Itt.llO. 3f>.3rtltr#. >ve,uqSvrrtS: Sterten ä 6t 1 7JSO'iL monftti 2 50 Jf!. ireitn» Hau« �orauseah'bai Sii�cine Rummeni Ii üiennio. t!vi!be,uix Momiil.«. 50 Ml. ntL AuIteLunqS» jcbüöi Umei.«reu-band'ür Deiulch. and u. Oeftmeit6.Unflani.75 Mf. lüt das flbrflr tUK-lond 75 i'ii de: iftqltd) eininaltnei tulleUunc? 76 JTiL Softboiieuunaen ncbmcn in£äne> mar< Hob and SiuicmOtitn Scftroebcn and die Schwei, Slngctiaqei: m die Sa>i. eilunos- breiel Ile Der.Sorwaas' en ch e> nl woch eniSgltch tweuncn-o:.niaa euimaL leleqram,:-»siene: .Sozialdem-keai iHcrilB'. Morgen Ansgake. Berliner Dollislrlnti. ( 10 Pfennig ™ 1 ZJ Ali.'ilienpri'.S: Die atfitOi''BiUcne WonbareiHetcfle iostei 1,20 Mk.„Uleme Hn*eiqcn", daZ'etiaeoi uckie Äon 50 iüg..,u:äsftq 2 rettqcSniitle ikonei.>edc< wdlere ®or 25 l'fq. Stelle nqetuche und Echlafileuenanzeiqeii das erüe Won V- SfB- lebet weitere War! 20 btft. Sorte übet 15 Buchstaben>ät)ic''fit zwei Sorte leuerunqz,»Ichiaa 5V°> Kainilien-Snzetqen, bolltiickie und eewer"chaitliche Bereind» Stn, eigen. 1,20 Mk. die Zeile,»inzeigen'ür die nächste Kummer Müllen die 5 ihr nachmiuage im vaupigeichüsl Berlin SW. 55. fiinoenltraiie 5 aoieoeben «erden. Kedlfuel eo» S Udr ftfih bi£ t> iU)i cbenbä. Zentralorgan der rozialdetnokratifcben Partei Deutfcblands. Neügktion und Expedition: EW. bS» �indenstr. 3. aernivreeiter: Ami Morivplav. Sir. 15190 15197. Sonnabend, den 1. März 1910. Vorwarts-Veriag G.m.b. H., SM. HS, Linöenstr.Z. ZZernIprechrr: Amt Äiortiiplan. Sir. 117 5."— 54. euer Sturm in Neuer putsch in München. Versuchte Sprengung des Nätckongresses. Erklärung der Mehrheitssozinlisten. München, 28. Februar. Im Rütekvnllreß erfvlqte »och keine Alisiiuimung über den Antrag betreffend Landtag, Rate- .ooevf e-t.m i kongretz, Regierungsbildung. Eine Gruppe der sozialdemokratischen Stuttgart,-.3.?«fr6runr. �.oß»?lr«e Stuttgarter � M�hrhrttspartei hat heute eiire Erklärung abgegeben: Tce Antrag Tagblatt" meldet aus München: Heute nachmittag drang am Schlus, einer Rede, die Minister Nnterleitucr im Ar- bcitcr., Bauern- und Soldatcnrat hielt, Plöblich ein Mann mit zwei vorgehaltenen Revolvern in den Saal und schrie: Hände hoch! Ihm folgten zwei tvcitcrc Mann. Eine ungeheure Panik brach aus? dir Auschancrtriüüncn wurden sofort geräumt, die Wachen eilten ebenfalls sofort herbei. Dr. Levirn, Mühsam, Lan- d a u c r und noch ein Verfechter der Rätcidrr wurden der- haftet. Tie Wache im Landtag wurde sofort verdop- p e l t und niemand mehr ängrlassen. Alsbald sah man grösicrc Abteilungen von Soldaten, auch berittene, auf dem Wege zum Landtagsgebäude. In allen Straften wurden Plakate angeschlagen, u. a. unterzeichnet vom S t a d t k o m- Mandanten und vorläufigen Militärminister und von der sozialistischen Mchrheitspartei, worin die Le- völkrrnng aufgefordert wird, die Gewaltpolitik von Dr. Levien und Genossen abzuschütteln. Wie es hcistt, sind Dr. Levien und Genossen bereits wieder freigelassen worden. München, 28. srebrnar.(Meldung der TU.) Im Rätckongrrst� sprach beute nachmittag Minister Unter- l e i t n c r über die Kommissionsbrratungcn zum Antrag Lanboiirr-ssfechenbach. Kaum hatte er ansacsprochen, da dran- gen Soldaten mit Revolvern herein und riefen: „Alles Hände hoch?" Man folgte. Die Tribünen muß- ten sofort geräumt werden. Levien und Mühsam w u r den verhaftet und hinan sgeschleppt. Später wurde erklärt, die Soldaten seien von Offizieren aufgehetzt worden. Im Hause erhob sich ein furchtbarer Sturm. Toller protestiertc gegen die Berlebung der Im- muni<ät der lstongrestmitalieder. Man bcschlos; einstimmig, die sofortige Ireioabe Mühsams und Levirns zu verlangen. Da erschien ein Mann von der Wache und erklärte, dast die Landtaaswache es gerade noch fertiggebracht habe, dir bei- den Verhafteten wieder frei zu bekommen. In der Pranuer Strasse versammelte sich während dieser Vor- gäuae zahlreiches Militär, darunter Berittene, das sich ziemlich feindlich gegenübersteht. Die Truppen nur die Einigung stören, die sich in München zwischen Mehrheit und im Landtag üben die Bewachung des Nötekongresses ans, Unabhängigen vollzogen bebe. Die obige Anfrage zeigt wohl zur drnnsscn befinden sich aber anders gesinnte Trnp-i Genüge, daß unsere Münchener Mehrheitsgenossen über das Ätten- Pen. Im Rätckongrcss wurde ein P'akat, angeblich von der-!at im Sairdtag genau so denken wie wir. Sie zeigt noch bayerischen Volkspartei bekanntgegeben, das per- 1 mehr, nämlich daß unsere Schilderung noch viel zu milde langen loll, das, der Rätckouarrsz gesprengt und■ war. SMcht weniger als drei, wenn nicht gar vier Mitglieder der alte Landtag einberufen werde. Wie sich die i veS„revolutionären Arbeiterrates' haben sich aktiv mit Sache weiter entwickeln würde, war um 5 Uhr nicht voraus- i �ch �!i J; u an der Bluttat beteiligt, die andern halten zusehen. Immerhin war eine gewisse Beruhigung ringetrrten, d schützende Hand über die Täter. Die Münchener | Gewalthaber aber haben all das, was in der Anfrage steht, bisher der Ocffentlichkett sorgfältig verheimlicht. .Freiheit' und.Rote Fahne' haben im Falle Liebknecht- � Luxemburg den„Vorwärts' zu verdächtigen gesucht, obwohl wir i vom ersten Tage an strengste Verfolgung und Bestrafung der Täter gefordert haben. Die selb st aber stellen sich schützend vor die Münchener Mörderbande. Die„Freiheit' beschimpft uns, weil wir die Mörder entlarvt haben! Dws sei hier fe st gestellt! Fcschrnbach-Landnuer beseitige die Souveränität d e S Landtages, v c r fi o fj e gegen die Demokratie, gebe nicht die geringste Gewähr für die Ausrechterlialtvng der politischen Freiheiten. Die jcht verkündrten Grnndsäye mühte» eine tief greisende Spaltung des Volkes in Bauern hervorrufen und macht die Bildung einer festen, verhandlungssähigen Regierung unmöglich. Dies sei aber für die Urberwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten absolut notwendig. Die Morötat ües revolutionären Arbeiter- rotes. Eine Anfrage an den Rätekongrest. Die Mchrheitssozialisten haben im Rätekongrcs, nach Meldung des.B. T.' einen Antrag eingebracht, der über folgende Punkte Aufklärung verlangt: 1. Ob der dem revolutionSecn Arbeitcrrat angehörende Attentäter des Ministers Auer, gleich Graf Arro-Valley unter sicherer Bewachung sieht und wie weit das gegen ihn seitens deL ZcntralraiS eingeleitete Verfahren gediehen ist? 2. Ob der Mörder des Abgeordneten O s e l, der ebenfalls dem revolutionärcu Arbciterrat angehört, verfolgt und zur Rechenschaft gezogen wurde? 3. Ob der Mörder des Majors G a r r e i S ebenfalls "dieser Gruppe angehört und verhärtet wurde? 4. Ob der aus dem revolutionären Arbcitcrrat«n den Zentralrat delegierte Genosse H a g e m e i st e r, der nach dem Attentat auf Minister Auer von der Tribüne auS in den Saal rief:„Das ist die Nacks des Proletariats I', bereit ist, den Namen de? ihm bekannten Genossen au? dem revolutionären Arbeiter- rat belanntAugeben, der von der Tribüne in den Saal schoß? S. Der Kongreß hat ein Recht zu wissen, ob nicht etwa politische Mörder sich in seiner Mitte befinden. Ms wir hier im„Vorwärts' das erstemal feststellten, daß die Bluttat tm bayerischen Landtag planmäßig vom r e v o l u t i o- närcn Arbeiterrat ausgeführt worden ist, da konnten die „Freiheit' und die„Rots Fahne' nicht genug Entrüstung über diese ..Verlenmdung' aufbringen. Die„Freiheit' behauptete, wir wollten so dass der Rätekonarcss hoffen konnkr. henfe noch weiter arbeiten zu können. Tic.Kommission beriet nm diese Aeit nenerdinssS und man battc die Hosfnnna, das, eS ihr möglich fein werde, die Resultate später bejfannt zu geben. Die Meidungen geben noch keine genügende Klorheit über die Situation, sie zeigen ober, daß d'ese ä u tz e r st g e» spannt ist und neue Stürme zu erwarten sind. Un'er Vernich, telephonische Erkundigungen einzuziehen, mißlang, do der Telephonverkchr nach München unter- brachen ist. W?V meldet weiter: Der Vorsitzende des Soldatenrats Sauber erklärte, daß hinter dem PnHch weder die Mehrheit noch die linken Sozialisten stehen. Es scheint eine bestimmte Verlan- lichkeit dahinwr zu stecken. Man will provozieren! Die drei Genossen müssen sofort wieder herein. Nur so kann der Bür- gerkrieg verhindert werden. Präsident N i e k i s ch: Es muß aufs schärfste verurteilt werden, ein M'tglied ans dielem Hau''? heraus zu verbasten. sTobende Austimmung.) Hier- aus protestierten noch weitere Redner energisch geaen die schwack'volle Handlung und die Verletzung der Immunität von Mitgliedern des Ratekonaresses. Noch einer Viertelstunde er- sch'en Dr. Levien und Mühsam wieder im Sitzungssaal. Sie waren ans Intervention von Mitgliedern des.Hauses von der Wach? wwder freigelassen worden. Bei ihrem Erscheinen im Saal wurden üe stürmisch begrüßt. Es wurde sofort eine Unter'uchnngskommlssion eingesetzt. Die Sitzung wurde unterbrochen. Nürnberg, 28. Februar. Die gesamten Nürnberger Garn lonen erheben nach der„Frkf Ztg." schärfsten Einspruch gegen die Diktatur der Münchner Minderheit. Regierungstruppen in düj?elüorf eingerückt. Flucht der Spartakisten. Münster, 28. Februar. TaS Generalkommando teilt nachmittags 5 Uhr mit: Die RegierungStruppen sind heute vormittag in Düsseldorf eingerückt. Das Sländchaus und die Vohi'hiifr sind befrlit worden. Tie 0 a n p t r g d e l s s ü h r e e der Spartakisten find entkommen. Im übrigen herrscht Ruhe. Weiter wird gemeldet: Die RegierungStruppen besetzten die Sammelplätze der spartakistischcn VclkSwchr, welche eilig f l ü ch- teten. Große Mengen Waffen und Munition und die Liste sämtlicher Volkkwehrmänner wurden beschlagnahmt. Der Eindruck des raschen Sieges der RegierungStruppen ist stark, der Jubel der Bevölkerung über die Befreiung äußert sich laut. Die meisten «varlakssteiirührer und revolutionären Größen darunter der sogen. Oberbürgcrmezster Dchmittgen, sind geflüchtet. Das meistgehaßtc Vollzugsratsmitglicd e I soll auf der Flucht aus einem Kraftwagen herausgeholt worden sein und so untrüg- liche Beweise de.r BolkSwut davongetragen haben, daß er mit s ch w e regt Verletzungen von Soldaien geborgen wurde. Frau l�/ch e l und ihr Sohn find einstweilen o e r h a f t e t. Zur Lage in Ssrlin. Für einen Massenstreik auch in Berlin wird von den Spartakisten eine ungeheure Propaganda getrieben. Man sagt den Arbeitern, es bandle sich darum, der Unzufrieden- heit mit den gegenwärtigen Verhältnissen Ausdruck zu geben und die S o z i a l i s i e r u n g durchzusetzen. In Wirklich- keit handelt es sich um einen Plan, die demokratische Ver- fassnng zu stürzen, die preußische Nationalversammlung gleich bei ihrem Zusammentritt nach bayrischem Muster zu sprengen und für ganz Deutschland die Räterepublik auszurufen. Die Unabhängigen spielen das geioohnte Spiel. Sie sind zwar, wie sie sagen, keine Anhänger der Räterepiiblik, aber sie tun nichts, um ihr 5tommen zu verhindern, sondern beteiligen sich eifrig an ihrer Vorbereitung. Man sagt den Arbeitern, bei dem geplanten Massen- streik handle es sich um eine friedliche Demonstration. Eine solche wäre nur möglich, wenn die Arbeiter nicht mir Gewalt zum Verlassen der Betriebe gezwungen werden sollten, solche Entsagung der Streikfanatiker kann man aber nach den bisherigen Erfolgen nicht erwarten. Fried- lich ist die svartakistische Minderheit nur, wenn sich die Mehr- heit ihr stillschweigend unterwirft, sonst steht sie auf dem sehr militaristischen Standpunkt, daß Widerstand mit Ge- Walt gebrochen werden muß. Ein von den Spartakisten ge- schobener Streik würde also eine neue erhebliche Gefahr für Menschenleben bedeuten. In der Arbeiterschaft herrscht eine lebhafte Unzufrieden- heit und ein starkes Drängen nach sozialistischen Taten. Das ist begreiflich, und es ist selbstverständlich, daß auf diesem Gebiet alles geschehen nniß, was jetzt geschehen kann. Mäg- lich, daß die Sozialdemokraten in der Regierung auf diesem � Gebiet etwas mehr Jnitiativkrast hätten entfalten rönnen. Wenn aber die Unabhängigen das Verhalten der Regierung in Grund und Boden kritisieren, so muß daran erinnert werden, daß es gerade die Unabhängigen waren, die unmittelbar nach der Revolution zur äußersten Vorsicht mahnten. Die„Freiheit", die in den Zeiten unabhängiger Regiernngsfähigkeit nicht so toll war wie jetzt, sondern sehr rcal-politisch zu sein verstand, brachte damals Artikel von Kautskn, Bern st ein und H i l f e r d i n g, in denen vor jeder Ueberstürzung, vor allen dilettantischen Versuchen dringend gewarnt und sehr richtig gesagt wurde, die kompli- zierten Vorgänge des wirtschaftlichen Lebens könnten ohne schwersten Schaden für die Arbeiterklasse selbst nicht gewaltsam geändert werden. Trotz dieser Mahnungen, die natürlich auch in sozial- demokratischen Kreisen ihren Eindruck nicht verfehlten, hat die sozialdemokratische Fraktion jetzt in Weimar einen starken Vorstoß zugunsten der Sozialisie- r u it g gemacht. Natürlich will auch sie, so wenig wie Kantsky, Bernstein und Hilferding das Unniögliche, das Mögliche aber wird und muß geschehen— doch jeder vernünftige Arbeiter sollte einsehen, daß das nicht von heute auf morgen geschehen kann. Nur Idioten können sich ein- reden lassen, daß die Sozialdemokratie gewillt ist, ihren fünfzigjährigen Kampf gegen den Kapitalismus einzustellen, allerdings will sie den Kampf so führen, daß schließlich die Arbeiterschaft und nicht der Kapitalismus Sieger bleibt. ES muß offen gesagt werden, daß Arbeiter, die sich von den Spartakisten zn einem törichten Verhalten hinreißen lassen, ohne� selbst die spartakistischen Ideen für richtig zu halten, keine besonders heldenhafte Nolle spielen. Vor Toren, die niemals Nein sagen können, hat niemand eine besondere Meinung. Ihnen zu vergleichen sind aber solche Arbeiter, die, wenn sie vom Proteststreik reden bören, sofort mitmachen, ohne zu überlegen, wogegen er protestieren will, ohne zu überlegen, was die Folgen für sie selber sein werden. Man muß auch den Mut haben, eine Sache, die man nickt innerlich ouZ voller lleberzeugung billigen kann, offen und nnzweideiitig abzulehnen. Eine solche Sache ist der von den Spartakisten geplante Massenstreik, bei dem die Arbeiter zn Zwecken mißbraucht werden, die sie selber nicht billigen. Es ist nicht sehr erhebend, daß der Massenstreik nicht gemacht wurde, als Mut dazu gehörte, ihn zu mache« — in der Zeit des preußischen Wahlrechtskampfes—- und daß er setzt auszubrechen droht, wo ein gewisser Mut dazu gehört, ihn abzulehnen, daß ein Massenstreik f ü r das gleiche Recht unmöglich war, und daß es setzt notwendig ist. vor einen: Massenstreik gegen das gleiche Recht ernstlich zu warnen. Dennoch ist es notwendig eS auszusprechen: Der Massen- streik, der da geplant wird, richtet sich gegen alles, wo- für die Arbeiterschaft Berlins seit zwei Menschenaltern ge» kämpft hat. Indem cr die Dcniokratie zerstören wist, will er auch die Grundlagen zerstören, auf denen allein Sozia- lismus möglich ist. Er kann, wenn er den Erfolg hat. den seine Agitatoren erträumen, nichts anderes zur Folge haben als ein allgemeines Tohuwabohu, ans dem sich dann die Kräfte der G e g e n r e d o l u t i o n siegreich aufrichten werden. Wer mit dem Schießeisen nicht umzugehen vcr- steht, bleibt, bei aller Kampfeswütigkeit, ein beepiemer Gegner. Ein solcher ist Spartakus für den Kapitalismus, denn er bereitet ihm nach kurzer Leibenszcit die Aufer- stehung vor, während ihn die Sozialdemokratie weniger phraseurcich aber methodisch, auf jahrzehntelange Erfahrung gestützt, gründlich bekämpft, auf daß er später einmal nicht wieder auferstehen kann. Die Arbeiterklasse Deutschlands steht vor dem größten weltgeschichtlichen Sieg. Wenn sie das Errungene nicht zu erhalten und zu festigen, nicht zum vollen Erfolg auszn- bauen dcrstcinde, wenn sie alles wieder zerschlüge, weil ihr' der Sieg nicht sofort die erhofften materiellen Erfolge bringt — die bei dem heutigen Stand der Dinge unmöglich sind— so wäre das ihre eigene Schuld. Massenstreiks und Butsche führen zu nichts als zu neuem Elend und zu neuen Kämpfen innerhalb der Arbeiterklasse selbst. Nach allen traurigen Er-. fahrungen der jüngsten Zeit müßten die Arbeiter zu der Ertenntnis gekommen sein, daß sie nichts ge g e n ein- ander erreichen tonnen, sondern nur alles miteinander. Wer jetzt in die Massen die Streikparole wirft, einigt sie nicht, sondern reißt sie auseinander. Die Selbstzerstörung der Arbeiterbewegung ist in vollem Gange, und es ist höchste Zeit, ihr aus den Massen der Arbeiter selbst heraus Ein- halt zu gebieten!_ verhenülungen mit Lsipzig. Streik und GrgcnftreU. Leipzig, 28. Februar. In einem Aufruf d«r Streik- leitung der ausständigen Arbeiterschaft wird ertlart, die NcichSlcitung habe den Streikenden vorgeschlagen, in Bcrliandlun- gen einzutreten. Delogier!« der Streikleitung seien heute vor- mittag nach Halle gefahren, um zu hören, Inas der Reichs- arbeitSminister Bauer zu sagen habe. In dem Flugblatt wird an den bekannten Forderungen der Arbeiter fe st gehalten. Die streikenden Aerzte würden, w-enn durch ihre Haltung Kranke ivgendwelchen Schaden nehmen sollten, zur Verantwortung gezogen werten. Aus dem Krankenhause seien Schwerkranke auf die Straße, geworfen wordrn. Wenn dem Verlangen auf Wiederaufnahme nicht entsprochen werde, würde das kirarifenhanS durch unabhängige Samariter desetzt werden. Die Be- amten der O r t S k r a n k c n k a s s«, die di« Auszahlung der Krankenuntcrstützung unmöglich machen wollten, wüvden durch stellenlose Handlungsgehilfen ersetz! werden. Um den Streik der Lebens mitielämter unwirksam zu machen, würben die auf den Bahnhöfen lagernden Lebensmittel be schlag. nahmt und lediglich der Arbeiterschaft zugeführt werden. Die Bcotbäckerei werde im großen organisiert werden. Schließlich wird die Arbeiterschaft aufgefordert, in ihrem schtoeren Kamps« «tuszuhalien. Leipzig, 28. Februar. Der Leipziger Bürgewusschuß teilt mit: Die mit dem BürgerauSschnß zusammengeschlossenen Verbände haben am 27. Februar in einer Vertreteroersammlung einstimmig beschlossen, sämtliche Lebensmittelgeschäfte Leipzigs vom Streit a„S- zuschließe«. Dieser Beschluß ist sofort dem hiesigen A.- und S.-Rat, der»Leipziger VolkSzcitnng" sowie der gegnerischen Streikleitung mitgeteilt worden. Trotzdem wurde in heute vormittag abgehal- tenen Arbeiterversammlungen von den Versammlungsleitern er- klärt, daß daZ Bürgertum den Streik in frivoler Weise auch auf die Lsbonsmitielgcschäftc ausgedehnt hätte Mit dieser bewußten Unwahrheit wird die Arbeiterschaft in gefährlicher Weife auf- gehetzt, so daß es bereits zu Beschlüssen gekommen ist. die Le- benS mittel wegzunehmen und einseitig M. vcm 1. März ab. Im Fplle der Nichtannahme wurden schärfste Maßregeln angedroht Zur Räumung Nsnnheims. * Keine Meuterei. Mckunheim, 23. Februar. Die Tatsache, daß die Franzosen Mannheim geraum: haben, hat zu dem Gerücht Veranlassung ze- geben, die französischen Besatzungstruppen hätten in Mannheim gemeutert. Daraufhin hat der zuständige französische General in der Wafsenstillstandskommission Veranlas- sung genommen, den wahren Grund der französischen Räumung anzugeben. Der französische General führte aus: In Mannhcim- Ludwigshafen waren Unruhen ausgebrochen. DaZ gab Veranlassung, daß die Deutschen Truppen hinschickten. Ilm Mißhelligkeiten zwischen den beiderseitigen Truppen zu vermeiden, zogen wir wäb- rend der Anwesenheit der deutschen Truppen die unseligen zurück. Sobald es den deutchen Soldaten gelungen ist. in Mannheim- Ludwigshafen wieder normale Verhältnisse herbeizuführen, wer- den die französischen Truppen zurückkehre«. vo? einem neuen Kriege. Hamburg, 28. Februar.(Telunion.) Hebet eine Spannung zwischen Italien und Jugoslawien berichtet ein Funk- spruch aus Paris vom 28. Februar: Gestern abend bedrohte wieder ein schwerer Schatten den Frieden in Europa wegen eines Krieges, de: möglicherweise zwischen Italien und I u g o s l a- wien ausbrechen kann. Die Friedenskonferenz ist sich der furchtbaren Folgen wohl bewußt, die daraus entstehen tonnen, wenn diese beiden Völker gegeneinander Krieg sichren. Die Spannung ist bis aufs Asußerste gestiegen durch die Ausweisung einer italienischen Militärmisswn aus Laibach und durch das sofortige Schließen der im Waffenstillstand festge- letzten Grenzen durch italienische Truppen. Vom Oberkommando sind zwar alle Vorbereitungen getroffen, um einen tatsächlichen Zusammenstoß zu vermeiden, aber da sich auf beiden Seiten der Waffcnsrillstandsgrenze zwei Armeen gegenüberstehen, so bedarf es nur eines kleinen Funkens, um die Mine zur Explosion zu bringen. Ursache sind Gebietsstrcitigkeiten an der dalmatinischen Küste. Diese Streitigkeit begann, als der Krieg zu Ende ging und ist inzwischen durch gewalttätige Parteigänger auf beiden Seiten fieberhaft angeschürt worden. Wenn not- wendig, wird die Friedenskonferenz die beiden streitsüchtigen Na- tionen mit wirffchafflichem Boykott zur Bernuuft bringe« müssen. Gegen öie polnischen Lügenmelöungen. Eine Note der WaffenstiUstaudskommisston. Berlin, 88. Februar. Zur Berichtigung der lügen- haften Meldungen und Funksprüche des Obersten Polnischen VollzugSraiS an die Alliierten über die Vorfälle in der Provinz Posen hat die deutsche Regierung durch die WaffenstillstandSkommiffion in Spa den verbündeten Regierungen eine genaue Darstellung deS tatsächlichen Verlaufs der Ereignisse in Form einer Note übergeben lassen. In ihr wird die polnische Behauptung widerlegt, die Deutschen hätten durch den sogenannten Heimatschutz die Provinz miiltärisch besetzt und die polnischen Einwohner derartig mißhandelt, daß diese, zur Verzweiflung getrieben, sich empört hätten. Die deutsche Regie- rung boweist sodann in ihrem Bericht, daß an den ganzen Ereig- nissen in Posen die unter Mißbrauch der Reiseerlaubnis von Danzig nach Warschau erfolgte Reise Päderewskis mit dem englischen Obersten Wade und deren herausforderndes Verhalten in Posen die Schuld trügt. Die Revolution in polen. Bauernsowjets in Galizie». Stanisla«, 28. Februar.(<5. T.) Nach einem hier aufgefan- genen Krakauer Radickgramm bilden sich überall in Weftgalizien in den Dörfern Bau e r n fo w j e tS. Uebcrhaupt nimmt:n ganz Polen die revolutionäre Bewegung außer- ordentlich zu. In Lublin fanden große Demonstrationen von Bauern und Arbeitern statt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommmen. Die Annäherung der Gowsettruppeu hat im Lande eine stark gespannte Stimmung hervorgerufen. Im Kreise B i e I S k(Gouvernement Plock) hat sich«ine an- archistisch«, mit Karabinern, Sensen und Heugabeln bewaffnete .Truppe" gebildet, die unlängst Gegenstand einer.Besichtigung" war. Die Ansprachen gipfelten in der Verkündigung des für die nächsten Wochen bevorstehenden Strafgerichts über den Adel und die.Pfaffen". Auch die Verteilung deS Grundbesitzes nach russischem Beispiel wurde in Aussicht gestellt. Diese Bewegung kenn auch zu einer Gefahr für die Provinz Posen werden. Neben den ursprünglichen nationalen Gründen treten, besonders in den Blättern der polnischen sozialdemokratischen Partei, in der letzten Zeit immer häufiger und immer deutlicher soziale Momente hervor. Neue Knsis in üer Ukraine. Die Sowjctregicrung für Anschlust an Ruftkand. Stanisla«, 28. Februar. Die von RakowSki geleitete S o w- jetregicrung in Kiew verkündete die Föderation der Ukraine mit Rußland. Di« ukrainischen Bolschewisten und die Vertreter der jüdischen Arbeiterverbände sind daraufhin aus der Sowjeiregieruug ausgetreten. Es verbleiben in ihr nur noch die groß-rusfischen Bolschewisten und der linke Flügel der ukrainischen Sozialrevolutionäre. Der �chtstunöentag in DänsMar?. Berlin, den 28. Februar. Wie die P. P. N. aus Kopenhagen erfahren, ist das Ministerium gegenwärtig damit beschäftigt, einen Gesetzentwurf, betreffend Einführung deS achtstündigen Arbeits- tageS für alle dänischen Arbeiter vorzubereiten. proletarische Reoolution kn Portugal. Haag, 28. Februar.(Mctdung deS Hollandsch NicutvS- burcaus.) Die„Moruing Post" meldet aus Madrid, daß in Lissabon seit Sonntag morgen b o l s ch c w i st i s ch e U n» ruhen gröf.ten Maßstabes herrschen. Die Bolschewisten habe« an die Regierung ein Ultimatum gerichtet, worin sie die Auflösung des Parlaments, eine Berwaltungskonzeu- tration in Form von Sowjets, Abschaffung der Polizei usw. fordern, was von der Regierung abgelehnt wurde. T a r a u f begann der Kampf in den Strassen. Es wurden Barrikaden errichtet und vor bcm Marinearsenal Grschüvc aufgefahren. Gleichzeitig ivurdcn dir elektrischen Leitungen durch- geschnitten, so bah dir Strasse« im Dunkel» liegen. Tie Regie- rungsgebäude wurden von einer etwa 8»Ul>föpf!gcn Menge g e- stürmt. Es entstand eine furchtbare Panik. Ter Kampf dauerte Sonntag morgen noch fort. Einzelheiten sind bisher noch nicht bekannt geworden, da keine Verbindung mit Portugal besteht. De? Eisenbahnerstreik in Süöungarn. Gcwalttnaftnahmen der Serben. Budapest, 28..Februar. Der Eiieubahnerstreik in Südungarn wird von den Serben unter VerÜbung von Greuel- taten gewattsam niedergebrochen, tz�n TemeSvar haben die Eisenbahner die Arbeit wiederaufgenommen. Di« übri- gen Arbeiter streiken noch immer und wollen, solange die stnga- rische Verwaltung nicht wiederhergestellt ist. nicht zur Arbeit zurückkehren. Frankreichs Krsöitsthtvierigkeiten. Eine interalliierte Anleihe erforderlich. Paris, 27. Februar.(HavaS.) Die Bu dge tkom m ission der Kammer beriet die Erklärungen, die dar Finanzminister Klotz am 18. Februar bezüglich einer Vermögenssteuer gegeben bar. Bei der Erörterung der Frage über sofort zu leistende Zah- lungon traten Meinungsverschiodenheiten nicht zutage. Man sprach sich hautpiächüch für die Fnansvruchnabme des Kredits durch eine interalliierte Anleihe aus. Hinsichtlich der Einführung einer Vermögenösreuer und des Ergebnisies einer soIcTien wurden verschiedene Bedenken geltend gemocht. Es kam der Wunsch zum Ausdruck, daß gewisse Teile der Schuldsordeningen Frankreichs an die seindlichen Länder in möglichst kurzer Frrsi bezahlt werden sollten. Die Friedenskonferenz solle die Zahlung einer Summe als Vorschuß auf die gesamten Entschädigungsforderungen verlangen. Die Kommission schätzte die Höhe des Budgets nach dem Kriege auf 18 Milliarden. Sie heaufttagte den Vorsitzenden als Bericht- erstaiter, der Kammer sobald wie möglich die gesamte finanzielle Lage darzulegen. Nach dem Bericht d«S Deputierten Dubois beträgt die Gesamte summe der KriegSfchädeu in Frankreich 112.809 Milliarden. Sie setze sich wie folgt zusammen: Schaden an Gebäuden 35.445 Milliarden, Mobiliar. Material, Vieh. Wertgegenstände 32,355 Milliarden, Rohstoffe, landwirlichattkiche Produkte. Vorräte 28.701 Mil- klar den, Verluste an Emkruuimen und Betriebsstillegungen 32,342 Milliarden. Amerika und ösr VAlkerbunö. Washington, 28. Februar.(Reuter.) Wilson besprach die den Völkerbund betreffenden Fragen vom frühßn Nachmittag bis nach Mitternacht mit den Mitgliedern des KongreßauS. s chuffe« für auswärtige Angelegenheiten. Er er- klärte, daß, wenn die Bereiwigten Staaten dem Völkerbünde nicht beitreten würden, ein unbeschreibliches Chaos in ganz Europa di« Folge sein würde. Auf die Frage, ob der Beitritt zum Völket--' bund für die Vereinigten Staaten zur Folge haben würde, daß si« sich eines Teiles ihrer Souveränität begeben müssen, antwortete Wilson bejahend, aber jede andere Nation im Völkerbund würde dasselbe Opfer bringen müssen, das aber zum Nutzen der Welt sei. Wilson stellte fest, daß der Paragraph über die AbrüsiungSfrage keineswegs die Aufgabe des Rechts des Senate, die Rüstungen der Vereinigten Staaten festzusetzen und zu beschließen, bedeuten würde. Der Präsident erklärte, die Staatsmänner in Paris stimmten darin Überein. daß der Völkerbund nottvendig sei, um eiuen neuen Ausbruch des jetzigen Krieges und eines zukünftigen Krieges, wenn mögliche zu verhindern._ Korps- vslloersamMlung der GarÜekorys- G.-Nste. Vor' Eintritt in die Tagesordnung gab der Vertreter des Ge- neralkomma-ndos, Hauptmann von Capell, im Namen des kominan» dierendeu Generals von Böckinann selgende Erklärung ab:„Die Wahl des K.5S.-R. deS Gardekorps findet auf Grund der Ver- fügung der Regierung vom IS. Januar lSlS statt. Diese Verfügung bildet die alleinige Grundlage für daS Zusammenwirken deS Generalkommando? und des K.-S.-R. Dejide sind an ihren Inhalt in gleicher Weise streng gebunden. Bei llebertntt in das Friedensverhältnis habe ich mich vorbehaltlos hinter die Regierung gestellt und damit die Verpflichtung übernommen, ihren Verfügungen unter allen Umstäuden nachzukommen. Ebenso unbedingt muß auch der zu wählend« K.-S.-R. die von der Regierung erlassenen Dersügungen achten und soweit er dazu berufen, zur Durchführung zu bringen Helsen. Nur wenn der K.-S.-R. von diesem Geist un» bedingten Gehorsams gegenüber den Anord- n u n g e n de r Regierung erfüllt ist, läßt sich«in gedeihliches Zusammenarbeiten erhoffen." Dies« Erkläruna wurde besonder» in ihrem letzten Teile mit stürmischem Widerspruch entgeaengenommen Albrecht schilderte all die Hindernisse, die bisher in der Frsx« de? K.-S.-R. aufgetürmt wurden und gab der Erwartung AuS- druck, daß nunmehr endlich der Weg für eine ordnungsmäßige Wahl gebahnt fein möge. Der K.-S.-R. solle auS 11 Personen gebildet werden, wovon 4 von dem Genernlkommando. der Intendantur, dem SmntätSamt und dem Gericht des G. K. der Versammlung zur Be- stätiemng vorgeschlagen werden sollen, während die übrigen Mit» glicder ans der Mitte der Vertreter gewählt werden. Infolge der neuen Verfügung, wonach Be imte zum Soldatenrat weder wählbar noch wahlberechtigt sind, kommt ein Vertreter für das Gericht nicht mehr in Frage, so daß die Versammlung au» ihrer Mitte acht Kandidaten zu wählen hätte. Die Wahl durch Stimmzettel harte solgendeS Resultat: Platt« (Reg. Merander), Wibrecht(Elisabeth), Rhinow(Elisabeth), Stöcke! (Franz). Radeke(Garde-? rainl. Krebs(Garde-Train). ChmielewSki (Kraftf.i, Löfsser(Res.-Laz. FrtedrichShain), Stanell«(Santtgts- amt). Reif(Generalkommando! Schröder(Intendantur). Dem neu» gewählten KorpS-S.-.R. wurde da? Recht übertragen, den Vertreter des GardeksrpS zum Reicbs-S.-R. auS seiner Mitte zu wählen. Die nichtiuristischen Mitglieder der Groß-Berliner Kriegs- und QberkriegSaerichte sollen von den für die einzelnen. Gerichte zu- ständigen Formationen voraeschlagen werden. Die endgültige Wahl nehmen dann die von S.-Näten gewählten militärischen Mitglieder des VollzugSrateS vor. Im Interesse der in Untersuchungshaft be- fiudlirben Soldaten soll dies« Angelegenheit so schnell wie möglich erledigt werden. __ Seilage öes Vorwärts SonnabenS, 1. März 1919 mmmmmmmmmmmmammmmmt Sturmjzenen im Serliner /lrbeiterrat. (Schluß aus der Abendausgabe.) KaliZk! führte als Redner der S. P. D> aus: Auch wir sind für sofortige Einberufung de? Kongresses. Der Gedanke der Arbeiter- rate kann und muh auf dem Boden der Demokratie ieine Verwirklichung finden. Er mutz in der Verfassung verankert wer- den. Wir stehen vor einer Katastrophe, die alles mit sich reißen und begraben kann, wenn nicht noch im letzten Augenblick Matznahmen gur Abwendung derselben getroffen werden. Die Demoralisation >st eine allgemeine Erscheinung. Solidarität und Gemeinsamkeits- firm.sind in die Brüche gegangen. Wir wollen den sozialistischen Bau aufrichten.(Rufe: Mit Maschinengewehren! NoSie!— Unruhe.) Ich vertrete Noske und Scheidemann sowenig, wie Sie Ihren Parteigenossen Bratz»ertreten werden. Ich vertrete hier unsere Meinung im Arbeiterrat. Wir sind durch keine Erklärung eine? Ministers gebunden.(Beifall.) Die bisher in Weimar ge- faßten Verfassungsbeschlüffe entsprecken weder vcr Keit noch unseren Forderungen. Der Gedanke der Arbeit und die Kraft der Arbeit mutz auch in der Verfassung zum Ausdruck kommen. Die Kammer des allgemeinen Wahlrechts repräsentiert die formale Demokratie. Ihr zur Seite mutz als wirtschaftliche Per- tretung eine Kammer der Arbeit gestellt werden. Neben jedes Par» lamenr des allgemeinen Wahlrechts in Stadt, Kreis, Provinz, Land gehört eine Kammer der Arbeit» xeb'.ldet aus den Arbcirerräten. In diesen Kaminern dürfen aber nach demokratischen Grundsätzen nicht nur Arbeiter vertreten sein, sondern auch alle anderen an der Produktion beteiligten Schickten. Em Gesetz loll nur durch Zustimmung beider Kammern zustande kommen. Wenn die Kammer des allgemeinen Wahlrechts ein Ge- setz dreimal in derselben Form angenommen hat, wird eS auch obne Zustimmung der Arbeitskammer Geictz. Beide Kammern dürfen ein Referendum verlangen in den Fällen, wo sonst eine Auflösung des Parlaments erkolgen würde. Di« Gewerkschafken stnd die Klassenvertretung der Arbeiter, die Kammer der Arbeit soll die Vertretung der Produktion sein.(Beifall.) Der Redner empfahl r ine Resolution, welche seine Forderungen bezüglich der Ar- beitskammern zusammenfaßt. Dr. Michaelis(Demokrat) erklärt namens seiner Partei- freunde, daß sie sich der Forderung auf baldige Einberufung eines allgemeinen Rätekongresfes anschlietzen. In der Vollversammlung am 31. Januar haben wir mit den MehrheitSsozialisten gegen diese Forderung gestimmt, weil wir der Nationalversammlung nicht ein Konkurrenzvarlament entgegenstellen wollten. Inzwischen sind die Verb'ili niss« anders geworden. Eine Störung der Arbeiten der Nationalversammlung durch den Rätekonaretz ist nicht mehr zu be- furchten. Wir können uns jetzt weder für die Resolution Müller nach für die Vorschläge KaliskiZ entscheiden Zu Eingriffen in die volitisthen Verbältniffe sind wir nicht befugt. Tie Arbeiterräie tocybcn demokratisch sein, oder ste werden nicht sein. sSchwacher Bcifa?.) Die Tagesordnung wurde nun durch einen Zwischenfall unter. brachen. Eine Deputation der Arbeiter der A.E.G.- Werke in.Hennigsdorf ersuchte, ihrem Sprecher das Wort zu aebcn.-�Die Verlammluna hatte nicht? d-ogeaen einzuwenden. — Der SpWher, der sich als Mitglied der U. S. P. vorstellte, sagte, hinter der Deputation ständen 7000 Arbeiter und Angestellte, die in den Generalstreik eintreten wallten und nicht mebr zu balten seien. Er verlas eine von den Ar- beitcrn in Hennigsdorf angenommene Resolution, welche verlangt, die Versammlung der A.- und S.-Räte solle Stellung nehmen zur einheitlichen Vorbereitung und Durchführung des Generalstreiks und zur Frage der deutschen Räterepublik.— Der Redner betonte, daß die Resolution von Anhängern aller drei sozialistischen Richtungen emmutig gefaßt sei.— Ein der S. P. D. angehörendes Mitglied der Tcvutation b e st ä t i g t e das. Hierauf wurde die Tagesordnung fortgesetzt. Herrfurth(Kom- »nunist) sagte, auch die Spandauer Arbeiterschaft habe eine Reso- lution gleichen Inhalt? wie die der A.E.G.-Arbeiter angenommen. 00 000 Spandoucr Arbeiter ständen hinter der Resolution.— Die Nationalversammlung hat keine positive Arbeit geleistet. Die De»! mokraiir des«timmzeitels ist nicht mehr das Mittel,! um den Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen.(Großer Lärm> und Widerspruch. Rufe: Handgranaten.) Die Nationalversamm- I lung bringt uns keine Demokratie. Die Arbeitsrmassen wollen | etwas ganz anderes, als das, was�in Weimar beschlosten wird. Sie i wollen die Verwirklichung des Sozialismus wenigstens in seinen Grundlagen. Wir sind heute noch nicht so weit, daß wir den Ar- beiterräten die ganze Sozialisierung übertragen können.(Aha!) Aber wir müssen sie durch praktische Mitarbeit für diese Aufgabe er- � ziehen.(.Ruf: Mit Maschinengewehren.) Wir haben nicht mit Ma- ickinengelvehren angefangen. iLebhafter Widerspruch. Das habt Ihr doch getan.) Beim Bergarbeiterstreik ist doch NoZke zuerst mit Maschinengewehren vorgegangen.(Lebhaitcr Widerspruch.) Auch ! das Blutvergießen in Berlin ist nur auf Pi Evokationen der Regie« riingstruppen zurzickzuführen.(Lärm und lebhafter Widerspruch.) Wir Kommunisten lehnen den Vorschlag des Arbei- lter-Kammershstems a b. Wir stehen auf dem Boden de? i RätesystcmS. Wenn es durchgeführt wird, dann brauchen wir Kleine Nationalversammlung.— Der Redner brachte mehrere Resolutionen und Anträge ein. Ihr Inhalt ist in der Hauptsache der: Es soll unverzüglich ein Rätekongretz einberufen werden. Derselbe soll die Nationalversammlung füv aufgehoben erklSre«. Da der Zentralrat durch Uebergabc seine? Mandats an die National- Versammlung seine Rechte verwirkt habe, soll der V o l l z u g s r a t die Geschäfte des Zentralrats übernehmen, bis der Räte- kongretz einen neuen Zentralrat gewählt hat.— Es sollen Neuwahlen der Arbeiterräte vorgenommen werden, wobei die Arbeitslosen eine ihrer Zahl entsprechende Vertretung erhalten sollen.— Der Voll- zugSrat soll die Arbettcrschaft Berlin? und deS Reiches auffordern, zu erklären, ob sie dasiir sind, daß den Räten die v o l I e p o l i- tische und wirtschaftliche Macht zuerkannt wird, und wo dieser Standpunkt abgelehnt wird, sollen die betreffenden Arbeiterräte neugewähl! iverden. Ein Antrag auf Schluß der Diskussion wurde angenommen. Es ! folgten persönliche Bemerkungen und Richtigstellungen. Frank er> klärte namens der Fraktion der S. P. D., diese sei im Vollzugsrat stets für die möglich st baldige Einberufung deö Kongresses gewesen, babe aber gegen den Airtrag der lt. S. P. gestimmt, der dem V ol I z u g S r a t die Einberufung des Kongresses übertragen wollte, während die S. P. D. den Zentralrat für die dafür zuständige Instanz hatte. Flügel(Demokrat) gab eine gleiche Erklärung für feine Fraktton ab. Richard Müller bemerkte hierzu, erst nachdem der Zcntralrat dem Ersuchen, einen Kongreß einzuberufen, keine Folge ge- geben habe, habe der Vollzugsrat beschlossen, eventuell über den Kopf des Zentralrats den Kongretz einzuberufen. ZiSka teilte mit, die Vorstände der beiden sozialdemokratischen Fraktionen haben sich ans eine gemeinsame Resolution geeinigt, der die Resolution Müller zu Grunde liegt. Die Reso- lution Kaliski ist zurückgezogen, weil ihr Gegenstand eigent- lich nicht zur heutigen Tagesordnung gehört und deshalb in einer späteren Versammlung behandelt werden soll. Die ge- meiwsame Resolution lautet: Die Versammlung wendet sich mtt Entschiedenheit gegen all« Versuche, die Arbeiter- und Soldaten- räte zu beseitigen. Sie pootcstieri gegen die in der Na- ttonalversommlung zutage getretenen Bestrebungen, die den A.- u. S.-Räten jedes LebenSrecht rauben sollen, " Mit gleicher Entschiedenheit protestiert die Versammlung gegen den offenen und versteckten Widerstand, der den A.» u. S.-Räten von staatlichen, militärischen und kommunalen Be- Hörden entgegengestellt wir!?. Auch die AuSlchattung der Ar- beiterräte durch das Unternehmertum wird sie nicht kampflos hinnehmen. Di« Versammlung legt den A.» u. S.-Räten die Pfticht auf, mit aller Energie den Kampf gegen den KapitaliS- m u S und die offen oder versteckt auftretend« Reaktion zu führen. Die Versammlung verlangt von den Arbeiter-Rätert, datz sie die hinter ihnen stehenden Arbeiter über den Ernst der Situation aufklären und ihnen die Bedeutung und Notwendigkeit der Arbeiterräte vor Augen führen, damtt die Ar- beiterschaft in die Lage versetzt wird, einheitlich und ge- schlössen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln den Anscklä- gen der kapitalistischen Reaktion entgegenzutreten, um mit Hilfe des RäteshstemS den Sozialismus zu verwirklichen. Die Versammlung mißbilligt die verzögert« Einbe- rufung des RätekougresseS und verlangt, datz er spätestens bis zum 18. März durch den Zentralrat einberufen wird. Jede weitere Verzögerung birgt die Gefahr einer Wirt- schaftlichen Katastrophe in sich, deren Verhütung ein Lebensinter- esse deS deutschen Volkes ist. Der Vollzugsrat wird beauftragt, mit dem Zcntralrat ohne Verzögerung über die Einberufung des Kongresses zu verhau- dein. Kommt eine Verständigung nicht zustande, dann ist spä- testen s am 4. März eine neue Vollversammlung ab- zuhalten. In der Abstimmung wurde die Resolution der Kommunisten mit großer Mehrheit abgelehnt. Tie vorstehende Resolution der beiden sozialidmevkratischen Fraktionen mit großer Mehrheit angenommen. Auf Vorschlag der beiden Fraktionsvorstände wurde beschlossen, eine aus je drei Mitgliedern der S. P. D. und der 11. S. P. be- stehende Kommission einzusetzen, welche die von Kaliski vor- geschlagenen Richtlinien für die Aufgaben der Arbeiterräte beraten soll.. Di« angenommen« Resolutton soll der Regierung tele- graphisch nach Weimar übermittelt werden. Nun folgt« die Neuwahl des VollzugSratS. DaS Ergebnis derselben konnte nicht mehr festgestellt werden, denn der Saal mutzte für eine ander« Veranstaltung geräumt werden. Als der Vorsitzend« Neue aus diesem Grunde die Ver- sammlung schließen wollte, erhoben Mitglieder der Hennigsdorf er Deputation fchaifen Protest dagegen. Sie verlangten stürmisch, datz über ihre Resolution abgestimmt werde. Es gab ein wüstes Durcheinander. Einige Befürworter des Verlangens der Deputatton traten auf die Bühne, schrien gleichzeitig über Schiebung, Verrat, und wollten selbst über die Resolution abstimmen lassen.— Ein Redner, der sich als Arbeiterrat auS Hennigsdorf vorstellte, bezeichnete daS Der- langen der Deputation als ein« Vergewaltigung der Versammlung. Hinter der Resolution stände doch nur ein Bruchteil der Arbeiter der A. E. G. Der wüst« Lärm derjenigen, die soforttge Abstimmung über die Resolution verlannten, ging weiter. Vergebens bemühte sich Richard Müller, die Schreier zu beruhigen, aber es hörte Heiner auf ihn. Jede parlamentarische Ordnung war aufgelöst.— Da erklärte Müller: Hier kann nur parlamentarisch ver- handelt werden, wenn nicht da? Ansehen der Grotz-Berliner Aübeiterrätc herabgesetzt werden soll. Wir können nicht jedem, der gar nicht Mitglied dieser Versammlung ist, gestatten, hier herein- zukommen, eine Resolution zu beantragen, die gar nich: zur Tages- ordnung gehört und die sofortige Abstimmung zu verlangen. (Stürmische, lärmende Unterbrechung, in der die nächsten Worte des Redners unterziehen.) Di« Masse der Grotz-Berliner Arbeiterschaft wird sich nicht von einigen Leuten überschreien lassen. (Starker Beifall.) Es wird versucht, die Anarchie auch in diesen Kreis hineinzutragen.(Beifall.) Alle, die auf dem einzig vernünftigen Boden des einheitlichen Handelns stehen» fordere ich auf, den Sal jetzt zu verlassen. Tie rechte Seite des Hause? leistete dieser Aufforderung Folge, während die linke Seite(Unabhängige und Kommunisten) zum größten Teil sitzen blieb. Vertreter oder Anhänger der Deputation riefen, die Unabhänaigen sollten dableiben und über die Resolution abstimmen. Ein Mann auf der Zuhörer galeri« drang schließlich mit. starker Stimme durchs den allgemeinen Lärm durch uüd sagte, die Stimmung der HeiinigSdorfer Arbeiter fei jetzt be- kannt, ste würden sich damit zufrieden geben, daß in den näch» sten Tagen über ihre Resolutton die Entscheidung fallen solle. Im Interesse des einheitlichen Handelns würden sie auf die Eni- scheidung warten, aber Höchstenz bis Dienstag. Sonst würde die Generalstreikbewegung über die Köpfe der Führer hinweggehen. Di« noch Anwesenden beruhigten sich hiernach und verlietzen dim Saal. « Die nach Schluß der Sitzung vorgenommen« Zählung der Stimmen ergab, daß abgegeben waren: für U. S. P. D. 305 Stimmen, für S. P. D. 271 Stimmen, für die Kommunisten 90 Stimmen und für die Demokraten 75 Stimmen. 27) Stine Nlensthenkinö. Von Martin Andersen Nexö. Aber eines schönen Tages tauchte er wieder in der Gegend auf, derselbe wie immer, bereit, von vorn zu be- ginnen, wie Hiob. Er hatte sich in den verflossenen Jahren etwas Geld zusammengespart und kaufte ein Ende nördlich von seinem früheren Hof eine verfallene Hütte. Zu der Hütte gehörten ein Moor und zehn Tonnen schlechten Bodens, der nie unterm Pfluge gewesen war. Er sckiaffte sich ein paar Schafe und etwas Federvieh an, baute ein Wirtschaftsgebäude on? Grastorf und Schilf ans dem Moor— und begann dann mit der Arbeit. Er grub Tors und verkaufte, und wenn der Heringsfong gut war, zog er mit seinem Schubkarren zum nächsten Fischerdorf, kaufte eine Tracht Heringe und fichr damit von Hütte zu Hütte. Er tauschte gerne ein und nahm altes Metall, Lumpen und Knochen in Tausch. Er nahm das Gewerbe der Familie wieder auf, und er empfand ein eigentümliches Wohlbehagen dabei: obwohl er nie selbst Kan- del getrieben batte, war die Tätigkeit ihm doch vertraut. An dem einen Tag führte er ein großes knochiges Pferd heim. das er billig bekommen hatte, weil keiner mit dem Tier fertig wurde: an einem andern Tag führte er Sörine unter sein Dach. MeS gelang ihm. Sörine hatte er bei einem Schmaus in einer der Fischer- Hütten kennen gelernt, und sie wurden schnell einig. Ihr gefiel es nicht mehr in ihrem Dienst, und«r hatte das Allein- sein satt: so zogen sie zusammen. Den ganzen Tag und oft auch die Nacht über war er unterwegs. Während der richtigen Fangzeit fuhr er gegen ein, zwei Uhr in der Nacht von Hause fort, um im Torf zu sein, wenn die ersten Boote ankamen. Tann ging Sörine nicht zu Bett, sondern blieb auf und weckte ihn, damit er die Zeit nickst verschlief. In das unregelmäßige Leben fand sie tich ebenso natürlich hinein wie er. und sie faßte gut zu. So hatte er denn wieder eine Frau, und zwar eine Frau, die etwas leisten konnte. Ein Pferd hatte er, das im ganzen Lande seinesgleichen nicht hatte— und einen Hof! Ein Gut war eS zwar nicht: aus Stroh, Lehm und Stangen war der Bau zusammengekleistert. Die Leute, die auf dem Wege vor- bcikamen, lachten und zeigten. Nur Lars Peter freute sich seines Besitzes. Der Grnndzug seines Wesens war Zufriedenheit— etwas zu viel, fand Sörine. Ihr ging es anders: sie strebte vorwärts, und sie stieß ihn fortwährend an und wollte in der sozialen, Stellung emporkommen. Ihre Haupteigenschaft war Nwhl vor allem Ehrgeiz. Wenn er draußen war, nahm sie sich aller häuslichen Angelegenheiten an. und im ersten Sommer half sie ihm, ein richtiges Wirtschaftsgebäcidc zu errichten ans altem Fach- werk und ungebrannten Steinen, die sie drüben im Lehm- graben strich und in der Sonne trocknete.„Jetzt haben wir wenigstens das Vieh wie Menschen untergebracht," sagte ste, als die Arbeit beendet war. Aber es war ihrer Stimme an- zuhören, daß sie nicht zufrieden war. Lars Hansen machte manchmal eine Andeutung, sie müßten Großmutter und Stine ins.Haus nehmen.„Die sitzen so allein und langweilen sich," sagte er—„und der liebe Gott mag wissen, woher sie zu essen bekommen." Aber davon wollte Sörine nichts hören.„Wir haben sowieso genug zu tun," antwortete sie scharf,„und Mutter leidet gewiß keine Not. Sie hat eS immer verstanden, sich selbst zu versorgen. Wenn sie zu uns kommen sollen, dann will ich wenigstens das Geld haben, daS sie damals für Stine bekommen hat. Es ist ja mein Geld, wenn es nach de»: Recht geht." „DaS haben sie wohl längst aufgegessen," meinte Lars Peter. Aber daS glaubte�Sorine nicht: es sah weder Vater noch Mutter ähnlich. Sie war überzeugt, daß die Mutter das Geld beiseite getan und irgendwo versteckt hatte. ,�Ja, wenn sie dann auch die Hütte verkaufen und uns das Ganze über- lassen würde!" sagte sie.„Dann könnten wir uns ein neues Wohnbans bauen." „Wer viel hat, will mehr," erwiderte Lars Peter lächelnd. Er war der Meinung, daß das Haus, in dem sie wohnten, gut genug sei.i— Aber so war er, alles war ihm gist genug für sich selbst und nichts zu gut für andere. Ließ man ihn schalten und walten, so würden sie wohl bald im Armcnhanse landen? So vermied Lars Peter denn dieses Thema, und nach- dem� Großmutter zu Besuch dagewesen war, und er sie und Sörine zusammen gesehen hatte, verstand er, daß es am besten war, wenn jeder für sich blieb. Maren und Stine kamen nicht wieder: aber wenn Lars Peter in ihre Gegend kam, um dort Waren aufzukaufen,. dann verlegte er seinen Weg, so daß er an der Hütte auf der Landspitze vorbeikam und trank eine Taste Kaffee bei den beiden. Semmel und Kaffeebohnen nahm er mit, um sie nicht in Verlegenheit zu bringen, und auch noch andere Dinge hatte er bei diesen Besuchen für sie in der Tasche. DaS waren Festtage in der kleinen Hütte. Die beiden saßen und warteten von dem einen Besuch LarS Peters zum andern und' sprachen nicht von vielen anderen Dingen. So oft sich draußen auf dem Wege ein Wagen hören ließ, war Stine am Fenster, und Großchen sperrte die erloschenen Augen weit auf. Stine sanimelte am Strande altes Eisen, um ihren Vater dannt zu überraschen: und wenn er wieder wegfuhr, blieb sie mit auf dem Wagen, bis zu dem fernen Hügel hin, wo die Sonne unterzugehen pflegte. Zu Hause erwähnte Lars Peter nichts von diesen Be» suchen. 13. Stine hat Visionen. Bevor Maren ihr Sehvermögen verlor, batte sie Stine lesen gelehrt, und das kam ihr jetzt zugute. Sie gingen nie in die Kirche: die Sonntagskleider waren nicht mehr gut genug, und der Weg zur Kirche war lang. Besonders ver- festen auf das Kirchengehen war Maren wohl auch nicht, sie wußte aus der Erfahrung eines langen Lebens, daß es nicht immer so zugeht, wie der Pfarrer predigt. Aber am Sonntag, wenn die Leute aus dem Dorf auf dem Weg zur Kirche vorbeizogen, waren sie beide nett gekleidet, Stine hatte blankgeputzte Holzschuhe und eine reine Schürze an und Großmutter eine Haube mit weißen Bändern. Dann saß Maren auf dem Strohstuhl am Tischende: sie trug eine Brille und hatte die alte Postille vor sich, und Stine stand neben ihr und las das Evangelium des Tages vor. Obwohl Maren blind war. mußte sie doch die Brille aufsetzen und die Heilige Schrift vor sich hinlegen, während Stine vor- las: sonst hotte die Sache nicht ihre Richtigkeit. Stine hatte das schulpflichtige Alter erreicht, aber Maren kümmerte sich nicht darum und behielt ste zu Hanse. Sie hatte Angst, daß das Mädchen sich mit den andern Kitt« dern nicht vertragen würde.— und begriff auch nicht, wie sie sie ganze Tage lang sollte entbehren ftinnen. Ein halbes Jahr ging es gut: aber dann entdeckte man die Sache, und Maren wurde streng angewiesen, das Kind zur Schule zu schicken, da eS ihr sonst weggenommen werden würde. tLorts. folgt) Nilhelmsretter in Stegtttz. .He tzahnke, holla,' freß er da-I" Ruft Majestät und stippt das Katz Mit Sat� dem General in seine Suppe. Der frißt.— Mir schnuppe. Doch andre sehen darin Witz und Größe, Sie schlügen sich inn die ncrsalznen Klöße, Und fräßen sie, wenn ER daraus gespien. Noch aus den Knien. Vi« Amerongen reicht die Hundelein«, Für SEINE Rückkehr gründen sie Verein«. Die Nationalversammlung wirb belläsft»— Hundegeschäst. Der brave Spitz fühlt sich nicht mehr getreten, Nun geht er täglich in die Kirche beten: Gib IHN zurück un«, Herr, gib IHN, auf daß ER brülle: Freß er da«! Strick Ziaudi. ' Slchhmg! Betr!cb?vcrtrinie>kSlente und RrbeiterrSte? Heute,'Sonnabend, abend« S Uhr, im Sitzungssaal des Herren- Hmtle«: Konferenz sämtlicher Brtri s«Vertrauensleute und Ar- beiterrät«, die ans dem Boden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlandsart. Ter wahre KündigungSgrund dürft- gewesen sein, daß der©esellschast kr'eg?- beschädigte Pförtner zur Verfügung gestellt werden, welche um 30 M. im Monat billiger arbeiten. Das angerufene MieteinigungSamt konnte nichts tun, weil es sich um einen HauSwarivemag handelt. Eine Einigung lehnte die Gesellschaft ab. aber sie bietet ihrem ge- kündigten Hauswart, der erst zum 1. April ein« Wobnung in Ans- sich« bat. bis dahin eine Wohnung in der Cbausseestraß? an. Ter Mann soll also insgesamt etwa 450 M. Umzugskosten anf- wenden. weil Kriegsbeschädigte als Lohndrücker mißbraucht werden. Di« Gesellschaft bedroht ihn jetzt mit der Exmissionsklage. Er steht ohne Wohnung da. Dieser Fall beweist stblaa«nd die dringend? Notwendigkeit des in unserem gestrige» Abendblatt geforderten Notgesetzes für das Wohnungswesen. Höhere Verrnikrheit ober--? Jstn Narben Berlins imd riclleicht auch in weiterem Umfang« kursiert neuerdings ein« geradezu haarsträubende Geschichte: Ge- noss« Ebert habe in letzter Zeit alle noch bestehen- den Lazarette besucht bzw. besuchen lassen, die Kriegsblinden und Schwerbeschädigten feien registriert worden und ftllcn, r m Renten zv sparen, durch Gift beseitigt werden. Menschen, tw das behaupten, nehme man fest und lasse sie zunächst auf ihren Geisteszustand untersuchen. Tie vcrhnskte Wahrheit! Man kennt die altpreußischc Polizeihcldentat. die das Grabdenkmal für den Dem dem Gendarmen Jude erschossenen Genossen Herrmann mit fener echtp reicht sehen frechen SehambaftigkeitS- romödi« verhüllte, weil der in der Inschrift festgestellte Tatbestand den Staat gefährde. In neuorer Zeit wurde nun die königlich preußische Hülle nachts öfter abgenommen und zuletzt von llnbe- kannten di« Inschrift darauf gemalt:»Die verhüllte Wahr- he it.' Jetzt hat der Aroeiter, und Soldatenrat an die Ge- meindevertretung den Antrag gestellt, auf Kosten der Ee- meinde Hoben-Neueudovf das Grabmal in seinen ursprünglichen Zustund iviederherstellen zu lassen. Der V» sitzende des Arbeiter- und SoldatenratS, Genosse Valdix, welcher den Airtrag begründete, erklärt«, daß die damalige Bertretnna zu feige gewesen sei. gegen die Entfernung zu protestieren, da.>er solle die nach dem Drei- klassensystem geivöhlte Vertretung das alt« Unrecht wieder gut machen. Ein Vertreter stellte hierauf den Antrag, daß Genosse Valdix den Ausdruck feig« zurücknebmon solle, anderenfalls er den Saal verlassen würde. Genosse Valdix erklärte nochmals, daß der AuZ. druck feige nicht zurückgenommen werde. Darauf verließ der Ver- treter und. da der Ausdruck nicht zurückgenommen wurde, die Mehrzahl den Saal und die Sitzung wurde als besckilnßunfäkng auf- gehoben. So nahm die letzte Gemeind-wertretersitzung de« Wahl- «cht? alten An,vdenckenS ein ihrer würdiae? Ende. Der Arbeiter- und Soldatenrat beschloß gleich darauf die foSortige Wiederherstellimg des Grabmal? und in der neuen Ge- meiHdwertretung nachträglich die Bewilligung de: Kosten zu be- «rntragen. D'ele wird sich jedenfalls anders stellen, und die-verhüllte Wahrheit' wird dann wieder enthüllt werden. Vom Nennstall in den Wurstkessel. Mit den wilden Pferdeschlachtungen beschäftigte sich gestern eine Veröffentlichung der Provinzial-Fleischstelle. Sie sucht den verlebr mit Pferdefleisch zu regeln. Eine andere Seite ist die Herkunft dieses Fleisches. ES stammt zu einem sehr großen Teil auS Pfrrdediebstähicn, die besonders den schioungbafieii Handel mit Roßwurst, wie man ihn überall in Groß-Berli-i steht, erst ermüg. licht. Tabci werden wahllos auch die edelsten und wertvollsten kliere ohne Bedenken abgeschlachtet. Bei dem Dezernat der Kri- minalpolizei. das die Pferdediebstähle bearbeitet, lausen jetzt täglich im Durchschnitt 50 Anzeigen ein. Der fünfte Teil davon ist erdichtet. In diesen Fällen sind die P'erde von denen, die sie anvertraut er- hielten, selbst verschoben. Trotz vieler Verhaftungen unter den .Epezialiften'— gesiern allein wurden 13 Pferdediebe festgenom, men— ist kein Stall mehr sicher. Tie gestohlenen Pkerde gehen zu einem großen Teil erst aus Berlin hinaus und kommen dann als Schlachtpkerde zurück und offen oder keimlich auf die Schlachtbank. Nicht immer gelingt es, kostbar« Tiere im letzten Augenblick noch zu retten, wie zwei Renner, die einem Besitzer in der Ahornstraße au» dem Stall gestoh'en wurden, zwgi Rap. Pen. edle Tiere, di« jetzt an die S00 000 M. wert sind. Di« Dieb» führten die beiden Rennpferde erst nach einem abgelegenen Stall in Cbarlovtenburg, nahmen ihnen die Renn« decken ab. legten ihnen gestohlenes Artilleriegeschirr auf und such- ten sie dann zum Schlachten zu verkaurcn. Der Mann, dem sie angeboten wurden, erkannte aber die edle Rasse und Kriminalbeamte nahmen den Dieb, einen Kutscher Karl Mudicke, fest. Eine ganze Bande von Pferdedieden wurde von Wachtmeistern der Gendar- meriebrigad«. Beritt Weißensee. unschädlich gemacht. Sie stießen j» der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr in der Lichteuderger Straße auf fünf Männer, die zehn ssutflknährte Pferde führten. Zur Rede ge- stellt, erklärten die Leute, sie seien nur die Fühier, der Chef komme gleich nach. Tie Wachtmeister ließen sich aber nicht täuschen, nah. men die Bande bis auf einen, der entfloh und entkam, fest, und die Verhafteten gestanden endlich auch, daß sie selbst die Tiere ge- stöhlen hatten._ Tie Besckmffenheit der Entlassungsnnzüge. Da? BekleidungSamt dos Gardekorps schreibt uns: Da? BekleidungSamt des Gardekorps bat im Auftrage des Generalkommandos 120 000 Anzüge bei zirka 00 Firmen gekauft, die an das Amt mit Angeboten herangetreten sind. Jedes Muster wurde von eine: Kommission, die aus Meistern. Arbeitern. Mit- gliedern des Arbeiter, und Soldatenrats sowie Offizieren besteht, geprüft. Erst nach dem Gutachten dieser Kommission bekam die Firma, den Zuschlag. Mit der Abnahme der gekauften Stücke ist ebenso verfahren worden. Eine Kommisston, nicht aus denselben Mitgliedern bestehend als wie die o.fte, hat die von den Firmen eingelieferten Sachen abzunelunen. Dem Amt wurden kurz nach Ausbruch der Revolution B e« kleidungs stücke minderwertig er Qualität zugewiesen, di« das Amt sich erst weigerte abzunehmen. Erst auf Befehl der vorgesetzten Behörden würden sie abge- nommen und zur Ausgabe gebracht. Das in der Qeffcntlirbkeit verbreitete Gerücht, daß das Amt Aufkäufer?u den einzelnen Fir- men sende, die mit einem Aufschlags von 23 bis 25 M. für einen Anzug arbeiten, entspricht nicht den Tatsachen. Das BekleidungS- amt hat auf Anweisung der ihm vorgesetzten Behörden sich einmal eines Aufkäufers bedient, fonff' aber jede» Aufkäufer abgelehnt und mit den Firmen direkt gca beitet. Ob andere noch befrbctffende Stellen mit derartigen Mittel« arbeiten, entzieht sich der Kenntnis des Amtes. Wo man Mehl bekommt, möchte von nn« eine Fron wissen. deren Mann»n Lazaietl liegt und die eine» lljähugen Sohn zu vervfleoen bat, aber niemals da,» gelangen kann, von der B ot> ration die Mebiab'rbnilie abzuiwacken Sie ss.ht ober in den Ge- 'ckäkten viel Gebäck zu 2.50— 3,50 M das Vierlelpiund, ssöniaS- lu.ben zu 2 und 3 M und meint, dazu gehöre docb auch M>hl— �>a müsse es doch noch genug geben. Wir geben die Frage an die hohen Einährungsbrhördcn weirer. Der Neichsbnnd der Kriegsbeschädigten stellt fest, daß die Meldungen, seine Leitung nach einer anderen Stadt zu verlegen, frei erfunden sind. Ter Bundesvorstand denkt nicht daran. Nach DrntschilstrrreiÄ und Tlchcchoslawien sind jetzt Ein- schreibe- und Eilbriefe sowie Postsrtzccküberweisungen nicht zuge- lassen: nach Dentlchüsterreich mich Drucksachen nicht. Ten Grund für diese Beschränkung geruht man uns Pöbel nicht mitzuteilen. Karl RedekS Fesselung beim Spaziergang ist. nne uns der StrafanstallSdirektor mitteilt, aufgehoben. Er geht feit Montag wieder ungefesselt spazieren. Traurig genug, daß eine derartige Anordnung erst ergehen konnte. FfreOrllqiüse Gemeinde. Sonnsoa 11 Nbr in der Kleftrrkirche Vortrag der Frau M. itrische:-Ist der Mensch erziehbar?"— Gäste willkommen. Berliner Vrberiter Schachklub. Lln der 3. Runde des llönigsgambil- turn> eis gewonnen! Voigt gegen Voedewig. Oberweier gegen Likchke. Becker gegen F. EH cm. Gninow gegen Ewardt. Eader gegen Z'tnwd. Meyer gegen Dinnbier. Die Partie KoNiitlag- Schumow tviirde remis. die Partie Schnlakierric»- Vseifier abgebrochen F» der 4 Runde ge- wannen: Pseifter gegen Voigt. F. Eickon gegen Schiilaiiewiez, Obeimeier aegen Ewaidt. Becker gegen Eyber, Grunow gegen«kolriintag. Dinnbier oeqen Zittwiy. Remis wurde die Partie Bredewig Lischke. abgebrochen die Partie Schnmow-Mener. Tland nach der 4. Runde: Grunow 4. Weisser 3 d). Becker. Obeimeier 8, F. ziEm Eyber. Meyer 2 ill Voigt 2. Schumow I'i,(2i, Dinnbier 1(2), Sckulakiewiez 1(1), Kottichcag. Lichte>/,(l), Bredewlg ßro.rrdt 0 fit, stiitwly O. In der Ab! Nordwest. Piillitzftr, 10 bei Göbek gibt G. Dinnbier am Sonntag eine S mutlanvorsleliung. Beginn 3 Uhr nachm. Gäste kZnticn sich daran beteiligen. Fusibntl. Arbeiter-Durn» und Sportverein.Stralau k" spielt ant Sonntag, den 2. März, gegen„Free Tnrnersch.rst Wilmersdors I" Pias: Ütli-Slralau 46.—-Stralau II" gegen-Fichte 9 l!" in Zieinickendori. Arbetlcr-Turn» und Sportverem Straian, Mugb d Arb.-Turnerb. Krtegsbekchädtgte und Kriegshintcrd iedene des Siemens- konzerns. Mittwoch, den 5. März, abends 7 llbr, im Volkshous. Cbar- loltenburg, Rosiiienstiage 4 tgrotzer Saal>, yrotze Be riebSvcrinmmiitng Der Elnberuser: Paul Brunner. KflegSheschädlgt? Etz'irlottenburgS. Sonntag, normittags 10 llbr, Berlammlunz im VotkSyauS, Rotincnstratze. E.»tritt nur gegen Mit. gllede karte. Ter Unterhakt ungsabend des kkkegtments Oven nerNcf bei mästen- bastem Beiuch icbr besriediaend. Oberst von Onen erbä-te m der Be- grätzungSrede, datz das Regiment ohne jede Beeinflussung von recht» oder links seinen geraden Weg gehen und Regierung und Vaterland tchüyen und verteidigen will, wöbet er um die Hitse aller ehrlich gcjim.tcn Krelie der BeoSlkerrmg bat Vrauch» Prentzen etnen BrSflventeu? e>ier!lb-r töricht Sonntag vormittag pünktlich llst, Uhr tu der Singakademie ösfcntlich Wilhelm Heile. EurtriU sret Fscldkraftwagenverirseb. I» letzter Zeit sind mebrfach durch eine Schw ndelfirma, welche sich„geld-ilrastwager>>Vert'.rebZ>Atl..Gc>." lTetegr.- Adresse: Fe, dag), Bcrlri Vk 30 bezeichnet, Krostnagen, welche au« Heeres. beständen stammen, zum ilaui angeboten worden. Die Firma versucht durch Anpassnna ihres Fi: mennamens an eine bis vor tuczem bellehende o siziell« Stelle sich s-lbst einen ossiziellen Coaralirr beizulegen. Es ist an. zunehmen, datz iäniütche von der Fnma verlausten Fahrzeuge arrs unreelle Werse in ihren Besitz geiirngl sind. Die Käuser setzen(ich der Gesahr aus. datz ihnen nicht nur sie getausten Fahrzeuge wieder adgen.mmtN werden, sondern sie auch noch wegen Hehrere! beniast werde». Behandlung geschleckiiSkranker Totdatcn unentgeltlich TUsiter Strafe 22: Aktive täglich von B— 61/, und Sormlags von 9—10, entlaisene und deren Angehörige wochentüglich von 11—1 und von 4— 6. Verloren eine Briellaiche mit vier 20-, drei 5- und einem S-Mark- schein, einer Perisnaibeichrcidnng mit Pbologravhie. vers.hie»neu Pavleren und einem Luch vorn TranSooriarbeiler-Berband. Otto Weber, Tempekhos, Rrngbaanstratze bei Frau Kube. In, Ensino-Ddrater dat da» nene Bertlnsr Dostsitück.Bater Knolle" einen hurchschlageuden Erjolg errungen. Lange vor Legi»» der Vorstellung ist das Thealcr alladenanch toloi ansvertausl. Souulag nachmnlag 8 Uhr lvird das Lunlpiel-Die wcltze Dame" ausgesllhrl. Kodlenkarteu. Bon heute ab dürfen zur Sulnahrne und Abgabe von Koblcn bis aus weiteres nur die solgenden Abschüttle verwendet werden: 1—6 der Lochkarte, l— 10 der B.Zemner Ose:: karte, l— 7 der Karten srir 10—60 Zentner, l— 9 der Kotskarte und l— 12 der Sondrilorle. Bevor- zugt zu detiesern snid die oercits früher srrigegeoenen Avschrntie i— 5 der Kochtute, 1—6 der wei-erert. 1—10 der Sonderkarte und 1—6 der Koks- karte. Mit Rücksicht aus die gegenwärtig unsicheren bioal.irzusuhrcn nach Grotz-Bertin rous erneut aus die sparsamst �terwerrdung hmgewiescn; weitere Freigabe innerhalb der nächsten Wochen kantr nicht i» Aussicht gestellt werden 00 000 M. gestohlen wurden einem hier durchreisenden Zahl- meistcr- in einem Cafe in d«r Friedrichskadt. Er hatte sie in der Aktentasche und die im hingehänxten Mantel. Es war deutsches und Oberssstzeid sowie KrieZsanleih«. Haussuchung bei der„Rote« Fahne". Im Auftrag« der Staatsanwaltschaft I wurde Freitag aoend dt« Redaktion der ..Roten Fahne' in der Wilheimstr. 114 durchsucht, um bestimmte Personen, gegen die Haftbefehle vorliegen, zu ermitteln. ES würde jedoch nichts BelasteuteS zutagtz gefördert. Auch eine Durchsuchung im Hause Lützoioplatz 14 aus dem gleichen Grund« verlief er- gebniskoS. DvS Verbrechen dcS Bürgerrrirgcs. In der Reife der„Flug- fchriften zur Revolution", die der Verlag Buchhandlung Vorwärts berausgibt, ist unter diesem T'tcl eine Abrechnung mit der sparta- kistischen Politik erschienen. Ein Arbeiter ist ihr Verfasser. Seine klar und bestimmt geformten Ausführungen fließen aus voller Be- herrschung des Stoffes. All« Gesichtspunkte der sparlakistifchen An- regimg. von ihren ersten Anfängen während des Krieges herauf. werden kritisch durchgenommen. Diese Ausführungen gruppieren sich zu einem Bilde der Entwicklung der Bewegung, an der die Un. abhängigen ihren Anteil haben. In mehreren Abschnitten wird die Wirkung der Bürgerkriegstaktik gegen das hungernde Volk, gegen die Arbeiterfuliur. gegen das Reich und endlich gegen den SoztaliS- mus gekennzeichnet. Die Schrift ist vortrefflich geeignet, gegen die den Fortgang der Revolution gefährdende Bewegung zu waff- nen. Sie mchrr und schärft das getstige Rüstzeug zum Widerstande. Berliner Lebensmittel. Verlin. Fniolge der TranSvort- und Fab ikationSverhälnrisie kann die aus Ab'chrltt 29 der Kuckerkartc onSztigrbende Zucker men.re nickt beeil» in den näckllrn Tagen überall cwgelöst werden. Der Abkcknstt bleibt weiter vglüg. Zlurerdem bat sich das LandeSzrrckeramI oezwrmgen geseben, teil- webe Robzncker zrizr-weisen. Säugl-vgen toll Rohzucker n'chl gegeben werden. Es in daher eror�erl'ch. die Zriiny-Zrickerkarten für diese Kinder nnr in iolcken Geschäften einzrrlölen. die Werazucker zur Verfügung baden. Wenn im Eckle�chkandet gröbere Zucker mengen»n baben sind, so bandelt es sich bler rcgdmägig um Zucker, der aus dem Transport und innerhalb Berli s gestoblen wird.— Aus Ablchnilt 106 250 gr Kunkibonig. Dieser Abichnitl 106 dar! nur in demjenigen Geschäst. tu dem der Per- braucher in das Kundenverzeichnis eingetragen ist. abgeliefert werden." und zwar von heute bis Dienstag elnichlieglich—?i« Dienstag in den Be- zlrken der 106, 109, 200 und 218. Brolkommission und bis Mittwoch in den Bezirken der 107.. 108.. llO bis 115. 117,. 118., 122., 171.. 202. Sil.. 209., 220. und 221. Brolkommission Wurnbrotausstrich.— Bis Montag in dem Telbczirk der 21. Brotkominission und bis DrenStag in den Bezirken der 172. und 246. Brotkomch siion>25 ge Käse. Rcinickcriöorf. Adschnltk 103 100 gr Graupen, Abichnitl 30 Karte für stlugerrdlickc 100 gr Grien Anmeldung bis einschtietzlich 7. März.— Zwecks Ansnahme der Monatsmvenlnr find die amtüchen Lebensmittel- Berkaussstellen an den nackbebend bekaiurtgegebeen Tagen geschlassen: Scha:»weder stratze 113 am Mittwoch, den 5. März; Rcsidenzstiatze 45 am Montag, den S Mörz; Provinzstratzc 85 am TienSIag, den 4. März. An diesen Tagen nur Mitchocrtaus. «It-Glienicke. Merkwürdige Unabhängige halben wir hier. Der eine betätigt seinen Radikalismus durch störende Zwischenrufe in einer sozialdemokratischen Vo.sammlung, der andere belästigt einen Feldwebel so lange, bis der die Kokarden und Achselstücke abnimmt. wodurch die Revolution gerettet ist. Beide aber—— gehören einem bürgerlichen Verein an! Groß-Serliner partefaachrichten« lWilmerodorf. Morgen, abends 7 Uhr: Beetboven-Abend in der Oberrcatlchritc am Hindenburgparl. Erntrittslarlen im Voioerkaus: im Paricidurcau, Utzlulldstr. 28/90, und bei Leilenderger, Äeitjätijch» Str. 23, Haleuiee._ Gerichtszeztung. Tie Spartakusfrste„Vorwärts". Ein weiterer.Vortvärts'-Prozcß führte Freitag 12 Mann, teil? Scheoartzkopff Arbeiter, teils Arbeiter der Waften. und Muni- tiowSfabrik b�v. der A. E. G. vor Gericht. Sie hatten der Besatzung Hitf-dicuste geleistet. Im»VorwärtS'-Gebäude wurden fte be» sonderen Kompagnien, die dort gebildei wurden, zugeteilt. Auch sollen besondere, meist auS Matrosen bestehende Stoßtrupps foriwiert worden sein, deren Ausgabe eS gewesen sein soll, vorüber- fahrende Automobile mit Lebensmittel» anzuhalten wird zu plündern.— Der.VorwärtZ'-Redaktcur Erich K u t t n e r bekundete als Zeuge: Das Gebäude glich ei�r Festung; eS war ganz sach- und fachgemäß in einen militärischDl Verteidi- gungszuiband versetzt worden. ES wurden wohl an 800 Gewehre nach der Eroberung des Gebäudes vorgefunden, ferner mehrere Dutzend Maschinengewehve un� Berge von Handgranaten. In dta Fenster Ivaren llktatratzen als Schießauflagen hineingelegt und zwei Barrikaden aus Zeitungspapierrollen hergestellt. Die Zritungl- Nachrichten, wonach di«' Besatzung einen Verlust von 200 Toten und Verwundeden gehabt haben sollte, hielt der Zeuge für ungeheuer Übertrieben, cZ waren höchstens zwölf. Lhue Zuhilfenahme von Artillerie hätte das Gebäude überhaupt nicht oder doch nur mit blutigsten Opfern gerromtnen werden könmen. Die Schäden, die am Gebäude und durch Plünderungen in den„Vor:oärts"°Näumen und bei Privatmiele rn entstanden sind, sind sehr bedeutend. Ter Kaufmenm Ascker ertlärie dem Zeugen, daß ihm Stoffe im Werte von zirka 100 000 M. gestoblen, ferner sein« Wohnung ausgeplündert und Schmucksachen und Dikbergefchirr weggenommen worden sei. Die Weinftrrna Brandt berechnete ihren Schaden auf 30 000 M.; es sind ihr 1000 Flaschen Wein und eine eben eingetroffene Zigarrensendung gestoblen worden. Der Firma Hesse u. Eichel sind Wcllwaren im Werte von 20 000 M. gestohlen. Der Gesamtschaden. der durch Plünderung entstanden ist. dürste etwa 300 000 M. be- trauen.— Der Zeuge hatte zahlreiche Fragen der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Theodor Liebknecht und Rechtsanwalt Dr. S. Weinberg zu beantworten, die u. a. darauf hiuaiisliefen. fest- zustellen, daß seinerzeit doch auch das WTB regierungsseitig besetzt t norden fei. obne daß den an dieser Besetzung beteiligt geweienen Personen ein Strasvrozeß gemacht worden sei.— Das Gericht er- kannte gegen den Tischler Ferdinand D e m u t h auf 8 Monate, den Elektriker JSvacl Toronischek guf 3 Monate, den Schlosser Han? W o i! k o w i a k und den Dabdecke? Gustav Zach- mann auf je 8 Monate, den Arbeiter Julius W u l k a u auf 0 Monate, den Schlosser Aisred M o h a u p t. den Schlosser HanS Look, den Maschinenarbeiter Wilhelm Ebel auf je 10 Mo» nate, den Laufrichter Artnr Drescher und den Dreher Johannes(Seitner auf je 6 Monate Gefängnis. Zwei Äs- geklagte wurden freigesprochen. TaS Postpaket mit Handgranaten. Der Bergmann Franz W a S z i n S k i war ein Jahr Soldat, wurde dann reklamiert und kam nach Ausbruch der Revolution aus Westfalen nach Berlin, wo er der r e p u b l i k a n i s ch e n'S o I» datenwehr beiirat. Er wurde hier zur Beivachung der..Täglichen Rundschau' verwendet und will nun gesehen baben. wie andere Mitglieder der republikanischen BolkSwebr von den in dem Gebäude aufgestapelten Munitionsvorräten Handgranaten und Svrenakapscln beim lich wegschleppten. Um zn zeigen» wie so etne Handgranate knallt, habe er den Entschluß gesaßt, seiner in Hamborn ansässigen Schwester mehrere H rnd- granaten in einem Postpaket zu schicken.— Tatsächlich wurde der Angeklagte am näck'tten Tag« abgefaßt, wie er ein Paket, welcbeS neben einer Militärdecke 3 Eierhandgranaten. 2 Stiel» granaten und 4 Sprengkapseln enthielt, au« dem Gebt«de fortschleppen wollte.— Der Staatsanwalt beantragte, da sich der Be- weis, daß der Angeklagte jene Svrengkaoseln zn verbrecherische» Zwecken gebrauchen wollte, nicht führen lasse, aus Grund de- wiPe- ren§ 0 de? SvrengftoffgesetzeS und wegen Diebstahl? 3 Monate Ge- fängnis. Da? Gericht erkannte aur 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der erlittsnen Untersuchungshaft. ftne aller Welt. Leiche im 57ofser. Genf, 28. Februar. Tie Genfer Polizei entdeckte in«ine» Koffer di« Leiche des Dresdener Millionärs Panl Gernetter, der im H>otel Beau-Rivage gewohnt hat. Er wurde am S. Februar von einem aewissen Marcel Herckmann erschossen. Die Polizei ist dem Raubmörder aus der Spur. Sri essasten Üer RedaPffon. ?!ebft für bm f�rleflafftn beftimmten Hnfrag« füge man«inen VuANaden nnb eine Numnier bei. PrlcfUdie Ausiunfi wird ni«I erleilt. Tilige An- irogen irage man in der Juriftisciien TbrecMiande Lindenitr. 3, 3. Hos linis 4 Treppen. 4 big 7. ConnabendA 3 big 6 Uhr nachnntiagg vor. Scbriitsiücke und Berlrise find miizubrinaen. k?. TS. lOO. 1. Tie Etraje mutz, da mehr-Ig 10 Jtabre verstrichen finb, gclötifcl fein. 2. Öo, sofern ei sich um die Landes versieb erungganfla» Berlin bandelt Andere Landes versichcrunftsonsialten gewähien in der «iegel einen Zn'chuh,—»>'. H. 88. Magistrat.—». S.»!>. I. Nnierrg Krachtens»ich!, eine klage ballen wir für dnrchsübrbar. 2. Die Angaben eich?» nicht aus. es ioinmt daraus an. was Sic vcreinborl haben.— It. fi. 1. I.?q, Arrnenvorsteber des Bezirts. in dem das Kind er,oacn ivird. 2. Zin ispeiicht, ireicheS die Minier als Boiiniinderin gesteill bat. Sic können sich auch an dag Vo'.nmnd'chosteaml der Stadt ftrlin, LaneS, Sergtr Stratze 39. wenden.— A.«. 10«. 1. und 8. Wenden Sie hch an den Aalionalcn ftranendienii. Berlin. Genthiner Strafte 13 i. Ja— Cfft. 36. Dag Eitirngeid, falls der Sohn den Unter. hall ganz oder überwiegend bcslriiten hatte.—(F. W. Nein. —' W>»edrr 100. Tie Abweüung geichab unseres Evach'.ens zu Unrcckt, iflbrtu Sic Teichweidc beim Ober« iftcherungsamt.— C.&■ Jetzt nach itsol. 1er Zabiiing halten wir eine Kw.ge sür aussichtslos. Lnsolgedeüen raten wir auch von der Slürzuug der nächsicn Rechnung ab— Q. i». �>3. Beichweren Sic sich bei der Slenerdepulalion des Magiiirais.— St. T. Äü. Bis im Pollrndunq des 18. Lebensjabieg— O. ik. S7. Wenden Sie nch an den do'.Iigen Magistrat.— C. H. 119. OK 30.—. 2. An das Amts. gcricht. in desien Beziik der Austietende wohnhast ist. besondere Formulare nicht«rsordertlch. Der«nsbrttt kann zn feder Zeit angemeldet werden. — F. 2. 109. Bon dem 1. desjenigen Monats der demjenigen Monat solat, in dem Sie in Arbeit geirrten find— 20. W. H. Bis zu luOO SK., salls.Bedüistigtcit vorliegt.- 81h. Srij. Reulolln. Staat und Gemeinde mären ba tbar.- C. D. mundschaltsgerichl.— St. 101. Reklamieren Sie. wir Hmlen Sic nicht, sür zahiimgspflichlig.—®. t>. 38. Abfindung kann gewährt werden. Bis 1000 M. ialls der Gciallene Gemeiner war, bis I2b0 M. salls er Unlerosfizicr oder Scigeani war, bis ISOOM. salls er Feldwebel oder Vize- scidwcbci war und sosern Bcdürjligkett nachgewiesen wird.— A. W. 21. l. Siede Antwort unler E. H. 38. 2. Fa.—®. B. 100. I. Com 1 Februar ab. 2. La, ialls Sie als Mieter mit der Steigerung ein. ver standen waren. 3. Tie Veranlagung scheint um eine Stuse zu doch zu ieiu, jedoch wird jetzt die Retiamalionspflicht verstrichen lein. — St. Jy. W. Die Kündigung war zu ässtg—EL. 25. Zur Zabwng der Gemeindesteuer find Sie oerp flichtet.— S. Nein — E. t. 18. Tie Siraie ist nach K ß de» AmnestieerlaficS im Straf. regkster»u kSschen,»hn, Haft es eine« sesonberen Sniroges bedarl.— 91. ffi. 32, 1. Das Zestau.enl mutz mieiöfinrt dem Geri-vt sofort ein- gereicht werden mit der Steibeurlnnde und mit dem Antrag aus Testa» mentsei öfi r.ung. 2. Das wird vom Gnichl aus gemacht. 3. 4 v. Hundert. — 91. T. 100. Die Hinterdtiebenenrente ist um 50 Croz. erhöht,— A. 50(11. Die Collrente ist oerdopvett, jedoch ist bis jetzt noch nicht Aus- Gablung e:solgt.— FB. 11. 1. Com l. desjenigen Monats, der dem» jenigen folgt, in den» der Belrefiende in Bclchäsligung getreten ist. 2. Reichs- gcietzblalt. Setzen Sie sich evtl. mit dem Reichsbund für Kriegsbeschädigte in Verbindung: Berlin. Llndenstr. Iis. 3. Verband der Eisenbahner, Engelufer 15. Freie gewerlschailtich» Organisation.— H. F. X. 88. 1. a) 6(XX) M., b) 2500 M. 2. Bei den gewerblichen Arbeitern ohne Rück- ficht aus die Lohnhöhe— Lietnias«krossus. 1. Gesetz vom 28. 2. 88 bzw 4. 8 14, Bckannimackung de« Bundesrats vom 21. l. 16. Literatur tu der Buchhandlung Vorwärts erhältlich. 2. a) Regierungspräsident Potsdam. b) Äriegsmmistcriunr. 3. Verordnung der Reichsrewerung vom 3. Dez 1918, veröfienll'cht tm.Reichsanzeiger' vom 11. Dezember.— L. I. St. 14. I. Bei der ordentl chcn oder bedelsSrnäftigen EntiassungS« stelle evtl. BezirkSlommando 2. Dasjenige, wo Sie zuletzt wobneu. 3. a) u. b) Ja, eä kann nur eine gütliche Einigung oeriuchl werden. 4. Ja, Militär« gertcht. 5. Wenden Sie sich an das Augwartige Aint.— R. Sch. 12. Ja. Boraussrchtltche» Wetter bis Sonntag nachmittag. Boll« wiegend trübe, etwas nebelig und im Süden nach ziemlich zahl» reiche, im Norden muhr vereinzelt«, größtenteils geringe Nieder, schlage. Temperatur in der Näh« de» Gefrierpun5teS. Leuttcfiei- Bajarfccitcr- Verband. Verein Berlin. Den Mitgliedern zur Naihrichi. daft am 25. ssebr der Slutkoteur l42/lt IlVütiLZm ZtLLedö sBezirt Nordost) oerftorden ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den I.März. noch in. 4 Uhr. oen der Habe de« St. Barrbolomäugfried« dose» in Weiftensee. Falken- derger Strafte, au« Natt. Der Vorstand MgeskeNe Sek Berünet MMiiiiWk! Sonntag, den 2. Mörz, vormittags 10 Uhr: VcrfamstiUinc*. (Versammlungsort wird in der Abend-Ausgabe noch bekanntgegeben.) Thema: Bericht über die Berhandlaug mit dem Verband Berliner Metallindustrieller wegen einer allgemeine» GehaltSregtlung nnd Beschlnßfaffuttg über nnsere weitere Stellungnahme. M>r- Nile Angestellte» der Vertiuer Metallindnstrte iTbemteer.-saß gyT" Ingenieure, Kausteute. Techniker n. Zeichner) werden»IN eigenen Interesse dringend gebeten, ander Äerianimlung tetlznneiiuicn. 293/e__ Arbeltseerneiascliatt freier Ansestellten-VerbänJe. 'dcrbiitd der faf!» undj -chznli.ll!rke Dcatlchl Kohlstcll, Schöneberg. Den Miiglied-rn zur Zlasirrch!, daft die Frau unsere« Kollegen Lonr-Q«! Vapestrafte 174,1« I am 26. Febr. verstört.'N ist. Die Vecrdigung findet am Eonnadend, nachm. 1 4 Übe, auf dem neu-n Zerusalemo-kürchhos, Berg- mannsic. 45 47, statt. Um reg« Beieiliiuna er- b I-achi Ter Csritnb. 8 B vT.� V rSjriS �- Dfuildier süttsliarbeiter-Verband Zerwattungostelle Berlin. Siachrnfe. E, starben: 127,15 Ikösäor pioed Pliurterer, am 24. Februar L?Ied LvIüWderF ! Mechaniker, am 22. Fedr. I E. Scliwartzkopf .gteinpnrr. anr 12. Januar Karl Telchrnaun Meralldrrher, aa> 21. Febr. Joliaan Walluck Schlosser, am 23, Februar. ilSiV« ihrer», AnS�z»k«v! i DU CrtBOCcroalftsng. Danksa.ZUttg. ffflr dt» vielen Beweise herz. Eichet Teilnahme bei der Sc. «rdignng meine» lieben Manne» kleliaril Lüäillll faae hlerourch meinen lief- gtslihlten Dank! l.Ä87b Frau Ww, Wilticlnilnc Boudin. Betii! g&nieir�efl tiks M'M'Ws. 203 t. ftompugnlc, die über den Berbleid de» Srenadier» SM AklieZii vermißt am 26. 8. 1918 bei Pörottne, näheres wissen, wer- den um daldgest. Angaben sehr xedetcn. Auslugen werden uu:- gehend erstattet.!374D I'M Mwn Ai!l. Ladiau(CitDreuBtn), _ Fischmartt._ Stoffs 18 iL*(Cr"® Henen-Anzüp Darnsn-Kostiinio Meter 20.—, 40.—, dv.—, 80.— Tuch-Lager Kcch& Sesiand K.kM. OertrandtenÄtrnß© 20 21» Verk&uiszeit tob 9—2 Uhr Bettfiao ött kiiimlili'MNkii üesiidil. 0rtsgrr>pp« Otöst-Octlin. Do»«nreoa der 0r!«e>rnpve«strosi-Serlln befindet sich jetzt!» der 47/14 Stialaucr Strasze I (nahe d. Neuen Fr/rdrichstrafte).— Teleph.: Zenlr. 1842 u. 1341 Da» B»r»a» ist oetflnel v�n 8—1 Uhr vvrm. und 4—7 Uhr nachmUiag». Der Etellennachniet» ist gevstnet von S— 12 Uhr »ormitiag». Sonnabend nachmirrag» ist da» Bureau geschlossen. Zr.mLä.CoIsmAN l-ricOricNstr. a. d. L>oro thecnstr Syp'jiiisJiaut-.Harn, Ocschiechis-. Hraiitnleiden. Comh.u-Salv.trsan-Küren.SfcX I N. urasthenle. Kürz.Behandlg. ohne Berufsstörum: Teilz. Harn- u. Biutunrersuch. Spr,- stund. 10-1, 5 8. Sonnta-Js lo-l. Spezial-Arzt Dr. med. Grilterlng Haut-, Hurn, Oeschiecntsi. Bijtunter«. Iiiva(lden>tr. 35 (Ecke Chausseestr. am tett. Btii.).lM.' jg-Ojl, Sonnt. Ii 12. Bekanntmachung. Verteilung von 54unsthonig. Srotz-Bertwer?eb»nnntttekkarte ist>/, Pfund ftuusthont« ad- äanitfitara« Dr. Wegscheidcr's Srusttee u. Tropfen nach Original-Vorschrift f[ecen Husten undLungen- eldcn in Paketen ru 2 und 4 Mk. Bletanf en• Apotheke Berlin, Leipziger Str. 74 DÖnhoftplatz. ~ Spezialarzt Dr. med. haedicke Haut-, har Oescnlcclitsl:, B utcniersuci.g.. Frfearichstr. 178-la3 lan d. MonrenstraBe, Untergrdn.). 11-1,5-7, Ste. 11-1. Spezialarzt Dr. meci. Hoisch�t iFrieiiritlisirJlleÄÄ:. rür5/piiiIls,liarn-,F.-dncA;elts., lyez.; chron. Fälle. Schmcrz'.ose. i s.vr ,ug�B»„..nt,rwchg Mllg., ,�.�kl..-d..kranlib°l.-n.° Temäft S 5 der Verordnung be« Magistrat» verlin über Leb»n«mlttel!arren vom 18. Oktober 1915 wird für den Enneinbe- bezirk der Stadt Berlin beslimmt: I. Aus Abschnitt Nr. ld» der mtt Aufdruck.Stadt Berlin* zugeben. n. ®U Preis» für fiunsthanig betragen, » Pf. für',j Cid.J lm«uvfiich 80*' l' in fertige» Pfundpackungou Der vefteltabichniil Nr. to» der Srotz-Vrrliner Lebensmittel- karte mlt Anrdruck»Eiadi Berlin* dari nur i» demseniaea SeschZft, in dem der Verbraucher zmn Znckrebeza- in da» fiundcuverzeichai, eingetragen ist, gegen Abstempelung de, Empsangeavsd'Nitl» adgeliesert werde», und zwar in der Zeit von Sonnadenv, den>. März, die Die», tag, den 4. März IS!« einichltefttich. Nachträgliche Anmetdungen sin» nicht zuiäifig. . tV. Jeder stleinbSndiee ist verxfiichtei, sobald er die War, enr EieUe ha», den Perkauf«beg>ni> durdi Anichlag anzuzeigen. Der Zläiiser ist orrpfiidiiet, de, der Snmahme de» Kunsthonig» den Smosangsabssurlll vorzulegen, der Verläuser Hai den Smpfang». abschnitt adzuschneiden und an sich zn nehmen. V. Die Mewhändier haben die oon ihnen angenommenen SestelladschntU» an den Seofthändier. oon dem fie den stuns. I-oniu beziehen, entweder durch Boten«der eingeschriebenen Brief abzuliefern, und zwar dl» Freitag, dm> 7. SUtrz ist». Die Uedeesendnng durch gewZhniichen Brief ist nnzaSssig. Der Sroftdiindier Hai tie Abschnitte sofori an die Zucker- Zureilixigo-Desellschaf! weiterzugeben,»an dieser find dl« Ab- schniit« bi» zum Sonnabend, de» id. März IStS, der Zuckeroersorgur.gosielle einzureichen. B-rll», den 27. Februar 1919. Geschlechtskranke verlangen im eig. Inirrefie, um stch vor mindern� Heilverfahren zu schllfien, mein« aufklärende Broschüre üb. Tripper, SyphiU«, Blutunierslichrina»sw.. wirh.mgovolle und werriose veilvew fahren im verschlossenen Umsd>Iag& 1 M.(aueoarta 1,25 M.), ebenso in den Sprechstunden erhältlich. Weitere mündliche Austunst kvstenlo». Sseziülli! l Tl. m. ßöii immi Berlin, polsdamer Sirast» 117. a» der Llltzowstratz«. Sprechstunden>/,lS— 2 mitt. n. Lrs— V»i0 abend». Sonnt>/»Ü— l. Warnung � BezupqDelliiB-Kerzeicliols B»plli»-H«rden_ * Drotan. Farban* Fialaoli- u. Waraiw. Td�dWvdiiik.�« Kotau» lalwaron K!. WM CABbelnuioazIns VlitDlCn«•i�teeC-rtr«,»1 Q lUa ritfchlerraAiftt�r BezB!i*(!ß?iliü!-!«r28icbals BerFn-Oatait Spezialarzt I.-Nr. 485. Zu.«. Magistrat. ZutkerversorFNNgÄstelle. Vn. Aeiwann. Presse. Tcilzahlunc und 5--3. Eoniu. Spr. IV-I 1-0' 8xkxlLl-l4r!t ttr. Nim»- u. tieschiccst:»* i !e:dcn, speziell veraltete, Kart-{ räcKIcc Ausilüssc, Mannes*( scfividchc. Qeg Syphilis eigene: Heilmethode verb. in. Saivarsan- i l.uren. BUttunterntch. im ersten| u. älicsi. Äut»3iijtitut„Löser1.. Nur Roscnthalcr Sir. 7ö,! 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Ausbildung. 8 Wocher.stunden. c) Fortbildungsschule für»eibliche Angestellte, Wein- inclslerstr. 16/17. Unterricht in allen kauimänn. Fächern, abends 8— 10 Uhr. d) Schule für Maschinenschreiben für Mädchek, Neue Friedrichsir. 55/34, III. Der Unterricht wird von S'/a— 2'/? und von 7—10 Uhr erteilt. e) Kaufmann. Fachschulen für schulpflichtige Lehrlinge, Augustsir. 21. Sophienstr. 18, Scbastianstr. 26, Insel- straüe 2/5, Elisabethstr. 56/57, Gartenstr. 25, Steglitzer Str. 8a. Der Besuch befielt vom Besuch der städtischen Pfllchtschule. Außer den kauftnänn. Fächern auch Englisch u. Französisch in 8 Wochenstunden. Vor- u. Nachmittag-Unterricht. () Vcrsicherungsiachschule, Dorotheenstr. 12. g) Fachkursus f. Knaben, Sophienstr. 18. 30 Wochen- stunden von 3—8 Uhr. h) Kauf männ. Abendschulen für junge Kau Heute, Kloster- Straße 74, Inselstr, 2/5. Sämtlicne kauimänn. Fächer und Sprachen, abends 7—10 Uhr. (ieschloss. höh. Handelskursus f. j. Kaufleute mit d. Berechtigung z. clnj. Dienst, Klosurstr. 74. Ausbildung in sämtlichen kauftnänn. Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— to Uhr. Nach Absoivicrung Abschlußzeugnis. Beginn sämtl. Kurse am I.April. Auskunft täglich Im Büro der kaulntänn. Schulen, Burgstr, 25 II, von 9—3 Uhr, sowie in den Schulen selber. Der Direktor Dr. Knörk. Die Erzählungen aus üen taufend Nächten und öer einen Nacht. keine Jugenöausgabe. Dl« berühmten orientalischen Sicbesacföichten mit entzückend«» DUbern von Jr. Soyro». Preis: Geheftet 12 Marl, gebunden 15 Marl. Eingehüllt in den prangenden Echteler blühendster Slnnensrende und furbigster Eroth bieten sie dem Envachsenen, für den die Busgilau bestimmt ist, Ehmbeit unerschöpslichen Genusses.. Ferner liegt auf: Mutter� 6in Mittemachtsroman. ....... fein Roman, sondern bittere Wahrheit— ein Bild, das tief erschüttert. Preis: geheftet 8 Mari, gebunden II Mari. gu beziehen durch, Vogler S, Eo., Berlin CO y, Köthencr 6tr. 27, Hbt. 9. 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Ein Nebeneinanderbestehen der un- volliommenen staariielen Einigung von 4» Millionen Preußen rnit etlwm eigenen ParSameat und einem eigenen Stastspräsi« denten neben der vollkomrncnen AeichSeinigung der 7lt Millionen mit eigenem Parlament un!d eigenem Präsidenten birgt Gefahren in sich. Mit dem Wegfall des Herrschet Hauses hat bat Jnteresi« enu.Staate Preußen im Gebiete westlich der Elbe in toeitcn Kreisen nachgelassen. Die Fragender Zerlegung PoouhenS in Schei o.er drei Teile erfordert deshalb Beachturyg und Prüfung. ?>n der Komrjision wird ein Weg gesucht werden müssen, die TrennamgSfrage offen zu halten. Artikel 2 Absatz i ist zu streichen. DaS Reich«st jetzt ein von den Buiilntsvert ragen unabhängiger, selbständiger Organismus, aus dem io wenig wie die Fürsten es konnten, nun di« Republiken sich loslösen können. Die Beschluß- saffung der Nationalversammlung ist. daher unaÄhäiiM von der Ati-stimmung der Einzelstaaten. Die Neuordnung muß ehrlich demokratisch sie muß vernünftig sozial und christlich sein. Nur «in aus solchem Fundament ausgebautes Reich kann ein Volks- starrt geraunt werden. „Sozialisicren- ist eim Schlagwort wie das„.teilen' 1848. Sein berechtigter Kern ist in das Koalitionsprogramm ausgenommen.' es sind die Monopol- reisen Betriebe. Allgemein nxne: sich unsere Industrie reicht zur Sorialisierung durch die Organisation der Ärbeirstraft. im Einzel. betriebe. Wir müssen mehr arbeiten wie unsere Gegner, wotl wir tiefer verschuldet sind als sie. Solange wir in Abhängigkeit sind. dürfen wir keine Experimente inachen, die an die Wurzeln unseres Wirtschaftslebens greifen. DA Religion ist in der Berfoßung nicht geschützt. Zum Nachteile der staatlich anerkannt«» Religions- gemeireschaften wirkt, ivomrt ich sie räch! mißbilligen will, di« Frei- heit der Vereinigung zu ReligionSgesellscl)ast«n, taS Verbot jeden Zwanges zu einer kirchlichen Handiung, sowie daS Verbot der Be. liZrlenansrage nach dem R c l ig i or.Sbe lee. n l niS. Von der ausschließe lich staatlichen Leitung der Schul« befürchtet die Kirch« di« Förde- rung des religiösen JndisserentiSmuS: Ob die Grundrecht« über das Verhälttris von Stzaat und Kirch«, von Staat und Schule zu vcrvollsläiitigeu sind, laste ich dahingestellt. Di« Verhältnisse der katholischen Kirche sind für die ganze Welt eir.hntlich geregelt. Ein Wieberspruch dazu in ter ReichSgesetzgebung, in dem ein« Gewisiemsbes ckp»e. NMA liegen würde, ist für den Kacholiten unerträglich. I» Ge- wissen.Sfragen mutz er vom Staotözwang» ehrlich und vollständig freigegeben werden. Vom Papsttum, das im Wechsel der Zeiten unveränderlich geblieben ist und bleiben wsxd. erwarten weit« BeooltcrungSkreise Rettung, Erlösung, Freiheit und Klar- hebt in unserer an Irrungen so reichen Zeit. Die diplomatische Verbindung beS VletchS mit ihm entspricht den Wünschen und der Bedeutung der deutschen Katholiken. ES kann fraglich sein, ob die Einbeziehung des EntelgnungSrechtS des Bergbau S, des Siedlungswesens, der Güterzufatirmenlenmng und Verteilung für die deutsche Gemeinwirtschast durch die Be- dürsnist« deS Geme:ntvoh!s gervien ist; darüber wird in der Kom. Mission zu verhandeln sein. Die schwarz-weiß-rot« Flagge soll heruntergezogen werden. Unter chr sind Millionen deutscher Männer in den Kampf gezogen und zum Siege geführt. Fast zwei Millionen von ihnen deckt in Feinbesland oder im Inland der Rosen. Millionen ihrer Ängeliärigen wird um dieses Tode» willen die Fahne schwarz-weiß-rot lauer bleiben. Der Herr Reichs- minister will die schwarz rot-goldene Fahne hissen, die das tolle Jphr 1848 als die deutsch« Fahne angesehen und der in der „Germania' 184g zugejubelt wurde:„schwarz ist das Pulver, rot �ist das Bin t, golden flackert die Flamme'. Möge die Flamm« ein gutes Wahrzeichen für unsere Bevhanb.ungen sein.(Beifall i. Z.) Abg.-Dr. v. Telbrvch(Teutschnatl. vp.): Di«� demokratische Monorchie, wie sie im letzten Herbst bei unS entstanden war, hätte völlig ausgereicht, um auch die weitest- gehenden Ziel« der äußersten Linken zu verwirk. ichen. Das wäre ohne die Kosten von Glück, Mut und Leben möglich gewesen, die unS� die Revolution gebracht hat.(Sehr richtigl rechts.) Auch die Person des Kaisers hätke dabei reicht im Weg« gestanden.(Wider- spruch link«.) Niemand sah di« Verhältnisse klarer ai§ der Kaiser. (Nanal-Ruse links.) Dos nmß ick doch wissen.(Sehr richtig! rechts.) Der Kaiser sah hie Verhältnisse klar. Er war fest entschlossen, alle Folgerungen au» den Ereignissen zu ziehen.(Hört, hört! rechts.) Er war der Meinung, daß eS seine Pflicht sei, dafür zu sovgeir, daß dem deutschen Voll« Endtäuschungen erspart würden, wie wir ste nach den Freiheitskriegen und nach 1348 er- lebt hatten. Der Entwurf ist ein Gesetz zur allmählichen Aus- lösung de? Dout schen Reiches.(Sehr gut! recht». Große Unruhe lint».! Der jetzige VerfassungKentwurf räumt zwar mit den preu- hischcn Vorrechten auf, aber er billigt vielen Gliedstaaten die alten Reservatrechte zu. Wenn die Verfassung besondere Stammes» eigeniümlichkeiten bei der Zwetschgenbrennerei und Bierbrauerei schützt(sehr gutl rechts), dann wind dadurch der ReichSgcdanke nicht gefördert. Ein« erst« Kammer zur Hälft« au» Ernennung unld zur anderen Hälft« aus berursrändischen Wahlen hervorgegangen, würde die pariiknlaristijchrn Tendenzen schwächen, denn das Wirtschaftsleben im Volk« wird immer uni» tarisch gerichtet sein. Ob daS ReicbSminijterium in Zukunft kelle- gialisch sein soll, geht aus dem Entwurf nicht mit unbedingter Klarheit hervor. Ohne aus de: Schul« zu plaudern, kann ich aus meiner praktischen Erfahrung bezeugen, daß sich der Mangel einer kollegialischen Konstruktion der Reichs logierung dauernd sehr störend bemerkbar gemacht hat.(Hört, hörtl) lieber Differenzen wurde zuweilen monatelang verhandelt. Auch wir werden be- strebt fern, da» unsere zu tun. um au» diesem Ennvnrf ein brauch. bare? Instrument für die zukünstsze Regierung und Verwaltung deS Reichs zu machen; wie wir uns letzten EndeS dazu stellen werden, wird abhängen von der Gestaltung, die der Entwurf in den weiteren Beratungen finden wirb.(Brorol) Gegen 2 klhr wird die Weiteüberatureg bis 4 Uhr ausgesetzt. Die Vorgänge nach üem„Vorwärts'-Sturrn. Erschicszung von Gefangenen? Von den Vorgängen, die sich nach der Erstürmung des „Vorwärts" in der Tragoncrkaserne obclespielt haben, gibt „ein Augenzeuge, der in amtiichur Eigenschafi dem ganzen Vorgang beigewohnt hat", in der„Freiheit" folgenden Bericht: »Ich selbst, der Augenzeuge dieser Szene, bin nicht Angehöriger dieser m Frag« stehenden Truppen, sondern gehör« einem Depot der in der Nähe der Dragonerkasern« gelegenen Republikanischen Soldatenwehr an und war Leiter der Absperrungen, die getroffen waren, um die Besetzung de?.Vorwärt»' durch dir RegierungS- kuppen zu ermöglichen Gegen �10 Uhr machte sich ein« Erregung in der Menge bemerkbar und ich sah, wt« man einen Mann unter Aufsicht zweier mit Stahlhelmen und Handgranaten bewaffneter Soldaten heranbrachte. Beim Herankommen de? Manne« hatten Unterossizierschüler, die sich tu der Dragonerkaserne befanden, an atte in Weimar. Um 4,20 Uhr werden di« Verhandlungen wieder aufgenommen. Wg..«»ch-Kassel(Dem.): Unsere kranke Zeit ist mit einer neuen Verfastlung nicht zu heilen. Die Verfassung soll uns ober das sichere und trogjähige Fundament zu einem Neulau inffcreS Reiches unfd Volkes liefern. Nicht alle Baustein«, die Bismarck legte, sind verloren, der erste und wichtigste Baustein ist die Einheit des Reiches. Der zweite Grundstein,«us dem unser neues Reich gebaut werden soll, ist der Gesichtspunkt der Demokratie. Di« Völker des Westens haben sicki entgegen allen Voraussagen im Kriege willig selbstgewähltcn Führern umerworfen. Und wer Hai bei uns die Verantwortung getragen? Die Kenzler kamen und gingen und man wußte nicht, wessen Vertrauen sie halten, der Reichstag aber war während des Krieges nicbl in der Lage, etwa» Rechte» zu tun, weil Sie ober st e Kommandogewalt mim«: den Willen des Reichstages zu durchkreuzen wußte.(Labbafte Zustimtnu?ig bei der Mehrheit. — Unruhe und Widerspruch recht».— Rufe links: DaS gefällt Ihnen roohl nicht?) Die Lehre nehmen wir aus den Ereignissen des Krieg«» mit, daß ein bevormundete« Volk in dem Augenblick der Gefahr nach SeUständilffeit strebt und da« Joch abschüttelt, während ein freie» Volk sich selbst gewählten Führern willig ureieavirst. Wer sollte unserem Volke noch Helsen können als die seübsigetvählien Führer? Die Demokratie legt der Regierung die Pflicht auf. den Willen des Volke» gegenüber einer wider- strebenden Minderheit zu vollstrecken. Wir werden die Regie- rung darin unterstützen, denn Demotcati« soll nicht Schwäche sein. sondern Stärke.(Beifall.) Die Herren von der Opposition haben jetzt in der schwersten Stnind« des Vaterlandes eine danklbare Rolle, sie haben sehr schnell gelernt, sich zu einer u n v e r a N4- wörtlichen und verantwortungslosen Opvosi- rion umMvondeln.(Unruhe rechts.— Lel'h�dc? Beifall bei der Mehrheit.) Einen alten Baustein halben wir dem neuen®«. bäude reicht einfügen können: dir Monarchie. Sie hätte erhalten lseiben können, wenn sie sich rshdzrifig den Forde oun gen der Gegentvart angepaßt hätte. Nach-dem der Baum aber emwurzelt am Boden liegt, ist es unmöglich, ihn wieder»us- zurichten. sRufe reckt».) Ich wrih, das, die äuftcrstr Rechte c» mit der Wicdcransrichtuug ernst nimmt und dah andere Teile der Rechten mit dem Gedanken spielen.(Laute Rufe bei der Teutschnatl. Lp.: spielen? Wir meinen eS sehe ernstl) Parteien, die in diesem Augenblick berufen sind, uns vor dem Bruderkrieg ZU verschonen, wie wir und das Zentrum, können mit diesem Ge- danken nicht spielen.(Neue Rufe reck««; Wie spielen nicht! Rufe links: Sie trrkjen sogar ein sehr gefährliches Spiel!) Der Präsi- denk soll aus hoher Warte stehen und»nir in der Stunde der Ge- fahr den Streit der Meinungen schlickten. Darum wünschen wie seine Wahl durch das ganze Volk. Die großen sozialen Grund- aedanken unserer Zeil hätten durch dun Gesetzentwurf schärrer betont werden müssen. Tie dem Reiche übertragenen Zuständigkeiten crichcitfen uns durchweg unzureichend, direkt als ein Rückschritt die Ordnung des Kriegswesens, ebenso das Gebioi der Ei'enbahnen und da» Verhältnis zur Schule wich Kirche. Das allerscbl immste ist der letz:«?lb schnitt des Entwurf«, di« Reservat« der BunidcSstaatcn. Das große Kulturwerk Preußens darf nicht zerschlagen rverden. Di« Provinzen wollen ebenso w«mg wie früher von Berlin, heute von Sozialdemokraten bevormarndet werden. Sie wollen sich selbst verwalten. Dc>S gemeinsam« Leid wird die Deutschen enger zusamnieniühren, als di« letzten 60 Fahre de» Glücke«, in denen so viel« kostbare Gelegenheiren versäumt worden sinld.(Beifall bei den Dem.) Dr. Heinz»(D. vp.) vermißt in der Vorlage den großen Zun. Er leknrt est» verstüni- meltes Preußen ab. Jetzt muß die Macht im Reiche verankert werden. Zu dem Zwecke muß vor allen Tingen mit den» Programm der UrfrnmgMng der Heeres» utch VerkehrSeinrichtungen auf das Reich ernst gemacht werden unter Beibehaltung de» bumdeSstaatlichen Charakters. Wir wünschen oie Sicherung de» Religionsunterrichts unserer Kinder.(Lekchcffter Beifall reckt».) Wir halten fest an den Farben schevarz�iveiß rot. Unter der Flagge schwarz. rot-gold haben mir bisher nicht allzu viel Glück gehabt. (Beifall recttS.) Abg. Dr. Cohn(N.©.): Da» Versafßir!ys»oerk«st nickt Sellfftzweck. e« darf rere ein Mittel fein, der Revolution zum vollen Srege zu verhelfen. Der Euitlwurs bietet rerir Halbheiten, Nicht emmal die Unentgelttickkert des ganzen UnterrichtsivesenS ist in ihm ausgesprochen. Auch di« volle Trennung von Kirch« und Staat und die Wektlichkeit de» gesamten UnderrichtStvefenS ist in ihm reicht enchallen. Ich ver- misse bestunente Vorschlag« über sofortige Sozialistrrnng. An der Scgia liste rung kommen Si« nicht vorbei.(Sehr richtig! tei den U. S.) Durch da» ganze Volk muß der Gedanke gehen: jeder-ür alle und alle für einenl(Zurus bei den Soz.: DaS sagen Sie mgn Ihren Leuten l> Wir wollen einen wirklichen Ein- hcnsstacn. Alle Svreberrcckr« von Staaten und Stämmen müssen fallen. Dieselben traditionellen Reck«« wie die Bayern könnten auch di« Doutschhannoveraner beanspruchen. Jetzt wäre d«r Augenblick, daS innere Elsaß zu beseitigen und das Unrecht von l 8(1(1 wieder gutzumad-en. Der Reichspräsident müßte die Per- pflichtung haben, in jedem Jahre einen Bericht über die Lage de» Reiche» zu geben.(Zuruf: Dhronrede l) In den Bereinigten Staaten haben sie da» auch. Da siiid e» die berühmten Botschaf. den an den Kongreß. Die Zahl der Reichsminister sollt« begrenzt sein. Das Recht jede» einzelnen A raeordneten auf Jnterpet- l a t i o n müßt« in der Verfassung festgelegt sein. Du««kleinen Anfragen' herben sick nickt bewahrt. Gegen den Wust von Poli�i- Verordnungen muß Vorsorge getroffen werben. Wir wünschen die Wahl der Richter, wenigsten» der unteren, durch das Volt. Die sremdstnachigen Teil« de» Volke» müssen durch die Verfassung geschützt werden. E» fragt sich, ob nicht auch di« nationalen Mi nderhcits rechte der Juden in der Verfassung niedergelegt werden.(Lachen.) Die Hauptsach« ist, daß der Sozialismus auch in die Gesinnung aller VolkSalieder dringt. Rur wenn die Ver- fastung uns die Mittel dazu bietet, eine solcke Gesinnung zu ver- tiefen, wird c« ein Werk sein, auf da» unser« Endel stolz sein können.(Beifall bei den U. S.I DaS HouS vertagt sich Nächst' Sitzung Sormckberrd 10 Uhr: Anträge und kleine Vorlagen. Schluß 7� Uhr. der Teltower Straße mit Peitschen Aufstellung griwininei» and fingen an. den Mann damit zu bearbeite-». Da mich drefec Bor- gang interessierte, ging ick mit diesem Trupp und gelangt« in die Dragc-nerkastm«. Inzwischen brachte man noch einen»rrd dann fünf andere unter gleicher Behandlung bis in die Arreststubt der Kaserne. Da die Peitschen zur Mißhandlung scheinbar nicht aus- reichten, nahm man Gewohrkolben und schlug dies« Leute derartig, daß ich an ein Aufstehen überhaupt nicht mehr geglaubt habe. Man fing nun an. die Taschen'�u durchsuchen. Jrgendtvelche Munition oder Waffen ist bei den Leuten nicht gefunden worden Bielmehr gaben die Leute an. al« Parlamentäre geschickt worden zu sein, um mit den RegierungStruppen bezüglich Uebergabe de»„Vorwärt»' zu verhandeln Vor der Dragonerkaserne hatten mittlerweile vier bi» fünf Offiziere in althergebracht«: vornehurer Aufmachung Posten gefaßt, di« Hände reibend, dtefen Mißhandlungen zusahen. Einer »um diesen, wie mir später bekannt wurde. Major von Stephan!, «klärte:»Sämtliche Leute, die au» de«„LorwärlS" kommen, werben erschossen.� Nachdem dreser Befehl erfeflf war, zogen fkch die Herren Offiziere m chre Stube zurück. Man nahm de» in Frage stehenden Leuten ihre Papiere und Wertsachen ab führte sie auf den Hos uub crmorberte sie u» der bestialischsten Weife. Denn mit einem Erschießen konnte man die vorgenommen« Hand- lung nicht vergleichen.(Ich verweise auf den Leiehenbefunld. Die Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit entstellt.) Ich selbst und ein anderer mit mir anwcfendee Kamerad wollten gegen diese Form der Hinrichtung protestieren, aber wir mußten es viirzithen, zu schweigen, da es uns mit großer Mühe gelungen war, einen unserer Kameraden der Volkswehr, der ganz unverschuldet in dese Dragonerkasern« geriet, vor dem gleichen grausamen Tode zu heioahren. Ich begab mich in mein Depot(der Republik. Soldatenwehr) zurück und nach zirka einer halben Stunde stellt« sich cin Redakteur des ,, Vorwärts" auf unserem Depot vor. der mit einem Ausweis der Regierung verschen war und bat. den mittlerweil« genommenen „Vorwärts" bc sich! igen zu dürfen. Mit diesem m Frage kommenden Herrn wollte ich nach dem.Vorwärts' gehen und kam gerade hin- zu. wie di« anderen 300 Gefangenen in die Käsern« gebracht wurden. Nachdem der Redakteur gesehen hatle, wie man mit diesen wehrlosen Opfern umging, bat er den Kommandeur um ein obge- sonderte» Zimmer, um sich trlexhonisch mit der ReichSregierung in Verbindung zu setzen, um weitere Gewalttat gleiten zu verhindern. Die 300 Gefangenen wurden-ruf den Hof ge- bracht und an eine Mauer gestellt und ein Maschinengewehr vor ihnen ausgepflanzt. Einig« der Scldaten aber hatten sich schon eine Frau herausgegriffen, die angeblich ein Maschinen- gewehr bcb-ent hatte und waren gerade dabei, dieselbe zu erschießen, als der vorhin genannt« Major Skephani dazwischentrat und di« lamentäre zu verhindern.' Hieraus geht hervor, daß«» m der Macht de» Majors Sie» phcrni gelegen hätte, auch die bestialisch Hinmetzelung nx 7 Parlamentäre zu verhindern. Dazu habe ich zu bemerken: Der.Augenzeuge' hat mir von der angeblichen Erschießung von Gefangenen nichlk gesagt, auch dann nicht, als er hörte, daß ich für eine mensch- liche Behandlung der Gefangenen eintrat. Auch die Offi- ziere, bei denen ich mich nach der Behandlung der Gefangenen erkundigte, sagten kein Wort davon daß jemand erschossen worden sei. Ich sah im Hofe weder Leichen noch Blutspuren, ebensowenig bemerkte ich. daß man Anstalten getroffen hätte, die gefangene ftirau zu erschießen. Von Hinrichtungen, die stattgesunden haben sollen, habe ich erst aus der Presse erfahren. Ich bedaurc, daß der Augenzeuge es„vorgezogen hat zu schweigen", daß er mich in keiner Weise unterstützte. nicht einmäl durch vertrauliche Informationen, und kann ihn daher nicht atS vollwertigen.Feugen betrachten. Friedrich Stampfer. D!e preußisthe Lanüesversammlung verschoben. Weimar, 28. Februar. Amtlich. Mit Rücksicht auf die B e r« kehrSschwierigkeiten hatdaS preußische StaatSminlsterium beschlosten, den Termin für den Zusammentritt der LandeHverfamrn» lung auf unbestimmte Zeit htnauSzuschieben. Spartakus und Dum-Dum. Im„VoowärtS'-HauS hatten die Spartakisten ein« desondere Maschine in Gebrauch genommen, um die Sstitz« der Patronen abzuschneiden. Jetzt hat die Kriminalpolizei m Neukölln emen mehrfach bestraften Dieh namens Brande» festgenommen. Dieser führte neben anderen Waffen bO Patronen bei sich, deren Spitze fo kunstvoll ausgebohrt ist, dah da» Gesckwh un- bedingt in der Wunde zerspringen muß. Außerdem fand man bei dem Mann eure— Mitgliedskarte des Spartakus- bände» I Bei den Wehlen in Deutscklfteereich wurden aibgrgetzen 1210 004 sozialdemokratische, 1030 300 klerikale und 667 000 nichtklcrikale bürgerliche Stimmen. Di« Sozialdemokraten erhielten»Ick gegen 30.4 Prcy. im Jahre 1911. die Chriftlichsogia- len 3V.7 gegen bSL Proz. 1911, di« bürgerliche» nicht klerilalen Parteien 22.8 gegen 10,3 Prog. 1911. lUrser Zuwachs ist größer olS der der anderen Parteien._ Znöustrie und ßondcL Neuregelung der Wirtschaft auf dem Textilgebiet. vorläufig keine freiwirtschastlich« Rohstoffcrsassung. Mit dem 1. März 1919 ist auf dem Textilgebiet die Zuständig. keil der Kriegörohjlossabteilung beendet, die bei dieser militärischen Stelle au» der Kriegezeit her auch wählend der ersten Zeit der Temdbilmachung verblieben war. Tie Führung der Wirtschast übernehmen die für die oerschiebeiien textilen Rohstoff- gebiete gebildeten ReichsnurischaftS stellen, die Sekbstverwaltungskörper sind und in der Reichs st ekle für Textilwirtschaft ihr« Zusammenfassung finden. Di« neu begründete NeichSstell« betont m ihrem Komonrniqu«. daß ei höckfft ungewiß ist, ob aus dem Gebiet der Rohstoff- erfassung Erleichterungen in der Richtung der von manchen Seiten gewünschten freier«» Wirtschaft«»er- den eintreten können. Die» roiid unter anderem davon abhängen, wie der Friedensvertrag sich gestaltet und ob eine Besserung in der inneren Lage und Wiederaufnahme der Arbeit de» Kredit Deutjch« land» im Ausland« stärkt. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit, die bisherigen Beschlag- nahmebestimmungen und Meldevorschriften aufrechtzuerhalten. Di« Beschlagnahm« erstreckt sich jedoch nicht aus di« bereit» in Pen Händen de« Handel» befindlichen rechtmäßig freigegebenen Fertigerzeugnisse. Neben der Sorge für di« Wiederkngangbringung der still- liegenden Betriebe und für die Deschästrgung der Arbeiter wird dt« Milderung der Not der Bevölkerung an Spinn- und Webware» eine Hauptaufgabe der bewirtschaftenden Stellen sein. Die gleich- fall» dringend erwünschte allmähliche Herabsenkung der Preis« wird vorläufig durch die hohen Erzeugungskosten außerordentlich erschwert._ Lettts NachricktLN. Verlin für den Parteitag. Die Versammlung der Devliner Parteffunftionäre am SS. Februar 1919 sorierf« einstimmig die sofortig« Einbe- rufung eine» Parteitages der Gesamtpartei. Di« politische Situation ist so ernst, daß ein schnelle» Handeln nötig ist und keinen Aufschub duldet. Von der R« g f e�r u n g verlangt die FunkkionärSkonferenz schnelleres Arbeiten, d. h. durch Notgesetze und Verordn»u»geu, di« wichtigsten Fragen des Wirtschaftslebens zu regeln. De» weiteren wünscht di« FunktionärSkonferenz, daß der Faden der Verständigung mit den Bruderparteien weiter gesponnen und di« gegenseitige Bekämpfung endgültig eingestellt wird. SeweeffchafisbewEung Drei MiMonen Mitglieöer öer ösutschen Gewert- sch asten. Die gewerkschaftlichen Zentralverbände haben nach den neuesten uns vorliegenden Ziffern die Mitgliederzahl von 3 Mil- l i o n e n überschritten. 12 Verbände zählen nach diesen Feststellungen im Februar d. I. allein 2 363000 Mitglieder. Von den übrigen 47 Verbänden stehen unS die Abrechnungsgcchlen vom 8. Quartal 1018 bzw. die SchätzungLziffern der Arbeitslosen- statistik vom 31. T-czember 1018 zur Verfügung. Diese Ziffern dürften aber ebenfalls durch die Masscneintritte seit Beginn des neuen JahreS bei weitem überholt fein. Tie erste Million an Mitgliedern erreichten die Gewerkschaften im Jahre 1004. die zweite Million im Jahre 1010. Beim Kriegsbeginn zählten sie 2 483 661 Mitglieder, gingen aber bis 1016 infolge der Massencin- Ziehungen zum Heeresdienst auf stöo 887 zurück. Das Jahr 1917 schloß mit 1 005 506 Mitgliedern ab. das Jahr 1018 mit etwa 1600 000(die genaue Ziffer steht zurzeit noch nicht fest). Aus dieser' stürmischen Entwicklung der Gewerkschaften ist zu erkennen, daß die Arbcitcrmassen das Vertrauen zu ihren Wirt- schaftsorganisationen keineStoegs verloren haben und daß die letz- ieren berufen sein werden, bei dem bevorstehe nden Wiederaufbau der deutschen Volkswirtschaft einen hervorragenden Einfluß aus- zuüben. Einhcitsorgaiiisation der Bankbeamten. Der Allgemeine Verband der deutschen Bankbeamten hatte am Donnerstagabend eine öffentliche Bankbeamtenversammlung nach dem Börseuiaal einberufen. Ter Andrang war so gewaltig, daß der große Saal die Zahl der Erschienenen kaum zu'fassen der- mochte. Nach einem Referat des Geschäftsführers Marx und einer zum Teil sehr erregten Diskussion, in der an erster Stelle den Vorsitzende des Deutschen Bcmßkanrtenvereins Herr Max Fürstnberg sprach, wurde mit großer Mehrheit folgend« Entschließung angenommen:„Tie am 27. Februar im großen Saale der Börse zahlreich versammelten Bankbeamten Groß-Berlins stellen fest, daß die Schaffung der zur kraftvollen Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen der Bankbeamten unbedingt notwen- digcn Einhcitsorgamsation durch die Schuld des Deutschen Bank- beamlenverems scheiterte. Die Versammlung spricht dem Allge- meinen Verband ihr Vertrauen aus und fordert die noch nicht ge- werkschaftlich organisierten Kollegen und Kolleginnen auf, durch restlosen Zusammenschluß im Allgemeinen Verbände dafür zu sorgen, daß die mit echt gewerkschaftlichem Geiste erfüllte Ein- heitsorganisaiion endlich zur Tatsache wird." Gehaltsevstöhunss im preußischen Itutistischen Landcsamt. Tie Angestellten de- Preußischen Statistischen Landesamts waren wegen Erhöhung ihrer Gehälter und Regelung ihrer sonstigen Anstellungsbcdingungen an ihre vorgesetzte Behörde herangetreten. Die Verhandlungen im Preußischen Ministerium des Innern, welche seitens der Angestellten durch den Verband der Bureauange- stellten geführt wurden, sind bis auf wenige Punkt« imrtmehr zum Abschluß gelangt. Durchschnittlich ist eine Erhöhung der Gehälter um 50 Proz eingetreten. Außerdem sind die Kündigungsfristen geregelt worden. Die Angestellten der Berliner Metallindustrie versammeln- sich Sonntag, den 2. März, vormittags 10 llhr, am Rcich-tagSgebäude bor dem Moltkedenkmal, um einen Bericht über die Verhandlungen wogen einer allgemeinen Gehaltsregelung mit dem Verband Ber- liner Metallindustricllcr entgegenzunehmen und um über die wei- tere Stellungnahme zu beschließen. Forderung der Tabnkarbeiter. -- In der am 27 Februar stattgefundenen gutbesuchten ivernons- Versammlung des TabakarbeitcrverbarrdeS.„Z i g a r r e n w i ck e l. « ä ch e r und Zurichter", Zahlstelle Berlin, wurde infolge der stetig steigenden Preise für Lebensmittel, Miete ufw. fol- gender Beschluß einstimmig angenommen: Tie Tabakarbeiter for- dern zu den bisher prozentual erhöhten Löhnen einen örtlichen Zuschlag von 100 P r o z. dcS Friedenslohnes. Eine Bctrirbsvcrsammliing der Firma Borstg nahm zur , Frage der Arbeiter- und Betriebsräte Stellung. In einem Re- � ferat hierzu plädierte Richard Müller für die Wahl der freien Gc- ! werlfchaftslisie. Ten Arveiterräten falle die Aufgabe zu. an der ! Sozialsierung tatkräftig mitzuarbeiten. In einer hierauf ange- nornmenen Resolution wird um die sofortige Verhaftung der Schuldigen an dem Morde EisnerS, Liebknechts und Rosa Luxem- burgs und um die Anerkennung der Arbeiter- und Soldcrtenräte ersucht. Gehaltsbowcgung der Vcrsicherungsbeamten in München. Die Aibeitacberichaft Münchens bat in einer Einigungsvcrhand- luiig im Ministerium für soziale Füiiorae bis jiuni eiidgüliigen Abschluß des Tariivcrlrages zwüchenictilichc Zuichiäge pewäbri, durch welche die monailichen Mindeiigebaltiäve. die in München gemciniam von der Ortsgruppe des V.D.V. und der Eekiion der VeisicheiungSaiigesteLlen des Zentralverbandes der Handlungs- gehilfen gefordert wulden: 1. Vom l. Januar ISlS erhalten die in den(äMell'chasten be- schäfiiaten lZehrliiifle folgende Bezüge: im ersten Lebrmhre 30 M., im zweiten Lehrjahre 60 M.. im diitten Lehljahie 90 M. 2. Bis zum endgültigen Lb'chliiß deS Tari'vcriraics sind den Angeslelltcn vom 1. Januar 1910 an zwi'cheiizeliliche Zu chläge in der Höve zu gkwäbrcil, daß dadurch mindestens folgende Monats- sätze eri eicht werden: Ein AiisangSaebalt nach beendigter Ausbildungszeit von 125 M. Für Belufskundige mit über �weijävrigcr Praxis: unter 24 Jahren über 24 Jahre über 27 Jahre Klasie I) (xinf. Arbeiten)/ s Eine Reichskonferenz aller in der RüstungSlnbustrie bcschäf- tigtcn Arbeiter findet in dni Tagen vom 8. bis 10. März in Erfurt statt. Auf der Tagesordnung steh:: Wie stellt sich die deutsche �Arbeiterschaft zur Herstellung von Hecresgerät? Uebergang zur ' Friedenswirtschaft. Soztales. 150 M. 200 M. 250 M. Klasie II ltechn. u. kauim. Bea beilung des Geschäft-) J 20 Herren 300 Damen 225 Herren 350 Damen 275 800 M. 850 M. 400 M. 460 M. unter 24 I. über 24 I. über 27 I.' über 80 I. Klasse in z (selbständige schwer igere Ali beitSlelstiingent f Eine Reihe weiterer Abmachungen regeln die Obliegenbeiten der Ai?gestellteiimlss»iisse bei der Einreihung der Aiigrstellten in die Klassen der Mindestgebaliiätze. vor allem wurde die Mitwirkung der Angestelltenausschüsse bei Kündiqunaen. um alle Zweifel zu unterbinden, auch nochmals vertraglich festgelegt. Räterepublik oder Nationalversammlung. lieber dieses Thema referierten in einer nach der Brauerei Patzenhofer(Moabit) zllm gestrigen Nächmittag von Arbeitern der Gcwehrfabrik Spandau einberufenen IZersammlung drei Redner der verschiedenen sozialistischen Parteien.� Für die Kommunisten refe- riene Fröhlich und für die U. S. P. D. Berge r. Beide sprachen im Sinne der Räterepublik. Sie forderten übereinstimmend die sofortige Abdankung der Regierung und die Auflösung der Nationalversammlung, die nach ihrer Ansicht keine Daseins- Berechtigung habe. Die Versammlung hörte die beiden Redner ruhig an. Als jsdoch der Genosse Heller(S. P. D.) das Wort ergriff, wurde derart Lärm gemacht, daß seine Ausführungen fast gar nicht ver- standen werden konnten. Man schrie ihn nieder, ohne daraus zu achten, was er sagte. Schließlich entschied die fast nur von Kam- munisten besuchte Versammlung dahin, daß dem Redner daS Wort entzogen würde. Sodann teilte der Obmann des ArbeitcrratS der �iewehr- fabrik Milk u schütz mit, daß der angeblich nach Meldungen der Abendblätter für Spandau proklamierte General st reik nicht beschlossen sei. Nach den Meldungen sollte der Streik am kommenden Mitlwock beginnen. Der Redner meinte, man könne ja nicht wissen, was bis dahin geschehen würde. Geffentlich-rechtliche Konfumentenintereffen- Vertretung in öer Provinz Lranöenburg. Tcm Veupiele anderer Konsumenlenorganiiaiio�en in emzelnen wirncbanlicb zmäinmenhängenden Gebieten Deuischlanes. geeignete 5loi>sl>mcii:eninte>csscnveltretungen in? Leben zu iuien, sind jetzt auch die Kcniuinentenorganisalloncn der Provinz Brandenburg gefolgt. Am 24. Februar fand im-.'-eilincr Ratskeller eine Sitzung siail, an welcher Vertreter des Verbandes der Konsumvereine der Provinz Braiivenburg unv der angrenzenden Provinzen und Siaaien, Konsumvereine der in der Provinz dorbandcncn Revisionsvetbäiide des Allgemeinen Verbandes der Erwerbs- und Wirlicliasisgenosien- fchaften. des Berliner Beamtcn-Wlit'chatlsv'-rciiis. der Ebarlotieii- burger Baugeiiosieniwaft und Vertreter der Koniumvereme, die den rn der Provinz belegenen Hanoelskammern sür Berlin, PotS- dam. für Frankfurt a. O.»nd die Neumarl uiid für die weft« liwe N edcrlausitz in K oti bus fingenmen. Außerdem>var Herr Verbaiidsfekrelär Hileeb andl zugegen: der Konsumverein für Sorau uiid Umgegend, als Verireicr der Kon'limvercine. die der Handels» kammer für die östliche Riederlausitz angebören haue sein Elnver- ständniS mit der Grünoung schriftlich ausgeipiochen. In einer vorau gebenden AuSwrache winde die Notwenduilnt der Gründung der Koiisnmenlenkommrr anerkannt unv ausaeivioche». daß die Koniiimenleiikamliier ein Teil der zu err-chtenden Witl'chasiswmnicrn ie>n soll, in deiien Industrie. Handwerk, Handel, die Arbeiler in Arbeitskammer» uni» die Verbraucher in enlipiechenden Kammern vertreten iein sollen. Nach den rnipenommenen Sasungen sino alle rem wirlscha'tlicheii Organnätione» der Provinz Branvenburg, die die Rechte juristlicher Personen besitzen und als Hauvlzweck die Be« darfsgülerverforgung. WobnungSbeichaffung uns die Pflege und Förderung ver Hauswirlschafl ibrer Milglieder veifolgen und nick' au? privatlapiialisti'cher Giundlage beruben. der Kammer ausge'chlosicn: außerdem auch dre al« deren JnteresienverlrelUligen in Beirachl kommenden Rcvisionsverbände. Tie Konsuinenleiikainmcr hat sich zur Ausgabe gestellt: 1. Die Verretiing der Konsiimeiileriiiiieresien bei der Bedarfs» güierversorgiing, dem Wohnung---, VcrkcbrS». Versicherungs-, HcizunaS- und Be euchiungSwrsen und bei der Benutzung össentlichcr Unternebinungen»nd Anstalirn. 2. Erteilung von Gutowten. Uiiieibreklung von Wünschen und Antragen den kompetenten Stellen,'oweil Konsumenten« iniercsicn in Vettnchl kommen. Sachveiständige und Schieds- richtcr zu ernennen.' In die Kammer, die aus zwölf Mitgliedern bestehen soll, winden gewählt die Herren Müller und MiruS vom Verbände der Konsumvereine der Provm, Bioiidcnburg in d der angrenzenden Provinzen und Staaten. Schultze-Koi'.snm'ei'osienschoit Berlin und Umgegend, D ö l tz»nd Brirymann. Bcanilenwrrl chailcverrin Berlin-Tempel Hof, Moritz. Konsumverein„Tiefbau", Railbcrge lMark), Kernert. Charlottenburger Baugeiiosienichasi. Böhm, Franliurt a. O. Rahmfeld, Kottbus, und R Lange. Solan. Zum Vorsiveiiden wurde Herr P. Mülle'', zu seinem Stell» verkrcter Herr A. MiruS und zum Sekretär Herr H. Hildebiaudt, Berlin SO 36, Glogauer Sir. 19, gewählt. An letzteren sind auch alle Zuichliften zu richten. Die Kammer bat an die Regierung unter Berkügnng der be» schlossenen Satzungen»nd unter aus'ühri'chcr Begrüntuna eine Eingabe gerichiet, in der die Anerkennung der Stousumeuienkamnier beantragt wir» und des werteren eisuchl innd das Alis'cheiden der Konsumvereine ans den Handelskammern zu veranlassen. BerantrsortliK kilr Pelitil 4Irt«r giSler, Sharlcttexdvm. fitr den Ubrinen Teil des ?-l-Nle» Allee» enilz. Acuk.'lln: kür Nnzergeii Tticodar«loile,'verlin Serlag LorwärtS-veelagie h i KU? g. ,X l>'.u laiwr Jo!i.Pi£lsc!i)Gne!22i3BsL97 SUhrin, Uo dwai-bn x Fenske, X ottdnn.üanjia Btrene; rae.t,«nnrkannt hill. C. Dittmann Borlinerstr. iS Wild- Oeilflg«!— Pltcke. lemiljqQtllen-lferzflciiDlJ Rnri n-W"' cn_ ealaaenha!Ukäufs« flelaszr.Ker«i.U»iF..0li.,P 1»'»»!! Kamlu lim!. Stamlubren, Wecker iöbe! auf Ireüit an jedermaan. Geringste Anzahiang— kleiaste Abzahlung. Spezlaltät» Morlerne Wohnangselnricbtiinjen schon lür 500 Anzaitlnap. Einzelne Moöel, faröige Köclien. 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