Nr.I0S 36. Sohra. ÄezugSvretS: Setl«Iiä8rl.6L75'ÜÜ. awnaU 2.ZK Ml. frei ins Hau« voraus, ah.bai Einzeln« Nummern 10 iiieninq. llonbezug! Monail.ch i'Jb Ml. er kl Aultellunq«. gebühr llnier üreu-band>ür Deuilch- mnd u. Oeilerreich-Ungarn-M Ml. für bas übrige ruiütanft f.00 ML. bei lüglich einmalige,.iuucäunq 7.60 ML Poilbenellunaen nehmen in Düne- mar. Hollan» liuremoura Schweden und die Schweiz Singetragen in die Soll- leiiunas-Preisl'ile. Der.Lorwürts' ericheinl wocheniüglich zweimal-oimlaa- einmal. Zelegramiu-Ssieiiel .Eozialdemotrai«er. in». Abend-Ausgabe. »G P Oerliner Oolltsblatt. (10 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achlgcivaiirne»ionvaieiilezell« konei t£ Lig..N leine'ilnittqcn", das-etlaediuckle fflon 40■tilg zulässig 2 ieNgedruckic ffiorte). lede. wcuere i3oti X utg, Zielleiigeinche und EchlaMellen inzeigeii das erue Sort 80 Pig.. ledes wettere Eorl 16 tilg. Sorte über 16 Buch'iaden, übler für zwei Sorrci teuerungszulchlag 70«» j�amlilen-Al, zeigen, voliliichc und gcwerllchattliche Sereins- ünzergen SV big. die.teile. Anzeigen Hir die nüchlle Kummer müiien bis S lbr nachmittags im oaudigeichüli Serlw SS.sS. tkindenilrage 8. aviegeden werden. lScöhiiei on S lldr irüh bis S Uhr abends. �entralorgan äer fo2ialclemokratil'cken Partei veutfcklanäs. Redaktion und Expedition: GW. öS, Lindenstr. Z. �ernlvrrcher: Äm: Moriuplay. Nr. lZl itv— läl 97. Dienstag, den 25, Februar 1919. vorwärts-verlag G.m.b.H., EW. öS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Moritiplali. Nr. 117 53—51. Die(Bnttvaffnung Oeutfcblands. Der«Klaff enftillftandsvcrtrag zugleich Torfriedensabftommen. Wie dem nencstcn diplomatischen S i t u a t i o n S b e° r i ch t aus P a,r i e zu entnehmen ist, ist das bevorstehende Wafsenstillstanosabkommcn mit Deutschland noch nicht vor dem Alliiertcnrat verhandelt worden. Der Entwurf der mili- tärischcn Sack>vcrständiflcu ist noch nicht abgeschlossen, aber man sagt bereits, dast der Entwurf die Eutwasf- nnngDeutschlaudszuLandcuudzurSeevor- sieht. Unzweifelhaft bcabsichticieu die»Alliierten, den Be- stimmungcn rein militärischer Angelegenheiten solche über tijcbicts. und Finanzfragen anzugliedern, wodurch das reine Waffcnstrllstandsabkommcn zum Vorfriedcnsvertrag erhoben würde. Tie fünf Grostmächte wollen übcrcinstim der Streik im Draunkohlenrevier. Sämtliche Gruben stillgelegt. Halle, A. Februar.(Eigener Drahtbcricht des„Vor- wärts".) Ueber die Lage im mitteldeutschen Braunkohlen- mend alle Teutschland betreffenden Fragen sofort und dp ll stand i g losen und sind in keiner Beziehung der- schicdcner Meinung. Tic zuständigen Ausschüsse sind aufgc- fordert worden, ihre Arbeiten möglichst zu beschleunigen nnd dem Konferenzauöschujz ihre Beschlüsse unverzüglich zu unterbreiten. Jedenfalls kann von einer Vertag ungder Unterschrift Deutschlands zu dem neuen, die Grundlagen des Vorfriedens enthaltenden'Wassenstillstnnds- abkommen um Wochen oder gar um Monate keine Rede sein. Wiison in Amerika. (Reuter.) Wilson ist heute hier Boston, 24. Februar. g rl a n d e t. Wilson befürchtet Schwierigkeiten. Haag, 25 Februar.(Meldung des Hollandsch Nieuwsbureau.) Aus Boston wird gemeldet: Präsident Wilspn traf am 24. Februar unier dem Salut aller Dampfer hier ein.'Tie Straßen der Stadt tvaron von Soldaten abgesperrt. In einer Versammlung von bOOO Menschen hielt dann Präsident Wilson«ine Red«, in der er u. a. ausführte: Die gemäßigte Haltung derjenigen, die auf der Friedenskonferenz ibrc nationalen Wünsche vertreten, haben ihn an- genehm berührt. Wenn die Konferenz mpßlingu sollte, würde die Hoffnung der Mensckbcit ans einen dauernden Frieden i n Rauch aufgehen und die Nationen würden sick wieder wie bis- her in gegnerische Lager teilen. Er zweifele nicht daran, daß Amerika tri st dem Plane des Völkerbundes einverstanden sein werde. Es beständen aber groste Schwierigkeiten, die beseitigt wer- den müßten, ehe Wilson damit reckmen könne, daß der Kongreß dc'n Völkerbundentwurf genehmige. Wenn im Augenblick über dies« Frage im Senat-abgestimmt würde, würden wenigstens 50 Stimmen an der erforderlichen Zweidriiielmehrheit fehlen, und da am 4. März die neue republikanische Mchrbcit in den Senat komme, würden tie Schwierigkeiten noch erheblich vergrößert wer- den. Wilson hat offenbar die Absicht, seinen ganzen persönlichen Einfluß-aufzubieten, um besonders die Mitglieder des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten umzustimmen. Ein Attent>t auf Wilson beabsichtigt. Haag, 25. Februar.(Meldung des Hollandsch Nieuwsbureau.) Aus Newhork wird gemeldet: Haber die Verschwörung gegen den Präsidenten Wilson wird mitgeteilt, daß zwei spanisch« Anarchisten der Polizei gegenüber erklärten, sie seien ange- wiesen worden, nach Doston zu gehen, um dort«in Bombrnattentat auf den Präsidenten Wilson aus zu führen. Es sind, wie bereits gemeldet, 14 Personen verhaftet worden, darunter auch der Journalist Martin. Tie Behörden haben jetzt die' T o k u m e n t e, d:« im Hauptquartier der spanischen Anarchisten bescklagnabmt wurden, untersucht. ES wurden darauf- hin weitere 9 Spanier und 1 Kubaner in Philadelphia verhastet. bergbau wird uns mitgeteilt» dast sämtliche Gruben st i I l g c l e g t sind und die Fabrikbetriebc ruhe». Die Gr- schäfte sind, aber noch geöffnet. Auf den Straßen bewegen sich große Drmonstrationszügc. Sonst herrscht im all- gemeinen Ruhe. Der Aktionsausschuß hat eine Be- kanntmnchung erlasien, daß bis aus das Wasserwerk, das in Betrieb zu erhalten ist, der Betrieb überall einzustellen ist. Der Soldatcnrat steht dem Generalstreik neutral gegenüber. Die Konferenz mitteldeutscher Bergleute beschloß, wie die „F.eeilstit" aus Halle a. S. meldet, den Generalstreik ab Montag bis zur Anerkennung der Betriebsräte und des Be- zirksdergarbeiterrates durch die Regierung. Die Eisenbahner deS DirektionSbezirkS Halle schließen sich an. Sic fordern auch Be- teiebsrät«, ebenso die großen chemischen Fabriken und Stickstoff- werk« und Ueberlandkrastwerke. Di« Meiallindustrie will sich an- schließen. In Halle und Umgebung vollkommene Ruhe. 'Die Wirkungen in Berlin. Der Ausstand im mitieldcuischen Braunkohlengebiet wird, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, zunächst für die Ber- liner Bevölkerung von nicht allzu schweren Folgen be Ein Parteitag ist nötig! Von Erwin Barth. Seit den Tagen des militärischen Zusammenbruches Teutschlands hat sich im Innern unseres Landes ein Um- schtvung vollzogen, wie ihn wohl kaum ein anderes Land in seiner Geschichte zu verzeichnen hat. Alles, was sonst poli- tisch und wirtschaftlich Geltung hatte, ist durch die Revolution umgeworfen worden. Eine Riescnfülle neuer Ereignisse ist auf das deutsche Volk eingestürmt. Der ganze politische Bau Deutschlands, die wirtschaftliche Verfoj�ng und das Gefühls- und Gestnnungsleben der Arbeiterschaft sind revolutioniert worden. An diese große geschichtliche Zeit rasch fließender und ganz anders gearteter Ereignisse ist ganz Deutschland unvorbere'tet herangetreten. Erst während der Revolution hat das Volk begonnen, sich nach und nach zu orientieren. Aber dieser Orientierung fechlt der einheUltche Schwung und Zug und die Klarheit, die eine gemeinsame Aussprache gleich- gerichteter politischer Kreise zu erzeugen vermag. Insbesondere für die Sozialdemokratie isl�es notwendig, die völlig selbständige und nach Gebietsteilen divergierende Neuorientierung der Arbeiterschaft ins Auge zu fassen und gleitet sein, da im Niederlausitzer Braunkoblenrevier vorläufig ie Reichs- noch Ruhe herrscht. Die Belieferung mit Hausbrand für die Hauptstadt ist also vorläufig noch gesichert. Der Ausstand betrifft vorläufig die Reviere bei S c n f f t e.n berg, Groß-Bcrschen, Ruhland, Finsterwalde und die bei Kottbus gelegenen Gruben. Der Streik geht dort von den Abraumarbeitern aus, die an Stelle der bisher verwendeten ruthenifchen und slowakischen Gc- fangcncn den Abtransport Her über den Braunkohlen lagernden Erdinassen zu besorgen haben. Die Versorgung mit Hausbrand dürfte sich in Berlin im März -etwas günstiger gestalten, sobald die noch aus dem Januar und Fe- bruar restiercndcn Kohlenkartcn eingelöst worden sind. Die Kohlenstelle Groh-Berlin rechnet damit anfangs nächster Woche je eine Nummer freigeben zn können. Die Belieferung mit Steinkoble gestaltet sich jetzt, nachdem die Oder wieder schiffbar geworden. ebenfalls wieder günstiger. Wider Erwarten hat man mit den Gassparstunden recht günstige Erfahrungen gemacht. Die Kohlen- stelle, erspart wöchentlich duxch die Sparstunden nicht weniger als 99 999 Zentner Steinkohle. Durch diese Ersparnis ist es möglich gewesen, den Betrieb des Krasiwerkcs Moabit sicher zu stellen., Die jtaUeniA)en WaffenstiUstanüs- foröerunaen. Wien, 24. Februar. Auf den Einwand der deutschösterreichi-. schen Regierung in�der Angelegenheit ver Ablieferung von 2K60 Lastwagen und 132 Lokomotiven, daß Dcutsck österreich das verlangte Bctriebsmatcrial n:cht anslieiern könne, weil es Eigentum sämtlicher auf bem Gebiete des ehemaligen österreichiscben Staates cnt- standencr Nationalstaalen sei, antwortete die italienische Waffen- stillstandskommission. daß an Deutswösterreich von Oiner Seite mit �rbeitskosenputsch in Plauen. Generalstreik in Zeitz. Plauen i. B., 25. Februar. WTB. Nach einer Arbeits- losenvcrsammlung besetzten gestern nachmittag be�va ff- nete Matrosen und Zivilisten»ach Entwaffnung der militärischen Sicherheits ttni chein das Ratbaus, die Banken, die Post und andere öffentliche Gebäude; auch die Äa- ferne wurde nach Verhandlungen an die Demonstranten über- geben. Tie bürgerlichen Zeitungen sind vorläufig am Er- scheinenverhindert. Zeitz, 25. Februar. WTB. In Zeitz ruht die Arbeit voll- ständig infolge des G e n e ra l st r e i k§. Du das Elektrizitäie- werk die Stromlieferung eingestellt hat, wird der Eisenbahnverkehr, der hier auf elektrisch betriebene Weichen angewiesen ist, nur mit großen Schwierigkeiten vorläufig noch aufrecht erkalten. Di« Wasserversorgung der Stadt ist eingestellt. Die Zeitungen sind infolge des Streiks gleichfalls am Erscheinen verhindert Tie Bürgerschaft des Stadt und Landkreise« Zeitz will ihrerseits den Generalstreik proklamieren, um die Wiederaufnahm« der Arbeit durch die ausständigen Arbeiter zu er- zwingen. zu versuchen, die allgemein gültigen Richtlinien dtzrch eine '»es! Aussprache mit den Delegierten aus allen Teilen des Reiches einhe tlich festzustellen. Wir brauchen einen Parteitag dringender als jede andere Partei. Die Revolution hat uns eine Fülle van Macht in die Hände gegeben und damit uns Pflichten auferlegt, die.w'r mit dem Höchstmaß von Verant- wortlichkeit nur dann erfüllen können, wenn wir die sozial- demokratische Arbeiterschaft, soweit sie unsere Organisation überhaupt zu erreichen vermag, fest in den neuen Pffchlen- kreis einspannen. Es wäre außerordentlich verhängnisvoll, wenn etwa die Meinung bestehen sollte, daß durch die�Bc- teiliguug der Sozialdemokratie an der Regierung all d e Ga- rantieu gegeben seien, die für eine geschlossene Aktion- der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Voraussetzung sind. Gerade weil w'r mit bürgerlichen Parteien gemeinsam ein Koali- tionsministerium gebildet haben, in dem es unmö-Kch ist, reine sozialdemokratische Politik zu tre'ben, in dem vielmehr nach der Natur der Dinge Konzessionen gegenüber den an- deren, an der Regierung beteiligten Parteien notwendig sind, gekade deshalb ist es erforderlich, die N e i n h e i t u n s e r e r Parteiinteressen zu wahren und alles daran zu setzen, daß die Partei als solcl)e nicht lediglich nach den durch die rcalpolitischen Faktoren bedingte Haltung� der sozwldcmo- kratischen Mitglieder der Regierung orientiert wird. Aber es sind auch andere Gründe, die einen Parteitag der deutschen Sozialdemokratie als dringend notwendig er- scheinen lassen. Das Gesüge unserer Organisation ist während der ganzen Revolutionszeit durch nichts gesifftigt worden. ugtei Das stross« Netz, das sich sonst als wohlgcfügles Strahlen- system von Berlin aus über das gaM Reich gelegt hat, ist merklich gelockert. Angefangen vom Parteivorstand, dessen M'tglieder zum größten Teil durch aufreibende ministerielle —■" tyrt Deutschöjr�rreicher ins Relcysmmisterium. Ersatzforderungen herangetreten werden, könne, weil es sicb nur um Erfüllung der aus dem Waffenstillstand erwacksen-en Pflichten handle. Die deuischösterrcilbistb« Regierung verständ'gte die Re- gierungen der anderen Natianalstaaten. daß DeutichMterreirb der nti'ifärifcFcp Gewalt der offumerenben Mach' nicht Widerstand leisten könne. In emcm Scbre-ben an den Präses der amcrikani-> schen Studienkommission und den cngliscken Militärbenollmächt g-en wurde davon mit-drin Beifügen Mitteilung gemaebt. daß die dru'sch-. österreichische Regierung jede Verantwortung für Störungen der, Lebensmittelversorgung und der sozialen Ordnung ablehnen müsse. 1 Otto Bauer in Weimar. Weimar/ 2ö. Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Der österreichische Staatssekretär des Aeießcren, Dr. Otto Bauer, wird heute in Weimar eintreffen und NiMbmittag eine Unterredung mit dem Reichsmchistervräsi» deuten Sckeidemann Hab- n. Man trägt sich mit dem Plan, als Vertreter Tcutsebösterreichs jetzt schon einen oder zwei Staatssekretäre ohne Portcseuille in das R ichsk.ch'nett aufzunehmen. Für alle Fälle haben die So- z'aidemokraten eine der ihnen zustehenden Unterstaatssekretär- stellen für einen Vertreter Deutschösterreichs offengehalten. Tätigkeit und durch Abgeordneteneigenschaften aufgezeh werden, bis binab zu den Kreisprganisationen, deren Häupter zu einem guten Teil Mitglieder irgendwelcher größerer ooer kleinerer gesetzgebender oder Berwaltungskörperschafien chic- worden sind, besteht die Gefahr des Äbsterbens der zentralen organisatorischen Kräfte. Die Re« Volution hat alles, was bisher Führcrqnalitäten gezeigt hat, mit neuen Aufgaben belastet. Tie volle Demokratie, die wir' errungen haben, hat unsere Leute in Minffterien. Reichs», S'aats- oder Genwindeverwr-lffinaen gerufen. Und die große Schar der Parteimitglieder sieht sich chrer Organisationsleiter beraubt, ohne die Möglichkeit'zu haben, rasch andere gleich gut eingearbeitete Kräfte an deren Stelle zu setzen. In der Partei wird zur Stunde fortgewurstelt. Es ist hart, das aussprechen zu müssen, aber es wäre ver- rückt und selbstmörderisch, es zu verschweigen. Für eine Or- ganisa ion kann es nichts Aergeres geben, als das Fort- n vrsteln. Das DHcn der Organffation verlangt aerade eine i'nonsge'etzte Lebendigkeit Ta"- und Schaffenskraft, e'tie Rubr-gkeit und Fäbigke't ka'tgffeßt neuen Verhältnissen entsprechend nei'es zu schaffen. Bei dem ge�enwärffnen Stand unser r Organisation ist es nickst möglich, dies? Aufgaben zu erfüllen. Unsere Organisation ist derart abge'ockert, daß die Befürchtung(und diese Besü'-chtnng ist nicht nur in der«Vorwärts"-Nedaktion aufgetaucht) des Zerreißens und Zersplitterns imserc» sonst so festgefügten Parkelkörpers nicht mehr von der Hand'zu weisen ist.' Das A und L der einheitl'chen Leitung großer Menschen- mengen ist ein wohtdurchgebauler, allerengster Kontakt von drr untersten Breite bis zur höchsten Spitze. Wenn dieser Konwkt unterbrochen wird, dann bedeutet das das Zerbrechen der Einheitlichkeit und das Ende der Ak>ionsfäh'gkeit. Wir erleben in diesen Tacen eine r-rckch bedrohliche Desorientierung unterer Parteiangehörigen in den der- schwdenen Teilen&-§ Reiches. Niemand kennt eine Nicht« lini«, nach der die Partei zu neuen Berhaltnchsen und-Auf» gaben taklisch Stellung zu nehmen hat. Wir setzen, in ein- zelnen Orten unsere Parteiorganisationen mit Bürgerlichen gegen die l'nkesteheuden Arbeiterpareien handew. In an- deren besteht eine Koalition zwischen Unabhängigen und M-hrheitssozialtstcn gegen links und recht, wieder an anderen sind die Mehiheitssozial'stcn, Unabhängige und Spartakisten zu Arbeitsgemeinschaften gegen alles organisiert, wds rechts davon stebt. Aus dieser versch'edenen taktischen Haftung, die vielleicht örtlich begründet und berechtigt'st, erwächst aber eine außerordentlich große Gefahr für die Einheitlich« keit unserer Parteihaltung.'Unsere Genossen werden nach links oder rechts abgedrängt- und d'e'Bildung ihrer Gesinnung wird dadurch unzweifelhaft beeinflußt, und schließlich Tonnen wir erleben, daß wobl eine Unzahl sozial- demokratischer Parteivereine besteht, daß aber von einer e'n» heitlich geleiteten und gleichgerichteten sozialdemokratischen Parteiaktion keine Rede mehr sein kann. Es ist nicht ganz überflüst'ig, darauf hinzuweisen, daß die sich solchermaßen völlig allein Lberlassenen Parteiorgan!- sationen entblößt von oller Direkt'de und von allem Schutz allzu leicht in die Lage kommen. ouS dem Nahmen» der Ge- samtvartci nach links oder rechts hiiniuszufallen,'und daß Unklarheiten, die sich durch das fehlen gemeinsamer großer Richtlinien ergeben, c'ne.Schwächung des inneren Vereins-- lebens und damit selbst ein Auseinandcrfallen der Mitglied« schaften erzeugen. Mit diesen Ausführungen sind natürlich nur oberflächlich die Gründe anoedeutet, die für d'-e Einberufung eines Partei- tages der deutschen Sozialdemokratie spreisten. Im Rahmen eines Zeitungsartikels ist die Möglichkest einer umfassen- den tiefen Begründung nicht geaeben. Dir sind aber über- z-ugt, daß diese.Anregung dem Wunsch der großen Masse der Parteigenossen im Reiche entspricht und daß es nur d'eser Initiative bedarf, um allenthalben den lauten Schrei der organisierten Sozialdemokraten zu erwecken: Beruft schnell einen Parteitag«inl Internationaler Solschewistenkonqreß.' Der Spartakusbund veröffentlicht in seinem bisherigen Organ eine an ihn gerichtete Einladung der russischen Bol« schewiki zum„ersten Kongreß der Internationale". Die Einladung entwickelt das bekannte Programm der bolsche- wistischen Deltrevotution: es kündigt den„offenen Sozial- Patrioten" schonungslosen Kampf, dem„Zentrum um Kautsky"„erbarmungslose Kritik und Entlarvung" an und erklärt sich für die Bildung folgender Parteien, Gruppen und Strömungen: l. Dir VpartakuKbund sDeutschlant»). 5. Di« kommumstische Partei lBolschewiks) fRußlaods. 8. Di« kommumsttsche Partei Deutsch OSfkrreichS. 4. do. UngarnS, ß. ds. Polens, 6. bo. gimt» «mdS, 7. Die kommunistische Arbertsrpactei Polens. 8. Die ksm. munifttfche Partei EsthlanSs. ö. ds. Lettlands. 10. da. Litauens. 11. fco. Weißrußlands. 12. ds. IMraine. 18. Die redolutianären Elemente der Tschechiscksn©. D. P. 14. Dit Engherzige Bul« garstck-e sozialdemvkratische Partei? IS. Die Rumänische S. D. P. IS. Der linke Flügel 5er serbischen S, D. P, 17. Die link«$. D. P. Schwedens. IS. Die norwegische S. D. P. lg In Dänemark die Gruppe Klasse»kam pen. 20. Die kommunistische Partei Hollands. 21. Die revolutionären Elemente der belgischen Arbeiterpartei. Lustschlöjler. von Wilhelm Lcharrelmann. Ich erinnere mich seiner noch gut. Vor Jahren habe ich ein- mal längere Zeit neben ihm in einem Puvoau gearbeitet. Zufällig lese ich heute, daß er gestorben ist. V Ein Abend fällt mir ein, den ick> auf sein Drängen cintngl bei ihm in setner Wohnung verlebte. Er war damals bereits über die Vierzig, klein, zart und unscheinbar. Ein Geficht, daS für seine Jahre zu jung schien, und Augen, die einen sanften, träumerischen Blick hatten und an Mädchenaugen erinnerten. Seine Wohnung war klein und eng. von dem Dunst der Küche erfüllt... Seine Frau geriet in Aufregung, unerwartet Desuch zu be» kommen. Fast mädchenhaft sah sie aus, mit unruhigen, sorgen- vollen Augen, t»ie Frauen sie haben, die unaukgefttzt auf der Hut sein müssen zu spar n und die wenigen Groschen ihres Haushalts- geldcS zusamnienzuhalten, immer nur zusammenzuhalten, wie eine Henne ihre Küchlein zusammenhält, wenn der Habicht in der Luft steht, nur daß der Habicht hier nie auß der Lust verschwindet. Zuerst war«S«in« Unterhaltung, wie man f« gewöhnlich führt, wenn man unbekannt zusammenkommt. Dazwischen die ersten Worte, die wie ein Horchen sind, wie«in leises Tasten der Seelen, sich Gewißheit zu verschaffen, wen man vor sich hat, Nach einer Viertelstunde wollte ich gehen. Aber nein, daS sei■ ausgeschlossen. Und eine Kränkung sei eg. Man sei freilich nicht ntibt recht dorberettei. Aber wenn ich vorlieb nehmen wolle ein bescheifccneS Abendbrot— Hinterher bot er mir eine Zigarre an. Wir rauchten. Sr plauderte, ich härte zu., Zuletzt kamen Luftschlosser. An Luftschlössern entschleiert sich der Mensch. Ich fragte:„Nun, wenn Si« reich wären, was wurden Sie tun?" .Ja," lachte«r.„wenn! Aber gewiß, setzen wir den Fall! Wieviel sprechen S'e mir zu? Das entscheidet." „Soviel Sie wollen— zwei», dreima',' nderktaustnd." „Damit kann man etwas anfangen. Man tnnte reis n. Etwa Aegypten. Oder nach Indien. Einmal unter Palmm wandein. Auf Elefanten zur Tigerjagd reiten" E» war«ine grotesk« Vorstellung, sich den kleinen Schreiber «H der hochgezogenen Schulter, die alle Schreiber haben, und den Mädch'enaugen auf der Tiger jagd zu d nken. „Aber man kann nicht immer veisen," lächelte ich.„Auch das Reisen macht einmal müde. Sagen wir. Sie hätten Indien hmter sich."» „Nicht doch," wehrte er sich eifrig.„Mich würde das Reisen 23. unb 83 Die Gruppen und Oryan'sa! Ionen innerhalb der sozia- 'listischen und syndikal.stiscl�n Bewegung Frankreichs,.welche im großen und ganzen mit Loriot solidarisch sind, 24. Tie linke S, T. der Schnei«. 2ö. Die iial'en'sche sozial sti'che Partei. 26. Tie linken Elemenie dcr spnnisch-en sozialistische� Partei. 27. Tie linken Elemente der portug csischen sozialistischen Partei. 28. Die britische T P. ldauptsächtich die van Sactean vertreten: Strömungn 29. Tie ©. L, P. fCnglrni). 80. I. W 2P'England). 31. I. ffi of Great Vritain. 32 Tre revolutionären Ei.-mönte der irtäninschen Ar« bsitcre gan'sattvnen. 33. Die revolutionären Elemente der shop stewards sGrotz-Briftmnien). 34. G. L. P.(Ämer-kal. 3S. Die linken Element' der amerikanischen S. P. fdie den Tob? dertro'ene Strömung und d'« Liga der sazialisi schon Propaganda 86 I. W. W.(Amerikas 37 F. W. W.(A: stratien). 38. WsrkerS Jnter- national Jndusirinl Union(Amerika). 39. Die sozialistischen Grup- Pen von Tokio Mud Dokobama(vertreten durch Kaiayama). 40» Die sozialistisch: Partei der Fug-nd internationale. Diese etwas künstlich in die Länpe gesopene Liste ist eine Musterkarte der DerwirniNg, die der Weltkrieg' tn der internatianalckt Arbcitertzewegung angerichtet bat. Zum größten Teil bandelt es sich tim abgesplitterte Minderbeits- gruppen und sektenmäßige B.isdimgen(sechs in England, vier in Amerika!).' Ort und Zeit der Tagung ist nicht ge- nannt.- Jnfcl Ge�el zurückerobert. Libau, 24, Februar, Wie die hiesige deutsch« Gesandtschaft mitteilt, ist die Insel O e s e l, die durch Handstreich in die Hände der Bolschewisten gefallen war, durch estnische Truppen zurück- e mi b e r t worden. Leider haben die Bekschawisten vorher noch Zeit geftmden, ihre üblichen Greueltaten zu begehen. So ist der reichSdeutsch« Sekretär de? auf Oescl amtierend:» Beauftragten der deutschen Gesandischaft bei der estnischen Regierung, Herr Kr u p p mit Frau in Kuiwast ermordet worden; zweitausend Mark feiner Dienstgelder wurden g- r a U b t. Auch der unterwcgS befindliche Kurier der deutschen Gesandtschaft Oscar R a h n sowie viele Esten und Heutsch-Balten, darunter der Laudmarschall von Buxhoeveden und seine Brüder, wurden ermordet; dem Kurier wurden außer fünftausend Mark Dienstgelder die Kurierpost und alles Privatgepäck geraubt. Einzelheilen fehlen noch. wieöerkehr öer Ruhe im Ruhrgebiet. Anflösnng-der Soldatenrate, Bochum, 25. Februar.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Der Generalstreik ist als beendigt aazu- sehen. Tie Förderung ist aus allen Zechen wieder aufgenom- Uten worden mit Ausnahme der jenigen Zechen, die durch spartakistische SabStafte noch daran verhindert sind. Tie Soldatenrät« können sich an dem heutigen Tage im ganze« westlichen Westfalen, also in den Kreisen Hamm, Dortmund, Bochum und Gclscnkirchcn auf, da ihre Tätigkeit mit der Auflösung des HeereS und mit der Dcmobilisation be- endet ist. Essen, 24, Februar. Der Lerständigungskommisston d«S ZentralrateS deS Arbeiter- und Soldatenrates Essen gelang es nach Verhandlungen mit dem Bollzugsrat Düsseldorf eine Cinlgung zu erzielen. Die Bedingungen des Wofsenstillstande» wurden o n- genommen, namentlich die vollständige Abgabe'der Waffen, Freilassung her b:i�cn Geiseln des Fernsprechamtes und die Zurückziehung da» niehtsmilichen Personals»dortselbst. Die- OberpostdirsktiSn verpflichtet sich dagegen, den FernsprcchbUrieb sofort wieder auszunehmen. Der General st reik wurde mit großer Mehrheit als abgebrochen erkkärt. Mülheim(Ruht). 24. F-bruar. Die hiesige Garnison, die aus der Sicherheitswehr enistante« ist, stellt sich jetzt auf den Standpunkt, überhaupt keine» Soldatenrast a n z u erkennen. Sie hat sich der nun wieder bewaffneten Polizei angeschlossen und nimmt nur von dieser Befehle entgegen. Sie unterstützt sie im öffentlichen Sicherheitsdienst und hat vo alle größeren Dienstgebäuds sowie Li« Post und anders ßsfti'.tliche Gebäude Doppelposten gest-lli, um etwaige Anschläge zu verhüten. In der nicht müde machen, und die Welt ist so weit. Nicht wahr, Mike, wir würden nicht so leicht in Verlegenheit kommen?" Sein« Frau hatte den Glanz in den Augen, den alle Armen haben, wenn sie sich reich tcklumen. «Ich würde nicht reisen." sagte si«.„Jedenfalls nicht* weit. Einmal tn m ine Heimat möchte ich wohl wieder, nach Schlesien, ein paar Woch:n. Aber dann" „Nun, dann?" „Dann würde- ich ein Häuschen kaufen auf dem Lande. Nicht allzu groß, nein. In einem Garten müßte eS liegen. Durin müßten Blumen stehen, blauer Rittersporn, weiße Lilien, Nelken, Rosen. Und hinter dem Hause ein Eemüsegarwn mit allem, was hinein gehört. Und ein Hühnerstall müßt« tM sein. Ein sauberer Stall mit weiß n Hühnern. Untrn im Haus« wären die Zimmer. Die Kammer aber müßte ohen sein,©anz tn weiß. Und in der Kammer——" Die kleine blasse Frau verstummte einen Augenblick und sagte dann reiolut:„Und ein Kind müßten wir haben, ja. Das bekäme ein eigenes Bettchen mit seidenen Vorhängen." „Aber Milel" unterbrach sie der Schreiber und versuchte eine komische Wendung.„Ein Kind... D>a£ kann man doch nicht kaufen!" „Und eine Kommode müßt« da sein, die nur für dos Kind wäre. Und ein Kinfcerbad müßte im Haufe fein upd ein Wag n, tn dem ich e$ im Garten spazieren fahren könnte. Und daß da ein kleiner Teich wäre, das wollte ich auch wohl. Darauf müßten ein-paar Schwäne fein, die fütterten wir, wenn wir in den Garten hinabgingen Und der Hund müßte ganz zahm sein und k inen Streit mi! den Schwänen machen. Und tm Hiplsc ständen im Sommer die Fenster weit offen, daß die Sonne Ijereinfchien« und der Wind die Vorhänge ins Zimmer weht« wie weiße Fahnen. Nur wenn das Kind schliefe, zöge ich sie zu. Und das Kind IvÜrde Reknhold heißen und blaue Augen haben," „Aber Mil-, Du solltest Dir doch nicht das Hcrz damit schwer machen. Du weißt doch--" „Ja, ich weiß," seufzte die junge Frau und verstummt«, und der Glanz in ihren Augen erlosck./ „Es würde also dock wobl beim ReAen 61 iben. Auf einer Reise vergißt man manche», Mile. Meine Rciscpläne sind am Ende ja vielloicht ebenso tönckst. Aber an irgend etwas will der Mensch schließlich seine Fr>-uifc« haben," wandte er sick mit einem Lächeln wi der an mich„Ich labe mir darum eine Sammlung von 0«- sich!kka-.ten angelegt. Denn e» Sie interessiert?" Er nahm einen Pappkaswn au» dem Schrank und fing an, mir seine Karten vorzulegen. „Sehen Sie. da ist Kaivo. Und da Bombay. Ich weiß ja, daß ich niemals hinkommen werde. Aber wenn wir abends so sitzen, meine Frau und ich, und ick nehm« zuweilen die Karten her...' Heute weiß ich nun, daß seine Sehnsucht still geworden ist - vergangenen Nacht und im Laufe des heutigen Tages wurden sehr viele Verhaftungen im Zusammenhang mit den Spartalistenunkuhen vorgenommen. Keine renen Kämpfe um Bottrop. ES:», 25. Februar, Die von verscksi Blättern gebrach!« Meldung daß sich bei Bottrop wieder Kämpfe entwickelt bätten, ist n'cht zutkesfcnd. TS lMdel! sich ledigich um einige Schüsse, dlcän der Nacht von>m Hinterbült liegenden Sparta- listen auf Regierungssoldaien abgegeben wurden. ' Streik im iinksilieinischen Kolftengebier. Aachen, 24. Februar, Auf dem Eschweiler BergwerkSvrtein acbrr-gcn Gruben Goulep, Lavrwcg,- Voccsrt und Eschweiler Reserve sind die Arbeiier in den Ausstand getrelen. Sie haben 19 Forde- rnngen aufgestelli. von denen d-e einsckneidenste die Einführung de» AchtstrndcntogeS ist. Dwser Forderung steht ein« vor einigen Docken zwischen den Bertreiern der beiden Gewerkschaften und dem Vorstand des Cschlneiler BergwerkSvereinS getroffene Abmamung gegenüber, daß der Ach stundentag e r st ,a m 1. April eingeführt werden soll. Die weitere Forderung der Bergarbeiter nach drei- maliger Lohnzahlung im Monat ist von dem Vorstand des Eschweilcr BergwerkSvereins bereits tn de» Verhandlungen am Samstag z u g e st a N d e n worden. Ruhe in München. �ufammentlitk des Nätekongrtsses. München, 25. Februar.(Eigener Drahtbericht deS"Vorwärts"�) Gegenwärtig ist hier wieder Ruhe eiugekehrt. Heute nachmittag 2 Uhr wkrd der Rätekongreß zusammen» treten, der das entscheidende Wort über die Neubildung der Regierung sprechen soll. Auch der LcmdeSvorstand der bayerischen Sozialdemokratie ist beute vormittag wiederum zu- sammengctrcten, um zu den schwebenden politischen Fragen. insbesondere zu dem Zusammengehen mit den Un- abhängigen Stellung zu nehmen. Spartakus unö U. S. p. Konkurrenz im UeberradikaliSmus. TvartakuS ist den Unabhängigen immer um eine Nasenlänge voraus. Die Unabhängigen müssen alles decken und verteidigen, was Spartakus tut. Sie müssen in seinem .Dienst ihre früheren Parteigenossen von der Sozialdemo- 'kratic verleumden und dürfen dabei vor keiner Lüge zurück- schrecken. Zeigen sie sich aber einmal in diesem Frondienst lässig, macht sich eine Spur von Selbständigkeit, Selbstbe» sinnung, Einkehr bei ihnen bemerkbar, so wird sofort� die Hetzpeitsche über sie geschwungen, kreischt es laut auf über Feigheit und Verrat. So schreibt jetzt die„Rote Fahne": Die Prowstanioei ae�en. die Henkersknecht» be» Zechenkapitat» im RuhriÄver ist an btr Feigheit der II. S. P. gescheitert. Sie hat Sbgefthnt, aN einer Protestaktion irgend welcher Art teilzunehmen. Sie hat wichtigeres zu wn. In Braunschweig, in München v e r t i»> l g t sie sich mit den S ch e i be m ä n n er n. Sie gibt sie Laung itt„sozialistischen Einigung" für daS ganz« Rtztck auS, Wie kann sie in kein Augenblick, wo si« Kompromisse mit der Partei deS r t- volutionären VerratS schließt, gegen sie kämpft»? DaS Bündnis der U. S. P. mit den ScheidomännSrn wirft 1 den Schatten fces Verrats den retoCutionänen Aufgaben voo- aus. Werden diu MiAglnkder ,fc«r tl. S. P. ett dem kommenden Par-- ieitag dazu schweigen? Werden sie den Abmarsch der Partei in das Lager Ebert-Scheideman,» mitmachen? Der kommend« Parteitag der U. S. P. wird allerdings zeigen müssen, waS die Unabhängigen sein wollen. Wollen sie Sozialdemokraten sein, die mit der Taktik der Mehrheit unzufrieden sind, so kann man mit einander reden in der Hoffnung, sich wieder einmal auf eine gemeinsam« Linie verständigen fti können. Wollen sie aber Spartakisten sein, Putschisten und Feinde der Demokratie/so gibt es nichts anderes als grundsätzlichen Kampf._ und«r eine Reise angetreten hat, die d«r Reich« so mittellos an- tritt, wi« cs der arm« Schreiber immer war. Vielleicht rauschten die Wälder und Ströme JnhienS vor seinem Lhr«, als et starb, blühten Tempel und Tropennächte vor feinem Auge auf, als er siin eng.s, kleines Leben chinter sich ließ. Oder fand die unerfüllt« Sehnsucht seines Lebens m seinem letzten Traum einen Weg in Länder, die erhabener sind als all« Schätze Indiens? Kommt öie Kunstzigarre! An Tabakersatz hat der deutsch« Raucher durch den Krieg das Mögliche oder schon fast Unmögliche erlebe, wünscht aber sehnsüchtig den Tag herbei, der ihn von dwser Plage erlöst. Er wird sich auch kaum auf die Frage c inlassen mögen, ob die Wissenschaft später ein- mal die Grundlage dafür bieten wird, solch« Kunstzigarren oder Kunstrauchtabake auS inländischem Blätterzeug mit mehr Erfolg herzustellen. Di« Wissenschaft läßt sich aber von sslchen Unter- suchung ev nicht abgalten, und Prof. Lassar-Cohn, der 1* kannte KönigSberyer Chemiker, fällt schon jetzt in der Chemisett technischen Wochenschrift das Urteil, daß solche Erzeugnisse wahrscheinlich kommen werden. Er nimmt eS aber selbstverständlich ernst mit dieser Frage und macht ihre Entscheidung davon abhängig, daß die Ersatz- blätier mit fünsllichem Nikotin in bestimmier Meng« getränkt wer- den, der ihnen den richtigen Tabakgeschmack verleiben würde. Der Gelehne hat sich bemüht, aus dem Stcinkolssenteer, der für den Chemiker schon in unzähligen Fällen zum Zauber- und Schatz- kästlein geworden ist, auch das Nikotin künstlich zu gewinnen, und es ist auch bereits gelungen, aüS deich Pyridin, einetk Bestandteil deS TcerS, nikoitnähnlich« Sioife abzuscheiden. Mit diesem ist ein Versuch zur Herstellung von Zigarren auS getrockneten Kastanien- blättern gemacht worden, die zuvor der Gärung überliefert waren. wie sie mit den Tabakblättern vorgenommen wird. Di« erst« Probe fiel freilich schlechthin schaudmmgend�auS. Trotzdem„hofft" der Erzeuger, mit anderen Blätiersorten, zum Beispiel Kirsch, und Huf- latttchblättern, und vor allen Dingen durch Noch bessere Nikotin- Präparate zu besseren ErfoPea zu gelangen. Notizen. -- Dal Deutsch« Op«rnhau« in ChatfotUnburg hat. wie auf der Generalversammlung der Aktionäre berichtet wurde,. im G-eschäftSsahtz 1917/18 lv«nder am 31. A"gust) zum erstenmal/ einen Reingewinn in der Höhe von S9 717 M. erzielt. E» konnte daher anch zum erftenr.ioJ ikit Kr:egsbcaiiin d!« volle Miete an di« Stadt(274 727 M.) bezahlt werden. Infolge der auf allen Ge- bieten riesig frack-ftnfcen Kosten hat sich inzwischen die Lage erheblich verscksechtert. Die Zulimen allein werden auf 070 606 M. geschätzt. Bei der Sädt ist eine Erhöhung der Eintrittsvreis« b'antragt.--- Gegen Dr. Neumann.Hoftr wurden wieder kebhatie Angriffe g«- richtet. Der Vorsitzende bestritt, daß neben feigem Gehalt von 28 000 M, noch Tri Neumann ein« Zulage tn gleichem Betrag« erhalten habe. lDa die Versammlung lncs« Angelegenheit nicht klarzustellen belieht«, wird die Oefftntlichkeit darauf dringen müssen. daß sie nicht hinter den Kulissen erledigt werde.) \ Nationalversammlung zu Weimar!. einkxung w öraunA'w°ig. .. l Aus Braunsch»eig wird uns geschrieben: Die beiden sozial,- Sitzung,-tirnstag, den? K. Februar lvlN,, stjschen Fraktionen sind nach den EinigungZverhandlungen zu e«em Kompromiß gelangt. Der Präsident McrgcS, der extremste Vcr- vormittags 10 Uhr. äm NeaiedunaStisckt: Echeidemann.. Nokte. Wisiell. Preuß, Landsberg, Nadrrt Tchmidt u. a. Beratung des Ncich«>wehrgesrNeA. Au» der staaeSordnung steht zunächst die Interpellation der Deutschnattonalen PolkSpartei betreffend Uebergriffe«inzel staatlicher Verwaltungen In bezug au� den R e l i p i g» z u n t t r r i ch t. Vit: isterpräsidet-t Jdjfidemrnn rrllärt. dar die Ncgieruna die �nternellition zu bcantwo t-n bereit ist und sich stber den Taa der Verb�ndluna mit dem Prästdenten inS Einvcrnebm?n scben: E so�gt die erste und evenluest»weiie Peratuni des von den> Ab'g. Lobe. Äro.bcr, v. Paher und Dr. Ritter eingebrachten Ge lreter der Kommunisten, ist audgcschisft. Di« Alcgierung. eine sozialistische, wird gebildet aus je vier Miiglicdcrn der beiden RichiliNgen.-j Dir Landoveriammlung bat als Vertretung de» Volles ge. , r h g e b e n d e Macht. Auch die Unabhängigen haben erkannt, s dah da» Aäleshftem wenigstens als Alleinherrschaft, unhaltbar ist. KrartakuS hat hier sein Spiel verloren. Der A.» und T.-Rat w rd a u f g e l ö st. Vis zum 1. April muh ein Ar b e i t e r° rat' gewählt werden. Dieser soll der Landesversammlung nrbengeordnrt sein- und das Einspruchsrecht haben. Eine Vokksabsttmmung soll sehentwurf üb-t die Liidung eine» vorläusi«en Rcichswebr. Ab>?ch"vsl>a l"o-> l: T«r Antrag ist ein Notbehelf, der dem gegenwä.tigen Chaos c.n Cnbe be.e t»n lcll. Durch«uir. fung der W e b r p f l t ch- i i g e n eine militärische Machten schassen, ist zurzeit n i ch t a u S> f u h r b a r; wir sind leibcraU'vaS Nnwerbesystem, aus Freiwillig«,..... ong'wle'en Der Aufruf der Nehrpflichiig.n würde wohl völlig"T/.8?."ÄÜ. sein. Die Start« der vorläufigen!lleick>»wcbr, idann entscheiden. Dieser Dualismus ist ein Enigcgenkommcn gegenüber den Unabhängigen, die sich noch nicht entschliehen können» Wirkltchkcitspolitik zu treiben. Ihv'Drängen. dem Arbeiterrat eint politische Stellung einzuräumen, die nickt Fisch noch Fleisch ist. steht unter dem Druck und der Furcht vor Spartakus. Die Ermordung EiSnerS hatte Spariakus Veranlassung ge- unnütz und zwecklos.......»_______________|..........|____> wir sie der Antrag bezweckt, ist begrenzt; dt« endstid'ttge Reichs. wehr wird in ihrer Stärke von den FriedenSverhandlun- gen und ankeren Faktoren abhänpen. Ebenso bearenzt ist die Zeitdauer dieses Notbehelfes: das Ks''eh soll End« März 1 2»lebet ausser Kraft treten. Eine einheitlich organi« si-r e Trupp« wird die votläuliae Reichswehr nicht icin. Wa�aher * nlcitlich werten foll»nd werden muh, ist. doh diese Reichswehr d e Rrichbvcrfaflnng respektiert. d.aü, si? bereit ist. in Konttitten sich der ReichSregiervng u n t«, zz, o r d n« n und den ReichSgeleyrn Sieltung zu verschaffen. Notwendig ist auch, dass vic Freiwilligen sich einer Kommandogewal! unierzieben. wofür die seinerzeit erlassene Verordnung des Kriegsministeriums eine gute Grundloge bildet. Auch eine Disziplin, und zwar eine starke D i s z I- »l i n muh die ReichSwehs haben, sonst wäre es sckade um j-den Plennig. den wir dafür ausgeben: eS wäre daS lediglich eine Per- geudung des Volksvermögen«.(Lebhafte Zustimmung� cchon beut« ,ehen unzählige Sokvaten ein, dass die gegenwärtigen Zustände In den Kasernen unmöglichsofortdauern dürfen. sWieder» holt? lebhalte Zustimgoung.s. Ich ntöchic bei der Gelegenheit auch ein. Wort an den Teulschcn Dfsizirrbund »schien, der jetzt eine sehr lebhafte Tätigkeit entfaltet. Die Herren sollten doch au» der vergangenen Zeit der Revolution gelernt haben, dass sie auf manche« werden»crzichlea mllsten, wa» ihnen vielleicht als Offizier« bisher sehr angenehm war, wa» aber jetzt nicht mehr sein kann. So, wenn sie die voll» KoM- mandsqewali wieder deelanoen. Eine solche- Kvmmttndogewalr wird nttcht m ehr fein. sScht wühl! bei don. Oozialdemo- tzt'aien.) öS rst nicht gerade sthr �imponierend, wenn der Gund in seinen Zuschickungen s, greisen Wer« auf Vniformfragea, auf Achselstücke usw. legi. In einer<3eit, wo da» dculsche Voll aus tausend Wunden blutet und um seine Existenz kämpft, sollten deutsche Offiziere höhcse Interessen hoben als Uniform- frage» und Achselstücke, lveifall.l Wenn sie auch die alle G r u ss- p f l i ch i wieder veriange», so ist auch das wahrscheinlich unmöglich und auch nicht mal wünsckenswerl. f'öei- fall.) Und nun noch ein Wort über die Rolwendigkcit und Dring- lichkcil dieses Antrags. Zu Beginn jeder Sitzung ist der Präsiden! genötigt, Hilferufe ov» allen Teile« de« Lande» «u verlesen.. Es geht einfach nicht an. den Zustand veiter be- stehen zu lassen, dag polnisch«, tschechische und irgend welch« andere Banden die Grenzen des Reiches bedrohen oder dass tze.ndvelch« Fanatiker sich Bande« sammeln, Mädt- terrorisieren, Werke still- legen und eine Schreckensherrschast aufrichten. Ein Poll, da« sich da» gefallen liesse, hätte jeden Anspruch astf eine Zu- kunft verwirkt. Deshalb hoffe ich. dass sich auch au» der sozialdemokratischen Arbeit erschüft genug Leute finden, die freiwillig einireien. Ich verkenne allerdings nicht, dass eine angeworbene Trnpvc mick gewisse Be denken und Gefahren in sich birgt. Zweifellos birgt eine angswordent .5Xss|?l* besonders bei längerer Dauer die Tendenz in sich, eine « ö�ld n e r t r u pp« zu werden. Aber, da wir die neue Einrichtung nur für kurze Ze- it schaffen wollen, so glaube Ich. wiegt diese Gefahr»nichi allzu schwer, namentlich wenn es gelingen sollte. unser Wirtschaftsleben bald wieder in Gang zu bringen, und des- halb möchte ich das gerade Men denen zu brdenten geben, die beute durch sinnlos« Sireiks und durch Sabotierung des Wirtschaftslebens die Gesahrcn einer solchen Truppe »ormehren hrlfen. lSchr richtig! bei den Sazialdemokraten.j Wir empfehlen ihnen einige Nbänderungsaniräge. Bewährt« Unteroffiziere sollen zu Offizieren befördert werden und den Angehörigen de» FreiwilligenbeerrS dieselben Per« sorg NgSgebührnisse zustehen, die den HeercSangehörigrn im allgmeinen zugestanden haben. ES gilt jetzt schnell und energisch zu handeln. Abg. Groeber sZ.s: Keine staatliche Autorität kann auf die Dauer bestehen, wenn sie nicht die materiell« Macht zur Verfügung bat, um ihr« Beschlüsse durckzusctzen. Tckafsen wir scknell da» Ge« setz, damit wir bekommen, was wir wünschen: Schutz für Ordnung und Schutz ftir unser Vateiland. lBeifall.) Abg. Sieh»(Lemo.):� Wir sprechen unser schärfstes Bedauern aus, dass es der Unabhängigen Sozialdemokratie nur durch den Hinzutritt der Dentschnakionalen Volkspar tei möglich gewesen ist, gestern die Beratung dieses Gesetzes zu Verbindern. lSehr richtig! bei der Mehrheit!) In der jetzigen Zeit»wud e» fckwer sein, die Verantwortung dafür zu iibernebmen, dass diese» Gesetz anch nur am ein« Stunde verzögert wird. Frau Zieh lxi! vor einigen Tagen hier gerufen: Fort mit dem Heimatschutz! Ich möchte ihr vorschlagen, dies« Red« einnial ineincrderGrenz- städte der Provinz Oftpreussen«u hslten, die bei dem ersten Ruflen�infall niedergebrannt sind.(Sehr richtig?) Ah)x Bärecke iDeutschnat. vp.): Wir sind durch die Vorgänge der letzten Wochen nicht überrascht worden, sind sie doch nicht» anderes als weitere Folgen der Revolution. lSehr richtig!) Eigcnt- lick könnten wir Schadenfrcud« empfinden. Tie Revolution hat dick Disziplin untergroben und man sehnt sich zurück nach dem alten Svstem. Das zeigt gerade diese vorlag«. lLachen link».) De« OfsizterSkorp» werden wir stets in Treue und Dankbarkeit gedenken. lBeifall.) Man sollte die Ofnziere wieder in ihre Ehrenrechte eii� setzen. Di« Ucbcrwachung durch Soldat enräte muss aufhören. Gewiss haben manch« Svldatenräle tadellos gearbeitet, aber es waren Ausnahmen.(Sehr richtig! reib!».) Wir werden für das Gesetz stimmen lHört! hört' link».) Wir waren auch neulich bereit, von den LS Milliarden 18 Milliarden zu bewillioen und haben nur geien d.e restlichen 7 Milliarden gestimmt, weil wir von der Re- do'ittionkre-'ierung erst einmal eine Abrechnung haben wollten. lSehr richtigl rechts � Widerspruch links. Abg. Nuschte: Sie haben in dritter Lesung auch die Kriegskredite abgelehnt!— Sehr richli"! links.) Rilnmung von Polen: Die R s u m u n g de« Gebiete« Msch N Brcst-LitowSk und B, a l tz st o k schreitet plonmäss'g fort und wa. am l.i. Fevruar linu suo.ch b.S Biolst durchge,u.,tl. E.n mit det polnischen Regierung abgeschlossener vertrag regelt genau die Räumung und Üblchung unserer Truppen durch kongress kllbgesehen von«in'.acn unbedeutenden tischen polnischen und deutschen Truppen ist b polnische. zwischen bungSloS verlaufen. Di« Zuführung der Äpsammenstössen uSher alles rei- amerikanischen vcr Kanonenschüsse. Es war Probealarm. Von den Tausem den. die erscheinen sollten, blieben aber die übcrgrusse Mehrzahl zu Hause. Nur einige Hunderl solgicn dem Ruf. Und änch die j nur, weil sie wussten, dass nur Probealarm war. Auch die Demonstrationsversammlung.am Sonntagnachmittag dürfte nicht den Erwartungen der Drahtzieher entsprochen haben. S'ait der»vwartetcn Zchntausende waren, gut geschätzt, zweilausend gefolgt.' Die Arbeiterschaft versagt die Gefolgschaft und da« Endergebnis wird die Beseitigung einiger Störenfriede bleiben. Weitere wahiergebniffe. In Berlin wurden insgesamt TsskiOflfi Stimmen gezählt. Ztzch>W»>'''WWW wen. die Unabhängigen: Llsic Dr. Wenl 280 078 Stimmen, die entftclen auf die MehrlieitSsozialisten: Liste Acimann 240 000 S'tiM Deutschbemvkraten: Lifte Naumann 110 653 Stimmen, die Deutsch» nat�palen: Liste Wege 82 211 Stimmen, die Ehristliche volkspariei: Liste Slcdcl 44 331 Siimmen. die Drutichc BollSpartei! Liste Strciler 38 820 Stimmen, die Wirtschaftliche vereiniaung: List« Dr. W. Sck-wähn 000 S.iminen. ES sind somit 40 Mrl'rheiiS'ozin- listen, 48 Unabhängig«, L0 Deutschdemokrnten, iL Deutschnationole. 6 Ehrisitiche voitSparteiler(Zentrum), Ii Deutsch« Voltsvarteiler und keiner der Liste Dr. Ethwahtt gewählt. vuckholz.«. P. D. 1183, U. S. P. D. 108, Dr Soldaten, die auck Handgranaten und Gasbomben»N>t sich liibrien, von den Klub- miiiüiedern die Herausgabe'ämilicher.Gelder und nahmen auf diele Wei'e den Spielern etwa 50 000 bis 60 000 M ab. Eine» Gräfin Hohenau wurden Schmuck achen im Werte von 50 000 M.. darunter ein Perlenkollier, abgenommen. Die Räuber enttameir im Auto« mobil, nachvem es zwischen ihnen»nd den herbeigerufenen Mann- ichaften der Charloitendurgtr SicherbeilSwehr zu einem Feuergesecht gekommen war, bei dem zwei Personen verwunde: wurden. Der Tbailottenbiirger Kriin'nalpoNzei Ist eZ jetzt gekungen, der Räiiber habhail zu werde». Der Verdacht der Täterschaft richtete sich nach vcn iirn ruen PerionalveschreibuNgen ver Uebcrfallencn. aus tinige AngeliSrige der VoltSmartnediviflon, die auch im Verdacht standen, de» Uebersoll oiii den«lud in der Barbarosiastrasse verübt zu haben, Nach Rück mache mit dem Kommandanten der Stadt Berlin, üiawUttd». letz e sich di� Kriminalpolizei mit dem Führer der Volk?» arine ivision, Junge, in Veibindung, der ohne weiteres die Verbaslung der Verdächtigen vocnchmen liefe. E« wurden die Btatioen Kreb», Winter, Tickierstv. Wenz und Z ck II> z verhaftet und.Iiis dem Berliner Poiize'ptästdrum einem ein- icbend-n Verbö: unlerworien. Die Matrosen leugneten, wurden aber durck die Milaliedcr des SpielllubS, die ihnen gegenüber» gestellt ivnrden, ertannt. Dlirck weiiere Rackforichnngen wurde festgestellt, dofe die genannte» Man ölen, bei denen noch erheblich« Baibessöiidc gesunksn wurden, sich in der Truntenhei» mit der Tat gehrüstei habe». Der Schmuck der Gräfin H. ist noch nicht wieder gesunden worden....... Der„NZersterschaftsborer" ak? Rriuberhaliptma«. Der Führer der Spielklub-Räuberbande, d>« gestern von der Eharlottenburger Kriminalpolizei cnilarv! werten konnte, wurde heute vormittng ebenfalls ermittelt und hinter Schloh und Riegel gebracki. Es ist ein Kellner Sckor aus der Stübbenstrassi 1 zu Sckiöneberg, der als MeistcrschastSboxcr austrat. Schor besuchte in dieser Maske Spielklubs und kundschaftete so Gelegenbeiiei, zu Räudereien und Plünderungen nuS. Er warb dann dir fünf Ma- trafen van der VolkSmakknedivision Krebs, Winter, Weng, Schulz uno TschierSky an Und ftihrie mit ihnen sein« Pläne an». Neue Lchichcreien in Berlin. In der vergangenen Nacht sind in Berlin an jnehmen Stellen, besonders aber in der Näh: der Reichsbank, in der Wi'.hclmstrasse und im ZeitungKvirrtel vor dem PirlagShause Ullstein Schiessereirn vorgelotnmen, die auf spariokistiscke Umtrirb« zurückzuführen waren. In dem VerlagÄhauS sind mehrere Gewelirkilg�ln»iitgesallen und Telephonleitungen von den Z-porwkist-n zevschnititn worden. Zu dem Persuch elneL regelrecht.'» Ueberfalles ist eo jedoch erst gar nicht gekommen, da die aus MUgliehcrn der republikanischen Äkmtzwehr bestehende Besatzung de» Hans ei sofort energisch eingriff. »--- Tie Höhe der EttverbSlosettunterfrsistnnft. ' Nack einer Ausstellung de» TcinobUmachungKifntteS beträgt die ErwerbZliis«nunt«rsrutzun.g'für Veraeiraieie oh»« Kinder in Stuttgart 9 M., Brem et Friedrichs t/afen, GetsenftrcheN, München, ftönictSfcerd, FrankfM a. M. H M. Von i» an sinkeii die Sähe bei Hannover aus 7 M., Erfurt 0,50 M., Halle S,A> M., Etetti» g.av M.. Leipzig und Goibu ö in. und weitet bic auf»Jü3»{, Diejenigen Orte, die m«hr als Ifii) M. zahlen, müssen tlitf Grund der Verordnung de« tdcmooilmmbUNBnmtcS bis spätestens 1. April eine Herabsetzung de? UnteriftützunaSsiitz« vornehmen. In Gros Berlin wurde«»chv M. gezabtt. Di,»er e-mässigi sich dut» die am 1. März in Kraft!rrt«nb« voKl Dciiuchttmachungssmt vor oelchriebanen Svchftsätz« aus 7,50 M. Dieser Benag wirv in Zukunft be! Perheilareirn obne Kinder für jedes Kind kann 1 M. Zulag« gezahlt werden), in ganz Deutschland die Höckstgrenpe der Untexsiühung bilden. Kein TvitikZeid n>tl>r! Wik rverilen um Aufnahme nschstchendeu Aufrufetz neiilm».' w. Unsere auf Beseitigung' iti würdelosen TrinkgeldsystemS ge richteten Bestrebungen sind lange Zeit vergeblich geblieben-.— Erst 4 jetzt ist e« gelungen/ die alte Unsitte grutchiädlich abzuschaffen. Durch die infolge der LohnbcvcgunS im GasiwirtSgewerbe ge- troffen«, Abmachungen zwischen den Organisationen ist daS Tri-ntgild beseitigi.. Wir fordern da» in L>vte<-, Rcstituraitt., Kzffte- und Kondi- »«reibetrieben verkehrend« Publikum n«f. tri» Drinkgelv«ehr»n- zubieten. Man bringe d l« Angestellte n uichtinBer- suchung, denn jede Zuwiderbandlung birgt den Keim für neue Differellzen in stck. die sich leicht zu grossen Kämpfen auswachsc» können. A i r t s i.'» i t t i ch e« r s ch ti t t e« il> g« N haben wir gen:i gl Die Unternehmer aller Branchen>m Gaslwirir.geivecbt haben die P re i s< so gestellt, dass sie angemessene Löhne den Angestellten vollauf gewähren lötinen. Deshalb nochmals kein Trinkgeld mehr!' Gesellschaft für Soziale Reform.*7 i'iogruppe Berlin Prof. Dr. E. Franke, Vorsitzender. Dr. 8. Hevde. GefchältSsühret. Zu Wegendiensteu gern bereit. Ein Landivirt in Buchhohz d-.i Berlin suckw durch Inserat im .Lotalanzeigii:' eine H v p o t h e k zur ersten Stell«. Aus Berlin «rhielt er von einem Möbelfabrikanten und JnnuitgSmetfder sol- aendes Angebot:..Als SoldfigeÄrr würvk«venpuell bereit fein, 50 ttüv M, zu 6 Proz. zur ersten Sielle zu geben, wenn mir für die Zinsen monatlich NabrunoLmittei, wie Butter. Eier usw.. zum höckftprei.s« prompt ge- liefert-wenben. Nur in diesem Fall-ditre um imher« schriftliche ausführlich« Angab«». Mündiichc'oorlätifig zweckloe." Sind nick» für ein« Hypothek zur eosien Stelle v Pl-oz. ein bis'chrn reichlich f Die Zinse» von 50 000 M. roürdtn da iOQü K. im Jähr b«! ragen. Für monatlich Lbv M. möchte der Geldgeber sich Butler. Eier usw. liefern lassen. Werden sie ihm wirftich zuat Hixkatpreis vmckauft. i» kriech er für 250 M. schon eine sehr ansehnliche Mengt davon. Mit seiner Familie, und Ware sie noch so gross» kemn er doch soviel Butter und Eier unmöglich vertilgen. Da« würde ja auch gegen die Ratio- nicruntz verstonrn,?ie doch von diesen Genüssen immer nur ein Kost- Häppchen pro.Kops zubilligt. Will der u Itter nehme idruckerei unv «Tiaaoanltaa P-u! Stria« u. I«. in Berti», tztnbenftiak« t. Batterie ScMiit Freiwilligen-Batterie des Fußartiilerie- Bataiilons 28, Landsberg a. W, stellt gedient« Leute aller Waffengattungen und aller Dienstgrade ein. 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