Nr.??. W.Z»>irg. �ezngövretS: Ltsrt«i>äh?t.k7ö iKL.:nonatt.2.26 MI. Itcimi HauS. vor lUKzah Idar. Einzeln» �uinnirni Ii) P;ennu>. ijcübezu,? -•Konnli!» i26 Dil. ettl 3uftfGu.-gS- 5.-fcül)t. ttnici«reu'band für Dcutsch- isad u. Oeilerrcich-Unearn 5,50 Dil. 'Li das ädtiflo vuisianb y.60 Ml. bei ■lSjlid) emnwlijfi suticLuna 7.60 Ml. Uoildeiieüaujen nobnten an Tän«- tn jti. Hoäand Slmcmiuxn, Schweden U3S inc edsmeij. Sinfleftaoen w die Sott.;eimita£>-tretfli'te. Der.SjiiDdrtS" erlcheinl wochrmSglich tweilnai ircnanaq. clnnnn. Abend-Ausgabe. Teleqrainni�ldrefle: .SoitatdemoLra» Berli»-. ; ♦ Bctltiict Volksblstt. (lO Pfennig) AnzeiaenprelS: Die achlgewaltene«orwaretllegcil« koilei 60 P'S.„jricine Anreiaen". da»-cllaebrrililc Äon antwortung in der internationalen Arbeiterschaft geworden ist, bewies der versöhnliche Geilt in Bern, der auch durch leb- fiafteste Kontroversen nicht erschüttert werden konnte. Selbst bei der gefährlichsten Erörterung, bei der Diskussion über die territoriale Neugestaltung der einzelneu Länder zeigt? sich der unüberwindliche Schwung großartigster Versöhnlichkeit. Auf ihr beruht der glückliche Ausgang der Konferenz in Bern und die herrliche llebereinstimmung, die sich in allen Be- schlüsten ausgedrückt hat. lieber Krieg und Greuel hinweg, über national entfachte Le'denichaften, über Gram und Verbitterung, über Feind- seligkeiten und Gehässigkeit, über Sieg und Niederlage haben sich die internationalen Proletarier toiedergefunden, um die feite Kette zu bilden, die sonst ihnen Kraft verliehen hat und die stark genug ist, den Anker der Hoffnung der iniernatio- nalen Arbeiterschaft zu tragen. Darin wurzelt die große Freude, die die Sozialiftenwelt über den Ausgang des Berner Kongresses erfüllt. Und darin die Ueberzengung, daß nach all den Wirrnissen dieser Kriegs- fahre der Weg zum Völkerglück wiedergefunden werden muß. Der letzte öericht. Lern, 10. Februar.(Schweizerische Depeschen-Agentur.) Ueber ..Diktatur und Demoirane" derichtete Branting«nd legte namens de» Ausschusses eine Entschließung vor, in der eS u. a. heißt: Die Konferenz begrüßt die gewaltigen Umwälzungen in Rußland, Oesterreich und Teutschland und fordert die Arbeiter aller Länder aus. demolratisch-revolutionäre Einrichtungen anzustreben, in deren Rahmen sich poliiische Umwälzungen vollziehen sollen. Die Kon- ferenz steht nach wie vor auf dem Boden der Demokratie, die auf der Freiheit in Rede und Schrift, auf dem gleichen allgemeinen Wahlreelit und der KoakitioltSfreiheit beruht. Die Sozialisi'erung der Betriebe muß planmäßig erfolgen: die willkürliche Uebernahnle einzelner Betriebe durch kleine Gruppen von Arbeitern ist nicht als Sozialisserung anzusehen. Eine sozialistische Entwicklung ist nur dann durchführbar, wenn sie von vornherein die Mehrheit des Bolkes hinter ssch hat. Jeder Versuch zur Diktatur eine» kleinen Teils des Proletariat» ist der sozialistische» Entwickle» gefährlich. Aus dem nächsten Kongreß soll die Frage des B v l s ch e w i s m u c- behandelt werden; ein Ausschuß soll diese Frage an Ort und Stelle in Rußland unierfuchetu Macdonald(England) erklärte in der Aussprache, ihm handele es sich darum, dem Sozialismus aller, Länder eine gemeinsame Richtung zu geden. Er warnte die Pariser Konferenz davor, durch ihre Beschlüsse dem Bolschewismus zu weiterer Verbreitung zu verhelfen. Infolge allgemeiner Unruhe während der Aussprache vertagte Huysmaus die Sitzung um l Uhr nach:?, Bern, 1ü. Februar. Die heutige Schluhfitznng der Jnternatio- nalen Sozialistenkonsrrenz beendete die Aussprache über das Thema > D e m o k r a t i e u n d T i t t a i u r. Loriot(Frankreich) gab eine Erklärung ab. daß eine Stellung- � nähme gegen den Bolschewismus zur Unterstützung der bourgeoisi- !'tischen Politik WUsonS beitragen wurde. Die russische Revolution 1 habe zu viel für den Sozialismus getan, als daß man sie brand- marken könne. Axelrod(russischer Menschewist) stellt fest, das) der Bolsche- wiSmnS nicht eine Diktatur de» Proletariats, sondern eine Diktatur über das Proletariat fei. Der Kongren müsse eine Untersuchung»- kommissivn nach Rußland cntlendcn, weil die Belschrwisten nur die Rückkehr der Reaktion ermöglichen, gegen die der TozinlismnS stets gekämpft habe. Friedrich Adler(Oesterreich) bringt eine von ihm, der sranzö- fischen Longuetgruppe, der norwegischen Delegation und dem Deutschen Herzfeld nnlerzeichncte Erklärung ein, die sich gegen die Brandmarlung der russischen Zustände verwahrt, solange noch keine neuen Nachrichten vorliegen und die Gegenseite nick; persönlich' gehört ist. Darüber entsvann sich eine erregte Erörterung. In der N a ch m j t t a g S s i p u n g spottete Troelstra(Holland) über die Demokratie, die jetzt gegen den Bolschewismus arbeite und ihren Sitz im Palais Bouröon oder im Credit L h o n n a i S habe, andererseits wies er darauf hin, daß der B o l- schewiSmu» die Grundsätze der Demokratie ver- loren habe. GawronSki(russischer Sozialrevolutionär) erklärt, die Bolsche- Wiste» hätten zwar daS große Eigentum beseitigt, dafür aber das ganze Volk verelendet. Kautolh lehnt die Resolution Adlers ab und unterstützt die Mehrheitsresolution. Das wichtigste Problem sei jetzt die Hebung der Produktion. Tie Volschcwisten hätten den Sozialismus durchführen wollen, aber nichts anderes erreicht, als eine neue Form de» Militarismus. Henderfon stellt im Namen der britischen Delegation fest, daß die Bolschewisten nach Bern hätten kommen können. Sie hätten da» nicht getan, weil sie genau wußten, daß ihre Grundsätze unvereinbar seien mit denen der Jnternatio« nale. Verastein(Deutschland), dem die deutschen MehrheitSparteiler das Wort abgetreten haben, erklärt nnter allgemeinem Beifall al» Gast, für England und Frankreich fri der Bolschewismus nur eine theoretische Frage, für Deutschland ad'rr eine praktische Frage, von der Leben und Tod der deutschrn Revnblik. abhänge. Der Bolschewismus könne nicht init dem Proletariat und der Revolution identifiziert werden. Bernstein ist rrstannt, baß die Internationale nicht darauf hinweise, daß die Bolschewisten alle» getan hätten, was die re» aktionSrftc Regierung nicht getan habe. Der BolschrkviSmuS sri drr Tod der Errnngenschafteii der Revolution. Da» hätten die eigenen Bericht? der Bolschewisten erkennen lassen. Eine Kommission zur Unters, ichung des Bolschewismus sei daher jetzt nur noch zu dem Zweck nötig, um festzustellen, daß ein zerrütte- te» System am Rndcr fei, das auch die anderen Staaten zerrütten wolle. Ter Bolschewismus habe die Korruption in Ruß- l a n d eingeführt und wolle sie auch in die Internationale einführen, wie er es schon in Deutschland getan habe. Der Sozia- liSmns dürre in keiner Weise mit dem Bolschewismus zusammen- arbeiten, da er, nnd da» gelte besonder» für das induftriereiche Deutschland, de« Hungertod de» Proletariats be- deuten würde. Branting führt dann in seinem Schlußwort auö: Obwohl die Meinungen wiederholt aufeinander geplatzt sind, können wir feststellen, daß nach den Erklärungen des Kongresses und besonder» nach der Klärung einer Frage, die ich nicht hier auftollen will, die Internationale wieder erstanden ist. Sic nruß auf demokratischem Wege jetzt wieder wirken im Sinne des Sozialismus. Ihr Ziel ist der demokratische Völkerbund, so wie er von dem Kongreß beschlossen worden ist, da? heißt, ein Völkerbund ohne Ausschluß irgend einer Nation. Wir hossen, daß das große Ziel erreicht wird auf Grund der Prinzipien, die Wilson für die Demokratie der ganzen Welt ausgestellt hat und wegen welcher er im Kampfe liegt mit gewissen imperialistischen Sftömungen. Voraussetzung dieses Völkerbundes ist, daß ein dau- ernder und gerechter Friede geschlossen wird.(Lebhafter Beifall.) praktischer Sozialismus. Noch ein Beitrag zur Arbeitsloseufrage. Von Erwin Barth. Ter Kernpunkt unserer großen wirtschastlicheu Not ist der verminderte ProduktionZertrag der deutschen Vollswirt- schaft und die gleichzeitig? riesenhafte Arbeitslosigkeit, die zm'ere Wirtschaftskraft noch mehr schwächen muß, wenn sie nicht laschesiens behoben werden kann. In- der Beschafsung von Arbeit für Arbeitslose ist. zur« zeit in Deutschland noch sehr tvenig Praktisches geschehen. Ran bringt wohl den ernsten Anforderungen, die dieses Problem stellt, Verständnis entgegen, aber es fehlt die Jnitiarivkraft. das Verständnis in rasch wirkende Aktion um- s zusetzen. Bisher sind es hauptsächlich die Gemeinden ge» ftoescn, Sie dnrch Bereitstellung von Notstandsarbeiten der- i sucht haben, die unproduktiven Geldausgabcn zur Unter- i uützung Arbeitsloser durch Bereitstellung von nützlicher Ar- ! beit zu bekämpfen. Aber auch die Gemeinden haben große ! Schwierigkeiten, weil der Umfang der ihnen zur Verfügung, stehenden Mittel sie zu weisester Sparsamkeit zwingt. Alle iGeldausgcchen für die Arbeitslosen müssen ja von der Allge- | mcinheit ausgebracht iwxk-n. Und der wirkliche Arbeits- - ertrag steht sehr' häusig hinter dem zurück, was an Geld' � Mitteln für solche Arbeiten ausgegeben wird. Mir sind jüngst ' erst in einer größeren Mittelstadt sowohl von amtlicher Stelle !als von seilen des Nröeitcrrates gleichlautende Mitteilungen ! gemacht ivoröen, daß die in Angriff genommenen Notstands- arbeiten unverhältnismäßig hohe Ausgaben erfordern, und daß das Arveitsresuttat so teuer wird, daß die Gefahr be- steht, aus Mangel an Mitteln in kürzester Zeit den ganzen Betrieb einstellen zu müssen. Der Gedanke des Sozialismus ist in der Arbeiterschaft stärker lebendig als die Klarheit, da« gerade der Sozialis- inns eine höhere Produktivität, einen größeren Reichtum bringen soll. Die Akkordarbeit ist beseitigt. Die Bezahlung der wirklichen Arbeftsleistung findet durch die allgemeine Einführung von Zeitlöhnen ihr Ende, Es besteht eine ge- wisse Unlust zu intensiver Arbeit, weil mau vermeiden will, daß der private Unleniehmer sich auf Kosten der Arbeiter bereichert. Die üblen Folgen, die daraus für die von der Allgemeinheit, also nicht Von einzelnen Privatunternehniern ausgeführten Notstandsarbeiteft sich ergeben, tonnen nur durch eine sozialistische Regelung der Ausführung der Notstandsarbeiten behoben werden. Mau könnte für jeden Kompler von Notstands- und sonstigen für die Beschäftigung von Arbeitslosen geeigneten öffentlichen Arbeiten eine Genossenschaft der dazu aufgeforderten Arbeitslosen gründen, die als Unternchmer der Stadt oder dem Staat gegenüber auftritt. Das Arbeit»- gebiet kann man genau abstecken und die Kosten für die Durchführung durch gemeinsame Verständigung festsetzen. Die Arbeitslosen selbst übernehmen dann als U n t e i- n e h m n n g s g c n o s s e n' ch a f t die Ausführung der Arbeit zu dein festgesetzten Preise und von Auitssefte wird lebig- lich das» technische Leitungspersonal und der Bureauapporal der Arbeitslosengenossenschaft zur Verfügung gestellt. Ich will das an einem praktischen Beispiel näher erläutern: Die Stadt T hat einen neuen Srraßenzug anzulegen oder der Bundesstaat' N. hat ein Stück Unland zu kultivieren. Die Behörde hat dafür die nötigen Pläne bereits zur Hand und sie läßt einen Kostenvoranschlag auSarbeiren. Nach Plan und Voranschlag werden zur Ausführung dieser Arbeit 50) Arbeitslose für(5 Monate Dauer benötigt. Bei Zugrunde- legung eines wöchentlichen Arbeitslohnes von Ell Mk. würden nach dem Voranschlag 780 000 M. für Arbeitslöhne notwendig sein. Diese Lohnhöhe ist ganz willkürlich und wird in ein- zelnen Orten höher, in anderen niedriger sein müssen. Nun werden die 500 Arbeitslosen ausgerufen und sestgestellt und noch am selben Tage auf Grund des bereits vorliegenden Organiiationsstatuis zu einer Genoisenschast zusammenge- fügt. Der Genossenschastsrat der Arbeitslosen gemeinsam mit dem Vorstand deS GewerkschastSkartells und dem Ar- beiterrat werden von den Amtsbehörden zur letzten Be- sprechung und Verständigung zusammengerufen. Dabei wirb erklärt, daß die Arbeitsgeräte und die eventuelle Unterkunft kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten dasitr sind ebenso wie die Ausgaben für da? technische Hilfspersonal bei der Kostenanfstellung zu berücksichtigen. Man einigt sich also beispielsweise auf den vorbereiteten Kostcuanschlag. Nun gehen die Arbeitslosen, die z u g I e i ch Unternehmer und Arbeiter sind, nach den Weisungen des technischen Personals ans Werk und haben die Arbeit ftir den dereinbarten Preis zu leisten. Seht hie Arbeit rafch von- statten, werden die Löhne natürlich steitzen. Wird sie weniger intensiv geleistet, so sinken die Löhne. Der ArbeitSlosengcnossenschaftsrat teilt nun lsie Arbeit mit Hilfe des technischen Personals in einzelne Lose ein und stellt zugleich den Sesamtlohn dafür, der etwas niedriger sein niub, als die Berechnung nach Maßgabe der verfügbaren Mittel und der zu le stenoen Tesamtarbeit ergibt, fest. Die Teilgrupprn der Arbeilslosen haben also die Möglichkeit. durch besonders intensive Arbeit ihr Einkommen entsprechend zu erhöhen. ES ist damit eine Form der B e za h l u n � ge- schaffen, die in genauem Einklang mit der wirf- lieh geleisteten Arbeit steht. Wind flott gearbeitet, so werden na-ürlich nach Beendigung des gesamten Werkes Ueberschüss« des angmuesenen Gesamtgrbcitslohnes vorhanden sein. Diese Ueberschülse sind dann unter die mit- Merkenden und bis zum Schlüsse aushallenden Arbeitslosen zu verteilen. Es gibt keinen Antreiber, e« gibt keinen Privatunternehmer. der den Arbeitern den Mehrwert abnimmt und sich «nrcchtmä&ig bereichert. D i e Arbeitslosen s e l b st nehmen die Früchte ihrer Arbeitstätigkeit re st lo s für sich, lind sie werden dadurch angereizt, jeden ihrer Mitarbeiter im eigenen Interesse zu bester Anstrengung bei der Arbeit anzuhalten. Wer sich besonders um die Arbeit drückt, der schatdigt seine Mitarbeiter, und diese werden ihn durch Mehrheitsbeschluß von der weiteren Teilnahme an der Arbeit ausschließen können. Die derart von ihren eigenen Schicksals- und Arbeitsgenossen ausge'chlossenen Arbeiter verlieren damit auch den Anspruch auf Arbeitslosenunter- ftützung. Bei Arbelten, dl? weit vom Wohnort entfernt liegen und die Trennung des Arbeitslosen von seiner Familie, also einen eigenen Haushalt für den UrbeÜSlosen erfordern, sind sei tens der Gemeinde die Beträge für die F a m i l i e n u n t e r- st ü K u n g weiter zu bezahlen, um den Arbeitslosen die Sorge für ihre Familien zu erleichtern. Aus diesem Wege, der Sozialismus und gleich- zeitig Arbeitslosenfürsorge und praktische Wirtschaftspolitik ist. können die Interessen der All- gemeinhe i gleichzeitig mit den besonderen Bedürfnissen der Arbeitslosen glücklich verknüpft werden und kann eine große Beruhigung unter die um die Zukunft ihrer Existenz schwer besorgten Arbeitslosen getragen werden. Sne Neöe Clemenceaus. Er schärft daS Misttrauen gegen Deutschkand. Paris,>0. Februar.(fiavaS.) Slemenceau machte einem Vertreter der Associated Preß folgende Erklärungen: Ich habe gesagt, daß der Krieg gewonnen sei. ES Ist vielleicht zu viel gesagt, wenn man sagt, es sei eine Pause im Sturm eingetreten, aber man muß alte lAdgl ich leiten in» Auge fassen. AeuerdingS gemachte Enthüllungen gaben mir Gelegenheit, in die Pläne des Feinde? einzusehen, besser, als man es früher ver- mochte. ES gab nicht nur einen Traum der militärischen Herr- schasl Preußens, es gab auch eine tief angelegte Verschwörung zur Vernichtung Frankreich», sowohl in kommerzieller und indnftrieller Hinsicht, als auch in militärischer. ES ist sehr schwer, die Industrie Frankreichs wieder ins Leben zurückzurufen. Deutschland dagegen hat alle seine Werke in Ordnung halten können und kann ste sofort wieder in Vetrieb sehen. In kommerzieller und industrieller Hin- ficht ist beim Kamps zwischen Frankreich und Deutschland dem lehkeren der Sieg geblieben. Wa» dir Finanzen anbelangt, so sind die deutschen Kriegsschulden infolge der Blockade ausschließlich in- ländische, deren Zahlung leicht verweigert werden kann, während Frankreich seine Schulden bezahlen muß. Die Guthoben, die Frankreich vor dem Kriege im Auslände gehabl hat, belaufen sich auf SO— SO Milliarden, von denen im günstigen Falle vielleicht zwei Drittel nachträglich wiader hereinkommen können. Wa» die militärisch» Lage angebt, so hat die gegen. wärtige Lage gewiß etwa» Beunruhigende». Die Alliierten haben allerdings die deutsche Marin« beschlagnahmt und den Feind entwafsnet, aber e» bleibt noch da» chaotische Rußland, wo- herdi» deutschen Truvpen Hili» beziehen fänn- Der Künstle? unü üas politische Wirken. Der Dichter Brun» Frank, einer vom jungen tvescklechl Hai im Münchener.Politikchen Rat geistiger Arbeiter" eine Rede gesprixben, die jetzt vom Mu'arion- Verlag unter dem Titel.Von der Menichenliebe" in Form eines lleinen Taschenbuches veröffentlicht worden ist. Im der Rad« lebt«in klar ausgerichteter Wille: au» zornigem Begreiien unserer Kulturnöte geboren, arbeitel er at» tauler«» krängen der Tat. Wrr geben au» der Rede da» folgend« Stück: Vis Victor Hugo an Voltaire» hundertstem Todettag zti dessen Ehren sprach, da sagte er ungefähr:.Dieser Mann, er ganz allein. nahm de» Kampf auf gegen die vereinigten Mächte de» alten R»> Hiuient», gegen Hof. Adel und Plutokraiie. gegen da» abickeulich« Beamtentum, da» so lastend war für den Untertan und so fügsam gegen die Großen, da» vor dem Throne kniete aus der Brust de» Volke». Er. Voltaire ganz allein, wagte d>» Schlackt peOen diese furchtbaren angestamm'.en Gewalten. Und wa» war seine Waffek Seine Waffe war vernichtend wie der Blitzstrahl und leicht wie die Luft. E» war eine Feder." Ein großer' Mensch, ganz gewiß, dem man so etwa» in» Grab Nachrufen darf! Aber wenige, wenig» find so zu direkter Wirkung Von der Ratur auSerwählt. Wa» ich Ihnen sagen will, ist die»: die Kunst braucht nicht Propaganda zu sein, um weiterzuführen auf dem Wege zur Menschenliebe und zur Freiheit. Sie muß nur selber erfüllt sein von einem freien und gütigen Geist. Politische Wirkung im direkten Sinn ist gar nicht immer ihr» Sache. Dolto» jewski war. um im gewöhnlichen Jargon zu reden, e,n politischer Reaktionär; aber der umfassend« OJerechligk itSwille, die tiefe Sehnsucht nach Mitleib und Güte, die seine Werk« atmen, haben ganz gewiß mit dazu beigetragen, die Atmosphäre der Befreiung »n Rußland zu schaffen. Ein Gleiche» gilt in Deutschland von Artur Schopenhauer, diesem größten Künstler unter den Philo- sophen. der sich für einen Konservativen hielt, und dessen Mitleids« lehre dennoch in Deutschland den tiefsten sozialisierenden Einfluß geübt hat. Nicht direkt freilich und offensichtlich. E» braucht nicht so zu sein, daß wie zur Zeit Hegel» der Tienstmann an der Ecke die Schlagwort« einer Philosophie Im Munde führt. Sondern in tausendfach verästelten, unterirdischen Kanälen strömen Empfir»« düngen und Ideen durch dal Land und schießen auf in Blüte» und Früchten, di« vom Ursprung ihrer Kraft nicht» wisse». Der Aufruf, da» Manifest, di« politische Geste kann In Zeiten wie v'eken von höchstem Werte sein. Aber vergessen wir darüber nicht di» sanfte lleberrcdung liebender Gerechtigkeit. Bor ei» paar t e n. wenn die engkische Armee devoMsiierß unL die amerikanische nach den vereinigten Staaten zurückgekehrt lst. So stände Frank- reich isoliert da und dann könnte die Gefahr entstehen, daß Deutsch- land den Streit mit Waffengemalt wieder aufnimmt. DieS müßte große Beunruhigung hervorrufen, wenn nicht Wilson seine Zu- sicherungen gegeben hätte. Alle unsere Pläne bauen sich auf der großartigen Grundlage auf, die Wilson gelegt, und auf den Prin- zipien, die er verkündet hat. Wir haben kein« käuflichen Aspira- tionen und wir setzen unser ganzes Wissen und Können zur Schaffung einer besseren Welt ein, damit die ganze Menschheit in Gerechtigkeit leben kann. Elemenceau weiß natürlich ganz genau, daß Deutschland außerstande ist, den Krieg neu aufzunehmen. Wenn er trotzdem diese» Gespenst an die Wand zeichnet, so nur darum, um der sehr schwachen Position seiner Racheabstchten mehr Kraft zuzuführen und die weit vernünftiger und kühler denkenden Amerikaner und Engländer vor seinen Karren zu spannen. Das dürfte ihm aber kaum gelingen. Verschärfung üer waffenstillstanüs- beöingunaen. AuSfieferunF weitereu Kriegsmaterials. Pari». 10. Februar.919 über Q n I rn s e r verhängt worden und mußte auch aus»ine An- zahl Oetschosten der Umgegend von Eulmsre au»- gedehnt«reden.®» sind die» Cstiriion, Brvschn», BiSkuvik, Eichenau, Gut Rawra, Glauchau, Heemanednrs, Lippiamio, Stfino» und Tiltitz. Die Division hat in diesen Grenzgebicten durch die feindselige Haltung der Polen, die«. a. Kern. sdrechleituage« zee stören und den lruvven bewaks- nete« Widerstand leisten, nach wie vor erheblich« Schmie- eigkcitea ,u tlberminden, die: Nationalversammlung für die Kriegs- gefangenen. tkin DenionstrarionSantraff. Der Pationalnersammlung ist folgender von Mitgliedern aller Parteien unterzeichneter Antrag zu- gegangen: .Tie deutsche Nationasvenammlung erhebt Ein- s p r u ch gegen die Zurückhaltung von Kriegs- und Zivilgefongenen. Die Gefangenen der Alliier- Monaten saß ich in Berlin im Theater, in einer gar n'ckt besonder» guten Aufführung von Gerhart Hauptmann».Hanneie". E» nxir in einem Riesenbau», der Volksbühne am Bülowplatz, die wohl dreichusenb Menschen faßt, und dies?» Riesenbau« war gefüllt. Ick erinnere mich noch der Bew gung, d'» an einer bestimmten Stelle durch den Raum ging. Sie kennen sie wobl alle, die Stelle. aber ich will sie Ihnen dock wörilich inS Gedäcktn:» rufen. Es sind Perke, mit denen die Boten der Erlösung da? mißhandelte, ver- hungerte Proletarierkind vor dem Sterben anrufen: »Auk jenen Hügeln die Sonne, Sie bat dir ihr Gold nick! gegeben, Do» w hende Grün in den Tälern, El hat sich für dich nicht gebreitet Da» goldene Brot auf den A'ckern, Dir wollt'«I den Hunger nickt stillen, Die Milch der weidenden Rind??, Dir schäumte sie nicht in den Krug. Die Blumen und Blüten der Erde, Gesogen voll Duft und voll� Süße, Boll Purpur und himmlischer Blau� Dir säumten si« nicht deinen Weg." Antz dann beginnt der Trost: .Wir bringen ekn erste» Gefffteiv Durch Finsternisse getrage»... In diesem Augenblick ging e» durch den großen Rmem wie ein Weyen, körperlich spürbar, alle Hörer, die Im Parkett uns dir ganz oben, verschmolz'n miteinander in einem großen Gefühl, jedem wurde die Brust weit und da» Herz groß vor Mitleid und vor Liebe. Glauben Sie nicht mit mir, daß diese sanften Verse, all- abendstich wiederholt, ein wenig doch dazu beigetragen haben, den Weg''frei zu machen für die Erhebung� Jemand hat gesagt, der große Dostojewtki ses gewiß kein be- sonder» guter, sondern ein besonder« böser Mensch gewesen, sonst hätte er sich nicht so inbrünstig nach Güte und Heiligsein gesehnt. Da» Wort ist natürlich literateahaft pointiert Ader e» enthält einen Kern von Wahrheit. Ja. auch ich meine nickt, daß der Künstler im ganzen ein reinerer, höherer, stärkerer Mensch sei al» die andezn. Eher glaube ich da» Gegenteil. Nämlich, daß er seinen Trieben« mehr unterworfen ist al» ein anderer, vor allem den Trieben und bösen Süchten seine» Ehrgeize». Aber was ihn her- aulbebt und legitimiert vor dem Geiste, da« ist eine»: da» ist di« S«hnfucht nach d«m Anderssrin und sein« Erkenntnis anderer Existenzformen. Sehnsüchtig liebende» UnS-vcrsenken in unsere UiOtocU und leidenschaftlich« VxfciUiscu«, da» scheint» püt»och ton sind iirrer SMmerf x!lri>cka?si?h?n. Es ist ein? Forßmmg der M e„ s ch l i ch k e i t und Gerechligkeit, daß auch die Leidenszeit der deutschen Kriegsgesaugcnen schleunigst beendet wird. Tie Nationalversammlung ruft die Nenkralen und das Gewissen der ganzen Welt auf, sich mit ihr zu ver- einigen in der Fordern'tzi. den Gefangenen die Heimat, den Familien den Gatten und Vater zuriicksugcben. die. jahrelang von den Angehörigen gelrennt, mit Ungeduld die Erlösung aus der Gefangenschaft erwarten. Die deutsche Nntionasversammlung sendet den Brüdern jenseits' der Grenze den Gruß der Heimat zu. Konflikt mit dem Nünfteristhen General� Soldatenrat. Wie der„Münsterische Anzeiger" meldet, hat der Eenercil» soldalerrat de» 7. Armeekorps eine Entschließung angenommen, in der die Verfügung der ReichSregierung über die Kommando- gemalt und die Stellung der Coldatenräte nicht anerkannt wird. In den Richtlinien an di» Be.zirk»soldatenräte des 7. KorpS heiß! eS u. a.: Die Kommandogewalt im 7. Korps liegt in d e n Händen de« Generalsoldoienrate». Einziehungen dürfen nicht mehr erfolgen. Waffen dürfen nur>m Wach», Sicherbeits. und Begleildienst getragen werden. Rangabzeichen sind sofort zu entfernen, vor Aukführnng der Verfügungen im Armee-VerordnungSblatt Ist jedesmal die Stellungnahm« des Korps-verordnungSblattei abzuwarten. Im Bereich de» 7. Armeekorps darf kein Freiwilligenbatail- loa gebildet werden; jede Werbetätigkeit ist zu unter» binden, die Abreise von Freiwilligen ist zu per hindern. An Stelle des stehenden Heere» ist eine auf sozialer Grundlage aufgestellte Votkswehr zu bilden. Ter KammanAierend« General des 7. Armeekorps hat die Reichsregierung um militärischen Schutz gegen die Durch» führung der Beschlüsse des GeneralsoldatenratZ gebeten. Dieser militärische S»utz ist am Sonntag in Münster eingetroffen. Der BezirkSsoldotenrat der Stadt Munster steht nicht auf feiten de» Generalsoldaten» rat». s ch e n Arbeitet unter den Abgeordneten der in der Nationalversammlung sitzen. Wer nehmen gern zur Kenntnis, daß die„vgfsische Zeitung" oon dem Wablkamvf der Dei,t''chdem?kratifchen Partei gegen di« Sozialisierung, der stellenweise noch Eugen Richterschen Methoden gefübrt wund«, abrückt. Daß aber dieser W-ihlkampf nur ein Scheinmanöver war. müssen wir vor der Hart bezweifeln, Jebenkall» bleibt es abzuwarten, ob und wie weil die mehr sozial gerichteten Elemente unter den Deutschdemckraten.deren Er stenz auch der Worklaui unserer Notiz nicht. sich in der Partei durchsetzen werden. Eichhorn in Braunfchweig. Die„B. Z. am Mittag" hebauviet, daß Eichhorn sich in Bcaunjchweig befinde und wahrscheinlich dar! im Schlosse wohne. immer die besten Wege zum großen Werk und zur beglückenden Wirkung. Und nicht zuletzt der innere Kampf gegen, unsere kleine« Eitelkeiten. flort'zm. — voriräge. In der Urania wird am 12. und 15. s?c» bruar. abend» 8 Ubr. Direktor Franz(Heerte einen mit zahlreichen Bildern auSaestalliteu Vorlag„Von Tborn b!S Danzig unser Weichselnebiet und dt« polnische Gekastr" halten.— Im vcb'ller» iaal Cbarlottenburg spricht Paul Schubring, Mittwoch abend, «th Uhr. über.Da» altdeutsche Bildni»'. V:er Vorträge 4 VI. — Theater. Im Lrssing.The<,Ier gebt am 17. Februar Franz Herczegl Komödie„Der Blaufuchs" neueinstutsiert i« Szene. — Eine staatliche Hochschul« für Mnkik soll in Zu» kipift da» Dresdner.königl'cbe Kaufervatariuin' ersetzen, das b:S« her in Hän-den von nur kaufmännisch interessiert.'n Nichtfachleute« sag. denen die AnSbeutung ihrer Lehrer m'e Schirler Hobe Vermögen«ipH rockt«, ohne sie zu sozialen oder künftlemich bvrserndeft Maßnahmen zu verpflichten. Diesem ltnternabmer.Nirwefen wirb jetzl ein Ende gemacht wenden. Ein Ausschuß wird einen festen Plan für die neue Anstalt au»» arbeiten. Der Komponist Paul Büttner, der dem Aiisscheiß an» gehört, forden in der„Dresdner Volkszeitung". deren M>iirkr.'ferent er ist. daß der Anstalt eine Grund- und Mittelschul« alS vor» benntungSklassen angegliedeN werden möchten. — AuS astronomischen Zeitschriften. Da« Ge» heimni» der Nordlichistrablen ist im Laufe der letzten SO Jabr« immer mehr enthüllt worden. Wir Dr. Arckenbold. HerauSaeber de».Weltall»", in Heft T8 mitteilt, ist der Eintluß der Sonnen» flecken einwandfrei nachgewiesen worden. E; konnte sogar dir Ge» schwindigkeit der Nordlichtstrahlen festgestellt werden: Da» ver- schiedenr Aussehen der Nordlichter, wovon zwei Beispiele an Abbil- düngen gegeben werden, dangt von der chemischen Natur der Nord» licklstrablen ab Ein Leser der Zeitschrist beschreibt zahlreich« Be» obacktunyen von Nordlichtern, die er im Felde am Rigaischen Meer» busen machen konnte. Im„Gestirnten Himmel" regt Dr. Archen» hold zur Beobachtung eine» ausgedehnten Nebels, der diesen Monat noch günstig im Sternbild« de» Orion zu beobachten ist. durch Wort und Bild an. — Da»Zejchenbe»Gejste». Im Gimplieissimu» wird erzählt: vor einigen Tagen stand ick im Gedeänae zwischen drei hoffnungsvollen Jünglingen— zwölf- br» dierzehufäbrigen— und hörte folgende Unterhaltung:.Sag maß Fritz«, warum Haft du denn den Jakob Mever in den„Bund" aukaenommenk Intelligent ist der doch gerade nichtl"—.Mensch. Aujuft, da irrst du dich aber jewaltig. Der ist au»'n«r hochbcjabten Familie... logt dem sein Vater für Schiebung»« gemacht tzai.. 4* Sn Aufruf öcr Unabhängigen. Tie„Un richrol?rnen— Prinzipiellen". .An da» revolulionär« Proletariat Teutschlands" richtet sich ein Aufrus. den die Parteileitung und Kraktion der U. S. P. D. an der Tpitze der.Freiheit" oeröffentlichen. Di« Unabhängigen füh- ren darin et-va die entgegengesetzte Sprache, wie vor sechs Wochen, als sie noch in der Regierung saßen. Während sie damals für die Schwierigkeiten in der äußeren und inneren La�e volles Verständnis hatten, sollen jetzt di« Mehrheits- jozialisten für olles verannvortlich sein. Der Aufruf arbeitet mit ungeheuren Verdrehungen. So wird Ebert, Scheidemann. IloSke. Landsberg vorgeworfen, sie stützte sich nur auf die Gewalt der Massen. Das wogen die Unabhängigen nach dem Aussall der Wahlen zur Nationalversamm- !ung zu schreiben, bei denen die Mehrheitspartei l> Millionen Stimmen, die U. S. P. D. nur 2 Millionen Stimmen erhielt Einige Absätze später wird denselben Ebert. Scheidemann usw. vor- geworsen, daß sie ein M i n i st e r i u m u n t e r' H« r a n- ziehung der bürgerlichen Parteien bilden. Also wäh- rersd oben die angebliche Militärdiktatur das Verbrechen der mehrheitSsozialiftischen Führer ist. wird ibnen unten als Verbrechen angekreidet, daß sie als gute Demokraten die Konse- gUenz der Volksabstimmung ziehen, die bekanntlich leine reinsozialdemokratische Mehrheit ergeben bat. Wer denkt da nicht an das alt« Soldatcnwort: Wie maus macht. istZ verkehrt! Am Schluß preist die U. S. P. D. ihre.unerschrocken prinzipiell« proletarische Politik". Wir überlassen diese Wort? dem Hohngelächter der.Roten Fahn«', die sich bcrcltZ heute weidlich über den„Wechselbalg' der Doktoren Hilfcrbing und Vreitscheid lustig macht, die»ixis Rezept gesunden haben, wie man bürgerliche Demokratie und proletarische Diktatur einträchtig ver» «tnt". Ter Spott der.Rothen Fahne" ist von ihrer Seite ebenso berechtigt, wie die Kritik, die wir von der unseren an den Vreii- scheid-Hilferdingschen Plänen geübt haben. Tatsächlich war die »unerschrocken prinzipielle proletarische" Politik der Unabhängigen ui« etwa? anderes als ein unklare», zielloses, schwächliches Hin» und Herschwanken zwischen der Mehrheitspartei und den Sparta- Asten, mit unvorhergesehenen Schwenkungen bald noch der einen, bald nach der anderen Seide, mit einem Wort: uational- liberal.. f{u5 der Sitzung des Zentralrates. In der Sitzung des Zentralrate» vom lO. Februar wurde unter anderem em Schreiben der Delegierten der KorpS-Soldatcn- rät« beraten, in welchem eine große Anzahl Forderungen formu» liert waren, vor allem die Schassung eines Reichssoldaten- tat«», die der Zentralrat in dieser Form als undurchführ- bor ablehnen mußt«.— Am l3. Februar morgen? wird eine kitzung mit dem preußischen StaatSministerium stattfinden, auf bereu Tage»ordnung eine Fülle wichtiger preußischer Angelegen» heile» steht.— Der Zentralrat forden die zentralen A.» und S.- Rite»och einmal dringend aus, so schnell wie möglich ihre Adressen cfatgu(enden. Llehrheltsfozialiftistber S.'Kat in Hamburg Wd der Neuwahl de« Siebener-AuSfchusses der Groh-Ham- bmrger koldatenrät« wurden nach einer Meldung der.Voss. Ztg." > Mehrhettssozialisten gegen 2 Unabhngige gewählt— Diese» Wahlresultat widerlegt schlagend die Behauptungen den Unabhängigen und spaNatiftische» Press« über dl» angeblich« WWu«»M> da« Hamburger Soldaten. Neue Unruhen in Mamburg. Kampf mit Räuberbanden. yn her vergangenen Vach« ist es k» Hamburg abermal? zu Vchirtzrreien i» der Näde de? Dammtvrbahndases gekommen. Dewaffaet« Binden haben einig» Bisten angegriffen» um sie|«»lündern. Di» Stcherheitswehr griff ei« und es Vom zu Gr- fechte». Ter Hamburger Sichrrdeitddieust tilgt noch in Alarm- barrttschast._ 112 Mastbinenyewehre. ©rofjer Waffenfund In Erfurt. tkrfu rt, IL Februar,«fig. Trahtbrr. de»„Borwärktz.) Bei einer vaffrnrazzia in Erfurt wurden nebe» einer«rohen Mrng»»o« Armeegrwrhren und Sarabiaern nicht weniger al» llZ Maschinrugewehre gefunden. Dirsrr in seiner ungeheuerlichen Mrng» hoffrntlich»errinzelt dastehende Waffrnfund gestatte» einen Einblick in den Umsang de» Heere»- gute», da» sich in unkontrollierbarra Händen befindet. Man begreift fetzt, warum dir.Rote Fahne" sich so außer« ordentlich über die Besetzung Erfurt» durch Regierung Struppen «ntrüstet hat! Kämpfe bei Na?el. Weitere lSrausumkertcu der Posen. Rakel, lt. Februar. Den Schutz der Stadt Rakel, hie unter schwerem Artilleriefeuer liegt, hat das FreiwilligentorpS Brüssow übernommen, welches am b. Februar Berlin verlassen hat. Da» Korps sichert augenblicklich die Stadt und die umliegenden Ort- schaften und steht in engster Fühlung mit dem Feinde, welcher über gut ausgebildete wohldisziplinierte Fnfanterietruppcn verfügt. Einschläge der polnischen Artillerie erfolgen hauptsächlich am Bahnhof und auf dem Marktplatz, doch erwidert die Ar- t i l l e r i e des Freikorps ununterbrochen das Feuer. Augenblick- lich muß man m>t einem kräftigen Vor st oß der Polen rechnen; die Ostbahnlinie ist auf da» schwerste bedroht, wenn eS den Polen gelingt, Rakel einzunehmen. Das Verhalten der Polen selbst gegenüber Verwundeten ist von viehischer Rohheit. In einem Gefecht bei Rosko, welche» bei dem FreiwilligenkorpS Brüssow über hundert Mann Verluste forderte, haben die Polen selbst Sraukeuträge, und verwundet« in bestialischer Weise nieder» »«macht. die SpartakuS'prozeffe. Heuk« sieht eine Gruppe von 7 Personen vor der ö. Straf- kammer de» Landgerichts I unter Vorsitz des Lanöfte»icht»darettors Macco. und zwar: l. Tischler Bernhard Heinze. 2. Schlosser Wilhelm Müller. 3. Hoteldiener Al'red P a a tz s ch, 4. Schlosser Reinhold Schünemann, V. Sckll offer Paul Sterbt, 3. Trans- Portarbeiter Karl Timme,?. Krastiahrcr Gustav Ulrich. ES handelt sich um die Vorgänge bei dem Polizeipräsidium. Por Ein- tritt tn die Verhandlung erklärt der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosen selb: Ich beantrage die Aufhebung des Termins, weil die Angeklagten ein« Ladung zum Termin überhaupt nicht erhalten haben, sondern aus dem Tegeler Gefängnis einfach vorge- führt worden sind. Das Perfahren gegen die Angeklagten in den sogenannten Spartakus-Prozessen muß überhaupt Befremden er» regen, d»un fit«erde» schlechter»«Handelt, als«» sonst der Fall ist: sie werden nicht al» linker» luchung» gefangene behandelt, sondern in das Gesäagnis von Tegel gesteckt. Dadurch wird wird der Verkehr mit ihren Verteldigern erheblich erschwert, zumal aucki die Verteidiger im letzten Augenblick— ich beispielsweise er st heute früh— eine Vorladung zugestellt erhalten. Da» ist ein ganz un- Ztilässjges Veriahren, das mir Veianlassung gegeben hat, bei dem Oberstaatsanwalt Beschwerde zu ergeben. Der Oberstaatsanwalt ha» ihre Berechtigung auch an- erkannt, denn eS heißt in seinem Bescheide:.Auch von mir wird anerkannt, daß die Unterbringung von Un- iersuchungSgefangenen im SlrasgefängniS Berlin- Tegel den Verkehr mit den Verteidigern, zumal bei den jetzigen schwierigen Verkehrs- Verhältnissen in recht unerwünschter Weise er» schwer». Bei b:x Belegung der in Berlin belegenen Anstalten und den durch die Revolution hervorgerufenen sonstigen Perhält- nissen mußte dieser Uebelstand aber in den Kauf ge- nommen werden. Da jetzt eine leichte Besserung eingetreten ist. werde ick dafür sorgen, daß die Gr- fangenen. die einen Verteidiger haben, nach Möglichkeit dem Unter- suchung?. oder Zellengefängniz zuge'übrt werden." Aetzt ist man dazu übergegangen, den Angeklagken nahezulegen, aus die Fnne- Haltung der vadunysfrist zu verzichten. Es muh verlang! werden, daß die Termine so zeitig angesetzt werden, daß«in« ortmungS- mäßige Verteidigung ermöglicht wird.— Staatsanwalt: Die allgemeinen Vcrlebrsschwierigkeilen sind für diese Tinge verantwortlich zu machen.— N.-A. Weinberg schloß sich den AuSiiih» rungen de? Mitverteidigers an und beantragte, die von ihm ver- teidigten Angeklagten aus der Hast zu entlassen.— Vorsitzen- der: Ich habe einen möglichst kurzen Tenrrn angesetzt, da die An» geklagten in Hast sitzen, die nicht unnütz verlängert werden sollte.— Räch kurzer Beratung beschließt daS©f icht, den Antrag auf Haftentlassung der vom N.-A. Weirrherg verteidigten fünf Angeklagten abzulehnen, weil mit Rücksicht aus die eventuell zu erwartende Höhe der Strafe Fluchtverdacht be» skebt; im übriaen aber die Verhandlung zu vertagen. Rechtsanwalt Dr. R o s e n f« l d: Durch diesen Beschluß hat da» Gerich! also anerkannt, daß gegen die Angeklagten ander? verfahren worden ist, als vom Gesetz vorgeschrieben worden ist. Die Folge dieses ungeschmätzigen Verfahren» ist eine Bcr- lagung. und eS ist nicht zu verlaw'cn, daß die beiden von mir ver- tcidigte.i Angeklagten darunter Schaden zu leiden haben. Beide haben ein« feste Wohnung und so beantrage ich ihre Haftentlassung. — Der Staatsanwalt widerspricht mit dem Hinweise darauf, daß man dem?lngeklagten ja später die Untersuchungshaft an» rechnen könne. Die Angeklagten bitten sämtlich um Haftentlassung. — Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende: Sämtliche An- träge auf Haftentlassung werden abgelehnt, da wegen der Höhe der eventuell z» erwartenden Strafe Fluchtverdacht gegeben ist. Eine Begründung der Verhaftung mit der Unsicherheit, die jetzt herrscht, ist nirgends gegeben worden, dieser Hinweis des Verteidigers erübrigt sich also. Die Behauptung, daß nicht nach den gesetzlichen Vorschriften verfahren werde, muß daS Gericht ablehnen. ES wird in diesen Sachen nicht ander? verfahren, als in anderen Strafsachen, wo im Interesse in Hast sitzender Angeklagten Ter- inine oft schnell angesetzt werden und die Angeklagten auf Inne- Haltung der Ladesrift verzichten. Da» Gericht bat also die Ver- ta g u n g beschlossen. Wenn von den Angeklagten aus Innehaltung lter Ladesrift nun verzichte» wird, lönnte die Verhandlung schon diesen Sonnabend stattfinden, andernfalls erst Sonnabend über acht Tage.— Von den Bcrtridigern und den Angeklagten wird dieser Verzicht ausgesprochen, so daß der Verhandlungstermin auf Sonnabend» 15. Februar, angesetzt wird. GlWerkschastsbeweglmg Streik der Rollkutscher und TpeditionSarbeiter. Dt» tn den Betrieben der Spediteure beschäftigten Rollkutscher und SpehitionSarbeiter haben am Montag die Arbeit niedergelegt. Tie fordern die Zahlung einer EntschuldungSsumme von SA) M. und eine laufende Teuerungszulage von 84 zu dem jetz�sen Wochenlohn von 86 M� so daß der höchste Lohn also l20 M. wöchentlich betragen würde Di« Spediteure sollten bis zum 8. d. M. eine bindende Erklärung abgeben, ob sie zur Zahlung der geforderten Enkschuldunpssumm» bereit seien. Weil eine solche Erklärung nicht abgegeben wurde, erfolgte am Montag dir ArbeitSnteder» legung. Der Vertreter der Spediteure hat den Vertretern deS T rankportarbeikervel band«» und den Streikenden gegenüber er- klärt, die Verhandlungen könnten erst tm Lauie dieser Woche ge- führt werden; die Gewäbrung einer EntschuldungSsumme würbe er den Spediteuren empfehlen; di« Höhe der Summ« könne ja tn den Verhandlungen vereinbart werden. Auch über die Forderung der laufenden Teuerungszulage seien di» Spediteure bereit, zu verhandeln. Rackdem der Streik eingetreten war, sagte die Ver» tretung der Spediteure zu. daß über die EntschuldungSsumme und später auch über die Teuerungszulage verbandelt werden sollte unter der Voraussetzung, daß am Dienstag die Arbeit wieder auk- genommen werde. Wenn diese Voraussetzung erfüllt iverde. sollte auch der Lohn für den Streiktag bezahlt werden. Eine am Dienstag vormittag abaebalten» Versammlung derTtreikenden lcbnt» tn llebereinstimmung mit Ihren Ver- trauensmänncrn diesen Vorschlag der Spediteure ein- stimmig ab und beschloß Im Streik zu verharren, bis die Entschuldungesumme bewilligt sei. Zn den Differenzen int HanbesSssewerbe. Den SchiedSspuch de» EintgunaSamte» haben die Vertrauens- leute einstimmig angenommen, dahinaogen haben die Arbeitgeber im HandelSgewerbe den SchicdSsprucb nicht anerkannt, sondern haben gewünscht, noch einmal mit der Organisation in Verband- lung zu treten ohne daS EinigungSamt. Die gestern tagende Ver- trauenSlnänncrkonicrenz hat einstimmig den SchiedSivruch noch einmal brkrästigt und e« abgelehnt, w wettere Verhandlungen mit den Unternehmern einzutreten. Heute abend 7 Uhr findet im Ge- wcrkschaftshause eine allgemeine HandelSarbeiter-Versammlung statt, in der endgültig über den Spruch de» EirngungSamteS beschlossen wird. An di» Angestellten der ErregSoegsnlsaftonen. vom Arbeits- aiiSichliß der Anaestelltev wertem wir um Ausnahme vorstebenber Erklärung gebeien: Am Donnerstag ist die neunaliedriae PerbandlungSfommiisson des ArbcitSauichusies der Angrstelleen der Gron-Berliner KrieaSoraani'at nnen neu aewäblt worden. Dir ch diese Wabl tritt in den yerbandlunaen über untere Forderungen eine Verzögerung von ewigen Tauen ein. Der Arbeitsausschuß bat iedoch im di inaenden Interesse der Angestellten der Jkrieasoraanl'dtionen?« für richftg gebalten alle zur Emiguna der Angestellten erforderlichen Schritte ,u unternebmen. Es bedarf keiner Verstcheiung. daß der Arbeitsausschuß ollen wetteren �Ver- ichlepv»n.isver'»wen, von welcher Seit« sie auch tommen mögen. mit oller Energie entgegentreten wird. Die Verbandlunaen mit den Behörden ssnb auk DongerSlvg. den l3. Februar d. I angesetzt worden. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird die Plenarverjaminlung der Obleute«inberufen werde». GroßSerün Die Berliner Ttadtverordnetvnwahleu, Ausstellung der Kandidaten der S. P. D. Gestern aibomd tagte in der Aula de» F rrndr ichSgymnastmn» «in« Geueraloerfanimlung des Soziatdetnolw'tiischea Verein» kür Borlin Es galt, die Kandedateitlist« für die Sonntag, den 23. Fe» brrnir, statt sindende Stadtverordnetenwahl aufzustellen. Genosse Ritter wies in seinem einleitenden Refevat ba«uk hin, daß jetzt, ftn Gegensatz zu den früheren Wahlen, ganz Berlin nur einen einzigen Wahlkreis bildet. Bei der nach den Vor» schlagen der Abteilungen zusammeiiaestellten Liste könnten deshalb nicht die besonderen Wünsche der Able-ilurige» in vollem Umsang« derücksichrigt werden, sondern es komme darauf an, die Stadwer» ordnetenversammlimg so zusammonzusetzen, wie es das Interess» der wefamten BevöUevung Berlins erfordere. An die erste Stell« der L! sie, die im ganze» l4s Namen enthält, seien Parteigenossen gestellt wovden, die sich seit langer Fest in der kommunalen AiBeit bewährt haben. Ferner feien ftir aussichtsreiche Mandate tüchtige Fachleute, wie Acrzre, Juristen, Lehre« usw., aufgestellt, die ihr« Fachkenninisse in den Dienst der Gemeinde stellen konnten. Tuch die Frauen seien boi der Aufstellung der Liste envspvecheild berück- sichligt worden. Weiter beineckt« der Redner, die Parteigenossen sollten eS nicht etwa»m Gefühl der Sickte rheit unsere» Erfolge» an rühriger Aaitativn und Wahlardeit fehlen lassen. Nach lanMrer Diskussion sbi-mmte dir Versaanmlung der vor» geschlagnen jfaiividatenlist« zu, nachdem einige Aenderungen i» der Reihenfolge der ersten fünfzig Personen beschwssein waren. Die Festsetzung der illeihensolge der übrigen Kandidaten wurde dem Vorstand überlassen._ Die Tchiestcreien in der Welnmeistsrstrahe. Von dem Vorsitzenden ernes SoldaienvateS, der nicht dienstlich� sondern zufällig den Vorgängen beiwohnte, wird uns geschrieben: Es wäve mcht zu der bedauerlichen Schießerei gekommen und nnschuloiae Opfer hätten erspart wenden können, wenn nicht spart«» fistische Wühler und Hetzer sonn« Leute des Roten Soldatenbunde», wilde Straßenhändler und allerhand lichtscheues Gesindes da» Volk tn ganz unneranttvortlicher Weis« gogen die RegierungStruppeN ausgepeitscht �hätten. Dies« gemeinen Anpödeloien, Beleidigungen und Mßbandlungen konnten und dursten sich die Truppen mcht gefallen lassen. Di« Durchsuchungen erfolgten zu Recht, ebenso di« Absperrun» gen und die damit verbundenen Maßnahmen. Di« Zustände in hiesiger Gegend können und dürfen nicht so weitergehen; dies ist jedem vernunstigen Menschen klar. Sie waren schon in Friedens» zoiten traurige, während des Krieges fchandsrhast« und sind jetzt nach der Revolution ganz unhaltbare geworden. Mau frage nur die Bewohner der Wemmeisteiitraß«. di« gor nicht mehr Herr ihrer Häuser sind, denen jeder Lebensnerv abgeschnitten wird und di«, nunn sie[ich nicht Insulten aussetzen wollen, obendrein noch den Mund halten müssen. Sollen diese Zustande, nicht so weitergehen, mußte eben mal nach den vielen fruchtlosen Versuchen energisch durchgegriffen werden. ES handelte sich>ruch nicht allein um Befeitigung der wilde« Straßenhändler und Glücksspieler, um die Wobiningsdurchsuchunge« nach Waffen, sondern zur Hauptsache auch um die Fest» stellung von Wucherern, L e b e n« m i t t e l sch i e b e r n, Schleich- und Bcotkartenhändlern. Hierzu komme« noch die zahlreichen in dieser Gegend wohnenden ruijlisch-polni schon und galizischen Händler, die in letzter Zeit einen sclminghafte« Handel mit 100. und ICOO-SKarffchcinen noch sein feindlichen Au»« fand betreiben, die, während das deutsch« Volk hungert« und darbte, hevrliich und in Freuden löbden und noch leben. Sollen wir gesunden Zuständen entgegengehen, muß solchen Elementen da» Handwerk gelegt werden. Wer da» nicht versteht oder nicht versbehen will, versündigt sich an seinen Mitmenschen. An der Ausübung dieser Tätigleit wurden di« Tnuppen durch gewiss« Eiemeute gehindert Die Truppen baden ibre Pflicht und Schuldigkeit tun wollen, und zwar im Interesse derjenigen, die sich endlich nach Ruhe. Friedkn. Ordnung und Brot sehnen. Di« SciuiÖ fällt einzig und allein auf die Hetzer und Aufwiegler. Diese trage« die Schuld an den unschuldigen Opfern, die jeder Mensch beklage« wird. Kameraden, die ihre Pflicht fiir die Allgemeinheit tun, lwbe« nicht nötig, sich in der»emeinst-n Weise beschimpten und mit stkegel» steinen und andere« Klamotten bewersru und hinterhältig beschtrSe« zu lassen_ Hausdurchsuchungen nach Waffen, die in den nächsten Tage« in Spandau stattfinden sollen, beschäftigten die dortig« letzte Voll« Versammlung der Soldalenräte Die Unabhängigen hatten ver, langt, damit bei den Hausdurchsuchungen nicht die llebergrifft vor« kommen sollten wie in Berlin, daß der Vorstand de» Soldotenrot» für die etwa eintretenden Schäden oeranttvortlich gemacht werde« mühte. Ter Vorstand lehnte die Verantwortung ab. bat jedoch dich SoltHrtenräie. sich an den Tagen der Hausdurchsuchungen der Kom« mandantur zur Verfügung zu stellen. Die Durchsuchungen werde« von älteren, gewissenhaften Mannschaften durchgeftibrt und alle»� was die Einwohner verletzen kann, soll nach Möglichkeit vermiede« werben. Die Truppen für die Avsverrungen werken jedoch vm» den Freikorps gestellt. Der der Vollversammlung der Soldaten- räte anwohnende Kommandant erklärte, daß die Elnwobtwrscbast Spandaus selbst die Durchsuchung der Häuser nach Waffen ge» fordert habe, um so mebr. al» festgestellt worden lei. daß talsächlich noch viel Waffen und Munition sich in den Händen aewisscr Kreise der Eimvohncrschnft befänden.— Ferner wurde noch ein Antrag gegen dt« Stimmen der Soldatenräte der Unabbängigen sozial» demokratischen Partei angenommen wonach das bis setzt als Volks» wehr be, zeichnete Kommando de» SicherheitSbataillonz mit dem Sitze in der Zitadelle anerkannt wird und daß dies?» Kommando un» mittelbar der Kommandantur uniersteben solle. Diese Volkswehr ist von gedienten Mannschaften zusammengestellt, die durch ihr« Entlassung arbeitslos geword-'N.>edoch für den Schutz der Stadt unbedingt zuverlässig sind. Schließlich wurde ein Mißtrauen», Votum, das die unabhängigen Soibatenräke dem Kommandanten wegen unsozialistischer Geschäftsführung aussprechen wollten, vo« der Mehrheit abgelehnt. Man einigte sich aber schließlich dabin, daß«in Mitglied des Vorstande» der Toldatenräte zur Gegenzeich» uuug der Kommaudanturbeschle»ach der Kommandantur abgi« ordnet wird._ Groß-6exlmer partelnachrichtea. ?ckiSn> berg. Mittwoch, den iL. Februar, abends 7'/, Nbr. stnbeft zwei cfsnitll»» tl»mmmia iwädlttverkammlimgen statt, l. In»et Aula der Hodrnzol errsch le Bdzigei Str. 48/63. 8. stn der Aula der tld-uniss»- schule am Vaibarossaptatz. Brtn. Ntlallebervertammlung Mlttwoch. den k». Aedr, abend» 7 Uhr. in der Aula der»eineinMchuI, Sürgerstrab« 23. Auffüllung der Kandtdaten. He msdoef. Mittwoch, den 12. Fedruar. abend» V Uhr,«m.Alte« Horftlmus", Augiiste-PiUoria-Stlah«, Wllgliederverlamminng. Vortrog de» ikien. R. Neunzig: Ta» Erfurter Programm Dtsluffio». CÄäile willkommen Freitag, den 14. Febr. abend« 7'/, Uhr. bei Leffler..Waldschlößchen', O«lt«ntliche Volksvirlammlung. Vortrag d«S wen. D a m»t Unsere Ausgaben in dererir«tuvg. Freie Aussprach« Oderschönewride. Mittwoch den 12. Februar, abenbs pünktlich V,8 Uhr. bei Drale. Wilbelmwenbof-. Ecke Maraurad«: vtitglteber» Versammlung. Slellungnadm» zur Geineindevertrelerwadl anb Auf» stellung de: Kandidaten.«Mnabme von Kilgl-edern vermnwortlich«p VoNIi? Vriit Outtnet, VrrliNi föt»eil»drlgen tet!«t» 'Molleä«(irrt va-otr. cheut'lln Wr«tn�eiaen t»'«»«» miaät. Uerlin.«erlag« Porlrärt»-?: erlag i* ir 6 b Nerltn truck Sorwdrl»»>?d,.d»rirckeret mich PfrtirgfffiitftftU ♦tfflgfr il(•. in ttiaJNuS&il* iL SözlatöemofcratUclKr Oerel» für Berlin' SW 68, Lindenstrafte 3, Hof U, Mitgliederversammlungen der Abteilungen am Mittwoch, den Vi. Februar, abends 7 Uhr, ia folgenden Lokalen: 7. Abt. Schulaula Wilmsstratze 16. Ziefrrent: Senosse Dininer. Ä6. Abt. Bürgerheim, Alte Schönhauser Straße 28/24, 26, Abt. Burg» Prenzlauer Straße 189. „Vorwärts�leser Gäste willlvmmen. und Anhänger der Büro- Artikel Gebf. Scherk, Köpenicker Straße 108. gcwaitleer Aut- nserer Industrie UngsaKuw Lrwsrds- JKagUchkeiten bietet die nächste Zukunft Eine tiefgreiter.de i unseres gesamtenW lebens, ein gewal Schwung unserer snd des Handels steht betör und es werden überall gesetmlte Kräfte gesucht sein. Angfhörigr technischer Bcru/e u. Handwerker sollen nicht versiumen, ihre Kenntnisse und Fertigkelten der kommenden Zelt anzupassen, AM teiteunehmen an den Vlrtschsttlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. Das beste Mittet SLSCti nnd grtindlieh, ohne bt.Ver, durch einfach. Selbst- Unterricht eine gründliche Ausbildung In techm-ch«n Wissenschaften zu erwerben. Sind die technischen Selbst- Unterrichtswerke„SystJtnr. >issk-Hachfcld",kUS. starke Broschüre kostenlos. Bonne»& HachfelttPcisdam Postiath 1«. Amt MoriUpl. Mr. 34SI, J182, Ä8Z. Mehrheitspattei sind Ter Borstand. 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Hals-, Herz-, Mäzen-, Darm-, I Lederieiden; Neroeuschwäche, nerväje Kopfschmerzen, all- � gemeine«ervolllitt, allgemeine nervöse Abspannung: Ischias, Sicht, Rheutnatismus: sämtliche Ausschläge: srlechien, Wunden. Keschiräre: Lähmungen sowie Kinder- iähmung: StoffwechielkrantheUen, Zuckertrankheit: Haut«, ! Harn-, und Unterleidstrancheiteu.— ZreimllligO. drlnffich« nnO cntiublidhe aiiicrtcnr.nnncn früher bshnnbelter nuv geheii.er Zlnileuten, sie augadew vor der Behandiung in unserer Austall anderweiüo ohne Erfolg behandelt worden zu sein: z. B.: l. und 2. schrcidt Herr Lehrer Ziefste aus Iuchzsnbrück bei - mm am 21. D-zemder 1313:»Aach dem ich in einem olrgs-Ennatoruim für LungeiUranke 5 Monat« ohne | Erfolg behandelt worden bt?l, habe Ich Ui Ihrer Heil- anitait wieder Heiitzng gefttudr» und wuruc vom Kreis-\ oezt, der mich vorher für dienstunfähig erllärt haue, nach gc-twuee Untersuchung Wieher für dleilltsichig befunden.| ( Seit dem 16. Ottab« 1918 orteur ich 4 Ähliwen uiuitUer- krochen Uliterrichl. Die» schreibe ich Ihnen Ohne I Beeiaflusfung Ihrerseits. Auzh WWwMMMMWMMachE e» Ihnen dehrndeU würbe, tttbrrtnl. M Ntcinor Freu, die de, geht es Ousgezenhnet(litt an 'Halsbrilsenoueiwrung)."— H«r: Werttneister S. Vblteo, Berlin. ILuechier Str. 25, schreibt:„Rnchdom j mehrere Wochen in etnee itrzllichenKiinijt ohne tirsvlg! behandelt wordni war Aich mir schlioZSd) der rechte Ätli > abgenommen worden iollte, habe ich nach in legte: SM| an Ihre Anstalt gcwachdt l:nd bin mit 4b Brh«td.ungen j von meiner Hfutoerzfisimifl und DsteHrcuno Oes rechten 5»rmca«mö d«r tjanb gchctlt warben."— j | 4. grau Magn.ratsassi staut yerrtnaun aus Kattbug, j Laiuister Str. i», jchreiut. ,.Iä) bin non meinen AIag«!8- gefch-evüren mit SO BehetiSSlngeu i:aU gch-lll worden, tuiiam I weit ig ohne Srfvlz beiZturdi dt Ihrer An- l Mutter, memo' Schwesur. f Ihrer Anstalt xederd»- van chroir.ichenl Meiga,' 25 ie* /ach n�gst.. tzr*.V. oSiHuu, Wc-cr- gedsb und gehesject wordtM: du Mutttr i??tr!ga.rlci.,rn, bie Schwefirr»rn&oj>f» uib Schtv�.ürlgiiiil. meine Frau Uhl. ElSWUBili BlGSÜttB j bittet all» Freiwilligen sich sofort Berlin dl, Zrlodrich- s siratze 122» N, zu melden. 112SK* Bekannte Bedingungen. Enftsebiffer! 1 Für Ballonzllge Im Srenzschtch Olchrruften und Schlesien werben twch gebraucht: Veoiinchtvngsotftzlere. Zohl- meister. Uniarolsiziare nnd Ulnnnfchnslen m« JroeUcrlnhrnnp. Bedingungen wir allgemein für den l!irenzsd.m> betannigegeben. Meldungen sobald als mag- lich für den»renzschnft Oftpreuften bei Luftichiifc-r. l Bataillon 5, Königsberg.— Iii: Srenzschuft Schlesien | bei LuMchiffer-Bataillo» 7. Reinickendorf. Fahrscheine vom BezirkSkomniando ausstellen lassen. Diiltlärpapiere und Un i so rmslütke mitbringen. i-o/iZ« Inspektion der Luftschiffcrtruppen. ff bat IVSsach bewährte M-itci LkM-i«llkgle sowie jeder Art Flechten, wirkt tchnelt. auch w allen Fällen. viel» Anerkennungen und Dankschreiben. Peobesinsche 4 M.,>/, Flasche S,'!> HL Erhältlich in allen Apotheken und Dcogeeten, wo nicht direkt bei 112L' V. h. Kiiüer& Cc., Berlin-Frledrr.au. «ntser- Nll�e 103. Bersanb gegen Scachnahma MMDOMW schmerzen Herz- und Mngrnid nervöser tildipnnnnng.' Berlin, Schönhauser Allee W W I mehreren Jahren bei Ihnen von yerzloiden NNO ! i-ascboiufuier Arankheii geheilt morden. Aus Dultzt öarleit Ixibe ich Ihnen viele Bniietttfti mit gleldzen: Leiden ernpsolsten. Sollte sich irgend ein Leiden bei mir bemerk- i hat machen, sv werde ich muh sofort wieder an Si-! I wenden.«— 7..Hm JU. Drei c, lllcmpilbof. Kalserch I Airgnsin-Strafte 67• Bon 3 Monat- nltc:, stwf! cirrrnde- nrtüw Vpernttens-Doneh- und»arinBflel gehellt I < vorher zmetmal operueri).— 8. Herl IB. tharon antt, j vhchnsbort, Dorjllr. 9: Bon kubertruä f.-r Brust- gm ------». r ItiptpenfeOoereUcminn gehellt.— 9. Herr iL Sch (ticitnmtcnbiwg, S-mntater Borg 21; Pün Utonchi| nilhino geheilt(enthalt. Helluug 9 Mannte judlet de- ' t).— 10. Fenn IN. Docnctnonn, Berluvürepios, geheilt(anhakt. Hslluug 9 Manat«(odhi bestätigt).— 10. Fenn IN. Docncmonn, BerluvÜrepios, I cstracchftr. 9: Bau Jlteccn- n, BiafenleiOcn geheilt.— U. Frau i'cnncfch. Berlin, Su/ksiueollrasie Ui l?oii IfnlcrleiSslcibetj na: Ainseroerelteriing geteilt l Finner sollte abgenomvien weroen).— 12. Her: hi. waosknen, Sd.ö-rrkvög. ibdersstr."— ! gemeiner Ztrnrnsiheni?. Harz- n. cheift(vori d.?hz> 13. Fern L. Freund, ShatiottenKchz. VcslaiozZgch. 53: i Bon venenl-uizifobttt: t tot Ztnlorsch.ttkvl grbe-it.— I j und Saaetalo gehoi stitat ReroonchaD.— Frau 3. llcniaasen,, cib.orioyd chta-MleoUi. i.Anlz. IM.; Bon Kj Ben g«>«!lt.— « SitJf.t Sf.729: ür-buug jor, dem Vreiir v. M. 455 ki»>.— I zu verkauf. ffifinAigr Renta- I bllttä», welche durch Be- I bauung de, Gartens noch verbessert werden kann. I Isr. Schmidt Sshnv, > Leipzigerft.ll2,E.Ai«ucrst. Lentrum 12800—3. sikinbin cekdbmt) chsiedn— II Kau IN. ftnov, «ichtenb-e»,«chantwebersk. 03: ucrjchitieiJsa Wa-eo. est rem akuten und chronischen Leiden gel'-'jlt. n. a. W -J- tjeezichiodcbe, LoocrfchivoUneig u. Jflif heuteest».— 17. 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