Ur 133 36.5rthr(t* Siertelidbri 7£0'iL utonau 2 SO Dil itatn«t>au« uuiau?(dh bc« SiikcIiw Aummrrn l< Lintnig. l'oiibemg: itionoil m. BO JÄl.. frtL JUmcCutm«. jebüöt Umei irrn■ bcinb uu Deiillch» a»b u. Ceiirtieicb>Unqarti.75 ML it das übr ac Jluilanb v 75 M> bei äliiich e.ntnaliaei iuiieUuua> 75 ML boilbcicaunani nebnicn in!>»ie» mati HoUans Uurrmoura Ecömtbcn mb Die ämroru ifmqcttaaen in die ■Boit> tuvjr-' l rei--l'fie Cet.Sstreatte" ericheinl woitieiuiglich • jrocunm äo;:maa- ciiinia� Abend Ansgabe. Teleg? am» .Zs,»aldemot?ai Äer.t»�. berliner Oollt5»blatt. ( 10 Pfennig) A-tiriqenvrciS: Die idnaoibittfne JioiibareüleeeUf toiiei 1,90 Ml.„Jileire mnietnen". boS'fii icoiuaic Soc. 5 lärg1!>0— 151 U?. Freitag, den 14. März 1919. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. 68, Lindenstr.Z. Zscrnivrechkr: Amt Moritiplal», Nr. I17 5Z— 5t. eMhlavtls Untepgsng- Aeltuntergang. Sorgen im Cntentelager. Eiu Appell deS Berliner Reuterforrespondenten. London, 13. Mörz. Reuter» Sonderkorresyon- dent bcickircibt in einem Telegramm au» Berlin die durch den Lehensmittelmangc! gcschaisene verzweifelte Lage. Die Rclrung-mittelfrage sei jetzt dort die Wurzel alle» UebelS. Wenn die Regierung die Lcbenkmittellage verbessern und das Volk Arbeit bekommen könnte, könne die Leg: noch gerettet wer- den. Aber eS handele sich jetzt nur u m Tage. Ter Korrrspon- dent telegraphiert: Im vollen Bewußtsein meiner Verantwortung erklLre ich. daß, wenn Deutschland nicht erhebliche Lebens- mittelmengen im Lause dcS April erhält, eS buch- stäblich verhungern muß, und fährt fort: die deutsche Regie- rnnz habe vor mehreren Wochen die Brotration auf den heutigen Ltand erhöhen müssen, um die BevSlkcrung zu beruhigen. Wenn man diese Ration beibehalte, würden die Kornvorräte im M a i vollständig erschöpft sein. Ebenso nowendig seien bestimmte Roh- Materialien, um Deutschland zu ermöglichen, seine Arbeit fortzu- seyen. ES sei ein leichte» sür die Ententekommission, sich von der Leere in den industriellen Warm! Susern Deutschland» zu über- zeugen. Inzwischen dränge die Zeit. Der Bolschewismus setze Fleisch und Blut ein. Dies könne man bemerken, wenn man durch den O st r n Berlin»»che oder mit Leuten spreche, die hinter die Kulisicn sehen. Amsterdam, 14. März. Der Bischof von Oxford hat einen Brief an die»Time S" gerichtet, worin er zur Lebensmittel- not in Deutschland Stellung nimmt und schreibt: Es scheint mir. datz wir und unser« BnndeSgenosien uns einer Missetat schuldig machen, die das menschliche Gewissen ewig verurteilen wird. Bier Monate sind vergangen, seitdem der Wafsenstillstand unter- zeichnet wurde, und noch nichts ist ge!an worden, um die furchtbare Not zu lindern. ES ist sowohl verbrecherisch als auch u n- politisch, Deutschland bis zur hxffnungSlosen Verzweiflung und dauerndem Untergang auszuhungern. Bern, 13. März. Die Rede LansingS vor den Vertretern der auswärtigen Presse in Paris ist im letzten Teil von HavaS direkt entstellt worden. Lansing erklärte: eS sei unbedingt notwendig, sofort Frieden zu schließen. Man sei im kritischen Augenblick der Weltgeschichte angelangt. Die Alliierten dürften die Gefahr nicbt verkennen und müßten eS verstehen, den Sieg klug auszunützen. Gerade jetzt dürften sie dem Egoismus nicht gestatten, ihre Handlungen zu bestimmen; nicht aus Großmut, sondern aus bloßem Menschenverstand sei ein sofortiger Friede notwendig._ Die Pariser Blätter kritisieren die Rvde LansingS, erklären sich aber seltsamerweise damit einverstanden.„Echo de Paris" meint: Man mutz befürchten, daß der Bolschewismus Deutschland ergreift. Es handelt sich deshalb nicht um Gefühlsduselei, wenn man Deutschland verpflegen will.„Journal deS DebatS" erklärt, was Lansing wolle, sei kein« Chimäre. Der„TempS" allein sucht die Diskussion auf das andere Gleis zu ziehen, indem er erklärt, daß die verworrene innere Lage Deutschlands nicht mir Lebensmittel- und Rohstoffmangel beruhe, sondern auf moralische Gründe zurückzuführen sei. Eine Information der„Daily Mail" meldet hierzu weiter: die Alliierten würden Deutschland vorläufig 300 000 Donnen Mehl und 70000 Tonnen Fett zukommen lassen. Rotterdam, 13. März. Die Verhandlungen zwischen den deutsckien und alliierten Vertretern übe: die Ausfuhr von deutschen Rohstoffen nahmen heute ihren Fortgang. Vor- mittags wurde über die Ausfuhr von Kali, nachmittags über die AuSnibr von Holz beraten. Die Verhandlungen werden kort- gefetzt. Wien, 14. März. N�ch einer Meldung des Korrefpondenz- bueeauS sandte die deutschösterreichische Regierung an die En. lenke und die Neutralen eine Note, in der sie die Halt- lssigkeit der in der tschechisch-slewakischen Dirkulg'.note erhobenen Beschuldigungen dartut und erklärt, daß weder öffentliche Gelder zur Vorbereitung feindl'cker Unternehmungen gegen die Tschecko- Slowakei verwandt wu-drn. nocb daß die deulschöstirreichische Re- gierung in irgendeinem Zusammenhange zu den Unruhen im be- setzten Gebiet stünde. Tie Untersuchung babe die Annahme ge- rechtfertigt, daß es sich bei den in der tschechischen Protestnote ze- nannten zwei Offizieren um eine Irreführung handele, der die tickechisch-slewakische Regierung zum Opfer fiel. Im übrigen würde die Untersuchung streng weitergeführt und Schuld. ge w"'6 n zur Rechenschaft gezogen. An der Untersuchung kollm auch Vertreter der ita'ienischen, englischen und amerikanischen Mission teilnehmen können. WH'on wie 5 er in 8ra7r?reich. B rest. 13. März. Wilson ist hier um 3 Uhr abend« eingetroffen.. Ein Konflikt zwischen Prag unü Wien. Wien, 14. März. Der Staatssekretär für Heerwesen, Mäher, äußerte sich den Blättern zufolge über den Konflikt mit der 'Tschechoslowakei dahin, daß die Untersuchung wegen der von der tschechoslowakischen Regierung erhobenen Anschuldigungen betreffs eines angeblich geplanten Einfalles in tschechoslowakisches j Gebiet abgeschlossen sei. ES hätten sich keinerlei Anhalts- punkte für die Nichtigkeit dcr tschechoslowakischen Behauptungen ! ergeben. Tie Befehle dürften gefälscht sein, was schon aus . den darin angegebenen Waffenmengen und militärischen Vor- . kchrungen hervorgehe, weil die Angaben in keiner Weise den Tat- fache entsprächen.— Ter ungarischen Pest zufolge erklärte der � tschechoslowakische Bevollmächtigte T u s a r, nach seinen Jnforma- tionen werde die Angelegenheit beigelegt; eine Unterbrechung der Beziehungen sei überhaupt nicht erfolgt. Die tschecho-slowaküche(Sefahr für Sachsen. Dresden, 13. März. Die sächsische Volkskammer be- sprach in der Heuligen Sitzung die Wendenfrage und die Tschechengefahr. Ter Minister des Innern Dr. Grad- n a u e r sagte, in der Wendenfrage müsse sorgfältig unterschieden werden zwischen der Haltung der Prager Regierung und den Trei- bereien gewisser politischer Kreise in Prag. Die tschechoslowakische Regierung habe erklärt, daß sie den LoSircnnungSbestrebungen des wend:schen NationalauSschusseS keine Unterstützung gnge. deihen lasse. Tie Regierung werde den Wenden in jeder Weise Entgegenkommen beweisen, müsse sich aber entschieden dagegen vcr- wahren, daß eine Vergewaltigung der übergroßen deulschen Mehr- heit in der Lausitz durch eine wendische Minderheit stattfinde. Ter Minister ging darauf auf das Verhältnis zum tschechoslowakischen Staat ein und meinte, die Gerüchte von feindlichen Absichten der Tschechoslowakcn entsprächen nicht den Tatsachen. Dennoch erschein« es unerläßlich, daß Deutschland die Grcnzsormationen zur Verteidigung verstärke. Die Kammer nahm gegen die Unab- hängigen den Antrag an, jede Abtrennung wendischen oder als wendisch bezeichneten Gebietes der sächsischen Lausitz zu verhindern und energische Schritte gegen etwaige Ueberschreitung der sächsischen Grenze durch wendische Truppen sofort einzu- leiten. Internationaler völkerbunüskongreß. Bern, 13. März. Die heutige Vormittagssitzung des Jnter- nationalen VölkerbundkongresscS beendigte zunächst die Erörterung über die internationale Jurisdiktion durch einstimmige An- nähme deS KompromißantrageS Brodade Jong. wonach die dem Völkerbund oorbehaltenen VerwaltungSrngelcgei'bciten durch F a ch m> n i st e r i c n zu erledigen sind, die das Völkerparlameut auf Vorschlag des VerwaltungSrateS ernennt und deren Amts- führung es kontrolliert. Nach längerer Debatte über die Ratio- nalitätenfragen wurde dcr Antrag, von einer juristischen Definition deS Begriffs Nationalität abzusehen, mit 15 gegen 0 Stimmen angenommen. In der Debatte über da? Selb st be- stiminungSrecht der Nationen wurde der Antrag ange- nommen, der reine Majoritätsentscheidung wünscht. Da? weitere Kapitel, Schutz der nationalen Minderheiten, scheidet auf Antrag Lammasch bOesterreichl aus der Diskussion aus. um erneut überarbeitet zu werden. Graf MonteglaS �ab folgende Erk'Lrung ab: Die deutschen Delegierten hatten sich mit dem Orgsnlsationetomitee„eeinigt. eine Erklärung zur Schuldfrage abzugeben. Auf Wunsch des LrganisationSkomiteeS wurde die Ab- gäbe dieser Erklärung verschoben b-? d:e Delegierten aller Länder anwesend sind. Nachdem der Kongreß zu Ende geht, ohne daß dieie Vorbedingung des OrganisationSkomitecS erfüllt ist, er- klären wir. daß wir besonder? die Abwesenheit der belgischen und lurewbura schen Delegieiten bedauern, um ihnen mitzuteilen, daß wir die Verletzung der Neutralität Belgiens und LurembutgS ebenso bedauern wie di« Verletzung anderer neu- traW Neckte. Die Resolution über die ethischen fflnindlagen des Völkerbünde» wurde nach dem Referat des Fräulein O'ysin lSchweizi mit einem Zu'ai-an'raa Helene Stöcker lTeutschland, angenommen, der''t eth'sch« Grund'age des VöTrbiindeS vor allein in der Heiligkeit und Ilnverletzlichkeit des Menschenleben? erblickt. Tie Resolution befürwortet die Ausdehnung de» allgemeinen Sittengesctzes aus die'Pölker, ver- langt Sicherheit und Gew'ssenSfveilxit auf allen Gebieten und empfehlt zum Zwecke der Verliefung der ethischen Grundlage in der Vo'jt'k d-e Einsetzung ein S ftoHnrum* da» bei internationalen Streitigkeiten Gutachten prinzipieller Natur abgibt. Ein englisches Blautiiitz über die'llo'fcheo ften Amsterdam 14 Alärg. lMeld mg der.Telegrafen-aompa n e'.) Londoner Melaunge» iiiVge be-eitei Me e n,> i f cd>' R e g> e- u nr ein B l n» b ii ch über die S ch r e ck e n s H e r r i ch a r i der B o l ich e- iv i st e n in Rußland por. da� a»b alle am licken Beiickte über die van den Anhängern der Sowjeliegieruug verübten Gieuetiaten ein» hatten soll. vor neuer Weitentscheidung. WietTele Deutsche sind sich eigentlich klar darüber, daß ihre Regierung binnen kurzem vor der schwersten, vevant- wortungsvollsten Entscheidung stehen wird, die vielleicht ie- mals in der Geschichte eine Reg'erung zu tragen hatte? Die Oeffentlichkeit, der die Tagesereignisse der nächsten Nähe in die Ohren dröhnen, hat leichthin die Ankündigung der Reg'crung ausgenommen, daß sie vielleicht nicht in der Lage sein werde, den ihr von der Entente vorge- legten Friedensvertrag zu unterzeichnen. Was bedeutet aber die Nichtunterzeichnung? Sie bedeutet die Fortsetzung des fried- und vertragsloscn Zustandes, in dem Europa nun schon das fünfte Jahr lebt, eine Art von Nachkrieg, wie sie die Gesch'chte bisher noch nicht kennt, von dem einen neuesten Beispiel abgesehen: dem Verhältnis Ruß- landZ zu Deutschland. Bekanntlich hat aber selbst Rußland den Brester Frieden unterzeichnet, nachdem ihm das militärische Deutschland die P stole auf die Brust gesetzt hatte. Nur daß aus diesem Mußsricden kein wirklicher Frieden geworden ist. Die Entente stände im Fall der deutschen Nichtunterzeichnung vor der Wahl, entweder gleichfalls durch neuen militärischen Druck die Unterzeichnung zu erzwingen oder aber sich mit dem vertragslosen Zustand zufriedenzugeben in der Hoffnung, er würde für Deutschland drückender sein als für sie selbst. Wir müssen uns vollständig klar darüber sein, was wir risk'eren, wenn wir nicht unterzeiehven. Alle Hoffnung auf unseren wirtschaftlichen Wiederaufbau gründet sich auf die Wiederaufnahme der friedlichen Handelsbeziehungen zum Westen, dessen Kapitalismus— das dürfen wir uns nicht ver- hehlen— eine ungeheure Anpassungs- und Widerstandsfähig- keit gegenüber den Kriegsereignissen bewiesen hat. Mit dem kapitalistischen Westen ist ein umfangreicher Waren- austausch möglich, mst dem bolschewistischen Rußland nicht. Das Nichtzustandckommen neuer Verträge mit dem Westen würde uns aber weit- und wirtschaftspolitisch auf Ruß- l a n d verweisen, und die während des ganzen Krieges von einer bestimmten Richtung gepredigte„östliche Orientierung" würde in veränderter Form ihre Wiederaufcrstehung erleben. Welche Wirkungen die dauernde Abschneidung von den westlichen Mächten und die politische Annäherung an Ruß- land haben würde, bedarf kaum längerer Ausführungen. Wichtiger, ist die Frage, mit welcher Kraft dann die in Deutschland unvermeidlichen Ereignisse nach dem Westen hinüberwirken würden. Wir erinnern uns, welche maßlose Enttäuschung und Erbitterung es in Teutschland hervorrief, als sich herausstellte, daß der Frieden mit Rußland doch kein wirklicher Frieden gewesen war. Drüben im Westen ist all die Jahre lang der Frieden inlernationaler Weltgerechtigkeit und des Völkerbundes gepredigt worden: wenn nun der Ententeimperialismus Deutschland einen so schamlosen Raub- und Gewaltfrieden vorlegt, daß nicht einmal ein dürftiges FriedenSpgpier alten StllS zustande kommen kann, geschweige denn ein Frieden von der Art, wie ihn die besten Geister aller Länder erträumten— werden die Völker deS Westens eine solche Tatsache mit dumpfer Gelasienhest hinnehmen oder wird nicht astS ihr eine neue Bewegung entspringen, die daS Antlitz der Welt noch einmal gründlich verändert? Es kommt noch daS eine hinzu, daß die Arbeiter de? kapitalistischen Westens auf dem Wege der sozialen Re» v o l u t i o n hinter Deutschland weit zurück sind. D>-utsch- land hat bisher nicht den lei'esten Versuch gemacht, dielen Umstand in außenpolistscher Beziebuna zu se'nen Gunsten ans'uniitzen Es überläßt es jedem Volke der Welt, ans leine Weist den Weg zur Freibeit zu suchen und es stellt in scharfem Gegensatz zu den Methoden Rußlands, das überall mit seinen Agenten und seinem Geld die Weltrevolntion zu eut- zünden versticht. D'e Nichtunterzeichnung des Friedensvertrages müßte auch in diestr Beziekmng Deutschstnds Politik von Gri'nd aus umgestalten, denn Teutschlands Hoffnung, dennoch bald zu ein--m w'rkl'ck-n Wilfrieden in aelon-wn, fö-n'r dann nur noch ans der ZnnersickO rnh-n d'ß ancki i m Westen, vor ollem in Frankm-H und Enastnd. alsbald ste�oreü'-nkii- Perändernnoen vor si-h oeben würden. Deutschland wäre dann, genau wst Rnßstnd. gezwungen au? Grün- dan d"? auswärstoen Politik mit der oarn-n revgi"t'anän»� E�eroie die eS im Leibe hat. über die Lande?�r?nzen hinaus- zudrängen. Da? Zukunftsbild, daS fich auf solche Weise entrollt, kann nur für Phantasten lockend sein. Wem das Wohl der jetzt lebenden Generation auf dem Herzen liegt, der wird weniger steinige und blutige Wege in die Zukunft vorziehen. Leicht- fertiger Weise wird darum Deutschland die Möglichkeit, mit der Entente zu einem erträglichen frieden zu kommen, nicht zerstören. Aber wir müssen uns mit der Annahme vertraut machen, daß sie vielleicht schon zerstört ist durch wahnsinnige und verbrecherische Beschlüsse, die drüben gefaßt worden sind und dann wird uns gar nichts anderes übrig bleiben, als mit offenen Augen und in voller Kenntnis der Konsequenzen den anderen, den schweren Weg zu geben. Wenn es wabr ist, was die Ententepresse über die drüben gefaßten Beschlüsse mitgeteilt hat, in denen die schamloseste Raubgier ihre Orgien feiert, dann kann keiner deutschen Regierung zugemutet weiden, daß sie daS Schriftstück, das man ihr— ohne eigentliche Verhandlungen— vorlegen will, unterzeichnet. Dann kann nur die Hoffnung bleiben, daß Deutschland durch feste Entschlossenheit den arbeitenden Völ- kern deS Auslandes die Augen darüber öffnen wird, wie man sie betrogen hat. JfuZ der Ausplünderung, der Erniedri-» gung. der Verelendung Deutschlands kann Wohl einer Schicht ausländischer Kapitalisten neuer Profitsegen, den a r b e i- t e n d e n Völkern deS Auslandes aber kein Gewinn erblühen. Auch sie haben wie wir ein Interesse an einem gerechten s�rie- den, auf besten Grundlage ihr friedlicher Aufstieg zu neuen Formen gesellschaftlichen Aufstieg? ermöglicht wird. Wird aber dieser Weg gewaltsam gesperrt, dann wird die Katastropbe unvermeidlich nicht nur für Deutschland, sondern auch für die yanze übrige Welt. Mögen die Gegner noch in letzter Swnde bedenken, daß daS Deutschland, daS sie geschlagen haben, nicht mehr besteht und daß ein neucsDeutschland erstanden ist, dem auch neue Abwehrmöglichkeiten innewohnen. Dieses neue Deutsch- land ist ehrlich bereit, auf Grundlage der 14 Punkte Wilsons mit der ganzen Welt einen Vertrag zu schließen, der ihm den dauernden Frieden verbürgt. Es ist aber auch, wenn es sein muß, gewillt, das Wort seines gegenwärtigen Führers „Lieber Entbehrung als Entehrung!" wahrzu- machen'und, nicht mit den Waffen in der Hand, aber mit den neuen Mittestt, die ihm seine Entwicklung an die Hand g'bt, den Kampf uni einen gerechten, dauernden Weltfrieden auf- zunehmen. Die? ist die große Entscheidung, vor der ietzt die Welt steht. Wir aber müssen bere't sein, uns auf die Möglich- leiten, die in ihr ruhen, geistig einzustellen mit allen Kon- sequenzen. die sich aus ihnen ergeben können. Tann hieße es, auf das Opfer der gegenwäritgen Generation daS Glück der kommenden gründen. An den Gegner liegt eS. den Weg der Leiden für alle Völker, auch die ihren, abzukürzen und setzt scbon die Bahn für die Gerechtigkeit zu öffnen, die einmal ja doch kommen muß!_ Der baperiscbe Zentralrat für Vollsozialisieruna« Nkch den sächsischen Vowchl�gen. Der Münchener Zentralrat gibt über die Vollsozia- lisierung in Bayern bekannt: Die DozialisiernngSmaßnahmen deS Reiches sind nicht daS. was eine entschlossene revolntioräre Gewalt durchführen muß. ES gilt nicht lahme Teilverstaatlichun- gen, eS gilt den Sozialismus. Die Dollsozialisierung Bayerns noch umfassenden Plänen ist auf dem Marsche. Der Zentralrat will darum ein sozialistisches Zentral-Wirt- schaft-amt im Sinne der Vorschläge Kranold-Neu- rath-Schumann mit weitgehenden Vollmachten errichtet wissen, dem die Kommissare für Wohnung, Ernährung. Auf« klärung und Sozialisierung angegliedert werden können. In dem �Zentral-Kontrollrat dieses AmteS sollen körperliche und geist'ge Arbeiter und Bauern einen ausgiebigen Einfluß auf die Sozialisierung erhalten. Da im benachbarten Volks- staat Sachsen von der Volkskammer ein Beschluß über Wir suchen eine Wohnung! von Heinrich Goere». stm stakre b-» Unheir» 1314 zog ich in eine andere Wohnung. Damol». kurz nach Kriege beginn, war der Markt auf diesem Spe- kulativn»gebiet etwa» qedrüikt in Berlin. Der Wirt versprach mir treuherug. der vereinbarte Preis solle bis nach dem Kriege gelten. wenn ich auf die üblichen HerstellungSarbciten verzichtete. Es sei alle« so furchtbar teuer, auch gäbe ti keinerlei Handwerkerhäud«. Aach d.'m Kriege— hei. dann werde von oben bis unten geitr'chen, gemalt, tapeziert, geflickt. Dafür würde ich ihm sicher hundert Mark Mietzins für das Jahr mehr zahlen. Eingeschlagen! Ein Mann, ein Wart! Mit diesem Wort!n der Tasche und einem Vertrag auf zwei Jahre lebte ich in den Tag hinein. Höilich aber bestimmt erklärte der Herr und Besitzer meines Obdaches 1&16, so gehe eS nicht weiter. Hunidertunhsür.fsig Mark Miete mehr sei da» m'ndeste für eine VertraaSveclängerung. Auf die bescheidene Einwendung, der Krieg scheine allem ZeitungSgeschrei nach anzuhalten, beriet er sich auf die gesteigerten Hhpothekenzinson, die ungeheureu Kosian für Kohlen. Unierhaliunz deS Hauses und ähnliche Zettcrcignisie hin. Mem ßirtreis auf die Abmachung„bis nach dem Kriege" erzeugt« fast«inen Nervenanfall. Ob denn der SauSwirt zu allen seinen Lasten noch die Beranilvortung für die Kriegsverlängerung tragen wll«? Er habe natürlich nur an ein halbes Jahr denken können— wenn ich übrigen» nicht wollt«... Ich wollte. Di« Tapeten in den Zimmern begannen sich langsam zu lösen. Mein« strau verkaufte den Teppich auS der großen Stube, da Teppiche nur Bakterienirägcr find, mein Einkommen gasunken war und bundertfünf�ia Mark MehrauSaaben oedeckt werden mubten. Trotz der unbegreiflich erhöhten Stahlen preise konnten wir in dem teppichlosen Zimmer im Winter Schliti schuh laufen, was bei dem täglichen Kohlrübenmenü«m« vortreffliche verdauungSbesördernd« Bewegung war. 1S17 donnerten die Kanonen noch immer und zwei Schläge «n meine Tür, da die Klingel ihren Dienst dauernd eingestellt hatte. Die Schläge rührten vom Bricsboten her, der ein eingeschriebenes Aktenstück abgab mit der Kündchung, fall? nicht zweibunden Mark Miete mehr gezahlt würden. Nach einer sachverständigen Bevech- nung beanspruchte ein Umzug für vier Zimmer allerwenigsten» ebensoviel blau« Scheine. ES blieb also noch ein Mehr zu meinen Gunsten. Wir trennten ur.S von der getreuen SauSgehilfin, die lawie'o nicht aeblieben wäre, da wir des Durchhaltenv wegen die Stull; de» zweiten Frühstücks und den NachmittaaSlafse« abschaffen. Da dw laut Vertraa ewig sprudelnde Quelle kür warmeZ Wasser versiegt«, stärkten wir die Haut durch Kaltwasse Abreibungen und brauchten in den kalten Monaren keine Federbetten mehr, die un» «in freundlicher Händler abnahm. die Sozialisierung Sachsens angenommen wurde, bat der Zentralrat Bayerns sich heute mit folgendem Telegramm au den Zentralrat, an � die Negierung und die Volkskammer Sachsens gewendet: „Ter Zentralrat des PollkZstaatcS Bayern will die Voll- fozialisrerung Bayerns. Er will die vollständig« Kon- trolle der Rohstoff- und Energievcrwendung und ihrer enlgüli- gen Verwertung sowrt mit aller Krast in Angriff genommen wisien. Da die VolkSlammer deS Volksstaates Sachsen beschlossen Hot, daß auch in Sachsen die Produktion und Verteilung plan- mäßig nach sozialistischen Grundsätzen erfolgen soll, sch'agcn wir gemeinsame Arbeit zum Wohle der beiden Völker vor. Wir beantragen, sofort in Hof oder Plauen eine Konserenz von Kennern der SozialisierungZfrage au? bei- den Staaten zusammentreten zu lassen. Jeter der leiden Slaa- tcn errichtet zur sofortigen Durchführung der Vollfözialisierung ein Z e n t r a!- W i r t sch a f t S a m t. Außerdem wäre eine gemeinsame bayerisch- sächsische Sozialisie- rungS stelle in Hof oder Plauen zu errichten, welche kür die einheitlichen Grundsätze für die Wirtschafrsplänc, sowie für die Verteilung aller Arbeiten, für entsprechend« Aufklärung zu sor- gen und die Leitung d«S zu gründenden bayerisch-sächsischen Kom- pensationSverchandeS zu übernehmen hätte. Von Münchsn aus können Vertreter am Sonntag, den 16. März, entsandt werden." Es erscheint doch zweifelhaft, ob der siberwieaende Aarax- staat Bauern in demselben Tempo sozialisieren kann wie Sachsen, der fortaeschrsttenste Tvvus des Industriestaates. Ein Aufruf zur Gerechtigkeit. Sühne für den Mord an Liebknecht und Luxemburg. Noch vor der völliszen Aufklärung des Falles Liebknecht- Luxemburg zirkuliert in Kreisen geistig führender Person- lichkeiten ein Aufruf, den nach Mitteilung der„Republik" 327 von e!wa 1200 aufgeforderten Persönlichkeiten unterschrieben haben. In dem Aufruf heißt eS: „Es sind wehrlos« Gesirngen« ohne Recht und Gericht er- schassen worden am Aleranderplatz, in der Dragoncrkasernc, am „Vorwärts" und an anderen Orten. Außer diesen Namenlosen sind auch die SpartakuSführcr Karl Liebknecht. Rosa Luxemburg, v. LojewSki, Jostdan. Merz als Gefangene getötet. Hier muß strenastenS unparteiisches Gericht gefordert werden. Nur absolut« Offenheit kann v«rhmd?rn, daß Liebknechts Tod eme ähnliche Katastrophe für Deutschland wind wie eS seinerzeit d.e „Lusistnra"-Versenfllng wurde, die sa auch unter dem lauten Bei- fall fast des ganzen Volkes erfolgte— jedenfalls keinen Protest weckt«. Haben wir denn immer noch nicht eingesehen, daß nur Gesetzlichkeit itn» retten könne. Man wende nicht ein, auch Spartakus habe Schlimmes ge- tan!— dann selbst der gemeinste Verbrecher darf nicht der Willkür auSgeltefert sein, sondern steht unter dem Schutz des Gesetzes. Liebknecht aber und Rosa Luxemburg waren keine gemeinen Ver- brecher!— Solche Bebaupiungen haben, soviel wir wissen, nur ganz vereinzelte fanatische Gegner erhoben. Geschieht aber etwas Ungesetzliches, wenn auch nicht im Auftrage oder mit Wissen der Regierung, sondern nur unter schweigender Duldung der Regie- rung, so werden dadurch die Grundlagen jeglichen sozialen Zu- sammrnlebens untergraben, während das Verbrechen einzelner nur sie selbst schändet. Wir fordern also die Reg'erung auf. Leben und Freiheit der Bürger und die elementarsten Menschenrechte mit aller Macht zu schützen. Unsere Mitbürger aber bieten wir. auch für den Kampf im Innern des neuen Grundsatzes der Versöhnung und Verständiauna eivg-denk zu fein, her sich gegen die SuZ- tragung der Kenflikte durch daS? chwert richtet und in erster Linie daher auch im inneren Sireit zur Geltung kommen muß. wenn wir nicht in absehbare Schreck:« geraten wollen." In diesen Sätzen steht sehr viel Schönes und Wahres und wir hätten nur gewünscht, daß die Kreise, denen sie Schutz und Geni'gtvung verschaffen sollten, etwas von ihrem Inhalt beherzigt hätten. Gerade die trauernden Anhänger Liebknechts haben gar nicht eingesehen, daß„nur Gesetzlichkeit" uns retten könne" und daß der Geist der neuen Zeit stch „gegen die Austragung der Konflikte durch das Schwert" richtet, wovon wir soeben Proben erlebt haben.— Widerspruch erheben müssen wir gegen die Behauptung, daß die mit Recht verurteilten Taten„unter schweigender Duldung � der Regierung" verübt seien. Die meisten Täter befinden stch � Di« sanfte Gesporrsin meiner Tage hatte mich mittlerweile mit einem weiteren Söhnchcn beschenkt. Da» war'ein Fehler. Denn als ich den Wirt um Instandsetzung der sämtlich schädhaft ge- wordenen Wasserhähne, dar zerrissenen Tvüfleitung im W. E., der angafaulten Fensterrahmen bat. gab er mir nur«ine abweisend« Geste. Eigene Schu b, eigene Schuld! Vermehr!« Inanspruchnahme infolge de» Zuzug» einer im Vectrag nicht vorgesehenen Person. DaS Mieicinigungkamt setzte kürzlich den diesmal gesonderten Zuschlag von fünfhundert Mail zwar auf nur— nur sage ich— dreihundert herab, aber da ich eS mit meinem Gewissen nicht ver- einbaren könnte, das Rückbehaltungsrecht des Vermieter» durch gänzliche Entblößung der Wohnung von greifbaren Möbeln zu gefährden, sah ich mich gezwungen, die Annahme der Kündigung vorzuziehen. Außerdem behauptet meine Frau, daS Schlafen und Essen auf bloßem Boden bei gänzlicher Entäußerung der Einrichtung gegen Rcichskaffenschcine verstoße gegen die gii'en Sifl-n, selbst wenn besagte Scheine zur Aufrechterhaltung de» finanziellen GleichgÄvicht» de» Hauseigentümer» bestimmt seien. Nun suchen wir eine Wohnung. Unsere ietzige war schon am zweiten Tage vermietet. Sehr günstig, der Wirt t.ägt ein befrie- digtes Lächeln um die Mundwinkel und grüßt mich wieder Meine Frau entdeckte bald etwa», gar nicht teuer. Was man so heute „nicht teuer" nennt. AIS wir beide hinkamen, zeigte man un» bereitwillig die Räume und wir wären handelseinig geworden, wenn nicht eine kleine Bedingung den schönen Plan zum Scheitern gebracht hätte. Wir sollten die Einrichtung mit übernehmen, für den lumpigen Preis von 8000 Mark.„Weib," flüsterte ich.-wes- halb hast Du mir lein« Miigift gebracht, hier hätte da» Erbe Deiner leider so wenig sparsamen Väter Segen bringen können." Tie Frau tröstete mich nachher, wir würden uns schwerlich jemals ein Museum für alter ümliche Berliner Möbslkunst aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts anlegen und Brennholz pflegten wir doch nur in kleineren Mengen zu erwerben. Durch ein« Transaktion, bei der mein FestragSanzug sich in ein« Hunderlmarknot« verwandelte, gewann mein« listige Hau»- frau wieder Oberwasser. Sie setzte den Betrag stolz in einer Zeitungsanzeige als Belohnung für den Nachweis einer Unter- kunft aus. DaS nutzt« nichts. Was auch kein Wunder war. die „Hundert" nahm sich unter den vielen Angeboten von drei-, vier-, fünfhundert ziemlich ärmlich aus. Nun gelobten wir«inen Zcnt- ner von den aui Vorratskarten erhaltenen Kartoifcln. Schließlich war es ja Verschwendung, die Schalen der übrigbleibenden Erb- früchte nicht mitzuessen und so die Menge zu strecken. � Erfolglos. Ebensowenig wirkten die Annreisung ein.'S Tönnchen Sauerkraut, eines Paares türkischer Reiterpistolcn aus dem Sultanat Soli- monS des Großen, eines verzinkten Vogelbauer», eine» seidenen TamendominoS— o glücklicke Jugendzeit!— und eine» alten Kupferstiches in Bronzerabmen, mit dem ich mich bisher als Kul- turmen'ch und Kunstliebbaber legitimicrie. AlS ich mit einem der hohen He.'ren, so da über Mcnschenwohnungen gebieten, in Be- rührung kam. legte ich daS Gelöbnis zu den hunvert Marl, mein ältester Cohn werde für die Tauer der Mietzeit für die ganze in Haft, auf die übrigen wird gefahndet.— Der Aufruf ist u. a. unterschrieben von Prof. Albert Einstein, Prof. Albert Görfand,®r»f. Jos. Haas, Pros. Paul Natrop, Pastor krh. Kraus, Pastor N�t�ack- Stöhn, Prof. D. Martin Rad«, Pastor Steuöel. Dr. E. i', gel. Dr. Anita AugSpur«. Dr. Richard Grelling. Prof. Gustas Rad-- bruch, Prof. Walter Sästcking Justizrat I. Werthauer, Prof. Edgar Jaffe- Prof. Wilhelm Kaurmann, Prof. E. Le-derer, Prof. Franz Oppenheim«, Prof. Blaichko, Prof. Gvorjachn. Dr. Magnus Hirschfeld. Dr. Leonhact-Krel. Prof. I. Plesch, Alfred H. Fried, Maximilian Harden, Stadtrat Dr. Wiemer, Minn« Cauer, Dr. Ernst Schwabach, Kurt Wölfl. Hauptmann v. Be:?.- selbe, Ritimeistrr v. Te-pper-LaSki, ftäle Kollwitz. Theo v. Brock« Husen, Oskar Fried, Alexander Moissi, Dr. Ludwig Wüllne' Theodor Täudler, Carl Hauptmann, Fritz v. Unruch, Lndr«. Latzlo, Gustav Meyril«. wie Sie Franzosen In den besetzten Gebieten mit öen Arbeitern umspringen. Neueste Nachrichten, die aus dem von fem Franzosen besetzte». Saargebict hierher gelangten, lassen erkennen, in welch bedrückter Lage sich die Arbeiter des dortigen Gruben- und Jndustriebezirke» befinden. Sofort nach der Besetzung wurde der achtstündige Arbeitstag wieder aufgehoben und der zehnstündige einzeführt. Aller Protest half nichts. Dafür wurden aber nicht etwa die Löhne erhöht, sondern im Gegenteil: die Löhn« wu.den auf die FriedenSziffer herabgesetzt. Es trat auch keineswegs eine Verbilligung der Lebenshaltung ein. Zwar wurden für die Schwerarbeiter gewisse Lebensmittel eingefüh t, aber die Arbeiter müssen in Frankwährung bezahlen, so daß die Lebensmittel hierdurch ums Doppelte und Dreifache teurer werden. Kartoffeln aus Deutschland kostcdm z. B. 12 M. der Zentner, die aus F ank* reich aber 89 M. Wie eine Bekanntmachung des Kommandanten Siegler erklärt, hält die französische DeHörde auch neuerdings an der längeren Arbeitszeit fest, weil in Frank.cich dieselbe ArbeilS- zeit besteht. t; Natürlich regt sich unter den Arbeitern llnzusriebenheit und Streiklust. Di« Maßregeln der Franzosen dagegen sind d akonisch. Zuerst planten die Eisenbahner einen Proteststveik gegen den zehn-- stündig.'n Arbeitstag. Bei den ersten Anzeichen davon wurde der Saarbrücke: Eisenbahnpräsident Brosche verhaftet und mit 3 Tagen Haft bestraft,„weil er, wi: General Jlndant der deutschen Wasfenstillstondskommission mitteilte, grzen eine« ge- planten Ausstand seiner Untergebenen nicht einseschrit«--« fei, noch die französischen Behörden benach.ichtigt habe". Gegen u mehrere seiner Beamten schweben in der gleichen Sache noch Untersni ungcn. Einen geplanten Protestausstand der Grubenarbeiter schlugen die Franzosen mit folgender Ankündigung nieder: Bei Ausbruch des Streiks wstrde» sofort alle Lebensmittel» zufuhren gesperrt werden. Ausserdem würden alle jüngeren Leute sofort in die zrrstirtc« Gebiete Rordfrankreich» zu Auf- räamungSarbriten abtransportiert werden. Sodann drohten die Franzosen: sie hätten Marokkaner und andere Kalonial-Truppen nur deshalb in das Saargcbiet gclbracht. weil diese besonders scharf gegen die Deutschen seien, da sie wäh» rend de? Kriege» von den Deutschen immer geschlagen worden seien Wenn diese Kolonial- Truppen nun auf Deutsch« losgelassen würden, wären sie in ihrer Wut nicht mehr zu halten. ES wurde» auch in der kritischen Zeit auf da» Gruben Kofa- nial- Truppe» mit Maschlnengewehren aufgestellt. Trotzdem kam ti auf der Grube„Groß-Rrsseln" zu ein:-» Streik, der sich jedoch unter dem mililö'flch'n Druck jrchi entwickeln konnte. Tie � B e r s dfTari ng nach dem AufräumüngSge- biet wird ab« auch sonst schon rege gehandhabt. Samt- liche Mitglieds der Arbeiter- und Go'datenrSte wurde, dorrhi» verschickt. Ihnen folgten die arbeitsscheuen Elemente. Arbeit»- lose bekommen ihre Unterstützung nur 8 bi» 14 Tage fang. Habe, sie in dieser Zeit kein« Arbeit gefunden, so werden sie ebenfalls zu den AufräumungSarbeiten pach Nordfrar. k- reich abgeschoben. Dabei muß man bedcnken, daß die französischen Behörden i» solcher Weise gegen Arbeiter vorgehen, deren Wohlwollen sie wegen der bekannten AnnexionSabsichten. gewinnen wollen. ' vcrebrt« Familie deS Hauswirt» die Stiefel allmorgendlich putzen, ich übernähme die Haus- und Trctioim'-nigun? und mein Wvi müsse sich in der Küche von Frau G-mahlin nützlich machen. Da» zog nicht, er bestand für den Vermittler, mit dem«rein Herz und«ine Seele zu sein schien, auf dem doch wahrhaftig nicht!- gen Trinka-ld von»weibrindertfsirckzfa. Wir suchen noch immer ein« Wohnung! Notizen. — Di« Weltbeziebungen der KünstkersHakt- 7a» ru si-ckie Künsllrlkolle.stnm IN Pet'rSblirg»nv Mo ka» hrVrt in einen, Alflruf. der von D. P. Likrenbe'g in d ai-deren Mit« gliedein de».inleinationale» Biircau» der.Maler"»nierzelchnet ist, v'f deui'lbe Kollegen ichaft»n„Beratungen und Auviousw von Noch. richten im Rahmen des Er tu* hären* auf. ' Der«ufinf schlägt«inen Kongreß von Vertreter» der deurfcken und ruiiiichen Äünsileiichafr vor, .der den Anfang einer späieren Wel'lonfarenz der Kui st bilde» würde und der sofort einen Verkehr der beiden vötter auf lünst. lerftcher» Gebiete im Sinne umfassender Ausgaben, auch de» An»- siellungsmodu«, de» Vereint wesen», de« Tdeaier« und der Musik anbahnen soll". — D r« neue Kunst. Ueber diese» Thema hält Dr. Adolf Behne an der Humboldr-Hvchschule in der Georgenstr. 80/81, ein» Vortragsreihe vom 17- März ab. Sörerkarten durch da» Haupt» bureau: Zentrum 4(5c0, 10—12 und 1— 6 Uhr. — V o r t r ä g«. Fränze R o l o f f gibt am 20. d. M. tn der Berliner Sezess on einen Vortragsabend: Altenberg, Nadel, K lab und usw.(verlegt vom ö. d. M.). — Dem Gedächlni« Emrl Milan« widmen Frieda Heinemann und Kerirnd Bombe einen R.stlanouSabend. der a>a 17. Mär,, abend« 7'/, Uhr. im Meiste, sa.il stailfindet. — Konzerte. Im Beeiboveniaal wiederholt Elena Ger» Hardt am lv. März. 7'/, Uhr. ihren letzten Biadms-Abend. Wie dieser zeigte, ist die Gemeinde der Sängerin groß. Ihre wunder» voll weiche Summe, ihre technische Meisterschaft, ihr poeri'che» Gesialtnngsveiniögen machen sie beionder» fähig, dielen rief» gründigen Tondichter zu rnieipretieren. Ein ebenbürtiger Panne» am Klavier war Conrad v. BooS. De« Beifall« und der Zugabe» war kein En'?. In der Pbilbarmonie spielte B r. H u b e r m a n n. ES war ei» löstl'cher Genuß, ihm zuniböien. So vermag nur da« Genie:» enl ücken. ES rab TchnberiS Fanlasie E-Dur, deren holde Naivität und Jnniakeit jedem NII� Herz greif». Glänzend tegleiteie Paul Frenkel. TichaikowSliS Cdantiiste und Brahm» ungarische Tänze wurden zum Schluß geipielt— und zwar hinreißend. — Kunstausstellung. Bei Paul Caisirer ist die«»«-- stellung.Zeichniinpen und Aquarelle unserer Zeit' an Sonntage» unentgeltlich zugängig. Dt'e Abstimmung in Schleswig. 5dl»vcahage«, 19. März. Die Regierung machie heuie in einer Zitzung deZ politischen Ausschusses des ReichZiags die Miiteilunz, die dänische ReichZtas-Sdelegcsion in Paris habe gemeldst, daß die Abstimmung in NordschlcSwig im Laufe eines Monats und cn MittelschleStvig zwei Monate danach stattfinden würde. Einstellungezwang zugunsten Schwer- beftbäüigter. Keine Entlassung vor 15. April gestattet. Won schreibt nnS: Di« Verordnung des Demobilmachungsamts dom S. Januar und 1. Februar 191d betreffend die Beschäftigung Schwerkriegsbeschädigter ist, nachdem der Reichsbund der Krieg-- �schädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer im ReichZauSschuß für KriegSbeschädiatenfürsorge aus dre U n z u l ä n g l> ch! e i t der Verordnung hingewiesen und eine Abänderung gefordert hat, jetzt dahin abgeändert worden, daß der Termin, an dem frühestens EchwerkriegSbeschädigren gekündigt werden darf, bis zum IS. April 1W) hin«u»»rschobrn worden ist. Bis dahm hoffen die zuständigen Stellen einen Ueberblick über die Zahl der Schwerkriegsbeschädigten und über die vorhandenen geeigneten Arbeitsplätze zu haben.— ßts zum 15 April l919 wird hoffentlich das DemobilmachungSamt -ne Perordnung erlassen, die die Existenz aller SchwerkriegSbeschä- '-n sicherstellt._ .erten Einzelheiten hervorgehoben seien: Die Bevölkerung in Groß-Berlin hat sich von 1899 bis 1913 verdoppelt, während der Personenverkehr sich mehr als ver- sechs facht bat. Ger-vde dt« elekrtifchen Schnellbahnen haben sich bei seiner Bedienung besonders bewährt. Das Schnellbahnnetz in Groß-Bcrlm hat beute ein« Läng« von 37.5 Kilometern. Ferner sind 19,7 Kilometer sNoMüdbahn und A. E G.-Babni im Bau, so daß nach Fertigstellung dieser beid-n Bahnen insgesamt 57,? Kilomeier in Betrieb sein werden. Da Groß-Derli« im Umfang de» SchnellbahrenetzeZ den anderen Welt- städten gegenüber um mehr olZ-19 Fohre zurück sei, iorderte der Redner den allmählichen Ausbau weiterer 113 Kilometer Schnell- babne», namentlich beschleunigten Ausbau der Schnell- bahnen im Norden and Osten, unter dich'n namenitich durch die Frankfurter Alle- nach Lich'en'e-a und F?>drichZ'esde und der Greiskwalder-Straßen-Linie nach Werß'nsee L'tztcre soll später ein Teil der jetzt am Nsllendor°ple:e endigenden Schöne- berger Schnellbahn werden, deren Weiter'übrung ü-r den Magdeburger und Potsdamer Platz durch die L'nd'n nach dem Alexanderplatz gefordert w cd. Hierbei bekämpft der Bortragende aus rerk«hrl:ck>en und wirtschafsiichen Gründen entschieden die be- stehend« Absicht, dies« Bahn über den Kemrerplatz in 509®M:r Entfernung vom Potsdamer Platz vorbet-uführen. Auch der?luSbau der von der Stadl Berlin verfolgten Moabit— Treptower Bahn ist erforderlich, eben'o d-e B e r b i n d u n g S b a b n Wann- seebahnhof— Stettiner Bahn ho f mit direktem Uebec- siang der von Süden und Norden kommenden Vorortzüge. Alle Schnellbahnen sind möglichst weit in die Außengebiete zu verlängern, wobei diese Strecken der Kostenersparnis wogen im wesentlichen in der Form von Einschnitt- oder Dammbahnon ge- plant sind, während die sehr teuere ilntergrundlauiveise nur in der Annmntad! Verwendung finden soll. Professor Tiefe fordert einfachste Betriebsführung ohne �umibergang, die beste Ausbildung der U m st e i g e b a h n- b ö fe, die Einbeitsklafse und die voll« Tarifgemein- schgft auf allen Linien. Di« Anlagefasten des gesamten 175 Kiio- me'er umfassenden Cchnellbghnnetzes worden 1159 Millionen Mark geschätzt, von denen ungefähr 775 Millionen Mark noch aufzu- wenden wären. Neber di? Tiittths»«: sAenerakdirekt'»» schreibt unS der Zentralorbeitcrrat zu der von nn» gebrachten Darstellung � Tie Bestrebung, bie Hecreswerkstätten ziviler und fachmännischer an Stelle militärischer Leitung zu unterstellen, datiert von Mitte November 1913 her. als sich der Zentralarbeiterrat in Spandau geb:ldet hatte. Anfana Dezember schloß sich diesen Vestrebungen auch die Arbeitsgemeinschaft an, die die oberen und mittleren Beamten umfaßt. Nach langen mühevollen Verhandlungen und Kämpfen mit der Feldzeugmetsterei und gewissen Kreisen im Kriegsministerium sowie anderen ReickiSbehörden gelang es, die Forderung durchzusetzen, ob- wohl bereits in einem Schreiben EbertS vom 4. 12. 18 an das Wvmba die im Sinne der Ärbeiterräte liegenden Grundsätze fest- gelegt worden waren. Erst am 12. 1. 19 bequemte sich daS KriegSministerimn, die LoS- lösung der H�ereSwerkitätten von der Feldzciiameistcrei und die Bil- duug einer Gencraldirekt-ion anzuordnen. Diese ist alz zentrale Vertvaltungssteve aller Heereswerkstätten gedacht. Ihre Organi- satwn ist demokratisch auf dem Prinzip der Selbstver'valtung auf- gebaut. Dem Generaldirektor ist eine Vertretung der Arbeiter- und Beamlenschaft beigegeben, die in gemeinsamer Arbeit im Gegenßrtz zu dem bisherigen militärischen und befehlsmäßigen Svstem eine sich an den Aufbau erfolgreicher Privatunternehmen anlehnende Orga- nifaiion ans neuzeitlicher Grundlaae festgelegt haben. Es ist un- richtig, daß die Organisation 4t Neferal- aufstellt: vielmehr sind iii dem Orgenisationsvlan lediglich die einWnen Tätiik-ilSaebieke aufgeführt, Referate sinZ noch aar nicht bestimmt. Selbstverständ- lich werden eine größere Sln�abl von Tätigkeitsgebieten jeweils zu Referaten zusammengefaßt. Im übrigen ist dr Forderung einer Sazialisierung der Heereswerkstätten g b i u r d. denn die Heereswerkstätten stellen b-reit« vergesellschaftete Betriebe dar. Tie Entmilitarisierung und Abtoennung der Genera'dtrektion vom KriegSministerinm ist bereits während per Vorgrb-iten festgelegt und längst in Angriff genommen. Wäre die Politische Macht der Arbeiterfchgft ebenso stark wie z» Beginn der Revolution, so wäre auch diese Frage schon restlos gelöst. Es ist unrichtig, daß die Generaldirektion von einer Gruppe von Drahtziehern ober von einer Berufskaste beeinflußt wird, daß Arbeiter und Angestellt«. dadurch vor den Kopf gestoßen werde», daß DtandeZinteressen von Beamtengruppen den Aufstieg der Tüchtige« verhindern. Gerade daZ G eg enteil ist der Fall. Für die Eni- Wicklung der Vorarbeiten und die Festlegung der Orgamsatio« wurden von der Arbeiterschaft Herren bestimmt, die dom Ver- trauen aller getragen'wären. Die bisher geleistete Arbeit ist in völliger HebereinstiMmung der Arbeiter- uns Beomstnoertretec geleistet.-■. � Alle Beteiligte» find darüber einig, daß gerade Professor Schilling den ftärtsten Anteil an orn bisherigen Erfolgen hat, Assessor Hsllmich war in der Generaldirektioit überhaupt noch me tätig. Professor Schilling genießt auch noch nach der Nötekonferenz das Vertrauen aller Arbeiterdertretcr. Seine Tätigkeit im Auf- sichtsrat der Firma R. Wolf war und ist ebenso wie bei der General- dircktion ehrenamtlich. Geheimrat Romberg ist nicht wegen Unfähigkeit ausgeschieden, dielmehr gestattete ihm seine angegriffene Gesundheit nicht, die große Arbeitslast weiter auf sich zu nehme». Wer an die Spitze der Generaldirektion tritt, kann dem Urteil de» Zentralarbeiterrates ruhig überlassen werden. Er steht dafür ein, daß die bei ihm tätigen Männer von dem Geiste erfüllt st»-d, der für die Durchführung der gesteckten Ziele erforderlich ist. Der Lohnansfull der Strafjrnbahurr. Der beendet« Streik der Schaffner und Fahrer der' Große» Berliner Straßenbahn hat einen erheblichen LohnouSfall für das gesamte Personal zur Folge gehabt. Die in Betracht kommende» 12 000 Männer und Frauen hoben einen siebentägigen LobnauSfoll von täglich IS M. zu verzeichnen. Di« Leitung der„Großen Bor- liner" ha!, wie berichtet, die Bezahlung der Streiktag« abgelehnt, weil e» sich nicht um einen wirtschaftlichen Sireil handelte. Allel» die Arbeiterschaft diese« einen Verkehrsbetriebes hat tu einer Woche 1 269 999 M. an Löhnen eingebüßt. Sehr viel größer ist aber der Erwerbsausfall all der Kreise, dt« durch die Unterbindung des Straßenbahnverkehrs mitbetroffen wurden. Ein verhinderter M»rd. Zu dieser in der Mitttwchnummer des„Vorwärts" veröffentlichten NNoftz sendet uns die Kompagnie Bräutigam der Republikanischen lL-chutztruppe folgende Mitteilung: Als wir am Sonnabend die Pankstraße heruutersuhren, und zwar mi't der Feldküche der Kompagnie Bräutigam, welche mit 7 Man» besetzt war, wurden wir am Brunnenplatz von einem Zivilisten an gehalten. Er erzählte uns in aufgeregter Weife, daß kein« 896 Meter weiter eben ein NegierungSsoldat ermordet werden sollte. E» kamen noch mehrere Personen, welche nnS in jeder Weise ab- rieten, weiter zu fahren. Tie au sdem Vizefeldwebel Otto, Unteroffizier Tliener, dem Gefreiten Werneckc, Kanenier Weise, Lange, Böhme und Sonnechorn bestehende Besatzung wollte diesen Käme- raden nickt ftn Stiche lassen. Mit fertiggemachte? Handgranate. und schußbereiten Gewehren und Revolvern sauste das Gespann gegen dt- Menge. Mit dem Rufe:„Regterungstruppenl" stob alle? auseinander. Als wir ankamen, fuhren wir Schritt»nd� e» hatte keiner den Mut, auf«n? zu schießen. Der Kraftfahrer ging, aller Verfvlgcr ied:g, im langsamen Schritt auf das F-chrzena zu und fchttcrnjj sich hinauf. Die Zurückkehrenden mit den Waffen in Schach haltend, fuhren wir davon, lang, Gesichter d« verblüfften Publikums hinterlassend. Der Mazisirat teilt folgen d«S mit: Vom«ema-cheotz. de« 15. März, ab wird bi« auf cveiieret aal die CI und 011 Kindee- Vollmilchlarie» für wer Taoc je eine Bückie Kondensmilch verab- tolgt.«m 16. März wird auf die Litec-Kraukensarien nnc 1 4 Lit-r Bollinckch anSgcgedsn. Im übrige» bleibt iit Belieferung dieselbe. FiiriktiovIIre«rd Arbeiterrifte der€. P. D. in den Stnots- letriebcn Tvandau. Mon'ag, 17. März, nachmittags 8'/, Uhr, Ber« sammlung in der Aula des LyceuinS, Soaudau. Die Lichtspiele„Reue Philharmonie-'. Kösenicker Straße llS.S?, dringe» heut die UrausMkrung des nniarüchen FilmAeitS„Fllona FäleviS Schuld mit dem U tcilitei„Die M ireiliebe sand den rechten Weg". Als Srgem'lück wi-.d Hcdda Vernon in»Der Prilichenhieb' ausgejührt. Unentgeltliche vcnr> zritphitchr llnterrlchtsknrfe ksir die Vt be tcricl a t Gros;. Berlins. Zu den vom Hanpwe.bmde itrendSschcr Strnegri p'en vrraliswlleicn Kursen können noch Deüiiehmer beitreten.— iln Meldungen bei Alsred Kunow, Berlin XV7 7t, Perietzerzrc Str. 3S,. Tie Tßarrsttenbnrger Gtadtverordtl-tenpersaMiAl»«« erledigte in einer bis Mitternacht währendesi Sitzung eine reiche T-egesordnung. Bei einer Vorlage, die FortbildungSschul- Pflicht auf alle werblichen unverheirateten Personen zwischen dem 14. und 17. Lebensjahre auszudehnen, hielt es die bürgerliche Rechte für angebracht, nachdrücklich di« Einführung des obligatorischen Religionsunterricht« für die Fortbildungsschule zu fordern, was ihnen sogar von len, Mittelständl-r Frank eine Zurückweisung einbrach», der er- klärte, wenn der NeligionSuntcrricht bis zum 14. Jahre noch nichts gefruchtet habe, so werde er nachher sicher nichts mehr helfen und ,ei ganz überflüssig.— Eine sehr ausgedehnte Debatte riefen die Anträge der beiden sozialdemokratischen Fraktionen auf Begin« de» Abbaues der Vorschulen am 1. April 1919 hervor. Sowohl der Stadtschulrat als die demokratifcke Fraktion erklärte« ihre prinzipielle Zustimmung, nur liehen sich die technischen Schmie- rigkeiten in der vorhandenen kurzen Zeit nicht überwinden. Mit schwacher Mehrheit wurde eine von den Temokraten beantragte Aenderung angenommen, wonach der Abbau erst am 1. April 102® bsginnen soll, falls auch der Staat feine Vorschulen zu diese« Termin abzubauen beginne— Einen Antrag, die vom Militär be- legten Schulen sofort wieder zu �chuizwecken freizumachen, be- nutzten die U. Sozialdemokraten zur Entfesselung einer politischen Debatte, indem sie erklärten, erst das Erscheinen des Militär» habe llnruben Herborgerufen: oer schwind? das Militär, so sorge d>« Ar- beiterfchaft selbst für Ruhe und Ordnung um mache seden Belagerungszustand unnötig. Treffend wieS Genosse H« i l m a n u darauf hin, daß gerade an den Orten, wo die Unabhängigen die Gewalt an sich gerissen hätten, in München, Braumcksveig, Vreme« usw. di« Verbangung des Belagerungszustandes u:G die Unter- drückung der Preßfreiheit eine der ersten RegierunaShandlunoc» gewesen sei, wührcnb die Reichsregierung sofort nach dem S. No- bemlwt den Belagerungszustand aufgehoben unt> die Prcßfreiheit eingeführt Hab«. Wenn wir fetzt wieder in den Belaaerungszustarfe mit seinen Schrecken zurückgefallen sind, so dürfen die sich am wenigsten beklagen, die die Schuld a» diesen Zuständen tragen.— Eine Anfrage unserer Genossen, was der Magistrat au- gesichtS der am 1. April drohenden großen Wohnuugs- n o t getan habe, beantwortete der Kämmerer S e m b r i tz k i eingehend mit der Schilderung der vom Magistrat bereit» hergestellte« und bis zum 1. April noch fertig werdenden Wohnräume: eine. Reibe von Wohnungen freilich wird erst nach dem 1. April fertig werden. Im schlimmsten Falle müsse man diefenigen. die zum 1. April keine Wohnung gefunden baden, auf die Verfügung de» Justiz Ministers verweisen, wo- nach Ermissionen nicht stattfinden dürfen, wenn nicht für die Unterbringung der zu Exmittierenden gesorgt ist.— In der l2. Stunde fragten die Mittelständler an, ob der Magistrat bei eventuellen Plünderungen eine Hof« tung für die Schäden der Gewerbetreibenden übernehmen wolle. Der Oberbürgermeister erklärte das für unmöglich, das Tumult- gefetz sei auf die hier in Betracht kommenden Plünderungen gar nicht anwendbar, wäre es aber anwendbar, so würden die Ge- meinden praktisch die Haftung nicht übernehmen können, hierfür könne nur das Reich in Betracht kommen. verantwortlich für Politik?rt»r zi-kler. Cbarl»tie»IU>ri», ss>r den Uiriaen Teil»e« »lallet»lim Neuwlln. für ZImetgen r»eo»»r WUtf», verlin. Merlos: BotwätlWflafl» in 6. t.. Verltn Druck SlorreflrtS-�mtbniJocet MU> Seriat&utflaU Paul«Ina««.«s. tu Berlin, ainvenfBoi« fc Ferd. Dümmlers Verlag, Berlin SW 68. Soeben erschien: Ed. Unveränderter Neudruck der 4. Auflage. �H62D M. 12,50, geb. 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