Jtr. 55. W. Jakrg. «pzagspretSi moKta.Z2äVa. frei ins Hau» oorausPchidal. Swzeir« KilmmerTZ 10 Soflbezug! lVcsnaiilch ija URt. ejO. Krüellirng». xedühr Kniet fltsui&anS kür DemsiS- i«t9 ir. Oes�rreich-Ungarn 5.S0 Kl. fftt da« üftnge«ussiant ä60 Mi. bei läglitb eiamoliaet.-fudcflictg T.BOSti. «äoitbciteUunqen nehmen rn DSn» nun. Holland Liqemdurg. Tidwedea MS die Schweix«ingetiagen ts d» Lo>>rei«i�te »«.LorwaaS' erichem» sochemüglich- «wetmtu.£onmtt£. Etoseu. Sfiegtarmi»Sdttffe ,8»ii*iD«aia(c«t«ieriaf*. Abend-Ansgabe. Verlinev Volksblatt. c Ivptannlo� AuzeiqenprriS: Die achlgcipallcne illoiwareMezoue iouel SV Psg.„»leine lUnseiflen", ha®'ettaedrutfie Won 40 t Massig 2 ieUgedruikie Worte). iSSei wmere Wori llv«fg. Siellengemchr und Echlassiellaianzeiflen da« erlie Wort SO Big.. leöe« wettere Worl 15«ig. Worte über 15 Luchttaden iäblci; für jaiei Sorte, ieuerunaejuicfilag Ä>°> Fannlien-Anzeigen. vollliiche und gewertichaitüttie t-eretn«-«»zeigen W«fg. die iieile. illnzeigeii'üt die rtüchiie JJummet mfliten bis 5 ihr nachminag? nn vaupigeichäsi Berlin SW.-ZS. llindonslrage B, atnegeben werden,©cüfjne!.'an 9 Uhr stich W 6 Uhr abend«. Zentralorgan der fozialdcmokratircben Partei Deut f Alands. Rcöaktion und Expedition: SW. HS, Linöenstr. Z. aerm'mchert Amt Morrnpla«. Nr. 15190—15197. Donnerstag, den SO. Januar 1919. Vonvärts-Verlag G.m.d. h., SW. öS, Linöenstr. 5, Fernsprecher: Amt Morttzplatt. Nr. 117 5Z— 51. Vorkonferenzen in Kern. Bern, LS. Januar.(Telegramm unseres Berichterstatters.) Am Mittwoch wurden die Vorbesprechungen fortgesetzt und zunächst die T a g u n g S z e t i des Internationalen SozialistenkongreffeS erörtert. Grumbach(Frankreich) regte eine Unterbrechung der Konferenz für Mitte nächster Woche an, da in Paris der Wilson- Empfang im Parlament und Ende nächster Woche der französische Genosienschafts'ongretz stattsände, bei dem Albert Thomas unen:- bchrlich sei. Endgültig soll über die Tagungszeit Ende dieser Worte entschieden werden. Die Mehrheit dürste für ununter- brochenes Durchtagen bis zum 8. Februar sein. Die Italiener senden als ihren Vertreter zum Sozialisten- kongreß L a z z a r i. Die Schweizer entscheiden Sonntag auf ihrem Parteitag in Bern über ihre Teilnahme an dsr Internationalen Konserenz. Sie wollten ihre Entscheidung abhängig machen von der Teilnahme Friedrich Adlers, der jetzt bekanntlich das Pahpisum erhalten hat. Von Montag an ragen neoen dem TozialisienkonUest auf Einladung von Iouhaux die Gewerischastsvertreter, später soll gemeinsam beraten werden. Zu, den, gewerkschaftlichen Friedenssorderungen hat der Leiter des internationalen' Arbeitsamts, Prosesior Bauer- Basel, Sind. Ausarbeitung dorgele�t, welche das Gewerkschafts- Programm von Bern und Leeds miteinander vergleicht. Ueber die t.e r r i t o r t a l e n Fr a g e n sollen die Vorbesprechungen beginnen, sobald. die iFxanzpsen und Erchionver zur Stelle sind. Ali wichtige territoriale Fragen haben angemeldet die Teutsch-Oefterreichgr die Südtireler, und die deutschböhmische Frage, die Deutschen die deutschpolnische Frage. Grimbach die Frage Elsaß-LothrwgenS. bei der auch über das Saarrevter und da? linksrheinische Pieuhen gesprochen werden soll, was sür die deutschen Vertreter keine Frage ist, eine Aufsafsüng, in der sie voraussichtlich mit der ganzen Konferenz einig sind. Die Ungarn rühren an das Tschechenproblem, die griechische Delegaiion bringt ihre Meinungsverschiedenheiten mit Türken. Albanern und Bulgaren zur Sprache, auch mit Jta- lienern und mit Engländern wegen ihrer Besetzung Cyperns. Kautsky berührte im Auftrage der indischen Revolutionäre das indische Problem.- Die englische Labour Party hat für die Aus- �eise aus England noch immer Pasischwierigkeiten. l£en Delegationen der beteiligten Länder wurde nahegelgt, daß sie sich schon m den Borbesprechungen über die strittigen terriioria- len Fragen zu einigen versuchen. Daß der Völkerbund sofort allen Stationen ofsensichen muß. wurde einmütig bejaht. Tie Ankunft der englischen Delegierten ist nunmehr endgültig auf morgen angekündigt._ die französische Kammer forüert schnellere Demobilmachung. Eine Resolution för den Achtstundentag. Bern, 30. Januar. Die französische Kammer erörterte am Dienstag die Zatrrpr0atlo» über schnellere Demobil- m a ch« n g. In der Debatte wurde eine Tagesordnung angenommen, in der t-ie Kammer die Regiernag auffordert, die not- »endigen Urlanbe, dl« sür das wirtschaftliche, kommerzielle»ad industrtrlle Leben nötig seien, z« gewähren. Die Regierang möge genaue Regeln ansftellea und sie der Militärbehörde auszwin» gen. Diese Tagesordnung wurde mit 4Lt gegen öö Stimmen angenommen. Am Schlnß der Sitzung brachte R e n a« d e l einen Resolutionsanttag ein, in Frankreich möge der Acht- stunde«tag und die englische Arbeitswoche eingeführt wetdrn. Die französische flnnexionspropagaaöa. Die HomanitS stellt fie als Heuchelei dar. Die.Human ite" stellt in ihrem Leitartikel die heuchle- rische Methode der französischen bürgerlichen Presse an dm Pranger, weiche in der Abficht, die streng katholische Bevölkerung El saß- Lothringens und her Rheinlande sür Frankreich zu gewinnen. plötzlich eine auffallende Borliebe für den Klerus an den Tag legt und sogar so weit geht, zu behaupten, daß die katholischen BochcS die wildesten Feinde oeS Kaisers und gleichzeitig die Freund« deS republikanischen Frankreichs gewesen seien Man habe offenbar vergessen, daß die deutschen Kollegen des Herrn Wetterls während deS Krieges als treue Anhänger deS Kaisers dargestellt wurden, toahrend man die deutschen Sozialisten gleichfalls wegen Bewilli- gung der Kriegskredite als Freunde des Kaisers denunzierte. Wie wolle man den Widerspruch lösen, daß diese angeblichen Freunde den Kaiser am 9 November stürzten und daß fie heute, wie x. B. �er Crzbischps von Köln, keine große Vorliebe sür Frankreich bezeigen. Jetzt versuche man plötzlich, den Katholiken in den besetzten Ge- bitten einzureden, daß die wahren Interessen der Ka- tholiken nur von der Laienrepublik Frankreich bewahrt wütchen. Der provisorische verfasiungsentwurf. Ter Entwurf einer provisorischen Reichsderfassung, den wir gestern veröffentlichten, verdient insofern allgemeine Zu- srimmung als er den Zweck verfolgt, die verfassungslose Zeit für Deutschland abzukürzen. Während der Enrwurs einer endgültigen Verfassung sorgfältig beraten werden muß, was vielleicht Monate in Anspruch nehmen wird, kann der pro- visorische Entwurf, der nur solange gelten soll, bis die end- gültig« Verfassung in Kraft tritt, von der National- Versammlung sofort erledigt werden. Die deutsche Republik wird dann eine Verfassungsgrundlage haben, die ihr zurzeit noch fehlt, sie wird dann erst gegen Konterrevolutionen von rechts oder links gesetzlich geschützt sein, und für den �weiteren Ausbau der Verfassung wird wenigstens ein Notgerüst gegeben sein. Die im provisorischen Entwurf vorgesehene sofortige Wahl eines Reichspräsidenten dient zur weiteren Festigung der Verhälmisse und erhöht die Verhandlungs« sähigkeit der Republik nach außen. Daß der Präsident von on.'NatioNalverscnmnkung und nicht in direkter Volksab- stimmung gewählt werden soll, witd vielen synipatlüsch sein, weil d'e direkte Wahl durch das Volk dem einen Mann eine zu ftptfe Machtposition-gibL und Wicht zu Könflikken mit der gleichfalls in direrttt.Volkstoahl gewählten Volksvertretung führen kann.' V Weniger angenehm berührt wird man aber davon sein, -daß der alte Bundesrat in der Form eines„Staaten- ausschnsses" wieder aufgerichtet werden soll, denn darum und um nichts anderes handelt es sich. Dieser neue Bundes- rat erscheint zwar nicht mehr als Vertreter landessürstlicher Gewalt, er kann aber auch nicht als eine rein demokratische Einrichtung angesehen werden, da erstens die Regierungen der Einzelstaaten noch nicht mit den einzelstaatlichen Volks- Vertretungen in sicheren Einklang gebracht sind, und da zweitens � die Verteilung der Stimmen den Bevölkerungs- hlen nicht entspricht. Wenn aber die unabhängige Presse r sozialdemokratischen Regierung wegen dieser geplanten Wiederbelebung des Partikularismus Vor- würfe macht, so ist dagegen zu bemerken, daß die stärkste An- regung dazu offenbar gerade vom unabhängigen Minister- Präsidenten Bayerns ausgegangen ist und dqß sich die Berliner Zentralregierung den an sie herangetretenen Anre- (jungen nur notgedrungen anpaßt. Damit soll nicht gesagt werden, daß der partikularistische Geist nur bei� den Unabhängigen zu finden ist, denn das würde den Tatsachen widersprechn. Wer die ganze bisherige Entwicklimg der Verfassungsangelegenheit verfolgt hat, der hat mitunter das Gefühl, als ob durch die Revolution zwar die Kronen gestürzt, aber die Zipfelmützen noch nicht gasiz he- seitigt wären, und als ob man sich nicht darüber klar wäre, daß es ein deutsches Volk gibt, dessen Gesamtintertzsse den SpezialWünschen der Bevölkerung einzelner geschichtlich gewordener Gebilde unbedingt vorangehen muß. Es wird auf scheinpopuläre Neigungen etwas zuviel Rücksicht ge° nommen und überselren. daß es im Gründe keine populärac? Losung gibt als die Schassung einer-einheitlichen oemokrati- schon Republik. » ' Die Sitzung der Vertreter der Einzelstaaten, die heute bor- Mittag im Reichsamt deS Innern stattfinden sollte, um über den gestern von uns verössentlichten veränderten provisorischen Ter- faffungsentwurf erneut zu beraten, ist bisher nicht zusammen- getreten, vermutlich, weil einzelne Mitglieder bisher nicht von den finanzpolitischen Beratungen aus Weimar zurückgekehrt waren. Truppen nach Sremea- Die Reichsregierung hat sich geuöttat gesehen, zur Wieberher- stellung geardneter Zustände in Bremen eine Truppenabteilung dorthin zu ratseuden. Dl« ersten Truppeuzüge sind bereits beiBremru ringetrasseu. Die Stärk« der für derartige Zwecke bereitgestellten Truppen erfährt infolge des starken Zustromes von Freiwillige» keine Bermiabernng. �rauerseier mit Taazvkrgaügrn. Dos ist die neueste sparta- ftichche Leistung. Am 26. Januar stellten die Anhänger der Spartakisten und unabhängigen aus der Zeche„Teutoburgia in Holthausen bei Castrop die Arbeit ein und demonstrierten als Traurrkundgebunq für Lieoinech: und Rosa Luremburg. Anschließend vcranstaiteie man dann einen Festball, wo die trauernden Spartakisten bis zum frühen Morgen trästia das Tanzbein schwangen.— Vielleicht kennzeichnet dieser kleine Zug mehr als vieles andere die in ge- wissen Köpfen eingerissene Begriffsverwirrung. Demokratie unö Nätespstem. Von Friedrich Stampfer. Für morgen vormittag ist eine Versammlung aller Arbeiter- und Soldatenräte Groß-Berfins angesagt, in der über das Thema:„Rätesystem— Nationalversammlung— Verfassungsentwurs" debattiert werden soll. Die Streitfrage: „Demokratie und Rätesystem" ist damit wieder aufgerollt. Wir Sozialdemoki aten müssen uns von vornherein dar- über klar sein, daß wir überall, wo sich etwas der Demokratie entgegenstellt, gebe es sich noch so Proletarisch, revolutionär und sozialistisch, unsere Stellung bei der Demokratie einzu- nehmen haben. Wir werden uns auch nicht durch die Redens- art einsangen lassen, das Rätesystem sei ja gerade„die echte Demokratie". Die echte Demokratie ist das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahl- und Stimmrecht als Grundprinzip des gesamten öffentlich-rechtlichen Lebens, wie es in den Wahlen zu den Nationalversammlungen verwirklicht worden ist'und bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen dem- nächst verwirklicht werden• wird. Die sozialdemokratische Progrämmforderung des allgemeinen Wählrechts für alle'über Zwanzigjährigen ohne Unterschied des Geschlechts wird damit zur resttössn Durchführung gelangt sein. � Demgegenüber hdreti wir das Schlagwort:„Die A.- und S.-Räte sind die einzige Errungenschaft der Revolution." S» können nur Leute sprechen, denen die volle Demokratisierung unseres öffentlichen Lebens nichts ist usid die damit unser sozial- demokratisches Programm vergessen haben— sofern sie es über- Haupt jemals kannten. Die große Errungenschaft der Revolution ist die Umwandlung deS monarchistischen Obrigkeitsstaates in eine demokratische Republik, die in dem Maße sozialistisch sein wird, wie die Mehrheit ihrer Bevölkerung die Not- wendigkcit des Sozialismus erkennt. Wer die Demo- kratie gefährdet, der gefährdet die Er- rungenschaften der Revolution. Sowenig wie ein Reichskongreß der A.- und S.-Räte die Nationalversammlung, kann ein lokaler Volksrat die kommu» nale Demokratie- ersetzen. Die Unabhängigen, die mit dem Rätesystem kokettieren, fordern zugleich die K o m- munalisierung der Polizei. Sobald aber die kommunale Polizeigewalt auf die demokratische Gemeinde- Verwaltung übergeht, hört der„Vollzugs rat" aus, Vollzugsrar zu sein; die vollziehende Gewalt liegt dann ganz offenbar nicht m seinen Händen, sondern in den Händen der Kommunalvertretung. Diese kann aber wiederum, solange wir em einheitliches Reich bilden wollen, ihre Vollzugsgewalt nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen ausüben, die von den Volksvertretungen des Reiches und des Staates er- lassen werden. So folgt eins aus dem anderen, und lückenlos schließt sich der demokratische Aufbau der Republik von der klemsten Lokalverwaltung bis zum allgemeinen großen Ganzien. In diesem System bleibt für Arbeiter- und Soldaienräte als Inhaber der politische»! Macht kein Raum. Die Mitglieder des A.- und S.-Rats sind wie alle anderen Bürger der demokrattsä)sn- Republik den allgemeinen Gesetzen unterworfen. Als ausführende Organe können sie nur so- weit in Betracht kommen, als sie dazu von den eigentlichen Staatsorganen herangezogen werden.. Die Rate können nur fortbestehen als Selbstverwaltungs- körper der Arbeiter und der Soldaten im Rahmen der be- stehenden Gesetze ohne unmittelbare politische Macht. Ihr Tätigkeitsfeld liegt auf dem Boden der B e r u f�s organi- satton, die freilich fiir beide Kategorien sehr Verschiedenes darstellt. Im neuen Teutschla»»d wird es sehr wenige Soldaten und sehr viele Arbeiter geben, es ist darum nicht möglich, auf die Dauer mit Arbeitern und Soldaten wie mit zwei gleichen Hälften zu operieren. Soldatist, wernochim Dienste d.tzs Reichs Waffen trägt, die andern sind Kriegs- teilnehmer, d. h. in den meisten Fällen wieder Arbeiter. Daß die Waffenträger des Reiches sich kraft ihrer Gewalt über die Demokratie erheben ist eine ganz unerträgliche Vorstellung. Das wäre Minderheitsherrschast, Militärherrschaft in schärfster Form und das Gegenteil des gesunden Zustande?, bei dem der Waffen tragende Mann Dimer der Allgemein- heit, nicht ihr Herr ist. Der Soldat, der sich gegen die Demo- kratie erhebt, ist ein M e u t e r e r in viel schlimmerem Sinne als vordem in alter Zeit, denn er mißbraucht die Waffe, die ihm das Volk gegeben hat, um g e g e n den Willen des Volkes zu rebellieren. Ander? steht es mit den Arbeiterräten. Sie sind keine gesetzgebende und vollziehende Macht im Staate, aber sie üben 9 «inen starken Einfluß auf die Produktion. Kein freier S kann den Arbeitern der verschiedenen Betriebe die Wahl von Ausschulen verwehren, keiner kann ihnen verbieten, sich Rä zu nennen und mileinander in Verbindung zu treten. D Arbeiter werden, in welcher Form immer sie sich organisieren, eine große Macht im wirtschaftlichen Leben bleiben. Auch die Tätigkeit der Arbeiterräte kann nur auf Wirtschaft- lichem Gebiet liegen. Ist das einmal erkannt, so ergibt sich zwischen den Ar- beiterräten der Textilfabriken, der Maschinenfabriken, der chemischen Industrieunternehmen von selbst ein besonders enger Zusammenhang. Um auf ihrem eigensten Gebiet wirksam arbeiten zu können, werden sich die Arbeiterräte g e- werkschaftlich gliedern müssen. Anders ist die Sache überhaupt nicht zu machen, denn gerade wenn man die Sozia« lisierung der Betriebe als die eigentliche Aufgabe der Ar- beiterräte betrachtet, so wird es bald klar, daß man nicht die Textilfabrik A sozialisieren und die Tertilfabrik B unsozial!- siert lassen kann, daß man nicht die Maschinenfabrik C nach anderen Grundsätzen sozialisieren kann als die Maschinen- J'abrik D. Sinn kommt in das Ganze also erst, wenn sich die lrbeiterräte gewerkschaftlich sammeln und ordnen, alles was zuvor geschwebt, ist glatter Unsinn. Die Sozialisierung kann sich ferner, wenn sie nicht zum tollsten Wirrwarr ausarten will, nur im Nahmen der allge- meinen Negeln bewegen, die für sie durch die Demokratie er- lassen sind, und die Arbeiterräte können dabai nur die Funktion ausüben, die die Gesetzgebung ihnen zuweist. Die Ge- setzgebung wird, wenn sie sozialistisch ist, von dem Grundsatz ausgehen müssen, daß die Betriebe in den Besitz der All- gemein hei t zu überführen sind, nicht in den Besitz der Arbeiter, die der Betrieb in diesem Augenblick gerade beschaf- tigt. Ein anderes Verfahren wäre keine Sozialisierung. son- dern nur Umwandlung des Betriebes in eine Produktiv- g e n o s s e n s ch a f t. Nun mag es sein, daß den Produktiv- genossenschasten trotz aller schlechten Erfahrungen, die man in früherer Zeit mit ihnen gemacht hat, ein Stück der Wirtschaft- lichen Zukunft gehört— niemals aber wird in einer wirklich sozialistischen Gesellschaft es den Arbeitern eines Betriebes gestattet sein, mit ihm wie nnt ihrem privatkapitalistischen Eigentum mmzugehen. Niemals we-den sie sich der regelnden Gewalt des in der Demokratie verkörperten Volksganzen ent- ziehen können. Damit ist ein möglichst klares und ungeschmiiktes Bild der Zukunft gegeben, die den'Räten unter der Demokratie bevorsteht. Entweder sie müssen sich ihr unterordnen und in sachlicher Erledigung ihnen anvertranter Denifsange- legenheiten ihre Existenzberechtigung erweisen, oder sie müssen gegen die Demokratie denKampfaufLechenundTod ausnehmen, sie müssen die Demokratie zu vernichten bestrebt sein, um das russische Rätesystem an ihre Stelle zu setzen. Richard Müller, der erklärte, nur über seine Leiche gehe der Weg zur Nationalversammlung, der die zwene Revolution prophezeit und jeden, der nicht aus das Rätesystem schwört, aus der Partei der Unabhängigen ausschiießen will, ist konsequent. Daneben sieht man viel schwankende Gestalten. Für einen Sozialdemokraten aber kann es da kein Schwanken geben. Das sogenannte Rätesystem, als System der p o l i t i s ch e n Macht der A.- und S.-Räte, ist die Verneinung unseres sozialdemokratischen Programms, das sich aus dem Prinzip der Demokratie aufbaut. In fünfzig Jahren des Kampfes und der geistigen Arbeit, in allen inneren Kämpfen, die wir geführt haben, ist uns niem«ss.der Gedanke gekommen, daß es einen anderen Weg zum Sozialismus geben könne als über die demokratisierte Gemeinde, den demokrati- sierten Staat, das demokratisierte Reich. Und jetzt sollten wir diesen von der Revolution geöffneten Weg verlassen, um einen anderen zu beschreiten, der sich in der russischen Praxis als ein verhängnisvoller Irrweg erwiesen hat? Die Sozialdemokraten in den Räten können an der poli- tischen Macht teilhaben als Bürger der Republik, als Mit- Der verzweifelte. Bon Solomon D e in b i y e r. Jeden Tag sah' ich ibn, in danken de, funken, durch die Ltiatzen Amsterdams wandeln. Er iah sich nie noch den Menschen um und machte den Eindruck, als ob er ein ichweres Gebeimnie mit sich herumtrüge. Meisten» ging er, deu Blick nach oben ge- richte», al» suche er etwa» in den Wolken. Er war miitelgrotz und schmal. Sein Gesicht war bleich lind klein und von seinen Linien durchzogen. In den halb eilvscheneri Augen strahlte dennoch ein eigenartiges Feuer, ober fie blickten so Ktgftlich in die Welt, daß mein Znteresie für den Fremden rmme, größer wurde und ich beichloß, seine Vcloiiiuichofi zu machen. Ich konnte nichts andere« über ihn e» fahren als daß er ein in sich gelehrter, schweigender Mensch sei und von den Schlachtfeldern an der ruifischen Front komme. Da» ihm verovlaßt Halle, hierher zu flüchten und was er hier vornehmen wollte, wußte mir nieniand zu sagen. An einem Sonnabend folgte ich ihm langsam, Schiit» für Schrilt. von Straße zu Straße. b'S er an der Amnelbrücke Halt machte. Er lehnte sich über da» Geländer»md blickte in» Wasicr, in der sich die letzten Strahlen der uutetgchendeu Sonne spiegelte». Ich trat, wie sslbsiver�ändlich, an seine Seite, so daß mein Ell- bogen ihn berührte. Er drehte sich um und betrachtele mich mit einem Blick, der mich schauern ließ. Dana begann er mit schwe«er, tiefer Stimme zu sprechen: »Ich weiß, daß Sie mir seit einiger Zeit folgen... Sie sind neugierig, wie alle Menschen... Ich weiß auch, daß Sie Schriflsteller sind! Sie sollten olle Ihre Bücher zerreißen oder verbrennen und Ihre Feder m Stücke brechen, denn Sie sind Lügner, wie all« Meitjchen... Was wissen Sie von dieser Zeit k... Wie k«' Ich vermochte seinen finsteren Blick nicht länger zu«tragen und erwiderte beschämt: »E» ist«ine schlimme Zeit... Wir haben Krieg!* »Nun sehen Sie rief er plötzlich laut und erregt, während seine Lugen Feuer spien, und er mit seinen bleichen, schmalen Händen nach seinem Kopf griff...»Ich wußte ja. daß Sie keine Ahnung haben... Krieg— sagten Sie l... Haha l Das sagen die anderen alle auch! Aber wa» bedeutet Krieg?! Wetttt alle» Wasser Tinte wäre, da» Himmelszelt lauter Papier, die Zweige an den Bäumen Schreibseden, und alle Menschen Scbrisisleller,— auch dann wäte es nnmöglich zu schildern, wa» Krieg ist!'', Er schwieg, um Atem zu holen. Sebweißtropien rannen ihm von der Ptirn. Gr betrachte»««uch eine Weile, wie ich hiljlos und ' glieder der Partei, als Volksvertreter und öffentliche Funk- tionäre in Reich, Staat und Gemeinde. Sie werden sich nie dem Verdacht aussetzen, sie stellten ihr Sonderinteresse über das Interesse der Allgemeinheit und wollten Machigelüsten frönen gegen den Willen des Volkes und gegen die Gesetze � der Demokratie. Die Räte find ein Werkzeug der Revolution, deren Zweck es sein mußte, die Macht in die Hände des ganzen Volkes zu legen. Wenn sie ihre Mission so aus- fassen— aber auch mir dann— werden sie vor Volk und Ge- schichte ehrenvoll bestehen. Der bolschewistische Imperialismus. Ei» schwedischer UnabhängiAcr gegen die rassische» Bolschewiti. Dr. Erik Heden, einer der Führer der schwedischen Unabhän» g-gen schreibt»Politiken" über das Thema Bolschewismus und i Imperialismus u. a. da? Folgends: Man hatte prophezeit, daß die Entente nach dem Tieg über die � Zentralmächts in eine heilige Allianz des Kapitalismus umgewan- ! Selt werden würde, die genau wie die alte heilig« Allianz alle revo- j lutionären Bewegungen, wo immer sie dann noch aufträten, nieder- schlagen würde. Besonders war man absolut sicher darüber, daß i sie einen großen Krcuzzug gegen die russisch? Revolution unter» j nehmen würde. Diese Voraussage ist nicht im geringsten einge- : troffen. Kein gegenrcvolutionäres kriegerisches Unternehmen ist, ' soviel man weiß von der Entente eingeleitet worden. Jetzt wird von der endgültigen Einstellung jedes militärischen Vorgehens gegen | die Bolschcwisten gemeldet. Aber während die immer noch verleum- detc und verachtete Entente sich weigert, sich gewaltsam in die inne- ren Verhältnisse anderer Länder einzumischen, gibt eS ein anderes Land, das die» um so eifriger tut, nämlich daS revolutionäre Ruß- land, die bolschewistische Sowjetrepublik. Bekanntlich ha! fie kürzlich eine bewaffnete Invasion in die eben fteigewordenen Staaten Estland und Lettland unternommen. Die Bolschewisten wollen diesen ihren Krieg als einen De- freiungskrieg betrachtet wissen, genau wie die Deutschen ihren Ein- fall in Belgien. Man behauptet, daß das estnisch-lettische Brote- tariat sich gegen sein«, bürgerlichen Unterdrücker erhoben und die Bolschewisten zu Hilfe gerufen habe. Es ist zwar schwer, völlig zuverlässige Angaben über die früheren russischen Länder zu be- kommen. Aber so viel scheint doch sicher, daß diese bolschewistische Behauptung absolut unbewiesen und- sehr unwahrscheinlich ist. In Estland hat laut allen vorliegenden Angaben nur ein unbedeu- tender Teil des Proletariats die Partei der Bolschcwiki ergriffen. In Lettland schrint ihre Anhängerzahl etwas größer zu sein. Aber auch dort weiß man nicht, ob sie die Mehrheit des Proletariat» darstellen, und daß sie die Mehrheit des Volks sein sollten, wagen die Bolschewisten selbst nicht zu behaupten. Hätten die Bol- schewisten in den genannten Ländern die Mehrheit des Volkes hinter sich gehabt, so hätten sie garnicht zu den Waffen zu greifen brauchen, denn Eftland und Lettland haben jetzt— zum ersten Male in ihrer langen llnterdrückungszeit— eine vollständig demokratische Verfassung erhalten. Aber vielleicht hat die demokratische Mehrheit die proletarische Minderheit dort so hart wie in Finn- land unterdrückt? Nichts deutet darauf hin, im Gegenteil hat die erwähnte Mehrheit sich bereit erklärt, sofort mit der Frage aufzir- räumen, die seit Jahrhunderten die ärgste Landplage der Ostsee- Provinzen war, die Frage deH adligen Güter. ES ist also eine vielversprochene demokratische und soziale Entwicklung in ein paar der meist geplagten Länder der Welt, die durch den Einfall der Bol- schewisten unterbrochen wird. In der Tat haben die Bolschewisten, allern unter allen Völkern der Welt, sich dafür ausgesprochen, ihre diktatorische Gescllschastv- ordnong durch Gewalt ausbreiten zu wollen. DaS wirst ein neue» Licht auf ihre lebhafte Proklamierung des SelbstbesiimmungS- rechtes der Nationen in Vrest-LitowSk. Nur wenn Deutschland zum heuchlerischen Zweck sie dazu zwang, haben fie sich zu diesem Prinzip bekannt.. Sonst haben sie dieses Prinzip ebenso gründlich verletzt, wie irgendein kapita- listischer Staat. beschämt vor ihm stand, dann drehte er sich veiächttich um und lenkte seine Blicke nach der Stelle, wo soeben noch die Soniie ge- schienen hol und jetzt nur rote Sireiirn ihre Spur and> uieten Dann fuhr er langsam und tubig in seiner Rede fort, aber seine Stimme klang weicher: eine Welt voll lieien Leid« tönte a,,» ihr. Bon seinen bleiche« Lippen löst« sich klangvoll Wort für Wort: »Sehen Sie, dieie Drücke ist der Mittelpunkt der Welt... Ich waite noch rne Woche oder einen Monat... Aber ist es auch dann noch nicht zu Ende, dann lege ich eine Bombe auf diese Brücke, um die ganze Well in die Lust zu lvrengen... Sie weiden mein Zeuge sein, daß bevor>ch meine Tai vollzogen, ich die Sonne angeklagt habe, die io schamlo» und gefühllos auf diese» Getväner nicdetstrahlt, obwohl sie weiß, daß dteie Fluten kein Wasser find, sondern an einem einzige» Tage vergossene Tränen von Müttern, Mädchen und Kindern...." Schausplelhavs: hölö erlin vsa Walter Eiülitz. Das dilettantische, seit Kriegsbegimr noch tiefer gedrückte Durchschnittsnivcau der Novitäten wird in diesem Hölderlin- stück noch erheblich unierschritien. Endlos dehnten sich die paar Stunden bis zum Fallen des Vorhanges nach dem neunten Bilde. Ter Verfasser, der sich im Lauf des Abends einmal zeigte, hat ein so jugendliches Aussehen, daß man ihm diesen AuZslug in die Poesie nicht übelnehmen, ja daraus kaum Schlüsse wider die Möglichkeiten einer weiteren Entwicklung ziehen darf. Er hat sich cm den Dichtungen des hochgesinnten armen Hölderlin berauscht und glaubt, diese Stimmungen, die er so leb- hast empfand, mit Szenen aus des Dichters Leben untermischt, auch andern mitteilen zu können— ohne jede Vorstellung von den Be- dingungen der Bühnenwirkung.. Nicht daß er selbst sich täuscht, daß andere diese Illusion teilten, ist wunderbar. Die reizvoll farbige dekorative Bildersoige intimer Räume und Landschcriten, die Hans Kaulsky beigesteuert, ließ im Kontrast die Farbwsigkeit des Textes nur noch auffälliger hervortreten. Zu irgendwelcher Art von wirklicher Entwicklung fehlt auch der leiseste Ansatz. Naw einigen Situationen, die da» BerhältniS de? überschwenglichen Schwärmers zu semer Diotima, einer jungen Franisurlrr Patrizierfrau, flüchtig iiizzteren. hört man. daß er aus einen rettenden Brief Schillers verveblich wartet. Dann kommt ein Wahnsinnsausbruch, ein Schneegestöber, daS den einsamen Wanderer in den Bergen begräbt, und eine weibliche Erscheinung, Diotima, die in längeren Reden dem Sterbenden, so glaubt man. Tröstung spendet. Die Sache scheint zn Ende. Aber der Autor hat eS anders beschlossen. Mußte nicht Hölderlin sich lange Jahre im Irrsinn hinschleppen und hat der Zuschauer nicht ein Recht darauf, davon einiges zu erfahren? Sie wird der Held uns noch in einem wüsten Hafenviertel von Bordeaux, wo er eine Stelle ange- nommen, unter leider ganz farblos uninteressanten Spitzbuben und Dirnen und zu guter Letzt in einer Art von Sanatorium im Gespräch Die Kämpfe im üeutscken Osten. Blomberg, 30. Januar.(Amtlich.) Am LS. Januar wurden Grünthal, Wunschheim und Samotlensi von unseren Truppen genommen. Zwei Maschinengewehre. Gewehre und Munition wurden eingebracht. Libau nicht von Solschewisten besetzt. Tanzig, 30. Januar. Die Nachricht von der Räumung L i b a u s bestätigt sich nach Meldung des Gouvernements Libau nickt. In der Stadt herrscht völlige Ruhe. Die Lage an der Front kann mit Zuvcrsicht betrachtet werden. Tie unwahren Nachrichten von der Räumung Libaus sind höchstwahrscheinlich ab- sichtlich verbreitet worden, um den Nackschub von KriegSmateri.tl and Truppen nach der Front zu unterbinden Der Duüapester Brbeiterrat gegen üie Kommunisten. Budapest, L9. Januar.(Meldung des Ungarischen Telegr.» Büros.) Ter Arbeiterrat hielt Dienstag abend eine Sitzung ab. in welcher folgender Antrag mit allen gegen 13 Stimmen an- genommen wurde: 1. Die Anhänger der Kommunistenpartei werden aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen und. wenn sie die Ordnung stören, auch aus den Gewerkschafte». Dem Arbeiterrat können fie nicht angehören. 2. Die Regierung möge mit den energischsten Mitteln gegen- revolutionären Bestrebungen entgegentreten und die Führer der Gegenrevolution und alle Schuldigen des alten Systems mit un- barmherziger Schonungslosigkeit vor Gericht stellen. 3. Die Regierung möge auch den Preistreibern, Ketten- Händlern und Warenversteckern gegenüber die s ch o n u n g s» losesten Mittel in Anwendung bringen. Intensive Arbeit öes Zentralrats. Weitere lKesen entwürfe in Sicht. Berlin, 8V. Januar. Am 28. Januar»ahm der Zentralrat einen Bortrag drS StaatSsrkrctärS K o r t h über dir wirtschaftliche Lage entgegen nnd beriet über den Entwurf einrs Gesetzes über die vorläufige Reichsgrwalt iVrrsasinngscnlwurf). Am 20. Ja- nuar verabschiedete der Zentralrat eine Vorlage über Aenderunzen der Militär st rafgerichtSordnung und ein Gesetz über Schädlingsbekämpfung. Er beschieß ferner über dir Er- srtzung reaktionärer Beamter durch andere vom frriheit- lichen Grift durchdrungenen Prrsönlichkeitrn mit den Volksbranf- tragten Riicksprachc zu nehmen. Die SozialisirrungS- kommiffion erstattete dem Zcntralrat in gemcinfamrr Sitzung Bericht. Es wurde festgestellt, daß die Kommission dauernd gegen goße Widerstände anzukämpfen hat, deren B e f.e i t i g u n g der Zentralrat für dringend erachtet Außerdem wurde eine Fülle von Eingängen erledigt. Die Württembergische Regierung zu? Iort- führüng üer Geschäfte beauftragt. Stuttgart. 30. Jonuar. Tie Verfassunggebende Lcntdes- Versammlung hat in ihter gestrigen Sitzung m t 102 gegen 24 Stimmen den Antrag der Teutsckdcmokra i sehen Partei, de» Zentrums und der Sozialdemokraten angenommen, worin die provisorische Regierung, die ihre Aemter zur Per- fügnng gest-llt hatte, beauftragt wird, die Geschäfte weiter- zuführen._ Die französischen tzanöelskammern für fiufrechterhaltung öer Slockaöe. Bern, 28. Januar. Eine Pariser Konferenz der Borsitzenden der französischen Handelskammern, der auch d'e eis rß- lothiingischen Handelskammerpräsidenten beiwohnten, nahm e n- stimmig eine Entschließung an. daß Frankreich die Handelt« f r e i h e i t wieder einführen, jedoch dabei die Ausrecht- erhaltung der Blokade berücksichtigen solle. Verlangt wird mit der berühmten Bettina vorgeführt. Herr Eule bemühte sich um die Titelrolle, Agnes E t r a u b, soweit wie irgeuo möglich individualisierend» um die der Diolima. 6t. Der Maler öes glücklichen Heims. Es gibt wohl.keine Familie und kein Heim in ganz Europa, die einem grasen Puhlikuui besser bekannt wäien. als Heim und Familie des schwedischen Malers Karl Larsson, dessen Tod jetzt fcmeldet wild. Letrsson gebärt in der Geschickte der schwedischen Kunst zu den Meistern, die in den 80er Jahren den Jmpressionis- mus aus Paris nach ihrer Heimat brachten; aber er ist dabei nur eitisr imler fielen. P.cive e�r�i�-nri'on t'rifynq p-wlirsf er sich als der unermüdliche warmherz'ge Schilderer des Familien- glüelS. Seine Erleb« s,« hat er in zwei p.aaiipeu JlluilraltonS- werken.Mein Heim" und.LaessonS" festgehalten, die in ganz Europa Entzücken erregten. Bei irnS in Deutschland sind seine dessen Aguarelle und Zeickniinpen in einem der bVigen.Blauen Bücher" des Verlages Kerrl Rrbert Laneewiescke unter dem Titel „DaS Haus in der Sonne" dereinigt und haben sich crus dem deut» schen Familientüch neben den Bildern Richter? eingebürgert. Wie Larsson zum.g'.ücklichsten Menschen" und zum Maler des HanleS wurde, hat er selbst in der Einleitung zu seinen Büch'rn erzählt. DaS war, a's er in einem französischen Dorfe seine spätere Frau kennen lernie, Karin Bergssö, die ebeniallß als Malerin ihre Studien machte. Die klaren, farbenssrohcn und dabei innig beseel» ien Bilder, die Larsson nun von seinem Heim und von der rasch wachsenden Kinderschar malte, hatten ein anderes Vorbild als seine früheren impressionistischen Werke...Tie schwedischen Baucrnmater aus dem Ende des vorigen' Jahrhunderts find eS, die mir, ick gestehe eS offen ein, a's Voebild dienen. So ein tiefes, ernstes Gefühl, gepaart mit einem so drastischen, gesunden Humor! Und welch ein nationales Stilgefühl!" Auf dieser bodenständigen Grundlage ist Larssons Kunst erwachsen. Nottzen. — Ein.Werkbund geistiger Arbeiter' hat sich in Hamburg gebildet. Er hat die im Kulturleben der Slodi be» voi tretenden P�riöolichkeilen aus dem Gebiete der Künste und der Wisienschutten vereinigt aut ein Programm, da? nickt nur ein »ultuipre>gramm. sondern zugleich ein politische» Pro iramm ist. — Eine Kalenderreform, wie fie in Detztschlemd schon lange vorgeschlagen war, wird von französischen Gelehr- ien der Friedenskonferenz vorbereitet. Um den Kalender zu ver- einfachen, wird die Annahme von ein oder zwei Zuschlagstagen .«ttißerhalb deS Jahres" vorgeschlagen, je nachdemi eS sich um ein normales Jahr oder ein Schaltjahr bandelt. Auf diele Weise würden die Vierteljahre alle gleichmäßia 91 Tage erhellten und auf dieselben Daten dieselben Tage entfallen. Dieser neue Ka- lender würde eine groüe Ersparnis im Rechnen und Berechne» der einzelnen Tage mit sich bringen.. � die fceoänfHgung des englisch-franzöfischeu ZluStauschhandels durch Zolloergünftigungeu und Einführung eines Zuschlages auf alle aus Teutschland in die Errienteländer eingeführten En- zeugniffe. Das linke Rheinufer solle zum Schutze Frank- u-ichs gegen neue Angrisse in einen autonomen Staat um. gewandelt werden, der durch wirtschaftliche Verträge mit West- ruropa verbunden ist und bis zur Erfüllung der Friedensbedin- gungen, an deren Ersüllung da? linksrheinisch« Gebiet als mit- verantwortlich am Kriege auch teilzunehmen habe, rnili- tärifch besetzt bleiben soll. Nach der Besetzung soll das Land unter französischem Protektorat bleiben oder, fall? die Be- dolkerung es will, Frankreich oder Belgien angegliedert werden. Landau und das Saarbecken soll an Elsatz-Lothrrngen fallen. » fiönrrd v. Schroöer unter Nlorüanklage. Ter �entralrat der Marine verlangt sofortige Verhaftung In einem Schreiben an die Bolkkregierung verlangt der Zentraltat der Marine die sofortige Verhaftung des Kommandie- rcnden Admiral des B'arinekorpS v. Schröder, des Geheimen MarineoberkriegSgerichtsrateS Köster und deS Korvettenkapitäns Li e g e n e?. Gegen die gerannten Lffizlrre soll die Ankiage er- hoben trericn, da Atmiral Schröder, wie es in dem Schreiben an die Bolksregierung heißt,„eigenmächtig übereilt, und obwohl er vom Großen Hauptquartier von dem Amnestieerlaß über polttistie V.rbrecien Kenntnis haben mußte, die Erschießung yrri-r Matrosen dringend befohlen und mit allen Mitteln herbei» gesurrt habe'". Leber die Vetsehlungen, die Admiral v. Schröder zur Last ge'eät werden, erfahren wir aus den Akten folgendes: Am 2l. Oktober lSHS wurde b~r Obermatrose Franz Scheyka bo-i der 10. Kompagnie. L. Bataillon des 1. Matrosenregiments auf der Strafe Sf.abrug— Aardenburg. 100 Meter von der bollä idischen Grenze, festgenommen. Am 4. November fand gegen Scherka in Wachtepeie unter dem Vorsitz des Korvettenkapitäns Regener die Verhandlung wegen Fahnenflucht statt. Es wurde Scherka zur Last gelegt, daß er. ans Posten vor dem Feind stehend, über die holländische Grenze habe entfliehen wollen. Das G riebt verurteilte Scbevka in dieser Verhandlung wegen Fahnen- flucht zum Tode, und das llrteii wurde durch den Marine-Ober» kr egsgerichtSrat Köster dem Kommandierenden Admiral des Marinekarvs vo gelegt d'r am 7. November verfügte: .Ich htlte die sofortige Strafvollstreckung zur Au'rech'erhaltunp der Manneszucht für nötig." Sibe�ka machte darauf ein Gnadengesuch, das von seinem Ke nvagnicsührer, Oberleutnant Teplin. unterstützt wurde. D'eseS Gesuch wurde vom Gericht des 1. M. R. nicht befür- wartend weitergegeben. Darauf ersolgte s lgender telegraphischer Befehl: „Der Kcmandierevde Admiral benehlt. daß die Exekution beute unverzüglich durchgeführt wird. Weitere Er- nittlungen oder dergleichen sollen nicht mehr stattfinden. gez. Frank Lindueim. Major." Am 9. November wurde Schepia mittags beim Gericht des Mt.r:n«lorps standrecbtlich erschossen. Am 10. November liesen van Admiral Schräder zwei Telegramme ein: „Ich habe van der Erkläruna de? Verurteilten vom 3. No- vember am Nacbmittaa des 8. Ncdrmter Kenntnis genommen und am 9. November sie sosortipe Vollstreckung durch die Kom» Mandant ur St. Nikalaas ohne Rücksicht auf das Gna» dengesnch des Verurteilten oder sonst etwa ein» gehendes Gnadengesuch mündlich befohlen, da mit Rücksicht auf wankrrde Ttsz'xiin und die zahlreichen Desertionen in letzter Zeit, inSb. sendete beim Matroienregiment 1, ich die sofortige Vollstreckung zur AusrechterhaUung der Manneszucht für nötig gehalten." DaS zweite Telegramm lautet: „Ter GericHsberr der 1. M.-D. war durch die Kriegslage, "gie räumliche Entsernunq und die schlechte Verbindung ver- lindert, die Anordnung zur befohleneu sofortigen Vollstreckung des Urteils oegen Schepka zu tr ffeu. DeSbalb habe ich als höherer G e r i ch t S h e r r sie für ihn getroffen. gez. v. Schröder." Aehnlich liegt der Fall bei dem ebensallS wegen Fahnenflucht erschoiienen Obermatrosen Karl M acher y vom L. M. R. Admiral v. Schröder hat in beiden Fällen ein Urteil gefällt, in dem er d e m zuständigen Gerichtsherrn vorgegrissen Hot. Da gegen Admiral v. Schräder noch mehrere derartige Rechtsfälle vor» bogen, ist seine Verhaftung»nid llebergabe au ein ordentliches Gericht beantragt worden. Der Erlaß über Sie Kommanüsqewalt. Keine Rnfstebung für das(0. 91. K. Die„Freiheit" veröffentlicht e'n Telegramm. aus Ham- bur(j, die Reichsregierung habe die Bestimmung des Kriegs- Ministeriums iiber die Kommanbogewalt und d'e Soldaten- rate für den Bereich des 9. Armeekorps ausgehoben. Diese Meldung ist erfunden. Bei einer Besprechung mit Mit- gliedern des Zentralrates beim 9. Armeekorps hat Staats- min'ster Noske die Frage nach der Aufhebunq der Bestim- mungen mit einem kategorischen Rein becmt- wortet. Richtig ist nur. daß der Altonaer Soldatenrat, eben- so wie andere Soldatenräte, Anordnungen der Reg'ening und des Zentralrates nicht beachten wollen. Die Regie- rung wird, falls diese Weigerungen fortbestehen sollten, m i t allem Nachdruck auf Jnnehaltung ihrer An- ordnungen zu be stehen wissen.— Konflikt zwischen Deamtenschafl unö fU und S.-Nat. Ttreikdrohung der Stettiner Veaniten. Zn einem schweren Konflikt«viscken Beamtenschaft und Ar» bester» und Toloatenrat ist es in Stettin gekommen. Ursache war eine Verordnung des dortigen Arbeiter- und ToldotenrateS, daß am 26. Januar anläßlich der Beerdigung Karl Liebknechts alle öffent- lichen Gebäude mit roten Fahnen zu flaggen hätten. Dar Oberpräsident Michaelis lehnte diese Forderung ab. weil sie eine Beleidigung der gegenwärtigen Regierung ontbielte und geeignet sei. die Beamten, die sich der Regierung zur Bersügung ge- stell: hätten, auf da» schwerste zu verletzen. Die Folge war, daß am 25. Januar ein TemonstrationSzug von Spartakisten beim Ober- Präsidium. Regierung und Polizeipräsidium die Hissung roter Fah- nen mit Gewalt selbst dornahm._ Taraus wurde in einer Versammlung der gesamten Stettiner Beamtenschaft gegen diese Vergewaltigung energischer Protest er- hoben. Die mebr als 8000 versammelten Beamten forderten, daß künftig volle Gewähr dafür gegeben werde, daß Beschlüsse des Ar- bei, er- und Soldatenrats in llebereinstimmung mit der gegenwärtigen Regierung gefaßt werden und daß sodann Beschlüsse nnmög- iich sind, die die Regierung und die sich ihr zur Verfügung stellende Beamtenschaft zu terrorisieren und aufS schwerste zu beleidigen ge- eigne: sind. Der Beschluß säbrt fort: Tollte der A- nrid T.-Rat eine ausreichende Genugtuung ablehnen, so stellt die gesamte Stestiner Beamtenschaft am Frei» tag, den SU d. VI,«wags 12 Uhr. ihre Tätigkeit ein. Dw Verantwortung für die Folgen dieses Schrittes trägt allem der A� und T�Rat. Auch die Soldatenräte der aktiven Regimenter Stettins und der m Stcttin liegenden Marineformanoneii erklärten, daß sie sich mit der Sympathiekundgebung ihrer Vertreter im Arbeiter- und Toldatenrat anläßlich der Beisetzung Liebknechts nicht einver- standen erklären. Sie protcstierten gegen das Hissen der roten Flagge anläßlich der Beisetzung eine? Manne», der durch sein. Win- ken den B r u d e rm ord he» a u fb e sch w o r e n hat. Um die Erregung der Beamtenschaft zu beschwichtigen, hat der Arbeiter- und Soldatenrat darauf folgendes Schreiben an den Oberpräfidenten gerichtet: .Der Beschluß des Arbeaer- und Soldatenrats, daß am Tage der Beerdigung des Tr. Karl Liebknecht sämtliche öffentlichen Ge- bäude mit roten Flaggen oder Wimpeln zu flaggen seien, ist dem rein menschlichen Gefühl entsprungen, am Begräbnistage seiner— des alten Vorkämpfers für die Freiheit des arbeiten- den Volkes— zu gedenken. Wenn Ihnen diese? Schreiben in Form einer Verordnung zugegangen ist. so liegt hier eine bedauerliche Ungeschicklrchtcit vor, denn der Stettiner Arbeiter- und Soldatenra: ist sich wohl bewußt, daß er erst mit den behördlichen Organen die Regierungsgewalt darstellt. Wenn es zutreffen sollte, daß die Teilnehmer des Temonstrations- zuge? vom 23. d. M. die Hissung roter Flaggen mit Gewalt erzwungen haben, so stehen wir nicht cm. dies zu m i ß b i l I i ge n. müssen zedoch dafür die Verantwortung ablehnen. Ter Stettiner Arbeiter- und Soldatenrat hatte bei Fassung vorstellenden Beschlusses seinen Mitgliedern zur Psüchi gemacht, dessen Durch- sührung nicht zu erzwingen. Sollte es von einzelnen doch geschehen sein, so wird um Mitteilung der Namen gebeten. Ter Arbeiter- und Soldatenrat würde es auch im Interesse unserer Heimatprodinz Pommern bedauern, wenn durch diesen Vor- gang e>n weiteres gedeihliches Zusammenarbeiten mit Fhnen nicht mehr möglich wäre." Wie der„Lokalanzeiger" wissen will, habe dieses Schreiben „keinen der Beteiligten befriedigt". Wahrscheinlich spricht bei dieser Meldung der Wunich deS reaktionären Hetzblattes mit. den Konflikt möglilbft auf die Spitze zu treiben. Aa-sich läge also wohl die Mög- lichkeit einer Beilegung vor, nachdem der Arbeiier- und Soldatenrat eingesehen hat, daß man Handlungen aus..rein menschlichem Gefühl" denen überläßt, dte dieses Gefühl wirklich empfinden, aber n. denen aufzwingt, deren Gefühle ganz andere find. Gewerffchaflsbelvesung ittetverkschaftsmitglieder! Die Direktion des. Palast» Tbcaler»" hat nns in entgegen» komiiieiide» We>» für die Vuistellung von Einil Rowiiow»:„Tie im Scdaile» leben", kür Toliniag. den 2 und Dienstag, de» 4. Febluar, Einlaßkaite» zum Preise von 2 M. sionst 4--10 Vi.) ,ut Ber'ügiing geil. Gl. Für die A»!'iibr»iig des„Mikado" �am Montag, den 8 und Mmwoch den 6 Februar, sind un» ebe'iikall« eine Anzahl Statten zum Borcugspreise vo» 8 Vi. und 2 60 Vi. überlassen worden.— Tie Slaren können in im'erem Buiean. Crngeluiet 16. I Treppe. Zimmer 22. von 9-12 Uhr vor- und 4—0 Uhr nachniitiagS in Ernpiang genommen werden. Ter Ausschuß der Gewrrtschaftskommisfion Berlin nnd Umgegend. J« acht Wock�cn 5iv'100 Mitglieder gewonnen. Tei Be, band der Brauerei- und Mllblenarbeiter hat inneihalb acht Wochen seine Milgliedeizahl um 2 000 0 ver- mehr». Der Znitrom zum Verbände hält an. Auf v.schluß de« Veibandevo-standeS findet der 20. ordent- > i ch e B e r b a» d« i a g am 16. Juni d. F. und folgende Tage in «titigort f all. Auf der Lagcseidimng suh» u.a. die Neulegelung dei Verbai. dsbeiuöge. Bevorstehender Streik in der Mitteldeutschen Kreditbank. Die gestern abend m Kellers Festsälen nahezu restlos ver- sammelten Bankbeamten der Mitteldeutschen Kreditbank haben die Konzesfienen der Direktion sür unzureichend besunden und ein- stimmig beschlossen, falls die für heute vormittag vor dem Reichs- arbeilSamt stattfindenden Verhandlungen kern ersprießlicheres Resultat ergeben sollten, Freitag in den Sireik einzutreten. Die anwesenden Tepositenkassenvorsteher haben sich solidarisch erklärt. Tie Führung der Attiou ist dem Allgemeinen Verband der Lank- beamten übertragen. GroßGerün Tie Hnubahn. Wa?? Na sa: Wenn ich iage, ich iabre mit der Untergrund- babn voni Halleichen Tor nach dem Wiitenbergplatz. so veibesseil man m ch zweiiello»,„Sie iobren mit der Hoch-" und wenn ich vom Rallendo»ip!atz nach Gleisdreieck mii der Hochbahn fahlen wollte, wüide mich sicher gleich der andere berichiigrn. daß ich die Unieigiundbahn benutze. Tamm iabre ich»iubrilllch und im angreifbar mit der H.» u N- Bahn. Aber in der Nacht zum Miliwoch meitiejicfa, daß sie Jetzt eine wahre Huubahn geworden ist. Der letzte Zug. mii dem man noch einen Anschluß auf Gleisdreieck er» teichl, will vlötzlich— in naber Sicht des grünen Licht«— nicht mehr. Alle paar Sekunden ein tiiach, einen B ettelmeier vor— Knack«— einen halben zuiiick— aus. Konferenz der Betriebsleule— Wechsel der Sicherungen— die Tücke de» Objekt«— nicht« rührt sich. Alle Räder sieben still, nur der Uhr- ze'ger nickt. Dte Aussicht auf zweieinhalb Stmiden F.ißmmsch auf der zur Niitichbahn gewordenen Straße winkt verbeißend. Da end- lich— mit der Verzweiflung Kräfte gelingt«. Und still auf ge- rettetem Kahn tteibt in den Hafen der Greis: Der Anichluß ist erreicht.... Offenbar waren die Schieben glatt gefroren, weil statt de« ge- wohnten Fabiplan«— dessen Jnnehaltung die SchalierbeaMtinne» einem natürlich noch vecficherten— nur so alle halben Stunden ein Zug fuhr._ Weil er„ziehen sollte"! Ein Hauswirt in Berlin, Eigentümer eines Grundstücks in der Dcmminer S>raße, steigerte einem Wahnungemicier den Wirts- preis von 26 Marl auf 85 Mark. Da« Mehr von 0 Mark bedeutet gegenüber d m bisherigen Mictfprrl« eme Erhöhung von 8t> z Proz Vor dem Mieteeinigungsamt erklärte der Wirt, er habe s o hoch gesteigert, weil„der Mieter ziehen soll t e". Der Mieter stellte fest, daß noch andere Bewohner desselben Hause« weaen Mielesteigerungen die Emscheidung de« Etnunngsamt» beantrag! hatten. Wllnschie der Hauswirt, daß auch fie au zö.ien. oder sollte jene Erkläiuiig nur seinen wahren Beweggrund verdecken? Die Verhandlung vor dem Einiamigsamt endete damit, daß der küiiriige Wieispreis auf 81 Mart iestgeietzl ivurve. Wenn der HauSeigen- iümer wirklich gewüuicht haue, ihn durch drückende Mieteiie>gerung zum Auszug zu nöt gen. so ha: er sich gehörig veirechnet. Ww können den Wohnungsmietern nur immer wieder empfehlen, gegen ungerechtfertigteKündigungen und unverichämte Mieleh in aufschraubungen vasEinigunasamt an- zurufen, damit unnötiger Wohnungswechsel verbület und dem WohmmgKwucher entgegengttrrlerr werden kann. k„KaisergeburtStagsseier". In verschiedenen Schulen sollen, j wie wir hören, am 27. Januar die Kinder auf den Geburtstag ! des früheren Kaisers hingewiesen worden sein. Aus Neukölln schreibt unS der Rektor der 28. Mädchenschule am Marten- dorfer Weg, daß weder in semer Schule, noch in einer anderen der vier am Mariendorfer Weg liegenden Mädchenschulen eine KaiserSgeburistagsseier(wie uns gemeldet worden war) statr- gefunden habe. Tie betreffenden Rektoren hätten weder dies- bezügliche Anordnungen gegeben, noch von solchen ohne ihr Wissen abgehaltenen Feiern etwas erfahren. Wegen Stundenplanände- rungcn seien Klagen am 27. Januar zu einer anderen Stunoe als sonst nach der Schule bestellt worden. Vielleicht habe das eine oder andere Kind aus eigener Phantasie hcraps eine Schulfeier damit verbunden.— Ergänzend wollen wir bemerken, daß die Phantasie der Kinder und auch der Eltern hierzu angeregt worden ist durch wiederholte Hinweise auf den früheren Kaiser, die in der Zeit vor dem 27. Januar etiie Lehrerin den Kindern gegeben haben soll. Tie Schiesterei in Grosj-Lichterfelde-Ost. bei welcher Mannschaften de? Freikorps Haupt sich gegenseitig be- feuerten, dürfte noch ein Nachspiel für die Beteiligten haben. Die Kompagnie Torau vom Freikorps Haupt hatte sich vom Korps in Zehlendorf entsernt, weil die Mannschaften sich weigerten, unter der Führung eineS neuen Hauptmanns nach dem Osten zu gehen, wo das Korps sür den Grenzschutz Verwendung finden soll. Die Mannschaften wollten ihren alten Führer Leutnant Torau behal- ten, mit dem sie im Felde gewesen waren. Torau war mit seinen Leuten, etwa 200 Mann mit Maschinengewehren, Bagage und Ge- spannen nach Groß-LichUrselde gegangen und hatte dort Bürger- quartiere bezogen, die ihm vom Garde-Echützenbataillon, alS dem zuständigen Garnisonkommando, angewiesen worden waren. T. fuhr nach Berlin und stellte sich mit seinen Leuten der Regie- rung zur Verfügung und erhielt auch eine diesbezügliche Bescheini- gung. Er hat dann auch den bei ihm befindlichen Fähnrich Hart- mann zum Leutnant besörd.rt und ein Patent auf den 26. Tezem- ber ausgestellt. Tie Unzufriedenen, die stch weigerten, st chdem Transport cm- zuschließen, erschienen nun gestern früh während der Veriagung bei ihren Kameraden und forderten ste auf, sich ihnen anzuschließen. Dreißig Mann folgten ihnen und verließen den Bahnhof. Da ent- sandte die Kompagnis«inen Unteroffizier, der mit den Mannschaf- ten verhandeln und sie zur Wiederaufnahme der übernommenen Pflichten bewcgen sollte. Im Verlauf der Unterredung geriet aber der Unteroffizier in einen derartigen Zorn, daß er auf einen Mann schoß. Im selben Augenblick erhielt er selb st aber auch schon eine Kugel in die Schläfe. Er brach sofort tot zusammen. Ter arge- schossene Soldat wurde in schwer verletztem Zu- stand nach einer orthopädischen Heilanstalt geschafft. Aus diesen Vorfall hin kamen dem Freiwilligentrupp Ver- stärkungen zu Hilfe, die in den Straßen Maschinengewehr« aufstellten, den Bahnhof absperrten und die Aufwiegler umzingel- ten. Diese baten zwar, in Verhandlungen eintreten zu dürfen, wurden jedoch entwaffnet und nach der Oberrealschule in Lichtcrselde gebracht. Ter Transport konnte nach diesem Zwischen- fall, der übrigen? entgegen allen Gerüchten nichts mit Spartakus zu tun hat, ohne Störung ab« fahren. Ein» traurige Ausklörung hat das Verschwinden einer Frau und eines Mädchens gefunden. Die 43 Jahre alte aus Brüssel ge» bärtige Frau Berta Freudenberg aus der Dreilindenstraße in Niko'aZsee verließ am 7. Dezember ihre Wohnung, kehrte nicht zurück und ließ seitdem auch nichts mehr von sich hören. Die Um- stände ließen vermuten, daß sie sich ein Leid angetan habe. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, bis die Vermißte in Schlachten- see als Leiche aus dem Wasser gelandet wurde.— DaS 27 Jahre alte Dienstmädchen Marie Lehmann, da» aus Gusow stammte und in drr Lobmeverftraße zu Charlottenburg in Stellung war, wurde schon seit dem 20. November vergeblich gesucht. Es hatte wiederholt geäußert, daß eS seine? Lebens überdrüssig sei. Auch diese Ver- mißte ist ins Wasser gegangen. Sie wurde jetzt in Charlottenburg an der Schleuse aus der Spree gelandet. Scheidende Bürgerni eistet. Det Obeibürgermetsier von Svandau Geheim r Regieiungsrat Koeltze, hat bei den Stadtverordnelen srnen Ueberiiiit in den Ruhestand zum 1. Avril d. I. beantragt. Die Siadtoeroidneten werden sich in ihrer heuligen Sitzung mit diesem Lutiagc beickäsligen.— Auch der Gemeind, Vorsteher von Friedrichsselde, Bürget meister N n g e w i i t e r, w'rd nach Ablauf der Wahlzeit ans dein Amle scheiden, liebet die Festsetzung feine« Ruhegehalts soll die nächste Sitzung der Fiiedr.chsselder Gemeinde- verireiung Beschluß sassen. Ter Bednrtstag Kaiser Wilhelms II. wird beute abend in der stadiverordnetenveriammlung in Neukölln ein Nachspiel habeu. Die >o,ialdemokiaiiiche Frokiion ricbiel dort an den Magistrai folgende mificge;„Ist dem Magistrat bekannt, daß am Montag, 27. Jan., in veischi. denen Gemeindeichulklasse» Neukölln« Kaiser-GebnrisiagS- feiern stoiigetmiden baben? Die fozmldirngftatiickie Ftakiion et» '»cht den Magistrat mnzuiellen, aus wessen Veranlassung die Feiern fialtgefunden haben." Immer wieder„Sicherheitsbramte". Gestern nachmittag um SU Uhr klingclke es bei einer Witwe Skropuszynski in der Müller- ftraße IVO. Die Frau öffnete, und es traten ihr ein„Kriminal- beamtet" und drei bewaffnete Soldaten entgegen. Auf die Frage nach ihrem Begehr antwortete der„Kriminalbeamte", der eine Marke und einen AuüweiSschein vorzeigte, er sei beauftragt, mit den Soldaten ihre Wohnung zu durchsuchen, weil der Berdacht vorliege, daß sie mit Bolschewisten in Brieswcchsel stehe. �Die harmlose Frau ließ allcS durchsuchen und entdeckte erst später, als der Besuch wieder weg war, daß er zwar keine Briefschaften beschlagnahmt, aber eine Handtasche mit 3000 M. gefunden und mitgenommen hatte. Die Schwindler sind noch nicht ermittelt. Der Allgemeine Verbund der Deutschen Bantbeamten veranstoitet morgen Fieiia t. abeiid, 7l z Uhr.»n„Rheingold". Bellevueiir. 19/20, eine Miigliederversammliing. in der der Präsident des Züricher Bankperfoiial-VerbanpeS, Herr Dr. L. Springer, über die Organi- iaiion der Bankbeamten in der Schweiz iprechen wnd. Da in dem Reierat auch der Streik der Zfii icher Bankbeomien erwähnt werden wird, so ist mit einem.starke:: Beiuch der Versammlung, zu der auch Gäsl« zugelassen sind,' zu rechnen. Friedrichsselde. Freitag, abend« 811br. be! Dorn, Pvmzen-AlleeS5: Aitgliederversammtung. Tagesordnung: Poliiiiche Rundschau. Resere»!: Genosse Schach!. SieHiln.mc�me zur Wahl der Gemeinde- vetireier und Ausiielluiig der Kaiiiid-uen. „D-ntschökt er reich««ofchkusi an das Deutsche Reich.« Unter dielim Titel cctanilnitet die Vereinigung der dentiitöslerreichilchen Hoch» lchiile: in Berlin am S o n n a b e N d, pünktlich 7'/, U d r abends. im Hörsaal 14v der Uniiieisilät eine» Borliagsaben». bei dem Geheimrat P>oi. Penck übei Teuijchöuerreich« geographiiche Laae, kebeimrai Prof. Tangl über da« veidcnsjnhtdundeit Deulichöslnreich« und Aedeimr.'.t groj. Brandt über Deuijchöflerreich« Lileralur spiechen werden. Gäste wittlommen.»_ t>drucker»t im» Dslaosonfiatr tzaul Singer n. So. ta Petita, LutocuMuhe& SMlMl Dr. med. Loov» idmelL gründlich, möglichst schm-rzios n. ohne Bcrussstör. «ie.-cmoctiiskrsuliti., gelieims lloul-, Hani,[ rauenleldau, Scbwäcbe. Erprobteste Method. Harn- und BlutuDtenucbuii){, Königslr. 84186. ÄnÄ Epr. 10—1 M,i>— 8.(BonntlO— L Geschlechtskranke Mtlongcn im eigenen Interesse, um sich vor minderwertigen Spezialarzt Dr. med. Hascht», FWwlrichstpJflsÄÄf. fütSyphilis,Harn-,Fraucnleid., ip.-j.: chron. Fälle. Säimerzlosc, kürzeste Bchnndlg. ohne Beruf». Körung. BiuNiNiersuchg. Bläß. Preis«. Teilzahlung. Spr. 10—1 «md ö— S, Lonnt. 11—1. Speuialarrt s Dr.melZ.Loleman Frlodrlcbitr. 9I/SZ, a. cl. Uoro- tbeenstr SvphHli,H:iul-,Harn-, Ocsctaiechis-. Frauenleiden, CiHNb.u-Salvarsan-Kuren. Sex. Keurastbenie. Kürz.Behandlg. ohne Beruisstürung. TeiU. Äam- u. Blutuntersuch. Spr.- �tuml. li>l, 5 8. Sonntaas 10-1. Spezialarzt Gr. med. Wockentoß Frieilrichstr. 125, 0!™™b- 3prechst 11-1, S'/rT, Syphilis, ftarn- u. FrauenL, Blutuni. 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