die Urproduktion. Solange die Bevölkerung das einsieht, aber nicht entsprechend handelt, gleicht sie dem eigensiniügeil Patienten, der die Bledizin des Arztes wohl als richtig mier- kennt, aber nicht nehmen will, tveii sie ihm zu schlecht schmeckt. Ihm ist nicht zu helfen!_ öescheiöene§reuöe. Sicgcsjubel bei de» Geschlagenen. Je kläglicher die Wahlrcsultate für die bürgerlichen Parteien ausfallen, desto größere Töne schlagen ihre Blätter an. Wo ein paar bescheidene Mandate errungen sind, da wird mit voller Lungenkraft„Sieg" geschrien. In der„Deutschen Zeitung" freut'sich der antisemitische Professor Werner- Gießen über das Ergebnis des 19. Januar— vom Standpunkt der Dcutschnationalen Volkspartei aus. Er meint: „Wir Deutschnationalen haben gut abgeschnilten." Man sollte dem Mann seine bescheidene Freude eigentlich nicht vergällen. Aber man fragt sich doch mit einiger Ver- wunderung, welche Niederlage die Deutschnationalen wohl erwartet haben, wenn sie in der Weise, wie sie jetzt zusammen- gehauen worden sind, ein gutes Wahlresultat für sich er- blicken?! Die Deutschnationale Volkspartei ist entste nden durch den Zusammenschluß sämtlicher rechtsstehenden flar- teien und Gruppen, der Konservativen, Frcikonservativen, Christlichsozialen, Antisemiten usw. Im alten Reichstag machten diese Gruppen zusammen noch etwa ein Sechstel der gesamten Abgeordnetenzahl aus. Jetzt füllen sie noch nicht einmal ein Zehntel der Nationalversammlung' Ganze vierzig Mandate von 421 und noch nicht 19 Prozer der Stimmen haben sie erhalten! Selbst Herr Werner mu feststellen, datz das flache Land von den Konservativen ai gefallen ist! Aber trotzdem ist er„zufrieden" bzw. er stet sich so. Ebenso reden die demokratischen Blätter, wie das„Bei liner Tageblatt", fortwährend von den„glänzenden" un „großartigen" Wahlcrfolgen der Deutschen Demokratische Partei am 19. und 26. Januar. Gewiß haben die bürger- lichen Demokraten von allen bürgerlichen Parteien Verhältnis- mätzig am besten abgeschnitten, aber wie bescheiden nehmen sich ihre Erfolge neben den R i e s e n st i m m e n z a h l e n und Mandatsziffern der Sozialdemokratie ausl Da berührt es außerordentlich komisch, wenn die bürgerlichen Parteien in demselben Atemzug, in dem sie ihre „Erfolge" marktschreierisch zur Schau stellen, von«Miß- erfolgen" der Sozialdemokratie reden. Jetzt z. B. suchen einige bürgerliche Blätter den Anschein zu erwecken, als habe die Sozialdemokratie bei den Preußen- Wahlen gegenüber den Wahlen zur Nationalversammlung einen Rückschlag erlitten. Tie bisherigen Wahlresultate geben zu dieser Vermutung nicht die gering st eHand- habe. Das Stimmenverhältnis der Sozialdemokratie ist fast in allen Wahlkreisen das gleiche geblieben, in einigen Kreisen ist es etwas schlechter geworden, dafür in anderen besser. Verhältnismäßig wird die Sozialdemokratie im Preutzenparlament mindestens dieselbe Stärke besitzen wie in der Nationalversammlung. Wenn sie jeden Mandatsgewinn in der gleichen Weise be- jubeln wollte wie die bürgerlichen Parteien, dann würde es der Sprache an Worten fehlen. Wir verzichten gern daraus, un? an Erfolgen zu berauschen und widmen unsere Kraft lieber der positiven Arbeit. Den krampfhaften Siegesjubel überlassen wir denen, die ihn anstimmen müssen, um durch lautes Freudengeschrei die Tatsache der erlittenen Niederlage zu bemänteln. Die Richtungen in öe? U. S. p. D. Gründe der Wahlmisierfolge. In der letzten KreiSgenernlversammlnng der U. S. P. D. in Teltow-Beeskow wuidc über die Gründe der unabhängigen Wabl» mißci folge debattiert. Zubei l fand sie in Mängeln der Or- ganiiation.— Breitscheid in dem Fehlen einer festen Politik. Er wiederholte seinen Klageruf:„Wir haben überhaupt keine Politik."— Rickard Müller maß ebenfalls der Politik der Partei« leining die größte Sckuld an dem Wahlausfall bei. Die G e- noisen in der Regierung hätten in Memeinickaft mit den Scheidemänncrn seit dem 9. November Stück f ü r Stück der Errungenschaften der Revolution abgetragen. Die Politik der Hanse und Hilferding nntrrslhcide sich nicht von der Politik de« linken Flügels der MchrheitSsozialisten. Die linksstehenden Genoiien unserer Partei bekennen sich zum Rätesystem. Die Räte müssen die Soziaiisierung voiberciten. Auf diesem Boden sei dasProgiamm der Partei auszubauen. Wer nicht damit einverstandcn sei, müsse gezwungen werden, auS der Partei auszutreten.—©edel der für die Einigung mit den„Rechlsioziaiisten" sprach, fand bei den» U n rechtSiozialisren" siürmi'chfu Widerspruch. Keine Verhaftung Deutscher in Finnland. Tie in den Blättern verbreitete Nachricht, daß vier Personen der deutschen Gesandtschaft in Helsingfors von der finnischen Regierung verhaftet worden sei» sollen, muß, wie die finnisck)c Gesandtschast mitteilt, dahin berichtigt werden, datz es sich um vier Russen handelt, die mit deutschen Pässen unter falschem Namen nach Finnland gekommen waren. Regiment Reinhard nicht nach Weimar. Wie wir von zustär.di- gcr militärischer Stelle erfahren, ist nicht beabsichtigt, Teile des Regiments Reinhard zum Schutz der Nationalversammlung nach Weimar zu schicken. DaS Regiment verbleibt in Berlin. GewerkschLflsbWWMg Ter Strnssenbahn-Werkstattftreik. Mit den weiteren im Streik deS teckniickien Strab-nbadn- dctfünal« treffenden Mannabmen beschäfti�ie sick gestern mittag «ine Versammlung der Vertrauensmänner des technischen und deS Fahtpersonals der Straßenbahn. In den Kreisen der Streikenden ist Neigung dafür vorbanden, das ssfvbrpersonal quin Sympathiestreik, u bewegen. Die Leitung veZ TranSvort« arbeiterverbandes sowie des Metallarbeiter« Verbandes trat jedoch dafür ein. daß durch no ch malige Verbandlungen nnt der Dirrklion eine Verständi» gung über die Forderungen des technischen PerionalS versucht werde. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. Die Ver« Handlungen fanden gestern nachmittag statt, sie hatten aber keinen Erfolg. Heute vormittag werden die Vertreter beider Parteren vor dem EinignngSamt des Berliner Gewerbeger>chlS verhandeln. In der militärischen Bescyung der Babnböfe, die bereits wiederu aufgehoben ist und sich nur auf �wei bis drei Vabnböfe erstreckte, er» klärte Orthmann in der BerlrauenSmännei Versammlung: Er habe von dem Stadtkommandanten ertabren. daß weder der Stadt« kommandant noch Noske die militärische Besetzung veranlaßt habe. Schumann benterkte, die Direktion habe ibm mitgeteilt, daß sie die Besetzung nicht verlangt babe. Die Maßregel sei nur auf den Uebereifer eincS jungen Ingenieurs zurückzuführen. Tarifabschluft im viiederiansiker Bergbau. Zwischen den Vertretern der Braunkohlengruben„Providentia", «Conrad"„.Julius",„Felix",„Karoline II",„Hermann",„Hedwig und Olga",„Amalie-Dilhelmine",„Germania",„Hoffnung" und „Augufta" und den Vertretern des Verbandes der Bergarbeiter Deutfä lands, deS ZcntralrcrlandeZ der Maschinisten und Heizer und deS Eewerkvereins Christlicher Bergarbeiter sind am 21. Januar 1919 vorbehaltlich der Zustimmung der in Betracht kommenden BergwerkSlesitzcr und Bcrgwcrksaescllschaften Vereinbarungen ge- troffen worden, wcnoch die achtstündige Arbeitszeit einschließlich Ein- und Ausfahrt sofort eingeführt wird. Rückwirkend vom 2. Januar d. I. ab werden für die achtstündige Schicht bei normaler Ar- beitsleisinng folgende Mindestlöhne gewährt: «0 Gcdinglöhne: Diesbauhäucr 12 M., Tiefbauschlepper 11,50 M., Tagebaubäuer 11,50 M., Tagebauschlepper 11 M. b) S ch i ch t l ö h n e: Handwerker 9�0 M., Häuer 9,50 M., Maschinisten 9,50 M., Schlepper 9 M., Kcffelheizer 9 M., Abraumarbeiter 9 M., Tiefbaiinebenarbciter 8,50 M., Prester und Schleifer 5,59 M., sonstige Fabrikarbeiter 8 M., über Tazze beschäftigte Arbeiter und Motorenwärter 8 M.. Jugendliche, 14— 15 Jahre, 4 M„ Jugendlich«, 15—16 Jahre. 5,50 M., Frauen 5,50 M. Mo in diesen Klassen von einzelnen Arbeitern der vorbczeich- uete Mindeftlohn bcrcitS erreicht ist, erhalten männliche Arbeiter eine Zulage von mindestens 1 M., weiblich« Arbeiter eine Zulage von mindestens 80 Pf., jugendliche Arbeiter eine Zulage von min- destenS 60 Pf. In den Fällen, wo bei Eintritt dcS Mindestlohnes gegen den bisberiocn Lohnstand nicht eine Zulage in Höhe der vorstehenden Sätze erreicht wird, tritt diese Zulage voll in Kraft. Auf diese Zuschläge sind diejenigen Lobnzulagen anzurechnen, die von den Tschöpelner-Mcrken dcr Gewerkschaft„Paul" und der Gewerkschaft„Luoalsdorf" bereits gezahlt sind. Tie Gedinglöhne werden mit der Maßnahme erhöht, daß der festgelegte Mindcsllchn bei normaler Arbeitsleistung für die « achtstündige ArbeitSsckicht gewährleistet wird. Entsprechende Ver- einbarnng erfolgt zwischen Werksvertreter und Arbeiter vor dem Arbeitsort. Streitigkeiten über die Einreihung der Arbeiter in die einzelnen Lobnklassen sowie über die normale Arbeitsleistung wer- den durch vclereinknnft zwischen den Werlslcitungen und den Ar- bcit: rauSschüssen entschieden. Il e b e r st u n d e n, Ncl eu- und SonntaaSschichten sowie Feier- tcrgSarbeitcn sind nur in Notfällen bei Gefahr bei Leben und Ge- sundbeit oder zur Sicherung des Betriebes nach Vereinbarung mit dem ArbeiieranSschu� zulässig. Für die ersten beiden Ucbcrstunden werden 25 Pro»,, für jede weitere sowie für Neben- und Sonn- tagSschichten 50 Proz. und für FeiertagSarbeitcn 100 P r o z. Zuschlag gezahlt. Ter Ausschlag für Sonntagsarbeiten fällt für Pumpen- und Motorenwärter fort, soweit ihre wöchentliche Arbeit?- s gelernte Beamte anderer Banken unter allen möglichen Versprechun- zeit 48 Stunden nicht übersteigt. Diese Vereinbarung gilt bis gen als Festangestellte engagiert. Nachdem diese Beamten im Laufe 30. April 1919. Sie kann von beiden Parteien mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf gekündigt werden. Findet eine neue Kündi- gung nicht statt, so gilt das Abkommen stets auf die Dauer von 3 Monaten verlängert. Auf Vorschlag des TemobilmachungSauSschusseS und de» Ma- gistrats hat die Stadtvcrordneten-Versammlung in Forst-Lau- sitz 100000 Mark zur Verfügung gestellt, um solchen Arbeits- losen, die sich bereit erklären, in die benachbarten Kohlengruben zu gehen, einen Zuschuß zu ihrem Tagelohn zu gewähren. Dieser Zu- schuß beträgt täglich 1 M. für Unverheiratete, 1,50 M. für Verheiratete bis zu 2 Kindern und 2 M. für Verheiratete mit mehr als 2 Kindern. Tie Stadt Forst hofft dadurch eine große Anzahl Ar- beitSloscr— es hefindcn sich zurzeit 4 0 00 am Orte— zur Ueber-, nähme der Grubenarbeit zu bewegen und gleichzeitig der Textil- j ArbeilSzeit industric am Orte die nötigen Mengen Kohlen zuzuführen, um die Betriebe im Gang zu setzen und den Rest der Arbeitslosen da- durch beschäftigen zu können. der Kriegsjahre die enorme Arbeitslast unter großen Entbehrungen leisten mußten, sollen jetzt diese Kräfte, die sie oft bcwußtermaßen aus ihren Lebensstellungen herausgerissen hat, und die vielfach Familienväter sind, zum 1. April 1919 aus die Straße gesetzt wer- den. Der Standpunkt der Direktion, die für ihr Verhalten Platz- mangel angibt, ist um so weniger zu verstehen, als eine größere Zahl lediger ungelernter und weiblicher Kräfte, die oft erst in der letzten Zeit des Krieges engagiert wurden, von dem Kündigung?- schreiben verschont geblieben sind. Achtung, Stukkateure! Kollegen I Nachdem die Verhandlungen mit den Unternebmern, in Anbetracht der großen Arbeitslosigkeit in unserem Berute die zu verkürzen, ergebnislos waren, ist es Pflicht eines jeden arbeilenden Kollegen, die ArbeilSzeit von 7 Slnnden strikte innezuhalten und alle Veiiiiche der Arbeilgeber, die Arbeitszeit z» l verlängern, energisch zurückzuweisen. Wer länger wie h ö ch st e n s 7 Skiinden täglich arbeilet, begeht ein Verbrechen gegen seine arbeitslosen Kollegen. ES wird nochmals daraus bilmewiesen, daß Arbeitsvermittelinm nur durch linieren ArbeilSnachweiS, Berlin dt, Rückerstraße. zulässig ist nnd Verstöße htergegen der SeklionSleitung sofort zu melden sind, damit dieselbe die nötigen Schritte dagegen einleiten kann. Deulicher Bauarbeilervcrband. Zweigverein Balm, Sektion der Sluklateure. I. A.: Kail Hoffmann. Unnötige Betriebsstillegung? AitZ dem Betriebe der Firma Otto Jach mann, Borsig« Walde, werden uns recht eigenartige Mitteilungen gemacht. Vor ier Wochen wurde denjenigen, die die Arbeil freiwillig ans- geben, eine Entlchädigung von 50— 100 M. in Aussicht gestellt, j andeierseilS wurde betont, daß doch nur noch wenige Tage Be-' schZiligling vorbanden sei. Innerhalb vier Wochen ist auf diese Weite die Zabl der Beschäftigten, die etwa 4000 betrug, auf etwa 400 herabgemindert worden. Am 1. Januar bat die Firma auch sämtlichen Angestellten gekündiat. Wie UNS nun von gut intor- mierter Seite versichert wird, könnte die Firma Jachmann den Be« trieb voll aufrechterhalten. Vor drei Wochen tvaren noch etwa 80 Modelle vorhanden, dieselben sind im Laufe der Zeit ver- schwunden. Aber auch sonst verfüge die Firma über ae- rni'ende Mengen Kohlen und Eisen, so daß der mit allen Mitlein, der Technik versehene Betrieb die heute so nötige A'.iSbeffcrung von L-ckomoliven und Eisenbahnwagen usw. mit Leichtigkeit vornehmen könnte. Hat doch die Firma unlängst den Arb'itrrn Kohlen pro Zentner für 3 M. zum Verkauf ange- boten. ES wird vermutet, daß die Fiima jetzt, da die Prodnktionjknavp 16jShrige Schulz verdiente bei der Ortskranken n'cht mehr so rentabel ist. wie bei der KriegSarbeit, die Arbeiter so fasse lüroß-Licksterselde als Z a h n t e ch n i k e r l!) 7 00 M. in o n a t Gericktssseitung. KricgS-Jugend. Wegen schwerer Arkilndenfälschung, Unterschlagung und B.- trugcS in mehreren Fällen waren gestern der trotz seiner 17 Jahre schon vorbestrafte Vnreaubote Karl S ch n u ch e l. der 16iäbrig: Zahntechniker Walter Schulz und der löjährig« Zahntechniker- lehrling B o n i tz« r angeklagt. Schulz hatte sich außerdem auch noch wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der ichnell wie möglich lo5 sein und die Bciriebe eilig zum Stillstand bringen möchte. Hier iei cS nach Auffaffling unseres Gewährsmann« Pflicht der Regierung, einzugreifen lind für die Anfrecht-rbaltnng des Betriebes Sorge zu tragen. Es würden aus diese Weise nicht nur für 4000 Arbeiter die AuSaabc» für ArbeitSlot'enunterstütziing gespart, sondern auch»lltzbriugende Arbeit geleistet, deren da? Land so notwendig bedarf. Zum Elektrostreik. Genosse S i e r i r> g vom M ctallarbeiterverband schreibt unS: In der Nr. 44 des„Vorwärts" vom 24. Januar befindet' sich unter„Gewerkschaftsbewegung" ein Bericht über den ElcktrizitätS- arbeiterstreik. In diesem Bericht wird von einem Nender erklärt. ich hätte auf die Aufforderung, bei den Verhandlungen vor dem EinlgungSamt mitzuwirken, mit dem Bemerken abgelehnt, daß ich bei so einem verrückten Streik nicht mitwirken wolle. Diese Be- hauptung trifft nicht zu. Von dem Bureau deS Verbände? der Maschinisten und Heizer wurde ich von einem Genossen angerufen und gebeten, als Beisitzer der Arbeitnehmer im Einigungkamt mitzuwirken. Diese m„» Bitte mußte ich ablehnen, da ich bereits für außerordentlich wirf*, t:ge Verhandlungen zugesagt hatte. Es drehte sich um VerHand- l1" langen mit dem Verband Berliner M.> beizuführen, der auch die Elektrizitätsarbeiter zugestimmt hätten. Zu den Differenzen bei der Mitteldeutschen Kreditbank wird uns noch mitgeteilt, daß unter den Forderungen der Beamten an die Direktion auch diejenige ist. die Entlastung der gelernten Kräfte vorläufig zu unterlassen, und falls überhaupt, erst dann vorzu- nehmen, wenn sämtliche ungelernten Beamten und Beamtinnen, die niemand zu versorgen baben, enilassen sind. �GeradedieD�tte�evftcheKredsibarck�ai�vähreich�dcS�riege� 'lich! To der junge Bursche mit seinem Gelde natürlich den 1 Kavalier spielte und eine„Braut" auShielt. wirkte die? ans seinen ein«> Freund, den Mitangeklagten Schnuchel, ansteckend. In der Absicht, es seinem noblen Freunde nachmachen zu können, fälschte er auf mehreren Formularen die Unterschriften deS Prokuristen und d«S Oberbuchhalters, stellte sich Zablungsaufträge ber und hob nach und nach von der Bank 5 0 000 M. ab. DaZ Geld wurde d'n jungen Leuten anstandslos ausgezahlt, die sich dann ein Schließfach mieteten und die einzelnen Summen hier vorläufig unterbrachten. Nachdem das Geld geteilt war, begannen die drei ein Leben in Saus und Brau?. Bor allen Tingen wurden die„Bräute" mit kostbarem Pelzwerk. Brillantschwuck. seidenen Kleidern und Battist- wüsche versehen. Sie selbst fausten sich die teuersten Anzüae. räckel. ten sich dann auf den teuersten Tbeatervlätzen und benahmen sich recht lümmelhaft. Die„Pulle Cchampus" durfte natürlich an keinem Abend feblcn und in einer dererligen angehesterten Stim- mung wurde Schulz der Urheber, daß ein junge? blühendes Men- jchenleben vernichtet wurde. Er hatte sich von einem Unbekannten auf der Straße zwei Pistolen für 625 M. gekauft und zeigte am 2. November— anläßlich einer Kneiperei In den Zelten— eine der Waffen dem 17jäbr!gen Zahntechniker O-tto Eharlottenburg. Plötzlich entlad sich die Waffe von der Kugel im Unterleib ge- zu Boden.— Staatsanwalt Dr. Sauer be- zeichnete die Anacklagten als Opfer der heutigen Zustände, denen man, eben weil sie ein Opfer des SvstemS feien, ein gewisses Mit- leid nicht versagen könne, und beantragte gegen Schnuchel 8 Monate 2 Wochen, gegen Schulz 1 Jabr und gegen Bonitzcr 3 Mena'e Ete- fängnis. Von Rechtsanwalt Dr. Schwind! wurde für Schulz inen d i g e n R 0 h r st 0 ck nehmen müßte, um da? an Erziehung nachzuholen, was der Vater durch den Krieg leider hatte vcr'äumen müstcn.— Da? Gericht erkannte gegen Schnuchel auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, gegen Schulz auf 6 Monate und gegen B 0 n i tz e r auf 2 Monate Geiängnis. verantworlli« Mr?oIittk»tlrtj Jhittiut. Vertin: tflr den Odtmen Teil de« stalle» wirk»«(tili. Neuwlln. tflr anwipen Tde-dor vilocke. i'erltn vertoz BorwirtS-Zierla« e». m d �.. Berlin Truck SitinflilrlVf'ii.ddrutfetci»nd vertaaSaiiftall Paul Einaer u. Sn in Perlin. 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Vorzugliches Vorbea- gungrmittel bei Bazlllen- Oeberall zu haben.* Gitarre, othern mit Unterleg noten 28,—, gtefie eoKatbia«(Sobeuat. ea. 50-60), atanboltaen, Gitarren 45,-, ersikl. 85,—,.donjettl«Btt 125—145,—, echfileraiattaen 45,—.Soazcrtaelge m. Etui 85,-, Äünstletäleline 145,—, Unter» rlcht 8,—. Monatshanarar. (lOftflnMoe«chnefttnrse.) Sntg, Ornnienstr. IC«, S Tr. Mus von Rüben, mit Frnchtaeschmad, Ritlnnetfcms 1 Rhino 55 Pf., vertäust Bupte, Zianeklrchstr. 2. Wilder? eililuje: gesucht,* Nach• Dr.Ludw.Stephan. ®. R.% Ersetz! die Venen. flappen. Be'citigtd «Intftauung. Best» dewri htl.&ttlmittel ürofttO 1 frei d. bm Fadrilanten Kvl Steplmi. »nenlrBrg H. IginiaOrlgen'Sottieteitaag und Abschmhvriliung. Prwat» Unterricht und Arbeitsstunden. Ech n le rsaii.OderI.a.D.Dr.Knuth, Eharwttenbnrg, Eoetheftr. 4. yanrwaelsr Hantatat, Zigarren, gianrettrn Sauber, Ret» ilbnigste.«,