Ur. 72. �6. Jahrg. «ezngsvretSi StrrtetjäbN.»7S SU. mman.Z M SU. mim» Hau» ootasfyA'ftai. Gtai«iu« Rummn» 10 Wenm«. iiouktjnv ■I�anadiA ist SU. nrtl guftellun,». gedühr. Umtt stccuitan» Iii Deutsch. an» u. OdternuVUnoam äJU) SU. i&r da» übrig» ftuäUm» 9.60 Vit. bei -glich einmalig», iutteltung 7.60 SU. Ä» Sorte. lcuening»»ulchlag TO»v gamUien-knletgen. volMlche an» «rwertlchaitltchr«irrem»«»nzeixrn SO«fg. die Zeile,«in, eigen litr di« nüchlle Kummer müsferi dt» i Uhr oachmlnag» an Haubtgrlchüst. Berlin «0.48. StttbRilnaBt». ab,«geben werben,»etfw« von 91U» früh W » Utzr»den»». Tentralorgan äer fo2ialäemokratil'cken Partei Daitfchtandd. Neüaktion und Expedition: TW. 6t. tindenstr. 3. Fernsprecher:«m» Mortuplatz. Nr. KaiS0— IZISI. Sonnabend, den 8. Februar Ivlv. vorwärtseverlag S.m.d. h., Ew. 65, tindenste. 2. Nernsprrchrr:«m« M»rttzpln». Nr.»17 02— 64. Das Programm der nationaloerfammiung. Weimar, 8. Februar. Nach brn bisherige« Disposi- ttoncn wird heute die Natioualversammluug aur die Bt> grüudung des Berfassungsgrsetzentwurses durch Staatssekretär Prcuß eutgcgrn nehmen. I» dir Besprechung der Vorlage wird erst Montag eiagetreteu werden, doch ist iu Aussicht genommen, die erste, zweite und dritte Lesung am Dienstag zu Ende zu führen, damit am Mitt- woch die Reichsprasidenteuwahl vorgenommen wer- de» kann. Hierauf würde sofort daS Kabinett gebildet, damit am 12. Februar zu Beginn der Verhandlungen über die Verlängerung des Waffenstillstände» eine g e» setzmäßige Regierung vorhanden ist. Wie wir ans parlamentarischen Kreisen hören, wird der Präsident der Rationalversammlung sofort nach der Annahme des Prodi- sorischcn Verfassungsgesetzes sein Amt»iederlegeu, weil sonst drei Präsidentcnstellcn, Reichspräsident, Miaisterpräsi- dent und Präsident der Nationalversammlung, allein in den Händen der Mehrhcitssozialiftev liegen würde«. Dem Ver- »rhmru nach wird der Zratrumsabgevrduete Fehreubach zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt werde». Verlegung üer Nationalversammlung uach Serlin l Die.Boss. Ztg." meldet in ihrer heutigen DtorgenauSgabe; .Bei den Besprechungen über den Seschüftsgang der Rational» Versammlung ist man zu der lleberzeugung gelangt, daß es un» möglich sein werde, in der vorgesehenen Frist von zwei Monaten die Arbriten zu erledigen. Die Parteien fin» deshalb mit der Re» gierung in Verhandlungen eingetreten und dies« hat ihre Zu. st i m m u n g dazu gegeben, nach den Osterferten, die am lt. April beginnen sollen,«ine zweite Tagung einzube» rufen, und zwar nach Berlin.' Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite: Die Nachricht der„Vossischen Zeitung' geht zu weit. Ter Antrag der Un a b h ä n g i g e n auf sofortige Verlegung ist natürlich aussichtslos. Dagegen trifft zu. daß eine Reihe von Abgeordneten infolge der großen Unbe- quemlichkeiten den Wunsch hegt, zu beraten, ob nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Verlegung nach Berlin vorgenommen werden kann. Die Regierang hat zu diesem Plan noch keine Stellung genommen. Fraktion und Verfaffungsfrage. Die sozialdemokratische Mehrheitsfraktion wird, wie wir erfahren, die Notverfassung ohne Debatte annehmen, dabei jodoch zum Ausdruck bringen, daß diese Zustimmung keinerlei Präjudizierung fürdie endgültige Verfassung enthält._ die Lage an üer Wasserkante. Ruhe in Hamburg und Bremen— Siel nnter Belagerungszustand. Bremen» 8. Februar.(Eigener Bericht des„Vorwärts'.) Werften und Vororte sind in Händen der Regierungstruppen, a l l e s i st r u h i g. Ebenso liegen ausHamburgkeine ungünstigen Nachrichten vor. Durch die Stellung- nähme des Soldatenrats deS ö. Armeekorps hat sich di« Loge außerordentlich günstig fürdie Regierung gestellt. Kiel, 8. Februar.(Eigener Bericht de»..Vorwärts'.) Kiel ist vorläufig vom Verkehr abgeschlossen. Die Züge laufen nur bi» Heinersdorf. Ueber Kiel ist der Be- lagerungS,»stand verhängt. All? öffentlichen Gebäude, ein- schließlich de» Bahnhofs, sind in den Händen der Regierung»- t: Uppen. Die Betriebsleitungen der H a n sa- L I o y d w«r k«. Lloyd» Dtznamowert« und der Rorddeutschen Waggonfabrik hoben beschlossen, ihre Betrieb« bis auf weitere« still zu legen, da die»rdeiter die Aufnahme der Arbeit vrm der Frei» lafiung ihrer in den kämpfen am Dienstag und später feftgenom- menen Benossen abhängig machten,«ine Korderung. deren Bewilligung nicht in der Hand der Betriebsleitungen liegt. Die Verlust« der«»girnmgstruppen in den Kämpfen um Bremen werden jetzt dcm Boesmann» Bureau auf 1s Tot» und 67 ver» wunde»» insgesamt angegeben. die Internationale in Sern. (Fortsetzung der Freitagssitzung.) Borgbjerg(Dänemari) gibt zur demsch-dänischen Frage ein« Erklärung ab, dahingehend, daß in Schleswig die volkSab» st i m m u n g für drei Gebiete besonder? vorzunehmen sei, l. für da» geschlossene Sprachgebiet RorMchieKwig. 8. für die südlich dieses Gebiet» gelegenen, überwiegend dänisch sprechenden, bisher über« wiegend veut'ch gesinnten etwa H bis 10 Gemeinden, 8. für di« Stadt Flensburg, wenn mindesten» ein viertel der wahlfähigen Bevölkerung die Abstimmung verlangt. Tie Grenzen seien so zu | ziehen, daß Enklaven ausgeschlossen find. Dir nationalen Minder- Heiten werden in beiden Staaten die gleichen nationalen Rechte er- halten. Die Volksabstimmung soll nach übereinstimmender Anficht der deutschen und der dänischen Delegierten unter der Konrrolle de» Völkerbundes oder, wenn der Völkerbund zur Zeit der Abitimmung noch nicht geschaffen sein sollte, unter der Kontrolle einer neutralen Kommission erfolgen. Kaulsky hält die Sonderresolution der deutschen Mehrheitler zur« l sa ß» lot hning i s ch e n Frage infolge der allgemeinen Resolution der Konferenz in territorialen Fragen für überflüssig, da diese schon die Volksabstimmung in den strittigen Gebieten fordere. Die Volksabstimmung müsse erfolgen, nicht als Konzession für di« deutschen Redner, sondern gegen den tschechischen Antrag, m den jetzt beanspruchten Gebieten de» tschechoslowakischen Staates keine Volksabstimmung zu veranstalten. Molkenbnbr teilt mit, daß die deutsche Sonderresolution zur elsaß-lathringischen Frag« vor der Kenntni« der allgemeinen Resolution eingebracht worden sei. Nachdem die allgemeine Resolution ausgestellt fei, zögen die deutschen Mehrheitsdelegierten ihr« Reso» lutian zuruck. Im Namen seiner Parteigenossen erklärte er, daß die deutschen Mehrheitsdelegierten die Resolution über die terri- torialen Fragen ohne Einschränkung annähmen. Die Resolution breche mit erheblichen Teilen de» Völkerrechts und namentlich mit dem Recht« de« Eroberer». Tie Gewerkschastsinternationale. Im Gewerkschaftskongreß erklärt« Jansso»: Der Waffenstillstand ist zwar abgeschlossen, aber die Blockade besteht härter al» zuvor. Unsere Schiffe können nicht ausfahren, ebenso die Han- delsschifse. Die Frage der Handelsschiffe ist von eminenter Be» deuwng. SS OVO Seeleute sind arbeitslos. Unsere Flotte wird ausgeliefert, ihre Besatzung kann durch alliierte ersetzt werden. Ich gehe nicht auf die politische Seit« dieser Frage ein, sondern auf die gewerkschaftliche. In englischen Arbcidcrkreisen glaubt man, daß Dutichland bereit« wieder Waren austauschen kann. Die? ist nicht der Fall. Räch dem Waffenstillstand ist die» unmöglich geworden. Ich will keine Erklärung der Konferenz zu dieser Frag« fordern, sondern aur ein« solche der Delegationen.— Griinwald-Wien erstattet sodann Bericht über die Kommission«. Verhandlungen betreffend die Wiederherstellung und Erstarkung de» internationalen Gewerkschaftsbunde» und empfiohlt di« Annahme folgender Resolution: War schon vor dem Kriege der Bestand einer starten und ge. festigten intrrnatienalen GewerschaftSbcwegung eine der wichtigsten vseanssrtznngrn für den soziale« Aufstieg der Arbeiterklasse aller Länder, so ist deren unbedingte Notwendigkeit für die Zukunft noch mehr gegeben. Die Wiederherstellung der zerstörten volkskräst« und die Ticheriing der materiellen und geistigen Interessen der arbeitenden Klassen«erden starker Dewerk» schasten in jedem Land« bedürfen. Diese werden umso kräftiger sein, je mehr sie Rückhalt und gegenseitige Gewerkschaften englischen und ftanzöstschen bereitschast bei den aller anderen Länder finden. von dieser Erwägung ausgehend, spricht sich die mternattonale GewerkschaftSkonserenz für die rascheste, definitiv» Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Jnter- nationale au». Sie fordert in Konsequenz dieser Anschauung die in Amsterdam bestehend« Zweigstelle de» internationalen Gr- werkschastsbunde» auf, im Einvernehmen mit der dem Bunde ange- hörenden LandeSzentral« und mi; der Korrespondcnzstelle der Ge» werkschaften au» den Westftaaten in Pari» so rasch al»«» die Um» stände gestatten, spätesten» jedoch bi» Mai diese» Jahre» eine neue internationale GewerkschaftSkonserenz einzuberufen, deren Aufgabe e» sein soll, die Vollständigkeit und Geschlossenheit der wternatio» nalen Gewerkschaftsbewegung wiederherzustellen. Räch einer kurzen Aussprach« über dies« Resolution wurde st« mit Lg Stimmen bei einigen Enthaltungen angenommen. Kärnten wiU üeutschösterreichisch bleiben. Eine Volksabstimmung. Da» Kärntner Volk, um dessen Gebiet sich Deutschösterreich. al» bisher berechtigter und der neu« südslawische Sraat, der seine Grenzen weit nach Norden verschieben will sich bewerben, hat nun man mittel» Volksabstimmung in dem strittigen Gebiet« selbst entschieden, wohin e» künftig gehören will. Bis jetzt ist in 68 Gemeinden die Abstimmung beendet. Für Deutsch- sftrrerich wurden dabei 61 491 und für Südslawien 800 Stimmen abgegeben. Au» diesem Resultat erkennt man da? große Unrecht, da» mit den südslawischen Ansprüchen den Kärntnern angetan IVfrfrffll Notwendigkeiten. Rechtsstehende Blätter haben sich darüber beklagt, daß in den ersten drei Reden, die in der Nationalversammlung ge- halten worden sind, daS„pa r t e i p o l i t i s ch e Moment* zu stark in den Vordergrund getreten sei. Die Empfindungen der Rechten sind verständlich, und wir ehren ihren Schwerz. Aber geändert werden kann nun einmal nichts mehr an der Tatsache, daß die Götzen der alten Zeit zerschlagen sind, daß. wir eine Revolution erlebt haben, und daß da« beginnende Zeitalter der Demokratie und dem Sozialismus gehört. In den Gesichtern mancher bürgerlicher Abgeordneter spiegelt sich ein stiller Triumph darüber, daß eS der Sozial- demokratie diesmal doch noch nicht gelungen ist, di e Mehr- heit zu erlangen. Aber bei aller unbedingtesten Achtung vor dem Mehrheitsprinzip, so einfach ist die Sache doch nicht, daß sich alle komplizierten Probleme der Weltgeschichte mit. dem Rechenstiste in der. Hand erledigen lasten. Das wird sofort klar, wenn man folgendes Rechenexempel anstellt: Von 421 Abgeordneten smd 236 bürgerlich, die ab- solute Mehrheit beträgt 211, also kann eine bürgerliche, anti» sozialistische Regierung gebildet werden I Auf dem Papier vollkommen richrig, in der Wirklichkeit vollkommen falsch, so falsch, daß— glauben wir— selbst die Deutschnationale VolkSpartei keine Lust hätte, die Probe aufs Exempel zu machen. Denn die bürgerlichen Parteien sind untereinander viel zu verschieden, als daß sie eine Mehrheit bilden könnten, die auch nur einen Tag lang den wuchtigen Opposition«» stoßen von links her gewachsen wäre. Die Sozialdemokratie ist viel zu stark, um einfach ausgeschaltet werden zu können. nicht nur, weil sie 163 Mandate hat, sondern noch viel mehr deshalb, weil sie die a u s st e i g e n d e Macht ist, wie ihr« ganze Geschichte, besonders im Krieg und in der Revolution beweist. Darum ist es auch ganz falsch, die Frag« der Regie- r u n g 8 b i l d u n g als ein mechanisches Rechenexempel auf- zufassen. Die Sozialdemokratie hat sich nicht in die Führung gedrängt, die ihr durch die geschichtliche Entwicklung zu- gewiesen ist, sie ist gern bereit, Teile ihrer schweren Verant- worin ng an andere abzugeben, sie ist sich aber dessen bewußt. daß ihr niemand die Hauptlast abnehmen kann. Selbst wenn sie aus Gutmürigkeit und Bescheidenheit bereit ward, alle Aemter an Nichtsozialdemokraten abzugeben, so käme da» bei doch nichts weiter heraus al» eine falsche Firmierung, denn die Mission der Partei bliebe unverändert, sie würde dadurch höchstens aufs äußerste erschwert. Wenn man in der bürgerlichen Preste weit ausgesponnene Betrachtungen liest über Verhandlungen, in denen über die Bildung der neuen Reicheregierung beraten wird, so muß man sich ein wenig darüber wundern. In der provisorischen Verfassung, die zwar noch nickt angenommen ist, aber in diesem Punkte jedenfalls unverändert bleiben wird, sagt der Art. 8:„Der Reichspräsident beruft für die Führung der Reichsregierung ein Reichsministerium, dem sämtliche Reichsbebördcn und die oberste Heeresleitung unterstellt sind. Die Reichsminister bedürfen zu ihrer Amtsführung deL Ver» trauens der Nationalversammlung.' ES würde dem Wortlaut und dem Geist dieses Artikel» widerspreclien, wenn der SeichsprÄident bei feiner Wahl gleich ein gebundenes Mandat für die Ernennung der Reichs- minister mitbekäme. DaS würde seiner staatsrechtlichen Stellung widersprechen. Da das Reichsministerium zu seiner Amtsführung des Vertrauens der Nationalversammlung bedarf, sind der Ernennungsfreiheit des Reichspräsidenten von vornherein Grenzen gesteckt. Oder genauer: Der Reichspräsident kann wohl jeden, den er will, zum Minister ernennen, aber gegen den Willen der Nationalversammlung kann er ihn keinen Tag im Amte halten, er wird also, um nicht unnütz Krisen heraufzu» beschwören, auf unhaltbare Ernennungen von vornherein ver» zichten. Das ändert aber nichts an der Freiheit seiner Eni- schließungsrechte. Der Fall ist ganz gut denkbar, daß der Neichspräsident ein Ministerium ernennt, das nicht von vorn» herein den Beifall der Mehrheit Hai und daß er dem Parlament die Verantwortung dafür zuschiebt, dieses Ministerium zu stürzen. Ein solches Ministerium könnte dann unter Um- ständen ein recht langes Leben haben, weil die Parteien vor i b r e n W ä h I er n die Verantwortung für seinen Sturz nicht zu übernehmen gewillt wären. TaS Ministerernenrnrngsrecht des Reichspräsidenten hat also seinen guten Sinn, und darum soll man eS nicht von vornherein zu einem hohlen Ei machen. Ist der Reichspräsi- dent erst erwählt, dann hat er die Pflicht darüber nad&n- denken, wie das Ministerium, das die Zeit er» fordert, gestaltet sein muß. Der Nat der Parteiführer wird ihm wertvoll, er kann aber nicht unter allen Umständen ausschlaggebend sein. Ter Ncichspräsident muß die Er- Nennungen nach eigenem Ermessen vollziehen, er darf nicht dloh der Beauftragte der Parteien sein, deren Macht immer noch groß genug bleibt, wenn sie nachher im Parlament, nicht aber schon im vorhinein im Hause des Präsidenten daS ent- scheidende Wort sprechen. Vielleicht, hoffentlich hat man in Weimar noch Zeit, diesen Gedankengängen etwas nachzugehen, und die Dinge. die durch Uebcrcifer ein wenig in Unordnung geraten sind, wieder in die rechte Neide zu bringen. Tie Partei, die den ReirfBpräsidenten stellen soll, und das ist in diesem Falle die Sozialdemokratie, hat jedenfalls das Recht, zu verlangen, daß ihr Kandidat nicht mit Aufträgen belastet wird, die seiner staatsrechtlichen Stellung nicht entsprechen. Es wird sich besser gehen, wenn man darauf verzichtet, alles zugleich machen zu wollen und hübsch eines dem andern folgen läßt, wie es ein geordneter Aufbau der Staatsgeschäste verlangt. Zcnttalrat unö Nati'onalverfammiung. Eine Erklärung. Blättern der Unabbiinaigrn sozinldrmokroti'chen Partei und hti Sporiolu-biindc« wird pegc» den Zenuattal der Vvilvurf erhoben, er babe durch die an die Nullonalvrisamnilriiig perichicie Kundgebung Verrat an den A.» und S.-Räten verilbt. stu dieser fatswen und unwahren Bedaupning benieilr der sieutialral da« Folgende:.Indem der Zcn ralrol die ihm irbeirragerie Gewair in die Hände der«Rationnlvasammlimg legte, hat er nickt»»r keinen Verrat dcrübt, er hat vielmehr, wie sick das für w i r k» kicke Sozialdemokraten von selb st versieht, die ihm vom Räretongreh oukerlegicn W e i i u n o e n in demo» krati'cher Weise b e I o I g t und damit der ruhige» Weiiereniwlckelung des Landes, die endlich e nmal deginnen muh.»ock Möglichkeit den Weg geebnet, der hier irr Bcrrackt kommende Velckiujz des Räte- kvugresseS lautet:.Ter LieickslougrcxderJl.-uud S.-NäieDeulicklauds. der die geiamie polinsch« Mackl repräieniteit. überträgt bis zur anderweirigcn Regelung durck die Nationalveriamrn- lung die gesetzgebend« und vollziebende Gewalt dem Rat der Boltsbeauflrogie». der Kougieh bellellt serner einen gen tro l- rat der illrbrter» und Goldaiemät», der die parlamcnrari'cke Ueberwachung de« deulicken und prcuhrscken Kabinetts»»«übt. Er hat da« Reckt der Abberufung der Vollebeauirraglen des Reick«« vnd— brS zur»ndaiiltigen Regelung der staarlicherr Verhälurisse— auch der VolkSbearifiragten Preutzen?.' Dr«.endgüliig« Regelung der Regiernngsgewalt und selbst- derständlich auch der diese tontrollierenden Körperickafi ist«acke der Rationalversammlurig geworden. Dielen klaren Sinn des Vefcklusses de« RärekongresleS wir» niemand d e r f ä l s are n können. Di» Arbeiter- und Soldatenräie Dernicklands werde» gewiß die von echr demokranickem Ge st diltierle Haliung ihrer Zentral« instanz. dre in der Rai oiialv-rsammlung die wahr» Berrrclung de« ganzen deulschen Volke« anerkennt, in übergroßer Mehrheit billigen. Rock ein Dort zur Einberufung eine« Kongresses der und S-Räte.— Die zentralen volitilcken.'lu'gaben. die der Zentral» rar im Namen der N« und S-Räte in allen RetckSangeiegeri- Helten zu«füllen baue, find nunmehr an die National- Verlammlung de« deuifcken Vol'r» übergigaagen. deren Wahl der Räielongreß selber beschlossen bar. Damit ist der Tätigleir der A.« und S.-Räre in den L a n d e« s a ck e n, die nickt Reichs- angeltgenheiien sind, noch kein Ende gesetzt. Dies Ende tritt vielmehr erst dann ein, sobald die neue RegelnUg der bier in Be» kracht kommenden Dinge duich die Nationalveriammliing oder die betreffende Landesvers ammluna eriolgt ist. wie denn auck der Zezilralrak ielber seine bisherig« Dätigleil in allen den preuhl- fcken Staat beirestenden Angelegenhellen bi« zur Neuregelung durch die Naitonolversammlung oder die vrrusztfcke LandeSverianimluiig fortsetzt.--«»sz-rdem gber gibt e» nock wichtige Wirtschaft» kicke Ansgaben für d�e Anreite, räre. Eick mir dieien zu befassen und die fernere wirrschanliche Täligkeit der Aibeirerräie in wirk- samer Weise vorbereiten und gestalten zu hellen, lönnie allerdings die Aufgabe eines zweiten Räte lon grelles fein. Gegen Hessen Einberufung hat der Zentralrat felbstverstäudlick anindsAtz« Tatgelft öer Zreihelt. Worte von Ficht«. Sm«sten Dage der Nationalversammlung fchlofz ein berükmie« Zrelwoit stickte« die erste Rede, d,» gehalten wurde: Ebert« EiöffnungSanipracke. und da« war ein starte» Augenblick. Denn der Grist von Weimar, nach alier Gewohnheit lurzbin mit den Namen Gaeihe» und Schiller» bezeichnet, wird durch stickie znluiifrskiibir ergänzt. strckieS iozialeS Deute» war für Deul'cklond ein ganz neuer geistiger Anfang, dessen au'flaniittendeS stener onck unsere Zerr wieder in ihrer innersten kiraj« und Herrlrchleir begreift. Ich red» für Deutsche sch'ecktweg. Von Deulschen schlechtweg, nichr anerkennend, sondern durcka»« der eile setzend und wegweisend all« dr« trerrnenden Unieischeidungen. welcke uiiielig« Ercrgniss« iert JaKrhundeiten in der einen Nanon gemackr haben.,. Ick er» blicke in dem Gerste, dessen Ausfluß diese Reden sind, die duick« »mander verwachsene Einheit, in der lein Gtied irgend eines andern Glied«« Sch cksal für»in ihm iremde« Schicksal hält, wenn wir nickt ganz zrigiunde gehen sollen,— ich erblick« diese EinHerr schon al« emstanden, vollendet und gegenwärtig dastehend. Wer mit Widerwillen und im Slreile mit seiner inneren Ainsterrri« dennoch nach der Wahihcri handelt, den bewundere ma» und preis« iernrn Heldenmut; wem e« innerlich llar geworden, der ist unserer Bewunderung und Verwunderung eniwacksen,»« rst in seinem Weien gar lein Anstoß Weiler noch Unbegreifliche«, sondern alle« ist die eine, au« sich selbst sorrflreßende. klare Quelle. Handeln, handeln, da« ist die Sache. Sa» Hilst un« da« bloße Wissen? Hlnsteben und klagen llber dal Verderben der Menschen, ohne «ine Hand zu regen, um e» zu verringern, ist werbrsck. Siraien und bitter böhnen. ohne den Menschen zu sogen, wie fr» besser »erden tollen, ist unfreundlich. Handeln! Haru>«tnl Da» rst e», wozu wir da sind. Auch ist e» unnrännlsch, mir Klagen über da« vorhandene Uebel »ine Zeit zu verlieren, die man weiser anwendete, um, soviel tu unseren Kräften steht, da« Gute und Schöne zu schaffen. ES ist der größte Irrtum und der wahre Grund aller übrigen Irrtümer, welcke mit diesem Zeitalter ibr Sv el treiben, wenn»in Individuum sich einbildet, daß e« iür sich selber da lei und leben und denken und wirken könne, und wenn einer glaubt, er selbst, dies« bestimmte Person, sei da» Denkende zu seinem Denken. Hierdurch wird auch widerlegt die Meinung, welch« noch In mancherlei Gestattca sich unter un» zeigt, daß«a» durch Em- lich nichts einzuwSnben. er wird im Gegenteil sobald wie möglich zu dieser Angetegenbei» Srellung nehmen. Zentral, a» der Deuticken sozialistische« Republik. Max Cohen. Wer hat üie Niederlage verschuldet! Hertling und die Oberste Heeresleitung. Der Satz in der Rede des Bolksbcauftragten Ebert, daß die Niederlage Deutschlands ans Rechnung des alten Systems komme— eigentlich die selbstverständlichste Fest- stellung der Welt hat die reaktionären Blätter in eine Art W u t r a s e r e i versetzt. Die Kriegsverbrecher, schuldbeladen wie sie sind, können eben nicht vertragen, dast ihre wunde Stelle berührt wird. Unter denen, die mit am nieisten über Genossen Ebert tobten, befand sich auch die„Tägliche Rund- schau". Sie wollte, wie die„Deutsche Tageszeitung" und „Kreuz-Zeitung", die Revolution für den unglücklichen Kriegsansgang verantwortlich machen. Aber ach, jetzt muß sie das Pech haben, selber den Beweis des Gegen- teil? ist, erbringen. Ztmschen der alldeutschen und der Zentnimsvresse wurde nämlich vor kurzem ein Streit geführt, der von der Behaup- tunss ausging, die O b e r st e H e c r c S l e i t u n g habe recht- zeitig die gefährliche Lage Teutschlands erkannt und noch unter der Kanzlerschaft deS Grafen Hertling zum schlen- nigen Friedensschluß geraten, Graf Hertling aber habe den Friedensschluß abgelehnt. Diese Darstellung ist von dem Sohne des verstorbenen Reichskanzlers auf daß ent» schiedenste bestritten worden. Hetzt behauptet aber die«Tag- sfich? Rundschau" in der Lage zu sein, die alldeutsche Dar- stellung zu beweisen. Sie schreibt: Tie Verharidlunacn haben am lll. und 14. August in Spaa stattgefunden unter Teilnahme der Obersten HeereSIeitung, de» Reichskanzlers und de« SlaatSsekretärS des Auswärtigen, am zweiien Tage unter dem Vorsitz Seiner Majestät des Kaisers. SS wurde gefordert, daß Friedensangebote durch ein« neutrale Macht gemacht würden, wozu Holland auSge» wählt wurde. Es wurde vereinbart, daß dieser Anregung Folge geleistet werden würde. Dir Oberste HrrreSlcitnng wie»«uf die Schwierigkeiten unserer Lage hin, die ssr voll erkannte, und befand sich in völliger llebereinstimmung mit dem Staatssekretär v. Hintze. Die Behauptung, daß sie erst Ende September unsere Lage erkannt und die Regierung zu Friedensschritten auf- gefordert habe, ist falsch. Dies« Darstellung hat starkes politische? Interesse, ober sse beweist noch etwas, wa? die„Tägliche Rundschau" wohl kaum beweisen wollte: Daß nämlich bereits im August 1918, das heißt ein volles Viertel« jahrvorAusbruchderRtvolution.dieleiten« den militärischen Stellen bereits den Krieg alsverlorenansahen. Tie„Tägliche Rundschau" hat damit Eberts Wort, daß die Niederlage die Schuld des alten System» sei, injeder Weisegerechtfertigt. wie Kundgebungen gegen ü!e Negiernng gemacht weröen. In Ar. ssl vom ö. Februar zitierten wir etne Meldung der „Freiheit", wonach der Soldatenrat Brieg beschlossen haben sollte, allen Anordnungen deS 6. Armeekorps den Gehorsam zu verweigern, weil dessen Soldatenrat„reaktianär" sei(b. h. hinter der Regierung Ebert-Scheidemann steht). Hierzu schreibt der Soldatenrat Brieg: Diese Meldung rührt von oinem einzetnen Soldaten. ratSmitaliede her, welches sie ihn« Wissen des Soldatrn» ratrs in die„Freiheit" lanziert hat, und gibt natürlich auch lediglich die Aufkafsung dieseS Einzelnen wieder. Wenn im Schlußsatz gesagt wird, daß der Brieger Sol- dotenrat sich veranlaßt steht, allen Berfikhungcn dct ll. Arme«- korp» di« Anerkennung zu versagen, so widerspricht da? geradezu den Tatsachen. Daß dem Brieger Solbatenrat jede Animosität den MehrheitSsozialistru gegenüber fernliegt, g-bt allein schon daraus hervor, daß er in vierwöchentlicher Agitalion in zwei stevlerlehen, Avsoudererungen. bloße erhabene Gedanke» und Spekula- tionen feiner Pspcht Genüg» lue. und aus»in» verdieustvollere Weif». Man tut ihr dann gar lein Genüge. Nur durck Handeln, nicki durck Schwärmen.— nur durch Handeln in und für dt« Gesell« sckast tui man ihr Genüg«. Kultur heißt Uebung aller Kräfte auf den Zweck der völligen Freiheit, der völligen Unabhängigkeit van allem, was nicht wir selbst, unser reine« Seibst ist. Niemand wird kultiviert, sondern seder hat ssck lelbss zu kalti- vieren. Alle« bloß leidend« Velbalten ist da« gerade Begenleit der Kultur. Bildung geschieht durch Selbsliätigkeft und zweckt auf Selbsnäitgteit ab. Dir Idee, durck ästhetisch» Erziehung die Menschen zur Würdig- krlt der Freiheil Und nnl lbr zur Freiheil selbst zu erbeben, iühtl un» in einem Kreiie beium. wenn wie nicht vorher»in Mutet unten, in einzelnen von der großen Menge den Mm zu erwecken. n:emonde« Heiren und niemande« Knecht» zu iein. Nur derjenige ist frei, der alle« um sich herum frei machen will E« ist nick! die Aufgab« der Zeit, einzelne groß«, wahre, tief» eingreifende Getonken und Ahnungen zu babeu, sondern Fieibeil vtS zur besonnenen Nunst. Klorbeil, feste und unveränderliche wissen- schaftilch« Form, die« ist die«ukgab» der Zeit. Die eckt deutsch« Etaa:Skunst will Festlgtett. Sickerheft und Unabhängigkeit von der blinden und ichwankenden Natur... Sie will gleich von vornherein und alS da« allererste und rini.ie Glied einen festen und gewissen Geist. Dieser ist für sie die au« fick selbst lebend« und ewig bewegliche Triebfeder, di« da» Leben der Gesell- ichait ordnen und fortbewegen wir». Diese« ist da« einzig mögliche GlanbenShetenntni«: fröhlich und unbefangen vollbringen, wa« jedesmal Sie Pfllch« gedeat. ohne Zweifel» und Klügeln über di» Folgen. �ohn Naskin. John Ruskin, der englische Kunsterzlehe« und Sozialdenker. wurde heute vor hundert Kahren geboren. Er war ein großer An- reger, dessen Idten ausstiegen auS der Auflehnung einer gesunden, tiefen Natur gegen die Wirkungen de» unsäglich platten Geld« naturaliSmu», den der Sieg der gabrikiildustri« zur obersten Macht in der englischen Gesellschaft geführt hatte. Was RuSktn zur Heilung vorschlug, wollte au» dem Innern der Persönlichkeit her- vor sozial bessern. Einen Sozialismus, der da» Eigentum angriff, lehnte er ab. und er ging dabei von der bürgerlichen Angstvor- stellung au», daß geteilt werden sollte. Aber der industriellen Produktion, die sich auf Verwüstung der arbeitenden Armen auf« baute, sckärft« er. von religiöser Eihik durchglüht, ihre menschlichen Pflichten ,i«. fr haßte die Maschinen al» die Nrbebrrinnen tnl- turfriti um Gaglaad paa dem zrauea ibfli Landkreisen mit zum Teck großen äußerlichen Schwierigkeiten für die Liste der Mehrheitssozialisten gearbeitet hat und daß im Kreise Brieg kein» uaabhSngtte Stimme adge- geben wurde. Diese Erklärung wirft wieder eiittna! ein bezeichnendes Licht auf die Propagandamethoden gewisser Linksradikaler. Einzelne Leute werfe« sich au» eigener Machtvollkommenheit zu„Vertretern" von ganzen Körperschaften auf, die ihrerseits wieder Hundert« oder Tausend« von Einzelpersonen vertreten. So täuscht man eine Masse von Anhängern vor, dl« in Wahrheit gar nicht existiert. die neuen Kriegssteuern. Atgabeu vom Mchreinkommcn, Vermöge» and Vermögenöznwachö. Die sogenannt« KricgSgewinnbesteuerung soll jetzt ihr»«ndgül- tlge Regelung durch zwei Gesetzentwürfe finden: durch den Entwurf eines Gesetze» über eine außerordentliche Kriegsabgabe fürdaSJahr 1919 und durch den Entwurf»ineS Gesetzes über eine Kriegsabgabe vom VermögenSzuwachS. Der erstgenannte Gesetzentwurf bedeutet im wesenttichen eine Wiederholung des Gesetze» über eine außerordentliche Kriegsabgabe für da» Rechnungsjahr 1918. Dieses Gesetz sieht vor, daß die Einzel- Personen eine Abgabe vom Mehreinkommen und eine Abgabe vom Vermögen zu zahlen haben. Al» Mehreinlommen gilt der Unterschied zwischen dem Friedens- und dem KriepSeinlommen. Als Frieden Seinkommen gilt im allgemeinen da» fteucrpflichlig« Ein- kommen für das Steuerjahr ISIS, und al» KriegSeinkommen da» steuerpflichtige Einkommen für das Rechnungsjahr 1918. Ter jetzt vorliegende Entwurf hat dies« Bestimmungen übernommen, nur mit dem Unterschied, daß als Kriegseinkommen die JahreSvcranlagung für das Rechnungsjahr ISIS gilt. Dt« Disferenz zwischen Friedens- und KriegSeinkommen bildet da» abgabepflichtig« Mehreinlommen. Wie im Gesetz für 1918 soll auch nach dem Entwurf für 1919 ein Meheeinkemmea bi» 2999 Mark Sbzabefrt! bleiben. Ferner ist vorgesehen, daß al» FrledenSemkommen mindesten» ein Betrag von 10 009 Mark gilt. Hat also jemand im Jahre lg14 ein Ein- kommen von 690V M. gehabt und wird er für da» Rechnungsjahr 1919 mit einem Einkommen von Ist 999 M. zur Einkommensteuer veranlagt, so beträgt da» nach dem Gesetzentwurf über eine Krieg»- abgab« abgabepflichtig» Mebreinkommen nicht 9909 M., sondern nar 2900 M. Denn einmal bleibt die Differenz zwischen 6009 bit 10 900 M. unberücksichtigt und weiter sind die ersten S090 M„ wie schon oben gesagt, abgabefrei. Di««bftabe vom Mehrelnkommen betrögt für bi« ersten 19 000 M. de« abgobepflicktipen Mebreinkon mcne 6 Proz„ iür die nöSsien onfelangenen oder vollen 10 090 M. 10 Pror, für die näcksten 80 000 M� 20 P,oz.. 60 000 J». 80 Proz., 100 000 M. 40 Vro,.. für die weiteten Beiraoe 60 Pivz. Der töchstr Abgoieiatz »»» 5,9 Peez, würde olto lür drn Teil de» Mehrnntvmmni» Platz greifen, der über 8 00 000 M. biiiauS-ebl. Di« Abgab« von Vermögen ist gleich'allt dem Gefttz für 1918 nachgebildet, nur mit dem Unl«rckiede, daß die Abgab» nickt noch dem V«imögcn»stand» vom 81. Dezember 1919, sondern nach dem vom 81. Dezember ISIS berechne» werden soll, wöbet die «M'vreckeuden Bestimmungen de« Besitzsteuergeietz«« Platz gleiten. Hinsickilich der Abgabe von veimögen ist inde» ein»ichliger Vor- behalt zu machen. Kommt nämlich, wa? al? sicher anzunebmen ist die große Vermögensabgabe, so würde die verbäliliiSmäßlg tletne, di« der Euiivuif eine« Gesetze« über eine außerordeuiliche KriegSabgabt lür da» Reckniingejabr 1919 vorsteht, nicht er» hoben werden. Aber auch, wenn di« tlein» VermögrnSadgal e zur Turch-übrung kommen tollte, i» werden die Vermögeu»in nicht ir ehr alS 100 000 Mark von der Steuer belreit fein. Erst wer mebr al» 190 900 Marl Vermögen Hai. wird abpabepfTchiig und muß für dir etilen 200000 Mark 1 v. Tausend zahlen, iür die nächsten ange- kangenen oder vollen 600 000 Mark 3 t». Tausend, für die näcksten I Million Mail» v. Tausend und iür die weckeren Beträge 6 v. Tankend 200 0(0 M. 1 v Tausend zoblen, für d>» näcksten an- gefangenen oder vollen 609000 W. 2 v. Tausend, lür di» nächsten anaefangenen oder vollen ÜOOOOOM S V Tauiend, fllt dt» nächsten 1 Million 4 v Taii'end iird kür die Weiler«» Betinae 6 v Tausend Einerlei erlöst wissen, in da» e» versunken war. Gr wollt« dem Leben Lickt und der Arbeit Freude»robern. „Fordere dein Recht, gespeist zu werden, aber noch nachdrück. licher mache dein Recht auf Heiligkeit. Vollkommenheit und Rein- heil geilend." Diese» Wort war in bezog auf da» Arbeitervolk gesprochen, und gegen die bürgerliche Deick die mit Abscheu von den rohen Arbeitern sprach, ging RuSktn» Wort:„Sie mögen so sein, wie ihr sie schildert, ober wenn auch, sie sind doch Nock heiliger al» wir. die wir sie soweit haben kommen lassen." Drnn e» sei so:»Ter Reiche verwehrt dem Armen nicht nur Nahrung, er per» li�brt ihm auch Weisheit. Tugend und Selipteit." In dem Buch: „Diesem Letzten", da» 1569 erschien, forberte RnSkin angemessen« Bezahlung de» Arbeiter» und er meinte dadurch würde dem Armen ermöglicht, eine höhere sozial» Stute zu erklimmen, und zugleich würde die verderbliche„unmittelbare Macht de» NeicktumS abge- sckwäckt". Er selber gab die 4 Millionen, die er geerbt hatte, für wohltätige Zwecke von stch. Er gründete eine St. GeorgS-Gilde, die seine sozialen Ideen von Schönheit und Grsundhert verwirklichen ivllie. Durch Arbeit sollt« da» Leben zur Blüte der Kunst empor» sprießen. William Morris. Ruskin» tateifriger Fünarr. de» griff, daß e» notwendig fei. zur Eriüllung der Lehren feine» Meister» zum SozialiSmu» fertzusck'reüen. und biesen Weg ging mit ihm Walter Erane, der den soziaiiftiichen Wettideen ftl so vielen begeisterten Zeichnungen gehuldigt bat. In Teutschland gelangten Ruskin» tunstreformeriscke Ideen zu machtvoller Bedeutung, al» seit den neunziger Jahren die Reform de» Kunstgewerbe» schnell siegreich vordrang. All.», wa» wir an neuer Kunst de» Wohnen» und Siedeln» seit der Jahr- hundertwend« erl bten. wurzelte In der Arbeit Ruskin». Wenn dieser Mann die Welt von der verwüstenden Nebermacht der Ma» ichine freimachen wollt«, so ging dtefe neue Zeit in Fortbildung seine» Ziele» nun daraus au», die Maschin« zur Lualftät»arbei! und so zum Kulturmittel auf de» Bahn zur Verschönerung de» menschlichen Leben» zu entwickeln. eck. Nötizea» — Theater. Rvkf Gunold vom Lesssngtheatcr ist dem Ressdenztheater al» Regisseur und Darsteller verpflichtet worden. Baleska Gert vom Deutschen Dbeater wird am 41. Februar im Blüthnersaal Grotesken und Karikaturen tanzen. — M u f> l. In dem am 9. ilalisiiidendrn Sonntagslonzen de» BlÜtbner-Orcheftei« wird u. a.„Pompeji" von Paul Ertel. Ge'anq der Rheinlöckter au».Gött-rdäinmerung" für 8 Frauenstimmen und Derzeit au»„den lustnen Weibern von Wlndkor' von Nicolai o«. boten.— Da» 9. Tstornberg-Konze« mit dem Blüthnnwrcheff« am 14. Februar beginnt bereits um �48 Uhr. --- Vorträge. Die letzt, Wiidcrhoiung dr» Bibel. Homer- Hölderlin-Gortbe-Abend« von Iren« Driesch finde» a« 16. Fe» bruar, abend» 7% Uhr. im Bcchsteinsaal statt. —„Hoch Empor." Unter diesem Titel erscheint im Vertag Kiepenhcuer, Potsdam,«ine Anthologie radifaler Strophen von Johanne» R. Becker. Albert Ehrenstetn. Walter Hafenclever. Lud» wig Rudiner. Franz Werfet. Klfre» Wolfenstela. Paul Zech,«ta» ytUOM durch«■ ftmuMl m Kwai•«ich RfiUM. ftonftirn sollen Mick Ml©ifillfÄoftin Mm Abgab» zahlen, uns zwar als festflcreinn de» b. Kiugspistlllissihres, das in de»«don bieder üdlicben Weit» trsigeiielli wird. Während naib dem Gvies oder ein» oukerorvr»»li»e 5liieg?abgade für das Recd« nuiioeiahr ISIS d>e bv»ii» Abgabe der Geiell>«dasie» vom Mehr« niw'nn«u Proz. bettun, ist sie in dem Sminnit« ffit 191» mit et» Pro,, voraeseben. All» Mehrgewinne Kdci I ODO ODO M. zahlen 80 Proz. Krieg? siener? für qei>Ng«re Gewinne find Ermäßigungen um 10 bis bO Pro,, vorgeieden. Eine weiirre Kriegtgcwiiinbesteuerung kommt sllr Gcskllkrbnktln niibi in Pciialdl. da.irgcn find« dle Kriegsgewinnlesleueiuin, de? Einzclpelkonen eist ihr n Abtriluß durch den oben« erwähnien rwe'ien Geseyeniwurr über eine Kriegs- abgab» dam VermögenSzuwacks. SZacki diesem muh der in der Zeit vom 31. Tezemder 19i8 bis zun, 81. Dezember 1018 erzielte?eimögens,uwcilbS s e b r doch ver- sieuerl werden, ttie Abpabr>äve bewegen sich nämlich zwitchen 10 und>00 Pro,. Iii»! e.bgadipfl chiig ist ein Vermögens« z» wachs bis zu 3000 Marl. Wer 13 000 M. Beimögens» zuwach» bat, bei dem werden 10 000 Di. abgäbe» flichtin, und fltr diese 10 000 Vi. soll die Ab..abe 1000 Dt. betragen. Wer einen obaabelfl chi'gcn VeimLgeiis,uwachS von bO i OO M. au�uweiien hat. musi davon lObO» DI., wer 1(0000 Dl. obgaberstichtipen Primvgen».«wachs bat, muh 80 500 M. abgeben. Pe> Li 0 000 Dl. avpabepfl chiige» Peimögens-uwarls beträgt die Steuer bereits ZOO MX) M. Jim übrigen ist die Abgobepflicht ton« fiiuieri.»ah niewend»on seinem abgäbe» fiichtigeu Vcr«ö.,rns- zuwach» mehr alS 10Z»00 M. behalten tan». Man tan» damit rechnen, dah gegen die in den be'den Beteh- eniwürten voroeseheiien(oben Eieueiiätze von den kovita« liitisch»» JZiitereisentrn träktig Eiurm gelait'en Wird Aber die Finanznot de« Reiches wird fiärler sein und einer gerechten Eikueipoitiit. die die Losten den starken Schultern aus« kädt, zum Siege verhelien.__ �rbeitsunluft im �okomotivbauZ Di? sachlichen Hindernisse. Ein Lokomotivftihrer schreibt UNS: In bürgerlichen Zeitungen wird oft darauf hingewiesen, dah in den Eisenbohnwerlstätten seht weniger geleistci wird und immer mehr Maschinen repa- raturbcdiirftig werden, obwohl mehr Leute wie früher da« de- schästiat sind. Die BlStler führen das auf die Unlust und Arbeits- müöigteit der Avbeiter zurück. Einige Beispiele sollen di« wahren Ursachen dieser angeblichen Arveitsunlust illustrieren. An der Keucrbuchs» der Lokomobioe wurden früher die Robr« MitKupserringen abgedichtet, setz« mit S i s« n r i n g« n. Natürlich rosten dief« in ganz kurzer Zeil durch und die Maschin« ist reparalurbedürslig. Diese Reparatur ist«ine der am schwersten auszuführenden. Dabei sind die Ahdichiungen nur klein« Kupfer» ring«. Sollt« wirtlich für so wichtige Zell« nicht da» genügend« Tupfer übrig feint Ter Mehrwert an Material wird durch die Ndnahme der Ncporaturen �e'nsach aufgehoben. Ebenso sind die Wasserschläuche, die vom Tender zur Lokomo» t'p« führen, setz! von Papier, früher von Gummi. Natürlich isr die Haltbarieit dieser Schläuche ganz minimal. Da» Au»- wechseln dieser Schläuche nimm« mehr Zeit in Anspruch als srüher, so dah �wei Mann ziemlich 8 Stunden zu tun haben. Keüva waren auch Schrauben in jeder Auswahl vorhanden. Jehl muh eine Schraube erst für besondere Zwecke hergerichtet Verden, so dah die Unkosten auf ein vaar Mark kommen, was früher P s e n n I g e kostete.— Tann sind die L o k o m o t i v- schuppen in ganz mangelhastcr Persassung. Sie sind so ringe- richtet, wie st« vor 30 Jahren gebraucht wurden. Tie halbe Ma» schine steht manchmal au» dem Schuppen heraus. Es lann daher »in Torwzg zugemacht werden, kein Lfen brennt, so dah hierdurch dt« Pumpen, die den Kessel speisen, einfrieren und die Defähe platzen.... Durch da» schlechte Ctl laufen die Achsen und Stangen. tnger warm, wa» ein ÄuSgiehen der Lager und ein Abdrehen der Schenkel erforderlich macht. TaS sind nur einige Beispiele. Man könnte leicht noch mehr anführen. To» sind Scmmnifie. die nicht aus die ArbeitSunlust zurückzuführen find. Tie Mihstimmung der Bürgerlichen auf die Arbeiter ist bekannt. Hier in den Betrieben find es aber gerade die Bürgerlichen, die den ArbeitSvrozeh verlangsamen. Ez lausen hei der Bahn soviel RegierungSräte»nd technische Beamte herum. Soll'« denen die jetzig« Arbeitsmethode unbekannt sein ober sollten st» für ein« so wichtig« Sache, wie die PcrkehrSgelegenhtiten. nicht Material heranschafsen und eine praktische Arbeilimcthode einführen können?— Können sie da» nicht, so bekleiden sie ihre Stellen zu Unrecht und Müren tüchtigeren Leuten Platz machen, oder aber. kennen fi» diese Mihständc und tun sie nicht» dagegen, um die jetzige Regierung tu Mißkredit zu bringen, dann muffen fi« erst recht weg.__ tze matscbutz und polnische Geistlichkeit. Ter Erzbischof don Gnesen-Posen. Dr. T a l b o r, bat ein« Beruhigungserklärung an die Geistlichen seine« Be- zirks erlassen, au» der hcrvorgeh:, dah von Soldaten de» Heimat- schütze?»in polnischer Pforrrr erschossen»nd fünf Geistliche in die Gefangenschaft abgeführt worden seien. Dazu ersabren wir, dah der Pfarrer das unglückliche Zu- f a l l s o p k e r kinel Kampfe« geworden ist. Welche Gründe zu dcr Bebastung der Geistlichen geführt haben, Ist noch nicht f e sl z u st» l l e n. Leider aber ist«» eine Tatsach«, dah vielsach polnische Geistliche sich nicht nur mit Worten, sond rn auch durch die Tat dem polnischen Vorgehen angeschlossen haben. Kirchenfltten in Pommern. Leffcntliche Feststellung Ver Iungfranslhast. Da» Grimmer llrei»- und Wochenblatt, amtliches Organ de» Kreise« Gnmmen. vom» Januar verösfentiicht einen kirchlichen Veiicht. worin e» heifjl: Kirchliai gerraui wurde»>8 Paare, unter dielen branden fi* 6 Männer und 3 Frauen, welche zum zweiten Male getiaui wurden. 18 Bröui» trugen den sungsräultchen Ehrenschmuck. 2 von denselben mit Nniecht. Wir wissen nicht, welche Mittel die Geistlichkeit von Grimmen an der Hand bat. um festzustellen, od eine Braut den jungfräulichen Ehrenschmuck mit Neckt trägt oder mit Unrecht. Aber da» wissen wir ganz bestimmt, daß solche Schamlosigkeiten nicht in amtliche Blätter gehören. Eugen Richter» Auferstehung. Eugen Richter, der Verknffer der.Bilder aus dem Ziituniisiiaat' und Paier der Svaragne» ist an» den, Grave auierstanben und ichreibi unier dem Nomen ll Förster, Bernburaei E>r. 19, Flugbläner gegen die Kozial- bemotrane. E» erzädU uns darin, gon, wie vor 30 Jahren, dah im.-iukuiikiostaal da» Familieni ben aiifbön. die Eh« mit seckiS- tvätd'ger Alliidigunq grcblosscn wird, die Kinder vier Nocken nack der Geduri in staailick« ErziebuNgsanstalten kommen, der Faule ebeni« viel erbält wie der Fleibig» uiw. Gedrucki hat den Wück der.Reicksdot»' und wer einen braunen Lappen in den Rinnstein legt kann 100 000 Piück dte't» Fluablatlrs erhalten. Engen Richl« ist uu sterblich— so lang» dt« Du«»« nicht«a» werden l GroßSerlln Was der Llrzt verschreibt, sollte eigentlich dem Kranken ungeschmälert und ohne Auschub ge- währt werden. Wenn ein Arzt stärkend« Rahrungsmittel derichreibt, z. B. Milch, Gries, Haferflocken usw.. behäst dir K r a n- ke ii crnädrung» stelle sich die Entscheidung vor. Dah sie meist dem Kranken weniger zubilligt, als fein Arzt für nötig hält. erklärt fich aus dem noch immer andauernden Mangel on Rah« rungsmitteln und der grohen Zahl siärlungsbedürstigcr Personen. Warum al-er muh nur z» oft der Kranke, der doch die ihm verord- ncte Stärkung gewöhnlich sofort nötig Hai, ganz unbegrelf« lich lange aufdt» Entscheidung warten? Bei der Charlottenburger Krankenernährungsstcll« hatte eine Mutter für ihre 814 Jahre alte Tochter, di« noch Bronchialkatarrh und Lungen- spitzenkatarrh von Tuberkulose bedroht schien, ein ärztliche» Attest eingereicht, das fi, Liter Milch sowie Gries und Haferflocken ver- ordnete. AI» sie nach einer Wartezeit von Z Wochen mahnte, muht« sie all« Angaben wü verholen und erhielt dann den Bescheid:..ES wird zugeschickt." Kack weiteren 8 Tagen ging sie wieder zur KrankenernährungSstelle. mahnte nochmals und follte wieder mit den Worten.ES wird zugeschickt" vertröstet werden. Tie be- herzte Müller, die schon Unglück genug mit ihren Kindern gehabt hat. lieh sich jetzt nicht mehr abweisen und setzte durch, dah ihr nach längerem Verweilen die bewilligten Karlen misgehändigl wurden. Bewilligt war freilich nur Gries und fi Liter Milch. Als sie aus die wiilergebende Forderung de» eingereichlen Attestes hinwies, erhielt sie die Antwort:„Von unserem Arzt ist nur da» bewilligt worden." Mit Recht wundert sich die Mutter darüber, wie man plötzlich die Entscheidung des Arzte» beschafft haben mag. Oder warum Halle man, wenn sein Gutachten schon vorlag, die Frau nochmals mit dem Versprechen der Zusenoung abfertigen wollen. Wer weih, wie lange sie da wieder noch hätte warten müffenl Schnellste Er« l« d i g u n g solcher Anträge ist da» mindest«, wa» don der Kran- kenernährungsstell, gefordert werden muh. Nach Iii Jahren. Di« Städteordnung de» Freiherr» d. S t» i n, die am lü. No- vcmber 1808 in Kraft gesetzt wurde, gewährte für die Wahl der Gemeindevertretungen allen männlichen Bürgern, deren Einkorn- mcn eine bestimmte Höhe erreichte, da» gleiche, geheime und direkt« Wahlrecht. Da» war für dl« damalige Zeit ein gewalti« ger Fortschritt. Auf dieser Grundlage hätte sich mit Leichtigkeit ein wirtlich demokratische», von jeder Einschränkung befreite» Wahlrecht für all» Staatsbürger entwickeln lassen. Dah die» nicht geschah, ist Schuld der bürgerlichen Partelen, die für da« Recht de» ganzen Bolket niemal» etwa» übrig hatten und fich nach 1848 don den geringen Rechten und Freiheiten de» Volke» ein Stück nach dem andern emreihen liehen. Lei» dem 80. Mai 1858 gilt für die östlichen Provinzen de» preuhischen Staate» ein« Städteordnung, die alle Porteile der Steinschen Reformgesetzgebung aufhob und da« infame Drei« tlassen-Wahishstem zur Grundlage der Gemeindeverwal« tung machte. Seitdem war da» Wahlrecht der Bürger nicht mehr gleich, sondern nach dem Geldsack abgestuft. Dt» Wahl war öffentitch; infolgedessen war e» den aus die Gunst de» Publi- tum» angewiesenen Kausleuten und Gewerbetreibenden, wie den von ihren Arbeitgebern abhängigen Angestellten und Arbeitern nicht mehr möglich, nach ihre» Herzen» Meinung zu stimmen. Mindestens dir H ä l f t e der Stadtverordneten muhten Hau»«undGrund- besitze« lein. Ter schlimmste HauSagrarier, der übelste Grund» stückSschieber genoh sechs Jahrzehnte lang da» unerhörte Vorrecht, die städtisch« Verwaltung seinen Klaffeninteressea dienstbar zu machen. Und diese unerhört« Entrechtung de» Volke» hat das liberale Bürgertum nicht nur Jahrzehnte lang geduldet und für fich auS- genutzt, sondern fich auch jedem Versuch einer Verbesserung de» Wahlrechte» feindlich entgegen gestellt. Erst die Sozialdemo- k r a t i e bat dem preuhischen Volke sein» alten Freiheiten wieder- gegeben und wertvolle neue Rechte hinzugefügt. Nach III Jahren ist von der auS der Novemberrevolution geborenen sozialdemokra- tischen Regierung da» gleiche, geheime und direkte Wahlrecht wiederhergestellt worden, und ausserdem ist da) Wahlrecht allen Staatsbürgern, dir da» 90. LebenSsabr vollendet haben, also auch den Beamten und vor allem den Frauen, verliehen worden. Damit ist der Weg freigemacht für eine neue Zeit. Sache de« Volke» ist e» nun. von den neuen Rechten den richtigen Gebrauch zu macken und durch die Dahl wirklicher Volktvertreter da» Eindringen«ine» neuen Geiste» in die Ge- meindeverwaltung zu sichern. Deshalb: Am 98. Februar kein» Stimme den Feinden de» freien Wahlrecht», den Nutzniehern der Dreikiassenwahl. der öffentlichen Stimmabgabe und de» HauSbe- sitzerprivileg» und all» Stimmen der Sozialdemokratie! Neue GnspreiStrhöhunq in Gicht. Bekanntlich haben die Gemeindeverwaltungen in der letzten Zeit fast allgemein die Ga-preise erhöht. Die Erhöhung war ganz verschi den. so dah heut« von den einzelnen Gemeinden dl» ver- schledensten Preis« erhoben werden. Die Groh-Berliner Kommunen sind jetzt zusammengetreten uno beraten über etne einheitliche F st- setzung de» Gaspreise», die man allgemein auf 35 Pf. pro Kubtt« meter erhöhen will._ Jlufililattverbrcikung. Merzen, Senate« früh 8 Ntzr. F l u g b l a t tv e e- breitun, für den Ltadtkrei» Verlin Lokal» sieh» stenti,» M»r,rnau»»abe. ftmuemnorb In vranienbvrg. Beim Schlittschuhlausen enldecklen am Freilag Schulkinder au» Oranienburg die unter dem Ei» de» Kanal» liegende Leiche einer Frau E» stellt« sich herau», dah e» fich um di» au» Oranienburg stammend« Ll-jährigr Frau Martha Grünberg. di« Ehefrau eine» dort wohnenden.Gelegenheitsarbeiter»" han» delle. Die Leiche, die im Ei» gut rihalten war. wie» Schnitte am Hol» und eine Stichwunde in der Brust auf. Daraufhin wurde der Mann der G. der schon seil längmr Zeit unter dem Per- dacht stand, seine Ehefrau beiseite geschafft zu haben, verhaf'et. Frau Grünberg war seit dem 18. Dezember verschwunden, und zwar unter Umständen, die aus etn Verbrechen hindeuteten. Grünberg. der fich alt Fahncnslüchtig.-r schon sett etwa einem Jahr in und bei Oranienbuig umhergetri ben hatte, mihhandelte seine Frau bei jeder Gelegenheit und äussert« wiederHoll zu Nachbarn, dass er ihrer überdrüssig sei. In der Noch! vom 18. zum 19. Dezember fand wieder ein Streit der lfbeleut» statt Gegen Morgen bemerkten Nachbarn, dass Grünberg mit einem schweren Sack daS Hau» verlieh und sich nach dem Kanal entfernt«. Schon dama!» tauchte der Verdacht auf, dass der Mörder sein Opfer in» Wasser geworlen habe. In der Trunkenheit erzählte Grünberg dann wiederholt, dass et sein« Frau erstochen und beiseite geschafft babr. Er wurde nunmehr von der Oranienburger Polizei verhaftet und na* Berlin gebracht und dem Staatsanwalt übergeben Tie Ob« »uktion der Ermordete» findet u» Laus« de» heutigen Tages statt. Ein Hnngeratteft—1 In der Krieg», eil mit ihrer Rationierung der Nohnmgömitiel und mancher anderen Dinge, die der Mens» zum Leben brauch» hat da» ärttliche Aties:«ine ungeatnte Beseuiung erlangt Für Kiank«� die läglick ihre paar Suliick Milck trinken wollten, wurde voige« ichriebe, i, sich durch den Arzt bescheinigen zu lassen, dah fi« bis Milch nottg hallen. Wer neben seinem Eliitermantei au* einen Sommermamel ,u haben wün>chl», mussie durch äiztliche« Attest den Nachwet« erbringen, dah ihm zur Verhütung von tlrantheit de« Sommermantel unenibchrli» war. An lolche dur» die Rot der Zeit qeboienen Paificktsmanregeln erinnert uns ein Vortominms. da» wir au« dem Staniliichen R e> ck< a m t ertohren. Dort ist� w« bei den meisten Behörden, duichgedeiide Arbettszeit«ingesührt. Em Beamter ball« den Emiall. sein Bureau während der Dienst st unde» zu verlassen, um in einer beuachbarten Wirtschoit»in kleines Mahl einzunehmen. Als das dem Präfidenien des ReickSamte» bekannt wurde, veiwies dieser dem Beamten lein Verhallen als unzulässig. Nur aus Grund eines ärztlicher» AlteileS könne ihm eilaiibt weiden, zu jenem Zweck aus kurz« Zeit da» Bureau zu veilasseii, erlläri» ihm der Herr Präsident. Was(oll der Ar>l otiestteren? Soll er schwarz aus weih de« > äligen, dah im Magen de» Hcirn io und so sich»m die Mittag« siiinde eine Leere beniertbar zu machen pflegl? Bei den kläglichen Einähruiigsveibälmisseu dmi man da» dem Beamten«nd un» allen auck ohne Attest glauben. Das milgeiiommene Stullenpaket lsi ja gewöhnlich io mager, dah es nicht lang« vorballen kann. Im Aittchlnh an dle' es Erlebnis des ehlnstigen Beamten wird in den Bmeau» de» Reichramt» darüber gesprochen. dah»in paar Geheime NegierungSräle regelmässig wäbrcnd der Bureanzett fich ausserhalb ibrer Bin eau« satt«sien. Es wiid die Frag« auf« oewoifen, ab auch sie«m Hungeraiiest beibringen müssen. Der Präsident soll dem Beamien, der sich aus dies« Gewohnheit der be den Herren berief, geantwortet haben, für st« gelt««in» andere Dtenstvorichriit._ Tie La« in den Kohlenrevirre«. Di« Nachricht von der Beendigung de» Bergarbeiterstreiks in Oberschlesien berechtigt leider yoch nicht zu der Hofsniing, dah fich die Kohlenversorgung Deutschland» nunmehr baldigst bessern werde. Tie durch di« umfangreiche Abgabe von Lokomotiven an dis Entente hervorgerufenen Schwierigkeiten machen sich immer mehr fühlbar. Diese» zeigen folgende Zahlen au» den beiden gröhteu Steinkohlenrevieren. Pom Moniag, den 8. Fessriiar, ist im rhtinisch-westfäli« s ch e n Kohlenbezirk die Eisewliahnwagengcstellung, die im Ver- gleich der letzten Woche die günstige Ziffer von 18 100 Wagen auf- wie», im Lause der Wach« ständig bi» auf 12 550 am Freitag, den 7. Februar zurückgegangen. In O b« r s ch l« s i e n ist ein« Ab- nähme von SaOS Eisenbahnwagen am Montag auf 3097 am Freitag zu verzeichnen. In den besten Zeiten während de» ftleoe» kaben die Wagengeste lliingsziffern für Westfalen etwa 25 000, für Uber- schleslen etwa 12 000 Wagen täglich betragen. Aussichten auf baldige Besserung dcr trostlosen Verhältnisse sind zurzeit nicht. Für die Neurrgelun, der Kommando, ewakt. Dcr Beschluß de» vor einigen Tagen in Berlin gebildeten N«ich»-€oldalenrale», die von der Regierung, zusammen mit dem Kriegemlnisteriunr erlassene Verordnung, betreffend die Neuregelung der Kommandogewalt, al» nicht bestehend anzilsehen, hat auch in der gestrigen Sitzung dl« Spandauer Soldalenräte beschäftigt. Da» Gardc-Fuh-Arlilleri«- regiment hat erklärt, dah es die Verordnung der Regierung in vollem Umfange anerkenne. Infolgedessen kam e» in diese« Sitzung des Soldalenrale» zu heftigen Zusammenstössen. Ter Vorstand des Spfindauer Soldatenrates versuchte aus da? Regiment Einsluh au»- zuüben, doch verbaten sich die Soldalenräte diese» TruppenleUs«ins Einmischung in ihre internen Angelegenheilen energisch. Dcr Soldaten- Rat de» Admlralftabes der Marine und des RcichS-Marine-Amt» zu Berlin muhte infolge Eltranturig zweier ferner Mitolieder neu gcwäbli weiden. Bei de» am Donnerstag durch Tttnimieiiel rriolaten Neuwahl ergab fich das«rsieiiliche Er» gebn S. dah die fast 1000 Mann Marineangeböiigen in Berlin ge« icklossrn hinler der Regierung und der Naiionalversamnilung sieben. Die Kandidalen der äuhersten Linken lSparialu» und II. S. P. D.I. kür welche eine grohzügig eingelriiete Propaganda unter den Soldaien gemachi winde.» r d> e l t» n nicht einmal Stimmen geniig, um wenigsten» als vertrauen»« leuit a»S der Wahl bervor,»geben. Die linitraditalen Elemenie find att'o auch bier unierlegen: da» binderi fi« ober nickt, die Klappe a»forwürl».t>u»vruck«rel IM» ■attaaSoaUaU Vau, Cinaa iL So. In Dnlla. gmdsnliratz« 8. Geschlechtskranke »erlangen im eigene» Imereffe. um sich vor minderwertlaen Heilversahren zu schiiiiem meme aukklärenden Broschüren aber fficfchlechtstrnuichejtt'n(Trixper, sonstige Harnleiden, Syphilis, Piutuntersuchungen usw.), wirkunasvolle und werivoll» Heil» versahren in verschlosseneni Kuvcri, Preis l üli., sauswärt» IL» A.)! ebenso in den Sprechstunden erhältlich. Weitere mündliche Auskunft kostenlos, Ullli* Spezlaiarzt Dr. med. Karl Reinhardt, Berlin, Potsdamer Str. 117, an d. Lützowstr. Sprechstunden: 2 mittags und'/j6—-'/jlO abends, _ Sonntags 1.__ SilkKl« Dr. mcch. 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