|U?*106. 36. Jahrg. Bezugspreis: Lierteljührl.�7S MI. monall.22S Ml. srciins Haus, voraus zahlbar. Einzelne Rummern 10<-iennlq. Poilbezuff. Monallich L.2ö Mi. exll. Zuslellung-- gebühr, llnier Kreuzband für Demscv- laitd u. Oesterreich-Ungarn 5,50 MI. für das übrige Ausland USO SU. bei täglich eunnaliger Zustellung 7.ö0 M. Postbestellungen nehmen an Däne- niarl, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Eingetragen in die Post.-zellungS- Preisliste. Der.Vorwärts' ericheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen-Aitsgaw. Telegramni-Adreste: »Sozialdemokrat Berlin", Derlinev VulKsblsitt. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: Tie achtgrspmiene RonvareAezeile lostel«0 Pfg..Kleine Anzeigen", das iettgedrnSte i!Sori tl) Pig, izulässig 1 fettgedruckte füoac)," zedeS weitere iäoa-JO Pfg, Eiellengejuche und Schlafstellenanzeigen das erste Morl 30 Pfg., ied«» weitere Lon 15 Pfg. Körte über 15 Buchstäben zählen für zwei Worte. TouerungszUfchlag 70°/. 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Tie Lage war damals, nach dein Hinzutritt Nuptäiliens eine NN- g'c m d i n ernst e, ES gelang durch En-tschloffenheit dank der feitch* tigkcit unserer Truppen, die Krise zu üderwindeg, ES war aper von vornherein klar, daß eine weitere- Fortführung des Krieges mit. Aus- ficht ,aüs siegreiche Beecndigung nur danu möglich war, lyenu das deutsche Volk alles dergab, was es an geistiger, pcrsvnellcr und materieller Kraft hatte. In diesem Sinn« trat ick an-die Reitlis» Legierung heran. Tos Evgcbnis dieser meiner Bcinühungcn erfüllte nichl die Bedürfnisse der Kriegführung, Ach nwrde in späterer Zeit auf die hiermit im Zusammenhang stehenden Fragen zlirücktommen. Je länger der Krieg dauerte, desto größeren Wert legte ich auf die Ttimmung im Volke. Litt die Stimmung in der Heimat Schaden, so mußte auch die Slimung im Heere nachlassen. Bei der Auffassung des Ernstes unserer Lage und bei der ungeheuren Verantwortung, die aus meinen Schultern lag, habe ich den Frieden gewünscht, aber nicht jeden Frisden. Mir ist kein Fall bekannt, weder>in Juni 1!)l7 noch im März 1918 oder sonst irgendwann, wo ein Friedensschluß, auch nur der eines Berständigungsfriedcns auf dem Stainsguö, möglich gewesen wäre. Auch die Reichsleitung hat mir nie von irgendeiner Fricdensmöglichkeit gesprochen. Alles scheiterte an dem Aernichtungswillen des Gegners. Mit diesem Ver- nichtungswillen des Feindes mußic die Regierung rechnen. Er mar für mich maßgebend bei allen meinen Entschließungen. An diesem von mir stets erkannten Vernichtungswillen des Feindes wird nach Spaa und Trier wohl keiner mehr zweifeln, Meinen Widerstand gegen diesen Vcrnichtnngsnnllen gab ich erst auf, als ich sah, daß. die Kricgsfälstgkeit des deutschen Volkes einen entschiede ilcn Niedergang erlitten hatte. Tie Ereignissc am 8. August hatten Erscheinungen zutage treten lassen, die das Sinken des inne- ren Wertes bei einigen Truppenteilen erhellten. Eine Besserung war bei den Zuständen und dem gebrochenen Kriegswillen in der Heimat, der den vorhandenen und körperlich tüchtigen Ersatz für die Front wertlos machte, nicht zu erwarten.-Vielmehr war mit einem weiteren Niedergang mit Sicherheit zu rechnen. Bisher hatte ich meine Entschließungen auf einer festen Grundlage nnfgebaut; jetzt wurde der vordem unerschütterliche Boden schwankend, Darum trat ich Mitte August an die Regierung mit der Erklärung heran, daß wir den Feind durch kriegerische Ereignisse nicht mehr friedcnswillig machen könne». Taraufhin herrschte Einigkeit darüber, daß der Krieg jetzt auf schnellstem Wege zu beenden sei. Mit der gleichen Kraft, wie ich bis dabin den Vernichtungswillcn des Feindes brechen wollte, setzte ich mich zur Erlangung des Friedens ein. Nach dem Zusammenbruch Bulgariens � war keine Zeit gnehr zu verlieren. Ich forderte des halb die Regierung des Grafen Hertling am 2 9. S e p- temüerauf, ein Frieden s-undWaffenst illstands- a n ge b o t zu machen Tie Anschauung, ich hätte in 21 Stunden einen Waffeustillstand gefordert, weil sonst die Front zusammen- b'äche, ist irrig. Ebenso ist die Angabe, ich hätte nach acht Tagen erklärt, mich in der Einschätzung der Widcrstandskrasi der Armee geirrt zu haben, unrichtig. Ich hätte sonst nie dem Umweg über Washington zugestimmt. Ich bezweckte ledsglich, daß mit den Ver- Handlungen überhaupt begonnen würde. Als es dann klar wurde, daß der Feind uns Bedingungen auferlegte, die uns ihm auf Gnade und Ungnade ausliefern sollte, erhoffte ich aller- dings, daß die Volksstimmung unter dem Druck dieser unglaublichen Zumutungen nun doch noch einen A u f s ch w u n g nehmen würde, der die Widerstandskraft des Heeres stärken und den Feind zu einer Milderung- seiner Bedingungen zwingen würde. Tiefe Auffassung wurde auch von amtlichen Stellen geteilt. Fü: diesen Gedanken bin ich dann mit meiner ganzen Person eingetreten. Ich bin mir Hewitßt, daß ich hier nur ein schwaches Bruchstück gegeben habe; die Geschehnisse sind so groß und gewaltig, daß sie jiux im.vollspaudistgn Zusammenhang richtig erfaßt werden können. Ludendorff sprach dann über den Kaiser und den Kconprinzen, von denen er versicherte, sie lstitten stets den Frieden gewollt �xnd in Eintracht miteinander gelebt; zum Schluß erklärte er: Ich stehe für meine Handlungsweise mit meiner ganzen Per- son ein und habe nur den Wunsch, den ich glich der Reichsrcgierung übermitteln werde, einem Gerichtshof gegenübergestellt zu werden, der über meine Taten im Zusammenhange und aktenmäßig urteilen tann. Auf tzie Frage, welche Bersönluftkeiten General Luden» dorff als Nichter über sich anerkennen würde, erwiderte der General:»Jeden Menschen ohne Voreingenoimnenheit und mit gesundem Verstände." Am 8. August v. I. drangen die Engländer in die Stel- lnngen zwischenDlnkre und Avre ein, und die Lage im Westen begann eine nicht mehr zu verbergende ungünstige Wendung zu nch mei:.. D dchTiMe�iuMt�der Gegner an Material/insbesondere an Tanks, zurückzuführen, wie auf die Erkenntnis der Soldaten, daß man sie niit der Behanptilizg, die Amerikaner würden nicht herüberkommen können, getäuscht hatte. Ludendorss deckt im übrigen selbst die Quelle seiner.Schuld auf, indem er den S t i ni m n n g s s a k t o r als den entschei- denden des Krieges hervorhebt. Statt dem deutschen Volke einzuschärfen, daß" es um nichts anderes als um sein nacktes Leben kämpfe, hat-er ihm das trügerische, weiten Volkskreisen unwillkommene Tmumbild eines Eroberungssieges vorgespiegelt: Dadurch hat er die Stimmung im Lande zerrissen, bei einem Teil des Volkes geradezu wahnwitzig falsche Vor- stellungen der gegebenen Kraftverhältnisse hervorgerufen, den anderen in die Opposition gegen seine Kriegspolitik getrieben. Künftige Geschichtsschreiber werden es nicht fassen können, daß Teutschland im Krieg gegen die ganze Welt seine Nolle nnders guffaßte als die'der Griechen von den Persern oder die der Schweiz von Oesterreich, Wenn Lndendorff sagt, er habe es mit dem deutschen Volke gut gemeint, so kann Las Wilhelm oder Spartakus schließlich auch von sich behaupten. Aber daß es schlecht ausgegangen ist. ist nicht z» bestreiten, und dem deutschen Volk Vorwürfe zu macheu, das zu seiner Verteidigung alles hergegeben hat, hätte Lndendorff zuletzt das Neckt._ Neue Mahnung zur Beschleunigung üer Zrieöensverhanölungen. Rotterdam, 26. Februar. Ter Rat der Zehn hat gestern, wie bei*„Nieuwe Notterdamsche Eourant" aus London meldet, an sämtliche Kommissionen der Friedenskonferenz die Aufforderung gerichtet, sich mit ihren Berichten zu beeilen, um sie. gegen Ende der Woche fertig zu haben. Genf, 29. Fertmar.(T.K) Aus Paris wird gemeldet, daß Lloyd George bereits am Freitag wieder in der französischen Haaptspa-dt. erwartet wird und vom Sonnabend an wieder an djn Arbeiten der Friedenskonferenz teilnimmt. In den Kommissionen ist in den letzten Tagen mit Hochdruck gearbeitet worden..In einer ganzen 9kihc von Fragen wurdHcine Einigung erzielt, verschiedene strittige Punkte wurden Unterkommisfionen zur Bearkeitung über- wiesen. In diplomatischen Kreisen wird damit gerechnet, daß in fünf bis sechs Woche» die deutschen Delegierten nach Paris koinnien tönnen, um das Foiedenswerk zum Abschluß zu bringen. die pariser Mächtekonferenz. Frankreich für Zlufhelmng der Algccirasaktc. Paris, den 29. Februar. In der Sitzung der Mächtekonferenz wurde die Frage des Rücktransports der polnische» Divisiopen von Frankreich und Italien unter Mitwirkung Fochs studiert, und es wurden von der Konferenz an die interalliierte Mission in Warschau Weisungen gegeben. Die marokkanische Frage, die durch den Algecirasvertrag fest- gelegt ist. wurde vor die Konferenz gebracht. Peretti, der Sub- direltor für Afrika. enlw!ckelle die Forderungen Frankreichs, die eine Aushebung der AlgeciraSakte bezwecken und Deutschland die nörige» Bürgschasten auferlegen, damit es nicht die feindselige Marokkoaktion wieder aufnehme, die eS seit zehn Jahren Frankreich gegenüber verfolgt habe. /lntibolschewistjsche Maßregeln in Paris. Bouchardon Aktionschcf. Amsterdam, 26. Februar.(Eig. Drahtbericht des„Vor- wärts".) In Paris sind bolschewistische Strömungen von bc« deutender Stärke zu bemerken. Unter den Arbeitern wird lebhast ein KoinmüniZmus nach russischem Vorbilde gepredigt. Die srquzösische Regierung hat jetzt eine durchgreifende Gegen- aktion angeordnet..Eine große Anzahl von Haussuchungen und Verhaftungen ist bereits erfolgt. Für die Leitung des Unternehmens ist der aus den antipazifistischen Prozessen und aus den Hochverratsprozessen gegen Polo Pascha, Eaillaüx und gegen den..Bonmst ronge'" bekannte Militärstaa tscmwalt E a p i t ä n B o u ch a r.d o n ausersehcn» Nyubilüung üer braunschweigischen Regierung. Tw Acmtcr der brounschweigischen Regierung sind, wie die ..BrannschiveigischS Landesztg." meldet, wie folgt besetzt: Aorsttz, Inneres' niid' Finanzen Oerter<11. P. S.), LaiidMAfchäfr' Und Kammer Jasper lMehrheitssozialist). Arbeil E ck b a r d tv i r.t s ch a f t l i ch e n Folg er n n g e n, die sich daraus ergeben, kann mir in Aangststeriger mühevoller Arbeit erfolgen.- Was sieb am leichtesten erzielen läßt, ist die Gemeinsam- keit der äusivärkigett Politik, des Heeres und der verfassnngs- rechtlichen Forme». DentschSsterreich hat aber nach'eine eigene. Währung, eigene"'P o st, EiZ cTflnflrrrnT, Zv> 1- p o l i t i k. A r bei t.er s chn tz g e s.etz.g eb un.g„ S az i al- ver sichern n'g usiv./ nkcht zu vergdsfen glich ein eigenes s t e u c r s y st c m und ckgenefK r i e'g s ich nkchen~ lauter Tinge, die es bisherinit den anderen VöIkerwAlt-OestdrreichS gemeinsam hatte. Die�AnSlösung äns diesem— potitisch schon längst zerrissenen— wirtschaftllchech�Verhande. und die Einordnung in einen neuen Verband erfordert cinFlimneng? von Vorbereitungen, Vuhandlungen, Bereckmimgen'und ilebcr- gallgsbeslimniungein'-" Es rann aich keinen Fall die Anfgabe der gegeiNväiiiaen Veihaiidlungen fem,' alle �iefe. schwierigen hllSoblehtoi' mit eineinmal ins reinirz-u bringen. Ilm ivas. es'iich jetzt- bchidelt, ist die beiderstilige staatsrechtliche Willen svr k! ä r.u n g che?' Iii- siimmenschlusses. und ivoYm Wille ist. da isT nach dem Spllck- wort auch ein Weg. ES wird tzch-ch'arüüi.haMlln,' clhc.Fdkül dafür zu finden, daßchch Oechrreutier, wo sie späler mittaten sollezr. grich schon M rkr si f e.n.Knneii. Wir sindchabeß niis eine neue Reichsverfastiing' zu geben, die h'päter"auch für --Oesterreich-bnldcuyZei« soll,, nnd'«-s Ist diiügenllzn ionnschen, daß die OesterrLicherll�segenlwit.beköi-lmen, vor deß endgül- tigen Entscheidung, ihr Wort mitzusprechen. .Tie kommende Friedenskonferenz wird aber, wenn anders W ÄJSaÄ �Moklainiertell F o rdarnugen stw Geucht MagSii und sich in der Geschichte gut Denkmal der Schande ausrichten will, dem Grundsatz zustimmen müssen, daß. Deutsck�n. che nach Deiitschland ivolstm, der/ Weg dahch nicht versperrt werden dürfe. Deutschland bildet, so wie es heute ist, keinen Anziehungspunkt für Leute, die auf der Suche nach materiellen Werten sind, auf unserem Herde.. brerurt das..Feuer. mir schwach, und es dreht sich kein Braten an dem Spieß. Wer trotzdem an unsere Türe klopft, den kann rmr ein hoher Geist und ein echtes Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu uns treiben und der Wille, sich mit uns gemeinsam aus tiefer Not durch friedliche Arbeit zu höherer Kultur emporzuarbeiten. Wenn wir ihm öffnen, wer will und kann uns daran h'ndern? Und so wird sich, aus Trümmern der Niederlage heraus, der alte Traum der großdeutschen Republik verwirklichen. Und die ihn verwirklichen, das sind hüben und drüben in erster Linie Sozialdemokraten. Die Sozialdemokratie schafft die großdeutsche Republik, nicht um sie in Gegensatz, zur übrigen Welt zu bringen, sondern um ihre bölkerverbin- Lende Kraft an höheren Aufgaben zu'erproben, dem.dcutschen Bölf uttd a l l e n Völkern zuliebe I Dnkunst unserer Oftafrikaner in �ollanü. Ainstcrdlim, 26. Februar. Wegen Nebels kam der Dampfer mit General v. L et t o w« V o r b e ck an Bord mn Verlpäuing in Rotterdam an. Der Empfang des Generals, des Gouverneurs von Ostafrika Dr. Sckmee. und der anderen mit dem'Schrff ankommen- den Detilickien durch den deutschen Gesandten tonnte deshalb erst um 3 Uhr nachmittags stattfinden. Gesandter Dr. Rosen begrüßte die Verteidiger Deutich-Ost» afrikaS mit einer Rede, in der er ihre Verdienste und Pflichttreue auf dem fernsten Außenposten rühmte. Kein Angriff auf Sachsen. Tschechisches Tementi. Prag, 24. Februar. Das tschechische Korrewondenzbureau meldet aus dem Präsidium des Mitlifieriums der Tschechp- Slowakischen Republik: In reichSSeutschen Tageblättern sow'e in anderen deutschen Zeilmlgen werden in letzter Zeit Alarmnachrichten über einen vor- bereiteten Einfall des tschecho-slowäkischeN Heeres in Glatz und Sachsen veröffentlicht. Das Ministerium für Landesverteidigung erklärt, daß�glle dreie Nachrichten jeglicher Grundlage entbehren. Die nolwendigen Verfügungen ,ur völliaen Abschiießung unserer Gienzen sind«ine bloß desenfive von wirtschaitlichen Rücksichten diktierte Notwendigtett. An irgend ein Ueberschreiten der Grenze durch das tschecho-ilowalische Heer wird nicht gedacht._ ver engliftbe Streik. Ausschub bis zum AÄ. März? Londoit. 26. Februar. Die Milgtieder des VollzugSanSschnsseS der Bergarbeiter erklärten gestern abend, daß die Konferenz d e r B e r g ar b e i t e r heute beschließe» iverfe. das Datum für den Beginn deS Streiks vom 15. auf den 22. März zu verichiebeii, unter der Bedingung, daß den, Bergarbeiterverbande geiiaitel werde, seine Vertreter stir die königliche Kommission zn wäbieu. Wie verlautet, hat der Premierminister in seiner Antwort die Be- reitwilligkeit auSgesvrochen, den Bergarbeitern die Wahl von vier der acht Vertreter der Bergarbeiter in der K o m m i s s i o n zuzugestehen. Die hentige Konferenz wird da- ruber zu entscheiden Haben, ob dieser Kompromiß angenommen werden kann. Laut„H. N." wurde die von Lloyd George eingebrachte Bergarbeitervorlage vom engtischen Unterhaus in dritte r Lesung angenommen. Die geplante neile Sitzung des Ar- belterdretbundes wurde aus den 15. März anberaumt. Japanische Sieölungspolitik. Amsterdam, 26. Februar. Nach cwAn hissigen Blatt meldet die Times aus Tokio, daß der japawsche PremierMiimister demnächst ctitc Ges-etzesvorlnHe einböingon werbe, durch die es Ausländern ermöglicht werten soll, in Japan Land zu besitzen. Der Zweck dieser Maßregel ist, dem japanisÄM Wunsche nach Auchedung der Rassenschranken Nachdruck zu geipm. Der EiweißhunKer in Deutschland. Z a h l e n, d i e b e w e i s e n. .Der Vorsteher des Physiologischen Instituts Hamburg-Eppendorf, Prof. Otto Kiestner.«oendet sich in einem Briefe an den Leiter des Ecnährungs Laborawriums der Carnegie-StiftUng in Boston, Francis G. Benedict, gegen die im Auslande und besonders in .Amerika verbreitete Meinung, die Ernährung der deulschen Bevölkerung sei zwar schlecht, aber lange noch nicht so schlecht,' wie die deut- scheu Zeitungen sie därstielllen. Profi Mstnvr tM unter Erininerung an die frührve Freundschaft und engste. Kollegen schast dem amedikä- nischcn Physiologen die Zahlen mit, die er bei der Untersuchung von beliebig herausgegriffenen Patienten des Allgemeinen Krankenhauses Eppendorf in Hamburg erhalkgn hat. Sein Brief fügt hinzu:„Das . Krankeuhaus war von jeher für seine guie Ernährung bekannt, und es ist auch lvä'hrend der Kriegszeit alles tmr Mögliche getan worden, um die Ernährung' der Patienten hochzuhalten." Dann sagt der Brief:'". ..'Natürlich habe ich. nur Patienten unlevsucht, deren Erkrankung den Stoftwechsckl nicht beeinflüssin'kann, also Patienten mit leichten chirurgischen oder nervösen Beschwerden. Ich habe bei allen Patienten Harn und Stuhl, bei einem' Teil auch die gesamte Nahrung in bezug auf den Stickstöffgehalt Untersucht, einschließlich der kleinen Nahrungsmengen, die den Patienten von ihren Angehörigen gebracht wurden. Es ergäb sich/daß die Nahrung im Durchschnitt nur 9.4 Gramm Stickstoff enthielt, entsprechend etwa BS Gramm Eiweiß. Hiervon sind aber nur LP Gramm, entsprechend 44 Gramm Eiweiß, für den Körper verdaulich und verwertbar. Ter Nest verläßt den Körper mit dein Stuhl, entsprechend dem hohen Anteil der schlecht ausnutzbaren Gemüse an der Nahrung. Der Nährwert der' Nahrung macht rund 1409 KalorM aus, um nur bei listigen Patienten, die von ihren Angehörigen etwas reichlicher versorgt werden konnten, auf 1699 bis 1799 Kalorien zu steigen. Verlaugt werden ja von der Physiologie 99 Gramm Eiweiß und mindestens 2909 Kalorien. Das Auffallendste ist aber, daß von den 6,8 Gramm verwenp- baren Stickstoffs, den die Patienten im Durchschnitt erhielten, sie nur 5,1 Gramm mit dem Harn ausschieden, 1,7 Gramm, also ein volles Viertel, im Körper zurückhielten. Gab ich den Patienten an die! aufeinander folgenden Tagen eine Houderzulage von 499 bis 129 Gramm Fleisch, so wuvde die Stickstoffausscheidung dadurch nicht oder nur ganz unbedeutend vermehrt� der Stickstoff des Fleisches vielmehr restlos zurückgehalten. Der Siweißhunger der Menschen ist so groß, daß sogar von den geringen Mengen, die sie jetzt erhalten� ein beträchtlicher Teil zum Wiederersatz von verlorenem Korperellveiß dient. Ein derartiges Verhalten ist in der Physiologie nur bekannt bei Rekonvaleszenten nach schweren, zehrenden Krankheiten oder bei Hungerkünstlern, wie in Ihren bekannten Versuchen. �' Wie schlecht muß die Ernährüng der Patenten gewesen sein, ehe sie ins Krankenhaus kamen, wenn sie von der geringen Menge Vom besetzten Deutschöfterreich. Wien, 26. Februar. �Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Der Staatsrat hat heute über die Wahlen in den besetzten Gebieten beraten und einen Antrag der Deutschnationalen angenommen, daß für die besetzten Gebiete die Abgeordneten ernannt werden sollen. Allerdings ist dazu ein Zusatzantrag v. Langenhan angenommen, die Parteien aufzufordern, bis ipälestens Montag tbre Kandidatenlisten bekanntzugeben und falls bis Moniag die Wahl- Vorschläge aller in Betracht kommenden Wahlbezirke nicht vor» liegen, die Ernennungen der Nationalversammlung z» überlassen. Die Sozialdemokraten Deuisibböhmens bekämpfen die Er» neunung von Abgeordneten aus das entschiedenste. xwilftms Ankunft io Amerika. Washington, 25. Februar.(Reuter.) Wilson ist mv Morgen a n g e k o m m e n. Das Kabinett tritt am Nach- mittag zusammen. v Haag, 26. Februar. Hollandsch Nieuwsbüro meldet aus Washington: Auf LenPräsidentenWilson wurde von einem Anarchisten namens Nargosky ein Anschlag verübt. Nargosky' würde bei dem Versuch, in die Wohn- räume des Präsidenten im Palacehotel in Boston einzudrin- gen, auf der Treppe überrascht und nach heftigem Kampf überwältigt. Er trug einen Revrllver bei sich und erklärte, daß er versuchen wollte, den Präsidenten zu sprechen. proteft üer Kommijfton für �rbeitergesetz- gebung. liegen die Einstellung öffentlicher Arbeiten. Haag, 26. Februar. Aus Paris wird dem H. N. gemeldet: GompcrS erklärte in einem Interview, daß d i e K o m m i s s i o n für die Arbeitergesetzgebun>g einen Protest nach Washington gesandt hat wegen der von den Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht befolgten Politik. Gompers tadelt insbesondere den Beschluß'der amerikanischen Regierling. vor 1929 keinerlei öffentliche Arbeite nxvornehmen zu lassen. Die englische prefte Zu öen Münchener Vorgängen. Amsterdam, 26. Februar. In einem„Die Moral von München" betitelten Artikel schreibt der liberale„Manchester Guardian": Die wirkliche Gefabr für die Alliierten ist heute weder in iegeiid einem deutschen Kabinett noch überhaupt in irgend einem Kabinett zu sucbcn. sondern in den riesigen Kräften sozialen Elends und sozialer Unzufriedenheit, die in Rußland zur Erplosion gekommen sind und nicht auf Nußland beschränkt bleiben. Es kann keine gefährlichcre Politik geben, als diese Kräfte durch absichtliche Vcrmchrunz des Elends zu stärken. U.nd doch haben die Alliierten in Deutschland seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes ge- rade diesen Fehler begangen. Die radikale„Daily News" schreiben: Die Vorgänge in München find eine eruste Warnung stir die Elemente unter den Alliierten, die geneigt sind, die staatserhaltenden und die anarchisti- schcn Kräfte in Deutschland glcicherweife zu boykottieren und zu bekämpfen. Die ultrakonfe.wative„Mw um tmg p o st" schreibt: Deutschland wird natürlich mit Hilfe seiner Freunde versuchen, aus dem Mor- den Vorteile herauszuschlagen. Es wird mehr Lebensmittel und eine Aenderung der Friedensbcdingungen mit der Begründung haben wollen, daß seine Leute sich sonst gegenseitig totschlagen. Ein Anzeichen dafür, daß man in Deutschland zu vo.'stehen beginne, daß Deutschland selbst für den Krieg und seine schrecklichen Folgen der- antwortlich ist, ist nicht vorbanden. Selbst Eisner hat sich offen damit gebrüstet, daß er sich nur zu dem Zwecke, die britischen sozialistischen Delegierten in Bern irre zn füh- r e. n, übe: die.Schuld Deutschlands verbreitete. der heutigen Nahrung noch reichlich Stickstoff zurückhielten! Da ich an beliebig herausgegriffenen Patienten die Untersuchungen gemacht habe und bei allen bis ans einen dasselbe Ergebnis sand, glaube ich die Resultate auf die großstädtische Bevölkerung verallgemeinern zu dürfen. Sie und jeder- Fachmann können aus diesen Zahlen ohne weiteres.entnehmen, wie hochgradig die Unterernährung der groß- städtischen Bevölkerung Deutschlands seid sehr langer Zeit sein muß." Mehuls»Joseph in stegppten'. Neuein st udierung im O p e r nh au s. Die einzige Oper Mehul's, die in hundert und mehr Jahren dem Wandel des Zeitgeschmacks immer wieder trotzte, erfuhr im Opernhaus eine lebendige und farbenfrohe Auffrischung. Sie er- brachte den Beweis, daß auch ohne radikale Entstaubung dieses weiche, in Gefühl, Poesie und Menschenadel getauchte Werk Wert und Wirkung besitzt. Der dramatische Gehalt her Legende ist nicht groß, die Konflikte werden nicht zwingend geballt; bei der frühzeitig einsehenden Erkenntnis der märchenhaften Wirklichkeit, biegt selbst scharf ankommende Gegensätzlichkeit des Dialogs ins Sentimentale ab. Zu schnell das Erscheinen der Söhne Jakobs, zu plötzlich und sicher das Erkennen, zu weit der Weg bis zur Verbrüderung.— Jmmerhill packt die Zengersche Bearbeitung die Handlung resolut an und zwingt ihr im Rezitativ eine durch Hemmnisse dreier Akte kaum noch beschwerte aussteigende Linie auf. Die innere Erpriffen- heit des Dichters teilt sich uns mit und macht uns zu Zeugen grenzew'aser Liebe, gebeugten Leids und menschlicken Äerzeihens. Mehul's Musik breitet über' diese gehäuften Seeleirregungen ein reiches Maß wohliger, edel geformter Weisen; ihre Erfindung ist ganz aufs Lyrische eingestellt; nur im letzten Akt und im Schuld- bekenntuis des Simeon blitzen dramatische Lichter überraschend auf. Das' Melos ist eingängig und immer wieder von werbender Schön- heit, das� Orchester sauber und frei von harmonischen und rhythmi- schen Beschwerungen. Eine untadelige, in den Arien rührend schöne und dankbare Me'odik, die besonders auch in den Chören von er- frischender Klarheit bleibt. Alles klingt und singt, ehrlich auch, wenn es einmal die Plattbeit streift. llrack dirigierte korrekt, aber nicht mehr. Ärmster sang den Jakob und gab ihm in Maske und Spiel eine patriarchalische Hoheit, die sein charaktervoller Gesang und seine gefühlsbcwegte Sprache noch unterstrichen. Mann als Joseph hat' zwar herrliche Töne voll des wunden Schmerzes und der verzagenden Trauer in seiner Kehle, und bewies das in sejnen ersten schönen Arien, aber er hielt nicht durch und wurde zuletzt selbst spielerisch farblos. Hofsmann (als Simeon) spielte und deklamierte gut; die Töne aber drückte und preßte er, da er an Zerknirschung zu viel geben wollte. Tie D u x war ganz Natur in Gesang, Bewegung und Linie. Ein engelhafter Knabe, in dem der oratorienhafte Charakter der Musik zu begnadeter Wipkung kam DA Kurt Singer. Der literarische Zirkus. So der Name ejnes Fgschingspoßes, den R e si Lange r, in mancherlei Gangarten von'H kün's Twnrdows?i begleitet,' im Saake der Derki'ner Sezbfsion HÄanettekte.' Auf meterlang hängen- dem Programm, gedruckt mit dem JmseratenbUdschmuck eines Dorf- Mch in Derlin soll's wieöer losgehen. Spartakus putscht zum Maffenftreit. Ter Spartakusbund verbreitet in Berlin Flugblätter, in denen unter einer wahren Häufung unsinniger Lügen zum Massenstreik aufgefordert wird. Und zwar soll es sich diesmal um'einen rein politischen M a s s e n st r e i k handeln, der die verschiedenen spartakistischen Unternehmimgen im Ruhrrevier, in Mitteldeutschland und Bayern unterstützen soll. Er geht unter der Parole:„Nieder mit der Natio- nalversammlung! Nieder mit Ebert, Noske, Scheide- mann!" Vor dem Krieg wurde viel darüber geredet, daß man die Arbeiterschaft zum politischen Massenstreik für das gleiche Wahlrecht auf die Beine bringen sollte. Es gelang nicht, und das war keine Ehre für die Arbeiterschaft. Jetzt soll zur Abwechslung ein politischer Maffenstreik gegen das gleiche Wahlrecht, die alte programmatische For- derung der Sozialdemokratie, inszeniert werden. Wenn der gelänge, so würde sich die Berliner Arbeiterschaft mit ge- schichtlicher Schande bedecken! Daß Grund zu Unruhe und Unzufriedenheit vorhanden ist, wer bestreitet d.as� Wie sollte �tzs anders sein in einem Lande, dessen Kräfte durch einen unglücklichen vierjährigen Krieg ausgesogen sind? Spartakus kann das aber nicht bessern, er kann es nur noch hundertmal schlimmer machen. Tie Regierung hat versprochen, daß mit der Sozialisic- rnng Ernst gemacht werden soll. Die sozialistische Arbeiter- schaft mag und soll auffassen, daß dieses Versprechen gehalten wird. Wenn sie den Sozialdemokraten in der Regierung hilft, die bürgerlichen Widerstände gegen die Sozialisiernng zu überwinden, so kann es ihnen nur recht sein. Spartakus kann yber nicht sozialisieren. Er kann nur alles ruinieren. Sozialisiernng ohne eine demokratisch or- ganisierte Volksgesamtbeit, die die dazu reifen Prodnktions- mittel in ihre Hand nimmt, ist Blödsinn! Das weiß jeder Arbeiter, der sozialdemokratisch aufgeklärt ist, auch die Unab- hängigen wissen es, sie hahen mir nicht den Mut, gegen den spartakistischen Terror zn ihrer Meinung zu stehen. Wir haben diesen Mist und erwarten von jedem unserer Anhänger, daß er ihn auch bat. Jeder muß den Mut haben, in seinem Betrieb zn sagen: Es wird nicht gestreikt, es wird n ichst geputscht, und die Demokratie verteidigen wir gegen jeden Angriff von rechts und links! Wir haben an einer Sparatkuswoche genug und wollen keine Wiederholung! Joftilien ous vorrevolutionären Tapen. Revidiert die alten Bundeöratsverordnni-gen. Das Zement- und Kolkwcrk„Jlie" in Geseke hat an den Zen» tralint folgenden Protest grr cfjtot; Unserem Anirag vom 17. ds. fügen wir binzu: Die Bundes- ratsderordnung vom 2V, Juni 1916 hat uns ieit Mai 1917 gehemint, unser Werl zu bauen. Das Syndikat ist ieit- her hier in Geseke die alleinige Arbeitgcberin, Un-- geacktet der Noilage macbte daS'elbe dnrck' Anlckilag be» kann«, daß ab 1. März 1919 wöchentlich mir»och 39 Stunden ge- arbeitet werden tollen, Die Auiregung der Arbeitcrickiaft ist berechtigt und protestieren wir bieimir gegen die Eristenz fragluter BundeSraisverorbnnng, weil sie sich als alles Ueberbleibiel jedem Bestreben der Regierung, für Arbeit und Verdienst zu sorgen, förmlicki enlgegensremnn und jede Bamäligkeil und ArbeitSgelcgenbert vollständig umerbindet. Spartakiftenkunügedung in Hamburg. Hamburg, 26. Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Tie Unabhängigen und Kommunisten riefen heute zu einer großen Massenkundgebung gegen die Regierung und die sozialdeinokralckche Partei auf dem Hsi4igeii.geistfclde, Etwa 30 9 9 Personen hör.cn Dr. L a uft n be rg zu. Umzüge jrrnden nicht statt. «ngeigerS, lockten attrattionsträstitz trefflichste Namen komischer deutscher.Dichtung letzter Generation: Scheer.arth, Morgenstern, Widefind. Daphrsts-Holz steltzte grotesk als Sondernummer herein. Als„Better aus Sackfen" trabte Hans Netmann mit, und ange- schirrt wurde sogar die gute selige Friod.rlke Kenipibn, die ihre fuc uns gar schnurrigen Zeilen so ernst genommen wissen wollte, dieser Typ nachsiebziger deutscher Klelnbürgerlichkeit, der glattes Reimen und Versbauen schon ails Dichterzeichen galt. Ihr Merk- mal war, daß sie das Wichtigste, weis sie aus Gefühl und Verstand geben wollte, im unsreiwillig komisch wirkenden Sätzen zu Tage brachte. Bisweilen las sie der Moral ihrer MiÄvebk tapfer die Leviten; aber auch da blieb sie sich gleich. So fanden Verse, die sich gegen d n Parteihatz kehrten, in heftigem Zürnen den Schluß: „ Partei enhaß Hai leinen Chic!" Die besten Sprünge des Abems turnt« Rest Langer' auf losem Zelter fchriffeffe sie lachend in der Lireratuvw-elt dahin, an der sie ihre Freude hat, ihre anstewende Freude. Daß sie dort sindff ist, steht längst fest, und was ihr Herz gewinnt, kommt immer aus froh: Füße." Wedekinds erotisches Jugendsp'el„Felix und Calathec", gehört auch dazu. Ob Tlvamdoivski in dieser Partnerschaft zu gleichem Schwung gedechen wird, mutz sich noch zeigen. Sein Vergnügen an der lustigen Arbeit ist osfeiilbar groß. Laut Programm ritt er„hohe Schule auf seinem rasenden Pegasus". Was er trieb, war aber mehr nur ein ulkendes Grasen, zum Teil im alten Wippch.mstil. So die Rede Fethrenbachs an die Nabionalversommlun>z; eine Stelle darin lautete etwa:„Ich sehe die Mannen der Douitschen Bolks- partoi, deren Linie nicht weiß, was die Rechte tut, wobei sie immer beide Hände in Unschuld waschen." Uebertroffen(euch mimisch) wurde dies Sinck von einer Ansprache Kahßlers an die Schau- Ppjeler der Volksbühne, die u.a. den Satz gebieterisch in die Hirne hämmerte:„Es kommt ja gar nicht darauf an, eitvas zu können, sondern ein guter Mensch zu sein oder zum mindesten so zu tun, darin werden Sie alle Rollen können, auch wenn Sie sie nicht können." Diese und andere literarrschen Parodien(eine ging auf Rilke) ließen immerhin aufmerken. Das eigentlich Groteske des Faschingalefljds war freilich, daß des toten Hugo Krahn sozial schwcrernste Bilder gezwungen waren, den kicherndstn, lachenden, flüchtigen Spaß zu umrahmen. Aber so ist niun das Leben. zd. Notizen. — Nationalversammlungs- Gedenkbriefmarken, Zur Erimrerung an die Deutsche Nationalversammung beabsichtigt das Re ichs-Postmi n De ri um besondere Freimarken zu 19 Pf., 15 Pf, und 25 Pf. herauszugeben. Um kriiistlensch gute Entwürfe hierfür zu erlangen, ladet das Sleichs-Postministeriuni alle deutschen Künstlex zum Wettbewerb ein. Die Entwürfe müssen spätestens 12. Mary im Reichs-Postministerium vorliegen. Für drei Entwürfe werden, 6999, 4599 und 3999 M., für acht vierte Preise je 1599 M. als Presse auKgesetzt. Sie können jedoch vom Preisgericht innerhalb dieler Summe auch anders verteilt werden. — Die große Phrase. So ist der Kriegsroman eines schweizerifchen Hauptmanns R. I. Kreutz betitelt, der in sibi- risäen Gefangenenlagern gchchrieben wwrde..Ter Züricher Max Rascher-Berlag bereitet die Beröffentlichnng der doutfchen Ausgabe vor, die jetzt von keiner Zensur mehr gehindert iveildcn kann. Eins daiHche, englische und schwedusch: Ausgabe exiftkoeu bereits. Nr. 106 ❖ Z6. Jahrgang Seilage des vorwärts Vonnerstag, 27.§ebruar 1019 t?! T\ t\ Heute Vonnerstag, Zraktionssitzung in üer Schulaula, Vit»- y* ♦ Weinmeisterstraße 15. Es ist Eure Pflicht, ausnahmslos zu öiefer höchst wichtigen Vorbesprechung für öie 5reitag-vollversammlung zu erscheinen. Oer Zraktionvorstanü. GroßGerlln Achtung l Betriebsvertrauenslcute und Arbeiterräte l Sonnabend, den 1. März, im Sitzungssaal des Herrenhauses: Konferenz sämtlicher Betricbsvertraucnslcute und Arbciterrätc, die auf dem Boden der Sozialdemokratischen Partei Tculschlauds iS.P.D.Z stehen. Erscheinen ist dringend erforderlich. Lhne Mitgliedsbuch und Legitimation kein Zutritt. Der Ausschuß. firbeiterräte üer Setriebe und Kommunen! Freitag, den 28. d. M., vormittags 10 Uhr, in den „Germania- Sälen", Chausseestr. 110: Fortsetzung der Vollversammlung der Arbeiterräte Gros;-Berlins. Tagesordnung: 1. Einbcrufnng eines Rätckongresses; 2. Neuwahl dcS Bollzugsrats; 3. Acndcruug der Geschäftsordnung Sonnabend, den 1. Mörz, nachmittags 1 Uhr, im Plenar- Sitzungssaal des Herrenhauses, Leipziger Straße: Vollversammlung der kommunalen Arbeiterräte. Tagesordnung: 1. Tätigkeit und Wirkungskreis der kommunalen Arbciterrätc nach den Gemeindewahlen; 2. Stellung- nähme zur Finanzierung des Bollzugsrats; 3. Stellungnahme zum Rötekongreß. Der Bollzugsrat: lli i ch a r d M n l l e r. Paul N c u e. Arbeiter! Parteigenosten! Wie schon so oft, wird auch gegenwärtig wieder in den verschiedensten Fabriken eifrig für einen General- streik Stimmung gemacht. Angeblich soll dieser Streik notwendig sein, um die Bergarbeiter im Rnhrrevier zu unterstützen. Wir machen darauf aufmerksam, dast die Bergarbeiter die Arbeit nicht freiwillig niedergelegt haben, sondern von einer kleine» Gruppe bewaffneter Terroristen, die in einzelne Schächte einbrachen, dazu gezwungen wurde». Wir empfehlen daher den Arbeitern und Parteigenossen, nur dann die Arbeit niederzulegen, wenn sie von der Sozialdemokratie dazu aufgefordert werden. Die öezirksorganisation unü Sie sozialüemokratischen 'iObmönner unüVetmbsvertrauensleute vonGroß-'Verlin. Neue Sätze der Grwerbsloscufürsorge. Pom 3. März ab betragen die Haupn'ätze für männliche Perionen Über 14 bis zu 16 Jahren 2.50 M. »•*» 16„„ 18„ 3,50 � -. 18... 21. 4,25. »». ,21 unverheiratet 6,—, >, ,21 verheiratet 7,—. , weibliche.. 14 bis zu 16 Jahren 2.—. . 16.„ 21, 2,50, HM HM 21, 3,50, Für die Ehefrau wird ein Zuschlag von 1,50 M. für jedes Kind unter 14 Jahren ein solch'er von 1 M. gewährt. Entsprechend den Wünschen der Arbeitslosen ist öie bisherige Bestimmung aufgehoben worden, wonach insgesamt niehr als vier Zuschläge nicht gewährt Iverden durften. Die verheirateten Erwerbslosen erhalten bis zum 31. März den höheren Satz von 7 M. Soldatenräte Iii. A.-K. Heute Donnerstag, vorm. IV Uhr. im Plenariaale des Herrenhauses Vollversammlung aller Soldatcnräu des III. A.-K. Die Tagesordnung tautet: 1. Bericht des Zentral-Soldatenrates; 2. Wahl des KorpS-Söldatenrates: 3. Diskussion. Diese Anzeige ist im Gegensatz zu den linksradikalen Blättern dem„Vorwärts" nicht zngekoinuien; es besteht also die Möglich- keil, das; man die S. P. D.-Soldatenräte serit halten will. Um so nolivcndiger ist ihr pünktliches und vollzähliges Erscheinen!_ Heraus mit dem Garugeld'. Schwere Vorwürfe hagelte es gegen den Vaterländischen Frauen verein Wilmersdorf in einer sehr stark besuchten Versammlung von Näherinnen, die der Wilmersdorfer Arbeiter- und Soldatenrat gestern nach der Aula der Dberrealschule am Seepark einberufen hatte. Es handelte sich um die von dem Verein eingerichtete Betriebs werk statte, die in der Kriegszeit allerlei Nähaibeiten an Heimarbeiterinnen aus- gab. Behauptet wird, die Bctriebswerlstälte habe den S a ck-- Näherinnen unberechtigt die Koste» des?t ä h- garns abgezogen. Der Referent Gen. Beyer richtete gegen diese Werknätte und gegen den an ihrem Betrieb beteiligt gewesenen Wilmersdorfer Stadtrat Steinborn heftige Angriffe, deilen in der Dislussion alle Nedneriimen zustimmten. Geschildert wurden auch die Zustände in der inzwischen eingegangeiien„Deutschen Planfabrik"(Bellealliancestraste). die mit der Wilmersdorfer Be- mebsstätte des Vaterländischen FrauenverciuS in Verbindung stand. Dabei wurde erwähnt, dast den Betrieb der„Deutschen Planfabrik" seinerzeit der„Vorwärts" beleuchtete, so dast die Uaternehmer sich bequemen mustten, den elenden Lohn der Näherinnen aufzu- bessern. Die Versammelten sind entschlosien, nachiräglich d i e Rückzahlung des Garngeldes zu fordern. Dadurch, dast man die älteren Lohnbücher den Frauen abgenommeii hat, wird die Feststellung der Höhe der zurückzufordernden Beträge er- schwert. Gewählt wurde eine aus fünf Näherinnen zusammengesetzte Kommission, die mit dem Arbeiter- und Soldalenrat eine Denkschrift ausarbeiten und diese dem NeichSarbeitsaml vorlegen soll. Tie Einziehung der GaSstrafcn, die jetzt anscheinend in flottem Gange ist. macht viel böses Blut. In Zuschriften an uns heben die bestraften Gasabnehmer immer wieder hervor, dast die schablonenhafte Festsetzung des zu- lässigen Gasverbrauchs auf neu» Zehnrel des Verbrauches von 1016 z u d e n s ch 1 i ni m st e n H ä r t e n führt. Durchaus zutreffend weisen sie daraus hin, dast inzwischen der Kohlcnmangel den Verbrauch von Gas tu der Küche gesteigert hat, dast die Einschränkung der Warmwasserversorgung gleichfalls zu stärkerem Gasverbrauch uöllgt, dast überdies die Heizkraft des Gases geringer geworden ist, und dast die infolge der Stillegung des Abendlebens auf dasHaus angewieseneBevölkerung auch mehr Gas zurBeleuchtung der Wobnungen verbraucht. Gegen eine Strafrechiiung, die vom Gaswerk Lichtenberg im Herbst 1018 der Frau eines Kriegsleilnebmers übersandt wurde, erhob der Mann noch vom Felde aus Einspruch. Nach drei Monaten erhielt der Heimgekehrte um Mitte Januar ISIS den Bescheid, dast die Strafe niedergeschlagen sei, aber dessenungeachtet erschienen noch wiederholt Gasiverks- angestellte bei ihm. um die Strafgebühr einzuziehen. Sein Hinweis aus die Niederschlagung blieb unbeachtet, und schlicstlich wurde ihm Mitte Februar sogar die Gaszufuhr abgeschnitten. Erst auf seinen jetzt im Bureau sehr nachdrücklich erhobenen Widerspruch erkannte nian, dast hier ein Versehen vorlag, und an demselben Tage kam dann ein Angestellter und hob die Sperre wieder auf. Dast am nächsten Tage»och zwei andere An- gestellte kamen, um die schon bewirkte Aufhebung zu voll- ziehen, und nach weiteren süns Tagen sich nochmals ein Angestellter einsaud, der denselben Auftrag hatte, war für den GaSabuehmer ein erheiterndes Nachspiel. Inzwischen war ihm übrigens schon wieder eine neue Strafrechnung über das folgende Vierteljahr zu- gegangen, in dem er gleichfalls den erlaubten Gasverbrauch über- schritten hatte. Wieder wurde ihm gedroht, dast bei Nichtzabluug „bestimmungsgemäst vorgegangen", d. h. gesperrt wird. Auckf einem Einwohner Schönebergs, der von der flüher Englischen Gas- gesellichatt beliefert wird, ist dieser Tage angedroht worden, dast binnen fünf Tagen die Gassperre über ihn verhängt werden soll. Das ist die erste Antwort auf einen eingeschriebenen Brief, den er der Gesellschaft vor jetzt tünf Monaten s!) gegen die Einforderung einer Gasstrafe schickte. Warum man ihn bisher ohne Bescheid ge- lasten hatte, ist dunkel. Inzwischen war ihm aber wenigstens euia neue Slrafrechnung für das folgende Vierteljahr als Lebenszeicheu der Gesellschaft ins Haus geschickt worden. Gegen diese Strafen hat er den Einspruch erhoben, dast er»u Jahre 1916 noch im Felds ivar, so dast der damalige Verbrauch mit dem pou 1018 perglichen werden kann.__ Geheimnisvolle Bnlltzctv achung. Folgende Beschwerde geht uns zu:„Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegs-- leilnehmer, Bezirk Charlottenburg, hielt am Sonnabend, den 22. Februar 1010, im Lokal Kaiier-Friedrich-Zelt, Eharlottenburg, Berliner Str. 88, einen Maskenball zur Uiiierslätzuiig des Wohl- fahrtsfonds für notleidende Kameraden ab. Nachdem bis gegen Mitternacht alles ruhig verlanfeit ivar, bekam der Vorstand die Mitteilung, dast Mn itun an eine miltlärtsche Bewachung von 16 Maiin die Aufsicht übernehme. Gründe für diesen Vorfall, welcher groste Erbitterung unicr den Toilnehmcn! Hervorrief, wurden nicht angegeben."— Auf Grund unserer Erkundigungen können wir nur mitteilen, dast weder das Polizeipräsidium Char- lvttenburg, noch das Freikorps Tüllinanu etwas von der Sache weist. Wer bekennt sich dazu Gerüchte über die„Republikanische Soldatentvehr" behaupten, dast sich diso Truppeins Spariakuslager überführÄi lassen wolle. Diese Gerüchte sind gewiß falsch, denn einmal sind die Mitglieder der»Truppe keine Kinder, die sich leithammeln lassen und dann ist doch auch ehrenhaften Männern nicht zuzumuten, dast sie das Gegenteil von dem tun, wozu sie sich freiwillig verpflichtet haben. Tie neuen Bcamtcnzulagcn. Von einem Mitgliedc des Arbeitsausschusses der städtischen Beamten- und Lehrerv-rcine Berlins wird uns mitgeteilt, dast bei den Vorver-Haydlungen zwischen den Vertretern der Stadt und der Beamtenschaft nicht vor der zukünf- tigen sozialistischen Mehrheit bange gemacht worden ist. Lichtentzichung. Wegen fortgesetzter Verstöste gegen die zur Einschränkung des Elektrizilätsverbrauchs crlasseiien Bestimmungen ist die Elektrizitätslieferung an nachbezeichiiete Betriebe eingestellt worden: Stadlpark-Diele, Berlm-Schöneberg, Jnnsbrucker Str. 18, Cafö Meran, Berlin- Schöneberg, Jnnsbrucker Str. 16,„Kakadu"- Weinstuben, Inhaber Erich Dieckmann, Charlottenburg. Joachims- thaler Sir. 10, Scböneberger Rathaussäle, Inhaber Emil Ebrecht, Schöneberg, Meininger Str. 8(Martin-Luther-Str. 69). Tic Anshelfer des Postamts 17, die am 1. Februar entlassen wurden, erhalten noch Nachtdienstgelder, aber nur, wenn sie sich diese abholen. Benachrichtigt wird niemand. Wahrt also Eure Interessen, Volt Euer Geld! Eine„waffcnsuchendc" Ränbcrbande lockte gestern durch eine gefälschte Vorladung den Weistcnsccr Bäckermeister Boll, Friesicke- stratze, nach dem Polizeipräsidium, drang indes in seine Wohnung, raubte Geld und Wertpapiere und„lerhastctc" den 16jährigc>r Sohn, den die Banditen— ein Zivilist und zwei Soldaten mir rot«U Armbiitden— unterwegs aus dem Auto zu stoßen versuchten. Sie setzten ihn, da er sich krampfhaft wehrte, ab und fuhren davon. 5000 M. Belohnung sind ausgesetzt. Ter Zivilist, der den Krimi- nalbeamten spielte, ist Mitte der �dreißiger Jahre, 1,65 Meter groß und schlank, hat dunkles Haar, kiirzgeschnitteueu Schnurrbart, trug einen schwarzen Uebcrzieher mit Samtkragen und einen schwarzen, steifen Hut. Tic beiden Saldaicii waren fast ebenso alt und ebenso groß.'Der eine hatte dunkles, der andere blondes Haar. beide knrzgeschnittcne Schnurrbarte. Wertvolle Mitcilimgeir wird der Führer des KraftwageOS. machen, können, der die Räuber mit dem jungen Boll von der Schönhauser Allee nach der Charlottcu- burger Chaussee gefahren hat. Miteilungen nach Zimmer 80 des Polizeipräsidiums. Ein draufgängerischer Taschendieb wurde am Dienstagabend am Potsdamer Platz abgefaßt. Ter junge Mann hatte dort eine Straßenbahnhaltesielle zu seinem Arbeitsfeld auscr sehen. Es ge- lang ihm, in der Zeit von 6 bis 7 Uhr nachmittags nicht tvcniger als 12 Geldbörsen zu stibitzen. Sein allzu dreistes Draufgchen blieb aber Kriminalbeamten nicht unbemerkt und diese nahmen ihn fest und die Beute wieder ab. Geschädigte, die am 25. d. M. »dort bestohlen worden sind, können sich im Zimmer 7va des Berliner Polizeipräsidiums melden, Ein schreckliches Brandunglück. In der Thacrslr. 57 mar Mittwoch früh in einer Küche Feuer ausgekommen. Die Flammen hatten schnell reiche Nahvung gefunden und die Kbäider der 75jährigen A. Krebs ersaßt. Trotz Hilferufens und aller Versuche, die Greisin zu retten, verbrannte sie. Als die Feuerwehr, zu spät 25] Stine Nlensthenkinü. Von Martin Andersen Nexö. 12. Ter Schinder! Alle, die Lars Peter Hansen kannten, waren sich darin einig, daß er ein spaßiger Kerl war. Er war immer guter Laune, und das hatte überhaupt keinen Sinn— aber namentlich nicht für ihn. Er gehörte zu einem Köhler- geschlecht, das, soweit man zurückdenken konnte, Hand an alles gelegt hatte, was kein anderer anrühren mochte, �>md daher den Namen Schindervolk bekommen hatte. Sein Vater fuhr mit Hunden und kaufte Lumpen, Knochen und andern unsaubern Abfall auf; wenn ein krankes oder unreines Vieh erschlagen werden sollte, wurde nach ihm gc- schickt. Er war ein verteufelter Kerl, der sich nicht davor scheute, die Arme bis an die Ellenbogen im schlimmsten Aas zu begraben und dann gleich an die Vesperkost zu gehen. ohne auch nur die Fingerspitzen in Wasser zu tauchen; man behauptete, er gehe in der Nacht aus dem Hause, grabe die kladaver desjfranken Viehs wieder aus und ziehe ihnen die Haut ab. Sein Vater wiederum sollte als Knabe seinem Onkel Scharfrichter in Ryköbing zur Hand gegangen sein. Als Beispiel für die Verworfenheit des Jungen wurde er- zählt, wenn der Strick um den Hals des Gehenkten nicht hatte zujammengleiten wollen, sei er auf den Galgen hin- aufgeklettert, habe sich auf die Schultern des Missetäters herabgelassen und sei auf ihm geritten. Viel gute Familieneigentümlichkeiten waren also nicht vorhanden und etwas, womit man hätte Staat machen können, ganz und gar nicht. Lars Peter inußte das wohl empfunden haben, denn in ganz jungen Jahren kehrte er der Heimatgegend den Rücken. Er fuhr bei Lhnäs übers Wasser und suchte sich einen Dienst in Nordsceland— er wollte Bauer sein. Er war ein gesetzter, ordentlicher Bursche und stark wie ein Stier; jeder Bauer wollte ihn gern als Knecht nehmen. Wenn er aber glaubte, der Vergangenheit entrinnen zu können, so irrte er sich. Das Gerücht von seiner Herkunst folgte ihm getreulich auf den Fersen und schadete ihm auf diese und jene Art. Er hätte ebensogut versuchen können, seinem Schatten zu entfliehen. Glücklicherweise nahm er sich nicht leicht etwas zu Herzen. Er hatte ein gutes Gemüt— woher mochte er es haben?— es war kein böser Blutstropfen in ihm. Indem er seine üble Herkunft durch Kräfte und Zuverlässigkeit wieder gut machte, hielt er sich mit den andern jungen Leu- ten auf gleichem Linie; ja es geschah sogar, daß ein wohl- habendes Mädchen sich an seinen Kräften und seinem schwar- zen Haar versah und ihn unbedingt zum Manne haben Zvollte. Es kam auch so weit, daß sie sich trotz dem Wider- stand ihrer Familie verlobten; aber kurz darauf starb sie, so daß er ihr Geld nicht bekam. So wollte ihm nichts gelingen, vielleich' weil die Sünde der Väter auf ihn vererbt worden war;-eckte eben kein rechtes Glück. Aber Lars Peter nahm es ls einen Stoß hin, wie Hie Welt ihn gibt. Er arbestlt»>-.6 sparte, bis es ihm gelang, so viel zusammenzuscho- oäß er die Papiere für ein kleines Besitztum draußer tt- dein Sande in Ord- mmg hatte— und er sah sich wi. in ü nmal nach einer Frau um. Er verlobte sich mit ein. nmandchen aus cineni der Fischerdörfer; und diesmal gel/', mmihm, seine Braut zu heiraten.■■'-e'- Es gibt Menschen, aus deren"First der Unglücksvogel zu sitzen und mit den schwarzen Flügeln zu schlagen liebt. Meistens ist er unsichtbar für alle andern außer ihnen selbst: aber es kommt auch vor, daß alle andern ihn sehen können, nur die nicht, bei denen er sich niederläßt. Lars Peter gehörte zu den Leuten, die von allen beob-' achtet werden, in der Erwartung, daß ihnen etwas zustoßen werde. An seinem Geschlecht hasteten die beiden allergrößten Mysterien— das Blut und der Fluch; daß er selbst so gut war und ein so frohes Gemüt hatte, machte das Ganze nicht weniger spannend. Etwas war ihm sicher vorbehalten, ein jeder konnte den Unglücksvogel auf feinem Hause sitzen sehen. Er selber sah nichts, sondern führte vertrauensvoll sein Mädchen heim. Niemand erzählte ihm, daß sie einst mit einem Seemann, der später ertrank, verbunden gewesen war; und was für einen Zlveck hätte das wohl auch gehabt? Lars Peter war nicht der Mann, der sich von einem Toten abschrecken ließ; mit ihm hatte ganz gewiß niemand eine Rechnung zu begleichen. Und kein Mensch entgeht seinem Schicksal! Sie hatten es so gut zusammen, wie zwei Menschen es haben können; Lars Peter war gut zu ihr, half ihr beim Melken, wenn er selber fertig war, und trug Wasser für sie hinein. Hansine war froh und zufrieden, jeder konnte ihr ansehen, daß sie einen guten Mann bekommen hatte. Ter Vogel, der sich auf ihrem Dache aushielt, war doch wohl kein anderer als der Storch: denn recht bald konnte Hansine Lars Peter anvertrauen, daß sie guter Hoffnung sei. Das war die herrlichste Mitteilung, die er je in seinem Leben bekommen hatte; und von nun an war er erst recht fleißig. Am Abend stand er draußen im Holzschuppen und arbeitete: es mußte eine Wiege und ein Kinderstühlchen ge- zimmert und ein Paar kleine Holzschube' geschnitzt werden. Bei der Arbeit brummte er etwas, das einer Melodie ähn- lich sehen sollte, immer dasselbe: und während er da so stand und emsig war, kam Hansine zu ihm herausgelaufen und warf sich an seine Brust. Sie war während der Schwanger- schaft wunderlich gewordeil,' hatte keine Ruhe oder versank ganz in sich, als lauschte sie fernen Stimmen— und ließ sich nicht aufwecken. Er schrieb das ihram Zustande zu und nahm es in guter Laune hin. Das Gleöjgewicht seines Gemütes wirkte auf sie, so daß sie wieder ruhig und froh wurde. Aber manchmal brach die Angst in ihr hervor, und ganz außer sich kam sie zu ihm aufs Feld gelaufen. Dann war es beinah nicht möglich, sie ins Haus zurückzubringen, und er mußte ihr versprechen, sich nie weiter zu entfernen, als daß sie ihn noch sehen konnte. Sie hatte Angst vor irgend etwas zu Hause; wenn er aber in sie drang, um zu er- fahren, was es sei, verstummte sie. Als sie das Kind zur Welt gebracht� hatte, ging es vor- über, und sie wurde wieder die Alte. Sie freuten sich fcbcr � das kleine Wesen, und es ging ihnen besser als je zuvor. Bei der nächsten Schwangerschaft aber wiederholte es sich, bloß noch stärker. Es gab Zeiten, wo sie überhaupt nicht im Hause zu sein wagte, sondern draußen aus dem Felde umherging und verzweifelt die Hände in ihre Schürze bohrte. Lars Peter mußte das schreiende Kind herausholen, uni sie über die Schwelle zu locken. Diesmal ergab sie sich und vertraute ihm an, daß sie mit einem Seemann verlobt gewesen sei, der ihr das Versprechen abgenommen hafte, ihm treu zu bleiben, wenn ihm da draußen etwas zustoße. „Ist er denn draußen geblieben?" fragte Lars Peter langsam. tLorti. folgt.) dlarmtert, an der Brandstewe erschien, ivar d!e Frau schon ber- kohlt> Die Leiche wurde beschlagnahmt. � Großfeurr kam Mittwoch früh um L Uhr zur Meldung, nach- dem es längere Zeit unbemerkt in der Manteuffelstr. 22 gelobtet natte. Als Brandmeister Lindner an der Brandstelle erschien, brannte bereits auf dem Hofe im Ouergebäudc die Tischlerei von R. Tbers, Hölzer der Möbelfabrik von Tremkenau im 2. und 3. Stocb Um au den Brandherd zu gelangen, inussten drei Steck- leitergänge am Hause errichtet werden, über die dann mit Schlau- chen vorgegangen wurdv Die Flammen hatten schon den Dach- stuhl und das 4. Geschos; erfaßt, in dem sich ein großes Lager von Filmen befand. Diese entwickelten gewaltige Stichflammen. Die Nackcharschaft war in hohem Grade gefährdet. Zum Glück waven noch keine Arbeiter zur Arbeit erschienen. Gegen 9 Uhr war die Macht des entfesselten Elements gebrochen. Großer Schaden ist angrichtet. Veranstaltungen für Erwerbslose. Heute, Donnerstag, 5 Uhr (Sinti itt 10 bezw. 15 Bf.): Institut für Meereskunde, Pros. Baschin: Eine Mittelmeerreisc. Arbeiter Atbleten-Bund, Kreis �(Grosi-Bcrlin). Montag, den 3. März, abends 6 V, Uhr, im Lokal„Alt-Bcrlin", Blumenstr. 10: Kreis- Generalversammlung. Jedes Mitglied mutz erscheinen. Mitglieds- karte legütmiert. Der Bortraa v. Gerlachs für die sozialistisch? Studentinpartei am heutigen Abend swdct nicht in der Aula des Momm'en- Gymnasiums, sondern nur sür Studenten in der Universität, Auditorium 101, um 7% Uhr abends, statt. Im Sportpalast, Potsdamer Straße, werden heute die grotzcn Box« kämpfe sortgesetzt. Fahrplanänderungen vcrlin— Leipzig— Weimar werden im An- zeigentcil bekanntgegeben. Augenblicklich wird allerdings überhaupt nicht gesahren. Der Zirkus Busch steht am Freitag abend unter dem Zeichen der Wohltätigkeit zu gunsten des hochverdienten Freiwilligen-Regiments Rein« Harb. Besonders ausgewähltes Festprogramm. Rcgimentskapelle unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Schräder. Zum Schübe des SaargcbictS gegen die sranzösilchen Anncxions« bestrebungen hat sich ein Ausschuß unter dem Namen„Iaargebietsschutz" gebildet, der um Mitteilungen aus dem besetzten Gebiet bittet. Aus die An- zeige in der heutigen Ausgabe wird verwiesen Berichtigung in Sachen Wahlschwindcl. Ter Doutschncrtionale VoWvevein, Kleiststr. 8, schreibt uns:„Es ist uwlvalhr, baß jemals vom Dswtschncrtionalen Wahlburemt, Kleiststr. 8, Stimmzettel der sozialldemokrattschen Partei mit dem Namen Paul Hirsch beginnend, verlbreitet tvorden sind." Dazu könwcu wir nur wüwrrholr::: Ein durchaus zuverlässiger Gewcihrtwiani, p-fttze iw« mst. daß kok che ungültigen Zettel am Bor- «chen» der(iVmfchvdensthl am Lützowplatz verbreitet wurden. Der Verteiler mitwortete ans die Frage, Ivoher er diese Zettel habe: ,,Aus dem Bureau, Kleiststr. 8." Halensce-Gruneivald. Die.Vorwärts"-Bestellung durch Boten ist jetzt gut geregelt. Bestellungeii und etwaige Beschwerden nehmen entgegen die Gdnosscu Franz K e m p s c r, Halenice. Georg-Wilhelm-Stratzc 2-1 II und Flitz L i p p o l d, Halcnsce, Paulsborner Straße 22, Gartenhaus I V. Mittenwalde. Bei der Gcmeindewäbl gelang es den Mehrheits- sozialistc», 8 von den 18 Sitzen zu erringen. Nur Hcm Rücktritt eines unserer Kandidaten auf Betreiben seiner Vorgesetzten und .stollcgen in letzter Stunde ist zuzuschreiben, daß wir nicht gleich die Mehrheit erlangten. Wilmersdors. Der Turnerinnen- und Schitlmmieii-Nbleilung der Freien Turnerschaft(M. d. A.-T.-B.) steht nunmehr die Schnlturnhalle in der Gieielerftr. t. Ecke Brandenburgische Straße, Mittwochs und Freitags von 8—10 Uhr zur Versügung. Das ErösinungSturnen, wozu Gä'ie herzlich willkommen find, findet Freitag, den 28. d. M.. statt. Die S ch ü I e r- A b t e i l u n g turnt in der Turnhilllc am Hinden- burg-Park, Ecke Auauftastraßc, Mittwochs und'Sonnabends von 6—8, die I u ii e n d- und Männer-Abteilung von 8—10 ebenda. Polls- genossen! Heraus mit der Jugend aus den wilden und bürgerlichen Sbort- und Jiigcndpstegevereinrn, sie sind volksfeindlich! Hinein in den Arbeitcr-Turnerbiind! Adlersbof. Der Arbeiter-Turnverein turnt in der Gcmeindcturnballe: Jeden Montag und Freitag von 8— 10 Uhr abends die Frauenabteilnng.— Jeden Dienstag und Freitag von 8—10 abends die Männcrabteiliiiig.— Jeden Dienstag und Freitag von 3— 10 Uhr die Jugcndobleiiiing. Mitglieder werden in jeder Turnstunde aufgenommen. Käste sind herzlich willkommen. Freunde des F u tz b a l 1 s p o r t s können sich den Mannschaften der Fußballabteilling anschließen.— Der Verein gibt sich der Hoffnung hin, daß die Arbeiterschaft ihre Söhne und Töchter mehr denn je der edlen Turnlunst zuführt. Groh-Berliner Lebensmittel. Berlin. Bis Montag in den Bezirken der 5,, 6, 16., 17. und 20. Brotkommiision 125 Gramni K ä i e. Reinickendorf. Auf Abschnitt 102 150 Gramm Haserslocken und aus Abschnitt 20 für Jugendliche 100 Gramm Teigwaren bis einschließlich 4. 3. Mus aller Welt. Eine Grohmühle verbrannt, die Retter gefährdet. Aus Ratibor wird uns gedrahtet: Die Meblmühle Doms in Lukasine, die größte im Landkreis Ratibor, ist abgebrannt, 15 Ovo Zentner Lebensmittel sind vernichtet. Bei den ReltungSarbeiten wurden 20 bis 30 Personen verschüttet, es besteht die Beiürchiung, daß alle tot sind. Brandurfache ist das Heißlausen der Maschinen- lager.. Sriefkasten üer NeAaktion. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstabe» und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An- frage» trage man in der Juristischen Cvrechstnnde. Lindenfw. 3, 3. Hos links. 4 Treppen, 4 bis 7, Sonnabends 3 bis 5 Uhr nachmittags vor. Schriflftücke und Verträge sind mitzubringen. K. K. 100. 1. Anspruch aus Enttassungsanzug haben Sie nicht. Eine besondere Entlassung brauchen Sic auch nicht. 2. Tie Ihnen ge- hörenden Sachen können Sie herausfordern, evtl. im Klagewcgc. Die Entfernung Ihrer Frau reicht als Scheidniigsgnmd nicht aus.— G. Z. 37. 1. Wenden Sie sich an das Wohnungsamt der Stadt Berlin mit einer Beschwerde. 2. Falls Sie im Januar in Arbeit getreten sind, vom 1. Februar ab.— M A. 100. Die Errichtung der Pflichtbürger- wehr halten wir gesetzlich nicht sür zuläisig. Führen Sie Beschwerde beim Regierungspräsidenten.— I. 2. 100. Können wir nicht seststellen. Fragen Sie beim Demobiimachuiigsamt oder Kriegsminifterlum an. Sic können sich wegen Ihrer Ansprüche übrigens an das Bezirkskommando wenden.— L W. 1918. Falls Sie nicht austreten, find Sie steuer- pflichttg.— C. D. 28. Wenden Sie sich an den Dcmobilmachungs- kommiffar Ihres Bezirkes.— A. W. 00. Entziiht sich unserer Kenntnis. — Abonnement 1. Das hängt von den örtlichen Bestimmungen ab. Wir basten das Verlangen einer Zulätzkarte sür berechtigt.— R. 1880. 1. An das Bezirkskommando. Die Zahlung Ihrer Gebübrniffe kann auch durch die bchelssmägige EntlassungSilelle geschehen. 2. Die Steigerung ist zu hoch, setz! läßt sich aber dagegen nichts mehr tun. 3. Theodor Fischer, Berlin, Lindcnstr. 3,-2. Hos III.- A. 2». 2731. Nein.— K.«27. 1. Wenden Sie sich an das Bezirkskonimando. 2. Lassen Sie durch die dortige Ktzemeinde in Mannheim crn'ucrn.— R. B. 85. Bis Ende Dezember 1010.— K. M. Der 48 M. wöchentlich übersteigende Betrag. M. K. Bceltii. 1. Ja. 2. Wenden Sic sich an die Eisenbahndircktion. — F. R. 100. Falls auch keine Autficht bestellt war, halten wir die Firma sür schadensersatzpflichtig.— 100. Britz. Leider nicht.— A. B. Sie nicht. Aber Ihre Frau ist zahlungspflichtig.— Z. B. 99. Steigerung war zulässig. Wenden Sie sich jedoch an das Mieteinigung-amt. Falls ein solches sür den dortigen Ort nicht vorhanden ist, an das Amts« gericht.— M. B. 1. Ja. 2. Unseres Er ichtcns nein, falls nicht vorher vereinbart. 3. Waschen in Benzin oder Benzol. 4. Nach§ 20 des Einkommensteuergesetzes können besondere, die Leistungsiähigkeit wesentlich beeinträchtigende wirlschastlichc Verhältnisse derart berücksichtigt werden, daß eine Ermäßigung der Steuersätze um höchstens 3 Sinsen stattfindet.— St. H. 616. Wenden Sie sich in der Angelegenheit an die Zenlrale sür Ansiedlung Kriegsbeschädigter, Berlin, Prinzenstraße 70.— Streitfrage W. 100. Karenzzeit von sechs Tagen, ausgenommen Kriegsteilnehmer, übermittelbar nach Ihrer Entlassung.— W. Ja. O. 10. R. 1. Die Rente würde weitergezahlt werden. ES käme eventuell WcrtzuwachSsteuer in Betravt.— M. S. 32. Beschweren Sie sich beim Generalkonimando.— Charles. 1. und 2. Ja.— K. öl. Die Eitern sind erbberechtigt. Falls ein Teil verstorben ist. treten an dessen Stelle die Geschwister und der andere Teil. 2. Nein, eine Abfindungssumme kann jedoch gewährt we' den. 3. Wiedcrvcrbeiratung kann jederzeit gewährt werden.— O. K. 2O0. Sie sind trankenvcrsichcrungSpflichtig. Bezüglich der Jnvalidenveistcherung cmpsichlt sich Wcilcrversicherung— C. Z. Biesdorf. Richten Sie an die Otasgesellichast ein Gesuch um Erlaß unter Schilderung der Umstände, die den Mehrverbrauch veranlaßt haben. Leuiichek !i?elZl!skdejtek-verbZn«l Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unsere Kollege, der Plattierer Theodor Pirch Friedrichstr. 49a, 24. d. M. gestorben ist. Beerdigung findet am am Freitag, den' 2». Fe- bruar,. nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Ierusalems-Kirchhofes.Her- mannftr. S4/SX), aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Zss»«!i>rl>k. Ferner starb unser Kollege, der Schlosser 127/13 GiKtsv Grabow Sbertystr. 56, am 22. b. M. Ehre ihrem Andeute»! Die orloverwallnng. Silz Berlin. Gegr. 1905. Geschäftsstelle: Hermann Müller, dlV 23, Cuxhavcncr Sttaße 15. Am 24. Februar verstarb unser Mttglicd, der Tischler Bruno Biener Berlin-Lichtenberg. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung erfolgt am Sonnabend, den l.März, im Krematorium in der Gerichtstraße. 182/7 Oer Vorstand. TVPOÖRAPHIA Den werten Mitgliedern dir betrübende Nachricht. daß unser langjähriger, treuer Cangesbruder ilnlhK Brahand nach langem, schwerem Leiden an seinem Dcburts- tage am 24. Februar 1919, im vollendeten 44. Lebens- jähre verstorben ist. Ein treues Andenken werden wir ihm stets de- wahren. Beerdigung am Freitag, 28. Februar 1919, nachm. 4>/, Uhr, auf dem Marien- dorfer Gcmeinde-Friedhaf in Mariendorf, Fnedenstr. Straßenbahnl.: 70, 73, 96. Zahlreiche Beteiligung der Sänger erwartet 58 6 Der Vorstand. Ain 24. Februar entschlief sanft nach kurzem Kranken- lager unser lieber Kollege, de» Korrettor Gustav Bammer im 65. Lebensjahre. Mr werden ihm ein stetes, ehrendes Andenken bewahren. 15tlb Die Korrettoren der Vnchdroeterei Otto Eigner A.-G. Beerdigung am Freitag, nachm. 3 Uhr, Emmaus- Gemeinde, Rcukälln. iliiMtök der Stadt Berlin-Schöneberg. Unter Bezugnahme auf§§11, 12 und 15 her Verordnung der Reichsregierung vom 3. Fr- bruar 1919(Reichsgesetzblatt Jahrgang 1919, Nr. 38) fordern wir alle in BerIW-Schöneberg wohnenden Dicnstgebcr, dir nicht rückversichert sind, hiermit auf, die von ihnen beschäftigten und bisher von der Kranken- Versicherungspflicht befreit gc- wesenen Dienstbatcn bis späte- stcus am 3. März 1919 unter Benutzung des vorgeschriebenen Bordrucks bei uns anzumelden. Die Befreiung erlischt mit dem 16. d. M. 273 3 Für Dienstbote», deren Ber- sorgung i» Krankheitsfällen eine für solche Zwecke besonders geschaffene Einrichtung übernommen hat, crllscht die Be- frciung erst mit dem 29. Juni 1919. Diese Dienstboten sind bis spätestens am 3. Juli 1919, mit Wirkung vom 30. Juni 1919 ab, bei uns anzumelden. Neue Befteiungen finden nicht mehr statt. Mit dem 16. Februar 1919 erlischt nach§ 4 obiger Ber- ordnung auch die Bersicherungs- freiheit von Personen, die, ohne Beamtcneigenschast und ohne auf Lebenszeit oder nach Lan- desrecht unwiderruflich oder mit Anrecht auf Ruhegehalt angestellt zu fein, in Bettieben oder im Dienste der im§ 169, Absatz 1,§ 170, Absatz 1, 2 der Rcichsverstcherungsordnung be- zeichnetenArt beschäftigt werden. Das gleiche gilt für die Ber- sichcrungstreiheit der in Be- ttieden oder im Dienste von nicht äffentlichen Körperschaften Beschäftigten. Alle Arbeitgeber, die in Ber- ltn-Schöneberg ihre Bettiebs- stättc haben, fordern wir hier- mit auf, die bisher Befreiten mit Wirftlng vom 17. d. M. ab bis spätestens am 3. Mörz 1819 unter Benutzung des I vorgeschricbcncn Bororucks bei uns anzumelden. B e r lin- S ch än e b e rg, den 25. Februar 1919. Oer Vorstand. 8. Krukow, Fritz Sems, Vorsitzender. Schriftführer. SeM.Mk»KM'MM yekMlkungiltelle peklin X ll. Ztz. Cinicnftr. 83—85 Geschäftszeit von 9—1 und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, S7I4. Mnii der WWW und selzer GelcbäftsttelK Groß-Berlin X SO 16, engclufcr 15. Morgen Freitag, den 28. Februar, abends Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12: Versammlung'm: aller in den Waren- und Kaufhäusern be- schäftigten Metallarbeiter, Maschinisten und Heizer. Tagesordnung: 1. Bericht Uber' die Verhandlungen mit de» Unternehmern. 2. Diskussion. 127/14 Zahlreiches und pünftlichcs Erscheinen erwartet _ Sie Ottsoertoattung. Für unser», im besten Sinne volkstümlichen Kalender 1 "c™ suchen wir Mitarbeiter �Se Themen: Der freie Mensch(im Sinne von Gleichen-] Rußwurm jedoch volkstümlich, Umfang 360 Zehen zu 12 Silben).— Wohnungs- und Sfedlungsfrage (12 Zeilen).— Familienleben(120 Zeilen).— Gute Erzählungen(nicht über 1Ü90 Zeilen). Allgemein interessierender, illustrierter Technischer Artikel.| (360 Zeilen.)— Bedingung ist, da8..ie Arbeiten vollkommen frei von jeder polnischen Tendenz, aber im weitesten Sinne demokratisch, leichtverständlich und anregend sind und schnell gelie ert werden können. Besondere Vorschläge außerhalb obiger Themen sind I auch erwünscht. Gefl. Anerbieten mit Angabe der Honoraransprüche erbeten unier„L. J. 5627" an __ Rudolf Mosse, Leipzig. 39 6| Achtung!! Fleekfiebsrü Hersteller: Chem. Fabrik Julius Lewlsson, Berlin N 24. üeberall erhältlich! vertreter Reisend£ werden gesucht! Bekanntmachung betreffend die Feststellung des Ergebnisses der Stadt- verordnetenwahlcn am Ält. Februar ISIS. Die Feststellung des endgültigen Ergebnisses der am 23. Februar 1919 stattgefuitdenen Wahlen zur hiesigen Stadt- Versammlung wird am Sonnabend, den 3. März 1919, vormittags 19 Uhr, im Zimmer 9 unseres Wahlburcaus, Stralauer Str. 44/45, 1 Tr. erfolgen. Dies wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Berlin, den 26. Februar 1919. Der Kommissar des Magistrats. Loehning, Stadtrat. lI.-No. 396 Wahl. 19). Bekanntmachung. Die Nacheichung der dem eichpflichtigen Berkehr dienenden Meßgeräte, welche nach§ 11 der Maß- und Gewichisordnung vom 30. Juni 190844 09, SJ7 1 1 995 215 63 3 846- 890 221 46 45426- I 935 638 57 Gpezlslsrzt Dr. meä. Haedlcke Haut-, Harn-, Geschlechtsl:, Blutumersuchg., Friedrichstr. 178-183(an d. Mohrenstraße, Untergrdb.). 11-1,5-7, Stg.n-1. Möbel vermietet gewesene und neue Speise-, Herren-. Schlafzimmer, Küchen, kief.Kleider- und Wäscheschränke, Rauchtische, Kleinmöbel usw. usw. preiswert zu verkaufen. DER Lützowstraße 95. 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Sonntag'/.t: Johannisieuer. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. Tä.Iich 7>/i Uhr: Das höhere Lehen. Von Hermann Sudermann. Spielleitung: Alfred Rotter. tiansi Arnstadt. Karl Clewing. Bug n Burg. Olga Limburg. J. Falkenstcin. Emma D ebner. Rosa Valetti. Paul Bildt. Walhalla-Theater. 7'/, Uhr: August der Starke. Tiieatep de? FriedPiclistadt. Ecke Friedrich, u. fiinieuftraße. Norden 8650. Täglich 7'/� gum 140. Male: Drei tolle Tap. Operette uon gorliq. v. Mö ilendorf. Augustin, Ocorg. Caslno-Theater. LotHring. Str.37. TägI.»/.8Uhr: Der Echiaaer der Spiebicit: Das neue Berliner Bolksftück SM Mlle. Dazu erstllasstge Spezialitäten. Elg. 8'/,: VIe»eitto vame. Luisen-Theater. 71!• Letzte Aufführungen: 2» Her Strom. ÄrTBasemannsTöchtep Sonn» 9• Jtinbccootftcllima ,a9 3- 1001 Nacht. Ab I.März Abend-Anf. T�IHr. ,MWl fheater ! �rledrichslraße 218| ! Dir.: James Klein Allabendl. 7«/« U. j Sonnt. 3V3 u. 7V4| Die" Direktion: Carl Meinhard— Rudolf Bernauer Spielpl au vom 27. Februar WM 1. D. KönigMer Stt. Donnerstag, 27. 2.: Totentanz (Irene Driesch, Ludwig Sartau, Paul Otto) Freitag, 28. 2.: Die wilbente (Else Lehmann, Ludwig Hartau, Reinh. Schänzel, Ida Orloff, Ford, von Allen) Sonnabend, 1. 3.: Nlnsit UMaria Orska, Reinhold SchUnzel) Eonnlag, 2. Z. i VIe Wildente (Else Lehmann, Ludwig Hartau, Reinhold Echünzel, Ida Orloff, Ferd. von Allen.) Montag, 3. 3.: Totentanz (Irene Triesch, Ludwig Hartau, Paul Otto) bis 3. März ISIS WMfltis Erdgeist (Lulu: Maria Orska) Erdaeist (Lulu: Maria Orska) DI« tanzende Nymphe (Hanneiore: Erika Glaeßner) Erdgeist (Lulu: Maria Orska) Die S Zrantsnrter (Frieda Richard, Leonhard Saskei, Richard Leopold, Ernst Procki, Felix Roffert, Osk. Ludw. Brandt, Heinz Etieda) öerliner Theater Täglich'/�Uhr t 7341D Sterne, öie wieder leuchten I.esstng-Thenter Direktion: Victor Barnovsky 7 Udr: Der König. Freitag: Peer Cynt. Oentsrhos Künstler- Theater. Allabendlich TV? Uhr: Nachtbeleuchtung. fnllmes Theater am Nollendorfplatz. |Bülowstr. 6. Lützow 2303. Das neue Februar-Programm. Gastspiel Salzer Erstklassige Spezialitäten. in Unter d. Linden 14 5=Uhr= Tanz-Tee 7 Uhr abends das Thealep am Kotttiusep Top. Ab 1. März täal. abds. 7>/, Uhr: Die große Revue! Ueber 100 Mitwirkende! Tie lustigen Vagabunden. Sonntags 3>, Uhr u. 7'/, Uhr: 2 Aufführungen. Nachm. hat jeder Erwachsene I Kind frei. llölZd' Ermäßigte Eintrittspreise. Winter- Gatten Täglich Vis Uhr: firiele-Spielpli Rauchen gestattet I des GroJe Vaiiet6-Aus- stattungs-Schau. Pirsönl. Auftreten! I d. berühmt, dänisch.| Filmschauspielers jViggo Larsea.j Lucle Blattncr als Lieblingsfrau. I H.Horsten. Fr. Rauch! IIA arab. Springer,| lu Pyram.-Darsfell.< Battys Bärcngruppe. i Chinesische(iaukler.| Sonntags 3>, v jed[ 1 Erwachs. I Kind frei! I | Theaterk. ununterdr. f 1 geöffnet. I METROPOLl W Kabarett ! Behrenstraße 54 I Dir..- Alex Braune| Hansi Tischler Albe Holk Nana u. Fernand) Lanzigs?— Dugson Elli Qläßner Otto Röhr RobertSteidl l> o 111 Heute Donnerstag, abends 8 Uhr; Orgelkonzert Walter Fischer Mitw.: Frieda Siewert- Michels(Sopran), Hertha Jahn(Alt), Heinz Beyer Cello).• 130! D Bintriit frei gegen Ent- 1 nähme eines Programms Knrz.s Gastspiel der! Alexandra Milowanowal Sc luß-Tanz. Admlralspalast. Täglich 7'/. Uhr, I Sonntags 4 und 7 Uhr: Die Novität! Tanz-Revae. DD (iroßes Divertissement. Außerdem: Prinzessin v. Tragant |Wcr ist die Schönste■f Admirals-Elno Der Todessprung mit FmAndra Reichsiiall.-Tti8atep Abends 7'/» Uhr und x Sonntag �m.A: Lteffinsr Lnsunv's Oesls Alexanderstraße 55 I Kllnstl. Ueit. C. Heinzius| Mary Walter Llttge Carlsen Grete Bing Adolf Voigt Horwitz u. Spiro Tony u. Schlca Robert Steinel. Im Kasino: Allabendlich: Tanz. Theater für Donnerstag, cen 27. Februar. Metropol-Theater. Ccntral-Theater Jhr: Die Rose von Stamliul. Deutsches Opemkaus 7 uhr: Tiefland. Friedr.-WIlhelmst.Th. TVa Uhr: Hannerl. Das Dreimaderlhaus 2. Teil. Kleines Theater. 7 uhr: Jettclien Geberl, Komische Oper uhr2: Sehwarzwaldmäilel. Stg. 3'/.: Schwarzwaldmädel. TU Uhr: Liistspielhnna Die spanische Fliege. Weites Operettenhaus Schlffbauerd. 4a, Norden 281. ufr: Die keusche Susanne. 7 uhr io: Die Faschingslee. Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. Palast-Theater tv, uhr: Der Mikado. Schlller-Thcat. Charl. ta uhr: Die große Pause, Thalia-Theater Jfc Polnische Wirtschalt. Th. am Xollendorfplatr. 7 uhr: Woilie Lerche singt. Theater des Westens 7v.u.: Die lustige Witwe. Wallner-Theater 7'/, uhr: Geisha. Stg. P P Graf v. Luxemburg. NATIONAL= THEATER Cöpenicker Str. 68 5 Min. Jannowitzbr. TVa Nur noch bis zum 27. Februar; 7,/2 Prinzenliebe Der größte Operettenerfolg dieser Spielzeit. Sonderverg&tung bis 27. Februar(Ausschneiden) i Orchester-Sessel(statt 6.—) 3.— M. inkl. Garderobe Freitag, den 28. Februar,?>/- Uhr: Uraufführung I DJe KiNOpUppe. 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Das gr.CIrcusprogramm u. „Oberon** Freitag, 28., abends 7 Uhr: Große Gala- Wohitätigkeits- Vorsteil. zugunsten der Brigade Freiwillige Reinhard mit einem besonders zu- sammengest. Feslprogr. u.Mitwirkung der eigenen Regimentskap. u. Leitung des Musikdlrekt.Schradcr. bZum Schluß: ie bereits ihrer 175.Jubel- aufführung entgegenseh. phpSiÄ Oberon in 5 Akt. von Paula Busch. Vorverk. ohne Aufschlag Circuskasse. Wertheim, Invalidendank u, Brigade Reinhard, Neues Kriminalgericht, Zimmer 211. Grammophonplattcn n. Phouoqraphcuwalzcn, auch Bruch, kaufe hächstzahlenb. Lasse abholen. Vogt, Reukölln, Lenaustt. 28.* lAlexamler platz Skandinavia Panl Coradiui Dircksen-' str. 26 27( gegenüber. Bahnhof und das Riesen« Programm. Tanz-Palaül: Winzerlauben.-WD Tägiich großer Ball. HÄschmidi. Laufkatzen Flaschenzüge Kabelwinden Wandwinden Taukloben Drahtseilkloben Zahnstangen winden stets sof. ab Lager G. Wagner Berlin 1<( CöpcnlckerStr.J7I. Verl. Sie Prsl.V.H. ■Lombard-Haus® g H. Orafl, Leipz. 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Februar, abend» 7 Uhr: Letzte BoltSvorstellung b. kleinen Preisen rlsu-l.ehne, der Tomba-Stünner! und der Cambrai-Äömpfet. Meldungen schriftlich oder persönlich beim Jüger-Pataitton I. Ortelsburg i. Westpr. Miliärpaplere(Entlassungsschein) sind beizulegen 1 bezw. mitzubringen. Einstellung nach den bekannten Bedingungen IäLer-Sstsillvll Grat Yorck von Wartenburg (Ostpr.) Nr. 1 gez. Gercke, Hauptmann und Bataillonsführer. MW 311(9(1 für den Grenzschutz, gediente Mannschaften, Monteure, Elektriker, Motorenschlosser, Kraftwagenführer, Tischler, Sattler, Schuh- macher, Schneider, Funker können sofort in Grenzschutz Ost ein- gestellt werden.— Mobile Löhnung, Verpflegung, 5 M. tägliche Zulage.— Fahrschein durch Bezirkskommando. FIiogsr-/U>fviiung 415, Abzeichen: Goldenes Eichenlaub am Kragen. Mobile Löhnung.S M. Teuerungszulage, freie Unterbringung, Verpflegung und Ausrüstung. lirnMUnanntnoln• Charlottenburg, Gemeindeschule, Oranienstr. 13— 13, nClUuZvOiralC. dicht b. d. Schloß, Untergrundbahnstat. Wilhelmplatz. UlnnknofnllnH• Anhalter Bahnhof, Potsdamer Bahnhof, Stettiner VyCiOcalcllCil. Bahnhof, Lehrter Bahnhof, Bahnhof Alexanderplatz und Bahnhof Friedrichstraße. Berlin Friedenau- Rhein- Ecke Moselstr. Wilmersdorf, Kaiserplatz 7._ Deutsche Männer und Frauen, die gewillt sind, in ihren Kreisen für unsere Sache zu wirken, werden gebeten, ihre Adresse einzusenden an Freikorps Hülsen Abti. I. d. Charlottenburg, Berliner Straße 98 II. Es wird hiermit zur öffent- lichen Kenntnis gebracht, daß der Freiwillige Zermglln Mtz aus verlin, Perlebergcrstr. 43, den Dienst versagte, als feine Kompagnie zur Abwehr eines Polenaiigriffs ausrückte. 1835®] Freikorps Görtlh. bin 5 Jch bin diel______ Magnef lampe die Ohne Ekstfcric brennt (Jch Icuchr�- sobald an der Karte gebogen wird) , Für 2,0 Mk bm ich z,!! haben. Schreiben. Sie nur an extra billig. W.WWtnnler m. 8tür. Schrank m. Spiegel u. Wäsche-Einrichtung 1795 M. an. Küchen lasiert und farbig -573 M. an. 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Auch die unschein- barste Hilst uns in unserem Bestreben, dieses reindeutsche Gebiet, das aufs schwerste bedroht ist, dem deutschen Volke zn erhalten. Das Gebiet gehört von jeher zum Deutschen Reiche und ist bewohnt von einer««vermischten deutschen Bevölkerung. Nur die reichen Bodenschätze und die reich- entfaltete Industrie der fleistigen Bevölkerung locken die Franzosen, dieses Grenzgebiet entgegen allem Rechte von Deutschland loszureißen und sich anzugliedern. Jede auch die kleinste Nachricht aus dem jetzt besetzten Gebiet ist wertvoll. 1336® Saargebietschntz, verlui SW.««, Zimmerstr. 72/74. Zähne m. echtem Friedenskantschnk 4 M. mmmmm 3 Jahre Garantie.»WWW» Zahnziehen m. Betäubung bei Bestellung v. Gebissen gratis. Goldkronen v. 20 M. an. Spez. WmÄ? Zalmpraxis Hatvani, Lungen- u. Qalslconte. Verlangen Sie kostenfrei belehrende Broschüre über Heilmeih. ohne Bernfsstvr vr. Gedtinrdt& Cle., Berlin 117, Potsdamer Str. 10c Metallbetten, Stahlmatralzen. Kinderbetten, Polster an Jeden. Katalog frei. Etscnmvbelsabrik Suhl i. Thür. freiwillige vor! Bei untorzeidjnctcnt Truppenteil werben bringend Frei- willige für den Ereuzsd>utz Ost gesucht. Sie erhalten Verpflegung, Quartier, Bekleidung, mobile Löhnung(mindestens 30 M. monatlich) außerdem 3 M. Zulage lägtidi. Entkassungsanzug einschl. Mantel ist mäglichst mitzubringen. Abschützungswert wird zurückerstattet. Sehr willkommen würden mir die ehemaligen Angehärigen meiner Unlcrführerfchuie der Armeeabfeiinng C sein. Verpflichtung ans straffe linterordnnng unter die Führer, Achtung des privaten und militärischen Eigentums Borbedingung. Für Eisenbahnfabrt Fahrschein bei nächster Militärbehörde erbitten bezw. Anmeldung beim Bataillon durch Postkarte zur Uebersendung eiDs Fahrscheins. Meldung mit Entlassungs- papieren beim 1. Batl. III. Niederschles. Inf.-Regt. Nr. 30. Rawüsch in Posen. 1334®� Grosser, Haupsmann und Vataillons-Rommandeur. Freiwillige vor für Grenzschntz-Süd Dringender Sedors an 7ll..(S.-SchShen (schweres und leichtes M.-G.) für ZN.-G- Scharsschsitzentrnpps ans Sraftwagen. Frühere Angehörige von Älaschinengewehr- Scharssdnitzen-Abieilungen der Westfront deiondero erwünscht. Meldung baldigst im Zeniral-Werbe-Burean Gem-Kommando V. A.-K. in Gloga».„für Major Schmidt": Eintreffen möglichst vorher noch schrist- lich anmelden. Mobile Löhnung, 3 M. tagliche Grenzschutz- Zulage, freie Verpstegung und Bekleidung. Militär- papiere und Entlassungsanzug mitbringen. Fahrgeld wird zurückerstattet. 1333® Generoi-Kommando, V. A.-K. Erfahrenen schreibgewandten politischen Redakteurl sucht für sofort ZS2/20» „Volksstimmc�, Chemnitz. i----.......=■ Sciiretärgeiuci) Für Parteibureau wird zum baldigen Eintritt Setre- tär gesucht, der Barteiersahrung hat, gewandter Korrespondent ist und selbständig arbeiien kann. Sprachtenntnissc und Stenographie erwünscht. 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Halle ist völlig gesperrt; Bitterfeld und Delitzsch ebenfalls. In der chemischen Industrie liegen alle grossen Betriebe still, die ll e b e r l a u d kr ast w e r k e Cölbe. Bitterfeld und Schornewitz habe» den Betrieb ein- gestellt. Wie der Leipziger A.-�t. S.-Rat mitteilt, ist der Gene- ralssreik für ganz Thüringen erklärt. B sher haben sich 23 Städte angeschlossen. Wie aus Zeitz gemeldet wird, ist das dortige Bürger- t n m in den Streik eingetreten. In W e i ß e n f e l s ist die gleiche Massnahme geplant. Wie wir indirekt ans Halle erfahren, durchzogen heute grosse Menschenmengen die Strassen der Stadt. Zu grösseren Ruhestörunge» war es aber, wie überhaupt im ganzen Streik- gebiet bis in die Nachmittagsstnnden, soweit bekannt ist. nicht g e k o ui m e u. Die Postbeamten haben heute abend in einer Bersammung, an welcher P o st.b e a m t e, Unterbcamte. Beamtinnen, Kriegsaus- Hilfen und Tclegrammbcsteller, im ganzen etwa 3000 Personen teilnahmen, gegen nur drei Stimmen die Teilnahme am Streik abgelehnt und den Beschlust gefastt, n u r der Gewalt zu weichen. An die Reichsregierung in Weimar wurde ein Sym- pathie- unh Ergebenheitsielegramm gerichtet. Die Polizei- benmtcn haben beschlossen, sich im Interesse von Ruhe und Cvd- nung neutral zu verhalten und sich nur dann am Streik zu betei- ligen, wenn sie gewaltsam dezu gezwungen werden. Wie die„Telegraphen-Nnion" erfährt, veröffentlichte der Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat gestern in den späten Nachmittagsstnnden chlgende Kundgebung: Arbeiter! Arbeite- -rinnen! Das immer frechere Austreten der Gegenrevolution, der Mord an Eisner, die blutige Abwürgund des Ruhrstreiks, die Wei- gening der Regierung zu soziall'ierini fordert den entschiedensten Widerstand der Arbeiterschaft heraus. Die Bergleute in Mittel- deutschland sind in den Streik für die Sozialisierung gegen die Regierung eingetreten. Andere Betriebe und die Eisenbahner haben sich angeschlossen. Tie Leipziger Arbeiterschaft unterstützt diesen Streik. Tie Hot in den Betrieben abgestimmt; das Resultat ist: Z-lOlSJ für den Streik, 5320 gegen den Streik, dazu kommen die Eisenbahner, die einstimmig den Streik beschlossen haben. 40 000 Arbeiter für den Generalstreik und nur 5000 dagegen, das ist der Wille der Leipziger Arbesterschaft. Arbeiter, der Streik ist be- schlössen, er must durchgxführt werden, trotz aller Opfer, er mutz mit gewaltiger Wucht einsetzen Solidarität must geübt werden. Heraus aus den Betrieben, keiner darf sich ausschliesten. Heraus zum Generalstreik für den Sozialismus! Die Streikleitung des A.- und S.-RateS Leipzig. Wia die„Telegraphen-Union" westerhört, ist bis in die späten Abendstunden in Leipzig- alles ruhig gewesen. Auch diss Straßen- bahn verkehrte noch. Nur der Eisenbahnverkehr war schon in Stockung geraten. Die Züge sind nicht mehr abgefahren. Magdeburg, 26. Februar. Die Werkstätten- und Lokomotiv- arbester des Haupibahrhofes legten heute mittgg die Arbeit niSdckk. Der Zugverkehr erlitt starke Verzögerung. f_..... Generalstreik in Erfurt. Erfurt, 26. Februar. Seit heute Morgen herrscht hier G c u e r a l st r e.i k. Die Stadt ist ohne elektrisches Licht, die Strassenbahneu verkehren nicht. Die Arbeiter fordern: 1. Sofortige Einsetzung von Betriebsräten mit Kontroll- uud Mitbestimmungsrecht durch Regierungs- Verordnung; 2. Sofortige S o z i a ki s i e r u u g der Bergwerke uud Monopolbetrirbe; 3. Zurücknahme deS Erlasses über die Wiedereinführung der Koniiuandogcwalt; 4. Restlose Anerkennung der Arbeiter- und Sol- datenräte. Wie die„Tribüne" mitteilt, sind die Regiernngstruppeu gestern abend ans Gotha abgerückt. Zugunsten der Arbester im mitteldeutschen Kohlenrevier wird jedoch der Generalstreik in Gotha trotzdem fortgesetzt. Erfurt ist ruhig. Das verweigerte Glockengeläut. Unruhe« in Bamberg anlästlich Eisners Einäscherung. Der«Fränlische Kurier" meldet auS Bamberg: Nach einer anlätzlich der Einäscherung EiSnerS veranstalteten Trauerkundgebung lam eS zu schweren Ausscbreitungen jugendlicher Feldgrauer und halbwüchsiger Burschen. Diese zogen, um gegen die Verweige- rung des angeordneten Glockengeläutes zu pro» testieren, nach der St. Marnnekirche, dem Dom, dem erzbisitöslichen Palast und der Klosterkirche St. Jakob. Die versperrten Kirchen- türen wurden mil Beilen und Stemmeisen gewaltsam gesprengt und schwer beschädigt. Soldalen und Zivilisten drangen in die Kirchen ein und letzten die Glocken in Bewegung. Der Dompfarrer, Domkapitular Geiger, und E r z b r s ch o s Dr. v. Hauck wurden schwer am Leben bedroht. Herbeigerufene Artillerieablei- langen mit Maschinengewehren und Schutzmannsaufgebot stellten die Ordnung wieder her. �lgrarierstreik. Ter Herr Gras von Schwcrin-Putzar. In der„Anklcnner Zoitung" bietet G r a f. v. Schwerin- P u tz a r das gesamte labende und tote JiiveutarAwn chroi Mütern. zum Verkauf an wegen Aufgabe der Landwirtschaft. Der kulti- vierte Boden soll brach liegen bleiben und kann auch ohne die reparatu>.bedürstigen Maschinen und Geräte nicht bebaut werden. Ist das nicht ein Schlag ins Gesicht des ganzen deutschen Volkes. Wir haben im letzten Erntejahx Millionen Tonnen Kartoffeln und Millionen Tonnen Körnerfrüchte weniger geerntet als im letzten Friedcnsjo-br. Die Großagrarier haben diesen Rückgang auf den fünfjährige« Raubbau, unreparierte Maschinen und Leutenot zurückgeführt. Zum gröstten Teil aber tragen gerade diese Volksfeinde die Schuld an unseren inneren Schwierigkeiten. Während das Volk nach Brot und Kartoffeln schreit, baut der edle Graf v. Schwerin auf seinen besten Aeckern Lupinen für seine Fasanen und nun greift dieser junkerliche Sprötz- ling in seiner Selbstherrlichkeit zu dem Kampfmittel des Prole- tariats, er streikt. Nein, noch mehr, er ist grausamer, und blutiger, er sabotiert die Volksernährung. Und das mutz sich unser Volk gefallen lassen. Was sagt die Negiakung dazu? Jehlt es der Partei an Kräften? Urne Erwiderung. Zum Eingesandt deS Genossen Hermaim.Metzner, welcher sich angeblich auf dem Berliner Bureau gemel-det hat, ist zu bemerken, dast uns jede Art Mithilfe s.e h r erwünscht ist und auch immer angenommen wird. Inwieweit es zutrifft, dast er abgewiesen bzw. zum Flugblattberteilen angenommen worden sei, mutz erst festgestellt werden und dann auch die Art der Unterredung nftv. Das Flugvlatverbreiten must allerdings auch gemacht werden und darf meiner Auffassung nach nicht damit abgetan werden, dast man vor 8 Jahren schon Flugblätter verteilt hat, Wir haben glücklicherweis« Genossen bei uns, welche schon.vor. 20 Jahren und früher Flugblätter und Stimmzettel verteilt haben und es heute noch sehr gern tun, leider diese Arbeit für einen großen Teil Drückeberger mit machen müssen. Wenn jeder Genosse nur glaubt das machen zu sollen, wozu er sich selbst einschätzt, dann hört die eigentliche Tätigkeit ftir die Partei im organisatorischen Sinne auf. Wenn dagegen jeder Genosse sich einfügt, wird auch wieder die Lust zur politischen Beiäiigung erwachen. ES ist allenthalben schlver gesündigt worden, aber jetzt gilt es nicht nur, Kritik an anderen zu üben, sondern selbst mit Hand anlegen und praktische Vorschläge zur Mitarbeit machen. Kräfte fehlen uns überall. In jedem Bezirk, in jÄder Abteilung must der organisatorische Unter- bau ausgebaut werden, damit alle AcbelleN selbständig erledigt werden können. Mehr Parteipolitik, wie wir es früher gewohnt waren, muh getrieben werden, dazu sind wir im Parteiinteresse organisiert, dazu zwingt mis auch unser Klassenbewutztsein. Also, Genossen, besprecht überall die letzten Vorgänge, beson- dcrs auch die Anregung auf baldige Einberufung eines Parteitags, der meines Erachtens dringend notwendig ist. A u g u st P a t t l o ch. « Zum Ausfall der Gemeindewahlen in Berlin weisen ver- schiedene Zuschriften darauf hin, daß bedauerlicherweise der Pro- pagandaaus schütz Grotz- Berlin, der bei den Wahlen zur Nationalbersammlung und bei den Prcustenwahlen gute Arbeit geleistet tat, nach diesen Wahlen aufgelöst bzw. arg verkleinert lvovden ist. Ein Teil des schlechten Wahlresultats sei auch auf das Fehlen dieser Propaganda zurückzuführen. Vollzupsrat gepen vollzuysrat. Abbruch des Generalstreits in Tüsieldorf. Düsseldorf, 26. Februar. Der in der Nacht zum Dienstag neu- gewählte VollzugSrat wurde von den im Laufe des gestrigen Tage« aus derSlbutzhait entlassenen bisherigen Mitgliedern des VollzugSratS wieder abgesetzt und in Sicherheit-Hast gebracht. Nach einer von dem jetzigen Vollzugsral erlassenen Belannlmaebuna beabsichtigt er, die Geschäfte bis zu der in allernächster Zeit erfolgenden Neuwahl des Arbeiterrats und Vollzugsrars weiter zu führen. Er fordert die gesamte Bevölke- rung abermals auf, bis IpäiestenS 27. Februar mittags t2 Uhr sämtliche Waffen und Munition abzuliefern; ausgenommen sind nur die Polireiorgane. Düsseldorf, 26. Februar. Sine gestern abgehaltene Ver- s a m m t u n g befähle sich mit der Frage der Fortsetzung des allgemeinen AuSstandes und der Bezahlung der Löhne für die AuSstandsrage. In stundenlangen Erörterungen wurde immer wieder die Nnsuiriedeiibeil nckt den Vollzugs« ausichiisien des ArbeiterratS und dessen ungenügender Ver- trelung der Arbeilerinleressen bei diesem Ausstand znm Ausdruck gebracht. Der K o m m u n i st Hammer- Essen gab zu. dah der Ausstand verloren sei. und warnte die Düsseldorfer Arbeiterschaft im Hinblick auf daS abgeschlossene Abkomme» vor seiner Fortsetzung. Die Versammlung beickloh fchliehlich. dast der Ausstand bei Auszahlung der Löhne für die AuSstandstage abgebrochen werden iolle. In einer Enticklichung wurde von der Regierung Herausgabe der Geiangenen aus de» letzten Kämpfen und sofortige Zurücksiehung der RegierungSiruppen aus dem Jndiistriegeblet gefordert und betont., dah für jeden von den Truppen erschossenen Getangenen zehn Vertreter der Industrie ihr Leben lassen mühten. Auf oen Werken ist die Arbeit nur zum Teil wieder aufgenommen. Ter Bergarbeiterstreik erloschen? Essen, 26. Februar. In der heutigen Morgenichicht befand sich im Essener Revier nur noch die Belegschaft der Zeche Mathias StinneS 1, L. 3. 4, und im Recklinghauier Revier, die Belegschaft der Zeche Vereinigte Welheim im Ausstand. Im Ibrigen ist der Ausstand im Ruhrgebiet als beendet zu betrachten Auf einzelnen Zechen streikt nur noch ein ganz geringer tzegtsatz der Belegschaften. In der heutigen Frübschichl st sich die Zahl der Ausständigen inögefamtaufeti OMann. Korps hülfen in DÄ Lebhafte Befchtverde Gegen die Art, wie das Korps Hülsen öberltz seinen Ei»- zug vollzog, erheben die SbrechuusigSkoc. tzoS des Ersatz- Bataillons des I.Garde-Fuh-Arlillerie-RegimcK. hesligeBeichwcrden. Ihnen war aufgegeben worden, bis zum tS. Februar Platz zu machen. Da e« ihnen nicht gelang, bis dabin ihren Umzug zu be- werkstelligen, seien sie kurzer Hand in brutalster Form an die Luft gesetzl worden. Ihr groher Apparat— es waren u. a. nichl weniger als 250 Schreiber beschäftigt— wurde dabei schwer beschädigt, die unersetzlichen Rentenversorgungsakten der Kriegsbeschädigten wurden vernichtet, die Beschäftigten obdachSloS gemacht. Die Kommandos wurden einfach ohne Grund als aulsässige.Spartakisten' behandelt, ihre rote Fahne wurde entfernt. auS dem Soldatenheim ein Offiziers- heim gemacht. --- Diese Vorgänge riefen bei den Beteiligten starke Entrüstung hervor, die sich in der an uns gerichteten Zuschrift Luft macht. Haben sie sich wirklich, wie geschildert, abgespielt, so find sie aufs scvärfste zu verdammen. ES muh unbedingt dafür gesorgl werden, dah die FrerwilligenkorpS überall nur ihre Pflrchr tun. eS ober auf? strengste vermeiden, überflüssige Reibungen zu erzeugen. Die Energie, mit der die Schaffung einer leistungsfähigen Truppe stn die Hand genommen wurde, muh sich auch nach dieser Richtung erfolgreich beiatigeul Vollversammlung öer /l.- unö S.-Räte Groß-Serlins. �Fortsetzung aus der Abendausgabc.) Die namentliche Abstimmung über den Antrag, die Neuwahl des Vollzugsrais auf die Tageeordnung zu setzen, ergab die An- nähme des Antrages mit 437 gegen 360 Stimmen. Die Unab- bängigeu nahmen das Abstimmungsergebnis mit lebhaftem Bei-- fall auf. Berg sKommunist) beantragte zur Tagesordnung,, mindestens alle 14 Tage solle eine Vollversammlung abgehalten werden. Dieser Antrag werde aus demokratischen Gründen gestellt. Der BsllzugSrat solle nickt allein bestimmen, die Vollversammlung solle nicht allein bestimme», die Vollversammlung solle mitentickeiden.— Ein von S r r a s s e r bäude, »i tvelcheS sich die Angeklagten im«nschluh an eine Demonstration begeben halten. Auch in diesem Falle will keiner der Angeklagten, obwohl sie mit Waffen versehen worden waren, geschossen haben. Das Gericht kam bei der Mehrzahl der Angeklagten zu einer Freisprechung. Verurteill wurden Schulz zu acht Mo- naten, Boges zu neun Monaten. Schwarz zu acht Monaten, Ramrath und Leder zu sieben Monaten Gefängnis. Neun Eichhorn-Gardisten wurden verurteilt und zwar Dreher Fritz Göhlich zu ein I o' r Gefängnis, Dreher Fritz Dvbrileil-, Sticker Rodert G ra n o w S li, Ankerwickler Georg Heydebreck, Schlosser August Schubroth, Graveur Wilhelm Vogt zu je neun Monaten und Schlosser August Reinert zu sieben Mo- naten Gefängnis. Freigesprochen wu, den Preß- vergolder Georg Kaufmann und Buchhalter Georg F a n d r e. Inöustrie unö Sandel. Konzentration i« der Branindustrie. Die'Ä ch u l t h e i h- B r a u e r c i A.- G. beabsichtigt die lieber- licchlne der Brauerei Pfeffer berg(vvrm. Schneider n. Hillig) A.- G m der Weise, dah für die 2,8 Millionen Mark Aktienkapital der Psefierbergbrauerei nom. 2.1 Millionen Mark Aktien der Schult- heist-Brauerei A.-G. ausgegeben werden. Zu diesem Zwecke soll das Ahienkctprtal der letztgenannten Geselljchcrft nm 3-Millionen auf insgesamt 19 Millionen Mgrk erhöht werdem Mit dieser Er- Werbung bringt die Schultheth-Branerei A.°G. auch den entscheiden- den EinslllH über die Germania-Brauerei, deren Aktien sich zu drei Pierteln m den Händen der Psesfevberg-A.-G. befinden und die im Jahre 1916 mich ihr Liesernngskontingent cm die Psesse'.- berg-A.-G. abgegeben hat, an sich Die Verschmelzung bedeutet also einen erheblichen Sckritt weiter NntftÄmr Wege znr Korrzentration der norddeutschen Brauindustrie, an. der bekanntlich die Schultheiß- A.-G. schon ans früheven Jahren her großen Anteil hat..Ihr letzter Erwerb wqr die Uebernahme der Spandanerbcrg-Brauevei. Heber die neue Verschmelzung werden die beiden Slesellschaften in außer- o. deutlicher Generalversammlung am 22. März Beschlutz fassen. Letste Nachrichten. Ansirisistaktik Trovkis. Haag 26. Februar. tHN) Aus London wird gemeldet: Seit- dem Trotzki zur V e t t« i dig u n g von Petersburg zum An- griff übergegangen ist, wird an der est ländi scheu Front heftig gekämpfk. Trotzki sucht seine aus 32 Bataillonen be- stehende Macht auf der ganzen 150 Kilometer langen Front zivi- scheu Narwa und Marienburg vorwärts zu bringen. Mehr als 1000 Granaten sind in die Stadt Narwa gefallen, doch gelang es den Bolsckzcwisten nicht, die Stadt zu erobern. In der Nähe von P s k o w unternehmen die Bolschewisten fortgesetzt Angriffe, doch leistete das nordrussischc Korps hartnäckigen Widerstand und hat Kriegsgefangen- gemacht und Maschinengen.'ehre erbeutet. An» fangs versuchte Trotzki hier eine leidliche Entscheidung zu erzielen, damit er seine Hände für seine Operationen in Finn- land freibekomme. Er hat inzwischen mitteilen lassen, daß er keinen Streu mit der bürgerlichen Regierung in Finnland wi'istsche. nur soll Finnland sich unterwerfen und auch seinerseits nichts gegen die Sowjetregierung unternehmen. Die Finnen, die in Petersburg leben, wurden aufgefordert, sich zur Verteidigung der .Stadt zu melden, GewerkschoflsbewMng �ahresgeneralpersammlung öer Sattler. In der Generalversammlung des Verbandes der Sattler und Portefeuiller lOrtsverwaliung Berlin) gab der Vorsitzende Schulze den Geschäftsbericht für das Jahr 1918. Er sagte unter anderem: Die Kriegsze.it hat die schärfsten Gegensätze in der Lage des Sattlergewerbes Hervorgeruten. Sie brachte zu Anfang eine schwere Krise mit grzcher Arbeitslosigkeit. Dann folgte eine märchenhafte Hochkonjunktur, die neuerdings von einem ungeheuren Tiefstand abgelöst worden ist. Kein anderes Gewerbe bat solche Schwankungen durchgemacht. Was nun das Berichtsjahr sejbst betrifft, so ist die Verschlechterung der. Arbeitsgelegenheit nicht so stark fühlbar geworden, weil die im Sattlergewerbe überschüssig gewordenen Arbeitskräfte noch in anderen Zweigen der Kriegs- industrie Beschüftignng fanden. Aber seit einigen Monaten ist die Z�bl der Arbeitslosen im Sattlergewerbe ständig gewachsen. Seit dem S. November haben sich auf dem Arbeitsnachweis 3500 arbeitslos» Kollegen einschreiben lassen. Rund öl) Prez. der Mitglieder sind zurzeit arbeitslos. Es ist nicht abzusehen, wann sie überhaupt wieder im Sattler« gewerbe beschäftigt werden können. Daß die während des Krieges in das Gewerbe Eingetretenen wieder in der Sattlerei Arbeit finden, daran ist gar nicht zu denken. Die Militärarbeit für Deutsch- land wird in Zukunft keine nennenswerte Rolle mebr spielen, und die früher in erheblichem Umfange für das Ausland gelieferte Militärarbeit hat natürlich auch ein Ende. In der Portefeuiller- und Reiseartikelbranche, die zwei Drittel der Berufsangehörigen beschäftigte, ist an einen Aufschwung vorläufig nicht zu denken, denn es ist nicht leicht, die ausländischen Absatzmärkte Wiederzuge- Winnen, auch fehlt eS für längere Zeit noch an Rohmaterialien, die größienteils vom Auslande bezogen werden müssen. Mit Rücksicht darauf ist jedem jungen Kollegen zu empfehlen, wenn er auswärts Arbeit finden kann, davon Gebrauch zu machen. Ter Redner gab eine Uebersicht über die während der Kriegs- jähre crreichieil' Lohnaufbesserungen � und sagte, wir würden die jetzigen Lohnsätze gern nnt den Stundenlöhnen von 50—70 Pf., die wir vor dem Kriege hatten, vertauschen, wenn wir auch im übrigen die Verhältnisse wieder bekommen könnten, die wir in den Jahren 1913 und 1914 halten. Am Anfang des JahreS hatten wir 2005 männliche und 1674 weibliche Mitglieder. Am Jahresschluß betrug die Zahl der männ- lichen Mitglieder 3904, der weiblichen 1132. Di? Zahl der männ- lichen Mitglieder hat sich demnach um 1299 vermehrt, die der Weib- lichen ist um 542 zurückgegangene Diese Verschiebung ist darauf zurückzuführen, daß auf der einen Seite die weiblichen Arbeitskräfte, die in der Mllilärbranche beschäftigt waren, aus dem Beruf aus- geschieden, auf der anderen Seite die Mitglieder aus dem Heere zurückgekehrt und' nach der Revolution viele Neuaufnahmen ge- macht sind. Aus der Kassenführung ist zu bemerken, daß während der Kriegszeit 123 044 W. als Unterstützung an die Familien der Kriegs- teilnehmer gezahlt worden sind. Seil Einführung der öffentlichen Erwerbslosenunrerstützung hat die Verbandskasse für Rechnung der Stadl Berlin 700000 M. Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt. Die Finanzlage ist augenbiicktich derart, daß die Ausgaben möglichst eingeschränkt werden müssen, da�an. eine Beitragserhöhung vorläufig nicht zu denken ist.— Zum Schluß bemerkte Schulze, zu der Zeit, als die Presse und die Redefreiheit geknebelt waren, babe man es verstehen können, daß die Kollegen ihre politischen Er- örterungen in die gewerkschaftlichen Versammlungen verlegten. Jetzt aber sei dasür kein Grund mehr vorhanden. Es bestehe volle Freiheit für alle politischen Richtungen. Der Partrrstrett sollte deShulb aus den Gewerkschaften ferngehalten werden. "'/Daß die Mahnung keinen Erfolg hatte, zeigte die Debatte. Der erste Redner, ein Anhänger der unabhängigen Sozialdemokratie, verurteilte scharf die Politik der Mebrheits- sozialistcu, griff die Gewerkschaftsführer an und beantragte, daß die An- zeigen des Verbandes, die jetzt im„Vorwärts" und in der„Freiheit" er- scheinen, nur noch in der„Freiheit" veröffentlicht werden und daß in der nächsten Versammlung ein Vortrag über das Rätesystem gehalten unddie Neuwahl der ÖrtSverwaltuug auf die Tagesordnung gesetzt werde. Auch der zweite Redner sprach sehr scharf gegen die Polliik der S. P.-D, Dann trat ein Anhänger der letzteren, oft von lärmenden Zwischenrufen unterbrochen, de» beiden Unabhängigen entgegen. Darauf erklärte der Vorsitzende Schulze: An meiner Geschäftstätigkeit ist keine Kritik geübt worden. Aber meine politische U eberzeug ung, meine Weltanschauung sind fortgesetzt angegriffen worden. Das habe ich satt und hatte des- halb in einer Vorstandssitzung erklärt, ich irrte von meinem Posten zurück, damit die Kollegen den, den fie für geeigneter halten, an meine Stelle fetzen können. Der Vorstand, der fast zu gleichen Teilen aus Anhängern beider sozialdemokratischen Parteien besteht. ersuchte mich, im Amt zu bleiben. Ich hatte mich dazu bereu erklärt. Nach dem Verlauf der heutigen Versammlung spreche ich hiermit meine Kündigung aus. In der nächsten Versammlung kann die Neuwahl der Ortsverwaltung vorgenommen werden. Die weitere Diskussion wurde hierauf vertagt. Luxemburg in schamlosester Weis» angegriffen und politisch in den Schmutz gezerrt wird in der sehr durchsichtigen Absicht, die Weiterexistenz des genannten Orchesters zu unter- minieren. Die Versammlung ist der Anficht, daß die Kunst ohne Rücksicht auf poliiische Gesinnung und Hallung jedem zugänglich fem müsse, der sich an jie wendet und daß eine Ablehnung zur Milwirkung' bei der in Rede stehenden Feier geradezu ein Vergehen des Blllthner-Orchesters gewesen wäre. Sie spricht daher diesem Orcbester für sein künstlerisch wie pietätisch durchaus einwandfreies Verhalten ihre Anerkennung und ihren Dank aus und erklärt sich mit ihm vollkommen solidarisch. Vereinigung der Rcchtsanwaltsangestcllten. In der unter obiger Ueberschrift veröffentlichten Zu'chrifl des Verbandes der Bureau- angestellten in der gestrigen Morgenausgabe des„Vorwärts" muß es heißen:„Die Mitglieder der Ortsvereine Groß-Berlins dieser Verbände sind fast restlos dem Verbände der Bareauangestellteu beigetreten" und„Die Gewerkschaft der Rechtsanwaltsangestellteu ist der„Verband der Bureauangestelllen", nicht„die andere". Nationalversammlung oder Rätesystcm? Dieses Thema soll in einer am Freitag, den 23. Februar, nachmittags 2 Uhr. Turm-, Ecke Strpmstrüße, stattfinden dsn politischen Betriebsversammlung der feiernden Arbeiter aus der Spandauer Gewehrfabrik von einem Referenten und Korreferenten behandelt werden. Tie Beamtenkonkurrenz und die organisierten Zivilmusiker. Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Zivil- musiker Deutschlands nahm in ihrer diesjährigen Mitgliederversamm- lung nach einem vom Genoffen Ritler gehaltenen Vortrag über .Grundgedanken der Gewerkschaft." die Berichte des Vorstandes, der Rendantur, über Konkurrenzsragen, Agitation und Ensemblemusikcr- fragen entgegen. Die Bureauräume befinden sich jetzt im Vorder- haute Kaiser-Wilhelm-Str. 31, wo auch die Annahmestelle für Musik- oufträge ist. Die bisherigen Räume werden restlos für Zwecke der Bibliothek eingerichtet. Den Mitgliedern steht hier jede Art Lese- stoff.znr Verfügung, auch ist für Schrcibgelegenheit usw. gesorgt. Der kleine Börsenraum wird weiter wie bisher den ständigen Eniembles und Kapellen für ihre täglichen Proben zur Verfügung gestellt. Einen breiten Raum nahmen die Verhandlungen über die be- stehende Beamtenkonkurrenz ein. Diese Konkurreiiz übt noch immer einen schädigenden Einfluß auf die Bestrebungen der Organisation, die Lage der Musiker zu verbefiern. Tiefsie Eni- rüstung löste bei den Anwesenden die Mitteilung aus, daß in den Reichshalleu und im Apollo-Theater noch immer Beamte beschäftigt werden. Im erstereu Lokal erhalten die Beamten eiue Be- zahluug von 165 M. pro Monat. Das Anerbieten der Ortsverwal- tung, den Reichshalleu ein Orchester ans Zivilinusikern für die Gage von monatlich 3!0 und 300 M. pro Monat und Musiker zu stellen. wurde von Herrn Meysel als zu teuer abgelehnt. Die Versamm- lung beauftragte den Vorstand, alle Mittel in Anwendmrg zu bringen, um die unwürdige Konkurrenz der Beamten ein für alle- mal auszuschalten. In einer einstimmig angenommenen Resolutioir wendet sich die Versammlung gegen den in der„Tägl. Rundschau" und der„Deutschen Mililärmusiker-Zeitung" veröffentlichten,„Das Spartakisten-Orchester" überschriebenen Artikel des ehemaligen kgl. Musikdirektors, Vorsitzenden des Berliner Tonkünstlervereins Adolf Göltmann, worin das Blüthner-Orchesler und dessen Dirigent Scheinpflug wegen der künstlerischen Mitwirkung dieses Orchesters bei der Gedenkfeier für Karl Liebknecht und Rosa Soziales. Eine Verordnung über die Krankenversicherung vom 3. Febvunr d. I. regelt die Versicherung der in öffentlichen . Diensten tätigen Personen. Während bisher alle in Betrieben | oder im Dienste des Reiches, eines Bundesstaates, eines Gemeinde- i Verbandes, einer Gemeinde oder eines Versicherungsträgers, einer Innung, Kirchengemeinde, Erwerbs- und W i rtschaftSgenossenschaft j Beschäftigten verficherungsfrei waren oder auf Antrag befreit 'Ivevdcn konnten, gilt dies künftig nur noch für Beamte und füv auf Lebenszeit oder nntviderpuflich oder mit Anrecht auf Ruhe- gehctlt angestellte Beschäftigte(§ 169 R. V. O.j. Tie Befreiung der nur zu einem geringen Teil Arbeitsfähigen von der Vensiche- rung(K 173 R. V. C.) wird eingeschränkt auf Invaliden und Jnvalidenrentner. Für die Landwirtschaft. irerden neue Befreiungen von der Versichoriungspflicht gemäß 8 418 R. V. O. nicht mehr zugelassen, ebensowenig für Dienstboten auf Grund des 8 435. Für letztere erlischt die Befreiung mit dem 29. Juni 1919, für crstere mit dem 31. Dezember 1919. Ter 8 �18 der R. V. C. (Ueiberweisung von Arbe! tgebeNbeitragen für Ersatzkasienmitglied-er an die Krankeniasse) wird astfgehobcn, die über die BeiiragSab-. sührung erlassenen BundcsraiSverordnungen erlöschen mit dem 21. Juni 1919. Lehrer und Erzieher an Privatschulen oder An-. stalten können nach wie vor von der Versicherungspflicht befreit iverden. Tie Verordnung trat am 10. Februar d. I. m Kraft_ (vgl.„ReichSansciger" Nr. 39). grauen-Leseabenüe. Treptow. Frauenlesea�benl am Freitag, den 28. d. Ä.. bei Eberl, Graetzstraxe 1, Uhr. ivchrijtitcllerin Genossin Adele Schreiber- Krieger spricht über:„Mutter und Kind im neuen Deutschland'. Verantwortlich für Politik Artur zickler, chharlottenburg, für den Übrigen Teil des DlatteZ:'IUI red Scholz, Ncutdlln: Kr Anzeigen: Theodor Alo-tc, Verlin. Verlag: VorwärtS-Verlag E. ar b. H., Berlin. Druck: VorwärtS-Buckdruckerei und LeriagSanstaU Paul Singer u. Co. in Berlin. Lwdenltratze 2. Hierzu 1 Beilage. Papier waren Federhalter{aschen0 OC 0_A gefüllt....... IfiS Schreibhefte mit on 0«n dopp. Linien, Stück Pf- Oft. Brieftasche mit Notftbucii. ,1.40 Federkästen Holz, doppelt. 90 Pf: Schulbleistifte stück 12 oü, 1.35 Zigarrentaschen.....: 3.20 Aktentaschen....... 15.00 fÄkMund!üd,er2.40 3.50 IVA# OlUCN w T Papier-Läufer____ steck 75 Pf Papier-Tischtüchen 2oxi3o 1.55 Papier-Tischtücher 1_A mit 1 2 Mundtüchern, l 20X 1 20 cm 1./ ü Papier-Tischtücher 0 fin mit 12 MundtCchenii 120X200 cm /.OÜ Butterbrotpapier 100 Bogen 1.40 Butterbrotpapier uo�en 1'90 Toilettenpapier.,. Roiie 55 Pf. Feste Eierkarion für 60 Eier 4.70 AWFRIHEIM Photographimche Magazin- Kamera six?. mit Kassetten... 18.50 Rollfilm-Kamera 6/6 26.50 6/937.00 övi 1 45.00 Ememann-Kamera 9x12, für Platten. Fdmpack.. 32.50 Celloidin-Postkarten glänzd.od matt.l0St.75Pf. 100St 6.50 A. W. Trockenplatten 9X12........... Dutzend 4.7 5 Piiotogr. 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