itr.l34.36.3«hr8. ve,ng«»«et», BUiUQfllirl TJCO Jil. moitoU 5 M Wt hei in» paus i>olau»»ahidai KiniieiM Kümmern IC t-'enma. ifolibejng: KanuUid) i GO Ml. crO. Sufteuunq». gebühr. Unieiban» tut Deulich- ianB u. Oelierreich-Nnqam.71 Mi, für das übrige tluSlanö«TB M!. bei lügiich emmaligei.{uiiellunq 7 7t Mi. VoilbetieUunge» nehmen in Düne» mar, Holland Uurembura. Schwebe» ■ab bie Schweiz Eingetragen w du «o!i- ieimno»-<>reisltlle. Dsr.Sorwarts' erlcheim wochemüglich zwennal. Sonniaa. euinuu. leiegtamt-«"reiis ,<»si»7be»i»tr»I Itaita*, Morgen-Ansgake. m> - � Verlinev Oolksblatt. { 10 Pfennig) Stnzetnemimdt Die omtaciBrlitne iionvaretllezea» tatiei L20 Mi. ,li leine llnieigen", ba» TU ieoiudle Wor. B Big. zulüfstü 2 iettaednitfie 6 orte), tebef w euere Kor 26»fg. sielleugeuiche unk kchlaiiiellenrnzeigen das erue Wort 40 iZtg.. lebe« weitere Won 20 Uti Sorte übet 16 ejucbuaben idbiet: tür zwei Sorte, leusrungszuichlag 60°/» Kamillen-Anzeigen, oolirilche unk gxwer'ichaitliche Cetfinf- itnzeige» iL» Mi. Sie.teile, einzeigen fit die nachite Jiummer mfliten bis 5 Ibr ■achnniiags im paubigeichüii Bertw SS. 16. llindetiltrage Z. ro reg eben werben. Seöiinei 00 o llbr trüb 641 4 Uki abenbk, Zentralorgan der rozlaldemokratifchen Partei Deutfchlands. •n Neöaktion und Expedition: Sll>. 6S, Lindenstr. Z. Keneitirertier:7. Freitag, den 14. März 1919. vorwärts-verlag G. m. d. h., EW.(>S, Lindenstr.?. Fernkvr, cher- Jlml Morüiplav. Nr. 117 53—54. jVoshe über Berlin. Nationalversammlung zu Weimar 27. Sitzung. TonnerStag. 13 Mörz, vormittag? 10 Uhr. Am RcgierungZ tische: NoSke, Lsndkbcrg, Schmidt, Gothein. D:. David u. a. Präsident Fehren bach eröffnet die Sitzung um lt> Uhr 10 Minuten. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhält daö Wort Reichswehrmiiiister Nosle: Die Berliner Vorgänge sind im ganzen Reich mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt morden. Ich benutze die etche Gelegenheit, Da».lichtscheue Gesindel", INN mit dem.Mitteilungsblatt" zu| reden, diese.Hyänen der Revolution" haben mit ih em Treiben begonnen, ehe der Belagerungszustand verhängt tvar und ehe ich� auch nur einen einzigen Soldaten nach Berlin Schiffer, Wissell, hatte einmarschieren lassen. Die Verhäugung des Be- lagerungszustaudcs erfolgte erst, nachdem es zu heftigen Aus- sch.eitungcn und gewaltsamen großen Plünderungen in Berlin ge» kommen war. und erst daraufhin ist auch erst der Befehl zur Be- �~. r.,.,,.-n________ setzung von Berlin erteilt morden. Völlig gesichert waren schon am~a�. �oziallsterungsgesetz lst angenommen. Montag sämtliche Rcgierungsämder.im Innern der Stadt. In der Damit ist der Grundstein zum Aufbau des soztaI>,tNigen nw,mrr.,au.�t orr.o.g, moroen. oen.ive mr mir Nacht vom Montag zum Dienstag ist. nebenbei bemerkt die B«.! Staates gelegt Daß dieser fortschreiten wird, daran wird vor der Vertretung des deutschen Volkes Bericht zu-r stalten. Di- Atzung des dauernd etwas unruhigen Spandau vorbereitet und am auch die Opposition der Unentwegten Nichts andern, die Hetze wird ja jetzt wieder gegen die Regierung und nicht zuletzt D-enstagmorgen durchgeführt worden, nachdem mir noch am Mon-, gegen den Gesetzentwurf gestimmt haben. gegen die Truppen betriebt. D-e Nationalversa.mnlung mag der A be.bermt von Spandau d.e Herrm�abe der in betracht- � Daß auch, für uns das Werk noch nicht abgeschlossen Die Annahme des kohlenbewirtschastungsgefetzes. Ein Schritt zum praktischen Sozialismus. urteilen. Eine Woche lang hat die Schlacht mit all ihren Schreiken 8? ä? er iiM.'WÄ'sgarsss 1 1»«»»»- gm» daß diese Waffen in unrechte Hände kämen. Ich freu« mich, daß Gesetz über die Regelung der K o h l e nch? l r h getobt. Ich kann Ihnen mitteilen, daß der Aufstand nieder- die Besetzung von Spandau kampflos bat erfolgen können. Zu sehr geschlagen ist. sBeifall.s Die Säuberungsakiion ist nur noch«cnsten Käurpsen ist eS dann in der Gegend um da» in einzelnen Vororten vorzunehmen. Es muß ve sucht werden, die Entwaffnung soweit nur irgend möglich durchzuführen. Daß es in Berlin zu dem wahnwitzigen Kampf, zu Mord und Plünderung kam. ist zum weitaus größten Teil auf das Schuldkonto einiger , Blätter zu setzen, voran die„Rote Fahne" und die .Freiheit", das Organ der Unabhängigen. sGroßer Lärm und Rufe bei den U. Soz.: Unverschämte Lüge! Schamlose Verleum Polizeipräsidium am Alexanderplatz schon am Dienstag gekommen: schon am Dienstag nachmittag hat es dort eine Reiche von Toten gegeben. Am Mliwvoch verschlim- merte sich die Lage betvöcMich: die Zahl der Bewafsneten, auch Zivilisten, am Alexanderplatz nahm von Stunde zu Stunde zu. Das Polizeipräsidium wurde ftun'denlmig beschossen, anfänglich bürg! Unverschämter Geselle!— Der Präsident ruft den Abge-' mit Geivechren und Maschinengewehren, später auch mit beson- ordneten Haas« ivegen de? Ausdrucks zur Ordnung.) Monatelang haben diese Organe die Berliner Bevölke ung in skrupelloser Weise aufgepeitscht. sErneuter Lärm b. d. U. Soz.) Ein Bündel von Materral au» der»Roten Fahne" und der.Freiheit' steht zur Ver- fügung. Ach zitiere aus der.Roten Fahne" vom Monlag, 5. Mäz: »Arbeiter und Proletarier! Wieder ist die Stunde gekommen, wieder steben>'« Toten auf, wieder reiten die Niedergerittenen. Die Ebert�Scheidomann haben geglaubt, ganz ande 8 Euch nieder. deren Geschutzeai. Angellich zur Sämberung des AlexauderplatzeS anmarschierende Teile der VolkSmarine-Division sollen Daz wind bestritten. Ob die Matrosen als Helfer kamen, ist zweiselchaft:'es sind ein« Menge übler Elemente unter ihnen, und jedenfalls haben sie mir gegenüber schnöden Wortbruch verübt.(Hört, hört!) Si« hoben die angeblich aus sie gerichteten __... Schüsse zum Anlaß ponommen. in beträchtlicher Zahl zu den Auf- «ritten zu haben, als jener wahnwitzige Hohenzoller in den! schädigen at�nschwenken. Der Führer der Soldatenwehr, Müller, Januarwablcn 1907. Dieser glaubte mit Wahlstimmen Euch, ein ruhiger, verständiger Mann, erschien am Mittwoch in meinem niedergeknüttelt zu haben, jene glaubten Euch in Banden ge- �Amtszimmer, um in Sachen der aufgeregten Leute von der Volks- schlagen zu haben mit der Komödie der N a t i o n a l v e r-! marine-Dibision mit mir zu verhandeln, und bei der Gelegenheit fammlung.(Hört, börtt) Sie glaubten Euch einen Schlag j p mir von den Matrosen miigeteilt worden, daß. wenn nicht die zu versetzen durch das endlose®e schwitz de' Nationa'versamm- i fpfortige Zurückziehung der freiwilligen Truppe» au» Berti« er- lung.(Hört, hört!) Sie gsaubten, der deutsche Proletarier lasie j folfi«, für die nächsten Tage sich um die Früchte der Revolution betrügen durch ein Parlament und den Kubbardel der Pa teien.(Hört.' hört I und lebhafte Zu rufe b. d. II. Soz.) Wer sich nicht betrügen lassen wollte, der stellte durch die eiserne Faust auf den Boden gedrückt lverden. Haushoch bat der A beiter NoSke die Proletarierleichen in Deutsch» land geschichtet!(Sehr richtig! b. d. N. Soz.) Seil-Wochen hauste er wie ein Barbar gegen die Arbeiter.(Zuruf bei den H. Scq.: Schlimmerl) Die sozialistische Regierung ist zum Massenhenker der deutschen Proletarier ge- worden."(Sehr richtig! b. d U. Soz.) And so geht es weiter. Sie hören, daß die Mitglieder der unab» bängigen Fraktion diese? HanseS(mit erregter Stimme und wieder- holt mit der Faust auf den Tisch schlagend! alle diese Gemeinheiten und Schamlosigkeiten ein furchtbare? Blutbad in Aussicht siebe.(Hört, hört!) Nachts um 4 Uhr würbe mir mitgeteilt, daß die Verhandlungen gegenstandslos geworden seien, da der weitaus größte Teil der Matrosen gegen tue NegierungS- truppen kämpfe. Teil« der Matrosen hatten inzwischen versucht, inS Polizeipräsidium einzudringen, und es war ihnen bei einem Teil des Gebäudes gelungen. Sie waren auch zahlreich bei den Beschießungen vertreten, sie waren auch die, die die Geschütze auf dem Alcxanderplatz bedienten. Am Donnerstag morgen wuode mir gemeldet, daß im MarinehauS, wo die Matrojendittisu»« untergebracht war, zahlreiche Waffen an die Zivilbevölkerung schaft schafft einen Teil des Bildes, für das im-Soziali- sierungsgesetz der Nahmen gespannt ist. Wir greifen mit diesem Gesetz und mit seinem Gegenstand in die Vewirt- sä)aft»ng des Urstoffes, der weseirtUchsten Voraussetzung unserer gesamten Industrie ein. Mit der Verstaatlichung der schon bestehenden Jnter- esiengemeinschaften, insbesondere des Rheinisch-Westfälischen K o h l e n s y n d i k a t e s, ist die Ucberführung des Pro- dnktionszwanges der Kohlenindnstrie in die Gemeinwirt- schaft noch nicht erreicht. Wohl aber wird sie bereits wesent- lich gefördert durch die Stellung der Betriebsräte in vom Polizeipräsidium aus unter Feuer genommen worden sein, den einzelnen Zechen, die den Uebergriffen prioater Unter- .. i-*. it. etn r>:ei nehmer gegen den Kohlenrat nachdrücklich vorbeugt. Die Organisation der Kohienbewirtschaftung entspricht — abgesehen von der Demokratisierung des Syndikatsbe- triebes— im Wesentlichen der des Nheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats. Auch hier wurden bereits die Ziffern für Beteiligung an der Förderung, Selbstverbrouch und Absatz für die einzelnen Werke festgesetzt, ebenso wie die Preise �,,.„.... abgegeben würden. Bei der Uebersietdelung der Marinedivision sscki zu eigen macht.(Lärmender Widersvriich und Zurufe bei den dem Marstall war vereinian worden, daß unter keinen Um- U. Soz.. Pniirufe und Zurufe: Nach Rußland mit den Kerlen!) jhx verbleiben dürften, als zu ihrer Aus- Sofori nach Ve hangung des BelagernngvziistandeZ habe ich da» Lüftung erforderlich waren. Dieses Abtommsn ist von per Division Erscheinen per.Roten Fabne verbotem(Große Unruhe un�Zu- gebrochen worden.(Hört, hört» Im MarinehauS sind neben der rufe bei den Il«oz.: Preßfre.beitN Wenn Ste(zünden Ib soz.) Bowafsnung der Division noch mehr als 4000 Gewehre. 120 Mo- von Vreßfreihett reden, so weis? ich darauf bin: noch ist Revo» schj�gnigegpehre und 2 Geschütze gefunden worden. Außerdem lution ,n Teutsch and� und gerade von jener(zu den �ren am Donnerstag morgen noch beträchtliche Waffen an die N. Soz.) Seite Nt,n dieie Versammlung wiederholt b.ne,nqer..fen ZtuUbwötterung ausgegeben worden. Es wurven dann Borbe- worden daß»bbe Dnge gesiüeben ,e.en ans dem-igenen Rech, der �„ungen getrossen, um das Viertel am Alexanderplatz zu säubern. ««volution(�hr put! b d. Soz.) �e�osse Masse der �Berliner Am Donncr-tag ist das Mit beirächtlilchen Streitkrästen gelungen. »rbe.t-r sind selb,«verständlich anständige Menschten, aber»ble Ele- rnufte das MarinehauS genommen. Di« Volksmarine. menle ssnd ,n der Grogs.adt ,n Menge vorbanden, und wer fruber Division, d,e so unendliche Mühe in Berlin gemacht hat. besteht nicht da wn gedarbt hat der muß es se,t den Nvvewbertagen 19� � mehr.(Stürmischer Beifall.) Am Donnerstag abend war wissen, daß die RenalutionStaae von Verbrechern dazu ansgenntz! � P.eUel des Alexanderptatzes fest in unserer Ha nid �rd£"'"v Mord und Plünderungen auszugeben. Noch ehe �gh/ere u n s i ch e r e D e p° t s d e r S o l d° t e n w« h r wurden der Sire'kbe.chsuß m Berlin gefaßt war, der d,e zweite Renolution �bwassnet. Am Freitag habe ich befohlen, daß noch weitere De- «.nlecken sollte, war das Verbrechen rn den Berliner Straßen an j,'u entwaffnen sind. Es werden nur n«h 6500 Mann i. Plöndereien schNmmster Art» durch die Millionen und aber Millionen von Werten zerstört worden sind(bö't. börtl), begannen schon Montagnachmittag. EI kam d�- bei ferner schon zu gelegentlichen Schießereien. Am Diensiag kruh wurde mir ein Bericht vorgelegt, wonach in nicht weniger als 32 Revieren die Polizeimannschaften ausaeboben und die Reviere selbst gestürmt worden waren In de- Nacht vom Montag zum DienSiag ist es schon damals am Lichtenberoer Polizeipräsidium zu regelrechten Feuergefechten gekommen. Es ist am Dienstag vom Ausschuß der Berliner Arbeiterschaft, dem Vollzugs- rat und der Streikleitung, ein„Mitteilungsblatt" herausgegeben worden, in dem über diele Voraänae aei'chrieben wird: »Wie bei allen großen Massenbewegungen, so besten sich auch bei diesem politischen Generalstreik allerlei unsaubere Elemente an die Fußspuren der ebrlichen und besonnenen Arbeite fifiaft. Wie im Kriege die Hiiflnen des Schlachtfeldes und die Kriegs- gewinnlei«in riche? Betätigunasßeld randen so bleiben auch dieser großen Bewegung die Hdäiien der Reoolutlon nicht erkvart. Leider bat am Montag de-artig lichtscheues Gesindel an ver- 'chiedenen Stessen dem ehrlichen Kamps der Revolution und der Arbeiterschaft dadurch geschadet, daß es Vlünderunze» unter- oomme» anb Rodauszeneu hervorgerufen hat." in der Republikanischen Soldatenwebr verbleiben. Ich gedenke tief erschüttert der Männer, die in diesen SchreckenStagen ihr Leben ließen, manche fielen Schüssen zum Opfer. Grauen aber packt jeden Menschen angesichts der tierischen Bestialität, mit der gemordet wurde. Leider sind die Opfer reckt zahlreich, es ist über Lickten- berg und andere Viertel gesagt worden, es sei geschwindelt worden. Die Zahl der Opfer ist erßreulickerweise geringer, als zuerst ge- meldet war. Ick bedaure, daß ein Teil der Presse leider durch die Sucht nach Sensation mehr gemeldet Hot. als der Situation entsprach, was ater gewesen ist. ist noch immer grausig genug. Freilich, wenn zuerst gemeldet wurde, daß einige fünfzig Menschen totgeschlagen seien, und dann�iachher gesagt worden ist. daß nur fünfzehn Menschen ihr Loben ließen, dann heißt es hinterher, die Sache sei gar nicht so schlimm. Es steht fest, daß in diesen Berliner Schrecken» tagen Bestie» 1» Menschengestalt sich ausgerast hasten. lGroße Bewegung: Astg Fra» Zietz rnkt: Amokläufer! Anderer Ruf bei den U.©.: N o s k« vor allen Dingen! Präsident Kehrenbach ruft die Abg. Frau Zieh Ordnung. Ruf« rech»: Hyäne! Andauernd« große llnru Aortsetzung auf da S. GeiteJ normiert wurden. Nur ist die Organisation jetzt auf da» ganze Reich hin ausgedehnt und der unmittelbaren Kon- trolle eines Sachverständigenrates unterstellt, in dem Ar- beitgeber, Arbeitnehmer und Neichsregierung gleiche» StimmrPht haben. Diese Maßnabme gewährleistet die Ueberführung der p r i v a t w i r t s ch a f t l i ch e n Jnter- essen, die jetzt noch für den gesamten Kohlenbergbau geltend gemacht werden können, in den Jnteressenkreis unserer ge- s a m t e n V o l k s w i r t s ch a f t. Sie verhindert vor allem, daß die rücksichtslose Preispolitik ohne jede Kontrolle seitens der Verbraucher etwa in der Weise sich durchsetzen kann, wie es bei der Schwerindustrie während des Krieges gegen die Negierung tatsächlich erfolgt ist.' Bei der vielfach auftretenden Sucht, die langsame stetige Durchsetzung des Sozialismus im Staate als Kon- zcssion an den Kapitalismus darzustellen, mögen einige Zahlen beleuchten, wie tief die Sozialisierung des Kohlen- bergbaues in unser gesamtes Wirtschaftsleben eingreift. Die Koble ist in der Tat die Nährmutter unserer gesamten In- dustrie. Konnte man noch»m das Jahr l80()— also vor der Entwickelung der maschinellen Industrie— eine Welt- prodnktion an Kohle von 12 Millionen Tonnen berechnen, so hat sich diese Ziffer im Jahre 1913 ans das Hundertfache gesteigert. Die deutsche Produktion an Steinkohlen, die sich 183» ans 12.34 Millionen Tonnen bezifferte, ist bis 1913 auf 19» Millionen Tonnen gestiegen. Nichts kann die Jndustrialisiernng, die Meckranisiernng unserer gesamten Produktion besser kennzeichnen als diese Zahlen. Wir haben mit der Ueberführung der Kohse in die Gemeinwirtschast tatsächlich dem Kapitalismus den Boden abgegraben,, auf dem er sich aufbaute. So versteht sich das Wehgeschrei der äußersten Rechten recht Wohl, die es genau gespürt hat. daß die erste sozialistische Tat nur der Borbote für weitere Ein- griffe in die Privatwirtschaft überall da ist. wo sie den Ge- mein interesien zi'widerhgndelt. Wir verkennen dabei kechesweg», daß mit der Ge- mein bewirtsckaftung der Kohle die Verantloorwng des pri- vaten Kapitals für die Förderung auf die Gemeinschaft übergegangen ist. Ter Streik, im kapitalistischen Betrieb eine Kampfmaßnabme. wird im vergesellschafteten Betriebe zum Verbrechen. Tos hat man selbst in Rußland erkannt. wo ans Arbeitsscheu schwere Strafen gesetzt sind. Doppelt gilt das jetzt für die vergesellschafteten Kohlenbetriebe. Ein Streik würde mehr als je sonst d�e Arbeiter am eigenen Leibe treffen. Er würde beweisen, daß der sozialistisch organisierte. Betrieb nicht von den Reibungen frei ist. die dem kapitalistischen Be- trieb in letzter Zeit das Leben so sebr verleidet haben Wiird« die Rentabilität und damit den Gewinnanteil der Arbeiter einschränken. Endlich würde er bei der ungebeuren Bedeu- tung. die die Koble für all? anderen Gewerbezwew bat. bot arbeitende Proletariat der andere» Eewerbekreiie«d da» schwerste tressen. Dieser Verantwortung sollte sich ein seder ÄrdsUer. der am sozialistischen Staat mitwir/en will, voll und ganz bewußt sein. Ein Versagen desjenigen Gewcrbezweiges. der zuerst der lKemeinbewirtschastung übergeben wurde, würde die Spitze gegen den Sozialismus selbst richten. Und mancher, der heute nach den Kämpfen langer Jahrzehnte die Entwick- lungsbnhn für den sozialistischen Gedanken endlich frei vor sich sieht, würde in kurzem sich von ihm abwenden, wenn der Erfolg ausbleibt. Und wir stehen erst am Anfang! Die Richtlinien, unter denen die Gcmeinwirtschaft der Kohle in die Wege ge- leitet werden soll, sind noch nicht so fest umrissen, daß man heute schon prophezeien kann, wann der privatkapitalistische Apparat in dem Gemeinbetricb restlos aufgehen wird. Die erste Arbeit des Neichskohlenamtes wird die Feststellung eines Produktions- und Vertcilungsprogramms sein. Dabei den Kohlenhandel ganz zu übergeben, ist nicht beabsichtigt. Er wird sich abeicalif den gememwirtschaftlichen Betrieb einrich- ten müssen. Wenn die Förderungs- und Verteilungsfrage ge- regelt ist, ergeben sich die Arbeitszicle, die den volkswirtschaft- licfcn Nutzen der Sozialisierung zu ihrer vollen Geltung bringen sollen. Die erste Forderung ist hier: Verbilli- gung der Produktion. Sie muß durchgeführt werden ohne die Existenzbedingungen der Arbeiter herabzumindern. Aber wir brauchen billige Kohle sowohl für das Ausland als Gegenleistung für die zu liefernden Lebensmittel wie auch für die Jnlandindustrie, der nach dem Ruin der Kriegsjahxe überhaupt erst zum Wiedererwachen verholfen werden soll. All diese Fragen, die in der Theorie uns lange genug be- schäftigt haben, treten jetzt als praktische Forderungen vor uns hin in einer Zeit tiefster wirtschaftlicher Not des ganzen Reiches. Aber wir werden sie lösen trotz der Mießmacherei der- jenigen Diener des Kapitals, die es jetzt schon ankündigen, daß sie im Ausland lieber„freie Menschen" als in Deutsch- land tätige Mitarbeiter am Gemeinwohl sein wollten. Wir sind so zuversichtlich, zu glauben, daß die Arbeiterschaft an der Schwelle des Erfolges, den sie lange Jahrzehnte herbei- gesehnt hat. nicht versagen wird. Denn cS geht um das Ganze. Kein Mensch kann heute schon sagen, daß der Kapi- tolismns gebrochen ist. Die Haltung der Börse, die immer noch die Aktien der Montanwerke hoch über dem Parikurs bewertet, die Umtriebe des Großkapitals, das seine Gewinne versteckt oder verteilt, um sie der Gemeiiisck�oft zu entziehen, all das läßt daraus schließen, daß es noch sehr viele gibt, die bei der Sozialisterung ein gutes Geschäft ans Kosten der Ge- sellschast zu machen hoffen. Ihnen gilt es jetzt in zäher,»n- aufhaltsamer Arbeit die Waffen zu entwinden. Die Lebens- fäbigkeit der Gemcinwirtschaft zu beweisen, die zwingende Macht der Gemeinschastsinteressen gegen alle Sonderinter- essen durchzusetzen, das sind die nächsten Aufgaben. Die�Bahn ist frei— wenn es keine Genossen gibt, die unserer ferneren Arbeit in den Rücken fallen. Das muß jeden Besonnenen anspornen, auch weiter an dem Werke mit der Sachlichkeit mitzuarbeiten, die sein Gedeihen verbürgt. Die Gemeinbewirtschaftung des Kalis steht. bevor, die Frage einer Sozialisicrung der Schwerindustrie, dieser Riesenbrut- statte des industriellen Kapitalismus, ist um einen Schritt näher gerückt. Damit ist der Weg praktischer Arbeit für den Sozialismus beschritten. Sie zu leisten ist freilich etwas schwerer als radikale Phrasen dreschen, mit denen man, nach HaoseS Wort, überhaupt keine Politik m-�n, geschweige denn eine in vielbundertjährigem Wachstum gewordene Wirtschaftsordnung über Nacht in eine ganz andere verwandeln kann. Die Reorganisation der Volkswirtschaft ist auch in ihrem schrittweisen Fortschreiten ein Werk von wahrhaft revolutionärer Tragweite. Sein Gelingen erfordert die tat- kräft'ge Mitarbeit der Masten, die sich durch nichts von ibren großen Zielen ablenken lasten mögen. Mit leerer Wort- erhitzung aber schafft man keine neue Welt! Die Tagung öes Deutschen Hühnenv�reins. Der Deutlib« Biitnenverrin, die«rbeitgeber-Organisotion im Tbeaierqewerbe. Hot gestern ihre Tönung begonnen, um über da» mit der Genostenichaft deut'cher Bühnenangehöristen abruichlietzende Tarisnbkommen einstbließiich des Normalbübnenvertrage« fi» siblüssig zu werden. Da noch nicht alle Maglieder anweiend waren und die B-kchluhsäbigkeitSziffer noch nicht erreicht war, mutzt« die endgültige Sitzung auf beule vertagt werden. Da« geplante Tarifabkommen hat die bereit» fett langen Jabren von der S'ühnengenostenschost ouigcstellten Forberimgen nach einer rechtlichen und sozialen Bellerstcllung der Bühnen- angestellten zum Gegenstand und bedeutet somit ein g r u n d- legende« Reformwerl für da« g« s a m t e T b« a t r r- wesrn. E« mutz der Hostmwg Ausdruck gegeben werden, dgtz die Arbeitgeber Einsicht genug besitzen weiden, da» durch gegen« seitige Verständigung vereinbarte Abkommen ohne Bedenken anzu- nehmen. Sollt« diele Einigung zwi'chen den beiden führenden Organi- sationen de» Theatergewerbes scheitern, so steht eben zu erwarten. datz die bisherigen Schäden de« Theaterwesens auf gesetzgeberischem Wege ausgemerzt und die berechtigten Wünsche und Forderungen der Bühnenangehärigen in vollstem Nm'ange und über den Rahmen der jetzigen Verständigung hinaus erfüllr werden. Die Koh?e. von P. Haupt. .Natürlich, mein« Herren, Hie können mich zwingen, meinen Ardoitern zu zahlen, soweit mein Vermögen reicht, wenn Ihnen Privatvermögen nicht unantasübar sind. Aber Kohle zum Produ- zieren schaffen Sie damit nicht herbei. Und leben, ohne zu produzieren. kann das deutsche Voll nicht lange, da» leuchtet wohl auch Ihnen einl" Eine übertrieben höfliche � Verbeugung— ironisch lächelnd setzte sich der Fabrikant. Der Vorsitzende des A.- und S,« Rate«, der verschiedene Fachleute zu einer Besprechung der drin« genden Kohlenfrage geladen hatte, wurde rot im Gesicht vor A erger über den frechen, anzüglichen Ton.„Da» Privatoermögen mutz un« ebensowenig heilig sein, wie den Arbeitgebern die Arbeitskraft dos Arbeitnehmers. Sie werden gezwungen werden, chren bis- herigen Arbeitern während des Aussetzen« infolge Kohlenmangel» einen Prozentsatz ihre» Lohnes weiter zu zahlen. Unsere Sorge wird e» sein, alle« in Bewegung zu setzen, um Kohlen heranzube- kommen. Ich glaube, wir sind wöhl am Schluß unserer Sitzung angelangt." Die Geladenen und Mitglieder de» Vollzugsausschüsse» waren gogangen, der Vorsitzende blieb im Zimmer allein. Er trat an da» Fenster und blickte über die Dächer der Stadt, die im kalten, glitzernde» Licht eines harte» Wintertage« dalag. Dort die Leh- Nationalversammlung z» Weimar Reichswehrminister RoSke sfortfahrendj: Fast ein« ganze Woche lang habe ich verhandelt, um mit der Gewalt zu zögern. Es wurde behauptet, der Bürgermeister von Lichtenberg hare an mich geschrieben und mich ersucht, die Truppen aus Lichiemerg all�urufen oder nicht einmarschieren zu lassen. Das ist unwahr.(Hört, hörtl) Ter Bürgermeister von Lichten- berg hat nicht an mich geschnoben. Zu mir gekommen sind drei Mitglieder de« Berliner Vollzugsrat« und drei Milglioder der Streitkräfte von Lichtenderg. Es wurde beraten, wie dem Blutvergießen Einholt getan werde» lönnte Da« ist selbstverständlich, daß ich mit peinlichster Gowisienhaftigkeit mit dieser Deputation überlegt habe, wie da» weitere Feuern verhütet werden lwrmt«. Aber ich mutzt« danack fragen, wenn Vereinbarun- gen über die Einstellung des Sc! ießen« getroffen werden sollten, was auf der Gegenseite an Autorität vorhanden war, wenn ich die Einstellung des Feuerns befahl. Ich Hai« desbalb gesorteri, daß mir der L-berbürgermcister von Lichtenberg oW eine andere prominente Persönlichlcit mitteile, welche Vorbereitungen und Machtmittel in Lichtenberg zur Verfügung ständen, um durchzusetzen, daß von dort nicht gcichossen werde. Daraitf hat mir der Bürgermeister telePhonisch erklärt, daß er keinerlei Macht- mittel zur Verfügung hätte. Am andern Tag« hat mir der Bürgerm-eifter mitgeteilt, er bade mit Vortretern der Arbeiter und der Schietzenden zusammengrsessen! ihm sei vorgjchtagon worden: Straffreiheit für alle Leute, die an den Lichten- berger Borjfängen beteiligt waren f Bewegung und Rufe rechts), Billbung einer Sicherheitswehr, in der auch die Spartakisten fein sollten(Lachens, Bewaffnung einer solchen Sicherheitswehr mit den Waffen, die in Lichtenberg otoegeben wurden. Ich habe natürlich geglaubt, auf ein solches Abkommen nicht eingehen zu können. Datz Lichtenberg fast kampflos von unseren Truppen besetzt ist, dazu hat beträchtlich beigetragen der Erlaß, den ich schiveren HorzenS am 9. März abends gezeichnet habe: „Jede Prrsrn, dir mit den Waffen in der Hand gegen die Re- gicrungstruppcn kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschichrn". In höchster Not habe ich mich zu dieser Anordnung entschlossen, aler ich durfte die Abschlachtung von einzelnen.Soldaten nicht weiter dauern lasse». Jckj mußte dieser Bestialität Einhalt tun durch die Androhung der äußersten Swveckmiltel.(Sehr richtigl) Hätte ich das nicht getan und dadurch eine Kontrolle geschaffen. daß erst die Offiziere zusammentreten sollten, um darüber zu ent- fcheiden, ob eine Erschießung staipfinden sollte, dann waren die Truppen nicht mehr in der Hvnd zu halten, das hätte noch mehr Blut gekostet als so. Im Organ des Berliner VollzugSrais schrieb am Dienstag vor acht Tagen der Unabhängige Daum ig: „Unsere russischen Genossen haben in ihren revosutionären Kämpfen kurzen Prozeß mil den Plünderern und sonstigen unlauteren- Elementen gemacht".(Abg. Ho ose(U. S.s: Sehr richtig!) Ich habe den Versuch gemocht, acht Tage in Berlin mit dem Belagerungsgnstand und den Kriegsgerichten auszukommen. (Unruhe bei den U. S.) Was aber das Recht der Revolution in Ruftland war. das werde ich mir als Recht der Revolution nickt streitig machen lassen, wenn das S ch i ch s a I unseres Landes auf dem Spiele steht.(Beifall bei der Mehrheit.— Abg. Haafe: Keine gesetzliche Grundlage!) Tie Kommunisten von Bremen, von Braun- schweig und Düsseldorf birben in der Zeit, als sie in diesen Orten das Regimen! ungestört hatten, wiederholt den B c l o a e r ri n g S z u- stand verhängt und wiederholt die Todesstrafe für ge- 'ring er« Dinge angekündigt al? sie in Berlin jetzt twr sich gehen. Wenn in den Straßen Berlins Lausend« von Menschen die Waffen gegen die Regierung führen, wenn Plünderer und Mörder Orgjen feiern, dann besteht ein Zustand außerhalb jede? Rechts, und die StaatSnotwendigfeit gebot mir. so zu bandeln, datz so rasch wie möglich Ruhe und Sicherheit wiederberaestellt wird.(Bei- fall bei der Mehrheit.) Mögen die Rasenden, die das Reick jetzt zer- 'stören, wioder zur Vernunft kommen, damit ein normaler Rech!izu. stand bald wieder eintreten kann, I« früher ich die furchtbar« Bürde meine» AmieS in Berlin loS werden kann, um so lieber würde c« mir sein. Was geschah, verantworte ich vor dem Staat«, dem Land« und dem Volke.(Unruhe bei den U, Soz.) Ich scheue da« Nrteil der Nation nicht.(Stünnifcher Beifall bei der Mehrheit, anhaltendes Zischen bei den IX. Soz. Erneuter Beifall bei der Mehrheit.) ES folgt die erste Lesung de» Gesetzentwurf», der den Verkehr mit russischen Zahlungsmittel« außer durch die Reichsbank verbietet. mannfche Fabrik, 1299 Arbeiter, rauchlo» die Schornsteine, leblos die Maschinen, dort die Weberei, auch die Schornsteine leer in die Luft ragend, 400 Arbeiter ohne Arbeit, und hinten, eine kleine Stadt für sich, von roten Fabrikhäusern, glasgedeckten Werkstätten, fünf hoben Schloten, von dencn zwei noch rauchten. Heute noch, von morgen ab ruchte auch dort die Arbeit; kiOOO Müßiggänger mehr °»barg dann die Stadt. Dazu kamen noch die stellungslosen Kauf- leute. die Frauen und, die größte Gefahr für die Ordnung und Ruhe, die. die vier Jahre Krieg der Arbeit entwöhnt hatten, die nicht arbeiten, wollten, die, unzufrieden mit sich selbst, mit allem und jedem, sich nick't einreiben könnend in irgendeine Ordnung, für jeden Putsch zu haben waren.— 20 000 Leute, die nichts zu tun hatten I Leute, die morgen« mürrisch au» den Betten stiegen, Zeit fanden, über die braun« Tunke. Kaffee genannt, zu lästern, 20 000 Leute, die hallchungrig g-ckangweilt in die Kochtöpfe sahen med übellaunige Vergleiche zwischen früher und jetzt anstellten, minbe- stenS t5 000�Le«t«, die früh und spät zum Arbeitsnachweis liefen, um immer wieder erfolgio» umzukehren und sich von andern alten Schlage» erzählen zu lassen, datz es der neuen Einrichtung, den Arbeiterrätcn nicht gelang, Arbeit zu schaffen. Taufende von Familienvätern, in'deren Wohnungen übler Tovrdunst Hache, denen die Frauen Tag für Tag vorjammerten, datz die Hausbrandkobl« bald verbraucht sei. datz der Tors stblecht brenne uud die Lebensmittel- sätze immer geringer würdwt, weit der Bahnverkebr infolge Kohlen- mangele stockt«. Di« Behörden, zu denen sie kamen, gaben ihnen zu verstehen, ihr habt ja euven Aech-nteervt. der hat ja zu bestimmen, geht zu dem; verbitterte, kurzsichtige Genossen predigten:„Ihr friert und die Neichen sind versorgt, warum duldet das euer Ar« heiterrat? Es sind noch genug Kohlen für unS in den Häusern der Kriegsgewinnler, warum holt sie der Arbeiwrrat nicht heran»?" So ging es Tag für Tag, immer dasselbe Elend, dieselbe Lange- weile, dieselbe» hetzenden, aufstacholnden Worte von recht» und links. Ein« senkrechte Falte stand hart zwischen den Brauen de» Vor- sitzenden. Au» diesem Elend sollte ein neues Deutschlcmd entstehen. Gut gedacht, aber wie. wenn die Not so grotz wurde, datz jede Ord- rning, jede Führung zum Teufel ging. ,WaS nun?. ES sieht traurig aus!" Ein« Hand legte sich auf feine Schuilter. AuS Sinnen auf blickte er in die Augen seine» langjährigen Genossen, mit dem er vor zehn Jabren an arbeitsfreien Sonntagen von Dorf zu Dorf geeist, die Flligblätter unter den Röcken, oft von den Bauern mit Prügel be- droht, mit Hunden gehetzt. Nun endlich war der Tag gekommen, wo ihre Sache gesiegt zu haben schien, da warf das Schicksal Hindernis auf Hindernis in den Weg, als wolle e» die Genossen von den Führern spalten, als solle da? Volk durch Elend an seinen Idealen. an seinen Führern verzweifeln,»E« ist schlimm. Wir müssen die Genossen aufklären, täglich Versammlungen abhalten. Vortrag»- abend« einrichten« die mützige Zeit zur Propaganda benutzen." »Und wenn niemand kommt, weil der Saal ungeheizt ist?".Wir müssen ihnen«inen gemütlichen, warmen Aufenthalt schaffen." .Dann heitzt es wieder, für den Saal des Arbeiterrats sind Kohlen da. für unsere Wohnirngc»«cht." Mit leichtem Vorwurf erwiderte Whg. Haose(N. Soz.) wendet sich gegen da» Gesetz, das eine neue Feindseligkeit gegen die Sowjetrepublik darstelle, Ter Redner verliest ein Telegramm von Berner Sozialisten, in dem behauptet wird, Deutschland beabsichtige, in Lettland eine imperialistische Politik zu treiben,(Lachen.) Abg. Pohtmann(Demokrat) begründet einen Antrag auf An- meldepslickt der Bestände an russischen Zahlungsmitteln. Reichsfinanztninister Schiffer: Der Rubel rollt in Deutschland, und zwar nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus politischen Gründen,(Sehr richtigl) Wir müssen uns gegen die Vergiftung s- und Bestechungsgelder wehren, mögen e» Regierungs- oder Parteigelder kein.(Beifall.) Irgend einen Teil des lettischen Lande» für uns jn Anspruch zu nehmen, liegt uns ab- solut fern. Abg. Müller Breslau(Soz.) wendet sich gegen das vom Abg. Hanfe verlesene Berner Telegramm, in dem auch behauptet wird, her Redner habe die internationale sozialistische Konferenz geiärijcht. Der Gesetzentwurf wird mit dem Antrag der Mebrbeitsparteien angenommen. Es folgen die Abstimmungen über das SozialisierungSgeseh. Jn � 1, der die sittliche Pflicht jede? Deunäben zur Arbeit festlegt, will ein Antrag Agnes(U. Soz) und Genossen die Worte„im- beschadel seiner persönlichen Freiheit" ersetzt wissen durch die Worte „unbeschadet der Freiheit der Berufswahl". Die Abstimmung hierüber bleibt, da für diesen Antrag auch die Mehrbeit«sozialisten stimmen, ziveifelhgft. Bei der Auszählung durch Hammelsprung stimmen 135 mit„Jal", 103 mit„Nein!". Auch die Negieruvgsmitglieder stimmen entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit getrennt. § 1 wird in der Fassung des Ausschusses daraus einstimmig angenommen. Zu 8 2, der dem Reich die Befugnis zur Sozialisierung erteilt, liegen mehrere AbänderungSanträge vor. lieber den Antrag Auer und Genossen(Soz.). der die Ent- schädig» ngspflicht de» Reiche» bei Sozialisierungcn be- seitigen will, wirb namentlich abgestimmt. Aus Jal lauten 136» auf Nein! 92 Stimmzettel, Der Antrag Auer ist damit a n ge n o m- m e n und die Entschädigungspflicht gestrichen. Diese Mitteilung ruft im Hause grosse Bewegung und lln» ruhe hervor. Abgeordnete der Rechten verwahren sich gegen die von anderen Abgeordneten geäusserte Vermutung, datz sie für den sozial- demofralifdjcn Antrag gestimmt hätten. Mehrere Abgeordnete sprechen auf den Präsidenten ein, der hieraus erklärt: Es scheine irgend ein Irrtum in der Zufammenzählung der Stimmzettel voraekommen zu sein. Nach dieser Zählung sind nur 223 Zettel abgeacben worden, wäh- rend bei der vorhergegangenen Abstimmung über 300 abgegeben wurden. Da Stimmenthaltungen nicht vorgekommen sind, kann die Zahl nicht stimmen und wir werden die Auszählung noch ein- mal vornehmen. Nachdem die Zettel noch einmal durch- gezählt worden sind, erklärt Präsident Fehrenbach: Es hat sich herausgestellt, datz bei der ersten Zählung der Stimmzettel ein Posten übersehen worden ist. ES sind abgegeben 300 Stimmzettel, Enthaltungen sind nickt vorgekommen. Mit Ja! haben gestimmt 1U, mit Rein! 165. Der Antrag Auer tst demnach abgelehnt. Hierauf wird 8 2 in namentlicher Abstimmung mit 240 gegen 53 Stimmen bei einer Stimmenthaltung in der KommissionS- fassung angenommen, ebenso unter Ablehnung sämtlicher Abände- rungSanträge der Rest de« Gesetze». Damit ist da» SozialisiernngS» gesetz in zwe ier Lesung erledigt. ES folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurf» über die Regelung der Soblenwirts«h«ft. 8 2 bestimmt, datz die Leitung der Kohlenwirtschaft einem R« i ch» k o h l e n r a t übertragen wird, dessen Zusammensetz'.mz der de» SachverstänbigenratS i§ 3) entsprachen soll. Die Reichs- rogierung scklietzt die Koblenerzeuger für beffimmtr Bezirke zu Ver. bänden und diese zu einem Gesamtverband zusammen. An der Verwaltung dieser Verbände find die Artwiinehmer zu beteiligen. Den Verbänden liegt die Regelung von Förderung, Selbstverbrauch und Absatz unter Aufsicht des Reichskohlen rats ob. Tie Reirbö- regierung führt die Oberaufsicht und regelt die Feststellung der Preise. Ter RcicbSkohlenrat und die Verbände sind bis zum 30. Juni 1919 zu errichten.— Die Abgg. Dr. Rietzer und Vögjer(D. Vp.) beontregen die Abänderung: Den Verbänden liegt die Regelung des Absätze» unter Aussicht des NeickStohlenratS ob.— Außerdem beantragt die Kommission eine Entschließ- u n g. wonach der Nationalversammlung mit möglichster Bcschleuni- der Vorsitzende:»Merischenskind, haben wir denn Ochsen oder Gegner vor unS? Tie Mehrzahl der Genossen ist doch so vernünf- tig einzusehen, datz wir augenblicklich beim besten Willen nicht betjen können I'.Wollen'» hoffen." Mit festem Druck log Hand cn Hand. .Solange wir können, wollen wir arbeiten und kämpfen." Ein erbitterter Kampf begann« der Kampf üm die Seelen der Arbeiter. Die Umstürzler von links und recht» kämpften in der häßlichsten, niederträchtigsten Weise, unterstützt von ihnen gewal- ti�en Bundesgenossen, dem Müßiggang aus Koblcnmangel, der Kalte, der Not. Die Führer der Arbeiter rangen mit aller Macht gogen die steigende Verbitterung und da« aufsteigende Mitztrcmen. Ein k>arter, nervenanfreibender Kampf ist eS, ein Kampf, für de« es keinen Tank gibt als den, nicht zu unterliegen. Er dauert noch an. An euch ist eS, Arbeiter, ihn zu entscheibenk Notizen. — Theater. Die Votksbühne, Theater am Bülowplatz» nimmt heute Freitag, den 14. März, tbre Vorstellunoen naw er» zwungener zebniäyiger Paule mn Georg KonerS.Gas" wieder auf. Auch am Sonnabend gelangt.Gas" zur Darstelliing. Da» Komödienhan« verlegte tue Erslauiiübriing von Roda-Rößlers Schnurre.Der Feldherrnhügel" a»s den 19. März. — Vorträge. Trepiow-Sternwarte: 16. März, 5 Uhr:.Im Lande der Schwarze»"(Deiiitclier Sudanfilm). 7 Ubr: .Naiinwisienichasiliche Zaubereien"(Erverimeutalvor:rag von Dr. Schimank»; 1«. März. 3 Ubr:.Christoph Kolumb»«"(Filme). 5 Uhr:.Bilder au« dein Harz. Tbür'ngen und dem Rie'eugeb'rae" lFilme): 7 Uhr:.Im Lande der Schwar-en"; 18. März. 7 Udr: .Unire Erde al» Planet"(Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Archen» hold). — Balladenabend. Der Sozialdemokratiiche Wahlverein W e i tz e n s e e veianstaliet am Sonnlaa, den 16. März, abend» 7 Ubr. in der Aula des Realaymnasinm» Woelckoromenode einen Balladenabend unter Miiwirkung von Dr, Hanauer tGe>a»a), Fräir- lein Eerler(Klavier), M. Tiburtz(Cioline), Frau Malhq(Rezitation). — Kurt SiSnerS gesammelte Schriften und seine nachgelassene dramatisch« Tichtung.Die Gölterprü'ung" erscheinen demnächst im Verlage von Paul Cossirer. — Karl Marx' Lohnarbeit und Kapital, dies« berühmte gemeinverständlich ge'atzte Einführung in das Studium der polnischen Oekonomie, liegt jeyt in einem Neudruck deS Verlage« der Buchhandlung Vorwärts vor. Sie war feit geraumer Zeit vergriffen. — Nene Dramen. Die Dramatisch« Gesellschaft veran- staltet ihre erste Vorstellung in der zweiten Hältte de« Monat» März im Kleinen Schau'pielhause. Znr Ausführung gelangt da« Stück.Die Bor Hölle" von Rudolph Leonhard.— Wolter Hasenelever».Antigone" wird na» der außer- ordentlich erfolgreichen Uraufführung in Frankfurt a. M. au» in München. Bertin, Hamburg und Hannover, ferner in Kiel, Wien und Prag in Szene gehen.— Do» neueste BühnetUvttk deS Autors »Die M e u s ch e u" ist soeüeu«rschieuca. Nr. 134 ♦ 36. Jahrgang Heilage des vorwärts Lrektag, 14.MSrz 1416 Eröffnung öes Preußenparlaments. L Sitz,,». den IS. März!Vl� DoS Hau» weist guten Besuch auf. Auch die Tribüne« find gut besetzt. Die Absperrung wird streng gehandhabt. Um 2% Uhr treten die Mitglieder der bisherigen Regierung in den Saai Während die Minister Ernst, Fischbek, Hoff, Braun, Südekum, Heine, Haenisch und Unterstoatssekretär Göhre am Re- gierungstisch Platz nehmen, tritt der vorläufige Ministerpräsident Hirsch zur Rednertribüne und hält folgende Ansprache: Meine sehr verehrten Damen und Herren! In ernster Zeit haben Sie sich zu schwerer Arbeit im Dienste unsere» geliebten Vaterlandes und unseres schwer geprüften Voltes zusammenge- funden Namens der vorläufigen Regierung heiße ich Sie bei De- ginn Ihrer Tätigkeit herzlich willkommen. lBeifall.) Die oerfasiunggebende Landesversammtung ist ein Sinnbild der ungeheure« politischen Umwälzung, M« sich seit der letzten Tagung eines preußischen Parlaments voll- zogen hat. An die Stelle des DreiklasienwahlunrechtS, das Jahr- zehnte hindurch einigen bevorrechteten Klasien die Herrschaft au»- geliefert hat. ist das demokratischste aller Wahlrecht« getreten, die politische Gleichheit, die eine verblendete und die Zeichen der Zeit Nicht erkennende Schicht noch vor wenigen Monaten dem Volke vor- enthalten zu können wähnte, ist zur Tatsache geworden, und kein« Macht der Welt wird je imstande sein, die großen demokratischen Errungenschafteu der Revolution zunichte zu machen.(Lachen recht»*» Zusammengebrochen ist der Klassen st aat und die Klassenherrschast. zusammengebrochen nicht, um an Stelle der Herrschaft der einen Klasse die einer anderen zu setzen, son- dern um Platz zu machen der Demokratie, der Herrschaft des Volkes, das seine Kelten gesprengt hat und entschlossen ist. selbst sein Geschick jn die Hand zu nehmen.cckmäßigkeit in neue Pernvaltungsbezirke eingeteilt werden. (Beifall.) Aber der denkbar ungeeignetste Weg zum deutschen Ein« heitsswat wäre die Zerschlagung Preußen» in leistung».«rtd lebensunfähige Z w e r g r e p ubli ke«.(Beifall.) Diese Aufteilung wäre für unsere Wirtschaft, unfern Verkehr und unsere Kulturpflege gleich verhängnisvoll. Solange die süd- deutschen Staaten und Deutschösterreich, dem wir zu seinem bevorstehenden Eintritt in die großdeutsch« Republik unfern herz- lichsten Brudergrnß zurufen(Beifall), selbständige Glied- staaten bilden, so lange mutz auch Preußen als einheitlicher G l i e d st a a t bestehen bleiben. Der Fortschritt der deutschen Einheit liegt nicht in der Vermehrung der Einzelstaaten. Ein freie» ! Preußen ist nicht mehr das Schreckgespenst aus vergangenen Tagen. dem man mit dem alten Schlagwort von dem„gefährlichen Ueber- gewicht Preußens über Deutschland" zuleide ging. Gefährlich war für Deutschland nur das alte Preußen des Junkertums und der Reaktion; das neue Preußen des freien Volks soll ein Segen wer- den für das gesamte deutsche Vaterland. Gern und freudig bringen wir jedes Opfer im Interesse der Reichsemheit.(Beifall.) Preußens beste Eigenschaften, Arbeitsamkeit und Pflichttreue, braucht auch das neue Deulfchland zum Wiederaufbau. Je freier und vollständiger der neue Preutzenstaat alle wi-rkenden Kräfte de» Preutzenvolks umfaßt und darstellt, desto gesicherter wird er gegen LosreitzungS. und Absonderungsgelüste sein. Preußens Auf- gaben sind noch nicht erfüllt. Mit Gewalt hat es einst das Reich zusammengeschmiedet. Die Gewalt ist zerbrochen. Mit dem Geist der Freiheit, der Ordnung und Arbeit soll es noch ein- mal der deutschen Nation und ihrer künftigen friedlichen Größe dienen. Das alte Preußen ist tot, es lebe das neu« Preußen!(Bravo!) Jn den Dienst des jungen preußischen VolksstaateS wollen Sie Ihre ganze Kraft stellen. Zu diesem Werk wünscht Ihnen die pro- visorifche Regierung Glück und vollen' Erfolg.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Alterspräsident Abg. Herold(Z.) begrüßt die Mitglieder auf das wärmste, zunächst die alten Kollegen, heißt nicht minder herz- lich di« zahlreichen neuen Kräfte willkommen, welche das Per- trauen der Wähler hierher entsandt hat, und unter diesen ganz besonder? die Frauen, die zum ersten Male an der Gestaltung der Gesetzgebung mitzuwirken berufen sind. Wie durch die sich gegenseitig ergänzende Tätigkeit von Mann und Frau da» Wohl der Familie am besten gefördert wird, so wird auch die Mtwirkung der Frauen unsere Beratungen und Beschlüsse nur erfolgreich de» «nflusse». Jn schwerer, sorgenvoller Zeit tritt vi« Landesversanmr- lung zusammen. Nach mehr al» vierjährigem ruhmvoll geführtem Krieg«, nachdem die GeswmtbevöUerung während der lange» Krieg sdauer unter niederdrückende» Entbehrungen in schwerer Ar- beste» Kräfte in de« Dienst de» vaterlande» «esiellt hatte, mußten wir schließlich doch gegenüber der llebermachk fast der ganz«» Welt unterliegen und uns einem Waffenstillslonb mit so harten Bedingungen unterwerfen, wie sie noch niemal» im Lauf« der Jahrhunderte einem großen hochentwickelten Polle auf- erlegt� worden sind.(Sehr wahr!) Dann traten die Unruhen und Umwälzungen im Innern hinzu, welche von neuem so groß« Ver- luste an Gut und Blut im Gefolge hatten. DaS alte Preußen mit seiner ruhmreichen Geschichte ist zusammengebrochen Jetzt soll ein neues Preußen erstehen. Zahlreiche Volksvertreter sind erfreut über die Veränderung der Verhältnisse. Andere trennen, sich in treuer Anhänglichkeit nur mit Wehmut von den alten Einrichtungen, «ss Stine Mensthentinö. Von Martin Andersen Nexä. Unter seinem warmen Kutschermontel kam sie wieder zu sich, und dak Leben kehrte in ihre kalten Glieder zurück-. Lars Peter nahm ein Glied nach dem anderen in seine Niesensaust und taute sie aus; Stine lag ganz- still in seinen Armen und ließ alles mit sich geschehen: sie hörte unter dem Stoff sein gewaltiges Herz schlagen. Tum Tnml Jeder Schlag war wie der Puff einer großen, weichen Schnauze, und leine tiefe Stimme tönte durch ihren ganzen Körper wie ein Orgelton, daß sie es bis in die Zebcn spürte. Seine großen Hände, die so viel Hartes»nd Häßliches anfaßten, waren das Wärmste. das sie kannte, Sie waren wie Großmutters Wange— das Weichst? von allem auf der Welt. „Nun müsten wir zwei wohl absteigen und ein bißchen lausen." sagte der Pater plötzlich. Stine wollte ungern, sie hatte es so warm und gut bei ihm. Aber eS hals ihr nichts. „Wir müssen machen, daß das Blut wieder richtig in Schwung kommt." sagte er und hob sie voizi Wagen herunter. Tann liefen sie ein Stück neben dem großen Klaus her, der seine gewaltigen Gelenke im langsamen Trab vorwärtswarf, um zu zeigen daß auch er etwas leisten konnte. „Sind wir bald zu Hause?" fragte Stine. als sie wieder gut eingepackt aus dem Wagen saß. „Na, na. es ist noch ein ganzes Stück Wegs— du bist über eine Meile tveit gelausen, Kind! Aber jetzt erzähle mir, wie es kommt, daß du hier aus den Wegen herumrennst und dummes Zeug treibst." Tu mußte Stine erzählen, von der Schule, von dem Un» recht, das ihr widerfahren war, den Prügeln und allem. Da- zwischen brummte Lars Peter, derdrehte seinen Körper ganz sonderbar oder stampfte mit dem Fuß auf den Wagenboden aus— er konnte nicht reckst vertragen, dies olleS mit anzu- hören,„Aber du iagst es Sörine nicht, nickst wahr?" fügte sie ängstlich hinzu.Mutter." beeilte sie sich zu Verbestern. ..Hab' bloß keine Angst," war dos einzige, was er sagte. Von da an sprach er unterwegs nicht mehr, und er ge- brauchte lange Zeit, um auszutpannen; Stine bebielt er während dester. bei sich Gört», kam mit einer Laterne her- »ii« und ftirtit ihn an. aber er gab ihr kein« Antwort. Sie warf ihm und dem Kinde einen scheuen Blick zu. hängte die Laterne hin und ging schnell wieder ins Haus. Bald darauf betrot er die Stube, er hielt Stine an der Hand: ihr Händchen zitterte. Sein Gesicht war grau: in der Rechten botte er einen dicken Stock. Sörine floh vor seinem Blick bis unter die Uhr; sie preßte sich in die Ecke hincui und starrte die beiden ratlos an. „Ja. du siehst uns so sonderbor an," fragte er, indem ■ er vortrat—„aber es ist auch ein Kind, das dich anklagt. Was machen wir da nun?" Er hotte sich unter die Lampe gesetzt und Stines Kleid aufgehoben: behutsam drückte er seine Handfläche gegen die geschwollenen blauen Striemen, die bei der leisesten Berührung schmerzten.„Es tut noch weh — du hast tüchtig zugeschlagen! Nun wollen wir sehen, ob du ebenso tüchtig im Heilen bist. Komm und küß die Kleine, dahin, wo du sie geschlagen hast. Ein Kuß für jeden Schlag!" Wartend laß er da.„Nun—" Sörine machte eine Grimaste des AbscheuS. „Alto du holst deinen Mund für zu gut. um dahin zu küsten, wo deine Hand geschlagen hat." Er griff nach dem Stock aus dem Tisch. Sörine war auf den Fußboden gesunken und streckte be- �schwörend die Arme aus. Aber er sah unerbittlich aus. er war ein anderer geworden.„Nun—\" Sörine zögerte noch einen Augenblick, dann rutschte sie aus den Knren hinüber und küßte den wunden Körper ihres Kindes. Stine schlang den Arm heftig um ihren Hatt..Mutter!" sagte sie. Aber Sörine stand auf und ging hinaus, um das Abend- esten zu wärmen. Den ganzen Abend vermied sie es, die beiden anzusehen. Am nächsten Morgen war LarS Peter wieder der Akte: er weckte Sörine durch einen Kuß wie immer und summte vor sich hin, während er sich ankleidete. Jn Sörines Augen und Wesen ihm gegenüber waren noch Spuren von Groll vorbanden: aber er gab sich den Anschein, als bemerkte er eS nicht. Es war noch tiefe Nacht, er saß am Tischende, die Lotern« vor sich, und aß leinen Morgenimbiß; beim Kauen hingen iein? Augen an den drei Kindern aus ibrem Lager Sie lagen wie junge Pögelchen in einem Klumpen da.„Wenn Paul jetzt zu ibnen hinüber soll, müsten wir wob! an jedes Ende zwei legen." sagte er grübelnd..Am besten wäre es ja. wir könnte» ntf noch ei» Bett leiste»." Söri«»ot- 1 wartet« nicht. 1 Als er wegfahren wollte, beugte er sich über Stine hinab, die im Schlafe die beiden anderen wie ein Mütterchen um- schlungen hielt.„Du hast uns da ein gutes kleines Mädchen gegeben." sagte er und richtete sich auf. «Sie lügt," erwiderte Sörine vom Ofen her. „Dann hat sie das wohl tun müssen.— Meine Familie zählt ja nicht recht mit, Sörine— und vielleicht verdient sie es auch nicht. Aber nie ist an uns Kinder Hand angelegt worden, das will ich dir sagen. Ich erinnere mich so deutlich an meinen Vater, wie er auf seinem Totenbett lag. seine Hände betrachtete und sagte:„Die hoben vieles anfassen müssen, ober nie bat sich die Hand des Schinders gegen die Wehrlosen gewandt I" So will ich auch gern einmal sagen können: und ich rate dir, ein bißchen daran zu denken." Dann fuhr er fort. Sörine setzte die Laterne ins Fenster, damit er zur Landstraße Hinsinden konnte. Dann kroch sie wieder ins Bett, konnte aber nicht schlafen: Lars Peter gab ihr zum erstenmal etwas zu denken aus. Sie hatte etwas bei ihm kennen gelernt, von dosten Existenz sie vorher keine Ahnung gehabt hatte, etwas Fremdes, das zur Vorsicht mahnte. Sie hatte ihn für einen braven Tropf gehalten— wie alle anderen. Und wie entsetzlich konnte er in seinem Zorne werden——— Es schauderte sie noch,-wenn sie daran dacht«. Sie würde sich wohl hüten, ihm zu nahe zu treten. 15. Regen und Sonnenschei» An den Tagen, an denen Stine nicht zur Schule gin�, gab es tausenderlei Tinge für sie zu tun. Die Arbeit nnt den Kleinen fiel ihr zu. und dann waren die Schale und die Hühner zu versorgen, und sie mußte mit ibrem Sack hinaus und Nesteln als Schweineflitter pflücken. Manchmal kam es vor, daß Lars Peter kein Glück gehabt und seine Fische nicht verkauft hatte, wenn er heimkehrte. Dann saß sie mit den Eltern bis ein. znvi Uhr in der Nacht wach und reinigte die Fische, damit sie nicht verberben sollten. Sörine geborte zu den Menschen, die die ganze Zeit berumwirtlchakten, obne sehr viel auszurichten. Sie konnte es nicht vertragen, baß dgs Kind einen Augenblick still saß: losort jagte sie sie an irgendeine Arbeit. Wenn Stine am Abend �u Bett ging, wat st« zuwetle» st übermüdet, datz st»»ich« vnschlaien könnt«. (Forts, solgU) oSet IwTSf äffe Mi�ftNedsk der LandeSversammIim« stellen stch auf den Voden der vollendeten Tatsachen. Alle erkennen die Landekversammlung alS die höchste souveräne gesetzgebende Gewalt in Preußen cm. Gin? groste Verantwortungsvolle Aufgabe von bistorifche? Be- dcutuna Hot die Landesversammlung zu erfüllen. Eine neue ' freiheitliche Verfassung soll sie für Preußen gestalten. All« Mitglieder ohne Ausnahme treten mit Hin, rebung und Eifer unter Einsetzung ihres besten Könnens an ihre großen Aufgaben heran. Mögen Meinungsverschiodenhetten vorhanden sein, alle sind von dem einheitlichen Streben erfüllt, nach besten Kräften dem Vaterlande zu drenen. das Wohl aller Volksschichten zu fördern, wach dem furchtbaren Schlage, der unser Volk getroffen hat, im neuen Staat« es wieder einer bessereu Aukunft cntgcgenzuführen. So treten wir denn im Vertrauen auf Gottes Hilfe und unserem allseitigen guten Willen entschlossen an die Erledigung der großen uns obliegervben Aufgaben heran. Möge es der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung gelingen, ihr Werk zum Segen der Bevölkerung, des Staates sowie des Deutschen Reiches zum Ab- ubluß zu bringen. Das walte Gott! iBeifall rechts und im Jen- trum.— Ruf bei den U. Soz.: Amen!) Zur vorläufigen Bildung des BuccauS beruft der Alters- Präsident auf Grund der Bestimmungen der früheren Geschäfts- ordnung, welche von der Versammlung auch hierfür als bindend anerkannt werden, zu Schriftführern Frau Gertrud Hanna und die Alm Specht, Meyer- Frankfurt und Graf- Anklam. Zur Beratung gelangt nunmehr der Antrag Herold und Ge- Nossen auf Annahme einer vorläufigen Geschästsord- n u n g. Ter Anirng übernimmt die meisten Bestimmungen der für das frühere Abgeordnetenhaus in Geltung gewesenen Geschäfts» ordnung. Der Antrag wird angenommen. Eingegangen ist von der Negierung der Entwurf eine» Gesetze? zur vorläufigen Ordnung der Staatsgewalt in Preußen, von dem Abg. Adolf Hoffmann lli Soz.) ein Antrag auf Aufhebung dcö StandrrchtS und des Belagerungszustandes in Groß-Berlin. fHeiterkeit rechts.— Pfuirufe bei den U. Soz.) � Der Präsident schlägt vor. die n ä ch st e Sitzung morgen nachmittag um 3 Uhr abzuhalten mit der Tagesordnung: I. Be- ratung eine? weiteren Antrage? zur Geschäftsordnung. 2. Wahl de? Präsidenten, der Vizepräsidenten und Schriftführer. 3. Erste, zweite und dritte Lesung des Gesetzentwurf» wegen vorläufiger Ordnung der Staatsgewalt. Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Adolf Hoffmann sU. Soz.): Ich beantrage, als vierten Punkt unfern Antrag auf Auf- Hebung des Standrechts und des Belagerungszustandes auf die morgende Tagesordnung zu setzen, ich tue das namens meiner Fraktion und trotz dem Lachen, welches auf der rechten Seite bei Verlesung des Antrags erscholl. Wenn die Herren die letzten Tage und Nächte m Berlin Ost und Nord erlebt hätten, würde ihnen da? Lachen auf den Lippen erstorben sein, wenn sie erlebt hätten, wieviel Nnfchuldigc dort dem Standrecht zum Opfer gefallen sind. Abg. Hergt(Dtschnatl.): Wir wünschen also auch, daß die An- gelsgenheit hier auf das gründlichste besprochen wivd, beantragen aber aus formalen Gründen, damit die Nowerfasiung für Preußen zunächst erledigt werden kann, den Antrag Hoffmann übermorgen zu beraten. Abg. Leinert(Soz.): ES wird sehr zweckmäßig sein, diesen An- trag zu verhandeln, um dem Volke draußen, das über die Vorgänge in Berlin nicht hinreichend unterrichtet ist, zu zeigen, wer die Schuld an diesen Dingen trägt.(Sehr wahr! bei den Soz.) Es wird sehr heilsam für unser ganze» Volk wirken, wenn restlos auf» geklärt wird, wer die Schuldigen sind.(Sehr wahr!) Wir wer- den daher für den Antrag Hoffmann stimmen. Ministerpräsident Hirsch: Bon unserer Seite würde dem nicht» entgegenstehen, wenn der Antrag noch in dieser Stunde beraten würde. Abg. Adolf Hoffmann(ll. Soz.): Ich bäte mich allerdings nicht an den Iustizministcr, sondern an den Minister de? Innern wenden müssen, um Auskunft da rüder, ob es wahr ist, daß das Standrecht nicht mit dem Willen der Regierung erlassen, sondern erzwungen von der Soldateska wurde.(Hört! hört! bei den N. Soz.) Daß einfach mit Streik gedroht wird, wenn das Stand- recht nicht erhoben wird. Mit Rücksicht auf den Ada. Hergt be- antrage ich nun, unseren Antrag als dritten Gegenstand auf die morgige Tagesordnung zu setzen. Schließlich erklären alle Parteien, sich dem Antrag Leinert an- zuschließen. Nächste Sitzung Freitag 3 Uhr.(Wahl dcS Präsidiums. An. trag Hoffmann. Verfassungsentwurf.) Schluß llhr._ Nach der Straßenschlacht. Heute morgen sausten durch diese Straße noch die Geschosse der Kämpfenden. Nun ist Stille geworden, die Frühlingssonne goldet Pflaster. Trümmer und Fassaden. Der Fluß der Menschen ist nervös; wie stets des neuen Unwetters gewärtig, lausen sie un- sicher dahin, oft stehen blechend, sie bilden Haufen und betrachten die Stätten der Verwüstung. Die Drähte der Straßenbahnen liegen auf den Schienen, die Häuserwände sind zum Teil wie pockennarbig von den Einschlägen, an einigen Stellen liegt das Inner« der Häuser bloß wie da» Eingeweide großer toter Tiere. Ganz am Ende der Straße ist eine Barr ihr de. Ein umgestürzter Müllwagen, einiges Hausgerät, Säcke mit Haferflocken und Ge- müse. Man denkt an den gütigen Zweck dies« Dinge, daß sie den häßlichen, stinkenden Wcgwurf neuer Verwertung zuführen sollten, daß auf diesem Tisch ein müder Arbeit« s nen Ellbogen stützte, wenn er seine karge Abendsuppe einnahm, man rechnet, wieviel hungrige Kinder cm diesem Nährmittel ihre blassen Hungerwangeu auffrischen könnten. Der reine Wahnsinn grinst aus dem Bild der Straße, die so voll blendenden Lichtes ist, daZ nur noch höhnischer die Wunden deS Kampfes erscheinen läßt. Vielleicht sahen— vor Stunden— ein zu Tod getroffener Mann, ein sterbendes Kind zum letztenmal die Uoberfülle von Sonne,«staunt mit brechendem Auge, wie wenig menschlicher Wahn die ewigew Kräfte des Lebens beirrt. Unendliche Traurigkeit durchzittert das Herz. Vier lange un- endliche Jahre haben di« Menschen dem Krieg gedient, der die blühende Jugend fraß und die Gesichter der Daheimgebliebenen aushöhlte. Friede! schrie eS aus jeder fühlenden Brust, und über den Schmerz und die bangen Gedanken der Niederlage hmaus schwieg doch die Qual, die endlos uns gemartert. Es fällt kein Mensch mehr durch Menschen... Und nun heulen und pfeifen Kugeln und Granateu durch di« Gassen d« Heimat... Soll der Mord erst mit dem letzten d« Lebenden verschwinden? a. z. Tie Waffensvche. Besonder» zwischen Andreasstraß« und Küstriner Platz fand man große Mengen von Waffen und Munition. In einem Keller waren versteckt: 1 leichter. Minenwerfer, 1 Maschinengewehr, 1 Flammenwerfer, mehrere Gewehre sowie ein« größere Menge Munition In derselben Gegend wurden an verschiedenen Stellen die Leichen von Regierungtsoldaten in Kellern gesunden. Im Osten und in Lichtenberg wurde während d« Nacht zu Donnerstag und am DoimerStagvormittag noch häusig ocichossen. In einer Neuköllner Gastwirtschaft wurden laut WTB W Karahm« und viel Munition gefunden. Im Krankenhaus Am Friedrichshain wurden während der Kampftage 518 Verwundete eingeliefert, 420 davon hatten schwere Verletzungen, hierunter befanden sich 52 Soldaten. In diesem Krankenhaus sind insgesamt 118 Tote eingeliefert worden, davon sind 14 Milttärpersonen, sowie 13 nicht identifizierte Leichen. Auch mehrere Frauen� besonders älter« sowie zwei Knaben von 10 Jahren befinden sich darunter. Die Leichen befinden sich in drei Baracken. Ein Teil ist vom Staatsanwalt zur Beerdigung bereits freigegeben worden. Es ist während der Kampftage wiederbolt vorgekommen, daß auf die durch die Rote-Kreuz-Flagge gekennzeichneten Krankenwagen gefeuert wurde. Mehrere Krankenwagenführer wurden getötet. Hierunter befindet sich je ein Fahrer von der Firma Rüntzel und vom Verband für erste Hilfe. Die Berliner Feuerwehr hat an, Mittwoch 41 Verwundete und 48 Tote aus dem Kampfgebiet des Ostens und Lichtenberg abgeholt. Unter den Toten befanden sich mehrere Russen und Matrosen. Von der Rcttungsgesellschaft und dem Sanitätspersonal wurden 8 Tote und 36 Verwundete bis abend» um 6 Uhr geborgen, darunter auch mehrere unbeteiligte Zivilpersonen. Aus der ZionSkirchstraße 53 im Norden muhten am Mittwoch mehrere Tote abgeholt werden, die dort gefallen waren. Ferner aus der Langestraßc 12 zwei Tote und zwei Schwerverletzte von der Ecke der Koppenstraße und des Grünen Weges. Das Standrecht. In der gestrigen Vollversammlung der A.» und S.-Räte Groß« Berlins behaupieie H e r t u r l h lKommimist), daß seine Paitei- aenossen Jogirtu« un» Dr. Ernsi Mayer, sowie in einem Bezirk 12 Funklionär« der K.-P. ericbossen worden seien. In Licdterselde wurde Julian Borchardt, der Heraus- geber der kommunistischen Zeitschrift.L'ch'slrablen' WWtiorninen. Gestern mittag 12 Uhr wurde auf dem Hofe des Neuköllner Polizeipräsidiums ein Mann, der im Kampf gegen die RegierungS- truppen betroffen worden war und der sich auch de» PlündernS schuldig gemacht hatte, standrechtlich erschossen. Aus Lichtenberg wurden durch die Truppen gestern nach. mittag noch 66 Gefangene in das Polizeipräsidium eingeliefert, die sich an den spartakistischen Unruhen beteiligt hatten. Zum Teil wurden sie aus ihren Wohnungen geholt, in denen sie noch Waffen verborgen gehalten hielten. Unter den Gefangenen befinden sich 16 Frauen und Mädchen, die den Spartakisten bei ihren Kämpfen Patronen zugetragen und die Guffe der Maschinengewehre gefüllt haben sollen. Eine weitere Anzahl Personen wurden durch eine Militärpatrouille in dein Lokal der„Roten Fahne" festge- nomine». � Sie sind von Breslau und anderen Städten Oberschlesiens hergekommen, um mit ihren Be liner Gesinnungsgenossen die Ver- bindung aufzunehmen und nach dem Verbleib einiger verschwunde- ncr Führer zu forschen. Sie wurden ebenfalls nach Moabit ge- bracht. Die Unschuldige«. Die.Freiheit" und die U. S. P. lebnen jede Mitschuld an den gewalttäiiaen Vorgängen der letzten Tage ab. In einer unab- hängigen Wahlver>amml>ing. etwa 8 Tage vor der Stadtverordnelen- wähl,>n der Aula der Keineindeschule Schönfließer Siraße 7, sagte Herr Zu b eil, dem Sinne nach:.Die Revolution ist nicht tot; die Revolution lebt. Wenn Ihr draußen 4% Jabre lang für die Interessen anderer gekämpft habt, dann werdet Ihr. wenn in nächster Zeit der Ruf an Euch ergebt und, wo es sich um Euer eignes Interesse handelt, auch Euer Leben cinzuseven wissen". Daraus, hinter mir ein Zuhörer zu seinem Freund:.Tu, da gehe» wir aber noch mal mit!" In Herr Zubcil nicht Mitglied der U. S. P.? Was sagt die U. S. P. D. dazu? Die„Volksuiarine". Ich kam am Abend des 4. März etwa 8 Uhr am Marinehaus vorbei, als dort ein Matrose an der Ecke an eine größere Anzahl versammelter Matrosen und Zivilisten meist inngeien Leuten, eine Ansprache hielt, auS der ich im Vorbesgehcn— die Passanten wurven zu sofortigem Weitergeben angeballen— cntnebmen konnte, eaß.vorerst noch nicht« zu tun ker. die Parole komme aus der Iolobstraße". Auffolleiid war dabei, daß schon einige junge Buriche» in Zivil Gewehre über die Schuller gehängt trugen. Der Ausgang des Brandenburger UierS nach der Brückenstraße war mit einem Malchiiiengewehr beietzt. Am 6. März flandcit an den Papierrollen-Barnkaden in der Näbe deS MarrnchauseS neben Malrosen bewaffnete Zivilisten Posten. Die Fernzuge vom Westen und Osten fahren bereits selt gestern nachmittag wieder über die Stadlbahn. Heule, den 14.. dieses Monats vormittags hofft die Sifenbahndilettion auch den Ring- und Vorortverkehr nach dem Schlesischen Bahnhos wieder aufnehmen zu können. Da- gegen muß der S t a d t b a h n v e r t c h r zwischen Schlesischen Dahn- Hof und Charlottenburg vorläufig noch ruhen. In der Umgebung der Eisenbabnbauplwerksiätten Berlin t. am Maikgrafeudomm kann die Arbeit heute früh wieder aufgenommen werden. Der Personen- Verkehr dürste heute in demselben Umfange wieder ausgenommen werden, wie er vor dem 6. d. Mls durchgeführt wurde. Dagegen wird der Güterverkehr nickt iobald wieder in Ordnung konimen, weil durch die Stockung im Güterverkehr größere Ansammlungen von Gütern all« Art aus den einzelnen Güierbahnhöjen ein- getreten ist. Geheimnisvolle Fliegerbomben. Gegenüber der Behauptung, daß Flieger auf eine Ansammlung barmloser Zivilisten am Fnedrichßham am Anfang der Böyowstraße Bomben abgewerien. 16 Personen gelötet und viele verwundet hätten, erklärt W.T.B., daß bisber kein RegierungSilug- z« u g innerhalb des Weichbildes Berlin Bomben abgeworfen bat, auch wäre aus Flugzeugen bisher aus Menschen tein Schutz abgegeben. „Spartakistenputsche in Weistensee." Zu dem im„Vorwärt«" vom 16. März erschienenen Bericht teilen uns die S. P. D.-Gemeindevertreter mit: Es wurde hier da« Gerücht v«> breitet, da« Rat bau» solle in der fragltchen Nackt gestürmt werden. Die RarhaiiSwoche, die von dem hier einqiiarlierlen Deiachement.Liebe" der Republikanischen Schutz- trnppe gestellt wurde, befakid sich in sehr bejj>eiflicher Erregung. Ein« Zivilperion sckoß, wie durch emen emwandLfreien Zeugen beobachtet wurde, aus einer kurzen Handfeuerwaffe mebreremals in die Lust. Hierauf wurde von der Raihauswache ein befiige» Feuer auf die menschenleere Umgebung de» RathouieS eröffnet. Verluste sind nicht eingetreten, da eben keine Angreifer vorhanden waren. Am Nathause find weder Einschläge noch Beschädigungen, die von einschlagenden Geschossen her, ühren könnten, teslzusiellen. Wohl aber weist das umgebende Eiiengitter zwei Schußlöcher auf, die aber zweiseUos von Schüssen, die die Woche selvst abgab, her- rühren. E nbiüche und Plünderungen am Antonplatz haben in der frag- lichen Nacht nicht stattgeiunden. (Anm. d. Red. Auch jener Bericht war von uns einer sonst zu- verläifigen Korreipondenz entnommen und die telephonische Roch- Prüfung war unmöglich.) Aus Köpenick schreibt uni der Arbeiterrat, daß der dortige Bahnhof nicht von Spartakisten besetzt war noch Plünderungen vorgekommen find. Wir ballen diese Meldung gleich vielen anderen, sonst zuverlässigen Korrespondenzen entnommen. Neuköllu. Eine einzige Straßenbahnlinie fährt noch 9 Uhr abend» von Berlin noch Britz und zwar di« 55. Letzt« Wagen ab Behren-, Ecke Charlotlenstr, um 1 Uhr 15 nachts. Aufhebung deS verschärften Belagerungszustandes in Neukölln. Da in Neukölln Ruhe eingetreten ist. ist der üb« Neukölln und Britz verhängte verschärfte Belagerungszustand aufgehoben worden. Er gilt nur noch bis heute mitlag 12 Uhr. Der Befehlshaber Rittmeister v. Neufville kündigt zugleich an, daß er gegen jeden einschreiten werde, der den Frieden von Neukölln und den Arbeitswillen(?) der Bevölkerung stört. NoSte-Ausweis. Immer wieder verfallen die Behörden in die Verrücktheit, kür neue Ausweise u. dal. e>n« einzige SuSgabestell« für die Bier- Millionenstadl zu bestimmen. Sogar bei der Reii'eerlaubniS war e» zuerst so und jetzt gibt es die sog..NoSke-Ausweire" nur auf der Kommandantur.(Als der Vollzugsrat noch allmächtig war. bat er eS genau so gehalten.) � Dieter Zustand bedeutet iür die Leute, die solchen Ausweis brauchen, eine elende Pein. Jedes Pottzei» revier könnte das ebenso gut. wenn mckt besser besorgen. Waffenscheine. ES bäuken sich di« Klagen, daß d'e Waffenscheine, welche von den Delegierten des SoldatenralS des Bioßen GeneralstabS, Herrn Hübe und Herrn Wernecke, serner von den Dienststellen und von der Kommandantur gezeichnet sind, von den Freiwilligen« korpS nickt anerkannt werden. Laut Bestimmung der Kommandantur find diese Waffenscheine rechtsgültig. Im gegebenen Falle ist der Kommond.'iilur Meldung zu machen und der Namc deS belieffenden Posten« berw. OfftiierS anzugeben. Der A.« und S.-Rat deS Großen GeneralstabS. « Genosse Brokat tefft uns unter Bezugnahme auf die in der Morgennummer de»„Botwäits" veröffentlichte Redaktionserklärung über die B.richtersta'wng des„Voiwärts" mit, daß der Bericht, den die.Freiheit" über die Lickleiiberger Vorgänge veröffentlicht babe, nicht vom Vollzugsrat herrübre. sondern der Txtiakt einer Unlerhattmig sei, die Wegmann mit Dr. Hilierding gehabt habe. GroßJSerlm 6. p. v.»Mbeiterrätel Sonnabend, nachmittag« 4 Uhr: FraktronSsihung im Plenarsaal drS Herrenhauses. Ter FraktionSvorstaud. _ Haast. „Verweigerte Hilfeleistung". Herr Dr. KosminSki hat uns über den von uns in Nummer 132 geschilderten Vorfall dahin Auf- klärung gegeben, daß er seine Hilfeleistung gegenüber dem Be- zirksfeltereHel Franke nicht abgelehnt hat. Er hatte sich nach sechsstündiger anstrengender Arteit zu kurzer Erholung hingelegt unid erklärte dem Soldaten, der ihn holen wollte, daß für Franke das beste wäre, wenn er schleunigst mit einem Auto zur nächsten Rettungswache gebracht würde, die für derartige Fälle besondere Einrichtungen hatte. Wäre das nicht sofort zu ermöglichen, so stünde er selbstverständlich zur Verfügung. Der Soldat ist dann nicht wiedergekommen. Hiernach erledigt sich wohl die Beschwerde wegen verweigerter Hilfeleistung. Die Straßenbahner vom Bahnhof 19, einschließlich technische» und Oberleitungsp«sonal. etwa 460 Personen, haben folgend« Re- solution einstimmig angenommen:„Die Versammlung be- lchließt. die bürgerlichen Blätter infolge der hetzerischen Artikel gegen die Straßenbahner auS ihren Reihen zu entfernen und bei den anderen Kollegen dahin zu wirken, das gleiche zu tun." Gestohlener PreiSprüferauZweiS! Ladeninhaft«, denen ei« PreiSprüferauSwei« für Frau Gertrud Wies«. Schöneberg, Menzelstr. 1, vorgehalten werden sollte, mögen den Vorzeiger fest» nehmen. Der AuSwei» ist von Einbrechern mitgenommen worden. Arbriter-Samariter-Vvnd. Den Mitgliedern und Freunden zur Kenntnis, daß das Stiftungsfest morgen, Sonnabend, nicht stattfindet. Näheres wird bekannt gemacht. Gelost« Billet» behalten für später ihre Gültigkeit. 5»,-. Bruno Will« stricht tan s« S Abenden'/4ß, vom 17 März an) Niederwallitr. 12 sSpittelmarkl) Montag» über Feierstunden mit deutschen Dichtern, Uhr: der Pandora. Die Büchse Theater 1. d. PüiogrätzerStraße Dir.: C. Meinhard-R bernauer 7 Uhr zum ersten Male: Der Biberpelz. Diebskomödie In 4 Akten von Gerhart Haupt■ ann. Sonnabend: Der Biberpelz. Sonntag; Die Wildente. Nachm.; Katzensteg.■ Moniag; Musik. Dienstag Der Biberpelz. taodleahäßs an oet Marscnallbrücke •/.S Uhr; Erdgeist. Sonnab.: Füm I rankturtor, Sonntag: Erdgeist. Montag: Fünf frankfurter. Dienstag Erdgeist. Mittwoch zum ersten Maie: Der Feldhcrrnhügel. Schnurre in i Akten v. Roda Roda und Karl Rässler. Berliner Thealer t» uhr; Sterne, die wieder leuchten. Tlieatar der FrieMstaiH. Ick« Friebrich- u. LinienitraAe Norden 8650. röglich 71/, Uhr; Srsi tolle Tage. _ Optrcttf von Sorltfl. Walhalla-Theater. 7>/, Uhr: Angnst der Starke. Rose-Theater. 7«/,u.. Das Dreimäiieriiiaiis. Gastsp. d. Friedr.-Wilh.Thcat. frlanon-TIieaterr Bhl.Friedrichstr.Ztr. 4027,23'1 Tägl.SUhr. Heute z. 178. Male; Dsr gute Ruf von Hermann Sudermann. Ida Wüst, Bruno Kastner, Hugo Fi nk, Franz SchOnleld. Sonnt 4 U: Schneewittchen. Dasino-Theater. Lothrinq. Str. 87. Tiiftl.'/Jk Uhr. $tt Sdjlagtc bcc ericlscit: ®a« netto Berliner Voltsstück Bütet finoüe. Dazu erftktassige Spezialitäten. Srg. 3>/,: Die weiLe v»u»s. Reslilenz-Tiieater. Untergrundo. Klosterstrabe, Ausgang Stralauer S:ra3e. Täglich 7/» vi. des Große Va.'letS-Aus- stattungs-Schau. PersSnl. Auftreten!| d. berühmt, dänisch Filmschauspielers {yiggo Larsen.s Lucle Blattner als Lieblingsfrau. | H. Horsten. Fr. Rauch I I 1 fl hrad. Springer, 1 I 1U Pyram.-Darstell.; 1 Battys Bärengruppe.[ i Chinesische Gaukler. 1 Sonntags ZV, U. jed I Erwachs, 1 Kind frei! 1 I Theaterk. ununterbr,| 1.'eöffnei. I ijeaainx-Theatcr Direktion; Victor Barnowsky 7 Uhr; Der rote Hahn. Sonnabend: Der Blaufuchs. Sonntag; Der rote Hahn. Deutarhea KUnatler- Thenter. 7 Uhr: Der Schöpfer. Sonnabend; Der Schöpfer. Sonntag Der Schöpfer. Luisen-Thealer. Itäo. Hasemanns Töchter s?Sfl'3:Ba3effianflsTöclter s;jr 7: WiHielmlell Tiit-ater am KctlSiusep Tor. Ab L März tagt abbs. 7'/, Uhr; Df« grene Nenne! lieber 100 Mtfwirfenbel Tie lustigen TZagabnnden. Sonnfpg« S'l, Uhr u. 7V-Uhr: 2 Aufführungen. Nachm. hat jeder Erwachsene 1 Kind frei, slblöd' Irmäßinte Eintrittspreise. snlimez Thealei' am Noilendarfplatz. | Bfllowstr. 6. Lützew 2303. Das neue Brz-programtn. Erstklassige Spezialitäten. Der heUpletloae Erfolg; 1 Hyänen der Luft 2. Teil Der Weg, der z. Verdammnis führt von* Julius Sternhelm Regie Otto Rippert Dorch ein Vorspiel Ist der Z. Teil des Films: „Der Weg, der zur Verdammnis führt", ohne weiteres auch dem Publikum ver- slätidlicb, w elches den I. Teil nicht gesehen bat. Vorverkauf II— I Uhr. Ehrenkarten haben keine Gültigkeit. Da», Cshesmms- des( Ametikar Docks DerDetektir* Ma. x JLar&dia Refiet E-A.Dupont. Vorst 5", 6«, 8» Biasdi Tgl. 7'V Stgs. ZV, u. 7VV Das gr. Märzprogr. u. a.: PrinzeS Riedjleh m. ihr. beiden Haremsdamen. Orientalische Tempeltänzc m. 2 leb. Riesenschlanger. Treila-Comp., Schwes.ern Enders, 2»liowski. Direktor-Familie Althoff nur noch bis 15. März usw. Zim�chUtß�jjOberojFL� REictishalL-TliEater Abende 7'/, Uhr u. Sonnt. Nm. 3: Ltettiusr Ml Ttiester für Freitax, oen 14. Mrz. cemrai-Th pater Metropol-Tlieater. 7 Uhr 10; DIE fSZeillllgZlEE. Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. uhn Die Rose von StatnliDl. Ueutsehes Opernhana 7 uhn DiEVErkauitfiBpant. Frledr.-Wllhelmiit.Th. 7Vt Uhr: Hannerl. DasDreimaderlhäus 2. Teil. Kleines Theater. 7 uhr; Mohen REdepl. Tl, Uhr; Komlarhe Oper Laothpfelbaii)) uZ4. Die spanisci!? FliEge. Äenen Operettriihan« SchüfDauerd 4a. Norden 281. X: Die kensciie Susanne. Palaat-Theater 7 Uhr: Christus mit Ludwig WUliner. Hchiller-Theat. Chari. TV, uhrt Anstel. �Thalia-Tlieater uZ-, Pfllniselie Wiptschait. TU. an, �'oIlenilorfplBtr 7 uhr; Wo dlelerEliesinöl Theater den VVeotena r/�hrttadaim ShEPpy. W«llnnp-Tljeatcr 7'/, uhr; Geisha. Sfg.31/,: Graf v Luxemburg. NATIONAL= THE AT ER Die Kinopuppe. Burleske in 3 Akt. v. Leonh. Haskel. Musik v.W.Brommc. Sonntag 3V,: Zwei Wappen. Blumentho! u. Kadelbtirg. Beetbovensaol, Sonntag. 16 März, PH Uhr; Einmaliger heiterer Abend Marcel! Salzer Kqrten: Bote& Bock u A. Wertheim[131/14 1466® Heute 7 Uhr: Zum ersten Male: Der Siberpelz Eine DiebskomSdie in 4 Akten von Serhar» Hanptman«. Hauptdurstellert Este Lehmann, Reinhold Echünzel, Hermann Picha, Leonhard Haßkel, Gustav Boh, Ferdln. von Alfen, Hans Wierendorft, Grete Diercks, Hellmuth Bathe, Richard Leopold. SÄ Glng-Ahaöemle Kastanienwäldchen. Sonntag, den 16, März 1919: Frühjahrskon zert des Männergesangvereins„Namenlos"(m.er der für dieie Wowe gültig erilärten Äbschnitte und bei Entnahme einer halben Portion zwei solcher Abschnitte abzutrennen. In Einrichltingen der Lolisspci'ung sind für genannte Woche sieben Abichnitte bei Entnahme einer ganzen und 3'/, Abschnitte bei Entnahme einer halben Portion abzutrennen. Berlin, den 8. März 1919. Magistrat. Mermuth. Tgb.'Nr. 178 Kart. 19. Achtung! Achtung! Auf Grund des Abkommens mit der Ge» werkichastskommission für Berlin und Umgebung: Arbeiter der Metallindustrie, des Transport» und Fuhnvesens, der Chemischen und Bauindustrie, sowie der Industrie für Steine und Erde aus Betrieben, die weniger als 40 Arbeiter beschäftigen, erhalten billip Kleidung gegen Abgabe eines Bezugscheines und eines Ausweises vom Arbeitgeber in der ME. MililM U MeilM«»!! üKliP 5V. SlinDlIlHlL 88/81. Verkaufszeit 9—5 Uhr. Die Garste- Train-Abteilung Derlin- Lankwitz stellt sofort Freiwillige ein a) für Trainfannattonkn bcs Grrnzschntzcs(Äolonnen, Bäckerei. Kolonnen, Feibsditachtere>»Äbteiiung), b) fllr den Heimatschutz. ga s; werden angcnr, Minen: Anforosstaioeo beriffonoe Vusten, Zoftnenschmtove, Avstrcr ooin Sock n.ih Sottet, mebesondere Schmied». Sattler, Stellmacher, Schneider, Schuhmacher, Mttiiarhdcker. auch oberbdcker, Aeld- schtttchter. l463D b) Mannschaft«» aller waftengaffnngea. n: Unbedingte Verpflichtung zu ledcm ""'' arrßerhalb der Bedingung W Exerzier, und Ardeitsdienst innerhalb und Ktrsente, unbedingter«ehorsam und Disziplin sowie absolute Vernich!»!>g zum Schutze der Ne' Niannichasten zu a> er! M.,, iten neben freier Verpflegung und Unterkunft nach Einstellung in moolie~ bei r- MMklche 0880108««.—> die Lust haben, aus dem Lande zu wohnen, werden gebeten� ihre Adreflen einzureichen unter Nr. H. 14 an die Exped. dieser Zeitung. Eine hübsche Wohiiung mit einem Morgen grossen Obst» nnd Gemüie- garten wird gestellt. Auch wird ein gutes Gin. kommen garantiert.— Vorläufig können noch de. rückfichttgt werden: 145SD' 2 Schlosser oder Mechaniker 1 Elektrotechniker Ä Zimmerlcute S Tischler 2 Anstreicher 1 Polsterer oder Sattler. WWW ffonnotlonni, mobile Löhnung, ö R. tägliche gulage und noch Uebcrschrelten der Reichsgrenze eine Trettprflime von 30 M. für den ersten Monat, scetgenb für leben weiteren Monat um ö M. bU z.un Höchstbeteag von 50 M. Zu b) Löhnung der Dienstgrad« und 5 M. tägliche Zulage srcler Unterkunft und Verpflegung. Bckichonng wird ge- wahrt. Mitbringen von Uniforntsmcken ist trMnschL die ent» weder zum Abschir-ntnaswen übernommen»erden oder Illr deren Benutzung eine tagliche EntschLdigung von 0.75 M. bio zum Köchstbetrag von R> M. bezahlt wird. Meldung mündlich ober schriftlich an da« Seschitske» zlmmec der Garde-Iroin-Adteilnag©erlin- Canftoih. � MUltürpopie», stab oerzulegen. >MW8M?8WMW«M8e Remontesatzraang 4040 am Dienstag, d. 25. März 1919 in der Reitbahn der Ulanen- kaserne zu StallupSnen. E« kommen zur Attkfton: co. 20« dreijährige «n» ältere Pferde. ....__ Jedermann zur Auktion zu» 6>�-1� n» 1 HHt gelassen I 196; 11 Ausfuhr u. Verladung kann nach ganz Deutschland erfolgen. Zum Erwerb erstklassigen Zuchtmaterials sowie von Reit- und Wagenpferden Ist Gelegenheit gegeben. zelteinteillirtp: am Ä. Mär, von 8 Uhr ab Besichttguna Im Stall; S Uhr ab Bocsührung an b. Kand; 10 Uhr Veginn der I Auktion.— Der Verkottf findet nur cegen bar oder Scheck- i ans die Bank der astpreußischen Landschaft statt. Auitionsverzeichniss« sind gegen Tinsend. von 2 M. durch die Bnchhandl.v. N. Klutke i Stallupönett Ostpr, zu beziehen. Der Verein der Pserdezüchter des Kreise» Stallupüuen. De» Vorstand. Z. A.: Ebbinghaus-Amalienhot. 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Graf von Posodowskn lDtschgatl.): Man hätte erwarten dürten. dasi ein so weittragendes Gesetz nicht vorgelegt worden wäre, ohne dag eine eingehende Enquete vorausgegangen wäre. Daui'nde von selbständigen Eristenzen werden durch dieses Gesetz zu Agenten deS Staates bcrabgedrückt. Die Besitze? der Koblen- iberamerke aber werden berabgcdrückt zu Kwischenmeistern zwischen Vecwaltuna. Regieruna und Berbrau?rit. An die' Stelle der selb». ständigen stnitiativ« des Unternehmers tritt das Reglement. Das erösinet namentlich rür die Förderung unserer KohlenauSfuhr. auf die wir im Inte reff« unserer Valuta dringend angewesen sind, die allertriibsten Aussichten. Wenn man aus dem Gesetz finanziell etwas kür dos Reich beraukh.len will, so bötbe nwn das ebensogut aus dem Wege der Steueraesctzaelmng erreichen können. Daß man das nickst«eian bat. beweist, daü politische Gründe für die Einbringiina der Vorlage maßgebend aewesen siiid. Was es aber bedeutet, einen io gewalngen Einflust in die Hand einer politischen Varie-reaiening zu legen, das brauche ich im einzelnen nicht aus- einanderzusetzen. Im übrigen fürchte ich dasi angesich!; der Lohnforderungen der Arbeiter der FiSkuS bei dem Gesetze scbr kurz kommen wird Bach alledem werden Sie es ver- stehen, wenn wir aegen diese nebelhaften Pläne einer Regierung der unbegrenzten Möglichkeiten die äus�rste Vorsicht üben. lBeifall rechts.) Nachmittagsfitzung Abg.�rnke fU. Soz.): Da? Geietz ist eine Enttäuschung für die Massen. Ter ReübSwebrm in ister Nooke hat nun heute moraen eine Verteidigungsrede geholten. Präsident Frhrenbach: Das war außerhalb der Tagesordnung. Ich rufe Sie zur Sache. Abg. Henke: Dos Gesetz enthält nur erbärmliche Surrogate von dem, was die Arbeiter gefordert holen. sWiderspruch bei den Soz.> Es gibt ihnen Steine statt Brot, wi r leh nen es ab.-lBei- fall b. d. Ii. Soz.— Kisck/n b. d. Mebrbeit.) Abg. Tstcrroth lToz.): Die Unabhängigen haben durch ihr« Anträge ge�eigl, dasi sie den Klassenego'smus der Unter- nebmer durch einen anderen Klassenegoismus ersetzen wollen. Die Unabhängigen sind gegen das Gesetz, weil«S die Arbeiter beruhigt. (Kuruf b. d. U. Soz.: Frechheit!— Vizepräsident Haußmann ruft den Abg. Dr. E o h n zur Ordnimg.— Widerspruch des Abg. Dr. Tobn— Haben Sie denn nickst Frechbeit gerufen?— Abg. Dw Cohn: Ich habe ganz objektiv von Frechk�it gesprochen. sHeiterkest.)— V zcpräs. Hgusimnnn: Dann rufe ich Sie wegen dieser Objektivität z»r Ordnung. iGro� Heiterkeit.)— Abg. Oster- rotft sfortsabernd): Die Bergarbeiter wissen aber jetzt, was sie von den Freunden des Herrn Henke zu erworben habe». Di« Herren von der Rechten baben nur alte Ladenhüter als Argument« gegen das Gesetz vorgebracht Es tut mir nur in der Seele>»eh. da� ich den Grafen Posadowsky in der G>esellschaft seh'. Er bat Heist« airfi neue umgelernt und sitzt nun mit dem Scharfmacher Hugenbecg in einer Fraktion. Die demokratische.Frankfurter Feihing" forderte seinerzeit die Trprvpnation des KohserrbergbauS, da? Gesetz geht nickst einmal so weit. Wir betrachten dieses Gesetz alß eine Etappe auf dem Wege zur Verstaatlichung deS Bergbaues. Die Arbeits- gemeinschaft ist viel zu spät gekommen. Hätten Sie zehn Jahre früher Verständigung für den Wert der Gewerk- fchaften gezeigt, Herr Voegler, Sie hätten sich viel SpactakiZ.. mus erspartl lSebr wabrl links.) Sie sind die wahren Bäter der Spartakisten. sOailter Widerspruch rechts.— Stürmischer Beifall links.) Die gelben Wcrkverein«, die Sie snach rechts) grostgepäppclt haben, stellen setzt die wildesten Spartakisten.(Lebhafte Fustimmung links.) Die Bergherren mit ihren KohlenzireiSsteigerungen Haben ihr dollgerütbelt Mast von Schuld an der allgemeinen Preissteigerung und der Entwerlung deö EieldeS.(Lebh. Beifalls links.) Die E Y n. dikatspolitik ba! uns viele bunidert Millionen gekostet und die Bureaulratenwirtschaft dort ist schlimmer als sie im StaaiSbetrieb sein köuirt«.(Sehr wahrt links.) Diese? Privat- Monopol darf nickst länger in der Hand von einigen Kapitalisten bleiben. Di« Ratwiustversainmsting verdient« wirklich von Sparta- listen ausemandergeiagt zu werden, wenn sie nickst durch Annahme dies«? Gesetzes dem Volke geben würde, was des Volkes ist. Die Bergarbeiter wollen Taten seben, dieses Gesetz i st eine Tat.(Lebh. Beifall li-nks.— Zischen rechts, verstärkter Beifall links.) Abg. Wetzlich(Dtschnat.): Das Gesetz ist für uns unannehmbar. Wir hatten im Frieden«inen Kohlentpport von 30 Millionen Tonnen im Jahr, mit dem wir die eingeführten Rohstoffe bezahlen konnten. Wir müssen den Erport wieder herzustellen suchen. Dazu b auchen wir den freien Handel, 1>er schneller Enlschlüsse fassen kann. Wenn der Minister Wissell zugibt, dast der Kleinhandel fast restlos ruiniert wird, so meint er also, dast nur einige Reste de? Klein- Handel? übrig bleiben werden. Dann müstten die Gemeinden aml- liche Verkaufsstellen ein sichten und Hunderttausende selbständige Existenzen des Kleinhandel» würden ruiniert. Eine große Vcrteue- rung wird eintreten. An einem Gesetz gegen die Auswüchse des KohlensyndikatS würden wir gerne mitarbeiten.(Beifall rechts.) Reichswi sischastsminister Wissel!: Wir denken nichl daran, den Kleinhandel für Kohl« zu beseitigen. Bei der Zusammensetzung deS KoHlenrals werden selbstverständlich die süddeutschen Interessen ganz besonders berücksichtigt. Die Festsetzung der Preise wird nicht durch die Regierung sekbft erfolgen, sonde n unter Regelung der Preise im Sinne des Gesetzes ist gemeint, dast die Regierung Grund- sähe über die Art der Preisregulierung durch die Syndikate usw. aufstellt. Abg. Jmbusch(Z.): DaS Gesetz entspricht in de: KommisftonS- fassung unseven Anschauungen. Abg korneu(Ü. Soz.>: Unsere Anträge über die Einführung der Arbeiterräte in das Gesetz sind keine Phantasien. Das Räte- system ist erst gestern im mitteldeutschen Braunkohlcnrevier durch Vereinbarung der Regierung mit den Unternehmern aufgerichtet worden. Diese Regelung hat so sehr den Beifall der Gewc.lschafts- führer gefunden, daß sie dasselbe System auch im Ruhrrevier und »n Oberschlesien einführen wollen.(Hört, hört! b. d. U. Soz.) Weil baS Gesetz kein foz'alistischeS ist, werden wir es ablehnen. Reichsa beitkminister Bauer: Wenn die Unabhängigen zugeben würden, dost dieses Gestctz einen ersten großen Schritt auf dem Wege der Sozial isierung darstellt, so würden sie ein großes Agiiatwns- argument an? der Hand geben. Das wollen sie nicht, darum lehnen sie das Gesetz ab und hetzen in alter Weis« weiter.(Sehr wahr! b. d. Soz.) ZV: Abg. Koenen stellt es so dar, als ob die Anerkennung der Betriebsräte nur ein Erfolg des Generalstreiks in Mitteldeutsch- land sei. Er als der Hauptfüh.er dieses Streiks fühlt sich nicht mehr recht sicher und ist nun ängstlich bemüht, Erfolge dieses Streiks zu konstruieren, bi« in Wirklichkeit gar nicht bestehen, denn alles, was vereinbart worden ist, war schon vorher in den Verhandlungen von der Regierung zugesagt worden. Der Hauptzweck des Streiks waren nicht die Betriebsräte, sondern der Kampf gegen die Regierung. (Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Wallbaum(Dtschnat.): In der Erwartung, dast der AuS- fchust einen Teil der befürchteten Bedenken beseitigen wird» stimmt ei» Test meiner Freunde her Vorlage zu. Nach persSnsichen Bemerkungen der Abgg. Henke und Koenen {TL Soz.) werden die§§ l und 2 unverändert angenommen, ebenso S 3, der die Zusammensetzung des Sachverständigencates von S0 Mitgliedern bestimmt, sowie die übrigen Teil« des Gesetzes. Nur zu§ 4s, wonach der Nationalve sammlung über die Ausführung des Gesetzes Bericht zu erstatten ist, wird ein« redaktionelle Abändc- rung beschlossen. Di« Enischliestnng des Ausschusses wird angenommen. In sofortiger dritter Lesung wird das� Gesetz über die Kohlen- Wirtschaft gegen die Stimmen de: Unabhängigen und des größten Teils der Rechten angenommen. Das Sozialisierunqsgesetz wird in dritter Lesung gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Eingegangen ist eine Interpellation des Zentrums über Schutz- mastnahiuen für den durch den Krieg in Rot geratenen Mittelstand und für das Kleingewerbe. Damit ist d-e Tagesordnung erschöpft. Ministerpräsident SÄeidemnnn: Pressenachrichten zufolge wird von frmijpsischcr Seite in den besetzten Gebieten eine überaus rege Propaganda betrieben, die auf xine Losreist ung rheini- scher Gebietsteile vom Reiche hinzielt.(Hörst hört?) Wir wissen, dast diese Werbetätigkeit an der Treue der Bevölkerung zum Reich scheitern wird.(Seh' wahr!) Trotzdem sind die Ge- fahren, die unserem Lande au? diesen Bestrebungen erwachsen, nicht zu verkennen.(Sehr richtig!) Nach dem heutigen Stande der Dinge sind wi: der Ansicht, dast jede staatsrechtliche Umgestaltung vor F iedcnsfchlust geeignet ist, die nationale Einheit unseres Pater- landeS zu bedrohen.(Allseitige Zustimmung) Angesichts der ge- samten Sachlage habe ich im Namen der Reichsregicrung zu er- klären: Die Reichsregierung sieht in jedem Versuch der LoS- reistunglinks-undrechtScheinischerLandeeinen durch keinen Vorwand zn beschönigenden Vorstost gegen da? allgemein anerkannte Nationalität»- Prinzip und eine unerhört« Vergewaltigung des einheitlich fühlenden deutschen Volke?.(Lehbafter Beifall.) Die Regierung weist sich darin völlig einig msi der heiligen Hebe zeugnng der gesamten links- und rechtsrheinischen Be- völkerung.chie nickitZ gemein haben will mit den eigennützigen Be- strebungen einzelner interessierter Personen.(Allseitige Zustim- mung.) Tie rheinische Bevölkerung ist deutsch und wird deutsch bleiben.(Stürmischer Beifall.) Die Regelung de? Verhältnisse? der beinistchen Lande zum Reiche ist ein? rein innerdeutsche Angolegen. Heist(Sehr richtig?) Diese Frage kann nur im Rahmen der Reichseinheit gelöst werden. Die Reichsregierung und die National- vmcsammlung widmen ihr die ernsteste Beachtung. Eine endaültige Lösung kann erst nach Friedensschlust und nur auf ve.ssassungS- mäßigem Weg« erfolgen.(Lebhafter allseitiger Beifall.) Es ist eine Entschsiestnng der Abg. Loewe, Groeber, Paher, Gras PowdowSky. Dr. Heintze und Haase eingegangen: „Die Rasionalversammlung stimmt der E klärung der Reichsregierung zn und ersucht die Reichsregierung, diese Er- llänmg allgemein bekannt zu machen." Diese Entschließung wird einstimmig angenomnren.(Lebhafter allseitiger Beifall.) Präsident Fehrenbach: Wi: sind damit am Ende unserer Arbeit angelangt. In der Pause werden die Kommissionen fleißig und hoffentlich aiuh mit Erfolg für unser geliebtes Vaterland arbeiten. Wenn draußen hier und da Stimmen laut gcwo den sind, die Nationalversammlung rede zn viel, so kann einem ja manchmal dieses Gefühl ankommen.(Heiterkeit.)?rber wir haben in den letzten Wochen doch der ReMust Zügel angelegt, und wenn das in Zukunft noch mebr geschieht, so wäre das freudig zu begrüßen.(Zustimmung.) Aber schließlich ist es ja unsere A beit, zn beraten, also zu reden, und unsere Taten sind die Worte und die Beschlüsse, die wir fassen. Ich wünsche den Mitgliedern eine gute Heimkehr und ein ge. sundes Wiedersehen.(Beifall.) Nächste Sitzung: Dienstag, den W. März, 3 Uhr.— Im Bedarfsfalle wird eine frühere Einberufung erfolgen. Die �röffnunt» ües Dreußenparlaments. In einfacher und würdiger Form hat sich gestern die Eröft- nung deS ersten freien Preutzenparlaments seit 1848 vollzogen. Im alten Raum des preußischen Abgeordnetenhauses fand man sich 2 Uhr nachmittags zusammen, doch cS war eine ganz neue Ver- sammlung, die hier zusammentrast Der schmale Keil der Sozial- demokraten an der äußersten Linken hat sich breist fast bis in die Mitte de? Saales ausgewachsen, dann folge» die Demokraten, daS Zentrum und die Rechisparteien in alter Reihenfolge, nur in ver- kleinertem Formast Auch dem, der die Parteivcrhältnisse kennt, müßte die Anwesenheit zahl reicher Frauen auf den Parlaments- sitzen zeigen, daß auch für das alte Preußen eine neue Zeit ange- brachen isst Die Tribünen sind nur mäßig gefüllt, die Absperrung wird mit einer Streng« gehandhabt, wie sie wohl noch niemals er- lebt worden isst Kein Sterblicher, er heiße wie er wolle und er sei dem HauSpersonal noch so sehr bekannt, dringt m den Saal, wenn er nicht den vorschriftsmäßigen Ausweis besitzt. Zahlreiche bekannte Parlamentarier und Pressevertreter müssen unverrichteter Dinge wi ckder abziehen. Aber sicher ist sicher— und die preußische Nationalversammlung wird so wenigstens vor dem Schicksal der bayerischen geschützt. Die Rede des Ministerpräsidenten Hirsch— Rückblick auf die Vergangenheit, Ausblick auf die Zukunft— wird von dem voll- besetzten Hause mit achtungsvollem Schweigen angehört, nur rechts und links regt sich hier und da Widerspruch und zum Schluß rauscht Beifall. Nur einmal flammt helle Erregung auf. Wi« Hirsch da- oon spricht, daß die unausgesetzten Streiks die Volkswirtschaft in verhängniLvollcr Weise erschüttern, will ein parlamentarischer Grünling bei den Unabhängigen geistreich sein und ruft:„Viel zu wenig!" Ein Hagelsckmuer von EntrüswngSrufe» deckt den gewissenlosen Zwischenrufer zu. Der weißbärtige Alterspräsident Herold vom Zentrum über- nimmt den Vorsitz. Bei der Festsetzung der nächsten Sitzung, in der das Präsidium gewählt und die vorläufige Verfassung beraten werden soll, erhebt sich Adolf H o f f m a n n und verlangt, dast auf die Tagesordnung der Sitzung auch ein unabhängiger Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes in Berlin gesetzt werde. Während Hoffmann die Vorgänge in Berlin in seiner Weise beleuchtet, beschränken sich tne Redner der anderen Parteien auf die geschäftSordnungSmästige Erklärung, dast sie die Be- sprechung dieses Gegenstandes nicht scheuen. Der unabhängige An- trag wird also mit aus die Tagesordnung gesetzst Inzwischen läßt die Rede N o S k e s in Weimar schon ahnen, dast die Unabhängigen bei dieser Debatte keine Seide spinnen iverden--. Scheiüemann unö Üos Stanürecht. Die P. P. N. schreiben: Es ist mehrfach behauptet worden, der Reichsministerpräsident habe seine Zustimmung zur Verhängung des Standrechts über Berlin erst unter dem Druck eines Ulti- m a t u m« gegeben. Diese Nachricht ist schon darum unzutreffend, weil Scheidemann in dieser rein militärischen und nur von den preußischen Landesbehörden zu entscheidenden Angelegenheit nicht zn befragen war und auch nicht befragt worden ist. Die sezialdemvkratische Preustenftakti»« wählte z« Vor- sitzenden: Graef-Frantfurt und Siering-Berlin, zum Sekretär teller-Berlin. Weiter gehören dem Vo.sstand an die Abgg. Bartels- erlin(Parteivorstand), ScholichBreslau, Zörrgicbel-Köl« und Frau Lähler-Berli», fiüff öem Aentralrat. Der Zentralrat hat sich in verschiedenen Sitzungen mit der politischen Lage beschäftigt und den Beschluß gesaßt, der Reichs- regicrung in einer Besprechung das ihm ständig zugehende zahl- reiche Material vorzutragen, daS deutlich die Unhaltbarkeitz der jetzigen Zustände dartut. DaS Eindringen von Re- gierungstruppen in die. Vollversammlung der Berliner A.- und S.- R ä t e am>2. März fand im Zentral- rat entschiedene Verurteckung, und eS wurde bedauert, daß da» Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei diese Mitteilung ohne ein einziges Wort des Kommentars gebracht hat. Zufammsntritt öes boperifchen Lanötags. Am 17. März. W'e die„Müpcheuer Neueste« Nachrichten" melden, tritt der d, e ijche Landtag eudgültig am Montag, de« 17. Mär;- zusammen._ KrawaUe in Mann gewaltsame Biehrequisilionev vorgcnonimen wurden, um die Städte mik Vieh versorgen zu können. §o!flen des§ebriictfpi!tsches in Mannheim. Frankreich fordert die Auflösung der Arbeiterräte. Die Landeszentrale der Arbeiter-, Bauern, und Volksräte Badens meldet, dast infolge des Putschversuchs vom 22. Februar der französische Abschnittskommandant die Ein« holung der auf dem Schlosse aufgezogenen roten Fahne, reft» lose Waffeneinziehung und Wiedereinbringung der befreiten Gefangenen und gemäß den Waffenstlll- standsbedingungen die Auflösung her Arbciterröte in der neutralen Zone verlangt hat, die von der lwdischen vorläufigen Vvlksrcgierung nun in die Wege geleitet werden muß. Die LebensmitteUieserungen fürDeutschlanö 4'/, Kilo Getreide, t Kilo s?ett pro Kopf! Haag, 13. März.(H. N.) Aus London wird gemeldet: Der Pariser Korrespondent der ,. Times"' meldet, daß bei der Bcgeg» nung der WaffcnstillstandSkommission heute die associierten Regie- runge» neuerlich ihre Absicht zu erkennen geben werden. Deutsch- land Nahrungsmittel zu senden, und dast die Quantitäten, die sie zu liefern beabsichtigen, aus 300000 Tonnen Getreide und 70000 Tonnen Fett bestehen werde. Die Lieferungen sollen bis zum 1. September erfolgen. Die Bezahlung dieser Vorräte soll durch Schiffsraum, Kredite in neutralen Ländern. Ver- kauf von ausländischen Werten und deS Eigentums im Auslände sowie durch Gold erfolgen. Die deutsche Kaufsahrtetflotte soll den Assoziierten ohne irgendwelche Beschränkung übergeben werden. Berlin, 13. März. Di« drei Kommissionen für Lebensmittel, Schiffahrt und Finanzabkommen find am>2. Marz, abends 8 Uhr, in Brüssel eingetroffen. Die Mitglieder der Kommissionen wurden am Bahnhof von etwa zehn belgischen Militürautomohilen abgeholt, mit belgischen Chauffeuren, aber ohne militärische Be- gleitnng. Di» Ankunft im Bahnhof erfolgte in Gegenwart eines zahlreichen Publikums unter lautloser Stille. Ein Zwischenfall ist nicht eingetreten. Sämtliche Mitglieder der Kommissionen sind im Hotel Astoria sehr gut untergebracht. Freiheit des Telegraphierens, offen und chiffriert, des T« le» phonieren« uns der persönlichen Bewegung ist ge- sichert. In der Nacht noch fand von 11 bis l Uhr e'ne interne eingehende Besprechung zwischen sämtlichen Kommissions- vritgliedern statt, unter Vorsitz von UnterstaatSselretär von Braun. Die /lrbeiSs- unü Nahrungsmittelnot Deutfchlanös. AuS der WnffenstillstgndSkommlfsion. Der Vertreter der deutschen Regierung übergab m der WaffenstillstandSkomenission eine Rote an die Alliierten, worin die innere Lage Deutschland» geschildert wird. Der Schluß der Note lautet: .Das Ansehen der Regierung hat durch die entschlossene und verständnisvolle Haltung zwar sehr gewonnen, aber alle errunge- neu Erfolge müssen trotzdem Scheinerfolge bleiben, wenn nicht in allernächster Zeit die Arboiterschast eine wenn auch nur leichte Bes'sernng der Ernährungsverhältnisse geboten werden kann. Gerade bei der großen Arbettslofigkeit und der damit verbundenen uiubeschränkten freien Zeit ist die Nah- rungsmittelnot«in« Katastrophe. Rur Arbeitsbeschaffung, also Rohstsffc und ausreichende Criiährung, können der arbeitenden DMülkerung endgültige Rettung bringein" vor ernsten italkenisch-kroatistben Konstikten Landung der Italiener.— Abreise der Amerikaner und Engländer. Wien, 13. März.(Korr.-vurrau.) In Spalato lande» ten italienische Truppen. Auf Vorstellungen der kroati» schen Bürgerschaft versicherte der enzljschc Admiral, der das Hafen- kommando führt, die Italiener hätten dasselbe Recht, wie dir ande- ren siegreichen Ententemächte. Die englischen Truppe» und Schiffe sind abgezogen und«in italienischer General über- nahm das Kommando über die Stadt vnd den Hafen. Die amerikanischen Besatz nngSbataillonc verließen die Stadt Fiume. Ter spanische Konsul, der zu- gleich die amerikanische« Interesse« vertritt, forderte die Staats- angebSrigen der Bereinigten Staaten ans, sich zur Abreise bereit zu halte»». Amerika will im bevorstehenden italienisch- südslawische» Konflikt vollständig neutral bleiben. Die„Freiheit" war sehr entrüstet darüber, daß auch der „Vorwärts" wie die ganze übrige Presse auf die übertrieb« re Nachricht von der Lichtenticrgcr Massenerschiestung hineinfiel. Sie fft jetzt noch mehr darüber entrüstet, daß der.Vorwärt«" Be- schnxcden über das Vorgehen der Regierungstruppen nicht ungeprüft veröffentlicht, sondern sie den zustärdigen Stellen zur Untersuchung überweist. Der.Vorwärts" könnte es der.Frei» heit" nur recht machen, we»!N er über alle Spartakns-Taten den Mantel christlicher Menschenliebe breitete, die Rogierungstrupven Uber, die im Kampfe gegen Plünderer sich die Knochen zerschieße»» lassen, schonnrigsloL airgriffe. Weil wir das nicht tun, findet unS die „Freiheit" offiziös. Wie offizös die.Freiheit" sein kann, wenn ihre Parteigenossen in der Regierung sitzen darüber unterhalten wir im« vielleicht em andermal. GewerffchBsbenMiNg Arbeiter-„Auswahl". AI» ob wir leinrn V. November gehabt hätten, so Pftegen manche Ilniernebnier»och Äuewahi nach veilangien ArbenSkiöslen zu trefsen� Das geh« aus einer guschnf» hervoi, die wir von einem 33 Jahre allen gelernien Sattler erbaliem Ich habe� so ichreibt er. eine �rau und wer Kinder zu ernähren und mufe mich, nachdem ich zwei Jahre im slelde geweien. jegt wieder als Ware veiichachern lassen. Bin nämlich beul voimitlag vom Ver- band aus mit noch zwei Kollegen aui eine Stelle yeichicki worden. und zwar zu der ftirnia Rad'äal. Kai'er�Wilhelm'Slr. 4g. Der Hm Ärbeilgeber aeiuble indessen allergnädigst sich die Giöszten und Jüngste» aiiszuiuchen. genau so wie vor dem Kriege. Muß eine solche Pirxis des Unlernehmers nichl erbiltern? Er sollie ge« zwungen werden.>o viel Leuie einziistellen, wie er verlangt und zwar odne Unierichied ob groß oder klein, ob jung oder alt; denn wir wollen alle Brot csien und dafür arbeilen, damit wir besser durchkommen, als dies mit der ErweibSlosemimerstützung möglich ist._ Augefteslte der Waren« und Kaufhäuser! Infolge der Unsicherbeil auf den Stiaßen muß die für Ende dieser Woche vorgesehene Versammlung noch einige Tag« verschoben werden. Nähere Miiteilung durch die Zeitung. Zentrolveibond der Handlungsgehilfen. Sektion der Waren« und Kaufhaus« An« angestelllen. Der Streik der Angestellten bei der Firma Vorfig-Tegel, ist, wie UNS milgiteill wird, beigelegt. Wie e? nicht gemacht werden darf. Zu dieser in unserer Diorgeiinummer vom Donnerstag der- llffenilichten Ziischnsi wird uns niilgeteil«, daß die militärische Ab« sperrung deS ZnaanaeS zimi Jndustriebose sich aus die Jnhast- nahm« de» sfllhrer» der Volkdmarin» bezog, der tu dem SeSSud« wohnt. In der Notiz ist auch tnsosern ein Irrtum enthalten, al» der Veriasker der Zuschrifi kein Korrektor, sondern ein Angestellter der Firma Paß u. Gar leb ist. Der Arbeitgeberverkiand der deutschen Filmindustrie verbreitet eine Notiz, worin beronl wird, daß der.Zeiilralveiband der Film- und Kinoangebörigen' den Streik erklär« habe, weil die Arb itqeber e« abgelehnl bäiie». kür Filmverireler lReiiendes neben den Tages- diäten von 4f> M. außerhalb und ll) M innerhalb Berlins noch ein weiteres Mmbesigebali von 13 000 M.. ferner sfli Auinabme- overaleure ein Mindeilgehall von 24 000 M. und iür Schauspieler ein Mindestbonorar von täglich 100 M. zu bewilligen Auch könne die Film'ndusrrie auf die Forderung des Zenlralveibandes nichr eingehen, die bochbe'oldeien Kaieporien der Filmvei treter, der Ailfiiabnieopeiatenre. der Darsteller und der.Hilfs- regissenre nur ans seinem Mitgliederkieis zu engagieren. Zuletzi wird betont, die Ärbeilgeber seien sich da-über einig, daß der Streik obne iachl'chen Grund erkläri worden sei. lediglich um den.Zenirolver- band der Film- und Kinoangehöi igen' an die Stelle bei bisherigen geweikichosilichen Organiiationen zu«etzen. Sie werden die betej. ligten G�werkschakien b t-en. unverzngöch in Tarifoerhandlniigen einzutreten, aui deren günstigen Erfolg mit Sicherheit gerechnei werden könne.' Nu» scheint, daß der Arbeiigeberverband der Deutschen Film- industrie in keiner Beröffentlichnng eine allzu starke Abneigung geaen die neue Organisation, den Zenirolveiband, bekundet. Daß eS bei gutem Willen zm keiner Verständigung mit demselben kommen sollte, wagen wir zu bezweifeln. llnS wurde versichert, daß in der Filmindustrie während der ganzen KrienSiabre glänzend verdien! worden sei und daß sich in derselben im Laufe der Zeit Mißstände auch in sittlicher Beziehung heiailSgebilde« haben, deren Beseitigung eines der Hauptziele des gegenwärtigen Aue stände» ist. Gericktszeltung. De? Raubüberfall im Genesungsheim Wannfee. Drei Maschinenschlosser aus Berlin bzw. Cbaclotterchurg- Spandau, und zwar der 23iährige Schlosser Friedrich Blöaorn, der 20jähnge Horst Meister und der 24iährige Reinhold Reincrs stan- den unter der Anklage de» schweren Raubes. Neiners war als Ber» wundeber in der Villa Schöller untergebracht. Dadurch lernte er die häuslichen Einvichtungen und Geldverbältnisse der Familie kennen. DaS Kleeblatt batte noble Passionen und dazu wurde Geld gebraucht. Gesichtsmasken, Dolche und Revolver wurden verteilt. Jeder hoffte 20 000— 30 000 M. in der Millionärsvilla zu rauben. Am 2. Dezember, abends H10 Uhr. trafen die unheimlichen Gäste vor der Villa ein. Reiuers ging nicht mit hinein, sondern wollte auf die beiden anderen warten. Aus das Klingeln öffnete zuerst ein Mädchen, und barmlos ließ sie die beiden Männer in die Diel« eintreten. Als Rittmeister Pcköller hinzutrat, hielten die beiden ihm sofort zwei Revolver unler die Augen mit dem einen einzigen iWori:.Geld.' Schöller wurde gezwungen, seine Brieftasche zu ! leeren. Der eine Räuber trieb den Rittmeister in das Herren- ! zimmer und durchschnitt das Telephon. Der and. re Revolverheld ! hielt die verängstigten Frauen in Schach. Als die Einbrecher merk- ten, daß Geld nicht viel in den Villa vorhanden war, entfernten si« sich, nachdem sie vorher noch von der verängstigten Köchin gute Zigarren serviert bekommen hatten. Bei ihrem Forlgange ver- boten sie. irgend etwas über den Raubzug zu erzählen, andernfalls sie unweigerlich erfchosien werden würden. Das Schwur- geeicht verurteilt« Blödorn. der vorher nocl« fünf schwere Dieb- stähle auf dem Gewissen batte. zu 7 Jahren, Meister zu ä Jahren 3 Monaten, Rciners zu 3 Jahren Zuchthaus und jeden der Angeklagten zu>0 Jahren Ehrverlust. Das Kleeblatt hatte im No- vember noch in Spandau zwei Gastwirtschaften und in Wonnsee eine Villa gründlich ausgeräumt. Verantwortlich kür Politik Brtur Zickler, Cdarlottrnburq. für den iidriqen Teil des Blattes Alfred Scholz. Neuköllns für Önmaen TSrodor(Blocke, Berlin Verlag: vorwürtS-Verlag � m b H Berlin Druck BorwllrtS-'Buchdruckeret uitb VerlagSanstolt Paul Einaer u Co in Berlin LindenstraHe 3. Hierzu 1 Vciloqe. Am 5. d. M. verschied plötzlich infolge Herzschlags Herr Friedrich Keil Betriebsleiter i» unletrm Marie» selber Wert, 28 Jahre hindurch war un» Herr Neil ein pflschtgetreuei und fleiztfl« Mitarbeiter, dessen Andenken wir stet»>n Thren halten werden. UtiVD Frltx Werner Ahtlen|t:e»ellschan Berlin. Marl enfclde. Am 10. Mcirz verschied noch kurzer schwerer strant» heil mein lieber Paier. Vratzvaier und Echwieger- valer. Herr WiMw Schulz im 63. Lebensjahre. 3ra Ilamen dar Hinter- bliebenen: Lrlck Scliv l? nebst Familie. Frznz OHenke„ Familie. Die Einäscherung findet Sonnabend, den lö. März. nachmittags 3'/, Uhr. im Krematorium Gerichtirraße statt. »nh Berliner Adreßbuch ' Zahrgaug 191» 10 M kaufen gesncht iidSD« Preisangedoi erbeten an Xmdi. Adi. it. cdarloNeadurx». Xvpliau!,« mit vrui Idiüsse) de5ei!!gl man»m slcticrsien mitol-OelFI.I,50. Kttrperläuse Russol-Puder 1 M. Wo nichl erhältl.Versandd.OltoRelc&el, Berlin SO M, Eisenbahnstr. 4. ßle'ues tenmus z. Alleinhewahnen, 4— b Kimm.. Borartiahn, schnell«rreiasdar, zu miete» gesucht. I4SSD GroU, Wilmeredart, Markgral Albrechtstrahe 9. iinlamodil' l-LjezkliiiM'Ilßiise. Z ks Eitler- lorpeäo- eporti�pe, s sit/.i>. Z/12 Adler- Torpedo- spontype, 2 sitzig. 6 16 Loreley• Torpe- dosporttypc,2-itz 5/14 Opel■ Toipedo- spontype, 4 sitzig 8/22 Brennabor-Tor- pedospontype, ös 10/23 Overland- Torpedosporttype, 4s 5/12 Opel• Torpedo- spontype. 2 Sitzig. 5 14 Wanderer- Tor- pedospnrliype, 2s. 10-30 Minerva• Tor- pedosporllype, 6 s 8/20 Benz• Torpedo- sportiype, ösitzig. Sowie div. andere Wagen: Horch. Sloewer, Minerva. Mercedes, Bern etc Georg Speier, n e ata b rlk, Berlio-Halenaee, duachim-F rlrdricb- Straße J7/,W. Uhland 7.155 und 7151. Beutscbe Urundcredil-Baok Ooiba. Einladung zu der am Mittwoch, den fc. April 1919, loutjc vorm.. imBanfgediiud» hierseibst ftaN- findenden ordenllichen Genernloersnminlung. Tagesordnung: l. Vorlage des Iaiiresverichi« und de« Jahresabschlusses für 1918. 2. Beichluhsassung llver i die Jahresbilanz und die Ge- winnverieiinng. 8. EnNastuns de» Porstandes und de» Au ! fichtsrut». 4 Wahl vou Au! j ficht»rat»mstgiiedern. ! Aach Arl. 4? de» Pankfiatuto find diesenigen Aktianiir» stimm» ! oereistfigt welch» ihr» Aktien spairilen» am 1. April d. Z. in dlottia bei unserer gasse, w verlin bei unserer Kasse W 9,«ahstr. 9, bei der ®re«bnft Bant der Di» rekiion der Dt»eonta-D»- sellschast, der Deutschen Bank, der Berliner Handel»- Gesellschaft. Herreu»eerg ssrvmbera u. da. w»eaonitflir.eiq bei der Dt» rektlon der Diseontoide- sellschaft Filiale. Braunschweig, Herren Lehmann. Oppensteimer u. Sohn, in vresluu bei der Dresdner Bank Filiale Breslau, Her- ren Morru» Nelken u Sohn. dem Schlefischen Bankverein Filiale der Deuisdien Bank, w»Sin bei der Dresdner Bank in Eist», dem A. Schaaffhantenschen Bank- verein A.-S., w Vresven bei der Dresdner Bank. in Frankfnrl a. M. bei der Dresdner Bank in Frank» furi a. M., der Direknon der Disronio-Seselllchast, der Deutschen Vereinsbant Herren L.U. E. Wertheimber. in Hamburg bel der Dresdner Bank in giamdurg, der Norddeutschen Bank in Hamburg, der Vereinsdanl in Hamburg, Herreu L. Bedren» u. Höhne, in Yannoner bei der Dresdner Bank Fiiiaie Hannover, der Direknon der Diseonto» Dekellschafi Filiale Hannover, in Ceipjln bei der Allgemeinen Deulsiuen Eredii-AnstaU, ber Dresdner Bank in Leipzig, der Privatbank zu Datha Filiale Leipzig. in Magdeburg bei ber Direktion der Diseonto Gesellschaft Filiale Magdeburg. Herrn ff. A. Neubauer, in manchen bei der Dresdner Bank Filiale Milnchen, in JtOmbcirg bei der Dresdner Bant Filiale Nürnberg. in Posen bei der Dresdner Bank Filiale Posen, der Direktion der Disronio- Gesellfchaki Filiale Polen. In Skuttgark bei der Dresdner Bank Filiale Switgari. Stahl u. Federer Atiien» aesellschast, Stahl u. Federer Aktlengeselllchokt Depositen- kasse Königstrahe svarmal» E. Hümme! u. Eie.1, oder bei der Reichsdank»der einem deutschen Notar bis nach - Beendigung der Generaloer- � lainmlting hlnierlsgeii. Spätesten» bis zum 5. April - d. I. find die Hinterlegungs- kcheine dem Bankvorstande in Gotha gegen Empfangnahme von Legitimationskarten auszuliefern. Gotha, den 12. März 1919. Deutsche(Irundcredll-Bank. Landschilh. Dr. Zmmerwahr. WM SMkMmSmll. MMW NU Infolge der noch immer fortbestehenden außerordentlichen Verketzköhinderttisse und Absperrungen kann die Außerordentliche Generalversammlung am I-reitag, den l4. März,»beudS 6 Uhr, nicht stattfinden und muß um einige Tage verschoben werden. Somit müssen auch die Wahlen der Delegierten zum Verbanditag und zum Mewerk- schaftökongreß, die am Moutag, den 17. März, stattfinden sollten, aus einen anderen Tag verlegt werden. Wann die Generalversammlung und die Wahlen stattfinden, wird durch Inserat bekannt gemacht. Wir bitten deshalb in den nächsten Tagen die Inserate zu beachten. Die Drtsvermaltnng. ÄHpüi. FiSkrankEofe ZMMMiÄ... öMllMMiW Lezirt Lichtenberg. Sonntag, den kk. A!är,, vonnittiifis 9'/? Uhr, im Restouranl„Logen. Lasina", Knorrprome/rade 2t Bezirtssitzung. Zahlreiche- Erscheinen erniar/et Die peziekslettung. I A/ NIchard Benkel. Tio�fs lvr «2/la BerGnet Bßds-Cöot. Da» Stiftungsfest am Sonn* abend, den 15. März, in den tSS fällt aus. jlmpel- Conrad »xwstehll dtlltaft• Beleuchtungskörper Lpez. �uuampel« l. präßler Auswahl- Wabati j StöifijnEtzsif.SU Cötetr/ Kavalleristen! In altem frischen kavalleristischen Geist ziehen wir hinaus zum Schutze unseres bedrängten Vaterlandes I Mir brauchen Euch alle! !lm unS ein freies deutsches Vaterland ohne pol- nifche Eindringlinge und bolschewistische Einflüsse zu erhalten, ergreifen wir von neuem die Waffen. AMU WWW l N.'S.'SMe« meldet Euch beim Ulanen-Regiment Ur. 11 ====: in Osterburg(Altmarb).: Die üblichen günstigen Bedingungen wie bei allen Freiwilligen- Formationen sind bekannt. Nur wer sich der alten Disziplin und Ordnung unterwirft, soll in unseren Reihen dienen. 14ZZD- Kraftdroschken mit Friedensnummern sofort abzugeben. Refiektanlen erfahren Nähere» durch S.«�380 an Rudoll Mo»»e. gennftrah» t_ Prima sowie rvurslwareu lefcd sede» Quantum 174a LDbnlu, Putbuser Str. 30. Jltr Staut ßErlin-SctiöneliEpg Am Donnrcstag. 19. März. ebenda T'/, Uhr, findet im Nnlhau», Stadwerordueten- Slstangssaat eine austcrordeiitliche Slusschustsitzung mit seilender ragesordnung statt, 1. Beriesung de» Protokoll» der letzien Sitzung. ».»enedmiguug d»r aeaen Lerzteveriräge. 1 Erhöhung der Beiträge i. Genehmigung de, dritten Nachtrag» zur tiassensagung. 5 Kasseuimgelegenhestrn. Die Ausschuhichung ist nicht dfientlich. S73/8 6- Rniko», Frl»«enß, Borfitzender. Schristfllhrer. ! llamen-lloztllme j'Aeitr 20,-, 30.-, 40.-. SO. Berren-Aazüge Meter 50.-. 6".-, 70.-, HO.- Tnchlager Koch& Seeland G. rn. b. [ Gertraudteastr. 1 Ver.Kaufszeii v. 8— 20 Speziaiarzt Or. med. Hascht, FrlEiirictistr. 30®, SÄ. fUeSyphilis.Ham-.Fraucnle.d, toej.; chran. Fälle Schmerzlose turzeste Brhandig. ohne Brrnf»- stärung. BiuMntersnchg. Mäh. 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