|tr.08. B6.3«!|rg. ve,uq»vreiSi Wmeliatrrl 175'JXL inonatl.22B SU «Idin« Hau» ootauf tflS biu. Einzelne 'temmem 10 titnnm- toiibeiuff Renuilxti Z-3 SRI., er». Zullellung». ebüdr Unier«reiübnnd Ml Deutsch- n» u. Leuereeich-Uniiarn■&> Ml. it»a» übngr«u-land h so Ml. bei aqltch cmmnlton �uiieUung 7.60 Ml. SoltbeneUunaen nehmen in DOne- •Mti. Hollailb llurembi-ln. Schweben inb flif Schweiz Emgctlngen in die Soli- enunas-l reiel ll«. Ver.Ssrwarlb' ericheint wocheniügltch zmeunoi Sounma- cutmcu. teleaiinnr-a.'reflr , Sozialdemokrat Heritn*. Abend Ausgabe. f Verlincv DolKsblnkt. (lOPfennip) Anze,«ettvre»s: Die«chlgewaltene Sionbareillezeii« lonei«' tilg,„iiicire Änieinrn-, das"luiebrulllc Soii iO Big zuliitflfl 2 lettqebruäic fconc), lebe- weitere ffloti 30 tia, Stcaenfl-iuche und Sidi.iffteUeniniieifleii»as etile Wort 30 Btfl., lebeä weitere Wort 15 Sifi. Worte übet 15 Bnch'iaben ziiblc" iüt zwei Sorte. lenerunaeztilcklag 70",» �amilien>?i»ze>gen. boiililchr unb gewerllchaitliche Vereine- tiiiieigen 80 l'ta. sie Beile, klnzeigen'in Ate Nlichlte Rummel müilcn die».1 bt nachinuiaq? im l iiiwtoeichOtl Berlin KS. 88. VtnoenfttaRf 3, lOieqeoen «erben. Kcöiliiei eon 0 Übt nütz bU 8 Uhr abeubi, Zentralorgan der fozialdcniokratircben Partei Deutfchlands. Neüaktion und Expedition: 6SD. 6$, Linöenstr. Z. rtcrniwrfrtier: Amt Morittplan. Otr. 15190— 15197. Donnerstag, den 6. Februar 1911). vorwärts-verlag G.m.b.tz., 63). 6$, einöenstr.Z. Rrrnfurretjet! Am« Ältorilipiats, Nr. 117 55—5�. VZe LMnung der nationalverfammlung Begrüßungsrede 6berts. .jur Llunöe. in der dieses Blatt in die Welt geht, läuten in Weimar die Glocken ein neues Deutichland ein. Dann wird ohne großes Pathos und ohne weit ausholende Gesten, die unserem Wesen nicht liegen, die Nationalver- s a m m l u n g eröfsnet werden, von der wir alle wissen, daß ven ihren Sch ckialen und Erfolgen zum großen Teil Schick- svl und Zukunft unseres ganzen Volkes abhängt. Denn durch die Wahlen deS 19. Januar und durch den Zusammentritt dieser Versammlung beginnt sich das deutsche Volk nach einer Zeit notroendiger Auflösung wieder neu zu organisieren. Miß man die Bedeutung eines solchen Vor- gongs denkenden Arbeitern, deren ganzes Leben am Organisatwnsgedanken hängt, erst begreiflich machen? Wenn eine genrerksckxistliche, eine politische Organisation gegründet wird, so weiß jederinann, wieviel davon abhängt, daß die Be- fugnisse der zu wählenden Instanzen genau abgegrenzt wer- den müssen, und keinen Augenblick ist ein Zweifel daran er- erlaubt, daß allen Mitgliedern der Gemeinschaft gleiche Rechte zustehen müssen, daß es keine Bevorrechteten und keine En! rechteten geben darf. Ein!k ist kein Verein, sondern ein« Zwangs- gemcinschr. Natur und Geschichte. Wirtschaftsnotwendig- keit und jinltnrgemeinschaft haben es zu einer Einheit zusammengeschmiedet. Um w'eviel notwendiger ist es hier, keine Unterschiede der politischen Berechti- g u n g auskommen zu lassen, alle mit gleichen Rechten am Ganzen zu beteiligen! Heute kämpft der Gedanke der Demokratie, wie ihn die Sozialdemokratie stets vertreten hat, gegen das umgestülpte Junkertum der Spartakusrichtung, die dem Proletariat daS Danaergeschenk politischer Vorrechte zugedacht hat. Ihr Ber- liner Organ tobt über den„Verrat des Zentralrats", der getreu demokratischen Grundsätzen, seine Gewalt in die Hände der Volksvertretung zurückgelegt hat. es erklärt ihn leichter.Hand für abgesetzt und setzt den Berliner Vollzugs- rat an seine Stelle, dem es die Aufgabe zuweist, eiligst einen neuen Rätckongreß einzuberufen. Dieser neue Rätekongreß wäre nach unserer Ausfassung weiter nichts als eine Privat Veranstaltung, die den allgemeinen Gesetzen der Re- publik genau so unterworfen ist wie jede andere. Würde er selber eine andere Auffassung vertreten, so käme er dadurch in Konflikt mit der Nationalversammlung, die allein das Recht hat. Gesetze zu erlassen, und die auch die einzige Quelle aller vollziehenden Gewalten ist. Während so das Problem klar und mit unerbittlicher Schärfe gestellt ist. sucht sich das Berliner Organ der Un- abhängigen, die„Freiheit", noch immer um die Entsckieidung herumzudrücken. Sie schreibt in ihrer heuttgen Morgen- ausgäbe: Für un» ist Weimar nicht der Brennpunkt der Politik. Schon deshalb nicht, weil der Parlamentarismus, möchte er auch auf besserer Grundlag« ruhen als der von Weimar, Uns nicht als da»?l und das C der politischen Weisheit gilt. Wir werden vom Theater an der Ilm immer wieder an da» deutsche Volk und insbesondere an die deutsche Arbeiterschaft appellieren. Wenn wir in der Nationalversammlung bi» zu einem gewissen Grade die Trägerin der Demo- kratie erblicken, lo sehen wir in den Nrbeitcrräten Hüter deS , fozierldemokratischen Gedanken» der Revolution. « Wenn Karl Marx schon über den Geschichtsschreiber Raumer spottete, der auS lauter Einerseits und Andererseits zusammengesetzt sei, wie würde er erst über den„MarxiS- mus" der„Freiheit" urteilen! Die Nationalversammlung ist nicht„bis zu einem gewissen Grade" die Trägerin der Demokratie, sondern sie ist es ganz und gar. Hüter der sozialdemokratischen Gedanken der Nevostition sind i n i b r die gewäblten Sozialdemokraten, denen weniges zur Mebrbeit feblt. Tie Arbeiterräte aber sind oder sollen lein berusliche Jnteressenvertreter der Arbeiter- klasse. die im Nabmen der demokratischen Staatsordnung ibre Aufgaben zn erfüllen baben, und die nur in klarer Zu- rückbestnuimg auf diese Aufgaben ihre Daseinsberechtigung er- weisen können. Dir schwankende, grundtatzlos? Haltung der„Freiheit" ist ein schlechtes Vorzeichen für die neuen Verhandlnnaen. die die sozialdemokratische Fraktion mit der Gruppe der lln- adbängiaen anzuknüpfen versticht bat. Sie hat ihr den Ein- tritt in die Neaierung angeboten unter der einziaen Voraus- setzuna daß st? sich..z„ einer Staatskarm bekenne, die unter grundsätzlicher Ablehnug jeder Putschtaktik in jeder Be- l ziehung durch den Willen der Mehrheit des Volkes bestimmt wird". Ein klares Bekenntnis der Unabhängigen zu diesem Grundsatz, der für jeden Sozialdemokraten eine Sclbstver- ständlichkeit ist, würde die Stellung des sozialistischen Pro- letariats in der Nationalversammlung und in der Regierung stärken und zur Sicherung und zum Ausbau der revolutio- nären Errungenschaften wesentliches beitragen. Können sich die Unabhängigen aber zu einem solchen Bekenntnis nicht bequemen, so stärken sie durch ihr Verhalten . die bürgerlichen Parteien und erschweren der Sozialdemo- � kratie ihre Aufgabe. Aber diese Aufgabe fordert ihre Lösung, ' und Schwierigkeiten sind dazu da. um überwunden zu werden. Jedermann muß einsehen,'daß die Sozialdemokratie die Allein Herrschaft im Reiche nicht für sich beanspruchen kann, da sie— wiederum dank der Taktik der Unabhängigen— diesmal noch nicht die Mehrheit der Wähler für sich gewinnen konnte. Sie muß allo anderen Parteien den ihnen nach dem Volksspruch zustcheudcn Anteil an der politischen Macht ein- räumen, sie muß eine regierungsfähige Mehr- heii bilden helfen, wenn sie nicht will, daß eine Mehrheit gegen sie. gegen die Arbeiterklasse und gegen die Revolution zustande kommt. In diesem Augenblick schweben noch die Verbandlungen über die Neubildung der Negierung auf demokratisch-parla- mrntarischer Grundlage. Inzwischen hat die sozialdemokra- tische Fraktion den provisorischen V e r f a s s u n g?- e n t w u r f genehmigt, der die Wahl eines Reichspräsidenten und die Ernennung eines verantwortlichen Kabinetts vor- siebt. Die Ereignisse dürften sich also rasch vollziehen, und des Ratens dürfte bald ein Ende sein. Einstweilen nennt man E b e r t als vermutlichen Reichspräsidenten, Scheide- mann als Vorsitzenden des Kabinetts, das aus Sozialdcmo- traten, Demokraten und vielleicht einigen Lentrumsmitglie- dern gebildet werden soll. Der Sozialdemokratie ist durch den Ausfall der Wahlen die Mission zugefallen, zu führen, nickt zu herrschen. Daß ihre Führung unter einem glücklichen Stern stehe und von eigenwilligen Störungen verschont bleibe, muß jeder wün- scheu, dem die Zukunft unseres Volkes und des Sozialismus am Herzen liegt. Millionen wenden sich in dieier Stunde mit all ibren Gedanken zum Parlamentarismus in Weimar und zu den Plätzen der sozialdemokratischen Fraktion in dem Be- wnßtsein, daß von hier aus ein neues Zeitalter beginnt und daß wir jetzt wieder das Recht haben, über Gräbern die Hoffnung aufzupflanzen. Eberts Eröffnungsrede. Weimar, S. Februar. Ebert begrüßte zunächst die National- Versammlung als die höchste und einzige Souveränität in Deutschland. Er stellt fest, daß sie eine republikanische Mehrheit habe und daS daS deutsche Volk sich in Zukunft selbst regiert. Dann fährt er fort: Wir haben den Krieg verloren. Diese Tatsache ist keine Folge der Revolution. ES war die Regierung de» Prinzen Max. die die Waffenstillstandsverhandlungen einleitete, die un» wehrlos gemacht haben. Auch bezüglich der LcbenSmittelnot lehnt Ebert die Verantwortung für die Revolution ab. Ueber daS Bestreben der Feinde, den Ausbeutungsgedanken in das Friedenswerk hineinzutragen, sagte er, daß dieser Rache- und VergeltungS- plan den schärfsten Protest herausforderte. Angesicht» de» Elend» auf allen Seiten erscheine die Schuldsrage beinahe klein. Gleichwohl ist da» deutsche Volk entschlossen, selbst alle zur Verant- wortung zu ziehen, denen ein absichtliche» Verschulden oder eine absichtliche Niedertracht nachgewiesen werden kann. Die Waffen- still st andsbedingungen, die angeblich dem„KaiserismuS" auserlegt seien, nennt Ebert unerhört hart. Er geht die einzelnen Bedingungen durch und sagt, aus diesen Akten der Gewaltpolitik spricht nicht der Geist der Versöhnung. Wir warnen die Gegnere, un» nicht bi» zum äußerswn zu treiben. Wie General Winterseldt könne cineS TageS die jetzige Regierung gezwungen sein, auf weitere Mitarbeit an den Friedensverhandlungen zn verzichten und den Gegnern die ganze Last der Verantwortung zuzuschieben. Man stelle unS nicht vor die verhängnisvolle Wahl: Vor das Verhungern und die Schmach. WaS die innere Po l i t i k anlangt, so führte Ebert auS: Wir sind auf dem Wege zum vollen Sozialismus voran- zuschreiten, indem wir dem Sozialismus dienen, der allein Dauer ■"1 /■ haben kann, der Wohlfahrt und Kultur deS Voile» erhöht, dem So- zialiSmuS der werdenden Wirklichkeit. Die AnschlutzcrNärung der dcutschösterreichischen Nationalversammlung erwidert Ebert mit herzlichem Gruß und sagt: Er sei sicher, im Sinne der Nationalversammlung zu sprechen, wenn er dies« herzliche Gesinnung aufrichtig und mit Freude be- grüße, sie sei mit gleicher herzlicher Brüderlichkeit erwidert. Sie ghören zu uns, und wir zu ihnen. Ebert schilderte dann die trostlos wirtschaftlich« Lage, unter der die jetzige Regierung im eigentlichen Worifinne als Kon- kurSverwalter des alten Regimes die Regierung angenommen hat. Er richtete an die Arbeiterschaft und die Unternehmer den dringen- den Appell, die Arbeit zu fördern, denn Sozialismus sei nach seiner Auffassung nur möglich, wenn die Produktion auch einen genügen- den Grad der Arbeitsleistung innehält. Tie Grundlage der alten Machtgestaltung, die preußische Hegemonie, daS Hohen- zollern-Heer. die Politik der Machthaber seien für immer gebrochen. ES gilt mehr als bisher die Wandlung zu vollziehen vom Im- peiialiSmuS zum Idealismus. Deutsch ofterreich in Weimar. Vertretung in der sozialdemokratischen Fraktion. Weimar, V. Februar.(Eigener Drahtbericht de»„Vorwärts".) Der gestrigen NachmitiagSsitzung der sozialdemokratischen Fraktion wohnte zum erstenmal ein Vertreter der deutschöstmeichischen Sozialdemokratie, Genosse Schäfer- Reichenberg, bei. Genosse L ö b e- Breslau, der den Vorsitz führte, begrüßte Schäfer mit herzlichen Worten und mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß deutschöstemichische sozialdemokratische Abgeordnete nun alS dauernde Kollegen in der Fraktion der deutschen National- Versammlung willkommen heißen zu können. Schäfer dankte und gab die Versicherung ab, daß die deutschösterreichischen Sozial- demokraten mit großer Genugtuung dem erfolgreichen Wirken der Sozialdemokratie in den letzten Wochen gefolgt seien, insbesondere freue sie sich darüber, daß an der Neu- gcstaltung Deutschlands, an der Ausgestaltung der deutschen Re- publik die Sozialdemokratie den hervorragendsten Anteil nehme. Auch die deutschösterreichische Sozialdemokratie hoffe, in nicht all- zu ferner Zeit für immer zur deutschen Republik zu gehören und der sehnlichste Wunsch des deutschösterreichischen Proletariats ginge dahin, für immer vereint mit dem gesamten deutschen Volk für die Verwirklichung der Ziele des Sozialismus zu wirken. Ge- nosse Schäfer ging dann darauf ein, daß 8� Millionen Deutsche«» Dcutschböhmr» jetzt unter einer Gewallherrschft leiden, die schlimmer sei, als sie sie unter dem Regime Stuergkh erlebt hätten. Ihre Presse werde der Zensur unterstellt, ihre Versammlungen werden verboten, aufgelöst und sie werden in der Freiheit der Aussprache beschränkt. In jeder Beziehung sei die alte österreichische Schandwirtschast wieder aufgelebt. Werde man versuchen, die 8H Millionen Deutschböhmen oder Deutsche in den Sudetenländern einer fremden Gewaltherrschaft zu unterwerfen, so sei das nicht nur ein Hohn auf die Grundsätze Wilsons, sondern werde auch dazu führen, daß Europa niemals zur Ruhe kommt. Mit einer Auf- forderung an die deutschen Sozialdemvkraten. den Kampf der deutschösterreichischen Genossen für da» Sclbftbestimmungsrecht der Deutschösterreicher zu unterstützen, schloß Genosse Schäfer unter lebhaftem Beifall. Vorsitzender L ö b e dankte und erklärte, daß der Protest gegen die tschechischen Vergewaltigungsversuche von der gesamten deutschen Arbeiterklasse mit rückhaltloser Begeisterung unterstützt werde. Enteigneter Großgrunübefttz. Essen, 8. Februar.(Eigene Drahtmeldung des„Vorwärts".) Der Vollzugsrat in Ratingen ging zur Enteignung d«S Groß- grundbesitzcS über. Er teilte dem ReichSgrafen von Epee auf Schloß Holtorf im Namen des revolutionären Proletariats der Gemeinden Ratingen-Erkamp mit, daß auf Grund des zwar un- geschriebenen aber auf allgemeinen Menschenrechten fußenden Revolutionsgesetzes vom Ü November die auf gräflichen Namen eingetragenen Forsten und Landwirischaften m!i sämtlichem Zu- behör enteignet und Eigentum der genannten Gemeinden ge- worden jet. versianöigung in Hamburg. (Eig. Bericht„Borw.".) Heute morgen ist in Hamburg wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt. Die Verhandlungen, die seit gestern abend und zum Teil die Nacht hindurch zwischen den verschiedenen Parteien und den Bcamtenorganisationen geführt wurden, haben heute morgen zu einer viilligen Einigung geführt. Ter Arbeiter- und Soldatcnrat hat beschlossen, daß die spartakiftischc Ncvolution Dr. LaufenbcrgS e i n g e st r l l t und die Bewaffnung der Arbeiterschaft rückgängig gemacht wird. Trudpenscndungcn nach Bremen haben zn unterbleiben. Tie Lcbensmittrllager stehen außerhalb der Kontrolle dcS A.» und E.-NatS. Tie Besatzungen werden überall zurück» gezogen. ES werden alle Maßnahmen rückgängig gemacht, die gegen die Regierung unternommen worden sind. Der Betrieb In allen Acmtern ist sofort wieder aufgcnommea worden. Buch in der letzten Nacht ist die Nuhe und Ordnung nirgend? gestört worden. Die Lage in Bremen. Bremen, 5, Februar. Bossmanns Telegraphischcs Bureau meldet: Die Schäden, die'bei den gestrigen Kämpfen an den Häusern der Stadt entstanden sind, müssen teilweise als ziemlich erheblich dezeichnet werden. Im Mittelpunkt der Stadt hat besonder» die Börse stark gelitten, deren zahlreiche Spiegelscheiben fast sämtlich zertrümmert sind, ganz abgesehen von den vielen Geschoszschäden im Mauerwerk. Die Beschädigungen des Doms sind bereits gemeldet. Außerdem ist die Westfront mit ihren Mosaikbildern durch Kugel- einschläge stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch das bekannte Haus Schütting �Handelskammer) weist verschiedene Kugelspuren auf. Anscheinend fast gar nicht gelitten hat erfreulicherweis« das alte historische Rathaus, dessen Front unbeschädigt blieb. Ein arges Bild der Verwüstung bieten die DurchzugSstratzen der Truppen durch die Neustadt und die Wachtstrahe, in denen zahl- reiche Häuser und Läden durch Volltreffer zum Teil schwer beschä- digt worden sind. Die Schaufenster der Läden sind fast sämtlich zertrümmert und ihr Inhalt zerstört oder auch teilweise geplündert. Das Bankhaus von E. C. Weyhausen hat unter dem Geschoßhagel besonders gelitten. In der Neustadt erhielt die Realschule einen schweren Bolltreffer, ebenso wurde das dort befindliche Rathaus schwer mitgenommen. Die Schäden in den übrigen Stadtteilen sind weniger erheblich. Die Innenstadt gleicht am heutigen Vormittag einem offenen Feldlager. Im neuen Rathaus, in welchem der Divisionsstab und alle sonstigen militärischen Äemtcr ihr Quartier aufgeschlagen haben, herrscht ein reges Leben und Treiben. Die Straßen um das Gebäude herum sind militärisch abgesperrt und durch Feldgeschütze gesichert. Truppenabteilungen aller Art. Muni- tions- und Bagagekolonnen, Automobile und Ambulanzen deS Roten Kreuzes gehen unausgesetzt durch die Straßen in Richtung auf die Wallervorstadt. Flieger überqueren die Stadt. Gegen Mittag wurde ein größerer Trupp von verhasteten Kommunisten durch die Stadt nach dem Polizeigebäude abgeführt. Die Aufnahme der Re- gierungstruppen bei ihrem Einzug in Bremen seitens der Bcvölke- rung war eine überaus herzliche, die ihren Ausdruck vielfach in der Zuwendung von Liebesgaben aller Art fand. Der Straßen- bahnverfehr ruht vollständig. Der Telephonverkehr war nur für militärische Gespräche erlaubt. Das Schicksal unseres Parteiorgan«. Bremen, b. Februar. BößmannS Telegramm-Bureau meldet: ES werden noch verschiedene schwere Beschädigungen von Häusern der Schlacht« uid an dem F a n g t u r m gemeldet, die durch Ar- tillerievolltreffer und deren Sprengstücke und Splitter verursacht wurden. Besonders schweren Schaden erlitt die am Fangturm liegende Rückfront der.Bremer B ü r g e r z e i t u n g", in deren Näe sich die kämpfenden Truppen eingenistet hatten, um von dort aus den Uebergang der Negierungstruppen über die Kaiserbrücke zu hemmen, die dann die Stellung unter Artilleriefeuer nahmen. Hierbei erhielt daö Geschäftshaus der»Bremer Bürger- zeitung" mehrere Volltreffer, durch die insbesondere die R e» daktionöräumlichkeiten stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Redaktion und Geschäftsraum der Zeitung wurden heute mittag von einem starken Militärkommando besetzt, doS Er, Ich bekenne! Von Friedrich Stampfer. Herr Stäatkanwalti An meiner Wiege sang meine Mutter Lieder von Achlunovierzig. Mein Vater und die Brüder meiner Mutter hatten in Wien in der akademischen Legion gestanden, mein Vaterhaus war schwanger vor Erinnerungen an das tolle Jahr. Früh lernte ich„meine" Zeit verachten, die mir bar jeder mensch» lichen Größe schiM, und wie eS Karl Moor ekelte vor seinem tin- t-nklccksenden Sätulum. wenn er den Plutarch laS von großen Menschen, so ging es mir schon als Knaben nicht ander», wenn ich mich in die Geschichte der Revolutionen vertiefte. Da kam mir die Kunde von der großen Bcioegung. deren Ziel war, die Armut abzuslbaffen. Ein Mitschüler im Gymnasium vermittelte mir die Lektüre der Reden LassalleS, und erhobenen HerzenS las ich bei Frcistgrath die Worte: Und ob ihr sie, ein edleS Wild, mit euren Henkersknechten fiengt, Und ob ihr unterm KestunflSwall standrechten die Gesanan« gienqt, Und ob sie längst der Hügel deckt, auf dessen Grün umS Morgenrot Die junge Bäurin Kränze legt, doch sag ich' euch, sie ist nicht tot. Ein Wandel gingd urch mein ganze» Wesen, der Blick war auf ein großes Ziel gerichtet, mein Wille straffte sich. Jchwarglück- lich, denn Ich harte mich srlb�i gefunden als Sozialist und Revo- lutionär, und der bin ich, so gn ich ei verstand, mein lebelang ge- blieben. ES war schon damals in meinem Heimatlande Oesterreich«ine bewegte Zeit. Der alte Staat frechte in allen Fugen, natiorcle Kämpfe mischten sich mit sozialen, die Lust war mit elektrischer Spannung gefüllt, und so war es für mich eine Lust zu leben. Früh, früher als in Preußen begann der Kampf um das gleiche Wahlrecht, und wir sangen: Man holt das Recht sich von der Gasse. Tos l)at uns Belgien gezeigt, Solang mißachtet man die Masse, Als sie nichl auf die Straße steigt. Ich zähle nicht die Demonstrationen, nicht die Polizeiattacken, deren Zeuge ich yctvcfcn bin. nicht die Streiks, die ich aufflammen und verlöschen sah, und die ich nicht als ein mehr oder minder zweckmäßiges Mittel zur Besserung der Arbeiterlagc beurteilte, die ich nur als Zeichen der steigenden revolutionären Welle begrüßte. Doch nur von einem will ich erzählen. Im Frühjahr 1893 gab es eine Massenversammlung vor den Toren meiner Vaterstadt Brünn, sie wurde aufgelost und die Massen zogen, in der Abficht zu demonstrieren, nach der Stadt. An einer Brücke stellte sich ihnen die Polizei entgegen, man versuchte den Durchgang zu erzwingen und eS kam zum Kampf. E» gab schwerverletzte auf beiden Seiten, erst als Militär herangezogen scheinen der henstgen Nummer untersagt und d!« bisherige Geschäftsführung und Redaktion zum Verlassen der Räume aufge- fordert. Von morgen ab erscheint die„Bremer Bürgerzeitung" wieder als Organ der Mehrheltssozialisten unter dem Titel „Bremer V o l k s b l a t t". Tie Lage i« Düsseldorf. (Eig. Bericht d.„Vorw".) Seit gestern mittag 12 Ubr ist der Generalstreik der grsamten Beamtenschaft unter Mitbetrtli- gung virler gcwerkichastlichrn Organisationen im Gange. Post-, Telegraphen-, Telephon- und Eisrnbahnvrrkrhr ruhen. Die stLdti- schrn Beamtin streiken ebenfalls. Der Bahnhof, die Oberpostdirrk- tion sowie das Telephon- und Fernsprechamt wurde« gestern abend von Spartakus b e l r tz t. der Oberpostdirektor verhaftet. Düffel- darf ist hrute vollständig von jedem Berkehr abgeschnitten. Keine Spartakusunruhen in Königsberg. Königsberg, K. Februar.(Eig. Trahtbericht de?„Barm."� Wir uns vom BollzugSrat deS A.- und S.-RatS in Königsberg mit- geteilt wird, herrscht dort völlige Ruhe. Alle in den letzten Tagen durch die Presse gehenden Nachrichten über Spartakistcnun- ruhen sind frei erfunden. Beendigung des Genkralstreiks in Mülheim a. Rh. Mülheim». Ruhr, ü. Februar. Ein« Konferenz der Mül- heimer Beamtenschaft und der ihr angeschlossenen Ar- beiterorganisationen der Post, Eisenbahn und der Stadt mit Mitgliedern des A.» und S.-Rates, die in Gegenwart des Re- gierungSrates Egart von der Eisenbahndirektion Essen heute abend von ö— 9 Uhr im Rathause stattfand, führte zu einer vollkommenen Einigung, so daß morgen S Uhr von den streikenden Beamten, staatlichen und städtischen Arbeitern die Arbeit wieder auf- genommen wird. Di« besetzten Schulen sollen teils morgen, teil» in den nächsten Tagen geräumt werden, sobald über das Schicksal der Kaserne entschiede�-ist. Die Neuwahl de» Arbeiter- rateS, der aus 60 Personen bestehen soll und allen Bureaugruppen Sitz und Stimme gibt, sobald sie auf sozialistischen Standpunkte stehen, findet morgen nachmittag 4 Uhr statt. Die Sicherheits- Mannschaften erhielten stritte Anweisung, sich künftighin jeglichen Eingriffs in technische Betriebe der Eisenbahn zu enthalten. Die städtischen Beamten bleiben im Amt, auch soll die Stadt- v« ro rd n ete n v e r s a m ml u n g nicht angetastet werde«._ verteiüigungsmaßnahmen gegen Sie anrückenüen Solschewiki. AuS Königsberg wird gemeldet: Al» Maßnahme gegen die heranrückenden Bolschcwistcn sind jetzt dir»stprc«ßi>chrn Grenz- fcftungen in Lrrtcidigungszustaud gebracht worden. Die Gedietr von Mrmel, Eydtkuhncn und Lqck wurden alS Grrnzschutzzvne rrklärt. Königsberg i. Pr, 6. Februar. Wie au» zuverlässiger Quelle gemeldet wird, ist T e l ß e. etwa 6 5 Kilometer von der oft- preußischen Grenze, am S. Februar von starken regulären und örtlichen Bolschewisten besetzt worden, von denen Teile nach Süden und Westen marschieren. Amtliche Mitteilungen der Obersten Heeresleitung über die Truppen im Osten. Seit dem 8. Februar liegt der O st s ch u tz in der Hand der Obersten Heeresleitung. Die Lag« ist vor allem im V a l t i k u m immer noch sehr ernst. Zwar ist eS gelungen, den Ansturm der Sowjettruppen am Windvu-Abschnitt zunächst zum Halten zu bringen, eS liegen jedoch Anzeichen dafür vor. daß der Gegner nur Verstärkungen heranzieht, um dann seinen Vormarsch mit erneuter Kraft fortzusetzen. Ter Besitz von L i b a u scheint d«S nächste Ziel der Sowjettruppcn zu sein. Auch südlich de» Baltikums ist es unS gelungen, unsere Linien zu behaupten und damit die Grenzen von Ostpreußen und die für den Abtransport so überaus wichtige Bahn Brest-Litowsk— Groß-Prostken zu sichern. Kowno. Grodno, B i a l y st o ck und Brest-Litowsk sind in unserem Besitze.— Die Räumung der Ukraine ist am lL. Februar beendet. Es ist gelungen, alle Truppen bis auf die in Odessa und N i k o» lajewvk abgeschnittenen zurückzuführen. wurde und Kavallerie mit blanker Klinge eingriff, wurde daS, waS wir höhnisch die.Ordnung" nannten, wieder hergestellt. ES kam zum Prozeß. Auf der Seite der Arbeiter hatten zahl- reiche Studenten mitgekämpft, leiner von ihnen war angeklagt. Warum, weiß ich nicht, aber ich glaube noch heute. eS war die Politik der Justizbehörde, den idealen Charakter, der der Bewegung innelvohnte, zu verdecken, um desto gründlicher ihre Kehrseite auf- zuzeigen. Und da» gelang ihr. Auf der Anklagebank dieses Wahlrechtsprozesses schien sich d i e Verbrecherwelt ein Stelldichein gegeben zu haben. E» waren ergraute Zuchthäusler, die Seite an Seite mit jungen Idealisten gekämpft hatten. Und damit, Herr Staatsanwalt, komme ich zu meinem eigentlichen Bekenntnis. Die Lehre, die uns damit zuge- dacht war. hat nichtden geringsten Eindruck auf uns ge- macht. Zu fest war der Glaube an das Ziel, an die Größe der Ve- wegung, als daß die Erkenntnis solcher Milläuscrschaft mich und meine gleichgesinnten Freunde auch nur um Haaresbreite von dem erwählten Weg abbringen hätte können. Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vergangen, wir haben den Krieg erlebt, dann die nie geglaubte, die deutsche Revolution, und wir stehen im Zeichen der SpartatuSprozcsse. Ich zweifle keimen Augenblick daran, daß der Kampf gegen Spartakus notwendig. daß er ein Kampf zur Bewahrung der revolutionären Errungen- fchaften, nicht gegen sie ist. und ich sehe zur Rettung unserer jungen Demokratie, von der ich den Aufstieg der Arbeiterklasse zum So- zialiSmuS erwarte, kein andere? Mittel als ein festes Eingreifen der Staatsgewalt. Aber in dem Augenblick, in dem ich mich mit dem Verstände auf Ihre Seite stellen muß. Herr Staatsanwalt. erkenne ich doch den Abgrund, der mich im Gefühl von Ihnen trennt, empfinde ich da? Band. daS mich mit Ihren Angeklagten verbindet. Nur der Gedanke, nicht genug getan zu haben für die Befreiung der Menschheit, hat die besten unter ihnen zu dem ge- macht, wa» sie sind. Weil si« heiß von Kampflust sind, wollen sie nicht begreifen, daß d i e Entscheidung, die durch Gewalt erzielt werden kann, schon gefallen ist. und daß die Sicherung des Siege». Preises jetzt von den Hirnen, nicht von den Maschinengewehren abhängt. Darum haben sie sich in den"Fieberglauben bineinge- lebt, die Regierung meiner Freunde und Gesinnungsgenossen fei ein reaktionäre» SchreckenSreyiment, da» mit allen Mitteln der Verzweiflung zu bekämpfen fei, und jeder von ihnen er- z w u n g e n e Akt der Notwehr bestärkt sie in ihrem Wahn. DaS bringt sie in Konflikt mit den Gesetzen, dir erst durch die Demokratie wirkliche» Recht geworden sind und von jedem Volks- genossen strenge Achtung heischen. Weder Sie, Herr Staat». anwalt, noch ich vermögen ihnen zu helfen. DaZ hat si« neben Einbrechern und Zuhältern auf die Anklagebank gebracht, aber in ihrer Brust lebt eine Flamme, die den Schmutz wegbrennt. ES wird der Tag kommen, an dem fi« sich au» de« Schlingen ihre» Der Kongreß öer Korps-Solöatenräte. tagte heute weiter, ohne daß der Zentralrat vertreten war. Von der Delcgalion des 14. Armeekorps ist ein Protest dagegen einge- gangen, daß die Referate ausschli.ßlich Angehörigen»er Unab- hängigcn Partei übertragen waren. Ueber den Antrag, auch die Gegenseite zu hören, wird zur Tagesordnung übergegangen. Die weitere Debatte drehte sich hauptsachlich um die Einsetzung eineS Reichssoldatenratk. Die baverischen Delegierten stellen den Antrag an den Zentral- rat, spätestens biS zum 29. Februar einen Reichskongreß aller A.» und S.-Räte einzuberufen. Sollte der Zentralrat den Kongreß nicht einberufen wollen, so wird damit das 9. Armeekorps betraut. Zur die Einigung öer sozialdemokratischen Parteien. Eine von der Zentralstelle für die Einigung der Sozialdemo- kratie nach der Aula des Sophiengymnasiums zum gestrigen Abend einberufene Versammlung war derart überfüllt, daß noch eine Parallelverfammlung in der Aula der daneben befindlichen Schul« attfinden mußte. Als erster Redner sprach Genosse Richard Bern- ein(S. P. D.s. Er führte aus, daß wir in Deutschland zurzeit unier den verworrenen Zuständen außerordentlich zu leiden haben und uns im Bürgerkrieg befinden. Wer diesen Bürgerkrieg nicht verurteilt, verd-ene nicht den Namen Sozialdemokrat. Es lr aber die Aufgabe aller Sozialdemokraten, den Sozialismus durch die Demokratie zu erreichen. Dieses ist auch von sehr vielen Unabhängigen bestätigt. Aber es ist für die Einigung auch eine GemütSve�assung notwendig, die zur Einigung treibe. Sie müsse bei beiden Parteien vorhanden sein. Das Mißtrauen gegen die Politik der einen oder anderen Richtung müsse verschwinden. Der Sozialismus sei zurzeit infolge Fehlen? einer Mehrheit im ganzen Reiche noch nicht im Nebergewicht, jedoch würden die be- vorstehenden Stadtverordnetenwablen voraussichtlich in einer größeren Anzahl von Städten s o z i a l d e m o k ra- tische Mehrheiten mit sich bringen. Es könne sich dann zeigen, was die Sozialdemokratie leisten könne, und wenn sie diese Pnifung bestehe, würde der Sozialism"? sieber tue �ebrbeit innerhalb des ganzen Reiches erlangen. Maximilian Harden babe in der.Zukunft" geschrieben, daß die S. P. D. der IT. S P. D. gegenüber als Triumphator dastand' und von diesem Gesichtspunkt aus an eine Einigung Herangehen könne. DaS sei von feiten der Mehrhntssoliialisten keineswegs beobsichtiat und wallten diese lediglich als Proletarier sich mit den proletarischen Brüdern zusammenfinden. Stadtverordneter Wolbeck' M a na s s e M. S. P.) ging auf den Unterschied zwischen der Kriegspolitik der Mehrheitspartei und den vorwiegenden Pazifismus, den die Nnabhänyiaen betrieben babcn, näher ein. Er habe die am 10. November geschaffene Parität zwi- scheu den beiden sozialistischen Parteien als eine Befreiung bc» grüßt. Er stände auf dem Standvunkt. daß der momentan� Nie- derbruch de» deutschen Volkes alle Volksgenossen und speziell Sozia- listen zwingen müßte. Deutschland wieder nack besten Kräften auf die Beine zu helfen. Man darf dem. waS zu Anfang de? Kriege? von sozialistischen Abgeordneten getairworden sei. sich nicht so kraß gegenüberstellen, denn eS sei unter dem Bann der KrieaSbnvnose geschehen. ES sei allerdina» ein große» Verdienst der U S P.. daß sie sich hiervon rechtzeitia frei gemacht habe. Der Sozialismus müsse aber unter all n ilmständen siegen. Beide Parteien wollen den Sozialismus und unterscheiden sich ledialich durch da» Tempo. Man muß aber auch vor allen Politikern Achtung haben, sowohl vor Ebert wie auch vor Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Jedem von ihnen müsse die Reinheit der Ucberzeugung zuerkannt werden. An die Vorträge schloß sich ein« rege Diskussion, an der sich unter anderem Dr. N e st r' e p t e»nd Dr B-eis'ck'eid von der U. S. P. und Lchr-r B a l ke von der S. P. D beteiliaten. Leider muß ma.i feststellen, daß von den Rednern von feiten der N. S. B. ein sehr geringe» Verständnis für die Einigung vorbcrrkchte. In der Hauptsache fübrten sie aerade das an. waS die Geaensätze verschärft und berührten nur sehr oberflächlich die einig'-ndcn großen Gesichtspunkte, unter denen die deutsche Arbeiterschaft sich wieder zusammenfinden kann. Endgültiges Watzlrefultat In Sachsen. Nach den nunmehr end» gültig festgestellten Wahlergebnissen setzt sich die sächsische Volk». kammer wie folgt zusammen: 42 Sozialdemokraten. 22 Deutschen Demokraten. 15 Unabhängigen Sozialdemokraten, 13 Dcutschnati«- nalen und 4 Mitgliedern der Deutschen VolkSpartei. Irrtum? befreien und begreifen werden, daß wir Aelteren, gerade um der Sache wegen, für die sie zu kämpfen glauben, nickt anders handeln konnten al» wir eS getan. Diese Erkenntnis wollen wir ihnen aber nicht allzu schwur machen, Herr Staatsanwalt! GUe Kamellea. Vor der Front ein junger Bengel. Er moniert die Fchlcr, die Schlappheit, die Mängel. Im Glied« lauter alte Leute. ... Schlechter Laune der Leutnant heute... „Da? kann ick der Kompagnie erklären: Ich werde euch Kerl» dg» Strammstehen schon lehreni Nehmen Sie die Knochen zusammen. Sie Schwein i" Und da» soll alle? vergessen sein? Drin im Kasino ist großer> Trubel. Gläserklinqcn. Hurragejnbel. Sieben Gänze, dreierlei Weine. Der Posten draußen hat kalte Beine. Er denkt an Muttern, an zu HauS, die Kinder schreibt sie. sehen elend aus. Drin sind sie lustig und kräben und schrein— Und das soll alles vergessen sein? Und daS fei alle? vergeben, vergessen? Die Tritte nach unten? Der Diebstabl am Essen? Bei Gottl DaS sind keine alten Kamellen T ES wimmelt noch bnite von solchen Gesellen' Eingedrillter Kadavcrrcsp kt— wir tief der noch in den Köpfen steckt! Er riß un» in jenen Krieg binein— Und da» soll alle» vergessen sein? Nicht vergessen. Wir wollen da»� ändern. Sin freie» Land unter freien Ländern sei Deutschland— mit freien Bewohnern drin, ohne den knechtischen Dirnersinn. Wir wollen nicht Rache an Offizieren. Wir wollen den deutschen Sinn reformieren. Sei ein freier Deutscher � Bruder, schlag einl Und dann soll alle» vergessen sein! Kaspar Hauser(in der»Weltbühne"). Notizen. — Vorträge. Ludwig Hardt spricht Montag, den 10. Februar Grotesken von Morgenstern, Novellen und Gedickte von Wedekind, Märchen von Andersen. Storm, Grimm; dazu 12 Srhauspieler.Porträts"; Mittwoch, den 12. Februar zum vierten(letzten) Mal Heine. Beide Abende 8 Uhr in der Ber» liner Seeession(Kurfürstendamm 232).— — V e re l n i g u n g der Bühnenverlegrr. Die Mehr- zahl der deutschen und österreichischen Bühnenverleger hat sich zu- sammengeschlosien, Die Vereinigung trat in einen Kartellvertrag mit dem Verbände deutscher Bühnen schriftsteller. Die Internationale in Lern. Crtn, 5. Februar, vormittagssitzung. Vizepräsident W i- baut brachte eine au» der Kommission hervorgeganpene Reso- lution iiber den Völkerbund zur ver esung, über deren Inhalt und Annahme wir bereit? im Morgeablatt berichteten. In der Fortsetzung der TiSkussion erklärte der russische Delegierte Bienstock. die russische Revolution sei zugrunde gegangen, weil die Internationale sich nicht eingemischt habe. �etzt sei die deutsche Revolution in Gefahr. Die Internationale müsse ihr zu Hilfe kommen. Der Zionist Locker lPalästina) begründete unter gleichzeitiger Er- wägung der Lage der jüdischen Bevölkerung in Rumänien und Polen die Notwendigkeit und Berechtigung der jüdischen Selbst- bestimmung. T r o e l st r a«Hollands legt den Hauptwect darauf. das, keine Nation hinfort ein Sklavenleben sühren darf. Die Internationale sei ein Heer ohne Waffen, aber sie müsse die Waffe der Ueberzeugung haben und sie begrüsie alle?, wa? dem Zustandekommen de? Völkerbundes dienen könne. Troelüra be- grüsite die Resolution für den Völkerbund, die der Zustimmung aller sicher sein könne. Die Hauptforderung, die. der Völkerbund erbeben müsse, sei die. das, erdie Produktion und die Roh- st o f f v c r t e i l u ng der Welt beherrsche. Die größte Gefahr, die austauche, sei die. das, man in Pari? den Völkerbund willkürlich festsetzen wolle. Troclstra verlangt einen Völkerbund, in dem solche Schändlich- leiten wie Zurückhaltung ver deutschen Kriegs- gefangenen unmöglich seien. Auch die vcrbältniffe in Ungarn und die Eigenmächtigkeiten der Polen bei ihrem vor- gehen auf Danzig forderten zum Protest der Internationale heraus. Da? internationale Proletariat müsse darüber wachen, das, der vö'kcrbund kein Schwindel werde. Die Arbeiter mühten über den wahren Charakter deS Völkerbundes aufgeklärt werden. Die NachmittagSsihung der Internationalen Sozia- listcnkonferenz war. wie die Vormittagssitzung, gleichfalls der Er- Lrlerung der Frage des Völkerbundes gewidmet. Der franzö- sisckw Deputierte M i l b a u d e verlangt die Schaffung eines Schiedsgerichts und eine? internationalen Parlaments. Er for- dert ferner die Errichtung einer internationalen Polizeimacht unter internationaler Kontrolle und betont, dah wirtschaftliche Schwierig- keilen, die oft zum Kriege yeiührt hätten, durch einen gerechten Austausch der Rohstoffe und Güter beseitigt werden müßten. In seinen weiteren Ausführungen wendet er sich in überaus scharfer Weise gegen die deutschen MehrheitSsoztza listen und er- regt mit seinen Darlegungen wachsende Unruhe unter der ver- sammlung. Er sagt, die deutschen Sozialisten hätten kein Recht, gegen die Blockade zu protestieren, da sie ja ihre Regierung unter- stützt hätten. Das vertrauen zu ihnen sei schwer erschüttert. namentlich durch die Verletzung der belgischen Neutralität und ihr Verhalten während de? Krieges. Tie ehemaligen französischen Minderheit«, und fetzigen Mehr- heltosozialisten rufen Milhaude zu: Sie sind von der französischen Regierung hierher geschickt, um den Völkerbund zu begraben I Sodann ergreift Ramsel) Macdonald da» Wort und bekennt sich als eifriger Anhänger des Völkerbundes, welcher ein Gcrichtshos fein müsse für territoriale Fragen, nicht aber eine Polizeigcwält zur Erzwingung territorialer Forderungen. Ter völterbund dürfe sucht auf einzelne Rationen beschränkt bleiben, sondern müsse die ganze Welt umjassen. Er dürfe keine Liga der Regierungen. sondern müsse eine Liga der Völker werden. Tie in Paris geplante alljährliche Zusammenlunjl der Ministerpräsidenten erscheine wie eine Verhöhnung des Völkerbundes. C a ch i n mahnt zur vor- ficht gegenüber dem. was jetzt in Paris vor sich gehe. Pranting verliest eine Erklärung der deutschen Mehr- h» i t S s« z i a l i st e n, in der r« heiht: Tie deutsche Sozialdrmo- kratir hat, wie immer man ihre Politik während dc« KrirgcS bcur- teilen mag. jetzt durch die Tat den entschlossenen Willen bekundet, ihre ganze Kraft dcm Aufbau der durch den Krieg zerrütteten Welt ,» widmen und im Geist und im Dienste drrJnlrrnationale gemein- sam mit den Sozialisten aller Länder im Völkerbund den Soziali». mnS zu rrkämpfen. Pranting schlägt der Versammlung folgende R c s« l u t l o n zur Annahme vor: Tie Konferenz in B:rn rrkonnt an, daß für sie die Frage der unmittelbaren Verantwortlichkeit am Kriegegeklärtist, sowohl durch die Aussprache, alö auch durch dir Erklärung der deutschen Mehrheit, die den revoluti«. nären Geist dcS revolutionären Teutschland und dessen völlige LoSIösnng von dem deS für den Krieg verantwortlichen alten Systems b r k u n d r t hat.. Indem die Konferenz die deutsche Revo- lution und die demokratischen und sozialistischen Einrichtungen, die sie herbeigeführt hat, begrüßt, sieht sie die Bahn srci für die gemeinsame Arbeit der Jnter- nationale. Tie weiwre Erklärung, die dir deutschen Tclcgicrtcn in der Debatte über den Völkerbund abgegeben haben, über» zeugte die Konscrenz, daß von nun an die vereinigten Arbeiter- massrn der ganzen Welt die stärksten Mittel zur Nieder. h alt ungjedcn Militarismus und aller Versuche, die inter- nationale Dcmokeatie zu vernichten, verbürgen und gewähren werden. Tic Konscrenz steht in den in ihr gcsührien Tebattcn eine "' rar..t und überläßt eS einem künftigen inter- nationalen Kongreß, dessrn Einbernkung unter normalen Bedingungen erfolgen kann, über die weltgrschichtliche Frage der Verantwortlichkeit das Urtcil dcr Internationale zu fällen. Diese Resolulion. deren Verlesung mit wiederholtem Beifall begleitet Wied, wird gegen wenige Stimmen von der Konscrenz an- genommen, nachdem der französische Deputierte Thomas zu den deutschen Sozialisten gesagt hatte:.Ich will Euch ganz ossen sagen, dag mein vertrauen zu Euch noch nicht völlig wiederhergestellt ist, und es fällt mir deshalb schwer, sür die Resolution zu stimmen. Ich tue cS aber im Vertrauen auf die Massen, die hinter Euch stehen." Damit schlicht die heutige Nachmittagssitzung. Die Eröffnung der Internationalen Gewerkschaftskonferenz. Bern, K. Februar. Nach einer Meldung der Schweizerischen Tepeschenagcntur wurde die Internationale Konserenz der Gewerk- schaftcn gestern abend in Anwesenheit von etwa 40 Delegierten durch den Präsidenten de» Schweizer GcwerkschastsbundeS. National- rat Sch neeberger, rröfsnct. Dieser wies daraus hin. daß tS die Ausgabe der Konferenz sei, die durch die Entwicklung dcr Ver- Hältnisse überholten Programme den Rumpskonferenzcn von Bern und L e e d S durch ein neues weitgehendes Programm zu ersetzen TaS Ergebnis der Konferenz solle der Friedens- k o n f e r e n z zugestellt und al» M i n d e st b e st i m m u n g in den Internationalen Friedensvertrag aufgenommen werden. Eine Reihe von Fragen könne erst auf einer späteren Konferenz erledigt werden, da die jetzige nicht oednungSgcmäh einberufen worden[et. Cr sagte weiter: In dieser fehlen die osfi- zicllc» Gewerkschaftsvertreter Amerika», Englands und Belgiens. Tie deutschen Delegierten sind ohne Mandat ihrer Gewerkschaften. AIS Pertreter dcS Internationalen Sekretariates wird L u d e g a st heute in Bern eintreffen. Tic Hauptaufgabe der Konferenz betrifft die von einer Vor- kommission des SetzialistenkongresseS schon vorbchandelte Ar bei. tcrschutzfrage, dazu kommt die Frage deS künftigen Sitzes der Internationalen GeiverkschastSkom- Mission und iudirekt die Frage deS Völkerbünde». Der Vorsitzende schloß mit dem Wunsche nach einer Wiedeeher- st e ll u ng der durch den Krieg gestörten Verbindungen unter den Gewerkschaslen dcr verschiedenen Länder. TaS Bureau wurde bestellt mit Schneeberger al» Prä- sident und Riser und Södcrberg als Vizepräsidenten. Delegierte meldeten an: Deutschland vier. Deutsch. O e st e r r e i ch drei, kl n g a r n einen, Böhmen einen, Frankreich dreizehn. Griechenland zwei, Kanada einen, Schweiz neun, Schweden drei, Norwegen drei und Dänemark zwei.— D e s m o u- lins(Frankreich) eröffnete die geschäftlichen Verhandlungen mit der Erklärung, daß über die Regelung dcr internationalen Fragen zuerst diß A r b e i I e r und ihre Organisationen, nicht aber die politischen Pariser Instanzen beschließen müßten. Dementsprechend wurde beschlossen, die Entschließungen der sozio- lislischcn Vorkonferenz entgegenzunehmen.— Präsident Janssen führte u. a. auS: Es ist das Verdienst der französischen Genossen. von ihrer Regierung verlangt zu haben, daß bcim Friedensschluß eine Neuregelung deS ArbeiterrcchtcS durchgeführt werden solle. Dcr achtstündige Arbeitstag ist heule eine Selbst- Verständlichkeit. Wo er noch nicht cingcsührt ist, müssen ihn die Gewerkschaften unverzüglich mit allem Nachdruck fordern. In Anbetracht der schweren Schwächung der volkskrast in allen Ländern durch den Krieg hat die Gewerkschaftskonserenz die Auf- gäbe, energische Forderungen für den Schutz der Kinder, der Jugendlichen und der Arbeite ei nnen aufzustellen. AI» Altersgrenze für den Kinderschutz fordern wir heute!b Jahre. Weitcrc Forderungen betressen die Hygiene, die Arbeitszeit in den kontinuierlichen Betrieben und der Heimindustrie. Zur Durch- führung dieser Forderungen dürfen die bisherigen internationalen Vereinigungen für gesetzlichen Arbcitcrschutz nicht mehr unter der Kontrolle der Regierungen stehen. Mit den franzö- fischen Genossen sind darin die deutschen dcr Meinung, daß der Ar- bcitcrschutz dem Völkerbund überlagen werden muß. der durch eine offizielle Einrichtung diesen Schutz durchzuführen hat. Ferner ist ein internationales ArbeitSporlament zu schassen, da? alljährlich zusammentritt und das sich auS den Vertretern dcr Arbeiterorganisationen aller Länder zusammensetzen muß.— Nach der Rede Janssen» vertagte sich die Konferenz aus heute nachmiltag. Willi K r a m e r derichtete zuerst über einen gegen seinen Bruder gcsührien SparialuSprozeß und behmrpiete, daß dieser, wie auch andere Angeklagte ohne jede Spur eines Beweises venmerlt worden seien. TaS Sicheinschmuggeln i» die Regie» rungStruppen. wie eS Wegmann de sür wort et habe, sei n i ch t s o e i n j a ch. Er selbst habe versuche, sich beim Regiment Rcinyardt zu melden, sei aber abgewiesen worden, indem man ihm ein« Photographie zeigte, aus dcr er aus dem bewassneten Aura» mobil der Deutschen Wassen- und MunitionSiabrikcn abgebildet ist. Für zukünftige Zusammenstöße und Putsche forderte er seine Gr» slnnungsgenosscn auf, sich aus keinen Fall wieder in verhandlunzr» einzulassen, sondern einfach die Parlamentäre niederzuschießen. Tie Verhandlungen während der SpartaknSwoche und in Bremen seien nur deswegen von seilen der Regierung geführt worden, um de» richtigen Moment zum Blutvergießen zu eruarien. Er forderte auf. wenn e» so weilergehe wie bisher schleunigst Banden zu bilden» um so gegen die Regierung zu kömvken. Eoweit der Bericht. Tie Reden Wegmann? nnd Kra» merS stehen in ihrer herzerfrischenden Oisenheit im Gegensatz zu dcr demagogischen..Friedenspolitik" der.Freiheit", indem sie bewciien, wo. wie in der Vergangenheit, so onch in der Zukunst die Bluthunde zu finden find. Wie sind sie doch so gelehrige Schüler des von ihnen angeblich so gehaßten Chauv nisuius: provozieren bis zum äußersten, bis d e r K r i e g d o ist— um i h n d a n n mit Phrasen in einen Verteidigungskrieg Harmlofer umzusälschen. Tie plumpe Art. in der das getan wird, kennzeichnet nur. w'c niedrig das Begriffs» vermögen der Arbeitermasjen von diejer Seite eingefchätzt wird.__ GroßSerlm Kommunale Arbeiterräte der S. P. D. Die kommunalen Arbcichrrätc, die aus dem Boden der S. P. D. stehen, werden gebeten, Frc.g, den 7. Fcbruae, vormittag»!» tthr, im Hrrrrnhau«, Zimmer 20, zu einer Besprechung zu erscheine«. Legitimationskarte und OrganisatianSauSwris mitbringen! Im Austrage:O t«» Frank. Reinigt die Bürgersteige. In vorrevolutionären Zeiten war die Polizei besonders bw müht, bei beendetem Schneesall dafür zu sorge», daß die Bürger» steige bald wieder der weißen Decke lcdig wurden. Hausbesitzer oder Pförtner, welche müßig waren, wurden von Beamten, die von HauS zu HauS gingen, an ihre Pflicht erinnert und ihne� im NichtbesolgungSsalle Geldstrafen in Aussicht gestellt. DaS war sicherlich eine Funktion der Polizei, die auch schon früher die volle Zustimmung deS Publikums fand. Um so mehr müssen wir bedauern, daß eS jetzt ander» ist. So» weit beobachtet werden kann, ist nur sehr wenig geschehen, um di» Bürgersteige von den Ucbcrbleibscln de» letzten Schneefalle»— de« großen Eiöhockern— zu befreien. Dringender al» je muß daher der Ruf erhoben werden: Reinigt die Bürgersteige! Eigentlich sollte sich eine derartige Mahnung erübrigen, schon in Rücksicht auf die vielen Kriegsverletzten, die ja Unfällen besonder» ausgesetzt sind. Für sie sind die dadurch herbeigeführten Unfälle viel schwerwiegender wie sür gesunde Passanten. Alte Wunden brechen leichter auf und bringen wieder heftige Schmerzen und langwierige» Krankenlager. Deshalb muß unverzüglich die sofortige Rei- nigung von Schnee und Eis durchgeführt werben. Mehr Nährmittel für Kinder fordert eine Mutter in einer Zuschrift an un». Sie klagt, daß et ihr unmöglich sei. mit den bewilligten geringen Nahrungsmittel« mengen ihre Kinder satt zu kriegen. Schon für den ll Monate alten Säugling reicht da» nicht auS, was sie für ihn zugewiesen erhält. Für ein 2?>s Jahre altei Kind ist ihr seit längerer Zeit nicht» mcht gegeben worden, so daß sie die größten Schwierigkeiten mit der Er» nährung hat. Sie muß die Kleinen auS den Nationen der Erwachse» nen mit satt zu machen suchen, aber Kartojseln und saure» Krieg»- brot sind so jungen Kindern nicht dienlich. Tie Mutter weist voll Bitterkeit daraus hin, daß Familien mit Kindern oft wegen der LebcnSinittelroiionen für die Kinder beneidet werden..Wer kann", frag! sie.„sich in die Lage einer verzweifelten Mutter hineindenken. wenn man zusehen muß. wie sein« Kinder dem sicheren Untergang entgegengehen?" Tie Zuschrift scklirsit:„Neutrale oder ic�cnannte Feinde! Rann un» den niemand helfen, ehe eS zu spät ist?" �lusputschung der Arbeiter. Im Stadllhcater Moabit versammelten sich am gestrigen vor- miuag Arbeiter dcr Deutschen Waffen- nnd MunitionSiabrikcn. die fast durchweg wegrn Betriebseinstellung entlassen worden sind. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, Bericht de? Arbeiter- ralS. ergriff Schmidt da» Wort. Er berichtete zuerst darüber, daß er mit noch anderen Vertretern der Ärbeiterräte großindustriellcr Werke beim VolkSdeauitragten Wisseil gewesen sei, um diesen über die Stellungnabme der Reichsregierung zur Schließung dcr Großbetriebe zu interpellieren. Die Vorstellungen hätten kein bejriedigende» Resultat gehabt, da dcr VoltSbeauftragie Wissell, im Gegensatz zu früher von Emil Barth gemachten Ver- sprechen ZwangSmaßnabmen gegen die Jndustriesirmen nicht er- greisen zu können glaubie. Besonder» betonte der Redner, daß eS sich in»er Hauplsacke um Werke handelt, bei denen Kohlen vor- Händen sind und vorläufig ein Mangel von Aufträgen nicht al» Grund für die Entlassung in Frage käme. Hieraus zog er den Schluß, daß die BolkSbccaustraglen in diesem Falle da» Interesse dcr Großlapitalistcn gegenüber dem der Arbeiter schützten. Tie Ar- bciter der Teutschen Waffen, und MunitionSsabriken. die nun aus die Slraße gesetzt sind, seien keineswegs arbeitsscheu, sondern wollen gern weiter arbeiten. Ter Arbeiterrat sei hiernach im Betriebe gewesen und habe sich davon überzeugt, daß man einen Stamm von Leuten behalten habe. Auf die an die Direktion gerichtete Frage. ob man auch die Arbcilerräte. welche doch da» Interesse der noch Arbeitenden zu vertreten hätten, zu entlassen gedenke, sei eine be- jadend« Antwort gegeben worden. Man habe diesen Leuten jedoch nicht sofort die Entlassung gegeben, sondern ihnen die Invaliden- karten per Einschreibebrief zugestellt. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung, die politische Lage, ergriff Alt das Wort und hielt unter dem Vorgeben, einen objek- tiven politischen Vortrag zu halten, eine unglaubliche sparta- kistische Hetzrede gegen die Regierung und die sozioldemo- kralische MehrheitSpartri. Er führte unzählige, angebliche Tatjachen an. ohne auch nur die Spur eine» BewcistS für diese Tinge, in Wahrheit grauenhafte� Lügen»nd Verleumdungen, zu cebeingen. In der Hauptsache gipfclle seine Rede darin, jeder Handlung der Regierung und jeder Stellungnahme dcr sozialdemokratischen Par- tei die schmutzigsten und niedrigsten Motive nachzusagen. Seine AuSsübrungen ließen jede Sachlichkeit vermissen und gipfelten in dcr wiederholt ausgesprochenen Folgening, daß nur verbrecherische Motive und von Kapitaliften erkaufte Stellungnahme die Teiebseder aller Handlungen sei. In der Debatte ergriff Wegmann vom VollzugSrat das Wort. Er forderte auf, unter den revolutionären Arbeitern groß- zügige Propaganda für den Eintritt in die vno der Regierung ge- worbenrn Freiwilligenkorph zu machen, damit die Arbeiter in den Trupprnkörpern die Obeehond bekommen uäd sodann durch Meute- rei e» verhindern sollen, daß die Truvven gegen ihre proletarischen vblider wie in Bremen und gegen die Bolschrwiftc«(auch liebe proletarische Beiideels vorgehen. Sic sollten vielmehr dahin wirken. daß die Geivehre im rechten Momegit amgedeeht werden. Fer- ncr polemisierte er gegen die im DcichSlag befindliche R e p u b l t» konische Schutztruppe, deren Unterhalt nach se-ner Behaup» tung au» von Großkapital istcn gestifteten Miltein bestritten werde. Diese Truppe sei dadurch eine Sckmtzinippc de» Kapitalismus und die Regierung gebe sich, indem sie dies durchführe, dazu her. dem Kapitalismus allein Schergendicnfte z» leisten. Er bezeichnete NoSke al» den Mörder von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und begründete da» damit, daß er den Aufruf zur Bildung der Wilmersdorfer Bürger- wehr, die die beiden Gelöteten verhaktet habe, unterzeichnet hätte.— Zu den EinigungSbc strebungen innerhalb der Sozialdemokratie vertrat er den Standpunkr. daß die Verschmelzung nur unter allseitiger Anerkennung de? Räteprinzips mit weitestgehenden politischen Befugnissen der Arbeiter- und Soldaten- räte erfolgen könne. Bemerkenswert ist bei seinen Auslassungen die Bemerkung, daß die Schreibweise der.Freiheit nicht allerseits gebilligt werde« könnte. vrrzte und BerkehrSrlrnd. Herr SanitätSrai Dr. I. Simon schildert un» die schwere Beeinträchtigung dcr ärztlichen Versorgung der Bevölkerung durch da« jetzige VerkehrSclcnd. dessen Steigerung wir ja noch zu gcwärtig n haben. Er macht folgenden unledingi beherzigenswerten Vorschlag: Jeder Straßenbahn- oder Nntce- grundbahnschaffner müßte verpflichtet sein, aus den Zuruf„Arzt" a»S dem Publikum dem Betreffenden, natürlich gegen entsprechen» den Ausweis, unter allen Umständen Platz zu schaffen. Ebensa müßten die zahlreichen Mililärauto» aus einen solchen Zuruf halten und den Arzt, we»'- da» ohne Aenderung dcr Fahrtrichtung und ohne Zeitversäuinni» möglich ist. ein Stück.ben mitnehmen. Halb» besehte Droschken oder Privalfuhrwerke sollten sich verpflichtet fühlen, auf den Zurus„Arzt" zu halten und den Betreffend'», natürlich gegen Bezahlung, mitzunehmen, wenn dies ohne Zcitver» säuinni« geht. In anderen Großstädten, besonder« im Ausland, geschah da» schon vielfach im Frieden. Dir Eise, dahnverivaltung gegen die ZeitungShändler. Ein D r» ck t e h l e r Hai in dem Artikel„Gegen fliegend« ZeitungShändler" tin Nr.«7. Morgennnsgabe vom 6. Fe» bruar). der vom stettiner Bahnhoi über Wegwcisnng von ZeilniigSdöndtern berilbteie. den Kmn in sein Gegenteil verdlcht. Nickt sür„berechiigt", sondern iift u n berechtigt würden wir. wie übrigen« au« dem ganzen Amk 1 bervorqrhi. die Foidernng hotten, daß auch fliegende ZeitungShändler eine SncrkennungSgedsihr zahlen Tollen. «tchning. ttnnbstumme! ES wird noch einmal auf die Versammlung alle, Taubüumme» Aroß-Verw«, die Fieitng. abend««'/, Ubr. in Boeker« Feiilälen. vebertir. 17. staiiswtet. ausn'erstam gemacht. Die Aenossea B o n n l e r« Hamburg und« c d e r I- Kiel rtferterm Gtost-Serliner Parteinachrickten. gx ilweredors. Mltgllederperianitnlung am Gounabend, abend» � Ahe, in der Lberieal chiii« am Hindcnburgporl. Legitimation Mitgliedsbuch oder Ou.ttung) miltringe«._ Riiö aller Welt. Ein schwedisches Schiff durch eine Mine untergegauge«. Stockholm. Der sehwedische Dampfer Sphinx fuhr auf eine Mine und ging unter.>7 Mann der Besatzung find umgekommen. Laut„Svcnsk HandelStidning' hat damit die schwedische Handel»» flotte durch den Krieg biSber lSV Sehisfc mit zusammen 202 239 Brutto-Nogister-Tonnen verloren. veemmvonli» Nie Politik'»rta>»«»wer. Peel, tu für den fibriam Zell de» t-latie« Nlfted Sckal«. Keulotln. Nie Aneeigen Steadar«locke, frclim Verlag! Vorwätts-Perlag} phills.Raui.tlarn. ürschitchis-, l-'rauenielden. Comt.u-ial».rsan->- ilörunp. S'.uWutrrfmhg UlJä'i Pr»i>e. SctUnbhiag. Spr. 10— l und 5— 8 ScnnL II— l.• Spegialarzt Dr. med.* t. Haut-, Harn-, I raucnlcidcn Salvarfau• Änrcu. BluhinterL EchneDfte 8c[ceiitn,i v»n anftect. ftra»irf)pit. d. Organe ohne herufsstdr�. u. sc�m rzlcs in Heilanaiah JägerStf. 12 Spreitrfl.: It-I, 3-7, Sentit 11-1 Stoffe 3p.«»ehrader's S:!; Berlin V, LGizuwstr. 30 (Spr. 3—8). tfi22- Herren-Hnzüge, Oamen-ICostünie, Meter 80,-, 40. SO., 60,— Tuch-Lager floch& Seeland Gertraudtenstr. 20 21. Dantenbüle 1 Ssitrsibmasdiin�n ....... 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Ihajic, Beut Jpccu.ipuitlois, Htcrciiuiiiugc, luppiujuecluuf, Ubtcnueiluuf. paneuoe jcli- gclujeiUfl lulÄ» A»ti4j«initnrcnl zu herab- »eleSien louiioiUigcn Prcrienl Vlun.Sirugen, tUusiuiih�Ie, «tuuiachle, dietfUdu'e. tilbec- (ufilfc, rtoocifUuiic, ZIIl»gurii>. iKicn. dkaileuauomabl uuoer. ntt«clUtufiig perarbciiciet Pttzlrage» unb äUuiitn aller »rll cffimudjuüica, Silber. tafdxn. Sonntag geiHfnell Lethhuu». iiiacldittuctitt. 7.* ' Petiaulf lehr billig fufi treue Teppiche, Scltootleflec, LSulerftoflc, Surbinen, Store», i'oriicten, Diwanbccken, Üfdibtdtu. Sebccbttien, Steppbeden, XUllfictlbetten, !|cieb. Prinzenftrahe 84 II Moritzplah».* itafl ic.etleSTSchteimShkB, auch als(bcaupeninfiAle sowie (Ur jenen anbeten Zweck im Huushuit nnb haiitk.i vtrwenbbae alle kSe» sigen Stoffe fein kchroleab, in bautrhaiicr eiserner All». aang. preiswert, empfiehli ; ftoiant, Berlin-Wilmera. Prinzregenrenftruße 58. Fernsprecher: Amt Uhlunb Teppich. Vellen. 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