Ar. 97. 86. Jahrg. SezugSvreiSt Lt«rt«!Mrt.S>7ö Ml. monaU.2.2L MI. Kenn» Hau; vorlmsvihibii Anzewe Nummern 10 uienrnq. jtolibezllg: Monarlich V2b Ml. etil ZuItellimgS. gebühr Qmei Nreu-band mr Demlch- und u. Leilerreich- Ungarn Ml. für das übrige«usland i.so Mi. bei lüglich einmaligei-iunellung 7.60 Ml ■Boftbeiieimnaen nehmen in Düne» marl. Hoüand lluiemdura. Schweden und die Schweiz Eingetragen m die Lo!i-«iiunds-Breleiisle Der.Lorwarts' ericheim wocheniügNch zweimal sonniag. euwial. Morgen Ansgave. relegramni-Sdre�e> .«ozialdemoteai lSerit»�. * Nerliner Dolksblatt. ( 10 Pfennig} Llnzelnenvrrlö: Die achigeivaltene nonvareillezeile loüel d0 Pig. �kleine üinzeigen", das.leiiaedrnckte Marl so Pig'.znlüssig S ietlgedruckle L-arrci. iedee werlere iüari S) ilig. SleLengeiuche und Schiaillelleuanzergen das etile Wart 30 Sifl.,>edes w euere fflott 16 Big. Warle über lä Luchilaben zühien iür zwei Sorte, leuerungszuichlag 70°� s; amilieu-Slnzeigen, valiliiche und' gewertichaitliche Lareins- ilnzerge» SO big. die Heilt Anzeigen tiii die liüchsie Nummer miieeeu bis ä Ufte nachinulags im tmiw"chöft Berlin SS.«, lilioeniuai... rbiegeden werden. Heülwei>o» J Uhr srjih bis' 6 Uhr abenvs. Zentralorgan der rozlaldemchratifchen Partei Deutfchlande. Nevaktion und Expedition: SM. 6$, fiindengt. 3. »erailirecher: Amt Morlvplay. Nr.>»» itv- IZ» i»7. Sonnabend, den ÄÄ. Februar 1919. BS« Vorwärts-Veriag G.m. b H., EW. öS, Ondenstr.3. Fernsprecher: Am> Moriitplatz. Str. 117 SZ— Mord und Terror in So tiefen Abscheu der Mord.deS gräflichen Leutnants an Kurt Eisner erweckt, diese grauenvolle Tat wird noch ver- dunkelt durch das mörderische Gemetzel, das die Münchener Unabhängigen und Spartakisten unter den Führern der bayerischen Sozialdemokratie veranstalteten. Im Laufe des gestrigen Abends kam die Nachricht, daß Roß- h a u p t e r nach seiner Festnahme erschlagen, Timm erschossen, A u e r, der einen schweren Bauchschuß erhielt, auf- gegeben sei. Noch darf man bei der Ungeheuren Verwirrung deS Nachrichienverkehrs mit München hoffen, daß sich die Nachricht als übertrieben herausstellt, ebenso wie die andere, die Spartakisten hielten den Landtag besetzt und drohten, keinen Abgeordneten lebendig herauszulassen. Auf alle Fälle steht die traurige Tatsache fess, daß ein bewaffneter Uebersall auf den Landtag verübt wurde, daß sich die Schüsse gegen die sozialdemokratischen Minister richteten und daß mehrere Todesfälle und lebensgefährliche Verletzungen zu ver- zeichnen sind. Wer wagt eS. diese grauenvollen Verbrechen zu be- schönigen, zu entschuldigen? Wenn wir gestern abend von einem reaktionären Terror sprack>en. der der Arbeiter» bewegung fremd sei und gewalltätig in ihre inneren Auseinandl'rsctzungen eingreife, so lag in dieser Bemerkung immer noch ein gewisser Trost, daß es wenigstens kein Sozialist war, der seine Hand mit dem Blute eines Sozialisten befleckte. Auch dieser armselige Trost versagt angesichts des Massenmordes, der gestern unter den sozialdemokratischen Ministern Bayerns verübt worden ist. Denn kein Aweifcl kann leider daran bestehen, daß die unbekannten Mörder aufgestachelt waren durch den Irrwahn, sie könnten für den gefallenen Eisner Rache nehmen an Auer, Timm, Ro�haupter, diese wären an dem Tod ihres Führers schuld. Wir fragen die Unabhängigen, wer die Schuld daran trägt, daß bei politisch ungebildeten, rohen und verhetzten Menschen sich dieser blödsinnige Aberglaube festsetzen konnte, wer ihn in die Köpfe gepflanzt hat und ihn täglich ilährt?! . Timm, Roßbaupter, Auer waren nicht die ersten Opfer des Spartakuswahns und werden nicht die letzten sein. Jeder Sozialdemokrat in führender Stellung weiß, daß er heute täglich für seine Ueberzcugung sein Leben aufs Spiel setzt. Darauf könnte man stolz sein, gesellte sich dazu nicht das ent- setzlich drückende Gefühl, daß es ein dunkler Winkel des Sozia- lismus selbst ist, aus dem heraus sich die drohenden Laufe auf die Köpfe der sozialistischen Bewegung richten, daß es irregeführte Klassengenossen sind, die mit Mord bezahlen, was rem ihren Opfern für die Arbeiterklasse geleistet worden ist. Auer, Timm und Roßhaupter sind oder waren Arbeiter von Hause aus und hatten seit ihrer frühen Jugend keine andere Arbeit gekannt als die für. die Sache des Sozialismus. Was ihre Verdienste an der Arbeiterbewegung in Bayern, be- trifft, können ihnen ihre Gegner nicht das Wasier reichen. Sie waren in grenzenlos verworrenen Verhältniflen eine Hoffnung des Landes und ihr Tod wäre ein Unglück für das bayerische, für das ganze deutsche Volk. Was soll nun in Bayern werden? Der Arbefter- und Sol- datenrat hat in München die Herrschaft übernommen und die Landesversammlung ihrer Befugnisse entkleidet. Inzwischen regiert in der bayerischen Hauptstadt wilder Terror. Wird der Arbeiter- und Soldatenrat den Willen und die Macht Hadem ihn zu zügeln? Selbst wenn man optimistisch genug ist. dies anzunehmen, was wird aus dem übrigen Bayern, auf das sich die Herrschaft des Münchcner Arbeiter- und Soldotenrats nicht erstreckt? Das bayerische Volk Hai� bei den Wahlen seinen fast einstimmigen Willen zur Demokratie zu erkennen gegeben, deren unabhängige Gegner eine unbcachtliche Minderheit blie- ben, und auch sie sind so wenig unbedingte Anhänger eines bolschavistrschen Rätesystems wie Eisner selbst einer gewesen ist. Eine Rätercgierung hätte in ganz Bayern nur eine ver- schwindend geringe Anhängerschaft, in weiten Gebieten des Landes überhaupt keine, könnte also nur mit Gewalt gegen den Willen des Volkes herrschen. Wäre diese Gewalt eme �Diktatur des Proletariats"? Mit Nichten, denn das Proletariat steht in Bayern noch acschlosiener als sonstwo hinter den M e h r h e i t s s o z i a l i st e n und will von einer Diktatur in bolschewistischem Sinne nichts wisien. Was bleibt als Rettung? Die sofortige Einberufung der Bayerischen Nationalversammlung nach einem anderen ruhigeren Ort. Bildung einer Regierung aus ihrer Mitte und Schaffung einer gedrdneten Gewalt, die der Regierung die Ausübung ihrer rechtmäßigen Macht ermöglicht. Das wird wahrscheinlich von gewisser Seite als ein Attentat aus das bayerische Proletariat ausgeschrien werden, obgleich dos baye- tische Proletariat» zu neun Iehnteln ein solckeS Vorgehen bil- igt. so wie das deutsche Proletariat zu mindestens fünf Sech- mit dem Vorgehen der Reichsregierung gegen den Spartakusterror in Berlin, Bremen, im Ruhrrcvier und anderswo einverstanden ist.�•, So führt jeder neue Sonderfall und jede neue Erwägung unweigerlich zu demselben Ergebnis. Zwischen den Klippen des reaktionären und des bolschewistischen Terror muß die deutsche Politik den sozialdemokratischen Kurs hal- ten. Sie darf sich nicht dadurch verwirren lassen, daß sie von der Reaktion, sobald sie sich mit ihr in der gebührenden Weise auseinandersetzt, in den bolschewistischen Tops geworfen, und sie darf sich ebensowenig darum kümmern, wenn sie wegen ihrer grundsätzlichen Stellung gegen den Spartakusterror von den Unabhängigen als gegenrevolutionär verschrien wird. Sie muß, mag da kommen, was da will, auf dem Wege d e r V e r- n u n s t bleiben. Denn wir Sozialisten-mifßten ja uns selbst aufgeben, wenn wir an dem schließlichen Siege der Vernunft verzweifelten. Die Erfahrungen der letzten Jahre sind freilich. nickü geeignet. unS hochgemut zu stimnien: durch Vernunft haben wir erst den Krieg, dann die Niederlage im Kriege verhindern wollen, es ist uns nicht geglückt. Ader damals war daS Volk unfrei, jetzt aber ist es frei und Herr seines eigenen Geschicks. Von der grundsätzlichen Festigkeit und Ueberzeugungstreue der sazioldemokratischen Arbeiter hängt heute alles ab. Ihr wollen wir vertrauen und zuversichtlich trytza Hedem in die Zukunft sehen. Denn es kommt ja nicht darauf an. daß wir leben, und daß nicht einen oder den an- deren die Kugel trifft, sondern es kommt darauf an. daß das Volk lebe. Bewahrt daS Volk in seiner Mafle seinen gesunden Sinn für das Recht einer freien Staatsverfassung, dann wird es diese schwerste oller Krisen überwinden, und Todesopfer werden nicht umsonst gebrocht sein! die Tragödie, im Sitzungssaal. Zu dem Attentat auf Genossen Auer erhalten wir folgenden ausführlichen Bericht: Gegen 11 Uhr wurde die Sitzung im Landtag wieder auf. genommen. Die Abgeordneten hatten sich wieder vollzählig im Saale eingefunden. Auch die Iuhärettribünen waren besetzt. Der Minister des Innern Auer erhob sich zu>din«nr Nachruf für Ei Sn er. Er führte, nachdem die Abgeordneten sich von den Sitzen erhoben hatten, aus. der provisorische Ministerpräsident EiSner habe soeben durch Mörderhand den Tod gefunden.- Der Mörder sei auf der Stelle gerichtet worden. Die Tat fei von ruchloser Hand m feiger Weise verübt worden, al« EiSner auf dem Wege zum Landtag war. um dort inmitten der gewählten Volksversammlung sein Amt als provisorischer Ministerpräsident auszuüben. Diese Handlung müsse bei jedem anständigen Menschen tiefsten Abscheu hervorrufen.(Zustimmung.) Auer fuhr fort: Der politische Konflikt in Bayern stand vor seiner friedlichen LSsung. EiSner war im Begriff, dem versammelten Landtag den hn Ministerrat in Anwesenheit aller Minister gefaßten Beschluß mit» zuteilen, daß das gesamte provisorische Ministerium seine Aemter in die Hände der gewählten Volksversammlung legen werde, damit die Grundlage geschaffen werde, auf der nach demokratischen Grundsätzen der wirtschaliliche. kulturelle und politische Aufbau sich vollziehen und damit die be- stehende Not deS Landes gomildert werden könne. Um so u n- ver antwortlich e-r ist die begangene Bluttat.(Sehr richtig.) Wir beklagen in dem Ermordeten den Führer der Revolution in Bayern und zugleich den vom r e i n st e n Idealismus und vyn treuer Sorge für das Prole- t a r i a t erfüllten Menschen. Auf diesem Wege kann pnd darf nicht fortgefahren werden(Zustimmung), wenn nicht die voll- kommene Anarchie eintreten soll. Angesichts dieser wahnfinnigen Mordtot, gegen deren Urheber mit aller rücksichtslosen Strenge vorgegangen wird(Sehr richtig!), gilt es nunmehr, Besonnenheit zu wahren und alle Kräfte zusammenzufassen, um die ungeheuren Ausgaben der nächsien Zeit so zu lösen, wie es die Interessen des geliebten bayerischen Volke? erfordern.(Bravol) Auf dem Hause lag eine gedrückte Stiminung. Tiefe Bewegung ging durch alle Bänke. Dr. S ü ß h e i m(Soz.) brautragte, die Sitzung zu vertagen und die Einberufung der nächsten Sitzung dem Alterspräsidenten zu überlassen.(Allseitige Zustimmung.) Als darauf eben Abgeordnetsr G i e h r l(Bayerische VokkS- parte!) eine Erklärung seiner Partei abgeben wollte und einige Schritte vorwärts zum RefereNtenpult machte, fiel plötzlich ein R e v o l v e r f ch u ß. Der Abgeordneten bemächtigte sich eine große Panik. Weitere Schüsse fielen vom Eingang her und von der Zuhörertribüne. Tie Abgeordneten slüchteien durch alle Türen aus dem Saal. Der Vorhang an der linken EingangStür wurde aufgerissen und herein stürmte ein Mann, der wit erhobenem Revolver weitere Schüsse in de« Nicht nug, auf de« Ministerttfch abgab. Ministen Auer sank plötzlich, von einem der Schüsse in die linke Brustseite getroffen, gufammen. Abgeott>» neter O s e l wurde von einer Kugel tödlich getrof-fen. Zwei Ministerialbeamte erhielten schwere Schußverletzungen. Die Minister Frauendorfter und Hogsmann, sowie Abgeordnete der sozialdemokratischen Fraktion bemühten sich zunächst um Auer. Die. Verletzung ist schwer. Sanitätspersonal leistete die erste Hilfe. Die Sitzung wurde darauf ausgehoben. Die Kunde von diesen blutigen Vorgängen drang mit Windes- eile in alle Stadteile. Die Erregung sit überall sehr groß. Ale Geschäfte werden( gesthloffeu. Der Straßenbahnv erkehr wurde mittags eingestellt. Ucberall wurden rote Flaggen auf Halbmast gehißt. Auf der Theresienwiese sammeln sich die Massen zu einer großen Protest demonstra täon. Der G an e r a l st r e i k wird proklamiert werden. München unter Helsserungszuftanü. Gin AktionSausschnh der drei sozialistischen Parteien. München, 21. Februar.(Eist. Trahtberftht d.„Vorn».") Soeben wurde über München der Belaqerungs- z a st a u d verhängt. Die Straßen sind von 7 Uhr abends für jeden Z�vilverkrhr gesperrt. AnS Anlaß der Ereignisse hat sich ans den drei fs- z i a l i st i s ch c n Parteien, einschließlich der Kommumsti- scheu Partei, und den VollzugSräten der tirbeitcr-, Baucru- und Soldatenräte ein?l k t i o n S a u ö s ch u ß gebildet« Im Laufe des hentigeu Tages wird noch ein Mini st er rat stuttfiuden, der' sich mit der Bildung e i v c L n e u c u Ministeriums befassen wird. In eiuem öffentlichen Au- schlag gibt der Laudeösoldateurat, das Ministerrum für mili- tärische Angclegruheiten, sowie der StadtkoAmandant und der Polizeipräsideut bekannt, daß das BolkSgericht eine Untersuchung der Aniselegenheit bereits in Au- griff genommen habe, nud die streng st e Bestrafung der Schnldigru durchgeführt werde. Nach.Meldungen des MTB haben die Mümftener Gewerkschaften beschlossen, ihre Mitglieder zum Generalstreik aufzufordern. Eine weitere Meldung des MTB. wonach auch in Nürnberg der Ger.eralstteil beschlossen sei, trifft unseres Erachtens nicht zu. Die Lage in München. 21. Februar.(Eigener Drahttisicht deS Seit 2 Uhr mittags befindet sick> Mnlkuica in fieberhafter b.ltommcncr Unruhe. Alle Betriebe uud Gc- fchaftShäuser sind gcschlosseu, auch daS Telegraph enamt hat sctnku Betrieb eingestellt. Mau hat jedoch erreicht, daß das Fernsprechamt amtliche Gespräche Unit ergibt. Die . Gewerkschasts» und Partei- München, .�Vorwärts".) S „M ü n ch c n e r Post" ist von Befchnrngen zum Ordnung�- lager oder zu den Spartakisten aeyoren. Durch die Stlwt zielffn fortgesetzt bewaffnete Banden mid an einzelnen Stellen der Stadt ist es Pi PZSndrrntchen gol»»,ncn. G c» wehr schüsse fallen ohne Unterbeechirnst in allen Stadt- teilen. Inwieweit sie Opfer(fftoriMri iMchay ist noch nicht feststellbar. Bis jetzt wurde im ein junger Mann tot eingeliefert. Alle iffentlichen G e b ä u d e werden durch zuverMsige Mmtärposten beivacht, jedoch ist nicht vorherzusehen, ob nicht binns« kurzem ein� enLesiewendr Wen, dung eintritt, die die Sitnativn der össeniliehen Gebäude ändert. Die V e v v l k e r n n a steht s i ch in br*» Lagern abwartend geg e v über. Der kathoflsche Teil am weitesten rechts, die sportakif-tich Berinflirsttzen links und neben ihnen die sormsdemokratiicbr dir, wie eS scheint, geschlossen beieinander steht. Die Opfer. München, 21. Februar.(Eigener Drnhtbericht deS „Vorwärts".) Die Nack nicht vom Tode Erhard Auers bestätigt sich nicht, er ist schwer verlHit«nd es sind immerhin ernst« Komplikationen, die sein MIUkn möglich erschelnrn lassen, zn befürchten. Der Zentrnmsabgevrdnetc Ofel ist durch Herzschuß so- fort getötet tewdcn. Der Mflftarnttkistcr R o f: h a n p t e r"ist yichi von «Pnerischer Seite verhaftet toogfcny sondern zum Sfflrtfe der Sicherung k->st,er Person in Schvbsst-kt g«>»nnrte« worden. Der Minist«- U n t e r l e i t n e r(U. S. P.) ist verwandet wyrden. lieber die Schwere sc'nrer Verwundungen liegen Macki- richten noch nicht vor. Ter Minister Johannes Timm ist nicht tot. Jnillie- weit er Opfer der Aisttttiiter geworden ist, Ist noch nicht be- kannt. Di« Ministerinkdir-ktnein 3 p»ist e f vnH Garrels filli» -verwwdet, 46« ihr Schnöd herrM noch reine UlarheU« das Schicksal öer bapörljchen Natkonal- Versammlung. Müacke«, 21. Februar.(Eigener Drahtbericht des «Jarwärtö") Die Arbeiter- und Soldatenräte regiere« die Stadt. Die Nationalversammlung war nicht gesprengt. Die Regiernngstruppcn, also auch die Ma- (rosen, haben sich offenbar dem Soldatcnrat gefügt. Es hat ,den Anschein, als ob die Nätercgierung vorläufig bleiben und die Nateoniuverfammlu«� in absehbarer Zeit nicht zusammen- treten wird. Das Land est sicherlich hiermit nicht einverstan- den, aber es hat keine Truppen. Der bisherige Polizcipräsi- dent, ei« Unabhängiger, ist im Amte geblieben und hält die Ordnung aufrecht. Anch die Kirche wird sich fügen. Aber die Bauer« werden vielleicht versuche«, die Situation umzuwerfen. Heut? ist keine Post in München anaekomme«. Der oerkehr stockt, geschossen wird aber auf de« Bahnhöfen .. Der Belagerungszustand ist verhängt, der Generalstreik angekündigt. Niemand darf heute nach 7 Uhr die Wohnung verlassen. Die Eruähruugsverhältnisse find ganz dunkel. Fleisch sollte morgen verkauft werde«, aber man weist noch»icht, ob eS morgen eintreffen wird. Die Lebens- mittelaeschäftc sind, da bereits in den letzte» Tagen viel auf» gekauft wurde, unversorgt. P r i n z I o a ch i m soll in keiner Beziehung zn dem Mgtrosenpntsch stehe». Er ist bereits ab- gereist._ V Ekelhaft l V UnflStigkeiten der«Deutschen Tageszeitung" am Grave EiSnerS. Die alldeutsch» Presse kann eS sich nicht versage», in giftigem Kah dem Wien Kurt GiSner noch einige Jauchekübel mS Grab n-achzugietzen. Am widerwärtigsten treibt eS ein gewisser I. Br. in der Deutschen Tageszeitung". Heber die gemeine Mordtat hat er kein Wort der Empörung, dagegen verlangt er, daß sich die Volksseele aufbäume, weil der Täter von einem Matrosen (der doch zum Schutze Eigners da war!) auf frischer Tat nieder- geschossen wurde. Sba Okabt TiSnerS wLl dieser widerliche Schmierfink eine Votivtofcl mit der Inschrift aufstellen:»Dem llrbayern EtSner-KoSmanowSki.(GS ist bekanntlich ein« AgitationS- lüge der Wdeutfcheu, daß EiSner tn Wirklichkeit Samuel Kos- mauowski HMe-»- waS ja auch nicht schlimm wäre—. aber chcroipaiiiifch ist eS, daß sie da» selbst dem toten EiSner noch nachlugev uMen!) Von oer vollendeten GemütStiefe de» Schmierfink» I. Br. aber zeugt der diese» Manne» war gekennzeichnet durch : einmal seine Teilnahm« an dem'Be- ner M«tter ans dem israelitische» DW drei axg � gv-öo« ] Srfed -- Ae snwasttyllf Teilnahme an der Seerdigung einer toten ZAutter als politische» Kampfmitte!— noch dazu gegen em«t eben Ermordeten!— anzuwenden, das zeigt uns die konser. vattveu Vorkämpfer für»gfmoilienstnn* in einem Licht, daß man sich vor J. De. und feiaeSgleichen nur erbrechen kann. Suf solche stolltischen Leichenfledderer hat sich da« akte Sgstcm gMützt, und dann leugnet man noch, daß e» morsch gMoeseu feil Der Spartakasaufftanö lm Ruhrrevier. DaS Blutbad der Spartakisten in Bottrop. Essen, ZL Februar. Heber die Vorgänge m Bottrop am Mitt- berlchten ote hiesigen Blätter eUva folgendes: In den Vor- topdoi in der Nähe der OrtSguenzen von dm Geschütze uud Minenwerfer ausgestellt und ..euer aus sie Häuser erösfnet. Bald darauf dvaugen döt Spartakisten in einer Anzahl von mehreren tausend Wann in die Stadt. Die Bärgerwehrmannschafteo waren der Hobormacht gegenüber vollständig machtlos. Die Spartakisten be» setzten zunächst ein« Reihe öffentlicher Gebäude, darunter die Post aftb sias SeTegratfertermf, und krängen gegen da» Nakhs«» vnr. Die Aufforderung, das Gebäude den Spartakisten zu übergeben, wurde abgelehnt. AIS mich ein HItimatum von mehreren Stunden unberücksichtigt blieb, eröffneten gegen v Hhr nachmittags die Sparta- kisten au» zahlreichen Maschinengewehren das Feuvr gegen das Rathaus Nach fast doefftündiger Beschießung wurde da» Rathau» erstürmt. Die Verteidiger, soweit sie noch am Leben waren, wurden zu Gefangenen gemacht. 17 Tote und mehr alS 38 Verwundete wurden vom Kampsplatz getragen. Damit be- fand sich der ganze Ort in der Geumlt der Spartakisten. Den Lustakt zu diesem furchtbaren Blutbad bildete ein Iusammenstost mit Spartakisten auf den Prosperschächten, wo über 18 Mann getötet wurden, darunter drei Spartakisten. Eine An- zahl von Straßen ist gesperrt, vor allem die Straye nach Hervest- Dorsten, von wo die Neqierungstruppen im Anmarsch sind. Der Donnerstag ist im allgemeinen ruhig verlauf«»!. Hier und da wurde noch geschossen. Gladbeck, 21. Februar. Der Kommandeur der hier einge- tnoffsnen RegierungKiruppen erließ einen Aufruf an die Bevölo- ruug des Inhalts, daß die Truppen zum Schutze von Leben und Eigentum der Bürger eingetroffen sind, und iuß ein Borgehen gegen die Strsiendeu nicht beabsichtigt ist. Lei den bisherigen Kämpfen in Bottrop find auf feiten der BLrgrrwehr LI Man» getötet worden. 48 Mann der Bürgertochr, die sich den Spartakisten ergeben hatten, sind in der Richtung nach Sterkrade abtransportiert worden. Wie groß die �ohl der Toten auf feiten der Spartakisten war, konnte bisher nicht festgestellt werden. Gelderpressnng.— Gefangenenmißhandlung. Gtrrkrade, N. Februar. An den hiesigen Oberbürgermeister Dr. Most wurde gestern feiten» der Spartakisten daS Ersuchen gestellt. au» der Stadtkasse Zahlungen an" dir Spartakisten zu leisten. Auf den ablehnenden Bescheid des Oberbürgermeisters hin kam es zn einem heftigen Auftritt, auf Grund dessen der Ober- Bürgermeister sich veranlaßt sah, au» eigenen Mitteln 18 800 Mark an die Fordernden zu zahlen. In der Stadtversamm- lung gestern abend erklärte Dr. Most, daß er unter den gegen- wärtigen Verhältnissen an«in erfolgreiches Arbeiten im Amt« nicht glauben könne und aus diesem Grund sein Amt niederlege. Heber daS Schicksal der in Bottrop gefangenen Mitglieder der SichecheitSwehr erfahren wir Folgendes: Hngesähr 40 Gefangene mußten am Mittwoch abend, zusammengetrieben wie eine Herde Vieh, den von Bottrop nach Sterkrade zu Fuß zurück- legen, und zwar mit hochgehobenen Händen. Sobald einer der GefangeÄn die Hände sinken ließ, wurde er durch Kolbenschläge gezwungrn, dir Arme wieder in die Höhe zu heben. Di« Gefangenen wurden dann m Stertrade interniert. Heber ihr weiteres Schicksal «st bisher nichts bekannt. Di« Spartakisten requirieren in Bäckereien und bei Wirten Lebensmittel, auch ver» suchen sie von Privatleuten Geld zu erlangen. Zunächst acht Tage Nichtstun! Gelsenkkrchen, 21. Februar. Auf der Zeche TonsoMakion be- stimmte die fpartakiftische Streikleitung, daß der Betrieb vor- läufig acht Tage ruhen soll«. Sie hoffe, daß bis dahin die Regierung EbertScheidemann-NoSke gestürzt(!) und eine neue Regierung nach ihren Wünschen anS Ruder gekommen sei.(!) Der Dechen?«" verfügte darauf, daß der Kokereibetrieb während deS Streiks iu eingeschränktem Maße aufrechterhalten bleiben r, knüpfte jedoö) daran die Bedingung, daß der von der Industrie dringend benötigte Koks nicht versandt wut», sondern auch auf Lager genommen werden soll. Die Zechenverwaltung hat dein ReichSkohlenkommissar von dem gesetzwidrigen Verhalten deS.ZechenrateS" in Kenntnis gesetzt. So werden unsere Industrien gewaltsam von Spartakus lähm» aeleatl Die StreiNage. Esse«, 21. Februar. Im Ruhrbevgbau befanden fich in der gestrigen MrttagSschicht S2 808, in der Nachtschicht 18 880 und in der heutigen Movgeuschicht 75 000 Bergarbeiter im Ausstand. Van insgesamt 250 Schachtanlagen sind 110 von dem Streik betroffen. Etwa 3S Proz. sind am Ausstand beteiligt. Essen, 21. Februar. Der gestrige Tag ist im Stadtkreis Essen im allgemeinen ruhig verlaufen. In einer öffentlichen Versammlung aus dem Burgplatz bezeichnete der Sparta- »isienführer Hammer den deutschen Bergarbeiterver- band als gelb« Streikbrecherorganisation(l?) und ihre Führe? als Verräter des Proletariats. Der Zweck seiner Ausführungen war, zum Eintritt in das Mül- heimer Frekwiirfgenkorpl aufzufvcher». fc? fich zn» Kampf gegen die»weißen Gardisten" NoSkes rüste. Wilhelmshaven in Regkerungshanü. Der 2 ler Rat. aufgelöst. Wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, ist Wilhelmshaven von den RegierungSlruppen ohne Kampf besetzt worden. Auch die Tor- pedowerst befindet sich jetzt wieder in der Hand der Regierung. Der Oberbefehlshaber der RegierungSlruppen hat den 21er Rat aufgelöst und dessen Geschäfte dem Abgeordneten Paul Hug über- tragen.» waffenftillftanü und Präliminarfrieden. Aufhebung der Blockade in Sicht. Genf, 21. Februar.(TU.) Wie auS Pari» gemeldet wird, werden die endgültigen Waffenstillstandsbedingunge» Deutschland in der ersten Hälfte deS März vorge- legt werden. Sie sind nach Form und Inhalt gleich» bedeutend mit dem Präliminarfrieden. Wie weiter gemeldet wird, soll die B l o ck a d e f ü r Lebensmittel und für solche Rohstoffe, die tn Deutschland im Ver- edelungsverfahren verarbeitet werden, mit dem Tage der Unterzeichnung aufgehoben werden. Für schleunige Beendigung der Friedenskonferenz. Amsterdam, 21. Februar.(Telunickn.) Nach Berichte« auS Paris haben führende Mitglieder der Friedenskonferenz die Anregung gegeben, die Friedenskonferenz in kürzester Zeit zu beendigen, lieber die noch nicht verhandelten Fragen soll binnen eine» Monats Klarheit er- zielt werden. Man rechnet damit, daß nach der Rückkehr Wilsons nach Paris die Besprechungen der Konferenz end- gültig beendet sein werden. Was die militärische Frage anbelange, so werde mau eine Lösung auf der Grundlage finden, daß man Deutschland für zehn Jahre die Musterung verbietet. Man glaube dadurch auch Frankreich und England veranlassen zu können, während dieser Zeit keine Musterungen vorzunehmen. derZuftanö�lemenceaus verschlimmert fich. Tie Lunge verletzt. Amsterd»«, 21. Frdrn«. Wie ei» hirfigeS vlatt au» Paris meldet, hat sich der Zostatld ElemeneeauS verschlechtert. Er hat schwarze» Blut gebrochen, da» daraus schließe» läßt, daß dl» Lunge»erletzt ist. Bei dem hohen Alter ElemenceauS läßt die Taffache eiueS Lungenschusses die Möglichkeit» schwerer Komplikationen zu, die sein Leben gefährden können. Kurt Cisner. Me Immer auch kein Rändeln war, in lbm war flamme, Heist und klar, in ikm war CQitU, rein und grast, und FUnrchcnliebe grenzenlos. Und was er fleh als Ziel gctteQt, die feb Stiere, die neue Welt, dl« hindert weder Rieb noch SdtuO— die kommt doch, weil fic Kommen mustl Die Straße Ctt vom Stute rot. Prophetentod ift Zielgebot, das fragt nicht» ob der eine Itebt, das will nur,«last die fiahne webt. Oer KOnder füllt. Der«Nile bleibt, der zu der ffUnlchbeit»den treibt, wo fteb, was einlt im CUcg getrennt, am 6nd« doch als Bruder kennt 1 Art», Zickler. der Veitstanz ües Toües. Von Kurt EiSner. Sptsl« des Geistes, von sthöner MmschMffrtt ägaQtmb* tiefe Betrachtunacn hat Kurt EiSner im AeuiUetou fte» �SortväotS" veröffentstcht. als er noch unser war. Für da, Tay geschrieben, erheben sie sich weit über den Tag. AlS Feste der Festlosen find sie gesammelt, mit dem von feiner Ironie durchsetzten HnterUtel: Hausbuch weltlicher Pvediyffchwänke. In einem dieser nachdenklichen Sonn- taysplaudereien bar Kurt EiSner zum Totensonntage 1004 den vielen Ramenlssen, die durch die Schuld der Gesell- schaff sterben und damit auch sich selbst die Totenklage gesungen. Der Tod ist für un»«in ncchfcenCcheS GcfchckhniS. wenn er «nS selbst trifft, unsere Elbern und Kinder, ein paar Freunde, die wir kprnen, und ein paar Große dr-auhen, die wir ehren. Nur dauo fließen die Träne«, wem» der Tod Miller und Schulze heißt, "—* und Grebs. SS« hadern mit dem Schicksal, wem, w unserem t We gewaltige Bewagui«, b»S»eben» kgendv» erfchöpst ver. ebne wenn W« BnfWigfcH des SebenS neb in jähem, frsthm .........«IfarSiyt. Der Tabentanz ist für uns ein HonS- _ HS verfSnAchen Unheils. Die Todesfurcht«nffremd« unS her WirKchieit deS LeLmiS. und wir halben für Schicksal, was unfxp eigen Der?. Nicht dem Tsd, der sanft die Fackel verlAM, 'dem die Kraft deS Brennenz und Leuchtens aufgezehrt, sollten- wir ngrä inS aeheimniSvolle Antlitz starren, der Tod ift ein Götter. Aatml. der letzte Segen des Daseins, Nicht steebeu pie Wollen, heißt begehren, daß man nicht sterben ck a n n. Es läßt sich aber keine wildere Qual und Marter ersinnen als die Verdammnis des ewigen Leben», vor dem es kein Entrwnen gibt Nicht der Totentanz, zu dem Natur die Fidel süß und sacht streicht, ist das düstere Verhängnis deS Daseins. De« Tode« faßten gotr vielmehr Mdenken, der unser eigen Werk, den wir selbst auS. j Eeten zu höllischer Gewalt, den wir bewehrten mit all den Grau-; k eiteli einer teuflischen Phantasie. Di« Menschheit selbst hat � freundlichen, weich lockenden Gevatter Tod den Taumeltrank 'gereicht, der aus dam lindlächelnden Reigen des Zur-Ruhe-Wan- derns den wüsten, wahnsinnigen Veitstanz doS Todes geschaffen, der über die blutende, stöhnende Erde tollt, die Wüten der Seelen gierig zerreißend und die kunstvolle« TempÄ der Leiber»er- trümmernid. Was frommt e», zu weinen über die Nächsten, die uns starben. dem Tod, den wir selber schufen, weihen wir den Tag. vergießen wir die Tränen für die Fernsten. Fremdesten, die in den durch unsere eigen« Schuld entfesselten VeitStanz des Todes hinernge- rissen würben I Das Hnabänderliche zu /beklagen, fft Torenweise. Der Totensonntag soll kein Familientag persönlichen Leibe» sein, fondern ein«nrfrütteluder Gerichtstag der schlaffen Gewissen. Jeder Mensch ist unsxr Ankläger, der durch die Schuld der Ge- Seilschaft«rtam. Di« unzähligen Millionen, deren sehnsüchtiger Lebensdrang verkümmert, deren tief atmendes Bewußtsein immer enger Kusamm enges chnüvt wurde, bis ft« mst toten Seelen den Weg gu ölender Gewohnheitsarbeit wandelten, die Hirne, deren stürmende Gedanken wir ausdörrten und marterten, bi» alles freie Denken erstarb, bit Augen, die wir blendeten und denen wir da? Licht stahlen, die schwellenden Muskeln, die wir entkräfteten, die Lungen, die wir vergifteten, und die Wunder der lachend«, Kind- heit und der geheimnisschwer fruchkdämmerndon Jugend, die wir «HarntungSloS würgten— das sind die Toien unserer Schuld. Das ist der Zu� des Wahnsinns, der unter Tag tobt wie in den Fabriken, der d,« Dreschmaschinen und Eisetchämmer überschreit. der durch die Kasernen tollt, durch die Gassen der beschmutzten Liebe, der aus den Straßen der wusfischen Städte vast. der fich in den Autsümpfen der Mandschurei wälzt und au« dem Sande Süd- westasrikaS versunken«» Menschendasein schlürft. Welch harmloser Bursche ist doch de: Knocheranann mir der Sense, wi« Km die verdüsterte VolkSdorstellung bildete. Der Tod, leu die heutige Menschheit erschuf uud als Geißel über die Völker sandte, ist unerschöpflich in der Srckdeckung lebenzerreißender Folter- iwrkzeage. In ei« pear Granaten steckt mehr Zerstörungskraft, alS m allen Marterinstrumenten d«S Mittelalters zusammen.\ Millionen von Menschen find aus der ganze« Erde unausgesetzt. tätig, um dem Astde immer neue, immer gräßlichere Waffen zu schmieden. Und diesem sich stündlich mehrenden ungeheuren Heer der Tpten weihen wir keine Empfindung. Me Menschen sind zu Zahlen ge, worden. Unerfchötieti lesen wir täglich im dürren Telegrammen, wieder hundert, tausend, zehntausend, fünfzigtausond Menschen Radek in VntersttchttngShast. Die Verteidiger Radek», Weftt. berg und Rofenseld, erlassen eine Erklärung, in der sie mitteilen, daß Radek setzt in einer anständigeren Zelle untergebracht und dort ungefesselt se>, daß man ihm aber zumute, sich bei seinen Spazier- gängen im Gefängnis fesseln zu lassen. Er habe die» abgelehnt und bleibe daher in seiner Zelle Den Verteidigern werde eS ferner verwehrt, ihren Mandanten ohne Beisein des Untersuchungsrichters zu sprechen. Gegen dieses Verfahren legen die Verteidiger Protest «in. Hierzu verweisen wir auf die Erklärung de» Justizminister Hein? in der Nationalversammlung. „Der Salonwagen der Frau Ebetk." Die bürgerliche Presse brachte dieser Tage die welterschütternde Nachricht, daß Frau Ebert in einem für sie reservierten Salonwagen zu ihrem Mann nach Weimar gefahren sei. Die„Freiheit' begleitet« diese Nachricht mit den entsprechenden Glossen. Tatsache: Die Weimarzüge fuhren zwei Salonwagen mit sich, dl« freilich kein bloßer Luxus sind. sondern den Zweck chaben, daß man aus der Fahrt schriftliche Ar- betten erledigen kann. MS Frau Ebert nach Weimar fuhr, wurde sie eingeladen, in einem solchen Wagen m i t Platz zu nehmen. r e s e r v ie r t war der Wagen für sie nicht. Nach dieser Fest- stellung wird sich die erschütterte Welt vielleicht wieder beruhlgcu können! gefallen stich. Nur wenn die Zalhl gor so riesig anschwillt, eibeben wir wohl einen Augenblick. Wer niemand denkt, daran, daß von diesen hundert, tausend, zehntausend, fünszigtausend Menschen ssder einzelne durch den Tod größere? Leiden denen, die ihn liebten. zugefügt hat, als die Totem unserer Nähe den ihrigen. Niemand durchdenkt die ganze Fülle zertrümmerten Mensckem'chicksalS. daS in den namenlosen Masseilgräbern modert. Während wir aber den Tod dermaßen gegen die Menschen Hetzen, suchen wir wieder das Leben eines einzelnen durch Wälle von Waffen zu sichern. Während die Völker verbluten, während man ihnen vorlügt. eS sei sinn- und ehrenvoll für ein Vaterland der Schande gemordet zu weichen, verbirgt der'Schuldige de» mit schweren Füßen über die Erde taumelnden Totentänze» seine bleiche zitternd« Todes- furcht hinter denselben Werkzeugen, mit denen er den Tod au»- gerüstet hat Er gab dem Tod alle Macht und Befugnis, damit er ihn selbst vor dem Rächer schütze. Ein Japaner hat unlängst das entsetzend« Wort der Weisheit gesprochen: So lange wir den Menschen nur unsere Kunst gaben. galten wir als Barbaren. Seitdem wir aber die Wssenschaft de» MÖddenS gelernt baden, find wir plötzlich ein Kulturvolk. In der Tat, die ganze Welt senkt ehrfürchtig ihr Haupt vor dieser Krafh im Töten...» Der Totensonntag der Kultur wächst heraus über die kleine Klage der Familienalltäglichkeit. Wir stöhnen nicht webleidig, daß unsere Vettern und Basen und am Ende wir selbst sterben müssen. sondern wir empöre» uns gegen die Tötung derer, die nicht sterben müssen. Nicht den Toten deS eigenen Hauses und der nächsten Gasse ist unser Totensonntag geweiht, fondern den ruchlos Getöteten der Menschhei t.__ ' Nottzea. — Ein neuer Akademiker. Der Berliner Maler� Franz Eickhorst wurde zum Mitglied der Akademie der Künste gewäblr— worau» zu«riehen ist, daß die in vielen Resolutionen abgeschafft« Akademie rubig weiter amtiert. — Kunstabend. Im Meistersaa! gibt Ludwig Hardt am 23. Februar einen.Frohen Abend": Wied, Reuter, Morgenstern, Märchen. Schauspieler-.Porträts": am 2. März sprich: er in der Sezession noch einmal Heine: Zrttgedichte, voli- tffchc Schriften, Deutschland, Romaneero, Hebräffche Melodien, Letzte Gedichte.,' — EineweihevolleKriegerehrung. Einen schönen Gedanken führt der Rat der Stadt Leipzig auS� Er läßt am S. März das.Deutsche Requiem" von Brabm» auffuhren, und zwar lediglich für Angehörige gefallener Leipziger ftxiegu. für die Plätze ausgelost werden. — Erienbahnwagen auS Beton sind das Neuett« in dieser Industrie, die steis neue Gebiete erobert. Eine Fabrik in Schweden bat die Heistellimg der Betonwagen aufgenommen. Nach ihren Berechnungen sollen sie btlllger und haltbarer feiu al» dteMS» her verwendeten.* t Nationalversammlung Zu Weimar. Scheiöemann über Eisners Toö. 18. Sitzu«s. Freitag, 21. Februar 1219, nachmittag» 2 Uhr. Am Regierung»tische: Echeidemann. Schiffer, Landsberg. Graf Brockdorff'Rantzau, Dr. Preu�, Wissell, Robert Schmidt. Erz- berger, Gothein, David»t. a. Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt da» Wort Präsident de» Reichsmini st erittm» Scheid emauu: Meine Damen u�» Herren! In tiefstem Schmerze, aber auch in größter Empörung habe ich Ihnen die folgen. den« Mitteilungen zu machen. Kaum find die Schüsse auf den französischen Ministerpräsidenten Elemenceau verhallt, da tönen schon wieder neue au unser Ohr. Heute morgen hat ein Jana- tiler den bayerischen Miuisterpräfideute» EiSuer, den Vorkämpfer der Revolutio«, erschossen. Der Mör- der ist gefallen. München befindet sich in blutigem Bürger- krieg. Mein Freund Roßhaupter soll tot seilt, mein Freund Auer, Mitglied diese» Hause», soll im Landtag e b e n f a l l» erschossen sein. Die Reichsregierung spricht durch mich ihre» tiefen Schmerz und ihre Verurteilung dieser schändlichen Mordtaten au», die die ganz« Bevölkerung München» in die größte Ver- wirrung gestürzt haben. Auer und Roßhaupter waren Mit- glieder meiner Partei, die seit Jahrzehnten alle», wa» sie an geistiger und körperlicher Kraft zu bieten hatten, der Emporarbeit de» deutschen Volke« gewidmet haben. EiSner, der 2S Jahrelang an metner Seite wandelte, ging zuletzt Wege, die nicht mehr die meinen waren, aber sein Ziel war auch da» meine, da» Ziel, da« deutsch« Volk au» der Verwirrung in Klarheit und Recht überzuführen. Nicht» bezeichnet den Niederbruch einer Zeit deutlicher, al» wenn da» Attentat$tm Mittel de» polittsche» Kampfe» wird, als wenn die Unantastbarkeit de» Menschenleben« nicht mehr gilt. ES liegt hier eine Erkrankung der Volksseele vor. Wenn der Opfertod EiSner» eine gute Folge hat, so wird es die sein, un» alle in dem einheitlichen Willen und Entschlossen« heil zusammenzuschweißen, um solche Zustände zu beseiti- gen. ES wäre der Untergang de» deutschen Volke», wenn auch nur ein Teil von ihm sich von dieser verurteilungau»- s ch l i e ß'e n wollte. sDa» ganze Hau» hat die Ansprache de» Ministerpräsidenten stehend angehört.) Darauf tritt da» Hau» in die Tagesordnung ein.«ine An. frage der Abgeordneten G e b h a r t(Bahr. Bauernbund) und Weilnboeck(Deutschnational), ob die ReichSre�ierung bereit sei, den Kommunen und Lieferungsverbänden die für die Krieg»- fürforge und für die'Erwerbslosenfürforge verauslagte» Summen zurückzuerstatten, wird von einem RegierungSvertreter beantwortet: Die Reichsfinanzverwaltung hat bereit» Abschlagszahlungen auf die Mindestsätze der Familien- Unterstützung in Höhe von rund 1>ii Milliarden Mark geleistet, und sie ist bereit, damit fortzufahren. Der'Entwurf eind» Diätengesetze».wird ohne Dedatt« in allen drei Lesungen angenommen. Hierauf wird die Le» sprechun» der ErNSrun» der ReichSregiernn« fortgesetzt. Präsident de» ReichSministerlum» Schridema«»: Die Zustände, die sich in manchen Gegenden Deutschland» herausgebildet haben und die ganz besonder» durch die heutigen Meldungeft au» München blitzartig erleuchtet worden find. machen e» mir zur Pflicht, auf die vorzänge, die st» am Niederrhei» abspiele», hier einzugehen, vorher aber einige Bemerkungen zu den gestrigen Rednern. Der Abgeordnete Kahl hat e» mir zum Borwurf ge- macht, daß ich dem Reichspräsidenten nicht empfohlen habe, sich nach seiner Wahl direkt mit dem Präsidenten Wilson in ver- bindung zu setzen zweck» Herbeiführung eine» baldigen Frieden». Ich hätte damit dem Reichspräsidenten und wahrscheinlich auch dem ganzen Lande einen sehr schlechten Dienst erwiesen. Wilson hat sich bekanntlich schon früher solche Schritt« verbeten. Dann ein Wort zu der Rede der Frau Abgeordneten Zietz. Sie hat ja zweifellos ihren Kameraden. Jwn Lbg Haas«, noch bei weitem übertrofien. Aber all« diese Reden werden Ihnen(zu den Unabhängigen) nicht' ein Titelchvn nützen, solange Ei« sich nicht mit. Haut und Haaren Spartakus verschreiben. Run zu den Vorgängen im Ruhrgebiet. Die junge Republik wird in kürzester Zeit vor der schwersten Erschüttern»«, wen» nicht vor dem Zusammen- beuch stehen.(Hört, hört!) Da» Reich, da» Volk, fem« Ernährung». Möglichkeiten und A r b e i t» m ö g I' ch ke i te n find aus da» schwerste bedroht, nicht vom Feinde, sondern von Lande«genofsen. die jetzt unsere wertvollste, wichtigste Pro- vinz, da» rbeimscb-wkstsälisck« Jnduftriegebket. mit Zertrümmerung bedrohen. Der Boden,«us de« wir stehen, schwankt. Er bricht vielleicht schon in kürzester Zrit zusammen, wen» e» nicht selingt, dem Wahnsinn und verbrechen im Ruhrgebiet entschlofie» ei« Ende zu mache».(Lebhafte Zustimmung.) Ich will ausdrücklich fest- stellen, daß die A.- und S-Räte in den ersten Revolutionswochen viel Gute» geleistet haben, aber mehr al» einmal hat e» un» die Schamröte in» Gesicht getrieben, wenn wir von der ver- gewaltigung der Preßfreiheit durch die A.- und E.- Räte hören mußten. Der A.- und S-Rai in Königsberg war von einer bemerkenswerten, aber gefährlichen Harmlosigkeit, al» er da» verbot einer bürgerlichen Zeitung, die keine sozialdemokratischen Anzeigen aufnehmen wollte, damit begründete:.Nach der Preß- freiheii müssen verösfentlichungen sämtlicher Parteie? auf- genommen werden.�(Heiterkeit.) Die.Bergische Arbeiterstimme' »»-.Solingen hat ausdrücklich geschrieben' �Wir müssen un» in den Besitz dieser gegnerischen Zeitungen setzen, sie in unsere Hand bringen und in diesen bisher gegnerischen Zeitungen einfach unser« Politik machen.'(Hört! hört!) Das ist«in TerroriSmuS, wie er toller nicht gedacht werden kann. Nach diesem Rezept begann der Spartakusausstand am Niederrhei n. Die A.» und 'S..Räte in den meisten Orten folgten dort dieser Ausforderung. Di« blühende deutsch- Stadt Düsseldorf ist in knapp 6 Wochen zu einer Bettlerin geworden(Hörtl hört l) Zunächst wurden all« gegnerischen Zeitungen gestürmt Tie..Düsseldorfer Nachrichten' mußten als»Rote Fahne vom Niederrhein' erscheinen. Damit war da? gestohlen« Banner aufgerichtet, das alle weiteren Gewalttaten deckte. Mitte Januar fielen den spartakistischen Ge- waltstreichen Menschenleben zum'Opfer. Am 17. Januar kam dle Einsetzung von Standgerichten. Es folgten Per» Haftungen und die Sprengung der Stadtverordnetenversammlung. Die spartakistische Mißwirtschaft hat Düsseldorf fast zum Bänke- tett gebracht. Der von der Spartakusgruppe eingesetzt«, söge- nannte Oberbürgermeister Schmidtgen(Zurule: Der ist Unab. hängiger!) verlangte vom Stad'fossierer einfach 200 000 Mark, und der Kassierer lab sich durch die Bedrohung mit Maschinengewehren genötigt, 125 000 Mark herauszugeben.(Hört! hört!) Dieser Oberbürgermeister macht« natürlich Schule. Unter der Maske der S o z i a l i s i e r u n g hat er den Hochwald de» Grasen Spe« in Rattingen einfach abholzen lassen.(Hört! hört!) Am U. Februar haben in Mülheim drei Mitglieder de» SL- and Rates 74 600 Mark für die SicherheitSkompagnie durch Bedrohung mit dem Revolver in der Reichsbankftelle erpreßt. So sehen die Spartakisten des Ruhrreviers in Wirklichkeit aus.(Zurufe: Das sind die.Unabhängigen I) Sie sind nicht die Unschuldsgestalten, als die sie uns hier dargestellt werden, halb Kinderspiel, halb Gott im Herzen. Sie find ganz geriebene Räuber, Spitzbuben uud Er- presser.(Stürmisch« Zustimmung.) Sie haben die.Nieder- rheinischen Nachrichten' beschlagnahmt und verboten und die Aus- lag« verbrannt. Sie gehen bewaffnet von Zeche zu Zech« und zwingen die Arbeitswilligen zum Streik, obwohl 25 Prozent der Bergarbeiter ge»«» de» Streik sind.(Hört! hört!) I» Duisburg ist gestern eine große«»zahl Arbeitswilliger getötet«nd schwer verletzt worden.(Hört! hört!) Auf Arbeitswillige ist die Strafe de» Erschießen» gesetzt worden. Da» ist nur eine Hand voll von den vielen Meldungen, die un» täglich zugehen. Sie müßten die Regierung Scheidemann noch heute zum Teufel tagen, wenn sie nicht«it aller Kraft und Entschlossenheit Gewalt gegen Gewalf setzt«(Stürmischer Beifall und Rufe: Da» kommt viel zu spält). um den letzten Rest de» spärlichen Volkgver» mögen» vor Vernichtung und Zertrümmerung zu bewahre«. In Gclsenkirchen wird ein Flugblatt verbreitet, da» sich gegen die .Morderbanden von Eberl und Scheidemann' wendet; wir müssen gegen dies« lächerlichen Geschichtslügen protestieren, weil m dieser Zeit keine Lüge so dumm ist, daß sie nicht geglaubt würde. Alle diese Grwaltstreiche, denen so viele Menschealrbe» zu« Opfer fallen, haben sich abgespielt, ehr ei» einziger Regier»ag»f»ld»t im Industriegebiet aufgetaucht war. Wer hat also die Regierung m die bittere Notwendigkeit versetzt, einem unterdrückten Bolktteil mit Waffengewalt zu fernem Reche zu verhelfen 1 Rur diejenigen, welche einen Sklavennamen zum Kampfruf machen, um in einem Kampfe die Unbewaffneten erst zu Sklave» z» machen. Wir werden die gottgewollten- Abhängigkeiten in mensche rrwürdige Unabhängigkeit umwandeln, aber wir werden un» durch keine Hetze und keinen Terror davon abbringen lasse«, dr« Straße der Demokratie freizumachen, dr« erst zum Soziali»mu» führen kann. Die Regierung». truppen kommen in» Ruhrrevier al» Schutztruphen der Demokratie und der vergewaltigten Arbeiter, nicht al» weiße Garde. Ich bi» überzeugt, daß e» ihnen gelinge« wird, den Svartakiste»»nd Ge- waltmcnschrn in kürzester Zeit da« Handwerk ,» lege«.(Stür- Mischer Beifall bei du Mehrheit. Zischen bei den unabhängigen Sozialdemokraten.) von den Abg. v.? a h« r(Dem.). Müller(Sog.). Gröber (Zentrum). Stresemann(D. L. P.) und Gras Posadowlktz deutschnatl.) ist ein Antrag eingegangen, der den Rechtsfrieden fordert. Weiter ist von den Mehrheitspavteie» folgende» venra»««». Votum für die Regierung eingebracht wachen: Dir Nationalversammlung billigt den ArbeitSpta» de» Reichsministerium» und spricht de» Steich»mimtftirch»l da« vertraue» au». Preußischer Fustizuri,«ister Heine: DaS Verfahren wegen der Tötung der Frau Luxe« bürg wird von der Militärbehörde geführt, doch habe ich al» Justizminister von Anfang an das verlangen gestellt, daß auch ein Kommissar de» Staattanwalt» daran teilnimmt. Da» ist geschehen und der Kommissar nimmt an allen Zeugen- Vernehmungen teil. Er sorgt dafür, daß alle Anträge ans Beweiserhebungen auch wirklich au»»eführt werden.(Hört, hörtl) Luch die an mich getommeneu Beweis- antrüge habe ich- sofort z.ur Erledigung weiterge- geben und die Beweis« sind sämtlich erhoben worden. (Hört, hört!) GS ist unmöglich, jetzt über die letzten Ermittelun- gen etwas zo sagen, wenn man die Ergreifung de» Schuldige» nicht geradezu verhindern will.(Hört, hört!) Radek ist aus Grund eine» richterlichen Haft- befehls verhaftet worden Er sitzt im UnterfucknorgSgesängni» in Moabit, das seit Jahren al» Untersuchungsgefängnis benutzt wird. Richtig ist, daß er zunächst gefesselt worden war. Auf Veranlassung deö Untersuchungsrichters aber find ihm die Fesseln abgenommen wo0den. E» ist nicht richtig, daß sein Verkehr mit den Verteidigern auch nur den geringsten Schwierigkeiten unterliegt.(Hört! hört!) Irgend ein« Beschwerde Radek» über seine Behandlung»m Gefängni» ist nicht laut geworden.(Hört, kört!) Di« wegen Beteiligung an den Spartakusunruhen verhafteten Personen befinde« sich m verschiedenen Gefängnissen. Ihre Zahl ist zu groß, al» daß sie all« im Moabiter UnterfiichungSgefängni» hätten untergebracht werden können. Sie werden aber sämtlich al» Untersuchung». gefangene belßrndett und erhalten in umfangreichster Weis« Zusatznahrungsmittel. Was Ledeb.our an» langt, so hat er ausdrücklich erklärt, daß er über fein« Behandlung im Desängmi keinerlei Klagen zu führen hat. (Hört, hört!) Lededour hat Decken bekommen, soviel er ttttl, er h« sein eigene» Bett, erhält Krankentost, und seine Frau bringt ihm joden zweiten Tag Lebensmittel. Er hat da» Recht der De- nutzung von Bädern und steht in ärztlicher Behandlung. Ich weife daher all« von Frau Zietz gegen die preußische Justizverwaltung erhobenen Angriff« al« unberechtigt zurück.(Beifall.) Folgender Antrag Loebe(Goz). Gröber(Z.). v. Patzer (Dem.), Graf PosadowSky(Deutschnall, vp.) und Dr. Stresemann (Dt. vp.t läuft ein:'\ .Die Nationalversammlung nimmt mit ledhafter Genug- tnung von den Beschlüssen Kenntnis, mit denen die Vertreter der stammeSvrrwnndten Trutschöstemicher ihre Zugehörigkeit zu« deutsche« Gcsnmtvolk bekundet haben. Sie bestätigt den deutschösterreichischen Brüdern.. daß über die bisherigen Grenzen hinweg die Deutschen deS Reiches und die Deutschen in Oesterreich eine untrennbare Einheit bilden und spricht die zuversichtliche Hoffnung aus. daß die von den beiderseitigen Regierungen einzuleitenden Verhandlungen recht bald zu festen staatlichen Formen führen und daß die Zusammen» aehörigkett in eine von allen Mächten der Welt anerkannSn Weise ihren Ausdruck finden möge'. Di« Verlesung'de« Ankrage» ruft im Haufe bei allon Par- teien lebhafte Beifallskundgebungen hervor. «bg. Meerfeld(Gez.): Für die- Resolution, die der Regierung da» vertrauen au»- spricht, werden wir stimmen. Frau Zietz hat un» eine Sgitation»- rede allergröbsten Kalibers gehalten. Di« Anhäufung wahnwitziger Anklagen und Behauptungen darin war so groß, daß e» mir schwer fällt, dem Goetheschen Wort zu folgen:»Komm den Frauen zart .entgegen'.(Heiterkeit.) Bon der bloßen Kritik einer Bruder- Partei kann doch eine Partei nicht leben, und darum darf ich in diesem Sirme auch auf Frau Zietz das Wort anwenden:.Deine Limonade ist nfia t t, Luise-'(Große Heiterkeit.) Mangel an �Politischen, Linn ist alletzding» auch bei Herrn Gröber und den Herr«« von der Rechten astsfällig be�» vorgetreten. Ter hohe Ton der Kritik der Revolution steht dem Zentrum nicht gerade sehr gut zu Gesicht. War e» doch die..KSl- nische BolkSzeitung', die noch im Krieg« da» Wort von der philisterhaften Friedens dus�lei geprägt und sich nach dem uneingeschränkten U.»B'o o t, K r i e g heiser ge- schrien hat. Herr Traub lobt die gute alt« Preußenzeit. er. den da« alt« verknöcherte System au» dem Amt« jagte! Wir Sozial.- demokraien de» Rheinkande» protestieren gegen jede Schwächung und Lockerung des GefügeS von Teutschland. Wir wollen Stär» knng de» ReichSgedanken«. aber keine eigen««eftdeutsche Republll. Sie wäre derAnfang vom End« der deutschen Einheit.(Leib» hast« Zustimmung.) Wa« da» Verhältnis von Staon und Kirche anlangt, so wünsche» wir sein« Lösung auf de« Boden der Freiheit. Wir wollen grmwsätzlrch teine Kulturkämpferei. Die Vorgänge in München haben ei erst Wieoer aller Well gezeigt. Ilm so mehr soll da» gemeinsam auSo�itartdene Leid ims die Kraft geben, da« zu überstehen und einer besseren Zukunft die Weg« zu ebnen. Da» soll da» Werk von Weimar sein.(Beifall bei den Sozialdemokraten.)\ Vizepräsident Schulz tekkt mit. daß die Entschließung über den Anschluß von Deutschösterreich an Deutfchtoch nachträglich auch von de» Abg. Haas« unterschriebe» worden ist. Abg. Ltegerwald(Z.) protestiert gegen da« verhalten de» Oberbefehlshaber der fetnd» ftchen BefatzungStruppen in den linksrheinischen Gebieten, in denen französisch« Eroberungsgelüste mit immer größerer Deutlichkeit hervortreten. Abg. Frau Gertruft Bäume»(Dem.): Auch für die Nationalversammlung scheint da» Wort Goethe» zu gelten: Ihr müßt«»dreimal sagen!(Heitere Zustimmung.) Zwecklo» ist die Erörterung darüber, ob die Revolution notwendig war oder nicht. Wir sehen in der Revolution den elementaren Ausbruch eine» seelisch mißhandelten Volke». (Beifall link». Lärm recht».) Hierauf wird ei» Schlußantrag angenommen. Heber die Resolution der Deutschnationalen zur Kreditvorlag« wird auf Antrag Loebe(Sog.) mit großer Mehrheit zur Tage»- Ordnung übergegangen. Da» vertra»r»»v«tu« wird gegen die Stimme» der U. Soz. und der beiden Parteien der Rechte» angenommen. Der weitere von Vertretern aller Parteien«nterstÄtzte Antrag, der die Deutsch. Oesterreicher begrüßt, wird ein, stimmig angenommen.(Lebhafter Beifall.) Damit ist die Tage»» ordnung erledigt. Nächste Sitzung: Montag, 2 Uhr, erste und eventuell zweite Beratung de» Gesetzentwurs» über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr, erste Beratung de» Entwurf» einer Verfassung für da» Deutsch« Reich. Schluß gegen 7 Uhr. Der verfaffunflSenttvrrrf. Di« Reichsregierung hat am Freitag den Verfassungsentwurf endgültig verabschiedet.— Ei ist da» Gerücht omfge. taucht, daß der verfassungSau«schuß»ach Berlin verlegt werden soll. Alle dies« Gerüchte sind nach MeOning der P. P, N. vollständig gegenständ»!«)». Nur der VerfassungSau». schuft selbst könnt« darüber befinden. Er ist aber bisher nicht zw- sammenge tretei�'_ Ein preußischer Staatspräsident. Die Aufgabe» der Landesversammlung. (Amtlich.) Das preußische StaatSministerium hat sich in! seiner gestrigen Sitzung mit dem Gesetzentwurf zur vorläufigen O.rdnung der Staatsgewalt in Preußen in zweiter Lesung beschäftigt. Die Mehcheit der StaatSminister hat der Einsetzung eineSbesonderelt Staatspräsidenten mit der Maßgabe zugestimmt, daß dadurch der Regelung der staatlichen Exekutiv« in der endgültigen Verfassung n i ch t vorgegriffen wird und daß der militärische Oberbefehl biS zur reichsrechtlichin Regelung der Militärverfafiung dem Ministerpräsi- d e n t e n überlassen wird. Der verfasiunggckenden Landes- Versammlung soll der Erlaß der künstigen Verfassuna deS preußischen Staate« sowie der Gesetze, die keinen Auf- schub dulden, zustehen. Zusammentritt der prenftischen Landesversammlung. Wie WTB hört, wird die verfassunggebende preußische Land«»- Versammlung nicht am 4. Mär� sondern erst am 5. März iu Berlin zusammeatvete»._ ßrau Raüet in der Schweiz verhaftet. Di« Rätcregicrung droht mit Repressalie». Amsterdam, 21. Februar. Time«««lbet an« Helfingsor«: AK Peteriburg wird berichtet, daß Frau Radek in der Schweiz verhaftet wurde. Die Bolfchewisten erkläre» jetzt, daß sie am 1V. März 1 0 v on de n i« Rußlandgefangenen Schwei. zern erschießen werften, wenn Frau Radek wicht bi» zu diesem Datum svoigelasse» werft«._ Eine neue Einladung an Sowsetrusilanü. Amstrrdem.»L»ebr»«..D»iltz New«' meldet, de» der Oberst» Krieg»«« der Alliierte» dir Absicht habe, de» verschiedene» P artete» i» Ruhlaud ei»e»e»r Ei»l«d»»»»»e Add-l. t»»g»i»rr K»»sere»»»uzoschicke». Wen» auch diese Ein. ladu»» erselgl»» bleibe,«rede eine«»mmissi«» von militärische« Sachverstänbige» ernannt werden,»« zu»ntersuchen, wieviel Tenppen für eine Ezprditivn»ach Rußland brn»ti»t«erde». Eng» land sei nicht gegr» eine solch« Kommission, werde sich aber a» einer Expedition ebenso wcaig beteilige» wie dir vereinigten Staaten._ Leiste Nachrichten. Generalstreik in München«nd Nürnberg./ München, LI. Februar. Die Unabhängige Sozialistische Partei hat im Laufe der Abendstunden durch Militärauto» folgendes Flugblatt an die Arbeiter und Soldaten verteilen lassen: � Die Gegenrevolution hat zum ersten großen Schlage ausgeholt, indem sie den gehaßtesten Führer der sozialistischen Revo» lution niederstreckte. Tie Dürgerwehr, die weiße Garde, der Mitt- woch-Putsch sind die Eiappen zur Erwürgung der sozialistische« Revolution. Sie finden ihren Ausdruck in dem Wühlen der Reaktion. in der verleumderischen Hetz« einer feilen Presse, die heuchlerisch Ruhe und Ordnung predigt« und die Atmosphäre für den Meuchel» mord schuf. Arbeiter und Soldaien! Man will Euch wieder unter da» alt« militärisch« und� kapitalistische Joch beugen. Jetzt gilt e» zu handeln, die Revolution zu retten l Zlim Generalstreik heraus au« den Betrieben! Rieder mit der Bourgeoisie und ihren verbrecherischen Helfershelfern!. Hoch die sozial« Revo» lution l In Nürnberg haben die Gewerkschaften beschlossen, de» Ge» neral streik zu proklamieren.\ Wie in einer Sitzung des Arbeiterrates im Denischen Theater heute nachmittag mitgeteilt wurde, haben auch die Münchener Gr» werkschaften beschlossen, ihre Mitglieder zum Generalstreik aufzufordern. GewerkschaflsbewWng enden Lodn- und Arbeiievelbällnisse zu Beraten. Man Beidbloh erndeitlicke Lohnverhälinisse in der»esamien Industrie einzuküdren und nabm folgende Enischliesiung an: 1. Daß in den einzelnen Orten und Vezuken sofort mit Lohnforderungen oder Lohnrequ» lierungen an die Zigarettensabrilanten herangetreten wird; 2. Um weitere Arbeilerenilassungen zu verhindern, darf d>e Arbeilezeit nickt mehr als 30 Stunden pro Wocke Beilagen. Sollte sich eine weiteic Einickiänkung der TaBak» veraibeilung notwendig machen, dürfen kerne ArBeiterentlossnnge» erfolgen, sondern mufe eine weitere Verkürzung der ÄiBeitszeit ein« treten. 3 Für die HausarBeit musi das zu verarbeitende Quantum auf die Hältte der bisherigen Zuteilung herabgeietzt werden. Auf« gäbe der Ärbeilnehmer- und Arveitgeber-Verbände ist eS. einen allmählichen Abbau der HauSarbeil in der Zigorelten- induftrie auf gesetzlichem Wege zur Durckführung zu Bringen. s. Lodnlürzungen dürien iniolge Herabsetzung der Arbeilszeit nickt einlifelen. S. Die Konferenz emvfiehlt, die Akkordarbeit in Lohn- arbeit umzuwandeln. Die Durckführung dieser Maßnahmen bat br» spälestenS zum l Mai 1320 zu er'olgen. 6. Nack einer Befckä'ligungS« dauer von einem Jabre soll ein Urlaub von sechs Arbeitstagen und nach drei Jahren ein iolcher von zwölf Arbeitstagen bei Fortzahlung des Lohnes gewährt werden. 7. Bei Wiedcrheistellung der normalen Geickäft-lage wird die SSitündige ArbeilSwocke eingeführt, mit der Umrechnung, dafz der SonnaBend»ackmi:rag frei bleibt. Wo die AlbeiiSzell durck Vereinbarung zwischen Unternehmer und Arbeiter« schafl bereit« kürzer»st. Bleibt sie bestehen. S. Der Vor- stand de» Deulicken kabakarbeiterverbandeS wird beauftragt. . an die Organisation der Zigaretteniabrilanten heranzutreten, um oui zeniraler Grundlage einheitliche Lohn- und Arbeitsbedingungen herbeizuführen._ Rudolf Moffe mahregelt organisierte Kriegsteilnehmer. Vom Sngestellten-Verband de« Buchhandel« wird un« be« richtet: � Tme seifen« de« Angestelltenverbande« de« Buchhandel», Buch» und ZertungSgewerbe« und de« ArbeiterauSschufle» der Firma Rudolr Moffe einberuiene Betriebsveriommlung der Angestellten und Arbeiter halte fick mit der Mastregelung organinerter Ange« stelller. die vor kurzem a»S dem Heeresdienste«nilasien waren, zu Beiasien. Das Veibrecken der Angestellten hatte darin bestanden, da« sie entipreckend den Beicklüssen einer Versammlung der ehe- marigen Kriegsteilnehmer die Firmenleitung brieflick um eine Rück- spracke zwecks direkter Entgeaennobme der Wünscke der Versammelten eriuckten, die sich insbesondere auf die Ausbesserung der jetzigen niedrigen Gehälter der ehemaligen KliegSteiinehmer bezogen. Weil sie hierbei von.den' Kriegsteilnebmern irt einer Redewendung svracken, wur den sie al».Ickamlose Lügner' iosort au» ihren lang« jaorigen Stellungen entlassen! Trotz ehienwörtlicker lkrklärunaen der Gemotzicgelten und emipiechende, Ausllärung seitens der Or- gamialion lehnte die Firma die Rücknahme der Maßregelung ab Di« Betiiebsveriammlung stellte sick in einer Entsckliehung auf den Boden einmütiger Soiidarilät von organisierten Angestellten und Arbeitern und forderte die Firma auf. die Gematzrrgelten bis spätesten» Sonnabend, den 22. Februar ISIOI unter Rücknahme der ehrenrührigen Vorwürfe wieder einzustellen,! andernfalls die Mittel der gewerkichaitlichen Selbsthilfe der Angestellten und Arbeiier mit oller Sckärfe zur Anwendung kommen sollen. Eine neue Belriebsversammlung am kommenden Sonntag wird über die Weileren erforderlichen Maßnahmen beschließen Auch werden die einleitenden Sckiitte zu einer grundlegenden Neuregelung der gänzlick unhaltbaren Gehaliverhältnisse der Angestellten der Firma Rudolf Mosse seitens der Oiganliation getroffen werden. Ms Geschäftsführerin wurde die Genossin Kirfchnik gewählt. Zum Schluß teilte die Vorsitzende mit, daß sie aus Hamburg den Bescheid erhalten habe, daß die Küchenmädchen der Schiffswerft von Blohm u. Votz in den Streik getreten feien, weil ihre Ver- trauenSperfon wegen Agitation entlassen wurde. ES sei daS erste« mal, daß Hausangestellte streikten. Auf dem Weg zur Einheit. In einer Versammlung deS Vereins der Deutschen Kaufleute! O. V. T. sTextil und Konfektion), die sich mit dem beendeten Streik der Handlungsgehilfen beickätligte, wurde folgende Resolulion von allen anwesenden Mitgliedern bei zwei Stimmenthaltungen ange- nommen: .Die zahlreich versammelten Mitglieder des O. V.£. des Vereins der Deulicken Kaufleute fordern den Gcneralrar auf, sofort Schiitle einzuleiten, daß der Verein der Deutschen Kauileuie aus dem GewerkickaflSbunde. dem außer dem V. d. D. K. nur gelb« Verbände angehören, austritt und sofort eine A r B e i t S g«mein- s ch a st mit dem Zentralverband der HandlungS- gehilfen eingeht.'__ Tie Hausangestrlltenorgauisation, Ortsgruppe Berlin, hielt im.Rbeingold' ihre ordentliche Mit« glicderveriammlung ab. in der Luise Köhler, die die Geschäfts« führung übernommen hatte, den Geschäfts- und Kassenbericht er- stattete. Am Schluffe des Ouarials hatte die Ortsgruppe Berlin einen Mitgliederbestand von 4 201 aufzuweisen. Wiederholt mußte in Sireitsällen gerichtliche Entscheidung in Anspruch genommen werden. Aber auch der Fnitiatwe de? Ver- bandcS gelang eS, Streitigkeiten zwi�en Hausangestellt« und Herrschaften zu schlichten. Ein beim früheren Reichskanzler Herrn v. Betbmann Hollweg angestellt gewesener Kammerdiener, der trotz' dierteljährlicher Kündigung sofort entlaflen war, wandte sich um Hilfe an den HauSangestclllenvcrband. Ter Borsitzenden gelang e» nach mehrfachem Schreiben, Herrn v. Bethmann Sollweg zu veranlassen. dem Kammerdiener für sechs Monate das Gebalt und für drei Monate Kost- und Schlafgeld im Betrage von 2206,50 M. auszuzahlen.— Selbst nack der Abschaffung der Gesindeordnnng wurden noch Fälle von Mißhandlungen gemeldet. In einem Fall mutzte, da. die Polizei nicht mehr eingriff, die Hilfe cß A.» und S.- Rates in Anspruch genommen werden, wobei drei Soldaten nötig waren, um der Frau Gräfin klar zu machen, daß die Zeit des DienstbotenmißhandelnS endgüliig vorüber ist. Aber 25 M. SckmerzenSgeld fei in diesem Falle nicht genug. Die Vorsitzende riet, in solchen Fällen die Hilfe d«S Verbandes in Anspruch zu nehmen. �| Die Gesamteinnabme deS verflossenen Quartals beträgt 0724,75 M.. dem eine Ausgabe von 6268,80 M. gegenübersteht, so daß ein Kassenbestand von 8465,96 M. übrig bleibt. In der Diskussion bemerkte Kollegin G r y s ch k a, daß die Wasch» und Reinmachefrauen noch gegen einen zehnstündigen Ar« beitStag vermittelt würden.— Bezüglich der Erwerbslosenunter- stützung stellte sie den Antrag, eine Erwerbslosenkommission inS Leben zu rufen.— Bezüglich der Lobnfrage müßten für die ein« zelnen Kategorien Grundlöhne geschaffen werden. Die EinigungSverhandlungen-wischen demdeutichenBankbeamten- verein und dem gewerkscka'tl'cken Allgemeinen Verband der Bank« Beamten sind, wie der Allgemeine Verband der Bankbeamten be« rickiet, in der Haupt'ache daran gescheiierl. Satz der Deul'cke Bank- beamtenverein im Gegensatz zum gewerksckafilicken Allgemeinen Verband der Bankbeamten es adrelehni hat. seinen gesamten Or- ganisalionsbestand in den auf Beschluß des Bankbeamtenparlaments neu zu gründenden.Bund der Bankangestellten' hinüberzuleiten. Versicherungsangestellte! Heute Sonnabend, nackm-ltag 2 Ubr. in den Sovbiensälen, Sophienftr. 17: Versammlung iämtlicker Ob« und Vertrauensleute. Die Durchführung des SchiedSsvrucheS. Jeder Betrieb muß verireten sein Kartell der Angestelltenverbande. Angestelltenausschüsie der Grost-Bcrliner Kriegsoc anisationen! Heule Sonnabend. 4 Ubr nackmiliagS. im GewerkickaftSbauS, Engeiufer 15, Saal 3: Plenarveriammlung der Ob« leure der Angestellten der Groß-Berliner Kriegsorganisationen. Tagesordnung: 1. Bericht der Reunerlommiisio». über die endgülugen Vethandlunaen mit den Bebörden- und DirellionSverireiern. 2. Slellungnahme zu den Piesse-Arlikeln über die GehallSbeweguiig der KnegSgesellschastS« angestellten. 8. Verschiedene«. Die Mitglieder« ersammluug deS ZentralverbandeS der Zivil- musiker TcutichlandS, Orreveiwaliung Berlin, bar nach seiner Ver« ickmelzung mil dem früheren Verein Berliner Musiker folgende Kollegen in den Vorstand gewählt: l Voisitzender Hugo Sckwiegk, 2. Vorsitzender Map JuSko. 1. Knsseniührer G. org Sirehl«. 2.«aiien- inhrer August Becker, l. Schri'tfiihrer Eugen Jiickke, 2. Sckri'liührer R.chard Wagner. Als Beisitzer für Konkurren,»ragen Wilb. Gallas, iür Agnalion Reinh. Wosseng,»ür Tarlfüberwackung Gustav Gut« kncckt, iür Eniembl« Karl Snicmentz. Als Delegierle zur Gewerk- ichafiskoinmijfion wurden gewählt: Schwiegt, JuSko, Galla«. Gut- kneckt. In den Hauplvorsiand wurde Strehle gewählt. Die bisherigen ArdeiiSvcrmiuler Müller, Tpiering und Christians wurden von der Veriammlung oon neuem bei.äügl Der kostenlose MunkernackweiS ist von der Rofentbaler Strafe nach der Kaiiei-Wildelm-Sir. 31 verlegt. De? Verband der Kupferschmiede Deutschlands hält vom 15. bis 24. Juni in Dresden»eine S. Generalversammlung ab. 9 Berantwortli» für Politil«rtru ssickl«,«harl-ttcnburs, für de» übrigen Teil de« Vlane« Ättre»««-lt. Neul.'IIn. Nil«n�ergen r»c»»«r Gi-Se. derlru Verlage LoririrlS-trerlag m m d b.-der Im Druck SorwSri».i>u.bdruck«rei und SerlagSanttaU Daul Sinc-er u i° in-tzerlin. Lindentlrahe 5. Sicri» l BeUngr._ Besonders vorteilhaftes Speiseziniiner baetehend aus: 1 Bälott Eiche 1 Krodeai. 1 Ausziehtisch„ 6 Stühlen_ zusammen m 2850 Kerrenzinuner bcftshand zu«: 1 Bibliothek Eiche 1 Schreibtisch„ 1 runden Tisch„ 1 Sfcfcreibsessel... 2 Stühlen zusammen M. 2450 Schlafzimmer bestehend aus: 1 Schrank mit Spiegel, Eiche 1 Woschtoilctte mit Spiegel und Marmor 2 Naehtechränken mit Marmor 2 Bettstellen 2 Patentböden* 2 Steiligen Auflegematratzen mit Keilkissen 2 Stählen 1 Handtuchhalter zusammen M. 1375 Ständig große Ausstellung ron ca. 300 Herrenzimmern, Spehezimmern, Scblakzlwmern, Wohnsalons, Wohnzimmern, Köchen, Dielen etc. Leaer-, liCbel— Gobelin-Solas und Sessel. Hervc fragend schöne, gediegene>as{tthrungen s einfacher, mittlerer und elegantester Art= Teppiche' Kronen/ Kristall/ Porzellan. Löitenl-IaDkgeseliEft M Lagerspeic&erei Berlin C, Dircksenstr. 31 am Bahnhof Alezanderph, Ecke Künigsgraben. �>25«p KochssiMAf Igt erst voMommen.wenn Su mif�Mantox'würzf. Henf'öaran! rianfox frsptst Jifiachwircrt und ist oon #rr frsaijnuttrlalrlU stamhurg am li5.VS geaehwlgk. Paraguay klerscfirxkrark'Seveslsrsiast m.b ti fjomBurg Go!dfQlifeder 30 EchtGod.laDlaman'. Iriaium-Spltzc Mk.;S}C:ierhelis« Assstns> HalS'r »telin. �.jlScirilan; 40 k it rösaer 49 ,-,- 9ot»ug«• Angabe w 800 Sjttnplotm wU 7 Porträt« nach Cueos Tranach. ged. Ml 80.—, LtPis» Ausgabe(80 Tremplare) ME 90.—. Georg Müller Verlag, München. jedes Ar» MO. auch p. Postnach». „BQrstenlndustrie", Berlin, Nokenthaler Sir. 14. Rd- 1002«. Sektkorke, Weinkorke, Flascbenkapseln, tauft zu hohen Preisen jedes Quantum UND* Plackic��tcln» Tharlotteu» �indscheidftraße 5. 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Mpl. 125 48.— 8. Gefche, Oranienstr. 183. Mpl. 112 38.— 10. Dau», Lausttzcr Straße 46. Mpl. 2886.— 11. Boden, Oppelner Str. 28. Mpl. 3884. — 12. Weißer. Wr-ngelftr. 22. Mpl. 1060.— 13. Gone«, Fritz, Prinzcnstr. 88. Mpl. 3861.— 14 Wri», Ncanderstr. 30. Mpl. 8313. — 15. 81 GemerkfchaftShau», Elisabethstr. IL Sgft. 3024.— 16, Schuckert. RllderSdorfer Etr. 3. Alex. 1503.— 17. Wilhelm, Hohenlohestr. 3. Kgst. 3235.— 18. ChmielcmDki. Gubener Dtr. 45. Agst. 220 L— 18. Pistor, Sckreinerstr 7. Kgst. 3818.— vedrendt, W�idenweg 63.— 2L Weber, Ebertystr. 45. Sieg. 1826.— 22. Bauer, Gr. Frankfurter Str. L Alts. 1462.— 23. Gott, Barde. lebeuftr.. Ecke Kniprodeftr. Ales- 224.— 24. Koch, Jmmauueltirch- ftraße 13. Kgst. 1264.— 25. Rock.iReue Kinigste. 24.«gst. 3383.— 26. Lücke, Lothringer Str. 82. Rrd. 10 287.-�-27. Dobrohlaw, Swi. vemllnder Str. IL Rrd. 1027L— 28. Huthman», Marienburger Straße L«lex. 3407.— 28. Burg, Prenzlauer Allee 18. Rrd. 4066. 30. Grünau, St-hlheimerstr. 30. Nrd. 952L— 3L Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Rrd. 8888.— 32. Kor», Gleimstr. 10. Rrd. 4174. — 33. Hofsmann, Swinemünder Str. 47.— 34. Goldbach, vineta. platz 7. Rrd. 3086.—»5. Bathke, Ackerstr. 81. Rrd. 5888.— 36. Vörtvalde, Schlegrlstr. 8. Rrd. 4452.— 37. vutenhof, Wil». nacker Str. 36. Moabit 8578.— 38. Kroß, Werftstr. 4. Moabit 1835. 39. Wagner, Levetzomstr 12. Hansa 896.— 40. Lange, Wiclefstr. 45. Moabit 2303.— 4L Bohrend, Stromstr. 26. Moabit 7668.— 42. Voigt, Spreogelstr. 17, Moabit 7075.— 43. Meyer, Ponfftt. 82. Moabit 7774.— 44. Gaßmann, Strttiaer Str. 48. Rrd. 3253.— 45. Pose, Koloniestr. 15. Moabit 5398.— 46. Fnch», Weddingstr. 5. Hansa 532.- 47. Senkel, Utrechter Str. 10. Moabit 1998.— 48. P-lzi«, MLllerstr. 13L Moabit 2578. Da» Zentralwahlbureau befindet sich: Lindenstr 3, 2. Hof, 2 Tr. Telephon: Amt Moritzplatz Rr. 304 und 115 75. Hausangestellte, wählt frei! Eine Hausgehilfin schreibt im«: Schon bei den ersten beiden Wahlen war ich empSrt über die Art und Weise, in der die Herrschast ihre Dienstmädchen auf ihre Seite zwangen, die Mädchen kamen mir wie verkauft vor, al» ich sie in Begleitung ihrer Herrfchast zum Wahllokal gehen sah, wo- Mb' rWv«Wv Mb' Mlv � Mp ms UF s ss f# i ii MF H A Hn untere Hbonnenten und Interenten! Infolge cker andauernden preteltcfgcrtmg aller Robmaterlalien feben wir uns vcranlaSt, vom u stilirr 1919 an folgende prell« feltsuketzem Hbonnementi stlonatUd» 1.50 stL Xnferatei Ol« ackibg« spalten e stlenparcfltc- zefle i*2o stl. Klein« Hnzrigm» Das fettg«dni/,S Ubr In der 5� rndove der Handtrerlerfchule. WiimerSdoiler Straße lS<5. wlcdei aulgenommen. Auch Fußballlport und Leicht- atbletrk. Zur Bildung einer Jugendabteilung find ebenfalls junge Leute herzlich eingeladen. Arbeiter- Samariter- Vnnd, Kolonne Troß-Berlw. IV. Abt. Lichtenberg. Montag, abends 7 Uhr, Tcharnweberstr. SO. Uebung»- obenb. Mittwoch, abend« 7 Mr. Melchtorstr. 16. NitgNederversammlung. Vorzeigung sämtlicher Taschen; welche nicht an»'• welenb, werden eingezogen. III. Abt. Schöneberg Barbergstr. 11, Donnerstag, den 27. Fe- bruar, abends 7 Uhr: UebungSstunde. spin�n Un'erbaltnngSabend bei freiem Viutritt veranftallet am 25. Februar iSiS, abends 7 Ubr, das Reniment Oven im ttsifersaal des Rbeingoid. Bell evuestrage 13/20. Für reichhaiUge» Programm ist Sorge getragen. Musiker! Die Ortsgruppe verlln deS Zentralverdandes der Zivil- berussmufiter Deutschland« däll Montag, vormittags 10 Uhr, ihre zweite MUgliederoerjammlung tm giotzen Saale de« LereinshaufeS, ldaijer-. Wüheim-Str. 31, ab.• «nzetgraprämien für verborgene Tchußwassen. Die Marde-" Kaoallerie-Schlltzcn-Dtvtfion zahlt«u Personen. d>e i» umehtmüßigen Besitz befindliche Lchuvwaffin usw. so anzeigen, daß die Beschlagnahme durch- geführt werden lann, folg-nde Belohnungen au«: Fü»«in Gewebr 5 M., für einen Revolver oder Pistole 5 M., für ein Maichinengewehr 5 1 M, für eine Handgranale 70 Pf., für Geschütze, Panzerkraftwagin und dergleichen entsprechend höhet« Bciohnnng. Die Kommet'äle in der Deltower Straße eröffnen am 1. März wieder ihre Piorlen Das Lolal dal Herr Alberl Freyer, der stüher« Inhaber von KellrrS Fefifülen w der Loppcnftraße. übernommen, Die Boxkämpfe im Sportpalast werden am Eonoabend sortgeletzt. Paul Mond iu bereit, gegen jeden um ,einen Einsatz oder um eiuc Heraus- s. rderungSpranrie von 8000 M. anzutreten, um seinen Meuierlitei iu vieler Aewichtollaiie zu verteidigen. Meldungen an den Kampfleiter Jos. Edwards. — Am Sonntag finden große Rad rennen stall. Die Haupinummer bildet ein Zweistundeuumunschaflefahren. zwei Fahrer bilden eme Mannschaft und tönnen sich beliebig ablösen. Am meisten Jmeresse erwecki der njle Start Elellbrinks und Bauer. Das HcrauSfarderungs-Mannfchasts- Freude daran gehabt. Großmutter verstand es nicht: mit der Hilflosigkeit wurde ste gierig und konnte nicht genug zu essen bekommen: jetzt war ste diejenige, die am liebsten alles in den Mund nehmen mußte. A Aber damals waren sie hinter dem Kinde her gewesen, auS Furcht, daß es etwas Garstiges herunterschlucken und krank werden würde. Besonders Sören hatte AngsL„Nicht. in den Mund stecken!" ließ er sich gewöhnlich vernehmen. Dann gaffte die Kleine ihn eine Weile an. nahm den Gegen- stand aus dem Mund und versuchte, ihn ihm in den Mund zu stecken. War daS ein Versuch, einen Mitschuldigen zu be- kommen, oder glaubte das Mädel, daß er es ihr verbot, weil er selbst gern an dem Ding lutschen wollte? Sören kam nie zur Klarheit darüber. Jedenfalls lernte Stine früh mit der Eigenliebe andrer Menschen rechnen. Wenn sie ihr gute Ratschläge oder Zu- rechtweisungen erteilten, war nicht so sehr die Rücksicht auf Stine wie auf irgend etwas in ihnen selber das Gntschei- dende. Wenn sie einen Apfel in der Hand hatte und die großen Mädchen ihr auf dem Wege begegneten, sagten sie: „Wirf den garstigen Apfel weg, sonst kriegst du Würmer!" Aber Stine warf ihn nicht mehr weg: sie hatte entdeckt, daß sie dann hernach nur hingingen, ihn aufnahmen— und sei- ber aßen. Das Ganze war nicht mehr so einfach: in der Regel steckte etwas hinter dem, was man sah und hörte, und daS war oft das Eigentliche. X Manchmal hielten die Menschen, mit denen man es zu tun hatte, das, was das Entscheidende war. hinterm Rücken por einem versteckt— einen Stock zum Beispiel: es war stets klug, sich vorzusehen. Mit Großchen war das natürlich nicht so. Sie war in allen Wechselfällen schlechtweg das Großchen, und ihr gegen- über brauchte man nicht auf der Hut zu sein. Sie wurde nur immer weinerlicher, und zum Schaffen taugte ste nicht mehr. Stine mußte ihren großen Teil der Bürde tragen und war schon ganz verschlagen darin, das SauS zu versorgen: sie wußte, wann die Leute auf-den Höfen Butter machten oder schlachteten, und erschien auf ihren bloßen Füßen, um ein wenig für die Großmutter zu erbitten.„Warinn meldet ihr euch nicht bei der Gemeinde?" sagten einige, gaben aber trotzdem: tnan durste keinen Bedüfstigen von der Tür weisen, wenn das Fleisch Segen bringen sollte. Aber den 21s Stine Alensthentinö. Von Martin Andersen Rexö. .Nein wirklich?" sagten die Bäckersleute und sperrten die Augen auf.„Und wie heißt er denn?" „Er beißt Schinder." erwiderte Stine wichtig. Und hier kannten sie ihnj Stine sah, wie sie Blicks wechselten.„Dann bist du ja aus feiner Familie," sagte die Bäckerin und legte ein Weizenbrot auf den Tisch— ohne zu merken, daß das Kind schon dagewesen war und eins be- kommen hatte. Die große Neuigkeit beschäftigte sie. Und Stine. die mindestens ebenso beschäftigt'war, er- haschte daS Brot und lief fort. Es fiel ihr erst ein, was sie hatte sagen sollen, als sie halbwegs zu Hause war. Und da war es zu spät. Bevor Lars Peter Hansen wegfuhr, schenkte er den bei- den zwanzig Heringe und wiederholte sein Versprechen, zu kommen und sie zu holen, wenn die Hochzeit sein sollte. 11. Der neue Vater. Als Stine zehn Monate alt war, hatte sie die schlimme Angewohnheit, die Gegenstände in den Mund zu stecken alleS mußte dorthin wandern. Das war der Prüfstein für alle Dinge— ob sie gegessen werden konnten oder nicht. Stine lachte, wenn Großmutter dcwon erzählte, denn jetzt war sie ja viel klüger. Es gab Dinge, die man nicht essen konnte, und die einem doch Freude machten: und andre Dinge, die recht gut gegessen werden konnten, die aber am meisten Freude bereiteten, wenn man eS sein ließ und sich damit begnügte, sich darüber zu steuen, wie gut sie schmecken würden, wenn—. Dann klopfte man sich auf die Brust und sagte Ah! und konnte ein Ding sehr lange habidn.„Du bist eine rechte Törin," sagte Großmutter,„iß eS. eh' eS per- dirbt?" Aber Stine verstand aufzubewahren. Sie konnte über irgend etwas, das sie bekommen hatte, träumen, einem roten Apfel zum Beispiel, konnte ihn an ihre Wange drücken sind ihn an den Mund führen, um ihn zu Kissen. Oder sie verwahrte ihn und war still andächtig bei dem Gedanken daran. Kam sie dann und fand ihn verdorben, ja. dann hatte sie ihn' in Gedanken viele Male verzehrt und ihre Respekt vor ihrem Großchen konnte sie unter den neuen Ver- Hältnissen auf die Dauer nicht bewahren, sie behandelte Ma- ren stnmer mehr wie ein großes verzärteltes Kind, wies die Alte zurecht und sprach ihr wieder gut zu. .Lsa, du hast gut redtn." sagte die Alte—„du hast deine gesunden Augen und Beine, alle Wege liegen dir offen. Unsereins aber hat sich nur auf das Grab zu freuen." „Willst du denn gerne sterben?" fragte Stine—„und hinaus zu Großvater Sören?" Nein, Großmutter wollte gewiß nicht gerne sterben. Aber beim Grabe mußte sie inimer< wieder verweilen: es mahnte und schreckte ab. Die müden Glieder konnten nicht richtig ausruhen: der Gedanke an einen langen, langen Schlaf un- term Rasen da draußen an Sörens Seite war ganz ver- lockend, wenn man bloß sicher sein konnte, daß es einen nicht fror. Ja, und dann mußte das Mädel einigermaßen gut aufgehoben sein, natürlich. '„Dann geh ich einfach zu meinem neuen Vater hinüber," erklärte Stine, sobald die Rede darauf kam: um sie sollte Großmutter sich keinen Kummer machen.„Aber glauhst du denn, daß Großvater Sören noch da unten ist?" Ja, dessen war die alte Maren nicht so ganz sicher. Sic konnte sich recht gut das Grab als letzten, endgültigen Ab- schluß vorstellen und richtig ausruhen in dieser Vorstellung: eine größere Seligkeit ließ sich nicht denken als die. ihren müden Kopf dort niederzulegen, wohin keine Wagen kamen, in alle Ewigkeit verschont zu bleiben von Gicht. Unruhe, Tod- Müdigkeit und allen Kümmernissen und bloß zu ruhen. Aber vielleicht war j�r daS nicht vergönnt— es wurde so viel ge- redet, der Pfarrer sagte dies und der Missionsprediger jenes. Vielleicht war Sören gar nicht mehr da unten, sondern sie mußte stzch auf den Weg machen und ihn suchen. Das konnte eine weltläufige Sache werden, wenn er nach seinem Tode wieder das Festgewand seiner Jugend trug. Sören war in seinen jüngen Tagen ein wilder, ungestümer Bursche ge- wesen. Wo Sören war. da mußte Maren auch hin, darüber konnte nur eine Ansicht herrschen. Aber am liebsten würde sie V llhc. Spandau. Die Stadtverordneten hatten auf ihrer Tagesordnung am DonnerSlag zunächst die Bürgermeister« Wahl. Sui Prvlest de« Arbener« und Eoidalenrat« und der sozialpemotrallichen Sladlverordneien wurde beschlosien, daß die Gladiverordnekenversammlung überhaupt nicht weuer tagt. Die Wahl fand infolgedessen nicht statt. Charlottenburg. Die„Freiheit� veröffentlichte am IS. Februar 1019 die ersten 12 Kandidaten der IL S. P. zur Stadtverordneten. Wahl in Charlottenburg, all ersten Bannerträger einen Stadtver- ordneten, welcher als mehrfacher Hausbesitzer Gemüseeinkäufer der Stadt und gleichzcttig von der Vereinigung der Gemüsehändler an» gestaM ist; wird er nun Hausbesitzer», Händler- oder Konsumenten» Interessenten vertreten. Auch drei Dottoren enthält di« Liste. Ein eigenartiger Vorgang, da man sich doch sonst immer als die reine Arbeiterpartei aufspielt. Dann einen Maurer, der her zur öffentlichen Stadtverordnetenwahl nicht wählte, weil er gerade um eine Stelle bei der Stadt beworben hatte. Weiter enthalt die Liste einen Gastwirt, der sich überall als Spartakist brüstet, wenn er auch bei deren Kämpfen allerding» zuhause bleibt. Den Schlutz macht der beim Januarstreik im MunittonSbetnebe „mutig* weiterarbeitend« Vorsitzende der„Charlottenburger LieÄr» tafel*. Das sind doch wirklich„reine" Arbeitervertreter. Wilmersdorf. Zahlreiche Zus�brisien an uns bekräftigen di« Veröffentlichungen de« S. und S.»RateS, die man übrigens noch ausführlicher, neben viel anderem Material, ia der sozialdemo» tralischen Wahlzeimng.Neue Wilmersdorfer Zeitung' findet. Schiaebrrg. Die„vorwärts'spedition. verbunden mit Jnleraten« annahm« und Bücherverlaus, befindet stch jetzt Belziger Straß« 27. im Laden._ Groß»Berliner Lebensmittel. Berlin. Stärk« wird durch die Ewtaussgenossenschast der Wasch. «ad PISitanstalten-Befitzer, 8 69, voppslr. 7, und den Deulsckrn Wäscherei» erband, 80 83, Euvrystr. 1, an sämtliche in der Stadt Berlin nieder» atlassenen Mitglieder verteilt. iSewerbetreibeude, die weder der Genossen« schast noch dem Verband angehören, müssen unverzüglich toten Bedais und zwar die iUeinbeNiebe bei der Etiikausigenossenschasl, die ffirohbehleb« bei dem Wäscherei-Verband miier Angabe der Zahl der zurzeit belchästigien Plätterinnen anmeiden. P-.�irpcisonen erhalten nicht».— Zum Aus. gleich für die verkürzt« M t t ch p o r I i» n soll den Ktndern vom 8. vi» V. Lebensjahr«, die im Besitze der Miichlarton 81, 811, 01 und 011 find, sc 1 Pfund Nährmittel gewährt werden. Die BezugSkmtrn können von DienSlag, den 26. Februar, ab bei den vrotromuitsiwuru M Empfang genommen werden. Von heut«. Sonnabend, ab in den«inkchlSzizen Ve» Stadtteil« Strelaw gegen Abtrennung von Feld 198>/, Pfund . Feld 19«(1 Pfund Kaffee- Sri atz) verliert mit heule>ewe Kültigtett.— In zahlretchen Grschäslcn fir d noch Marmelade aus Feld 207 und Suppen gegen Feld 206 zu haben. Feld 20« verliert mit Dienstag sein« Kültigtett. Pankow. Ab heute, Sonnabend, für gesammelt« Knochen» bon« Margarine. Da uns nur ein Neiner Posten Margarine über. wiesen ist, wollen diejenigen Sammler, welche diesmal nichl bedient werden können, die gesammelten Gutschew« für ein« spätere Entnahme de? Mar» garine ausbewahren. Charlottendurg. Soppen 150 Gramm aus Abschnitt 100, Weizen» grieZ 100 Gramm aus Ab'chnilt 101. Marmelade 600 Gramm aus Ab- schnitt 104. Räucherwaren>/, Psd. aus Wschnilt 2l7, sowie aus Abschnstt q. frische Seefische je 1 Pfd. aus die Ablchnittc 21« und 228, sowie Flutzfische auf Adschniti Gg und Rr. Abschnitl 210 ist vorzugsweise zu bedlencn. Dörr. gemüse und Sauerkohl sreihändig. Mariendorf. 126 Gramm Faust käse oder Polnischen Landkäs« sAuSlandSwoie). DaS Kopsstück der Eveilesett karte ist zu stempeln. PserdesuHer V.Zentner je Pferd. Berkaus im Zimmer 20/21 de» Rathause».___ Groß-Serliner parteinachrichten. Gemetndewahlversammllluge«. Heute Sonnabend« Mariendorf.Südende. Abend« 7'/r Ref.: H e ck m a n n. Nlederschöneweibe. P/,. Loreleh, Berliner Str. lOL Ref.: Den. Geberl. Demtzelhof. Kala de« Ltzzemn«, Germaulafw. 47. Ref.: Gen. Uoger. Flugblattverbreitnng. Heute Sonaadcnd» RenISlk«. 6*1, Uhr. Niederschönhause«. Heute von 4 Uhr an vom Lokal Greth, Anden- straße. Ecke BiSmarckstratze, au«. Ziegel. Nachmittag. Diese find von den vezlrkSführrrn abzn holen. Drepiow. 4'/, Uhr. Spandan. Sonntag vormittag 8 Uhr von den BezirkSloiale«. Martendorf.Sndrude. Diejenigen Genossen, weiche am Sonn. tag bei den W a b l a r b e i t e n mit tötig sein wollen, treffen fich um 8 Ubr in folgenden Lokalen: L vezirl bei Renner, Dorsstr. 2• 2. Bezlrl bei Schumacher, Köntpstrofie Ecke Kochniahe: 8. Bezir! bei M e r k e r t in der Kursürsiensir. 24. Ecke Schiitzcnslraße. Auch di« Arbeilen für den SüdeuderOriStetl werden von M e r t e r t au« erledigt. Lichtenberg. Di» PaNetgenoffen und-Seuolfinnen werden dringend erfocht, fich oni Soimtagvormstlog 8 Uhr zur Wahlhtlf« w noch. benannten Lokalen einzufinden: Kichert, Romintener Sir. 29. Slöber, Jungfir. 29. Meher. Wüblischstr. 7, Za,toereit, L es fingst?. 8, Kuck«, Irenen. strafie 14, Eick«, Rittergut- Ecke Möllenborffstrafie. Uharlottenburg. Die Genossen und Genossinnen werden bringend «rfuchl. stch zur Badiarbeit am Sonntag früh 8 Ubr in fügende» Griippcntolalen einzufinden: 1. Schellbach, KöMgin-Elifabethstr.«; 2. Sercki. Friedrich-Karl-Ptatz l6; 8. Bade. Kaiserin.Augusla.Allce 52; 4. Gauger. Hutten. Ecke Wiebestratz«; 6 Krochow, Hetmholtzftr. 89: 6. Stllwe, Caner- ftrage 12; 7. Prang, Spreestr. 6; 8. Haut. Wallftr. 90; 9. Reiner. Wll- mersdorser Str. Ll; IC MazierfenSti, Hebbeiitr. 20; ll. Wen. Snobel«. dorfferllr. 44; 12. Grimm, Windscheidfir. 18; 18. Schwarz. Windscheidur. 145 14. Knoppa. Pestolozzistr. 79; 16. Sense. Eoetoe» Ecke Schlüterstratze; 1«. Gudenschwager, Uhlandstt. 173; 17. Paeck, Rankest?. 31; IS. Bernolhat, AnSbacher Dtr 48.— Zentralwahlbureau: Gesenheimer Str. 29. Amt Wilhelm 730. Lankwitz. Heute Sonnabend, abends 8 Uhr. bei Schulz. stratze 21: B u n i e r Ab en d........... _______ Müblen� Mitglieder, eingeführte Gälte und Jugend» liche find zweck« Mründmig einer Jugendorganifätwu. herzlichst eingeläde». vielseitiges Programm. Gericktszeitung. Ein EpmttakuSopfer. Im Zuy« der SpartachnSprvzesse stand Freitag der noch uichi tlfährtge Steinarbeiter Hermann Richter vor Gericht. Der Angeklagt« kam in die Nähe de» MossehaufeS und ging mit meh» reven anderen in das HauS hinein, wie er dchauptet«ans Neu» gierde" und »um zu sehe«, vir ei» Krieg aussteht". Er hat dort allerlet Keme Handweichnngen für diu Nefatzuwas- msmrfchaften verrichtet. Al» feine Neugierde befrisdrat war, hat er das MossehauS wieder verlassen. Charakteristisch ist. das;:et funge Bursche noch dem Betreten der Straße sich'dvzu bergab, eure Anzahl Flugblätter, die ihm ein omderer Bursche in die Hand drückte, zw verteilen: ei waren Flugblätter der D e u t s ch n a i i o- nalen Bolkspartei. Der Angeklagte ist am nächsten Tag» wieder zur Arbeit auf semer Arbeitsstätte gegangen, aus weicher mehrere Personen von dev�opubliZanffchen Soldatenwehr heraus- geholt wurden. Als der AngeAagt- dann in einem gegenüber der Arbeitsstätte gelegenen Schank lokal während der FrühftückSoause fast, beteiligte er sich an einem Gespräch.über dt« Vorgänge vnd rühmte fich seiner mehrtävigcn Tätigkeit im Mossehause. Tie Folge war, daß man ihn für einen Spartakisten hielt und ihn zu» nächst nach der Dragonertaserne und von da nach. dem Gefängnis in der Lehrter Strohe bracht«. DaS Gericht verurteilte ihn zu ö Monaten Gefängnis imter Anrechnung von 1 MonÄ U Uders uchungShaft._ Freireligiöse Gemeinde. Morgen, Sonntag, vormMaa« 11 llbr, in der Klosterkirche. Klosterstrage«3a, Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: .Kampf umS Dalein in der Geifterwelt'.-» Gäste willkommen.. vperatläll» vor Preischfltz. Anfang 7 Uhr._ Schauspielhaus Othello. Anfang 7 Uhr, "Volksbühne qTre p«1 7 Uhr |ireki>on Max Relnnardr auiach«s Theater. Ülhr; Und das Lldii fchelv« in der Finsternis. Sonntag?/, Uhr: Frühlings Erwarben. Bonntag 7 Uhr: Hamlet Kammeraptela. 7 U.: Narrenaalcl des Lebens. Stg.t'/jUhr: Der WeibsteuleL Sonntag 7 Uhr: Der Sohn. Kleinas Schauspielhaus Fasanensir. I. Port 5. VJ,.: Die Büchse der Pandora. Sonnt VI, Uhr: Die Büchse der Pandora._ Theater I. d/ DIrc C.Meinhard-R. Bernauer 7 Uhi Die Wlldenta. Sonnl nachm.: Katzensteg. Sonntag abend: Musik- Montag: Die Wildente. Komödienhans an der Mtrscnallbrücke Vi« Uhr: Fünf Frankfurter. Sonntag: Fünf Frankfurter. Montag: Tanzende Nymphe. Dienstag: Erdgeist Beiliner Theater ?» uhr: Sterne, __ ffiräter der Friedrlelistadl. Ecke fftlebrld). u. Lwiatstraße. Norden S«6<>. Täglich 7>/» Zum 136. Male: Lrei tolle 7sge. venette von gorlig. r.MSIIendon.AuguslIn.Oeerg. Untar d. Linden 14 fiaUhfa Tanz-Tee 7 Ohr abends das METROPOL! Kabarett BebrcnstraK««4 Dir.: Alts Braune Hanl) Tischler Alb« Kolk Nana u. Peraatad Lanalgs 7— Dugscn Elli Qläßner OttoR6,hr [ Robert Steidl| Karzes aastspiel der| Alexandra I iMilowanowal Sc laO-Tai». l-csel n s-T bester Direktion: Viqor Barnowsky 7 Uhr: Der Blaufuchs. Sonntag: Der Blauiuchi. Montag; Der König. Deatschen HUnatler- Tb est er. Allabendlich VI, Uhr: Nachtttclcpchtung. Residenz-Tlieäter. Untcrgrundb. Klosterstraße, Autgang Stralauer Strade. Tic lieh Vi, Uhr: Das höhere Leben. Von Hermann Sudermann. Spielleitung: Altred Roner. hansi Arnstadt Karl Clcwing. Eug. n Burg. Olga Limburg. J. Falkenstein. Emma Debner. Rott Valetti. Paul Blldt Walhallä�Theater. V/, Uhr: der Starke. frianon-Theater. Bhf.Frlcdrichstr.Ztr. 4927�1 Tagt.»/»« U. Heute z, 160. Male: Der gute Rai von Hemiann Sudermann. Ida Wüst, Bruno Kästner, Hugo Flink, Franz Schönleid. Sonntag'/rt; Jobannlslcuer. Lnisen-Tbeater. T/zl Ter Strom. ��Dornröschen �«r7:S£liiESt.Cann8ö. Ab l.Mär» btg.b.abenb- 7 Ihm vorsteä. Woche u. Sonnt/ illlf iÄPOLLI Theater PrfcdrichstraBe 218 1 Dir.: James Klein [ AUabcndl. PI, V. Senat. S'/, n. 71/, Die Theater für Sonnabend, den 22. Februar. Centml-Theater uhr; Sie RosemStsnibDl Deatachea Opernhnns 7 Uhr: Ctvallerfa rustteana. Vorher: Das höllisch Oold. Frle,, U jed Erwachs. I Kind Ire! 1 1 Thnaterk. ununterhr. I geöftnet. r Braune's Diele AlazaaderstraSc 88 | KOnstL Lelt C. Helnzlus Mary Walter Llttre Carlsaa Grefe Bing Adolf Voigt Marwitz u. Spiro Tony u. Schlca Robert Steinet. Irp Kasino i Alltbeacllcn Tana. RelchshalL-Theater Abends 7>„ Uhr und > Sonnt Nm. 3: MT 3&�»r8h:6SJd Vomelmistes Tanz-Etabllsseinenf 5-UUr-7anz-7ea Vorführung moderner Tänn Kapells Polls Anh > Weins VonOgUdM KBch« Sport- Palast Potsdamer Str. 72. Potsdamer Str. 72. 40 Tage. Sonnabend, abends 7 Ubr l l4S3b grosso SoX'XStnpfe. Sonntag, abends 6';, Uhri Bad-Rennen. O ntcrhaltungs-Reftaurant Mien-Lerlin Jägerstr. 63 a. Hatry fSchnbert fS Carl Cnratons• Ernst Walter— Elisabeth Hann Geors Xeuinüller— Walter Bobby Kapelle Gnstav Gottnchalk 6erang-Riimor-8tinimung Gate Kflcbe<— Ont�epflegte Wllne Anfang Uhr Eintritt frei. Jtas? Hohenzollern-Säle grSßtes u. schönstes Bailokal i. Moabit ßandelslp. SS StraBenbahnverb. 3, S, 6, 7, 8. 10, II, 12, IS, 21, 23, 24, Q., W,| Gr Rntscbhabn.*. Größte Sebenswürdigkelt Täglich grofies Winter-, Bauern- n. Alpesfest .*. 2 erstklassige Orchester(IS Mann).. Eintrittspreis mit Ausnahme von Mittwoch, Sonnabend und Sonntag 2,78 M.[» Jeden Mittwoch und Sonnabend; Großer Preismaskenball. ' Die seböoste und origluellste Maske M. 50,— in dar. so-! wie 5 weitere Preise in Höhe von M. KL-». Beginn 7 Uhr.— Nach?>/, Uhr eigene Beleuchtung. SeTterT M -Theater. w.u.- Das Dreimäilerlhaos. Oastsp.d. 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Sonnabb, den 22. gebr. nachmittags 3 Uhr, im Krematorium, Serichtstr.»7/38. 2g»- 20 äSESS füi MliL'NeM. Solauntnuicliung. Die BeUreier der Arbeitgehrr tinb Berjichertrn im Ausschuß toerheu hiermit zu her am Mo tu au. 3. März, abds. 7 Uhr, da Wirtshaus.Hoheazollrr»-, Witreistr. 2 hier, stuttialOenbrn iiiÄM.jii8!eIiM!tMg eingelaben. Tagesorbnung: 1. EahicaaeAnberuna betreff enh Erhöm'no her«eilräge auf 6 Pxaz. des(Brunbloan». 2. BersllLedeties. Ä72,chO Berlin�tmlitt. 21. Februar. Oer IJotflonö. (E. Biga'kc, Borschcnher._ MsWÄllkevWe der Bereinigten Coffleret- Wnng zn Berlin. VeCauulmatHuag. Die vom Vorstand und Au«. schaz beantragte 2. Saguna«. isttberuitg ist vom Oheroerstche- rur.aeamt genehmigt und tritt am Aioniag. den s. Milrz>«19. in Kraft.» 278/1 Oer Vorstand. I.«.! Otto Koch. Vor Vorsitzender. Der Srenatstrr' 1279$ H. Meyer kSnr/trfi.M. z. Fuß, L Komp.. ist(eil«Rn 27. Sem. bei Bauiny vermißt. MttteUungen ihn den Serbltih cfcittri fftoi! Wilhelm. Meyer, Wtedeufiihl 100 b.«tadthagen. »p. nivet. li'xtt»«» t. Se«cd>«ci>tnitmnkt>eitra. Naui�Ilart»> rfnuenleiäen aerrSve 5ci»«Sche.»ein- kranke. Behandlung schnell, sicher u. schmerz- lo ohne Berulsslflrung in Dr. Hoipeyer ch Co. konz. Labor, f. Blutunters, Fäden im Harn usw. Friedrietistp.Sl.�p.iJ- KSfiigslr.Sg.äUÄ Spr. to-i u. S-8. Sonnt 10-1 Honorar Moos, für Haut- und Berlin. nenstr. 06. 1-T- 10 22B6roet Straße 20 Am Scklestschen Tor. � 10—12. 4—6. Sonntag« 11— L Müßige« Honeror. 621* Spezial-Arzt Dr. Kcottl. f. Raot-, Harn- a. Oeschieeha- leiden. speziell veraltete, hartnäckige AusilOsse. Manne«- schwäche. Geg. Syphilis ervr. Heilmethode oerd. m. Saivarsav» kuren. Bluwnieriuch. im ersten u. ästest. Kur-Institut„ISser". stur«dsemhaler Str. 69— 70, Rosenthaicr iClok, Ecke Linieustr. Behanhiungoz. 9-1, 4.9, SonnL 9.1. Separate» Datnenzimuter, Zpezisl-�rzl ' Dr. med. GrUterlnf Haus Harn-, Gcschlechtsl. Blutunters. 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