Wr SO. 36. Jahrg. ■lld*ga»iHT6«. mondLlKK fnitnt tsau«, oorsutja�ldar. Nummern 10 Pfenmy. BoslieMg: Monatlich iSb SU, exS. gufleOungS- gebUt. Unter ttieu,band füt Deutsch» ionti u. Oefterretch-Ungarn 6,60 SU. für da» übrige Ausland 9.60 ZU, bei lüglich eimnaligel Zustellung 7.60 SU. Poltbeslellungen nehmen an Düne- Marl. Holland Luxemburg, Schweben und die Schweiz. Eingetragen in dt» Bosl-Zettungü-Pretziiste. Der.Borwürt»' crlchemt wochenlügiich zweimal. Sonntagt«tnmal, relegramm-Abress»! »Sozialdemokrat Berlin� Morgen-Ausgabe. GH. H. Verlinev VolKsblstt. ( 10 Pfennig) AuzetgenpreiS: Di«»chtgesb alten» Nonbareillezeil« lostet SO«sg.»Kleine Anzetpen-, da» lettgedruckte Wort»0 Psg. lzulüssia ! fettgedruckte Wortes, lebe» weltere Morl SO Psg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da» erst« Wort SO Psg., lebe» weitere Wort lS Pia. Worte über 16 Buchstaben zühlen füt zwei Worte. Teuerung», Uschlag 70°,> Familien-ilnzetgen, volitischr und gewertschaMiche verein»» tln, eigen SO Psg. die geile, anzeigen für die nächste Nummer müssen di» S lllir nachmittag» tm Hauptgelchüst. Berlin GW. SS, Lindenstratz«». adaegeden werten, Geöstnet oon S llhr srüb bi» S Ilhr abend». Zcntr&lorgnn der rozialdcmokrati fehen Partei Deutfchlands. Reöaktion und Expedition: SW. 08, Linöenstr. Z. frernsvrecher: Amt Mortqplat?. Nr. KSSSv— RSSS?. Donnerstag, den 13. Febrnar 1319. vorwärts-verlag G.m.b. h., SV. 08, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritiplast, Nr. 117 SS— S1. Die Huf gaben der Regierung. Hnfpracbe 6berts. Das Regierungsprogramm. Weimar, 13. Februar.(Eig. Drcrhtbericht d.„Vorwärts".) In den Verhandlungen der letzten Tage hat die Personen- frage eine ziemlich geringe Rolle gespielt, den weitaus größten Raum in den Besprechungen nahm die Debatte über das Pro- grainm der neuen Reichsregierung ein. Dieses Programm ist ebenso wie die Ministerlisten auch heute noch nicht vollstänidig fertig, aber es steht doch in den Umrissen fest. Es erklärt die Nationalversammlung für den Träger der deutschen Souveränität und verlangt die Festigung des Reichs durch eine starke Zentralgewalt. Die Verwaltung � soll von unten bis oben demokratisiert werden, die Allgemeinbildung bis zu dem höchsten Posten jedermann ohne Rücksicht auf die Geburt zugäng�ch werden. Ein neues Volksheer soll auf demokratischer Grundlage aufgebaut werden. Ein Institut, das das Wcrtwolle an der Tätigkeit der Soldatenräte mit übernimmt, ohne jedoch dadurch die Disziplin und Leistungsfähigkeit der Truppen zu gefährden, ist vorgesehen. Die gebundene Wirtschast bleibt solange erhalten, bis Angebot und Nachfrage, namentlich an Lebensmitteln, sich ausgeglichen haben. Im übrigen soll mit aller Tatkraft am Wiederaufbau des Verkehrs und Wirtschaftslebens gearbeitet werden. Daran schließen sich das bereits von Ebert amtlich mitgeteilte Be- kenntnis zur Sozialisierung und die sozialen Bestimmungen für das gesamte Arbeitsrecht, die Arbeitslosen, die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, die Be- ainten aller Art, die Wohnuugsfürsorge, den Säuglings- und Mutterschutz, � die Jugendfürsorge. Selbstverständlich sind schon für das neue Deutschland die demokratischen Grundrechte geworden die Preßsreibeit, die Religionsfreiheit, die Vereins- und Versammlungsfreiheit, die Redefreiheit, das freie und gleiche Wahlreckst zu allen Körperschaften. In der Außen- Politik soll auf möglichst raschen Friedensschluß uud auf die Griindung des Völkerbundes hingearbeitet werden. Seine Kolonien und seine Kriegsgefangenen verlangt Deutschland zurück. Es war natürlich nicht leicht, sozialistische und bürgerliche Politiker auf allen diesen Gebieten auf ein Programm zu einigen, aber es ist gelungen, und das Ergebnis befriedigt sowohl rn demokratischer wie sozialistischer Hinsicht durchaus. Das Regierungsprogramm wird morgen von G ch e id e- mann der Nationalversammlung vorgelegt werden. Im An- schluß daran wird Brockdorff-Rantzau über die auS- wärtige Politik berichten. Dann wird die Mtzung vertagt. Am Freitag beginnt nach einem kurzen Finanzexpvsck des Reichs- fincmzunnisters S ch i f f e r die politische Parteidebatte, in der zunächst die Vertreter der Opposition, die Deutschnationalen und die Unabhängigen, das Wort erhalten werden. Naumann, der als Unterstaatssekretär für das Aus- wärtige Amt vorgesehen war, hat abgelehnt. Wen die Demo- kraten an seine Stelle vorschlagen, steht noch nicht fest. Ebert an öie preftc. Weimar. 12. Februar.(Eig. DrahtberiSt de«.Vorwärts'.) Der beutige volle sitzungSfreie Tag in Weimar war gleichwohl ein starker Arbeitstag. Reichspräsident Ebert benutzte die Ge- legenheit, um in seinem neuen Amte mit den Vertretern der Presse Fühlung zu nehmen. Er betonte in seiner An'prache stark die un- bedingte Freibeit der Presse im neuen Deutschland, die gesicherte Demokratie, die größer ist als in jedem anderen Lande der Welt und den starken sozialistischen Einschlag in die Regierung und ihr Programm. Die Pressevertreter versprachen, ohne Parteiunterschied ebrliche Mitarbeit am Wiederausbau Deutschlands. Der Empfang voll ,og sich in der einfachsten Form in den WirtübaitSräumen des NaiionallheaterS. lNebenbei, wenn ein Weimarer Blatt mit Ebert blödsinnige Bqzantinerei getrieben hat, so kommt das trotz der falschen Berufung auf die Reichskanzlei ganz ausschließlich auf das Konto irgend eines Schmocks.) Ebert machte in seiner Ansprache auch eine wichtige Mitteilung über das Programm der neuen Regierung. ES ist Uebereinstimmimg nicht nur dorm erzielt worden, daß das neue Reich auf dem Boden der vollen, reinen, underkürzten Demokratie gestellt wird, sondern die bürgerlichen Blockparteien haben sich auch damit abgefunden, daß alle Betriebe, die einen privatmonopolistischen Charakter entweder von Natur tragen oder nach dem Stand ihrer Entwicklung angenommen haben, in den B e s i tz der All- gemeinheit übergeführt werden. Die Bergwerke und die Erzeugung von Energie sind als rascheste sozialisierende Produktionszweige ausdrücklich hervorgehoben. Weimar, 12. Februar. Reichspräsident Ebert hielt heute nachmittag an die Vertreter der Presse folgende An- spräche: Der erste Tag meines Amte? soll auch der Tag sein, an dem ich mit der deutschen Presse Fühlung nehme. Sie wissen, ich war ebenfalls Redakteur und kenne aus eigener Erfahrung Ihre Auf« gaben und Pflichten, Ihre Schwierigkeiten und Anstrengungen. Bei mir können Sie jeder Unterstützung sicher fem. Jgdb freue mich, daß mir ein Amt zuzesallen ist, unter dessen vornehmsten Aufgaben die Wahrung der völligen Pressefreiheit obenan steht. Unter den hier versammelten Herren find alle Parteirichtungen vertreten. ES ist meine Aufgabe und daS ErforderuiS meines LmteS, mit ihnen allen in Beziehungen zu treten ohne Rücksicht auf ihre oder meine Parteizugehörigkeit. Sehen Sie bitte darin ein Zeichen für die Art, wie ich das Präsidentenamt verwalten will. Nicht eine Partei, sondern die Mehrheit de« ganzen Volle« hat mich erwählt und kann daher auch von mir verlangen, daß ich der Präsident de« Volkes und nicht einer Partei bin. Ich glaube, wir alle, die wir im öffentlichen Leben politisch tätig sind, haben zu einem gewissen Teil diese Pflicht, un» nicht als Vertreter nur eine? Teiles, sondern al» Vertreter de? ganzen Volkes zu fühlen. Das Einzelne kann nur gedeihen, wenn da» Allgemeine gedeiht und Parteiideale lassen sich nur durchführen und dürfen nur durchgeführt werden, wenn sie der Ansicht und dem Wohle des Ganzen entsprechen. Zur Demokratie gehört auch der Respekt vor einer anderen Ansicht, der dem Parteikampf feste Grenzen ziehen muß. Die große Mehrheit von Ihnen gehört ja den Parteien an und steht ihnen nahe, auS welchen sich die neue Regierung bilden wird. Die anderen Herren bitte ich, in unseren Taten nicht nur das Trennende, sondern auch das Gemein- s a m e sehen zu wollen, und bei mir auch vorauszusetzen, was ich auch bei Ihnen voraussetzen will: Ein« tiefernste Auffassung von der Pflicht zum Vaterlande. Zwei Aufgaben hat die neue Regierung vor allen anderen: Den Frieden zu sichern und die Verfassung zu be s ch l i e ß e n. Beides muß geschehen im Zeichen der Gerechtigkeit, Gerechtigkeit nach außen und innen, für Deutschland gegenüber unseren bisherigen Gegnern, für jeden unserer Volksgenossen gegenüber bisheriger Bedrückung und Unfreiheit. Da» Arbeits- Programm, auf Grund dessen die neue Regierung diese zwei Auf- gaben losen wird, wiod der Ministerpräsident morgen vertreten. Ich will heute nur eines dazu sagen: ES ist kein Kompromihprogramm im schlechten Sinne. Alle drei Parteien, die daran mitgearbeitet haben, haben sich rückhaltlos auf den Boden«nverfSlschtcr und unverkürzter Demokratie gestellt. Wir können heute sagen, die D e m o k r a t i e ist für Deutsch- land in einem Umfange gesichert, wie für kein andere» Land. Bei unserer ausschlaggebenden Beteiligung am Reglerungsprogramm können Sie sich denken, daß auch unsere sozialistischen Ideale di« Programmaufstellung wesentlich beeinflußt haben. Allerdings, al» wahrhafte Demokraten haben wir nicht daran gedacht, andere Ansichten und Auffassungen zu vergewaltigen, aber wir haben eS ermöglicht, daß eine vollkommene Uebereinstimmung erzielt wurde über die Art, wie die Soziattsieruns anzubahnen sei. Danach sollen Wirtschaftszweige, die nach ihrer Art und ihrem EntwickelungSgang einen privat monopolistischen Charakter angenommen haben und dadurch zur Sozialisierung reif geworden sind, auf Reich, Staat, Gemeindeverbände und Gemeinden zu übernehmen sei und als solche Wirtschaft?- zweig« werden besonder? erwähnt die Bergwerke und die Erzeugung von Energie. Sie sehen, die sozialistische Partei kann und wird ihren Idealen nicht untreu werden, aber sie lehnt eS in echt marxistischer Weise ab, ein V er ge w a lt i gu n g S p r i n z i p des WirtschaftS- leben» an die Stelle des Prinzips des organischen Wachstums zu setzen. Als die Zeit zur Demokratie reis war, ist da? demokratische Teutschland entstanden. Nun muß die Zeit zum Sozialismus reis werden und bis dorthin muß der soziale Gedanke alle Handlungen jeder Regierung bestimmen. Meine Herren! Die Organe der Regierung, welche mit den Herren von der Presse zu tun haben, sind angewiesen, diese ihre Arbeit in verständnisvollstem Sinne zu leisten, in einem Sinne, der nichts zu tun hat mit Beeinflussung, sondern der geeignet ist, die Mitarbeit der Presse anzurufen. Der große englische De- mokrat Junius hat einmal gesagt, die Freiheit der Presse, wenn sie unter einer despotischen Regierung möglich wäre, könne allein schon«in Gegengewicht gegen di« Macht des Fürsten werden. Ueber einen solchen Gegensatz sind wir weit hinausgewachsen. Aber ich sage heute und würde mich freuen, wenn ich dabei Ihre Zustimmung fände, daß die Freiheit der Presse, ihre Kritik, ihre Mitarbeit, ihre Anregungen, ihre Vorschläge, wie die» alle? im heutigen Teutschland jeder Beschränkung entbunden sein soll, eine. notwendige Fortsetzung unserer Arbeit in der Regie- rung bildet und unS Tag für Tag in lebendigen Zusammenhang mit Volksmeinung und Volkswillen setzen muß. Die Ansprache des Reichspräsidenten wird von den der- sammelten Pressevertretern an mehreren Stellen nnd ins- besondere am Schluß durch lebhaften Beifall unterbrochen. Darauf nahm als Vorsitzender der Pressevereinigung in Weimar Georg Bernhard das Wort, um namens der versammelten Pressevertreter der Freude darüber Ausdruck zu geben, daß ihnen sogleich Gelegenheit gegeben worden ist, den Reichspräsidenten In ihrer Mitte zu begrüßen. Er schloß mit einem Hoch auf den Reichs- Präsidenten. Reichspräsident Ebert dankte dem Redner für diese Ausführungen und erklärte seine vollkommene Uebereinstimmung niit dessen Aus- führungen. Er versicherte nochmals, daß er den Schub der Pres-« und MeinungSsreiheit als seine höchste Aufgabe ansehe. In den Wochen seiner biSberigen RegierungSzeii sei ihm nichts schmerzlicher und niederdrückender gelvesen als der Umstand, daß an vielen Orten die Presse vergewaltigt worden ist, ohne daß di« Regie- rung die Machtmittel besaß, dies zu verhindern. Sobald die Rc- gierung die notwendigen Machtmittel wieder fest in der Hand hatte. habe sie es als Ihre erste und heiligste Aufgabe angesehen, gegen diese unerhörten Vergewaltigungen vorzugehen.(Beifall.) Das soll auch in Zukunft geschehen, wenn sich jemals die Notwendigkeit dazu ergeben sollte. Der Reichspräsident erklärte wiederholt, daß er t.t Aufrechterhaltung der unbedingten Preß- und MdnungsfreihM unter allen Umständen durchsetzen werde und schloß mit eine ,n Hoch auf ein gedeihliche» Zusammenwirken m!i der deutschen Presse.. Neue Drohungen gegen Deutschlanö. Die Verschärfung der Waffenstillstandsbedingungen. Eine nene Verlängerung des Waffenstillstandes steht be- vor. Nach den Vorbereitungen und der lärmvollen Stim- mungsmache in Poris ist mit einer neuen harten Erpressung gegen Deutschland, mit einer weiteren schweren Be- drohnng unseres kaum mehr aufrecht zu erhallenden Wirt- schaftslebens zu rechnen. Das geht aus den bisher vorllegenden Mitteilungen aus dem Ententelager deutlich hervor. Die bei Abschluß des Waffenstillstandes zwischen den Ententemächten und Deutschland festgesetzten Bedingungen, auf Grund deren wir die Waffen gestreckt haben, sind von der Entente nicht eingehalten worden und sie werden weiter verletzt werden. Es ist ein Hohn auf alle völkerrechtlichen Gebräuche, was Deutschland seit dem Abschluß des Wasfenslill- standes von der Entente bat erdulden müssen. Eine offene Verhöhnung nach all den feierlich gegebenen Versprechungen, einen Dauer- und Rechtsfrieden zu schließen, wenn man den gutgläubig die Waffen streckenden Gegner mit fortgesetzten neuen Befehlen vergewaltigt. So kann die Versöhnung nicht vorbereitet werden, die doch die Basis des Völkerfriedens sein soll. So werden vielmehr neue Leidenschaften entfacht und neue Keime der Zwietracht gelegt.. Deutschland hat wahrhastig alles getan, um seine Gegner zu befriedigen. Es hat demobilisiert und es hat seine mili- tärische Kraft soweit abgebaut, daß selbst ordnungslose Banden im Osten die Ueberzeugung gewonnen haben, mit Deutschland alles machen zu können. Wir haben die drückenden Wirtschaft- liehen Waffenstillstandsbedingungen bis zu einem Maße er- füllt, das unser Wirtschaftsleben zum Zusammenbruch zu bringen scheint. Wr haben Lokomotiven und Eisenbahnwagen in solcher Zahl abgeliefert, daß die wichtigsten Transporte liegen bleiben müssen, daß selbst die für die Lebensmittelver- sorgung Deutschlands notwendigen Betriebe nicht mehr ge- nügend Kohle erhalten können und daß die Arbeitslosigkeit zu der fürchterlichsten Katastrophe zu werden droht, die je ein Land ertragen mußte. Wir haben den Hunger der Entente nach landwirtschaftlichen Maschinen Deutschlands zu befriedi- gen uns entschlossen, obwohl damit unsere kommende Feld- bestellung und die künstige Ernte aufs schwerste darunter leiden müssen. Wir sind in der Frage der Abgabe der Handels- schiffe allen Wünschen der Entente nachgekommen. Wir haben «Ret ßffan, ÜM* man von rmf«nker dem Vvu? her yaufi öe» Sieger» verlangt hat. In all den Waffenstillstandsverhand- lungen waren wir bi5her die Tuenden und die Ententemächte haben noch nicht daran gedacht, uns die Garantie zu verschaffen, die für den Fortbestand unsere» 70-MiHionen-Bolke», für unsere Ernährung und für unsere Wirtschast erforderlich sind. Die Entente, die in Deutschland allenthalben ihre Ver- treter hat, mutz über die siirchterliche Not, in der Deutschland sich befindet, unterrichtet sein, und mutz wissen, datz ein Wieder- aufleben des bewaffneten Widerstandes gegen die Entente in Deutschland nicht mehr zu befürchten ist. Trotzdem hat sie unterlassen, die nun durch viereinhalb Jahre hindurch fort- gesetzte Aushungerungspolitik gegen Deutschland aufzugeben. Im Gegenteil, sie hat im Laufe der Waffenstillstandsverhand- lungen die Blockade und die Abdross-elung Deutschlands noch verschärft. Kein Fischerboot darf auS deutschen Häfen aus- fahren und kein Lebensmittelongebot benachbarter Völker dürfen wir für unS nutzbar machen, weil die Entente es ver- hindert. t Nun kommen die Verhandlungen über die abermalige Verlängerung des Waffenstillstandes. Man lätzt un» keinen Zweifel darüber, datz wieder einmal«ine schwere Vergewalti- gung gegenüber Deutschland erfolgen wird. Man will un» den letzten Rest der Waffen, die tmr zur Verteidigung gegen die Gefahren deS Ostens, zum Schutze unsere» Volke» und unserer Lebensmittelversorgung notwendig haben, au» den Händen winden. Man will mit härtester Rücksichtslosigkeit die sofortige Ablieferung der Reste von Verkehrsmaterial und Maschmen durchdrücken, die wir bei allem guten Willen au» Gründen der ernsten Lebensgefahr für unser« Wirtschaft und für unser Volk noch nicht haben abliefern können. Man leug- net alle Rücksichten ad, die ein edler Sieger dem unterlegenen Gegner sonst zuerkennt. In Paris, wo die Amerikaner und Engländer in letzter Stunde noch, wie e» scheint, für grötzere Rücksichten gegenüber Deutschland sich bemühen, ist die Boulevard-Presse zu einem haßerfüllten Feldzug gegen Deutschland aufgestachelt worden, um die angelsächsischen Delegierten glauben zu machen. datz Deutschland einen neuen Krieg gegen die Entente zu rüsten beabsichtige. Die öffentliche Meinung wird in sieber- haste Erregungszustände versetzt und die Leidenschaften wer- den erneut gegen Deutschland aufgewühlt. AuS dem Verhalten der Pariser Presse kann man jetzt sckwn ermessen, waS unS angetan werden wird, wenn die französischen Absichten bei den übrigen Alliierten Unterstützung finden. Macchiavelli hat gesagt, datz man den Besiegten entweder ro behandeln müsse, datz er für die Zukunft als Freund in Frage kommen könne, oder aber datz man ihn zerschmettern und völlig vernichten musi«. ES scheint, daß in Paris der Wille der Vernichtung stärker ist als der Geist der Versöhnlich- keit, auf dem der Frieden der Welt und der Völkerbund auf- gebaut werden soll. Unsere WaffenstillstStz>Ä«gierten werden sich in die Lage versetzt sehen, die Gegner aus die ungeheure Gefahr ein- dringlichst aufmerksam zu machen, die auS ihrem Verhalten für Deutschland und für den Frieden erwachsen mutz. Sie werden verlangen müssen von der Entente, daß sie auf den rein militärrschen Charakter deS Waffen still- standSvertrageS zurückkommt und datz diese nichts der- lange, waS über den Rahmen lediglich militärischer Matz- nahmen zum Schutze der alliierten Armeen hinausgeht. Ins- besondere werden sie Verwahrung dagegen einlegen müssen, daß man durch neue schwere Forderungen dem Frieden vor- greift und jetzt schon durch einseitiges Diktat all das zu erreichen sucht, WaS erst durch die Friedensberatungen, festgesetzt werden mutz. ES liegt jetzt bei unseren Gegnern, den Boden für einen VerständigungSfrieden zu ebnen oder Haß und Gift und neue FriedenSgefahr unter die Völker zu streuen, Schwester, öort drüben... Echwefter, dort drüben tm andern Land, Dein Sohn ist im Kampfe gefallen, Reiche mir heut' deine blasse Hand,— Du leidest gleich unS allen. Schwester, dort drüben tm andern Land, Mein Sohn ward im Kampfe gelötet, E« hat in deinem Heimatland Sein Blut den Loden gerötet. Mutter mit Mutter, und ffrau mit ffra», Wir stehen nun klagend zusammen, Wir mischen unserer Tränen Tan, Die gleichem Jammer entstammen. Wir schreiten, ein grotze«, trauernde» Heer, Voran gegen Kriege aus Erden, Wir rufen ein hallendes: Nimmermehr! Laßt Recht und laßt Frieden werden! Wir wollen zu freiem, frohen Hau« Unsrer Kinder Zutunft erbauen. Wir löschen den Streit und den Hader an», Weltgemeinsam wir Frauen. Henni Lehmann. Die Zrauea in Weimar. Bon LnnaBlo». Weimar ist nicht nur die Najsische Stätte der Dichterheroen, «S ist auch so recht eigentlich die Stadt, die für die ganz« heutige Frauenbewegung von unendlicher Bedeutung ist. Auf Schritt und Tritt werden wir erinnert an die Frauen der Romantik, die um die Wende de« 18. zum 10. Jahrhundert» hier gelebt und gelitten, geliebt und gestritten haben. Jede war in ihrer Art eine Säerin, die Samen ausgestreut hat, dessen Blüten und Frücht« heute auf- gehen, jede eine Pfadfinderin, die geholfen hat. da» Dornen- aestrüpp auszureißen, da» den Frauen den Weg zur Freiheit so lange versperrt hat. Viele von ihnen, und eSjind die. welche wir heute als die besten erkennen, sind geschmäht und verleumdet worden. Gar manche wurde verachlet als Blaustrumpf. Kaum eine, die nicht geklagt hat über die Vorurteile und Hemmungen, die man ihren Bestrebungen in den Weg gelegt hat. Ihrer wollen wir heute gedenken, wir, denen die Revolution die Bahn frei gemacht hat, mitzuwirken an den großen Zielen nicht nur de» deut- Wjen Volkes, nein, der gesamten Menschheit. Mit Vorliebe haben sich die Frauen der Romantik Weltbürgerinnen genannt. Da» wollen wir sozialistischen Frauen ja auch sein und in diesem Sinne unserer Geschlechtsgenossinnen gedenken, die vor 100 Jahren un» neue Ziele zeigten. Ich wohne in der Lotten strahc und da fallen mir gleich drei Frauen ei«, von denen jede in ihrer Art dem Kamen Tharloite Stkmmvngsmache für Verschärfung öes waffenstiUstanües. Di« Pariser Presse ist mobilifiert. Die Regierung Elemevceau Hai ihre Presse fdboif an der Strippe. Die französische Presse hetzt wieder einmal gegen Dentschland mit dem durchsschtigen Ziele, die übrigen Verbündeten mitzureißen und mit Stimmung für die DemütigungSabfichien Frankreichs gegenüber Deutschland zu erfüllen. In einem Artikel über die deutsche Gefahr erinnert „Matin* an den Alarmruf ClcmenceauS:md den schlechten Willen Deutschlands, die Waffenstillstandsbedingungen zu er- fülle«». Das Blatt sagt dazu, daß man Gelegenheit haben werde, die Sachlage zu beurteilen..Malm' glaubt zu wissen, daß der deutschen Nationalversammlung eine gewisse Zeit gelassen werde, um die Waffenstillstandsbedingungen zu erörtern. Da» Blatt schließt mit der Versicherung, daß man nach der gefttiaen Beratung erwarten könne, daß die verantwortlichen Führer, Re- gierungen und Armeen»or nicht» zurückschrecken werden, damit der Sieg, welcher Frankreich 1 700 000 Tote getastet habe, nicht durch Deutschland in Frage gestellt werde. Wl« die Pariser Blätter melden, find in Pari» in der letzten Zeit Gerüchte verbreitet worden, daß die französische Demobil- machung infolge der arroganten Haltung Deutschland» eingestellt sei. Di« Blätter, besonder» die offiziösen Organe, fordern weiter nachdrücklich Verschärfung der WaffenstillstandSbedingnngrn..Temp s' glaubt, daß schon mit Rücksicht auf die Politik Deutschland» gegen- über Polen die Anfrage an Deutschland gerechtfertigt sei, über welche Zahl von schweren und leichten Geschützen, Maschinen- gewehren und Flugzeugen Deutschland augenblicklich verfüg». Zur Klarstellung dieser Frage könne der augenblickliche Waffen- stillstand um fünf bt» zehn Tag« verlängert werden. Di« übrigen Blätter knüpfen hauptsächlich an die Unter- redung Tlemeneeau» mit dem Vertreter der.Associated Preß' an und erklären, die notwendig geworden« neue Energie müsse sich in drei entscheidend« Akte umsetzen, Besetzung de« Ru h r- Hecken», emschließlich Essen, Herabsetzung der deutschen Heere«- macht auf 20 bi» 2S Divisionen ohne sede ander« Artillerie und Zurücknahme der deutschen Truppen, die Polen bedrohen. Auch wirtschaftlich beginnt vre Press«, erneuten Sorgen?u»- druck zu geben..Petit Journal' meint, Deutschland de- mühe sich nur, sich den finanziellen Verpflichtungen zu entziehen. ES wolle sich wie ein bankrotter Kaufmann benehmen, um die Gläubiger zu prellen und die Geschäfte nachher weiter zu führen. In Pari» müsse man aufpassen, daß Deutschland keine falsche Bilanz vorlege. Di« ganze Press« stimmt zu. datz der Alarmrus Tlemenceau« vollkommen berechtigt sei, so daß da» Blatt.Humanitö' fragt,»»hin die Entente steuere. Sie scheine noch schlimmer handeln zu«ollen,-» Deutschland in Brest- LitowSk gehandelt habe. Der vllkrrdnnd, da» heißt da» einzige Mittel zur dauerhaften NuSgefialwn,«tue» gerechten Frieden», fei nunmehr seldst tu Gefahr. Scharfmachereien Fach». Amsterda«, 11. Februar..Daily Mail' meldet au« Pari», datz Foch in dem Berichte an den KnegSrai daran erinnerte, daß die Deutschen in vielen Fällen den ihnen auferlegten verpflichiungeji nicht nachkamen, besonder» wa» dir Auslieferung der Artillerie. aller Tauchboote und Ackerbaugerälr betrifft. Die Deutschen iren imstande, in zwei Monaten zwei Millionen Mann auf die Beine zu bringen, die Alliierten dagegen infolge der Demobilisierung nur eine Million achthunderltausend. Frankreich gegen einen gerechten Zrieüen. Sehnsucht der Angelsachsen nach einem neutralen Tagungsort. Hau», 12. Februar.(H. 9t.) An» Pari» wird gemeldet: Die Tatfache, daß dir großea Kontraste am yaal d'OreaT weller 'ortdanera, ist al» feststehend anzusrhru. Die Mciaungdverschieden« Bedeutung gegeben hat. Vor allem ist e» wohl Charlotte von S i e i n, Goethe» bedeutende Freundin, der er ein Denkmal ge- setzt hat in seinen herrlichsten Frauengestalten: der Iphigenie und der Leonore Est«. Da» feine Verständnis für kluge, sich sehnende, ringende Frauenseelen, dankt Eoeth? dieser Lotte. Tann die zweit« Lotte, Charlotte von Kalb, die sich de» jungen Dich- ter» so voll mütterlichen Verständnisses, voll liebenden Interesses annahm. Die Enge ihrer Umgebung suchte sie zu beleben und ihren Geist zu bereichern; unvergeßlich lebt sie al« Freundin Schiller» und Hölderlin» in der Geschichte der klassischen Zeit Weimar». Dann die dritte Lotte. Schiller» Gattin, Charlotte von Lengefeld. Auch sie voller Verständnis für den Feuer- geist de» Gatten, beseelt von dem Willen, ihm nicht nur Gattin sondern auch Freundin zu sein. Da» wissen wir au» ihrem Brief- Wechsel mit ihrer Schwester Karoline, und damit kommen wir zu den drei Frauen, die den Namen Karoline tragen und die ebenfalls für die Frauenwelt von Bedeutung find. Karoline von W o l z o g« n, Schiller» Schwägerin, war eine der Frauen, die selbst schöpferisch tätig waren und die schwer gelitten hat unter dem Mangel an Bildungsmöglichkeit und Bewegungsfreiheit für die Frauen. Glücklicher al» sie war die zweite Karoline, die viel in Weimar weille und zu Schiller» und Goethes Freundeskreis gehörte, Karoline von Humboldt. Bei ihr denken wir bejonver» an da» Prinzip, nach dem sie ihre Töchter erzog zu einer Zeit, wo die Erziehung der weiblichen Jugend so viel Gleich- aültigkeit begegnete. All die großen Geister, Dichter, Künstler, vi« bei ihr auS- und eingingen, ließ sie ihren Einfluß auf ihre Töchter geltend machen. Aber sie gab nicht nur ihren Kindern, sie gab auch ihrem ganzen großen Freundeskreis, und sie gibt auch un» heute noch von ihrem reichen Wissen, ihrem feinen Smp- finden in den zahllosen Briefen» die ein lebendige» Bild sind Hessen, loa» dies« Frau für ihre Umgebung bedeutet hat. Und nun die dritte, die bedeutendste K a r o l i n e, die al» Gattin G ch I e a e I» in Weimar weilte. Diese Karoline, die als junge Witwe in Mainz in den Revolutionstagen um den Freiheitsbaum tanzte, die wegen ihrer aufrührerischen Bestrebungen in Haft ge- nommen wurde, deren Geist und temperamentvolle» Wesen ihr den Neid und Haß der Philister zugog. war am weitesten ihrer Zeit voran» und gerade deshalb am> wenigsten von ihr verstanden. Auch hier wissen wir auS den dielen Briefen an ihre Freunde, wr« ihr Geist hungern mußte, wie ihre Seele nach Freiheit schrie. Und sie, die ihrer Zeit als Emanzipierte galt, wie»var sie so ganz liebende» Weib, al» sie in Schelling den Mann fand, der ihr im schönsten Sinn de» Wortes Gatte, freund. Geliebter wurde. Vergessen dürfen wir auch nicht Johanna und Adele Schopenhauer, die Mutter und Schwester de» berühmten Philosophen. Sie galten den Weimarer Philistern al» Blau- strümpfe, weil sie noch etwa» andere? trieben, al» kochen, stricken und llatscken. Bei ihnen ging alle» au» und«in. wa» in Weimar einen wissenschaftlich oder literarisch bedeutenden Namen trug. Wie weit sie ihrer Zeit voraus waren, zeigt der Mut. den sie bc- wiesen, al» sie Christiane Vulpiu» ihr HauS öffneten, ohne viel danach zu fragen, ob Goethe» Liebe zu ihr von Kirche und Obrigreit ordnungsgemäß abgestempelt war. Nicht vergessen dürfen wir, wenn wir der Frauen gedenken, die Weimar ihren Stempel auf- drückten, der Großmutter unserer leider viel zu früh gestorbenen Pgrdeigeiwssin List, Brau». Die Enkelm hat ihr in de» Buch Helten zwischen«merfka and Grvß-Vrltmmle» rineisek»«nrt Frankreich andererseits trete» immer klarer zutage. Frankreich nutzt da» Gastrecht, da» e« de» interalliierte» Vertretern gibt, au», indem«» eine regelrechte französische Propaganda inszeniert. Daher tommt e», daß verschiedene alliierte Delegierte und Mitglieder der Frieden»- konferenz in der französischen Presse ziemlich offen zu»erstehen geben, daß sie lieber»ach eine« aentrale» Land« über» siedeln würden. Die amerikanischen nnd britische» Delegierte» haben ganz offen erklärt, daß sie ganz nnd gar nicht mit dem Auftrete» der Franzose» einverstanden seien. Und Lloyd Georg« seldst soll gesagt haben, daß er den Konferenzsaal zn« Protest gegen die imperialistischen Forderungen der Franzosen verlasse» habe. Wilson reist von Irantreich ab. Su» Pari» wird gemeldet, daß sich Präsident Wilson bereit» in Brest eingeschifft habe. Er wird sich in Amerika Voraussicht- lich vier bi» fünf Wochen aufhalten und dann zurückkehren. Zur Ermordung Liebknechts und Luxem- burgs. Sine Mitteilung deS Gerichts. Da» Gericht der Garde-Kavallerie-Schützen-Division teilt zu dem in der.Roten Fahne' gestern erschienenen Leitartikel.Der Mord an Liebknecht und Luxemburg' und»Di« Tat und die Täter' folgende» mit: E» ist nicht üblich, während eine» schwebenden Untersuchung»- verfahren» den Lkteninhalt zu veröffentlichen. Wenn die» in der.Roten Fahne' geschieht, ist«», wie wir wiederholen, auch auf einen Vertrauensbruch zurückzuführen. Im übrigen bringt der Artikel, soweit e» sich um feststehend« Tatsachen handeit, keineswegs neu« Enthüllungen, sondern imr da» bisherig« Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung und außerdem einige bisher gänzlich unbewiesen« Behauptungen. Da» Verfahren gegen die vier Offiziere, welche Liebknecht begleiteten und auf ihn geschossen haben, ist seinerzeit sofort eingeleitet worden, ebenso gegen den Oderleutnant Vogel im Falle Rosa Luxemburg, da» demnächst nach Ermittelung der Täterschaft de» Husaren Runge auf diesem unter der Beschuldigung de» versuchten Morde» und der schweren Körper- Verletzung ausgedehnt werden wird. Da» Verfahren nimmt seinen Fortgang. Daß da» Gericht nicht» zur Klarstellung der Vor- gänge unversucht läßt, geht daran» hervor, daß der Untersuchung»- führer vor einigen Tagen in einer Besprechung den bi» dahin verantwortlich zeichnenden Redakteur Schröder der»Roten Fahne' dringend gebeten hat, da» an- geblich vorhandene Matertal dem Gericht« zur amtlichen Bearbeitung vorzulegen oder die Ge- währ»ltnt« zur Meldung beim Gericht zu deran- lassen. Di« Aufklärung de» oben erwähnten VertrauenSdruchev ist dem Bericht für die Feststellung de» Sachverhalt» seldst völlig gleichgültig. Nachdem der Redakteur Schröder hierzu nur ausweichend« Antworten gegeben hat. ist sofort an die Redaktion selbst ein entsprechende» Ersuchen abgegangen. Eine Antwort hier- ans ist aber noch nicht erfvlgt. Dies« Mitteilung kann in keiner Weise beftiedigen. Nachdem die„Rote Fahne' ganz inS einzelne gehende Behauptungen ausgesteift hat, welche die allerschwersten An- schuldigungen gegen die mit dem Transpon der Gefangenen beauftragten Offiziere enthalten, ist natürlich von ausschlag- gebender Bedeutung, welche von diesen Beschuldigungen mit dem Ergebnis der bisherigen Untersuchung überein- stimmen und welche Behauptungen nach Ansicht des Ge- richtS unbegründet sind. Ist auch nur ein kleiner Teil dessen wahr, WaS die„Rote Fahne' über das Verhalten der Offiziere behauptet, so wäre dem ganzen Volke unnerständ- lich, warum gegen diese noch kein Haftbefehl erlassen worden ist. .Im Schatten der Titanen' ein Denkmal gesetzt. Sie schildert, wie die illegitime Tochter Jeromes, de» Bruder» Napoleon», al» Goethe» Schülerin seinen Geist in sich aufnahm, wie auch sie weit über den Durchschnitt herauSragend, sich hinaussehirte au« dem Netz der Vorurteile und Beschränkungen, das die Frauen einengte. Geist von ihrem Geist ist«», der in Lily Braun lebendig wurde, und au» der Generalstochter eine der eifrigsten Vorkämpferinnen de» Sozialismus machte. Es war ihr nicht vergönnt, den Tag zu erleben, an dem ihr Streben»«ch Befreiung de» weiblichen Ge» schlechte» sich erfüllte. Jetzt sind deutsche Krauen in da» Parlament eingezogen, wollen helfen auibouen wa» zerstört wurde, wollen ihren ganzen Einfluß geltend machen, daß die Zukunft unsere» Lande», da» Leben unserer Kinder und KindeSkinder sich entwickeln kann unter dem Zeichen de» Frieden» und der Freiheit. Große, vcrantwor- tungSvolle Aufgaben sind in die Hönde der Frauen gelegt. Von ihnen wird e» abhängen, ob da» Wahlrecht, da» die Revolution den Frauen gebracht hat, ihnen dauernd erhalten bleibt, von ihnen. ob wir die Politik in dem Sinne lenken können, daß sie nicht wie früher zur Machlentfaltung nach außen dient, sondern zur Ent- Wickelung höchster Kultur im Innern und damit zum dauernden Frieden. WaS Frauen für die Kultur zu leisten vermögen trotz aller äußeren und inneren Hemmungen. daS haben Weimars Frauen vor 100 Jahren gezeigt. Jetzt sind die Hemmungen hin- weggeräumt, die Schranken sind gefallen, die Ketten zerrissen. Rückblickend denken wir derer, die un» die Pfade bereitet haben. Vorwärts aber schauen und schreiten wir mit dem festen Willen. der Forderung der neuen Zeit gerecht zu werden, die neue» Leben au» den Ruinen der alten zertrümmerten Welt zum Wachsen bringe« soll.__ Roftzea. — Tveater. Ein Drama.Tbrisiu»'. gedichtet von Georg Auch«, gelangt im Palast-Theaier an vier Abenden vom 22.— 26. Febiuar zur Aufführung. Christus wird dargestellt von Dr. Ludwig Wüllner, Juda« von Ferdmand Bonn. Bisher verhol die Zensur da« Auftreten der Person Christi auf der Bübn«, Auw dem Hai die Revoiulion«in Ende gema-bt. — Akademiker und Sozialdemolrati«. In einer im Verlag Vorwärts erschienenen Swrisi dieses Tilcls gehl Wally Z e p l e r aus die Fiag« ein, wie es(am, daß in akademischen Kreisen daS volitiiche Interesse bis zur Revoiulion an Lebhaiiigieit iehr zu wünschen übrig ließ. Seit der Nevolunon Hai sich darin ein Umschwung vollzogen. Der überall sich äußernde Hunger nach Wissen von den voittischen Parteien veranlaß»« Wally Zenker, eine Einführung in die große geistige Wekt de» Sozialismus zu geben. Ihre Schritt umfaßt viel und baut sich rn edler Form auf. An den Einwänden und Zweiiel» der Krciie. zu denen sie spricht, entwickelt sie ihre werbenden Gedanken, Ihr Wort hat Glauben-: flamme. Sie iit überzeugt:.Alle schöpierische Tat«st heute Sozialismus oder Sozialismus in seinem weitesten Sinne bedeutet Schön sei- t ii m.' Wally Zepler legt dar, daß er auch die Kraft ist, di» höchste Forderung gesellschaftlicher Sittlichkeit in die Tat umzu- setzen. Mir einer klärenden Erörterung über da» Verhältnis von Sozialismus und JndrvidualiSmu» endet die prächtige Schrift. Von der Nationalversammlung. Wehrpflichtsanrrag der Deutsche« volkSpartel.—> Tie erst» kurz« Anfrage. Em Sntroq der Deutschen Volkspartei ersucht dt« Regtenmy: Erstens sofort Maßnahmen zu ergreifen, dt« zur Herstellung von Sicherheit und Ordnung ein aus der allgemeinen Wehr» ps licht gegründete» Volksheer sicherstellen. Zweiten» in diesem den Offizieren, Beamten und Unteroffizieren der Armee und Marin« eine ihrer Verancwortlichkeit entsprechende dienstlich« Stell« wieder zu verschaffen durch a) Zusammenfassung der Obersten Kommando- gemalt ausschließlich in der Hand der Reichs leitung, die sich durch den Kriegsminister vertrcten läßt; b) Ersetzung der Soldatenräie bei den Truppen durch Vertrauen Sa uS» s ch Ü s s r. deren Tätigkeit sich auf die Kontrolle über Verpflegung, Urlaubserteilung. Disziplinarbestrafung, Arbeitsdienst und Ver» mittlung von Beschwerden beschränkt; e) Wiedereinführung der alten Rangabzeichen bis zu einer befriedigenden end- gültigen Regelung der Uniformfrag«; 6) eine dem Dienstverhältnis entsprechende Regelung der Grußpflicht. Die erste kurze Anfrage ist vom Deuts chnati o nalen Geb hart «ingebracht worden. Sie lautet: Privat« Gemeinden und Tiftrikke der von den Alliierten de- setzten deutschen Gebiete müssen für die feindlichen Be- satzungSheere so außerordentliche Aufwendungen machen, daß sie ohne Hilfe deS Reichs nicht in der Lage sind, diese Lasten aus die Dauer zu tragen. Ist die Reichsregierung bereit, den be» tveffenden Gemeinden und Distrikten die für die Heere der Alliier» ten gemachten Aufwendungen alsbald zurückzuerstatten? Interpellation über den Waffenstillstand. Die Deutschen Volksparteiler Heintze u. Gen. haben folgende Interpellation eingebracht: Nach unwidersprochenen Meldungen ch-ri die deutsche Waffen- stillstandskommission mehrere für das deutsche Wirt- schaftSleben entscheidend« Fragen ohne rechtzeitige Befragung und ohne ausreichende Mitwirkung der zur Verfügung stehenden Dach- verständigen Abmachungen von größerer Tragweite und ver- bängnisvoller Einwirkung auf das deutsche Wirtschaftsleben ge- troffen, so insbesondere bei Auslieferung der deutschen Handelsflotte und bei den Verhandlungen über die Kohlen- und Erzfrage. ?ft die Reichsleitung bereit, der verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung unverzüglich ein« Denkschrift über die bisher seilenS der Waffenstillstandskommission gepflogenen VerHand- lungcn und getroffenen Abmachungen vorzulegen und inzwischen Auskunst zu erteilen, ob sie die Verantwortung für die bisher ge- troffcnen Abmachungen übernehme und ob Vorkehrungen getroffen sind, daß m Zukunft weitere Zugeständnisse in wesentlich Wirtschaft. lichen und finanziellen Fragen nicht ohne Hinzuziehung von Sachverständigen gemacht werden? Ist die RcichSIeiwng ferner bereit, die WaffenstillstandSkom- Mission dem Auswärtigen Amt zu umerstellen? Nus üer fozialüemokratischxn Fraktion. Teutfchösterreichische Unterstaatssekretäre- Die sozialdemokratische Fraktion bestellt zu ihren Wort- führcrn in der politischen Zenrraldebatte die Abgg. Keil, Hoch und Meerfeld. Als Unterstaats'ekretär für daS Reichs- Postamt wird von der sozialdemokiatiichen Fraktion der bis- herige Referent für Beamtenfragen. Taubadel, in Aussicht genommen. Don Posten eines UnterstaatSsekretärs im Reichs- ichatzamt will man Dr. Renner oder Dr. Bauer in Wien anbieten. Durch die Uebernahme eineS deutschen StaatSamteS würden die deiitfchösterreichischen Genossen ohne weiteres deutsche Reichsangehörige. Cin§rauenruf in üer Nationalversammlug. Seitens der weiblichen Abgeordneten sämtlicher Frak- t i o n e n wird an die Nationalversammlung em Antrag etwa fol- genden Wortlauts vorbereitet:.Die deutschen Frauen und Kinder haben durch die völlige Absperrung Deuischland» während des Kriege» unsagbar gelitten. Wir alle erhofften, daß mit der Ein- stellung de» Blutvergießens auch dieses furchtbare Kampfmittel nicht weiter zur Anwendung kommen würde. Die Hunger- ö l o ck a d e ist jedoch nicht aufgehoben, sie ist verstärst worden. Kranke, Schwache und Greif« fallen ihr in wachsendem Maß« zum Opfer, und durch das groß« Sterben der Kinder und werdenden Mütter wird dem deutschen Volte und damit der ganzen Menschheit ein nicht wieder gut zu machender Schaden zugefügt. Wir fordern unverzüglich« Aufhebung der Hungerblockade. Wir fordern sofortige Zurückführung der deutschen Kriegsgefangenen, die selbst Schwerste» gelitten haben und nach denen Eltern. Frauen und Kinder schmerzlichst« Sehnsucht empfinden. Wir sind der festen lleberzeugung, die Frauen und Mütter der ganzen Welt empfinden mit un». Sie werden mit heiligem Eifer bemüht sein, in ihrem Lande für die Erfüllung dieser Forderungen der Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu wirken.' Zusammentritt üer baperischen Laitües- Versammlung. Die Korrespondenz Hoffmann meldet die Einberufung de» neugewäblten bayerischen Landtage« auf Freitag, den 21. d. M., nach München. Cm schwerer Zusammenstoß ln Sreslau. 9 Tote, 9 Schwerverletzte. Breilau, 18. Februar. fEigener Drahtberlcht de»»Bor- oärt»'.) In Breslau fand heute vormittag eine ArbeitSlofenver» lammlung statt, in der unter Führung der Unabhängigen be- schlössen wurde, bei den Stadwerordnetenwahlen eine besondere Liste aufzustellen. Im Anschluß daran fand unter Führung der Unabhängigen»ine Demonstration statt. Zunächst wurde der Laden eines Milchhändlers, der in diesen Tagen zurückgekehrte Frontsoldaten schwer beleidigt hatte, demoliert. Dann zogen die Demonstranten nach dem Untersuchungsgefängnis, um dort zwei wegen angeblichen Landesverrats in Untersuchungshaft sitzende unabhängige Genossen mit Gewalt zu be- freien. Während mit dem OberstaatSanwal! über die Frei- lassung der beiden Inhaftierten verhandelt wurde, stieg die Zahl der unten vor dem Gerichtsgebäude versammelten Demonstranten auf mehrere Tausend. Die herbeigeeilte Sicherheitswache. die den Auflauf zerstreuen wollte, wurde tätlich ange« griffen und entwaffnet. Auch die hinzugezogene Ver- stärkung wurde angegriffen und war gezwungen, von der Waffe Gebrauch zu machen. Im Verlauf des Kampfes gab es v T o t e und S Schwerverwundete. Daraufhin zerstreuten sich die Demonstranten. Unter den Toten befinden sich drei Fugend- stche und ein Mitglied der Kommunistischen Partei. Naüet verhastet. Der rufffsch- bolschewistisch« Agitator Karl Rat«! ist gestern tn Berlin verhastet worden. Karl Rädel, der au» Galizien stammt, länger« Zeit tn Deutschland lebt» und später eine Stütze der bolichewistischen Mo»- kauer Regierung wurde, gehört zu den Hauptschuldigen der blutigen Januarwirren, zu den Haupranstlflern der spar- takistischen Unruhen. Auf dem Parteitag de» Spartakusbundes verkündete er al« fein Ideal den gemeinsamen neuen Krieg Ruß- lands und de» dem Bol'chew.SmuS eroberten Deutschland gegen die Entente. Die bolsck-ewistiicde Regierung Rußland? duldet keine Ein- griffe der Ausländer tn ihre Angelegenheiten und ist bekanntlich zur Vereitlung eine» dunklen gegen sie gerichteten Unternehmens auch nicht vor der Verhaftung von diplomatischen Vertretern deS Auslandes zurückgeschreckt. Indem Deutschland aus den stüher öfter- reichischen und jey: ruffiichen Staatsangehörigen die Gesetz« in An- Wendung bringt, zeigt eS, daß e» auch seinerseits eine Einmischung fremder Regierungen in seine inneren Angelegenheiten nicht zu dulden gewilll ist. Die Verhaftung. Rade? wurde in seinem spartakisttsch-bolschewisti- schen Propaganda. Bureau, da» sich in einem West- lichen Berliner Vorort befindet, verhaftet und in daS Zellen- gefängni» in Moabit gebracht. Radek war nach der Niederwerfung des SpartakuSaufstande» nach Berlin zurückgekehrt, nachdem er es vorgezogen hatte, für etwa 10 Tage zu verschwinden. Er war inzwischen in Wien gewesen und hatte von dort neben mehreren GefinnungSgenossen eine Wiener Spartakistin nach Berlin mitgebracht. Radek vermied nach dem Tode Liebknecht» und Rofa Luxemburg alle» Aufsehen. Er knüpfte ganz im geheimen die Fäden mit den Spartakisten wieder an und w« ch» selte seine Quartiere jedoch fast täglich. In Radeks Besitz befand sich ein« klein« Apotheke mit den verschiedensten Giften. Er war so mißtrauisch, daß er nach dem Genuß fast jeder Speise oder von Getränken Gegengifte nahm, da er stet» in der Befürchtung lebte, von seinen politischen Gegnern»ergiftet zu werden. Er wechselte ständig die Kleidung und lief bald in Zivil, bald in deutscher Militäruniform umher. Vor einigen Wochen richtete Radek in der Wohnung eines seiner Freunde, der at» Arzt auftrat, ein große» Prvpvganda-Lure«» ein. Radek trat unter den Namen Dr. Freund oder Dr. Merker auf und ließ durchblicken, daß er mit einer neuen Erfindung be- schäftigt sei. In diesem Propaganda-Bureau liefen die Fäden zu- sammcn, die sich über ganz Deutschland erstrecken. Sein« Gekre- tärin war in Bremen, Braunschweig und in Weimar tätig und versorgt« die dortigen Kommunisten mit Geld, an dem Radek keinen Mangel hatte. Sein Werk war die Gründung de» Sparta- kuS-Bunde» in Weimar. Radek hat vor allem die Beziehungen zu Eichhorn aufgenommen, der ebenfall» wieder tn Berlin weilen soll. Auf Radek» Verhaftung war eine Prämie von 20000 Mark ausgesetzt word. Seit einigen Tagen war«» einem Kriminal. beamten nun gelungen, sich an Radek» Fersen zu heften. Er hatte herausgefunden, zu welchen Zeiten Radek tn seinem Bureau zu arbeiten pflegte and er hatte ferner ermittelt, daß am Abend«in« Spartakistenzusammenkunst stattfinden sollte, an der angeblich auch Eichhorn teilnehmen wollte. Am Nachmittag geg enl Uhr rief der Kriminalbeamte, nachdem Rädel kurz zuvor da» Hau» betreten hatte, beim Regiment Rein- Harb an und teilte mit. daß Radek in seinem Bureav weil«. Er bitte sofort um Uirterützung. Daraus begab stch«in Offizier mit 8 Mann nach dem Westen. In unauffälliger Weis« nähert« man stch dem spartakistschen Bureau und nachdem noch andere Truppen alle SuS» gänge umstellt hatten, drang man n da» Gebäude«n. Radek befand sich mit seiner Sekretärin in seinem Privatbureau. Er trug«inen Straßenanzug und ha!»« noch immer den schmalen Backenbart, der ein charakteristische» Merkmal seine» Steckbriefe» war. Der Krt- minaübeamt« trat auf Radek zu. der tn Anbetracht der bewaffneten Macht keinerlei verdächtige Bewegung macht«, auf ihn zu und sagte:.Sie sind Karl Radek. Ich verhakte Siel' Radek behauptete, daß hier ei»„Irrtum' vorliege. Er sei ein Arzt und habe mit dem Gesuchten nicht da» geringste zu tun. Al» der Beamte jedoch sich nicht verblüffen ließ und die Sekretärin ebenfall» verhastet«, sagt« Radek:.Garantieren Sie mir für mein Leben? Darf ich hoffe»», daß mir unteriveg» nichts passiert?' Der Offizier sagte ihm hieraus vollen Schutz zu. Radek zog daraufhin seinen Gehpelz cm und nrnrd« unter starker Bedeckung in einem Auto, da» mft Revolverkanonen bestückt war, um den Gefangenen vor etwaigen Angriffen zu sichern, abgeführt. All« tn dem Haufe befindlichen Personen wurden ebenfall» verhastet und abgeführt. Fu dem Bureau Radek» fand man«tn« Unmenge bolschewistische« Propagandamaterial, da» beschlagnahmt wurde. Au« den vorhandenen Listen dürfte man wichtige Auffchlüss« erhalte». Radek wurde dann »um Regiment Reinhard gebracht, wo er zuerst vom Oberleutnant v. Kessel verhört wurde. Radek, der«wen sehr niedergeschlagenen Eindruck machte, beant- wortete ideSmal die Frage, ob er der Gesucht, fei. sofort de» j a h e n d. Hierauf wurde Radek vom Oberst Reinhard verhört, so» dann untr starker Bedeckung in da» Zellengefängni» Moabit über» geführt. Oberleutnant». Kessel macht« folgende Atzgabeu: Der ver- haftet« erklärte Oberst Reinhard während de» Verhör», er(Rad es) sei Mitglied der russischen Regierung und al« solche» hier tätig. Er erklärte ohne Aufforderung: „Ich bin»o» Richard Mülle, und Mvlkenbuhr hlerhergerusen worden.' s? Red.) Di« da» Regiment Reinhard mitteilt, soll der eberrfall» bekannte Spartakusführer Dr. Lern m München verhaftet worden sein. Einigung in Münster. Bei den verhandsungen de» Generalkommandos bei VN. Armee- korpZ mit einzelnen Vertretern de» Generalsoldatenrat« wurde eine Einigung erzielt. Der General'oldatenrat»erpflichtet sich, b'S zur endgültigen Stellungnahme der Regierung die Ausfühning feiner gegen dir Regierung gerichteten Beschlüsse zu rniterlasse« nnv nicht» gegen daS Genrralkommondo zu unternehmen. Die Verhandlungen zur Neuwahl de»»orp»soldut«nrat« werden sofort aufgenommen.__ Kein« Republik Rheinlaub-Westfalenl Vom Rhein wird uns gemeldet: Die von verschiedenen Blättern veröffentlichte Meldung, der Oberbürgermeister von Köln, Adenauer« habe die Rheinisch- Westfälische Republik«»»gerufen, entbehrt sicher Begründung, die piünüerungen im Schloß. Die Matrosen, dt« da» Triumvir«» Bujakow»ki.Kaiser-PontoW und damit di« jzivilherrschafi stürzten, warfen all« hinauf die sie Vorsonden Ihr erster Kommandant und damit der sechste de» schlösse» wurde der Matrose Wiczorek. Er ging am nächsten Tage mit seinem Adjutanten nach dem Marstall. Hier fragte ihn der Kapitänlzutnant Brettschneider, waZ er wolle, und verlangte einen Ausweis über sein Schloßkommando. Wiczorek erwidert«, er brauche kernen Ausweis. Es kam zu einer erregten Auseinander» >etzung, Bpctischneider griff zur Pistole und schoß den Kom- Mandanten und seinen Adjutanten nieder. An- geiichts der beiden Leichen sielen die Matrosen über Brettschneider her und schlugen ihn mit dem Kalben tot. Den Kommandoposten übernahm der Matrose Wille. Tie Räum« wurden alle belegt und alle wurden systematisch auSgeplünderl Die Zahl der Matrosen wui.de immer größer und mit ihnen stieg die Schar der unsauberen Elemente, die nun das Schloß bevölkerten In dieser Zeit der- schwanden die kostbaren Gemälde und die Schätze auZ den erbrochenen Vitrinen. Es wurde so toll, daß besonnenere Leute doch daran dachten, endlich wieder etwa» Ordnung zu schaffen und den Plünde- rungen� Einhalt zu tun. Wilke wurde abgesetzt und der Matrose Schmidt zum Kommandanten gewählt Schmidt richtete eine besondere Kriminalabtcilung ein. Dieser gelang eS auch, viele Beutestücke wieder herbeizuschaffen. Aber die Plünderungen dauer- ten fort. Am 20. November räumten die Matrosen zum größten Teil daS Schloß. Nur eine Wache von bv Mann und die Kriminal. abtcilung blieben zurück. An diesem Tage erschien plötzlich ein neuer Kommandant, der neunte, ein Graf Metternich, früher Kü- rassierleutnant. Er vertauschte die Reiteruniform mit der eines einfachen Matrosen. Sein Adjutant wurde Wilke. Zugeteilt wurde ihm außerdem der entlassene frühere Leutnant Dorrenba ch. Torrenbach vaftierte mit Liebknecht, versuchte diesem und seiner Spartakistcnbewegung die Marstallmatrosen zuzuführen, entfloh dann und soll jetzt an der Wasserkante wieder.tätig' sein. In der Nacht zum 8. Dezember fielen Matrosen über das Lebens- mittelmagazm des Schlosses her. Die Matrosenposten, die«S bewachen und schützen sollten, vereingten sich mit den Angreifern. Die vereinigten Räuber erbrachen die Räum« mit Gewalt und plün- derten sie au». Jetzt griffen als Sniler der Ordnung die Marstall- matrosen ein und verhafteten die Plünderer. Da» gefiel aber dem chemalinen Kommandanten Pontow nicht. Der gewerbsmäßige Verbrecher, der die Zeit seiner Herrschaft ausnutzte, um mit dem Panzerauto zu plündern, setzte einen Putsch auf das Poli- zeipräsidium in Szene und es gelang ihm auch, die Gctanae- rven wieder zu befreien. Am 9. Dezember erklärte Metternich, daß er die Verantwortung nicht länger tragen könne und schied von seinem Posten als Schloßkommandant. Ihm folgte der Matrose R a d t k e, der zehnte Kommandant. Er versuchte durchzugreifen. aber die Diebstähle hörten auch unter seiner Herrschaft nicht auf. Erst mit der Einnahme de? Schlosses nach der schweren Beschießung und der Verlegung der Matrosen nach dem Marstall nahmen sie ein Ende. Ausgeplündert wurden alle Räume bis auf zwei Wohnungen. Hier hatten sich eine Krankenschwester und der Pressevertreter Ma- trose Erdmann niedergelassen. Sie sorgten dafür, daß ihre Räume unßerührt blieben. DaS VortragSzimmer des Kaisers war ver- schlössen und zum Oeffnen bedurfte es besonderer Schlüssel, über die die Plünderer nicht verfügten Die Zahl der gestohlenen Gegen. stände geht in die Tausende. Manches ist schon gefiinden oder an- gehalten worden, wo es auftaucht«. Viele» andere ist durch unlau- teren Handel unter die Leute gekommen. Auch die wilden Händler au» dem Schönhauser Viertel, der Weinmeisterstraße usw. hatten manche? Stück zu Spottpreisen an sich gebracht, weil die Diebe den Wert gar nicht kannten. Mancher Unbekannte hat auch von ihnen wieder billig gekauft._ Spfer üsr»Vorwärts�-Näuber. Gegen fünf Mitglieder der Besatzung de»„Bor- wärtS'-Gebäudes richtete sich eine Anklage wegen Land- frisdensbruchs und Teilnahme an einem bewaffneten Haufen, welche gestern die 8. Strafkammer del Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektor» Scheifer» beschäftigt«. Au» der Unter- suchungShaft wurden vorgeführt der Einrichter Karl Baumgart. der Njährige Arbeiter Karl S ch u r n, der HilsSschlosser Philipp K ü h n e r t. der 18jährige Krastwagensührer Richard I f s e r t und der ISjährige Bootsmann Eduard Hirsch auS Opveln.— Der Angeklagte Baum pari war von der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik reklamiert. Am b. Januar habe er sich einem Zuge, der nach dem Marstall zog, anaeschlossen und von dort sei er nach dem„VorwärtS'-Gebäude geführt worden. Am nächsten Tage habe man ihm eine Parabellum-Pistole mit Munition in die Hand gedrückt, da er aufpassen sollte, ob von den Führern der Besatzung„Schiebungen" unternommen würden. ES hieß allge» mein, daß die Führer die Lebensmittel nicht»rdnungSmähig ver- teilten, sondern hintenherum verschoben. Auch im Nachbarhause sei in einem Weinkeller gestohlen worden, er selbst habe ein paar Leute, di« gestohlen hatten, abgefaßt.— Der Angeklagte S ch u r n ist auf den Rat einiger Bekannten, di« ihm sagten,„eS gebe was zu sehen", nach dem Marstall mitgezogen und von dort nach dem „Vorwärts', wo er ein Gewehr mit Patronen ausgehändigt erhielt. obwohl er mit einem solchen überhauvt nicht umzugehen verstand. Er Hobe dann am Freitag an ter Alerandrinenstraße. 2 Stunden Wache gestanden. Als in der Nacht zum Sonnabend die Schießerei losging, sei er. als die erste Granate einschlug, sofort in den Keller gelaufen, da er sich„drücken" wollte.— Vom Staats- anwaltschaftSrat G y s a n wurde auf da» Zeugnis eines GlaierS Tegner Bezug genommen, dem der Angeklagte Schurn erzählt hatte, daß er tüchtig auf die„Suppengarde" geschossen habe.— Schurn bestreitet die» jetzt und behauptet, er habe damals bloß renommiert.— Der Angeklagte K ü h n e r t, 17 Jahre alt, wollte am Freitag, den 10. Januar, an einem Zuge teilnehmen, der sich auf dem AndreaSplatz versammeln und gegen die„weiße Garde' demonstrieren sollte; er habe aber die Zeit verschlafen und sei des- halb au? Neugierde nach dem„Vorwärts'-Gcdaude gegangen. Hier soll!« er als Ordonnanz beschäftigt werden. Am Freitag gegen Abend erhielt er ein Gewehr mit Patronen— Der Nngeklagie Jsfert hat sich nach seiner Entlassung vom Heere um Arbeit bemüht, fand aber keine. EineS TageS sei ein' Mann in seine Wohnung gekommen und habe ihm gesagt, er solle nach dem„V o r- w ä r t S' kommen und dort ein Auto fahren Er habe geglaubt, e« handle sich um eine Stellung in dem ordnungsmüßigen ZeitungS- betriebe. Am Freitag habe er endlich den kluftrag erhalten, einen Delegierten in einem Personenkraftwagen nach dem Mosse-Hau» zu fahren. Als er abfuhr, seien mehrere Leute auf den Wagen gesprungen, die auf diese Weise daS Gebäude verlassen wollten.— Der Angeklagt« Hirsch halte sich bei dem Grenzschutz in Oppeln einstellen lassen. Von dort kam er ohne Urlaub wieder nach Berlin und wurde hier an den„Roten Soldatenbund' in der Besselstraße gewiesen. Von diesem wurde er schließlich nach dem..VorwärtS'-Gebäude geschickt.— Der Vertreter der Anklaa« hielt die Angeklagten deS Aufruhrs und de» LandfriedenSbruchs für schuldig und beantraflte, da es sich um einen ganz brutalen Eingriff in die Preßfreiheit handele, GefänamSstralen von S Mo- naten bis zu IZi Jahren.— DaS Urteil lautete gegen Baum- gart auf 9 Monate» gegen Schurn und Kuhnert auf je v M o n a t e und gegen Jsfert auf 7 Monate Gefäng- n i S unter Anrechnung von je 8 bezw. 4 Wochen UiitermchungS» Haft. Die Sache gegen Hirsch wurde vertagt, da nicht feststeht, ob er nicht noch Soldat ist._ Das Mandat EbertS. Infolge seiner Wahl zum ReichSpräfl. denten scheidet Ebert auS der Nationalversammlung auS. Der nächste auf der Liste seine» Wahlkreises(Tcltow-BeeSkow) ist H e i n- r i ch S ch u l z. Da dieser in Ostpreußen gewählt ist und dort an» genommen hat, rückt an EbcrtZ Stelle der Metallarbeiter Franz T h u r o w. SAserffchWbelMmg Oer Streik in öen Waren- unö Kaufhäusern. Gestern nachmittag hielten die kaufmännischen Angestellten der Waren- und Kaufhäuser zwei Massenversammlungen ab. Die eine tagte im Z i r k u S Busch und als derselbe überfüllt war. wurde eine zweite Versammlung im Lustgarten abgehalten. Beide Versammlungen nahmen ein« Resolution an, worin sich das kaufmännische Personal mit den streikenden Handelsarbeitern solidarisch erklärt.— Ein Vertreter deS TransportarbeiterverbandeZ dankte den Handlungsgehilfen im Namen der Streikenden für ihr sali- darisches Verhalten und versicherte ihnen, die Arbeiter würden im gegebenen Falle den Handlungsgehilfen ebenfalls volle Solidarität erweisen. Der Vertreter des Transportarbeiterverbandes betonte, daß sich dieser Streik lediglich um die Anerkennung deS vom Eini- gungSamt gefällten Schiedsspruchs dreht, den die Unternehmer ab- lehne». Die Solidarität der Handlungsgehilfen hat sich übrigens schon praktisch betätigt, ehe der vorstehende Vcrsammlungsbeschluh gefasit war, denn die Warenhäuser hatten am Mittwoch früh ihre Vor- ?->'> �stellen gar nicht geöffnet, weil nicht nur die Arbeiter, sondern auch das kaufmännische Personal nicht erschienen war.— Die Zahl der Ausständigen(Handelsarbeiter und kaufmännisches Personal zusammen) beläuft sich auf rund 20 000.— Mehrere große Kaufhäuser, die ani gestrigen Morgen noch ihre Läden geöffnet hatten, schlössen im Laufe des Tages, nachdem sich daS kaufmännische Personal den Streikenden Angeschlossen hatte. Auf der anderen Seite haben bereits gestern einige Firmen den Schiedsspruch anerkannt. In diesen Geschäften ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Die„Vereinigung von Angestellten in Handel und Industrie", die gewerkschaftliche Organisation der leitenden Angestellten, hat dem Reichsarbeitsamt und dem Demobilmachungsamt ihre Vermittlung angeboten. Heute, Donnerstag, 1 Uhr, sollen wiieder Massenversamm- hingen zur Berichterstattung über die Streiklage stattfinden. !" In späier Abendstunde wird uns gemeldet: Die„Vereinigung der Angestellten in Handel und Industrie", die gewerkschaftliche Organisation der leitenden Angestellten in dem Reichsarbeitsamt und dem Demobilmachungsamt hat ihre Ver- m i t t l u n g angeboten. iter Gtrei! ta den Groß-Verliner lversichernng?« betrieben. Nachdem am Dienstag in einer Riesenversammlung der An- gestellten in der Börse der Streik für Mittwoch früh beschlossen wor- den ist, sind nunmehr die Versicherungsangestellten Groß-BerlinS in den Ausstand getreten. Es handelt sich darum, bis zum Ab- schlug eine» Tarifvertrages zwischen dem Unternehmerverband und den in Frage kommenden kartellierten Angestellten-Organisationcn ein Gehaltsprovisorium zu schaffen. Da die Verhandlungen infolge deS geringen Entgegenkommens der Unternehmer zu keinem Resultat geführt haben, sind die An- gestellten nunmehr zu diesem Kampf gezwungen worden. Die ge- ringen Gehälter der VersicherungSangestellten sind ja hinreichend bekannt, einzelne Gesellschaften haben die Forderungen auch als berechtigt anerkannt. Soweit sich bis zur Stunde übersehen läßt, ist der Streik allgemein. Die Angestellten der Subdirektionen ver- sammeln sich heute, Donnerstag, lOIIbr vormittags, in den Sophiensälen, die der Groß-Betriebe betriebSweise. Die Kündigung des Tarifs der Caf6kcllner. Am Mittwoch nahm eine stark besuchte Versamm- lung der Kaffeehausangestellren Stellung zu der von den Unter- nehmern ausgesprochenen Kündigung des erst kürzlich abgeschlosse- neu Tarifvertrages.— Der Referent, Sektionsleitcr G e h r k e, sagte, es könne zugegeben werden, daß KaffeeljauSkellner in ein- zelnen Fällen Trinkgeld genommen, vielleicht auch gefordert haben. Das sei nicht zu billigen, es erkläre sich aber daraus, daß eine Ge- wohnheit, die seit jeher bestand, nicht von jedem mit einem Schlage überwunden werden könne. Aber da? sei ja nicht der wahre Grund der Tarifkündigung. Vielmehr sei eS den Arbeitgebern darum zu tun, daß der durch den Tarif eingeführte feste Lohn sowie der Achtstundentag wieder� beseitigt werde. Die Arbeitgeber wollen zurück zu dem alten System, das den Kellner im wesentlichen auf Trinkgelder verweist. Die Angestellten aber wollen von einer Rück- kehr zum alten System nichts wissen. Es sei auch nicht richtig, wenn die Unternehmer behaupten, die Kellner seien nach der Ein- führung des festen Lohnes in der Bedienung der Gäste nachlässig geworden und der Besuch der Kaffeehäuser sei deshalb zurückgegan- gen. Richtig sei dagegen, daß die Unternehmer die Preise um 100 Proz. und mehr hinaufgesetzt haben. DaS sei durch die Lohn- «rhöhung nicht gerechtfertigt, es erkläre aber die Abnahm« deS Besuchs. Ein Diskussionsredner vertrat die Ansicht, wenn ein Gast einem Kellner aus freien Stücken ein Trinkgeld gebe, so sei da? eine Privatangelegenheit, die den Arbeitgeber nichts angehe. Die An- nähme von Trinkgeldern, die den Kollegen manchmal geradezu auf- gedrängt würden, dürfte nicht als Entlassungsgrund gelten. Trink- gelder zu fordern, sei natürlich nicht statthaft. verdanssborsitzender JJekSk« ftkhrke bemgegenüsier aul, die Kündigung des Tarifs durch die Kaffeehausbesitzer sei ein Vorstoß gegen den ganzen Berliner Tarif und auch gegen die tariflichen Bestrebungen in der Provinz. Die Unternehmer möchten den alten Zustand wieder herbeiführen. Das würden sich die Angestellten unter keinen Umständen gefallen lassen. Es dürfe aber nicht ver- kannt werden, daß die Kellner auch einen Teil der Schuld an dem Vorgehen der Kaffeehausbesitzer haben. Nachdem der feste Lohn durch Tarif eingeführt sei, müßten die Kellner unbedingt auf Trink- geld verzichten. Wer das nicht tue, der verstoße gegen den Tarif und habe keinen Platz in der Organifatioir Der Verband habe das Trinkgeldshstem stets als unmoralisch bekämpft. Dieser Stand- Punkt würde sich nicht mehr halten lassen, wenn Kollegen noch Trink- geld nehmen, nachdem das Trinkgeldsystem durch festen Lohn be- seitigt ist. Ander« Redner wandten dagegen«in, daß der Wochenlohn von 100 M. nicht ausreiche. Wolle man den Grund zur Annahme von Trinkgeld beseitigen, dann müsse der Lohn erhöht werden. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, welche gegen die Kündigung des Tarifs protestiert und erklärt, mit aller Entschiedenheit an der festen Entlohnung und am Achtstundentag festzuhalten._ Lohnbewegung der Muhlcnarbeiter. Die in den Mübleu Berlins beschäftigten Arbeiicr fordern die Erhöhung des Wocbcnlohnes um 25 M. für Männer und 13 M. für Frauem Die Leitung des Brauerei- und MühIenarbeitervcrbaiidcS bar mit den Verirctern der Unicrnebmer veihandelt. aber sebr wenig Entgegenkommen gefunden. Die Uniernehmer erklärten, ohne daß ihnen der Mahllobn erhöbt werde, könnten sie die Lobnzulage in der geiorderieu Höbe nicht bewilligen. Auf eine Erhöhung des MabllobneS sei aber jetzt keine Aussicht vorhanden. Die Unternehmer wollen Höchstlöbne bewilligen und eine wöchentliche Zulage von höchstens lO M. Wenn aflo die Differenz zwischen dem gegen- wärtigen Lohn und dem bewilligten Höchstlohn geringer ist als 10 M., dann würde auch die Zulage dementiprechend pc- ringcr sein. � Infolgedessen würde ein Teil der Arbeiter überhaupt keine Lohnerhöhung bekommen, bei anderen würden sich die Wochenlöhne nur um ö bis 7 M. erhöben. Tie von den Unternehmern gebotenen Höchstlöhne bewegen sich bei den verschiedenen Kategorien der Müblenarbeiter zwischen 70 und 76 M, bei den Maschinisten, Heizern und Handwerkern sollen sie 83 M. und bei den Frauen 40 M. beiragen. Eine am Sonntag abgehaltene Versammluna der Mühlen- arbeitet: lehnte das Angebot der Unternehmer einstimmig ab und beschloß, das Einiaungsamt des Gcwerbeaerichts aniurufen. Verantwortlich für Politik«rtnr gickler, Lharlottcnbnrg, fiir den llbnqcn Teil de, Plattes: Allred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Theodor<«lo»in»t«tii, ckharlatten- tuag. Wind scheid srr. b>' ExssteiiD!. Schu rbedarfaartikel■ Geschäft, gure(Segend, preiswert zu ver- kaufen. Ost. unt. ist 9(£jp. d. Bl. Möbel Moderne KOchen, gro3e Auswahl, kauft man reell und billig bei der Möbel- und Polsterwarenfabrik B. Pommer,* Ntaa KSnigstraB« 20. WW in Sie 3. WiiWil WM'MWII 1. 30 3. 3. in Aile hei Ssesi W MSMWW!! ßoSiesz). Jeder wehrfähige Mann, der sein Vaterland liebt, trage dazu bei. die neue Regierung gegen Umsturzbestrebungen jeder Art zu schlitzen und dem schwergeprüften Volle die bitlcr notwendige innere Ruhe und Ordnung zu erhalten und, wo es nötig ist, wiederherzustellen. Nur eine starke, sicher gestützte Regierung kann uns den Frieden mit den äußeren Feinden schaffen. Mit einer Regierung, die nidft die Macht hat, ihren Willen im Lande durchzusetzen. verhandelt der F-indbund nicht. Wir brauchen also eine gut ausgebildete, disziplinierte Truppe. Unteroffiziere und Mannschaften aller Waffen, besonders Pioniere und Minenwerfer-Pionicre, sind willlommen. Löhnung monatlich 30 M., Zulage täglich 5 M.. die auch an Sonntagen und auf Urlaub gezahlt wird, freie Unterbringung. Verpflegung und Bekleidung. Militärpgpier und, wenn tnöglich, Uniform, besonders auch Mantel mitbringen; für Unisormftücke wird der Abschätzungs- wert vergütet. 3 monatige Kündigungsfrist. lj44D Meldung«» im(Befchäfisjimmetc I des 3. Rheinisch«» ploaier-vatl. 30; m etwa 20 Minuten zu Fuß von Osnabrück zu erreichen. Auslaxen für die Reise(Fahrkarten und Verpflegung) werden vergütet. 3« Rheinisches Pionier-Bataillon Nr« 30, z Zt. in Haste bei Osnabrück. Pioniere Alte SchwiU'zkrngen!• meldet Euch bei dem Pionier-Bataillon 1 in Königsberg i. Pr., Kalthof, und helft die Heimat schützen I 2. Mobil« eshn»»g und 5 Mark tägliche Zulage, freie Verpflegung. Anierbriaguug und Seklelduag. 2. verpflichwug au? 3 Monat«, Kündigung 2 Monat vor Ablaas d«r Frist. 3. Meldungen beim VaiaMons-vnreau. 4,»retsahrscheine beim Bezicfs-ftommanDo oder schriftlich hier an- fordern. S. Angediente junge Lenke werden eingestellt. S. Anr�uverlössige�Leute�diie�on�frendi�er�Begeisleriin�� tommen�werdei�enommen� Königsberg i. pe� den 9. Februar 1919. 11922 WM-«»» M MzM Mt.) m. 1. z. gez. BStam, Beirat de» Soldaten rat», gez. Wvtoer, Major u. Batatorms-ftomowdeax l X-ä' f? h Nr. Fahrgang Seilage öes vorwärts Vonnerstag, IZ.febmar 1919 GroMerlln Der„demokratische" Kandidatenwirrwar wird die Macher doch noch zwingen, den ganzen Krempel umzu- werfen. Jetzl kommt auch die„Vosfische' und rügt in schärister Weise, daß die Aufstellung wieder von einem Konvenliket vor» genommen wurde und eine ganze Menge wichtiger und großer Be- rufe dabei übergangen wurden. Die H a u S b e s i tz er hat man jedenfalls nicht veraessen. � Herr Ladendorff kommt uns mit der überraschenden Berichtigung, daß er 1. nie als konservativer Redner ausgetreten sei und 2. nie- mals bei reaktionären Veranstaltungen leitende Funktionen aus« geübt habe. Leider hat Herr Ladendoiff nicht angegeben, wann und wo er sich vor dieser Kandidatenaufstellung als demokratischer Politiker öffentlich betätigt habe. Ter Vollzugsrat Gro�-Berlin hielt am 12. Miruar eine Eihung ab, in welcher er sich mit der Tätigkeit der Arbeiterräte in den von den Unternehmern still- gelegten Betrieben beschäftigte. Es steht zweifellos fest, daß in den verschiedensten Betrieben nicht der Kohlen- resp. Materialmangel Ursache des Stillegcns ist, sondern das Bestreben der Unternehmer, eine sichere Konjunktur abzuwarten. Es ist zu befürchten, daß die Stillegung der Betriebe zur Verschiebung von Rohstoffen benutzt wird. Aus diesem Grunde empfiehlt der Wollzugsrat den Arbeiterrätcn, die Kontrolle in solchen Betrieben nach wie vor aufrecht' zu erhalten. Um den Ursachen des Rückgangs des Wirtschaftslebens nach- zugehen, und die notwendigen Feststellungen zu machen, inwieweit hier ein Verschulden den Arbeitgeber trifft, wird in den nächsten Tagen ein Fragebogen an die Arbeiterräte herausgegeben und die genaue Beantwortung aller Fragen gewünscht. Tie wiederholt gerügte ungerechte Papierverteilung gegen» über der„Roten Fahne", der„Freiheit" und„Republik" war eben» falls Gegenstand der Diskussion. Eine Kommission wurde beauf- tragt, beini Reichswirtschaftsamt dahin zu wirken, daß den be- rechtigtcn Wünschen dieser Zeitungen Rechnung getragen wird. Tie wiederholten gesetzwidrigen Verhaftungen wurden eben» falls einstimmig, einschließlich der Demokraten, verurteilt. Es wird ganz energisch darauf hingewiesen, daß in allererster Linie die persönliche Freiheit eines jeden Staatsbürgers gewährleistet werden muß Ganz besonders wurde hervorgehoben, daß durch willkürliche Verhaftungen die' unbedingt notwendige Arbeits- freudigreit� der Arbeiter nicht gefördert werden kann. Festgestellt wurde, daß das Korps Lüttwitz sich andauernd über die gesetzlichen Vorschriften hinwegsetzt und Tag und Nacht Freiheitsberaubungen vornimmt. Es sollen dagegen energische Schritte unternommen werden. Gegen betrügerische Ausnutzung der Erwerbslosen« fürsorge sollen wirksamerc Borkebrungen gewoffen werden. Mir dieser Frage »beichäiligie sill beule vormillag die bei der Groß-Berliner Erlverbs« loienfürsorge bestehende Sachversländigektkonfeienz. Der Vorsitzende Sladlral Sassen baär klagte über„geradezu ungeheucrlicbe Be- trügereien", die sestgestellr seien. Er schlug vor, für jeden Stadt- bezirk eine Kontrollkommission zu bilden, in der neben dem Bezirksvorsteher, dem Armenkommiisionsvorsteher und dem Ratio- nalett Frauendienst die(Äewerlschasien und die Arbeitslosen vertreten fem sollen. Die Kommissionen hätten Fälle von Ausnutzung zu prüfen, sie könnten aber durch weitergehende Mitarbeit auch aus indi- viduelle Behandlung der Umerstützungsanträae hinwirken. Man werde dabei v i e l e B c t r ü g e r e i e n aufdecken, doch werde sich andererseits auch zeigen, daß die gegen die Arbeits- losen erhobenen Beschuldigungen übertrieben seien. In der Konferenz erklärten all» Redner ihr Einverständnis mit der vorgeschlagenen Maßregel. Auch die anioesenden Vertreter der Albellslosen billigten sie. da oie Ausmerzung der Betrügereien im Interesse der Aibeitslosen selber liegt. W n rm vom ArbeUslosenrat füorie aus, es seien„kolossale Betrügereien nachgewiesen". Von gewissen Firmen, z. B. Borsig, werde diesem Treiben noch Vor- schub geleistet, indem sie die Arbeitsnachweise um- geh e n. Obwohl sie Aufträge haben, entlassen sie Arbeiter, wenn dicie auf Lohnheraosetznngen nicht eingehen. Diese Firmen suchen dann Arbeiter durch Annoncen, so daß Unterstützte die un- kontrollierbare Möglichkeit erhallen, nebenbei Arbeit anzunehmen, Vorgeschlagen wurde vo>� Frl. Klausner, der Vertreterin des RrbeilSnachweises der Stadt Berlin, solche Annoncen solle das Demobilmachungsamt verbieten. Auch Wurm erklärte das für wünschenswert. Dr. Le v y teilte aus der Zentrale für pri« vaw Fürsorge mit, die Zentrale habe Fälle kennen gelernt, wo sie geradezu vor einem Rätsel stand, wie man' da eine Unterstüung hatte bewilligen können. Es sei höchst bedauerlich, daß eine sozial- notwendige Einrichtung, wie die Erwerbslosenfürsorge, durch Miß- bräuche in Verruf gebracht worden ist. Mehr Nährmittel für Kinder. Zu unserer Notiz in Nr. 78 erfahren wir von dem leitenden Arzt der Berliner Säug» lingsfürsorgestelle in der Großbeerenstraße, daß er in seinen Kleinkindersprechstunden neben Nährpräparaten nicht„Eier"(wie in der Notiz stand), sondern Gries ohne jede Formalität ausgibt. Seine Zuschrift, auS der wir die irrige Angabe„Eier" stall„Gries" entnahmen, war so unleserlich, daß sie stark an die Hieroglyphen eines Rezeptes erinnerte. Wir haben leider keinen Apotheker im Hause, der uns bei der Entziffe- rung hätte Beistand leisten können. Der Ar�t legt auch Wert auf die nachträgliche Feststellung, daß er nur kränkliche Kinder meint. Das versteht sich von selber und braucht unseren Leserinnen nicht erst gesagt zu werden. Sehr erfreulich klingt seine Mitteilung, daß Atteste der Säuglingsfürsorge st ellen. wie er aus seiner Praxis versichern könne, von der Kranken- crnährungsstelle respektiert werden. Wir empfehlen den Müttern kränklicher Kinder nochmals, den Herrn Doktor fleißig in Anspruch zu nehmen. Die Mutter dreier Kriegskinder schreibt uns, daß sie in der Fürsorgestellc Großbeerenstr. 10 niemals Nährmittel für ihre Kinder erhalten habe. Mit l�i- Liter Milch täglich und 1 Pfund Gries monatlich soll sie ihre Kinder ernähren. Mam empfahl ihr, Wurzelwerlsuppen mit Gries zu kochen, aber 1 Pfund reicht nur für dreimal. 130 M. Monatsgehalt zahlt laut einem uns vorliegenden Schreiben die ,.Thuringia"-Ver.s.-Ges., Zweigstelle„Fortuna", (welcher Hohn) Kochstr. LS, einem gelernten Buchhalter während der dreimonatigen Probezeit, von der er 1S14 schon 4 Wochen abgeleistet hat. Nach Ablauf der Probszeit erhält er 100 M. Eni- fchädigung. Das„Gehalt" wird im N a ch h i ne i n gezahlt. Gegen derartige Hungerlöhne müßte ein gesetzliches Verbot er- lasten werden. Freikarten für Lazarettkranke stellt löblicherweise auch daS Apollotheoter zur Verfügung. Die erfreuten Benutz«: werden aber durch den Zwang enttäuscht, ihre Mäntel abzügeben. Uns schreibt ein Nierenkranker, daß selbst ihm gegenüber keine AuS- nähme gemacht wurde, denn—„die Herrschaften beschweren sich". Soviel Rücksicht könnte auf die Männer schon genommen werden, die sich zum Schutz der„Herrschaften", von den sich viele gesund machten, krank gemacht haben. Attiar Soldaten als Räuber. Zu diesem Bericht schreibt uns der Vorsitzende des Soldatenrats des 3. Garderegiments, E. Ebermann: Es handelt sich nicht um aktive Soldaten, sondern um Ersatz- Reservisten, die nur ganz kurze Zeit dem Regiment angehört haben. Das Mitglied des Soldatenrates Meyer, welches ebenfalls an dem Raub beteiligt war, ist auf meine Veranlassung durch den Soldatenrat Hannover, wohin sich Meyer hatte beurlauben lassen, festgenommen worden, aber durch einen dortigen �Wachthabenden wieder in Freiheit gesetzt. Das Gericht des Regiments hat im Verein mit der Kriminalpolizei eine strenge Untersuchung eingeleitet. Die Moral bieler junger Leute hat durch die lange Tauer des Krieges einen großen Tiefstand erreicht. Es ist heute für die Führer umd die tatsächlich mitarbeitenden Soldatenräte sehr schwer, Ordnung upd Disziplin aufrecht zu er- halten. Der Vorfall möge allen Formationen, die Freiwillige einstellen, zur Warnung dienen. Ein falscher Jmpfarzt nutzt in Neukölln die Pockenerkrankungen zu seinem verbrecherischen Treiben aus. Er erscheint in Wohnun- gen, wenn er vorher festgestellt hat, daß die Ehemänner nicht zu Hause sind und stellt sich den Frauen als Arzt vor. Er zeigt auch einen gefälschten, mit Stempel versehenen Ausweis vor und sagt, daß er von seiner Behörde beauftragt sei, die Frauen zur Vor- beugung gegen die Pockengefahr zu impfen. In einer ganzen Reihe von Fällen baben sich die ängstlichen Frauen auch von dem Schwind- tet impfen lasten und dafür 5 M. bezahlt. Einbrecher erbeuteten in dxr Kraivatiensabrik Pollens u. Loick, Cöpenicker Str. 74, für 200 000 M. Seidenstoffe und fertige Kra- matten: im Konfektionsgeschäft Michaelis, Mauerstr. 80, für 80 000 Mark Kostüme usw.; beim Wirtschaftsstab Rikmänien, Potsdamer Straße 121b, eine Geldkiste mit 400 000 M. in deutschen, österreichischen und rumänischen Banknoten(Belohnung von 6000 M.). * Zum Raubmord an dem Geldbriesträger Lauge. Wie bekannt, ließ der Mörder am Tatort einen großen Koffer zurück. Es ist noch immer nicht gelungen, die Herkunft dieses Koffers festzustellen. Ermittelt wurde nur, daß er am 21. Dezember nach Velten und von dort nach Berlin zurückgeschickt wooden ist. Der Koffer wird in den nächsten Tagen bei Rudolph, Leipziger Straße 78, im Schaufenster ausgestellt werden. Wer kennt den Koffer, wo ist er gekaust worden, wer hat ihn vor dem 21. De- zember 1S18 untergestellt gehabt und wer hat ihn einmal trans- portiert. Belohnung 20 000 M. Eine Matrosenräubcrbande. Ein Man« aus der Kolonie Grunewald besuchte ein Kaffee in der Kleiststraße. Hier verkaufte ein Matrose Keks. Er knüpfte ein Gespräch mit ihm an und lud ihn zu einem Glas Bier ein. Es kamen dann noch zwei Zivilisten und endlich noch drei Matrosen hinzu, zwei in feldgrauer und einer in blauer Uniform. Alle klagten über Hunger und der freigebige Gast ließ sie reichlich bewirten. In vorgerückter Stund« war man in Stimmung gekommen und die Matrosen holten zwei Mädchen heran. Mit ihnen trank man noch einige Flaschen Wein und dann begab man sich gemeinsam in die Wohnung des einen in der Kur- fürstenstratze. Hier zecht« man weiter. Auf dem Heimwege fielen an der Apostel Pauluskirche die Matrosen plötzlich über ihren Gast- geber her, setzten ihm einen geladenen Revolver auf die Brust und raubten ihm 770 M. und die silberne Uhr mit Doppelkette. Die Kriminalpolizei ermittelte eins der Mädchen und fand in seiner Wohnung einen 10 Jahre alten„Arbeiter" Hans Hintermeister und einen 20 Jahre alten Expedienten Paul Horn. Diese beiden gaben zu, bei den: Uebermll zugegen gewesen zu sein und wurden verhastet. Den Raub selbst legen sie ausschließlich den Bkatrosen zur Last. Nach dem Uebmall hätten sie diese in einem Ball- s a a l wieder getroffen. Die Matrosen hätten ihnen dort 78 M. Schweigegeld gegeben mit dem deutlichen Hinweis, sie seien alle? „stramme Jungs". Wenn sie etwas„ausposaunen" sollten, so werde es ihnen schlecht gehen. Nach den Matrosen wird jetzt weiter gesucht. Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wollen die Militär- behörden für alle aus dem Heeresdienst zur Entlassung Kommen- den oder bereits Entlassenen möglichst im Anschluß an Lazarette Sprechstunden zur ambulanten Behandlung durch Fachärzte ein» richten. Solche Kranken, deren Erkrankung oder ungünstige häusliche Verhältnisse Lazarettbehandlung wünschenswert machen, kön- neu Aufnahme in einem Lazarett erhalten.' Die Inanspruchnahme der Behandlung steht allen seit dem 1. November 1918 aus dem Heeresdienst entlassenen geschlechtSkranken Mannschaften zu, und zwar vorläufig bis zum 31. März 1919. Ucber diesen Zeitpunkt hinaus kann kostenlose Behandlung nur den in Lazaretten aufgenom- mencn Kranken gewährt werden. Zum Nachweis der Berechtigung dieser kostenlosen Behandlung durch Organe der Militärbehörden dienen die Entlassungsvapiere. Für die einer Kasse ängehörigen Geschlechtskranken gewährt die Kasse freie Behandlung �und, wenn nötig, Krankenhausaufnahme. Lichtbildervorträge für Erwerbslose. Morgen Freitag: Institut für Meereskunde. Dr. Armbrnstcr: AuS dem Leben der Bienen.— Ghm- nasium Weinmeiiterstraße IS, Dr. Ulbrich: Nutzbarmachung der beimischen Pflanzen für den Haushalt.— Sonnabend: Realgymnasium. Elisabetb- strane 57/58, Prof. Matschoßl Meiilerwerke der Technik.— Institut für Meereskunde, Prof. Schubring: Eine Reise durch das alle Kriechenland. TanitätSmannschasten und Militär. Krankenwärter Gross. B erlinS. Heute nachm. 3 Ubr in BoekerS Feftfölen, D-eberstr. 17. Ver- fammlung aller noch im Heeresdienst befindlichen SanitätSmannichasten und Militär- ldankenwärtcr. Tagesordnung- Bericht der Fünferlommifsion. Stellungnahme zum Bericht. Arbeiter- Samariter> Bund. Kolonne Gross. Berlin.». Abt. Schöneberg. Vorbergftr. 11. Donnerstag. 13. Februar, abends 7 Uhr: Uebungsftunde.— 1. u n d 2. A v t. W e l ch i o r st r. 1 5. Montag, den 17 Februar, abends 7 Uhr: Lcbr> und UebungSIlunde. Käste haben einmaligen freie» Zutrilt. Die Armbinden müssen wiederum neu gestempelt werden. Mittwoch, den 19. Februar, abends 7 Uhr: Oefsentlicher Lichtbildervortrag:„Revolution und Geschlechts- k r a n k b e t t e n", in den Musikcrsälen, Kaiser-WUHelm-Sttatze 31. Gchülmäte der Fortblldnngs-»nd Fachschulen sendet Eure Adressen an das Jugendselrelanat dcS Vereins Arbciter-Jugend Groß- Berlin, Berlin 8W 68, Lindensir. 114, vorn I rechts. Wo noch kein« Per- trauenSleute bestimmt sind, müssen dieselben sofort gewählt werdem Anleitungen und AuSkünste im Jugendsetretariat. Zur Dheatervorftcllling am Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr. im Zenttaltheater. Krnimandantenstraße, ssnd noch Karten zu haben im Jugendselrelariat Lindenslr. 114, vorm I; Buchhandlung Vorwärts, SW 68, Lindcnsir. 3; Voiwärts-Spcdiiion Wildelmsbavener Str. 48, Acker- Maße 174, Lausitzcr Platz 14—15, Müllerstr. 34a, Greisenhagener Str. 22; bei Horsch, Enaeluscr 15 und den Vertrauensleuten der Jugend. lieber Juden«nd Judenhesse spricht Emil Unger morgen Donners- tag, 8 Ubr, im Bismarck- Gymnasium, Wilmersdorf, Pfalzburger Straße 36/31. Ueber Kleingarten., Obst,«nd Gemüseversorgnng spreche» Sonn- akeno, nachmittags 5 Uhr, im Landeshause, Matthäiklrchslr. 20/21. Stadt. Gartcninspeklor Bosse, Forst i. L, und Stadttat Grützner von der Reichs- stelle sür Gemüse und Obst, Berlin. Jedermann Hai fteien Zutritt. Arbeirer-Athletenvereine Berlins l Der Bundesvorstand ruft die Berliner Sttbeiler-Athletcn zn intensivster Arbeit aus und erwartet, daß die allen Bundesvereine ihre Anfchristen sofort a» die BundeS-Getchäflsleitung: Paul Strumpf, Magdeburg, Gr.< Ottersledeu, Magdeburger 13j Stine Mensthenkinö. Von Martin Andersen Nexö. Tie Aeltcren schüttelten den Kopf. Mit Maren sollte man nicht scherzen; ihr war die Gabe verliehen, und sie tat viel Gutes. Mochte sie sich auch das eine oder andere Mal haben verleiton lassen, ihre Fähigkeiten zu mißbrauchen— -wer hätte das an ihrer Stelle nicht getan? Heute waren die Kräfte in ihr richtig rege, heute würde es klug sein, sich ihrer zu bedienen. Uha, uhal Wkß sie Lust unter den Flügeln hatte! Die beiden hielten sich auf dem Pfad, der ganz außen auf dem hohen Küstenhang hinlief und an vielen Stellen von der See ausgehöhlt war. Unter ihnen donnerte die Brandung. Wasser, Luft und Sand bildeten da unten einen einzigen gelben Wirbel:-darüber schrien Möwen und andere Meer- Vögel und peitschten die Luft mit hartem Flügelschlag. Wo eine Woge brach, sielen sie nieder und kamen wieder mit Futter im Schnabel empor— mit Fischen, die die Herrschaft über sich verloren hatten und dort unten im Gischt umher» rollten. So töricht es schien, daß die beiden sich ganz draußen mi den Hang hielten, so war da draußen doch am meisten Schutz. Der Sturm wurde gegen den hohen Hang empor- gestoßen und fiel erst ein Stück weiter einwärts auf das Land nieder. Wo der Pfad draußen längs des Hanges hin- lief, da konnte die Alte sich und der Kleinen den Mund frei- machen, und sie schnappten ein wenig Luft. Einander zu- zurufen, daran war nicht zu denken. An einer Stelle führte.der Pfad durch ein Dornen- gebüsch, das schräg landeinwäris emporstieg; der Seewind hatte es zusamengestutzt. Dort suchten sie eine Weile Schutz vor dem Unwetter und verschnaufton sich. Stine wimmerte, sie war müde und erstarrt. „Nur jetzt hübsch groß sein," sagte die Alte,„wir sind ja jetzt gleich zu Hause." Sie zog die Kleine an sich unter den Schal, zupfte ihr mit ihren zitternden Händen die Schnee- kuchcn aus den Haaren und pustete auf ihre klammen Finger. „Hübsch groß sein," ermunterte sie wieder,„dann sollst du Kuchen kriegen zind wunderschön«! warmen Kaffee, wenn wir nach Hause kommen. Ich Hai* Bohnen im Beutel— ah, riech einmal!" Großmutter machte den Beutel auf, den sie unter dem Schal um den Leib geschnallt hatte. Dahinein kam alles, was die beiden ringsum an Eßwaren und Gebrauchsgegen- ständen bekamen. Die Kleine steckte die Nase in den Beutel hinunter, er- gab sich aber nicht gleich. „Wir haben ja nichts, womit wir ihn warmmachen können," sagte sie schmollend. „So so? Großmutter war gestern abend am Strande und hat dem alten Boot guten Tag gesagt, jawohl. Aber du hast süß geschlafen, du— und nichts gehört." „Ist denn da unten noch mehr Brennholz?" Pst, Kind, der Sftandvogt könnte uns hören. Er hat lange Ohren mit Hörbürsten drin— und er wird von der Obrigkeit dafür bezahlt, daß er aufpaßt, daß die armen Leute es nicht zu warm bekommen. Deshalb sieht er sich gezwungen, all das was an Land treibt, für seinen eignen Mund zu nehmen." „Aber du hast keine Angst vor ihm, Großmutter, du verzauberst ihn nur? Denn du bist eine Hexe." „Ja gewiß, Großmutter verzaubert ihn nur— und noch mehr, wenn er nicht ordentlich ist. Sie schlägt ihn mit Gicht, das tut sie, so daß er sich nicht rühren kann und nach der klugen Maren schicken muß, daß die ibm die Lenden einschmiert. Ach ja. die Beine voll Wasser hat Großmutter, und Schmutz und Mist und Siechtlim hat sie in jedem einzelnen Glied; sie gilt für eine abscheuliche Hexe, ja— und für eine Diebin! Aber es muß etwas von allem dabei sein, wenn ein altes ab- gearbeitetes Schindluder von Frauenzimmer das tägliche Brot für zwei Mäuler herbeischaffen soll! Und freu' du dich nur, daß Großmutter so eine Hexe ist. Sie ist die einzige auf dieser Erde, die sich um dich kümniert— und faul soll keiner sie nennen dürfen. Sie ist jetzt zweiundsiebzig, und immer haben ihre Hände sich für andre geregt. Nie hat sich eine Hand gerührt, um sie zu streicheln." Sie saßen warm und gut, aber Stine fing an, schläfrig zu werden, und sie mußten wieder aufbrechen.„Sonst schlafen wir ein, und dann kommt der schwarze Vater und kriegt uns zu fassen," sagte Großmutter, während sie der. Kleinen den Sch.il umband. „Wer ist der schwarze Vater?" Stine hörte vor lauter Spannung auf, schläfrig zu sein. „Der schwarze Vater wohnt unten in der Erde auf dem Kirchhof. Er ist es, der Gräber vermietet an all die Toten,, und er will ja gerne ein volles Haus haben." Stine hatte keine Lust, zum schwarzen Vater hinunter- zukommen und da zu wohnen, und trippelte richtig flink an der Hand der Alte» dahin. Der Pfad lief jetzt gerade ins Land hinein, und sie hatten den Wind im Nücke»— der Sturm hatte sich auch etwas gelegt. Als sie an den Sandhof kamen, wollte Stine aber nicht weiter.„Laß uns dahinein gehn und um etwas bitten," sagte sie und zerrte an der Alten—„ich bin hungrig." „Kreuz Jesus— bist du verrückt, Mädchen! Da dürfen wir ja unser» Fuß gar nicht hinsetzen." „Dann geh' ich selber hinein," erklärte Stine entschieden. Sie ließ Großmutters Hand los und lief zum Torweg hin. Drüben wurde die Sache ihr doch bedenklich.„Und warum dürfen wir nicht dahineingehn. was?" rief sie zurück. Maren kam hin und nahm sie wieder bei der Hand: „Weil dein eigner Vater uns leicht mit der Peitsiche wegjagen könnte," sagte sie leise.„Komm und sei ein liebes Mädchen." „Hast du denn Angst vor ihm?" fragte die Kleine hart- näckig. Sie war es nicht gewohnt, daß die Großmutter vor etwas aus dem Wege ging. Angst-j- nein, dazu waren die Zeiten gewiß zu böse! Der Arme mußte dem Unwetter den Hintern bieten und es darauf ankommen lassen. Und warum sollten sie eigentlich um den Sandhof wie um ein Heiligtum Herumgehn? Wollte der Mann um keinen Preis seinen Abkömmling vor Augen haben, dann mußte er eben den Hof in ein anderes Kirchspiel verlegen. Sie beide hatten nichts getan, weswegen sie sich schämen und ausweichen mußten, das stand fest. Vielleicht war mit der Halsstarrigkeit des Kindes auch irgendein ver- steckter Gedankd verbunden? Maren war nicht diejenige, die dem Schicksal einen Strohhalm in den Weg legte— besonders wenn es beabsichtigte, ihr Hilfteiche Hand zu bieten. (Forts.{olflU Stroh«*«,"mmdltn. BmtMt. M* Sc« WWt»och««cht trtflt! ho»««, holen da« Vcrläumle unverzüglich nach, damit ste fich nicht mit dem Schuldbewußt ein beladen, da« ihre für die Wiederbelebung und macht- »olle Geftaliung der ilrbeiler- Athletcnbuvegung gerade tn de« Reiche« Hauptstadt nicht getan zu haben. Ter Not ebrmaltger Tcbustbaftgeftingener, Berlin, Abgeordnetenbau«. veranstaltet am Sonntag, nachmittag« 31/, Ubr, im Kats-riaal Rhein- gold einen großen öffentlichen Vortrag, C« werden sprechen: SchristsleUer ftr Weber- Robine, Justizrat Dr. Job, Werthaucr, Oberst a. D. Gaedte, Cbesiedakieur Dlebmed Fest Vey und Sil wester Henriette Arendt, Eintritts- iailen sind in den durch Plakate und Lnscrate kennllich gemachten Stellen »ü haben. Tie ftiele Tnrnerschaft Lichtenberg Mitglied de« Arbelter-Turne!,' bundc«) turnt seht in solgenden städt. Turn ballen Lichtenberg«' M ä n n e r< Abteilung: TienStag und se eitag, K— 10 Ubr abends, stiidb Turn balle in der Mollendoriftrnße»Parlaue.— ft r a u e n- Abteilung: Mittwoch. 8— 10 Ubr abend«, Mölleiidorsjlraste- Parkaue.— Jugend- Abteilung: Montag und Donnerstag, 8—10 abend«, vürgerbeimitrasie, Schüler- Abteilung: Ab 4. März jeden Dienölag 6— S Uhr abend«, Möllcndoriftraste, Parlaue. I« der Weinmeisterstraßr ustv. kam e« Mttag wieder zu Radauszenen. Nach dem Mittwoch kurz nach Bericht des„Abend" wurden RegierungZsoldaten von einem Kraftwagen heruichrrgerissen, ihre Waffen und Abzeichen geraubt und teilweise vernichtet. Einige «Soldaten schassen, jedoch soll niemand getroffen worden sein. Sicher» heitSmannschasten befreiten ihre Kameraden Berliner Lebensmittel. Milch. M beute aus AI-Rarttn 1 Liter. AH'/. Liter. BT«/, Liter. BTT l|4 Liter, Ol'/- Liier, CII lör 3 Tage ein« Büchse Kondensmilch. Die Kranlenkarien, Sonderkarten und Liesericheine werden voll beliefert,— Käse bis morgen Freitag in den Bezirken der t43, und IM, Brot- kommission, und bi« Somlabend in den Bezirken der 158. und 208. Brot- lotnmisfian 12ö Gramm. Neu kZ II«. Stelltvngnahmr zur Stadtverordnotemvohl. Die überaus stark besuchte außerordentliche Generalversammiung, bei der viele Hundertc sich mit einem Stehplatz in den Gängen de- ßtvügen mußten, nahm zunächst ein Referat de« Genossen Scholz über die bevorstehenden Stadiverordnetenwahlen entgegen, das ohne Diskussion aufgenommen wurde. Die danach vorgenommene Aufstellung der Kandidaten zeitigte folgende« Resultat: Alfred Scholz, Heitmann, Widulla, Lehrer Heyn, Frau Bölian, A'scher, Neumann. Polenske, Rohr, Rudolf Schulz, Thurow, Vogel. Bock, Hermann Kunze. Leopold Bartsch. Frau Scholz, Fritz Carl, Wücke. Georg Wolf, Fiedler. Dr. Kläger. Steinweg. Rektor Wille, Mermuth. Magistratk-Assessor Sommcrburg, Güttler, Obcrlehrerin Frl. Gröning, Otto Schneider. Frau Lictsch, Ebnng, Barsanti, Frau Garbe, Heukroth, WurbS, Fehler. Kaufhold, Karl Berg, Aßhölter, RcSke, Heinrich Krause. Hugo Hoffmann. Dollichan. Frl. Müller. Lützecke, Ntztzahl. Hasfner, Gehre, Hagen. Geschwinder, Erler. Hermann, Felsch, Ebel, Gallert, Jahrmarkt, Teßmer. Witt- brodt, Edmund Jden. Frau ElSner, Schaar. Robert Jden, Ganger, Krüger. Kupke, Strutz, Rettich. Sender, Fröhlich, LeczinSki, Paul, Adermann, Heithoff. Grüna«. Für die Wahl der von S auf 12 vermehrten Ge- meinbebertreter ist zwischen den beiden sozialistischen Parteien Listonverbindung vereinbart Diesmal wird die Arbeiter- schart nicht mehr ausgeschaltet werden. Heute, Donnerstag, 8 Uhr bei Eckard, Bahnhofstr. 1, große Versammlung. Rcscrcnt E. Unger. Marirnbork. Verkauf von V-�t?lctien al« Brennbolz. DoS Reieivelamrett S übende bat 150 hölzerne Bettstellen als Brennholz an Mindktbemlilelte abzugeben. Preis 4.50 M. Pertaui beute nachmittag 2 bi« 4 Ubr in Tüdende, Lichtelfelder Str. 17. im Kai'en. Kau'- bciccht'gimgsichcine weiden tosort von fr— IL Uhr im Polzeidienkt- grbände Zimmer 14 abgegeben. Grost-Berliner Lebensmittel. vketnickenborf. Der Käle aut Abichnitt t77A ist bis zum 14. d. MS. abzuboien. Der bisher nicht abgenommene Käie- wir» sreibändig ab» gegeben werden.— Das Nähgarn ans der Sepiemberanmeldinig versälll mit Ablaut deS IS. Febiuar— Martcnsteie Blutwurst w Dosen wird bi« zu 2 Doien a 3.80 A. für eine Perion abgegeben. Svondau. Ad heute aboevutzte Koblrüben zum Zentnerpreise von 8.50 M. an Händler und 8,50 M. an Verbraucher.— In der ftädtitchen Fischballe wochentäglich 0—12 gegen Abstempelung der Fieiichkarte 1 Psund gesaizenc« Rindfleisch sür 7, SO M. Groß-öerttner parteinachrichten. Gemeindewahlvcrsammlungen« Heule Donnerstag! Netnlckendors. 7 Ubr Ramiow, Echönholz 14. Res.: EchönSerz. gtoorlottenburg. 7 Uhr Schulau!«. Tiebestr., Ecke Neue« User. Grünau. 8 Uhr Eckard.- Bahnhosstr. 1. Res-: E. Unger. Morgen FeeitaD. Berlin lfr. ülbt. 7 Uhr Köntgstadl-Kaflno, Holzmarltflr. T% Lichterfrldc. Schulaula, Dratestrage. Res.: Du Südelum, Dr. Haiperl., Mariendorf-Südend«. VI, Uhr Echulaula. Kais erstratze. Reserent: Wermuib. Falicnberg. 7 Uhr Schulaula, Cöpenicker Str. S1. Ref.: Frau Kauf- manu und. Wedemann. Parteiversammlungcn. Morgen Freitag: Neinickenborf-West. 7 Ubr Lühninq, Schornweberftr. 37. Siiederichönewride. 7>/, Uhr. Zablabend aller Bezirke. Beretntgung kaz. Heute Donnerstag, 7 Uhr lNähe Bahnbot Börse). polstilche Tätigkeit(WMe) Zeiten nsk LeffrertNnen Grost-Berlt««. in der Gchuiaula, Hinter der(Sarnisontirche 2 Geschästliche«. 2. Unsere praktische partei- 3. Kollegiale Schulleitung(Lenz). Srieskl sn üe? l�eöaktlon. Jeder für den Brieftasten'. timmte» A ilraae füge man einen Bi-chskaSen und eine Nummer bei. ri-"'-!»e Nustvnii wird nickt, erteilt. Eilige Au- tragen trage man in der Ii-i...iicn~'wnde, Lmdenltr. 3, 3. Hos links, 4 Treppen. 4 dt« 7. Eonnat- 3 t.ihr nachmittag« vor. Schriftstück« und Si.ru. i sin. iUib'bringen. ck». S. 7. 1. Wenden l:■ ich, u U• ReichSauSschnh sür Krieg«- heschädlaiensürsorge, Königin,'r isla- Stra-.' 18. 2. An da« Bezirk«- kommando.—&.«0. Weii.-n nllcheiden wir nicht.— Plilorins- strafte lO. Die Löbnung kann. ibrt werden. Ein geleblicher Anspruch beliebt nicht.— H. 2. 10. Bend' Sie ff) an die Rein.-talstelle iiir Krieg«- nnb Ztvilgesangene. Aüb: ni rast 72.— H. K.-»!!. 1 Ja. 2. und 3. Aiiidrnch ou! Wiederein äung iab'-n Sie nicht, jedoch einen wichen oui.Schadenersatz, der in- o- mtlichen.Prozeg geltend ge- macht werden mühte. Dazu bcdä: cu Sie der Hille eines Anwalt«. — 9J. 2. 100. 1. Zurzeit noch ia. 2 KuegSminifterium.— A. tt. 40. Ja. die Eltern müssen ffib an den 1 n? iteil wenden.— Z. Z. 1019. 9-> straf.—'4t. 309. Unä bisder 10» Die Kündigung Ihrer Frau r Die auch nur an die Einlleidestelle ! B. SU. 1. Zur sRnchzablung, der m BeztrtStommando.— C. P. 33. zcoangener Islägig«- Kündigungsirist so baden Sie Anipruch aus Lodn- '."7. Nein.— Uffenwaffer,'Veters- 15 Evvi-essnng liegt unien« Erachtens nicht Wenden Sie fich an den dortinen nicht bekannt geworden.- W. W wäre zulässig— H. 14. 5?- tön in der Tiiimiirane veno eisen.— Miete sind Sie verpflichlel. 2. Ja Dir Enilassimg Uli nur nach v.- znISssig, wird sie nicht inn-- zablung sür 14 Tage.— C. Hägen. Ervieffung oder vc. vor.— Liest n. Den NänninugSanipruch de« lstutsbesitzet« hallen wir für unzulässig Ihr Zch" ervater unterlag auch der Vcriicherunasvsticht und kann Renlenansv:'- he erbeben.— Bödme. Beschweren Sie sich beim Vollzngsrat de» Berliner Ärbeiter« imd SoldateniatS.— 2l. TS. Ja. — M. D. L3. Der Hund ist Jbr Eigenium. Sie können Herausgabe verlangen.— Tgrydekainp I. 1. In der Regel nicht. 2. Anden äiupven« leil.— Rriesttum. 1. Ja. iall« die Este deSwe-sen rechiiträ iig geichwden ist. L H.?l. 0. Sie töiinen Kriegsciterngeld beaniragen. fall« der Solln Ihren Unterhalt ganz oder überwiegend beitritlen hat.—'4S. 29. Sehen Sie sich mit der Eiienbabnbehörde dezw. dem Ministerium in Verbindung. — C«. BS. 20. 1. Ja, wenden Sie sich an da« Kriegsministenum dirclt. 2. Osütergemeinichaft besteht nicht, die Frau bleibt Eigentümerin bei ein- gebrachien Sachen. 3. Leider nicht.— St.(t. 21. Setzen sie sich ir.il der Postbebörde m Verbindung.— Botioell 34. Ja.—!tz.«9. 19. Für die ieblenden Tage haben Sie Anlvrnch auf ArbeilsiosenuntersiützuNg. iallS Bedüritigleit angenommen wird. Antrag bei der ArbeitSloseniüriorge.— — Heinrich KU. Berliner Anstalten dieser Art sind im allgemeine., nm sür Berliner Emu- od» er bestimmt. Fragen Sie jedoch bei der AlleiSver- sorgungstelle de« Kai'er.Vildeim- und AiiguilailijieS. Schulstr. 97, an.— — H. T. 32, Wberswaide. Rick en Sie ein schreiben an die Firma. eine Klage ericheint aber nicht durchsüdrbar. i. Ihre Angaben reichen nicht au«» um eine Scheidnngstlaq« mit E-iolg angängig zu machen.— OpenilmQS Rappelkopf. Anlang 7 Uhr. Sslmusnielhans 400.ZMal€: Othello. _ Aniang 7 Uhr._ Volksbühne Thealei«m BUlowplati. Direktion Friedrich Kayülcr. T/, Uhr; Luther. Dlrekdon Ma* Reinhardt Dttutschos Theater. 7 Uhr Und das Licht scheinet In der Flnsienil«. Freit. 7 II.: Oer leb. Leichnam. Kammaraplela.. 1 Uhr: Fasching. Freitag 7 U.; Narrensplel de» Lebens. Kleines Schau.plelhaus Fasanenstr. I, Port S. VI,.: DicBüchie der Pandora. Freitag 71/, Uhr; Die'Büchse der Pandora._ Theater I. d. PulggrälzerStraSe DircC-Aieinhaid-R. bernauer (Irene 1 8 Uhr; Mualtt. Freilag Tmeniani� eTi lesch, Ludwig Hartau Faul Oko.) Sonnabend; Musik. Sonm. nm.: Der Katrensteg. Sonntag abend: Toientani. Montag: Rostncrsholm. Komödienhsas an der Marscnallbrücke i/j» Uhr: FOni Iranklurter. Freitai: Erdgeist. Sonnao.: Fflnl Frankfurter. Sonntag; Erdgeist. Beriicer Tbeater 7-uhch Sterne, dl« wieder leuchten. 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Februar pwtzlich I verstarben ist. ls/1I Äie Elniischerung findet ! am Freitag, den U. Febr., I um 4 Uhr im Krematorium | Gcrichtstraßc statt. Ehre seinem Tndenken I Der vorstand. l-raniienvusgilchei' Mas�incnielzes-Vsteln iV.d.D.B.1 Eitz Berlin. Am S. Febr. starb unser langjähriges liebe» Mit- giicd, der Linotypesetzer Paul Nein (Firma H. S. Hermann). Wir werben dem Per» schicdenen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung erfolgt am Freitag, den 14. d. Mt», nachm. 2>/, Uhr. im Kre- matorwm Treptow, Kies- holzstrahe. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der vorstand. Sonntag verstarb lleber Mitarbeiter, An, unser der Maschinensetzer 12S7d Paul Hein Ein ehrende« Andenken wird ihm stet» bewahren Da» personal der vnchdratkorel ist. S. Hermann Einäscherung: Freitag nach. mittags 2>/, Uhr, Krem»- torium Treptow, Kiefholzstr. Geschäftsstelle: N 39, Echänwalder Str. 4 II. Tel.: Norden 10 787. Unser Mitglied Herr Adolf Dchmann Sachscnhausen bei Oranleubura ! ist verstorben. 233/18 ! Einäscherung: Donners» J tag, den 13. Febr., nachm. j 5 Uhr. Unser MitgNed Herr Onstav Scholz Miillerstr. 134 ! ist verstorben. l Einäscherung: Freitag, ! den 14. Februar, nachm. I M1-, Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37/38. Leuttchei' Irankpoi'tai'dettti'- vefivanll. Bezirksvcrw. Gr�Berlin. DenMitgiiedern zurNach. richt, daß unser Kollege, der Industriearbeiter SenM Beilner I von der Firma A. E.®. I Huttensirage, am 8. d.Mis. ! im Wter von 33 Jahren �versterben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet I am Freitag, den 14. d. M., I nachmittag» 3 Uhr, von der I Leichenhalle de» Gemeinde» 'riedhose» in Weihensee, stölckestr. 48, au» statt. Um rege Beteiligung er- ! sucht Die Bezirisoerwaltnng. allen freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn 114? D Hichanl Arnold (Telegraphist der Fernspr.» Abt., Detachcm. v. Srothe) in treuer' Pfitchtersllllung a>« Posten im biiihenden Alter von 20 Jahren ge» fallen ist. Die trauernde» Eltern und Geschwister. Dt» Beerdigung finde« j am Donnerstag, den 13. Fe» 1 druar, nachm. 4 Uhr, von I der Halle de» Kaulsdorfer I Friedhofe» au« statt. Stille» Gedenken. Heut» vor einem Jahr ver» starb an Herzschwäche mein herzensguter, unvergetz- lichcr Mann und Sohn Oskar Teske Es gibt ein Leid, da» srem- den Trost nicht lindert, Und einen Schmerz, den selbst die geit nicht heilt. Sophie Test« Johanna Teske, als Mutter. gange unserer schlafenen Danksagung ''' Hcwu,.„ beim Heim ,'iir die vielen Beweise herz» er Tellnahme'' lieben Eni» 1259b VM.MGerflenberg geb. Schubert sagen hierdurch allen, beson- der» auch Herrn Pastor Franke herzlichen Dank. via trauernden Hinter- SoMmMMn Mein Bertis 19. Abtellaag. Jrellag. den 14. Aebrnar 1019. adendn t»he. tat „cichtipielhane— Schänhanser Allee 190, Hof geradezu: Große Wählerversammlung Tageiorduung: Unsere bevorstehende Stadtverorduetenwahl Resreutl Lehrer Heinrich vahlk». 197/10 Alle Freunde und Mitglieder der Mehrh« erscheine». _ w»rb«.Au»schuh der privakbramlen. Sozialdem. Partei Deutschlands. Freitag, de« t4. Februar, abends« Uhr, im„Deutschen Hos", Luckauer Str. 16: Gl. ZeAM-veAmiMg Tagesordnung: Der neue Geist im neuen Staat. Referenten: Redakteur Erwin Barth u. Herrn. Reinsberg. Freie Auasprache. All« Techniker, Werkmeister, Ehemiker, Ingenieur«, Archt- tekten nsw. Srvß-B erlin« find freundlichst eingeladen. 2(62_ ver werbeauafchust. SMttMWer Mliereis SSmeöerz. Heute Donnerstag, den 13. Februar, abends 7Vg Uhr: Zahlabend für alle Bezirke l» nachbenannten Lakaien. Tagesordnung: Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. 1. Bezirk: poul Milde, Nollendorfistr. 18. ?. 3. 4. 5. «. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Aeiurlch st/lndel. Solger. Pordergstr. 11. Knffhäuserstr. Ii. __ uc Hi »lisch, Eiegsriedstr. 9. Gollliob Grog, Sedanstr. 17. Elchhol,. Sedanstr. 48. Sari ftfln'~ 1t Kaiser-Friedrich-Str. 18. nie, Ebers», Tempelhofer Str.»Ecke. »roufe, Beaasstr. 1. Ende. Eachkendamm 33. Fahlreichen Besuch aller Mitglieder, hauptsächlich der Frauen sowie der„Borwl!rts"-Abonnenten erwartet 15/12__ Der Vorstand. MWlNWIMsl« d.SsdülrMmw M EmrMWlilietzl Donnerakag, den 13. Aebrnar, oormittag» 19 Ahr, in den»ophi-usalen, Sophienstraße: Ucrtammlung.?z Di« Angestellten der Großbetriebe versammeln sich ie» triebsweise. vi« Streikleitung, Miinzstr. 20. MMkl SslzMlel'VkllilisS Verrvallans Berlin. Tel.: Amt Moritzplatz 10823, 3378. Bureau: Rungestr. 30 Branchenversammlnngen. Parkettbodenleger und Bohner. Sonntag, de» 10. Februar, vormittag» 10 Uhr, im Arbeiislosensaai. Rungestr. 30. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Reicbe:.Arbeitsiosigkrit und Arbeits losenunterstiitzung". 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 8. Branchenangelegenheiten. Modell- u. Fabriktischler«. Drechsler. »onaiog. den 1». Zebrnar, vormittag, 10 Uhr, im Aosenthaler Hos, Roienthaler Etr. 11/12. Tage». o r d n u n g: Der Kollektivvertrag. Tischler. Bezirk Osten S. mittag» 9-/, Uhr, w den Eomenlus-SSIen. Memeier Straße 87. Tagesordnun zur Geueralverfammlung. 2.' ' h legitimiert 1. Wahl der Delegierten '" en. glicdsbuch legitimiert. Tischler. Bezirk Charlotteuhyrg. Sonntag, den 19.»ebena«, vormittag,>0 Uhr, Im volkshani». Rostnenstr. 4. Tagesordnung: 1. Be» ttchl der Kommission. 2. Wahl der Delegierten zur Gen«- ralversammluno. 3. verdandsangeleaenhelten und Ver- fchiedene».— Den Kollege» zur Nachricht, daß bei Dörre, Dan-Ieimannstr. 18, eine zahlst eile eröstuet ist. «2/8 Die ortvverwaktnng. Zemlmds»»«ll SfifiMWMie». Ortsgruppe Grosz-verttn. Freitag, den 14. Februar, abends 7 Nhr, i» den„Mnsiker-SSlen", Kaiser-Wilhelm-Str. 31: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag:„Die Angestelllea nnd die neue Set»-. 2. Reuwahl der Ortsvenvaltung. 3. Ergänzungswah! zum Hauptvorstand. 4. Bestätigung von besoldeten Verbands- rÄ 6. Antrag auf Erhöhung de» Ortsbeitrage». m Neukölln. Heute, abends 7 Uhr: Z össenll. MwiMMMNiM Hohenstaufeu-Feftsäle, Kottbuser Tamm 7v. Aula des Realqymnasiums, Kaiser-Friedrich-Str. Aula der Realschule,' Boddinftraße. Tage«. Ordnung: 237/2 Ak AsWes str SszlsliiMMW Im mes BsWs. Re fer e nt eu: Stadtrat Or. Lllbersteln und die Stadtvv. Lobvl? u. Tlrnrcm. _ Das sozialdemokratische Wahlkomitee. M ierlineF- Oenosseßselians-BäcM Eingetr. Genossenschaft m. d. H. Retuickendors-Vst, Wiikestr. 82. Sonnabend, 1. Mörz 1919. abend» 8 Uhr, im Persamm» lungszimmer der Bäckerei: GenenlMminlnW. Tagesordnung: L Bericht de» Vorstände« und Auffichtsrat»». Z. Bericht Uber funde'ne gerich 8. Vorlegung die stattae» ichtstche Revision der Bilanz und über dieselbe. 4. Neuwahl de» Vorstände, und des Aufsichtsrates. 3. Statutenänderungen«. An- träge. 8. Verschieden«». Die Bilanz siegt im Kontor Wtlkestr. 82 für die Genoffen zur Einsicht au«. 105/20 Der vorstaub. Marsch Engel. liarsch-l.» loooo »olclsmorettg, lo,— � [Bachdruc�rclkand:] Palisadenstr. 103/ Anfertigung Ulmtl. 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