|tr.75. 36.3nl|tB. BezuqSvreiS« WtdttiUrl.-XHl. monaü.aSBBt ncltni öcmf ooraus,av bar iin�kw» Summeen 10«leimig.«!>>lde«»lg! «ionailidi i2ö Ml., er 51. Zullellung«. zedlUn. lliuer»reu-band-Ol Deutsch- and u. Lelleirclch-Ungarn«,60 Ml, üt 6a4 übr-ge llueland 9.50 Ml. de, Sgltch emmallgri.iuuellung 7.50 Ml. «oilbeueuunaen nebmen m Dane- Morl. Holland Uurcmoura. Schweden und die Schwell älngetiaaeri ln dl» Soll-.elrundd- lrei-I lle. Der.Sorwartt' erlchenil wochenrügllch zweunar-ounlag. eiliMu-, k«l»aramn-->ldrrsln .»„lutdewotra,«er.tn�, Abend-Ansgabe. Oerlinev Volksblati. (iBPfennia) S!n,etgenvreiSt Die achtgeivalienc Slonvareillelell« loliel l« lifg. ,Ztleii-e Oinaeige»*, dag•rttoedruiicSorilO'Jirg. ruläsflg t letlgedruiNe Ifcoric), iede-. w eiler« Bot: 20«fg. Slellengrluche und kchlaillellenanzelgen das crue Bort M L-g..!ed»« wenerc Bon iö Ps� Barle über>b Buch-iaben zähle' lllr ßw«> lSortc. teucn>ng«zuichlag 70°,» Kamllien-Anlclgcn, oolllliche und Bewerltcha-rlich« Vereins< Sii.zeige» SO big. die.'ie-Ie«nleigcn-ür dt« nächtle Nummer malten dts 5!Ih» nachmlnage im Houdlgeichält Berlin SW-uS. i!t,idenii 8 Uhr abend!. Zentralorgan der rozlaldemobratifcben partel Deutfcblands. i I ii vorwärts-verlag G.m.b.H., EW.bS, Linöenstr.Z» sscrusprechrrl Am« Morthvlay. Nr. illSZ— St. Reüaktion unö Expedition: SA). bS, Linüenstr. Z. Fernsprecher! Am» lviorinvial». Nr. l l!»0- tS l!t7. vie Deutschen in Aintlau niedergemacht. Die.FresheltSheere" C-owjetnißlantS. die natürlichen Der» bündeten der deutschen Spartakisten, haben unter den Truppen der Republik Deutschland ein gräfliches Blutbad angerichtet. Was wir von jenen asiatischen Horden für unsere Brüder im Osten bei einem bolschewistischen Einfall in Deutschland zu erwarten haben, geht auS dem lakonischen Bericht deö Armeeoberkommando» Nord über die Lag« im nördlichen Osten mit furchtbarer Deutlichkeit hervor.. Heber die Lage Im Osten wird u. a. gemeldet: A. O. K. Nord. Bei einem erfolgreichen Vorstoß im Windau. Abschnitt wurde Tyrkschle von unS genommen. Nachrichten zufolge soll die deutsche Besatzung von Windau bei der Eroberung der Ttadt durch dir Bolschrwisten restlos niedergemacht und eine Anzahl deutscher Kolonisten in Goldingen erschossen worden sein. A. O. K. Süd: In allen Abschnitten für unS erfolgreiche De» fechte. V. A. Ä.; Tin feindlicher Vorstoß bei R a w i t s ch wurde ab- gewiesen. 2. A. K.: Südwestlich Margonin griffen die Polen in S-türke von zwei Kompagnien da» Dorf R a d w o n k e an, welche? hierbei verloren ging. E» wurde später mit Lxtilleeieunterstützung von un» wiedergewonnen. « Die Räumung der von un» noch besetzten Teile de» russischen Vebiete» von der Bahn Kowel— Brest-LitowSk ist bis hart südlich Brest-LitowSk durchgeführt. Westlich von Brest-LitowSk wurde ein starker polnischer Ueberfall abgeschlagen. dank der ausgezeichneten Haltung der 3. Kompagnie des Frei. willigen-Bataillon» 44.— Da» 22. RcscrvekorpS, da» bisher ln Brest-LitowSk lgg, hat daS Kommando an die 22. Landwehr-Divi» sion abgegeben und wird nach der Heimat abtransportiert. Vie Neubilüung üer Regierung. wir aus Weimar erfahren, sind die Lerhcnidlnngcn über die Bildung einer parla- meularischen Mehrheit und einer aus ihr be- ruhendeu Ncgierung noch nicht z» Ende gelangt, doch nähern sie sich ihrem Abschluh und werden vermutlich heute noch zum Ziele führen. Nach dem bisherigen Ergebnis scheint es sicher» daß die Sozialdemokratie, wenn nicht alle drei leitenden Posten» zum mindesten die des NcichSprä- sidentcn»nd Ministrrpräsidcpten behaupte« wird. Sollte sie, was aber noch nicht sicher ist, den Posten deö Präsidenten der Nationalver- sammlung abgeben, so hierfür eine Entschädi- guug anderer Art wahrscheinlich. DaS Problem. daS bei der Neubildung der ReichSregie- rung zu lösen ist, liegt für jeden demokratisch Denkenden klar: wir haben in Deutschland seit dem 9. November die voj�e Demokratie, mit der das parlamentarische Regierungssystcm untrennbar verbunden ist. Die Wahlen zur Natidnalver- sammlung haben keine absolute sozialdemokratische Mehrheit ergeben, wie selbst die unabhängige„Freiheit" zugesteht, infolge der Parteispaltung und des innern Haders der Ar- beiterschaft. Nach diesem Wahlausfall ist jedenfalls eine völ- lige Alleinherrschaft der Sozialdemokratie, eine Bildung der Regierung nur aus ihren Reihen»räch demokratischen Grund- sähen nicht möglich. Von den übrigen Parteien der Nationalversammlung verfügt erst recht keine allein über die absolute Mehrheit. Diese kann daher nur durch die Blockbildung mehrerer Par- teien geschassen werden. Sozialdemokratie und Unabhängige zusammen reichen zur Mehrheitsbildung auch nicht aus: über- dies haben die Unabhängigen die an sie gerichtete Anfrage, ob sie bereit seien, an der kommenden Regierung teilzu- nehmen, in brüsker Weise abgelehnt. Auf der andern Seite ist eine Blockbildung der sämtlichen bürgerlichen Parteien unter Ausschaltung der Sozialdcmo- 'kralie wohl theoretisch denkbar, aber praktisch nicht durchzu- führen. Einmal sind dazu die sachlichen Gegensätze innerhalb deS Bürgertum? selber viel zu groß: sodann könnte eine solche Mehrheitsbildung nur unter Einschluß der.konservativen ge> icheben. waS weit über die Kreise der Arbeiterschaft hinaus den äußersten Unwillen erregen würde. Die tatsächliche Macht und wirtschaftliche Bedeutung der Arbeiterklasse ist schließlich viel zu groß, als daß sie bei einer Regierungsbildung einfach aiiSgeschaltet werden könnte. Eine Partei, die nahezu 49 Vroz. aller Stimmen erhalten hat»nd über 193 Mandate verfügt. kann nicht von einer Koalition kleiner Gruppen an die Wand gedrückt werden. Sollte es versucht werden, so würden d i e Folgen unabsehbar sein. Das sehen die besonnenen Elemente unter den Bürger- lichen auch vollkommen ein. ES bleibt als einzige Möglich- I feit einer Mehrheitsbildung die Zusammenarbeit der Sozial- ' demokratie mit einer oder mehreren von den bürgerlichen Gruppen. Ein Bündnis mit den Demokraten erscheint vielen als das Nächstliegende. Mit den Dcutschdemokraten verbindet die Sozialdemo- kratie die gemeinsame Uebcrzeugung von der Notwendigkeit einer völlig demokra tischen Grundloge deS Staats- Wesens. Aber diese Uebcrzeugung besteht auch bei ihrer jetzigen Zusammensetzung in dem weitaus größten Teile der ZentnimSPartei� Was also den Aufbau der neuen Reichs- Verfassung auf dem Boden der politischen Demokratie an- belangt, so wird die Sozialdemokratie voraussichtlich mit beiden Parteien zusammen arbeiten können. Darüber hinaus ist mit den Dcutschdemokraten ein Zu- sammengcben in ollgemein kulturellen Fragen denkbar, während ein solche? mit dem Zentrum fast unmöglich erscheint. Doch sind diese weniger Reichs- als Landcssache. Dafür ist von der Zentrumspartei wieder größeres Verständnis i n s o- zialpolitischen Dingen zu erwarten. Sitzen doch im Zentrum jetzt ein paar Dutzend Gewerkschaftssekretär, wäh- rend ein großer Teil der bürgerlichen. Demokraten mit dem Schlachtruf;„Gegen die Sozialisierung!" in den Wahlkampf gegangen ist. Das Zusammengehen mit jeder von beiden Parteien hat also seine Vorzüge und seine Schatten. feiten. Durchaus verfehlt ist der Standpunkt der„Frei- heit", die. in einem �Leitartikel andeutet: daß ein Zusammen- geben mit den bürgerlichen Demokraten sich»rechtfertigen ließe, daß aber ein Zusammengehen mit dem Zentrum ein schwere? Verbrechen sei. Es ist durchaus nicht sicher, daß Herr Dernburg oder Herr Schiffer in Arbeiterfragen mehr soziale? Verständnis haben»Verden als Giesberts oder Stegerwald. Nachdem ein Zusammengehen mit bürgerlichen Parteien sich nicht umgeben läßt, kann bier nur nach die reine Zweck- mäßigkeitsfrage ausschlaggebend sein. Notwendig ist jedenfalls, daß die Sozialdemokratie, welch« Kombination auch immer eintritt, d i e F ü h r» n g b e b ä l t. die ihr nicht nur wegen ihrer überragenden Stärke gebührt, sondern weil sie nach wie vor die Partei bleibt, auf der die Last der tat- sächlichen Verantwortung ruht. Vke Entjchäöigungsforüerungen Belgiens. lv Milliarden. Die gesamte belgisch« Presse enthält die offenbar v f f i- z i ö s e Notiz, daß bei der Reise des belgischen Ministerpräsidenten nach London und Pari» belgischerscitS eine Entschödiguns von !en ausgenommen werden, gegen Tuberkulose, Ge» schlechtskrankhe'ten und Alkoholisimis. Dazu ist nötig Ein- richtnng von Fünorgestellen, Heilstätten in den Wäldern, an der See im Gebirge für jugendliche und bedrohte Personen, für leichte und besonders für schwere Lungenkranke, gerade für diese letzten Fälle, die, weil sie so ansteckend sind, für die Verbreitung der Krankheit sorgen, tvind bisher so gut wie nichts getan, sie bleiben in den Faniiliei», erfüllen die ganze Familie und ihre Nnigebnng, uwd nur in telativ seltenen Fällen sorgt die Ueberführung ins Krankenhaus für eine gewisse Isolierung, meist erst, nachdem die ganze llm- gebung angesteckt ist. Durch Kolonien oder Krankenhäuser internationale �rbektergesetzgebung und Irieöenskonferenz. Ein Vorschlag der Amerikaner. Haag, lv. Februar. AuS Pari» wird gemeldete In der Kam- Mission für internatwnale Arbeit?gcsetzie Sozialdemokratie 19 549; die Deutsche Demokratische Partei' 13005. die Deutschnalionale Volkkvartei 4140. Stimmen. Auf die Sozialdemokratie entfallen von 80 Mandaten 43. Kobnrg, 10. Februar. Bei den gestrigen Wahlen zur gesetz- gebenden LandcSversammlung für den Staat kloburg wurden ab- gegeben für die Liste der Mehrheitbsozialisten 20 558 Stimmen, für die gemeinschaftliche Liste des Bürger- und BauernbundcS 14«03 Stimmen. Das Ergebnis in einigen Ortschaften steht noch au», wird aber nicht» an der Zusammens.tzung de» Landtages ändern. Die Fahl der Eitze verteilt sich wie folgt: 7 MehrhritSsozia- listen, S Demokraten, 1 T«utschnationaler(Bund der Landwirte). Aushebungen- in den Grenzgebieten. Nein lokale Maftnahme». Sin Morgenblatt bringt heut« die Nachricht von bevorstehenden Au»h«dungen. Wie wir dazu erfahren, sind in der Tat Er- wägungen im Gange, wenn die F r e i w'i l l i g e n w e r b u n g nicht genügend Truppen Material ergibt, in den gc- fährdeten Gebieten auf dem Wege de» Aufgebots die nötigen Truppenmengen herbeizuschaffen. Aber auch wenn diese Notwendig- keit eintreten sollte, so ist in keinem Fall an ein« allge» mein« Aushebung gedacht, sondern es handelt sich um eine streng lokal« Matznahm« in den gefährdeten Gebieten. ES wird dabei angenommen, daß die Männer in diesen Gebieten e» vorziehen, sich zu verteidigen, al» ihr Land kriegerischen Tr- eignissen und dem Einfall fremder Bonden preiszugeben. Spartakus vor Gericht. Nach dreitägiger Pause wurden heut« die Verhandlungen wegen der �SpartaluS-Unruhen fortgesetzt. Ter erste Fall, welcher die 10. Strafkammer deS Landgericht» I unter Vorsitz deS Landgerichts- direktorS � o h n beschäftigte, hing nur oberflächlich mit den eigent- lichen Unruhen zusammen. Wegen de» Vergehens gegen die Ver- ordnung der Volksbeauftragten betr. die Ablieferung von Waffen und Unterschlagung war der Subdirektor der»Vaterländischen FeuerversicherungS-A.-G." Erich N e h r i n g angeklagt. — Al» anlätzlicki einer Sibietzerei in der Mauerstratze 210 Passanten von Mannschaften deS Sicherheitsdienstes auf Waffen durchsucht wurden, fand man bei dem Angeklagten ein Batet mit 51 scharfen Militärpatronen. Eine HouZsuck'ung in der Wohnung de» Ange» klagten in der Gitschinerstratze fördert« noch ein völlig neue« In- fanteriegewehr zutage.— Vor Gericht behauptet« der Angeklagte, datz er daS Gewehr einig« Tage vorher in der Wilhelmstratze gefunden habe, wo eS spartakistische Aufrübrer, die von der Reich»- kanzlci an? tesebosien wurden sortgeworfen war. Er habe keine?- falls die Absicht gehabt, da» Gewehr zu behalten.— Staatsanwalt Tr. Waschow beantragte da e» ein ziemlich gemeinge'äbrlicheS Delikt sei, wenn in der gegenwärtigen Feit Waffen in die Hände Nnberniener gelangen, eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Rechtsanwalt M e b l i s ch beantragte die Freisprechung. — TaS Gericht kam zu einer Vertagung der Sache, da der Sachverbalt noch nicht � genügend aufgeklärt sei, es sollen noch weitere Zeugen geladen werden.— In der zweiten anstehenden Sache handelte ei fich um den 17jährig«n Arbeiter Fratjos Rel« s o n, der sich wegen Aufruhr» und Anschlutz an einen bewaffneten Haufen zu verantworlen hatte.— Ter Äuge- klagte ist schon seit mehreren Monaten arbeitslos und bezog 24 M. wöchentlich Arbe isloienunlerstützung. E'neS TageS sei er, wie der Angeklagte vor Gericht erzählte, an dem llllstein-Hause vor- beigekommen und sei. von dem Posten aufgesordert worden, mitzu- machen, da er 7 Mark pro Tag und gute Verpflegung gebe. Er sei dann, als die ganz« Besatzung de» Ullstein-HauseS in drr nahen MitlelftandSküche zum Mittagessen ging, mitgegangen und dann am Nochmittage der Besatzung beigetreten. Er babe em Gewehr erhalten und am Tor Posten stehen müssen. Eine» Tage? sei auch mit einem Maschinengewehr an» dem Fenster geschossen wor- den. Die Kameraden hätten, ihm aber vorher gesagt, bei Illlstetn werde nicht geschossen werden,»daS würde Ullstein selbst nicht. zu- lassen". Unter der Besatzung habe zuerst Ordnung geherrscht, und ein Mann, der ein halbe» Pfund Zucker gestohlen hatte, sollte erst erschossen werden. Die Plünderung und da» Erbrechen der Schränke habe er st am Sonnabend begonnen. Er habe sich noch darüber gewundert, dafi immer einer nach dem andern mit zrohen Packeten helaben heimlich ver- schwand. Am 7?*e vorh-w sei schon ein Mann mit der Löbnung von 2009 M. dnris�ebrannt. Es sei die? derjenige gewesen, der ihn angeworben habe und sich als Mitglied de»„Kommunistischen Bundes" bezeichnet habe.— Der Angeklagte gibt auch zu. einen Schutz abgegeben zw haben. Mit dem vergnügtesten Lächeln erklärte er, datz er noch niemals ein Gewehr in der Hand gebabi habe und aerneinmalsehenwollte.wiesoeinDing sch i e tzt. Er sei deSba'b aus da» Dach de? Nllstelnhause? gevettert um niemand zu verletz n und habe dort In die Luft geschossen.— Staatsanwalt Tr. Waschow beantragte die Veruweilung zu einer Gesamtstrasc von 7 Monaten Gefängnis. Rechtsanwalt Theodor Liebknecht vertrat die Anficht, datz man hier nicht nur nach dem Buchstaben des VMetzcS die Strafe beantragen dürfe, sondern sich auch etwa' mit der Psyche eines so jugendlichen Menschen be- schäftigcn müsse, wenn man gerecht urteilen wolle. Der Ange- klagte sei einer der vielen jugendlichen Mitläufer, welche fich der Slrasbarkeit ihrer Handlungsweise dann erst bewutzt werden, wenn fie vcrbaflct worden sind.— Da» Gericht erkannte aus 2 Monat« Gefängnis unter Anrechnung von 3 Wochen dw Untersuchung»- Haft. Der Angeklagte wurde au» der Haft entlassen. Der Vater-Schwlnbel. In ihrer Wut über den Genossen Ebert, der in seiner Weimarer EröfsnungZrede die Schuld de? alten System» an der Niederlage festgestellt bat. lischt die»Kreuz- zeitung" noch einmal einen allen Wahueu/Sichwindel aus der an- scheinend nicht lotzuschsagen ist, weil der Reaktion selbst andere Lügen nicht mehr einfallen: her„bekannte(?I) sozialdemokratische Führer l?»" Vater hätte in Magdeburg gesagt, datz wir(die So- zialdcmokraten) die Soldaten planmätzig zur Desertion verleitet und di« Deserteure al» Kerntruppe der Revolution ausgebildet hätten. In Wahrheit hat Vater, ein Linksradikaler oder Cpa»- takrit, die» gerade in einer Polemik gegen uns Mehr- hcltsfozialisten gesagt. Er bat sich darauf berufen, datz der linke Flügel der Unabhängigen diese revolutionäre Arbeit— mit den Deserteuren— ge�en unseren Willen vollbracht, und sich dadurch einen Anspruch aus die Führung der Revolution erworben hätte, der un» versagt bleiben müsse. Er hat also gerade daS Gegenteil von dem gesagt, wa» di« militaristische Reaktionspress« ihm in den Mund legt. piutz diese ungeheure Gefahr beseitigt werden: auch für Ge- schlechtskrankfieiien und Trunksüchtige sind Beratungsstellen und städtische Einrichtungen zu schaffen.— Unser Krankenhauswesen mutz ausgebaut und erweitert werden, wir leiden in den Großstädten stets unter Bettenmangel: sollten schwere Epidemien, wie Cholera, Pocken, Flecktyphus, bei uns auftreten, so stehen viele Gemeinden vor einer völligen Katastrophe.— Auch RekonvaleSzentenheime müssen in der Nähe der Großstädte geschaffen werden, da die Kranken wegen der Ucbersüllung der Krankenhäuser oft entlassen werden, lange bevor sie arbeitsfähig sind. Die Desinfektion erfolgt heute in vielen Fällen erst wochenlang nach der Erkrankung oder Uebersührung ins Krankenhaus: dann ist sie meist zwecklos. Sie müßte bei jedem Wohnungswechsel Tuberkulöser erfolgen. Dazu müßte aber die Tuberkulose meldepflichtig sein. Die gesamte Gcsundheitspolizei, zusammen mit der Seuchenbekämpfung, der Wohnungshygiene, der gesundheit- lichen Markt- und Lebensmittelbeaufsichtigung, muß an die Gemeinden übergehen. Das System � der polizeilichen Kreisärzte ist gegenüber den Großstödten völlig überlebt, und die sogenannten Gesundcheitskom Missionen haben nichts g? l e i st e t. weil sie keine Selbstverwaltungsorgane waren und eine künstliche Verbindung zwischen Kreisarzt und Stadtgemeinde herzustellen suchten. Unter keinen Umständen darf Gesundheitspflege m i t Armenpflege oder Wohltätigkeit verquickt wer- den: jede hygienische Einrichtung muß losgelöst werden von Armenpflege und Wohltätigkeit, sie muß im Interesse der Allgemeinheit geschehen und von dieser getragen werden: deS- halb sind zweikelloS sogenannte Wohlfahrtsämter, die Hy- giene, soziale Fürsorge, Wohltätigkeit, Armen- �und Waisen- pflege und vieles anders vereinen, vom Standpunkt unserer Partei nicht zu unterstützen. Soll die Gesundheitspflege in den Gemeinden gedeihen, so müssen Hvaienikcr, d. h. Äerzte. die soziale Hy- gienever stehen, in möglichst großer Zahl in die Stadt- Verwaltungen hinein: bis jetzt sind die Magistrats- j u r i st c n darin, sie leisten zweifellos auf ihrem Gebiete manches Gute, aber zur Verwaltung des Gasnndheitsn»esensk sing sie nickt zuständig. Unbedingt muß eine Vereinheitlichnnh aller Gesundheitsinstitutionen �erfolgen und ihre Leitung in die Hände von Hygienikern gelegt wenden. Die hygienischen Einrichtungen kosten viel und zeigen dem Laien nach außen hin nicht so schnell greifbare Erfolge noch der finanziellen Seite, wie z. B. Gaswerke und Elek- trizitätswerke: aber die Erhaltung von Menschenleben ist für unsere Zeit außerordentlich wertvoll und für unser National» vermögen ungleich wichtiger als die Anhäufimg von Geldmitteln. So muß der Staat zweifellos bei leistungsschwachen Gemeinden mit Unterstützungen eingreifen. Die Gemeinde hat bisher durch ihre Fürsorgceinrichtun- gen der Säuglingspflege, de? SchularztwesenS, der Tuber- Mose und GeschlechtSkrankheitenüberwachung nur Beratung und Vorbeugung, aber nicht Behandlung der Krankheitszustände getrieben: sie wird auch dazu übergehen müssen. Solange die Sozialisierung der Krankenbehandlung noch nicht durchgeführt ist, ist die Familienbehandlung durch die Krankenkassen die hefte Lösung dieser Frage. ES ist er- staunlich. daß sie in Groß-Bcrlin noch nicht durchgeführt wird. Die sozialistischen Mehrheiten in den Gemeinden müs- sen schleuniast auf ibre Durchfübruna hinwirken, vor allem eibar die Zersplitterung deS KrankenkasfenwesenS in Groß- Berlin beseitigen, daS zweifellos mit daran schuld ist. daß die hygienisch und sozial so wichtige Familienversicherung noch nickt dnrckgefübrt ist. Also schleunige Zentralisierung der Krankenkassen und Familienversicherung für Groß-Berlin. Eine Fülle von Aufgaben der Hygiene harrt unser in den Gemeinden. Kämpfen wir dafür, die Mehrheit in den Gemeinden zu erhalten, um da« Bestmöglichste für Leben und Gesundheit unserer Mitbürger zu erreichen. Wirken wir dahin, daß daS viele Geld, daS früher für die Zerstörung von Menschenleben ausgegeben wurde, jetzt zu seiner Erhaltung verkündet wird. wir kehrten zurück... von Fritz Karstadt. voller Bitterkeit erinnert man sich de» vergangenen—— Worte. Ich weitz, e» ging un» mal wieder selsr schlecht. E» war ein Ziegensiall und sehr kalt. S» war keine Hoffnung, kein Ende abzusehen, ganz trostlo». Wir waren wie die andern da, nn» töten zu lassen. Deutschland hatte un» verraten. Man schmitz un» hin, packte un» auf die Hügel von Toten, immer neue. imm«r höher hinauf. O,«S war ein guter Wall. Er ritz un» schon in d«n Himmel. Ja, wir waren erbittert. Aber wir hatten noch eine Zeitung,, in der wir lasen, von dem Elend und der Not daheim und allem Schlimmen, wa» un» noch vielleicht bevorstehe Doch, wie e» auch kommen möge. unau». liischlichen Dank schulde da» Land den Männern da draußen-- Eine Granate pfiff und krachte. Wir hörten ihre Splitter noch eine Weile nachstreuen und da» Dach zerhacken. S» war still geworden. Einer sagt:.Dank— fie werden e» nachher vergessen haben." Er zuckle die Achseln und niemand nahm e» sehr ernst mit dieser Versicherung, di« um» fast jede» gedruckte Blatt in die Ohren warf. Aber all« empfanden sie doch im stillen wie eine Beruhigung... E» kamen noch härtere Stunden. S» kamen Wochen ohne Schlaf. Nächte, bi» an den Hai»»oller Grauen. Tage, in denen da» Elend blotzlag. Wochen voller Erschöpfung, im Halbschlaf. Zwischenein Pausen, in denen di« Gedanken arbeiteten, nur das eine, da» eine, e» hat ein End«, dann-- Nach einer Not sondergleichen, in der dir Toten fast beneidet wurden, die Toten, die Toten, die auch geh»fft hatten— war e» zu Ende.- Wir kehrten zurück. Wir kehrten wirklich zurück und hatten wirklich da» Gefühl di« Arme ausbreiten zu lyüssen." Aber Deutschland war kalt geworden. E» fröstelte einem: kommt ihr auch schon? Wir hatten unfern guten Willen— viel« verloren ihn bald wieder, viele wurden angesteckt von dem Fieber. das jedem im Lande ergriffen zu haben schien, möglichst Nicht» zu verlieren. Und wir hatten schon so viel verloren. Vier Jahre waren un» abgehängt. Da» Land war öde, jeder satz wie in einer Burg voller Vorteile, die er sich schwer genug errungen zu haben glaubt«. Jeder sagt:.Es ist gut. datz Du bist, aber Du kommst zu sehr unrechter Zeit. Ich habe schon so viel getan, al» ich für «ich allem tun mutzt«, aber e» werde» bessere Zeiten kommen." So laufen wir durch die vielen öden Gassen de» Lande», immer an den Leuten vorbei, die jeder hübsch eingeschlossen in ihrer Burg von Vorteilen sitzen. Manche sind sehr liebenswürdig und ver- künden, daß da» grosse Glück für uns im Anzüge sei, manche sind unfreundlich: aber alle haben sie da» schön« Achselzucken, wie«» Leuten gebührt, die redlich für sich gearbeitet haben. Bei manchen finden wir Einlatz, die gehen au» sich Heraul und sind umgäng- lich« Leute, o, sie sind so umgänglich, datz man fie für die wahr« Leutseligkeit selbst halten kann» und wenn du mit ihnen sprechen willst, so kriegst du sogar einen Stuhl zum Sitzen und eine Zigarre. Du wirst ganz überzeugt davon, datz e» für sie so wichtig war, den Krieg gut durchzuhalten. Nein, e» geht ihnen nicht schlecht, aber sie wissen jetzt, woran sie sind und die Zukunft hat keine Gefahr mehr für sie. Und du hörst sie immer von sich sprechen und wirst noch unbedeutender, al» du dir schon vorher erschienen bist. Du wirst immer kleiner und glaubst schliesslich, datz e» da» best« ist, sich in da» voffständige Nichts aufzulösen. Dazu hast du noch einen grauen Rock an, der deine Unscheinbarkeit vergrößert. Du merkst. datz die Luft ganz erfüllt ist von den Wellenkreisen, in deren Mitte sich diese wichtigen Existenzen bewegen. Ihr« Atmosphäre allein macht dich zur Null. � Aber wir hatten im Land« doch früher«inen Platz, den wir ««»füllten, wir waren doch irgendwie eine winzige Achse, ein win- ziger Hebel, der dem Organismus befcheidebtlich diente. Di« Ma- schine ist einfacher geworden und e» besteht keine Notwendigkett. ste wieder kompliziert zu machen.. So läufst du und läufst dich tot, stößt dich und wirst gestoßen, hast Angst zu verdränget und wirst verdrängt. Du wirst so schreck- lich unsicher, bist gesättigt von guten Ratschlägen, während dir der Hunger auf der Stirn geschrieben steht. Du siehst ste an dir vorbei- hasten. Da denkst du zurück Und denkst zurück, datz du einmal bis an den Hals im Lehm fassest, datz du WochZm hiickurch die gelbe Kruste nicht mehr lo» wurdest, datz sie dir den Fuß abnehmen mutzten, weil er erfroren war. Tu denkst an diese und jene Nacht und denkst an die tausend Nächte, die du erlebt hast. Du.denkst an einen grauen Tonntagmorgen, al» nirgend» eine Hoffnung mehr winkte und so oder so du nur noch stehen bliebst, weil hinter dir Deutschland blotzlag. Du denkst noch manche» und im vorübergehen auch an den .unauslöschlichen Dank", den man un» im vorau» gab. Du denkst vielleicht auch daran, au» deinen toten Kameraden Geister zu machen, die den Festen und Vielbeschäftigten im Land« zuweilen ein wenig in den Ohren liegen, um zugunsten ihrer leben. den Kameraden in einem MitternachiSspuk zu demonstrieren. To läufst du fort und denkst: e» war ein Irrtum. Notizen. — Ludwig Geiger, der hervorragend« Literaturforscher, der fast ein halbes Jahrhundert lang an ver Berliner Universität lehrte, ist am Sonntag, 71 Jahre alt, gestorb-n. In ungezählten Anfsätzcn und Bückern ist seine wertvolle Lebensarbeit nieder- gelegt. Sein Hauptfeld war Goethe und ein Krei» seiner Tätiokeit wurde die Goethe-Gesellschaft, deren Jahrbuch seit 1380 unter seiner Leitung stand Auch.für Leben und Zeit der Männer de» Jungen Deutschland. Heine und Börne besonder», hat er be- merkenswerte Aufschlüsse beigesteuert, besonder» über da» Verhält- ni» der Zensur zur jungdeutschen Strömung. Al» ein Hauptstück stiner Arbeit hat die Fürsorg« zu gelten, die er dem Werke Jakob BurkhardtS:„Die Kultur der Rc- naissance in Italien" widmete: seit 1875 war er der bereichernd« Herausgeber dieses Buche«, da? für die individualistische Geistes- kultur der letzten Jahrz.chnte von nicht geringer Bedeutung gc- Wesen ist. Geiger stammte au» Bre»lau. war der Sohn deS jüdischen Theologen Abraham Geiger und begann seine Dozentenlaufbahn mit jüdischer Geschichte. — Zu m Kunststudium der Frauen. Die Studieren- den der Münchencr Akademie der bildenden Künste stellen Grundsätze auf für eine Reform der Kunstakademien und fordern dabei:„Zu- lassung von Frauen in beschränkter Zahl". Warum und nach welchen Gesichtspunkten soll denn die Zahl der aufzunehmenden Frauen beschränkt werden? Soll die Auf» nahme in die Akademien etwa nicht mehr nach dem Grundsatz der Befähigung geschehen? Sollen besser befähigte Krauen'zugunsten minder befähigter Männer ausgeschlossen werden? DaS wäre nicht zum Heile der deutschen Kunst.. Eine Reform, die. wie e» die Münchener Ewdierenden toollen, ivieder neue Vorrechte eine» Geschlechts schaffen will, ist keine Re- form, sie widerspricht auch den im Erfurter Programm nieder» aelegten Grundsätzen der Sozialdemokratie, die gegen jede Unter» drüchung eine» Geschlecht» ebenso wir gegen die einer Klaffe, einer Partei oder Rasse Stellung nehmen,.Die Grundsätze werden nur verwirklicht, wenn die Kunstakademien den Frauen unumschränkt unter gleichen Bedingungen wie den Männern eröffnet werden. Henni Lehmann. — Die Berliner Nationalgalerie bat zwei hervon ragend« Werke jüngster Kunst erworben: da» Bild von Osk«. Kokoschka.Tie Freunde"(sechs Figuren um einen Tiftd versammelt) und Ernst B a r l a ch» Holzrelief»Die verlassenen. die Internationale in Sern. Elsaft-Lothringen und die Kolonien. Bern, S. Februar. Ti« Internationale Sozialistentonferenz setzte i» der bentigen Morgenschuni, die Besprechung über die«r. beit.rfragen fort, wobei nach der Bitte duydman» um Zurück. ztehung der formalen Zusatzanträge die Magna Charta lBrund- gesetzi einitimmig angenommen wurde. Hu,-man» tBelgienl schlug sodann die Einsetzung einer Rom» Mission, brückend au» Herderion. Branting. HriqSman» und se zwei Delegierten au» allen Ländern vor. deren Nufgab« e» sei. den grSßlmilglichstrn yinslu» aus Pari« autzzullben. die«uSsiibrung der Beschlüsse der gegenwärtigen Konferenz zu ermöglichen und die Vorbereitungen zu treffen für einen im Juli oder Nuguft ISIS ftattfindenden internationalen Kongresg «erveuil tFrontrelchj verlangte Abweichung von der Methode. mit den bürgerlichen Parteien zusammenzuarbeiten. Ziel der Internationale müsse bleiben, die Mittel der Produktion jn die Hände der arbeitenden Klassen zu bringen, wenn nötig, sogar mit der Tittatur de» Proletariat«. Jn der Nachniittagssitzung erstattet» Mistral über die au» der Kommission über territoriale Fragen hervorgegingene Endresolution Bericht, die nur die allgemeinen Grundsätze über die Regelung territorialer Fragen feststellt und von der Behandlung konkreter Einzelsragen absiebt. Grumbach lSlsans bat die deutschen Mchrheit»sozialisten um Aufklärung über die von dem Präsidenten der Nationalvcrsomm- lung in Weimar.Dr. David abgegebene Erklärung:.Elsas,. Lothringen ist für da» Lebe-n Deutschland« not. wendig und wir werde w nicht aufhören, für Elsoh-Lothringen da« Recht der Gelb st best im- muny zu fordern."sche Tinfuhr. die schon zu Frieden»zeiten bei normalen Ernöhrungsverhällnissen etwa 70 Pro», de» gesamten verbrauch» betrug, so gut wie ganz aufgehört hat. Die» sind im wesentlichsten die einschnribensten Ur» fachen, die unsere Fischzufuhr so außerordentlich ungenügend ge- stalten. E»� sei noch erwähnt, baß auch dse sonst periodisch an den Flußmündungen der Nordsee erscheinenden Hering», und Sprotten. schwärme in diesem Jahre völlig ausgeblieben sind; ebenso verhält e» sich mit dem Stint, der sonst in dlcser Jahreszeit die Haupt» rolle für die Fluß, und Küstenfischerei spielt. Sobald die Blockade ausgehoben, die Minenfelder geräumt und den Reedereibetrieben die bi» setzt noch reich»eigenen Fischdampfer«ur Verfügung gestellt sind, wird auch die gischzufuhr den-erwünschten Aufschwung er- fahren._ Pas Gebot der Stundet Spare mit Kable! Die Beziehungen zwischen Bauweise und Kohlender» brauch wurden am heutigen vormittag in einer Vortragsreihe erörtert, die der»Reichsveeband zur Förderung lpgr» samer B a u w e t f e" in der Ausstellung.Sparsame Brnistosfe" »«ranstaltete. Der Reich»kommissar für die Kohlenverteilung, G«. heimrat Dr. Strutz. wie« in seiner einleitenden Ansprache aus die bedrängt« Lage unserer Koblenwirtschaft hin. lieber.Kohlen- e r spa r n i» im Rahmen der Gesomtwirtschaft" sprach Diplomingenieur zur Nedden, Dezernent beim Reichskommissar für Kohlenperteilung. Angesicht« der Notwendigkeit, zu sparen, und besonder« mit Kobl« zu sparen, verdien e« Beachtung, daß von dem auk jährlich 4 Millionen Tonnen geschätzten Kohlenverbrauch ber Kalk». Zement- und Ziegelintrnftrie nach Ansicht de« vortragenden id Pro�. gespart werde«,, könnten. Auch beim D>a»«brand hält er ein« Snparni« von mehreren Millionen Tonnen Kohlen für möglich. Jn der Koblenwlrlschaft werde sich ein Umschwung vollziehen, wenn die SozialisierungSpIäne verwirklicht werden. Man werde dann al» Maßstab für den Koblenverbrauch in erster Linie die Befriedi. gung de» natürlichen Bedarf» nehmen. Redner betont« bezüfllich der Brennstoffersparni» drei Hauptaufgaben der sparsamen Bau. weis«: möalichste Einschränkung der verwenduna künstlicher Bau. ftofse. möglichste Verringerung de» Brennstoffverbrauch« bei ihrer Herstellung und schließlich«ine die Erwärmung der Räume erleich- ternde Bauweise. Au» den übrigen Vorträgen sei hier nur noch wiedergegeben, wa» Direktor Dietrich au» der Abteilung .Heizung" de» Relch«komm!ssar» für die Kohlenverteilung über die dort eingelaufenen.Vorschläge bezüglich Brennstoff. «rsparni» im Wohnungswesen" berichtete. Auf-diesem Gebiet hat in der Kriep»zeit die Tätigfeit der Erfinder fast völlig »ersagt. Noch immer wird in den üblichen Kockmaschinen eine un. sinnige Brennstvffversckwendung getrieben, weil dabei nur 8 Broz. der in her Kohle enthaltenen Wärme ausgenützt werden können. Durch Einbau sogenannter Sparricht au« Ehamotte wird die Au». nützung«euch nur ans tst Pro», gesteigert. Chemisch« Kohlenspar- mittel sind nach Ansicht de» Redner« alle auf Täuschung de» Piibll. kum« berechnet. Am besten habe sich in der Kriegszeit noch die Kochkiste bewährt, die ein viertel bi» ein Drittel de» Brennstoffe» ersparen hilft, vielleicht werde man ein Verfahren finden, sie direkt in die Kochmaschine mit einzubauen. Sehr nötig sei noch «in« Verbesserung de» Kachelofen», für die schon Friedrich II. l78Z einen Prei» au»setzte. Aber schon bei richtigem Heizverfahren könne ein viertel der Feuerung gespart werden, vor neue Ausgaben Werve die Heiztechnik sich gestellt leben, wenn die Großstadtbevölkerung zum Tel! auf da» Land zurückfluten müsse. Diese werdt auch dort auf Befriedigung ihrer Ansprüche au Beheizung dringen. Di« Zentral- beizungSindustrie werde dann ein völlig neue» System billiger Erzeugung und Verteilung von Wärme schaffe» müssen, dem auch die Bauweise sich anzupassen tzabe. Gegen den Wohnnngs-«nd Möbekwncher. Die gewaltig« Steigerung der WohnunaSmietrn hat neue»» ding» zu einem ganz eigenartigen Brauch Peranlassung»-.geben. Wer in die unglückliche Lage»ersetzt worden ist. eine Wvhnuug suchen zu müssen, wird beim Durchsehen der Zeitungsanzeigen wohl nur selten aus leere Wohnungen, um so häufiger dagegen auf da» Aggrbot von möblierten Wohnungen gestoßen sein und in vielen Fälle« wrrden selche möblierten Wohnungen von den Vermietern nur dann abgegeben, wenn sich der M> e ta» »ej: pflichtet, die M i d e I zu einem unverhältni». mäßig hohen Preise zu erwerb e n. Auf diese Weise ver» suchen vi'le Vermieter, die auch manchmal mit Möbelfabrikanten und Möbelverleihern unter einer Decke stecken, wucherisch höh« Preise herauSzuichlapen unter Ausbeutung der Notlage von jjfa» Milien, die irgendwie»in Unterkommen finden müssen. Nun päd Möbel Gegenstände de» täglichen Vcdarf», deren verkauf zu Preisen, die einey übermäßigen Gewinn enthalten, durch die Prei»- treibereiveroronung mit Gcfängni». und Geldstrafen bedroht ist; auch die vermitielung solcher Geschäfte unterliegt der gleichen Strafe. Ferner unterliegen»ie zu übermäßigen Preisen ange- botenen Möbel der Beschlagnahmt. Da die,« Art" de« Wucher» überhand-zu nehmen droht, hat sich da» KrieaOwucheraml der Sache angenoiniiien und tritt derartigen Ausschreitungen mit aller Schärf« entgegen. E» sind daher Anzeigen über Preistreibereien dieser Act zweckmäßig an da» Kricg»>wucheramt, Berlin. Magazin» ltraße S— 5. zu richten._ Au»drb»uni de» Mietrrschnyr». Die fortgesetzten Mietsteig«« cnngen haben, den Mielerbund Groß-Berckin veraulaßt. eine Mieter» Versammlung einzuberiisen. welch« nach Vorträgen der Herren Zahn» arzt Jöckel, l)r. weck. Bornstein und Benno Maaß und nach ein« gehender Aussprach« folgend« Entschließung annahm:.Die au» allen Bezirken Groß-Berlin» versammelten Mieter verlangen von der Restierung. daß si« unverzüglich den Mieterichutz aus Neu» »ermiesungen au»dehn! und mit allen Kräsien aus eine wirklich soziale Tätigkeit der Mietemigunglämler hinwirkt. Sic ver» verlangt serner die Erfüllung der vom Mieterbund ausgestellten Einzelsorderungen hinsichtlich der Mieteini gungSämter und die baldige Erklärung sämtlicl'er Gemeinden Groß-Berlin-« zu Notstand»bezirten. Schließlich verlangen sie«inen wirk. samen Schutz gegen etwaige Obdachlosigkeit der Mieter bei dem bevorstehenden Umzugttermln." Revoluti,» nnb Echnle. Am Sonnabend sprach Frl. Lillt I a n n a s ch im Saale de» Stadthausc» für den B u n d d e r K« n» fessiontlosen. Sie schilderte, wie die Schule bisher durch ihre Verbindung mit ber Kirch« und die ihr ausaezwungen« falsch« Staat»moral nicht in der Lag« war. wirklich sillenföcdernd uns charaklerbildend zu wirken. Die Menschen seien vielmehr in der Schill« zu geistiger Unselbständigkeit, Unwahrhaftigfeil und«in» seiliger Voreinzenommenheil herangebildet worden. Die Revolution steh« jetzt vor»rohen Ku!tu«ouignl-en. Ti« Trennung von Kirch« und Schule sei ein« sittliche Ausgabe, an der Kofeisionelle und Konfessiontlose da» gleich« Interesse haben sollten. Die ethisch» Er» ziehung in der Schul« müsse durck freie» Zusammenwirken der Lehrer mit den Schülern erreicht werben. Tie künstige Generation solle zu selbständigem, vorurteildsreien Denken und Handeln er» zo£«n werden, dann sei da» Voll erst in wahrem Sinne frei und mündig. ?n der sich anschließenden Aussprach«»oar dl« Rebe eine» elischcn Geistlichen besonder» bemerkenswert. Nach seinen Ausführungen>«< da» von der Rednerin gekennzeichnet« ethisch« Ideal mit dem Christentum in jeder Hinsicht vereinbar. Die Morallehre de» Christentum» wolle ebenso gute und edle Menschen«rzieben. Der verschiedene Name spiele hierbei gar kein« Nolle. Di« Trennung der Kirche vom Staat« und der Schule befürworte er, da die wahre Reil- gion hierunter nicht leide, sondern durch inneren Zu- lammenschluß nur gewinnen könne. Der Sozialismus set ein» der kirchlichen Lehre nahe verwandle Ein. r i ch t u n g. Nach Christu» seien alle Menschen gleich und Brüder, daher sei Christentum und Soziali»mu» engsten» miteinander verbunden. Jesu» sei ein Mertfch geweien, der die höchste und uneigennützigst« Moral gewollt habe. Die neu« Deistcsepoch« könne daher im Sinn« de» Christentum» und nicht gegen diese» dt« großen Kulturausgaben der Gegenwart löse»». Gpurlo»»erschwnnde» ist seit Sonntag, den 8. Januar, die S! jährige Tischlerirou Margarete Kürtner an« der Meuterftraß« SS in Neukölln. Sie hat ihre Wohnung angeblich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, zwischen B— ö Uhr. nach einem Streit mit ihrem Ehemann verlassen, während sie ihr 8 Wochen alte» Kind zurückließ. Di»»rdr jugendlich«»»srPtnde Frau von mittlerer vtatur war dunkelblond und mit einem grünlichen Lodenumhang bekleidet. Polizeiliche Nachforschungen blieben bi» setzt ergebnislos. Eventuelle Nachrichten erbitte» der Vater Max Droßmann. Neukölln. Kaiser-Friedrichstr. lOS. Berliner»roftfportverdand. Hm 8. d». Vit« fand im Vedrer» »ereinsbau»«tne gtmiln'chaltllche Sitzung aller Vereine des I. Athleten» tlrllstennerbande» V« und de« Berliner Schweriitdlrtlkvirdandet ball, die, nachdem beeelt« Bmrverhanblungen betder Bei bände ftattgesuiiden. ein» filrnrnlfl de» Zu'emmenschluß beider Beidäd««vr DnrchiUtzning brachten. Der neugeblldete verband sUbrt den Kamen: Berliner Krastlporwerdand. tll» i. Bo fitzender wurde N. Preiiß, Berlin W. hl, PnIIaSbr. I. gewählt, deleldb ib auch dl« arlchSitSst-lle de» Bribande«. Ter Berband macht e» (ich zur tl-iliad«. besonder« die benm-eaetzstvde Anaen» fbr den Ringfamvs »„ interessieren, un» gelingen d ereil« im Monat Mörz gugendwetllämpse zum tlutlrag. Gin BLohltiltigkeltisest zugunsten de» LtebeSgabenfond» der siel, willigen Formation tNoiP» Hülfen. vaudessSgerkorp» usw.) findet Dien». tag, de» 11. Februar, tm Aannorsaal de« Z»« statt. Hrosi-Serliner Parteinachrichten. Tempeltzos. ver Labt»eretn nominierte sür die am Sonntag, den Sit. d. Mt«, stattfindend« Gemelndewahl soigcnde ldandidalen: Ewald, OSkar; Burgemetster, Ott»: Müller, Martin: grantz. Loui«: Sellrich, klugulte: Rubiiau. Anton: viltaauer, Kurt: Tmele, Ernst: Naumann, »ulta»: Braun. Karl- vaebne. Ott»:»undlach,«mg-,«erwia, Paul; liuellen, Theodor: Kämmerer, Emil: vangtost, Karl:«roetzsch. Kurt: Schreiter, Oll»: Endelting. Ernst: Bonk. Franz; Arndt, Ernst I Gimmel, Wilhelm: Jahn. Anna: B ener.»U'««». Buch,«m vien«Iag, den lt. Fetruar, abend» TU Nbr: Mit» il t e d e r»ertammlueg bei Piotrowtkl. Tagesordnung: Ausstellung der andidaten zur Gemrtndevertretung. Gerichtszeitung. DaS Verlcknsicn«ach Vcibringung ärztliche« Attestes. Di« Buchhalterin«iiier Filmgeselliebatt«rtlankie und gab der Direktion aucd loiort levrifilich davon Kenntnis. Die Ge-ellichalt forderte daraufhin von der Eikrontlen bi« iviortigr Elnreichung eine» är tliebrn»tleste«. Der die«ngefiellt» behandelnde Kassen» arzt schrieb si» zwar krank, wollte sich aber nur gegen Zahlung von 10 M. gur Autstrllung ein«» Atteste« verstehen. Jniolg« dessen unterließ e» die Buchhalterin, ein Attest einzuieichen, wa« idr» fristlos« Entlossuiisi»ur Folge» halt«. Da« Berliner Kauf- monnsgericht, bei dem dl« Sebilssn klagbar wurde, ver- urteilte antragsgemäß dt« Filmgeiellichast zur Zahlung de» «ehalte« bi» verirog«oblaus. Der Prinzipals ei. so heißt e« in der Begründung, nur dann berechtigt, ein irzt- li» e«« t te st ,u v«, tan g en, w r nn et s i ch zugleich erbiet«, dl« Kosten ssir da»> t t« st z u»ragen. verantworttti» HN B-ltttf«*li» Berlin: fOt den lldngen teil des Blatte»«lieb e®«U. Keuldlln: tili s MI eigen Tbeoboe«locke. Berit». Verla,: «orwürts-verla, B« d b.. Berlin Druck vor»»«»-?»«druck, ro» und EerluOSunstgU»««I«n,w u.»«. in Berti»,»tndenstraho«, Filiale Berlin. futtm: Melchiorstr. 28, pt Ardkitsnochwsi,!«ri«>Ufc ITH. S-»»ipr.>«or»-» ST»l-«7. DirnStng, den 11. Stintat 1919, abends 6',, Uhr, im GewerliihaftShaus» Enqrlusrr l»; SMilZccrWSilm ttr LeMrsr ?»>»» Ordnung: l. v«r neu- NaN-NI-v-rlrag im eackiorero-maed«. I Cistnffion. 8. Aenmcihl zur vranchrnleiwug. 4. verbondooolielegeahaitea. Wir ecmarten, daH unsere«oNeaen und«o0eg«»»r» ,, dieser iZersoumUung zadlrcich und piiuktlich erscheinen. 185 II vi«»«:»>»>,»>«»»»». ßxlWMmWMM. Wllei eeMiMs(Akiksles). dwen Nameraden und»enoisen die Mitteilung, dah haue» w> Tlargoriau» Naslauruui Spraazrlt,(Hinter den geilen»«in Geselliger Abend(Rennion) ftaitsindet.»ie musikalische Leitung liegt in den Händen de» Senosjen Dar», Leiter unserer Regimentskapell» »tralchmust»! Freund« und Dünner sind herjlichsi«ingeiaden. «»fang« Uhr._ Eintritt,«ort, Am F r e I( a fc« Ueii 14.||| l||*»« bruar 1011).» o p m I 1 I B g•■*' y HÖf Berlin N, Waltstr. 22/24,«*. (darast. Kutichpferde, tragenile Stuten) freiwillig versieigem. onser.m hol öerilil ill,»lö 40 Pferde' Alipitie!ne Berliner Omnibis-Aktlen-Geselisch: Berlin W 18, Kransenstraßc 10. DIE HANDSCHRIFT gibt AulscMuI Ober Charakierelgenschaden, ch berabunr, VonOge und Fehler. Erkenne j dlai selbst I Enorsche die Üenkart deine» i Umganges I Cenuue Auskunft aus unver*• stellter Handschrift(zirka ,25 Zelten) erteilt| gegen Einsendung von Mk. S,— die I Srapboloslacbe Ocaellachalt, Berlla-Teaapelhol, J Frledrich-Pram-StraBe 57. 1213b J machen m|tb«m Deutschen dnnaen für Schaffung«we« siber imt Beftre- dnnaen Hie Schaffung(Ines Pdlteedundes und Scwädrtina de» Selsiffbestimmunasrea ie» der Völler, van denen de» deniichen Dolke, sinfunft addffngt. zu Informieren. Die« Ist vollftändlaer- weise nur durch Leftlire»Ine« Blatte» möglich, an dem sowodl Deutsdie. wie auch liberal gesinnte Bersönlichteiten der gegne- rischen Mächt» mltarderiten. Di»„INen», Ktielf, Organ de«„Banbee siir Tttensch. hcltBlnl*T*(fcn",»nifprlfri am desien diesen An'ordentnaen. Sie erscheint in ver» jedeff Dann»r»tag und Eonnadend, nilt ergönrenden BuNnin» an anderen Tagen. Dem Att»schug de» Vereins gehören die Berliner KeheimrZte V. Fdrsler. 5i. ie.e>er, die Relchstugamliglieder voiheln und Ed. Lernstein, der frilhere Minlsier Graf Area, dle Wiener tlniversitölearofeisdren vr K. OrOnberg und Dr. r. Loon, außerdem jedoch die fran» »ösischen und englischen Parlamentarier dean Lonruet, Gustave Hvbba'd und Kainsaz Macdnnatd und siihrende Persönlich- leiten der anderen gegnerischen Länder an. Präsident: Pro- feffor Dr. H. Breda, Bern. Di».Menschheih" gibt ein anschaullchco Bild auch oan ben Bestrebungen jiir Gewährung voller Birtschastskreibeit an alle Völker sowie für international» Förb«rung w«>tausgr»is»tiber sozialer Reform in allen Länbern. 52? Da» Selreiariaf de».Bunbe« für M»nschb»tt»Infereffen�. |»d» ergänzend» Aiukunft und »on Probenummern der en Postämtern und bei der Fr. i W pro Vlerieljabr. Bern. Lerchenwea M, gibt gerne i»d» vermitteii nnenigesllich» sium-ttiung osteuschbrld'. Man abonniert in olle «bmintstratlon in Lansanne-Peim. lUhaaezi , O an krönen>851. Zabaztebea m. Elnspr. hAcbst ',, Kbmerilind.Umarb.schlechts.aebisse.Rep. Wo 1 1«Ol Potsdamer Sir. 55. Mochb. Sprech«.<7 7. SWWNeMWkg (euipL. j. vermtrten. ÖoUnung«- rinrichtnng m, länslich ro'l Dbetnontmen werben. 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