Pr«7. Ste.gnlitg. BezugSvreiSi 8l»rteIiä6rLli75 Ml. monatL2.2ö Stt trettnS öauä. voraus, abibal� Einzelne Nununern lv bieiunq. Poiidezug: Monarch iliB Ml. erll. ZuitellungS. gediivn linier»ireu>banv lür Deutsch» ianv u. Oeslerreich-Ungarn ö.SO Mi. für das übrige Ausland S.bO MI. bei täglich einmaligei isuiiellung 7.60 Ml. Zjolldeneuunaen nehmen an Däne- mar.. Holland Luremvura. Tedweden und lue Schweiz Eingetragen m dt« Soil.-elmnos»i>relslllte. Ler.SorwärtS'ericheint wochemäglich zweunal. Sonntag!, eliimw. Morgen-Ansgabe. Telegramni-Adreff«: »Sozialdemokrat Berlin�, c üT) Nerlinev Volksblatt. Anzciiicnvrcis: Die achtgcivaltene �lonpareillczeile idilet dv itjsg..itleine üln'eigcn", das-ellaediucklc Lori SV Plg. zulässig L settgedrulllc Woric>. ledec weitcre Wori W Big. Siellengeluche und Echlafsiellenanzeigen das erne Wo« 30'Big., iedes tocilccc Worl 16 Bf«. Worte über 15 Buchilabcn zählen für zioei Worte. Teuerungsznichlag 70«.». Kaniilien-Anzelgen. oolitilchc und gewerlichaitlichc Vereins> tlnzeige» KV Big. die ficile. Anzeigen'ür d-.c nächste Rümmer müssen bis ä.Ihr nachmtiiags im Hauvlgeichäft Serlin EW. 58. llindenstragc S. aorcacbeu «erden,©cöfsnci aon U llbr früh b>» L Uhr abeudS. ZentralorgM der rozialdemckratifchen parte» Deutfdilands. Reüaktion und Expedition: SW. öS» Lindenstr. 3. aerusvrecher: Amt Moriupla«. Nr. l..» I DO— 151 97. Donnerstag, den 6. Februar 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H.» SW. öS, Lindenftr. 2. Fernsprecher: Amt Mortnplats, Nr.»17 33—5». Die Internationale über den Völkerbund. Sern, 5. Februar.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- Agentur.) Der Präsident der von der internationalen Sozialisten- tonserenz eingesetzten Kommission teilt mit. daß die Kommission sich aus den Text folgender Resolution geeinigt hat: Die Bereinigung der Böller zu einer innigen Gemeinschaft ge- hörte von jeher zu den vornehmsten Idealen der Sozialisten-Jnter- nationale. Dieses Ideal entspringt einer So l i d a rit fit der Proletarier aller Länder und aus dem sozialistischen Endziel, das sich nicht national, sondern nur internati o- n a l verwirklichen läßt. Der Weltkrieg hat dieses sozialistische Ideal der Gesellschaft der Nationen zu einer dringenden Aufgabe der Gegenwart, auch für die nicht sozialistischen Parlamentarier gemacht. Er hat gezeigt, daß bei der heutigen Höhe der militärischen Technik und des Bcrkehrs jeder Krieg die Tendenz hat, die ganze Welt in zwei feindliche Heerlager zu entzweien» die gegeneinander mit den grauenvollsten Mitteln der Kriegführung bis zur völligen Er- schöpfung sich bekämpfen. Der jüngste Krieg hat die Welt an den Rand des Ab g r u n d S gebracht; der nächste würde sie völlig vcr- nichten, und schon die Vorbereitungen zu einem neuen Krieg würde die Welt zugrunde richten. Dieses Unheil kann nur gehemmt wer- den durch Herbeiführung der Gesellschaft der Nationen. Dir Gesellschaft soll von den Volksvertretungen der vcr- schiedenen Länder gebildet werden. Sic muß ausgehen von einem R c ch t s f r i e d c n, der keinen neuen internationalen Konfliktstoff hat. Tie auf dem Grundsatz der Selbstbestimmung der Völker auf- gebauten Staaten müssen in die Gesellschaft der Nationen aufge- nommen werden. Alle Mitglieder der Gesellschaft haben die gleichen Rechte und die gleiche» Pflichten zur Durchführung ihrer Aufgaben, und die Völkerschaften, die noch nicht zum S e l b st b e st i m- m u n g s r c ch t gelangt sind, sollen von der Gesellschaft der Ratio- nen geschützt und dahin entwickelt werden, baß sie die Fähigkeit er- langen, Mitglieder der Gesellschaft freier Völker zu werden. Die erste Aufgabe der Gesellschaft ist es, neue Kriege und Kriegsrüstun- gen zu verhindern. Sic muß Einrichtungen schassen, die durch Vermittlung und Schiedsspruch alle Streitigkeiten zwischen den Völkern entweder verhüten vdcr beilegen können, auch solche Fra- gen, die alS Lebens- und Ehrcnfragen bezeichnet werden. Dieses Schiedsgericht muß die Möglickikcit haben, jederzeit Grenzbcreini- gungen unter Befragen der Bevölkerung vorzunehmen, wenn solche notwendig werden. Die Gesellschaft der Nationen hat alle stehenden Heere aufzuheben und schließlich die völlige Abrüstung her- beizufübrcn. Solange eine bewaffnete Macht durch die intcrnatio- nalcn Verhältnisse notwendig ist, soll sie unter dem Beschl der Gesellschaft der Nationen stehen. Sie muh über die Mittel ökonomischen Druckes verfügen, um die Durchfüh- rung ihrer Entfchridungen erzwingen zu können, wenn es notwen- big wird. Wo Zolltarife bestehen, sollen sie abhängen von der Zustimmung der Gesellschaft der Nationen, und die Gesellschaft soll internationale Verkehrswege und Verkehrsmittel direkt in ihre Ber- waltung übernehmen. Tie Gesellschaft der Nationen muß Befug- nissc bekommen, die ihr gestatten, sich zu einem Organ zu ent- wickeln, welches die Erzeugung und Verteilung der L e b c n s- mittel und Rohmaterialien der Weltmärkte und ihre Pro- duktion im höchsten Grade zu entwickeln in der Lage ist. Zu den gemeinschaftlichen Funktionen der Gesellschaft der Na- tioncn gehört anch die Herstellung, Weiterentwicklung und Durch- führung eines intcrnaiionalcn Arbeiterrcchts. Tic Bildung der Gesellschaft der Nationen wird jetzt erfolgen unter dem Drucke der Nachwirkungen des Krieges. Die Gr- fcllschaft wird sich indessen später, wenn die Nachwirkungen an Kraft verlieren, günstig entwickeln»nd ihren großen Aufgaben gc- recht werden können, wenn das intcrnativnale Proletariat mit voller Macht hinter ihr steht und sie vorwärts bringt. Je kräftiger die proletarische Bewegung in anderen Ländern, je mehr Möglichkeit der Entwicklung der internationalen Aufgaben, je entschlossener das Proletariat in jedem Lande jede Machtbefugnis der eigenen Regie- rung bekämpft, jr mehr vom Sozialismus an der Verwirklichung »nd kraftvolle» TnnlffüHrung der internationalen sozialen Ideale gearbeitet wird, um so kräftiger und lcbcnSreichcr werden die Wir- knngen der Gesellschaft der Nationen sich gestalten. Eine Resolution der deutschen Tclegation. Tie deuische Delegal'ou brockte folgende Neiolution zur Denkickrist betreffend die schleunige Rückgabe der deutsche» Kriegsgefangenen ein: Die Jiileruanouale Cozialistenkonser nz erklärt: die Vertreter der Arbcilerklasi? aller Länder baden dafür zu wirken, dah mil der Beendigung des Krieges alle Maßregeln, die aus Anlaß des Krieges erlassen, oder die infolge des Krieges enlstauden sind, und die den Arbener in der Auswähl der Arbeit oder des Ausenl- haltSortes beschränken, außer Kraft lrelen. Kein An- gehöriger eines anderen Staates darf aus dem Grunde von der Rückkehr in de» HeimatSstaat zurückgehalten werden, weil er als Zivilinternierter oder als Kriegsgefangener in die Gewalt eines anderen Staates kam.— Die von den Militaristen in Frankreich geforderte gewaltsame Zurückhaltung von einer Million Gefangenen wird in Millionen Familien Trauer und Haß gegen den Gewalt- habcr erzeugen, der im zwanzigsten Jahrhundert freie Menschen in Sklaven verwandelt und Mißstände erzeugt, die man im grauen Altertum bei barbari cken Staaten gekannt hat. Das LoS der Sklaven wird das Mitleid aller iüblenden Menschen hervorrufen und Slimmungen erzeugen, wie sie sich einst gegen die Sklavenstaalen in Amerika wendeten Dauernden Sckaden werden von der Sklaverei neben den Sklaven die freien Arbeiter Frankreicks haben, denn, wenn in der Zeil, in der die Arbeiter ihre Arbeits- und Lohnde- dingimgen der veränderten Kaufkraft des Geldes anpassen sollen, die Arbeit von l Million Sklaven wie ein Bleigewicht auf den Arbciismarkl drückl, weiden die freien Arbeiter, die mit diesen Sklaven konkurrieren sollen, in ihrer Lebenshallung so herabgedrückl, daß sie dauernd PariaS in der Armee des europäischen Proletariats bleiben. Hermann Molkenbuhr, Hermann Müller, Olto Wels, Wilhelm I a n s o n. Karl Hübsch, Hermann K u b e. der Internationale Gewerkschaftskongreß eröffnet. Bern, 5. Februar. Ter Internationale Gewerkschaftskongreß ist am Mittwochabend im Bern er Volks hause eröffnet worden. flbzug der Spartakisten aus Sremen. Räumung der Wcferwerst. Bremen, 5. Februar.(Meldung der„Telegraphen- Kompagnie".) Die gestrige Nacht und der heutige Tag sind ruhig verlaufen. Die Stadt bietet wieder ein friedliches Bild, j das von zahlreichen die Straße» durchziehenden Truppen aller ! Waffengattungen belebt wird. Die Spartakisten haben in der Rächt ihre letzten Slellungeu in der Stadt aufgegeben. Außerdem haben sie sogar wider Erwarten die Werft vcr Aktiengesellschaft Weser kampflos gerännlt und sind unter Mitnahme sämtlicher Waffe» nach den Ritter- hudcr Sandbcrgcn abgezogen. Wie verlautet, haben sie aber auch dort nicht erst neue Stclluugen eingenommen, sondern sind in Richtung auf dir B r c m e r h a v c u c r B c f e st i g u n g s- werke weiter marschiert. Hamburg, 5. Februar.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts") Der Streik der Eisenbahn- und Telegraphenarbeltcr hält noch an. Heute morgen drangen unter Führung der Spartakisten R ü- dighcit und Lauffcnbcrg größere bewaffnete Banden in 1» Polizeiwachen ein und erbeuteten Gewehre, Maschinen- gewchrr und Handgranaten. Ein Versuch, in die Infanterie- ka ferne einzudringen, mißglückte; dagegen gelang es den Spar- takisten, das in B a h r e» f c l d gelegene M u n i t i o n s l a g c r des Feldartillcricrcgimcnts 20 zu erstürmen und zu besetzen. Von Mannschaften, die für Bremen bestimmt waren, sollen etwa 500 Mann unter Führung des Spartakisten Stürmer znr Sicherung der Anmarschstraßen nach B u ch h o l z marschiert sci». Ferner zogen Matrosen des„Meteor"»ach Harburg. Die Altonaer Bcamtenschaft schloß sich dem Streik der Hamburger Beamten an, die von Lansseubcrg eine Zurücknahme seiner Resolution fordern. Heute abend finden die Massenversammlungen der S. P. D., N. S. P. T. und Spartakisten gegen vermeintliche mili- tärischc Pläne der Reichsrcgierung statt. Gegen 3 Uhr nachmittags erfolgte ein ungeheurer Zuzug Bewaffneter zum Rathaus, daS von ungefähr 2000 Arbeitern»»«mehr besetzt ist. Tie Unabhängigen gefährden den Waffenstillstand! Ter Hamburger S o l d a l e n r a t bat nach Cuxhaven am 4. Februar an die dort sivende spartakistiscke Lciiuiig in einem Fernspruck angeordnet, zur Hilfsleistung iür die Bremer Spartakisten Mriienboole gefecktsklar zu machen. Die Geschi'lye auf diesen Booten haben keine Verschlüsse, da dieie infolge der Waffen still st andsbedingungen entfernt werden mußten. Ter Hamburger Soldaienrat bat nach Cuxhaven zugesagt, Verschlüsse d u r ck Schi ik zu senden. Der Lolie hat sich geweigert, wegen Eisgang das Schiff zu fahren. Infolge all dieier Uiiisiändc kam e§ also nicht zu einer Ausführung des Vor- haben». In der Mitteilung nack Cuxhaven hieß e§. daß bei der Armierung der Schiffe sehr voriichrig veikabren werden müsse. damit die Besatzung der dieser Tage eingelaufenen englischen Kreuzer nickt» meikt, da die Lieferung der Verschlüsse gegen den Waffen still st andsvertrag verstößt. Die Urheber waren sich also»des Verbrecherischen ihres Vorhabens völlig bewußt. Das Schiff sollte auch Gewehre, Munition und Granaten mir- bringen. Man denke, welche Folgen es für da§ Reick und für das oanie deutsche Volk gehabt halte, wenn durch groben Bruch der Waffenstillstandsbedingungen, wie die wahnwitzigen Führer der Hamburger Unabhängigen ihn planten, schwer« Repressalien gegen das ganze deutsche Volk heibeigeführt worden wären. die Sefehlsgewalt im Heere. Bon Oberst a. D. G ä d k e. Unser militärischer Mitarbeiter, Oberst Gäbke, hait jahrzehntelang im Vorkainpf gegen den preußischen Mili- toxiÄmls, ftir eine demokratische Heeresor- ganisation gestanden und dafür Vereisungen allumfassende Kunst setzt geistige Einheit ihrer Zeit vorauS, st« braucht die innig« ste Verbindung mit der Umwelt, mit dem lebendi- gen Menschen. Erst muß der Mensch wohlgestaltet sein, dann erst kann ihm der Künstler ein schöne« Kleid gestalten. Das heutige Geschlecht muß von Grund aus neu beginnen, sich selbst verjüngen, erst eine neue Menschlichkeit eine allgemeine Lebensform des Volkes erschaffen. Dann wird die Kunst kommen. Dann wird der Künstler da« einheitliche Sprachmittel finden, mit dem er sich Der Sowjetkongreß lehnt Zrieöens- Verhandlungen ab. Amsterdam, 4. Februar. iTelunisn) AuS Loudou wird gemeldet: Aus Moskau hier eingetroffene Meldungen besagen, daß der Sowjetkongreß die Einladung der Alliierten zu Friedens- Verhandlungen abgelehnt hat. Man fordert in Nußland Bcrhaud- lunzen von Proletariat zu Proletariat. Die Bewegung in Irland. Amsterdam, B. Februar. Der»Daily New»" vom 3. Februar wirb von einem Dublincr Korrespondenten gemeldet: Die Lage in Irland beginnt eine sehr bedrohliöbe Form anzunebmen, da eine gemeinsame Aktion der polilii'tben und industriellen Kreise in der republikaniickwu Bewegung bevorstehe. Beide Teile glaubenden Augenblick für einen Scblag gekommen. Wahrschein« lich werden die Forderungen nach Entlassung der Sinfciner-Ge« sangenen, die von der Regierung balb und halb versprochen worden war. aber bisher nickt durckgeführt wurde, und die«lOstündige Arbeitswoche den Schlachtruf der neuen Bewegung bilden, die nach Schätzung des Korrespondenten auf die Unterstützung von drei Vierteln der irischen Bevölkerung rechnen kann. Es heißt, daß die Führung der Arbeiterbewegung in Dublin vollständig in die Hände der bolschewistischen Richtung über- gegangen ist. Die Unruhen in Glasgow und Selfaft. Haag, 5. Februar.(Meldung des Hollandsch Nieumsbüros). DuZ London wird gemeldet: Der Vorsitzende der Allgemeinen Vereinigung der Drchbonkarbeiter erklärle in einem Interview u. a.: Wir haben die Situation in Glasgow fest in unserer Hand- Wir haben die Milteilnng erhalte», daß eine Gruppe Arbeiter heute zu ihrer Arbeit zurückkehren will und hoffen. daß der Rest innerhalb weniger Tage folgen wird. Die Mitteilungen des Exekunv-KomiteeS werden morgen auch Belfast erreichen und ich hoffe, daß das Ergebnis so sein wird, daß auch dort die Ruhe bald wiederhergestellt ist. Die sozialdemokratische Fraktion zu Dremen Einstimmiger Beschluß für die Regierung. Weimar, 5. Februar.(Eig. Drahtber. des.vorw.") Die sozialdemokratische Fraktion beschäftigte sich heute nach. mittag mit den Bremer Vorkommnissen. Gen. Noske führte auZ: Die Revolution im allgemeinen hatte das Ziel, die größtmög. l i ch e politische und persönliche Freiheit in Deutsch. land herzustellen. In einzelnen Orten aber haben die Minder- heiten von Arbeitern mit Maschinengewehren und Handgranaten eine neue Gewaltherrschaft aufgerichtet. Besonders schlimm war es in dieser Bezichung in Bremen, von vecsammlungs- freiheit war keine Rede, von Vreßfreiheit noch weniger. Unser Parteiblatt, die„Bremer Bürgerzeitung", wurde uns geraubt, die bürgerliche Presse unter Vorzensur gestellt und tagelang verboten. Mit vorgehaltenem Revolver wurden die Arbeiter aus den Fabriken zu dem Demonstrationsstreik herausgeholt. Das aus dem Felde zurückgekehrte Regiment 7ö wurde unter trügerischen Versprechungen vor die Maschinengewehre gelockt und dann unter Bruch der feierlichen Vereinbarungen entwaffnet. Mit vor- gehaltenem Revolver wurde unserer Partei der WahlfondSvo n 35003 M. abgepreßt. Mit vorgehaltenem Revolver wurde die Bank gezwungen, das Bremer Depot der „Bremer Bürgerzeitung" herauszugeben. Auch aus anderen An- lässen wurden ähnliche BrandschahungSfeldzüge wiederholt gegen Bremer Banken unternommen. An Stelle jeder Freiheit wurde über Bremen der Belagerungszustand verhängt. Die Todesstrafe wurde für Vergehen gegen den Belagerungszustand angedroht. Eine ganz besondere Rolle spielt dabei Bremens Bedeutung als Seehafen. Die Schiffe konnten nicht rechtzeitig auslaufen und sind erst ab- gefahren, als man den kommunistischen Seeleuten ganz besonders hohe Prämien bezahlt hatte. Die Zustände wurden unhaltbar, als die Lebensmittelschiffe auslaufen sollten. Nachdem sich j der Transportarbeiterverband und die Reeder geeinigt hatten, stellten i die kommunistischen internationalen Seeleute die verrücktesten Er- j dem Volke verständlich machen kann. Dann wird das Volk wieder miibauen an den großen Kunst werken seiner Zeit. Und die„Künste" werden aus ihrer vereinsamten Abgeschiedenheit in den Schoß der allumfassenden Baukunst zurück- finden. Denn nur durch inniges Mit- und Jneinanderwirken aller künstlerischen Disziplinen kann ein« Zeit jenes vielstimmige Orchester erzeugen, das allien den Namen Kunst verdient. An uns,' species mit!«(cS gibt nur eine Kunst, aber tausend Arten). Der berufene Dirigent dieses Orchester? war von Alters her der Architekt. Architekt das heißt: Führer der Kunst. Nur er selbst kann sich wieder zu diesem Führer der Kunst erheben, zu ihrem ersten Tiener. dem übermenschlichen Wächter und Ordner ihres ungetrennten GesamtlsbenS. Der Architekt von gestern war nicht mehr der universale Schöpfermensch und mächtige Meister aller künstlerischen Disziplinen. Darum besaß er nicht mehr da? hohe Ansehen im Volke wie sein mittelalterlicher Vorgänger. Er hatte den Halt in der Gegenwart verloren. DaS Bauen war äuS allumfassender GestaltungSkunst zu einem Studium herabgesunken. Der natürliche Zusammenhalt mir seinen Werkbrüdern, den Malern und Bildhauern, ging dem Baumeister verloren, und also begab er sich seiner vornehmen Würde. Meister vom Stuhl im Haus der Kunst zu sein. Sein hohes Amt muß im Volksstaat wieder öffent- liche Geltung finden, er selbst muß sie sich erzwingen durch jene hohe Menschlichkeit, die über dem Wirken deS Tages steht, durch glühendes Interesse am gemeinsamen Werk. Er muß die gleich- gesinnten Werkleute wieder um sich versammeln zu enger persön- sicher Fühlung— wie die Meister der gotischen Dome in den Bau« Hütten des Mittelalters— und so in neuen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften aller Künstler untereinander den FreiheitSdom der Zukunft vorbereiten,— nicht behindert, son- dern getragen von der Gesamtheit des Volkes. Sie Revolution üer Seele. Als unsere Truppen auS dem Felde zurückkehrten, klesierten aus den eiskalte» Gewchrläusen lauter warme Blumen heraus. An L-telle deo Patronenriemens hing ein grüner Kranz von Eichen�. blättern um die Brust. Und auf den langen Kanonenrohren saßen rittlings sechs, sieben, acht jubelnde, strampelnde Jungens und Mädchens. Das war die alte Zeit: über die blaue Blume fort, den deutschen FrühlingSwald, über Mörike, Eichendorff, die Generosieldmarfchalls der Lyrik hinweg, waren mir in den Mechanismus gestolpert, in das seelische Beamtentum, in die sachliche Sinschachtelung jeden Gefühles. Eine rolle Rennjagd der Konkurrenz. Wer durste sich mal leisten, all die göttlich-unheiligen Umwege d«S LebenS zu machen, ehe er für immer in dem unerbittlich gähnenden Rachen eines Be- rufe«, d«r Fabrik oder de« Kontors auf Nimmerwiedersehen ver- schwand?. Pressungsforderungen und drohten, kein Schiff ausfahren zu lassen, wenn ihre Forderungen nicht restlos bewilligt würden, sogckr die Sabotage aller Lcbensmittelschiffe wurde unS in Aussicht gestellt, wenn wir nicht sofort nachgäben. Da mußten wir Ordnung sch a f s e n, wenn nicht die Ernährung deS deutschen Volkes hilflos gefährdet werden sollte. Die Rotwen- digkeit dazu war um so mehr gegeben, als die Bremer und Hgm- burger Gewaltherrschaft sogar vor offenkundigen Verletzungen der Waffensiillstandsbedinguugeu Nicht zurückschreckte und z. B. die Minenboote wieder bewaffnen wollte, die nach den Waffenstillstands- bedingungen desarmiert werden mußten. Nach langem Zögern entschloß sich die Regierung zum militärischen Eingreifen, nicht auf Drängen irgendwelcher Militaristen, sondern aus einfachstem Pflichtgefühl. Die Tiviston Gerstenberg hatte durch einstimmigen Beschluß der Reichsregierung festgelegte genaue Vorschriften. Unser Bremer Kollege Deich mann war während der ganzen Aktion beim Stabe der Division, die nichts getan hat, was er nicht billigte, was er nicht für notwendig erklärt hatte. Der Einmarsch in Bremen und die Enrwaffnung wäre vielleicht ohne Blutvergießen abgegangen, wenn sich der Hamburger Soldatenrat nicht eingemischt hätte. Der.Hamburger Soldatcnrot beansprucht die oberste Kommandogewalt für den ganzen Bezirk des 9. Armeekorps. Wir haben alles Erdenkliche getan, um die Sol- datcnräte mit möglichst weitgehenden Befugnissen an unser Heeres- system anzugliedern. Aber die oberste Kommandogewalt muß, wie auch der Rätekongreß beschlossen hat, in den Händen der Reichs- regierung bleiben, sonst geben wir wieder ruhig zu, daß wir mitten in der Anarchie sind und treten ab. Leider hat sich ein Teil unserer Hamburger Parteigenossen von der Hetze gegen die Reichs- leit�ung ins Schlepptau nehmen lassen. Von allen Vorgängen der letzten Wochen war mir das bedriickendste, daß„Die Freiheit" einen Artikel des„Hamburger Echo" nachdrucken konnte, der uns als Wiederhersteller des Militarismus und Ver- derber der Revolution beschimpft. Unsere eigen-» Parteigenossen sind uns in der schwierigen Lage in den Rücken gefallen. das ist tieftrauig für die ganze Sozialdemokratie. Wenn das so weitergeht, dann wollen wir lieber gleich unser» Bankrott erklären und den Bankrott der Revolution dazu. Solange wir aber die Kraft haben, werden wir die Freiheit des deutschen Volkes gegen die terroristischen Gewaltakte einer kleinen Minderheit zu: Geltung bringen. Die Schuld an dem Blutvergießen, das leider unver- msidlich, trifft nicht uns, sondern die, die den Willen des deutschen Volke» nicht anerkennen wollen. Ich fordere Sie auf, das Vorgehen der Regierung in der Bremer An- gelegenheit ausdrücklich zu billigen. An die mit großem Beifall aufgenommene Rede NoSkeS schloß sich eine Aussprache, in der Robert Schmidt erklärte, die Aktion in Bremen sej unbedingt notwendig gewesen, weil ohne sie die Lebensmittelversorgung Deutschlands aussichtslos geworden wäre. Die Regierung hatte die Pflicht, die LebenSmittelzufuhr sicherzu- stellen, wollte sie nicht ganz Deutschland und die ganze Revolution am Hunger zugrunde gehen lassen. Robert Schmidt dankt aus- drücklich Noske dafür, daß er es auf sich genommen habe, sich als Zielscheibe aller Angriffe herzugeben, die wegen der unbedingt notwendigen Aktionen erhoben wurden. Nachdem nach viele Reimer auch aus Hamburg, Altona und vom Transportarbeiterverband ge- sprachen hatten, wurde einstimmig folgender Beschlutz gefaßt:«Die Fraktion nimmt von den Mitteilungen über die Vorgänge in Bremen Kenntnis und billigt das Verhalten der Reichsregierung." Der Präfideut der Nationalversammlung. Die Fraktion beschloß einstimmig, zum Präsidenten der Na- tionalversammlung den Genossen Karl Hildenbrandt vor- zuschlagen. Stellungnahme zur Verfassung. Die Fraktion beriet ferner in ausführlicher Debatte über die Stellungnahme zur provisorischen Reichsvcrsassung. Unter Ab- lehnung von Abänderungsanlrögen wurde einstimmig beschlossen, dem Entwurf der provisorischen Perfassung zuzustimmen und dabei die Erklärung abzugeben, daß die Fraktion sich dadurch in keiner Weise für die endgültige Gestaltung der Verfassung der deutschen Volksrepublik festlege. Und die steineruden Särge, die Fabriken, wuchsen auf wie wilder Mohn. Immer weiter und beharrlicher rückten die grünen. lockenden Wiesen vom Schuttplatz der großen Stadt ab. Der blaue Himmel hing wie ein zerrissene?, beschmutztes Tuch über die schma- len Straßen. Und bleichsiichtige Bäume standen wie Bettler am Wege, an jeder Straßenecke einer und mit einem schwarz ange- strichenen Schmiedegitter rund herum. Aber die Kunst, zumal die Dichtkunst, pries die„neue Zeit", sang ekstasische Hymnen aus die Maschinen, wie das Mittelalter auf feine Mystik. Knebelte Seele und Gefühle mit lächerlichen Rhhth- men und predigte die„Seele der Technik". Wir wurden zum großen Industriestaat der Welt. Und brach- ten die deutsche Seele mit ihren unbezahlbaren Schätzen auf Last- autoS von Weimar nach Potsdam. Hier wurden sie matcrialgerecht umgegossen in sachliche Werte. Vernünftige Menschen zogen sich rn sich selbst zurück, in das Heiligtum der vier Wände ihrer selbst geschaffenen Welt, und saßen hinter der schützenden Glaswand. zwar gemeinhin„verrückt und für das praktische Leben unbrauck- bar", aber sicher und im Frieden. Nur manchmal klirrten die Scheiben dann vom heißen, anprallenden Atem der großen Stadt. daß da? Lich: int Herzen zitterte, wie getroffen. Vor hundert Jahren schrieb Friedrich Schlegel schon einen flammenden Protest:„Tiefer kann der Mensch nun nicht mehr sinken, das ist nicht möglich. Man hat es in der Kunst deS Mecha- nismus in der Tat sehr weit gebracht, und so ist denn auch der Mensch selbst sasi zur Maschine geworden, in der nur gerade so viel Geist noch übrig geblieben ist. daß mau zur Nor daraus demon- strieren könnte: Der Mensch sei dennoch wirklich in ctwaS ver- schieden vom Tier." Und es gab einmal einen Richard Wagner, der gesagt hat, es sei der deutschen Seele eigentümlich, daß sie nach innen haue! Nicht nur der Leib, auch die Seele schreit in der Revolution nach Brot. Tor zugebilligte Ncht-Stundentag ist nur ein Gleichnis hierfür. Vergessen wir nie die warmen Blumen, die beim Einzug au? den mörderischen Gewebrläusen herauskrabbelten. Draußen steht der Frühling vor dem Häuscrgewirr mit den hohen Fabrik- schlotet! und de» Kaserncnwohnungen. Der Frühling mit Millio- neu von Blumen, verliebten Versen, Düften und blauen Hiutmekn. Es gibt auch einen SpartatuS i» uns selber, der immer wieder nach Geld schrei:. Hängt ihm einen Mühlstein um den HalS. „Denn was nützt eS dem Menschen wenn er die ganze Welt gewänne...' HeinrichZerkaultn. Notizen. — V o l i S b ii d n e. Die nächste Erstauffübrung wird Georg Kaisers sünsai: ges Schcrnsviel„® a«" sein. — Musik. In dem gm 10. Februar, abends?>/, Uhr. in der Garnisoukirche üaiisindenden Konzert deS Verbandes der Freien VolkSbüdncn wirkt der Dontchor unter Lertung von Prot. Rudel mit. Frau Helene W'Idbrunn fMiiglied des Opernbauses) bringt Arien und Lieder zur Orgel. Domorganist Walter Fischer ein Orgelsolo von Liszt zum Vortrag. SVT? f Nr. 67 �ZH. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Vonnerstag, 6. Februar 191� GroßSerlln Gegen fliegende Zeitungshändler ist man am Stettiner Bahnhok in einer Weile vorgegangen, die leinestoegs im Sinne der neuesten Polizelverordnuiig liegt. Noch ehe die Berordnung bekannt wurde, sind die regelmäßig vor dem Emv'angsgebäude an der Invalidennraße sich auistellcnden Zeitungshändlei weggewiesen worden. Ein einziger Händler, der täglich dort seinen festen Zeilungsverlaufsstand aufjchlägi, wird weiter geduldet. Die fliegenden Händler nehmen an. daß dieser seßhaiiere Händler sowie die auf den Bahnsteigen den Zeiiungs« dandel beireibende Firma Slilie vor unerwünschtem Weit- b e w e r b geichüyi ivcrdcn sollen. Schug der Firma Stilke dient dem Vorieil des EisenbaKnfk-ku§, weil sie ihm eine erhebliche Pachtiumme zahlt, auf delen Herabsetzung sie bei Duldung des WeUbewerbes dringe» würde. Daher könnle die Bermulung der mit Wissen und Willen der Eisenbabnverwaltung wecgewieienen sliegeiidcn Händlers das Richtige geironen haben. Nun wird man fragen, ob denn übeihaupt die E> s e n b a h n v e r w a l t u n g darüber zu bestimmen hat, wer auf dem Straßenland vor dem Empfangsgebäude mit Zeiiungtn bandeln darf. Tatiächlich bat sie, wie wir an zunändiger Stelle ersahren, noch das Eigentums« recht an diesem Gelände, wenn es auch keil langer Zeit dem Stiaßenverkebr überlassen ist. Dem Eisenbahnsiskus gehihl noch das ganze Stroßenland bis heran an den Dnmi» der Jnvaiidenstraße. was allerdinqs den wenigsten Ber- linern bekannt gewei'en sein dürfte. Aus diesem Eigen« tumsrechr könne» wir aber dem Eisenbahnsiskus nicht auch das Recht zubilligen. in der oben geschilderten Weise die Benutzung des Geländes zu beschränken. Wenn er innerhalb dcS Empfangsgebäudes nur einen bestimmten Zeitungshäiidler gegen Pachlzahlung zuläßt.>o ist das sein un- beslreilvares Recht, dessen Gebrauch aber auch noch nicht unbedenk- lich ist. Nach dein Buchstaben des Gesetzes mag der Elsenbahnsiskiis sogar aus seinem Gelände vor dem Empiangsgebände„berechtigt" sein, Vergütiillg für die Benutzung zu fordern, tatsächlich wcue aber hier die Ausübung dieses Rechtes ein starkes Stück. Auch die Zu- lasiung nur gegen Zahlung einei kleinen Anerkennungsgebühr, die gegenüber einem Händler niit festen, Stand einen Sinn haben mag, wäre gegenüber fliegenden Händlern berechtigt. Die fliegenden Händler sind weggcwieic» worden von der im Fahldamm liegenden Bürgersteiginsel, an der sich erne Straßenbabuballkstelle besindct. Foidert der Eisenbahnsiskus auch von der Straßeiibabngesellschafl eine AnelkeiiiiuiigsgedüHr dafür, daß sie d'e Haltcstellcntofel auf der Insel aufstellen durfte? Diese Insel gehört ivie das ganze Gelände— ungeachtet oller Eigentninsrechle des Eisenbahitfiskus— seit langem d e in ö s t e n t l t ch e n Verkehr, von dem der Zeitung» Handel nicht getrennt werden kann. W r erwarten, daß die Eis-ubabnverwaliiiiig den fiüberen Zustand un behinderten Z e t t u n g s b a n d e l S, der dem Verkehr wirklich nicht»m Wege war, jchlcunigst wiederherstellt. Die verringerte Kohlenversorgung. Heber das Ergebnis der Einschränkungsmaßnahmen des Gas- und Elektrizitätsvcrbrauchs teilt die Kohlenstelle Groß-Berlin mit: Der Kohlenverbrauch auf den Gas- und Elek- trizitätswerken Groß-Berlins ist durch die von der Kohlen- stelle angeordneten Einschränkungsmatznahmen in der Woche vom 26. Januar bis l. Februar gegen die Vorwoche um 4619 Tonnen— d. fj. 92 000 Zentner— gesunken. Der tägliche Minderverbrauch beträgt etwa gerade die Menge, die durch einen geschlossenen Sonder- zug herangeführt werden kann. Wie wesentlich auch eine verhält- nismäßig so geringfügige Ersparnis ist, geht daraus hervor, daß bei den Berliner Städtischen Elektrizitätswerken in den letzten Tagen wiederholt nur durch die Möglichkeit des Heranschaffcns noch eines einzigen Zuges die Einstellung der Stromlieferung an die gesamte Industrie vermieden werden konnte, eine Tatsache, die die angeord- netcn Einschränkungen wohl zu rechtfertigen geeignet ist. Wenn die Bestimmungen auch künstig von jedermann genau beachtet wer- den und die Zufuhren sich weiter heben, wird ein völliger Zusammen- bruch der Gas- und Elektrizitätsversorgung hoffentlich nicht ein- treten. Augenblicklich ist freilich der Stand der Versorgung der Gas- und Elektrizitätswerke leider noch immer außer- ordentlich kritisch. Die am 1. Februar insgesamt vorhan- denen Bestände betragen nur die Hälfte der am 1. Januar verfügbar gewesenen, außerdem übersteigt der Kohlenvcrbrauch noch immer er- heblich den Kohleneingang, so' daß die vorhandenen Be- stände dauernd noch weiter sinken, wenn auch die ab- fallende Kurve nicht mehr ganz so steil verläuft. Es sind somit die Gefahren keineswegs behoben und es besteht nach wie vor das dringend st e Bedürfnis nach äußer st er Einschränkung im Verbrauch von Gas und Elektri- z i t ä t. Anschließvrd an diese Bemerkungen der Kohlenstelle möchten wir auf zwei Dinge hinweisen, die wesentlich für die Kohlenersparnis in Betracht kommen. Zunächst ist es das Bestreben der V e r g n ü- gungsstätten, jetzt die ganze Nacht ihre Lokale offen zu halten, was uns.eine Unzahl von Zuschriften eingetragen hat, in denen die Leute klagen, daß sie kaum genügend Gas zur Essenszubereitung und ungenügend Kohlen für Heizungszwecke besitzen, während an jenen Stellen gewiß genug Kohle als Licht und Heizung verbraucht wer- den kann. Eine andere Klage richtet sich gegen die Inhaber der H a n d e l s k o n t o r e. Mit Recht wird in diesen Zuschriften hin- gewiesen auf den 6-Uhr-Ladenschluß. Ein großer Teil der Handels- kontore richtet sich aber nicht nach den Mahnungen, Kohlen zu spa- ren und läßt heute noch die Kontore bis 7, ja bis 8 Uhr geöffnet. Sogar Firmen, die ihre Läden um 6 Uhr schließen müssen, halten ihre Bureaus bedeutend nachdem noch geöffnet. Vor allem kommen hier auch die Bureaus der Anwälte in Frage. Es muß ver- langt werden, daß endlich auch in diesen Ge- schästen die Mahnungen, Kohlen zu sparen, be- rücksichtigt werden. Am besten könnte das geschehen, wenn durch- gehende Tischzeit eingeführt wird. Dadurch daß diese Angestellten nur zweimal täglich den Gcschäftsweg machen müssen, anstatt jetzt viermal, tritt auch zugleich«ine wesentliche Verkehrs- Minderung ein, im übrigen wird auch dadurch materiell gerade für diese Angestellten eine Ersparnis erzielt, die sie bei ihren meist kärglichen Vesoldungsverhältnisien sehr gut gebrauchen können. Also sparen, aber an der richtigen Stelle! Kommunale firbeiterräte! Die Vifllverstimmlung der Arbciterrätc der dem Zwcckverbnnd Groß Berlin ange chlossenen Gemeinden sowle der Gcmrnde» der Kreise Teltow und Niederbarnim findet statt Freitag, den 7. Februar, nachm. 2 Uhr, in Boclers Fcstsäleu, Berlin>0 18, Wcbcrstr. 17. Tagesordnung: 1. Bericht der Ncunrrkommijfion. 2. Die weitere Tätigkeit der koinmunalen Arbciterräte. 3. Diskussion. Als Legitimation gelten die von unö bereits früher ausgestellten weißen AuSwciskarten. Der Vollzngsrat des Arbeiter- und SoldatcnratcS Groß-Berlins. Allgemeine Taeiferhöhung der Gas-, Wasser- und Strouiwcrkc. Wie uns vom Reichswlrlschafisamt bestätigt wird, wird in den nächsten Tagen eine Verordnung der R icbsregierung erscheinen, die den Gas-, Wasser» und Elektrizitätswerken die Befugnis verleiht, eine ihren Gestehungskosten entsprechende Tariferhöhung auch da vorzu- nehmen, wo dieser Tari'crhöhung niedrigere, feste Ver« tragSpreise mit Gemeinden als Großabnehmern gegenüber- sieben.— Eine Reihe von Gioß-Berl'ncr Gemeinden hat im Hin- blick auf dieie Verordnung die bisher von den städtischen und ptivaten Werken beoniragten TeueriingSziischläge, die bis zu 50 Proz. geben, abgelehnt. Sie hegen die Erwarlnng, daß ihnen für die Bewilligung höherer Preise' als die Veriragsprcise gewisse Entschädigungen gewählt werden. Die Gemeindevertretung Friedrichsfelde hat beschlossen, mit Wirkuna ab 15. Januar den Gasprcis für Einnahme durch den Gasmesser auf 85 Pf. per Kubikmeter festzusetzen und kür Enlnabme von Alliomatengas einen Aufschlag von 24 Pf. per Kubikmeter zu erheben. Zur Erwerbsloscnfürsorge. Nach einem vom Demobilinachungsaiisichuß genehmigten Be- schluß oes Hauplaiisschlisses der Eiweri'SloiciiiUrsolge Groß-BerUn vom 25. Januar 1919 dür'cn an Emp länger von Erwerbsloien- nntcrnützuna vom 1. Februar 1919 ab im Höchstialle iilir noch vier Faiiiilieiiziifchläge gezabl: weiden, io daß sorian der höchste über- Haupt zulässige Unter st ützungsbetrag für einen Tag 13,25 Mark belrägt. Die Zahl der unleistützten Erwerbslosen betrug: Ende der letzten Ende der vorletzten Woche Woche in Berlin....... 161 660 147 148 in Cbarlottenburg.... 10 234 nicht qemeldet in Neukölln....... 26 230 25 027 in Berlin-Schönebcrg... 5 100 5 100 in Berlin-Lichtenberg... 10 682 10 379 in den Gr.-Berlin. Städten zus. 213 906 zus. 187 654 söhne Chailoueiiburg): ferner in den zum Lebeiismittelverband Groß»Berlin gehöligen größeren Orlen ver Landkreise Teltow und Nicderbarnim Ende der letzten Woche zliiainmen rund 24 000, Ende der vorletzten Woche zusammen rund 21000._ Berliner Lebensmittel. Aus Abschnitt 98 der allgenicinen Lebensmillelkarle der Stadt Berlin entfalle» 150- Giamm Crolireii oder Grütze, feiner am Abichnilt 99 150 Gramm wie Suppen oder 3 Siippcnwscln und mii die Abüdnillc 27 und 28 für Jugendliche je 100 Gramm Teigwaren. Die Abfchnitle sind vom 6.— 9. ftcbnin: in den durch btlondcie Verlaiifsichilder gelcmizcichneien Kleinbandelsg-fchäflen abzugeben.— Bis Montag wird an die Kunden der in den Bezirlen der 152., 155. ISl.. 103., 104.. 17!!., 1 85., 188., 189., 236., £41. und 245. Brolloinmissioii gelegenen Gcschästc pro Kopf 125 Gramm Käse verteilt._ Das Jugendheim, Lindenstrasie 3, bleibt morgen, Freitag, um- ständehalber geschlossen. Am Sonntag, abends 6 Uhr, Heincabcnd mit Rezitationen. Mitgliedsbuch bezw. Hcimkartc als Ausweis mitbringen._ Zur Beachtung! Da für die Libauer Straße und die Häuser Rcva'cr Straße 1 bis 16 und 99—102 und Koperiilkilsstraße zurzeit eine Auslrägeriu für den.Vorwärts" tehli, bitten wir uniere werten Abonnenten, von Sonnabend, den 8. Februar an, füi die kurze Zeit, bis ivir dort wieder eine Botenfrau haben, die Zeitung bei Barby, Buch» Handlung, Libauer Str. 8, abholen zu wollen. Hauptexprdition de§„Vorwärts". lieber Juden und Judenbetie wricht beule abend O'/j Ubr in der C h a m i j s o- S ch u l c am Barbarossaplatz Emil U n g e r. Eintritt 50 Pf._ Nächtliche Schieflerei am Kurfürstendamm. In der vergangenen Nacdt kam eS auf demKuriüistendamm am Olivaer Platz zu einer Sckneßereiaffäre, die noch dringend der Auf- ktärung bedarf. Gegen 11 Ubr tamen zwei Troickikenautos in schnellster Fahit den Kurfü'stendamm beilinter i» der Richiung vo» Halensee her. Der zweite Wagen war mit bewasiiicleir Soldaten besetzt, die auch aus den Trittbrettern standen. und siicbte dos erste Auto einzuholen. An der Einmündung der Konstanzer Stiaße stießen die Wagen aufeinander. Im gleichen Augenblick wurden aus dem eisten Aulo Handgranaten ge» Worten, von der Besatzung des zweiten Wageils-wurde mil Schüssen geantwonet. Einige Minuten ging da« Gefecht, dann fuhr das erste Auto davon und das andere jolgle in kurzer Zeit und nahm die Verfolgung wieder auf. Gegen 12 Uhr und später noch einmal nach Mitternacht wurden wieder Gewehrschüsse in der genannten Gegend gehöit. Bei der ersten Schießerei tamen Slraßenpasianten in Gefahr, eine Dame wurde durch einen Streifschuß am Kopfe verletzt. Falsch« Sammler. Die Leiluilg der Republikanischen Schutz- truppe teill uns n>>t, daß unicr Mißbianch der ichwarzroteu Arm- binde und unter Vorzeigung falscher Ausweispapiere Mil-tär« Personen in größeren Lokalen und Hotels Sammiunge» vorge- noinmen habe». An manchen Su-llen find aus Daukbarkeil nam- halle Beträge gezeichnet worden, die leider nicht in den Besitz der Truppen gekonrinen. sondern in den Taichen vo» Schwindler» ver- ichwunden sind. Es wird darum nochmals darauf hingewiesen, daß von der Truppe keine Person b e a n s l r a g t ist. öffent« lich Geldmittel oder sonstige Liebesgaben zu iammelii, sondern daß zur Entgegennahme von Spenden irgend welcher Art lediglich die Leitung z u st ä n d i g i st. Tie Bekanntgabe offener Arbeitsstellen im Arbeitsnachweis der Stadt Berlin war im„Vorwärts" vom 20. v. Mi», bemängelt worden. Der Direktor des Arbeitsnachweises schreibt uns dazu: Außer 7] Stine Menschenkind. Von Martin Andersen Nexö. Sörm lochte:„Ja. zuerst tut sie's. uud dann mutz sie überlegen, ob es denn auch recht war. Sie wird ganz gewiß ein richtiges Frauenzimmer werden." Mit der Reinlichkeit haperte es. Stine war sehr ge- dankenlos und nahm sich nicht beizeiten zusamnien— sie hatte geradezu keine Zeit: und dann war das Unglück ge- schchen. Doch auf diesem Gebiet ließ Maren nicht m't sich spatzen. Sie wartete ihre Zeit ab, um nicht unvernünftig genannt zu werden', eines Tages aber nahm sie sich die Kleine resolut vor, trug sie zum Brunnen hinunter und tauchte sie in e'nen Zuber mit Wasser, das gerade aus dem Brunnen herausgezoaen war. Das eiskalte Bad half, und von nun an vergaß Stine nicht wieder, sich sauber zu halten. Die Frauen im Dorf hatten alle ihre Not damit, die Kinder an Reinlichkeit zu gewöhnen. Sie sahen, welche Fortschritte Stine gemacht hatte, und nahmen Marens Hilfe in Anspruch. Maren war der Ansickst. daß sie damit ebensogut selber fertig werden könnten: einen Kinderpopo in kaltes Wasser zu tauchen, dazu--ebörte keine große Kunst. Aber das wollten sie n'cht glauben— Maren mußte kommen und es tun, wenn es wirken sollte. Na, dann mußte sie also heran, und in der Regel half es.„Du bist klug," sagten sie und steckten ihr zum Tank etwas Speck oder ein paar Fische zu—„aber du hast es ja auch nicht von fremden Leuten ge- lernt." Diesen Hinweis darauf, daß ihre Mutter eine weise Frau gewesen sei. hörte Maren gar n'-cht gern. Aber der Speck und die Fische kamen auf eine kahle Stelle, und— wie Sören sagte— der Arme mußte so viel anderes zu- sammen mit dem täglichen Brot hinunterbeißen. Das Schlimmste war ja, daß Stine eine Zeitlang so. groß im.Herunterreißen und Zerschlagen war. Sie mußte ihre kleine Stumvfnase in alles stecken, und da sie zu knirpsig war, um übersehen zu können, was auf dem Tisch stand, zog sie das Ganze zu sich herunter. Sören mußte sich einen Drillbohrer verschaffen und nieten lernen, uin die ärgsten Zerstörungen wieder gutzumachen. Stine bekam vielerlei auf den Kops herunter, ohne daß sie es abgeschreckt hätte.„Nichts kann ihr was anhaben— sie ist ein richtiges Frauenzimmer," sagte Sören. Im Innersten war er stolz auf ihre Widerstandsfähigkeit. Aber Maren mußte ein Auge auf jeden Finger lwben und lebte in ewiger Angst, wegen der Sachen und es Kindes selbst. Eines Tages warf sie eine Schüssel mit warmer Milch auf sich herunter und verbrühte sich ordentlich: seitdem war sie von ihrer Neugier kuriert. M�ixti mußte sie zu Bett bringen und sie mit Oel und Scheiben von rohen Kartoffeln behandeln: und es dauerte eine Zeitlang, bis Stine sich ganz erholte. Aber dann stand sie auch da ohne die geringste Narbe. Man erzählte sich später weit und breit von Marens Tüchtig- keit int�Heilen von Brandwunden, und die Leute kamen mit ihren Schäden zu ihr. Stine aber schoß empor wie eine junge Pflanze. Tag für Tag entfaltete sie neue Blätter. Wenn sie mitten in irgendemer schwierigen Periode war und die Großeltern be- kümmert beratschlagten und sich zuletzt vielleicht auf strenge Maßnahmen einigten— ja, dann war sie schon wieder heraus und in irgend etwas anderm drin. Es war, als segelte nian über flachen Grund— meinte Sören— fortwährend zog es unter einem vorüber und machte etwas Neuem Platz. Die Alten mußten sich fragen, ob es ihnen und ihren Kindern ebenso ergangen sei. Früher hatten sie nie darüber nachge- dacht, sie hatten keine Zeit gehabt, sich über das streng Not- wendige hinaus mit den Nachkommen zu beschästigen: der eine hatte genug damit zu tun, für das tägliche Brot zu sorgen, der andere damit, d'e Brocken zusammenzuhalten. Aber jetzt konnten sie einfach nicht anders, sie mußten nachdenken, wie tief sie auch in der Arbeit stecken mochten, und sie mußten sich über so mancherlei wundern. „Es ist doch sonderbar, daß ein kleines Kind einem die Angen öffnen soll, so alt wie man ist und so vieles man wissen müßte," sagte Waren. „Plappermaul," sagte Sören. Und das bedeutete in deni Ton, in dem er es vorbrachte, daß er selbst etwas Aehnliches gedacht hatte. Stine war wirklich ein eigentümliches kleines Wesen. So wenig verschwenderisch sie von allen Seiten bedacht wor- den war, so war sie doch reich ausgerüstet: ihr erstes Lächeln brachte Freude, ihr zartes Schluchzen Kummer. Ein Geschenk war sie, von der Leere geboren und zwei verbrauchten Alten an den Strand geworfen. Keiner hatte etwas geleistet, um sich uni sie verdient zu machen, im Gegenteil, alle hatten sich die größte Mühe gegeben, sie vom Dasein auszuschließen. Und doch lag sie eines Tages da und blinzelte gegen das Licht niit Augen, die wie der Hinmiel selber waren, so blau und un- schuldig. Spannung brachte sie von der ersten Stunde an, um ihre Wiege wurden viele Schritte getan, fragende Ge- danken so mancherlei Art umkreisten ihren Schlaf. Noch spannender wurde es, als sie anfing zu erkennen: schon als sie eine Woche alt war, konnte sie die Gesichter auffangen: und mit drei Wochen lachte sie� Sören an. An diesem Tage war er ganz närrisch und mußte am Abend in den Krug hinunter und es erzählen. Hatte einer je so ein Kind gesehen, sie lachte schon I Und als sie erst anfangen konnte, Spiel zu verstel>en, da war es nicht leicht, etwas anderes vorzunehmen — namentlich für Sören. Jeden Augenblick mußte er hinein und sie mit seinen krummen Fingern am Bauche fassen. Es gab nichts Herrlicheres, als wenn man sie dahin brachte, die Stube mit ihrem Gezwitscher zu füllen, und Maren mußte ihn mindestens zwanzigmal am Tage von der Wiege ver- treiben. Und als sie dann ansangen konnte, umHcrzutrollen! — Das hilflose uneheliche kleine Wesen, das sich ins Dasein hineintrotzen mußte, dankte dafür, daß es lebte, indem eS den Tagen der beiden alten abgelebten Menschen Glanz ver- lieh. Es machte wieder Spaß, am Morgen zu einem neuen Tag zu erwachen: das Leben war wieder wert, gelebt zu werden. Ihr stumpiger. schwerfälliger Gang war an sich spaßig: und mit dem nach innen gekehrten Ernst, mit dem sie sich vor- sichtig über die Schwelle hinwegarbeitete, wenn sie etwas in der Hand hatte, und die Landstraße entlangtrabte, geradeaus, als gäbe es überhaupt nichts hinter ihr, und mit geducktem Kops— war sie unwiderstehlich. Dann schlich sich Maren um den Giebel herum und winkte Sören, daß er schleunigst kommen solle, und Sören warf auf der Stelle die Art oder Tüderkeule hin und kam über das Dünengras gerannt, mit der Zunge Mischen den Lippen überlegend.„Gott mag wissen, was sie sich nun in den Kopf gesetzt bat?" sagte er, und die beiden schlichen sich hinter ihr den Weg entlang. War sie dann ein Stück weit getrabt, ganz versunken in ihr Tun. so entdeckte sie plötzlich die Einsamkeit und begann zu brüllen, grenzenlos unglücklich in ihrer Verlassenheit. Dann brachen die beiden Alten in ihren Gesichtskreis ein, und sie stürzte in ihre Arme, glücklich über das Wiedersehen. lLorts. foIaU fcrat HmiveiK-em den schköSiZen Tafeln werden Za'ndZdtte! verteilt, die den Arbeitsuchenden ebenfalls die gebotene Arbeit nahelegen. Ferner wird von den Angestellten des Arbeitsnachweises fortgesetzt die Arbeit und deren nähere Bedingungen öffentlich bekanntgegeben. Ganz besonders aber wirken die Vertreter der ArbeitSlosenkom» Mission ständig aufklärend unter de» Arbeitslosen und endlich sind die Angestellten gehalten, jedem Arbeitswilligen auf Befragen die näheren Bedingungen bekannt zu geben. Eine andere Frage ist jedoch, ob der gebotene Lohn und Arbeitsbedingungen den Arbeits- losen zusagen. Ueber diese Frage hat der Arbeitsnachweis nicht zu entscheiden.?aS dürfte Sache der örtlichen Tarifausschüsse sein, die mit den Bergwcrksdirektoren die Vereinbarungen getroffen haben. Ter Vorwurf aber, daß den Arbeitsuchenden die Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht genügend bekannt gegeben werden, mutz entschieden als unberechtigt zurückgewiesen werden. Stellungslose Ingenieure, Architekten und Techniker. Freitag, 7. Februar, vormittag lOsh Uhr, im Sophien-Ghmnasium, Wein- »neisterstr. 15, öffentliche Versammlung der stellen- losen Ingenieure, Architekten, Techniker usw. Thema: Tages fragen. Propaganda-Ausschutz der S. P. D. Schöncbexg. Tie Stadtverordnetenversammlung erklärte sich damit einverstanden, daß im Falle des Todes von Beamten, ständi- gen Bediensteten oder Lehrversonen den Hinterbliebenen allgemein auch die in das Gnadenvierteljahr fallenden Gehaltserhöhungen .gs'ahlf werden. Die Witwen- und Waisengelder sind nach dem erhöhten Gehalt zu berechnen. Auf sozialdemokratischen Antrag wird beantragt, für die Hinterbliebenen der städtischen Arbeiter in gleicher Weise zu berfabren. Der Haushaltsausschutz hatte gm dem Magistratsanirag, für Noistandsarbeiten 15l1 lltX) M. zu bewilligen, eine Enischlietzung unterbreitet, wonach veranlaßt werden soll, daß 1. die erst während deS Krieges oder bisher zugezogenen Personen Berlin verlassen; L. die in Groß-Bcrlin wohnenden Arbeiter veranlaßt werden, außer- halb Arbeit auf-unehmen; 3. die hohen Sätze der Erwerbslosen- fürlorge herabgesetzt werden.— Genosse M o h S betonte, daß die jetzige Arbeitsunlust wieder verschwinden werde, wenn nur die Ar- beitsbedineumgen im Bergbau, in der Landwirtschaft usw. verbessert werden. Tie Entschließung wurde einstimmig angenommen. Den Lehrkräften an den Volksschulen einschließlich der KriegShilfslehr- kräfte sind für die Monate Januar, Februar und März d. I. außer« ord ntliche Zuwendungen in Höhe der den Lehrkräften an höheren und Mittelschulen auf Grund des letzten EemeindebeschlusseS ge- wäbrten GebaltSzuschläge zu zahlen. Unter nicht«rwerbs. sähigen Ehegatten sollen lediglich Ehegatten ohne eigenes Einkommen verstanden werden.— Tie Magistratsmitglieder. Bc- amte. Kriegshilfslehrkräfte, Priba'dienstverpflichtete erhalten zu dcm Gehalt einen Zuschlag von 6« M. monatlich für Verheiratete und 45 M. alle übrigen Personen. Reinmacheftauen erhalten !_ M., Pflege-, Wärter-, Küchen, und Hauspersonal sowie die Schwestern des Krankenhauses 50 Pf. für jeden Kalendertag. Vergrößerung der Gemeindevertretungen. Die Gemeindevertrekung von Treptow hat in ihrer gestrigen Sitzung die Zahl der Gemeindeverordnelen von 18 auf 24 und die Zahl der Schössen von 5 auf S erhöht. Für Nolstandsarbeitcn wurden weitere 100 000 M. bcwilligl und den Gemeindecrbciler» au' ihren Antrag eine Lohnerhöhung von 20 Pf. die Stunde oe- währt, was für die Gemeinde jährlich rund 100 000 M. ausmacht. Zu dem Groß-Berlmer Verband für das Nettungswescn erklärte die Gemeinde ihren Beitritt. Die Gemeindevertretung von Tegel bat die Zahl der Ge- meindeverordneten von ib auf 21 erhöht, so daß die künftige Ge« meindevertretung aus 5 Gemeindevorstandsmitgliedern und 21 Ge- meindeverordnctcn bestehen wird. Die Gemeindevertretung von Pankow beschloß, die Anzahl ihrer Mitglieder von bisher 24 auf 48 zu erhöhen und die Wahlen am Sonniag, den 23. Februar, stattfinden zu lassen. Brotgetreideablieferung im Kreise Teltow. Der Vorsitzende der staatlichen Verteilungsstelle für Groß-Berlin bat kür den Bereich des Kreises Teltow angeordnet, daß die Be- sitzer von Vorräten, die nach der ReichSgetrcideordnung für die Ernte 1013 beschlagnahmt sind, diese Vorräte bis zum 15. Fe« bruar ISIS atiSzudreicheu und jeweils im nnmittelbaren An- schluß an den Ausdrusch spätestens bis zum gleichen Zeitpunkt ab« zuliefern haben. Ausgenommen bierdon sind nur solche Borräte, die von den Unternchmern im eigenen Betriebe verbraucht werden dürken, Wer dieier Anordnung nicht entspricht, hat Zwangsmaß- nahmen wie ZwangSausdruich. Entziehung deS Rechts als Selbstversorger, zu gewärtigen. Die Ortsbebörden und die Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte sind vom Voisigenben des Teltower KreiSauSichttsseS ersucht worden mit allem Rachdruck aus möglichste Juneballuiig der geietzlichett Frist nur Vermeidung der©efohten hinzuwirken, die sich aus einer unzulänglichen Ablieferung für die allgemeine Versorgung ergeben. WilmerSdorf-Schmargendorf.(Freie T u r n e r s ch a f t.) Die Arbeitereltern, die das Wohl ihrer Kinder wollen, führen ihre Kinder unserer Schülerabteilung zu, nicht den bürgerlichen Vereinen, die in den letzten Tagen eine ungeheure Propaganda entfalten. Nie wieder soll ein Jungdeutschlandbund mit Hurra- patriotischen, kriegShetzcnden Ideen seine Reihen mit Arbeiter- kindern füllen! Der Wert der Leibesübungen, um die Schäden der Kriegscrnährung wettzumachen, braucht nicht mehr besonders betont zu werden. Turnabende Mittwochs und Sonn- abends tn der TtkAnhaVs Seif Hindenbürgschule am Seepär?, Eck« Augustastraße. für Schüler von 6— 5. für die anderen Abteilungen von 8— 10. Sonnabend, den 8. d. M., kein Turnabend. da das Wintcrvcrgnügen des Vereins im Stadtpark. Kaiserallee, statt- findet, wozu Freunde und Gönner eingeladen sind. Wilmersdorf. Abonnements auf die„A r b e i tc r» Ju g e n d" und Anmeldungen für den Verein A r b e i t e rf pg« n d Groß. Berlin werden im Parteibureau, Nhlandstr. g8'g9. ent- gegcngenommcn. Werbt im Sause und im Betrieb für die ftets Jugendbewegung, gebt die gesammelten Adressen im Bureau ab! Vor allen Dingen, Jugendliche, heraus aus den bürgerlichen und wilden Vereinen, laßt Euch nicht als Statisten für arbeiterfeind- liche Tendenzen mißbrauchen I Arbeitereltern. Ihr seid der Masse des Volkes verantwortlich, wenn Ihr in der Erziehung Eurer Ju- gend sündigt. Darum Augen auf! Groß-Berliner Lebensmittel. Mariendorf-Siidende. Bis zum(5. Anmeldung von Katfee-E-lah, vom 28. d. Mts. ab Ausgabe.— Im Ortsteil Mariendork findet die Her- stellunq und der Verkauf von Kranken brat vom 8. ire bruar ab in iolgeiiden Bäckereien Natt: Henze, CbauNeeslr. 282; Wichmann, König- slratze 14; Mails), Königstr. 33; Kotzan, Chausseeslr. Aö. Groß-öerliner parteinachrichten. Gemeindewahlversammlungen. II. Abteilung(Südost). Morgen Freitag, 7 Uhr,.Drachenburz', Vor dem Schiefischen Tor._ Lichterfelde. Am Freitag, abends 71/, Uhr, im Real-Ghmnaüum, DrakeNiahe: M itplicdcroeriannvlimg. Taoesordnunz i Die bevorfiehcnden Aemeindewahlen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird Pünktlich eröffnet. Alt-Glienicke-Falkenbergr. Die heutige Mitgliederverstiiwnlung findet nicht wie mitgeteilt bei Ebel, sondern bei Sohn, Grünauer Str. 55, statt. Niederschöneweide. Freitag, den 7. Februar, abends 7 Uhr, im Lokal von Rvsenberg: Miiatiedervctsammlung. Aus der Tagesordnung ficht: Reuwahl des Arbeiterrats und Ausstelluttg der Kandidaten zur Genieindeoeriretung.__ Jugenüveranstaltungen. Verein Arbeiterjugend„Groß-Berlin". Abteilung Wedding. Lokal Wenzel, Hochstädter Sir. 11: Am Fteitag, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung. Abteilung Neukölln. Lokal Noak, Weierftr. 1l. Eck- Fuidg- strafe: Freitag, abends 8 Uhr: Vortrag über„Die Ideale unserer Be- wegung". Operahans Martha. Anfang 7 Uhr. SÄspIelhaus Die Judasglocke Anfang ISglC 7 Uhr, Volksbühne Theater am Blüowclatz. Direktion Frlerfrlch KayBler. V/, Uhr: Luther._ Direktion Max Feinnnrat. Deutsches Theater. 7 Uhr UndI!e7sge. Operette von Zoriig. v.Mällendort, Hellmuth, Deorg. Ualhaiia-Theater. Vi, ühr: Äugnst der Starke. Rose-Theater. l'AUu Oer Hann ohne 'Verennecnhelt. Oastsp. d. Friedr.-Wilh.Theat, Loisen-Theater. V'hT. Sonntags 7: Der Strom. Sonn- 0• Auf atlg. Wunsch. u» Let'te AuflUhrung Heimat. Gasino-Theater. Lethring. Str. 37. TägL>/,« Uhr: Nur noch kurze Zeit Der erfolgreichst« Schlager l Vorher b. neue Febniar-Progr. : Stg.S'/t: DI» welBc Dame. Braaine's Diele Kabarett AlezanderstraCe 85 Künstl. Lelt. C, Helnzlus 7 Uhr Grete Tischler Littge Carlsen Grete Bing Herwltz.splro Adolf Voigt z.Spli Tonnl Schlkha Robert Stelnel. Im Kasino Tanz. van Smltlcn-Konzcrte Vorsö-Hche Küche and Oetrlnke. HeiebshalieQ- Theater. Allabendlich?>/, Uhr u d Sonntag nachm. 3 Uhr: Stettiner Sänger. Nachm. ermäßigte Preise! Theater für Donnerstag, den 6. Pebruar. Crnfrol-Theater Jtlr. Die RoseronStambul. Dentorhoo Oprrnhan* 7 uhr: Oberen. Frleitr.-lVUhrlmBt.Xh. ?>/, Uhr: Hannerl. DasDreimäderihaos 2. Teil. Kleines Theater. * �r: Tabula rasa. linstsplelhana Die spanische Fliege. Hetropol-Theater. 7 uhr io: Die Faschingslee. Sonnt 3 Uhr: Wiener Blut. PalKBt-Tbeater Jhr; Die im Schatten leben. Komiarhc Oper uZ': Schwarzwaldmädel. Stg. 3'f,: Schwarzwaldmädel. >enes Opereftenhonn Schiffbauerd 4a. Norden 281. uhr: Die keusche Susanne. Ballett Charell, neue Tänze. Schlller-Theat. C'harl. 7v> uhr; Das Konzert. Thalio-Thcoter jJHt: Polnische Wirtschaft Th. am XoIIendnrflitatr 7 uhr. Der Jaxbaron. Theater dca Westen« r/, u.: Die lustige Witwe. Walln er-Theatcr 7v, uhr: Geisha. Stg. 3V, U: Gral Habenichts. NATIONAL«THEATER CSpenickcr Str. 68 Tlgl. 7-/, 5 Min. JennowiUbr. Sondervergütung bis 12. Februar kür 1—6 Pers. einschl. Card. Orchester-Sessel 3ta,t 6M.< OFCh.-S.s,att J.VU Prinzenliebe°&e�o3mAme(tsoMÄi) > Älexantier platz Sbandinavia Paul Coradini und das Riesen» Programm. Dircksea- str. 26 27( gegenüber, Bahnhof Tanz-Palast UM' Winzerlauben. TägSich großer Ball. Ball-Orchester: Ilelnx Schmidt. iÄPOLLOi Theater> Friedrichstraße 218 Dir.: James Klein Allabendl. 7>U U. Sonnt. 3>/, u. 7V< Die Dom Qeafe Donnerstag, 6. Fe, bmor, obenbs 8 Uhr, OrgelcKonzert Walter Fischer. Mitw.: Wilhelm Gatt. mann(Sariten), Oskar Grundmann(Sellv). Eintritt Ire! gegen Ent- naiuneeinesProiirainnis ÖPStäl TägLTf/j. Sonnt. S1/, ii.7V» Beue Febraar-Sclilager u. a.: Marlfahs allerliebste Kakadus und P;,pageien. Marie Blank.Fangsplelc WILLY das stürzende Unikum. Prolongiert Ssablb Nadchnra und die Ubr. Nummern. Schluß:„Oberoa" PhanL Pnntom. DlrcKtlons SiegDcrt GoiaSchmidt Der QewcaSTi�ste film aSBer Zeiten iDeatet la Den ssWeMn. Donnerstag, den 6. Frbrtiar, 7 Uhr, VolkSTorstellung bei ganz kleinen Preisen Zwei Wappen, Lustspiel in vier Akten von Blumenthal u. Kadelburg a mit ersten Schauspielern der Genossenschaft U Deutscher B&hnensngehBrlger . Sopniensäie u. Theaterk. Tietz.Alcxanderplatz W Vorverk. palast-Cbeater Direktion: Fritz Prledraaon.Prederlch. Connccelog. ben S. Aebrnor, abend* TV. Ahr: Die im Schatten lebe«. Soziales Drama von Emil Rofinoiv. Arelfag, den T. Aebrnnr, abend, TV« Ahr: Der Dtoudadour. Große Oper In L Akten von s. Verdi. Sonuabcnb. den$. Jcbcuat, abend» VI, Uhr: Die im Schatten leben. Soziales Drama von Emil Rosenaw. Sonntag, de» 9. Jcbtuot, abend» T>„ Ahr: Der Troubadour. Große Oper in 5 Akten von G. Verdi. ZKentag. bca 10. ffebenat, abend» T'f. Ahr: Die im Schatten lebe«. Soziales Drama von Emil Nosenow. — � �—-—-—— ---- gJffÄSfj Gr. Ball- laden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag: onn'ags Anfang 3 Uhu wochentags Anlang 0 Uhr Maoerstr. 82 X_VJK. Zimrnerstr. 90/91 (Clou) Jeden Montag und Freitag: Bunte, heitere Abende Vorträge und Tanz. Sonnabend t Doppel-Konzert und Tanz. Anfang 6 Uhr. Eintritt t M. Anfang 6 Uhr. OAKte verfonrr und inszenierf von Robert Reinert Die Handlung spielt in Europa- Indien- China des Qro-e Va,iet6-Aus-| stattungs-Schau. | P> rsSnl. Auitrcten! d. berühmt, schwed.( Filmschauspielers [Vlggo Larsen.! Lucle Biattner als Lieblingstrau. I H. Honten. Fr. Rauch[ 1 1 n arab. Springer, 1 lUPyram.-ßarstclI.| 1 Battys Bärengruppe. | Chinesische Gaukler.| ) Sonntags 3'/, U jed, 1 Erwachs. 1 Kind frei 1 1 | Theaterk. ununterhrl 1 geöffnet. I Unter d. Linden 14 5=Uhrc Tanz-Tee 7 Uhr abends das GroSeProgranioi 1 Philharmonie. Montag, 10. Februar, V/, Uhr: Beethoven: s IX. SINFONIE > mit dem Kittelscben Chor u. d. Pbllb. Orchester. a Dirigent: RfUllv ültlki. Solisten: o G. Steinweg, H. Dehmlow, W. Henke, J. v. Raatx* S Brochmann.— Vorher: 4 ernste Gesänge, Brahms: 5 v. Raatz-Brockmann u. d. PMlh. Orchester. X Karten 8, 6, 5, 4, 2 M. bei Bote& Bock, Werthelm. Oeffentl. Hauptprobe: Sonntag,?. Februar, 12 Uhr. Karten zu 4, 3, 1,50 M. bei Bote& Bock, Wertheim. |» M Mi Mk i Täglich Vk Uhr: Variete- Spieiplan. Rauchen gestattet) 1—------r— � � � Neueröifnetl Neueröffnet! t.mpfehle hiermit allen Freunden, Bekannten sowie Vereinen das von mir übernommene altbekannte Vergnügungslokal IM4b „Zu dem alten Berliner Rathausbären" Mahlsdorf, GrunowstraBe 69 70 zu Festlichkeiten oder sonstigen Veranstaltungen. Gebe hiermit gleich be annt, daß am Sonnabend, den 7. Febr., ein mV Kostümfest stattfindet, Anlang 7 Uhr, wozu freundlichst einladet Der Wirt Paul Scmmlcr. Telephon; Amt Friedrichshagen 288. Fahrverbindung: StreBe-ihahnlinie 1 vom Bahnhof CCpc- nlrk und Bahnhof Mahlsdo f. Maltestelle Cirunowstraße. k ■Lombard-Haas1 H, Grast, Leipz. Str. 75 II HScbste Belclbung q Diskret., Reellste JL Gelegenitclts- Käufe, Uhrca, C-.jJ Brillanten, Schmucksachen. 10—50% unt. Ladcppr. AdmlraUpulusL. Anfang 8 Uhr, Sonntag 4 und 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Prinzessin von Tragant. Wer Ist die Schönste; Safdah. Warme Speisen auf | allen P.ätzen. j Admirals-Kino Dr. Husum ILebenswerl imltfTaas Mierendorf. i usstellungs- halle„Z00" Ausstellung vollkommen eingerichtet. kleiner Familien- und Wohnhäuser. Eintritt l Mark. Stern-Zwirn kein P-pier. 100«t 30,- SR. Schuhcreme, 100 Deien ÄU- M. Albert Wolf, GefeU i. VogtL Kriegsanleihe kauft gegen Barzahlung Dein Netailioilustrie, Potad am»r Str. BT.* Mien-Lerlin Jägerstr. 63 a. 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Iehlstelle Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag der Kollege H. Grünberger, Ebersstraße 56, am Montag, den 3. Febr., verstorben ist. Die Einiischeruna findet am Freitag, den 7. Febr., nachmittags 4 Uhr. im Krematormm Ecrichtstraße statt. 74/11 Um rege Beteiligung er- sucht Der Bor veutlcher Bjnarveiler-l'erdaml. Verein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag der Kollege Gtto Hartmann (Bezirk Lanlwitz) am 27Lanuar verstorben ist. Ehre seinem filndeutea> Die Beerdigung findet heute Donnerstag, S. Febr.. nachm. S>/, Uhr, von der Halle de» Demeindesried- hose» in Lantwiß, Luther- strafst, aus statt 142'5 Der Vorstand. wohuhous IN. Länd-reirn u. Barten hint Hause fof. preisw. u. ü linst Beb. j. vert. Niih. t b. zicichästestelle d. Wusterh. Anz. in Wusterhausen(Dosse). Nachruf. Am lS. Januar ISIS starb in Kowel im Lazarett an Fleckfieber mein Herzens- guter jüngster Sohn, unser unvergeßlicher Bruder, Schwager und- Onkel, der Landsturmmann Paul Schaern vier Tage vor seiner Ab- fahrt in die Heimat Zn tiefstem Schmerz bitte« um stille Teilnahme ITumni« ezciiacin, Neukölln. Fontanestr. 29. Spezialavzt Dr. med.* f. Haut-, Harn-, F raucnleiden Salvarsan- Kuren, Blutunters. Schnellste Befreiung von ansteck. Krankheit d. Harnorgane vimr heruisslörg. u. schrnnlos in HeiSS JäBerstr.12 Sprechst.: 11-1, 5-7, Sonnt 11-1 besettlet oÄsHaussalbe ied. Hautausschi., Flocht. Hautjuck., bes. Beintchail., Kranipladern der Frauen u dergl. in Originaldrsen 4 25. 7 50 erhältlich in der „Elefanien- Apotheke" Berlin SW Ist Leipziger «traBe"4 fa. Oftnhnno'l Suche Piano. Asser, Flensburger Straße l. Tel.: Moabit 7810.' sor ich das losfach bewährte Mittel gem SMM owie jeder Art Fkediten. wirkt hnell, auch in alten Fällen. Siele Anerkennungen und Dankschreiben.' 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Mltekteo, Geoineter. CMker. Bau- u. WjchlliMeSMel. Zeiillver am im Zreltag, den Z. Zebruar, vorm. 10' I Uhr, Sophien- Gymnasium, wetameisterstr IS. Referenten: 208/5 Thema: l'axestrsxen, vritr LdreeKe, Ingenieur, Ackolk Vnsckillr. Propeganda-Ausschutt. WdlWSzchW»Ä'WWMkll Sil WliMWml! lies WW! Oeffentl. Versammlung aller Angestellten Tonnerstag. den 6. Februar, abends 7 Uhr, tu den„Musikcr-Säleu Kaifer-Wilhelmstr. 31. Tagesordnung: 1. bevorstehende Mossenentlassungs» als Zola« der wor-nde»chlaguohme! R-icront: Kollege Frig Schmidt 2. Freie Aussprache. 3. B-schlußfassun«. 78 1«« u. Lolleglüven. Zentralverband der liandlnngsgiebiiten, Dezirk Berlin. Münzstr. 20. Achtung! Arbeitslose! Frauen und Männer. Zrelkag, den 7. Zebruar, nachmittags t Ahr, finden in nachstehenden Lokalen MeilSMvelsUllililliW —.oser Brauerei. MaabI», Turm sie. I5M. irachksül« de» Osten», Frankfurter Allee, Iharuslül«.»orden, MMlerkrt 142, "'süle de» Westen». 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Bischer, Staatssetretariot flir wtrtschastllchi Dem». biiisierung, l083D FrelHerr v, Qebsattel, Deutsche Waffenstillstandskommission. MWMMWWSi! Heute, den S. Jsdr., nachm. Z Uhr, wllhelmshallc» am Zeo 'Neuwahl der Vcrhandlunjiskoutmission des Arbeitsausschusses. (Näheres flehe im lokalen Teil. Ssttberufer: 206« Arfeeitsanuclnifi der üroD• Berliner KrlegfornanlinioneD. Wllllli! bSWMl! Sonnabend, den 8. Zebruar, vorm. 10 Ahr: MWseo' btlwslW Sophlen-Zlkle(großer Saal), Eophicnstr. 17/18. Tagesordnung: I. Berich» der Oblcuke aber die lehlhlu unternommenen Schrine. 2. Diskusston. 3. Ergänzungswahlen für den Arbeitslofenrat 27/20 I. A. der Obleute: W. Wo», AtSbelsobrlk Berolina eingetragene Genossenilhast mit beschränkter Hasipflidit. Montag, 24.Febr., abds. 5 Uhr, ii» Geschäftsraum: Generalversammlung. Tageso- dnung: 1. Bilanz. 2. Wahl des Vor. fiandcs und des Aufsichtsrats. 3. Geschästliches. 105,18 Die Bilanz liegt im Seschästs» lokal au». Der Vorstand. H. Krebs. 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Kelsbruch zum Preis« von 59 Pf. oder zwei>, Pfd. Pakete«ek» zum Preis, von 74 Pf. gegen Bezugschein ab- gegeben. Di- Bezugscheine werden am 5. Febr. fiir Buchstaben T— Z 6.», A-F 0 0 n G— 1. ?•., M-S in der Kartenausgadestelle Zimmer 135, 137 und 138 de, Raihanses ausgegeben Di« Geschästslrute hoben die etwa verbliebenen Residcstände bis spätestens 12. b. Mt». 10 Uhr porin ittag» auf Zimmer 407 anzugeben Spandau. 4. Februar 1919. Drr Arbeiter, u. Soldetenrat. _ Der Magistrat. ISS« SkEdNscheu zum Preise von 17 Mark per Zentner an Wiederverkäiifer geben ab 22/1 NGHer& Braun, Lebensmittelgrokhandlung, Lothringer Elr. 43. ? Ssutjucken �(Krfltze) wirksames Spczlalmittel 1 Fers. 7,50«., 2 Fers. 14 M. Apotheker Lauenztelns Vers. i Spremberg L. 44.• So», ladend teurer Tag| Sehen t Hausfrauen: Staunen] Deuverakog, den 0., Zrelkag, den und Lounabend. den 0. Zebruar: ssMW Täglich zwei Purfübrnngen MSZ pünktlich nachmittags 5 Uhr und abends Tllhr. ' MdesWM. MViklMe' Belle-Älliaace-Slr. Ivb.>. 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Die Freiwilligen erhallen Petpslegung, Quartier, Belleidung, mobile Löhnung, mindestens 30 M. monatlich, auiindem 5 M. vro Tag. Sie müssen sich vom Tage des NntreffcnS aus einen Monat verpsiichten mit vierzehn- tägiger KündigungSsrist am 1. nnd 15. des Monats. Hasse, Lberst«»d Kommandeur des I. Posettschen Feld- artiUeric-NegimentS Nr. SV. ZleMMe 80t! Vaterland braucht Männer zur Aufrecht- erhaltuug der Ruhe und zur Sicherung der Grenzen! Meldet Euch bei der Regierungstruppe der igi/g> M-Mklie- s«e«- HötBöetflei 5(iö8c 70. Flak-Abteilung 5 Freiwillige für leichte Kraftwagengeschiche Offiziere, Unteroffiziere n. Mannschaften darunter: kraflsohrcr, vedleaanKsmanaschaften für Um. und.sm., Tetephonisten und Handwerker. Borb edingung: Abgeschlosteue militärische Ausbildung und fester Wille zu altbewährter Slianneozucht. Gewährt wird: MobUe Löhnung sowie täglich 5 M. Grenzschutzzulage. ZZersorgung: Die Freiwilligen gelten al» vorübergehend zum attioen Mniiärdienst herangezogen im Sinne der SÄllitärversorgungszesetze. Die Ansprüche auf Fa- miliemintersttitzmia laufen weiter. Die freiwillige Dienstzeit rechnet für Invaliden- und Altersversicherung wie Dienst im aktiven Heere. Fahrschein bei der nächsten militärischen Dienststelle be- antragen. Militärpapiere, Entlafsungsunifocm, die vergaret wird, mitbringe». Meldung bei Flak-Nbteilunss 8 Ltegaih(Schteflea), neue Kaserne. 1077D* meEdei Euch! Charlotten hurg, Joachimsthaler Straße 52, stellt Rekruten ein, die nach den Erfordernissen der Landes- Verteidigung ausgebildet werden. Bekannte Bedingungen bei guier, freier Verpflegung und Unterbringung. 21/12 schützt Land und Zukunft mit derWaffe. Die Deutsche stellt die Qarde-Kavallerie-Schützen-Division Zeitfreiwillige ein. Neue Unruhen zerstören das Wirtschaftsleben völlig. Wer für Ordnung und Ruhe eintritt, wer Brot, Kohle, Licht sichern will, der melde sich! Einberufung nur im Falle äußerster Not, Entlassung unmittelbar nach Wiederherstellung der Ruhe. fiedmgungen für die Zelt des Dienstes; Mobiles Gehalt oder Löhnung, 5 M. Tageszulage, Verpflegung, Unterkunft, Versorgung nach den Kriegsgesetzen. p Schriftliche oder mündliche Meldung in den Freiwilligen-Aufnahmestellen: Nürnberger Str. 70, Deutsches Künstlertheater Gerlchtstr» 47 Hardenbergstr. 2 QroßsLichterf elde, Hauptk adettenanstalt Reinickendorf, Gemeindeschule 3, Pankower Allee 31. Int.-Oiv. Abt. LOttwitz brauetit Euch Mobile Löhnung, 5 Mark Tageszulage, Unterkunft u. Verpflegung Werbebureaus: Rankestralfe 34, W, Potsdamer Str. 2S, flalensee, Westfäliscfie Str. 53. SW, TempeltioffiP liier 2!, NW, ßatbenawer Str. Sa luöuD* gegenüb. d. Kriminalgeficht Brdsn�renzseknlzOst! ZitRiSektz der J!egi:mg undKatiCRalversainliitig! M.ttt.-llnferoffizlere n. Schützen, Fahrer, Sattler, Stellmacher, Tischirr werden zu de» betanntc» Bedingungen bei der Freiwilligen M.S.lSs.-Komp. des Earde-Korp» eingestellt. .Meldung: Verlin-Borfigwalde, Schule. 108SD V. Txliaftrül, Hauptmann W»M MMk geötfliiüü zm SieaziM In Mensen uno Im Bnlssnlünl!. Meldung sofort für die 1. Garde-Reserve-Division (jüngere Jnfanterie-Lffizierc und Ncrzte, Unter- offiziere und Mannschaften aller Waffen nnd Sanitäts-ivormationen, Handwerker jeder Art). UWff- Bedingungen:"MW Mobiles Gehalt nnd Löhnang Tägliche Zulage: 9 Mark(davon 4 Mark Baltenznlagc) Treupiämie»ach dem ersten Monat SO Mark Entlaffungs- und Marschgeld Gntschädignngen und Familienunterstiitznng Verpftichtnng Fnm Gehorsam gegen die Borgesetzten. Uniform(bes. Mäntel) und Papiere mitbringen. inalbftffallo ♦ Berlin, StnwcrbestcllcBaltenland, Joachim-Fricdrich- ilff-illi-lil-U«,» Gymnasium, Kaiser- Allee(Ecke Schaperstrafie). Uufnuk! Mein Sohn Nrlct, illartla. Füsilier der 5. od. S. Komp. Grenadier- Ngt. Kronprlnr Rr. t in Königsberg i. Pr. wird seit 3. Sept. lg»! oermistt. Die letzte Nachricht oon ihm datiert' vom 5. Sept. t!NS au» Brösa in Ungarn. Kameraden, welche über den Verbleib oder Sefangennohm« meines Loh- ne, irgend etwas wissen, wosten bitte dies umgehend an mich gelogen lassen.. 02/0 Karl n artin, Steiger, ti tt» t c n 1. Ä nhalt, Schacht VI. 1 freiwillige 1 für ürerzschutz-jliegeraljteilung! 2 Nur gediente deutsche FUegermaunichasten §w mit praktoche» Erfahrungen(Monteure. Elettriier, Motorenschlosser». Leute anderen technischen Beruf») können wtoll gegen detannle Bedingungen eingestellt werden. Sofortige schristuche, wenn möglich persönliche X Meldungen bei I0S1D Jtz Hauptmann Minckler, Flieg. Ers.-Abt. 8, 400 überwiesen. ftlSödf, Oer Arbeiteraus, chntz. Zly lllvse NM Zreikag. 7. u�n�o�o�r"'' vro m K M Ois.UüHööllL MgeDifie til$150 E JI&Miile ms 2öOE aein jjlatlD in jeder Form GkMM 10 E Solei Slöver Baum, Swssevitt. 58-58, � 21/19* Frau Knutb, Berlin. Die Regierung�- Weiter wurde ü&er die Lcteiüz!�;; rungsmehrheit in der Nationaluersaur. h Debatte kam auch das VerhältniZ zwisch� tie und Unabhängigen eingehend, reren Seiten wurde darauf hingewiefen, d u n g s f e I d z u g, den besonders die gierung und die Sozialdemokral ie sühn.; er nrtwendkgen Regie- g vcrhandetl. In der C ozialdemokra» : Sprache. Von meh- d.. der V e r l e u m- . ii.it" gegen die Re- .----------'Le i> bedanken an Gc» memichaftsarbert unmöglich mache. Trotzdc:., hol! man es für not- wendig, einen letzten Versuch zu mochrü, um t.e Unabhängigen wieder auf den Boden des Erfurter i» g r a in i.t s zurückzu. ruhten. Stcerraktion b e f ch l o ü d. her. ihren Bor- itand zu beauft ragen, bei der Lc.> t: j n der Unabhängigen anzufragen, ob sie bc Regierung einzutreten, auf der C-. ttlffeS zur parlamentarischen D e ir einer Staatsform. die unter grundsätzlicher kl. raktik in jeder Beziehung durch den B?il Volkes bestimmt wird. Einmütig ging die ik dahin, daß das eine Frage sei, die von So�.. einem einfachen Ja beantworte! werden küi.i. Kionfet»enL ckev Rovps-Solckaieni'Ate. e:! f e i, in die indl iz» des Bekennt- > k r! i e, d. h. zu -ehn..jlg jeder Putsch- > d.r Mehrheit des asj.n'? der Fraktion i.Mol raten nur mit gczriffen lctzungen Spartakus im Nr'ch. Das ganze Reich ist infolge der Beunru'i long durch die S«?- tak.ften in Bewegung. DcrHamb urgcrL-ntrelbe am t e n- r a t wendet sich mit einem Aufrns an die Bci.llkrru'- j» dem er die Verweigerung dcö Dienstes durch die Bcomi.u- ,. �' b-nründct gestern erschien das Mitglied des Hamburger y q. s*'nfeS Sic« met bei der Eifenbahndirektien und e'.."' dritten E i s e n b° h n° r e r s ch i e ß° n z u � s s c.i. jede., siinften als V* LV 4Uv!C« f rnU fri* Beamten die Brotkarten entziehen zu wollen, fall, stch die bahn er weiter weigern sollten. puppen nach Bremen zu f>ftxicrsu Tatsächlich find denn auch H-wburger Els-nbahnbe-u,� cu. �rschiit i-n BahnbSs.a an- worden, web« r.n� bct �camten cvn erlittene« Ber- n p r n r ft r 1■ f1's- q"•" s r l d o r f ist eS inz«z!schc:i zum G c- "i!,*". l:„C"Uy-:u Beamten- nr.d Bernss rganisatio- s-e v«~lC m ad'unzcn wurden dadurch ndgebrochen, JtVh* vom B eh-ndlur Btisch weg L?b wurden. Ei-, streik der Terror gegen die'«-°m.-.�7�?b1� �/- 2- r? Anschluß oon Putfchvc?i.<:n zu Schieße. ZLT TZ" s3?«'"nd-in Matrose geislet und vier Ma- mZTnroT mnm>an-t z*™*™« s. v.-.-«.- ;tfz%r""ÄÄ: dat?„r°ts das g?- d-Z Hamburger Lbc'üen Svl- bnr» linsälli«' v-k vi» rmcrlorps zu mobilisier>. n, wird da- mcelorps der Regierung-ui'�b-nden Truppent.n. des 9. Ar- waigcn Hamburger �d'e Znsichcrung gegeben habe, e.nem et- ,. i r.,_ nn. Zobilmachungsbefchl kelne Soige zu . ri l-'t-.- s t.!i m a. Sih. streikten ebenfalls die Beamten �re?-s um«rate» e' � der Eisenbahnen und des städtischen � ZUL gesen die Freiheitsberaubung und Lebens. � s durch die Svartakisten. An den Erfurter tcntT�!' tnX" Bewaffnung von Zivilisten schuldig Ken, ppknpsp'p» wi-d i,'ima!um der Reichsrrgicrung abgegangen, IN P�.-.P �. X I:'pnerhalb vier Tagen einen Bericht über die widrigenfalls crfvrde�.' i° k-'«« g der Waffen einzusenden. Die unabhängigen So � Maßnahmen gct.ofs...«erden mutzten. Ai gestrigen Vormittage wurden die Dienstagabend vertagten Verbavlungen der Delegierten der KorpS-Soldaienräte über die Verortung betreffend die Neuregelung der Kommando» gewat wieder aufgenommen. Gleich zu Beginn der Sitzuna lvilrdeiie Stimmung ziemlich erregt. Der Vorsitzende Cohen- R eufwies darauf bin. das; die heulige Konferenz nicht befugt lei, diVerordiiuug, die ein auf legalem Wege zustande gekommenes Geietzsei, abzulehnen. Er fuhr fort: tZmen Sie die Verordnung ab, dann beschwören Sie einen Konflit herauf, in dem Sie nicht die Sieger sein werden. Dann sind Sie Änarchisten l Es ist übrigens eigenartig, daß die meisten der rdilalsten Sprecher bis zinn S. November keine Beziehnng zum SozitismnS gehabt haben. Wenn Sie nickt beschließen, daß die Verodnung solange Kraft bebält. bis sie ab- geÄdert ist— zu Abändernnoen ist der Fentralrat ja be« r e i— dann wird die Sitzung nickt weiter geführt. k o h e n« Reuß: Der Zentralrat sei zu Nbäiiderunaen bereit, lohn aber jede weitere Verhandlung ab, wenn sich die heulige Ver- fcmnlung nickt zu dem Standpunkt bekenne, daß orbnung.?gemäß zustande gekommene Gesetze auch anerkannt wer.en nrnßten. Die Anlschiebung der Anwendung de» Gc letze». die,!«-rrchiedentlich verlangt worden sei. würde nur eine Ausflucht hekeuten. In der weiteren Aiissdracke erklärte der Delegierte Scholz, die Delegierten würden sich damit einverstanden erklären, wenn der Fentrolrat die Fiisickeeuna gebe» daß die Durchführung der Ver» ordnuna vorläufig im>erbleibe. Delegierter R e s ck bezeichnete den von der Versammlung ein- geschlagenen Weg al» für eine Ver st ändtanng nickt ge- eignet. Das Gesetz müsse seinem In balle nach bekämpft werden. aber man mnfie dem Feniralraie die Möglichlcit geben, mit den Soldatenräten nifammen zu einer Einigung zu gelangen. Stall(GarbekorpS) verliest eine Erllärung des im Fu- schauerraum anwesenden früheren VoliSbeauftragten Barth, wonach der Fentr.ilrat am 20. Dezember in einer Be- ivreckung mit General Gröner umgefallen sei, nachdem Hindenbnrg ein vertrauliches Telegramm aefckickt habe, daß er die Beschlüsse deS Rätekongrefic» nicht anerkenne. Gegen die'e Bebauvlunq wenden fich vom Fentralrat Toben- Reuß, K o b n und Heller. Sie erklären übereinstimmend die erste Behauptuna Bartb» für unwahr lBartb: Wahrheit, ich war dabei!j; dos Telegramm Hindenburg« ist Talsache. Hindenburg bat sich bier etwa« anaemaßt, waS ihm nicht zustand; die Regierung bat bereits eingegrifien. Ein Antrag auf viertelstündliche Vertagung, damit die Dele- gierten unter fick beraten können, ob sie die Verordnung prinzipiell ablebncn wollen, wird einstlminig angenommen. Nack Wiederbersteliunq der Oeffentlichkci« erhält der Vertreter de? KriegSministcriumS Hann burger das Wort zu einer Er» klärung, nach welcher augenblicklich Verhandlungen mit der Regierung schweben, um auf Antrag deS Delegierten Scholz'(5. A.-K.) ein Kompromiß herbeizuführen. welches die Auslühning der Verordnung bis zum Erlaß der Er- gänmngsbestinmuingen hinausschiebt. Nunmehr verliest Krem l e r vom t8. Armeekorv» nachstehende Resolution saßt wurde: Die Konferenz lehnt eS ab. über die gesetzliche Seite deS FeutralrateS sowohl zu der Verordnung selbst, wie zu den von der Konferenz zu machenden Abänderungsvorschlägen und Anssübrungsbestimmiingen erhalten haben." s,. cu--»!.'-».« i« i s i e r t raS 9. Armeekorps gegen die Division Gerstenberg teilen lallen dal werden würde. Die NcichSlcitvng hat darauf mit- aller S« r e rt® gegen die Teilnehmer solch einer Expedition mit Staatssekretär'' 9 r verfahren werden mühte. Inzwischen hat der meekor»« tclec Avöie von ausschlaggebenden Truppenteilen drs9.Ar- daran d ä rlraphisch die Z u s i ch e r u n g erhalten, daß sie n i ch t berebl italoe h t e n, einem etwaigen Hamburger MobilmachungS. r r g i r r» n leisten, vielmehr treu hinter der Reich S» � ständen. Gcneralttreik in Kiel. deS Gonvc' Februar. Bei der blutigen Schießerei in der Nähe a e t i> t e t rnementsgebäudcs wurden 4 Zivilisten und ein Matrofe Anschluß e- srwie 8 Zivilisten und 4 Marincleute verwundet. Im lungen'" Vorgänge wurden große Lfsentliche Bersamm- Gener«der Arbeiterschaft abgehalten, in denen für morgen der : l st r e i k beschlossen wurde. cv�» ■Ott Die erwartete tzetze. setzt tue � Blättern der Unabhängigen und Kommunisten ncgen der Besetzung Bremens die vorauszusehende Hetze Wachs besonderes leistet darin die„Note Fahne", die die neuer A.- und S.-Näte verlangt und ihre Anhänger- aröbste aus die Schanzen" ruft. Es fehlt dabei nicht an den »L'-iN Unwahrheiten wie beispielsweise der, daß die Bremer lick'kei�unisten alle Forderungen bewilligt hätten. In Wirk- «ls..s haben die Bremer Spartakisten lediglich ein paar nm|j inkonzessionen gemacht, sie haben eine Abliefe- als ei Waffen vorgeschlagen, die in Wirklichkeit nichts „.„„ne Aufbewahrung der Waffen für sie zu ferne' � günstigerem Zeitpunkt war; sie haben ; ihren eigenen Rat der Volksbcauftragten abgesetzt, ?r ihnen in den Verhandlungen schon zu weit gegangen Ganz unwahr ist auch die Behauptung der„Roten Coben-Reuß: Durch die Resolution ist die Verordnung trotz- dem auerkannl(Widerspruch», denn Abänderungsvorschläge kann man doch nur zu etwas Anerkanntem machen. Es wird nun beschlossen, in der Rednerliste-fortzilstrhren, aber nur die Einreicher schriftlicher Verbesieiungsvorschläge sprechen zu lasten und die Vorschläge einer Kommission zu über« iien. Zur Begründung ihrer Vorschläge sprechen hierauf: Rösch (12. A.-K.1. Schöning<19. A.»K.l. Radig(S. bayerisches A.-K), Anders<4. A.-K.) uuh Ewers<9. A.-K.'s DÜ« Vorschläge, die in der Hauvlsacke vorsehen, daß die Sol- datevräle in ihrem Wirkungskreis« die. höchste Instanz bilden sollen und daß Von den Offizieren die Beiehlsgewait nur im Tin- Verständnis mit den Soldaten röten ausgeübt werden soll, wurden zur weiteren Bearbeimng einer neungkiedrigen Kommission überwiesen, die sich auch mit der Frage der Regelung von Neuwahlen für die Soldatenräte zu beschästigen haben wird. Eme lange Debat'e gab eS dann über einen Antrag auf Einsetzung einer Kontrollinstanz beim KriegSmini st erium. »ineS Reichssoldatenrats. Der Vorsitzende Toben wandte gegen die Wahl einer solchen Konirollinstanz ein. daß bisher nur Unter st aatssekreiär G ö h r e für seine Perion sich mit der Ersetzung der bisherigen Kontrolleure im KriegSministerium durch eine neue Körperschait ein- verstanden erkläit bctt, daß aber auch noch erst die Regierung gehört werden müsse. Die Versammlung stellie sich jedoch Zeit wurde die Sitzung auf morgen vormittag 9 Uhr vertagt. die Regierung beharrt auf Durchführung ihres Erla�es.. Der Zentralrat hat der Regierung über den Ausgang der Verhandlungen mit den Korps-Soldatenräten auf telepho- nischem Wege Mitteilung nach Weimar gemacht. Hierauf ist dem Zentralrat am Mittwoch nachmittag aus Weimar folgender Fernspruch zugegangen: „Weimar, den B. Februar 1019. Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß nach Klar- legung der Verordnung, betreffend vorläufige Regelung der Kam- mandogewalt, wo Zweifel auftreten, Rechnung getragen werden soll, ebenso, daß Beschwerden über Ausführung� m Einzelfall geprüft werden. Bei späteren AuSfüh- rungSbestimmungen, wo sie nötig werden, werden die Ansichten der Soldatenräte mit herangezogen werden. Was die Kommission, die der Zentralrat sich zur Unterstützung inberufen will, betrifft, so wird die Ansicht auch dieser Kom- Mission mit in Betracht gezogen werden. Der Beginn der Aus- führungen der Verordnung, für die in F. 8 Spielraum gegeben ist, kann aber nicht dadurch verhindert werden, daß in einzelnen Punkten Zweifel auftreten. Dem Wunsch, die Ver- fügung ganz auszusetzen, bis AusführungSbestimmungen gegeben sind, kann nicht stattgegeben werden. Was die Beiordnung eines Landes-Soldatenrates in das Kriegsministerium betrifft, so ist dies eine Frage von so weittragender Bedeutung, daß die Be« antwortung Sache der Regierung und der Volksbeauftragten ist." In dieser Antwort kommt die Regierung den Soldaienräten soweit entgegen, als die? ohne Preisgabe ihres prinzipiellen Stand- Punktes möglich ist. Im Interesse der Sache wäre zu wünschen, daß auf dieser Basis doch noch eine Einigung zustande kommt. Die Spartakus-Prozeffe. Der nächste Fall am Mittwoch betraf den 29jährigen Karl Berge mann auS Statzfurt. Nachdem er vom Militär entlasten worden war, war er im Sicherheitsdienst und bei der Volksmarine- divistvn im Marstall tätig. AIS es dort sehr unruhig und bedenk- lich wurde und in Autos Waffen auS Spanbau dort abgeladen und an Zivilisten verteilt wurden mit der An- gäbe, daß die Regierung gestürzt werden solle, will er eS vorgezogen haben, sich zu entfernen. Als er dann gehört, daß der S ch l e s i s ch e B a h n h o f von Spartakisten besetzt worden sei. habe war. a-—--'"u.""" ex sich dorthin begeben und drei bis vier Tage Dienst getan. Zu- Fcihni®an§ unwahr ist auch die Behauptung r er„R�tc.:: m�si habe er Patrouillendienst gehabt. Tie Belegschaft des Bahn- weit' daß dl« Zugestandnisse der Bremer Spartakilten so, bofs war mit Gewehren ausgerüstet, an den Bahnübergängen waren stand Ö�gangen wären, daß selbst oie Militärs damit cinvcr-! Maschinengewehre ausgestellt. Er selbst sei mit einer Pistole und gewesen seien. Die Militärs konnten mit gar nichts Munition ausgerüstet gewesen, habe aber die Schußwaffen nich -'ch.rstanden sein, denn sie handelten— was sie selbst mehr- � Anwendung gebracht. Auf dem Bahnhof seien�nach�einer Schätzung betonten— nach den Weisungen der Rcichsrcgierung, : r, Tätigkeit beschränkte sich auf das rein M i l i t ä- che. Durch ihr Gezeter über„Gewalt und Blutvergießen" f.„.en die Spartakisten jetzt vergessen machen, daß sie s e l- die Schuldigen sind, daß sie allein die (LY.- antwortung dafür tragen, wenn es zur Ge- tanwendung kommen mußte. sy. Der Abscheu gegen Bürgerkrieg und Blutvergießen ist .chaus berechtigt, jeder Sozialist hegt ihn. Aber er treffe r�ienigen, die Bürgerkrieg und Blutvergießen in Deutsch- nd durch unzählige Gewaltakte, durch osfene A u f I e h- �.ung gegen den demokratischen Mehrheits- killend- .id seine des Volkes angestiftet haben, er trifft Spartakus> werden. Auch Lebensmittel- un Anhänger! ten ausfallen. Vieljach wurdp mi Munition ausgerüstet gewesen, habe aber die Schußwafsen� nicht m Anwendung gebracht. Auf dem Bahnhof seien nach seiner Schätzung etwa 200 Spartakisten versammelt gewesen. Tie Verpflegung fand dort statt, Löhnung habe er nur einmal bekommen. Der Auge» klagte nächtigte in einem in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Gasthof, wo er festgenommen wurde.„Als sie mich entdeckten, haben sie mich hergekriegt, rauSgeschmisien und dann schlugen sie auf mich los!" Der als Zeeige vernommene OberbahnhofSvorsteher Leh- mann bekundete, daß der Echlesifche Bahnhof in der Nacht zum 6. Januar von Spartakisten besetzt und bis zum 13. Januar besetzt gehalten worden sei. Am Dienstag fanden größere Schießereien stall, so daß die im Dienste befindlichen Beamten flüchten mußten. Abend» wurde der Liorplatz dunkel gemacht. Zweimalige Bersuche, die Spartakisten zu vertreiben, blieben erfolglos. Die Beamten konnten schließlich nicht mehr ihren Dienst versehen, und vom Tonnerstag mittag t Uhr mußte der gesamte Betrieb eingestellt d Kohlenzüge mutz- mit dem Schießen auch nur Unfug verübt. In den Bahnhofsräumen ist arg gehaust worden; in einem zum Aufenthalt von Fahrbediensteten bestimmten Raum waren Spinden erbrochen und Pelze gestohlen. In der Nachbarschaft deS Bahnhofs haben Einbrüche statrgefun- den, Bäckerläden sind gestürmt worden, Wagen mit Lebensmittel» wurden angehalten, ganze Wagen mit Broten ihres Inhalt? be- raubt usw. Drei Spartakisten versuchten auch, den Zeugen zu ver- anlassen, eine Weiche umzustellen, weil sie gehört hatten, daß ein Zug mit Regierungstruppen unterwegs sein sollte. Durch eine solche Umstellung der Weiche nach einem Nebengleise wäre die Gefahr einer Entgleisung des Zuges nahegerückt gewesen. Schließ« lich haben die Spartakisten eingesehen, daß sie sich nicht mehr halten konnten und haben den Bahnhof geräumt.— Der Gerichtshof verurteilte den Angeklajjten nach dem Antrage des Staatsanwalts zu 9 Monaten Gefängnis. Auch der folgende Angeklagte, Mechaniker Alfred B r 3 tz e n a u, ist auf dem Schle fischen Bahnhof tätig gewesen. Nach seiner Darstellung hat er beim Schlesischen Babnhof mit Zigaretten gehandelt und, um Zutritt zu dem Bahnhof selbst zu erhalten, sich auf einen ihm gegebenen Rat hin der unabhängigen Partei angeschlossen. Er habe ein Gewehr und 10 Patronen erhalten und Posten gestanden. Sonst habe er sich nicht betätigt, auch von der Schußwaffe nicht Gebrauch gemacht. Abends sei ihm seine Hand' tasche mit seinen Zigaretten von den Kameraden gestohlen worden; er sei darüber sehr aufgeregt gewesen, vom Bahnhof irr Aerger weggelaufen und habe sich seines Gewehrs enftvdi�t. indem er es in einen Hausflur in der Frankfurter Straße gestellt habt.— Gegen diesen Angeklagten beantragte der Staatsanwalt 9 Monate Gefängnis, der Gerichtshof erkannte aber auf 1 Jahr Gesang- n i S, wobei er außer den Vorstrafen(wegen Achtungsverlctzurn) und Ungehorsam beim Militär) auch die besondere Gefährlichr?' einer Störung des öffentlichen Friedens berücksichtigte, die du'- Besetzung eines Verkehrsmittels von der Wichtigkeit Schlesischen Bahnhofs herbeigeführt ist,. / SewerffchafisbewMng Ailgestclttcu-Ausschüsse der Grost-Herlincr Kriegs- gescllschaften und Kriegsorganisationcn l Die Verhandlungen zur Vereinheitlichung der Vertretung der Nngestcllten der Kriegsorganisationen hat zu dem erfreulichen Cr- gebnis geführt, dah die gesamte Ängcstelltenschast sich nunmehr auf eine gemeinsame Plattform stellt. Es soll eine Neuwahl der Ver- Handlungskommission des Arbeitsausschusses stattfinden, welche so- fort nach ihrer Wahl zusammen mit der Verhandlungskommission der Geschäftsleiter und den Vertretern der Reichsbehörden die Ver- Handlungen über unsere Forderungen auszunehmen hat. Die Wahl findet am Donnerstag, den 6 Februar, nachmittags ö Uhr, in den„W ilhelmshallen" amLoo statt. Wir fordern hierdurch die Angestelltenausschüssc der Grotz-Bcr- liner Kriegsgesellschaften und Kriegsorganisationen, soweit diese dem Reichsenährungsamt, dem Neichswirtschaftsamt oder der Kriegs- rohstoffabteilung unterstehen, auf, hierzu für je 250 in ihrem Be- triebe beschäftigte Personen einen Vertreter zu entsenden. Jedes angefangene 250 gilt als voll, wenn Sie Zahl 125 überschritten ist. Betriebe mit weniger als 250 beschäftigten Personen stellen einen Vertreter. Soweit die Delegationen der einzelnen Betriebe mehr als ein Mitglied zählen, haben diese Mitglieder unter sich einen Obmann ihrer Delegation zu bestimmen. Der Obmann ist zwecks Legitima- tion seiner Delegation verpflichtet, der Wahlleitung ein Schreiben seines Angestelltenausschusses zu übergeben, aus welchem die Zahl der zurzeit in dem Betriebe beschäftigten Personen und die Namen der Delegierten ersichtlich sind. Bei Betrieben, die nur einen Ver- tretcr entsenden, ist dieser als Obmann im vorbezeichnetcn Sinne anzusehen. Eine außerordentlich stark besuchte Branchenversammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Hobler, Bohrer� S t o ss e r. Fräser, Prester, Zieh er und dabei beschäftigten Arbeiterinnen nahm den Bericht des Bcanchenleiters Tirpit? über die Verhandlungen mit den Unternehmern entgegen. Von den Unternehmern ist betont worden, das; Löhne von 2,00 M. bei Revolvcrdrchern zu hoch sc-cn. Es wurde die Beseitigung des Mchrmaschinensystems verlangt, um eine krasse Ausbeutung der Arbeiterschaft zu beseitigen; auch diese Forderung wurde mit der Begründung abgelehnt, das; gerade dadurch Deutschland anderen Ländern gegenüber in die Höhe gekommen sei. Ferner wurde ver- langt, daß Anlernungen an Maschinen nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn kein arbettsloser Maschincnarbeiter mehr auf dem Arbeitsnachweis vorhanden ist. Auch diesen Passus sträubten sich die Unternehmer mit in den Vertrag hineinzunehmcn. Nur in einem Punkte gelang eö der Verhandlungskommission, etwas Positives herauszuholen, daß bei Beschäftigung in Lohn nicht 15 Prozent, sondern 5 Proz. in Abzug gebracht werden. Weil ein Teil der Kollegen noch weniger verdient, als das Lohnabkommen vor- sieht, ist die Branchenkommission nach reiflicher Prüfung dazu ge- kommen, das Lohnabkommen anzunehmen, zudem laufe es ja nur mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen. Anders sehe es mit dem � Kollektivvertrag aus, der ja noch viele Mängel enthalte, und nur halbjährlich mit Zustimmung der OrtSvenvaltung zu kündigen ist. Da die oberste Instanz der Berliner Arbeiterschaft, die Generai- versamnilung, de» Kollektivvertrag abgelehnt hat, soll die Versamm- lung danV■ entscheiden, ob die Branche für sich allein einen Ver- trag absch! ßcn will. In der lebhaften Diskussion wurde u. a. betonh daß durch das neue Abkommen viele Betriebe schlechtere Lohn- und Arbeitsbedingungen erhalten würden. Von der Firma Beil gab ein Redner bekannt, dieselbe entlasse ihre Leute und wolle dieselben mit geringeren Löhnen wieder einstellen. Wer sich dieser unerhörten Zumutung nicht füge, erhalte die für die Arbeitslosen- untcrstühung erforderlichen Papiere nicht. Es wurde auch h-rvor- gehoben, daß bei einigermaßen gutem Willen die Unternehmer viel dazu beitragen können, die jehige schlechte Lage zu verbessern, aber let?ten Endes soll den Arbeitern alles aufgehalst werden. Die Abstimmung ergab Annahme des Kommissionsvorschlags gegen eine Stimme. Zum Schluß ivies Tirpih darauf hin, daß die Kollegen- schaft nur durch einen festen Zusammenschluß der Branche zum ae- wünschten Ziele kommen könne. Ferner wurde das Verhalten der Ullsteinpressc gebrandmarkt, die die Arbeitslosen in jeder Weise in den Schinnh zu ziehen suche. Aufgabe denkender Arbeiter ist eS, eine Presse zu lesen, die die Interessen der Arbeiterschaft in weit- gehcndster Weise vertrete.___ Die Lohnbewegung der Handelsarbeiter. Di« nächsten Tage werden die Entscheidung darüber bringen, ob es in der Lohnbewegung der in den Warenhäusern und Einjj kbnndelsgeschästen tätigen Diener, Packer usw. zu einer Versündigung kommt, oder ob sich die Arbeiter zum Streik ent- schließen. Man wird den Handolsarbeitern nicht den Vorwurf machen können, daß sie übertriebene Forde-'ngen gestellt haben. Wocken- löhne von 00 bis 50 M. sind unter den heutigen Verhältnissen gewiß kein unbescheidenes Verlangen. Bleibt doch diese Forde- rung immer noch weit zurück hinter dem. was andere Arbeiter- kategorien erreicht haben. Da die Handelsarbeiter noch bis bor kurzem im allgemeinen sehr geringe Löhne bezogen, ist ihnen eine Aufbesserung ihres Einkommens wohl zu gönnen. In großen Waren- und Kaufhäusern wurden bis Ende November Wochcnlöbne von 40 bis 45 M. gezahlt und erst nach langjähriger Tätigkeit konnten Wochenlöhne von etwa 50 M. Erreicht werden. In den kleineren Geschäften gingen die Löhne bis auf 80 und 35 M. her- unter. Als Anfang Dezember die Bewegung der Sandelsarb;iter einsetzte, erhöhten die großen Geschäfte die Löhne auf 50 bis 05 M., während die kleinen Geschäftsinhaber auch dann noch keine Zulagen machten. Jetzt kommt eS den Handelsarbeitern darauf an. eine allge- meine Aufbesserung der Löhne zu er»!.len. Die Zugeständnisse, die der Unternehmerberband bei den Verhandlungen is sein letztes Angebot bezeichnete, genügen den Arbeitern nicht. Lie gebotenen Löhne bleiben nicht nur erheb ich hinter den Forlrungen zurück, sondern— und das gilt als besonders ungünsti;— der Höchstsatz soll erst nach 6 Jahren erreicht werden, währendbic Ar- beitcr den Höchstlohn nach 2 Ja�en beanspruchen. Obgleich die VertrauenSm'nner'wrsammüing das Anchot der Unternehmer einstimmig abgelehnt hat, erklärte sich die iehrheit doch bereit, vor dem Einigung samt zu rcrbandcln. Man üll also, trotzdem eine starke Minderheit für sofortige Arbeitsniedclegung war, alles versuchen, gm auf friedlichem Wege zu einer Vcständi- gung zu kommen. Hoffentlich gelingt die Verständigung. Tarifabschluß im �vlöbcltranspobtgewdrbe. Der Transportarbeiterverband hat mit dem zuständigen rbeit- gebervcrband einen Tarifvertrag für die im Möbeltran sportg-verbe beschäftigten Kutscher, Packer und Arbeiter abgeschloffen, de eine wesentliche Aufbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse lingt. Bisher erhielten Kutscher und Packer Wochenlöhne von 55 bis 5 M. Nach dem Tarif erhalten die Kutscher, Stalloute, angestellten Pcker in reinen Möbeliransportgeschäften einen Wochcnlohn von 7l M.. die Kutscher in gemischten Betrieben 50 M. Nicht angestellte Pcker und Arbeiter bekommen einen Tagclohn von 14 M. Plußcrdem Lobn gibt es Trinkgelder von 4 bis 5 M. sür den Wckaenmter. Bisher wurden Uebcrstundcn selten bezablt, denn eine bestinmie Arbeitszeit war meist nicht festgesetzt. Nach dem Tarif ist jede Uebftr stunde, die über die achtstündige Arbeitszeit hinausgeht, mit 1.75 M. zu bezahlen. Auch die Pferdcpslege, die bisher außerhalb der eigcnt- lichcn Arbeitszeit ohne besondere Vergühing ausgeführt werden mußte, ist jetzt nach dem Uebcrstundenfatz zu entlohnen, falls sie vor oder nach dem Fahrdienst ausgeführt wird. Sonn- und Feier- tagsarbett wird mit einem Ausschlag von 50 Proz. vergütet; sie ist aber so einzurichten, daß jeder Arbeiter jeden zweiten Sonniaft vollständig frei hat. Ein wesentlicher Fortschritt ist die Festsetzung von Sommerurlaub, der nach einjähriacr Beschäftigung auf 4 Tage festgesetzt ist und dann von Jabr zu Jabr um einen Tag bis zur Höchstgrenze von 10 Tagen steigt. Auch die nach 8 010 B.G.B, für kurze Arbeitsversäumnis zu gewährende Fortzahlung de? Lohne? ist durch den Tarif geregelt, und zwar so, daß nach einer Be- schäfligung von Y: Jahr 3 Tage, nach 1 Jahr 1 Woche, nach 3 Jahren 2 Wochen und nach 4 Jahren 3 Wochen als verhältnismäßig kurze Arbeitsversäumnis gelten.__ Ein Notschrei der Postaushelfcr. Die im Postbezirk Groß-Berlin beschäftigten Postaushelfer und-Aushebkerinnen nahmen in einer überfüllten Versammlung im Gewerkschaftshaus Stellung zu ihrer wirtschaftlichen Notlage. Die täglichen Verdienst», welche die Aushilfskräste erzielen, stehen noch bedeutend unter den Sätzen, die den Arbeitslosen an Unter- stützunp gc-ahlt wird. Werden doch noch Tagelöhne für Männer von 5,40 Mk., nach 14 Jahr 5,90 Mk., für Frauen von 3,70 Mk., nach 14 Jahr 4.20 Mk. gezahlt. Dazu kommen monatliche Teuerungszulagen für Jugendliche von 3l Mk., Ledig».62 Mk., Verheiratete 66 Mk., mit einem Kind 72 Mk. und für fme? weitere Kind 4 Mk. mehr. Besonders ungünstig stellen sich die ni<*ndlichen Telegramm- und RohrpostbesteUer, die ncch auf Stücklohn arbeiten müffm. Für da? erste Telegramm, welches ste bestellen, erhalten sie 12 Pf, für jedes weitere 2'ch Pf. Jhr..AUuMerdienst beläüft sich auf 2,50 bis 3 Mk. Erbitterung hat die G-'währung einer VkbiwRtchen Betriebs. zulagc von 120,— Mk. für Beamte hervoraerufcn, von welcher die Aushilfskräfte ausgeschlossen sind.' Die Aushilfskräfte, die wäh- rend der harten Kriegszeit und bis zum heutigen Tage ihre Ar- beitsvflicht im Interesse der Allgemeinheit erfüllt haben, glauben ein Anrecht auf gleiche Behandlung zu haben. Es fand eine Resolution einstimmige Annahme, in der gesagt wird, daß die enorme Steigerung aller Lebens» und Bedarfsartikel es den Post- aukhelfern und AukHelserinnen unmöglich macht, den an sie ge- stellten Anforderungen gerecht werden zu können. Die Ver- sammelten bringen zum Ausdruck, daß eine dringende Rufbesse- rung ihrer Verdienste ein Gebot der Menschlichkeit ist und erwarten von dem Reichspostamt, daß folgende aufgestellten Forderungen gewissenhaft geprüft werden und zur Durchführung gelangen. 1. Erböbung des Tagelohns einschließlich der Teuerungszulage um 50 Vrozent. 2. Gleichstellung der Witwen mit eigenem Saushalt mit den verheirateten Personen in bezug auf monatliche Teucrungszulaae. 3. Aufhebung dcS Stücklohnes für AuShelfer im Telegramm. und Robrpost-Bcltelldicnst und Gleichstellung mit den im sonstigen Postdienst beschäftigten Aushilfskräften. Die Versammelten beauftragen die Organisationsleitung des Deutschen Transportarbeiter-Verbandes als ihre Jntereffcnvcr- tretung gemeinsam mit einer viergliedrigen Kommission der Aushilfskräfte ihre Forderungen dem Reichspostamt zu unterbreiten und Verhandlungen sofort einzuleiten. Die Forderungen der Anwaltsangcstevten. In einer stark besuchten Versammlung der Rechtsanwalts- und Notariatsangestellten referierte Genosse Giebel vom Verband der Bureauangeftellten über die auszustellenden Forderungen. Ter Redner kennzeichnete das bisherige unsoziale Verhalten der An- wälte und ihrer Oraanilation. des Deutschen AnwaltvcreinS, und begründete sodann die Grundlage des geforderten Tarifvertrags. Ferner stellte er die Forderung auf baldige Zahlung einer Enischul- dungssumme auf, die nach Alter und Dauer d�r Tätigkeit von 120 bis 500 M. zuzüglich 20 Proz. für verheiratete Angestellte ge- staffelt ist. Außerdem wies er auf eine Reihe von Forderungen für die Gesetzgebung hin, nach denen die zahlreichen Mißstände im Beruf der Anwaltsangestellten unter Benutzung der allgemein ge- forderten sozialpolitischen Grundsätze abgestellt werden sollen. Große Entrüstung rief seine Mitteilung in der Versammlung her- vor, daß.der bekannte Justizrat Bcchcrer sAnwaltsfirma Becherer u. Liscoi es gewagt hat. zwei Angestellten mit Entlassung zu maß- regeln, weil sie in der Ausübuna ikres gutcm Rechts den Schlich- tungsausschuß gegen ihren Arbeitgeber antferufen haben. Den Ausführungen des Referenten folgte eine rege Diskussion. E§ wurde hierauf, jm Sinne des Vortrags ein Beschluß der Versamm- lung gefaßt._ Tarifbewegung in den Vriefumschlagfabrike»!. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Brieftimschiagbrgnchr haben den Fabrikanten durch die Leitung des Buchbinderverbandes Vor- schlüge für den Abschluß, eines Tarifvertrages unterbrruct. worüber die beiderpeitiflen Vertreter vertändelt haben. Zu dem Estflednis der Verhandlungen nahm am Dienstag eine Branchenvermmmlung 5er Briefumschlagarbeiter und-arbeiterinnen Stellung. Die rnibn- kanten wollen den Tarif in der Hauptsache auf dem Svstem der Akkordarbeit aufbauen. Sie bieten Grundlöhne, die fnr die emzel- nen Arbeiterkatcgorien verschieden sind, und Akkordsätze, aus dcme« sie annehmen, daß tüchtige Arbeiter und Arbeiterinnen im Akkord durchschnittlich 20 Proz. mehr als dir Grundlöhne verdienen können. — Die Versammlung fielt die gebotenen Sache für zu niedrig und beauftragte die Branchenleitung, mu den Fabrikanten nici.er zu verhandeln, um auf der Grundlage der unterbreiteten Vorichtage zu einer Verständigung zu kommen. Die arbeitslosen Fleischergescllcn beschäftigten sich in zwei stark besuchten Versammlungen mit der Arbeitslofmkeit im Berufe und den Verordnungen vom 4. Januar b-trerfS Wiedercinchellung. Entlassuna und Kündigung gewerblicher Arbeiter. D'Sgle'.chen er- stattete die Kommission der Arbeitslosen Bericht über>bre Be- inübungen, ein Verbot' der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung zu irreichen. Tie Koniniission mußte leider berichten, daß ne ein gflgtives Resultat erzielt habe. D.'S Rcichsarbeitsamt siebe auf dem �jgnduukl. daß die gewerbsmäßige Stellenvermittlung em Gewerbe da? nur durch Gesetz wiedeir ausacboben werde. i.ie Vcrfammlunö'it mit diesem Bescheide nicht zufri'den und. will nun in Gemeinschaft lÜt den übrigen Gewerkschaften, die auch unter dem System zu lechö» lstiben. hieben. Vei4an'o.lunasle.tzw teilte auf Anfrage noch üfts-.das; d-e S.adi Schoneberg immer noch die Fletschermeister in ihrem'?Priebe beschäftige, d'e ncbeubei noch ein offenes Ladengeschäft betrr a'1- weiter die arb-itslgi.m Flftscheöse'-llrn«chonebergS«uS allge- weinen Mitteln, während Vssän er�" ftle.schermlttsterw iwppe� Existenzen verschafft. Alle V«rlW"''»c" dafc ergebnislos verlaufen. Tie Firma �.?' � die jungen Mädchen in der Fleischerei entlanen werben. VarteMLchMten. Das Wicdcrerschcinrn der„Bergisch™ Arbeitcrstimme" und „Bcrnischcii S?oIfc!n,minc in Solingen und R.m,.d ist jetzt nAjf durch die britische Bebö:d- genehmigt w°�..® Genossen. Jakob Knoch. Lito Geldmuwcr' schließliche Verantwortung sür den Gesa)'*'"'*"& auferlegt worden. Tie bisherige Redakt.-" wLV. ♦ nn 2, beiterstimme" wird entlassen. Als leite-� �eda.tcur tritt Dr. August Er d mann ein, der die Zei en in rein so-ialdemo- die Wiedervereinigung kratischem Sinne leiten wird, mit dem ZieC' w. ®r. Js.'Sf IVIÄ?. ÄV";1'" A.' m.nl- i.ntab! ..Belgischen Arbeiterstimme" haben zu die� Bedingungen e«n mutig ihre Zustimmung gegeben. Industrie unö hanöel. Die Börse. � Die Nachricht von einer günstigeren Entl?' Vinß cir.~a?.c 0111 dem«NeitSmarkt in Oberschlesien und v°>"*'n" der Entschädigungsansprüche der Rüstungsin�����' trägen stimulierte die Börse. Doch konnten dft aufrechterhalten werden. Reinmetall erlitt sogar eine recht er- hebliche KnrScinbuße, ebenso die vorgestern weiler. Dagegen waren oberschlcsische und H*" trÄ westfälische Montanwerke fest. Reinjtahl ver Ried ww-rftina der Auch die Schiffahrt« werte erhielten infolge«'ev�nversung ntr Bremer Putschisten ziemlich rege Nachfrage. Auf' dem Markte der Einheitswerte herrschte werden weil Stimmung. Eine Reihe von Werten mußte gestrig-.,.... die Nachfrage das Angebot übertraf. Andere ww..� a«' stiegenen Kursen repartiert. Sehr fest waren an' lonialwertc und Eanada., Keine unbegrenzte Verwendung von. Durch die Aufhebung der Beschlagnahme der Spaü.?�,?.,�, industriellen Kreisen der Irrtum genährt worden, dck„>i.»f..-.p Abschluß des Waffenstillstandes sämtliche Gegenstä, nbne"i»ei. dem Kriege aus Cparmeiall hergestellt wurden, w!edc'f.,z tercs aus diesem Material hergestellt werden dürfen. Nach Artikel 1 der Bekanntmachung der Kriegsrohsto verwendet vom 5. November 1015 dürfen Sparmctalle nur insoweit v&(..fieVd werden, als sich Ersatzmetalle nicht verwenden lassen. T-g-lnß des für diese Anordnung>oar das Bestreben, dem bei Ab,„««tz.v.. Waffenstillstands bestehenden außerordentlichen Nohstok'. And'-, tri« beitSmangel zu begegnen. Tatsächlich ist es ja der st briuch. während des Krieges gelungen, ans Ersatzmctallcn duccha-ii-..;,,.\L bare Gegenstände hcrzusttllcn. Da zudem die der sti'di. Verfügung stehenden Mengen an Sparmeiall im Vergleich außerorentlichen Bedarf nur sehr gering und die Einführe fj:m leiten ans dem Ausland zurzeit nicht zu übersehen sind, lag�,.'�. Sclbstcrhaltungöinleresse der beteiligten Industrien, die BeiZM- von Erfatzmatcrialien beizubehalten..w�-.>, ZieranlworUtcd Mr 1>oli!Ik Erl» Sniiner,'Nerlin! Mr den gdrlgen i Serloo: S-Iaiiis Alfred e»«!». Zfcuwlln. Mr?ln,eteen rveodo? vNiicke, Berlin ort and Vorwärts. verlast m d H Vcrlin Druck. VorwärlS-Vu.Ndrucker veriastSanlialt Vaul Ginster u Co in Berlin. Lindenlnaß» Z.' Hicrzu 1 Beilaac. c&t "flßhrb VMt m Für � T&ohnung»'*. �ÄeT Art. 7.....— At�: In�all�nsn. Fahril für' W/M''' "Wohnung*n, oschiftslohal» usw. Amortitat'on. T'hfon.; /- sy t be