it. 119/128. 36. Jite Biettefjaftti, 7F0«l. osmotLa« Mi. frsttn» Haut oocoisf lutlbot. Ctnitto Xmmnern 10 t-temns. Hvltbrpig: BSonoiliili äBO Mi.«jtl guUeflimu#. z-bühr. llmer vfreujbcn.b füt Deutich- laiid u. Oesterreich-Ungarn i,75 Ml. für baS übrige Sualanb 9.75 Mi. bei lüglich emmaligel ünfiellung 7.75 AH. Poscheiieüimgen nehmen cm Düne. mar'. Holianb. Luxemburg. Schweben ll»b bie Schweiz, liingeiragen in die P-i!l-cieiUMgs.'Lreiblist». Der�Sorwürts' ericheinl wochenlSgNch zweimal. Sonmagb einmal. .- Telegramm�breft« .SaiUIbemateat Morgen-Ansgkbe. rWr Flieger z,ur Aufllärnng und von den Matrosen zur Bombar- nierung drZ Po! izeipräsidiumS eingesetzt und über dem östliche» Berlin g.rb es sogar einen(ergelmit-Iosen) Luftkampf. Jin Osten. Nachdem die Spartakisten ihre Positionen ani Alexanderplatz eusg�en imifofcji, ziehen sie sich langscmi nach dem Osten Berlins «ich Lichtenberg zurück. Sie kämpfen dabo! um sede» Fustbreit boden und erriästen, wenn sie ein Viertel ausgeben müssen, in dem sich daran anschließenden Barrikcrden. Im Laufe des heutigen Vor- wurden von dem Noten Soldatcnbund, der somit während ■e» Putfche? zum erstenmal offiziell in Erscheinung getreten ist, n der«rosten und Kleinen Frankfurter Straße und in der Frank- irrt er tlklee Kanipsstcllungen errichtet. Am Strausberg«: Platz hatten die Spartakisten einen mit FeitungSpapierrollcn de lade wn .'(Tftsxtflew.requiriert", ebenso z'.i�ci mit Hotz beladene Fuhrwerke. M»n erbsude aus diesem Material ein« Barrikade, ö irrtet diesem listall tsurden mehreee Msichinengewehre und ein leichtes Geschütz -nnqedaut uns» die Markus-, Kraust-, Weber-, NiarsiliuS. und StvauSberger Straße unter Feuer genommen. Die RegierungS- truvpcn rückten vom Nleranderplatz her heran. Fuerst versuchte man die Barrikaden mit Maschinengewehren zu nehmen. MS diese Maßnahm« sedech nicht genügte, wurden Minenwerfer aufgestellt und leichte Minen gegen die PerteidigungSstellen geschlendert. Der irste Schuß war bereit? ein Volltreffer. TaZ Vollwerk flog auseinander und 12 Spartori sten laurden getötet refp. schwer»er- mundet. Die zweite und dritte Mine gingen mehr seitwärts und lausten in einen Haufer� Neugierige hinein, die iich trotz aller Warnungen dort angefunden hatten. Etwa 20 Personen mußten, zum Teil in schwer verletztem Zu stand«, vsn der Feuerwehr in die umliegenden.Krankenhäuser gebracht werden. Der Kampf woigte bis gegen 4 Uhr nachmittags unent- schieden hin und her. In der Weberstraße wurde ein lkraftwagen der NegiernngStruppen abgefangen und zwei i-Zlrin sitzende Soldaten durch Kolbenhiebe schwer verletzt. Dann warf man die Ver- wundeten in einen Keller, von wo ste später von der lfenerwchr beransgeholt und ins Lazarett gebracht wurden. J» der "lndreaöstra''? war ehenfallS ein« starke Barrikade errichtet. De« R«,sterungStrupx>en haben auch diese Barrikade zusammengeschossen, wobei die Verteidiger etwa 1b Tote hatten� Gegen Abend wurde e? in dem viertel etwas ruhiger, obwohl uon einer Säuberung der Gegend noch gar keine Velde sein kann. stie Spartakisten habrn lich überall auf den Dächern eingerichtet und beschießen von dort aus die Re- gierungStruppen. Der Barrikadenkampf im f?rankfnrter Biertel. Am Donnerstag nachmittag hatte» die RegieningStruppen 'reZßere Abteilungen w den Schulräumen in der Elisabeth- und Strau-Sberger Straße mwergebracht, AIS die Kommunisten dir Niederlage am Tlepanderplatz erlitten, zogen ste fich, mehrere Tausend an der Zahl, nach der Großen Frankfurter Straße mit ihren Nebengassen zurück und sehten in dn Nacht 'um Freitag den Kampf von den Dächern gegen die Regie rungS- iruppen fort. Am Frertqz vormittag errichteten die Aufstandischen eine große Barrikade am EtrauSberger Platz, welche nach allen Seiten Aussicht gewährte und eine zweite Barrikade an de? Ecke .■er Andreas- und Große Frankfurter Straße in der Näh« des Warenhauses Jandorf. Die Regierun gSttuppen hatten sich in der Kaiser- und Kleinen Frankfurter Straße konzentriert, ihre schwere t'rtillerie war in der Mexanderstraße aufgefahren. Am Freitag nachmittag 2 Uhr wurden dann die Barrikaden beschossen. Die ' ommunisten hielten sich trotz deS furchtbaren Granatenbagels hin» ter ihren Befestigunpeu. Erst als ein ganz schweres Geschoß die Barrikade mn StrauSberger Platz zertrümmerte, wichen ste und wur- >eN nun von den NegierungZtruppen»erfolgt. Sie besetzten in der Dunkelheit die Nebenstraßen, wie die Kraut-, Weber-, An- dreos- und Schillingstraße. Von hier wurden st« auS den Häusern mittels Handgranaten herausgeholt. Trotzalledem aber gelten iefs Straßen zü« noch nicht als gesäubert. Am Donnerstag abend und in der Nacht zum Freitag haben verdrecherbanden die völlige Dunlekheit— die Spartakisten haben sämtliche Laternewpfähle l.eranSgerissen— dazu benutzt, die größeren Geschäft« in der Großen Frankfurter Siraß« und Andreas- platz anSzuplündern. Viele Häufe? der Straßen, die von der Artillerie bestrichen wurden, weisen Volltreffer auf. Die Telephonsperre hörte Freitagltbend auf und auch der größte Tell deS Hochlbahn- netzeS kam wieder in Betrieb. Der Z?ernSahuverkehr wurde durch den Streik ebenfalls stark' in Mitleidenschaft gezogen. Der Verkehr nach Schlesien und Posen mußte, nachdem der letzte Zug am Donners tagnachm-i ttag, 2 Uhr, nach Breslau ausgefahren war, gesperrt werden, da die Streikenden die Durch- f«bit nach Köpenick mit Gewalt zu verhindern suchten. Ucber die Aufnahm« des Verkehrs nach dem Osten ist zur Stunde noch nichts bekannt. Die Wafferperforflmig hat entgegen den Befürchtungen, die in den Beschlüssen der Streik- ieitung begründet war. nicht ausgesetzt. Dagegen trat eine Stockung in der LedenSmitielversorgung Groß-BcrlinS dadurch «*, daß die Arbeiter in den großen Speichern des Ostens zum Teil ßreiken und die von der Streikleitung ausdrücklich freigegebenen Züge mit Kohlen und Lebensmitteln nicht eintrafen. Da auch kein Vieh eintraf— auf dem Zentralviehhof waren am Freitag insiwsamt 12 Rinder aufgetrieben— droht die Gefahr, daß in der nächsten Woche lein Fleisch wird verteilt werden können. Die Arbeiter �er Stödtischctt ElskrizitAtZwerke streiken, doch sind durch di? technischen Truppen der Garde-Ka- valleris-Schützen-Diviston die Zentral« Moabit sowie die Stadt- zentralen Schiffborerdamm, Spandauer Straße und Mauerstraße .-esetzt worden. Diese Truppen werden den Betrieb auf. rechterhalten. Di« Zentral« Schiff bauerdamm ist nicht . ußer Betrieb gekommen. Infolge der Besetzung dieser Zentralen, die militärisch ausreichend gesichert sind, wird«S möglich fein, wenn auch nicht das ganze Stadtgebiet, so doch große Teil«, vor allem im Zentrum, zu erleuchten. « Die Gekversorgnng konnte trotz des Streiks eines Teiles der Arbeiter bei vermindertem Druck zum größten Teile aufrecht erhalten werden. Die Börse wurde vom S. ab bis auf unbestimmte Zeit gt- schlössen, da infolge der Unruhen, der Einstellung des ZeiwngS- dienst«» und der Telephonsperre ein geregelter Börsenbetrieb nicht möglich ist. Dt« Straßenbahner werden am Sonnabend den Betrieb noch nicht aufnehmen. Der Straßenbahnverkehr beginnt voraussichtlich am Sonntag früth. « Die Sozislösmokeatie für Streikabbruch. Sine von mehr als taufend Personen besuchte Versammlung von Groß-Berliner Parteifunktionären, Be- ■riebSvertrauenSleuten und Lrbeiterräten der S. P. D. tagte gestern nmbmittaH in den Kammersälen. Zunächst berichtete der Vorsitzende Genosse Franz Krüger über die Lage des Streiks und über di« Geschehnisse der letzten Tage. Am Mittwoch hatten die Groß-Berliner Parteifunktio- Die 9k!anz. Opfer der Stratzenschlacht. Das Berliner Leichcnschauhaiis konnte am Freitag die zahlreichen ihm zugcführtcu Leichen wegen UcberfüLung nicht mehr aufnehmen! Aus den Rettungswachen waren von Donnerstag bis Freitag nachmittag 125 verletzte Zivilisten, darunter 25 Frgucn und drei Kinder, auf den Unfallstationen 14 Tote, darunter ein Lfind, eingeliefert worden. Tie Gesamtheit der Toten und Verwundeten geht in die Hunderte! näre, BctriebSvertrauenSleute und Arbeiterräte der S. P. D. beschlossen, im Hinblick auf die Zusagen der Negierung sollten die Vertreter der S. P. D. im Arbeiierrat den- Abbruch de? Streiks beantragen. Am Donnerstag nahm die�lrbeiterratS-Voll» v e r s a m ni l u n g einen den Streik verschärfenden Antrag der Unabhängigen, auch die Eleklrizitäts-, Gas- und Wasserwerk« stillzulegen, am(Stürmische Pfui- Rufe.)� Noch am Abend desselben Tages versagt« zum Teil das elektrische Licht, und in einzelnen Betrieben' blieb auch das Wasser aus. Nach jenem Beschluß traten die Mitglieder der S. P. D. aus der Streikleitung aus, weil sie die Mir- Veranttvortung»für ein derartiges, die VolkSgesundhett aufs schwerste gefährdendes Vorgehen nicht auf fich laden wollten, lieber den von unseren Genossen gestellten Antrag auf sofortigen Ab- bruch des Streik» wurde in der ArbeiterrcrtS-Volloerstmun- Iunjj am Freitag verhandelt im Anschluß an den Bericht der aus Weinurr zurückgekehrten Kommission deS VollzugSratZ. Di« zur 3. P. D. gehörenden Ksminissionsmitgliede: hielten nach den auch dieser Konrnnssion gemachten Zusagen der Regierung alle Voraussetzungen zum Abbruch des Streiks für gegeben. Die Kam- miffionSmiiglieder der Ilnabhängioen widersprachen. Dann beschloß aber die Fraktion d-r Unabhängigen, gleichfalls den Streikabbruch zu beantragen. Mit Sicherheit sei, sagte Genosse Krüger, zu er- warten, daß die ArbeiterratS-Vollversammlung noch in dieser Sitzung den WÖbrnch dos Streiks beschließen werde. Genosse Krüger machte sodann noch einige Miitellungen über die militärischen Aktionen. Für den größten Teil von Berlin sei der Republikanischen Soldaten-Wehr die Aufrechterhalttrng der Ordnung überlassen worden, eS Hab? sich aber gezeigt, daß sie diese Aufgabe nicht erfüllen konnte. Schon am Montag sei eS in der Alexcrnderplatz-Gegenid zu Ansammlungen, Plünderungen und Schießereien gekommen, wobei Mitglieder der R. S.-W. von der Menge entwaffnet wurden und andererseits leider auch einzelne Mitglieder der R. S.-W. die Plirndererbanden sogar schützten. Infolgedessen»rußten NegiernngStruppen für Ordrrung sorgen. Die VolkSmarinedivision und übergelaavfene Mit. gliader der R. T.-W. griffen das Polizeipräsidium mit Kanonen und Minenwerfern an. Infolgedessen wurde gegen di« Marine- d i v i s i o n vorgegangen und das von ihnen in eine FcPung ver» wandelte MarinehauS erstürmt. Ein verhafteter Matrose, bei dem man einen Ausweis der U. S. P. D. fand, erklart«, alle Angehörigen der VolkSmarinedivision hätten solche Ausweise. Daß Parlamentäre von den RegierungStruppen erschossen worden seien, ist unwahr. Wie man übrigen» nicht die Unabhärlgigen und die Kommunisten für jede Tat eines der Ihrigen verantwortlich machen kann, so soll man auch den RegierungStruppen nicht derartige Ausschreitungen einzelner Soldaten zur Last legen. In der Diskussion führte Gen. Erwin Barth auS: Wir hasten fett Beginn des Streiks uns nicht glücklich gefühlt in der Rolle, die unS aufgezwungen worden war. Ein wohlvorberetteter Plan hatte unS in den Streik eingeivonnen. Di« Linksradikalen ver- ließen den Boden der Sl r« ikforderan gen und ge- rieten aus die schief« Eben«, die zum SvoetakiSmu» führen mußt«. Das konnten wir nicht mitmachen. Die Zusagen der Re- g i e r u n g ge'-en weit über das hinaus, was wir in der nächsten Zeit werden bewältigen können. Die Unabhängigen stellen Be- dingungen für die Wiederaufnahm« der Arbeit, z. B-, daß die mili- tärifche Besetzung der Betrieb« zurückgezogen wird und kein« Maß. regekungon stattfinden. sHelterkeit.) Wir haben daS l«b hafte ste Mißtrauen, daß man nur einen Anlaß zu weiteren Verhandlungen schaffen will, um die Entscheidung zu verschleppen. Wir sind ent- schlössen, zu beantragen, daß heute Schluß gemacht wird. (Stürmischer Beifall.) Ilebm die Zusammenstöße der Republikanischen Soldatenwehr und der VolkSmarinedivision mit den RegierungStruppen teilte Ge- nosse Witolla mit, der an der Untersuchung beteiligte Unabhängige A l b r e ch t habe selber zugegeben, daß die Regier u ngS- truppen angegriffen worden sind. Redner forderte, unter allen Umständen sofort den Streik abzubrechen und sich niemals wieder durch leere Versprechungen täuschen zu lassen. kStürmische Zustimmung.) Dann ergriif Genosse Wels das Wort. Die Berliner Arbsüer- schalt habe in diesen Tagen wohl das schlvcrste erlebt, war ihr je- malS zugemutet wurde. Niemals fei sie so rechtlos gewesen, wie in diesen Tagen.(Lebhafte Zustimmung.) Das A b st i m m u n g s- recht der Arbeiter fei mit Füßen getreten worden, unter den Terror habe man sie gezwungen, Spartakus herrsche»rit den ihm verbündeten Unabhängigen über die Betriebe. Ter Ge- neralstreik sei in dem Augenblick herbeigeführt worden, wo die LondeSversammlunp in Berlin zusammentreten sollte. Si« habe man auseinanderjagen wollen, wie es in München gemacht wurde. Wels rief die Arbeiter Berlins auf, die in dcu Be- trieben noch vielfach anzutreffende Feigheit obzunvxfen, Mut gegenüber dem Terror zu zeigen und die Diktatur zu be- kämpfen. Die Minderheit sollte ihre Anschauungen mit geistigen Mitteln vertreten, wie«S ihr gutes Recht sei. Aber gegen Ver- gewakttgung des Willens der Mehrheit iverde man sich mit Gewalt wehren. Dieses Generalstreik? und deS ihn verschärfenden Antrages«uf Stillegung der ElcttrlzitätS-, GaS- und Wasserwerke tverde di« Partei der Unabhängigen sich bald zu schämen beginnen. Durch Stillegung der Press« habe man die Massen direk- tivnslos und wehrlos zu machen verstanden. Der Regierung solle man Vertrauen gegen Vertrauen zeigen, dann werde sie zu ihrem Ziel gelangen und das deutsche Volk dem Glück entgegenführen. (Stürmischer Beifall.) Genosse S t r a s s« r berichtet« über di« Vollversammlung der Arbeiterräie am Freitag(f. unten). Die VollzugSratSmitglieder der ll. S. P. werden mit RoSke über ihre Bedingungen unterhau- d-eln. Sttasser schloß seinen Bericht: In Wirklichkeit ist der Streik schon heute beendet. Wir wollen aber heute hier erklären, daß wir den morgigen Beschluß der Vollverfamrnlimg ab- warten. lWiderspruch.) Er wird sich sicher für endgültigen W- bruch deS Streiks aussprechen. » Genosse Krüger hob hervor, daß man heute nicht ohne be. stimmt« Parole auseinandergehen dürfe. Di« Arbeiter würden in den meisten Betrieben, ohne jenen Beschluß abzuwarten, die Ar- beit wieder aufnehmen. In der Debatte über Strassers Borschlag wurde von zwei Rednern gewünscht, noch zu warten. Ein anderer Redner mahnt« zu sofortigem Entschluß. Genosse Wels warnte, die Entscheidung hinauszuschieben. Es wurde schließlich folgend« Resolution mit allen gegen 6 Stimmen angenommen: Im Anschluß an den Beschluß der Funktionärkonfei-nz vom 5. März und an den Beschluß der Ge- werksch-istSkommission hat auch di« Vollversammlung der Arbeiter- rät« sich für Abbruch de» Generalstreik» erklärt. Nach Lage der Verhältnisse erklärt die Konferenz der Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute und Arbeiterräte der S. P. D. die so» fortige Beendigung de» Streiks für notwendig und fordert zur sofortigen Wiederaufnahm« der Arbeit auf. Maß. regeluckHn im Anschluß an den Streik dürfen nicht stattfinden. Di« lediglich wegen Streikens Verhafteten sollen sofort freigelassen «erden. VoNvsrfammlung der ftrheftervSte. Zu Bsginn der Freitazsitzung erstattete für die aus Woimsr zurückgekehrte Delegation zunächst Mall: ahn(U. S. P.) Bericht. Als besonders wesentlich hob er hervor, daß sowohl der Zentralrat als auch der VollzugSrat Gesetzentwürfe iiSs: die Stellung der Arbeiterräte in der Verfassung ausarbeiten sollen, um diese dem Rätekongretz zur weiteren Duvchberatung vorzulegen. Trotz pole- Ulischer Wendungen war aus den Worten des Redners zu ent- nehmen, daß die Kommission in- Weimar größeres Entge- g e n k o m ii�e n gefunden hat, als sie erwartete. Neue(S P. D.) referierte mit größter Sachlichkeit. Man könne im Augenblick nicht ettoarlen, durch eine Fortsetzung de» Streikes mehr zu orrcichen, als von der Regierung zugestanden worden sei. Die errungenen Erfolge würden vielmehr dadurch in Frag« gesteff!. Wegmann(II. S. P;) teilte mit, daß nach einem bei der Re» gieruug von dem Kriegsgerichts. at Joerns eingegangenen Schrei- den nunmehr elle wegen der Ermordung von Rosa Luxemburg urckr Karl Liebknecht Verdächtigen verhaftet seien. Hcrsurt sK. P.): Die Reise nach Weimar hätte, man sich sparen können, denn die Zugeständnisse seien bereits seit Mittwoch bekannt, an welchem Tage der„Vorwärts" sie veröffentlicht habe. Jeder grundsätzlichen Stellungnahme zu den Befugnissen der Räte sei geflissentlich ausgewichen worden. Seine Fraktion lehn« die Borschläge«rb und oerlange di« allerschärf st e Fort- setzung des General st reikes. Dr. Michaelis(Dem.): Für die Anerkennung der Arbeiter- rät« sei seine Partei auch, sie werde gern an den Vorlagen mit- arbeiten. Mit dem Generalstreik müsse sofort Schluß gemacht werden Es bestehe sonst die größte Gefahr des B ü r g e r k r i c- ge». Jetzt geb» es nur die eine Parole:„An die Arbeit!" Däumlg(H. S. P.): Die soziale Revolution könne nicht zur Rcche kommen, bevor die Gesellschaft auf ein neues Fundament gestellt sei. Um da? Streikes willen werde nicht gestreikt. Zum ersten Male hatten wir es fertiggebracht(Künstlerfceude! Red.), einen großen politischen Massenstreik zu inszenieren, cm dem sich alle Arbeiter verschiedener politischer Richtungen(unter To» desdrohungenl Red.) beteiligen. Tie Maulwurfs arbeit do: S. P. D. habe die Bewegung gestört und schwer geschädigt. Sie sei allein daran schuld, wenn man jetzt, ohne die Ziele erreicht zu haben, daran denken müsse, den Streik zu beendigen. Auch die K. P. Hab« durcb ihr eigenbrötlerisches Verhalten die Bewegung geschädigt. Die GewerkschaftSkommission habe den Streik abgesagt, was ebenfalls eine schwere Schädigung des Streikes sei. AuS allen diesen Gründen beantrage seine Fraktion folgende Resolution: Die Arbeiterräte der U. S. P. D. sind bisher mit allen Mitteln für die Durchs ich aing des Geiicralftreiks eingetreten. Sie haben dem Generalstreik zugestimmt in der sicheren Erwartimg, daß auch die beiden anderen sozialistischen Parteien mit aller Macht unter vollster Wahrung der politischen Solidarität und Aktionseinheit cm dem Gelingen des Generalstreiks mitwirken werden. Kaum war der Generalstreik begonnen, als auch bereits di« Führer der Rechtssozialister. Versuche unternahmen, den Streik zum Abbröckeln zu bringen. Die Führer der S. P. D. haben auch wäh- rend de? Streik? diese Versuche wiederholt und durch ihr Ausscheiden aus der Streif! elttnig und Verlasse» der Vollversammlung bereits vom!x März ab die einheitliche und Erfolg versprechende Weiter- führung deS Generalstreiks unmöglich gemacht. Auch die K. P. hat durch ihr selbständiges da? einheitliche Han- deln schädigend« Vorgehe» die Fortführung deS Streiks erschwert. Selbst als die S. P. D. aus der Srreikleitung ausgeschieden war, konnte sich die K. P. noch nicht entschließen, zu einer gemeinsamen einheitlichen Fortführung des Generalstreiks beizutragen. Nachdem nunmehr di- S. P. D. und die K. P.(die D. F. haben vc-n Anfang an abgelehnt) die Fortführung des Generalstreiks durch ihr Verhalten m Frage gestellt haben, verzichtet die Fraktion der 11. S. P.-Arbeiterräte für d i eS m a l auf eine Weiterführung deS General streik», erklärt aber, daß sie tn« von der Negierung gemachten Zugeständnisse als völlig ungenügend ansieht und zu gegebener Zell wieder mit allen Machtmitteln zur Erringung ihrer unerfüllten politische» und wirtschaftliche» Forderungen aus dem Plan trete» wird. Von diese» Gesichtspunkten amSgehend, erklären sich die A.-Sl. der ll. S. P. D. unter folgende» Bcdrnzr.irgen für ein Abbreche» de» Streiks: 1. Kerne Maßregelungen»»folge des Streiks. 2. Freilassung aller wegen des Streiks Verhafteten. 3.«osortige Räumung aller militärisch beichten Betriebe. 4. Entfernung der Frciwilligen-Verbände au? Berlin irnd Aus- Hebung des Belagerungszustandes und der außerordentlichen Kriegs- gericksie. KaliSki iS. P. D.): Der Streik habe keinen Einheit!- plan gehabt nnd habe hieran scheitern müssen. Am Montag habe man Hals über Kopf den Streik beschossen und sei sich dann erst darüber schlüssig geworden, um die Erfüllung welcher Bedingungen man streiken wolle. Die Fraktion und die Parten habe weder gegen den Streik gearbeitet, noch hierbei eine un- klare Politik verfolgt. Tie Zugeständnisse der Regierung seien gemocht, nun komme es lediglich auf die Räte selbst an, welche« Inhalt da? Gesetz über die Räte erhalten werde. Di« geheime Urabstimmung sei ein elementares Recht der Arbeiter, das sich diese nicht von den Räten rauben lassen wollten. Indem die Pecsamm- lung sich dem widersetzte, habe sie den Streik selbst entscheidet» ge» schädigt. Der Beschluß, die GaS- und Wasserversorgung cbzi> schneiden, sei ein Verbrechen an den Kindern der Arbeiter. Immer größer werdender Lärm machte hierauf die weitere» Ausführungen des Redner? unvernehmbar. Die Galerie- besuchet toben, brüllen und pfeifen wie besessen. Schließlich gelingt eS dem Redner am Schlüsse seiner Ausführunge» folgenden Antrgg der S. P. D.-Fraktion zu verlesen: Nach den Berichten der von der Streikleitung nach Weimar gesandten Kommission halten wir c« mit unserem Gewissen und unserer Pflicht der Arbeiterklasse' und dem gesamten deutsche» Volk gegenüber für unvereinbar, den Generalstreik fortzusetzen. Angesichts der Wendung, die der Streik durch de» grstrigei« Beschluß über Stillegung der GaS-, Wasser- und Elektrizitüts- Versorgung genommen hat und mit Hinblick auf die vcrwerf- lichen Begleiterscheinungen, die der Streik genommen, sehen wir un» um so mehr verpflichtet, den Antrag zu stellen, das) die Boll- Versammlung der Grotz-Derliner Arbeiter- und Soldatcnröte die sofortige Einstellung deS Generalstreiks beschließt. Dir setzen dabei voraus und erwarten von der Regierung, daß keine Maßregelnugen anläßlich deS Streiks stattfinden und daß alle wegen Streiken? Verhafteten unverzüglich auS der Haft entlassen werden. Bei zunehmender Dämmerung versucht ein Teil der Vorsamm- lung die Abstimmung durch obstruktiven Lärm zu verhindern und zu erzwingen, doß die Beschluß kassung auf den folgenden Tag verschoben wird, obgleich ein diesbezüglicher Antrug abgelehnt war. Schließlich wurde der Antrag Däumig angcnom- men, nachdem der Aittoag der S. P. D. mit geringer Mehr- h e i t abgolechtt worden war. Auf Anraten de» Vorsitzenden Richard Müller wurd« sodann mit überwältigender Mehrheit beschlossen, den bar- barischen Streik in de» GaS. und Wasserwerke» wegen drohender Katastrophen sofort einzu- stellen. Die nächste Volksitzung findet heute 1 Uhr mittag» im GetverkschaftShau se statt. Es ist bestimmt zu«cwarlen. daß dies« Sitzung die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit beschließen wird, Arbeiterräte S. p. d. Heute mittag 1 Nhr im Gewerkschastshaus« Sollversamnilaag des ArbeiterratS Groß-Berlin.