Hr. 54.»«.Sahrg. -SezvkSvret«, MertelsSHN. 57t Ivil. monb>u. Etnzewe Nummern lv Piennig.reiSliIl«. lver.SorwitttS' ciichnm wocheniltglich zweimal Soimlag.«UUIUU. lelegeamni-ildresie .S»,ialv-motr«i Ocriis'a Morgen Ansgave. W* f- Ocrliner Dolksblntt. (10 Pfennig) AnzcincnprelS; Dt« achlgeivauen«»ioiwarcive»«i!« lonel sv Ctg..itleln« lltntrigen�, daö'etlgedauckte Wori SV Ltg. lgulllssig 2 leklgedructle ti-oriel. ledec wettere Wori■£) Cig. Stelle ngemche und kchiafstellenan, eigen das erlle Wert 30 Ctg., icd-S weiicre Wort lt X�g, Warle über 16 Bnchiiaben, übler, iüc zwei Worte.!euerungSzuichlag bv»�. Kamille, i-Zln, eigen, noliti'che und gcwerlichaitliche SeremS- iinzeigen SV big. die lieile. Sln, eigen iSr die nüchlle Rummel maiien bis ä Übt nachii'.tllags im oaudigrichüft. iierlw kW,--«, ilindeiillraxe 3, adiegeden «erden. Kebilnel eon S Übt jrüh diS S Uhr avend», Zcntralovgzx) der rozialdemohrati feben parte» Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: SW. 6$, Lindenstr. 3. Kerniprecher:«im« Morivpla», Str. I..»l ittt— ISI V7. Donnerstag, den 30. Januar 1919. vorwärts-veriag G. m. b. h., SM. vS, Lindenstr. 3. ssernlvrccher: Am» Morttiplat», Str. l!7 SS— St. Die Streikwette in€ngtand. 91 m ft f r b o tn, 29. Januar. sTelunion.) AuS London wird gvmeidet: Ter Streik ans den Schiffswerften der Themse hat sich gestern auch auf die Wersten südlich des Flusses ausgebreitet: M><1 geschulte Arbeiter und Tagelöhner legten die Arbeit auf den Wersten und in den Häsen nieder.— In verschiedenen Häfen liegen Schiffe mit Lebensmitteln, die nicht gelöscht werden können. Der Ausstand an der C l d d e dauert ebenfalls fort. Weiter wird gemeldet, das, im Westen Schottlands un- gesähr 50 000 Mann in den Ausstand getreten sind. In B e l f a st hat der Streik ans die ganze Stadt mit sämtlichen Betrieben übergegriffen.?s fahren keine Strastenbahnen, EaS und lflcktrizitätsind gesperrt, der Schiff- ba-l steht still, die Pcrgnügungsorte, Wirtschaften und Re- staurants haben geschlossen. Nur die Krankenhäuser erhalten elektrischen Strom,(finige Fabriken, in denen noch elckrtri- schS Licht gebrannt wurde, Wurden von den Aufständigen angegriffen, so eine groste Färberei. Die Polizei mußte schließlich eingreifen und die Ruhe wieder herstellen, Amsterdam, 20. Januar. Einem hiesigen Blatte zufolge schreiben die englischen Blätter die in England herrschende Streikbewegung folgenden Ursachen zu: Die große Kraitanslrengnng. die der Krieg von den Arbeitern gefordert hat, und der Umstand, daß die Arbeiter de- fürchten, die Temobilisation werde die A r b e i t s i os i g- kc i t sördern, wenn die Arbeitszeit nicht verkürzt werde: eine dritte Ursache sei in den gesteigerten Aufwendungen für die Lebenshaltung zu suchen, während die Löhne der ungelernten Arbeiter nicht in demselben Maße gestiegen seien, wie die der gelernten. Auch habe der Kriegsgewinn, obwohl er mit 60 Prozent besteuert sei, die Unzufriedenheit der Bevölkerung erregt. Endlich seien revolutionäre Agitatoren dauernd tätig, um die unter der Bevölkerung herrschende Un- zniriedenheit zu schüren. Die Abendblätter schätzen die Anzahl der Streitenden im Vereinigten Königreich auf 120000 bis löOOOO._ China wehrt fleh gegen japanische Vergewaltigung. Streit auf der Friedenskonferenz. Haaz, 29. Januar. tHollandsch Nieuwsbureau> AuS Poris wird gemeldei: Zwischen den chinesi'chen Deleaierten Wang und Kao und den Vertretern Japans, Mal>no. Cbinda und Matsui ist eS in der Shamungiiage zu einem lebdallen Meinungsstreit g«e komiucn. Die Dcbane in dieser Finge eröffneic Kao. der den Sland« pimtt Tbina? dailegre. Obwohl die ganze Debatte in der Geheim- sigung stattfand, wurde dem Verickiernauer der„Newhort World' wie er iemem Blatte melde», eine ausführliche Schilderung gegeben. Die Chweien waren, obwohl sie sich rubig veibielien, eimüstet. als sie die Forderungen borten, die auf eine Berleilung der Beute hinausliefen und hierzu aus einen gioyen Teil de» reichsten chinesiichen Gebietes gercchnel wurde. Die Cbineiei! vrolestleiten allgemein, überreichlen aber auch einen im einzelnen auSaearbett. ten Prorest, in welchem sie darauf bestanden daß Rech! geschehe» und die Ansprüche Japan» zurückgewiesen werden müßten._ Die Sowjetregierong gegen öen Völker» bunü. Genf. 29. Januar. sT.-K.> Nach Meldungen au» Pari» ist beim FriedenStongreß ei»» s s i z i e l l e S Radiatelegraw« der Sewjctregierung eingetroffen, in dem mitgererl» wird, daß Nußland de» Eintritt in die Gesellschaft der Natioueu ab» lehnt._ Diskusilon übe? üie üeutschen Kolonien. Paris, 28. Januar. Reuler. Die Disluisionen über die außer- halb Euiovas eiobeiten deulschen Gebiete werden morgen forlgesetzt werden. Nenier teilt über ihren Inhalt nichts mit, bezeichnet sie aber als iehr bedeutungsvoll. Außerdem dementiert Reuter die Bcstauplung daß zwischen der britischen Regierung und den überseeischen Dominions MemuiigSverichiebenheiieir bestünden; es herrsche vielmehr völlige Uebereinstimmung unter den Delegierten. Verhaftung pariser Spnöikaliftenführer. Ter politische Gcwaltstreich. Genf, 29. Januar(Telunion). Wie hier bekannt wurde, w»r- den in Paris verschiedene Führer der Syndikalisten der Pariser Arbeiterbörse verhaftet. Die Festnahme soll angeblich infolge deS beabsichtigten Generalstreiks, der politischer Natur sei. stehen. Das Cnöe öes Spartakiftenputsches in Wilhelmshaven. Ausführliche Tarstellung. Wilhelmshaven, 29. Januar. Die Kommunisten kamen am Montagmorgen hier an und besetzten die öffentlichen Gebäude, u. a. die Reichsbank, wo sie mnter Gewaltandrohung 4 9 9 9 9 Mark erpreßten. Dci den Verhandlungen zwischen den Kom- munisten und dem Arbeiter- und Soldatcnrat verlangte letzterer die Herausgabe deS entwendeten Geldes. Die Kommunisten gaben jedoch die Beute nicht zurück, raubten vielmehr noch eine Million Mark aus der ReichSbank. Tos geraubte Geld wurde zum Hauptquartier der Spartakisten, der„Tausend-Mann-Kaserne", gebracht. Bei nochmaligen Verhandlungen wurde verabredet, daß da? Geld bis 7 Uhr abends zur ReichSbank zurückgebracht werden sollte. Als um 7 Uhr ein mit Soldaten besetztes Automobil vor der Kaserne ankam, um das Geld zu holen, wurde es von den Sparta- listen, die sich weigerten, das Geld herauszugeben, mit Schüssen empfangen. Infolgedessen wurden von der Besatzung deS Auto? Berufssoldaten zu Hilfe gerufen, die nunmehr mit der Belagerung der.Tausend-Mann-Kaserne' begannen. ES wurden Masch i» nengewehre und kleinere SchlffSgeschütze heran- geschafft: gegen 9 Uhr begann ein regelrechtes Gefecht, das bis gegen 2 Uhr nachts dauerte. Gegen 10 Uhr abends trat eine Kampfpause ein. weil die Spartakisten sich bereit erklärt hatten, das Geld hcr> auszugeben. Es wurde dann der Reichsbank zurückerstattet, jedoch nicht der dollständige Detrag, da ein Teil bereits unter die Sparta listen derteilt worden war. Uni 2 Uhr nachts erklärten die Sparta» listen sich zur bedingungslosen U ebergab« bereit. 600 Mann wurden sodann in Haft genommen. Bei dem Kampf wurden im ganzen sieben Personen getötet, darunter zwei Spartakisten und zwei Berufssoldaten. Es wurden etwa 39 Personen verwundet. Außerdem wurde gegen 7 Uhr abends ein Arbeiter, der an der Deichbrücke Posten stand, von einem Berufssoldaten erschossen, wodurch eine Span »ungzwischendenBerufZsoldatenunddenWerft. a r b e i t e r n hervorgerufen wurde. Heute am 29. haben die Post», Telegraphen, und Eisenbahnbeamten morgens den Dienst wieder aufgenommen. Der gestrig« Abend und die Nacht verliefen bis auf einzelne Schüsse im allgemeinen ruhig. Zwischen den Beteiligten ist«in vorläufiges llebercinkommen getroffen worden, wonach die Beteiligten(Arbeiter- und Soldatenrat. die Kommunisten und die Arbeiter und Berufssoldaten) sich verpflichteten, Ruhe und Ord nung zu halten. Dieses Abkommen ist gestern durch den Ein- undzwanzigerrat in einem Aufruf an die Bevölkerung der- öffenllicht worden, der zur Beruhigung dienen soll. Augenblicklich befinden sich noch im Ausstand die städtischen Beamten in Rüstringen und Wilhelmshaven, die eine besondere For- dSrung haben, nämlich die Errichtung einer Bürgerwehr zum Schutze gegen gewaltsame Angriffe auf das Eigentum der Bürger. Dieser Schutz scheint ihnen nicht genügend gewährleistet zu sein durch den jetzigen Dienst deS SicherhcitSwescnS, der sowohl die zwei- malige Beraubung der Reichsbank al» auch die Besetzung des »Wilhelmshavencr Tageblattes' nicht zu verhindern vermocht hat. Die Bildung einer Mirgerwehr soll heute erfolgen. Die schleswigfthe frage. Ruhige Auseinandersetzung. Auf die Erklärung der dänischen Regierung über die nord- schleswigsche Frage veröffentlichl der Deutsche Ausschuß für da» Herzoglum Schleswig eine längere«niwort, in der unter Anerkennung de» ruhigen sachlichen Tone» der Erklärung ein Einveiständni» mir verschiedenen dänischen Forderungen festgestellt wird. Mit besonderem Nachdruck wiederholt der Ausschuß seine Forderung, daß den Dänen NordschleSwigS für Versammlungen, Petitionen und eventuell Abstimmung volle Freiheit gewährt werden müsse, betont aber ebenso entschieden, daß diese Freiheit entgegen den Behaupiungen der dänischen Presse bisher durchaus nicht de- schränkt worden sei. In Schleswig setzt man sich mit aller Sachlichkeit über die Nationaluäteiifroge auseinander. Im Osten aber wollen die Polen nicht anders, als daß es polnisch dabei hergeht. Sozialöemokratischer wahleefolg in Heften. V 31 Mandate erobert. DaS vollstSudige Ergebnis der Wahle» zur hessische» Laadesversamvrlnng ist folgendes: Sozialdemokraten 31 Sitze, Unabhängige Sozialiste« 1 Sitz, Demokratische Partei l3 Sitze, Zentrum 13 Sitze, Deutsche BolkSpartei 7 Sitze, Hessisch« Volkspartei 5 Sitze. Was jetzt getan werden muß! Rasch Brot schassen. Von Erwin Barth. Infolge mehrtägiger Abwesenheit von Verliii bekomme ich erst jetzt den Artikel des Herrn Professors M. S c r i n g in Nr.•48 des„Vorwärts" zu sehen. Ich freue mich auf- richtig, daß in der Richtung der Landbcsicdelung bereits weit vorgearbeitet ist. Aber diese Vorarbeit, so nützlich sie ist, cnt- spricht nicht dem Gedanken, der mich bei der Abfassung- meines Artikels leitete. „Unbewirtschaftete Moor- und Oedländer sollen für Sied» lungszwecke zu dem ErtragSwert, den sie in unverbessertem Zustande haben, d. h. in vielen Fällen fast umsonst hergegeben werden." Hier will ich anknüpfen. Die Frage ist: lv i c sollen diese Wildläildereien urbar gemacht werden? Der Weg den die europäischen Einwanderer in den anierikanischcn Neuländern begangen haben— die Urbarmachung durch den Siedler selbst— ist zu lang für unsere Notzuslände. Bei uns handelt cS sich nicht darum, einzelnen siedlungSlustigen Menschen die notwendige materielle Unter- slützung zum Aufbau einer neuen Existenz zu leisten, sondern um schnellste Bereitstellung neuen Kulturlandes im großen Stile, um unseren NahrungSniittelspielraum zu erweitern und um den Hauptteil der jetzt brachliegenden Arbeitskräfte nutzbringend zu beschäftigen. Aus der Gewinnung von neuem landwirtschaftlichen Nutzland soll eine neue Industrie gemacht werden— eine Uebcrgangsindustrie, die unS bis zum Eintreten ge- regelter Verhältnisse in der deutschen Industrie und bis zu ihrcnl Wiedererstarken die unproduktiven Ausgaben in Form von Arbeitslosenunterstützung erspart und mit Millionen von Händen neue notwendige Werte schafft. Dazu bildet die von Prof. Sering mitgeteilte gesetzgeberische Vorarbeit eine nütz- liche Hilfe. Aber ihr Umfang ist noch zu eng gesteckt. Wie ich mir die Lösung dieser Aufgabe vorstelle, will ich hier, soweit es im Nahmen eines Zeitungsartikels niög- lich ist, kurz skizzieren. Eine amtliche Stelle wird nrit größten Voll- machten ausgestattet. Sie hat sofort von den Wiesen- oder Wasserbauänitern oder den sonstigen Kulturstellen alle fertigen Pläne einzufordern und für die noch nicht aufge- nommenen Gebiete schnellstens Pläne ausai bellen zu lassen. Sie ist zu ermächtigen, wildliegende Privatländereien(Moore, Heide. Wildwiesen usw.) für den Staat zu enteignen. Der Reihenfolge nach sind zuerst die Gelände in Arbeit zu nehmen, die am raschesten Fruchtland ergeben. Unter diesen sind die besseren Böden(Moore) zu bevor- zugen. Unter diesen wieder sind dicr Gebiete in erster Linie in Arbeit zu nehmen, die bereits durch Kriegsgefangene vor- gearbeitet worden und die infolgedessen für die Unterkunft einer größeren Anzahl von Menschen eingerichtet sind und deren Umgebung aus den Unterhalt dieser'Mcnschenzahl ein- gestellt ist. Es handelt sich darum, möglichst rasch ertragbringendes Ackerland bereitzustellen und schon für die nächste Ernte Vor- teile zu schaffen. Eine Hauptfrage ist die Unterbringung der Ar» beiter auf dem Lande. Dazu reichen die Unterkünste für ausländische Wanderarbeiter nicht aus. Den höheren Ansprüchen der städtischen Arbeiter an WohnungSbcquemlich- keit muß entgegengekommen werden. Mit Hilfe deS Ein- quartierungsrechtes muß ein Teil der Arbeiter in bcnach- bartcn Döisern(bis zu 1 Stunde Entfernung) untergebracht werden. Darüber hinaus sind geräumige Militärbaracken bereitzustellen. Darin ist Unterhaltungs- und Lescmöglichkeit zu schaffen. Durch gesellige Spiele und belehrende Vorträge ist eine heitere Atmosphäre in den Barackensiedlungen zu er- zeugen, die den Arbeitern eine gehobene Freude am Leben sichert und sie für das Aufnehmen des reinen Genusses der Natur empfänglich macht. Für die Verpflegung sind Militärfeldküchen aufzustellen und auch die besandercn Bedürfnisse an Kleidung und Schuhwerk für diese den städtischen Verhältnissen neuartige Arbeit sind soweit als möglich aus militärischen Reslbeständen zu befriedigen. Ucberhau'pt ist eine enge Anlehnung an die militärische Organisation für Unterkunft. Ver- pflegung usw. geboten— ohne natürlich de» militärischen Geist zugleich einzuführen. Die Entlohnung der Arbeiter ist die Frage, die größte Sorgfalt erfordert, der Geldlohn ist nicht zu umgehen. Er ist aber als nebensächlich zu behandeln. Die Natural- Verpflegung ist in den Vordergrund zu stellen. Nach dem Vorbild der Kriegsunterstützung ist gleichzeitig für die in der Stadt verblichenen Familien der Arbeiter zn sorgen. Diese Unterstützung macht es erträglich, da� der Geldlohn in den Arbeitsgebieten gering ist. Werden nun. auch wenn mit sozialer Wdtfierzigfeit alles für die Arbeiter Leistbare getan ist, die Arbeitslosen sich bereitfinden, aufS Land zu gehen? Das wird zu erreichen sein. Wenn alle Vorbedingungen für diese im Volksintercsse absolut nötige Arbeit erfüllt ist, dann wird für Leute, die nicht auS gesundheitlichen oder sozialen Gründen diese nachgewiesene Arbeit verweigern, die sich also frevelhaft an den Lebens- Notwendigkeiten für unser Volk vergehen, die Arbeitslosen- Unterstützung zu entziehen sein. Diese Form der Ärbeitspflbcht schließt auf der anderen Seite in sich, daß diese Arbeit nicht im privat- kapitalistischen Interesse geleistet wird. Denn dann würden sehr starke Widerstände bei den Arbeitslosen ausgelöst. Ich halte dafür, und damit stimme ich wohl mit dem Gesetz- cntwurf für die Beschaffung von londwirtichaftlicheni Siedlnngsland überein, daß das gewonnene Neuland Staats- eigentum bleibt und daß mit Hilfe der Erbpacht dort neue Kleinbauernstcllcn geschaffen werden. Diese Bauern- stellen sind in erster Linie an solche zu geben, die als Arbeiter Sei der Aufschließimg deS Landes tätig waren. Staaishilfe für die erste Einrichtung ist notwendig. Sobald genügend Land ausbereitet ist. ist an die Her- stellung der ersten Bauer»stellen zu gehen. Bei dem Mangel an sonst gewohnten Baumaterialien(Ziegel) kann auf daS in der„Ausstellung für billige Bauweise" dar- gestellte neue Baumaterial verwiesen werden. Eventl. könnten Notbauten aus Holz provisorisch errichtet werden. Das kostet natürlich sehr viel Geld! Das ist mir von verschiedenen Herren schon als Hindernis für den ganzen Plan entgegengehalten worden. Ja, die Arbettslosenunter- ftützung kostet uns auch Hunderte von Millionen Mark. Und diese Ricfensummen werden völlig unproduktiv angelegt. Investieren wir also dieses Geld als produktives Kapital und legen wir noch etliche Hunderte von Millionen Mark dazu. Jetzt heißt es Brot und Arbeit schaffen, und dazu muß jedes Mittel recht sein! Man hat den Gedanken jüngst einmal ausgesprochen: an- gesichtS unserer fürchterlichen Finanznot die Arbeits- lose»«Unterstützung nur für eine gewisse Zeit a.» den einzelnen Arbeitslosen zu bezahlen. Das geht natür- lich nicht an. Der Arbeitslose muß auf jeden Fall solange untelstützt werden, bis ihm Arbeit nachgewiesen werden kann. Sein Leben und das seiner Familie muß geschützt werden. Kann daS nicht durch Arbeitslohn geschehen, so»nuß die Arbeitslosenunterstützung dafür einspringen. Diese Pflicht deS Staates schließt jedoch selbstverständlich ein, daß der Arbeits- lose nachgewiesene Arbeit unter unserer gegenwärtigen Not- läge angepaßten sozial erträglichen Bedingungen'annimmt. Erst muß Arbeit bereitgestellt sein, ehe man an den Gedanken der Einstellung der Arbeitslosenunterstützung gehen katin. Wer will sonst das daraus entstehende Elend Verantlvorten? Leider wird in Zukunft damit gerechnet werden müssen, baß in Deutschland noch ünmer ein erheblicher Ueberschuß an Arbeitskrästen bestehe» bleibt und daß die brachliegenden Arbeitskräste von unserer geschwächten Wirtschaft nicht mit fortgeschleppt werden könneru Um eine Auswanderung deutscher Arbeiter nach anderen Ländern werden wir nicht herumkommen können. Aber vorderhand wird es möglich sein, Niesenmengen von Arbeitslosen in unserem eigenen Lande, für die Vergrößerung der LebenSsickcrheit unseres Volkes, zu beschäftigen und die allgemeine Not zu lindern. Für diese Aufgabe müssen alle guten Kräfte in unserem Volke mobil gemacht werden. Die Sorge um die Zuklmst unseres Volkes beschäftigt jeden, der Verantwortungsgefühl in sich trägt, aufs stärkste. Und aus dieser Gesinnung heraus habe ich uicineu damaligen Artikel auSklingen lassen: Handeln, handeln. Handelns Literatur-Revolutionen. Bon Dr. Paul Landau. Eine revolutionäre Bewegung in der Kunst geht mit der poli- tisckien Kevolutizm in Deulidilan» Hand in Hand. Unter den Molern hat sich um Pechitem die sog. Novembergrupv« gebildet die schon durch den Namen fick» al« eine Tocbler der stoalluben Umwälzung kennzeichnet und den«eist der neuen gcu deren»»a wugmgen Plakaten zum Ausdruck gebracht bat. Auch die jungen Dichter, besonders die Lyriker um Werffel, kühlen sich al« die be« rnienen Vorkämpfer der Revolunon und fordern mit der Um- Bestallung aller Verhä ltniste eine ganz veränderte Tlellung der Kunst zum Dasein. Eigentlich war die künnleniche Nevolut'on schon vor der politischen da. Bereit» in dem letzten Jahrzehnt vor dem Kriege zeigte«» sich, daß der alt» Kül de« NannalirmnS, der de» IS. Jahrhundert beherrscht Hot und im JmprcifionidmuS seine höchste Verfeinerung erfuhr, vollständig adgew'N'chastet batle. Etwa« Dunkles. Dumpse«, Gärende« kam heran': der Exvreksionis- niuS. Da« Publikum hat diese sede Natiirnachohinung ablehnende, au« der Inbrunst innerer Visionen wild bervoi brechende Ausdrucks« tun st ,unZ»st wie einen wüsten Traum abgelehnt. Die Welt von Istt4. diese alte Welt, die am schönen Ewern festhielt, hatte keine Augen kür das qualvolle Gestammel und die Gestaltung der Eeher. die bereit! den kommenden Ausamwenbruch. die UmwertungollerWer'e. den Andruck eine! neuen Zeitalter« voraussahen. Dre ungeheure Er- regung, die heute Deurichland und die ganze Welt durchzittert. die Aufrültelung der Geister, dre Auhvühlung der trägen Instinkte, sie haben un« die Kunst de« ExpressioirrSmu«. dieke Kunst der Per- zückungen und der Zchreie, der primitiven»formen und der ge- steigerten Innerlichkeit, nöber gebracht, und wenn erst einmal die politische Rcvotutron den Gemütern so v el Nude gewähren wird. um stch wieder dem Reich der Echörhel« zuzuwenden, wird die Kunst, evolution. der bisher die weiten Kreise noch fremd gegenüber- stehen, als ein Stück unserer eigenslen Kultur leidenschastlich umkämpft werden. ZweisekloS geht bei der neuen Bewegung die bildende Kunst voran. Gegen die immer seelenloser werdende Lbschilderung de» euheren Gewände« der Natur im JmvrelsioniSmu« erhoben stch Meister— man denke an Esmnn« und van Gogh an Münch, aber auch an Marse«— die sich von den Fesieln der Naturnacha�mung b-sreiten und ganz der inneren Stimme ihre« Ge'übls folgten. die ganze«utzenwelt zum Ausdruck ibre« per öniichsten Erleben« machten. Der im Menichen lebende siormwille wanvte sich gegen die Auflösung aller Kompositionen in AiiaenblickSbildn und drängt« zu einer starren Betonung des Formaten, die bis zur vuneilung der Dinge in regelmätzig« geome- irische und kubische Körper führte. Man«Uchte Anlehnung bei den ursprünglichsten Gebilden der Kunst, bei der Plastik der Aegypter und der Uneareu Einfachheit frühmittelalterlicher Minia« turen. bei den groben, aber ehrlichen Gebilden der Bauernkunst und den wüsten, aber leidenschaftlich empfundenen He» vor» bringungen wilder Völker. Diese Primitivität bat auch in der Dichtung zum«nkchlust an den.Homer der neuen Welt", an Walt Wh'tman, geführt, besten freihmströmenden Rhythmen den reinsten Ausdruck der Empfindung gewähre». Die neue Dichtung wurde, Heimkehr aus See Ukraine. gm Heimkehr de« I. Armee-Korv« au» der Ukraine wird entgegen irreführenden Pressemeldungen folgendes mitgeteilt: Unter Führung des Generalkommandos I. A. K. befinden sich in der Gegend von Charkow noch Deutsche, vornehmlich sächsiiche Truppen, die wegen der bekaunlen Zustände in der Ukraine noch nicht in Richtung auf Brest- LitowSk ab defördert werden konnten. Die Lage dieser Truppen wurde Anfang Januar schwierig, da nach der Einnahme von Charkow durch die Boll'chewisten im Süden und Westen alle Bahnverbindungen durch grötzerebolsche- wistische Banden abgeschnitten worden waren. Die Absicht deS Generalkommandos, sich nach Weiten durchzuschlagen, icheiterte an dem Verhalten der Truppe. Daraufhin ernichlofi man sich zu Verhandlungen mit der Sowjetregierung in Moskau, mrt deren Führung der Soldalenrat beaukiragt wurde. E« wurde ein Vertrag geschiosien, nach dem die Bolichewisten sich verpflichteten, die Truppen über O'el— LmolenSk—Dünaburg— Wilna abzubeför» dern. Dw Rückkehr der Unterhändler wurde nun benützt, in einem von Königsberg au« verbreiteten Artikel der Sowietregierung für die Riick-ührung der abgeschnittenen Truppen durch Großrußland in überschwengltcher Weise Dank zu sagen. Gegen Form und Inhalt dieser Auslastung kann nicht scharf genug Elellung genommen werden. Bedeute« sie doch nicht« weiter olS eine Propaganda für den Bolschewismus in übelster Form. Warum konnten die deutsche» Truppen nicht rechtzeitig in die Heimat zurückkehren? Nicht, weil die Heimat sie im Stich gekosten hat, sondern weil einzelne undiszipliniert« deutsche Truppenvcrbändr»lrne Rückficht auf ihre Kameraden gegen die Weisung der Führung eigenmächtig ihre Posten in der Ukraine verließe» und die für de« Bahntransport«ötigea Bahnlinien preisgaben. Ferner, weil dieselben volschewisten, deren international« Eotidarilät gefeiert wird, ihnen zuvor jeden anderen Weg abgeschnitten hatten. Daß die Truppen vor der Abkahrt ihr ganze« Gerät und samt« lich« Kanonen abgeben mußten und nur 8P Proz. ihrer Handwaffen behalten dursten, daß dadurch die Bolichewisten sich auf einfachste und billigste Weise in den Besitz von Waffen setzten, die für ihre Kriegführung gegen uns wichtig sind, darf nicht verschwiegen und übersehen werden. Außerdem ist bis beute von dem Soldalenrat. der die Verhandlungen führte, noch kein Mann über die DemarkalionS« linie gekommen. Vorläufig ist lediglich der Vertrag bekannt ge. worden. Ob und wie die Sowjetregierung zur Erfüllung gewillt und in der Lage ist, bleibt nach den gemachten Erfahrungen abzu» warten. Sicher ist zu begrüßen, baß die abgeschnittenen Truppen nun» mehr die Möglichkeit erhalten sollen, überhaupt in die Heimat zu gelangen, wenn die Rückkehr auch durch Abgabe der Waffen und durch Märsche von Nowo-Swenziany bi» Koichedary, also über 130 Kilometer durch Schnee und Ei», erlauft werden muß. Jedoch dürfte das Zugeständnis der Heimkehr über Rußland weniger dem Edel- mm und der Men'chenfreundlichkeit der Sowjets zu danken lein, als vielmehr dem fichtbaren Bestreben, in den auf diese Weise Heim- beförderten neue Parteigänger für die Sache des Bolschewismus in Deutschland zu gewinnen. ES ericheint daher mehr als bedenklich, durch eine unsachliche Wiedergabe der oben dargelegten Tatbestände die Volschewisten zu unterstützen. Man besorgt so die Geschäfte unserer Feinde im Osten und ipielt der Entente authentisch scheinende« Material in die Hand für die unwahre Behauptung, Deutschland stärke den Boljche- wismuS. Kämpfe mit öen polen. Paulina befreit. Sromb-tg, 28. Januar. Amtlich. Gegen fünf Uhr nachmittag griffen die Polen in einer Stärke von ettoa 200 Mann Wilhelms» dorf an. Sie wurden abgewiesen und bis Paulina zurückgeworfen. Paulina wurde angegriffen und unter Zurücklafing von zwei Ma- schineizgewehren und Munition zogen sich die Polen fluchtartig zurück. zunächst in der Lyrik, dann aber auch im Drama. ein jähe« Losbrechen der Gesühl«, ein Auff'chrei der ge- quälten Seele, und diele Sehnsucht nach Einfachheit und Giöße tritt immer deutlicher hervor, wenngleich hier noch alle» unerklärt ist und die Formen der alten Kunst in neuer Der- brämung noch immer gepflegt werden. Jedenfaü« sind wir muten dr'N in einer L'teraturrevoluiion. Die eiste eigentliche Revolution, die unsere Literntnr erschüttert bat, war die des.Sturm und Drangs� um« Jahr 1770, au« der der junge Goeihe al» die führende Persönlichkeit bervortta,. Um 1830 finden wir dann w eder eine revolutionäre Bewegung gegen die durch Schiller und Goethe geschaffene Klasfii in der Romantik, und gegen diele romauiiich-reallionäre Richtung erbebt sich um 1830 eine ffeihetl- lich-, dem Leben und der Bewegung zugewandte Poesie im jungen Deuikchland. In den 80er Jahren de« 19. Jahrhunderts begunil dann die Revolution de« Naturalismus, die wieder den Kampf gegen die Unnatur au» ihr Banner schreibt und bald in eine neue Romantik. in den SyinboltSmu«. ausläuft. D>e letzte Liieratur-Revolution, m der wir noch mitten drin stehen, wäre dann die»m 1910«insetzende expressionistische Richlung, die ihre eisten großen Erfolge etwa in den Gedicht n Werffel« und den Dramen HasencleverS dat. So der- schiedenarlig die Inhalte aller dieser Revolutionen sind, so gleich« förmig sind die Methoden, mit denen sie arbeiten. E« ist ja, wie in jeder politiichen Revolution, so auch in jeder lünstlerischen, immer Derselbe Typus Mensch, der sich hier Geltung verschafft: der Fana- tiler, der Theoretiker— kurz die Jugend. Diel« psychologische Haltung de« KunsttevolutionärS bringt e« mit sich, daß all- Revolut'vnen in der Literatur sich im schroffsten Gegensatz zu dem Vergangenen fühlen. Damit hän.it aufs engste die Anschauung der Revolutionäre zusammen, daß die Kunst mit ih�em Austreten eigentl!» erst an'onge. Da d r Eppressionist in jeder Nachahmung der Natur einen verhängnisvollen Irrtum steht. io elistiert unsere gesamte Kunst, die aus einer Anbetung der Nalur beruht, für ihn nicht. Die Kunst fängt für rhu erst mit dem Ex- pressioniemuS an. Man darf von Revolutionen keine maßvolle Gerechtigkeit der- langen, und deshalb ist mit jeder Umwälzung in der Literatur ein benigrr Bildersturm gegen die biSbertgen Götter verbunden. Heut« muß besonder« TbomaS Mann al« der TyvuS de« uniäugen «eitbeten die Angriffe der Jungen aii«balten. Di«.E'ürmer und Diänger' räumien mit W eland ebenio ww mit Klopitock auf: die Romantik verbögnle Sch ller: da« junge Deuifdland warf den .Fürstendiener und Genußmenschen" Goethe auf den Kebrichihauscn: die Naturalisten der SOer Jahre sahen beionder« in Paul Hey'« den Inbegriff olle« liebet«. Demgegenüber werden wieder emioe ältere Perlönlrchk-iten der Dichtung. mir denen sich die Revointionäre verwandt glauben, auf den Sckqjb gehoben. Die Fügend von 1770 vergönerte Rouffeau und Lavater. die Romantik Dante und Eervante», da« junge Deutschland Schiller und Jean Paul. Während al« die großen Vorbilder de« Naturalismus Jbi'en. Zola und Tolstoi galten, werden heul« Dichter wle Whltman, Frantzt- Jamme«. Claudel, besonder« verehrt. Eine große Rolle ipielen in allen Revolutionen die Theoretiker; sie sind die eigen:- ltchen Provbeten und Worl'übrer, die Hauptvertreter der Revolution. Dt« Taktik dieser RevolutionS-Theorenker ist zunächst stet« die Lerueiuung alle« LiSherigeu und die jchrankenloje Anpreisung deS polnische Greuel. Ei« deutsch« Parlamentär totgeschlagen. Bromberg. 28. Januar. Leutnant R o g a l l a vom IS. In» fanterie-Regiment, Sohn deS Gemeindevorstehers in Schieusenau, ist am vergangenen Mittwoch im Lause v.>.t V>.rhandtungea. die er al? Parlawentär mit den Polen bei Thür« führte, mit Gewehr- kolben erschlagen worden. In schwerverletztem Zustande, aber noch lebend, wurde er in da« Schubiner Lazarett eingeliefert, wo er in- zwischen gestorben ist. Ww unS dazu noch mitgeteilt wird, erschien am folgende» Tage in dem Lazarett ein polnischer Matrose, um sich zu erkundige», ob»daS Schwein* noch am Leben sei. Regierung unö Vollzugsrat. Keine„Militarisierung" Berlins. In einer der letzten Sitzungen des VollzugSrakS der Berliner Arbeiter- und Soldaten räte war ein Antrag Weiß angenommen worden, der die Reichs- rvgierung aufforderte, sich vor einer Versammlung der ge- nannten Arbeiter- und Soldotenräte Groß-Berlins sowie der kommunalen Arbeiter- und Snldatenräte wegen der Vor- gänge während dqr Krawallwoche zu rechtfertigen. Di« Reichsregierung hat es abgelehnt, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Sie sandte dem Vollzugsrat des Berliner A.> und S.-Rats das nachstehende Schreiben: An den Vollzugs rat der Berliner Arbeiter- und Soldatenräts, Berlin, Abgeordnetenhaus. Berlin, den 29. Januar 19 19. Auf Ihr Schreiben vom LS. d. Ml«, teilen wir Ihnen mit, daß wir der Einladung zu der auf den 31. Januar festgesetzten Ber- sammlung der gesamten Arbeiter- und Soldatcnräte Groß-Berlin» sowie der dem Verband Groß-BerlinS angeschlossenen kommunalen Arbeiter- und Soldatenräte zu unserem Bedauern nicht folgen können. Nach dem Beschluß de« Rätekongresses sind wir füe uns«« Tätigkeit örtlichen Arbeiter- und Soldaten räteu nicht verantwortlich. Der Kongreß hat vielmehr die Kgn- trolle unserer Tätigkeit dem Zentralrat übertragen, in dessen Einvernehmen wir bei den Maßnahmen zur Herstellung der Sicher, heit in Berlin gehandelt hohen. Schon deshalb können wir den Aufforderungen örtlicher A.» und S.-Rät« zu mündlicher Bericht, erstattung über unsere Tätigkeit nicht entsprechen. Ein solche« Ver- fahren wäre auch praktisch undurchführbar, denn mit dem gleiche« Recht wie Berlin können auch andere Orte uns zu mündlicher Berichterstattung auffordern. Dazu kommt, daß wir in den hol- genden Tagen mit unaufschiebbaren Vorarbeiten für di« Nationalversammlung voll in Anspruch genommen sind. Wir sind deshalb gezwungen, uns zu den aufgeworfenen Fra- gen schriftlich wie folgt zu erklären: Vorweg ist zu dem Antrag Weiß zu bemerken, daß eine.Mi, l i t a r i s ie r u n g*, was wohl heißen soll, ein« dauernde militä- rische Besetzung Berlin», nie beabsichtigt war und daß eine solche auch n i.e b e st a n d. Die Heranziehung von Truppen ist von der ReichSregiernng und dem Zentralrat angeordnet worden, damit die gestörte öffentliche Sicherheit in Berlin wieder hergestellt werde. DaS lag nicht nur im Interesse der Berliner Bevölkerung, sondern war auch durch das ReichSlnteresse unbedingt geboten. Daher find auch die Kosten für die militärischen Maßnahmen auf die R e i ch». lasse übernommen worden. Tie Veopflegung der Truppen er, folgte, wie eS bei allen mobilen Formationen üblich ist. Nachdem die Wirren in Berlin beendet sind und leidliche öffentliche Sicherheit wieder eingetreten ist. wurden auch die Truppen zum weitaus größten Teil aus Berlin zurückgezogen. Die ReichSregierung. Ebert. Scheidcmann. ES ist nun wohl zu erwarten, daß sich die Mehrheit des Vov-ugsratS mit dieser klaren und vernünftigen Antwort zu, frieden geben wird. Neuen. Sodann wird, wenn sich dl« bebarrenden Mächte de« Leben» wie der Kunst unüberwindlich erweiten, der versuch gemacht. dem eigenen Parteiprogramm die allgemeine Bedeutung eine« Svangel'untS zum'vrechen..Die Macht des auffeaenden Wortes, der Zauber der Formel und der Pointe*, die Rudolf Haym al» den Zautrer der romantischen Wirkung hinstellt, sind bei jeoer Literallir, Revolunon gleich deveutunaSvoll. Bei all dielen Einschränkungen ab«? baben alle Revolutionen der Dichtung doch die hohe Be, deunmg gehabt, der Jnqend zu ihrem Recht zu veth-lken. een Boden auk'utockern für Rüntt'ge«. und ko dürken wir boffen. daß auch au» der neuesten Revoiinion m der Literatur ein neue: Stil und eure neue Schönheit erstehen werden. Kottze». — Unser neue r Roman. M. Anderfen-Nepö. der Vev, fasser de« bedeutendsten proletarischen Romans s.Pclle de: Er- oberer*), den wir vor einigen Jahren unseren Lesern bieten konnten, hat ein Seitenstück dazu geschrieben. Gab er dort die Eni» Wicklung eine» Prolelarierknaben. so hier den Werdegang eine» armcn Mädchen», dessen LcbenSschicksale ein Spiegelbild und ein Symbol deZ Aufstiegs der Arbeiterschaft selbst sein werden. Der- erste Band, von Hermann Kiij getreulich verdeutscht, liegt bisher vor. In ihm vereint sich di- ganze Gemütsinnigkeit und da» tief» menschliche Sympathiegefühl de» Dichter» wiederum mit einer hohen uni) lebendigen Erzählerkunst. — Theater. Tie Uraufführung von Wilhelm Speyer» Drama:.DerRevolutionär*. im Mukationverlag, München, erschienen), findet gleich, eilig ,m Muichener Niiionallbeater. im Bertiner Ktemcu Thealer und im Dculicden Schauiptelbau« m Hamburi sigit. — Vorlesung. Friedrich Holthaus liest im Bechstcin, foal Sonnta, abeod» 7J4 Ubr. das maurische Drama„Almau- saal Sonntag, abends 7i< Uhr. das maurische Trama.Almau» — 21« Nachsolger Brentano» ist für den von ikm bisher innegehabten Lehrstuhl der Nationalökonomie der Professor Max Weber in Heidelberg berufen worden. — Da« E n de der Theaterzen für. In Bayern soll für die in der Künstlergewerkschatt zusammengefaßten Künstler eine besondere vermittlerstelle geschaffen werden, wenn sie die Bühnengenossenschaft lange vorsieht. Die parasitischen Tbeater- Zensuren würden damit endlich beseitigt.— Tie Sache bedarf frei- lich der Regelung durchs Reich, um da» sich Bayern nicht sonderlich kümmert. —.Die Frauen im Weltkrieg' nennt die schwedische Sozialsch iftstellerin Ell«, Key ihr neue» Werk, da» zweifellos auch in Deutschland die verdiente Beachtung finden wird. — Vorlesungen über Zeitungswesen. Vom Sommerfemestee 1919 ab sollen an der Berliner Universität Vor, lesungen über Zeitungskunde abgehalten we den. Dr. Otto Jotzlinger liest über.da» Zeitungswesen in Deutschland und im Auslände* Gleichzeitig wird ein zweistündige« Seminar ab- gehalten über Zeitungspraxi«- Tie Vorlesungen finden in de« Räumen de»"Orientalischen Seminar«, Dorotheenstr. 7. statt. Dar Besuch ist weite» Kreisen gestattet, Kr. 54 ❖ 36. �ahrgazzg Die i)LN?aZ?ej)e. 's gibt Leute, die den Exmonarchcn als solchen noch immer unentwegt umstrolchen und hundeglcich umwedeln und beschnarchen, als>vär' er ein Latcrncnpsahl. Es mar einmal... Ter oute Mann ist auSgekniffen. viepfissen! Er bat„sein Volk" im Stich gekästen, nun beult die Meute kläglich in den Gasten, daß EN nickt mehr mit Pellen speist den Hundcgeist. Nun kann EN zwar die Dankadresten nicht essen, doch dunkt eS IHM wie eine Predigt: der Kotau ist noch lange nicht erledigt... Auf Seines Hauptes Gegenteil ein drcijach Heil l! 1 P a u I ch e». Kein Milchstreik. Milch für die Fetistcllc? 5* einer stark besuchten Milchdändlerverkammlung am oelirigen ??!ichnimag wuroe über die Einigung mir den ErnäbrungSbehöiden t-eiichiet. Tie etwa SOpr», einige Pieiserböbnng bedeutet sür die dichter 2 Pf. für den Liter inebr und für die MÜchlleindändler. die bisber einen Verdienst von ö Pf. harten, einen Rntzen von 8 Pf. Zugebilligt wurde derr Händlern auch ein bestimmtes Schwindemab nlS Erriiwädigilüg für den Ausfall bei dem Einrelverkuus. Es soll jeyt eine»uenfive Lus'lärungSarbeit bei den Rilchproduzemen auf dein Lande durch das Reichsernährungoamt eiweyen. »er Aussprache wurden gegen die stenstelle Grah-Berlin seht scharte Angriffe gerichiet. So debauptete ein Redner, dah die lerienden Personen der ftettlrelle röglich eiwa 2 Laer Milch rn da? Hau» geliefert belommen und auch an Butler keinen Mangel litten. Die bei der Feristelle angestellten Damen ver vlgren sich ebenfalls icichlich mit Milch, in allen Bureauräunren dieser Bebörde find? man Töpie und Kannen nur Milch stoben. Er» gweiter Redner teilte mit. dag derartige Auslände auch be! den Kre i S f�e r tst e l le n herrschten. Die Rovuorerr seien in den lel» teuften Fällen Fichlente. Die leitenden Personen dieser Bebörden übten auch eine krasse Vetiernwirischafl. Im Krejic Nieder» b a r n i m seien für die einzelnen Geichä'te gan», verichiedene Preise fosh eietzr, und wenn die Geichäil-rnbaber Vorstellungen erböben, lvürdcn ihre©eidiäfte einfach geichloffen und die Milch in Budiken v»rkausl.— Nachdem noch vom Verrreier der Milchpächler die Pflicht betont worden war. mevr alS b Sber für die Heran» fdiaff.nnfl von Milch nach Grob-Berlin zu folgen, erliärte sich die Verla,»miung mir den erreichlen Erfolgen er» ve> standen. In Händierlreiio» ist man der Merninig, daß die Felrstelle sehr wohl den rugestandenen Mehroerdrenst aus ihren Einnahmen decken konnte. 32 wertere Lpfer begrabe». feietl. Vielmehr versammelten sich um die ofren« Gruft in der Huuplsackle die Leidtragenden und ein« Anzahl Kranzdeputadionen. In der Hauptsache waren es gestern eine Anzahl Personen, die durch verirrte Kugeln getötet wurden und Verschiedene, die Neugier und Sensationslust leider mit dem Tode bezahlen mustten. Eine der Toten, Frau Marta Iahnke. wurde als Mitglied dar It. S. P. «rtt reichen Kranzspenden bedacht. Ein Ehepaar Kailand, das sich am 8. Januar anscheinend aus Neugierde nach dem Branden» burger Tor begeben hatte, war dort dem Maschinengewehrseuer zum' Lpscr gefallen; sie haben zwei unversorgte Kinder von 13 und 14 Jahren zurückgelassen. Ein altes Mütterchen führte einen kricgZ» blinden Sohn heran, um dem zweiten Sohne, der ihr Ernährer war. das Totengeleit zu geben. Es war ein Bild herzzerrxitzeroder Trauer, das sich bot. Auch sechs Namenlose hat das groste Massengrab in sich ausgenommen. Die Trauerrede wurde vom Domprediger Döring gehalten. Hiernach richtete P e e tz von der Republikanischen Schutztruppe eine Ansprache an die Anwesenden, in der er der Trauer pm die ver- nichteten Menschenleben Ausdruck gab. Unter den zahlreichen Kranzspenden fielen besonders 16 Kränze der Republikanischen Schutztrrrppe für die unschuldigen Opfer der Revolution auf. Die Namen der Bestatteten lauten r Erna Bchnke, L�illl Brandenburg, Alfred Beckmann, Paul Engel, Hermann Edel, Marie Frey- stadt, Marta Iahnke, Emrl und Ida Kalland, Paul Kluge, Else Maiwald, Ernst Maasch, Richard Müncheberg, August Mansla, Po» dolsli, Pinnak. Kurt Rau, Willi Riek, Hermine Seidel, Paul Schmie- gel, Egon Sanier, Andreas SchellhaaS, Ella Wiesner, Walter Watz- Hausen, Paul Winkler, Otto Wiktor, serner sechs unbekannte Männer, von denen zwei vermuilich Möller und Edmund Ehlers heissen._ Tie Erwerbs loscnunterstiiftung. Erwerbslose vom 14. bis 17. Lebensjahre haben bei Bezug der Unterstützung den Faw- oder FortbrldungS schul- unterrichl zu beiirckien. UnenisSuldigle Versäumnis sowie un- angebraSneS Verhallen im Unlerrtchr hat gegebenenfalls Verlust der Unteiftüpnng zur Folge. Die Zabl der uiilernütz'en Erwerbslosen betrug am Ende der letzten Wvcke sin der Klammer die Aabl der borletzren Wocbel: In Berlin 147 l4S lI2S SSö). in Neukölln 2S 027<22 657,. in Berlin-Schöneberg 5100(4330), in Beriin-Lirbrenberg 10 877(9735), in den Grotz-Berliner Stadien(ansier Ebarloltenburg und WilmerS- dorr) zusammen: 137 654(163 657); ferner in den zum Lebens- mittelvelband Erost-Berlin gehörigen größeren Orten der Land- kreise Tellow und Niederbarmm iurammen rund 21 000(16 000). Arbener, die in den eisten fünf Tagen nach«ihrer Kündigung in ihre Heimat fahren, erhallen für sich und gegebenenialls auch für ihre Familie freie Fahrt. Für die Erlangnng der Fahrtous- werke ist die polizeiliche Anmeldung und eine Bescheinigung des Arbeitgebers über den Feirpunki der Kündigung erforderlich. Die FabrianSweiie der Ortspolizeistellen berechtigen zur Fahrt in der 4. Wa wnklosie, jedoch kann kränliichen. sowie allen und gebrech- lichen Perronen auch die Fahrt in der 3. Klasie gestallet werden. In letzlerem Falle muß jedock der Schein von der Adsahrtssiairon umgeschrieben werden. Vom Rerseanirrlt ab gilt der FahrlanSweiS noch 4 Tage._ Kommunale �?beiter?äte See S. p. v. Versammlung Donnerstag nachmittag 4 Nijr im Festsaale deS Herrenhauses. I. A.: Otto Frank. Tie Bsllvcrslimmlrmg der A.» und Sf.-NSIe Groß-LerlinS und der kommunaten Slibeilerräle rm Zweckveibandsgebiet Grotz- Berlrn findet Freilag, den 31. d. M.. vorm. Ubr, in der Phil- darmonre, Bernburger Sir. 22 23, statt. Tagesordnung: 1. Räte- system— Naiionalvcrsaminliing— Verfosiungsenrwurf. Referent und Korrekeieni. 2. Diekuision 3 Bericht der Volksbearifiragten über die Vorgänge der letzten Wochen. 4. Bericht des Vollzugs- rar» über die Vorgänge der letzien Wochen. 6. Diskussion. Zuinii nur gegen die grüne beiw. weiße LegiiimaiionSlarie. Die durch die F-nIrolsielle der Arbeiter- und Soldatenräie der Kreise Teltow und Nicderbarnim erfaßten Landgemeinden sind berechiigi, je einen Verireler der beiden sozialistischen Parteien zu enisenden. Die LöhnunzSsiiye der Republikanischen Saldatenwehr beiragen an Löhnung röglich 1 M., sür den Diensr SM. Ten Verheirateten [*/t der Wehr) ein Velösrigungsgeld von 5 M. einschiießlich TeueiunaS- zu age und WohniingSgeld. Führer und�ZNann'chaiten erhalten gleiche Lohnsätze. Die Tieiisteiiiteilung ist folgende: 24 Silinden Dienst(von millagS 1 Uhr bis anderen Mittag 1 Uhr), 24 Slun- den frei. Einspruch erhebt eine Auschriii gegen die Notiz„Handlung?- gehilfenelend", deren Versassor erklärte, er würde auch für 200 M. arbeilen. Eine solche Wendung könne die übrigen Kollegen schädi- gen. die höhere Bezahlung haben, und eS sei auch ganz unmöglich, mit 200 M. zu leben. Ter Rat ehemaliger Tchritzhaftgrfangcncr hält am Sonntag, den 2. Februar, vormittags 11 Uhr, im Musch-lsaal d«Z Restaurants.Rheingold", Bcllevuestraße, eine Mitgliederver- s a m m l ri n g ab, in der über wichtig« Verhandlungen mit den RerchSbehörden referiert wird. Wie wir hören, besteht in maß- gebenden ReglerungSkrerien die Neigung, in dem Rat die offizielle Bcrtrelimg aller ehemaligen Schutzhaftgeiangenen zu erblicken. Interessenten erfahren Näheres in der Geschäftsstelle des Rats Donnerstag, 30. Januar 1�19 UI............. mmmmamxm* ehemaliger Schutzhaftgejangenen, Abgeordnetenhaus, Ostseite. Ober» geschoß, Zimmer 46/47, Fernspr. Zentr. 9011. Zweck und, Ziel deS Rats ehemaliger Schutzhas tgefangene» sind besonders: Srcherstellung aller Schutzhajtalten durch die Regie- rung; Einräumung des RcchleS zur Eiirsichinahme in die Akte» durch den Rat; Bestrafung aller Personen, die widerrechtlich oder willkülich unter Mißbrauch ihrer Stellung veranlaßt oder zugelassen haben, daß Leute in Schutzhaft genommen oder behalten oder Aufenthaltsbeschränkungen unterworsen wurden; Ersatz nrateriellen und ideellen Schadens; Ernennung einer Kommission zur Fest- setzung und Abgeltung der Schilden; Hinzuziehung des Rates zu ihr. Waljlschmiffelei. Was hat die Schule sich darum zu kümmern, mit tvekcher der Parteien eS die Eltern ihrer Zöglinge halten? Noch immer grbl es Pädagogen, die den Unfug mchl lassen können, solche Schnüffelei zu betreiben. Ans dem Lerbnu-Gymnasium in Berlin erfahren wir. daß in der Sexra die Jungen gekragl wurdem wie am 26. Januar die Ellern gewählt halten. Ein�Elternpaar äußert sich mit berechtigter Entrüstung über diese Ungehörigkeit, die es im« berichtet. Wir fordern, daß der gesamten Lehrerschaft die Gr» sinnungS- und Wahl schnüffelet streng rinlen'agt und gegen Zuwider» bandliirrgen nachdrücklich eingeschritten wird. Jedem Erzieher sollte ohne weiteres einleuchten, daß ein derartiges Treiben auch das Ansehen der Schule nicht fördert. Auch aus anderen Schule« sind uns ähnliche Vorkommnisse gemeldet worden. Auflösung deS Sicherheitsdienstes Groß-Berlin. Da? Ministerium des Innern hat die Auflösniig des Sicherheitsdienstes in Be-lm zum 28. Februar, in Wilmersdorf und Schöneberg zum 6� März, und in?keulölln bis zum 15. März angeordnet. Für die Anslösungs« aibeiten hat sich aus den Kreiien der Rtannichuften und Leitung berauS ein Zentralrat aller Sichermannschaften Groß-Berlin« gebildet, desien Aufgabe es ist. für die nöirge wertere Unterbringung der Mannschaften bezw. Ueberführung in ein geordnetes Arbeits» Verhältnis zu sorgen. Zwecks Stellungnahme in dieser Attgeleaen» heil findet am Donnerstag im Lchrer-Verein-hau«, Bleranderplatz, mittags 2 Uhr, eine Veifammlunq der SicherdeitSmannschaiien vo« Groß-Berlin statt, in der Kamerad Dr. G. F r a n ck e über die Auf» lösung des Sicherheilsdienstes sprechen wird. 40 Jahre unbosolbeter Gemeindebeamter. Dieses JuDikäut», da? seinen Bürgersinn hoch ehrt, kann der Sladtverordnete Wilheli» G« r! ck e, Moabit, feiern. Seit vier Jahrzehnten ist er Vorsitzender deS städtischen Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Ge» meindebcamten. Der sozialistische Werbe-Ausschiiß für die höheren Lehranstalte« veranstaltet beute abend 7 Uhr in der Aula der Gememdeschula Hinter der Garnisonlitche. Nene Ftiedrichstraße. eine Schüler« Versammlung. Thema: Schule, Polrtik, Sozialismus. Freie Aussprache. Im Kiipserstichkabinett der Staatlichen Museen ist vom 1. Fe» bvuar ab eine Ausstellung der Holzschnitte Dürers zugänglich, dij an die Stelle der Ausstellung von Zeichnungen flämischer Meister getreten ist. Politische KSPke. Die neueste Ntrtmner de«.Scheinwerfer", Herausgeber E>n U U n g c r, bringt wieder zwei Charalierbtldrr, diesmal von Ledebour und NoSke. ülnt-erdem u. a. Arlikel:.Juden", .Ein Presse- Gerichtshof.Wer soll zahlen?" Nekrorat der OandelS'wchschnle. Die weitesten der Kaufmann» schall»an fifiltn babc» die Wahl des Prosessoi« sür Hundeliw.slenschasle» au der HandelSbochichuie Berlin, Herrn«Leltner, zum Retior der Handels- bachschule beiiötigt. nachdem der Minister sür Handel und Gewerbe sein» Zusiimmung ertelll hat. Im Zirkus Busch fällt die Frestaaabend-BorNellrrng mit Rücksicht aus die nolwcrrdige Ttuchjühruug der Koblcrr- und Lichlerspaniis au«. Berliner Lebensmittel. W ll st b r o t a u i st r i ch. Bis Freitag, den 31., stt den Bezirken der 85.. 88., f-9., 90. und 176. Brolkommission und b S Montag, den 3. Feblnar, m den Bezirken der 86., l01, 193. und 87. BroKommission'/» Dole Wurst- biotaiifiliich(Dan. Blulwursr).— Käl e Bis Freitag in den Bezirken der 166. und 229 Broikoniniissron.— Aus Abschnille 91 und 92 je 250 Gramm, also zirinmlncri 500 Gramm Jllartnelade. Anmeldung in den durch AuSdangeschlld geiennzeichneten Geschäs en am 80., 31. Januar und I. Februar.— In den nächsten Taqeu bei den Fleischern Dauerwurst, ober nur eine sehr begrenzte Menge. BreiS sür 1 Pfund 5,75 25. Auf je 25 Gramm Fleischmarlen 20 Gramm Dauerwurst. Tie Juristische Sprechstlinde fällt am DonnerStaz, Freitag und Sonnabend auS. 13 Stkne Menschenkmö. Bon Martin Andersen Nexö. l. StineS Stammbaum. Es hat allzeit als Zeichen guter Abstammung gegolten, wenn man seine Ahnen bis weit zurück aufzählen konnte. Und danach ist Stine Menschenkind ein sehr vornehmes Wesen. Sie gehört dem ältesten und zahlreichsten Geschlecht im Lande an, dem Geschlechte Mann. Eine Stammtafel der Familie findet sich nicht, und sie wäre auch nicht leicht auszuarbeiten, da die Familie zahlreich ist wie der Sand des Meeres. Alle ander n Geschlechter lassen sich auf dieses zurückführen; hier tauchten ste auf im Laufe der Zeiten— und sie kehrten wieder dahin zurück, wenn ihre Kraft verronnen und ihre Rolle ausgespielt war. Das Ge- schlecht Mann gleicht gewissermaßen dem großen Meere, von wo die Wasser gen Himmel steigen in lichtem Flug— und wohin sie schwer rinnend zurückkehren. Der Ueberliefernng nach soll die Stgmmutter des Ge- schlechte? eine Feldarbeiterin gewesen sein, die mit dem nack»' ten Gesäß auf der feuchten Erde ausruhte. Davon wurde ste schwanger, und sie brachte einen Knaben zur Welt. Dies blieb später ein eigentümlicher Zug des Geichlechts: seine Frauen trugen n' st gern Unterzeug— und bekamen Kinder für nichts und wieder nichts. Noch heißt es von ihnen, dn% st? fc'nß in einer Türe im Zugwind zu stehen brauchen, um ein| Mädchen unterm Herzen zu tragen. Um einen Knaben zu bekommen, brauchen sie bloß an einem Eiszapfen zu lutschen.' Wunderlich ist's nickt, daß ein zahlreiches, abgehärtetes Ge»' schleckst entstand, dessen Hände Wachsum schufen. Es wurde � d.-ls eigen'iimtichste Kenrneichen des Geschlechtes Mann, daß alles, was es anrührte, lebt? und gedieh. Ter Knabe trug lange das Merkmal der lehmigen Erde; als kleines Kind war er ein klammes Würmchen mit krummen � Beinen. Aber er wuchs sich heraus und wurde ein tüchtiger � Erdarbeiter: mit ihm nimmt die Beackerung des Landes ihren Anfang. Der Umstand, daß er keinen Vater hatte.-beschäftigte ihn sehr und wurde das große, fruchtbar« Problem seines Lebens. In seinen Mußestunden schuf er eine ganze Religion daraus. Es war draußen im Freien nicht gut mit ihm auSzn- kommen: in der Arbeit hatte er nicht seinesgleichen. Aber seinem Weibe rmterlag er. Ter Name Mann soll daher rühren, daß er, wenn sein Weib ihn mit ihrem scharfen Mundwerk aus dem Hause getrieben hatte, fluckrend umher- zugehen und zu schkvörcn pflegte, er sei Mann im Hause. Noch heutigeStags fällt es manchen aus dem Geschlechte Mann schwer, sich ihren Frauen gegenüber zu behaupten. »* O Ein Zweig deS Geschlechts ließ sich an der öden Kiifte am Kattegatt nieder und gründete das Dorf. Das war in jenen Zeilen, als» noch Wa!d und Sümpfe das Land unwegsam machten; und dieser Zweig kam seewärts heran. Das Felsen- riff, wo die Männer mit dem Boote milcgten lind Frauen und-Kinder von Bord hoben, liegt noch da; weiße Seevögel bezeichnen abwechselnd Tag und Nacht die Stelle— und haben dos durch Jahrhunderte getan. Dieser Zweig hatte in hervorragendem Grade die typischen Kennzeichen des Geschlecht?: zwei Augen— und eine Nase mitten im Gesicht: einen Mund, der küssen und beißen konnte, und ein paar Fäuste, die gut am Schafte saßen. Außerdem glich er dem Geschlechke darin, daß die meisten seiner Mitglieder besser waren als die Verhältnisse. Man konnte die Manns überall daran wiedererkennen, daß ihre 'ckleckten Eigenschaslen sich meist ans bestimm!? Ursachen zu- rücki ühren ließen, während das Gute in ihnen sich nicht be- gründen ließ, sondern angeboren war. In eine öde Elegend nwren sie gekommen. Aber sie nabmen sie. wie sie mar, und ließen sich unverdrossen mit dem Dasein ein, bauten Hütten, zogen Gräben und schlugen Wege. Sie waren genügsam und hart und hatten den unersättlichen Drang der Manns, sich mit den Dingen herum, zutummeln; feine Arbeit war ihnen zu sauer oder zu schwer, und bald war es in der Gegend zu merken, daß sie sich dort niedergelassen hatten. Aber sie waren nickst geschickt darin, den Ertrag ihrer Arbeit festzuhalten, und ließen andere damit davonlaufen; so kam es. daß sie trotz all ihrem Fleiß ngch wie bor arm blieben. Vor gut fünfzig Jahren, noch bevor die Nordküste von den Kurgästen entdeckt war, bestand das Dorf imntet noch aus -esü einer Gruppe von knimmrückigen. stockfleckigen Hütten, die recht wohl die ursprünglichen sein konnten, und es glich über- Haupt einem uralten Wohnplatz. Gerät und an Land ge- zogene Boote füllten den Strand; das Wasser in der kleinen Bucht stank nach weggeworfenen faulenden Fischen, See» Hasen, Aalmüttern und anderem Meeresgetier, das auf Grund seines seltsamen Aussehens für bewohnt von Geistern galt und darum nicht gegessen wurde. Eine Viertelstunde WegS vom Dorf, draußen auf der Landspitze, wohnte Sörcn Mann. Er war in seinen jungen Jahren wie alle andertz auf See gefahren und hatte sich später daheim als Fischer niedergelassen— wie es Sitte und Brauch war. Aber eigentlich war er Bauer. Er gehört« zu demjenigen Zweig des GcWeckstes, der sich daran gemacht hatte, das Land zu bestellen, und der dadurch über daS Heb- liebe hinaus zu Ansehen gelangt war. Sören Mann war Hüsnerssohn; als er aber das Mannesalter erreichte, heiratete er ein Fischermädchen un-d begann, neben dem Ackerbau wieder Fischerei zu treiben— wie es die ersten Bauern deS Ge» schlechtes getan hatten. Mit dem Ackerbau hatte es nicht viel auf sich; ein paar Tonnen Dünenland, wo einige Schafe kümmerlich Nahrung fanden, daS war alles, was von einem großgn Hof iibnx» geblieben war, der dort gelegen hatte, wo jetzt die Möwe« schreiend über der weißen Brandung umherirrten. DaS übrige hatte das Meer verschlungen. Es war SörenS und besonders Maren? armseliger Stokz, daß seine Vorsahren Hofbesitzer gewesen waren. Vor drei. vier Gener itionen lag der Hof gut und wohl da. mit voll- weriigen Ländereicn, ein ins Meer vorgeschobener Lehm- knoten. Mrt vier Flügeln und auS gestrandetem Eichenholz stark erbaut, lag er da und war weithin zu sehen, ein Bild der Hallbarkeit. Aber da benenn plötzlich das Meer an die'er Stelle zu nagen. Drei Generationen bintereinander mußten den Hof weiter landeinwärts rücken, nm ihn nickst im Meer« verschwinden zu sehen; und jedesmal machte man ihn um einen Flügel kleiner, um sich die llebeisirdlung zu erleichtern; man hatte ja doch keine Verwendung für so viel Räumlich). keiten. wenn das Meer die Aeckcr wegfraß. Nun war nur noch das alte Wohngebäude ans Fochwerk übrig, daS man aus Vorsicht an der Innenseite des KüftenwegS angelegt hatte, und dann ein paar Dünen. Eortf. folgtji Wilmersdorf. Pfotff/PQf enb. llnser Wa'hlverein veranstaltet t'.ijicnb diese? Winters eine Reihe von Kunstabenden, um unsere» Genossen und der breiten Ddasse der Bevölkerung wirklich gute Kunst zu billigen Preisen zu vermitteln. Der nächste Abend, der am Tönning, den S. Febraur. abends 7 Uhr. in der Oberreal. schule� am Hindenburgvark stattfindet, ist Goethe gewidmet Unsere Genossin-sirau Etaat Federn, die bckante Goetheschriftsiellerin wird den Abend mit einer Darstellung von Goethes Weltanschauung s-nleiten Todann wird Frau Marga Burlin Vertonunnen vor Goethes Gedichten zu Gehör bringen und Herr Wol'gang??eff Gedichte und»nsb.sondere Teile auZ Faust I und II vortragen. Eintrittskarte,! zum Preise von SV Pf. sind in unserem Partei» bureau, Wilmersdorf, Uhlandstr. S8-S9, zu haben. Sericktszeitung. Die Würstchcnkette. Wie durch die LebenSmittelschieber die Preise gesteigert werden, -rdgte wieder einmal ein Fall, welcher den Kaufmann HcnS Sorn vor den Strafrichter führte. Mitangeklagt waren früher noch vre eigentlichen Schieber, gegen welche aber auf Grund der Muitäramncstie das Verfahren eingestellt worden ist, obwohl die Betreffenden nur insoweit Soldat waren, daß sie zwar Uniform trugen, afer in den Bureaus von KriegSgesellschaften als»unab- lömmlich" fasten.— ES handelte sich um 1000 Tosen Dörflcrsche Würstchen mit je 40 Paar ynhalt. welche der Militärbehörde für 12,50 M. geliefert wurden. Da eS sich aber um einen Posten hau- Helte, der irgendwie in den Hintenrum Handel gelangt war, kosteten sie bei der ersten Station der Kette, einem Handlungsgehilfen HanZ Goldktauo, bereits 20,50 M. und wurden von einem gewissen Heinrich gakaust, der sie seinerseits an einen Herrn Cohn für 21,50 M. weiterverkauft«. Dieser verfauf!« sie Wied«? an einen gewissen Zcller für 92,50 M., der wiederum gleich 2 M. Aufschlag nahm und sie an einen Herrn Weidemann verkaufte. Von diesem wanderten sie an den jetzigen Angeklagten Zorn, der sie für 27 M, nach Hannoder und. da sie dort nicht abgenommen wurden, schließ. lich an das BievhauS Siechen für 2L M. verkaufte.— Vor Gericht bestritt der Angeklagte, sich strafbar gemacht zu haben. Der Staatsanwalt beantragte 300 M. Geldstrafe, während RechtSanwalk Dr. Puppe die Freisprechung für geboten hielt. da zu jener Zeit, als dieses Geschäft schwebte, der Begriff de? Kettenhandels überhaupt noch nicht zweifelsfrei festgelegt gewesen sei, dem völlig unbescholtenen Angeklagten deshalb aber zum min. besten der Schutz der sogenannten Irrtumsvererdnung vom 18. Januar 1917 zugebilligt werden müsse. Das Gericht folgt« diesen Ausführungen und erkannte auf Freisprechung. „KriegSjnneod" Die Allgemeine Ortskrankenkasse Sichterfelde i'chre'bt uns: E» trifft nichl z», daß der 10 Jahre alte Zahniechniker Schulz bei und monallich 700 M. verdient bäite. Schulz war nur wädrend der Monate August bis 11. November 19l8 aushilfsweise in un'erem zahniechni'che« Laboratorium täiia und verdienle: Monal Angun 259,50 M., Mona: Sepiember 437.25 M., Mona? Oliobcr 209 L5 M und vom 1. bis ll. November 83 M.— Wir vatlen den Bericht einer als sehr zuverläisig hekaiinien Gerichts- kmreivondenz eninommen. die zum allgemeinen Erstaunen alle, Anwesenden über den 700'M.- Verdienst des ISjährigen Zahniechniker»(Ij berichtet Halle. Groß-Serl!ner parteinachrichten. Lichterfelde. Mitgliederversammlung am Freitag, abends U b r, Bäkeltr. 7. Tagesordnung: Neuwahl der Gemeinde« Vertretung,«ufftekknna»er«avdldaken. Mt StSiksscht aus vre Gassperre beginnt die Versammlung Pünktlich um 7 Uhr. Zutritt nur gegen Mitgliedsbuch. Zoiieu, E ogtaldemokrattscher Wablverein. Donnerstag, den M. Sanuar, abend» 7'/, Ubr, bei Scherier, Laruther Str. 10: Mit» glieder-Bersammlung. Arbeiter- Z-maritcrbond. IIL Abt. SchSneberg, Vorberg. strage 11 bei Händel, am 80. Januar, abend» 7 Uhr: UebungSiiunde. Generalversammlung Sonntag, den 2. Februar, nachmittag» 2 Uhr. Melchioillr. 15. Tagesordnung: Bericht de» Bo fisenden. Kassenbericht. Wirbt de» Lorslandes, Änlrage zum Bundestag, Wabl der Dele- gieilen zum Lundestag, Verschiedenes. I. A b t. Di e l ch i o r st r. 16. Montag, den S. Februar, abend» 7 Uhr: Vortrag. Nach dem vortrage praktische Uebungen. Gaue(loben einmaligen freien Zutritt. Ausnahme von Mitgliedern und KurluSteüiiehmern. Srlefkasten üer Neüaktlon. «. s. smo. Wo Sie da» Geld geliehen erhalten kSunte». könne« wir Ihnen nicht sagen. B.«. 75. Richten Sie ein Gesuch an da» Gericht um Riedenchlagung der Strafe unter Bezugnahme aus den Zieglerungs. erlag vom 8. Dezember.— P. O. 37. Der Zuschuß wird auch sür Ar- beil». die in kleinen Betrieben beschäftigt find, gezahlt.— Neukölln 21. Soweit ersichtlich, hat Ihr« Schweller Anspruch auf da« Gehalt für de« «agzen Monat.— Militär. Der Truppenteil ist zur Entlassung nicht der- pflichtet.— A. R. 100. Ein Antrag aus R«n,enerhöhung hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn eine wesentlich« verfchlimmeiung in Ihrem Zustand nachweisbar ist.— A. I. 31. Ob da» zulässta ist, unterliegt künftiger Sefehgebuna. Sie mLsien noch warten.— R. M. 17. Wenden Sie sich an das Rot« Kreuz Berlin. Abgeordneteuhau«.—»ritz Kr. ISSS. Eine Verpflichtung, dem ersten Termin beizuwohnen, besteht nicht.— «etirrauaftwio»t,r»as Mtttteee»ioev»<-,ir«ii>><,ur ot» Freitag mittag, vorwiegend wolkig oder nebllg. m>t öfter wiederholten, aber g ringen Schneefällen. Zeitweif« ausklarend. Im Osten Zunahme des Frostes. Zu tiefernster, schicksalsschwerer Stunde rufen wir auf, Euch zu einer Deutschen Bereinigung zusammenzuschließen. Lieb ermutig durch die Erfolge unserer Feinde, ohne selbst auch nur ähnliche Opfer, wie wir sie brachten, auf den Altar ihres Volkstums gelegt zu haben, greifen die Polen nach deutschem Besitz, nach Gebieten, die in tausendjähriger Arbeit deutscher Kultur erschlossen wurden. Sie wähnen, der komyiende Friedenskongreß werde ihnen mit der Provinz Posen auch solche deutsche Gebiete wie Danzig, Bromberg, Schneidemühl, Filehne zusprechen. Sie arbeiten mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln, im In- und Auslände den Eindruck zu erwecken, als sei die Provinz Posen und mit ihr Bromberg und der Netzedistrikt polnisches Land in deutscher Knechtschaft. Aus den Fehlem der deutschen Polenpolitik überhaupt schmieden sie Waffen gegen unS, gegen das deutschtum. Es soll der Eindruck entstehen, als gelte es, ein Volk, daS polnische, auS Knechtschaft zu befreien, während eS doch in erster Linie darum geht, das deutsche Voll in der Ostmark in Fesseln zu schlagen. Seit dem Sieg der Demokratie in Deutschland sind die Polen mit den Deutschen tatsächlich gleichgestellt. Jetzt gilt es unsere eigene Gleichheit und Freiheit vor dem Gesetz. Alle Welt muß wissen, daß die Provinz Posen von 850 000 Deutschen bewohnt ist, die immer bereit waren, mit den Polen auf gleichem Fuße in Frieden zusammenzuleben, unter der Voraussetzung, daß die Polen sie nicht ihres Deutschtums entkleiden wollten. Damm schließt Euch zusammen in der Deutsche» Vereinigung! Die Deutsche Vereinigung ist in erster Linie ein nationaler Kulturbund. Ohne Rücksicht auf Religion und Partei, auf Stand und Gewerbe will sie alle Deutschen zunächst deS Netzedistrikts zu einer mächtigen Gruppe zusammenfügen, die gestützt auf entsprechende Organisationen und enge Zusammenarbeit mit Ähnlichen Vereinigungen deS Ostens dem Deutschtum Schutz gewährt, sowohl gegen die Anmaßur.geu der Polen wie gegen emeute Entmannungsversuche von feiten einer gedankenlos gewordenen Bureaukratie. Ansere Organe sind die Deutschen Volksräte in Stadt und Land. Zn dm Deutschm Volksräten soll deutsches freiheitliches Leben pulsen, durch sie soll politische Bildung in alle Kreise qetragm werden. Durch die Deutschen Voltsräte sollen die sähigsten Köpfe aus der sozialen Tiefe emporgehoben»erden zu den Stellen, wo sie dem Deutsch- tum am bestm zu dienen vermögen. Neben der Liebe zu den Volksgmvssen soll in den Vollsrätm auch Achtung vor den Landsleuten polnischer Zunge gepflegt werden. Wir verdammen jede Art von Llnterdrückungspolitik, wir gönnen die gleiche Freiheit den Polen, die wir für uns in Anspruch nehmen. Doch erheben wir Protest gegen jeden Versuch, woher er auch kommen mag, deutsche Rechte preiszugeben, wie es seitms der im Partei- egoismus und Ankennwis ostdeutscher Verhältnisse befangenen Berliner Regierung täglich geschieht. Was deutsch durch die Arbeit unserer Väter geworden ist, soll auch deutsch bleiben. Dabei vertrauen wir auf die Weisheit des Präsidenten Wilson, daß e? die Schaffung solcher Verhältnisse un Osten nicht zuläßt, die geeignet wären. Keime neuer blutiger Kriege zu entwickeln. Proteste werden daS Ohr der Machthaber, öekunüungen öer llopalität Vertrauen nur dann finden, wmn hinter ihnen große, von einem einigenden Willen getragene Volksmassen stehen; Achtung wird die deutsche Minderheit bei dm Polen nur findm, wmn sie einig zusammensteht: Alle für einen, einer für alle!, Darum Zusammenschluß in der Deutschen Vereinigung, als einem Kort für die Erhaltung des deutschen©eiste#, deutscher Tüchtigkeit und deutschen GewerbefleißeS, mit einem Worte deS Deutschtums über- Haupt im bedrohten Osten unseres Vaterlandes. Alle Deutschen beiderlei Geschlechts, die das 18. LebmSjahr erreicht haben,»erden hierdurch aufgefordert, sich durch Tintritt in die Deutsche Vereinigung zu ihrem Deutschtum zu bekennen. Zur Deckung der Organssationskosten sind Geldmittel erforderlich. Wir rufen daher auch dm Opfer» sinn unserer Freunde an. Die Köhe deS Mitgliedsbeitrages ist der SelbsteinscdStzung deS einzelnen überlassen. Anmeldungen bitten wir an die Geschäftsstelle der deutschen Vereinigung in Oromderg, Schleinitzstrafie IS(Fernruf 321), Zuschriften an Kerrn Geh. Regierungsrat tioorx Lleiucm, Bromberg, Schleinitzstraße 18, Gelosendungen an die Zweigstelle der Deutschen Bank in Bromberg, (Konto der Deutschm Vereinigung) zu richten. Neben dem Beitritt von Einzelpersonen ist der Anschluß von Vereinm und Körperschaften erwünscht. Deutsche der Ostmark! Schließt die Reihe«! Ahr schuldet heute Eurem Deutschtum dm Beittiit zur Deutschen Vereinigung. 467 deutsche Volksräte Im netzedistrikt. SerlcoinmenffeTITm des Tagest Regie: tu gen ßurg" Opemhacs Mona Lisa. SsäaDsplelbäas- Ein halber Held. _ Anfang T Uhr.__ Volksbühne Theater am Bü owclati. Direktion Frlelrich KavSler. TV» Uhr; Komödie der Liebe. ÜireKlion Max Kcinnardl Oeutsehos Theater. 7 Uhr'Und das Licht scheinet In der Finsternis. Freitag 7 ü'ir: Von morgens bis mitter nachts. Kammcrsplele. 1 Uhr; Oespenstersoaatc. Freilag 7Unr; uer Sturs des Apostels Paolos. Kleines SonaumDlathaus Fasancnstr. I, Po. t ä, T/j.: Die Büchse der pandora. t-reiiag keine Verstellum- ■fEcater I. d. DircC.Meinha.d-R. Bernauer <�6 Uhr: rinsllc. Freitag; 2utn ersten Malt: Purp US. SchiusiJitl In drei Akten von W:h. Stücklen. Sonnabend: Musik. tonnt, nm.: Der Katscnateg. Sonntag abend: Porpu». KomSdleniiaas an uer Marscnailbrucke 'V Uhr: Escid. Freitag- Erdseiat. Lolu: Maria Orska. Somab nd: Eselei. Sünn'si: Erdgeist. Laie: Maria Orska. Berliner Theater 7 uhn Sterne, die vrleder leuchten. Iieaslnic-Theater Direktion: Victor ßarnowsky. 7 Uhr: Der König. rcitag: Der Schöpfer. Sonnab� Sonntag; Der KGnix. Deutarhe» Knoatler- Tlieater. Aliabtrdl ch 7'/» Uhr: Nachtbeleuchtung. Bilscfe Tgl. V/„ S gs. ZV, 0. 7>/, Das grolle Zirkus- Programm 1 SSÄB1B liDSCBDül 2 Rolands 2 2 ßallots 2 US*.— Zum SchluS: pamömL„Oberen" Freitag wegen Strom» ersparnU geschlossen. Sonnt. Zr-tU ein Kind Irell Unter d. Linden 14 S»Uhr« Tanz-Tee 7 Uhr«bsnds das GroBe PrAgrsniiD Theater für Donnerstag, den 30. Januar. Ceutral-Theittep Die Res!! vcb VmM. {»cutnrhrn Opcrnhrvnn uüasfiieekeiiesil.Ereinlteii. Frledp.-WllheIinBt.Thd P/z Uhr: Hannerl. DasDrelmäderibaus 2, Teil. Kleines Theater. 7 Uhr: ßrarielte Jacoii». Komische Oper Jhr': Scliy/srzwslilniäilel. Stg..V/4: Schwarzwaldmidel Ln»t*plelhauH Die spanische Fliege. Metronol-Theater. 7 uhr 10. Bis fascliingsiee. SonnL 3 Uhr: Vriener Blut. Acnes Operettenhuns Schlflbauerd 4a, Norden 2SI. uh7r; Ele kessctiE Sosinne. Ballett Charcll, neue Tänze. Pn-isst-Thcntcr Die im Müs» IsIied. Schlller-Thcnt. Chart. 7'f, Uhr: Thnlln-Thcntcr uZ4: Polnische WlrSsebafl Th. am\ollpndorfi>lftt* 3 Uhr: Dr. Klaus. 7 uhr: Der JuxhersB. Theater des Westen. t v.u. Die iKSlige Witwe. Sonnab. 4Uhr: Aschenbrödel. Wallner-Theater jv, uhr; Geisha. Stg. ZV, u.; Orai Habenichts Ikandinavia Oircksen-' «tr. 2« 27( gegenüber Bahnbot i ÄlexsaiiEr-1 pistz I Hermann Wehling- John May 2irkJs0Ba.«h und das Riesen�Programm. Tanz«Palast WF' Rheinische Winzerlauben."MW Täglich groSSer Ball. aXs�hmut. frianoa-Theater. BhLFriedricnttr.Ztr. 4037.11 I Nachm. d>|, Uhr kl. Preise: Rotkäppchen. Tägl. 8 U. heute z. 136. Male: Qar gule Rui von Hermaaa Sudermasn. liesideuz-Theater.| Bh-. Jannow ubr. Kgsc 226 I TigL 8. 11 Ute z. 433. Mite:| Eugen Barg Der LsdmuWsi von Ludwig Fulda. Sonnabend, 1. Fehr� 7 Uhr: Low ersten Male: Das bdbere Leben. Von Hermann Sudermann. Har.si OrnttidL Karl Cicwing. t'Jg n Burg Olga Limburg. J. l-alkensteln. Emma üebner. Ilka Oilining. Paul hildt Tlisaler der Frlcdrleiisndl Sit« gtrebctd). IL flimcuittak», Sorbnt 8650 rögNch T' j, gutn 112. nalt kZiMäiiöZ-liiezlei'. Allabendlich?>/, Uhr u d Sonntag naci.m. 3 Uhr: StetiliierSinssr. Nachm ermib gte"reise! AdmlratspalaaU Anfand 8(Jhr, 1 Sonntag 4 und 8 Uhr. 1 Ende 10 Uhr. Prinzessin von Trägs nf. Wer Ist die Schünste| Snldsh. Warme Speisen auf 1 allen P Stzen. I Theater Friedrlchotr. 218. Dir.: James Klein Sonntag. S'/j 7�/. APOLLO TU Letzte Tage! Persönliches Auftreten W Gilbert nistan jjra?! Das Rätsel Die Welt-Sensation ISowla das übrig«{ groüe Varletö- Programm. Ab 1. Fobrnar: Vigoo Larsen. Grobe Varletö- •ctaau mit Sonatapt 3'/, Uhr Jcd. Erwachs. I Kind Ire). Theaterk. ab 10 Uhr munterbr. geöffnet 1 usstellangs- halle„ZOO" Brei tolle Tage. Jiusstellung Opecettt»on Zezllz. Tjtöllendorl. Hellmuth, Georg. Katlonal-Ttaeatcr. ?'/, Prinzenliebe. Walballa-Tbeater. 7>., Uhr: Augnsl der Starke. Bose-Tbeater. Zum vorletzten Malet 7'/, Uhr: Dan IkreimBdcrlhnaa. Qasisp. d. Friedr.-wiih. TheaL Gasino-Thcater. Sstbring. 6fc.37. SäaL" ,3 Uhr; Der erfolgreich 8« Schlager 1 vollkommen eingerichtet. kleiner Familien- und Wohnhäuser. Eintritt I Mark. vorher etftBa'Pge SpezwfltSten und der ntfomifche EBnen. e»g. S1/,; Friede auf Erden. Laisea-Theater. Let/te Aulfü ir ngen; T!-: Woae Heimat abend iV DCf StFOffl. Sonntag 7; Der Strom. Sonntag 3; Dia Kduber. Sonntag>b. Anfang lmmef7U. Täglich Vit Uhr: Der große Januar- Spielplan Rauchen gestatt. t! [nliffles Theater am Nolleadorlplati. | Sfllovstr. 6. Lützow 2303. Das neus Januar-Programm. Erstklassige Spezialitäten. 5rLiS!ilSpiel iMetropol Rabarett| Behrenstraße S4-Z0. Dir. Alex Braun*. KOnstL Leitung; Slegmund Plalow. Das vorzügl. Januarprogramm mit Anni Wilkens-Schulhof! Horwitz-Spiro s Karl Stöhr Rob.Nesema.in, ElüQläQncr, Otto Röhr| ii i Oyfgyl» Konzerte.-- Vorzüglich* Köche und Getränke. S1, übrj Blücherttr. öl. Donnerstag, den 34. Januer Mmmw Mi" DrainalnAAkteitu.Eatt Dorsch. »Sie lelaoi. MdW" Saftige« BuHlPicL Vom 31. Jan. bis 3. Febr.; »Opfetaüe ütW (Stahl HI. Teil) itffalet-igaM« in 3 Otiten Lb. vattptrolle Srich Ättiser-Tltz. Dazu bat re ijr.ide Siuit(p.L 8 II 6. 1 Deneßüfö.ßflsiMai mit e IC. Leu Anfang 6 Uhr. Sonntag« S Uhr. leben Sonntag 4 Uhr: jngcnOonrilcHnng. MARMOR M HAUS Direkt; Siegbert GoMscnmidt DowiilemillictiietzterTag Der Todessprung. Um Krone u. Peitsche. Sine Sensation I DircWions SicgDert Goiascnmiat Uraufführung: Der 9«;v%«o6iii9äre mm aller Zelten OAKte verfaiTf und inszeniert von Robert Reinert Die Handlung spielt in Europa- Indien- China gS'feSSj Gr. Ball[ Jeden Dienstag, MItt.--------- fttwoch, Donnerstag und Sonntag: Sonn'rrs Anfang 3 Uhr. wi oehyta� Anfang* Uhr� am itrausbergerl du* größte und schönst. Hotz Konzert- Caf6-Kabarett In ßerllii 0. Splolplan vom 10.-31. Januar■ Lisa Faöbendcr DllVOS• Duo KurilRcd. Richard Heinemann Hans Faübendcr Qeraldo- Gerda Dl. gut* Musik. TonkDnsiier-Konztrt(10 Solisten). Anfangen Wochen a gen Uhr. Sonntags 4 Uhr. Itankfü ftaitfii«nd MSdchk« | teile ich imrntBeltlld) miL wie ich»on meinen langtUhri ) Leiben(9iu: ir-n-.it, Weißfluß und SchwÜchezitstsu in kurzer ZBi befreit wurea Rüdporto erdeten. �tcu viurte Seflrl, verll», Hall«, che Str. 23 K i n K a na e 1 teichler durch ein Ziadelähi läuft, alt br.ß man Neue Schuhe häuft. Seite Schuhe btüden, bequem stirb st«, zerschiis!«n. Man kenn die alten noch imrg erhallen. doch man muß stufen. Mit meiner Rudel D.R.O.M.» fonn ledermann alle, auch die schoierlqüen NBhardelten spielend leicht, schön und saudrr auslilhren. SlbD Prei» für Vhle, 3 Redein, Nähgarn und Anweisung nur iLä SIL Sei Voreinsendung d. Beuagee portofreL FUr Krieg». des». VerL h. DerdlensL Frau Klara Oierrich. Langer- feld I.W.(Kreis Schwelm).* Mlflllll sehr gunstig bei 81/18« B. Kubin fBeüjSebSnlianserStr.ls!! Straßenhändler «tetnjmlrä Ii Ps-, Schnür. fenfcl und andere» blüh ob'u» geben. Rur schrisrl. Meidnnge, an Lewinneck, Dodi ,------- tnoen iodel.d. Slr.jg. Mitarbeiter gesucht! Die Deutsch« Vereinigung für den Stolpe- Distrikt sucht eine größere Anzahl gebildeter öeutscher Herren aller Parteirichrungen, nicht unter 30 Jahr« alt, die bereit wären, nach Anweisung w Posen und Ostpreußen organisatorisch zu wirken. Gstmärker bevorzugt! Meldung mit Angabe der Parteistellung, unter Bei» fügung eines Lebenslaufs, sowie Angab« von Empfehlungen bitte zu richten an dm Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung Geh. RegierungSrat Cleinow, Brom- berg, Schleinitz str. 18. Anfang: 8 Uhr .«Theater in den Sophiensälen** Sophicastr. 17— ill. 9deö>« Donn.r.taa, den SO. Januar, aoond. TV, Uhr i Einmalig« Vorltsvorsitllung bei ganz kleine« Preisen: „im Treiaaen Bttaal". Lustspiel m 3 Akten von Bluinenthal 4 Kadelburg. Qlertckc... Hinz Qordon als Oasu Vorrer1t.Sopb!ensaic il Theaierkesse Tltts, Alezaaderplati Schillersaal(Schiller-Theater Charlottenburg) Eingang Bismarcks tr. HO. Untergrundbahnh. Knie. Rente bis Inkl. Sonntag. 3. Februar, täglich Punkt 8 Uhr JRareell Salzer * Heitere Abende. Karten; Werlheim, Schlller-Theater-Kasse u.Abendk. Tüllstores Qordlno, TOMocke»trkluillch. Pankow, Berllnor Str. 20, 15/6» U links. Die Ortsgruppe Berlin de« ZentralverbaudeS der Haus« angestellten sucht möglichst sofort eine Geschäftsführerin. ES wird nur aus eine agitatorisch und organisatorisch tüchtige Kraft reflektiert. Meldungen stnd schriftlich unter „Bewerbung" an Luis« Kähler. Berlin S0 lch Engel» user 21 III, zu richten.«g. •— Site Jnngr» und Mädchkn zum steilnngs- «ilau! luchl 731«» Frei* Presse, Splttelmarkt. eiülodie Mm aadllnneu, Oajsmdbdiew, «Ueinmdbcben. Ingen v»s»e vlenftmllbaien. stu«riraprn tn> Rrdelfsnachmels d«. Stobt verlw, Adttlluna für ftatte- personal,(tUhhorn'tz. 1,»eile» Mianre-Plak 8, Soraiann« üraß« 13, Kiwr-nstr. 1(am attalouet?!«,), Pcnlstr. 1 (am Krtmlnalaericht). ffitii'uo! 8-12, 4-7 Uhr. 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TUM fät öojinlnjlfteDfdmn S. m d. 0.. voclln 8W 08, Claboafte- 133 IL lüg» Am Freitag, den 8t. Januar 1919, deainnt der verlmtf der städL Butter auf Butter» abschnitt 3 der Ccbensnüttel. tarte. Auf leben Abfchuttt werden 70 gr zum Preise oon 84 Bs. verausgabt. Mit Ad» laus von Atittwoch, den S. sse» driiar 1919, verliert Adjchnilt 3 seine EültigfeiL lSÄt vtllchsüßspelsen stnd noch w Igenden Seschdsten verfiwstich: Earicke, Schlluwalder Str. 13/(4» Büdtmund, Nlofttrstr. 3� Welse, Darteufelderftraße, Schulze, Hamburger Straße, Betutt. Hamburger Str. 109, Krebs,©egefelbn Str. Si Wirtschaitavereiniaung, Sie« mensitaM, Sionnenbmrra» allcc 93, 133« ,5n der ststdüschen FlMMe kann wocheutSglich von 9—12 Uhr vorm. aegen Adstempelung der Fleiichmrte t Psund ge» salzeue« Rindflelich zum Preise von 7�0 R. bezogen werben, Der Einwohnerschaft wird dringend onaeralen. möglichst m dieser Woche Fische ans Feld 1 b«r Fisch karte zu bo» zieben, da das Feld mit A!> tauf der Woche voraussichtlich seine Süitigfett verliert Jt5Z« Epandati. 27. Januar 1919. Vor Arbottor- und SalbafencaL Vre StagiflraL_ Fahrplan» äubenttift. vom L Februar ab wird der Rüg 832 Berlin— SriHenhainl» ch.n dt» Haste burchgesü; rt und gUichzeiilg wie folgt oerlegt: Berlin ad 7.3b ebb»,(dio- her 9.49 abd».) Halle an 12.31 al.os. Ms Segenztig wird vtmt 2. Fednior ab Zug 883 Sräfen- hainlchen ad 4.3t morgea»— Berlin an 7.47 bereit» von Halle aus lab 3.19 morgen») gefahren, Rädere» ergeben die Befannt- mochnngen auf den Babobist-n. Halle(Saale), im Ium-artolll. Slscnbchnbirofllan. 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Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Schlosser I.eg kl5Lksr Teltower EtraS« 9, am IL d. Di. gestordin ist. Den Kollegen serner zur Nachricht, daz unser Aollege, der Arbeiter keZlldL� SZM -gtt», i LL i Maristeinstr. 10, v. M. gestorben ist. Den Kollegen serner zur Nachricht, dast unser Kollege, der Werftarbeiter Güo Zanch am IL d. M. an Lungen- leiden gestorben ist. Den Kollegen serner zur . Nachricht, dag unser Kollege, , der Schlosser jPanl Wcäermaim j Charlottenbura, Euarez- , siraße 8, am ll. d. M. j starben ist. 12> Ehre ihrem Andenken l Vi« Orloverwaltieug. >o am 18.Iulil!tlS bierseldst »erstorbrne Friinloin Aniali« Brrnr» bat>IN Testament vom 80. Zuli 1907 Ihren drei Neffen 1. dem Bildhauer Laust» Sein- lowali, früher in Berlin wohn- 2. dem Tischirr ffiusjco hast, pae KUtsl aetsch, hier, 8. dem früheren atscher Ztugast Vristsch, zu- legt in Essen, Bscmächtnlff» au«- gefegt. Im Austrage de« Tests- mentsvollstrelkcr, fordere ich die genannten Bermiichtni»- nehmer auf, ftch innerhalb drei Monaten bei mir zu melden. Königabera L Pc., Brodbinkinstrahe 13. ffl/1* Justizrat Arnheim. Vermißt wird seit dem 27. September 1918 der ii-iehrmann Sari Uioto, 8.SarSe»Negt. zu Fug. IL Komp, 8. Bat. Kameraden oder An- nehijrlge von foHieu, die feit der Feit vecinlgt find oder fich ou» der lbefangenschast gemeldet haben, werden herjllch um Mit- t«iiung gcl>e!en. Unkosten werden gern erstattet. Ivtbb Hermann Kith«, Siachtmstr, SV 47, Monumenieu f.r, AI. Siisaul tan Jüwaien. i 'Sroste Brillante«,| �trUnJollict»«. oafita.«Köelstei»- Achmulb tauft Sa g r.il& Co., 0. m.b.H. I Berlin, Kanonierst. 9" I »-sch»ftest-llee Jf.M 39, Echönwalder Str. 4 IL CiL! Norden 10 7S7. Unser Mitglied, Frau Margarate Bdttciiar Kleine Hamburger Str.«a I ist verstorben. 395/15 Z Einiischerungt Freitag, I' den 8L Januar, mlttaz« j 12 Uhr, im krimolorulm I Serichtstr. 37, W. Dautsagung. j Für die vielen Beweise j j herzlicher Teilnahm« bei j I der Beerdigung meine« un- vergebliche« lieben Gatten, I treusorgenden Bater», j Schwiegervater«, Schwic- j gersohna, Bruder«, Schwa- I ger« und Cttlcl» 74a ZigsrNkn 100 Stück V. 40 71k. an. Zur Probe 10 Stück M. 4.—, «i.-. 12.-,>3.-, 20.-. TiAKrstten vorrfitig. Ifi.'iffaiinheim�r.Beriln, ßargnumnst 1,1 lnahekreuzb.) Suche Piano. Aattr, Flenaburaer klrag» 1. Test! Moabit 7318.- Darunter lange, dtinlsch« Smicn, h«lstei«or, bild- s-ilSaa G-schstst-psrrd«, russtsch-polnische und ungarische Pferde. Mehrere paarige und einzelne Ponles, mehrere billig» Tauschpferde. sSmtlicks Inna, verkamt unter Garantie. ?!hen>». Srnvnenslr. 17», Nähe Stettiner Bahnhof. Otto Schinner| M U ! sage ich allen Bekannten j und Freunden, besonder» I auch der Firma Snrsch i meinen herzlichsten Dank. RcnkWn und Leipzkh. Xnnn Schirraar «ed. Herold, nebst Bugchiirigezi. Korke, Wein«ndSekt, kauft zu höchsten Preisen B. 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In illen Bucnh J ( und direkt vom Verlag Aeterno, Berlin W 57 1 Adresse notieren 1 Ausschneiden I Bekanntmachung. Am Freitag, de» 3t. Jonuar ISIS, vormittags v'/z Uhr, findet im großen Saale der Philharmonie, Berlin SW. Bernburger Str. 22/23 sNähe Potsdamer Platz) eine Versammlung htt UsM-K MM- Wl> MMMk SkSZ-ZNÜSZ iliiiiie her« in im ZVtttnm» ßlöZ-Zeriis eis- MWM MMKil zeMW» WMM m Tagesordnung: 1. RStcfystem— Nattvnalvcrsainmluug— LersassungSentwurf. Siefeient und Korrefercnr. 2. Diskussion. 8. Bericht her Folksbeaustragteii über die Vorgänge der letzten Wochen. 4. Bericht deS BollzugöratS über die Vorgänge der letzte» Wochen. S. DiSkuifioii. Nur diejenigen Arbeiter« und Soldatenräte baben Zutritt, die sich durch die grüne bezw. weifie LegitimalionSkarte ausweisen können. Die durck die Zentralstelle der Arbeiter» und Soldatenräte der Kreise Teltow und Niedeibarnim erlabten Landgemeinden sind berechtigt, je einen Vmreter der beiden sosialistlschen Parteien zu entsenden. ggiD« M MWM Des WM- VÄ SMMriikS ZsSß-Httliv. �__ gel. fi i(h. S'k fi 11 e r._ gez. Paul Neue. MM SN EßWiMWi) Orfsveiwa'.lung Groß-rieriin. K 34, Elsassee Str. SS Fernsprecher 604«. 816. MMl«. UMeM-MüMiW Sektion 11(R eftaurantkelliierl Donnerotag, 80. Icnuai, oonu. 9 Uhr, Lchrerveremshau«,?!Ierandcrplass. » IV lKoche) Donnerstag, den 80. Januar, nachm. 8 Uhr, .Usenet Hof, kronenstr. 12/13, I. --'• V fHoteldiener) Freilag, den 81. Januar, abends 9 Uhr, ......"— Louis-Ferdinandstr. S. Sietlaur. Müller, Prui VI lmänni Hilfspersona!), Vit iweibi. Hi-frpersonal)) abend» 11 Pracht-Säle, Ghauffeestvasse. Donnerstag, den 80. Januar, 'M" Uhr, Germania- Tagesordnung: I. Bericht über den Stand der Lohnbewegung. L. Neuwahlen zur: a) Setlioa, d) OrisverwaUung, e) General- Versammlung. 8. Berschiedenes. 80/8* Infolge der schwierigen Dirsammlungszett ist Pstnllllch- keit dringend geboten. Nur Zutritt mit M.ttgNedsbnch."TgcZS frtdcüsrißcWfrÄilsSBr Freitag, ßea 31. Jancar: Generalversammlung iia Gewerkschaftshaus, Engelufer 14—151 ßegina pMtlicä 7Vz ülir, da wegen anderweitiger Benut ung des Saales leider ns.rht früher angefangen werden kana 27/18 Der Oanvorstand, SWSkMMk SNA Münte. Lichtenberg. Freitaff, de» 3l. Aannar, abends 7'/, Uhr: V!ertel5ye5?amm!llz;gen .stehenden Lofaien: 248/18 nachstch Höhe», Wühlischjtr. 30 Stöbee, Jüngste. 29 Meyer» Wühiischstr. 7 Aula des Pestalozzi- LyzeumS, Prinz- Albcrtftr. 44 Restaurant zur Wartburg, Frankfurter Allee, am Bahnhof Lichtenberg Krüger, Friedrichöfelde, Rormanuenstr. 38 r.-o..- Die bevorstehende» Komniunalwahlen. Aufstellung der Kaudidaten. «ein x-trfeimitgNsd darf fehlen. MStliSN M»MM??. gesucht für Sk5 srellvMge AMelie-LeZiklev! mmnb(1. GLrde-5e'öUl.'Skg!.) Fahrerwerdeu besonders dringend gebraucht. «Ä 11- (Abst Lüttwitz.) Hlmptwerbcburrau: Moabit, NeucS KrimiualgerichtSgeb., Rathenow Str. 79. Militärpapiere, Uniform mitbringen. OGKIOOMGHKKTVSÄ Itolinung UIVU», luguui O.- Pfiegunrisgeld. Sehr gute Bei 14 täaige Kündig'.uig. Aahrgar Meldet Euch sofort schristlid ÄmÄESerl C. e. E. Sounairnd, den l.Miir, 1919, abend, 8 Uhr, im Gewerkschaftshav«, Engsluser 18: Tagesordnung: Abänderung des 8 91 Abf. L Erhöhung der Beiträge. Verschiedene». 1018b Miigliedsbuch legitimiert. fiahlretchc» Erschein, u erwartet Ernst Asse, pnnl tziopee, Vorfissender. Ediriftsuhrer. Is terki» Ist in Kol! Sei M MW heiMM pik SSM. M Mb iilii Sssiisiks Eoeitet. FimWiiteil hems! Kein Mann darf fehlen! Kommt ifnd helft unS, tretet ein in's freZZrsi'ps NuZsen. Mobile Löhnung:: 5 M. Tageszulage:: freie Verpflegung Unterkunft und Ausrüstung.:: Disziplinierte Truppe. Besonders gebraucht: M&e. SMMMM. ZgWeW. MysLsM zM NsW. ße»es UfenösiinSau-�ifoiisl SO-, ailensk'scKek, SfttäM, SSOMer. Miel. Werbezcntrnle: Charlottenburg, LuiscuplaS Sb. 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Unieroffiziere und Mannldiaften. die ihr Palerland sieden, sowie einen vifisieujnrz« od« Unierarz« und SanitStSversoiial. sieder, der Ordnung und Diszipsin halten will, der Kameraden und Vorgeiesste achten null, Irelc bei uns ein. Si-ilc tut noi! Ost- nah SÄritPrenften sind in Gefahr! Unsere Sturmabteilung Ist gefsirchtel hon Polen und, SpnrlafuSlcuten. Wir haben liier schon fräslig zugepackt, i Heist un«, dasi mir ftort bleiben, UM die Regierung und unser Baienand zn schützen. Löhnung mobil, lüglich 6,-9??. Zulage, 3,70 M. Ver- M' gute Sekösiigüng ans dem Lande, Jahrgang 1893—1900. istsich oder telegraphisch. Fahr- schein und sslndwei« mild Euch zugesandt. ZM«e SISMONI« MSS. Ostrowitt, terets Löbau �»estp».* Garde-Fttstlier-Negime»kt (TKolföfet) 9795*| sticht unter günstigen Bedingungen für Hrimatschutz Freiwillige. stsifflÜW IM Pistill öar flsiinark! Minenwerfer und Pioniere! Für neuaufzuttellei-de f.'.inenw'erler- und Pionier Kompagnie beim ärensscbutz-Batnlllon I Bromberg;. 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Denkt an die Ruhlebener �riedenötaze, sür deren baldige Wieder- kehr wir kämpfen. isao« M ZkWMMMMWvMmr. Landwirte. Laubenbesitzer usw. werden nrrhmols daran! hiiiarwiesen, dass am Vannervlag, der, 80. Iarnae, vae» 7 blv 22 Ahe oonmiltaxs ans den, hiesigen Schlachlhvs Chlorkalitein zum preise von kNack 12.— pro Zenfuer edgepeben wirp. Säcke und dergleichen sind mitzubringen. Spaudan, den 28. Jcnuar 1919. Vor«rdeifer- und SoldateuraL Der Alagf«??». Eonsuin-, Pradnlitiv- nnä Sparvereia Zehlendorf n. vwg. eingetragene Qenossenschaii mit beschränkter Haftpflicht. Aktiva. Vllanz vom 30. Juiii ll>18. Passiva. Betriebskestände. Warratonto 127840.89 Inoent.-Kt. 8880— Fuhrwer's-Kt. 818 15 132821,84 Angriegte Werte. Anteilkonto GES____ 5143,90 Anteiifonto Perl.-Ges. 62023 Tchudbandeis- gesesitchaft 20,— Sant.-Hintrr» leaungvki. I 1850,— bo. II 210,— 7889,03 Prrsügbar» Werte. 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Den Paragraphen vom groben Unfug mißbräuchlich gegen Ltreikvosten zu verwenden, soll klare Desini- tion de» Vergehens(„Getährdung deS äußeren Bestandes der öffent- lichen Ordnung durw unmittelbare Belästigung des Publikums") unmöglich machen. Gegen Streiks in gemeinnötigen Be» tr ieben darf bei der StrafrechlSreform keine strafrechtliche Be- ftimmung getroffen werden. Durch Reichsgesetz ist der Polizei die Möglichkeit zu nehmen, Bohkottauiforderungen als solche zu untersagen. Mißbrauche der Straßenpolizei gegen Streik, und Bohkottpoiten und der Polizeistunde gegen Versammlungen sind zu unterbinden, das Pla'ar« und ZettelverieilungSwesen ist freiheitlich zu regeln. Die noch bestehenden Palizeigesetze einzelner Staaten. die sich gegen Landarbeiter oder Gesinde richten, find auizu- heben Zu fordern ist di« RechtS'ähigteit der Koalitionen in allen den Tarifvertrag angebenden Angelegenheiten, in dem glrchen AuSmaß die Aufhebung des§182 Abf. 2 der Bewerbeordnung. DaS Koalitionsrecht muß unentziehbareS Persönlich- l e i t» r e ch l im Sinne de»§ 82» Abs. 1 werden. Der Anspruch aus unerlaubter Handlung nach§ 82» ist in« Koalrtionskampf auf den Fall zu beschränken, daß der Zweck der Kampfhandlung gegen ein gesetzlich«» Verbot verstößt. In der Diskussion berührte Genosse Dr. Onarck da» Interesse der Sozialpolitik an der neuen ReichZverfassung. Cr forderte eine zentralisierte Gestaltrma der Reichsexekutive in der Sozialpolitik. Gerade auf dem VerfassungSgebiel fei die Hervorkehrung der sozial- volitischen Gesicht: punkte zu vermissen. Prof. Tönnie» hält die Gesellschaft für soziale Reform besonder» jetzt für unentbehrlich. Fragen, deren Beobachtung und Klärung zu ihren Auf- gaben gehört, seien zum Beispiel der Achtslimd-ntag und die Sozial'sierung. AtS Vertrtrer des Auswärtigen Amt« wies Segationsrat Dr. Eckhardt daraufhin, daß bei den Frieden«- Verhandlungen die Regelung de» internationalen Aibe ter schütze» von großer Bedeutung»ein wird. Prot. Sombart führte aaS: Wir müsse« uns neu einstellen. Tie Gesellichaft für soziale Reform ist gegiündet worden, in einer indivtdualistisch orientierten Gesellschaft den Arbeiter m seinem Kampf mit dem llnttrnehmer zu stälken. Der von Dr. Hegde gebrauchte Ausdruck.beilige« Recht zum Streiten" ist tietst mdividualistisch gedacht. E» gibt nur e t n .heiliges Recht" da» ist das Gemeinwohl. Die«>st der io,ka- limsche Grundgedante. und nach ibm müssen wir un« neu orientieren. Ein.heilige» Recht zum Streiken' in einer soztaltsti'chen Geselltchait auSzusechteir. ist em Widerspruch in sich. Neu« Probleme steigen für uns auf in dem Augenblick, wo die Gesellfchast daran geht. sich neu zu argnnifieren. wo die Arbeiter aufhören, als Klasse gegen eine andere Klasse zu kämpfen wo sie selber die Gesellschast find. Gegen Sombart wandten sich mehrer« Redner. Ingenieur Schweitzer. Borstandsmitglted de« Bunde« der technisch- industriellen Beamten, erwartet harte wir tschafiliche Kämpfe zwischen Handarbeitern und Kopfarbeitern. Ihm ei widerte Knoll al« Vertreter der Eeneralkommtision der Gewerlichasten. gewiß werde rS auch in der sozialistiichen Gesellschaft noch Kampf aeben, aber nicht.Faustkampt", wie bisher. Schumacher vom Geweitverein »er Metallarbeiter klagte, daß gerade Albener seit der Revolution die Koalil oiiSsretbeit andere, Arbeiter nrl Füßen getreten härten. >o daß man Schutz de» beitioen Rechte» der Koalition fordern müsse. Den abfällt ren Bemerkungen Über die Wukungen der Revolution trat Dr O u a r ck entgegen. Beschlüsse wurden»ich« gefaßt. Die Tagung wird beute fort- gesetzt.__ Neue Rufreizung zur Gewalt. Ein stzlugblatt des Roten Toldatendu'deS. Der Rote Sosdatenbund verbreitet neuerding» in Derf'n Z5l'.:gblätter. in denen g«nz offen eine Wiederholung der gewaltsamen Erhebung gepredigt wird. Und zwar appcllicrt das Flugblatt«ftcht an die moralischen, son» dern lediglich an die militärischen Mochtmittel deS lpartakist'schen Teilt der Arbeiterschaft. Do» zeigen folgende Sätze: Der Tag der Abrechnung naht... Wa» un» fehlte, war die GeschsijflurWtk ?n der Unsicherheit der Leitung und in de« Versagen der organisatorischen Zusannnenfassung der Kräit« ist die Schlappe begründet. Dir militärischen Kräfte müsse» einheitlich zusammenzrfatzt turd ausgenutzt«erde». Durch die Verhandlungen gewann die Regierung Zeit, könnt« ihr« Kräfte sammeln und zum Schlage ausholen. Die Berhaudlungea störten die Aktionsfähigkeit des Prole- tarlatS und trugen Verwirrung in unsere Reihen. Nun heißt e», neu zu rüsten und unsere Aufgaben klar zu überschauen. Alle waffenfähigen Proletarier sind zusaurmenzufassen. Diese Kräst« militärisch gegliedert, find«ine unbesiegbare Macht. Man muß eS dem Roten Soldatenbunö lasten, daß er den Geist des Militarismus gründlich verstanden und in sich aufgenommen hat. Das zeigt sich schon darin, wie V c r- Handlungen als militärisch unzwcckmäß'g abgelehnt werden. Genau ebenso, ja, fast mit denselben Worten, haben die junkerlichen Generale deS alten Systems gegen Verhandlungen mit dem Feind« geeifert. Was sagt übrigens die„Freiheit" dazu, d'e stets der Regierung vor- geworfen hat, s i e habe nicht verhandeln wollen. Jetzt zeig« sich, wer Verhandlung ablehnt! Im übrigen verdient dieser Aprell an die nackte Gewalt sorgfaltig festgehalten zu werden. Damit sich sein« Urheber nämlich nicht beschweren, wenn ihnen mit den gleichen Mitteln entgegengetreten wird. Maßregeln gegen Sie Vohnuagsnot. BezirkStvohnungSkommistare«it weitgehende« «vollmachten. Zur Behebung der dringendsten Wohnungsnot hat die Reichs- regierung am 18. Januar auf Anregung deS neuen Reichs, und Staatskommissars für da» Wohnungswesen eine Verordnung er- lassen, daß zur schnellen Durchführung der Unterbringung obdachloser Familien für die UebergangSzeit Bezirks- wohnungS-Kommisiave mit sehr weitgehender Vollmacht gestellt werden können. Für Preußen sind sofort von dem Staat»- kommissar für da« Wohnungswesen die Regierungspräsi- d e n t e n als Kommissar« bestellt worden. Diese WohnungSkomm- missare sind in der Tat befugt, alle Hindernisse au» dem Wege zu räumen, und sogar gesetzliche vorschrif- ten außer Kraft zu setzen, wenn e» gilt, schnellsten» Wvhnungeo zu errichten. Der BezirkSkommissar kann sich da» nötige Bauland erforderlichenfalls durch Enteignung be- sthaffen. Auf den Krieg zurückgehende Wertsteigerungen braucht er bei der Bemessung der Entschädigung nicht zu berücksichtige». Daneben kommt die Bestellung von Erdbaurechten und für die Er- richtung von Behelfsbauten. Baracken, Lauben und dergleichen die ZwaugSpucht bi» zur Dauer van 80 Fahren in Betracht. Diese ZwangSpacht ermöglicht auch den Schutz der Laubenkilo- nisten gegen willkürliche Preissteigerungen. Am wichtigsten ist aber die Befugnis des WohnungSlommissar». alles selbständig zu bestimmen, wenn Gemeinden oder Kreisbehörden sich nicht binne» kürzester Frist mit den Baulustigen einigen. All« Streitfragen wegen Straßenbau und Teilnahm« an Gemeinde-, Kirchen- und Schullasten, die sonst das Bauvorhaben auf Jahre verzögerten, werden jetzt binnen wenigen Tagen durch den BezirlSkommissau geregelt werden. Endlich erhält der Kom*issar das Recht. Ziegeleien zwangsweise wieder in Betrieb zu setzen und natürliche Baustoffe. Holz, Lehm, Kie». Sand usw. zu ent» eignen. Luxusbauten zu verbieten, um überhaupt mit allen Mitteln die Beschaffung von Klein» und Mittelwohnungen zu fördern. Die Befugnisse der Kommissar« sind also praktisch unblt» grenzt. ES hängt von den Personen ab, wie sie durchgeführt werden. Mögen sie von ihren großen Machtmitteln einen verstän». digen, ab« nachdrücklichen Gebrauch machen. Kriegsgeselljchasten, und Kriegsorgaifatkonen. An alle Kollegen und Kolleginnen! Die BerhandlungSkommifsion deS ArbeiterauSfchusseS der Angestellten der Groß-Bettiner KriegSoraanifationen hat auftragsge- maß die vom ArbeiterauSfchuß brfchlossenen Forderungen de» llieichSbehörden vorgelegt: 1. Gewährung einer einmaligen TsuerunaSzulage sVekleidunaS- und Entschuldungszulage) in Höhe von 800 M. für verheiratete, 386 Mark für unverheiratete Angestellte nebst einem Zuschlag von SO M. für jedes Kind. 3. Anerkennung der Befugnisse der Angestelltenausschüsse. 8. Anerkennung der Richtlinien vom 9. Dexember 1918 betr. Entlassung von Angestellten und Wiedereinstellung von KriegSteil- nehmern. 4. Tarifliche Regelung der Gehälter. Am Montag, den 27. d. M. fand im Reichsschatzamt eine Bei- Handlung mit den zuständigen Behörden und den Geschäft tlertern der Kriegsorganisationen statt, welche kein Ergebnis zei» tigte. Die Fortsetzung sollte am Mittwoch, den 29. d. M. statt» finden. In dieser Sitzung bestritten die GeschästSleiter die Legfti- Station der BerhandlungÄommissio« der Angestellte« und lehn« ten Verhandlungen ab. WaS nach der ersten Sitzung von ten Angestellt enverireter« vermutet wurde, hat sich jetzt bestätigt. Man will auf Seiten der Geschäftsleiter und der Behörden die Verhandlungen der- ich l e p p« tr. Ter Zweck dieser Taktik ist. den im Interesse der ingestellten notwendigen organisatorischen Zusammenschluß, der im ArbeiterauSschuß verkörpert ist. zu sprengen. Man versucht bereit», innerhalb der einzelnen Betrieb« Uneinigkeit zu schaffen und Gonderverhandlungen anzubahnen, um unter Ausnutzung dieser Uneinigkeit die Durchsetzung der beschei» denen Forderungen der Angestellten unmöglich zu machen. Wir warnen hierdurch alle Kollegen und besonders die An» gefte Iltenausschüsse der einzelnen Betriebe, auf Sonderverhandlun- gen rraendwelcher Art einzugehen. Nur der von den Angestellten sämtlicher KriegSorgantsationen ins Leben gerufen« Arbeit»- a u S s ch u h ist Eure Interessenvertretung. Behörden und GeschäftSleiter behaupten, daß von ausien Unruhe in die Betriebe hineingetragen wird. Stimmt da» Kall«- gen? Habt Ihr Forderungen oder nicht? Die Antwort hierauf sollt Ihr in der morgen. Freitag nachmittag W Uhr. im Zirkus Busch stattfindenden Versammlung aller Angestellten der kriegSorganijationen geben Erscheint in Massen! Wahrt Eitre Interessen! Der ArbeiterauSschuß(Aktionsausschuß). Republik Rhewlanö-Vestfalen! Elberfeld, 29 Januar sTelunion.) Die Frage der rheinisch- westsälischen Republik ist der Entscheidung so nahe gerückt, daß bereit» setzt nähere» über deren Gestaltung mitgeteilt werden kann. Wir au» beflunterrichteter Quelle verlautet, wird versucht werden. folgende wirtschaftlich und ländlich eng zusammenhängende Gebiete zu einer neuen StaatSeinheit zusammenzufassen: Rheinland und Westfalen mit Anschluß von Qstfrielland im Norden und Helle» und Hessen-Nassau. sowie der Pfalz Im Lüden und Westen. Al» Hauptstadt kommt Köln in Betracht. Franz Mehring. Im Nachruf untere» gesirigen Abendblatte« isir Franz Mehring soll ti richtig heiße«:.Mit ihm staib der letzte Slajjiktt der demjchea Proj»'(nicht Poiuit� GaverWPsbMWNg Der Streik der Straßenbahn- werkftatt- arbeiter vor öem Einigungsamt. Gestern vormittafl verhondelie d.iS EiniflunxiSamt unter Vorsitz deS ManistraiSralS». Zchuly über die Fordcrunaen der Tlreikendeii. Onhmann vom Traneportarbener> Beiband beprü�dele die Forderungen. ÜN handeil sich darum, dast dem techni che» Personal eine einmaliae Teuerungszulage von llXZ bis 5 CK) M. bewillig: wird. wie sie das Fahrpcrionai aui Grund der letzten Vereinbarungen er« hallen hat. Aber nicht aus diesem Grunde fordert da» techniswe Personal die einmalige Zulage, sondern au« Nol, denn es machen sich Neuanidiaffungen an BedarrSgegensinnden notig, die von den laufenden Lobneinnahmen nicht beMitten werden können. vourat Otto erklärie als Verlreler der Direktion, die Forderung könne grundsätzlich nicht bewilligt werdeil. AIS die ll) stündige Ar- beitSzrll auf 8 Ttunden verkürz: wurde, habe da» technische Per» sonal, vm eiiie Entschädigung für den LobnanSfall zu belommen, am 19. Dezember Lobnerhöhungen cur 2,20—2,80 äft. gefoideit. Die Direkiion babe dieie Forderungen schweren Herzen» bewilligt, denn sie fürchte, da» Fahrpri sonal werde dann auch weitere Forderunpen stellen. Da» sei dann auch am d. Januar geschehen. Bei dieser Gelegenbeit sei die Forderung einer rinmaligeir Teuerungszulage zuerst ausaelautfit. Daneben seien Lohnsorderlinpen aufgestellt worden. Den, Fabrpersonal sei die einmalige Teuerungszulage bewilligt worden, weil e« in seinem Einkommen schlechter gestellt sei al» da» technische Petional. Im Jadre 1918 babe ein Ober« schlosier ein Einkommen von 5911 Bk.. ein Handwerker 5423 M.. ein Vorarbeiter im Bau lder viele Uebrrstnndeit und Nachtarbeit leistete) 8880 M.. ein ungelernter Arb-iter 44öZ M. gehabt. Diese Forderung werde jetzt nur mit Rülksicht daraus gestellt, dag da» Fahrper'onal die einmalige Zulage erhalten babe. Bei den angesührten Jahreseinkommen fei allerdings zu detürkfichtigen. datz die betreffenden Arbeiter Ueber« stunden in grösiercr Zahl geleistet haben. Da» Jahreseinkommen der Fahrer habe in, Jabre 1913 3538—3787 M. und da» der Schaffner 8328—8480 M. betrage». Nachdem der Achlstundeniog für da« technische Personal eingeführt sei, belause sich da« JohreS- tinkommen der vorhin ongefübrtcn Arbeiter auf 8888 M. Keim Oderichlosier, 8280 M. beim Handwerker, 6886 M. beim Vorarbeiter im Bau. 5508 M. beim unpelernien Arbeiter.— Der Eiieik iei vom Zaun gebrochen. Nach ZriungSberickten habe die Organisation diesen Streik nicht gebilligt. Jeyt werde mit dem Sympolhiestirrk de« Fabrpersonal« gedroht. Drese Drohung lasse die Direktion praktiich gleichgültig, denn morgen oder übermorgen werde der Verkehr ro wie so eingestellt werden müssen. «eil es keine betriebsfähigen Wagen mehr gebe, denn Reparaturen können ja infolge des Srroik» nicht anSgeführt werden Ideell se» der Eymparhiestreik aber nicht gleichgültig, denn er würde gegen die Vereinbarungen, alio gegen Treu und Glauben derirotzen. Wer durch Stillegung de» Verkehr« neues Elend über da« viel geprürte Berlin btingen wolle, der müsse es vor remem Gewissen vcrairrvorren Einige Mitglieder de? Arbeiterkommission wandten sich gegen die Angaben de» BauratS Otto. Sie wiesen daraus hin, dah sich da» Jahreseinkommen für 1919 doch noch nicht feststellen lasse, denn die letzigen Lohnsätze würden ja abgebaut werden, sobald die Lebensmittelpreise sinken. Bei den angeführten Löhnen au» dem porigen Jahr sei zu bedenken, daß sie nur durch sehr viele Ueber- stunden erreicht wurden. In einer Woche mußten 6 TageS« und 4 Nachtschichten gemacht werden. Das galt als normale Arbeits- zeit. Bei solchen Leistungen seien die Kräfte der Arbeiter derart verbraucht, daß sie ihren ganzen Verdienst für Lebensmittel au»- feben mußten und keine Anschassungen machen konnten. Während er AriegSjahre, wo so hohe Anforderungen an die Arbeiter gestellt wurden, sei ihnen immer gesagt worden, sie sollten nur aushalten. nach dem Kriege würden ihre Verhältnisse verbessert werden. Jetzt aber lehn: die Drrcktron ibre Fodenrmren ab. Die Arbeiter hätten während der Kriegkjahre Wäsche, Kleidung, Schuhwerk, alle» vcr- braucht und bsdürften jetzt der Zulage, um die notwendigsten Anschaffungen zu machen. Von einem frivolen Streik könne keine Rede sein. h Ein Arbeiter führte an, er habe 1918 in einem Monat jede Woche 62— 64 Tage»- und 31— 38 Nachtstunden gearbeitet. In einem Monat de» Jahre» 1918 Hobe er jede Woche 63 TageS- und .IS— 20 Nachtstunden grarbeitei. Dietrich(Vertreter de» MetallarbertcrverbandeS) bemerkte.«S sei nicht richtig, daß die Organisation gegen den Streik sei. Sie habe noch nicht Gelegenheit gehabt, zu dem Streik Stellung zu nehmen, denn sie sei durch seinen Ausbruch überrascht worden. Schumann(Vertreter des TranSportarbeiterverbanldeS) sagte, die Direktion wolle eS auf eine Machtprobe ankommen lassen. Wa n eS jetzt zu einer Verständigung komme, ohne daß da» Fahr- personal in den Sympathiestreik trete, so sei bestimmt zu hoffen. »ätz die DerkehrSinstitute au» den Schwierigkeiten heraus seien und weite«? Störungen nicht zu befürchten wären. In dieser Nich- hing würdn dann die Organisationen ihren Einfluß geltend machen können. Die Direktion sollte die Forderung nicht grundsätzlich ab-, lehnen, dann würde eine Verständigung erzielt werden. Komme es j nicht dazu, dann trete das Fahrpersonal:n den Sympathiestreik, denn e» sei der Anstchl, daß e« sich für die Direktion nichi um eine I Geld», sondern»m eine M-rchirage bandle, und best z» beiürchien fei. den Arbeitern sollten die Errungenschaiten der Revolution ge- � nommen werden. Ein Streik de? Fabrvcrsonal? könnte auch aus andere DerkehrSinstitute übergreifen. Deshalb sei eine Verstän»( digung geboten. Ba.uat Oiio verwahrt? sich dagegen, daß die Direktion eine Machtprobe veranstalten wolle. Um?ÜL Uhr zog sich das EinigungSamt zur Beratung zurück. Nach längerer veratung gab da» EinigungSamt folgenden Schiedsspruch ab: Bei den bisher gezahlten Löhnen erscheint die geforderte ein- malige Zulage nichi am Platze. Nachdem sich aber die Arbeitgeberin bereit erklärt hat. den Kriegsteilnehmern unter dem technischen Personal ein einmalige Zulage zu entrichten und die Arbeiter den Wunsch ausgesprochen haben, die aiiSgcworfcne Summe möchte auf alle verteilt werden, wird empfohlen, diese Summe auf 300 000 M. f-stzusetzcn und sie bei der übernächsten Lohnzahlung, nach den Borschlägen der Ar- beiter verteilt, auszuzahlen. Die Arbeit ist am 30. Januar wieder aufzunehmen». * Einer massenhaft besuchten Versammlung der Streikenden, die gestern nachmittag im großen Saa'e deS GcwerkschaftSbauseS tagte, legte die Derhandlungskommission den Schiedsspruch vor und empfahl dessen Annahme. Ein Diskussionsredner bemerkte, im Jahre 1918 habe ein Arbeiter in 4309 Stunden 5500 M. verdient. Auf die Arbeit?- stunde berechnet, ergebe da? einen.nur geringen Lohn(etwa 1,30 Marfy Nur durch ein? große Zahl von Heberst unden komme ein verhältnismäßig gutes Jahreseinkommen heraus. Die Versammlung nahm den Schiedsspruch gegen 1 Stimme an. » Nack einer Wolff-Meldung sind die in zwei AnSbesscriingSwerk- stätlen der Großen Berliner Siraßenbabn besvölrigten 940 Arbeilern in den Ausstand getreten, weil ihnen die geiorderl« ioge- nannte Entschuldigungszulage von je 600 Mark nicht zugebilligt wurde._ Zur Streikbewegung in der Mitteldeutschen Kreditbank. Die Milteilung einer Zeitung, wonach der Konflikt in der Mitteldeuriche» Kredirbank durch da? Entgegenkommen der Direktion gegenüber den Forderungen der Banlbeamien beigelegt ist. ist ver- frühl. Bisher hat sich eine Einigung nicht erzielen losten. In den Dienstag bi» in die späien Nachistunden hinein gevflogenen Der- Handlungen zwischen Direktion und AkrionSauSichnß hat sich die Direkron. lediglich bereit erklär«, eine AnichaffungSbeibilse von 500 M.'ür die verheirateten imd 800 M. für die ledigen Beamten zu bewilligen. lieber die Forderung, da« monatliche Mindestgehalt auf 250 M. einschließlich der Teuer unaSznlaoe sestzuieyen, ebenso über alle an- deren Punkte wurde keine Einigung erzielt. Gefterrr nachmittag 5 Uhr wurden die Verbandliingen fortaeletzi. Für den Fall, daß sich eine Einigung nich« erzielen läßt, hat der Allaeme-ne Verband der Deutschen Baekbeamten die Vermitielung de» ReichSarbei'Som'e? augeriiien. Sollten auch diese Verbandliingen restiltalloS verlainen, dann dürfte der Streik unvermeidlich sein. Unterdessen sädrt die Direktion in ibren Bemühiingen fori, in Berkenming der Sachlage durch Ver'prechnngen und Drohungen die Geschlosseubeit der Aktion zunichte ,u machen. Sie kollie sich sagen, daß der drobende Streik nich« durch die von ihr betriebene Hrtze gegen die Organization ver- mieden werden kann, dazu ist die Vcamtenschast der M. K. 83. z» stark organisiert, sondern nur durch velständnwvolle»(Ein neben auf die berechtigten, sehr bescheidenen Forderungen der Angestellten. » Der Angestekltenrat der Mitteldeutschen Kreditbank erklärt zu den in der bürgerlichen Presse seitens der Direktion inspirierten Mitteiluu-zen über die Elehalisbewegung»er Ange- stellten, daß die darin enibalienen Darlegungen den Tatsachen in fast allen Fällen nicht entsprechen. E» ist nichi richtig, daß den Angestellten.erbebliche Zugestand- nisse* gemacht worden sind. Vielmehr ist in den letzten Krieg». jähren nur ein« relativ minima!« Aufbesserung der Einkommen erfolgt. ES stimmt nicht, daß.namentlich bei»en kleineren Ee- hälicrn beträchtliche GebaltSzulapen' gewährt wurden; sondern eS befinden sich in unseren Reihen eine nicht geringe Anzahl, von ver- heirateten Angestellten, die noch beute Gebälter empfangen, d!« selbst ein« einigermaßen anständige LabcnSsiibrung in FricdenSzeitcn nicht ermöglichen, geschweige denn bei den jetzigen außeraewöbn. lichen Verhältnissen. Hingegen stimmt eS, daß von unserer Di» rektion Teuerungszulagen gewährt wurden, die den laufenden Teuerungszulagen der anderen Banken iingelähr entsprechen. Bei der von un» geforderten GebaltSerhösung von 109 Proz. gegenüber den Gehältern bei Ausbruch deS Krieg' ist eS selbst- verständlich, daß eine so bebe Außvesseruna der höheren Gehälter (die übrigen» nicht viel größer al? die deS Straßen- oder Hochbahn, i Personals sind) nickt verlangt wirlli. Wir sind jederzeit bereit, das uns zur Verfügung siebende Material der breitesten Oeffentlickkeit zu übergeben, da aus dem- 1 selben hervorgeht, daß die Anwendung der pewcrkschastlichen Mittel die einzig« Möglichkeit für uns ist, um unsere geradezu trostlose Lage zu verbessern. Bei allen unseren Forderungen sind wir in erster Linie darauf bedacht, den kleinen Gehaltsempsängern zu helfen.— Daß unsere Sacke gereckt ist, beweist unserer Ansicht nach am besten, daß die meisten Höheren Gehaltsempfänger sich solidarisch mit der übrigen Beamtenschast erklärt haben. Di« Schuld an der zugespitzten La-ie trägt nicht die Beamten. schaft. sondern einzig und allein unsere Direktion welche dem Ange- sielliennnZschuß in der letzten Verhandlung erklärte, daß weitere Verhandlungen über immer dieselben Punkte zwecklos, d-i ihre Zeit .zu kostbar" wäre. Sollte die Direktion nunmcbr infolge unserer Gcschlossenbeit doch den Willen haben, mit un? zu verhandeln, ohne von vornherein unsere Forderungen abzulehnen, so begrüßen wir diese? aus» leb- haktcste. da wir uns der schweren Schädiaung deS Wirtschaftslebens bei dem Eintriit in den Streik voll bswußt sind. In einer vom Bcklcidniig«- Jnstand'esungSamt des Gardekorps statlpenindenen Betnebeversommliiiig wurde Stchung genommen gegen d e vom Oberkommando in den Marlen beabsichtigte Lohn» redrizierung kür Facharbeiter sawi- unoelern:? Arbeiter und Arbeiterinnen. In einer einstimmig angenommenen Resolution erllären die Bei sammelten, sich von ihrem Lohn auch nicht«inen Pfennig abziehen zu lassen. Sie beauftragen den Arbeiter- und Betriebsrat, aui dem Wege gütlicher Bei Handlung alle« daran zu setzen, um eine Lohnrediizieruiig der gedachten Art zu verhüten; ieriicr eik.ären sie. dem Ru'e ihrer Führer in jeder Hinsicht Folge zu leisten und eveiiliiell da« Mittel, welche» geeignet, eine Lohn- reduzierung zu verhüten, in Anregung zu bringen. Unnötige Betriebsstillegung—? Die Firma Ono Jachmann ichicki uns aui die in der gestrigen Morgennummer Des.Vorwärts" veröffentlichte Notiz eine längere Entgegnung, in welcher sie die Enilasiung der Arbeiter und Bc- amien als unvermnidlich bezeichnet, weit die Firma gezwungen iei. erst eine neue Fabrikation vollständig einzurichten. Im Gegensatz zu anderen Firmen iei Jadunonn bereu« im Frieden ausschrießlich nur Ge'choßiabrik gewesen. Außeidem sei aber die Geschäftsleitung in ihren nachweislichen, unermüdlichen Bestrebungen, Arbeit heranzuschaffen, durch die Arbeiierscha't selbst dchmdert Waide». Der sieben Wochen lange Streik der geiamren Gießernarbeiter habe dazu geführt, daß nicht nur keine neuen Aun-äge beremzubekommen waren, sondern daß auch ein sehr großer Teil der mit Mühe erhaltenen Aufträge wieder annullier: wurde; seine- sei, durch wochen'.angeS Aussetzen der Arbeitet zum Zwecke der Dcuonstralionen für die verschiedensten An- lässe auch die Ausführung einiger Aufträge in den mewanischen Weikitätten unmöglich gemacht worden, iodaß ebenfalls Wiederab« bestellimgen nicht vermieden werden konnten. Obgleich es der Firma ielbst fraglich erschien, ob der Betrieb sich zu Lolomotiv- und Eisenbabnwaggonarbc'ien eigne, babe sie dennoch jeden nur denkbaren Weg e'Ngeichlagen. um derartige Arbeit zu erhalten, jedoch mit negativem Erfolg, da sich nicht nur Huilderte, sondern Tamende von F>rnren aui die Eis nbabn- lieierungen stürzen. Bnher sei die probeweise Reparatur einiger Waggons erzielt wo? den. die aber erst noch von der Eisenbahn- Verwaltung angerollt werden müßten. Mil direr Arbeit ließen sich auch keine 4000 Mann beschäftigen. Die Vermuiung, daß die Ein« Ichränlung des VclirebeS nur au» Rücksicht auf die Renlabilliät vorgenommen wurde, weist die Firina enrichiidei« zurück. Wir müsse-' zu dieser Enrgeguuua bemerken, daß sie den Ein- druck, den die Darstellung llniereS Gewährsmannes aus un« gemacht hol, nicht zu er'chütiern vermag. Der Gewährsmann ist kein Außennebender, wie die Firma zu verniutcn icheinl. iondern ein Mann, der den Betrieb und seine Eignung für eine eveni. Umstell ung aus andere ProdukllönSzweige durchaus sachgemäß zu be» urteilen vei steht. Der Textilarbeitcrverdand hält seine 18. ordentliche Generalversammlung in der Zeit vom 21.-26. Julr in Berlin ab. Dir Arbeitslöhne bei den städtischen Gaswerken Serli». Zu der unter obiger Ueberschrist von der Leitung des Gemeinde- arbeiterverbaicheS eingesandten, in der MontagabcndauSgab« de» .Vorwärts" veröfsentlichicn Zuschrift sendet un« Genosse Dr. Bruno B o c ch a r d t folgende Entgegnung: In der Notiz wird ausgeführt, daß die Arbeit der FenerbauS- und Vetriebsarbeiier so schwer ist. daß für sie bereits im Jahre 1907 der Achtstundentag eingeführt wurde, und weiter heißt et dann, daß diese Arbeiter jetzt, wo auch die leichteste Arbeit nur acht Stunden täglich dauern soll,.mit Recht" den Anspruch auf eine Bertiirzung der Arbeitszeit erheben können. Gegen diese» Urteil muß ich d-n schärfsten Einspruch erheben. Unsere Programms. tische Forderung de? Achtstundentages hat eine innere Berechtigung. obwohl gegen eine allgemeine rein schematisdre Durchführung sich mancherlei mit gutem Grund einwenden läßt. Ein« weitere Herabsetzung der Arbeitszeit aber darf nur in Frag« kommen, ent- weder wenn die Arbeiter zu Gunsten ihrer arbeitslosen Kollegen aus einen Teil ihrer Arbeitszeit und damit ihres Lohnes verzichten wollen, oder wenn die allgemeinen Verhältnisse sich so günstig ge- staltet haben, daß die Ergiebigkeit der Arbeit so stark gewachsen ist, daß an eine allgemeine Herabsetzung der Arbeitszeit gedacht wer. den kann. Gegenwärtig ist das letztere leider nicht der Fall, viel» mehr sind wir so verarmt, daß wir allen Anlaß haben, mit aller un? zu Gebote stehenden Kraft zu arbeiten,»m unser WirtschaftS- leben überhaupt nur vor dem Znsammenbruch zu retten, geschweige eS etwa wieder zur früheren Höhe zu erheben. Der von den Schichtarbeitern der Gasanstalten angeführte Grund für ihre Forderung dcZ SechSstundentageS entspringt lediglich einem völlig unsozzalistischen EginSmuS, der zwar menschlich begreiflich, in die- sein Falle aber um so mehr zu tadeln ist, al» er ohne jede Rücksicht auf daS Gemeimvohl geltend gemacht worden ist. Skchtniifl! Qblente der Krirgsgesellschafteu! An, Freiiag nachmittag 4>', Uhr sinket eine Versammlung der Vertrauensleute in de».WilhelmShallen" am Zoo statt. Vollzähliges Erscheinen dringend ersorderlich. Znöustrie und Kandel. Tie Börse. Die Börse war am Mittwoch anfangs fest, schwächte sich aber bald recht erheblich ab. Tie im Anfang erzielten, nicht unwesent» lichen Kursbcsserunyen gingen zum größten Teil wieder verloren. Auch der KurSmarkt blieb überwiegend schwach. Die deutschen An» leihen waren begehrt. Osstcrreichisch-ungarische Werte verkehrten bei sehr stillem Geschäft schwach. Rftcnnoortliti fh voltttt Cildi Snttott,'Perltn; für Ken Qfinpm teil de» J-lulic3 Ali»» etijol».''IfuI'Qn. für Nn�elgen ncobot ffllotft, Neri in flerlaa: Borträrls-'Neriug 0 m i> H.. Berlin Xrutf Sorirfltie.'KuifiKturteiei an« BcrlaßsonflaU Paul Sinaer a S» in iveclin. Llndentlrabe 3. Hierzu 1 Pcilage. ! Herren- I Geh- Pelzex AWERIHEIM Sporf-Pelze \ Jagd-und Auto-Pelze j In verschied. Farben, ���90 ���03 moderne Machafton ßLiB& W Herren-Anzüge 'n®ran"C>Ien',r®iin';c'18n �rdsn, hübsche Sport- �03 JOnglings-AnzQge ILS" ,, Jünglings-Ulster 135'* I AnienJsUt1B| Herren-FrSISilahrs-�aSetel eaßet ordentlich billg U miärben von Milii&rstoffen und Anzügen Umarbeiien in Bek leidung sgegen- srände für Damen, Herren und Kinder j Hen en Bekleidung- und Wäsche i aus zugegebenem Haierial Krawatten, Oberhemden, Kragen, Manscheiten und Vorhemden in großer Auswahl Hosenträger............. von an SeStwedenmiilzen Leder, m. 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