|tr. 63. 36. Jakrg. vezngSvretSi Merteljährl S 7b ükl. in o nall T 2b MI. frciln«r�>us i»»MuS,adchai Sin, eine Nummern lv wenni«. t'oliliuuj; Monall» 2.2b SSI.. nr(L ZusleUunft». jebüDt. Untet«reu danb iiit Deutsch» um# u. LeUerreich-Unaarn i.6C Ml, fOt da» Bdciflf Sluelond 9.60 Ml. bei lüqlich einmolian tuiieüuiio 7.40 Ml. «eitbfiieUunatn nehmen in Düne» mar. Holland Luremdura Schwede» und die Schwei, Einqetrageii>n die lloli. eitun-i«.2.rei»liste »er.Lorwllrti'ericheiiu wochkn:b,lich tweunar-ounia». einma. Deleqramni-Adiefte! .Sozialdemokrat Berit»�. Morgen Ausgabe. c ) � f Bcdinci4 OolKsblatt. An,elarnpretS: Die achlzeldallene StondareiSezelle l-nei-iv Ulla,.»lein« mnneiaen", dak tetlaediuille«»ri«L Pl,.- zulKssi« L iettaedruelte Serle>. irdel«euere Merl-JO t'fi.«rellenhewche UN» SchIaMellenanjel«en»«»«rite Sott SV'viz.. lede««eile« So« Ii Si». «arte über i» Suchiiaden eätzlen liir >«ei Gonc. TcuerumzejNichlei! �amllten-Nnieta»», d»liti>che und ssewerkschaitlich» Seremi- Slnsciflnt » ütfl. die Zeile, dnirigcn ffit die nächste Nummer»rilflen blä 5 Ihr nachmitiaz» im vauvtgeichift. Sellin S2Sk)8. SÜnBtnftiage 3, aorcoebcii «erdeil. ScSftnet non v»he srüh bill t llhr«dend». Zentralorgan der roztaldemokratifcben Parte» Deutfcblands. Reüaktion und Expedition: EW. 6$, Lindenstr. 3. Kernivrecher- Mm« Morinpla«, Nr. 151»0-151 UT. Dienstag, den 4. Februar 1919. vorwärtS'verlag G.m.b. H., SW. bS, Ltndenstr. 3. Fernsprecher: Am« Moritiplati, Nr. 11?SZ— 51. Seemen vor der Cntkebeidvng. Neuer Vermittelungsvorfchlag für Hremen. B r c»i e», S Februar. Folgeube Nesolution würbe soeben vom Rat»er Soltlbeaustragte» sowie»er Vertreter der Hamburier u»b vrewerhooenor lruppen»in- sriutmig augeuootMrn: 1. R» lk t r i t t»,r jetzi,»» vremische» Sicgieruug u»b Äilbunß einer neu»» Aeii»r»ii>, die»aritltisch zu- s-tuimeugeielzt ist,«nter Mitwirtnn, allor ,»zialiftische» Parteien nach dem V.rhältai«»er»»gkaebenen Glimmen znr Wahl»es A.- nn» G-Rato.— Die trmaffneie» klrbeiier erklären sich bereit, die Waffen abzugeben an»ie»inriiikenten Hamburger und Brimerhaoencr Truppen, die alsdann die Sicherung Bremen» über- nrhinru nnd den Sicherheitsdienst organisieren.— 3. Die Division(»s r r st e n b e r g verpflichtet sich, in der jetzigen Stellung zu verbliiben und den Eininarich der Hamburger und Lremcrhavener Truppen nicht zu behindern. Nach dem Einmaisch dieser Truppe« rüilt die Dii'illiiii Gerstenberg ab. Ucber diese Resolution wird der A.» und S.-R.it in einer über mittag tagenden Bollsitzung abstimmen. der Schwerer Parteitag gegen sie Internationale Sozialiftenkonferenz. Rücktritt des Präsidenten. Bern, 3. Februar. Der außerordentliche sozialdemokratische schweizerische ls. a r t c i t a g war von 261 Delegierten ans 18« Ecltionen von insgesamt üK5 Sektionen besucht: dazu 2« weitere Stimmberechtigte au? der EeschäftSlcitung der Siationalsraktion. v»ld begonnenen Werk». Aotionalrat Platten stellt solgeude» Zusatzantra«: Die Berner Konferenz ist ein versuch der E» z i« l p a t r i» t e». nach vierjähriger Verleugnung de» Klassenkampfe» wiederum die Führung»n sich z« reißen. Dir Kon» fercnzteilnebmer wellen eine Komädi»<;> internationaler BerstSa« digung aufspielen und Getreu» der Landesbonrgroifie bleibe». Sir l e h a e» e< ab, auf diesor Konferenz vertreten z« sei«, wo die fstr den Mord an Liebknecht nnd Rosa Lniembnra moralisch verantwortliche» MchrheitSgenoffea sitzen«n» begrüßen die»nsstsch« gkevalution unb de» Schlachtruf der deutsche»*"d russisch»» Re»»I»ti»n aus Weltrevolutio«. Sic find der vnffastnn� daß zwischen de» Sozialisten der alten Internationale ein N e b e r i r st ck v«»»- gegeusatz mit den Zimmerwalder» besteht, weshalb der Partei- tag die Einladung de» internationale« sozialistische« Bureau» z u r ü ck w e i st. In der Dilkussion bekämpften Greulich lZürich), Gräber und N a i ne(Wcstschweiz) den Zusabantrag Platten, die schweize- rische'Partei habe infolge mannigfach'r bet�uzener Fehler keinen Grund zur Selbstgerechtigkeit. Durch die Annahme stellt sich bw Pnrtei euf den Boden der Revo'ntion und entfremdet sich die gemäßigten Elemente. Rationalrat Grimm lehnt al» Z i m m e r w a ld r r die Einladung a b, spricht sich jedoch bedingt gegen den Antrag Platte» au». R rine nnd Gräber befürworten den Besuch der Konferenz, die Ablehnung bedeute eine Blamage, die Tiltotur des Proletariat» spreche der demokratischen iintwicklung Hob« und sei eine Anwendung der Methode de» alten militärisch demokratische« Staat». Platten erklärte, nicht eine Revolutien um jede« Prei» zu wollen» sondern nur. wenn die Umstände»inen Erfolg der revolutionären Aktion versprechen In der H a u v t n b st i m m u o g wurde der Antrag Schneider- Platl-vt mit SstS gegen 147 Stimmen angenommen. Damit ist entschieden, drß die internationale Konferenz nicht beschickt wird. Der Parteipräsidrnt Müller gab hieran? eine Erklär»«» ab. daß er persbnli» den Besch l»ß be» Parteitag»»«l» schwersten poli. tische» Fehler unb eine international»«lamage » r t r-» t o und der Meumug sei, baß e» sich nicht bloß um«in« taktische, sondern um eine parteipolitische grundsätzliche Entschei- dung handle. Er lege deshalb da» Amt als Partei- Präsident nieder. Ein Antrag Rosa Bloch, die Geschäft»- leitu»,«ach Zürich zu verlegen, wurde von Platten« b g e- l e h« t und von der Antragsteller«« zurückgezogen. An Stell« Müller»(Bern) wurde in bi« Geschästsleitung Parteisekretär Münch gewählt sowie al» Parteipräsident der vemeinderat Gtzm- nasiallehrrr Richard(Bern), nachdem Grimm abgelehnt hatte, eine Wahl«nzunehme»«. Der neue Präsident erklärte, dir Wahl«l» Anerkennung der auch von ihm vertretenen Zimmer- »aldpolitik zu betrachte«. Die Internationale in Sern. Resolutionen der deutschen Delegation. Die deutschen Delegierten haben der Territorialkommission V- a. folgende Resolutionen unterbreitet: l. Resolution, betreffend die Rückgabe der deutsche« Kolonie«. Die deutsche Sozialdcmokratie verwirft in Uebereinstimmung mit dem Stockholmer Manifest der Sozialisten' der neutralen Länder und den Grundsätzen de» Wilson-Programm» jede Ber- gewaltigung eine» Bolk«». Sie protestiert deshalb dagegen. daß bei den bisherigen Friedensverhandlungen in bezug auf die deutschen Kolonien nicht nach Punkt v der Wilsonschen Punkte .eine unbedingt unparteiische Schlichtung'� der deutschen Ansprüche enthalten ist, sondern da» Prinzip de» Eroberer» zur Anwendung kommen soll. Die von allen Sozialisten stet» betonte Ab- lehnung gewaltsamer Gebietsaneignungen schließt die Rückgabe der besetzten deutschen Kolonie« al» selbst- verstäniilich in sich. Die Kolonien stellen heute einen Teil de» Rationalbesitze» der sozialdemokratischen deutschen Republik dar, deren Kolonialpolitik auch dir Interessen der betroffenen ein- geborenen Bevölkerung in höherem Maße zu wahren imstande sein wird, al» die jener imperialistischen Mächte, die jetzt über die Verteilung der deutschen Kolonien verhandeln. Die deutsche So- zialdcmokratie fordert deshalb die Rückgabe der deutschen Kolonien sowie da» volle Mitbestimmungsrecht im Völkerbunde bei der künstigen Regelung aller Kolonialfragen. Diese Regelung muß den Völkern aller Nationen offene Tür, wirtschaftliche Gleich- stellung und die Garantien schaffen, daß kein Volk vom recht- mäßigen Zugang zu den Quellen der' Rohprodukte ausgeschlossen, an der Verfügung über seine eigenen Produkte gehindert oder seine» rechtmäßigen Anteil» wirtschaftlicher Entwicklung be- raubt ist. 8. Resolution, betreffend Rückweisung französischer imperia- listischer Absichten auf da» Saargebiet» die Pfalz und da» linke Rheinufer. Die Absichten französischer Imperialisten auf Absplitterung deutscher Volksleile von dem Körper der Gesamtnation, wie sie die Abtrennung de» Soarrevier», der Pfalz und de» linken Rhein- ufer» zur Folge hätten, weisen die deutschen Sozialdemokraten mit aller Schärfe zurück. Jede Abtrennung dieser Gebiete vom Deutschen Reiche, jede politische oder wirtschaftliche, durch den Friedensvertrag erzwungene Sonderstellung innerhalb oder gegen die für da» Deutsche Reich geltende Verfassung wäre unvereinbirr mit dem Selbsibesttmmungsrecht des d-utschen Volke». Sie würde sein» Lebensinteressen verletzen, eine«tmosphär» de? Haffes schaffen, damit de» Keim z» aeuen Kriegen lege» und deshalb unvereinbar sein mit einem Rechtsfrieden»nd de» Grund- sätzon des z» gründenden Völkerbundes. Ferner wurde eine Resolution, betreffend dte staatlich« Zugehörigkeit Elsaß-Lothringen» und eine Resolution, betreffend die Regelung der deutsch. polnischen Grenzfragen überreicht. Ankunft der Franzosen in Bern. Am Sonnlag voimittag kamen die Fran,osen in Genf an. Tie iranzösi'cde Delegation besteht au» den Genossen Renaudel, Tboma» und C a ck i n. Die übrigen Mitglieder der französischen Delegation kommen hier erst am Moniag an. Der Konferenz- beginn wurde daher aus 2 llhr na vniuiag» verschoben. Die völterbundkommission nahm einstimmig vie Resolution der RedaliionMommissio» an, die am Montag den Franzosen vorgelegi wurde. deutsche Lebensmittelschisse ausgelaufen. Königsberg/Pr., 3. Februar. l£. S.) Mehrere Dampfer der„Wörmann-Liuie" von je 8lsiX) Tonnen Raumgehalt, die bi»her im hiesiger, Hafen lagen, sind gestern ausgelaufen, um Ltde»«»ittel für Deutschland abzuholen. Die Dampfer begebe» sich zuerst uach England,»»sie»eitere Weisung erhalt«» solle«. Was tut mau gegen putsche! Ei«« Preisfrage. Der tot« Weihnachtsabend war von de« Mhrsr« de,- EpartakuSbundeS nicht lewollt. Der edle Darenbach Haiti.' den Plan dazu ausgeheckt. Im Januar brannte den Gpar- takusführer« abermal« die Mine unter den Händen los. Glaubhaft wird versichert, daß die Führer den AuSbruä, nicht verhindern konnten, und sich dann erst an die Spitze der Bewegung stellten, als alles hoffnungslos ver- fahren war. Dann konstituierten sie freilich dös abenteuer- liche„Rcvolutionskomitee" Liebknecht-Ledebour-Scholze, das -die Regierung schriftlich für abgeschafft erklärte und die Ueöer- gäbe des KricgSministeriumS forderte. Vordem, beim ersten „VorwärtZ"-Sturm, hatte Herr Scholz? der Redaktion münd-' lich aufs höchste beteuert, die revolutionären Obleute miß- billigten diesen Putsch und hätten nur die eine Sorge. ihre Leute aus dem Hause wieder herauszubringen. In Bremen erklären sich die falschen„VolkSbeaustrag- ten" bereit, zurückzutreten und die Entwaffnung ihrer Anhän- ger vornehmen zu lassen. Diese, höchst entrüstet, setzen ihre „Volksbcauftragten" ab, wählen ein Revolutionskomitce und verweigern die Entwaffnung. Tie Zentrale des Spartakusbundes warnt Vor bewaff- netcn Aufständen. Die„Rote Fahne" erklärt:„Wir haben in den vergangenen Wochen die RegierungSgewalt nicht gewollt: daS, was p u t s ch i st i s ch war an jener Bewegung, stammte nicht auS unseren Kreisen." Zugleich wird in Eisenach, Erfurt, Königsberg ganz munter geputscht. Tie Führer des Spartakusbundes wollen nicht Putsche. sondern sie wollen„die zweite Revolutio n". Indes fühlen sie sich noch nicht stark genug, undcharum, nickt etwa aus Ordnungssinn und Achtung vor den. Gesetzen, mißbilligen sie die Putsche, in denen die Kraft ihrer Bewegung sinnlos verpufft. Immerhin, sie mißbilligen sie, können sie aber nicht verhindern, und sehen sich immer wieder gezwungen mitzutun, wo eine Sache losgeht, damit sie nicht die Fühlung verlieren. Die Bremer sagten, wenn sie die Entwaffnung empfehle» wollten, würden ihre eigenen Leute sie an die Wand stellen. DaS haben sie nickt getan, aber sie haben sie immerhin weg- gejagt.— Das ist die Tragik der SpartakuSfiihrer, die Disziplinlosigkeit ihrer Anhänger, daran sind Liebknecht und Rosa Luxemburg zugrunde gegangen, aber daß sie durch ihre verwirrende Agitation diese Msziplinlosig- kcit förderten, daß sie, die Rebellen, immer auch von Rc° bellionen gegen sie selber bedroht sind, das ist ihre tragische Schuld. Wenn nun irgendwo ein solcher Putsch losgeht, der von den Führern selbst mißbilligt wird, was soll da die Reichsregierung tun? Solange die Unabhängigen und Spartakisten auf diese Frage keine klare unzweideutige Antwort geben, werden sie sich von dem Vorwurf heuchlerischer Verlogenheit und verbrecherischer Hetze nicht reinwaschen können. Was würden denn sie tun. wenn sie für das Wohl und Wehe de? ganzen deutschen Volkes verantwortlich wären und sie sähen die notwendigste Ordnung immer wieder gr- walt'amen Störungen, verursacht von kleinen MriderbeitM, ausgesetzt. Wie handelt denn die bokschewistisme Regieruirg Rußlands senen gegenüber, die daS„Räteinstem" verdamnrcn und den Reg zu einer vernünftigen Demokratie sncken? Man höre darüber den Genossen Paul A r e l r o d. den Führer de? russisck'en Marxismus, in st-ner berühmten Anklageschrift: .Nachdem die Solschewiki ihren blutigen Novemberuntsturz unter der Losung.Friede, Brot und Freiheit" vollbracht haben, be- gannen sie unverzüglich und systematisch alle Keime de» demokra- tischen Regime» zu vernichten und sie beraubten da» Volk seiner noch so jungen Freiheit. Unter dem Banner de» Sozialismus töteten sie die Industrie und zerrütteten derart die ganze Volk?- Wirtschaft, daß anstatt de» versprochenen Brote» dem Volke un- entrinnbare Hungersnot droht. SchonuneSko» verfolgen sie alle sozialistischen Parteien, die bestrebt sind, die Volksmassen airf den Weg de» sozialen Aufbau» auf demokratischer Bast» zurückzuführen, indem sie zu unerhörten Repressalien, zu zügellosem Terror areifen. Sie unterdrücken alle sozialistischen Zcitungem sprengen alle poli- tischen Organisationen, auch die Arbeiterräte, wenn diese in Oppo- sition zu den Bolschewiki treten. Sie veranstalten Metzeleien unter den Arbeitern, die an oppositionellen Meetings und Manifestationen teilnehmen; sie schicken beständig bewaffnete Expeditionen aufs Land zur blutigen Unterdrückung der Bauern. Sie nennen sich eine Regierung der Arbeiter und Bauern und sie überschwemmen die Städte nnd Dörfer mit dem Blute eben der Ardeiter und Bauern." In derselben Schrift sagt Axekrod, daß die bolschewistische Herrschast tatsächlich zu am«? arausam«» Gegq«. SSvolvNon" ausgeartet ist. daß sie einzig und allein San dem Bestreben bestimmt ist. um jeden Preis die Macht in den Händen zu behalten und daß sie zu diesem Zweck vor keinem Mittel zurückschreckt. Somit scheint keine regierende sozialistische Richtung vor dem Schicksal gefeit, für die andere mchtregierende Richtung der„Bluthund" zu sein. Darüber hinaus aber erscheint jeder Vergleich zwischen Trotzki-Lenin und Ebert-Sche' bemann durchaus unzulässig. Denn Ebcrt-Scheibemann verteidigen nicht ihre Macht, sondern sie verteidigen, treu dem sozial- demokratischen Programm, das Selbstbestimmung«- recht de« Volke«. Würden sie al« reg'erende Männer es dulden, daß diese« Stecht von irgendeiner Seite angetastet wird, so verdienten sie, aus der Partei hinausgeworfen zu werden! Wir fragen die Unabhängigen und Spartakisten und wer« den sie immer wieder fragen, w.e sich nach ihrer Meinung eine Regierung gegenüber Putschversuchen verhalten soll. Wem wollen sie einreden, daß eine sozialdemokratische Regierung aus bloßer gemeiner Freude an Blut und Gewalt Kanonen auffahren, Truppen marschieren, Leute verhaften, Haus» suchungen veranstalten läßt? So etoaS vermeidet man doch, solana« man kann, dazu geht man erst über, wenn gar nichts andere« übrig bleibt, erst wenn man vor der Wahl steht, zu diesen letzten Mitteln zu greisen oder da« ganze Reich zum Teufel gehen zu lassen! Die platten Demagogen wiederholen immer die Rodens- ort, von der sie sich offenbar große Wirkung versprechen, so arg sei eS nicht einmal unter den Hohenzollern gewesen. Darin steckt ein Stück bitterer Wahrheit. Nämlich, solange die Herrschaft der Hohenzollern noch ungebrochen dastand. haben wir alle— gestehen wir e« un«— kein Ueb ermaß revolutionärer Kühnheit bewiesen. Auch diejenigen, die glauben, sich alles herausnehmen zu dürfen, feit Deutschland sine demokratische, twn s azialdemakrati s chen Arbeitern re- gierte Republik geworden ist, waven damals recht klein und artig. Sie haben keine Revolution gemacht gegen die Monorchie, aegen die Dreiklossenherrschaft, gegen den Mili- taviSmuS. Die Revolution vom S. November— auch das mutz einmal rund herausgesagt werden— war ein Kinderspiel, well damal« die Sozialdemokratie schon in der Regie- rung saß und dadurch jede Gegenwehr de« alten Regimes ver- hinderte. Wer gegen die Demokratie, gegen da« Selbstbe- stimmmrgSvecht deS Volkes, gegen die sozialdemokratische Ar- beiterregierung, deren Mitglieder für dve Novembermnwäl- zung glatte Dahn geschaffen haben, gegen die machen sie Re- volutio» in dem Mauben. die durften sich nicht dagegen wehren. Und wenn sie sehen, daß sie sich verrechnet haben, schimpfen fiel Sie träufeln den Massen da« Eist de« Verdacht» in» Ohr» die sozialdemokratische Regierung helfe dem alten MilitarrS- mu» in den Sattel. Unsinn! Die sozialdemokratische Regierung benutzt, well sie keine anderen Machtmittel zur Verfügung hat, die Reste der Arm«, um die demokratische Ordnung zu sichern. Würden die Herren, die di« RegierungStruppen führen, den lßersuch machen, die demokratische Republik zu stürzen, so würden sie verdammt schlechte Ersah- rungen machen. ES ist freilich eine bittere Ironie der Weltgeschichte, daß die Reg-erung die Division Gerstenberg mit dem Leutnant v. Pritzelwitz zu Hilfe nehmen muß, um di« demokratische Ordnung gegen die Henke und Laufen- b e r g zu schütze«, aber«ne Schande ist da« doch nur für die -Henke und Lmifenbera und ihre betörten Anhänger. Die Regierung wird auch künftig tun, waS ihr die Pflicht am Volke, vor allem an der Arbeiterklasse, nach ihrer Ueber« zsugung gebietet, und sie wird dabei die Massen der sozial- demokratischen Partei hinter sich haben, mag sich auch der oder jene unzuverlässige Anhänger verwirren lassen. Die anderen mögen eS sich gesagt sein lassen: Wir sind unS dessen bewußt, daß hier nicht um Pfeffernüsse gespielt wird, daß es um Leben und Tod deS Volkes geht, und darum werden wir flir da», was wir für unsere Pfliwt am Volke halten, einstehen bis zum Alleräußersten und Letzten. Ohne Furcht und Schwäche werden wir den Weg weiter gehen, der uns allein Sehende Maschinen. *'' von Ernst Trebesiu«. Hi« volle» Jahrhundert ist e» jetzt Her. da entdeckte Der. zeliv» ei» neue» Clement, da» Helene da» seiner wunderbaren � cht elektrischen Eigenschaften wegen die Forscher dauernd im Hüch- sten Grade interessiere und schließlich die Veranlassung gab zur Kotrstruldion kdeiiner. höchst scharfsinnig a-uKg.rklüselrer Separate, die man mit Fug und Recht als sehende Maschinen bezeichnen kann. Der Vorgang deS Lehen» beim menschlichen Äuge ist bekannt« sich der, daß die von der Netzhaut aufgenommenen momentanen Eindrücke durch den Tehnerv dem Gehirn al» dem Titz de» Be» wußtsein» zugeführt und dort erst in tatsächlich« GesichtSempfindun- gen umgesetzt werten. Nach dem gleichen Prinzip arbeiten die sehenden Maschinen. Da» Äuge, b. h. di« Netzhaut wird durch«ine ttchiempfindliche Tubstanz ersetzt, da» Leben durch den elektrischen Ttrom. da» Licht durch eine Lampe, der Eehner# durch eine elektrische Leitung, da» Gehirn durch ein elektrische» Meßinstrument und di« Kundgabe der ÄcstchtSempsindung durch Umwandlung der Lichtwirkuna in mechanisch« Arbeit. Der wichtigste Teil einer sehenden Maschine �ist die lichtemp« sindlicht Tudstanz, die all da» elektrische Auge die aufgenom- menen Lichteindriick« weitcrzuleiten hat. lll» besonder» geeignet hat sich hierfür da» Telen erwiesen. Die kleinen Selenzellen. die von der Industrie für diesen Zweck Hergestellt werde«, haben die Höchst merkwürdige Eigenschaft, dem Durchgang eine» elektri- schen Ttromel im Dunklen ziemlich hohen Widerstand entgegenzu- setzen. Werden sie belichtet, so vermindern sie sofort ihren Wider- stand ganz erheblich. Sie reagieren auf Lichtschwankungen in weniger al» einer Tausendstel Tekunde. Die Forscher Haben natürlich diese» wunderbare Verhalten in den Dienst der Wissen- schast und Technik gespannt, und man hat Äp parate erbaut, die dem Menschen wartvolle Dienste zu leiste« vermöge». Die einfachsten darunter find die automatischen Signal- und und Registrieropparate. Werden estie Selenzelle, eine elektrische Klingel- und eine stärkere Stromquelle flO—IOst Volt) in einen gemeinsamen Stromkreis geschaltet, dann fließt zunächst nur ei» schwächerer Strom vo» der Baüerie durch die Sel-nzelle. Bei Be» lichtung der stelle vermindert sich sofort ihr Widestand und e» fließt ein stärkerer Strom durch stelle und Klingel. Derselbe ist «llerding» noch nicht stark genug, um die Klingel zum Ertönen zu bringen. Er wird daher nur dazu benutzt, mit Hilfe einer höchst empfindliche« Vorrichtimg, einem sogen. Rklai», einen besonderen Stromkrei« z« schließen, der die Klingel in Tätigkeit setzt. Ein solcher automatischer tUarmapparat leistet gute Dienste beim Au». »reche«»ine« Feuer» i» Fabriklager» und Bergwerken, er meldet da» Betrete« sonst dunkler Räume mit Licht, da» Oeffnen eine» Fache» usw., so daß er gegebenenfall» einen geplanten Einbruch rechtzeitig verhindern Hilst. Auf genau demselben Prinzip beruhen auch die automatische» Reatstrterapparate und Vorrichtungen zum selbsttätigen Zünden und verlöschen unbewachter leuchtender See» zeich» für sie Schiffahrt. Die Belichtung bzw. Verdunkelung emn» AuSgsng aus dem blutigen Labyrinth verbeißt. Müsse« Opfer fallen— gilt eS mir oder gill eS dir?— Hauptfache ist, daß daS Volk durchkommt! Das Elenö in Rußland. Elend, Hunger und Tod. Haag, 3. Februar. Die.Time»" meldet au» Omsk: Fremde und Russen, die hier au» Rußland angekommen sind, schil- der« di« schrecklichen Zustände unter der b o l s ch« w i st'i s ch e n Herrschaft Die Zerrüttung aller LebenSmittrlvrrhLItniss« scheint jetzt allgemein zu sein. Allel wird de» Bauer» weg- genomme», mit Ausnahme von Bezirken, wo di« Bauern Schulter an Schüller eine geschlossene Macht bilden, um. sich dieser Er» Pressung zu widersetzen. In einigen Distrikten wurden Befehl« ausgegeben, daß niemals weniger als 12 Rote Gardisten in«in Dorf gehen dürfen, weil kleinere Abteilungen überfallen und auS» gerottet werden könnten. Der Eisenbahnverkehr hat praktisch zu existieren aufgehört. E» verkehren nur noch Militärzüge. Die Arbeiter geben sich vollkommen dem Trünke hin. AuS Mangel an Spirituosen trinken sie N a p h t a und Benzin. Ter Zustand in MoSlau spottet jeder Beschreibung. LLle Läden sind geschlossen, mit Ausnahme derjenigen. die der Sowjet selbst verwaltet. Ohne Marken ,st nicht» käuflich. und Karte» bekomme» nur die, die sich mit de» Bolschewiste» fvli- daris» erklären. Di« anderen leiden unbeschreibliche» Elend. Trotzdem die Kälte nicht viel geringer ist al» in Sibirien, ist kein Holz und keine Kohl« vorhanden. Da» Brenn» material ist zwar rationiert, aber nur den Dolschcwistcn zugänz» sich. ES ist unglaublich, wieviel Menschen täglich vor Hunger und Erschöpfung sterben. Die Presse in Moskau sind fabelhaft. Die Schlittenkutscher, die früher mit 40 Kopeke» zu- frieden waren, denken nicht daran, unter 200 Rubel zu fahren. Brot kostet 100 Rubel dos Pfund, Kleider find überhaupt aicht zu habe». Die Ausrottung öes Kaufes Romanow. Erschießung weiterer Grostfürste» i« Rußland. Haag, 3. Februar. fHollandsch Rieuwtbureau.) Au» London wird gemeldet: Die„Time»" bericbiet au« HelsingstrS: Ein bol» schewrstische» Tommunlquä, da» in Petersburg veröffentlicht wurde, teilt mit. daß laut Beschluß eine» desonderen Komitee» die Groß- fsirsten Paul Alexaadrowitsch, der Onkel de» garen, Nikolai Nikolojewitsch sowie Dimitri Konstantinowits», Georg Michatlowitsch. ferner Großfürst Slexandrowitsch und der Mann der Schwester de« Zaren erschösse» worden find. Revolutionäre Bewegung in SÜüfrankreich. Tie französische« Arbeiter für«L» nnb«.»Räte. Genf» 8. Februar. lTK) Nach Pariser Meldungen gewinnt die Bewegung iür die Schaffung der Arbeiter» und Soldarenräte in Südfronkreich von Tag zu Tag mehr an Boden, gn Mar- s« i l l« un» Lyon haben in den le«ten Tagen riesige Kund» gedungen für Schaffung der revolutionären Institutionen stotlae» innden. ohne daß die Behörden dies» zu hindern vermochten. Der Gouverneur von Marseille ist au« diesem Grande seine» Posten« enthoben worden. Die Krlegsentschäökgung. Keine Einbeziehung de» direkten KriegS koste« in die EntschSdignngSfordrrnngen. Amsterdam, 4. Februar. sTelunion.) Nach einer Meldung au» Part» stimmte» die r» g l'i s ch e» Delegierte» für de» Wilsonsche» Antrag, daß die direkte» Krieg». käste» nicht i» di« EntschLdigungSsorderunge» an de» Feind einbezage» werde» dürfe»._ Die englische T«Mobilmachung. Nach Telegrammen au» London find bi» zum 1. Februar in England insgesamt 1 Million Mann demobilisiert worden. Vis auf weitere» werden täglich rund fünfunddreißigtausend Mann au» dem Heeresdienst entlassen, und zwar in der Weise, daß die für da» Wirtschaftsleben vichtigsten BerufSzwaige bar der Entlassung bevorzugt werden. Die Kämpfe km Gsten. Schweres Gefecht zwischen Teutschen und Polen. Züllichau, 3. Februar. Wie der Telegrapben.Union mitgeteilt wird, haben in dr vergangenen Nacht gegen 4 Uhr etwa 300 Polen das Torf Neukramzig angegriffen. Dabei sind von den Deutschen L Offiziere, ein Wachtmeister und ein Sergeant gefallen, Sie wur» den von den Polen mißhandelt und dann mit Gewehrkol» b n erschlagen. Tie Polen verwandten Schrotflinten ali Schuß- Waffen. Nach dem Kampf wurde daS Torf von den Teutschen wie, der genommen, jedoch am heutigen Mittag wieder planmäßig geräumt. Die deutschen Truppen wurden aus brandenburgischeu Boden zurückgezogen._ Die Zusammensetzung üer National- Versammlung. Nach den endgültigen Feststellungen der Wablkonnnissare habe» bei der Wahl zur deutschen Nationalversammlung an Sitzen erhallen: Di« Deutschnationale Volköpartei ieinfchließl. der Bayerischen Mitlelpariei»>id der naiionalliberalen Partei in Bayern und der Wsirtlembergiichen Bsirgerpartei und deS Wülttem» bergi'chen Bauern« und Weingäitner-Bunde»)..... 42 Die Deuisch« Bolkspartei............. 21 Die Etn istliche Volkspartei feinkchl. der Bayerischen voll»- parte« und der katholischen BolkSpartei Oppeln).... 83 Di« Deuisch« Demokraiiich« Partei(einschl. der Deutschen Volkspartei in Bayern)............. 75 Die Sozialdemokratische Partei....... 163 Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei...... 22 Der Bayerische Bauernbund............ 4 Die schleSwig» holsteinische Bauern» und Landarbeiter- Demokratie................ 1 Der braunlchweigische LandeSwahlverband....... 1 Tie deutsch-hannovetsche Partei.........■■ 4 zusammen 421 Die Lanötagswahlen kn Reuß. Gera(Rcußi. 2. Februar. Ter Landtag vo» Reusi jüngere Linie wird sich»ach dem Ergebnis der gestrigen Wahle» zu» saunnensehen au» 5 Mitglieder» der Deutsche» BolkSpartei und dr» Dcntlchnationale» Bollepami, 3 Demokraten und 13 Sozial» dewotrate». Dir Listen der beiden sozialdemokrati» schen Parteien«wd dir der bürgerliche» Parteien wäre» ver» b u» d e». Greiz. 2. Februar. Bei de» Wahlen zu« Landtag für Mcuß ältere Linie sind gewählt: zwei Deutschnationale, vier Demo» traten, zwei MehrheitSsazialiste» und sieden Unabhängige. Die Liste» der bürgerliche» Parteien waren verbunden. Das Kriegsministerium zur Regelung üer Kommanüogewalt. Der KriegSminister Reinhardt und der UnterstaatS» sekretär Göhre geben bekannt: Dem KriegSministerium sind im Anschluß an den gemeinschaftlichen Erlaß her ReichSregierung, de» Zentralrates und de» Kriegsministeriums vom IS. Januar ISIS» betreffend„vorläufige Regelung der Kommandocewalt und Gtcl- lung der Soldatearäte im FriedenSheer usw.", vo» ollen Seiten zahlreiche Protestkundgebungen zugegangen. ES hat zu ihnen folgende Stellung genommen: Tie verworrene» Zustände im.. deutschen Heere verlangten gebieterisch eine unverzügliche Rege- lang der Kommandogewalt. Tie Regierung hat sich hierbei von dem Gedanken leiie» lassen, daß Verhältnisse geschaffen werden, bi» vo» alle« Seiten anerkaant werde« konnte». DaS hatte zur Folge, daß vo« beide« Seiten Ansprüche und Rechte g e, opfert werben müssen. Rur wenn diese» geschieht und sich beide Teile auf de« Bode« der RegieeungSveefügung stellen, kann auf Wiederkehr eine» geordneten Zustande» gerechnet werden. Tie Opfer, die seht gebracht werden, sind nicht einer Partei oder einer Parteiregiernng gebracht, sondern dem Wohle des VolTeS und de» Vaterlandes. Tas deutsche Volk wird eS de« Offiziere« und Unteroffizieren ebenso Wie den Soldaten einst dankcn, wtnn sie in schwerster Zeit z» ihm gestanden haben. Selbstverständlich muß e» der Nationalversammlung überlassen bleiben, die endgültigen Bestimmungen für dal spätere Frieden»- bzw. Volksheer anzugeben. der Selenzelle bei Tag und Nacht genügt vollständig, um mit Hilfe eine« Relais und eine» HebelshstemS bei Tag da» Licht bis auf eine klein- Flamm« zu verlöschen und nacht» wieder doli auf- flammen zu lassen. Im Dienste der Astronomie leistßt di« Selenzell« wertvolle Dienste bei Festlegung de» Verlauf«» von Sannen« und Mond- Finsternissen. Tie durch di« wechselnd« Belichtung in der Selen. zelle hervorgerufenen LeitfähipkeitSveränderungen brauchen nur graphisch festgehalten werden, dann aeben die Kurven Aufschluß über den Verlauf der Erschsinungen. Vor allem aber kann due Zeit der eintretenden Ereignisse auf ein Tausendstel einer Sekunde genau bestimmt werden, da die Selenzelle auf jede Belichtung»- anderung in weniger al» einer Tausendstel Sekunde reagiert. Diese denkbar genaueste Zeitbestimmung ist natürlich für. die Berechnungen der Astronomen von allergrößter Bedeutung. > Bei der drahtlosen Lichttelephoni« werden die Schallwellen in Lichtschwankungen und diese wieder in Schallwellen umgesetzt. Di« Sendestation besteht dabei aus einer Manometerkapscl in Sorm einer flachen, runden Blechbüchse, der durch einen Schlauch a» zugeführt wird. An der Kapsel befindet sich eine Membran, die mit eine« Sprechtrichter verbunden ist, und außerdem ein Spitzbrenner, der eine etwa 1,6 Zentimeter hohe Spitzflamme liefert. Wird gegen die Membran gesprochen, so übertragen sich ihr« Schwingungen auf da? GaS in der Kapsel und damit auf die Flamme, wodurch da» Licht zu Schwankungen in seiner Stärkt gebracht wird. Diese Schwankungen entsprechen genau den zu übertragenden Schallwellen. Auf der Empfangsstation, be- stehend aus Selenzell«. Telephon und Batterie, werden die Licht- schwankungen alsdann in Schallwellen lnngescht. Schon zu End« de» vergangenen Jahrhundert» unternahm man Versuche, da» Grundprinzip der Lichttelephoni« zur Photographie der Sprache und späteren telephonischen Wiedergab« derselben heran- zuziehen. Dabei werde» die durch Schallwellen hervorgerufenen Lichtschwankungen auf einen Film aufgenommen, der dann bei Bedarf wieder belichtet wird und in einer Selenzelle die bekannten Erscheinungen hervorruft. Gegenwärtig avbe-itet man an dem schwierigen Problem b-S sprecherchen Film«. Luch hierbei versucht man in ähnlicher Weise wie bei der Photographie der Sprache die Schallschwingungen in Lichischwankungen umzusetzen und die Aufnahme der Töne sowohl nl» auch der gespielten Szene auf ei» und denselben Film zu be. wirken. S» gibt hier freilich noch mancherlei«ntgegenstebende Schwierigkeiten zu überwinden, genau wie beim Problem der Blin- denlesemaschin«, die den Blinden befähigen soll, die gewöhnliche Truchschrift entweder zu hören oder zu fühlen, während man bi». her die Punktschrist hat. wobei jeder Buchstade au» einer Gruvpe erhabener Punkte besteht. Auch an der gewaltigen Ausgabe de» elektrische« Fernseher» arbeiten die Forscher schon feit dielen Jahren, ohne daß bisher eine befriedigend« Lösung gelang.— Der zur Verfügung stehende Raum ist leider zu beschränkt, um auf all diese hochinteressanten Versuch« näher einzugeben: tiefer gehende» Interesse sei deghakb auf da» ebenso fesselnd wie allgemeinverständ- sich abgefaßte Buch von Dr. Ehr. Riek:.Da» Gelen", Verlag Los. C. Hübet, Diejl« vor München, v-soi-sen. Luifen-Theater:„ver Strom". Höchste Theaterkultur im Zentrum, tiefstehender Schmrere- betrieb rn Peripheriebezirken gehört zum Bild« jeder Millionen- stadt. Und jede» Stammpublikum hat seine eigene Physiognomie. Der Zufluß von unaufgeklärter, ja völlig indolenter Landbevölke- rung wird bei einer Theatervorstellung offenbar. Diese ungehobelte .Naivität". Geist vom Geist einer gewissen bürgerlichen Schund- presse, will nur immer lachen. So lachte man denn auch am Sonnabend der Tragik in Max Halbe» Drama.Der Strom" zu. Solch Lachen ist tieftraurig. Wenn aber jene» Publikum nahezu ständia durch Bübnenbcarbeitungen von Hintertreppen- romanen der Scherl- und Ullsieinpresse genährt wurde, wie sollte e» zu besserem Geschmack kommen? Ob also klassische, ob moderne Dramen von hoher künstlerischer Prägung— alle» wird da mit Schmierenstücken bedenklichster Marke in einen Topf geworfen. Per- wunderlich ist da» freilich nicht allemal. Vom Ernst de» Lebens, von der feinen poetischen Stimmung im„Strom" blieb keine Spur. Hitt kriegte man nur den falschen Eindruck von einer ganz alltäglichen, brutalen ErbschaftSschleicherei und TestamentSfälschungSgeschichte— dank der„Aufmachung" de» Halbeschen Tramal und dank»er Tarstellung Ellh Arndts al» Renate schien da» der einzige Lichtpunkt zu sein. Und auch bei einigen anderen Mitwirkenden wäre zweifellos eine bessere Leistung zu erwirken, wenn künstlerische Anleitung und kunskrzieher'tfer Wille sich geltend machten._ ek. Notizen. «- Reichspräsident oder Reichlver weser? Der Deutsche Sprachverein regt an, statt Reichspräsident R.ichSpcrwcser zu sagen, da der Ausdruck Reichspräsident ein deutsch-sranzösischor Bastard sei und da» deutsch« Sprachgefühl verletze. — EinneueSastronomischesRieseninstrument. vor einiger Zeit wurde gemeldet, daß daS größte Fcrnrobr der Weit, der Söv-Zentimeter-Reflektor auf der Kount-Wilson-S'ern. warte, nach zehnjähriger angestrengter Arbeit fertig geworden ist. Jetzt teisi eine astronomisch« Zeitschrift mit, baß da» neuerrichicte astrophhsikalische Observatorium in Victoria(Kanada) sein größte» Instrument erhalten hat. einen Reflektor mit 180 Zentimeter Oe'rf» rang. — Der künstlich« Wurstdarm. Die erfintun�srriche Ersatzindustri« stellt setzt, da eS an Naturdärmen fehlt, künstlich« Därme her. Unter anderem gibt e» ein« Ksnstdarmart. die im Innern«in Gerippe au» Naturseide hat und im übrigen auS cirer präparierten Masse besteht, die entweder Fleisch selbst oder fleisch» ähnlich ist. Der Darm wird durch Räuchern aber durch Bestreichen mit Fett und Wach! konserviert Ter„Prometheus" hett hervor, daß diese KunfDärme den Vorzug haben, sich den an der Lust«!l- mählich etwa» eintrocknenden Wurstmassen dauernd anzui'chmrge». so daß sich Mischen Haut und Wurstgut keine Luftbeulen bilden. — Frankreich» Aufforstung. Di« norwRs'ch« WaG- gesell schast hat Frankreich da» Anerbieten gemacht. 900 Hektar fron- zösischen Boden» mit jungen Tannen aul norwegischen Pflanzu«- gen auszuforsten. Svenwell sollen auch norwegische Forstleute nach Frankreich gesandt werden, um die Arbeiten selbst vorzunehmen. Die Spartafsus-prozeffc begann«« Montag bor de« Strafkammern in Moabit. Zur Verbinde rung von Störungen waren starke militärische Vorkehrungen getroffen. Traurig, dah es dergleichen bedarf, aber.Politikern", die ihnen nicht genehme Zeitungen mit Waffengewalt unterdrücken. muß man ja solche Absichten auch gegen die Aburteilung ihrer Opfer zutrauen. Und außerdem gibt ei in Berlin Leute, die über Zeitungen verfügen und die zwar über solche Maßnahmen Zeter und Mordio schreien, aber ihre Veranlassung. zu mißbilligen nie ch« Courage haben. Luch auf ihr Konto find diese Opfer zu setzen! Dre erste Verhandlung endete mit der Freisprechung des ITjährigen Schülers D a n e ck i, der fich am Brandenburger Tor von Antispartakisten hatte anwerben und dann ungeschickt herum geknallt hatte. Diese Anwerbung ist jedenfalls auch eine nwrkwur dige Dache Die ist auf der Straß«'erfolgt und die mit Zufrimmuna der Regierung eingerichteten Stellen hatten mit ihr augenfcheinlich nicht» zu tun. Ter Journalist Peter Prangenberg war des Wider- stands gegen die Staatsgewalt, Aufruhr, der öffentlichen Zusammenrottung und des Land- friedensbrucht angeklagt. Nachdem er im Felde verschüttet worden und am Tt. November v. I. vom Militär entlassen worden war, ist er Ende Dezember nach Berlin gekommen, um der Jnter- nierung durch die Engländer in seiner rheinischen Vaterstadt zu entgehen. Hier hat er wiederholt im Asyl genächtigt und war den Tag in den Straßen herumgebummelt. Am 8. Januar, dem De- monstrationSsonntage. sei er in einen Zug von Arbeitern hinein- geraten, der nach dem Marstall zog und dort Waffen verlangte. Am Nachmittage seien zwei Mann in dem Marstall erschienen und hätten ..Verstärkung für Bürenstein" verlangt. Dieser etwa 80 Mann zäh- lenden Verstärkung habe er sich angeschlossen, da eS galt, die„Hetz- artikel" in der bei Büxenstein gedruckten.Kreuzzeitung", dem .Deutschen Courier" und den.Berliner Neuesten Nachrichten" zu verhindern. Richtig sei e». daß die Garagen erbrochen wor- den seien, auch habe man sämtliche Schränke erbrochen. Papierrollen wurde als Barrikaden aufgestellt. Aus dem Sause sei mit Maschinengewehren und Jnfanteriegewehren auf die Regie» rungStruppen geschossen worden. Auf eine Frage des Staat» anwaltschastSraiz Ghsan erklärt« der Angeklagte, daß er als Jour nalist mehr den Innendienst versehen. Zensur gelesen, Listen anfgeftelli habe usw. Er habe nur einmal auS einem Re- volver einen Schreckschuß abgegeben. Direktor Feld vom Verlage Büx-nstei» bekundet: Ll» er am Morgen de? v. Januar im Ver- lagShause erschien, habe er gehört, daß am Tage vorher die Sparta. kuSleute die Ausgabe der fertigen Zeitungen verhindert hätten. AI» die Zeitungen dann nachmittags trotzdem ausgegeben wurden, Habe fich gegen Uhr«ine Menschenmenge vor dgm Hause ange- sammelt und plötzlich seien zehn mit Handgranaten bewaffnete Leute in die Bureaus gestürmt, darunter der jeßige Angeklagte, und hätten erklärt, die Druckerei fei beschlagnahmt, alle Artikel müßten erst von ihnen zensiert werden. Am Dienstag wurden Ma» fchinengewehre in das Gebäude gebracht und am Mittwoch gaben die DpartakuSleute den Befehl, da» Gebäude zu räumen. Am Mittwoch nachmittag erschienen vier Bewaffnete vom Reoolutiootbureau i«„vorwärts" und verlangten die Herausgabe des bei Böxenftein gedruckten P a» p i« r g e l d e». Die Leute, unter denen sich zwei Russen und «in Mann befand, der mit.Doktor" tituliert wurde, nahmen schließ- lich von der Forderung Abstand. Am nächsten Tage wurde die Ga- rag« erbrochen, zu gleicher Zeit verlangten zwei Leute die Heraus- gäbe der Firmenstempel. Als ihnen die» verweigert wurde, setzten die Leute dem Zeugen die Pistole auf die Brust und richteten ein �chußfertigeS Gewehr auf ihn. An demselben Tage verlangten die SpartakuSleui« die Herausgabe der Ge. fchäftSgelder. Al» ihnen die Oeffuung des Geldschranks der- weigert wurde, äußerte einer der Leute:.Dann schmeißen wir einfach eine Handgranate zwischen!" Der Geldschrank wurde schließlich unter dem Zwange geöffnet und die Spartakusleute eigneten sich SZ00 M. a n, wofür sie eine Quittung mit der Unterschrist.Der rote Sol- datenbund" leisteten.— Der Angeklagte wendet ein, daß das Geld nicht von der Besatzung deS Büxenfteingebäude» in Empfang genommen worden fei, sondern von Leuten der.VorwärtS"-Be. satzung, welche extra zu diesem Zwecke herübergekommen waren. Der Obermaschmenmeister Spatt bekundet u. a., daß sich unter den Spartakusleuten auch ein russischer Jude befand, der sich eine deutsche Uniform übergezogen hatte. Der Betreffende, der sehr frech auftrat, sei dann nach der Erstürmung durch die RegierungS- truppen verhaftet worden. In der Begründung der Anklage führt StaatlanwaltschastSrat Ghsan folgendes auS: Der Angeklagte ist mitverantwortlich für das. was die Menge dort an Gewalttätigkeiten verübt hat. was er getan hat, enthält die TatbestandSmerkmale des Aufruhr» und des LandfriedenSbruch». Bei der Strafzumessung stehe das Ge- richt vor keiner ganz leichten Aufgabe, eS sei schwer, das richtige Augenmaß zu treffen, da beute dem Gericht nur ein einzelner Fall, ein einzelner Mann vorgeführt werden kann, welcher nur einen Teil jener gefährlichen Massen bildet, welche trotz de» geringen Bruchteilt, welchen sie in der Berliner Bevölkerung bilden, e» fertig gebracht haben, eine ganze Woche lang die Berliner Einwohner-. jchast in Schrecken zu versetzen und sie in ganz unglaublicher Weise zu terrorisieren. Da» Gericht müsse al» straferschwerend ferner be- rücksichtigen, daß sich der ganze Anschlag gegen«inen der fundomen- talsten FreiheitSgrundsätze, nämlich gegen die Preßfreihei't richtete, bloß weil es einigen Leuten in ihren Kram paßte, die ihnen unbequemen Organe mundtot zu machen. Der Vertreter der An- klag« beantragte schließlich 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und stellt« anHeim, die erlitten« Untersuchungshast anzurechnen. Der Angeklagte bat um feine Freisprechung, da er nur das getan habe, was in den ersten Tagen der Revolution als RevolutronSrecht angesehen und nirgends zum Gegen- stand eines Strafverfahrens gemacht worden fei. Da» Urteil gegen Prangenberg lautete a�f 0 Monate Gefängnis wegen Aufruhrs in Verbindung mit fckiwersm Hausfriedensbruch unter Anrechnung von 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Zu Beginn der Verhandlung gegen den Studenten Ap- pelt. der zur.Besatzung" des..Tageblatt"-HauseS gehört hat, be- haupte'en die Verteidiger Rofenfeld und Weinberg, die Regierung habe ihm Straffreiheit zugesichert, indem der Besatzung zugesagt worden war, sie würde im Fall der Kapitulation gleich Krieg»- gefangenen behandelt werden. Ebert, Scheidemann und NoSke sollten da! bezeugen. Ter Staaisanwalt erwidert«, der Vertrag habe nur die Zusicherung enthalten, daß die damals noch vorhanden ge er mit Wort und Schrift weiter gewirkt und fich schließlich dem Polizeipräsidenten Eichhorn zur Verfügung gestellt. lSIS sei ihm am Niederrhein von Engländern und Bel- g i e r n gesagt worden, daß die deutsche Revolution nur eine Schein- revolution sei, daß Ebert und Schetdemann noch am 8. November gegen die Revolution gewesen seien und dann sich an der Spitze der Negierung gesetzt hatten, ohne zu halten, was man von ihnen erwartete. Man habe auch gesagt, daß Deutschland nur dann AuS- ficht habe, Brot zu erhalten, wenn die Revolution eh r l i ch a r- bette. Die Bergarbeiter würden sofort arbeiten, wem daS feste Versprechen gegeben würde, daß die Bergwerke sozialisiert werden würden. H a a s e habe eS versprochen, aber Hasse sei dann zurückgetreten. Nach alledem habe er sich der Revolution angeschlossen und sich dem Polizeipräsidium angeboten, um nach besten Kräften mitzuhelfen, die Tinge in ruhig« Bahnen zu lenken. Er sei zu dem MossehauS geschickt worden, um dort nach seiner Absicht schriftliche Arbeiten zu verrichten. Er habe nach Möglichkeit alles aufgeboten, um Ausschreitungen, Plünderungen usw. zu hinter- treiben. E» sei im Verlaufe der Kämpfe einmal zu einem Waffen- stillstand gekommen zwischen dem stellvertretenden Oberkomman- bauten Kuhnt und dem Führer der Besatzung deS MossehauseS Trach. Danach sollte die Besatzung zugleich mit den Regierung», truppen die Sicherheit auf den Straßen übernehmen. Dadurch werde schon bewiesen, daß die Besatzung al» regelrecht bewaffnete Macht zu gelten babe und somit die rechtliche Grundlage zur An- klage fehl«. Am Abend de» 11. Januar sten n�r noch 14 von den ursprünglich vorhanden gewesenen LOO BesatzungSmannschasten im Sause gewesen. Sie seien dort geblieben, um daS Gebäude vor Plünderüngen zu schützen, Verwundete, Schwestern und Sanitäter, deren einer schon totaeschlagen worden war. in Sicherheit zu brin» gen. AIS er um 8 Uhr vom letzten Rundgang zurückkam, fei zwi- fchen beiden Parteien verhandelt worden zwecks Uebergabe an die Regierungötruppen und e» fei«in Vertrag mit Genehmigung von Ebert und Scheidemann zustand« gekommen, wonach eine ehren» voll« Behandlung al» Kriegsgefangene zugesagt wurde. Darauf haben sich die 14 Mann ergeben; sie seien nach der Reichskanzlei gebracht worden, dort wurde der Vertrag abgegeben; wo er«wer geblieben, fei unbekannt. Laut Vertrag feien sie während der Nacht gesondert von den sonstigen Spartakisten gehalten und am nächsten Morgen trotz ihre» Protestes nach Moabit in» UntersuchungSgefäng- ni» transportiert worden. Er selbst habe keine Gewalttätigkeiten bergangen und glaube nicht, gegen die Gesetze verstoßen zu hoben; denn er habe nichts weiter getan al» Ebert und Schetdemann sm S. November, die nicht unter Anklage gestellt feien. Der Staatsanwalt führt« auS: Wenn man auch zugebe« muß, daß�der Angeklagt« nicht zu der Sorte der gewöhnlichen Plünderer gehörte und von idealen Gesichtspunkten geleitet worden fein mag und polstische Gesichtspunkte möglichst beiseite gelassen werden sollen, so muß doch betont werden, daß der Angeklagte sich zum Mitschuld!» ge« der Leute gemacht hatte, die da plündern, Gewalttätigkeiten be- gehen und Blut vergießen; denn er habe keine Veranlassung ge- nommen. sich zurückzuziehen, nachdem er gesehen, wie sich die Sache bei Masse entwickelte. Er mutz nun auch seinerseits die Verantworl tung tragen. Was die Strafausmessung betrifft, so sei eine exemplarische Strafe geboten. Wenn irgendwo der Zweck der A b sch r e ck u n g gegeben sei, so fei eS hier der Fall. Ran lese täglich in den Zeitungen von neuen Unruhen und SpariakuSputschen und da müssen die Behörden zeigen, daß sie gesonnen sind, einem solchen Treiben mit aller Energie entgegenzutreten. Der Staats- anwalt beantragte«in Jahr Gefängnis. R.-A. Dr. Rosenfeld meinte, lediglich politische Gesichts- punkte feien hier in Betracht zu ziehen. Die Revolution vom S. Rv- vember hatte Erfolg gehabt, die im Januar aber nicht. Aber Revo- lution bleibt Revolution, ob sie nun von Ebert�Scheideman» oder von Appelt gemacht wird. Die Befugnis, mit allen militärischen Kräften gegen das MossebauS vorzugehen, fei NoSke in keinerlei gesetzlich vorgeschriebener Form erteilt worden und so habe er sich nicht in der rechtlichen Ausführung des Amte» befunden. Dem An- geklagten habe das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt. Hätte bis Regierung Ebert-Scheidemann, die jetzt aus den Ereignissen gelernt zu haben scheine, sich auf den jetzt in Bremen ein- genommenen Siandpunkt gestellt lden RosenfeldS Parteiorgan als höchste Niedertracht hinstellt. Red.), so wäre wahrscheinlich da» Blutvergießen vermieden worden. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen K 1151 St. G. B. und Tateinheit mit siH 124/126 1 und 122 II zu einer Gefängnisstrafe voo einem Jahr unter An. rechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft. DaS Gericht, so führte der Vorsitzende u. a. aus, lehn« es ab, sich eingebend in die politischen Verhältnisse zu vertiefen und zwar deshalb, weil es sich hier nicht um eine politische Behörde handelt, sondern um daS Gcrichi, für welche» nur maßgebend das Gesetz ist, we'cheS nicht aufgehoben, sondern noch in Geltung ist. Da» Gericht ist zu einer Bejahung der Schuldfrage au« rechtlichen und subjek» tiven Gesichtspunkten gekommen Der Angeklagte als Student der Rechte weiß, was �eine Beteiligung an Gewalttätigletten zu besagen hat. Gewalttätigkeiten gegen Personen und Sachen sind verübt worden. DaS Gericht ist rncht in der Lage, mit der Ver- teidigung darüber zu diSkutc-ren, aus welchen Gründen die Per- sonen, die die erste Revolution gemacht haben, nicht auch unter Anklage gekommen sind. Da» Gericht habe e» hier nur mit dem Angeklagten zu tun. Die Zusammenrottung hat bei dem Polizeipräsidium, welches die Zentrale wor, stattgefunden; sie hatte den Zweck, die Machtfülle der gegen» wärtigen Regierung zu stürzen. Die RegicrungStruppen haben sich in rechtmäßiger Ausübung ihres AmteS befunden. Die Frage. ob sich die Besatzung deS MossehauseS befugterwcise gebildet habe, ist verneint worden. Ter Polizeipräsident war abgesetzt tvvrden und gerade diese Absetzung war ja. der Anlaß zu der zweiten Revolution. Der Polizeipräsident hatte a'so keine Anordnungen mehr zu treffen. Zur Strafabmessung ist erwogen, daß dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine be- sonder» große Intelligenz mildernde Umstände zu versagen sind, andererseits daß er ein jugendlicher, unreifer, durch seinen Ge- sundbeitkzustand leicht reizbarer Mann sei und daß er, u m weiteres Blutvergießen zu vermeiden, aus eigenem Antriebe Mitteilungen über Atten- täte gemacht hat, die am Tag« der Wahlen zur Nationalversammlung geplant sein sollten.— D:r Ang'klagte, der berheratet ist. wurde auf Antrag der Ver» teidigung au» der Untersuchungshast entlasse». � Ein Kurier. Der Angeklagte Heizer Friedrich Böitger au? Spandau,� wefene Besatzung deS MossehauseS nicht nach KriegSgeb ratich 10 Iah t alt, gab an, daß er als Ü-Tootheizer im Kriege war| behandelt, d. h. al» Aufrührer erschossen werden solle; am 18. Dezember vom Militär entladen worden sei. Er habe dagegen sei von der Frage, ob sie den bürgerlichen Gerichten über- üch vergeblich übt Arbeit bemüht und fet schließlich, da er'sonst «lesen oder ob Amnestie gewährt werden solle keine Rede gewesen Er könne sich dafür auf eine authentisch« Erklärung der Volkibeauf» trag en stützen. De» Gericht lehnte die Antrage der Verteidiger al» rechtlich unerheblich ab. ES handle sich hier um eine einheitliche Tat. die schon konsumiert gewesen, al» die Abmachungen getroffen wurden, die durch die Anträge unter Beweis gestellt werden sollen. Der A n g e k Ts« t e. der Sohn eine? evangelische« Geistlichen, ist Student der Rechte und Nationalökonomie. Er ist al» Kriegs« freiwilliger zweimal ins Heer eingetreten und wegen eine» schweren Lungevtleidens entlasse« worden. Dann war er Hilfsarbeiter bei der Reich-belleidungSstelle. Aus Grund wissenschaftlicher Ueberzeuaung sei er Sozialist� An der ersten Revolution habe er nicht teilgenom- keine Verp'legung b kam. der V z l k» m a r i n"sd i v t s i o n im Marstall beigetreten. Hier sei er auch dem»Roten Soldaten- bund" beigetreten, von dem aus er nach dem Mosse-Hau» ge»! schickt Worten sei, wählend rndcre Trupp» nach dem Vor-' wär.tSgeSSi-de und nach dem Polizeipräsidium beordert wurden. Als sie in dem Mosse-HauS anlangten, sei bloß ein| j Ma�chinen-ewehr auf dem Dache vorhanden gewesen, so daß zu- erst Waf'en herangeschasst werden mubten.' Er sei dann Kurier geworden und habe den Verkehr mit dem Vor« wärt»- und Ullstein-Gebäude brsergt. Einmal habe er auch drei Schüsse au» ver ihm übergebenen Armeepisto'e abgegebm. jedoch nur in die Lust.— RechaktionDsekretär Max Martin bekundete. daß ein großer Tcil der Pulte. und Schränke gewaltsa» sei er erozianu. NN der ersten Nevoiunon hav« er nuchk reilgenom- rag ein groizer Tcu der und i�chryntt gewaltsa» men. D» die Ergebnisse der erst« Revolution nicht genügten, habe. geöffnet Word« war.— Tee Zeuge Pauk Block. Feuilleton. tedakteur de».Verl. Tagebl.". schilderte ebenfalls da» Aussehen der einzelnen Räume während und nach der Besetzung. Am 12. Januar habe er das Haus in vollständig verwüstetem Zustande wiedergefunden, merkwürdigerweise war jedoch an den Setzmaschinen oder an den Ttzpenkästen, was am meiste» be- fürchtet wo. den war, kein Akt der Sabotage oder Zerstörung ver- übt worden. An anderer Stelle war ein Geldschrank angebohrt worden.— Da» Gericht erkannt« wegen Vergehen» gegen die §§ 115 f und 124 und 125 auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Zwei Berliner Russen. Die Angeklagten, Arbeiter Felix F r i ck und Expedient Alfred Frick, sind in Berlin geboren, aber russische Staats- angehörige, da ihr Batcr,«in geborener Russe, sich nicht hatte naturalisieren lassen, obwohl er seit 86 Jahren in Deutschland lebt. Beide waren aus diesem Grunde nicht Soldat, wurden aber am 12. Januar, als sie sich auf dem Polizeipräsidium bei der ,.E i ch h o r n- G a r d e" meldeten, mit scharfgeladenen Ge- wehren ausgerüstet und an der Landsbergerstraße auf Straßen- Posten gestellt. Da sie mit einem Gewehr überhaupt nicht um- zugehen verstanden, wurde ihnen gezeigt, wie ein Gewehr gesichert und wie eS entsichert ist. Als ek abend» hieß, die RegierungS- truppen seien im Anmarsch, will Felix F. zu seinem Bruder ge- äußert haben, daß eS nun das beste sei, sich zu drücken. Sie hätten dann die Gewehre weggeworfen, al? sie an der Elisabcthstraße auf die RegierungStruppen stießen urid verhaftet wurden. Da» Urteil lautete gegen Felix Frick auf 8 Monate G-fängni». gegen Alfred F. auf 6 Wochen Gefängmi». unter Anrechnung von je zwei Wochen der erlittenen Unter- fuchungShaft. Seamtenstreik gegen Spartakus. We el, 8. Februar. Als Protest gegen die in Wesel vor, genommene Beaufsichtigung der Beamten durch die Sparta- listen bat heute vormittag die gesamte Beaintensibast die Arbeit niedergelegt. Die Spartakisten erklären öffentlich: Sollten gegen sie feindliche Handlungen vorgenommen werden, so würden sie gemeinschaftlich mit Hamborn die Gaszufuhr sperren und den Kohlenbezug verhindern. Tagung üer u. S.-Räte öer Provinz Sranöenburg. Am 2. Februar tagt« im Charlottenburger Rathaus die zweite Brandenburger Provinziallonferenz aller A.» u. S-Näie, auf der 85 von 45 Stadt- und Landkreisen durch 85 Bevollmächtigte ver« treten waren. In den Beschlüssen wurde besonder» darauf ver» wiesen, daß die Schaffung tiott 81.» u. S.-R. der ersten Notwendig» keit der Republik entsprach und im allgemeinen nützliche Arbeit ge- leistet wurde. Die Kontrolliätigkeit der rem politiichen Äü- und S.-Räte bei den Behörden sei daher solange fortzusetzen, bi« bei diesen die neuen gesetzmäßigen Kölperichafien auf Grund des allgemeinen gleichen und geheime» Wahlrecht« eingesetzt sind. Als besonder» wichtig wurde ferner hervorgehoben: 1. schleu- «ige Herbeiführung eine» Friedens, der Teutschland vor der Ver» gewaltigung schützt, sowie Förderung de» VölkerdundeS; 2. Schaffung einer Vollswehr noch freiheitlichen Grundsätzen zwecks Absetzung de» jetzigen bestehenden Heere»; S. weitgehendste Sozalisietung aller daiür reifen Betriebe; 4. Ausdehnung der durch die neuen Verordnungen— betr. Arbeitslosenunterstützung— zunächst nur für die Arbeiter entstehenden Arbeitspflicht auch arbeitsfähigen Per» joaen aller Schichten._ Kulturpolitische Aufgaben. In einer Montag abend von den Aeltesten der Kaufmannschast in der Handelshochschule abgehaltenen Versammlung sprach Kultusminister H a e n i s ch über kulturpolitische Aufgaben. Er sagte u. a..' die Regelung gewisser kirchenpolitischer Frage« betrachte das Kultus- mimsterium nicht al» den Kernpunkt seiner Aufgaben. In den Ve- ziechungen zwischen Staat und Kirche, besonders der evangelischen Landeskirche sei viele» reformibedürstig. Er, der Redner, fei fjr eine allgemeine Entstaatlichung der Kirche und Entkirchlichung de» Staates. Damit fei beiden Teilen gedient. Im Religionsunter- richt der Schule müsse jede Art von Gewissenszwang befestigt wer- den. Sobald wie möglich müsse eine pädagogisch-fachmännische Schulaufsicht an die Stelle der geistlichen Schulaufsicht trete«. Die stürmischen Tage der Revolution seien am wenigsten geeignet ge- Wesen zum Eingriff in da» diffizile Verhältnis zwischen Staat und Kirche, Religio» und Schule. Die provisorische Regierung habe ihr Mandat überschritten, wenn sie in diesen GewissenSfragen der Na- tionalverfammlung vorgegriffen habe. Obgleich er-- der Redner — jedem Dogmenglauben fernstehe, erkenne er doch an. daß wert- volle sittliche Kräfte auS der Religion quellen, die man nicht»st dem Dreschflegel totschlagen könne. Die ethische Kraft der Religion müsse in den Dienst der Lllgemeirtheit gestellt werden. DaS Kultusministerium beirachte eS als seine Aufgabe, da» IlntemchtSwesen in Einklang zu bringen mit den demokratischen und sozialen Nvtwendigketten. DaS Kulturleben in Preußen und Deutschland solle nicht in die enge Schablone der FraktionSpolitik hineingepreßt werden. Die geistig führenden Kräfte müssen ohne Rücksicht auf ihr Herkommen den ihnen gebührenden politischen Einfluß bekommen. VolkScrziehung im weitesten Sinne deS Wortes zu Pflegen, das fei die Aufgabe deS Kultusministeriums. Der So» zialiSmu» sei nicht nur eine ökonomische und politische Frage, son° dern auch eine Frage der Erziehung. Es müßten in erster Linie Persönlichkeiten erzogen werden, um eine reiche Auswahl führen- der Kräfte für das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben der Nation zu gewinnen. Im Ministerium würden sehr ernste Pläne für die Heranbildung eines intellektuell tüchtigen Führergeschlecht» erwogen. Tie Grundbegriffe der Staatsbürgerkunde und der Volkswirtschaft sollten in den Schulen von unten auf gelehrt wer- den. Auch eine Hochschule für politische Wissenschaften solle einge- richtet werden. DaS ganze Beamtentum müsse Volkswirtschaft gebildet werden. Nicht der lediglich juristisch gebildete Beamte dürfe das öffentliche Leben beherrschen. Durch die Erfüllung dieser Aufgaben werde daS allgemeine Wohl deS Volkes in weit- gehendem Maße gefördert werden. Die Bildung eines Garde-KerpSsoldatenretS wurde Montag von der Vollversammlung der Soldaienräte des G.-K. beschlossen. Von den sieben Mitgliedern sind sich» von der Vollversammlung der G.-K soldaienräte zu wählen, während daS siebente Milgliel vom Generalkommando zu stellen ist. Tie Zahl der Ersatzmänner wurde auf drei festgesetzt. Gewählt wurden: Platte. Stöcke!. Radecke, Teich- mann, Krebs und Tanalla. Zu Stellvertretern bestimmt wurden: Stall, Akbrecht und Rhinow vom Ersatzbataillon deZ Elisabeth- Regiments. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde mitgeteilt, daß der Kommandeur der 2. Gorde-Jnsanterie-Tivision den Soldaten- rat nicht anerkenne und infolgedessen.streike", indem er sich weigere. Schriftstücke zu unterzeichnen, die der Vertreter de? SoldatenratS als Toldatenrat mitunterzeichne.— SchließliS wurde noch be- schlössen, daß regelmäßig alle 14 Tage eine Vollversammlung der Soldatenräte des Gardekorp» stattfinde« soll, in der der Korps- foldatenrat Bericht zu erstatten Hot. HewerffchaflsbenMUNg Gewerkschaftsmitglieder! D-r Ausschuß der GewertschaftSkommission veranstaltet am Gonntag den 9 ffebruar. naivM'ltagS 2'« Uhr, im Zentral- Theater ifrüber Herrnfeld), Kommandanlenstr, b5, durcki Ver- miltlung deS Verbandes rur fföiderung deulliber Tbeaterkulilir eine SZorstrlhina- Rur Suffübruna aelanit:„Die Er,i>kniNfl ,ur Eh«' »oa Otto Eriib Harileben, Einlaßkarten a M. einschließlich kkleiderab laste können in unserem vuieau. Berlin 8V tS, Engel- »ser 15. t Treppe. Z mmer IS, den DienStast. vormittags 9 bis t2'/z und nachmittag» 4',,— s Uhr'N Empiang genommen werden Di« Mitglieder wollen sieb reckt, eitig mit Karten versehen. Die Plötze werden im Theater ausgelöst. Der AnSjchuß der Gewerischafiskommisston Berlins und Umgegend. G. Link. Ein- besonderes Kapitel bildet die Lage der kürzlich einge- stellien Kriegsbeschädigten. ES betrifft dies durchweg Leute, die jahrelang an der Front gestanden haben und die durch Per- wundung körperlich schweren Schaden für ihr Vaterland erlitten. Solche Leute bezahlt das K,-M. mit Mk. 249,— pro Monat für Ledige und Mk 309.— für Verheiratete abzüglich ca. 15 Mk. Ver- sicherungsbeiträge. Die Kriegsbeschädigten verlangen, daß ihnen ein halbwegs aukkömniliches Gehalt gewährt wird, nicht, daß sich auch jetzt nach der Entlassung vo.a Heere ihre pekuniäre Lage noch immer dauernd verschlechtert Nun könnte man einwenden, die Kriegsbeschädigten sollten fich durch ihre Leistungen erst zu besseren Positionen qualifizieren. Dazu darf aber heute schon gesagt werden, daß mancher Kriegsbeschädigter sehr wohl in der Lage ist, auch gut dotierte Stellungen auszufüllen. Tie Krieg?. beschädigten sind der Meinung, daß dieser Arbciterrat schleunigst anderen Herren Platz macht. Dorthin gehören Männer, die selbst Frontsoldaten waren und zu welchen man das Pertrauen haben darf, daß sie ihre berochtigten Wünsche verstehen und unterstützen. Streit bei der Korsettfabrik Arnold Obersky, Potsdamer Str. 78. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie daZ kaufmännisch angestellt« Personal obiger Firma legten am Sonnabend, den 1. Fe- bruar, die Arbeit nieder. Die Veranlassung ist die voll'« un° genügende Pezahlung bei der Firma. Die wöchentlichen Durch- lchnittSlöhne beiragen 39 Mk. Der Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter hat am S1. Januar an die Firma Forderungen gestellt, die in der Hauptsache folgende Be° »ingungen enthalten:..Für sämtliche Akkordlöhn« ist ein Zuschlag von 25 Prozent zu zahlen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen so- tvie daS kaufmännische Personal erhalten eine EntschulpungSsumme je nach Dauer der Beschäftigung bis zu SM Mk." Auf diese bescheidenen Forderungen hat die Firma trotz wieder- Holten Ersuchens weder schriftlich noch mündlich eine Antwort gegeben. Ein Versuch, mit ihr am 1. Februar in Verhandlungen einzutreten, scheiterte daran, daß Herr ObecSkh sich nicht sprechen ließ. ES ist also durch die Schuld der Firma dieser Streik nun» «ehr ausgebrochen und die Kollegen und Kolleginnen sowie das kaufmännische Personal beabsichtigen, ihre gerechten Forderungen mit allem Nachdruck zu vertreten. Wir bitten das kaufende Publikum, die Beschäftigten zu unter- stützen. Auch die arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, von dieser Notiz Kenntnis �u nehmen. Dre OriSaerwaliunge«. Pvrband de, Schneidtr, Schneiderinne» und KäschmititM Deutschlands. Verband der Handlungsgehilfe«. Klagen über die Zustände in den Abteilungen deS Kriegsministeriums, j. JB. im Nachweisebureau Dorotheenstraße, gehen uni von dortigen »ngc stellten zu. Wie«an uns mitteilt, sind auch hier seinerzeit Vertrauensleute und Arbeiterräte„gewählt" worden, doch würde «gen die Existenz der letzteren auch eine„Königlich Preußische Regierung" nichts einzuwenden haben. In den Betrieben tätige Damen traten vor 2 Jahre« und! fnihei mit Mll. 80,— MoncnSlohn ein. Bis heute haben die Bc- treffenden das„zulässige Höchstgehalt" mit Mk. 180,— pro Monat erreicht. Vie'e dieser Personen sind ganz allein aus sich ange- wiesen oder haben noch Eltern zu versorgen. Die Vertrauens- leute haben wiederholt versucht, Zulagen zu erwirken, der Arbeiter- rat aber erklärt alle Schritt« in dieser Hinsicht ohne weiteres als .aussichtslos". Wundern darf man sich über solche Aeußerungen des A.-R. nicht, wenn man weiß, daß derselbe aus Geheimräten und geheimen exped. Sekretären im K.-M. besieht. Lohnbewegung der Handelshilfsarbeiter in den Kauf- und Warenhäusern und Spezialgeschäften Groft-Berlins. Eine am Montag mittag 2 Ubr abgehaltene BeriraucnSmänner- Versammlung nahm den Bericht der VerbandSleiiung des Transport- arbeiier-BerbandeS entstegen und beschloß, bis Dienstag mittag zu warten, zu welchem Ze-tpunkt der Arbeitgeberverband der Arbeit- nehmerorgairtsation definitiven Bescheid geben will. Der oberflächliche Leser magS nicht merken, daß die unab- hängige Presse ihre Rolle schlecht spielt; der„ZeitungSpshchologe" jedoch, der Menschen und Dinge kennt, sieht in ihrem gegenwärtigen Treiben nur eine unehrliche Mimik, durch die der Gedanke des Sozialismus zu einem würdelosen Spiel herabgewürdigt wird. Porteinachrichten. Zur ErnigungSsrag«. Die von Mitgliedern der S, P. D. und der U. S. P. D. gegründete Zentralstelle f ür die Eins. gung der Sozialdemokratie hält ihre erste öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 5. Februar, abends 7 Uhr, in der Aula des Sophien-GhmnasiumS, Weinmcisterstr. 15, ab. Redner sind die Genossen Richard Bernstein(S. P. D.) und Tr, S. Nektriepk«(U. S. P. D.). Tie Tagesordnung lautet: Die Not- wendigieit der Vereinigung der Eoziald.mokratie. „Bremer Volksblatt". Unter diesem TitAl haben unsere Bremer Genossen jetzt ein »eueS Organ herausgegeben, haS die Politik deS MehrheiiSsozialiS» mutz»ertreten soll,»i»»Wremer Vürg«r»»itun>"»urd» ihnen ba- kanntlich t«rauit._ Echlechte Mimik. Alles, was di« Regierung Ebert- Scheidemann tut oder wach Auffassung der Unabhängigen oder seinem geistesverwandten Anhang zu tu-n unterläßt, erfährt in den Spalten der un- abhängigen Presse schärfste Kritik. Hierin spielt neuerdings die„Foeieit" eine hervorragende Rolle. Art und Ton der Kritik ist auf die beliebte Methode der„Roten Fahne" gestellt. Und der Beobachter gewinnt immer mehr die Ucberzeugung, daß die von dec„Freiheit" an allen regicrungssozialiftischen Maßnahmen geübte Kritik mehr eine schlecht karikierte revolutionäre Pose als eine ehrliche sozialistische Kritik ist. Mehr um ein widerliches Ge- bardenspiel Handel eS sich hier, den hyperrevolutiongren Kreisen zu gesallgn und sich bei ihnen lieb Kind zu machen.� Indessen, eS ist nicht so einfach, den„revolutionären Ton" zu treffen, und die„Freiheit", die sich als Organ der unabhängigen Sozialdemokraten und auch als Sprachrohr der Spartakisten zeigen will, muß noch viel lernen, damit ihre Mimik auch als naturgetreu gelten kann. Znöustrie unö Kandel. Die Börse. Tie Börse eröffnete am Montag in ziemlich lauer Haltung. weil die Sorgen über die Störung der Kohlen- und ElekiriziiätS- Versorgung fortdauerten. Außerdem herrscht eine unperkennbare, wenn auch eigentlich nicht recht begreifliche Nervosität wegen der spartakistischen Umtriebe vor. Der Einheitsmarkt war aber wieder recht fest, wobei sich die Kauflust besonders auf Textilwerte erstreckte. Vom EinheitSmarkt ausgehend, befestigte sich die ganze Börse im weiteren Verlaufe zusehends. Rauchwaren Walter fielen auf das Gerücht, daß die Gesellschaft dividendenlos bleiben würde, um 32 Proz., ohne daß da§ Angebot zu dem stark herabgesetzten Kurse Ausnahme finden konnte. Fremde Zahlungsmittel waren im allgemeinen unverändert, nur österreichische Kronen bröckelten weiter ab. Ter KurS für 100 Kronen ist jetzt 50,90 M., d. h. eine Mark ist zwei Kronen wert. Soziales. Baukontrolleure aus dem Bauarbeiterstande. Der StaaSkommissar für daS Wohnungswesen hat die Daupoli- zeihehörden darauf hingewiesen, daß eS. sobald die Bautätigkeit wieder in verstärktem Maß« einsetzt, geboten ist, der Ueberwachung der Bauten in'bezug auf die Einhaltung der Arbeiterschutzbestim» mungen erneut erhöht- Aufmerksamkeit zuzuwenden. ES gilt«, mit allen Kräften darauf hinzuarbeiten, daß den zahlreichen Menschen. Verlusten und körperlichen Beschädigungen, die der Krieg mit sich gebracht habe, nicht neue durch Unfälle auf Bauten hinzugefügt wer» den. Zu diesem Zweck ist besonder? dieBautenüberwachuna, die fast überall während deö Kriege» geruht hat, alsbal» wiedereinzuführen. Diese Kontrolle ist nicht nur behördlich auszudehnen, sondern auch da, wo schon Baukontrollbeamte vorhanden sind, durch Hin�uziehung von Bauarbeitern zu er» »eitern. Zu dwsem Zweck sind die Regierungspräsidenten und» der Polizeipräsident von Berlin vom Staatskommissar angewiesen worden, neben dem amtlich bestellten Daupolizcipersonal für die Bautenüberwachung einen oder mehrere au? dem Bauarbeiterstand« hervorgegangene Personen als Kontrolleure anzustellen, deren Auf» gäbe es sein soll, die den Bauten kontrollierenden Baubeamten zu unterstützen. Daneben sollen sie befugt sein, auch selbständig Revi- sionen vorzunehmen. Für diese Tätigkeit eine? BaukontrolleurS auS dem Bauarbciterstande wären in erster Reihe Bauarbeiter, die ihren Beruf nicht' mehr ausüben können, insbesondere Kriegsbeschädigte, heranzuziehen. Für ihre Auswahl soll in der Regel die Vermittlung der gewerkschaftlichen Organisationen in Anspruch genommen wer- den. Die Baukontrolleure sind amtlich zu verpflichten und mit einem amtlichen Ausweise darüber zu versehen, daß sie zur Bor- nähme von Revisionen auf den Bauten berechtigt sind. verantwi'NIia für Uolitir«rttfi ÄBtmtt, Pnltn; für den übrigen tetl»e» Wattes«Iftefc Schol», Neiif.'lln, für Anzeigen ZHrodor Slocke, Pfrhn Verlag Vorwörts-Verlag ffl. m d, H„ Berlin, Druck VorirSriS-Vultidruckerel«,» BerlagsanslaU Vau! Singer ll, Co in Berlin, Lindenflrabe 3. Hlcrzu l Llllage. AMmilM Elektrische (Zwisdi nsroefc) Kochtöpfe........ 45.— 65,— Plätteisen....... 56.— 75.— Wärmeplatten......... 56.— Oef$n........... 80.— 125.— Handarbeiten Korsette Handschuhe Leinen, grau, Weinitaubenmuster Mitteldecke hoxho cm.. 10.59 TischSäuter 30x135 cm.. 13.— KLsen mit R&ckwand... 18.75 Leinen, weiß, mit Hohlsaum Mitteldecke üsx«? cm.. 13.— Tischläufer 30x135 cm.. 15.— Kissen mit Rückwand.,. 14.50 Ersaitsioff, grau, leichte Zeichnung Mitteldecke 70x70 cm... 5.— Tischlauler 40x130 cm... 5.— Kissen mit Rückwand... 5.— KüchengamUur Etsaizsioff, gtau Besenhandtuch...... 8.75 Küchenhandtuch.... 4.75 Kuchentischdecke.... 6.75 Kestengai niiur Taschentuchkasten... 2.75 Krawattenkasten..... 3— Schleicrkastcn....... 4.50 Arbeit V Optiker Ruhnke verlangen Sie nach außerhalb foftenio« unleren Optometer zum Eegbübeftwimen paffender Gliiser nebft VerianMifte. c,«ck« saa>. ai�ankwyiog, negen S»,»MBtenfc, U, Mijt , leipzlg»,«tr. m, «uMriiur«Cr. i, Ä- tetfjijK > Me Ziege ffk. M,«hanffrest». n__ Saoaltksoitr. IM.«d,>»»«»,»gr. MW, frUHfeMtr.!«. e. Ser�heenffr. Seblaeberg: «Ivlffii A, am K»iler-»kIHelm-P1»h Fr1«d«naa; \ra! Cbarlottanfearf i .b»«.>.«»«i»•tSSl-Äf"•**" Wllaiorgdtn: N,abtiiat S»,cht»�h»ler«trasta e, «tr. atß, an der Uhlrnbftr.»ergstr. t, gegemider Vichartstr.«n«»hnhrf Z». Rhrtajk. ,a. W*ir� Nr. 63 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes vorwärts Dienstag» 4.§ebruar 1614 Groß'Serlln An unsere Leser! letzter Zeit ist uns eine derartige Fülle von Anfragen über ErtverbSloscnunterstützung, Äapitalabfindung, Anstedelung. Fa° »nilienunierstützung und Entlassungsgeld be�w.-Anzug zugegangen, datz wir nicht imstande waren, alle Anfragen einzeln zu beant- Worten. Wir teilen daher folgendes mit: Die zuständigen Meldestellen für die Erwerbslosenunter- ftützung sind in Stadtbezirke eingeteilt und auf jedem Polizeireu'er §u erfahren. DaS Bureau für ErtoerbSlosenfürsorge befindet sich Kaiser-W ilhelmstrast« AS. Di« Auskunft- und Prüfungsstelle für Kapitalabfin- dung der Kriegsbeschädigten und Kriegerwitwen ist Posistraste S. Die Auskunftstelle für Ansiedelungen Kriegsbeschädigter Prinzen- straste 7V. Die Familienunterstützung wird noch für die lau» sende und zwei weitere Monatshälften nach erfolgter Entlastung gezahlt. Entlastungsgeld und ein EntlastungSanzug steht nur den- zenigen Militärperfonen zu, die n a ch d e m S November ISIS entlassen sind. Dies bedeutet für alle diejenigen, die lange im Felde waren und einige Wochen oder Monate vor dem Ausbruch der Revolution reklamiert oder entlasten wurden, eine gross« Härte. Eine Aenderung dieser Perordnung ist aber noch nicht erfolgt. Pünktliche tvehaltszahlung scheint der Berliner Magistrat gegenüber den im Bureau« dienst beschäftigten Personen nicht für unbedingt nötig zu halten. Zum MonatSersten, wo die WohnungSmiete nach den Bestimmungen der meisten MietSverträge bis tS Ubr mittags bezahlt werden muss, will natürlich jeder rechtzeitig fein Gehalt haben. Da wäre zu er» warten, daß jedem fcbon am Monatsletzten das Gehalt ausgezahlt würde. Für d-n Berliner Magistrat sind solche Erwägungen wohl nickst massgebend. Au» den Kreisen der Bureauhilfökräfte peht uns die Klage zu, dass oft die Gehaltszahlung sogar erst einige Tag« nach dem Monatsersten erfolgt. Am 1. Februar gab es deshalb bei einer der Erwerbslosonfürlaraestellen grosse Erregung unter den im Bureau beschäfiigten Hilfskräften. Ei« setzten sich mit»er Zentralstell« in Verbindung und drohten, dass sie ibr« HauS- Wirte»cen der Mietszahlung an sie verweisen würden, Tai half, unk die Mahn'r erhielten dann ihr Geld diesmal weniastenS.schon am Ersten, Hoffentlich»eht man nun noch einen Schritt weiter und zahlt vom näckstten Mal ab das Gehalt am Tage vor dem Ersten, wie eS sich gebührt._ ..... Hundert Säugling« gehen setzt wöchentlich ,n Gross-Berlm zugrunde. Und da gibt«S M e n f ch e n in Deutsch- land, he die Ausfahrt der Schiffe um SebenSmittel nach Amerika I ab» eine Frage erörtern und von politischen Bedingungen reden. ErwerbSlosenfgrsorge. Künftig werden alle Anträge auf Er» werbSlofenunterstützung vom zuständigen Polizeirevier nachgeprüft. ob der Antragsteller gemeldet ist und ob seine Angaben über die Familienverbältniffe usw. zutreffen. Die bisher aestellten Anträge werden ebenfall» nachgeprüft werden. Stellt sich heraus, dass die Angaben unrichtig sind, so wird der Antragsteller von der Fürsorge ausgeschlossen. Ausserdem bat er Strafverfolgung zu gewärhgen.— Infolge der GaSspernstunden sind die Geschäfts- stellen der ErwerbSlofenfürforge bis auf weiicreö von« bis A Uhr wochentäglich geöffnet. Nach 4'/, Jahren Kriegsdienst einen Papieranzug! Ei» nach A'i, Fabren Heeresdienst entlassener Schlosser erhielt dieser Tage mit«einer Entlassung die Weisung, seinen Entlassung»- fliizug in der Lehrter Strasse abzuholen. Von dort sandte man ibn zur Kleist- und von bort wieder zur Turmstrosse, Nachdem er und einige Schicksalsgenossen dank der Rück» stchtSlosigkeit oder Unfähigkeit der betreffenden Stellen' »'/, Stunden in der scharfen Kälte auf den Strassen hatten Zeit totschlagen müssen, erhielten sie endlich— Papieranzüge. Wir haben das Zeug angsfeben. bloss vom Auf- und Zuknöpfen sehen die Knopflöcher sckon aus. aU ob sie mit Vorten besetzt wären. Es ist doch eine Schande, das* man die Verteidiger unseres Landes so behandelt, während gewisie Schieber, Reklamierte und dergleichen Duvrnde von Anzügen dabeim Hannen haben. Oder ist man viel- leicht der Meinimg. dass die Kriegsteilnehmer von ibrer Löhnung die 500— 600 M, ersparen konnten, die»in Anzug jetzt mindesten» Die Lersichmingsangestellte» der auswärtigen Gesellschaften hielten am Montag nachmittag im Köniastadtkasino eine Versamm- hing ab, in der Gen. Weiland vom Zentralvcrband der Handlungsgehilfen über den Erfolg de? genau eine Woche vorher beschlossenen und nun abgelaufenen Ultimatums Be- richt erstattete. Nach kurzer Debatte wurde mit allen gegen eine Stimme Kenntnis von der mündlichen Erklärung des Zentralv.r- bandeS für Privatvcrsicherung genommen, wonach sich die Direttio- nen bereiterklären, die in dem Berliner Vertrag vcreinbarten Eni- schuldungSbeträge zu zablen. Tie Versammelten fordern nicht nur die Anerkennung dcr EntschuldungSsummen, sondern die Ueber- nahm« und Durchführung deS ganzen Kollektivvertrages. Sie be- auftragen den Zentralverband diesen Vertrag dem Zentralderband für Privatversicherung unverzüglich zur Vollziehung der Unterschrift zu unterbreiten. Die Versammlung fordert weiter die Auszahlung der Ent- fchuldungSfumme bis spätesten? den 12. Februar ISIS. Tie Permehrung der Gemeindevertreter. Die vreussiiche Reoierung bat. wie wir eriabren, die in ibren ersten Verordnungen über die Neuregelung des Gemeindewablreckst« entbalienen Bestimmungen über die Erhöhung der Zahl der Ge- meindevertreier durch eine neuere Versügnng erläutert, wonach die Landgemeinden nich« an die im§49 der Land«emeindeordnung fest- gesetzie Grenze von 24 Gemeindeverlretcrn gebunden sind, sondern innerhalb de« von der RegierungSverordiiunq gozogenen Rahmens «nt'prechend der Einwohnerzahl BeweanngSsreiheil haben. Die bis» her'aen vestimmunaen der ReaieriingSverordniinaen waren in dieser Hinsicht un'lar. Einig« Gemeinden haben allerdings schon über die biSheriae Höchstzahl von 24 Gemeindevertretern hinaus erhöht und zwar Steglitz von 24 onr S4 und Lichierkelde von 24 auf 42, der Lichlerkelder Beschluß über dieie Aenderung der OltSiatzuna ist bereit« vom Telroiver ,Krei«auSschuh genebm'gt worden. Die Frie- driS«fe der Gemeindeveltrelunq bat im Gegensatz hieriu in ihrer letzten S tzunq einen Aiilrag, die Zahl der Gemeindevertreter von 19 auf 21 und die Zahl der Schöffen von 6 auf 7 zu erhöhen, mit grosser Majorität abgelehnt, stiitolge der'neuesten Verfügung der Regierung wätist in den mittleren Gemeinden Gross-TerlinS, wie zum Beispiel Tempelbof rind Trepiow, die Neigung der bürgerlichen Vertreter, die Zahl»er vemeindeveitret« über 24 hinaus zu er- höhe«._ Garnison» VerwaNnnzSbeamte, Bezirkskommando», alle aktiven Unteroffiziere der Armee und Mo- rineBerlinSu.U.: Versammlung im MarinehauS, Mitt- woch, S. Februar, nachm. 3 Uhr. Saalöffnung 2 Uhr. Der EinberufungScmSfchuss. I. A.: Aug. Koch. Tie Bestattung Franz Mehrings findet DienStag mittag» in Steglitz vom Schlosspark au» statt. Ein ,.PkrhastllngS".Abentcuer Richard Müller». In d« Voh. nung Richard Müllers, deS Borsitzenden de» PollzugSrat», erschien gestern ein Oberleutnant mit zwei Mann und erklärte, er habe den Auftrag, Müller zu verhaften. Ein-n schriftlichen Haftbefehl hatte er nicht. Müller ging in» Wachtlolal mit, wo seine sofortige Frei- lassung erfolgte. Inzwischen war der angebliche Oberleutnant der- schwundcn, er soll sein Begleitpersonal durch die Hergäbe von 20 M. bewogen haben, sein« Aktion zu unterstützen.— Dass un« legitimierte Leute in Uniform für 20 M. Soldaten kriegen können. die„Berhaftungea" vornehmen, zeigt wieder einmal die heilloS zerfahrenen Zustände, die auf diesem Gebiet eingerissen find. Drei Pers,nen vergiftet aufgefunden. Eine Familien- t r a g ö d i e hat sich Sonnabend in der Pasewalker Strasse 3 ab- gespielt. Dort wurden in der Küche der Frau Behlendorf diese, ihr 33 Jahre alter Sohn Bernhard und rhr 3 Jahre alte» Pflege- find Sclma Meissner besinnungslos auf dem Iussboden liegend aufgefunden. Ein herbeigerufener Arzt konnte bei dem Sohn und der Pflegetochter nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen,«vährend die Mutter noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Sie wurde nach dcm Virchow-Krankenhaufe gebracht, die beiden, Leichen wurden beschlagnahmt. In der Küche wurden Speisereste und Kaffee vorgefunden, die Gift enthielten. Nach den Feststellungen scheint Frau BeHiendorf sich und ihren Sohn und da» Pflegekind vergiftet zu haben, denn sie hatte vorher schon wiederholt zu verschiedenen Leuten gcäussevt, dass sie sich das Leben nehmen und ihren geisteskranken Sohn sowie das kleine Pflegekind mit in den Tod nehmen wolle. Ein Peckenfall in Neukölln. DaS vierjährige Söhqchen des in der Friedelstrasse 87 wohnhaften Kaufmann» Henkel erkrankte vor einigen Tagen; heute stellte der Arzt echte Pocken bei ihm fest, worauf er sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Familie H. darf 14 Tage lang die Wohnung nicht verlassen, alle übrigen HauS- bewohner werden sogleich geimpft und auch sonst wurden alle Vor» sichtsmassregeln getroffen, so daß keinerlei Besorgnis Platz zu grci- fen braucht. BSirdrrberstellnnskknrsc für Stimiiibrschädigte, deren Stiinm» und SpialbiunUion.ini Filde uo grlitlc» bat. weide» an der Utrversilät Beilw im Zniischttilenicltrr turch der Lektoi Dr, Trach abgehallen, Ii« sind auch i»gäng,ich tür nichtlludenti che Gaiihöier(Lebrer, Geistlich«. Furifte» u. a,). solcin diele Aiiegsici nebmer waren. Beginn tv. Februar. Met» düngen in der UnioersitötSregii'tr» ur. Die öffentliche vibliothck und Lesehalle, SO., Adalbertstr. 41, die jedermann zu un entgeltlicher Benutzung offensteht, ist i« Monat Januar von 9574 Personen besucht worden. In der A u S» leihbibliothek wurden 6251 Bände unterhallende und be- lehrende Literatur nach Hause verliehen. In der L e s e h a l l« liegen zurz:it 522 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung auZ. DaS Institut ist werktäglich von SVz bis 10 Uhr abend», Sonntag? von 9 bis 1 und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Eine WohllätigkeitSvorstellung für die Hinterbliebenen der während der Spartakuswirren gefallenen SicherheitSmannschafte« findet am Freitag, den 7. Februar, abends 6% Uhr, im Marmorsaal am Zoo, Eingang Kurfürstenstrasse 9, statt. Karten zu 10,», 6 und 3 M. sind bei Bote u. Bock und Wertheim im'Porverkauf. sowie abend» an der Kasse zu haben. DaS jüdische GenesungSlieim in Lefinii, wird voraussichtlich i» Frühjadr wieder eröffnet werden. Eingaben um Aufnabm« jüdische» Mädchen und Frauen sind möglichst jetzt ich'n an da« Bureau, Aalen- straße 2/4, zu richten, d> in den Sommermonaten des grosse» Andrang«» wegen ein Teil der Gesuch« abgelehnt werden muss. Berliner Lebensmittel. vi« Donnerstag wird in der 10S.. 174, und 216. vrotkommssfian«in« Dole Wur st brotaui strick(H'tfip« Biustwurst) veiteilt.— Bi« Donnerstag in der>60, itroiioinmiision und bis Freitag in der 158. rmd IST Brollommsssioii 125 G amm Käse. Tie U 2. P. in NowatveS. Ein märkifchrS Idyll. Zu der deutschen Nationalwahl wurden fall sämtlich« Bctried« in Nowawe» gezwungen, zu streiken. Wo sich vi« Arbeiter»«ige»- ten, droht« man sie am nächsten Tag« mit Handgranat»»«m« den Betrieben zu holen. T« bei den Buchdruckern der Firma Imberg und Leffvn. DI« Eis«nbahnarbeiter wurden vor da» Rathaul geführt, w» Guth und Neumann schnoddrige Reden vom Balkon de? Rathause» hielten nnd»a» übliche Gebrüll gegen Eb.rt und Scheidemann ertönt«. A'S in Berlin die EpartakuSwoche war, wurden die Arbeiter mit Gewalt aus den Fabriken geholt und mufften 7 Tage streiken. Am S. Ja- nuar wurden auf dem Friedrich-Kirch-Platz grosse Reden gehalten, nur den MebrheitSfozialisten Heilmann, der übcr die Vorgänge in Berlin berichten sollte, liest man nicbt reden. Neumann erklärte. ganz wie ein Dorfjunker in Sltpreussen,„hier dürfen nur Nown- wefer sprechen!" AlS Gen. Heilmann trotzdem versuchte, z« sprechen, gab Ncumann mll den Worten:„DaS isi der Heilmann von der I. K." daS Zeichen zum Angriff. Heilmann wurde von einer Horde II. S, P.-Leute überfallen und misshandelt. W» Genosse Pawlowitfch vom Metallarbeiterverband rief:.Kinder, aber nicht hauen," kommandierte Neumann:»Tu bist auch so ein Lumpl" und eine andere U. S. P.-Horde stürzte über Pawlowitfch her und verprügelten auch ihn. Einem Boten der Firma Imberg und Lefson wurden 30 000 Flugblätter für dt« Demokratische Part« geraubt und verbrannt. vom Balkon de» Rathauses hält man blutrünstige Reden mw brüllt»Nieder mit den Bluthunden Ebert und Scheidemann* und dann hat man den Mut von Einigung zu reden, inzwischen war freilich die Terrorherrschaft in Berlin niidergeworfen. Die Rei» wähl des Arbeiterrats wurde in einer Versammlung vorgenommen, die nicht genügend bekannt gemacht war, die MehrhcitSpartei wurde auSgrschloffen und nun verlangt man ein« Einigung! Trotz der wüsten Hetze haben die Mehrheitssozialisten 4310 Stimmen auss> gebracht. Bei der Preuffenwahl hat die U.<5. P. die meisten Stim- men verloren. Wir haben einig« hundert Mitglieder für die pole- tische Organisation gewonnen, der»Vorwärts" nimmt ständig a» Lesern zu. Die U. D. P.-Leute sagen, eS gibt keine Mehrheit»- fozialisten in NowaweS, aber sie wollen sich mit den nicht Vorhände- nen MchrhcitSsozialisten einigen! Drei U. S. P..Arbeiterrat« sitzen aus dem RathauS, zwei von ihnen bekommen 25 M. pro Tag und wenn sie ausserhalb deS Orte» auf Agitation find— da? sin» sie immer—, bekommen sie auch ein Auto zur Perfügung und er- halten noch 15 M. Aufwandsentschädigung! Auch Privatwege lasse» sich im Auto schön erledigen— die Gemeinde bezahlt daS Benzinl Herr Neumann bekommt pro Tag 15 M. und bezieht fein Gehalt Stlne kNensthenkinö. von Martin Andersen Nexö. „Hör mal." griff da der Sandhofbauer ein.„laß uns beide Alte lieber hinausgehen und die Sache besprechen. Sören— die Jugend ist beutzutage zu einfältig.--- Siehst du. ich glaube nicht, daß mein Sohn daS Mädchen heiraten wird, mag er nun mit der Sache zu tun haben, was er will," begann er, als sie draußen waren. „Tas wind er wohl muffen," enindert« Sören drohend. „Ja, steh mal, der einzige, der ihn dazu zwingen könnte, ist da»(Besetz— und da» hrt sie nicht, wenn iih sie recht kenne. Aber ein« andere Sache ist, daß— daß er dem Mädel diel- leicht zu einer ordentlichen Heirat verhelfen Sinnt».— Willst du zw«' hundert Taler haben ein für allemal?" Sören fand im stillen, daß das eine Menge Geld fvr ein »ksnde» Menschenwurm sei. und bneilte sich einzuschlagen, da- «rt dem Sandhosbauer sein Angebot nicht leid würde. „Aber dann dürste freilich nicht hinterm Rücken geredet, auf Verwandtschaft gepocht werden und dergleichen." sagte de? Sandhoibauer, während er Sören zum Tor hinaus- Segleitete.„DaS Kind bekommt den Namen der Dirne und hat keinerlei An'prüche an uns zu stellen I" „Nein, gewiß nickt!" sagte Sören und trippelte umher, um wegzukommen. Er hatte die zweihundert Taler in der Jnnerrtasche und hatte Angst, daß der Sandhofbauer sie zu- rückperlangen würde. „Ich schicke dir in den nächsten Tagen ein Papier zu, um deine Unterschrift wegen des Geldes z-u kriegan," sagte der Sandhofbauer.„E8 ist schon das beste, wir setzen eS gesetz- mäßig auf." Er sprach das Wort„gesetzmäßig" so breit und vertraut auS, daß Sören tn bißchen zusammenschrak. „Ja, ja." sagt« Sören bloß und trat in den Torweg, die Mütze zwischen den Händen. Er war sonst nicht groß darin, vor jemand die Mütze zu ziehen, aber die zweihundert Taler hasten ihm Respekt vor dem Sandhvibauer eingeflößt. Tie Leute vom Sondhos gehörten einem Schlag, der sich nicht d» mit begnügte, über den Zaun weg im Gebiet des Nachbarn einzubrechen, sondern der auch Ersatz leistete für den Schaden, den er anrichtet«. Sören rannt« üb« tot Selb« dahin.«» viel Seid hatten er und Maren noch nie besessen. Wenn er's nun bloß fertigbrachte, d-e Scheine ein bißchen hübsch vor sie hinzu- lagen, so daß sie recht nach etwas aussahen! Denn Maren hatte sich ja in die Sache mit dem HüfnerSsohn fest verbiffen. 3. Ein Kind ist geboren! ES gibt anderthalb Milliarden Stern« im Himmels- rmim und— so v el man weiß— anderthalb Milliarden Menichenwesen auf der Erde. Gleich viele von beideml Man sollte fast jjlcmbin, die Alten hätten recht, die meinten, ein jeder Mensch werde unter seinem Stern geboren. Ringsum in Huyderten von wertvollen Observatorien— d e auf der ganzen Erde angelegt find, bald in der Ebene, bald auf den hohen Bergen— sitzen hochbegabte Gelehrte, auSgerüstst mit den feinsten Instrumenten, und spähen Nacht auf Nacht in den Hinnnelsraum hinaus. Sie schauen und photographieren, ihr ganze» Leben lang beschäftigt mit dem einen: unsterblich zu werden durch die Entdeckung eines neuen Sternes. Roch ein Himmelskörper— zu den anderthalb Milliarden, bi« schon da draußen umherwirbeln. Jede Sekunde wird eine Menschenseel« in die Welt ge- boren. Ein nou-'S Licht wirb angezündet, ein Stern, der vielleicht ungewöhnlich schön brennen wird, der jedenfalls sein eigenes, nie gesehenes Spektrum hat..Ein neues Wesen, daS vielleicht(Vmalität, vielleicht Schönheit um sich aus- streuen wird, küßt die Erbe: das Niegesehene w'rd Fleisch und Blut. Kein Mensch ist eine Wiederholung anderer oder wird je selber wiederholt werben, jedes neue Wesen gleicht den Kometen, die nur einmal in aller Ew'gkeit die Bahn der Erde berühren und«ine kurze Spanne Zeit ihren leuchtenden Wog über ihr dahinziehen— ein PhvSphoreS- zieren zwischen zwei Ew'gkeiten yon Finsterni». Tann herrscht wohl Freud« unter den Menschen ob jeder neu angezündeten Seele? Um ihre Wiege stehen sie wohl mit fragenden Augen, begierig darauf. waS diese neue bringen wird? Ach, der Mensch ist ke'n Stern, durch dessen Entdeckung und Einreibung man Ruhm gewinnt. Häufiger ist er ein Schmarotzer, der friedliche, nichtSahnonde Leute überfällt und sich die Welt erschleichen muß— durch ein neun Monate langes Fegefeuer. Gott helfe ihm, wenn er obendrein seine> Papier« nicht im Ordnung hat. l SörineS Kleine hatte sich tapfer zum Licht de» Tage» durchgekämpft. Wie ein Lachs gegen den Strom springt, hatte sie alle Hindernisse genommen: Ableugnungen, Tränen und Abtreibemittel. Nun lag sie im Tage da, rot und runzlig, un-d sollte versuchen. Herzen zu erweichen. Die bürgerlich« Gesellschaft war schnell mit ihr fertig, sie war schlecht nnd recht ein Schmarotzergast. Ein neugeborener Mensch ist eine Zahl im Umsatz, die ordnungsgemäße vor- ' aussctzung für ihn sind Hoch, zeit und Gründung einer Hau»- lichkeit mit dem daraus folgenden Umsatz, da» heißt Wieg« und Kinderwagen und— wenn der Mensch heranwächst— Derlobungsringe, Ehe und wieder Kinder. Da? meiste von all diesem geht in die Brüche, wenn man wie Sorinet Klein« so armselig ist, sich außerhalb der Eh« zm Welt bring» zu lafssn. Vom erst«! Augenblick aa wunde ste danach behandelt, o-hsie weichliche Nücksichtnahine auf»Hw»arte Hilflosigkeit. Unehelich stand auf dem Schein, den die Hevmmne dem Lehrer ablieferte, als sie der Kleinen auf die Welt geholfen hatte, unehelich kam auf den Taufschein zu stehen. CS war, als ob sie alle ihre Gewalt an etwas ausübten, die „Madam", der Lehrer und der Pfarrer; sie waren die ersten, gerechten Räcker der Bürgerschaft und schlugen auS guter Gesinnung aus daS Neugeborene loS. Was half eS. daß daS kleine Wesen von einem HüstrerSsohn gezeugt worden war, wenn or sich nicht zu der Handlung bekannte, sondern sich loskauft« von Hochzeit und allem I Ein Unding war eS, ein Flecken auf der strebsam geordneten Gesellschaft. Der Mutter kam das Kind ebenso ungelegen wie allen andern. AlS daS Wochenbett wohl überstmiden war, entdeckte Söriue, daß sie ebensogut wie ihre Geschwister aus dem Hause gehen und dienen könne. Ihre Angst vor Fremden war voll» ständig verschwunden: sie n.chm eine Stelle ein Ende lanb» einwärt» an. DaS Kind blieb bei den Großeltern. Niemand auf der ganzen weiten Welt war entzückt von der Kleinen di» Alten an und für sich auch nicht. Xber Maren ging doch auf den Tpeicker und suchte ein« alte Holz- wiege hervor, die viele Jahr« lang zum Aufbewahren von Netzen nnd allerlei Gerumpel gedient hatte: Siren fetzt« neue Klötze unter die Gängel und Maren bracht« mit Mübe ihre alten geschwollen«« Bein« in Gang, um wieber h,e Wieg« zu treten.(Forts, folgt.) fco« der Neicks-Obst- und Gemlisestelle weiter. Eine Person genügt. um die Kontrolle deS Rathauses auszuführen. Ein Mitglied deS Arbeiter- und Soldatenrates mußte plötzlich seinen Posten verlassen, weil er gegen Gcmeindebeamte rabiat wurde und fie„dummer Junge, dummer Rengel, Lümmel" titulierte. Dieser dortreffliche U. meinde einzuwirken, indem diese Plötzich die Arbeit einst llten. weil die« Elektrizitätswerk die Forderungen der Arbeterlchaft nicht et« füllen kann, wenn dw Gemeinde ihr nicht einen höberen Strom» ei? zahle. Dieses Verhalten mußte bei den Gemeindevertretern erwunberung erregen, wenn man hört, daß die F v r b e r u n g e n er Arbeiter eine einmalige Summe von 8300 M. beträat. während die geforderte Erhöhung des Elektri, zitätswerke? über tcv 000 M. ausmache« würde. Daher wurde beschlossen, nochmals die ganze Angelegenheit in die Kam- missson zurückzuverweisen und der nächsten Sitzung Bericht zu er- statten. Groft-Berliner Lebensmittel. LZ'orienvors.Tüdende. Dienstag. v,n lt. Kebruar. und Mi twuch, den 12. ieebruar. nachmittags von 3— b Uhr, werden an Heim arbeiten de. land- Wwt ch ältliche Betriebe,.sseltungsboten und Inhaber von Wobnungen. die weder Gas noch eleltriche Anlagen haben. Petroleumich eine ver- ausgabt. Die Ausgabe erfolgt im PolizelbienstgeiZude, Limmer?. � Heute. Ticnsiag, von lS-�l an die hiesigen Pserde. und Rlndvlehbalter K r ai t s u t t« r. der Beniner 4S M. Aur geringer Vorrat. Berkaui im Limmer 20/21 de» Ralbaliscs Ausgabe de» FutlerS im Gvmnali»m. Sticke sind mitzubringen. Aus verlangen ist die LehenSmiitelkgrte al« Au», wei« vorzulegen.— Für Februar«erden zwei Päckchen H ü tz st o j! au«- gegeben. Nritz. Auf Abschnitt 20 für Kinder i« S. und 4. Ledenssadre'/< Pfd. Kchokolaoe. für Kinder im?. und?. L benSjabr« 100 Gramm reinen Zucker» uchtsast(laufende Milchtait« und v>iter Ausweis ist vorzulegen); oui itibschnltl fit l Paket SIreichbSIzer je Hausham, für Ga" Wirte und Gewerbetreibend« S Pakete je HauSbalt; auf SIbichn'U 22 20 Gramm Dauerwurst gegen eine Fl-ischmarte; aus Abschnitt 5H Sonder, uteiluna.— eibSnbia: Sauerkohl, Tomaten in Essig. Salzgurken und illipplssche ummernaufrus). Pankow, vom Donnerstag ab werden gegen Abschnitt SZ SSO Gramm Kunildoiitg ausgegeben. Groß-6erlmer parteknachrickten. Groß'Lerllner parielrersammlvageu. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahle». finden statt: DIenSta», den 4 Februar: S. Abt. Vj, Nbr. Ewald. SlfcSnIeinftr. g. S8. Dbe. 7 Ubr.«nla Wer Gemeindetebn'e vverfcerger Str. 37. SL. Abt. 7 Mr. Sera». Schöuhau,« Allee 134 d. Ziesercnt: «eroii« Koblenzer. 3t. Abt. S Uhr.«oldbach.»inetavlat, 7. Sy. Stht. VJ, Uhr. Zlula der 24«. Gemeinbeschnle. Zwingli, straste A7. 42. Abt. 7 Ubr Aula der Aeppelinschule. Ostend« Str. SS/4V. Aeserent; Genosse B» t t l o ch. 44. Abt. 7 Ubr. Pepiit. Stettiner Str. 19. 43. Abt.?'/, Uhr, Schulanla Gotenburger Str. S. 47- Slbt. 7 Mr. Aula Malplaauetstr.»g/Sv. 3Uf«w»{: Genosse Otto Frank 4«. Abt. 6% Uhr. Lchukaula Gchöningstr. 17» Weistensee. Morgen abend VI, Uhr in der.Alvenrose». Berkiner Allee 61 eMitgliederoersommlung. Stellungnahme zur Sem-inde« vexttetcrwahl und Ausllelliing der K-ndidalen. 'il Nieder'chönljausen. Morgen Mittwoch, den S. Februar, abend« VI, Ubr, bei R e i b e. Restaurant.Zum Sandba>«'. Saifer-Wilhelm-Str. 10: Mitgliederversammlung. Rufftellung der Kandtdoten zu den bevorstehenden Kemeindewahien. Drrsttew. Baumschulenweg. Mittwoch. S. Februar, abend« 7 Mr. Ansierordentliche Generalversammlung im Lokale der Rennbahn am Baduhsi Triptcro. Die be!'0>st-d-nden Dahlen zur Gemeinde» Vertretung. Res. Gen.«. G e r i s ch.« u i st, l I uz, g der«an, d i d o t« n Die M-.glleder. besonder» auch die Frauen, werden um voll- zShligeS Erscheinen ersucht. Adle» 4l>os. Heut«, S Uhr abend«, bei«auk.»iSmarcküraft«. Mit» glielerversammlung. Die bevorstehende Dahl der Gemeinde» vtrtreiung.«.»istelluiis der«anvidaten...«.». Um 7 Uhr findet m demselben Lolal Sitzung de»«ratzen vor» stände?. Plcheenb««. Morgen Mittwoch, den S. Februar, abend» 7*1, Uhr: Mitgliederversammlung in b«r Aula der Brls«schnle in Rummelibirg. Mar!tstrai>e 1. Die bevorstehenden Gemcmdewahlen. Rescrent: Genosse Otto yvhn. 2.«nssiellung der Kandidaten. 3. Wahl de, Delegierten zur KrclSlvissercn». Mitgliedsbuch oder Karte le'illmierl. Nicderbarnim. Eonnabend, den 8. Februar, nachmittags 4 Uhr. in Berlin, Sinbenstr. 3. 1. Hof 4 Dr., SreiStonferenz. Tagesordnung: Die Gcmeinbewahlen. 2 litreiSoiigeleaenbeilen. Jeder Ort ist verpflichtet, Delegierte ku entsenden. Mandate find von den Orlen selbst auszustellen. Der Kr>i?oorstand. I. V.: P. Gursch. MabnSderf. Frauenversammlung Mittwoch, b. Februar, «bends 8 Ubr. im Paradies, mten. Tagesorbnung:»Auch Frauen in der nere» Gemeindevertretung Redner: Fr. Dr. Eibcrskirchen und andere Kandidaten der J. P. Sriefkasten üer Neüaktion. Heut, ist die Juristisch« Sprechstunde von 3 di? 6 Uhr. E. v. 94. Pen Nachloh erben die Eltern. Diese sind jedoch de« ftnedeiichen Kurde gcaenüder u»terda>tspsiichliq. � Otto. Ertundigen Sie sich beim KriegSmwiNerium.— Rkln. 1003. Anspruch aus Rente habe« Sie nicht, stellen Sie jedoch ewen Antrag aus Foitsevung de» Heil- versahrenS an die 2-ndeSoersichcrunqsanstalt o er auch an das Dirello'.mm lür Angeilelltenversicherung, Hodenzollernoamm 124.— M. O. 23. Richten Hie ein Gesuch, wenn möglich unter Angabe von B welSmaieln an den ReichStvmmisiar zur Erörterung van GenatttärigleNen deutscher Ziock» Personen i> Feindesland, Serlm. Pol-damer Str. 38.— M. T. 27. Wenden Sie sich in beidenAngelegenbeiten deich ue> de übrend an das KriegSministcrmm. — u. O, 31. 1. Ja, loiern sich das Jahres inlomm n nicht um mehr o!« '/, vermsi den bat, 3. Filr da» lünstige Sieuerjabr kommt in Ihrem Fall, der mulmaziiche JadreSerlrag in Betracht. Sie müssen also bei der Ein- ichähung aus die veränderun Umilände hinweien.—»Beta». Er, kundigen Sie sich bei dem dortigen Wagistrat.— P. G. 183. Stellen Sie einen entsprechenden Antrag bei dem dortigen Bezirks.'ornmemdo.— R H. 31. Wegen der Unterslützmig wende» Sie sich an den Armen« Vorsteher, wegen der anderen'Angelegenheit an den Beürisoolsteh:r.— S-(S. 113. l. Die Jndad-richast geht aus samtliche Kinder über. Ihr« Frau tönnte die testamentarische Erbsoli« adleonen und das gesetzliche Pflichteil. d. 1 die Hälft« de« Erbteiles aus Grund gesetzlicher Erb olge ver- langen. 3. Rem. 4- Gütertrennung besledl lür die nach dem St. Dezember itzSV se chlossenen Ehen traft»eietz. Es kann jedoch Gatergememschast durch Sdeverlrag»erembarl«erden. 8. Dem Kinde Jonen*/p laU4 nich teiiamentar.sch etwa« anderes bestimmt ist.— O.'SO. 32. Rem, — vustedler 510. DaS ist nicht zu besürchten. R. 25. Rein.— 0. F. 85. Beschweren Sie sich unter Darlegung des Sachverhalt« beim ReichZmanneamt. Königin-Augusia-Str. 42.—- C. P. 124. U. E. Rein. C. f9. Die Forderung besteht noch zu Recht.— Karl 40. Die Be'drde- rung war unsere« Erachten« zulässig. Beschweren Sie sich bei der Ldee» poftdiretlion.— kg. W. Z. Ja. beim Bezirtstommando.— vi. 18. 1. und 2. Rein. Die Buchführung ist aber zweckmäbig, um sür den Fall zu hoser SteuerewschätzMlg bei der Reklamation BewsiSmiucl in Händen zu bade«. !L Bis 15. Januar.— Di. Z. 23. 1. Ja.?. Polizeipräsidium.».«oste» ind nicht weicnüich.»» Delervw 50. 1. und Z. Tie Ansprüche sind vu- a------' allen mangels Wetterverficherung. z Ja, sobald Zvo neue Beitragzwoche» " stcl stich.— Reulöll» 61/53. Rem. Wenden Sie sich an den dorUgen isttat.— Keimling. MuSlaucr Str. 1. Ja. 3. B-sirlSlommando, Ei«reral-Pape-Äratz«.— Lg. v. 29. 1. Sie können sich aus die Wahlord- nung berusea. 2. Ja. S. In Anllam Sofort nach Ihrem Eintieste» nehmen Sie Einsicht und verlange« eventuell die Rachtragung.— 0). K. 49. Richte« Sie Ihr» Anj.og» an das DemabümachungSamr. " 1- Ja. ein Antrag ist an den Truvven- . T. Z. Di« Zahlung desjenigen Betrage». erfolgt durch diejenigen Stellen, die die Arpctts- iosenunterftützung zu zahlen haben. Bei den. Meldestellen für die Arbeit»- ! losenunterstützung ist auch der Anspruch für den LohnauSiall, soweit ihn da» Reich zu Nagen hat, anzumelden. v>. x.«u. sluvien wie ourc Potsdamer Stt. 41.— A. 17. »eil zu richten. 2- Rein.— P. für den das Reich haftet, erfolg Vyewdsllz Lia Maskenball* Anlang 7 Uhr._ Schauspielhans Gespenster. Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am BD owplat». Direktion Friedrich KayUler. T/t Uhr: Luther. UircKt uii Max KeinnardL Oeutache» Thext.r. 7 Uhr: Unck das Llchl scheinet In der Finsternis. Mittwuch 7 Unr: Von morgens bis mitteraaebts. Kammer.piele. 7 Uhr: Zum ersten Male; Narrenspiel des Lebens. Mittwocn /Unr: üer Rurs des Apostels Paulus. Kleines Schauselellixua Fasanenstr. I. Poit 5. TL: Die Büchse der Pandora. Mittw. Vit Unr; 1)1« ÜOcbse der Pandor«. Tbtater 1. d. Di/.; C. i.teinnai u- K. oernau tr VJS Uhr: Mtulh. Mittwoch; Purpus. Komödienbans an aer Marscnallutucke »/«8 Uhr: Eselei. Mittwoch; Erdgeist. Dornt.: Tauende Nymphe. Berliner Theater t» um; Sterne, die wieder le uchte n._ [Resideuz-Theater. UotcrgrundUalitt Klo*ter»tralte Ausgang ätr.lauer S trabe. lä.llch Vi, Uhr: Das höhere Leben. Von hcniiann budermann. Hans. Arnstadt. Kau Clewing. Cug n Burg. Olga Limburg. j. i alaenstem. Emma Oedner. So a Valeltu Faui bilaL Tbsater der Friedrictistadt. Ecke Writbetd). u. Utuieniteafte. Rocbeu 8650. SSgiich Vif Zum 117. Mal«: Drei tolle Tage. upecette oüu y.�M'eRdon» Hclimuih.georg. to/aiiiaiia-iheater. 7'.. Uhr: ingust der Starke. Hose-Theater. Vi, Um: Zum leuten Mal«: JUa« Ur.imäderlUaa.. Morsen: Eis aufKhruna; Der Manu ohne vargaogenbelt. O�si p. q, i-ntur.-wiin. i neat. [utimes Tlieater am Nollendonplatt. Uülowstr. 6, LDtso« 2403. Das neua i Februar- Programm. Erstklassige Bpeziallt&tene Iie.alnc-Thestter Direktion: Victor Barnowsfcy. 7 Uhr; Per Kllnir. Mittwoch; Der Sehopfer. Donnerstag: Oer König. Deatarhe. Künstler- Theater. Allabendlich VI, Uhr: Nochtbeleachtniit._ "Trianon-Theater. Bhl, Prledrlehstr.Ztr.CWJS I Tägl 1*1, U. Heut« j. Hl. Male; Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Ida Wüst, Bruno Kästner, Hugo Flink. Frans Sehöntcld. Sonntag Vit: Johannisfeuer. Luisea-Theater. 7'/v Sonntags 7: Der Strom. Sonn- Q» Auf ailg. Wunsch. tag W. Lei te Au'fOirung Neue Heimat. Casino-Theater. Cochting. Str. S7. EllgL VA Ahr; Slur noch kurz« fielt Der erfolzrelchst« Schlag« I vorher d. neue Frbruar-Progr. Stg. 8*1, t Die welBe Dame. "Alexander-UübtsiilelB' 12 Alexanderstr. 12 4. b s 4. Februar: DagnyUBÄebre.,den Gr. Drama In 4 Akten rn. Max QDIstorfL u. d. gr. Boiprogramm .AnL«. S"""'. 4 Uhr�r Theater für vlenstax. oeu 4* Februar, Central-Theater ijh': Die Hose toq Stambdl. Dentarhcu Opernhaus 7 Uhr: Friedr.-Wtihrlmat.Th> V/, Uhr: Humen. DasDreimäilerlhaus l Teil. Kleines Theater. 'v unr: Tabula rasa. Homtarbe Oper JS!? SchwarzwalßmädEl. Lnatapielhaua ijffr: Die spanlsclie Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr je: Die Fascbingsiee. \eura Operettenbaus I Schitthauerd. 4a, Norden AI. unr; Die beosebe Susanne.| Ballett Chareli, neue Tanze. Palaat-Thoater J'l, pin Im Cat. Mutter Erde »chUler-Theat. Charl. t«/, wt: Hamlet. Her Film Zeltgemhlsle in 3 Akten. - UrottfWhruns: Tballa-Theator Polnische Wirtschait. zurzeit im Passage-Theater, Unter den Linden. Th.am Xollendorfplatz 7 uhr: Der Juxbaron. dae lOüfad) dewithrt« Mittel gklim ZzilWle sowie sch« Art M echten. wisA schnell, mich in alten Füllen. vtel« Anerkennungen und I Dankschreiben. Peobeflosch« 4 äfL.'/. Flasche 0�0 SÜ. SthältUch in allen Apotheke» | und Drogerien, wo nicht Theater de« W>«tena 7>/,U.: Sonnab. 4 Uhr: Aschenbrödel. Vallnor-Theator t«/, uhr: Geisha. Theater Frledrichstr. 4N. 1 Dir.: James Klein APOLLO JV« Sonntag» S'/gunö 1*1+ AOabendüeh die neue groSe Tarlett-Schan Unt irbaltungs-Rcftaurant Odfen-Berlln Jägerstr. 63 a. 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Müller& Co., Berlin-Friadenau. •Ralfct- Slllce 109. P erfand gegen Nachnahme ...Vorö'Knäer- fMittvi clmitt)TOGrfti im ö? �wiisc, Feia«cha.tt- misch.„(lOidrcse44. ßO Gr. Tu Pf. H. iiuttniann» neue verb.Pieltenm.(G schnitt lOOGramip 31. Gntttnnnns Mr. 1 (Tabak- und Woithßclir.l 05 Gr. 1�23 hl. in den ein- »chlägig. Geschhit- geg. Vorzeig, dieser Anzeige erbkltl. Wiedenrerknui. vorl. An�eb. D«rü«bcr- panfrszett flechn. tng� sind meine J'arkoa»u> das WeitmÖjrl. vorvolik. u. httiriedigeo jetst den anspnichvolist-Paucher. Jeder mache im eigenen Interesse einen Versuch. M. Gammno, Iterlin O»7. ss Alex.aii>!erstr. St!. Chai-Iottenbnrg;S Potsdamer Str. 12, Reisen cnrcicr geiuebt. MARMOP HAUS Direktion: Jleqbert Goidschmidt beröewalfigTfe Film aller Zeiten CAkf� verfafff und inarenicpt von Robert Reinert Die Handlung spielt In- Europa Indien China Admira.spalasL Anten r 8 Uhr, Sonntau 4 und 8 Uhr.| Ende 10 Uhr. I Prinzessin von Tragant. 1 Wer Ist die Schönste.-| Sajdah. Wirme a ti.en au' I allen P atzen.| Admirals-Kiuo Dr. Husum �Lebenswerk! . m i Hons Miere Odert. J ! Nasche HNte b.qualoollen. b«- ! sonbets nacht» unertritgi�einiG. de: ucker wir- ende„Orlindabaisem*. et: au... in nacii'act.iin ' vöiunn t cwäort'lt M 6,0: | C.jiei4cLBtrl.4a.if:ienbat,niU Peizwaren F 1000 at 155 M ) Rauch u. Schrnpfiabak i i » Für Wichrroezkitiiker 9-4. l ) M. tZuttmann, i zierlinv 27. 7IIeranderltr.Ni JC.W8n.WSi5 Dircksenstr. 20 dk Dahnh. Alenmderpla» u. Uelptbllb.- Amt Kit. 3208. . llr Damen Frauen-Bedienung. 8Uf ezaat fite alleÄzanleetafiea. Gr Lager in Bes« zen Ron. k czen ÜDllEÜ m d.a der Skunks, Aiglka. uchs u. allen so»- stiren billig. Peleartea. Um- arbetungen. £ftnehner- mei.wr Or. frank- furttr>tr. 99. am Strautberger Platz. 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AMerger mu Ii Suftsehiffer! j 5Ilt Sn merbtn> meinet. bjlei i|_._ H| bei vuftschllsifBadatllo» L Scmlienborl. �ah, Icheint vom CeglrfKommanbo autfteDen lassen ÄiliiStvapitrt und Unisormslücke mitbringen. i2B/t!f Jnspettion der Suftschiffertruppen. MMiU Nobile Löbnung. S M. TaaeSzulagr. außerdem nach Uebersckreiten der ReichSgtenze 1 M. läqiich- Zulage out baltischen Landedmiiteln. stamitienunietstützung. freie eie!pfleau»a, Vekitiduna und Unter- tunst. Spät» ÄnfiebiunnOmöalidjfeit im Baltenland». alle SBaffengntlunnen erwiinlcht. Stur mrbmmnlieBenbe, pflichirreue Soldaten werden angenommen. Uniformen sind mitzubringen l Anwcrbungsstclle Baltenland. AwelxWtvII« Nerlir»: ItalntraNev 1— tS(Ioaebtm- I?'rlvdrtel»-<»)ii»na»ia»i). Täglich g-1. Weitere Zweigstellen befinden sich außerdem in: Iitvl: Fridkfraße 7l l<«0' Hainm t. W.: LntherhauS, Sönigstraße IZ. Zß»nn»ver:> PodbielSkiftraßc 328. Vir»(Doima): vtlla Hampp 357(außerhalb). Yikloria-Füsiliere vor! Im Oiten brodf uns ichwerste täglich wachsende Ee'abr! Äuch wir pommeriche,, stllfiliere sind erneut zum Schutz der beimat- licken Nrenze nöiig. stilr uns gilt es vor allen Dingen, unsere Heimat- Provinz Pommer» vor polnischer Beroewaltiaung und Machtgier ,ii ichntze» Da» Regiment ruh feine allen bewäbrien Kämpfer iow>e alle anderen neuen Pommerniöbne und deutschen Männer jeden Berufes zum sofortigen sieiwilllgen Sinti ni auf. Bedingung,»: ») Der Freiwillige muß mindesten» stchS Pionaie gedient haben, hld- dienstiädig und moraliich rinwandsrei iein; d> Verpflichiung ans einen Monat vom Tag« deS Eintreffen» heim Regiment, ltlägige Kündigung am 1. und 15. de» Mvmtt»; oi Unterordnung unter die einoeietzien Borgeietzien. denen Soidalen» (Vertrauen«-) Räte zur Sei» sieben, und unier die Kriegsgesetze. Bebührniise: ») vssiiierr»»d Beamte mobile Gebnbimsie: hl Unteroffiziere und Mannjchaslci» mobile LKbnung na« den Tienst- giaben. mindesten» M M. monatlich, stußerde« 3 M Zulatze täglich vom Tage der Einstellung ab. Verpflegung und Nnterkuust frei. Berpflegungzansprüche: Gemäß MititärvnrsorgnnaSaesrtze für aktiven Militärdienst, stamtlienuntetstützung. Zuvaiidch,- und Älteröveiiorgang wie bei Dienst im atiiuen Heer. EntlasiunzSonzug ist mitzubriitgen. wird abgeschätzt und angelouit. Anmeldung: Werbestellr in der BilloriasK.iserne I rn Stellin. Körner- straß» 75. Srabagidäude Zimme 5 Meldezert von 0— kZ Uhr volmiltag». 2.30—4 Uhr nachmulag». Militälpapiere und polizeilichrs FührungSzcugnik mitbringe». gahrichein von nächster Dienststelle erbitten. 10VLD Stettin, den SO. Januar 191». Vusch, Sotdaienrat Kraehe, Over« und Reg>me»!»ie,tiima»denr. •0""!) yXinfa\\ fn 5� n d /iffparftlür-d�k flordJtu/fcfjeJfdfy/eifeirj/k Zel, Msr.tsj.lzo0.SSS5. Hollen elf. ioif. . 1 Wfvr Künstliche Zähne . 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Der zum Abgeordneten für die versafiunagebende deutsche Nationalversammlung für den Wahitrei» Berlin-ewählte Staatssekretär Philipp Scheidemanu hat die Wahl aboelehnL Der Wahlausschuß hat In der beutigen Sitzung den Minister «ugen Ernst al» den gemäß ff 21 de» Neichswablgesetze» an Scheidemann» Stelle eingetretenen Ersatzmann nach der durch den Wahlvorschlag Scheibemann gegebenen Reihenfolge fest- gestellt. Die» bring« ich HIermtt zur Sfferttlichen Senntni». Berlin, den 8. Februar 1919. Der Wahllommiffar für den Wahlkreis Berlin für die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung� Loehnlng, EtabtraL Bekanntmachung betreffend E meilhnng von 144 MloMlögen für hie Neuwahlen m StahiuerarhaeleaversMwiaaa in Berlin. Auf Grund der Verordnung Uber die anderweite Regelung de» Demeindewablrecht» vom 24. Januar 1919 Ist der Termin für die Neuwahlen zur Stadtverordnetenvrrfar Berlin auf Sonntag, den 23. Februar d. I., von vormittags 9 bis nachmittags 8 Uhr Bekanntmachung betreffend Erhöhung der Fleischwochenmenze. Vom 3. Februar d. 3. ab wirb die Fleischwochenmenge bl, auf weitere» auf 300«ramm fiir die voklfleischkarte bezw. 150«ramm für die«indersteischkorte srstges-tzt. Auf leben Fleischkartenabfchnitt(Fleischmarke) entfallen als» 5»«r»mm. Außerdem wird voraussichtlich in nächster Zeit vom Lebensmittelverbonb Grvß-Berlin im Einverständnis mtt dem Preußischen Stoatskommisfar durch Auslondswore in Form von Fleisch- AufstrichmlN«!» und eeqedenenfoll» ouch von T«igwor«» eine guwelsung rrfvigen können, soweit Grspornisse di»» ermöglichen«erden. Berlin, den 80. Januar 1910. Magistrat. Z.-Rr. 54 B. S. la 19. wermulh. illn, Kaffee-Ersatz. Artikel L In der gett vom 2. bl» S. Februar 202» eint ist jeder in Berlin, Ehorlottenburo, Perlin-Lichtenbero, l Berlin- Schöneberg, Berlin- Winnersborf und in den streifen Tettow und Riederbornim wohnhoste Inhaber einer stoffee- Srsotzkorte betu'"' Ar. 28 der«os Bezüge von stoffee-Gi Zur Entgegennahme der Bestellabschnitte find nur solche stleinhänbler berechtigt, die schon früher mtt staffee-Ersatz ge- handelt haben. Der Kleinhändler irechtigt, unter Vorlage de» B«ft«llobschulkte» stanee-Ersatzkarie des einem Kleinhändler suh zum lkaffee-Grsatz anzumelden. Artikel II. hat bei der Anmeldung Bestell- und Empsangsabschnitt der starte mit seinem Sternen und seiner ' i!e den vestellabschnitt abzutrennen und Adresse zu versehen, svi an fich zu nehmen. Artikel III. Dl« abgetrennten Bestellabschnitt, find, zu abaezähll und verpackt, spätesten» di» zni 202» einem zum Kandel mtt Kaffee-Ersatz zr 292» einem z Händler einzusenden. 9. 2., 4. 4., 10. 10., 4. 200«st» genau zum 25. Aebruar .,. J zugelassenen Groß- sBergl. Bekanntmachungen vom 11. L, Hot, sofern nicht !«u«m Ortes oder ' der abgestesertrn 29. 11. 1918). Artikel IV. Die Sinsendung der Bestellabschnitte persönliche Abgabe erfolgt, I« eil durch Wertpaket zu«folgen. Die Abschnitt« ist hierbei anzugeben. Artikel V. vom 50. Februar 202» ob kouu bei dem Händler, der den Sestellobschulkt>u«mpfouo ge- nommen bot. gegen vorluge de»«mpfougoobschuitt» Ar. 2» ein halbe» Pfund«offee-ikrsoh euwommeu werden. Der Kleinhändler ist zur Abgabe von Kaffee-Ersatz nur gegen Aushändigung de» von ihm gestempelten Empfangsabschnitte, berechtigt und ist zu dieser Abgabe verpflichtet. Sie Abgabe von»offee-Srsoh»or dem feftgesehle» Termin ist verboteu. Artikel VI. Der Abschnitt 17 der Kaffee-Ersatzkarte verllert am 28. Fe- .-jus Ihr--—-—- bruar 1919. seine SültigkelL ab Ware nicht mehr verabfolgt«erden. Aus Ihn darf von diesem Tage Artikel VII. vom Kleinhändler am lählt und verpackt und >en, dem Großhändler, n worden ist, einzureichen. Der Groß- ntte unverzllglich an ben Magistrat Kaffee-Ersatz. Kommandantenstr. 80.51, 5. mit von dem die Ware bezoi ändler Hot die«bi0 feriin, Abteilung fiir weiterzureichrn. Artikel VI». »leinhäudler, dl» gegen dl« oorsteheuden ve- sNmmuugeu oerfiahen. Insbesondere ourichtige An- gäbe« hinfichllich der Zahl der obgeNeferle» Ab- schnitte machen, habe» die zeitwelNge oder dauernde Auoschllehnng vom Handel mit»affee-ekrsoh za ge- märltgeu. Berlin, drn 29. Januar 1919. Magistrat .AMsllnn»: für Kaffee• Er«sts, 212 ßa. 19. L o e h n I n g.__ schützt Land und Zukunft mit der Waffe. Die Deutsche 31. Inf.-Div. Abt. Lflttwltz braucht Euch Mobil« LOhnung, S Mark Tageszulage, Unterkunft u. Verpflegung Werbebureaus: Ranfeestraße 34, V. Potsdamer Str. S. flaleasee, Westfälische Str. SQ. SV, Tempellnler Ufer Zt. IV, Ratbenover Str. Sa 106üO» gegenüb. ck. Kriminalgericht. stattfindenden Wahlen versasiunggrdende preußisch- »«MmmmMM H ea t Das grCBte ■ i—_ mmmm immch Sittenbild Neu! Frankrclefan. BALZAC. Glanz und Elend der Kurtisanen mit Bildern von Lutz Ehrenberger. Preis M. 12,-. Der gewaltige Roman enthält alle», was ein Menschenleben an Gefühlen berren kann:.... Freude, HaS, Taumel, Verbrechen, rflhrerd schöne Innigkeit.Torheii, Streben, überschäumender Humor.... Ks bedarf der Empiehlungen nicnL Niemand, der es gelesen hat, kann sich der Macht des herrischen Genies entziehen. Von Balzac ist ferner erschienen: Die öroliigen GescMehteo des Berra um Balzac mit berthmten Bildern von Der«. Preis M. 12,-.• „Literarisch« Echo",... Balzacs ergötzliche O»- schichttn sind kein« ZottnhistOrchcn, es sind Geschichten der menschlichen Torhelten und Laster, doch auch der unverwüstlichen Gesundheit. Nehmt sie so, und sie werden mehr sein als prickelnd« Unterheltuag. Za beliehen durch; Taster* Co., Berlin» 9. Kdtkencr»er. K. AMlg. 5 festgesetzt Für die Vornahme dieser ersrmallg ist die Wahlordnung für die llandesvcrsammlung mtt der Maßgabe'anzuwenden,' daß an Stelle de» Wahlkommissar» der in den Gemeinde- Verordnungen festgesetzte Wahlvorstand tritt. Bei den erst» maligen Wahlen find die Wählerlisten zur preußischen Landes- Versammlung zu verwenden. Die Mitglieder der Gemeinde- Vertretungen werden in allgemeinen, unmittelbaren und ge» Heimen Wahlen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl ge- wählt Jeder Wähler hat eine Stimme. 2Bahlbernhtigt und wählbar find alle km Besitze deutschen Reichsongehörigkeit befindlichen Männer und der !en. »Ig« ein«, rechtskräftigen Urteil» der bürgerlichen chie ermangelt »eiche da» 20. Lebensjahr vollendet haben und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte find. Bon der Ausübung de» Wahlrecht, ausgeschlossen ist: h wer entmündigt ist ober unter vorläufiger Dormundschast steht: 2. wer infolg Shrenrechi: Ss find 144 Stadverordnete zu wählen. Di« Stadt Berlin bildet für die Wahlen»inen Wahlkreis. Die Wahlberechtigten werden hierdurch aufgefordert, die Wahl- Vorschläge an da, wahlbnreau de» Magistrat», Straiauer Straße 44.45 I, Berlin C 2 diS spätestens 16. Februar 1919 zur Prüfung und zur öffentlichen Bekanntgabe der zugelassenen Wahlvorichiäge einzureichen. Verspätet eingereichte Wahl. Vorschläge finden keine verücksichkignng. Dir Wohl- Vorschläge müssen von mindesten, 100 nn Wahlkreis zur Aus- Übung der Wahl berechtigten Personen unterzeichnet fein. Dir Unterzeichner sollen ihren Unterschriften die Angade ihre, Be- rufe» oder Stande, und ihrer Wohnung beifügen,«lcichzeiti» mtt ben Wahlvorschlägen find Bescheinigungen der»emeinbe- behördrn(Wahldureou be» Magistrat») vorzulegen, daß die Unterzeichner In die Wählerlifte aufgenommen worden sind. * al» 144 Ramen enthalt«». Bewerber mit Ruf- und ,. Stand oder Beruf sowie it Wohnort s» deutlich angegeben werden, daß über ihr» «rsöniichkett kein Aweifel besteht Sie sin» in erkennbarrr eihenfolpe auszufilhren. -' IIb ein« Erklärung — w v.—__--.__ über seine gustimmung zur Ausnahm, in den«ahlvorschlag enzuschiießen. fin der Stadl Berlin darf d»a SooitlM nur einmal s-rseschlagen werden. Mehrer« WahlvsrschlSg« könne» miteinander vertznnden «erden. Die B-rdindung muß von den Unterzeichnern der betreffenden Wabworfchläge oder ihren Bevollmächtigten über- einstimmend spätesten« am 10. Februar 1919 bei mir schrifilich erklärt werden. Verbundene Wahlvorschlage können nur gemeinschaftlich zurückgenommen«erden. Die verbundenen WahloorschsT grlten den andern Wahloorschliigen gegenüber al» ein Vorschlag. Zeder Wahlvvrschlag darf nur einer Gruppe von Ott» dundenen Wahlvorschliigen angehören. Zu jedem Wahwvrschlage soll ein Berttauensmaun bs- zeichnet werden, der fiir die Berhandlungeu mit dem unter. zeichneten Kommissar zur RÜchiahme de, W-ihivorschlag» sowie zur Abgabe und Rücknahme van Berbinbnngserklärungcn de- vallmüchtigt ist. In derselben Weise kann ein Stellvertreter de» Vertrauensmannes bezeichnet werben. Fehll die Äezeichnuna de» Vertrauensmannes, so gilt der erst« Unterzeick ner-l» solcher. Berlin, den 8. Februar lllliL Ter»arnmissor des Magistrat». L»« h n t n g. Stadttat Keine Beate -Abend vou Or. Alfred Meistersaal, KSthener Karlen l vis 4 Mark. DlNl� b » Straße 38. Abendkasse. Bürgerliche -e In erstklassiger Ausführung zu soliden Preisen liefert unmittelbar ab Fabrikgebäude an Private MObel-Großlager Berliner Tischler- u.T apezierermeister 1 I Ulbert Gleiset j 21«— S 2—» T* 7 7 A 1a— tm—-4 am« Z J w Berlin C 33» Alexanderstr. 42 Alexander�latz Wir unterhalten noch eine reiche Auswahl In erstklassigen Möbeln bis zum Auserlesensten. 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