Kr.ISS.«e.gnhtg. De,ngSpreiSt Siexteqäftcl. 7�0 iXU inomtt,2S0m KrltnSHaus ootauSjaljlfiat, Einzelne Kümmern 10 litenmg. Posliezug! äKmuiüid) i80 flu. ejfi. ZustellungS. gebühn Uni«»neu, band für Teutlch- and a. Oefterreich-Ungmm».TL MI.' Är daS lldnze Ausland 9. TL»Ml. bel Sglich eunnaliael»jusiellung 7. TS Ml. Loltbeilellungen nehmen an Düne- Marl. Holland Luxemdura. Schweden und die Schweiz Eingetragen in die voli-letiuno»- Preisliste. Der.Boovürts' erichnm wochenlügkch zweimal. Sonntag», einmal. Abend-Ausgabe. kelegramm-Ldrefi«! .Sozialdemokrat»Bttlis*. � f- Berliner DolKsblatt. ( 10 Pfennig) AltzeiqenpretS: Die achigelvnlteae Konvareillezeile lollei 1.20 Ml. �kleine Anzeigen-. das'eiigeotuche Won SO Pfg.(zulässtü 2 lettgedruckte Worte), ledeS weitere Won 25 Lsg. Stellengesuche und Schlafslellen anzeigen d«Z erste Wort 40 Pfg.. ied-s weitere Wort 20 Pfg. Worte über tb Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag SO«/» Zamilien-ilnzeigen, volitische und gewerllchaliliche Serein«- Anzeigen 1,20 Ml. die Zeile. Anzeigen für die nächste Kummer müslen bis 5 Ahr nachmittags im Haupigeschäst. Berlin €32.68. llindenftrrche 8, abgegeben »erden, lScöffnet von S lth, früh bis 6 llhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratifcben Partei Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: EW. 68, Lindenstr. 3. Zhermv recher: Amt Morittvla?. Nr. tälSV— t»!S7. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. 68, Lindenstr. A. Fernsprecher! Amt Mortttplatz. Rr. 117 SS— S4. fottliauer des Kampfes um Lichlenberg. Lichtenberg vor der völligen Besetzung. Im Laufe des heutigen Tages wird sich die völlige Besetzung 2 Uhr, als der Spektakel nochmals anfing, wurde ihm durch di« Wache schnell ein Ende bereitet. Anerkennung verdient auch die Haltung deS.Vorwärt»'- PersonalS, des auf seinen Plätzen verharrte und sofort nach Be- endigung des Gefechts die Arbeit wieder aufnahm, sodaß der Betrieb nur auf ganz kurz« Zeit gestört wurde. Zur Sperrung deS Telephonverkehrs i« Berlin. Von militärischer Seite wird mitgeteilt: Die Sperrung des Telephond«kehrz erstreckt sich lediglich auf Privatgespräche oder auf Gespräche �eschäftlicber Art. Ausgenommen von der Verfügung sind Gespräche für Presse, Aerzte, Krankenwesen und ähnliche An- stalten, für Wasser», Gas» und Elektrizitätswerke. Tut Einhalt dem Morden! Die„Freiheit", die nach eintägiger Pause wieder er- scheint, bringt einen ruhig und matzvoll gehaltenen Leit- artikcl, der mit den Worten schließt: Jetzt ist aber vor allem Eines not: die Beendigung des Kampfes:'der nutzlosen Opfer sind allzu viele gefallen, der blutige Wahnsinn hat allzu lange gerast. Es ist genug, übergenug. Tut Einhalt dem Morden! Leider ist der übrige Inhalt der Nummer nicht auf den- selben friedlichen Ton gestimmt. An anderer Stelle wird z. B. berichtet, daß„die Noskegarde nicht nur in Berlin wie blutgierige Tiger gehaust" habe. Wieder an anderer Stelle wird gesagt, Noske lasse sich iminer„Spartakistenumtriebe" melden, wenn er Gelegenheit haben wolle, einzugreifen. Als ob Noske zu seinem Privatvergnügen schießen ließe und nur nach Vorwänden suchte, um seine neronischen Leidenschaften zu befriedigen. Ueberflüssig zu sagen, daß sich in derselben Nummer der „Freiheit" kein Wort des Tadels gegen diejenigen findet, die das gräßliche Morden über Berlin heraufbeschwo- ren haben, die an den entsetzlichen Leiden eines Teils unserer Mitbürger— und natürlich gerade wieder eines Teils der Arbeiter bevölkerung— die Schuld tragen. So scheint uns die„Freiheit" leider noch nicht ganz von der rechten Gesinnung erfüllt zu sein, in der.man dem Mar- den Einhalt gebieten kann. Um so mehr wollen wir uns hüten, in denselben Fehlsr zu verfallen, den wir an ihr tadeln müssen, und wenn wir feststellen, daß die„Freiheit" Partei im Bürgerkriege ist, so wollen wir ruhig zugeben, daß wir es auch sind. Die„Freiheit" hat zu lange den verblendeten Haß gegen die Mehrheitspartei ge- predigt, als daß sie jetzt, wo der tragische Konflikt zu blu- tiger Schärfe gediehen ist, sich leidenschaftsloser Objektivität befleißigen könnte. W i r aber, das geben wir ruhig zu, sind leidenschaftliche Feinde und Bekämpfer von Bestrebun- gen, die nach unserer tiefwurzelnden Ueberzeugung nur namenloses Unheil über die Arbeiterklasse bringen können und die mit Demokratie und Sozialismus, wie wir sie zwei Menschenalter lang vertreten, nicht daS geringste mehr zu tun haben. Wer einen Gegner leidenschaftlich bekämpft, wird immer geneigt sein, dem Schlechten, das ihm über ihn zugetragen wird, Glauben zu schenken. Auch in der Hitze des Gefechts soll man sich daher in dieser Beziehung vor Leichtgläubigkeit hüten. Möglich, daß wir, obwohl wir uns dieser Gefahr bewußt blieben, da oder dort dem Fehler eines zu raschen Urteils verfallen sind! Auf der andern Seite aber hat man — so scheint es wenigstens uns— geradezu toll darauf los gelogen und verleumdet. Unsere Gegner kennen uns auS langer Arbeitsgemeinschaft doch gut genug, warum stellen sie unS immer wieder ihren doch ohnehin genug erregten Anhängern wider besseres Wissen als Mörder und Bluthunde hin, die nur„Gelegenheiten" zu gewaltsamem Eingreifen suchen? Wenn bei ihnen auch nur noch ein Funken von Unpar- teilichkeit wäre— und ohne ihn kann, man dem Morden nicht Einhalt gebieten— so müßten sie doch zugeben, daß die mehrheitssozialistische Politik seit der Novemberrevo- lution leidenschaftlich den Weg einer friedlichen Entwicklung über die Demokratie zum Sozialismus gesucht hat und daß von der anderen Seite auf die„zweite Revolution", den blutigen Bürgerkrieg hingearbeitet worden ist. Wir schließen usis dem Wunsch, daß dem Morden Ein- balt geboten wird, an und erweitern ihn dahin, daß dein Morden ein für allemal Einhalt geboten werden soll. Es sind schon genug Häuser in Berlin zerschossen, genug Un- schuldige verwundet und getötet worden, und wir wollen nicht all dies Entsetzliche bei nächster Gelegenheit in Jper- stärktem Maße erleben. Was kann uns davor schützen? Nur der Verzicht der anderen Seite auf alle Versuche, die durch die Revolution vom November geschaffene demokratische Staatsordnung ge- waltsam umzustürzen. Könnten sich die Unabhängigen"dazu aufraffen, sich fest und entschieden auf den Boden der durch die Novemberrevolution geschaffenen Tatsachen zu stellen, wollten sie sich auf das sozialdemokratische Pro- g r a m m zurückerinnern, das stets den freien Volksstaat mit allgemeinem Wahlrecht und Volksabstimmung, aber nie- mals die russisch-bolschewistische Räterepublik gefordert bat. wollten sie mit uns den Weg friedlich-demokratischen Auf- stiegs zum Sozialismus betreten, dann wäre ein entscheiden- der Schritt zum ineren Frieden getan. Solange aber die Unabhängigen mit dem Gedanken deS Bürgerkriegs liebäugln und c? mit jenen dalten, die offen! und ungescheut über den furÄt barsten aller Bürgerkriege den Weg in if>r gelobtes Land suchen, solange, werden sich che i�n- abbängigen von der M i t f ch u l d an allenl vergossenen Blut nicht rein waschen können. Der Bürgerincg, darin-stimmen wir mit der„Freiheit" vollkommen übcrein, ist noch entsetzlicher als der Völkerkrieg. ES ist doch gellender Wahnsinn: Bier Iabre lang haben Millionen die Heimat vor der Zerstörung durch feindliche Geschosse geschützt, und jetzt legen wir selber sie im Bürgerkrieg in Trümmer! Aber mutz sich das Gmtsetzen über dieses Grauenhafte nicht mit einer entschiedenen Abneigung gegen diejenigen verbind«?, die den Bürgerkrieg über uns gebracht haben? Die„Freiheit" ivciß so gut wie wir, daß eS üch diesmal um einen Aufstand bandelt, der von langer Hand vorbereitet ist und zu dessen Zweck mmangreiche Werbungen vorgenommen worden sind,\-oic kennt die Vorgänge in der „Volksinarine-Division" und in einem Teil der Reipublikani- schen Soldatenwehr ganz genau und sie weiß auch, wer dort den Haß'gegen die Regierung und die regieruirgstrenen Truppen bis ins Sinnlose geschürt hat. Wenn sie jetzt über das Morden entsetzt ist, so macht das ihrem menschlichen Emp- finden Ehre— ober sie hätte die Folgen früher bedenken sollen. Wenn aber nun weiter der wahnsinnige Haß gegen die Mehrheitssoziolisten gepredigt werden, wenn weiter lügnerisch behauptet werden sollte, die Regierung suche Gelegen- heit zu gewalttätigem Eingreifen, wenn weiter die einen als„blutgierige Tiger", die anderen als barmlose Lammlein geschildert werden sollten— was könnte der deutschen Ar- beiterklasse daraus Gutes erwachsen? „Tut Einhalt dem Morden!" das heißt, richtig verston- den, tut Einhalt auch der moralischen Selbstzerfleischung der Arbeiterklasse, treibt sie nicht immer wieder auf de?? Punkt, wo die körperliche Selbstzersteischung beginnt.„Tut Einhalt dein Morden!" das heißt:„Tut Einhalt den Verleumdungen irnd Beschimpfungen."„Tut Einhalt dem Morden!" das heißt:„Einigt Euch!" Die Einigung ist aber unmöglich, solange nicht die Un- abhängigen feste Stellung nehmen auf dem Boden des sozial- dein akratischen Programms und gegen dieienigen. die ihn durch einen Bürgerkrieg in die Luft sprengen wollen. Den Bürgerkrieg kann man nur verhindern helfen, indem man hilit, gegen jene kämpfen, die den Bürgerkrieg predigen, wollen, vorbereiten und ihn nun zum zweitenmal herbeige- rührt hoben. Möge sich aus den Arbeitermassen der Mil- liononschrei erheben:„Einhalt dem Morden!" Mögen sie ge- schlössen Front nehmen gegen jene, die das Morden wollen, nur dann werden wir zum inneren Frieden kommen! Die Erschießungen in Lichtenberg. Untersuchungen des Berliner Vollzugsrat. Der Vollzugsrat der Groß-Berliner Arbeiter- und Sol- datenräte hat ain Montag vormittag eine Kommission dach Lichtenberg geschickt, um die dortigen Vorgänge aufzuklären. Der Bericht dieser Kommission liegt uns nn Wortlaut nicht vor— manhatihnunsnichkzugestellt—, sondern nur in einem Auszrrg der„Freiheit", der offenbar für die Zwecke des Blattes zurechtgestutzt ist. Danach hat die Kam- Mission keine ll�assenerschießungen, sondern nur die einzelne Erschießung von Gefangenen festswllen können. Wir geben nachstehend die Tarstellung der„Freiheit", wobei wir dem Blatt die Verantwortung dafür überlassen müssen, ab sein Bericht dem der Vollzugsratskommission entspricht. Die Postkasse, die nach Giesen Stachrichten um etwa 60 Si» KN 000 Mk. beraubt sein soll, ist völlig unangetastet. Nur auS der Wobnung d«S Poitdirektor» sind einige Schmuckstücke mitge- nommen«„mitgenommen" ist biersür«in etwaS seltsamer Ausdruck. R. d. B.j worden. Um das Posizelpräsidtum hat«in Kamps „Die Zeit vergeben". Bon Fritz Karstadt. Hunger, Ansrubr und Tanzwut— diese drei Erschei- nu ngen feben in Berlin hart und wild nebeneinander. Jetzt ist ein Tanzverbot ergangen ES wird eindämmernd wirken, aber die Uusachen der Tanzsucht kann eS natür- lich nicht Mieden. Die folgende Skizze betrifft dieses Thema des Tage?. Es heißt, die Franzose� im besetzten Gebiet wundern sich, daß wir so vergnügt find. Sie/ sind in chrem Siegerstolg etwas unan- genehm berührt, daß wir die Not. die sie uns mst Bedacht und Be- rechnung auferlegen, nicht ganz so ernst zu nehmen scheinen, wie sie es wohl vorausgesetzt hatten. Obgleich die Franzosen es in dem vergnügten Rheinland so vielleicht biel besser haben, empfinden sie unser Lachen gleich einem, den man nicht ganz ernst nimmt, wenn man ihn? vergnügt entgegentritt. Hätte e- ihrem Gefühl etwa besser entsprochen, trenn die Bewohner der lustigen rheinischen Städte mit gesenktem, haßerfülltem oder scheuem Blick, die Faust in der Tasche geballt, an ihn«? vorüberschleichen würden, so ein bißchen mit Theatorstvlz? Oder wenn einer eine D-vwünschunq zwischen den Zäbnen knurren und zu�fner offen«? Widersetzlichkeit sich hinreißen lassen möchte? Aber nichts von alledem. Der mäch- tig« Sieger ist enttäuscht über das Deutschland, das er vorfandet, er ist enttäuscht, er wundert sich, daß wir noch vergnügt sind. Und find wir vo-gnügt oder find wir ganz Fatalisten geworden? Oder sind wir nicht eri?st genug, die Not unseres Lande» zu verstehen? Oder sind wir gewissenlos, oder------ * Da» Fräulein, da? über die Straß« geht, weiß mrr so viel, daß jetzt keine Meirichen meikr sterba? müssen, um DeiNiiKandS Ebne zu rettezz. Die Kleine weiß, daß keine Granaten mehr, flieg«? und daß das mit den Massengräbern und den zerrisseweu LeiSern der Volksgenossen jetzt zu Ende ist. Darauf bat sie vier zjabre gewarnt. In diesen vier Iaftreu machte sie sich daS Programm zurecht für diesen Augenblick, und jedes Plakat und jeder Blick, d«? sie auf- fängt, schreit ihr entgegen: eS ist jetzt Zeit, an dein Programm zu denken. Sie ficht es, gedruckt mit mächtigen Buchstaben und in Aunderkostlichsn, langentbehrte» Bildern, wie sich alles amüsiert. Sie ficht, daß alles schon im Gang sein muß. ui?d daß man wohl n?l-r noch au? das eine Fräulein gewartet bar. Da tanzt man und flicht der Königin, die die beste Tänzerin ist, die schönst«? Kränze. Dä lad?nan st« zu einem ikvsenfest. Da will mau sie in der Tracht des Bicharrnerer begrüßen und dorr gar konnte sie den Nubm ern- l«, die Allerichönfte zu sein. Von de» ausgesuchiest«? Ding«? der Lust ficht sie die Säule bedruckt. Alles macht Bälle,?h« Knw- sterne mW ihre Bheachrfmmen, die«? dem.�ewaÄiqsten Film aller Zeiten" mustreteu, nur dch Iröslein nicht. Das fträulehx stgttgzsundew, der höchstens sine Bi-er-elichnde gedauert Hai, und vei dvm ein Polizciheamier in? Kamp! getötet. e?n anderer schwer verletz? wurl-e. Als dann die weiße Flagge gezogen vmrdc. kou??le ein großer Tstl der Pvlizcibeamtsn, die insgesamt nur in einer Zahl von 50 Mann das Polizeipräsidium verteidig: hatten,' er.:- fliehen, während der übrige kleine Sich: gesangki? ge- nommen wurde. Auch einem Teil dieser Gofaugenen gelang cs.noch zu entfliehen, ein anderer Teil tnurde wisdor frei- gelassen. In einer in der?!äSe befindlichen Schule, wo sich ein Sani- tätsdepot befindet, erklärte eins Rme-estreuvScbwester, daß sie vorher in ein.un Depot in der Franffurt« Alles gewirkt Hab- sin der Dölzig« Straße, wo noch bürgerlichen Prcssenachrichten sich ein Samitätsdepot befinden fall, e-ssiiier: ein solches überhaupt nicht.) Dort sei allerdings ein Poli.;eibra?iiter von de» Ankstän- dischen erschösse» worden, ober wohl in der Erregung darüber. daß drosch: einen: der Aufständischen inSt Gesicht geschlagen habe. Außerdem sei in diesem Depot nur noch ein Rcgierungstoldat. dar ün Kampf schwer'verwunde? warben war, verstaroen. Auch die Nachrich:, raß fünf Mann von den Äusständischsi? io- wrt erschossen sein sollen, scheint auf Schwindel zu verüben. D« Komunksion wurde ein Postassessor genannt, der dieses mit arge- sehen haben will. Die Kam Mission ließ sich diesen Herrn kommen und nun mußte dies« erklären, daß« selbst nich:S gesehen habe, ionvetn daß e» ,hm e�äblt worden sei. Er will«llerdirigS die Leichen gesehen haben. Näheres wußte er aber nicht anzitgrhzn. In den: erwähnten SanttätSdepot erklärte außerdem ein dort amtierender'Sanitäter, daß die ganzen Erzählungen von dem an die Wandstellen Schwindel seien. In der Schule befand �siw nur, wovon sich die Kommunisten selbst überzeugte, ein verwundeter Regierun gssoldak. uist» zwar ein Vizefeldwevel. Er erklärte, man hake ihn ersch:eßeii wollen. Man hat ihn dann ln d e Schule geschafft. Es sei ihm dort nichts geschehen. Selbst d:e„Freiheit" komint nach diesem Bericht nur zu dem Schluß, daß„ohne Zwiesel die Vorfälle in Lichtenberg noch nicht restlos aufgeklärt sind". Wir müssen dieses Urteil unterstreichen. Der Kommission bat auf gut Glück zwei Tage nach dem Vorfall einige Personen cherhört, die ihr gerade erreichbar waren und die wenig von der Sache wußten, aber gerade nicht die Zeugen, auf deren Angaben die Zei- tungsberichte beruhten. Wie oberflächlich sie in dieser Rich- tung gearbeitet hat, beweist der Umstand, daß sie es bis heute nicht einmal für notwendig gehalten hat, sich an den„Vor- wärts" zu wenden und um Angabe der Personen zu bitten, die ihr« persönlichen Beobachtungen im Blatte mitgeteilt baben. Auch scheint die Kommission gar nicht einmal säntt- liche Orte besucht zu haben, die als Stätten von Erschießun- gen rrrürmi �-worden find. Es geht aus dem Bericht nicht hervor, daß z. B. im„Schwarzen Adler" nachgeforscht wor- den ist, wo nach einer Angabe sechs Personen erschossen wor- den sein sollen. Auch die übrigen Ortsangaben der Kam- Mission decken sich nicht mit den Angaben der Berichte. Natür- lich wollen wir keineswegs den guten Willen der Kommission, die volle Wahrheit aufzudecken in Zweifel ziehen, aber eS erscheint gerade nach ihren eigenen Angaben mehr als zweifelhaft, ob sie die Möglichkeit gehabt hat, die zu einer wirkliche? Klarstellung notwendigen Feststellungen zu treffen. Im übrigen bemerken wir: Die Meldung von den Massenerschießungen kam am Sonntag von vier verschiede- nen Stelle». Wir mußten also unbedingt annehmen, daß die Sache ihr Nichtiges hatte. Als am Montag nun em Lichten- berger Postbeamter als Augenzeuge erklärte, daß die Zahl der Erschossenen sich nur auf dreizehn belaufe und die Post- kasse nicht bevaubt sei, haben wir diese Darslellung sofort gebracht. Inzwischen hat der Lichtenberger Polizeipräsident selber weit zahlreichere Massenerschießungen bekundet. Der Widerspruch dieser Aussagen mit dem Bericht der„Freiheit" ist so groß, daß eine endgültige Aufklärung abzuwarten bleibt. Die sozieldemekrattiche Fraktion der preußischen LandeSver- (ammkuns ist heute zu ihrer ersten Sitzung zusammengetreten. Mit der provisorischen Leitung der Verhandlungen ist der Abgeordnet« Lernert beauftragt. merkt, daß man eS beinah« übergangen hätte. Die kleine, sie, die vier Jahne lang----— Ach, sie muß alles nach holen, so schnell sie kann. Und Nim versinkt alles, sie geht aus ihren Ball. In dem großen- Saal sieht sie zunächst all« Herrlichkeit auf Erden, denn sie kommt eßis einer düsteren Welt und der Uirter- schied ist so groß. Nein, weiß Hi-mmel, eS ist zuerst keine Enttäuschung. Und alle Lebensgeister werden in dem Fräulein wach, schlagen bis zum Hals, daß es fast den Atem benimmt, daß eS nicht vereui, nein, nein, nicht bereut; et muß herrlich werden. Di« Tön« drehen es um und um. das Licht färbt«S vofig, da» Fräulein. Irgend welches Blitzen und irgend welche Düste. Darin bewegt es sich nun voll Entzücken, bis eS in' einer Ruhepause dazu kommt, sein«?„Herrn" anzusehen. DaS Fräulein sieht feinen Herrn an. Ja, er ist recht korrekt, dieser Herr des Fräulein». Wenn man sagen sollt«, was aa ihm auszusetzen wäre, könnte man es Vicht. Er lächelt doch? Ja, er lächelt. Und er ist doch vergnügt? Ja, er ist vergnügt. DaS Fräulein findet, daß voejmigt ein komisches Dort ist. Im Buch und auf dem Plakat strahlt«s anders. Aber— so steht daS Fräulein auch anderen in die Ballgesichter. Und wieder kommt ihm das Wort Vergnügen ein wenig bitter auf die Lippen. Die ander«? tanzen Wehl, sie g�bert sich Mühe, gut zu terzen. Sie tanzen sozusagen mit Andockt und vorckichttg, two sie andächtig imäd vorsichtig int Hauptbuch schreiben, findet dos Fräulein. Sie tanz.m voller Pflicht, nyve um sich eigene und srcinde Zufriodsnistit zu erringe?:. Baller Pflicht trinken sie den Dein, voller Pflicht uitr«chafiifea sie sich.— Mir soll keiner e?NwS nachsagen könne«, wenn e$ zu Ende ist.— Rein Gott, denkt bei Fräulein.: ich bin doch vergnügt und die anderen find e» euch und die Mufik spielt m?d man hört lachen. DaS Fräulein will nicht mckhr soviel denfet, es will lachen und vergnügt sein. So nach und nach merk: et, daß man da» Vergnüg«? bie? irgendwie gefesselt hält, daß jeder an einem langen Strick sitz:, den man sine ganze Weile nicht spür:, dann plötzlich gibt es ermn? Ruck. Dann ziebt jeder sm bittere» Gesicht und dankt: och, daß ich eS vergaß, nur bis hierher. Und wer den Strick zerreißt, ja, über den ärgert man sich schon. Auweifen sprechen die Renschen auch leiser und das Lachen scheint auf«in« sonderbare Art dann in? Halse stecken zu bleiben und wenn m solchen Augenblicken noch die Musik schweigt, öfftten sich scheinbar die Wände und die Zeit von ISIS dringt herein. D« Zeit mit dem hart«?, ver- wüsteta? Gesicht, jenem undurchdringlichen Ernst, dem man«tt- fliehen wollte. Sie ist stumm und klangssoS und schreitet mst auS- gebreitet«? Armen biS zpr Rttte des Saales. Da wird« dunkel. Das Fräulein duckt sich. Man kann nicht«rtfliohen, ditz Zett laßt nicht IoS. fordert jeb:» Gedanken. Immerzu hämmert sie ihr starres, unnachgiebiges: Vergiß nicht. DoS Fräulein ist dein und kak geworden. GS Sßt sich den de? Gene?a!ftreik in Leipzig beendet.? Leipzig, 10. Mörz. Der Arbeiter- und«vlbatenrat hat eine Bckannrmachung erlassen, in der die Arbeiter, nachdem der Gc- nrralstreif beendet«nd die Olcfahr de» GinmarschrS fremder Truppen behob m fei, aufgefordert werden, die ihnen auszeiiöndtg- tr» Ä äffen und Munition sofort wieder ab zu- gebe??. Gbrnso schnell wie die Bewaffnung, müsse auch die Ablieferung der Waffen erfolgen. In einer weiteren Bekanntmachung werden die Einschränkungen d-ö P c r s o n« n v r r k r br s-auf den Strossen, der bisher von N Uhr abend? bis ö Uhr früb verboten war, «od die Fcstfetzung de» LvkalschlxffcS auf 8'- Uhr abends aufg c- hoben. In der Nacht zum Montag kam es namentlich im Liten der Stadt mehrfach zu lebhaften Schiesscreien; Personen sind aber anichrivend nicht verletzt. Im haute drS heutigen DagcS ist der Zugverkehr, allerdings zunächst nur in beschränktem Unr- sänge, wieder aufgenommen worden. Leipzig, 11. Märg.(Eigener TrahiDerichk des„Vorwärts".) Der Generalstreik ist beendet. Gestern herben die Gas- und ElektriziiZtSarbe-iier die Arbeit wieder aufgenommen. Mittags 1 IIb? wurde der Eisenbahnbetrieb in vollAn Umfange wieder eröffnet. Die städtischen Beamten, dle morgen» 6 Uhr zum Dienste erschienen, entfernten sich um 10 Uhr wieder, ruckten: festgestellt wor. daß die Arbeit nick' allgemein cmfyenommen worden ist. Da» ist beute in größerem Umfange geschehen. Seit ö Ubr früh verkehren die Straßenbahnen aller Linien? eS gibt auch elektrisches Licht. Tie Gaslieferung wird sich, da die Offen erkaltet und zun: Teil eingefallen sind, ÄS Ende der Wecke verzögern. Ick der für Mittwochabend einberufenen Sdadtverordnelen- vcrsauimlung werden die Vorgänge beim Streif erörtert werden, inZKcsondere die Erpresseraffäre, bei der der alte Geher unter Assistenz zweier unabhängiger Siadwerordneten und 10 Mann der SicherheisSkompagnie mit geladenen Gewehren dem Leipziger Od e r b ü r g e r me ist e r unter Bedrohung der Inhaftierung 100 000 Mark abpreßten. Zrankreich beharrt auf seiner schroffen tzalttmg. LebenSmittellieferung und.Handelsflotte. Bor??, 10. Mä?�. Die Pariser Press« ist durchaus e?> freut, daß der Oberst« Kriegsrat beschlossen bat. Deutsch- laud zur Auslieferung feiner Handelsflotte zu bringen, ohne daß der deutsche Standpunkt, die Verbindung dieser Frage mit der Frage der deutschen Lebensmittelversorgung, eingenommen werden dürfe. Die Presse führt ein« scharfe Sprache.„Hetit Pari- si en" erklärt, die Entente müsse angesichts der deutschen Zustände ihre Forderungen gegebenenfalls noch ausdehnen.„Echo de Paris" betont die Notwendigkeit, Deutschland an der Aufnahme von kaufmännischen Sonderbeziehungen mit dieser oder jener Macht aus dem Weltmarkt zu verhindern. Für Deutschland dürfe als Käufer oder Verkäufer nur die Liga der Entente existieren, weil sonst keine Kontrolle der Entente Über das Wirtschaftsleben Deutschlands möglich sei. Der Merkantilismus, schreibt das Blatt mst einem Gebbenhieb auf die amerikanische und englische Auf- faffung, darf uns nicht von dieser" Richtlinie abbringen.„Ho mm« L i b r e" schreibt: Deutschlands Verantwortlichkeit bleibt dieselbe� ob sich seine Negierung geändert hat oder nicht. Dies kann seine Verbreche» nicht mildern. Teutschland muß zahlen und wieder gut- »rächen. Auf b» anderen Seite tritt„Humanite" dafür ein, baß jeder, dem noch ein Menschlichkeitsgefühl geblieben fei, zur Lee- Minderung der schrecklichen Hungersnöte, in Teuttchland eintreten müsse. Berljasttneg eines Mordgesellen. Ju Quir n?: w»ri>e der Schauspieler Gerold verbailei, der im Bcrdack? sieb:, nn der Ermordung de» Oberstleutnanis v. Klüver in Halle beteiligt geweien zu im. Mantel umhängen. Vor der Tür, die im blauen Nachtlicht der- schwimmt, sind dunkle Menschen ,üter einen gebeugt, der lang ausgestreckt liegt und mit weißem Gesicht di��lugen zu sich her- anzieht.„Ich bin geschossen", sagt er— zehnmal hintereinander— ,4»m Dach"----- Das Fräulein geht, läuft schnell. Man kann nichts vorgess:r. dankt es. Ball— Vergnügen—-- die Zeit ist so grausam. Des Lustgefetzbuch der Zukvnfi. Die Tatsache, daß die Alliierten gegenwärtig eine besonder? dringende Au'gabe darin sehen, eine internationale Kommiision zur Ausarbeitung eine» Luftgesetzbuches mit strengen Maßnahmen gegen den f.eizüglgen Verkehr in der Lust und insbesondere gegen den Schmuggel zu ernennen, regt Clement Vantel im„Matin" zu einer satirischen Betrachtung an.„DaS kann in der Tai nickt.länger so fortgehen," schreibt er.„eS gibt Flugzeustc, die quer üver den Himmel verkehren, als ob— mein Wo t darauf— von einer gc- wissen Höbe ab die Weltrepublik erfttierte. Da fahren die AerobuZ yon Pari» nach Brüssel, von London nach Rom, von Rom nach Wien, ohne sich irgendwie um die Grenzpfähle zu kümmern. Da» ist natürlich unmöglich, und so wird die internationale Kommission ein Lustgesetzbuch von änße ster Strenge auszuarbeiten haben. ES ist die böckste Zeit— diese Flieger glaube?? sonst, eS wäre ihn«? alleS«rlaubtl DaS Grundprinziv aber ist dieses: «Die Luft eines Landes gehört diesem Lande." Die Txäumer. die Utopisten, die da glmlbten, wenn blauen Himmel betrachtet«?: weniastrnS da oben gibt es keine politische Karte!— diese ichrecklich-n Jnternational?sten we den»csge- ftcänmt haben. 2« blaue Himmel wird in Zukunft von den Zoll- Wächtern, der Gendarmerie und dem allgemeinen Sicherheitsdienst überwache werden. Auch die Wolken haben ihre Nationalität.... Bis zu- Gegenwart haben die Völker sich geschlagen unk unter- irdisch« Bergwerke und um Erdflächen, die mehr oder wernger über dem Meei'-Sirnegel lagen, sie baben sich geschlagen um die Erde und un? da» Wasser:n der Zukunft werden sie fick um die Lust schlagen.„Ihr seid da in meinem Himmel!" wird eine Provinz der nächsten zurufen, und diese wird ihr antworten:„Die Wolke gehör: mir, Ihr müßt Euch sofort hinauSsckerenI" Und schon wird der Krieg zwischen beiden entb vnneii. Wir werden also in dem Luftgesetzbuth eine neue Ar: von Grenzzwischenfällen erhalten. Wegen der kleinen rosigen Wolke, die man in der Ferne sieht, werden Millionen von Helden sich gegenseitig töten. Aber haben die Menschen sich nicht schm? von jeher für solche Luftgebilde geschlagen?" B. SlOtfXCR. — Vorträge. Prof. Dr.©Seen;- B i e, eg'nnt an? 18. März einen Cl'kluS Wer Ae cktboh s u. — Die Vorlesungen der..HumIV'dt- H o chsch u l e" nehm«? mit Ausnahme derjenigen i« der Ge1* enstraße 3t und atti Reichstagßnfer 8 ungehindöri ihr«?' Fortgar? Heber den Beginn der Vorlesungen in den genannten Lehrst«� tßird näheres bald bekanntgegeben. Nationalversammlung zu Weimar (Wir gsbeu zmiächst den Schluß der ErnöHrungSdebatte, der wegen der gestrigen nächtlichen Schießerei-un BorwärtsgebäuLe nicht mehr mS Blatt gelangen konnte. D. Red.) ReichSminifter David i fortfahrend): Die Unabhängigen Sozia, listen tragen die Mitschuld daran, daß es zu diesen furchtbaren Störungen unseres Wirtschaftslebens gekommen ist. baß es zu Zerstörungen, zu Blutvergießen gekommen ist und daß die Greuel des gegenseitigen AbwürgenS fortdauern.(Stürmischer Wider- spruch bei den U.-Soz.) Hat der Vorredner die ehrliche Absicht, uns aus der ErnäbrungSnot mit herauszuHringen, so muß er seinen Einfluß auf die Arbeiter geltend machen, daß sie endlich zur Arbeit zirrück? ehren.(Beifall.) Abg. Eisenberger(Bahr. Bauernbund) spricht als kleiner Ge, birgsbauer über die Kragen der landwirtschaftlichen Produktion. Auch die Regierung hat manche Fehler begangen, ich erinnere nur an ihre berkehrte Saupolitik.(Große Heiterkeit.) Man sorge da- für, daß die Gendarmen, die man hinauSschickr, um die Bauern zu rontrollicren, nicht bei den Großgrundbesitzern vorbei- gehen. Dem Kohlenmangel könnte abgeholfen werden, wenn die Havreu Grotzwaldbasitzer sich entschließen, mehr Brennholz c d z u g e b e n, auch sollten die Großgrundbesitzer nicht ihre Kar- toffelvorräte zurückhalten. Wer sein Land nicht bebaut, bar kein Recht, Land zu besitzen. Der Großgrundbesitz müßte aufgeteilt werden.(Beifall.) Abg. Sollmann(Soz.): Die eben gehörte vorzügliche Rede be- weist, wie viele Berührungspunkte zwischen Kleinbauern und So- -.aldemolratie bestehen.(Widerspruch rechts.) Die Landwirtschast bat am allerwenigsten nach dem Wort und nach dem Satz«„Liebe deinen Nächsten wie dich sellbst" gehandelt. Schon heute kann man in gewissem Sinne beinahe von einer Streikluft der Kühe mancher Bauern in bezug auf Lieferung von Milch und Butter sprechen iHeirerkeit.) Die Fackel des Klassenlampses muß von sehen- den und vernünftigen Menschen, nicht von den ewig blinden vorangetragen werden Die Bewegung, die wir jetzt erleben, ist ith Grunde eine Hungerkrankheit. Dag die Entente mit der Ein- fuhr von Nahrungsmitteln nach Deutschland zögert, daran ist Haupt- sächlich die Schönfärberei schuld, die man nach kurz vor dem Zu- , immenbruch mit unseren Ernährungsverhältnissen getrieben hat. Tie Arbeit kann schließlich den Hunger aus den deutschen Landen vertreiben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) ?lbg. Dusche(D.Vp.) verlangt höher« Preise für eine Reihe landwirtschaftlicher Produkte, weil die Landarbeiterlöhne bis auf das Drei» und Vierfache gestiegen seien.(Lebhafter Bei- fall rechts.) ReichSminifter Schmidt bezeichnet die vom Vorredner ge» forderte Preiserhöhung alstin Verbrechen an den Ver- brauchern. Damit schließt die Besprechung. Der Antrag wird ange- n o m m e n Schluß Uhr. Nächsten Dienstag 10 Uhr: Interpellation Arnstadt betr. das Verhältnis von Staat und Kirche. Sesorgk!j?e im Saltikum. Vom Eoldatenrat Li b a u wird uns geschrieben: ' Während der jungen Deutschen Republik von allen Seiten Ge- fahren drohen, sind auch die Verhältnisse im Baltikum so, daß man nicht ohne sehr ernste Sorge sie betrachten kann. Dort stehen deutsche Freiwillige und nationale Verbände(Dcutsch-Balten und Leiten) im Kampfe gegen die zur deutschen Grenze drängenden Sowjet- t nippe Iii Hinter der sich tapfer weh.enden Front aber find. mtcht unbeträchtliche Spannungen zwischen deutscher Gesandtschaft und dem deutsche» Oberbefehlshaber der'Truppen, Grafen v. d. Goltz, einerseits und der lettlÄndischen Regierung anderer/ feitS eingetreten. Zurzeit hat die lettlandische Regierung die Mo- bilisierung aller Wehrfähigen im Alter von 18 bis 35 Jahren ange. ordnet. Gelingt eS nicht vorher, mit dem lettischen Volke eine Verständigung herbeizuführen, so kann diese Mobilisierung für die Deutschen im Lettland eine sehr ernste Gefahr werden, beson- derS wenn man dazu die Neigung deS lettischen Proletariats zum Bolschewismus und den aus der OKupattonszeit herrührenden Deutschenhaß tn Betracht zieht. Hinzu kommt, daß das lettische Volk tn seiner' b retten Unterschicht sich gegen die durch neuerliche Vorkommnisse seiner Meinung nach nicht unbegründete Befürchtung wehrt, wieder unter die Vorherrschaft einer kleinen deutschbaltischen Oberschicht(etwa 10 Prozent) zu kommen und auch hiergegen die Hilfe deS demokrpttschen Teutschland erwartet. Bisher aber ist das lettische Volk nicht davon eindeutig überzeugt worden, daß Deutsch- land und Lettland nur den Bolschewismus bekämpfen und dabei auch der Republik Lettland eine freie demokratische Entwicklung sichern will. Gegen die Gesandlschast besteht Mißtrauen, gegen den deutschen ObeebefehlShaber im Hinblick auf feine frühereTäbig- keit in Finnland Feindschaft. Das einzige Organ, zu dem die lettisch« Bevölkerung Zutrauen hat, ist der Ä r m e e f o l d a t e'n r a t L i b a u. An ihn wendet sie sich in allen wichtigen Fragen, weil sie in ihm das Symbol der dcut- scheu Revolution und des dadurch bedingten neuen Kurses sieht. Diele m Soldatenrat ist die Durchführung der Demobilisatwn eine? großen Teils der achten Armee, außerdem die Möglichkeit, vor der oeutschen ReilbSgrenze den Bolschewismus bekämpfen zu können, zu danieu. Er hat die ersten Frekwilligenverbände in Deutschland ausisestellt. die beides ermöglichten. Hinter. ihm stehen diese Bataillone, auße dem die Schiffsbesatzungen. Die von der baltischen Werbestellc geworbenen Verbände würden ihm sicherlich gerne die Vertretung ihrer Interessen übertragen, wenn sie nicht du ch lebhafte Agitation gegen den Soldatenrat von feiten ihrer Offiziere daran gebinde t würden. Um seine, lediglich den Interessen der neuen deutschen Republik dienende Tätigkeit wirksamer zu gestalten. batw sich der Armeesoldatenrat Libau als„Zentralsoldatenrat in Lettland* konstituiert. Der deutsche Oberbefehlshaber nahm dagegen Stellung, und mit dem deutschen Gesandten Winnig zusammen ae- lang eZ ihm, die Rerchsregierung zu bewegen, die genannte Bezeich- ni'ng, die be eits bekannt und von der lettischen Bevölkerung be- grüßt worden war, für unzuläss'g zu erklären. Im Anschluß hieran sind Bestrebungen im Gange, dem Soldarerrat die Grundlagen zu entziehen, aus denen er ruht. DaS Oberkommando Nord oai be eitS in einem Telegramm erklärt, ein Soldatenrat Libau sei nicht mehr e p i st e n z b c r ech t i g t und könnte nur noch als„Vertrauensrat der Garnison im Rahmen der Richtlinien vom November 1018* gedulder werden. Sollt» dieses Telegramm im Einverständnis mit der Reichs egierung ergangen sehu so würde daS erkennen lassen, baß die Reichsregierung über die eigentliche Lag- im Baltikum mit all ihren Schwierigkeiten verhängnisvoll wcnlg orientiert ist. Mit dem Aufhören deS Soldaten rats Libau würden lue eben est anqeknnvtten Beziebuirgen zwischen�Bevä�kei rung und Reichsdeutschen vollständig abreißen. Taster hat der Sol- da'enrat zwei Vertreter zur Reichsregierung abgesandt, um ihr seinen Standpunkt darzulegen und sie übe' die drnh>>r>.d,'n Gefahren aufzuklären._ Deutstt>!anü muß ein Kreiwilligenheer unterhalten. Beketilust der Llkliierken. In Pir*? Er, grügi man sich nicht, allein mit der Behandlung o«-r FriedenSbedingunge» und der künftigen Stetliyrg der Besiegten in tue Staat enfamikie. man greift auch durch Beschlüsse in die Tinge ern. die jeder Nation eigenste Angelegenheit sind. Besonders Deutsch. land ist das Ochjekt dieser unglaublichen Einmischung. Der Oberste KriegSrat in Paris hat beschlossen, daß biv künftige bentsche MMtärverfassung auf da» KrelwMgcnfpste« ans. gebaut werden muß. DaS deutsche Heer muß ein Freiwilligenheer sein. Selbst, die Stärke diese? Freiwilligenheeres und die Dienstzeit find festgesetzt worden. Wir haben als Besiegte natürlich nicht die Macht, uns dagegen wirksam zu wehren. Wir können wohl protestieren, aber wenn die Entente diesen Beschluß zum unverletzlich«! Teil ihrer Friedens- bedingungen macht, so bleibt uns nur übrig, alles das ohnmächtig zu schlucken. Dieser neue Vorgang beleuchtet aber auch die Unfruchtbarkeit von gegenwärtigen Diskussionen über künftige Wehrfragen. Die Na- tionalversammlung hat sich bereits mit der Schaffung einer künftigen Volkswehr befaßt. Der Friedensschluß wird uns vor die Notwendigkeit stellen, unsere Ansichten darüber auf die Forderungen der Friedensbedingungen abzustimmen. Die Unabhängigen haben auf ihrem Parteitag ihrer programmatischen Erklärung die Auflösung der Freiwilligenverbände und die Bil- dung einer Volkswehr aus Arbeitern an ihrer Stelle gefordert. Wie will man diese Forderung jetzt der Erfüllung näher bringen? Wir sind vorerst noch an Händen und Füßen gebunden. Die Entente hat alle militärischen Gewaltmittel und insbesondere den Brotkorb für Deutschland in der Hand. Wenn wir uns nicht fügen, können wir keine Macht anwenden, um von irgendwoher Lebensmittel für unser schwer notleidendes Volk zu bekommen. Gewiß ist ein Freiwilligenheer als stehende Einrichtung ein Instrument von sehr fragwürdigem Werte. Das Volksheer im sozial- demokratischen Sinne wollen wir haben. Aber wenn uns äußere Machtmittel eine bestimmte Militärform aufzwingen und wenn wir zur Abwehr ohnmächtig sind, so müssen wir unS eben unter Protest fügen und politische Verhältnisse abmatten, die uns ermöglichen, die Politik bei uns nach unseren eigenen Bedürfnissen zu machen. Paris, 10. März. Der Oberste KttegSrat bestätigte heute feinen Beschluß vom Sonnabend, wonach das deutsche Heer ein Freiwilligenheer sein muß. Man setzte die Stärke seines Heeres auf nur 100 000 Mann statt 140 000 Mann, war urfprüng- lich geplant war, fest. Die Soldaten müssen sich auf 12 Jahre ver- pflichten. Gewerkschoflsbelveglmg Zum Ableben Paula Thiedes, der langjähttgen Vorsitzendin des Verbandes der Buch- und Steins druckereihlifSarbeiler und-arbeitennnen Deutschlands, im Alter von 40 Jahren, bringt der von der Generallommission herausgegebene Nackirichiendienst folgenden ebrenden Nacknnf: Sie war ein Kuid der Arbelierilasse. AuS ärmlichen Verhällnissen stammend, lernle sie als junge Änlegerin in Bettin'er Buchdruckereien däS- Elend der damals im Gewerbe üblichen privaten Stellenvermittlung kennen, die den ersten Aniioß gab zum Zusammenschluß des weiblichen Hilfs- Personals in Berliner Buchdruckereien. Im März 1800 trat der Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Steindruckschnellpressen ins Wer feinen Kinüern berliner Staötanleihe von hinterläßt, baut ihnen ein sicheres Resi. ........ um......"Tim ii'un 1 i'r mmimmmmmBmmm Leben. Bald sehen wir Paula Thiede in dessen Erstand mit- wirken uiid kurz darauf als seine Leilerin. Als solche hatte sie erheblichen Anieil au dem von den beiden Berlin� Organisationen des BüchdruckhilfSpersonasS(die Frauen und die Männer gehötten gelrenuten Organisaiionen an) ausgehenden Bestrebungen zur Gründung einer zentralen Organisation deS Buch« und Steindruckhilispersonals Deutschlands. Dies« trat im Mai 1893 ins Leben. Paula Thiede wurde idre Vorsitzende und ist es mit einer kurzen llntsrbrechung im Jahre 1001 bis 1002 bis zu ihrem Tode geblieben. Sie hat in dieser Zeit mit bewundernswürdiger Ausdauer und Energie da» schwierige Werk vollbracht, d,e Organiiation einer Gruppe ungelernter Arbeiter und Arbeiterinnen, die bei ihrer Gründung 1207 Mitglieder zählte und außer in Berlin und Ham- bürg kaum an einem anderen Orte Fuß gefaßt hatle, so zu leiten. daß bei Kriegsausbruch 18 750 Mitglieder(8438 weibliche) vor- Händen waren und für das Buchdruckhilfspersonal seit 190« zentrale Abmachungen Gelmng haben. lieber den Rahmen ihrer Berufsorganisation hinaus war das Wirken Paula Thiedes für die allgemeine Gdwerlschaftsbewegnug insofern von großer Wichligke>t, als sie,>n Gemeinschaft mir Emma I b r e r. iür die Organisierung der weiblichen Arbeilsträfte Pionierarbeit geleistet hat zu einer Zeit, als die Notwendigkeit der Organisation rür die Arbeiterinnen noch umstritten war. � Im letzten Jahrzehnt ihres LebenS wtdmet« sie sich ausschließlich ihrer BerufSoiganisatiou. „Der Proletarier steNt vorläufig sein Erscheinen ein. Wegen der mitteldeutschen Streiks und der dadurch erfolgten Stillegung des Bahnverkehrs ist die Papierbelieferung des Ver- bandsorgans der Fabrikarbeiter, das in Hannover erscheint, aus-» geblieben, su daß der Vorstand sich genötigt sieht, den Mitgliedern die vorläufs?« Einstellung des Erscheinens des„Proletarier* mit-� zuteilen. Groß'Aerlm Nach Golgatha. Tu armes Volk, nachdem die Weltkriegsäkte im Husch der Tage allgemach vergilbt,' hat sich der Wahnsinn, der dich packte, nach innen umgestülpt. Dir'bleibt vom Trank, den dir ein Teufel brau.?. der letzte bittre Tropfen nicht erspart? DaS Lustschloß, das ein Dämon baute, fiel einem gleicher Art.-- Tu schreitest hin im Klang der Krlagelieder, die deiner Krüppel Orgelkasten gellt, und findest dich in Blut und Wunden wieder auf Golgatha>der Welt. Ans Waffenlärm, Kommando der Soldaten, stöhnt wilder Aussckrrei: Wch, es ist vollbracht! Du sinkst, von je verlassen und vsr raren, eil tiefe, tiefe Nacht. Nickt mehr für deiner Töchter frohen R«ig-« grünt junges Gras am lenzbesonnten Hag, und alle Frühl'.ngSstürme schweigen von deinem Ostsrtag. Z. Z. Der Augriff«ms da? VerNner VoNzeiprsifidium, der nach dem beschlagnahmten Programm der Kommunisten gleich am ersten Tage der geplanten, jedoch fehlgeschlagenen bolfchewiftiichen Umwälzung erfolgte, läßt erst jetzt, nach der eingehenden Ver» nehmung der an der Verteidigung beteiligten Soldaten und Beamten erkennen, wie planmäßig er von den Angreifern vorbereitet war. Die Spartakisten waren ihrer Sache so gewiß, daß sie die Einnahme des PolizeipräsidtnmS bereits ans ein vorher gedrucktes Fliigblatt verkündeten. Hierin teilten sie ferner mit, daß auch einige Garde- regimenter zu ihnen übergegangen seien. Die eigentlichen Ver- teidiger deS Berliner Polizeipräsidiums waren auo; nicht die Soldaten eines Berliner Gavderegiments, die bei dem Ueberiall bereits ihre Gewehre' beiseite gestellt hatten, sondern Teile der z. zp.3 r ine- Regiments von der Eisernen Marine- Brigade, die kurz vorher aus Wilhelmshaven und Emden hier� eingetrosten und u. a, auch den Schutz des Polizeivräfidiums übernommen hatten. Der Angriff erfolgte ganz planmäßig. Während das Präsidium von drei. Seiten heftig mit Maschinengewehren, die bereits vorher in gegenüberliegenden Hänsern untergebracht worden waren, beschossen wurde und so die Verteidiger dorthin zusammengezogen werden mußten, drangen von der Dirksenstcaße her Matrosen in das Ge- fängnis ein, während andere, nachdem inzwischen auch ein Heft i res Artillerieteuer auf die Telephonzrnttqle eingesetzt hatte, von der Maga�infiraße her über die Däckier hinweg, da? Dach des Polizei- Präsidiums erreichten. Auf dem Llchthof bemerkten sie, wie Beamte und Soldaten, die von dein Kampf ermüdet waren, sich dort an Lebensmitteln stärkten, die ein Flieger ihnen herun.tergcworfen hatte. Das bewog die Spartakisten, auf dem Dache fünf Hand- granaten zu einer geballten Ladung zusammenzubinden, um. sie auf die unten im Lichthof stehenden Gruppen hinabzuwerfen. Gin fürchte liches Blndbad wäre der Erfolg gewesen, zu dessen Dr rfüh» rung sie jedoch nicht kamen! Die Marinesoldaten hatten die. Sperr- takisien auf dem Dach entdeckt und ihr Vorhaben bemerkt. Einige woblgczielte Schlüsse traf drei der Angreifer so schwer, daß sie zu- sammenbrachen und kopfüber in den L'chthos lünahficlen, wo'"ie tot biegen blieben. Vier andere Spartakisten suchten jetzt ihr Heil in der Flucht, wurden aber ebenfalls von den Marinesoldateu aboc- schössen. Die Revolverkanonen wnd schweren Maschinengewehre der Angreifer richteten unterdessen atee Zerstörungen in der Telephon- zentrale an, Sie brachten es auck fertig, daß da? Polizeipräsidium bald von jeder Verbindung abgeschnitten und sich selbst vollständig überlassen war. Der heldenmütigen Verteidigung der Marine- soldaten und der Beamten ist eS zu ve'danken„daß schon der erste Tag deS svartakisti scheu Proaramms, das am fünften bekanntlich die Ausrufung der Räterepublik vorgesehen batte, mißlang. Das 2. Mattne-Regimeni bat in Verbindung mit anderen Re- gierungStruppen fetzt die, Absperrung, und den.Schutz der Häuser» viertel um das Pollzeiprästdinm übernommen. Trotz der Sä'>be» rungsaktton finden sich immer noch versteckte Svattakistennestcr, von denen anch nachts, so auch in der ve'ganasnen Nacht wieder, auf die patrouillierenden Soldaten geschollen wird. Die Absperrung de? MerandervlotzeS und feiner wettern Umgebnng wird streng durchgeführt. Durch besondere Matznabm-n wird verbüiei, daß Personen ans Neugier das Siadiviettel aussuchen und in den Stvaßen umhergehen. So wurde es vielfach versucht, mit der Unter- grundbahn nach der letzten Haltestelle Klostersttasre zu fahren i"-d w nach dem Aller an dervlatz zu gelangen. Am AtlSgang des Babnbosz sind setzt Posten aufgestellt, die die Paniere irnd Ausweise der dott aussteigenden Fahrgäste genau daraufhin prüfen, ob sie in der dorttgen Gegend wirklich«t tun haben. Andernfalls werden sie nicht durchgelassen und müssen mit dem. nächsten Zuge wieder zurück- fahren._ ♦ Eisenbahnverkehr nnd SparkakuSwirre». Der Güterverkehr vollzieht sich noch sehr schleppend. Der Befrfeb ift infolge- Fchfens von.-Personal, und Lokomotiven(das Per- sonal wohnt meistens im Osten l Berlins) wo noch gekämpft' ivird) nicht voll möglich. Die östlichen Güte.bobnhöfe Tiegen noch ganz 'still., Der.' Gütervexiehr' än�'bem Osten wird nach Mögltchkeit durch llmleiten aufrechterhalte».' dock fino'- die hierfür in Betracht köm- Menden Linien wenig leistungsfähig. Zur Eüterbeförve mng können nur leb.enZwichttge Dinge, wie Kohle und Lebensmittel, in Frage kommen. Der P e r f o N e n v e r,k ech r ist wieder in Ordnung, mit A nS- nähme der Stadtbahn und der Strecke Küst'in und Frankfutt a. O. Der Verkehr nach Halle lustp Leipzig ist wieder rpll aufgenommen.' Beendigung des Strasfonbahnersstreiks? Heute morgen 10 Uhr haben die Verhandlungen mit' dsn noch immer ansständischen. Straßenbahner begonnen. Sie dauern fart. Man glaubt, auf loldige Beendigung des Streiks hosten zu dürfen. Die Hochbahn hgt heut« früh den Betrieb auf der ganzen Sirecke ab Nordring wieder eröffnet. Allerdings halten die Züge auf der Strecke Nord- ring bis Spittelmarkt, die volle acht Tage stillag, nur auf den Sta- t ioneil Senefeld erplatz und Klosterstraße, während die Züge die Sta- ttonen Schönhauser Tor. Alexanderplatz und Jnselb rücke mit voller Fahrgeschwindigkeit passieren.,_ Erklärung. Von leichtgläubigen Personen wird shstematisch an?en Straßenecken das Gerücht verbreitet, ich, hätte erst zum Plündern aufgefordert, um nachdem die Regierung-truppen herbeirufen zu können. Sogar 50 000 M. soll ich dafür erhalten haben. Ernst- hafte Leute werden kaum auf diesen allcrneusten Schwindel herein- gefallen sein. Aber für die, die geneigt sind, jedem auftauchenden Gerücht Glauben zu schenken, will ich erklären, daß ich mit all den Dingen auch nicht das Allergeringste zu tun gehabt habe. Allem Anschein nach liegt eine Verwechslung mit einem Führer der Republikanischen Soldaten. wehr vor. der«ine» ähnlichen Namen führt. Im übrigen verweise ich auf die heutige an den Säulen enthaltene Erklärung des Polizeipräsidenten. A. Scholz. Gozkaldemokratffche Ttadtverordnetenfi-akkto!« Bcrikn. Mittwoch abend 5 Uhr im Rathaus, Zimmer 63. FraktionSsitzung. Bruns. Bund Dentsckier Referendare und ReckttZvraktikanten. Slm Zionntag. vormittans 10 Uhr, findet im Disziv inn.'sjtzun i-tziinmec des KammeigenchtS. Eltiholsttraße, eine allacmcwe Mit.iliedernersayiml.ma der Orisgiuhpe statt. Tagesordnung Bericht über die Ziele und die bisherige Tätigkeit des Landes, Bei ich! über die am 9. d. M. crfoigtc Krünwnig deS ReichSoerbandeS. Beschiutttzlssung über weiteres Vorgebe», Verschiedenes. Zu der Sitznna sind Bei treter sämtlicher Behörden eingeladen worden. Mit Rücksicht aus die Wichtigkeit der Tagesordnung sind auch die dem Sunde noch nicht angehörenden Referendare willkommen. Sclmtzpaftgefauaene. Die Bureaus sind vom AdgevrdnetenbauS nach Zimnier 19 im Herrenhaus verlegt iTel. Zentrum SS'tl) worden. Am Freitag, abend» 7"j Uor, im Fesilaal des Herren bankes, BerbandSmitglied«« versaminkung zu welcher nur Mitglieder Zuwjtt haben. Groß-Serlwer partemachrkcbten. Vliarlottenbiirg. Die Veriammlung der 3. Gruppe findet nicht bei Lenz, tondern bei Riippert. Tegeler We»>03, stall. 2ct>liiargrnoorf. Am Mittwo badend' 0 llbr: Mitglieder» Veriammlung im Deulschcn Hause, Breilesir, 34, Jnh. H. Salz. Mitgliedsbuch, legitimiert Toziotdemakr. Berein Niederdarnim. Die Vorstände d-r Orts» vereine wc-dwi ersucht, sich in der nächnen Mitgliedeiverjammlung mit den bekannten Beichiüssen der FunktionSr-stonserent vom Sonntag. 2. März, zu beschnsttgen. Es bandelt sich um: l. Antrag aus Schasfang eines ständigen AltionSauslchufse«. 2. Beratung deS vorgeschlagenen Bezirks- statut«. S. Aendiriiug der Höhe und Arl der BeittugSzahlung. Der Vorstand. t Aus Berlins BevölkerungSbilanz. Geburten und Sterbcfälle unter dem Einflus; des Krieges. Der Krieg hat nicht nur im Felde schwerste Verluste an Menschenleben gebracht, sondern auch in der Heimat durch den außerordentlichen Geburtenrückgang und durch eine gleich- zeitige sehr beträchtliche Sterblichkeitssteigerung den Bevölke- rungsstand stark herabgedrückt. Für Berlin liegt uns daS Ergebnis des Jahres 1918 jetzt in den Hauptzahlen vor, die durch Meldungsnachträge sich nicht mehr nennenswert ändern können. Das Gesamtbild ist, das sei vorausgeschickt, nicht besser als im Jahre 1917. Zwar haben die G e b u r t e n sich zum ersten Male wieder etwas gemehrt, andererseits aber haben die Sterbefälle noch weiter zugenommen. Während die Zahl der L e b e n d g c b o r e n e n sich für das letzte Friedensjahr 1913 und für 1914 auf 49 833 und 37 493 belief, sank sie in 1915, wo im Mai— neun Monate nach Kriegsansbruch— der außerordentliche Geburtenrückgang einsetzte, auf nur 39 993. In 1916, dem ersten Jähr, dessen Geburtenertrag den vollen Einfluß des Krieges zeigen konnte, wurden nur noch 22 797 Lebend- geborene gemeldet. Der Rückgang setzte sich fort im Jahre 1317, das mit nur noch 18 725 Lebendgeborenen abschloß. Das Jahr 1918 hat mit 20 178 Lebendgeborenen endlich wieder eine Mehrung aufzuweisen, aber dieses Ergebnis bleibt immer noch unter der Hälfte des Ergebnisses von 1913.(Außerdem wurden in 1913— 18 1669, 1559, 1256, 931, 733, 786 Totgeborene gemeldet.) Bei den St erbe fällen(ohne die Totgeburten), deren Zahl für 1913 und 1914 sich auf 28 967 und 29 664 be- lief, brachten zunächst 1915 und 1916 mit 28 572 und 27 117 einen scheinbaren Rückgang. Da aber inzwischen die Bevölke- rungZzahl Berlins gegenüber derjenigen aus dem letzten Friedcnsjahr um etwa 15 Proz. gesunken war, so bedeutete diese ganz geringe Minderung der Sterbefälle(für 1916 um nur Sys Proz. gegenüber 1913) tatsächlich eine schon sehr merkliche Verschlechterung. Mit voller Wucht setzten dann die Wirkungen des. Krieges erst 1917 ein. Erst von da ab wurden die schließlichen Folgen der sich steigernden, Ge- sundheit und Leben bedrohenden Ernäh- rungsschwierigkeiten in ihrer ganzen Größe und Furchtbarkeit erkennbar. 34 122 Sterbefälle in 1917— das bedeutete den Zusammenbruch der Volksgesund- heitl Daß in 1918 unter der durch vierjährige Untercrnäh- rung geschwächten und entkräfteten Bevölkerung der�Tod noch reichere Ernte hielt, ist nur zu begreiflich. Das Jahr 1918 schloß mit 35 554 Sterbefällen ab.(In all diesen Angaben sind die standesamtlichen Meldungen der im Felde Gefallenen oder der in Lazaretten Gestorbenen nicht mitgezählt.) Welche Aussichten eröffnen sich uns für 1919? Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß die W i d e r st a n d s- kraft der Bevölkerung bis auf geringe Reste dahin i st. Eine neue Grippeepidemie z. B. würde wahr- schcinlich noch entsetzlichere Folgen haben als diejenige von 1918, bei der in Berlin im November und Dezember 691 Per- sonen an Influenza und 3247 Personen an Lungenentzün- dung starben. Einen Rückgang der Sterblichkeit habenwirnurzuerwarten.wenndeni Lebens- mittelmangelabgeholfen werden kann. Auch im Arbeitcrathlctcubuud beschloß eine Eenera!versor!li!> lung. zu der im, V o r w ä r t S � nickt eingeladen ivmden war. daß dem provisorischen Vorstand Mitglieder der S. P. D. nickt antiehören dürfen sondern nur llnaohüngige oder Kommiinii'tcn. Die nächste Acneralveiiammlung ist erst im Juni(kann nickt eine anherordemliche herveigessihrt werden? Med.). Sporicienosien. iorgi dafür, daß dann mit diesen.Demokraten" abcrerechnrt wird. Schiienl Such zusammen, scndei Eure Adressen an Alfred(Biinlber, O 112. Grünberaer Sir. 12. I. � Berontworilich Iii? Poliii! Ärt»r gickl«, ehar!»ttcnb»rg, für den ilbrilien Teil des ü-lolieS: Alfred C.-Solj, JieutiiHn; für lilnzeigen Tücodor«tockc. Berlin Lerlaz Torwärtd-Zicrlng K. m b. H.. Verlin. Druck. Vorwirrd-Vuckidruckerei und DerkaaSanstalt Beul Singer u. To. in Berlin vindenlirabe Z Zeitfreiwillige vor! [ Wer sieh nicht znr MederscMapnc des Aufruhrs zur MIBpun stellt) macht sich luitschoidlg am Treiben des spartahistischen Mordgesindeisi Schützt Eure Frauen und Kinderl KämpU für Eure eigene Zukunft I I Legt Bure Arbelt für ein paar Tage beiseite und kommt zu uns! Nach Wiederherstellung der Ruhe lönnt Ihr sofort 1 zu Eurer Arbeit zurück I §abrikloger Waldemarftr. 27, vorn parterre, . Sein Cohen.. (eine CabenmUUI verkauft Karbidlampen cinzelre zu Fabrtlprelsen! hauslampen Stück Z.A imd 5 M. Zimmerlamven mit Slocke, fo hell wie Gas brennend, Sttick 15 M. Karbid in haben. 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Heilverfahren zli schtizen, meine aufklärende Broschüre üb. Tripper. EtipdiUs, Blutuntersuchung usw., wirftlnqsvolle und wertlose Licilver- fahren im verschlossenen Umschlag ä 1 Dt(auswärts 1,25 SJt), ebenso iu den Sprechstunden erhältlich. Weitere mündliche Auskunit kostenlos. SpeziLlvrl Dl. ml ßari ReiühNök. Berlin, Botsbomcc Strafte 117, an der Lühawsteatz«. Sprechstunden>/.12— 2 mitt u.>/�—>/.10 abends. Sonnt 1,11—1. Warnung-»»» ?ro?ssss, Rar, Beistand, mälixe Frcise, 7ell- Zahlung, Ehe-, Alimenien-, Straf- sachou, Eingaben, Gnadengesuche, Landgcrichtsrat Gr. v. Kirch lach a. D., Geseilschalt, AlezanderstraCc-»S(am Aiexanderplarz. gegenüber Tieiz).(0—'>) Glänz. Eriolgel Beobachtg. Sonnt 10—12, Stoffe 181 L- für v® Herren-Anzöge Damen-Kostünte Meter 20.-, CO.-, 80.- Tuch-Lager Koch& Seeland G.miH. Gertrandtenstraßc 20/21. Vcrkauiszeft tod 9—2 Ehr. finmfiil-8"Ui5er' ec,tfe> MlUllSIH von I Mark an. bsheibbs» auch Siphon- u. Beruhlgungssauger. Alle Artikel f. Krankenpflege, Haus- u. 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