Ar. 88. 36. Zichrg. BezugSvretSt SiirteIiShrl.�7S Ml. monatU�W M. fretw- HcruS. vorauZzahibar. Einzelne Kümmern 10 Ptenmg. Postbezug: Mon-ullch 2.25 MI. exll. ZustellungS- geba.hr. llmer Kren, band für Deutsch« land u. Oesterreich-Ungarn S.bO Mk. Mr das übrige Ausland übO Ml. bei illglich eunnallgel Zustellung 7.KO Ml. Postbesiellungen nehmen an Däne« mar!. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Singetragen in die Post-Zeuunas-PretSIiste. Der.VorwärtS'encheintwochcntägllch zweimal. Sonnlagt etmnal, Abend Ausgabe. Telegramm-Adress«: »Sozialdemokrat V er litt". Verlinev Volksblstt. ( 10 Pfennig) AnzeigenpreiSt Tie achtgespaltene SionpareillezeU« kostet SO Pfg.»Kleine Anzeigen", das lettgedruckte Won 40 Psg.(zulässig i fettgedruckte Worte), iedes wettere von 20 Pfg. Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen da? erste WoN SO Pfg., iedeS weitere Wort lb Pfg Worte über Ib Buchstaben zählen für zwet Worte. Teuerüngszuschlag 70°/» Familten-Anzeigen, polittsche und gewerlschastltche Vereins- Anzeigen «0 Psg. die Zeile. Anzeigen sür die Nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags tm Hauptgeschäft. Berlin EW. SS, Lindenstratze 3, adeegeben werden.(Seäffnet von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratl fchen parte» Deutfchlands. Reüaktion und Expedition: EW. 6$, Lindenftr. 3. Fernsprecher: Amt Moripplay, Nr. TolSV— l.StS7. Montag, den 17. Februar ISIS. vorwärtS'verlag G.m.b. H., SW. 08, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplah, Nr. 117 KZ— 51. ZoÄÄäemoKrstischel' AaHUieg in Ociterrcicl) Die Wahlen in Gefterreich. Gewaltiger Sieg der Sozialdemokratie. Wien, 17. Februar.(Eigener Drahtbericht beS„Vorwärts".) Die gestrigen Wahlen zur deutschösterreichischen Nationalversamm- lung vollzogen sich hier unter einer BeteiliWng, die über V0 Proz. hinausging. ES fanden keinerlei Zwischenfälle statt, lluf den Straßen war keine besondere Bewegung zu bemerken». Um so inten- stver wurde aber die Wahlarbeit selbst betrieben. Die Kriegsparteien, die Christlichsozialen und Deutschnatio- nalen haben eine vernichtende Niederlage erlitten. Die Sozial- demokratie hat einen gewaltigen, überraschend großen Sieg zu verzeichnen. Es ist schon nach den bisher vorliegenden Resultaten anzunehmen, daß von den 48 Adandatcn Wiens IV der sozialdemokratischen Partei zukommen werden. Von den 85 Man- daten Niederösterreichs einschließlich Wiens, wird sie 60 Sitze er- halten. Nicht uninteressant ist, daß in Wien auch die Tschechen 2 oder höchstens 8 Mandate erlangen. Dgs' entspricht ihrem Be- Völkerungsanteil von etwa 6 Proz., straft aber zugleich die tschechi- scheu Behauptungen Lügen, daß ihre Kopfstärke in Wien etwa 400 000 betrage. Die Wiener Bezirke. Es erhielten Stimmen:/ 1.(innere Stadt): Soz. 5511, Christi. Soz. 7976, Bürgerl. Dem. 4292, kleinere Parteien 2200.(Im Jahre 1911 erhielt die Soz. in der inneren Stadt 432 Stimmen.) 2.(Leopoldstadt): Soz. 96 485, Christ!. Soz. 26 701. Tschechen 12108, Zionisten 7605, Deutschnatl. 6600, Dem.(Dr. Ofner) 5100, Wirtschaftspartei 3400. 4.(Wieden): Soz. 8400, Christi. Soz. 9500, alle übrigen Pav- teien 10 200. 5.(Margareten): Soz. 28 752. Christi. Soz. 11196, Tschechen 2926, die übrigen Parteien 7000. 6.(Mariahilf): Soz. 12 800, Christi. Soz. 8500, Bürgerl. Dem. 3200, Tschechen 1190, die übrigen Parteien 8400. 8.(Josefstadt):(Bisher stets Christi. Soz.) Soz. 8800. Christi. Soz. 7700, Bürgerl. Dem. 2600, Nationaldem. 1400, Deutschnatl. 1700, Tschechen 1000, die übrigen Parteien 1700. 9.(Alsergrund): Soz. 19 300, Christi. Soz. 9900, National» dem. 4600, Dem. 8000, Bürgerl. Dem. 2700, die übrigen Par- teien 900. 10.(Favoriten):(Teilresultat) Soz. 4300, Christi. Soz. 600, Tschechen 800, Deutschnatl. 300. 12.(Breidling): Soz. 31 600, Christi. Soz. 10 800, verschiedene Dem. 2900, Deutschnatl. 2400, Tschechen 3100. 16.(Ottakring): Soz. 108 700. Chrisil. Soz. 25 900, Verbündete Nationale und Dem. 8800, Tschechen 17 454. 17.(HernalS): Soz. 27 000, Christi. Soz. 7900, verschieden« Dem. 4300, Tschechen 3900. 20.(FloridSdorf): Soz. 30 600. Christi. Soz. 6800. Nai. Arbeiter 2500, Tschechen 3200, Jüdische Soz. 1000. Von bekannten Genossen sind in Wien gewählt: Dr. Otto Bauer, Rudolf Müller, Eduard R i e g e r, Carl L e u t- hold, Dr. Ludo H a r t m a n n, Therese Schlesinger, Carl Seitz. Dr. Wilhelm Ellenbogen, Mathias Eldersch, Emmh Freundlich, Carl P i ck, Dr. Friedrich Adler. Lau- renz W i e d h o l z, Anw» Hueber. Skarek, Adelheid Popp, Friedrich Austerlitz, Seydel, Anton Davis. Stadt Baden bei Wie». Soz. 4400p Christi. Soz. 3100, Natl. Dem. 1633. Bürgerl. Dem. 700. St. Pölten(Stadt). Soz. 7900, Christi. Soz. und Bauernbund 2900, Wiener Neustadt(Stadt und 821 Orte). Soz. 119 324, Christ. Soz. 25 644. Bauernbund 2109, Deutschnatl. 2190, Tschechen 1300, die übrigen Parteien 5000. Auch in rein landwirtschaftlichen Bezirken, die bisher immer Stützen der Christlich-Sozialen waren, hat die Sozialdemokratische Partei die Mehrheit erhalten. So wählte die Stadt Klosterneu- bürg, die ganz unter dem Einfluß de? Stiftes steht: Soz. 17 000, Christi. Soz. 600, Deutschnatl. 650. Landbezirk Bruck-Schivcchat. Soz. 18 500, Christi. Soz. 2700, Bauernpartei 7000, Deutschnatl. 3500. Tschechen 300.(In diesem Bezirke hatten die Christi. Soz. 1911 eine Dreiviertelmehrheit.) Stadt Steyr(Oberösterreich). Soz. 6900, Christi. Soz. 2000. Deutsche Volkspartei 1900. Linz. Soz. 20 900, Christi. Soz. 8700, Deutsche Volkspartei 10 900. In Deutsch-Böhmen konnte das Volk unter der tschechischen Gewaltherrschaft sein Wahlrecht nicht ausüben. Eine internationale Inüustriekonferenz. Hau».>7. Kedvuar.(Meldung de« Hollaudsch Ri«uwlvur«au.) Aus London wird gemeldet: Der„Öbserver" meldet, daß die britische Regierung die Einberufung einer internationalen allgemeinen Konferenz von Lrbeitgederu und Arbeit- n e h in e r n zur Besprechung der bestehenden Differenzen zwischen Kapital und Aribeü vorbereitet. Diese Konferenz wird, wie das Blatt«klärt, eine industrielle Friedenskonferenz sein, durch die man den Frieden auf gewerblichem Gebiet zu erzielen hofft. Die Einberufung dieser Konferenz wird wahrscheinlich im Laufe dieses Monats stattfinden. Ein Rücktrittsgesuch Srocküorff-Rantzaus! Weimur, 17. Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Benschiedene Blätter bringen die Mitteilung, daß der Reichs- minister des Auswärtigen Graf Brockdorff-Rantzau wegen einer abweichenden Ansicht in der Beantwortung der letzton WaffenstillstandSibedingungen sein Portefeuille zur Verfügung gestellt hat. ES ist richtig, daß einerseits zwischen dem Reichsminister des Aeußenen, andererseits der Mehrheit der KabinettSmitglieder und auch den herangezogenen Parteiführern in dieser Fvage eine Meinungsverschiedenheit bestand. Ein hinreichend begründeter Anlaß zum Rücktritt deS Ministers ist durch diese Meinungsverschiedenheit nach Auffassung der Regierung nicht ge° geben._ Noch keine Konferenz auf üen Prinzeninseln. Keine Einigung der Alliierten über die russische �rage. Genf, 17. Februar. Am Freitag schloß sich, wie bereits ge- meldet,'am die Sitzung der Konferenz eine geschlossene Beratung der Vertreter der Großmächte an. Die englische Regierung legte ebenso wi« Wilson selbst Wert darauf, daß eine Entscheidung über die weitere Behandlung der russischen Angelegenheiten noch vor der Abreise Wilsons getroffen werde. Bon den Lokalregierungen habe» nur die Bolschewiki dir Einladung nach der Prinzeninsel angenommen; die übrigen weigerten sich, mit den Bolschewiki zu- sammenzutreffen. Frankreich seinerseits lehnt es unter diesen Umständen ab, mit der Regierung Lenins zu verhandeln, so daß ein Beschluß vor der Abreise WTsonS doch nicht zustande gekommen ist und die Aussprache vertagt werden mußt«. Die Derne? Delegation bei Elemaneeau. PariS, 17. Februar.(Havas.) Die von der sozialistischen Arbeiterkonferenz in Bern ernannte Delegation, die der Friedenskonferenz dieser Tage die angenommene Entschließung übermittelt hat, wurde am Sonntag von Clemenceau empfan- gen. iSe setzte sich zusammen aus Branting, Henderson Stuart Nünning» Ramsatz Macdonald, Long»et und Renaudel. Branting faßte die Entschließung in kurzen Worten zusammen und wie? auf den Geist hin, aus dem heraus der An- trag im Hinblick auf einen gerechten und bauerhasten Frie- den angenommen worden sei. Stuart Bunniug legte außerdem falic Entschließung über die Arbeitscharte vor. Die Delegation teilte weiterhin Clemenceau den Beschluß der internationalen Sozialisten- konferenz mit, eine Nntersuchungskommission nach Rußland zu ent- senden. Elemencea« nahm d«S Schriftstück entgegen und«klärte, daß er eS an das Bureau der Friedenskonferenz weiterleiten würde. Er wies weiter daraus hin, daß zweifellos in einer Anzahl von Punkten»Übereinstimmung mit der FriedSkonferenz selbst bestünde und daß ein Interesse daran bestehen könn, daß die Delegation in unmittelbare Beziehungen zu der Kommission der Friedenskvnfe- renz trete, die die verschiedenen Punkte zu prüfen hat. Dalöiger vorfrieöen. Foch vermutet es. Marschall Foch hat in Trier auf eine deutsche Anfrage, ob die Verlängerung des Waffenstillstandes nur„auf kurze Zeit" bedeuten solle, daß mit einem nahen Präliminarfrieden zu rechnen sei, geantwortet:„Ich vermute es." Diese offen ausgesprochene Vermutung läßt, bei der Stellung Fochs, tatsächlich auf� einen Vorfrieden in kürzester Zeit schließen. Die Entente scheint somit end- lich eingesehen zu haben, daß der Wert des Friedens über- Haupt jetzt hauptsächlich von dem Zeitpunkt abhängt, zu dem er geschloffen wird. Das Elend in Deutschland muß zum völligen Ruin und zu Zuständen führen, deren Folgen für die innere Ruhe namentlich Frankreichs außerordentlich ge- fährlich werden. Der Hunger in Deutschland drängt auf den Weg der Anarchie und des Bolschewismus, und dieser macht gleich einem Pesthauch nicht Halt vor Grenzlinien, die auf der Erde markiert sind. Sobald wir die Möglichkeit der Verbindung, des Verkehrs mit der Welt wiedererlangt haben, ist die Krisis überwunden. Der Austausch, der Verkehr mit der übrigen Welt bringt un» wieder in engst« Berührung mit ihr. schafft neues Blut in unseren WirtschaftSkörper, er- leichtert die Entspannung und ermöglicht, aus dem Erschöp- fungSzustande unserer Wirtschaft herauszukommen. Sozialdemokratie und Gemeindeschulpolitik. i Von Oberlehrer Dr. E. Witt«. ite Durchführung der s ozialdemokratischm�ScMfovde- rungen, wie Schaffung eines Reichsschulgesetzes, Beseitigung des obligatorischen Religionsunterrichts, Reform des Ge- schichtsimterrichts, Univerfitätsbildung für alle Lehrer, ge« meinschaftliche Erziehung der Geschlechter, Aufbau einer Ein- heitsschule von dem Kindergarten bis zur Universität, Un- entgeltlichkeit des Unterrichts, der Lehrmittel und der Ver- pflegung,»st zumeist Sache des Staates. Aber auch die Ge- meinden mit sozialdemokratischer Mehrheit werden bis zu einem gstvissen Grade unser Schulprogramm verwirklichen können, noch ehe wir die Mehrheit im Landesparlament haben; das gilt besonders von der Einheitsschule und von der U n e n t g e l t l i ch k e i t des Unterrichts, der Lehrmittel und der Schülerverpflegung. Im einzelnen wird folgendes zu tun sein: 1. Errichtung von Kindergärten. Während reiche Leute sich Erzieherinnen. Kindermädchen halten, schöne Gärten, geräumige Zimmer haben, sind die Kinder von armen Leuten meist sich selbst überlassen, noch dazu in engen, dumpfigen Stuben. Jede Gemeinde sollte solche Kinder- gärten errichten. 2. Aufhebung der Vorschulen. Diese werden fast ausschließlich von solchen besucht, deren Eltern nicht arm sind. Tie aus ihnen in die Sexta versetzten Kinder nehmen dann oft den begabten Kindern armer Leute den Platz weg. Die Vorschulen sind also ein Schutzmittel Minderbegabter Kinder von reichen Leuten gegen die Konkurrenz von Kindern aus unbemittelten Familien. Viele Eltern sind deswegen für die Vorschulen, weil sie ihre Kinder für zu vornehm halten, mit den Söhnen und Töchtern von Arbeitern auf einer Bank zu sitzen. Manche Eltern fürchten, dadurch würden ihre Kinder verdorben. Ungezogene Kinder gibt es in allen Ve- dölkerungskreisen. Ich als Lehrer habe die Beobachtung gemacht, daß gut erzogene Kinder aus armen Kreisen von den schlecht erlogenen reicher Leute wegen der Macht des sozialen Uebergewlchtes leichter verdorben werden als umgekehrt. Oesterreich, die Schweiz, Nordamerika und verschiedene deutsche Staaten(Bayern, Baden, die Proving Westfalen usw.) kommen schon längst ohne Vorschulen aus. 3. AbbauderunterstenGymnasialklassen. Ganz falsch ist es, neunjährige Knaben und Mädchen, die noch nicht die deutsche Sprache kennen, schon in einer fremden zu unterrichten. Ganz unmöglich ist es, in jenem Atter schon zu entscheiden, ob ein Kind zum Studium geeignet ist. Der so frühe Anfang einer fremden Sprache ist ausschließlich im Interesse der unbegabten Kinder aus reichen Familien, da dadurch in einer späteren Zeit begabten Volksschiilcrn der Uebergang in die höhere Schule fast unmöglich gemacht wird. Wie man hört, soll allgemein in Preußen zu Ostern die Sexta beseitigt»Verden. Mögen die Geineinden es zu erreichen suchen, daß dies bald auch mit den Quinten und Quarten geschieht. Heinrich Schulz fordert in seinem Buche„Die Schul- reform der Sozialdemokratie" eineallgemeineVolkS- schule bis zum 14. Jahre. 4. DieAufnahmeindieuntersteKlasseder höheren Schule soll dann auf Grund eines Zeugnisses üher die Versetzung in eine bestimmte Klaffe der Volksschule erfolgen. Sollten sich mehr Schüler melden, als Platz haben, so entscheidet eine Aufnahmeprüfung wie in Frankreich. 5. Einrichtung von Parallelklassen. Prü- fungen haben den Nachteil, daß der Zufall eine große Rolle spielt. Deswegen empfiehlt es sich, in den sehr besuchten Schulen- nack Äeseittgung der Sexten und Quinten in den untersten Klassen(Quarta oder Tertia oder in beiden) Parallelklassen einzurichten. Dann ist es möglich, die Leistungen der Schüler und Schülerinnen längere Zeit zu be- obachten. Nach einjähriger, zweijähriger oder dreijähriger Schulzeit wird dann durch eine strenge Versetzung aus zwei Klaffen immer eine gemacht. Durch Aufhebung der Sexten, Quinten und cvent. auch der Quarten werden die nötigen Lehrer frei. 6. Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel. Diese ist notwendig, damit begabten armen Kindern der Weg zum Aufstteg nicht versperrt tvird. Di« Einnahmen au» dem Schulgeld sind verhältnismäßig ge- ring Bor dem Kriege beliefen fl« sich für gang Deutschland auf 68 Millionen, also auf bedeutend»veniger, als der Krieg an einem einzigen Tage gekostet Hot. während sich der ge- samte Austvand für die deutschen Schulen auf 876 Millionen Mief. DiS Kosten für die Lieferung der Lehrmittel sind noch weit geringer. 7 DieUnentgeltlichkeitderVerpflegung. Auch diese muß durchgeführt werden, um armen Kindern den Aufstieg zu ermöglichen. Hungrige Kinder können dem Unterricht nicht folgen. In der Unentgeltlichkeit der Vor» pflegring liegt ein gewisser Ausgleich dafür, dasi kinderreiche Familien soviel mehr Ausgaben als kinderarme haben. Durch eine geringe Erhöhung der Abgaben der reichen Eheleute ohne Kinder und besonders der Junggesellen können die Kosten für die öffentliche Verpflegung der Schulkinder vor und nach dem Untericht aufgebracht werden. Es darf nicht gespart werden, wenn es sich um die Forde- tuny von Talenten handelt. Wir brauchen solche auf allen Gebieten, um uns wieder emporzuarbeiten. Die Durchführung jener sieben Forderungen ist die erste Bedingung, wenn das bekannte Wort„Freie Bahn den Tüch- tigen" in die Tat umgesetzt werden soll. Es ist n i ch t die Ab- ficht der Sozialdemokratie, das Gelehrtenprole- tariat zu vermehren. Es soll aber der Uebelstand be- fertigt werden, den Friedrich Paulsen, der kein Sozialdemokrat war, durch die Worte ausgedrückt hat:«Unfähige werden ab- gerichtet, treten in die leitenden Stellen, wo sie nichts leisten. Andererseits wird solchen, die zu großer Tätigkeit innerliche Begabung mitbringen, die Gelegenheit zur Ausbildung vor- enthalten." Die Stadt V e r l i n hat durch Gründung der Real- schulen, in denen die erste fremde Sprach� in Quarta beginnt, und durch das kürzlich errichtete Gymnasium für begabte Bolksschüler gezeigt, daß sie im Schulwesen nicht konservativ ist. Das sind aber nur ganz bescheidene Anfänge, mit denen sich die Sozialdemokratie nicht begnügen kann. Darum, Ihr Eltern, die Ihr den Kindern ohne Rücksicht auf den Geldsack zum Aufstieg verhelfen wallt; Wählt am 23. Febrtmr sozialdemokratisch!_ EickgunZ zwischen Sozialrevolutionären und öolschewiki. Stockholm, 15. Februar. Nach einem Funkspruch aus Moskau hat sich die in Moskau«ingetroffene Abordnung der Mitglieder der früheren konstituierenden Versammlung, die gleich. zeitig aus hervorragende» Mitgliedern der s o z i a l r« v o l u t i o- nären Partei besteht, in einem Aufruf an alle Bürger der russischen Republik gewandt, iu dem folgendes aus» geführt wird: .Nach dem Umsturz im Oktober 1917 begann die sozialrevolu- tionäre Partei zur Verteidigung ihres Programms den aktiven Kampf mit der Sowjetgewalt und mit Deutschland. Die Gerechtigkeit zwingt uns jetzt anzuerkennen, daß die Beschuldi. gimgen, die Bolschewiki ständen im Solde der deutschen Imperialisten und es fei zwischen ihnen ein gegenseitiges Schutzbündnis abgeschlossen worden, unbegründet waren. In der Absicht, eine einzige allrussische Macht zu schaffen, wurde im September vorigen Jahres in U f a eine politische Beratung ab- gehalten, die zur Bildung eines Direktoriums von 5 Mit» gliedern führte. Der Plan, zum 1. Januar eine konstituierende Versammluirg einzuberufen, konnte nicht zur Ausführung kommen, da die Führer der sibirischen Reaktion am 18. November die sogialrevolutionären Mitglieder dieses Direktoriums verhafteten Und die oberste Gewalt im Reiche dem Diktator Koltfchak übergaben. De? Weltkrieg hat mit dem Niederwerfen des imperialistischen Deutschland geendet. Der B r e st e r Frieden ist anulliert und die Einmischung der Ver» bündeten in die innerrussischen Angelegenheiten nimmt immer deutlichere Formen an. Der russischen Revolution droht jetzt tödliche Gefahr von feiten unserer früheren Verbündeten. Der EntscheiduugSkampf zwischen sozialer Revolution und sozialer Reaktion hat begonnen. Der Platz der sozialrevolutionären Partei in diesem Kampfe kann nur bei den Arbeitern und Bauern sein, wenngleich die Partei in vielem die Ansichten der russischen kommunistischen bolschewistischen Gruppen nicht Die Einheitsschule. Sieben Leitsätze von Dr. Max Spei. 1. Die allgemeine Frage der Erziehung und Bildung ist eine Sache des Volkes, der Gesamtheit, und muß von diesem Volksganzen aus der Idee der Volksgemeinschaft heraus entschieden und verwirk- licht werden. Die Einzelfragen unterliegen dem Urteil«tner be» sonderen pädagogischen Einsicht und Erfahrung. 2. Grundgedanke aller Erziehung und Bildung ist: der gesamten Volksjugend die Möglichkeit zu geben, alle geistigen und körperlichen Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln und zu vervollkommnen, den Verstand nach seinen mannigfaltigen Richtungen auszubilden, das Gemüt zu allem Hohen und Erhabene» aufzurichten, das Wollen auf das Große und Gute hinzuwenden. 8. Grundforderung ist: freie Bahw allen Kindern unseres Volkes, unabhängig von allen Zufälligkeiten der Geburt, de» Ranges und Standes, von Geld und Gut, allein bedingt von den geistigen, sitt» lichen Gaben, die der Genius der Nation der Jugend als heilige Mitgift in Herz und Kopf eingepflanzt hat! 4. Die Durchführung dieser Grundforderung ist geboten durch das Interesse») des Staates, d) der Persönlichkeit und c) der Pädagogik. a) Im Staatsinteresse liegt die Entfesselung aller Kräfte, die als Natnrgeschenk. als Gabe de» VollSgeiste» dem Ganzen darge» boten find. Die bisherigen höheren Schulen waren wesentlich Stan- desschulen, mehr noch Geldsackschulen. Di« von Natur verliehenen Geistesgaben sind aber vom Steuerzettel unabhängig. Alle jene scheingelehrten, sich auf Vererbungsgesetze und statistische Nachweise stützenden Beweise dafür, daß die soziale Stellung der Eltern im ganzen der geistigen Begabung der Volksschicksten, also auch der Kin- der, entspricht, find Täuschungen. Große Geister wie Kant und Fichte entstammten ärmsten Volkskreisen, und die alltägliche Ersah» rung widerspricht jenem vermeintlichen„Rawrgesetze". d) Jeder einzelne hat die Pflicht, seine ihm gegebenen Fähig» ketten zu entwickeln; nur in diesem Streben kann er sich zu einer Persönlichkett entfalten. Die Volksgemeinschaft hat die sittliche Auf» gäbe, jedem Volksgenossen die Erfüllung dieses Pflichtgebots zu er» möglichen. c) Das pädagogische Interesse verlangt die Einheitsschule, wenn die Einheitsschule als Begabungsschule aufgefaßt wird. Es ist eine der erstaunlichsten Verkehrtheiten und Sondeibarkeiten. daß gerade faii den Kreisen der Oberlehrer. Direktoren, Schulräte und Schul- teilt. Bei der augenblicklichen internationalen und innsrpoliti- scheu Lage Rußlands können wir die Verantwortung für eine Weiterführung des blutigen Bruderkrieges und für eine Schwächung der Demokratie durch den Bürgerkrieg nicht weiter auf uns nehmen und halten es für unsere Pflicht, noch vor Er- zielung einer amtlichen Einigung zwischen der sozialrevo- lutionären Partei und der Sowjetgewalt sämtliche Bürger, Arbeiter und Bauern Rußlands zum Zusammenschluß im entscheiden- den Kampfe mit dem gemeinsamen Feinde zu mahnen. Eö lebe die russische und mit ihr die soziale Weltrevolutionl Harnes über Hern. Die Ueberwindung des Kapitalismus durch (Kcnofscnschaften. Paris, 16. Februar.(Havasmeldung.) Der englische Arbeiter« minister Barnes hat geäußert, das freie England stimme den 46 nationalen französischen Sozialisten durchaus bei; in ihnen spiegele sich auch die Gesinnung der englischen Arbeiter wieder, welche den Krieg einzig und allein zur Vernichtung des preußi- schen Militarismus begonnen hätten. Barnes erklärte weiter, vis internationale Konferenz in Paris habe die Beschlüsse des Berner Gewerkschaftskongresses gut aufgenommen; wir tun, sagte er, daS Mögliche, um da? Grundgesetz der Arbeit in den sagte er, das Mögliche, um das Garndgesctz der Apbeit in den Rußlands bilden eine furchtbare Waffe für die K a p ick a l i st e n, welche sie ausnutzen, um Haß gegen die D e m o- kr a t i e zu säen, von der das Bolschewikentum doch nur die Karikatur ist. Barnes befürwortet die äußersten Bemühun- gen, um den Völkerbund zustande zu bringen und verlangt die weiteste.Ausdehnung der Genossen schaftsbewegung. Räch ihm müsse die Regierung dem Proletariat ein Höchstmaß von Wohlergehen und die Regelung der ArbettSbedingungen für Frauen und Kinder sichern; das Genossenschaftswesen werde die kapitalistische Wirtschaftsweise mehr und mehr ersetze»._ Zrauenproteft gegen üie yungerblockaüe. Der Nationalversammlung ist ein Antrag Frau Agnes und Genossen zugegangen, in dem es heißt: Die deutschen Frauen und Kinder haben durch die völlige wirtschaftliche Absperrung Deutschlands während des Krieges unsagbar gelitten. Sie alle erhofften, daß mit der Einstellung des Blutvergießen» auch dieses furchtbare Kampfmittel nicht weiter zur Anwendung kommen würde. Die Hungerblockade ist jedoch nicht aufgehoben. Sie ist verschärft worden. Kranke. Sieche und Greise fallen ihr in wach- sendem Maße zum Opfer. Und durch da? große Sterben der Kinder und der werdenden Mütter wird dem deutschen Volk und damit der ganze» Menschheit ein nicht wieder gutzumachender Schaden zugefügt. Wir fordern deshalb unverzüglich Aufhebung der Hunger. blockade. Wir fordern ferner sofortige Zurückführung der beut- schen Kriegsgefangenen, die, wie die Gefangenen aller Länder, nur ihre Soldatenpslicht erfüllt haben. Sie selbst haben Schwerstes erlitten und ihre Eltern, Frauen und Kinder sind von schmerzlichster Sehnsucht erfüllt. Wir sind der tiefen Ueberzeugung, die Frauen und Mütter der ganzen Welt empfinden mit uns, daß Mensch» lichkeit und Gerechtigkeit die Erfüllung der Forderungen verlangen. Spartakistenkämpfe in Westfalen. Blutiges Ringen um Hervest- Torsten. Uelber die Vorgärtgo im Dorsten er Bezirk meldet WTB: Zu einem heftigen Gefecht kam es zwischen dem westfälischen Freiwilligen korpS sSichfchlags und den Spartakisten in Hervest- Dorsten. Am 16. Februar traf daö Freiwilligenkorps in Reck- linghauscn ein. In der gleichen Nacht zogen die Spartakisten erhebliche Verstärkungen, vor allem aus Mülheim und Oberhausen heran. Sie besetzten auch in Dorsten den Bahnhof und die beiden Lippe-Brücken. Am 1ö. Februar vormittags rück- ten die RegierungStruppen nach Dorsten und nahmen den meiste? sich ein so heftiger und allgemeiner Widerstand gegen die Einheitsschule erhoben hatte. Ein gut Teil deS sogenannten .Schulelends", eines Elends für Schüler, Eltern und Lehrer, rührt ja nur aus der Nichtexistenz der Einhettsschul« her. Indem bisher die materielle Lage der Eltern den Ausschlag gab, finden sich in den Klassen der höheren Schulen Kinder zusammen, die zum großen Teil den Anforderungen nicht gewachsen sind. So wird die Schule de» Kindern, Eltern und Lehrern zur Qual. Die begabteren Schüler werden gehemmt, die schwächeren überanstrengt, der Lehrer sieht sich einer unlösbaren Aufgabe gegenüber. Durch eine zweckmäßige Auslese kommen alle zu ihrem Recht, und alle könnten sich ihrer Natur nach günstig entwickeln. Die pädagogische Kunst besteht ja nicht in dem mechanischen Eindrillen eine? gegebenen Wissensstoffes sondern in der lebendigen Entsaltung des Geistes, in der selbsttätige» Erzeugung des Wissens in den jugendlichen Köpfen. Dieser Aufgabe kann aber nur bei einer sinnvollen Scheidung der Geister genügt werden. 5. Die Volksschule, wie sie jetzt ist, bietet nicht die Gewähr einer zweckgemäßen Auslese und richtigen Beurteilung der sugendlichen Geister. Allzuhäufig sind die Erfahrungen, daß die Schätzungen in den unteren Klaffen der Volksschule versagt haben. Auch in der Volksschule muß, wie in der höheren Schule, der Unterricht schärfer auf Selbsttätigkeit der Schüler eingestellt werden. Dann treten die mannigfachen Begabungen deutlich erkennbar hervor und können weiter berücksichtigt und gefördert werden. 6. Folgendes Schema würde die Idee solcher Einheitsschule ent- sprechen: zuerst gemeinsame Grundschule auf S— 4 Jahre für alle. freilich auch hier schon Scheidungen, sowett das zweckmäßig ist. Die Grundschule findet für d'n größten Teil ihre Fortsetzung in einer Werkschule mit mehr Berücksichtigung der praktischen Anlagen. Ein kleinerer Teil geht über in die Mittelschule, und nach weiteren drei Jahren kann ein Teil der Mittelschüler in die Oberschule eintreten. Mittelschule und Oberschule stellen starke Ansprüche an theoretische Veranlagung. Für alle Schularten gemeinsam gilt aber die Forde- rung, besonders die eigenartigen Befähigungen nach Möglichkeit zu ihrem Recht kommen zu lassen und alle künstlichen Hemmungen aus- zuschalten. An Werk- und Mittelschulen schließen sich Fachschulen an. Für alle der Schule Entwachsenen bieten aber Volkshochschule» und Volksbibliotheken ein« dauernd fliehende Quelle geistiger Aus- bildung, edelster Freude und Genüsse». 7. Ein solche? Schulwesen würde das deutsche Volt zu einer wahr- hasten Gemeinschaft zusammenschmieden. All die elenden gesell- schaftlichen Kastenunterschiede, all die unwürdigen Standesvorurteile. all die erbärmlichen Nachforschungen nach dem»Stand" der Eltern Bahnhof und die beiden Brücken. Dann entspann sich ein heftiges Feuergefecht, in das auch die Artillerie eingreifen mutzte. Die Truppen drangen erfolgreich vor. Um das Blutvergießen einzuschränken, bot der Kommandeur der Truppen Waffenstillstand und Verhandlungen an. Bei den Verhandlungen forderte er die Abgabe aller Waffen cm einem bestimmten Ort und ungehinderte Untersuchung der Straf» taten. Da zu der gestellten Frist keine Waffen nieder. gelegt waren, mußte der Angriff von neuem aufge- nommen westden. TaS gesamte Hervest-Torsten jpnrde besetzt. DaS Freiwilligen korpS hatte mehrere Tote und Verwundete. Die Verluste der Spartakisten find erheblich Der Münstersche Konflikt. Reichswehrmimster NeSf« sandte an das Generalkommau do deS 7. Armeekorps folgendes Telegramm: Da Generalsoldatenrat deS 7. ArmeeforipS sich bisher den Anordnungen der Reichsregierung widersetzte, bin ich damit ein- verstanden, daß der Kommandierende General v. Watter den General sodatenrat ausgelöst und Neuwahlen ange« ordnet hat. Wie mir jetzt migetefl wird, schweben zurzeit Ver» Handlungen zwischen Generck! v. Watter und dem bisherigen Generalsoldatenrat. Diese Verhandlungen können nur zu einem brauchbaren Ergebnis führen, wenn sich der Generalsoldatenrat bedingungslos hinter die ReichSrcgierung stellt und deren An- ordnungen unverzüglich ausführt. gez. N o s k e. Reichswrhrminister. Hierzu bemerkt das Generalkommando des 7. Armeekorps, daß die Neuwahl der Soldatenräte in den nächsten Tagen ange. Eisner üemonftriert gegen Eisner. München, 16. Februar. Die angekündigte große Demo« st r a t i o n, die eine Woche lang die Gemüter erregte, hat heute unter überaus großer Beteiligung— eS«ri�en wohl 150 000 Menschen gewesen sein— itattgefunbe» und ist bis zu ihrem Schlusie durchaus ruhig und ohne Zwischrnfäll« verlaufen. Der Riesenzug, an dessen Spitze Mi»ifterpriisidcnt EiSnrr in einem Automobil fuhr, setzte sich von der Theresienwies« aus um 1 Uhr mittags in Bewegung, um nach Turchschreiten des Stadttnuern wieder nach seinem Ausgangspunkt zurückzukehren. Im wurden zahl- reiche rote Flaggen und Fahnen mtt den Inschriften:.Hoch die russische Räterepublik!",„Hoch das R ä t e s h st e m!", „Hoch die Diktatur des Proletariats!",„Hoch die Weltrevolutionl" usw. getragen. Auch Bilder von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren zu beobachten. Auf der Tberesien- wies« hietten dann verschiedene Rebner. darunter Ministerpräsi- den! E> S n e r und Dr. L e v i e n. Ansprachen an die Versammel- ten. Letzterer stellt« die Forderung auf, daS gesamte Mini- sterium hinauszuwerfen und trat für die Errichtung einer Räterepublik ein. Tie RegierttitgSkrifis besteht fort. Münchcu, 17. Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) In München fanden am gestrigen Sonntag spar- t a k i st i s ch e De nno nstrationen statt, an denen sich viele Soldaten beteiligten. Die Demonstrationen nabmen einen ru h i g e n Verlauf. Zu irgendwelchen Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. Die Regierungskrise ist noch nicht gelöst, sie b e.- steht vielmehr unvermindert fort. Es herrscht hier aber der Eindruck, daß ihre Losunn gicht mehr länger hinausgeschoben werden kann. Sozialistische Einigung in Seaunschweig? Nach dem.FZraunschweiger AnAeöger", dem amtlichen Regi:- rungSorgan der Republik Braunschweig, sind seit einigen Tager. zwischen den Fraktionen der beiden sozialdemokratischen Parteien Verhandlungen im Gange, welche die Aussicht aus«ine Einigung eröffnen. ES würde sich darum handeln, eine neue Regierung zu bilden, an der auch ldie Mehrheitssozialisten betei- l i g t sind, und eS würden auch Neuwahlen zu den A.. und S.- R ä t e n stattzufinden haben. Kommt ein« Einigung auf dieser Grundtage zustande, würde wahrscheinlich auch das von der würden in ihr verdientes Nichts verschwinden, und wir alle un« in gemeinsamer Arbeit, in gemeinsamem Streben al» Deutsche und Menschen zu einer großen einheitlichen Gesinnung zu» sammenftnden. Notizen. — Vorträge, lieber Karl Sternheim und seine polltische Komödie„Tabula ras«" spricht Theodor Kavvstein am 26.. Februar abends 8 lllhr i» der Aula SchUterstr. 26 in Char- lottenburg. — Kunstabend. Dr. Alfred Daniel gibt seinen letzten H e i n e- A b e n d am 18. Februar, 8 Uhr, im Neistersaale. — Eine Eulenberg. Stunde wurde im gestrigen Kammerlunstalend von Reuß und Pollack bereitet. EulenbergS Dichtung wirkt durch die Aare Bestimmtheit ihres Empfindens und EchouenS. In tbr ist keine Beimischung von Fremdem, da? nickt unmittelbar zum Gegenstande gehört. Sie ist von gradcster, männlichster Selbständigkeit. Kann ihr Wesen durch Frauenvortrag Setraffen wrrdzn? MorianneAeischedeS lyrisches Sprechen hat gesunde Spannung jungen Gefühls: die Bcrse wölben sich aui und dringen vor al» lete»Sstor?eS Bekenntnis der Seele; sie haben ein Erfülltsein vom Geiste des Dichters. Felix Robert Mendels- sohns Musik zu den Sonetten kam als zu nah(woran der Raum schuld war) nicht z» der gewollten schönen Wirkung. Das rPosastück vom Tode der alten zerfallenden einsamen Windmühle bewältigte der Vortrag der Sprecherin nicht. Man kann Tragik nicht wie ein trauliches Märchen entwickeln. Auch besteht beim Vortrag epischer Dichtung die Kunst darin, die Stimme streng hinter dem Werk« zurückzuhalten. Was beim lyrischen gestattet sein darf, ist hier verboten: das Eigene deS Stimmlichen darf sich nicht einmischen. Fehlt«S an dieser Zucht, so wird die Wirkung der Tat- jachen.«uS deren Folge das epische Werk sich baut, empfindlich unterbrochen und geschwächt. rä. — Für.die Schulgemeindel Die Gründung einer „Vereinigung der Freunde der Schulgemeinde" wurde im Friedrich- Wilbelm-Gymnvsium von einer Versammlung des Bundes„Aus- bau, der Jungsozialen Lehrergemeinschast, beschlossen. Die Ver- sam»flong wählte einen vorbereiterüden Ausschuß, der auch eine Petition an daS Kultusministerium einreichen soll, durch die eine Erklärung deS Ministers zu seinem Schulgemeindeerlaß vom 27. November 1918 erreicht werden soll. Interessenten der Be- wrgung wenden sich an H. Schüller, Berlin NW. 23, Brückenallee>7. — Das Werkstättenboot. Werkstättenautomobile, also fcfbstfahrende Werkstätten, zu bauen, ist längst überlebt. Nun baden sich die Amerikaner, wie die„Umschau" mitteilt, auch eine fliegende Werkstätte zu Wasser da? Werkstättenboot, geleistet. Dieses Motorboot soll«ine überaus schnelle Fahrt machen. Sobald eS an der Stelle angelangt fit. an der eine Reparatur durchzuführen ist. schaltet man die Maschinen um und diese betreiben dann die Ar- beitSmaschinen der Werkstatt, die auf dem fliegenden Mowrckoot für alle Fälle« die sich ereignen können, eingerichtet sind. jetzig« Regierung der 2 t': der ehrliche Republikaner aber muß sich fragen: hat denn diese klein« Gruppe von Politikern so gar nichlS gelernt und nicht« vergessen, daß sie glaubt, in der Eeburtsstunde de» neuen Deutsch- land die überwiegend republikanisch gesinnte Mehrheit der Volks- genossen beleidigen und provozieren zu dürfen? Glauben d>eie patentierten Patrioten der deutichiiationalen Volkspartei durch die'cS Liebäugeln mit einer monarchistischen Kegenrevoluiton die dringend noiwendige Beruhigung des deutschen Volkes herbeizu- fühien? Ebenso unberechtigt, wenn auch in anständigerer Form ange- bracht, war der Widerspruch bei Piannkuchs Worten:.Was Deutsch- land wahrhaft groß gemacht bat. war nie das Werk seiner Fürsten, sondern stets da« Werk seine« Volkes.' Man vergleiche den Gedankengang in der Rede des soziaidemo- kraiischen AlrerSpiäsideuten mit dem nachfolgenden Zeugnis eine« nicht unbekannten Schriftstellers: .Darr der Deutsche in diesem Augenblicke, wo er ruhmlos aus feinem tränenvollen Kriege geht, wo zwei übermütige Völker ihren Fuß auf feinen Nacken setzen und der Sieger sein Geschick bestimmt— darf er sich fühlen? Ja. er dort'«. Er gebt un- glücklich aus dem Kampfe, ober das, was feinen Wert ausmacht, hat er nicht verloren. TeulscheS Reich und Deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät bei Deutschen ruhte nie auf dem Haupte seiner Fürsten." Das bezeugte ISVI einer der großen Weimaraner: in der Jugend der ienrige Führer des Sturmtrupp«„In tyrarmos", nach 1870 als.anerkannter Nalionaldichter" mumifiziert, schwar-weiß-rot bemalt und zur Schau gestellt, daher den Chauvinisten und Mon- aichisten wohl ein unwiderlegbarer Zeuge— Friedrich Schiller._ Die Waffen nieder. Waffenabgabe der Zivilbevölkerung in«nensalls auf Besthl der Regerung zu» rücktreten. Verändertes Aussehen. Wie wir dem Handbuch für die Deutsche Nationalversammlung(Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 3, Preis Zchll M.), das demnächst erscheint, entnehmen, ist der Adel fast vollständig verschwunden bis auf die Grafen Posa- domsky und Dohna. Freiherr vm> Richthofen und etwa ein halbes Dutzend vor nicht langer Zeit geadelter ursprünglich bürgerlicher Personen. Acrzte gibt es nur, soweit sich bis jetzi übersehen läßt, einen in der Nationalversammlung. Richter 10, Arbeiter und An- gestellte annähernd 20, ferner einen Soldaten. Arbeiter» und Gewerkschaftssekretäre gehören der National- Versammlung mehr, als 80 an. daoon etwa 47 m der sozialdemokratischen Fraktion, 20 im Zentrum, 6 bei den Demo- kraten. 5 den Deulscknationalen, 4 der Bayerischen Volk« Partei, 1 bei den Unabhängigen. Der sozialiftcnscheue Pfarrer.„Ein Stallknecht, der nicht? Svzialdemokrat ist, kann sich melden bei gutem Lohn.' So annonciert Herr Pfarrer Aeltermann aus Meisterswalde(Kreis Tanzig! im„Karthäuser Kreisblatt'. Man sieht: Ein Sozial- � Demokrat kaim-war heute Präsident der deutschen Republik werden, aber zum Stallknecht des Pfarrers Aeltermann— da langt es i doch noch nicht! 1 GewerkschafizbewWng Steeikversammlnug im Zirkvs Busch. Zu heute Pormittag hatte der Zentralverband der HandlungS- gehilfen eine Massenversammlung aller Streikenden nach dem Zirkus Busch einberufen. Durch die vom Arbeitgeberverband vor- genommene Aussperrung ist die Zahl der Streikenden auf mehr als 30 000 angewachsen. Wegen des übermäßigen Andranges wird eine Paralleldersammlung im Lustgarten einberufen. Bevor der Vvrfitzende des Zenirakverbandes Schmidt das Wort zum Bericht über die bisherigen Verhandlungen mieden Ar- beitgebern erhält, werden die Vertreter der.gelben' Verbände aus der Versammlung gewiesen. In der heutigen Verhandlung mit den Arbeitgebern wurde fest- gestellt, daß mit den Transportarbeitern zwar eine Ver- ständlgung erzielt sei, daß diese aber die Arbeit nicht eher aufnehmen werden, bis eine Einigung mit allen streikenden Gruppen erzielt sei. Des weiteren führt der Referent lebhafte Klage über die Art. und Weise, wie die Oeffentlichkeit über den Streik unterrichtet werde. Der Zentral- verband sei von den Obleuten aller Betriebe mit der alleinigen Vertretung der Augestelltenintercssen beauftragt worden, nachdem diese Obleute die ihnen unterstellten Angestellt« hierüber befragt hatten. Auch die mitstreikenden Arbeiter wollen nur durch ihre freien Gewerkschaften verhandeln.(Zustimmung.) Lebhafter Unwille erhebt sich aus der Versammlung, als Redner auf den Geiverkschastsbund. der früheren Arheitsgemeinschaft kauf- männischer Vereine, zu sprechen kommt. Dieser von Arbeitgebern gnanziell unterstützte Bund habe kein Recht, sich als Vertreter der »gestellten aufzuspielen. Wir wollen eine sozialistische Republik(lebhafter Beifall) und!n einer solchen nun den von uns vertretenen Gruppen anständige Lebensbedingungen schaffen. Wir werden mit dem KriegSwucheramt abrechnen (tosender Beifa), um der Bevölkerung Berlins zu zeigen, wie die Wucherpreise erzielt und hochgehalten worden sind; wir haben Material l Air wollten uns bereits vorige Woche einem Schiedsspruch unterwerfen, die Arbeitgeber waren hiermit nicht einverstanden. In der Diskussson wenden sich alle Redner fast durchweg gegen eine vvrzeitige Beendigung des Streiks. Bernstein(9. Wertheim) macht bekannt, daß der Berliner BollzugSrat seine Bermitt- lung angeboten hat: wenn in Kürze keine Entscheidung fällt, soll ihm die Sache übertragen und der Generalstreik in gcniz Deutschland proklamiert»erden. Abraham(Michels u. Co.) teilt mit, daß ein« Betriebs» Versammlung seiner Firma beschlossen habe, geschlossen prak- tische Arbeit zu leisten: dasselbe erwartet er von allen Strei. kenden. Zum Schluß wird eine von Hoffmann(Tietz) eingebrachte Msolution, weiter im Streik zu verharren und nur durch den Zen- tralverband verhandeln zu lassen, einstimmig angenommen. Die Lohnbewegung der Miihlenarbeiter. Das E i n i g u n g s chm t des Gewerbegerichts ver- handelte kürzlich über die Forderungen der Mühlenarbeiter und gab ein« S cht e ds s p r u ch ab, der in der Hauptsache folgendes festsetzt. Die zurzeit bestehenden Wochenlöhne werden für mätm» liehe Arbeiter um 12,60 M., für weibliche Arbeitskräfte um 7,60 M. erhöht. Die Zulage ist rückwirkend vom 15. Januar zu zahlen. Die Winde st wochenlöhne sollen betragen für Walzen- sührer 80 M.. Müller 76 Mk., Sacker 7b M.. Bodenarbeiter 72 M.. Sackträger 7» M.. Maschinisten und Heizer 30 M., Kesselve iniaer und Kohlen schiebe r 75 M., Handwerker 90 M.. Arbeiterinnen 42 M. Diese Mindestlöhne müssen auch in den Fällen gezahlt werden, wo sie durch die oben angegebene Zulage nicht erreicht werden. Heber- stunden sind mit 25 Proz., Sonntag sarbeit ist mit 50 Proz. Auf- schlag zu bezahlen. Durch dw im SchiedSfprrch aufgestellten Lohn- sätze sind d« bisherigen Mindestlöhne um 12,60 bis 18 M. erhöht worden. Eine am Sonntag abgehaltene Versammlung der Mühlenarbeiter stimmte auf Empfehlung ihrer Zwuunrf- sion dem Schiedsspruch zu. Tarifbewegung der Rohrleger. Der Tarifvertrag der Rohrleger und Helfer läuft am 31. März ab. Die Branchsnleitung legte einer Miigliederver- sammlung am Sonntag einen Vertragsentwurf vor, der den bevor« stehenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern zugrunde gelegt werden soll. Der Emwurs sieht einen Stundenlohn vor von 3 M. für Rohrleger(Monteure), 2,86 M. für Hilfsmonteure und Jungesellen im ersten Jahre nach der Lehrzeit, 2,75 M. für Lehr- lmge, 2,70 M. für Helfer. Die wöchontliche Arbeitszeit soll 46 H Stunden nicht überschreiten und bei Arbeitsmangil auf 30 Stunden verkürzt werden, bevor Entlassungen vorgenommen werden. Bei schmutzigen Arbeiten soll ein Aufschlag von 50 Proz. und die Kosten der Äleiderreinigung vergütet weiden. Ferien sollen gewährt werden nach einjähriger Beschäftigung 3 Dwie. nach 2 Jahren 4 Tage, nach 8 Jabren 6 Tage, nach 4 Jahren 6 Tage. — Außer den materiellen Arbeitsbedingungen einhält der Entwurf eingehende Bestimmungen zur Regelung per Reckte der Ar- b e« t e r, Schutz vor Maßregelungen usw. Das System der Betriebsvertrauensmänner, ArbeiterauSschüsse und der DchlichtungSkommission soll durch den Tarif aus eine rechtliche Grundlage gestellt mevden. Wenn die Avbeiterräte»ine ge- letzliche GruÄlage erhalten, sollen sie in die Schlichtungskommission eintreten. Die Arbeitgeber haben einen wesentlich anderen Entwurf auf- gestellt. Die Beichandtung« werben also nicht so glatt Vonstatt«: Sehen._ Groß-Verlln Keine besseren Aussichten für Gemüse und Obst? Auf der Tagung deS.Vereins zur Förderung deS Obst- und GemL'everbraucvcS' sprach Stadtrat Griitzner. Vertreter der Reichsstelle für Gemüse und Obst, über„Die Gemüse- und O b st b e w irt sch a i t u ng Deutschland«>n: Jahre 1V1V'. Kern würde die ReickSsteBe aui weitere Mitwirlung verzichien. aber Deuiichland ist setzt mehr al« je iür die Ernährung der Be« Pölten, ng aus die eigenen Landertröge angewiesen. Im wesentlichen wird sich di« Kemüie- und Obstbewirtickaftung so wie in den KriegSjabren gestalten, doch ivB der iieie Handel zum Teil wieder ei«., eickaltet werden, waS die Reichsstelle für unbedenklich bilt. Beim Handel mit Frühobst scheinen ihr behördliche Ein- grisie nicht nötig. Voraussichtlich wird er von allen Beschränkungen irei und der Erzeuger wird an keine Höchstprerie gebunden sein. Dagegen ist beim Herbst- o b st wieder Absatzbeichränknng geplant, weil die Maimeladeiabrilation gefiedert werden muß. und hier werden voraussichtlich auch wieder Höchstpreise festgesetzt werden. Beim Gemüse soll an dem Synem der LieserungSverträge für Früh- und Herbstgemüse und an der Absatz- beichränknng sur Herbstgemüse festgehalien werden. Den Bezug von Gemüleiamen bält die Reichsstelle für gesichert: zur Verbilligung wird sie den Auslanvsamen unter Zuschuß auS eigenen Mitteln zum Brei» de« JnlandsameuS abgeben. Für den Dünger sind die Aussichten ungünstig. ES besteht Düngemittelnot. weit der Koblenmungel und die Arbelterickwierigkeiten viele Fabriken stillgelegt haben und die Besetzung de« Rbeingebiete« un« e'nen Teil der Fabrikat« entzieht. Knapp werden Gemüse und Obst in diesem Jahre mich deSbalb noch sein, weis die Einfuhr nock imme-r fehlt. Alles wird getan werden müssen, damit der deutsche Boden möglichst viel hergibt. Da« wird, schloß der vortragende, harte Arbeit und eiserne Pflichttreue ersordern. Soll Berlin erst wieder im Müll ersticke«? Uns wird warnend mitgeteilt, daß bei der WirtschaftSgenossen- schaft der Berliner Grnndbesstzervereine wahricheinltch die Müll« abftihr nächstens wieder mal stocken wird. Angeblich toll Mangel an Loren dazu nötigen, den Verladebetrieb einzuschränken. Dabei bleibe» aus den Abladeplätzen außerhalb ver« linS zahlreiche Lowren unnötig lange stehen, eh« sie entladen werden. Bei rascherer Entladung wäre e« möglich, sie längst wieder zu neuen Mülllranspprien zu benutzen. Man will glauben machen, daß die Verzögerungen auf Mangel an Arbeiter» zurück, uiühren sind. Wir erfahien, daß für Ausladen einer Lore 15 M. gezahlt werden, wozu zwei Atbeiier ie fünf Stunden ge- brauchen. Da wird allerdings»ie Verladegeiellichaft, die mit der WirischaflSgenosssnichast m Verbindung steht, in jetziger Zeit schwer Arbeiter kriegen. Hierzu kommt, daß es auf den Abladeplätze« an ausreichender llnierkunfis- und Waichgele�enheit fehlt. Sollen wir in Berlin eine Wiederkehr der Müllkalamität erleben, die wir in den letzten Jabren zur Genüge kennen gelernt haben? Der Direktor der Wiltschaftsgenossenschaft. der Stadtverordnete Bissing. hat AtbeiterauSichuhmitgliedern gesagt, das sei jetzt nicht so schlimm. Die zuständigen Behörden sollten ihn beizeiten eineS anderen belehren, ehe aus den Hosen der Berliner Mietskasernen sich wieder Berge von Müll ansammeln._ Keine Behebung der Ziegeknot. Der ItaatSkoimnissar für das Wohnunaswesen hat den Der- waltungSbebörden im Hinblick auf die bestehende Ziegelnot die Förderung des Verbrauchs von Ersatzstoffen nahegelegt. ES ktnn nach Lage der Verhältnisse nicht damit gerechnet werben, daß die Ziogilnot m absehbarer Zeit wird behoben wenden können. Di« AuSsichb-m hierfür sind jetzt, nachdem die Kohlennot und die Ver- kehrsschwiertgleiteri durch die Abgabe der Eisenbahnwagen gestei- aert sind, noch schlechter geworden. In absehbarer Zeit ist über- Haupt nicht mit einer mich mir einigermaßen befriedigenden Lösung der Ziegel frage zu rechnen. Die Herstellung von Wohnhausern aus Erfatzsiorfen(Zamsnt mit Beimischungen. Lehm. Holz usw.) ist anerkanntermaßen unerwünscht und unwirtschaftlich. Wollte man aber mit dem Bau von Wohnungen so lange warten, bis genügend Ziegel für sie vorhanden sind, so hieße das in vielen Fallen den Bau von Wohunngen bi» zu einem ungewissen Zeitpunkt vertagen. SS soll deshalb die Verwendung von Srsabstosfen für Ziegel durch durch die neuen Bezirkswohining«ko«mwiisare gefördert werden. Ganz besonders gilt dieS für ländliche Bauten. Für diese kommen namentlich die v-rschiodenen Lehmbauweisen als Ersatz in Frage.__ Plllndersahrten unternahmen gestern abend 7 bewaffnete Sol- deten in Treptow. Sie fuhren mit einem Privatkrafiwagen um- her und batten es auf Gast- und Schankwirtsachften und deren LebSmittelvorräten abgesehen. Nachdem sie unter vorgeschützten Kufträgm»et Lokal« durchsucht hatten, erregten sie Verdacht. Man wandte sich an die Polizei, als dies« jedoch einschreiten und die Plünderer festnehmen wollte, waren sie spurlos verschwunden. Boxkämpfe im Berliner Sportpalast. Zum ersten Male wird Berlin jetzt Gelegenheit haben, öffentliche Boxkämpfe bringen zu können. Tie Kämpfe beginnen am Dienstag und versprechen, eine spvrtliche Sensation für Berlin zu werden. Otto Flint fordert alle Boxer der Welt auf, sich mit ihm zu messen und zahlt dem- fenigen eine Prämie von 10 000 M., der ihn in einem Kampfe bis zur Entscheidung besiegt. Flint, der nicht nur internationale. Klasse, sondern in der Wucht und Kampfeslust eine Klasse für sich darstellt, wird sich mit den besten Boxern zu messen haben, unter anderem mit dem deutschen Schwergewichtsmeister 1918 und Flottenmeister 1«14— 1» Schlüter, auch der Wilhelmshavener Meister Schulz und der Westpreuße Kluschinskh.— In der Mittel- gewithtsklasse fordert der österreichische Meister Fran� Kött heraus und letzt eine Prämie von 3000 M. für seinen etwatgen Besieg«. Im Leichigewicht ist der mehrjährige deutsche Meister Richard Neu- jokS zu nennen, der seinen LeichtgewichtSmeistertitel gegen jeden um eine Prämie von 8000 M. verteidigen wirbt Etwaig« Sieger müssen sich verpflichten, die ausgesetzte Prämie in selber Höhe und Meistertitel zu verteidigen. Radreu, ie« im Sportpalast. Die geslrtzen Eröfimmgsrennen ge- stalUlsn sich zu einem vollen und gtfinjeirticn Erfolg. Da» radsport- huldixende Berlin stellte wie innner den übttchen Massenbesuch, und auch die Helden der Pedile hatten Nch mit Ausnahme von Walter Rütt fast voll. zSSlig eingeiunden. um auf der alten SechStagebabn um die reich ausge- leiten Preise In friedlichen Wettbewerb zu treten. Die Rennen Wielen dem- zuiolge durchweg stark besetzte Felder auf. und durch fleißige UebungSfahrten mts der Landstraße»orbereitet, erwiesen sich zudem all« Fahrer aus der Höhe ihrer Leilwngssähigkeit. Bon den kleineren Fahmn wußte mibe- sondere Petri viel Betsall sür sich ,u gewinnen und unter den stärkeren Kanonen traten Lewanow und Krupkat besonders hervor. Aber auch P-wle bewies, daß er noch immer der alte nieverlagende TemvolaSrer ist und gegebenenfalls auch noch einen recht tröstiaen Spurt durchzusllhre» vermag. In einem langen Prämlenfehren schieden infolge Radschabens mehrere F-brer. unter ihnen Lorenz, der erste Anwärter auf dcn Sieg. schon frühzeitig aus dem Rennen au». Durch viele hochdotierte Einzel. Prämien war von seilen der Rennleitmig für ein flotte» Tempo vorgesorgt. — Ergebnisse: vi sffnungssahten fllr Klasse 1 u. 3(280, WO, 100, 60 M), Endlaus. 10 Runden; l. Lorenz 2 Min. 17 Sek.. 2. Hosfmann, 8. Rabe. 4 Lewano«.- Malfahren fllr Klasse 8(100. 80. 60. 40 M.). Endlau', « Runden: l. Petri l Mtn. 44 Sek.. 2. Linsemr, 8. Schulz. 4. Hiepel.— AtiS'cheidmiMahren(160, 120, 80. 60 M.): 1. Paroke 2 Min. 32 Sek., «. Sossmann. 8. Rädlitz. 4. Krahner.— Prämienfahren für Klasse 8 (80, 60. 40, 20 M.), 110 Runden: 1. Schulz 7 Mm. 28 Sek., 2. Petrt, z Dekhge. 4. Tieh.— Prämiensahren(300. 200, 120. 80, 70 M. und 96 Sinaelprcknien von 26 dl« 160«.), 300 Runden: i. Lewanow l Std. 98 Mnr. 17 Sek.. 2. Krupkat, 3. DuchtnSki, 4. Sawall, 5. Bawke. Die Nnzetprimten gewannen Krupkat, Lewanow, Pawte, Duchwski. Lorenz und Hossmmm. Debattenschrift erlernen könne« Kenner de» Systems Stolze-Echrey Sei dem-m Montag, abends Uhr in der Luisenstädttschen Oberreal. schule, Dresdener Straße Ii», be, innenden Unterricht tn der Redeschrift. Lebrqeld M. 20,- für den ganzen Kursus.— Ueb-mgSgelkaenhett dalewst jeden Mittwoch, abends'/> Uhr. Auskunft erteilt Max Zindler, Berlin O. 112, Eonntagstr. 8, Iv.__ Groß-Serliner parteinachrichten. Sozialöemokratischer verein für SerlkN. Wählerversammlnngen Dienstag, abends 7 Uhr: 8. Abteilnngi Aula der Realschule Loeckhstr. 819. Referent: Stadt. verordneter A d o ls R i t I« r. »8.»btettnug: Turnhalle Od erb erger Str. 87/89. Referent: Stadt- verordneter vugen Brückner. S6. Abteilung: Aul» d-S Humboldt- Gymnasiums Gartenstr. LS. Referent: Rickar» Heckmann. 44.«dtriluag: Aul« In der Prinzen-Allee 8. Reserentin: Helene Schmitz 47. Abteilung: Schulaula Ostender Str. 89/40(Zeppelwplatz). Res.: August Pattloch. 4». Abteilung: Schulaula Schöningstr. 17. Ref.: Lehr« Schänitz. Potpdam. Wäbltroerfammlong Dienstag,'/,$ Uhr. im Konzertdauie. Kaiser-Wilhelm.Str. Referent: Lehrer Heyn- Neukölln. llteuksitu. Dienstag V Uhr NugSlattverdrettung von deu bekannten Lokalen aus. Britz. Flugblattverbrettung nicht Dienstag, so»- der» Mittwoch. 7 Udr, von den bekannten Stellen aus. ' Lichiersolde.?>/, Uhr Lindenpark, Unter den Etcheu. TageS- Ordnuna: 1. Da« Bildungswesen im sozialtstitchen Staat. Referent: Gen. Dr. Faeobsohn(Unwersttällprosissoy. 2. Zur Gemetndewahl. Referent: Gen. Wenzel._ Zrauen- Leseabende. Schöneberg. Heute 7'/. Uhr: grauenlesea benb bei Kraase, Begasstr. 1. Vortrag der(bei-. Oesterreich über Komnnmalivahlen. verantwortlich für Politik«eine siutice. Sharlotteabnr,, fllr den llbrlae» Teil dl, Planes �«tn»«cholz. Neut'llu: tür Aneetaen Throdor Glocke, Berlin. Berlag: lMlel(iifl*fW'fr MMR 191! sehr günstig bei 81/13* 1 äBnbiti lifiuaSdiflniiasserStr.lS Herren-Anzüge Damen-Kostüme Meter 20.-, 40.-, 60.—, 80.- Tuch-Lager Koch& Seeland CMS. 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