|lt.l40.-itj.Iallrg. VetznqSvrets» Slettefläfirl 7Ä) Jtt. atonoü 2 58 5tt fr« in! Haus □oiauswS.bai.tuucüi« kiummern SC bietmia. Loildezug! tRonail-£6-50 Hil.. ttfl. Zustellung S- zedühr llniei arcu'danb uu reullS- >an£> u. Lei!e«reiiS-Ungart-.75 IM, (St das üdr qe iuistand � 75 Dil, da täglich emmaitaei{u'ielluiia? 75 JXt. i'oiibeiiüuiinaen nebmen IN Dänemark Holland tturemdura Schioeoen und t>K Schweiz tinscttagen m die Vail, eitnnoS-Heisl'fte. Der.Sorroaus*«richeint wocheiuSggch zweimal soitmaq. eumuu Süfaiamr-Klatefle .Soziatdemstrai 4} er.!*", Abend Ausgabe. OG Oerlincr Oolk5»blatt. c ISPiGNNw) Ai»,?iae«»r»t»t Die aidiaiwiltxie zionvetetllenTNe v'i», 1.20 Mk,.kilein» Ä*>»>aen-, da«'eie>ieoiu»e Lor ittz iUtätüS 2(enaesruckie«xrie�>«»»! wener» iLor 36 St®, ftre&eim-milw»n» Echtaitieitenanzeiqen 6 o» s tibi trüb IM • Uhr«»««*. Zentralorgan der rozialdcmokratircben Partei Deutrcblanda. Reüaklion und Expedition: SM. öS. Linöcnstr. Z. esernivrechee:«ml Moritiviau, Rr. I l UV- l.5 1 U7. vorwärts-verlag G.m.d. tz., CW. öS, Linöenstr. Z. Kerulvrecher:«ml M«ri<»»Ua<,. Nr. 117 53— Sl. Vrklärnnqen Pichons. Haag. 17. März.(Meldung de» Hallandsch NieuwSbSraS.) Nu» Paris rcird gemeldet: Piche» hat in der üblich'» wöchent- lichen Unterredung mit Prrfirvcrtretern Einzelheiten über die Brüsseler Regelung mitgeteilt. Er führte u. a. auS:?>ie RahrungSmittelver sorgung von Deutschland wird von H oov er geregelt werden. Hoovcr erhält Garantien für dir Be- zahlung, und zwar in Form von Gold und Wertpapieren. Eine Folge de» Brüsseler Abkommen» ist die teilweise Einstellung der Blockade. Sofort nach der Unterzeichnung des Präliminarfrieden» wird sie durch die Reu- tralen vällig eingestellt»erden. Puchen teilt» dann weiter mit, daß dir Verfassung de» S i 1 1 1 1> bände« nicht in d i e Präliminarien aufgenommen werde, da sie bis dah n"(cht endgültig festgelegt»erden lönuc, besonder» nicht ehr Neutralen sich zu dieser Frage ge- äußert haben. Andererseits kann man aber nicht«arten, bi» sie ihre Meinung bekanntgegeben haben. Fcdoch wird Wilson» Prinzip de» Bilkrrbunde» Ut dem Abkommen zum Anädrnck gebracht»erden. Ueber die Präliminarien selbst wird mit den Deutschen keinerlei Diskussion geführt werde». Sie haben entweder anzunehmen oder abzuleh- neu.' Die Alliierten stellen sich weiter auf den Standpunkt, daß Deutschö st erreich nicht von Teutschland«bhänzig werden dürfe. Eine Volksabstimmung, so wie sie jetzt in Deutsch- Ssterreich vorgenommen werden soll, ist vustatthaf» Erschießung Unschuldiger! schwere Anschuldigungen gegen die RegierungStruPyen. Ur.S liegt eine Reihe von Zeugenaussagen vor, nach denen mäh- rend des letzten Aufstandes willkürliche Erschiedungen Unschuldiger von seilen der Regierungstruppen vorgekommen sein sollen. ES handelt sich zunächst um die Erschießung von Angehörigen der ehemaligen BolkSmarinedivifion am ll. März in der Französi- schen Straße W. Räch affigiellen Berichten sollen fich dies« Leute allesamt(35 bis 36) ihrer Gefangennahme mit der Waffe in der i Hand widersetzt haben. Bon anderer Seite wird das entschieden be- l stritten. Es sollen auch vollkommen harmlose Leute diesem summa- I rischen Verfahren zum Lpfer gefallen sein. Unter den Eischossenen befand sich z. B. auch ein gewisser R ö s n e r, Fidieinstr. lg, der nach Aussage seiner Ehefrau seinen durch Cranatschuß schwer verrvun- deten Arm noch in der Binde trug und gor nicht fähig war, Waffen zu tragen. Die Leiche dieses Manmeö soll nach Aussage der Frau noch beraubt worden sein. Der Depotführer de» Depot 11 bekundet, daß er beschimpft und geschlagen wuvdc, al» er fich um die Freilassung der Jnhaf- Herten bemühte. Am 7. März, vormittag» zwischen 10 und 11 Uhr. soll nach den Angaben von fünf Zeugen der Soldat der Republikanischen Soldatenwehr, Paul Riga,«ruf Befehl eines Offiziers erschossen worden sein. Die Zeugen versilbern, der Erschossene habe nicht da? geringste begangen, was seine Erschießung rechtfertigte. Po« verschiedenen Seiten wird uns gemeldet, daß Leute aus keinem anderen Grunde verhaftet, beschimpft und mit dem Er- schießen bedroht worden seien, als weil sie eine rote Kokarde an ihrer Mütze trugen. Alle einzelnen Fälle können nur durch eine gründliche Unter» suchung geklärt werden, der die Bestrafung der als schuldig er- tonnten folgen muß. Zusammensossend ater kann man wohl sagen, daß nach allen bisherigen Erfahrungen eine gründliche Reform der Freiwilligentruppen nicht zu umgehen sein wird. Es muß erreicht werden, daß sich diese Truppen auf die Ausführung der ihnen erteilten Befehle beschränken, eS muß verhindert werden, daß einzeln« ihrer Angehörigen nach eigener Lust und Belieben Krieg führen. Im Bürgerkrieg wird es sich nie vermeiden lassen, daß Aus- schreitungen auf beiden Seiten verübt werden, daß in Leiden- schaft und Ukil>e reifer manche« geschieht, was sich bei ruhiger lleberlegung nicht reck.tserligen läßt. Aber Ausgabe der Regie- rungStruppen und ihrer Führung muß es sein, die Quellen dies«« Uebcl» zu verstopfen. Man hat bisher nicht den Eindruck, daß in dieser Beziehung mit der nötigen Tatkraft vorgegangen wird. Die Regierungstruppen müssen sich so verhalten, daß sie von der Bevölkerung als ihre Freund« und Hrlfcr, nicht aber als ihre Feinde betrachtet werden. Wir verkennen keinen Augenblick da» Verdienst, dos sie sich al« Ganzes um Berlin und Deulschland er» ment« in der Arbeiterschaft sei ständig im Wachsen. Die Berg, warben haben— welche Zustände hätten wir wohl heute ohne siel arbeit« bestehen ausderVerftaatlichungderBergwerke� Aber gerade damit sie ihre Funktion restlos erfüllen können, müssen und die Eisenbahner auf der Verstaatlichung des Transport. �si« r>n tadelloses Instrument der Ordnung sein und als solche» Wesens. Sowohl von feiten der Regierung wie von seilen der ausschließlich den Zwecken der vom Boll eingesetzten Regierung Arbeiterführer sei man über die Entwicklung der Dinge in höchster Lienen, sie dürfen weder Politik auf eigene Faust treiben noch auf Besorgnis. Die Lage sei weit bedrohlicher als es die englische Presse scknldere, die namentlich über die fortgesetzten Streiks im englischen Noröfchleswigfche Kriegsgefangene kehren zurück« Kopenhagen, 17. Mär,. Gestern trafen Bf« au» englischen Kliegsgesangenenlogern 300 RordschleSwiger ein, denen ein begeisterter Empfang bereiset wuide. Jdnen zu Ebien sind veiichiedene Festlichkeiten geplant. Am tommendcn Msst- wo7. März.(Meldung der.Telegraphenkompagnie'.) Der Londoner Korrespondent de».Sccolo" macht sehr pessi- mistische Mitteilungen über die Stisnmung in englischen Ar- beiterkreisen. Trotz aller Bemühungen der Regierung besteh« sehr wenig'Autsicht, daß der Generalstreik in Großbrilan- n i t n vermieden iverdcn könne. Der Einfluß der radikalen Ele Bergbau auS politischen Grüsiden nur sehr lückenhaft berichtet. Notleiöenüe Kinöer nach Schweöen. Stockholm, 17. März. Laut Stockholms„Tidningen" ist da« schwedischeRoteKreuz damit beschäftigt, die Unterbringung notleidender Kinder aus Deutschland, Oesterreich, Polen, Belgien und den baltischen Provinzen in Schweden vorzu- bereiten. Man rechnet zunächst mit siebenhundert Kindern, di« im Lauf« des April hier erwartet werden. Die Vorverhandlungen mit den zuständigen Stellest in Teutschland und Oesterreich sind bereits, im Gange Außerdem plant das schwedische Rote Kreuz, wie »SvenSka Dagbladet' erfährt, ein« Sammlung von Leinenroäsche, um diese deutschen Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen. Wilhelms Raritäten. Berlin, 17. März. Tie bemiibe Regierung hat beschlossen, die im Jahre lOOl von Peking nach Deuiichland übergesübilen 0 st ron-o mischen Instrumente an Cdina zurück,»geben. Dse Verschiffung der Instrumente nach China ist m die Sieg« ge- leisei Der Diebstahl der prächtigen Instrumente, die man in Potsdam bewundern konnte, wird alko jetzt von einer Re- pierssng nickgängig gemacht, die eine höhere Auffassung von Mein und Dein im VöUeilebeu hat als die wilhelmmische seligen Angedenkens. { eigene Faust nach selbst erfundenen Gesetzen Krieg führen. Hoffentlich liegt jetzt der letzt« Bürgerkrieg hinter nn«. Aber auf alle Fälle müssen die Regierungstruppen für ihre Auf- gaben geschult, ungeeignete Elemente müssen rücksichtslos auSge- sondert werden l Zn de» gemeldete» Mitteilvnge« der„Freibeir' über Gr- schießungen von Matrosen her SolkSmarinehivisio» In deren Kassen- räumen in der FranzSsischrn Btrnß« wird uns miturreilt, daß Reichspräsident Sbert auf die AnNage her„Freiheit- hin sofort sich mit dem Reichsminister RoSke wegeb strengster Unter- frchung der Porgängr in Verbindung gefetzt und daß Minister Roske bereit« dir Ernleiwng der erforderlichen gerichtliche« Maßnahmen veranlaßt hat. Weiter bringt dir„Freiheit" eine Mitteilung, wonach bei der Barde-Lavallerie-Schüyrndivision wenige Stunden nach dem Roske» schen Erlaß wonach»rschosirn werde» sollt»,«er mit Waffen in der Hand kämpfend gegen»legirrungstrupprn«ngetroffen wurde, e i n zweiter geheimer Befehl der ,.Offizier»l«m«rilla" er- gangen fei. wonach anch solche Leute sofort erschossen werden sollten, in deren Wohnung Waffen aesnnde» wurden. Hierzu wird uns von der zuständigen Stelle erklärt, daß ein solcher Befehl der Divi» sion n i ch t bekannt ist und daß sofort ermittelt werden soll, wir da« obige Gerücht entstehen konnte. Der nrne»ldenbnrgische Landtag tritt am>0. März zusammen. Er wird sich in seiner ersten konstituierenden Sitzung mii der Frage der Regierungsbildung befassen. Für den 16. März hatten unsere oldenburgischen Genossen einen Landesparteitag einberufen. In erster Li. ie ist auf ihm die Reorganisation der Part«; be- i sprachen worden. Die Unabhängigen. Von allen Parteien, die heute um die Eestaltung d« 1 deutschen Zukunft ringen, hebt sich die U. K. P. durch den be- sonderen Lärm ab, mit dem sie ihrer bescheidenen Meinung nach„Geschichte macht". Sie beherrscht alle Register der Deinagogie, mit Erfolg bei allen denen, die sie so gern als Mitläufer bezeichnet, solange sie nicht mit ihr la>is«n. Sie rechnet auf die Nöte des Volkes, sie ist die Nutznicßerin ver- zweifeltcr Situatoncn, und nichts ist doch leichter, al» die ! innere Hohlheit, die Lügen und Widersprüche dieses Partei- gebildes aufzuweisen, nachzuweisen, daß die Unabhängigen wohl Sinn und Instinkt für politische Konjunktu- ren, ober weder den Ernst, die Talkraft, noch den Mut imd die Konsequenz besitzen, um in so bftlerernsien Tagen die Geschicke eines Volkes zu leiten. Vor dem Kriege bildeten die Leute, die hosite das Groß der Unabhängigen umfassen, das orthodoxe Element der Partei, das vergnüglich mit den Bällen zu Phrasen erstarrter Gedanken spielte und im übrigen die Welt für einen großen Zahlabend hielt. Aller Vertiefung und qcistsgen Weiterentwickelung der Partei setzten sie den hohcitsvollen Wider- stand ihrer grundsatztrencn Vollendung entgegen, für die es dank dem Katechismus in der Westentasche grundsätzlich keine Problem? gibt. Ihren ersten Schiffbruch erlebten sie beim Ausbruch des Kr'egcs. Sie stimmten allesamt für die Kredfte, nicht aus Prinzip, wie die Männer, die dieses Prinzip durch Nöte des Krieges und des Ansturms auS eigenem Lager hochgehalten haben, sondern aus A n g st und weil die Kon- junktur eS damals verlangte. In dem Maß«, wie die Un- Möglichkeit offenbar wurde, den Krieg zu raschem, gutein Ende zu führen, wsichs der Mut der Unentwegten, sich wieder sogenannter Grundsätze zu besinnen. Allerdings äußerst be- dingt, so wollte Herr Ledebour erst die Russen an die Lder kommen lassen, um sie dann zu schlagen. Jedenfalls erkannten sie wieder die Konjunktur, die ihnen die wachsende Kriegs- Müdigkeit bot und dachten der schgnen Zeiten, wo man noch protestieren konnte, ohne verantworten zu brauchen. Al» ihnen der Versuch mißlang, mit Hilfe deS MehrheitSprinz'pS einen Kurswechsel der Partei durefoslsetzen. sprengten sie die Partei und eröffneten jenen vruderkampf. der die freudige Kraft des Proletariats im Kampfe für den Sozialismus zer- störte, unser gesundes geistiges Leben vergiftete, den deiitschen Sozialismus dem Spott und Hohn deS Auslandes auslieferte. Die Unabhängigen durchkreuzten selbst die offensichtlich auch in ihrem Sinne notwendigen Aktionen, daS trieb sie unzählige- mal in ein? Phalanx mit den Konsewativen. T�bei waren sie, wie alle wildgewordenen Kleinbürger, im entscheidenden Augenblick harmlos: nachher, lvenn di« Sache schief ging, wollten sie es niemals gewesen seinl Tie volle Gefährlichkeit und Erbärmlichkeit dieser Partei offenbarte aber sich erst in der Revolution. Diese Nevolutio» haben wir natürlich nickt der Ueberlegenlieit der Entente, nickt dem wirtschaftlichen und militärischen Zusammenbruch, nsthr der Korruption des alten Regimes zu verdanken, nicht auch den Kieler Matrosen, di? sich einen N g z f e zum Gouverneur wählten, auch nicht den Naumburger Jägern, die sich als erste ,auf der.,Vorwärts"redaktion dem Volke zur Verfügung stell- tcn— nein, eS waren die Unabhängigen, wie sie uberliaupt die Macher alles dessen sind, was sich später als Erfolg heraus- stellt. Diese Nevolutlon— soll sie daS bringen, was sie will: dl« glückliche Zukunft des Volkes stellt und fällt mit der einen Bedingung: der sozialistischen Einheit! Der 9. November hatte sie bringen können. Tie alten Gründe der Gegnerschaft, die Bewilligung der' Kredite usw., fielen fort. Es-gab ein? Grundlage: das alte Ziel der Sozialdeniokralie, die politische und ökonomische Befreiung der Arbeiterklasse, die Erreichung des Sozialismus auf dem Wege der Demo- kratie. Die Politik der Unabhängigen in den letzten vier Monaten ist eine schäbige Komödie. In den Ministerien haben sie sich — abgesehen von schöpferischen Köpfen eines Wurm, Kautsky oder Benistein, die sich im Rabmen dieser Partei unglücklich gcnna ausnehmen— daraus beschränkt, die Arbeit ihr?? sozial- demokratischen Kollegen zu lähmen und zu durchkreuzen. jahrzehntelang auf bloße Opposition eingestellt, sagte ihnen wohl der Sessel, aber nicbt die Arbeit zu: sie schieden au« und wurden wieder grundsätzlich. Etwa so. wie Richard Müller. der mit seiner Leicke den Weg zur Natiaualversammlung sperren wollte und drei Wochen später die Spartakisten.zur Beteiftgung an den Wahlen zu animieren versuchte. Oder um- gekehrt H a a s e, der sich im Zirk"s Busth für die Demskrati« und auf dem Parteitag für das Rätejyjlcm erklärte, Sie SdUiWe kannte man zu Hunderten mehren. Man kann sich im Kampfe wwn die Unabhängigen schon damit be- gni'igen, sie gegeneinander auszuspielen. Hören wir, waS -Heinrich S t r ö b e l z. B. von seiner Partei schreibt(Nr. 12 der„Wrltbühne"): ?er Parteitag der 11. S. P. D. bewies, dah vle Sbergrohe Mehrheit in dieser Partei dem BolsckewiSmuS bereit? erlegen ist. Noch hat man sich in der angenommenen Ness- tution nicht mit Haut und Haar dem Kommunismus verschrieben, noch hat man dem deniokralisch-parlamentarischen System einige Konzessiönchen gemacht. Aber das sind nur pla. tonische Vorbehalte, die man ohne besondere Skrupel preis- geben wird, wenn die Welle deZ Bolschewismus erst stürmischer stulet. Unsere Polililcr sind nun rinmal feint Konsrqucnzrn- machrr und Prinzipienreiter. Sie lieben die Anpassung, mögen sie nun vülow rtder Belhmann, Schcidcmann oder Haase heilem Um nicht.ausgeschaltet" zu werden, akkommodirren sie sich jeder Situation. Belhmann schlidderte, sicherlich ganz gegen seinen ursprünglichen Willen, in den katastrophalen U-Boot-Krieg. Haase bequemt sich, um wenig- sbcnS etwas von der Demokratie zu retten, dem populären Rate» fhstem an und merkt nicht, daß er dadurch gerade die Kala» strophe der Demokratie beschleunigt. Das sind sie. die die Grundsätze hochhalten irnd andere deS Verrats bezichtigen. Man fönnde lachen darüber, wären oi« Wirkungen dieser Politik nicht von so schweren Folgen. Die Unabhängigen wissen, welche fürchterliche Zukunft mit dem Bolschewismus heraufzieht, sie wissen auch, welche nn» geheure Last ans den Schultern ihrer heute dem VoUe ver- äniwortlichen Parteigenossen lastet— sie scheren sich den Teufel darum, wenn nur d'e Mühle ihrer Partei klappert. Darum Hetzen sie sinnlos gegen rechts, weil die von keiner Regierung wegznhexrnde Not die Massen nach links drängen könnte und weil sie dann für den Fall e'neS spartakistischen Sieges ihre augenzwinkernde Reverenz machen können. Sparta- kisten sind sie nicht, weil rS auch anders kommen kann, weil Mut dazu gehört und weil, wenn es Hort auf hart geht, man immer rechtzeitig den Unschiildigen spielen kann. Saboteure der Arbeit der einen, Verräter an der Aktion der anderen, für die sie intellektuell verantwortlich sind— das sind die Un» abhängigen, daS ist ihre wilhelnrinisch« Politik des„l�mmer feste druff!" und„DaS Hab« ich nicht genwlltl" Der Prole- tarier aber zahlt die Zeche mit Blut und Leben. Ist das Schießen vorbei, dann kommen sie mit der weißen Fahne, AeitrittSerklärungen und Abonnementsamttungen für die „Freihe't". In dieler Hinsicht wissen sie, WaS sie wollen und darin werden sie sich auch treu bleiben. So schwimmen sie immer oben, so glauben sie die Stürme der Geschichte überdauern und ans jeden Fall die Früchte der Erfolge mit genießen zu können, für die andere ihr Leben einsetzten. Lichtenberg«nö üie Solschewlki. Grcuelnachrichtcn im Bürgerkrieg. Der Vorgang mit der Lichtenberger Berichterstattung, den wir schärsstens verurteilen, und die höchst bckiagens- werten Mißgriffe der NegierungStruppen benutzen die Unabhängigen wie getvöhnlich, um den grundlegenden Sachverhalt zu verdunkeln, nämlich, daß die Regie- rung nicht anders handeln konnte, als mit Ge- walt die verbrecherischen Anschläge zu unterdrücken. Dem- gegenüber muß stets wieder bervorgehoben werden, daß die Unabhängigen oder Spartakisten oder wer es auch sein mag, nirgend und niemals ihre Macht anders als durch Gewalt aufrichten. Beweis: Bremen, Braunschweig, Düsseldorf usw. usw. Aber abgesehen davon sind auch die Methoden fast bis auf den letzten Punkt gleich. Beweis: die Praxis der den Herzen der Unabhängigen so teuren und von ihnen be- wunderten Bolschewiki. Man möge z. B. die Sammlung der Bulletins, die die amtliche Russische Telcgraphen-Agen- tur„Rosta" herausgegeben hat. aufschlagen; da findet sich Der Herzog von Mbfunöien. ES ist keine neue Dynastie mit vielhundertjährigem Wappen- schild, von der wir hier erzählen, und dennoch ist'S ein Herzog. Keiner mit Fürstenkrone,«r trägt auch nicht den bescheidenen Mirgerhut. Er ist gekrönt mit der roten Mütze der RevolutionS- sobber. Er ist auS dem Quirl der revolutionären Leidenschaften plötzlich emporgekommen und hat durch den plötzlichen Umschwung seiner Gesinnung von der KriegSbcgeistevung zum revolutionär- republikanischen Wächtertum sein Glück gemacht. Sein Reich ist die Presse und da? Zepter seiner Herrschaft beißt Demagogie. Tie alten Herzöge trugen kostbare Kleinodien, der Herzog von Abfundien aber siebt in den auSländi- schen Wertpapieren ein« ebenso große Sicherheit für seine Existenz. Die bloublütigen Herzöge der alten feudalen Zeit waren Feinde der Revolution und schützten vor deren neuen Forderungen, wa« ihre Vorfahren mühselig ergaunert hatten. Der neue Herzog aber ist ein Kind der Revolution, und obwohl er au» der Revolution klingende Gewinn« gezogen hat, traut er ihr ebensowenig al» der alte und— rettet, wa» er kann, in» Ausland. Ursprünglich fristete er als kleiner bescheidener Mann ein armselige« L'teratenleben. bi» er in der Revolution die große Konjunktur entdeckte, für die AuSmünzung von volkSleidenschosten in braune Lappen. Nun ist er der Herzog der Republik. Und woher er seinen Titel al« Herzog von Abfundien erhalten hat, soll folgende» kleine» Histörchen erzählen: Als er entdeckt hatte, wie leicht idealistisch« Eeldleute mit republikanischen Tiraden besoffen gemacht und gewonnen werden konnten, hatte er sich einen reichen republikanisch gesinnten Mäzen vorgeknöpft, der ihm für die Verbreitung republikanischer Ideen in einem literarische» Blättchen vertragsmäßig die Summe von ROGOO M. zusicherte. Natürlich war e» ihm um die«0000 M. in erster Linie zu tun. In dem Jubel über den glücklichen Fang vergaß er das Maß republikanischer Beseifberung, das er im GeschäftSvertrage ver- sprachen hatte. Darob ward der gute Mäzen tief betrübt. Und als er merkte, daß man seinen hohen Sin» so mißbrauchte, kündigte er verdrossen den Kredit. Der Herzog aber war mit dieser Wendung durchaus unzufrieden und klammert« sich an da« wunderschöne Geldversprechen. Idealistische Scbtviärmer, auch wenn sie sehr reiche Leute find, haben eine tiefe Angst vor öffentlichen Skandalen. Und al« darum otr Heryoc, drohte, den Kadi auf die versprochenen«0000 M. loS» zulassen, da wurde der Mäzen schwach. in der MittagS-AuZgabe vom 18. Oktober 1918 fosgendeS Telegramm, das wir ungekürzt und wortgetreu wiedergeben: MoStau, IS. Oktober. AuS Totjmo wird mitgeteilt, daß die Engländer eilig au» ArchongelSl Holz. Pech und Hanf fortschaffen, da sie auf einen längeren Aufenthalt nicht mehr hoffen. Die Weibcardisten und dir Engländer töten alle Per- wnndeten und Gefangenen, indem sie sagen, daß, wenn jemand vom PolschowiSmus angesteckt ist, er unheilbar sei. Tie jungen Leute in den von den Engländern tesctzten Gebieten des Gou- verncmentS Archangelsk bilden heimlich Freisch-aren. Die Arbeiter und niederen Beamten fliehen au« Archangelsk. Sie schlagen sich gruppenweise durch Wälder und Sümpfe, erschöpft vor Hunger und Slrapazen, durch. Ans ihnen werden beson- dere Ftück tlingijableilungcn zum Kamps« gegen die Eindring- linge gebildet. WaS sagen die Herren Unabhängigen zu dieser Greuel- Nachricht über die mordenden Engländer, einer Nachrickst, bei deren Stilisierung auch Emil Eichhorn. alS Redakteur des Berliner BureauS der„Rosta", sein Scherflein beige- tragen hat?_ Parteitag und Wahlgesetz. Der Ruf nach einem ollgemeinen Parteitag beschäftigt alle Einzelorganilaflonen und wird immer stärker. So faßte am 9. und 10. März in Würzburg der Gautag Untersranken, der von fast 109 Delegierten des NegierungsbezirkS Unter- franken beüfrckt war, auch einen diesbezüglichen Beschluß. Wie aus dem„Vorwärts" ersichtlich, soll nun am 29, März Partei- vorstand und Ausschuß sowie die Parteifraktion in Weimar darüber schlüssig werden, ob der Parteitag schon jetzt no'wen- dig sei oder, wie eine andere Aufsasiung sagt, erst nach Fest- legung der ReichSverfassiuig, mit Rücksicht ans d e gesetzliche Festlegung des Wahlgesetzes. Diese Auffassung dürfte sich aber als langfristig erweisen. Die Tagung de» Gesamtparteitags ist dringend nötig. weil der organisatorische Apparat nicht nur intakt bleiben, son- dem auch verbessert werden muß, ebenso die Agitation, insbesondere die Parteipresse neuer Impulse bedarf. Es gibt einzelne, neue Wahlkreise. woüberhauptkeinPartei- organ ex'stiert, und viele Wahlkreise, in denen die Partei- bewegung sehr in die Breite gegangen ist. Hier muß schleunigst? Abhilfe einsetzen, aber auch gründ- sich. Di« Venvertung der„neuen Zeil" ist nur möglich im Einklang m�t der Zentralleitung, die zur Zeit der„Regie- rungsmöglichkeiten" stark gelichtet ist. Mit Rücksicht aus wei- tere, kommende Wahlen ist somit eine Neu- resp. Re- organisation nicht mehr aufschiebbar. Schwierigkeiten, wie Verkehrshindernisse oder Parlamentstagungen, können kein Grund sein, die elementarsten Grundlagen der Partei zu vernachlässigen. Bei dieser Gelegenheit stnd e'irige Worte über das neue Wahlgesetz beizufügen. Die Sozialdemokratie ist keine Partei„der Wahlmacher", das haben die kürzlichen Wahlen bewiesen, Be! Festsetzung des Wahlgesetzes ist die Partei im Verhältnis zur Allgemeinheit zu kurz gekommen. Abgesehen von der langen Verzögerung der Wahlen, sodann der Partei- spaltungen, die die Wahlen ungünstig beeinflußten, sind andere Bestimmungen schlecht kalkuliert worden. Es ist eine Tatsache, daß die Linksparteien unter dem Einfluß deS neuen Wahl- gesetzes besser abschneiden mußten. So durch die Zugrundelegung der altrn Bevölkerungsziffer und der Bestimmung der „verbundenen Listen". Da» diktierte Dahsgefetz hätte statt de? Norm, auf 159 099 Einwohner 1 Abgeordneter, ebenso gut lauten können: auf 79 999 Wahlberechtigte. Auf Grund der neugeschaffenen Wählerlisten wäre damit der neuesten Bevölkerungsverlchie- bung Rechnunss getragen worden und eine Anzahl Wahl- kreise hätten die ihnen gebührende Anzahl Abgeordnete er- halten. Auch ist zu ern'ägen, ob nicht eine kleine Anzahl „ReichSmandate" zu schaffen sind, die die Stimmreste der ein- zelnrn Wahlkreise, j« den einzelnen Parteien gemäß ihrer St'mmen, zusammenfassen. Das System der verbundenen Listen ist eigentlich eine Fortsetzung der Itichwahlkompromiste. Die Linksparteien haben fast keinen Gebrauch davon gemacht, Schließlich arrangierte man sich. Dem Herzog würben angeb- klche Schulden in erbeblich'em Betrage bezahlt und außerdem eine Abfindungssumme von 250V00 M angeboten, damit«r sein drohend schon ausgerissenes Maul wieder stumm zuklappen ließ. Der Revolutionsfürstentag hat in seiner Karnevalssttzung voll Begeisterung über den wohlgelungenen Streich de? so glücklich ab- gefundenen Herzog» ihn mit aller Feierlichkeit zum Herzog von Abfundien geschlagen. Der Herzog von Abfundien, der ist ein kluger Mann. Er weiß. wa» er der Revolution verdankt, aber er traut Ihr nicht. Er brüllt« wie ein Berberlöwe, daß da» Kapital der oberen Zehntausend zugunsten der breiten Massen de» Volke» enteignet werden müsse. Und kaum, daß sein GebrLll verklungen war, begann er sich auf seine SSV 000 M. und auf die große Gefahr, min auch den armen Teufeln mithelfen zu müssen. Da kniff er scheu den Schwanz ein. reiste mit seinen Banknotenpäckchen zu einem Kongreß nach der kapitalistisch gesicherten Schweiz und legte eS dort der Sicherheit halber in ausländischen Papieren an. Morgen wird der Herzog von Abfundien«ine solenne Pro- klamation an all« Getreuen de» Kreise» der sich Neppenlaffenden verkünden, in der er die Kapitalisten und Banknotenschleichhändler und Geldverschieber al» daS ekelhafteste Gelichter der deutschen Republik brandmarken wird. �rbetterchorgesaog in öer Singakademie. Wa» durch den Krieg zerrissen war: Ring an Ring schließt sich ollmählich wieder zur Kette zusammen. Schon lann der Männnergesangverein„Namenlos", zurzeit wohl der stärkste aller hiesigen Chöre deS ArbeitersängerbundeS. mit>30 aktiven Mitgliedern konzertieren. Aber-er hat auch qualitativ keinerlei allzu bemerkllche Einbuße erlitten. Er wußte sich auf der Höhe von ehedem zu halten und bat FortbildungSarbeit an sich voll- bracht, besonder« im vertiefen de» Vortrogz bereit» in früheren Jahren studierter Chöre. Sie zeigt sich aber auch darin, daß an Neue» und Alte» mit soviel Eifer al» Ersolq herangegangen werden konnte. Erstem Kategorie dürfen die Chöre von Kurz(Dehmeli Wiegenlied). Scbwartz(BolkSliedi, Schulken(KrühlingSstüime) und Wendel(Feldeinsamkeit) zugerechnet werden. Al» Erweiterung des Repertoir» nach der Klassiker-Seite hin gelten zwei Schubert- s ch e Chöre mit obligater Klavierbegleitung(Da« Dörfchen und Nachtgesang im Walde). Sie stellen besondere Erfordernisse an die lyrisch-musikalische Bewältigung. Vielleicht ist kein Saal besser ge- eignet als gerade die Singakademie mit ihrer unvergleichlichen Akustik, festzustellen, wie sowohl einzeln als im, ganzen gesungen wird. E» geht nämlich in diesem Raum kein Atom verloren. Das gilt im guten und schechten Sinn«. Die minimaste Tonschwankung ist vexnehmbaQ Zwischen dem Instrument und dem Stünmkörper aus prinzipiellen Gründen, und den Reaktionären brauchen w> nicht noch Hilfsdienste gewähren. Diese Gesichtspunkts sind bei neuen Wahlen zu berücksichtigen und bedürfen einer Diskussion des Parteitags._ A. K o l b. Wü ist öer Verrat) Ter„Vorwärts" und der letzte Generalstreik. Die„Freiheit" schreibt: DaS verräterische Verhalten de».�Vorwärts" und seiner Hintermänner hat bekanntlich dazu geführt, daß der Generalstreik in Berlin abgebrochen werden mutzte. Das war im gezelenen Moment da» klügste, wa» zu machen war. Der„Vorwärts" war, wie unsere Leser wissen, stet? ein G e g n e r des letzten Generalstreiks, der vom Spartakus- b u n d herbeigeführt worden ist, er hat stch die Forderungen, die nach dem Stieikbeschluß aufgestellt wurden, in wesent- sichen Teilen nie zu eigen gemacht. Unser Verhältnis zum Spartakusbund und zu den Unabhängigen ist doch klar genuy. so daß man unsere Gegnerschaft gegen ihre Politik wirklich nicht als Verrat bezeichnen kann. � Der„Vorwärts" hat nicht die Interessen der Unabhän- gigen, sondern die der arbeitenden Bevölkerung zu vertreten die durch den sinnlosen Streik aufs schwerste gescklädigt worden sind. Wenn jemand etwas verraten Hot, so sind eS die Unabhängigen gewesen, die aus Angst, gegenüber dem Spartakusbund nicht ganz„radikal" zu er- scheinen, mit den Interessen der Arbeiter Schindluder ge- spielt haben. Wenn in der gleichen Notiz gesagt wird, die Spartakisten trieben Politik ohne Rücksicht ans die binter ihnen stehende reale Macht, so gilt von den Unabhängigen genau dasselbe. Diese haben bei den letzten Wahlen noch nicht den achtzehnten Teil der Wähler hinter sich gehabt und sie sollen sich vor dem Fehler hüten, durch Gewoltmoßregeln erreichen zu wollen. waS ihnen an solider Macht, durch kräftigen Rück- hall in den Volksmasjen selbst fehlt. d!e Bergarbeiter für Verkürzung öer Schichtzeit. Ekeben-»nd sechsstündige Arbeitssch-cht gefordert. In Bochum fand eine vom alten Bergarbeiterver- band einberufene Konferenz zur Besprechung aller im Vorder- grund stehenden Bergarbeiterfragen unter Leitung de» Abgeordneten Sachse statt. Die Versammlung war von ollen Z«ch«n de« Ruhr- gebiet» mit Ausnahme des besetzten Gebiet» von Mör« beschickt. Ein« längere Debatte entspann sich über die Verkürzung der Schichtzeit. Obwohl Abg. Sachse im Austroge de» Arbeitsminister» Bauer dringend bat. jetzt von einer Scknchtverkürzung mit Rücksicht auf die Notlage unsere« Vaterlande» Abstand zu neh- men. gelangte einstimmig ein Antrag zur Annahme, der ver- langt, daß ab l. April diese» Jahre» die siebeneinbal-bstündige, ab 1. Januar!!>Z0 die sirbenstiindige und ab 1. Januar l»ZI vir lech»- stündize Arbritbzrit einschließlich Ein- und Au»fahr> zur Einführung gelangen soll. Erfolge die Schichtverkürzung nicht zum l. April, dann würden die Bergleute st r e i k e n. An die ReichSregieninz wurde ein Telegramm geschickt, in dem u. a. bi» zur gese�lichen Regelung der Steiger-. Revier». Betrieb»- und Bezirk»räle allseitige Anerkennung dieser Rät« gefordert wird. In d«r Schaffung von Bezirk«-. Lande», und Reich». r ä t e n. der Verstaatlichung de» KohlensyndikatS und in der Errich- tung eine« SachverständigenbeiratS für die Kohlemvirtschaft erblickt die Konferenz den ersten Schritt zur Sozialisierung de« Bergbaues. Sic fordert daher alsbaldige Einsetzung dieser Körperschaften. Sozkalüemokratistb er Wahlsieg in Hamburg. Hamburg, 17. MSrz 1919.(E!g. Drahtbericht de»..Vor- wärt»".) Bei den V»rgcrschast«»ahle« am aestriqen Sonntag erhielt»ie Soz. MchrheitSpartei von den 160 Mandaten 80, die Nvabhängigen 13, die Temakrate» 30 n»d die übrigen bürgerlichen Parteien 37. bestand manchmal eine wenn auch nicht allzusehr in» Okr fallend« Sckwebung. Im übrigen ist van dem Programm zu sagen, daß darin kein au? irgendwie sozialistischem Geist geborener Cbor sign. rierte. Man büte sich vor Verbürgerlichung und Liedertafelei. ES ziemt ArbeiiersSagerckören. sich immer ihrer spezifischen Mission al» Tröger sozialkünstlerischer Siedanken und Bestrebungen bewußt zu bleiben, Soliftisch lleß sich Fräulein Heckenbach alz G« gerin hören. Ein ungemein weicher Ton und flüssige Technik, die hauptsächlich in Paganini» kapriz'ösen.Kanarienvogel'(Flageolett!) hervortrat. sind angenebm aufstoßende Merkmale. Herr Max Rotben» bücher sang Lieder von Jensen. Rubinstein ulw. Er verfügt über einen pastosen Bariton, dem e» doch auch nicht an Geschmeidigkeit mangelt. Jedenfall» aber lögen dem Sänger Löwesche Balladen »ngleick günstiger al» Lyrik. Dort gäbe e» Gelegenheit zu wuchtigdramatischer Gcstallung. Und gerade die scheint dieser Stimme zu eignen._«k. Notiz?»,. — Kirch« und Sozialdemokratie. Diese Fvmee wuck« unlängst überaus bemerkenswert von dem amtierenden Pfarrer Fritz« auf einer öffentlichen Volklversammliing im mosten Gürzenich» saale zu Köln bebandelt. Er veelangte. die Kirche muß ffir di« tieferen Gründe der sozialdemokrotischon vewegunq ein andere» Verständnis al» b»der gewinnen und di« Sozialdemokratie müsse ihr Urteil über den Wert aeiktig-seelischer Kräfte einer Revision unterziehen. Tie Red« ist fetzt all Broschüre im Kölner Verlag Gilsbach erschienen. — Theater. Da» Tbalia-Tbeaier kühri am Mittwoch zum ersten Male di« neue Gesana»vosse„Zur wilden Hummel" von Jean Kren und Eduard Ritt«r auf. — Musik. Im Dom veranstaltet Walter Fischer am kam» menden Donnerstag um 8 Uhr«in Orgelkonzert. Frau Thanner-Ofker(Sopran) und Fräulein Rumpelspacher(Alt) wirke« mit. Der Eintritt ist irei geaen Entnahme eines ProgronimS, — Vorträge. Der Rilke« Abend von Gertrud Treßnitz, der ursprünglich am v. März stattfinden sollte, ist auf Sonnabend, den LS März.(Beckftei'nsoal) verlegt worden. Karten behalten Gültigkeit— Di« Vorlesungen des FcrienlursuSder Landwirtschaftlichen Hochschule beginnen DienStag. den 18. März. — Ein« Vermehrung der deutschen Vibe.r ist in den letzten beiden Jahren eingetreten. An der Ekbe und Mulde haben sich, wie der Jagdzeitschrift„St. Hitbertn»" berichtet wird, di« Standorte der Biber erweitert, während i» den vorhergehenden Jahren diese Nager so stark zusammengeschmolzen waren, daß man allenthalben ihr völliges Aussterben befürchtete. Daß sie jetzt ver- mehrt austreten, bat fennen Hauptgrund darin, daß der Krieg auch die Fischer und Schiffer brauchte und sie'daher van den Biberplätzem fernhielt. i Gklentexpreß Paris Safe! Sukareft. Basel, 1K März.(Telunion.) Ter Orienterpr�- TanS— ff'Ofel— Bukarest wurde gestern dem allgemeinen SerWjr freigegeben._ Ver Sackkunüige. In der sreikonservaiiven.Post" unie»s»chi ein Herr Gllntber von Berg die Krage: To« ist Boliwewismus? Und er kommt zu dem Prgebni«: .Im(Biunde eine Sohnbeweaung, deren Kührer klbon längst Millionäre lind, r. B Lenin, Rodel und T p o r l a k n Ter.Millionär TporokliS' ist sicber eine der iiiieressantesten Per'önlrctikeiien der Gegei>wo>t. Eein Reickirim ioll nur nock durch den leine» Schwager», de» Herrn Wnmba. und durch den Ideen« reichium de« Herin Günther den Beig Lbeitriffen werden. Die neue Uniform. Kür die neuzubildende Reichswehr wird gegenwärtig im Striegsministerium über eine neue Bekleidung beraten. Dabei herrscht, wie eine hiesige Korrespondenz wissen will, der Grundsatz vor. Lssiziere und Mannschaften mit Ausnahme der Rangabzeichen völlig gleich zu kleiden. Im eigenen Standort und auf Urlaub wird ausser Dienst keine Waffe, Schuhwaffen nur au» dienst- lichem Anlah auf besonderen Befehl getragen. Für alle Dienstgrade ist das kurze Jnfanterie-Seitengewehr bestimmt. Einseitiger Jiruh- Zwang besteht iricht. Dagegen besteht für Vorgesetzte und Unter- gebene die Pflicht, sich gegenseitig zu grühen. wobei der Jüngere und im Dienstgrad Niedere dem Aelt. ren zu- vorkommen mutz. Im Weichbild grösserer Städte ruht die G r u ss p f l, ch t, ebenso in belebten öffentlichen Räumlichkeiten, wie innerhalb aller Menschenansammlungen Seine Begeisterung. In der.Kreuzzeitung' begeistert sich.ein »ltpreiissischer Offizier" dafür, wie furchtbar gnt es die Soldaten un:et der alten preußischen Knute hatten, als eZ noch 21 Pf. Löh- nung gab: »Alles war zufrieden, tat feinen Dienst mit freudiger Be- geisterung. keiner murrt«.... Wir jungen Offiziere standen mit unseren Rekruten— auch ohne Vertrauensleute— in einem wahrhaft herzlichen und freundschaftlichen Verhältnis. Wenn der Rekrut bei der Vorinsoektion über dos Thema„Belohn i, igen" gefragt wurde: Was ist der schönste Lohn de« Soldaten? dann antwortete er: Das Bewußtsein, seine Pflicht treu erfüllt, zu haben. Tas war seine selsenfeste Ueberzeugungl Dafür bürge ichl ES ist merkwürdig, daß wir die Begeisterung der gemeinen Soldaten für die alten Zustände nur immer aus dem Munde der Offiziere hören. Könnte nicht z. B. dieser„altpreussische" Herr, d-r sich so selbstsicher da» Vertrauen seiner Untergebenen" votiert, weil sie in d«r Jnstruktionsstunde die eingetrichterte Antwort berunlerschnurrtrn— könnte er nicht warten, bi» sich wenigsten» einer seiner ehemaligen Untergebenen meldet, der ihm da» Vertrauen votiert? Aber da könnte er vermutlich lange warten I Inöuftrie und Handel. Börse. Di« Börse war heute bei ihrer Eröfinung auf einen festeren Trundton gestimmt, jedoch nicht ganz einheitlich. So logen Schiffohrtttrerte aus die Meldung, daß die Entente weiter« ISO Seliffe fordere, etwas sthnjächer. Von Auslandswerte» insbesondere logen Orientbahn fest. Am Montanmarki fetzten O c er sch lesische Aktien, auch Rombacher und Lothringer Hütten höher ein. Ebenso verzeichneten RüstungSwerte anziehende Kurs«. Im weiteren Verlauf sckevöchte sich die Tendenz etwa» ab. Lrientvahn blieben auch weiter fest, dagegen gingen die an- fangö bei Montanwerten erzielten KurSgowinne zum Teil wieder verloren. Bei Beuchtsabschlutz konnten hier die Werte mit lau- senden Kursnotierungen sich behaupten. Kriegsanleihen lagen etwas höher. Gerichtszeitung. -,Tchtiiere Junge«" als„Beschützer" einer Berliner Polizeiwache. Der SicherheitSsoldat Cäsar oder Czapiewsti ist n. a. mit 2 und lg Monaten, sowie 1 Jahr Gefängnis wegen Diebstahls vorbestraft. Diese Vergangenheit knlbete jedoch keinen Hinderungsgrund, daß er nach Ausbruch der Revolution Gruppenführer eine» Trupp» Sicher- heitssoldaten wurde, welcher im Auftrage des A.- u. S.-Ratez das 32. Polizeirevier in der Dcrfflingerstratze besetzt hielt. Wie der Angetlagte in einer Vernehmung selbst angegeben batte. waren diese S�herheitsioldaten, welch« die Schutzleute spazieren führen mutzten, zumeist„schwere Jungen»".— In dem Telegra- phistenraume d«S Polizeirevier» wurden, in Mei Koffern verpackt. sämtliche Lebensmittelkarten der lv. Brotkommifsion auf- bewahrt, um sie vor Diebstahl zu schützen. AI» am 8. Dezember v. I. der Palizenrachtmeister Gebhardt nach 6 Uhr abends die Gchinester e.ne» SicherheUSsoldaten, welch« Essen gebracht hatte, aus dem Haus« hinautlietz und dann nach wenigen Minuten zurück. kam, waren die beid«n Koffer verschwunden. 2l» schwerwiegende Verdachtsmomente für die Schuld des Angeklagten spracb«» und er sestgenommen werden sollt«, setzte er sstb mit seiner Pistole zur Wehr und ergriff schliesslich die Flucht. Wie die An- klag« annimmt, hat der Angeklagte mit zwei Komplizen den Dieb- stabl verübt denen er die Koffer au» dem Fenster herausgereicht hatte. Da» Gericht hielt den Anaeklagsen zwar für schwer ver- dSchtig. erkannte aber auf Freisprechung wegen Mangels on Bsweisen. GroßSerün Willkürakte. Bon den Angehörigen de» Genossen Paul Denschel, der mit seinem lSjährigen Sohn van RegierungStruppen erschossen worden ist, wird uns mitgeteilt, daß die Erschießung tatsächlich Vorgenom- men wurde, weil bei der Durchsuchung zwei tzawdgranotenftiele und eine Handgranatenhülse gefunden wurde. Explosivstoss wurde nicht entdeckt. Di« Zutaten stammen von dem Arbeitgeber de» Sohne» und sind rntl dem Stempel der Firma versehen. Die Füllung wurde nicht bei der Firma vorgenommen, sondern in Spandau in den staatlichen Munitionsfabriken. Ein anderer Akt der WillkSr wird uns von einem Gewerkschaft»- angestellten geschildert: Am Sonnabendnachmittag ist ein Hauptmann mit 10 Soldaten. schwer bewaffnet, sowie einen Kriminalbeamten, in meine Woh- nung plötzlich eingedrungen. Da niemand anwesend war, wurde die Türfüllung kurzerhand mit dem Gewehrkolben kurz und klein geschlagen und dw Wohnung durchsucht. Gefunden wuvd« nicht». Gin« Wache ließ man auch nicht zurück. Nach Rückjprach« mit dem Major L, sprach dieser s«in Bedauern darüber au»; sie hätten de« Auftrag vom Pol'.zeirevler bekommen. Der Leutnant des Polizeireviers erklärte jedoch, da» Revier hätte nur einen Beamten milgeichickt. welcher de« Hauptmann zu dem Hause begleitete, dieser Beamte, welcher dort mit war bestätigte das Der Beschwerde- führ« schreibt dann mit Recht: Wohin kcmen wie. wenn auch in der jetzigen Zeit aus jede„Lumpeadenunzialion" hin Leute, die sich" nichts zu schuld»» kommen ließen, so behandelt werden. Es muß auch in dieser ernsten Zeit verlangt weiden daß der Einwohner für Militär sowie Polizeibehörden nicht einfach Freiwild wird. Wir müssen wünschen, daß oas Militär bei seinen Matznahmen überall mit der gebotenen Rücksicht vorgeht und Akte der vorstehend gesch'lderten Willkür unterbleiben. In jedem Falle verlangen wir jedoch daß die für dies« Handlungen Verantwortlichen zur Rechen- schaft gezogen werden._ Hölsen in Lichtenberg. Zu dem am 14. d. M. in der.Freiheit' mit der obigen Ueb«. schrift«seb-enenen Artikel bittet uns der Pressedienst de» Freikorps Hülien nachstebendeS mitzuteilen: Der beim Eafä Bellevue er- schössen« Soldat Brun, Niebert hat nicht„angeblich", sondern tatsächlich laut Aussagen zweier Zeugen in der Frankfurter Allee auf RegierungStruppen aeickossen. Die Erschiessung fand nicht in der in dem Artikel geschilderten Weise statt, sondern wurde durch drei Schützen ieollzogen, deren erste Salve das Urteil vollstreckte. Dem Toten sind nicht drei Ringe geraubt Word«,,, der Hauptmann, der die Vernebmung leitete, hat nur den einen Ring gesehen, der dem Toten auch belassen wurde. Auch die Behauptung des GewährS- mann» der„Freiheit", unter Beobachiuna gestellt woeden zu sein, ist falsch: niemand in der betr. Truppe ist unter Beobachtung ge- stellt worden. U«ber das Borgchen der Spartakisten schreibt uns ein Augen- zeuge: Am Montag, den lll., abends S Uhr, bemerkte ich. wie Sparta- listen an der Ecke Borhagener und Wirschauer Strasse einen Re- gierungssoldaten gefangennahmen. Sie brachten ihn schrägüber nach der Warichauer Strasse, stellten ihn dort vor einem Hause an die Wand und erschossen ihn. Im übrigen sind uns auch über das Verboklen der RegierungStruppen in Lichtenberg«ine ganze Anzahl anerkennende Zuschriften übermittelt worden. Tie Schreiber schildern darin, daß Passanten, die den Soldaten cmsiändig entgegenkamen, auch böss'ch behandelt wurden und der Einzug der Rcgierungstruvpen in Lichtenberg nach den ipartakisti'chen Schreckenstagen als Wohltat vor vielen Ein- wobnern empfunden wurde. Ebenso»!««ir bisher nicht'n der Laac waren, die kritisieren- den Zuschriften zu»eröfsentlichen. können wir auch dies« anerkennen. den nicht mitteilen. Eine bSStvillige Verleumdung der„freien Jugend". Von fevten der.Freien Jugend' wird da» Gerüivi verbreitet. da» Jiigendlekretarial»e» Verein» Arbeiierjugend Gross-Beilin »nteihglie eine Werbestclle für die fre'w'lliaen R�g>«r»>igSt> Uppen. Wir siellen lest, daß hieran kein loghie« Won ist und wir weder eine Weib, stalle der»rwShuieu Arl uiileibal?«», noch llberbanvi irgendwelche Propaganda na» die!« R-ckruiig bin beire'ben. SS bandelt sich um«in» b»»wllig» llnkeifielliing mii deren H'lfe die Leu'e von der„Freiea liparlakii'lische») Ingen»" glauben, im Trübe» fischen r» können. Verein Arbenerjugenh. Iugendsekrelariat Siross-Berlin. I. v.: R. Seimann._ I. A.: 58. Rüdiger. Achtung! Arbeiterpate der Kriegsgelellichaften! D'enSiag. den>8. März, vornntiags S Ubr: Versammlung lm Herrenhause. Zimmer 20.__ Güifchle. Zienow. Wiederaufbau. Zahlreiche Häuser in dem«mkämp»«» Osten Berlin» find sehr schwer befebädigt und zum Teil nnbewobnbar geworden. Die bier- drnch obre Obdach gelvor denen Familien, die zum grossen Teil au de» Kämpfen»nbeieillgt wa»en, sind in einer geradezu ennetzl'cten Loge Die dringend noiwendig« baltige Hilfe wird durch die Woh- nnnpSiiot ausser oideiitlich er'chweri. Es ist onzunelmen. dass die slädli'cheri WehnuNiisämler von Beilin und Lichtenberg, die bereii» vordem»ichl i» der Lage woren, zablrrichrn obdachlosen Familien meiiichenwüidige Behausungen zu verschossen, nichi in der Lage iei» werden, dieier grossen Not obznbelfen. Die öffrniliche Hilfe hat i o i o i t ein>usetz»n. Vor ollen Dingen ist e» er'ordeUich dass die v elen scyi nnbenutzien dem Mililürfiskii» gebärenden Baracken icfort an g-e'gneien Orlen zu diesem Zweck ausgestelll und be- wohnbar gemacki werten. Di« Steparaiur der beschädigten Gebäude wird voraussichtlich geraume Zeit beanipiiicken. Die«'»gerissenen Mauern tönnen zwar schnell erneuert weiden: doch müssen sie noch mehrere Wowen austrocknen. Mehre»« voiwiegend von Arbeiiern bewohnte Häuser in der Blumen-, Sberewalder, Pali aden«, Betrrtbnrger und Tilsiwr Etr. haben d> roriig schwere S»äd?n, dass sie wahi icheinlich teil- weise abgelr agen werten milfien. b-»or ihre?lnst«n»s»tzi»ig begonnen werten kann. Wen» auch ein Manie! an Arbeittkräften nicht be- steht, so dsirkie es mit den Bz>»st»ffen nicht gut bestellt sein. Man hat bereit»«n grösserem llmfänge daimt beginnen müssen, die Scheiben durch Bretterwände zu ersetzen. E» ist dies eine Noirnissnahine, die wohl laum zur Gas- und Slromsriparni» bei- «ragen dürste. In den Kamvigebieten regten sich bereits am gestrigen Tage Tauiente emstge HSnde. um die schlimmsten Schäden zu deseiligen. Damit ober ist in Anbetinchi der Giösse der Beiwüftung»in» de, Nvt der beiroffenen Bevöllerung herzlich wenig getan. E» kommt im Sugeiibl'ck nickt daiauf an. auSzudebaiiieren. wer die zwei'el- lo»»normen Kesten«ragen muss. sontern lediglich darauf, dass zahl- reichen ohne»dr Verschulden schwersten« geschädigten Leuten ge- Holsen werten muss._ Granaten gegen ei« Alter?Heim! In der Rachi vom Sonniag oui Montag ist das Alie»?hekm in der Kuppenstr. S8/40 planmässig m't Sronaten bei'choficn worden. Schuß auf Sckuss wurde gegen da» Grimt stück geichlendert. Herr In'peltor Berndt, der uns dies miiieiil. fügt Hinz«, doss die Schüsse von Gegnern der RegieiungSiruppen gekommen seien. Die Arbeiterwochenkarten der Ttraszcubahn sind, wie ihr Name sagt, für Arbeiter bestmimt. Uli» ist nicht be- kannt, daß der Sn'piuch auf ein« Arbeiierwochenkarie vom Arbeitseinkommen abhängig gemacht werden dari. Ein Berliner A, beirer klagt nn«.»oß gegenüber ihm plötzlich so veriahren worden ist. währen» man ihm bisher stet» die«rbeilel» Wochenkarte ebne weitete« ausgehändigt hatte. Auf dem Bineou de» Slrassendahnho!» i» de« tickeillrasse, von wo er füi sich und für seinen Sohn die Arbenerwochenkarlen zu holen vfiegre, wnrve ihm auf- gegeben, eine Beicheiniguna darüber zu bringen, wo er arbene« und waS er verdient. AIS er fotor» feine ley'e Lobniüre vnrlegie. die einen Wvcheniotn von 60 M nackwieS, iaite ihm der Beamte, bei SV M. könne er die Arbe terwuchenlarie nicht mehr erbalie». nur bi» VOMark habe er Anspruch auf sie. Ja. gilt denn bei der Stioßenbobnge'ellschafi ein«rbeiier mit mehr als SO Mark Wochenenkommen jetzi trotz der allgemeinen Teue>una»cho» alsein .Krösttt". der dt« Vergünstigung der Arbeiterwochenkarte nicht nötig dar? Roch sonderbarer erging e« acht Tage späier dem Sobn dre'es Arbeiters, als er für sich die Arbeiterwochenlaite holen wollie und eine Bescheniigling daiüber vorleate, dass er dem und dem Beirieb ol« Lehrling angehört. Die Arbeiterwochenkarte wurde ihm ver- weigert, weil m der von der Firma ausgefertigten Bescheinigung ein« Angabe über sein Arbeitseinkommen fehlte. Es beträgt für den Lehrling,»ebenbei demcikr. in der Wock« ganze 7 M.! Auch ohne an-drückliche Angabe brauchte nicmano daran zu zweiieln, daß ein Lehiling weit unier bO Mark. Wocheiieinkonimen hat. Wer hat denn überhaupt diese SO Mark als Grenze f e st> e tz e n z u dürien geglalibl? Daß Libeilerwechinlarleii ausgegeben weiden missen und z» welchen Bedinanngen das geickeben mutz, dm über sind feste Abmalt unnen aetrossen in den Verirägeu. die der Zweckverband als Nacv'olger der Grotz-Berstner Gemeinden mit den Slratzenbabn- flefellschafik» obgeialossen bat. Wir finden in ihnen lein W o r l davon, da.tz ein Unter ichied nach der Höbe des AideitseintommenS gemaibt we»den darf. Tie Direltivn der Ge'ell'ckafi Grotze Berliner Straßenbahn wird schleniiipst dafür zu sorgen toben, datz lernem Ärbener iein Anspruch auf die Arbeiierivochenlarle eniioze» wird. AndernsallS mutz r>er Zweckoerbond sich daran erinnern, datz sie ihre Vertrags» »rSssrge Pflichr zu erfüll?» hat. „Nicht b»dSrf,li,.- Die ErwerbSlofenunterstützung wird nur deinjeni- gen Arbeitslosen gegeben, der ihrer nach seiner wirtschaitliche» Lage bedarf. Soll aber z. B. von zwei Karionarbeiterinnen, die Töchter eines nicht für eigene Rechnung fahrenden Droschkenkutschers sind, angenommen werden daß sie be' Arbeitslosigkeit aus der Tasche des Vaters leben können? Diesen be'den Arbeilerinnen hat eine GeschSstsstelle der Groß-Becliner ErwerbSlosenfürsorge nach mebreren Wochen des HirizlehenS unt> VertröstenS schließlich den Bescheid erteilt, sie seien«'cht bedürftig. Wie stellt man sich denn eigentlich den Haushalt einer solchen Familie vor? Mit Recht be» tonen die beiden Abgewiesenen, daß sie doch bisher bedürftig waren, zu arbeiten. Warum sollten sie nun plötzlich nicht bedürftig sein, Erwerbslosenunterstützung zu erhallen? Erdichteter RniibüSersall Tas Hauken der Ränder- und Plünder- bände» bat in einielneli Fällen auck wieder zur Eidirbtung von Uebeifällen Veranlasiiiiig gegeden. So zeigte eine» Taaes ein Kaufmann aus der Alepanderssraße an, dass bei ihm von bewaff» neien Eindrinalingen für 4000 M. AleidungSstücke. andere Wert- iachen und Eßwaren geraudr wurden. Sern Dienstmädchen harr« ibm. eis er m> seiner Frau von einem Ausgange urrücklebiie, wenigsten»<0 berchiet. Wie es erzöblte. ver'chassten sich zwei Soldaten mit vorgebalieneni Revolver Eiiilcitz. bedr obren das Mädchen zunächst au» dem Wobnnngssiur, fesselien rmd tnebelien e». als es v rssuch e»m Hilf« zu ru'en,'periten eS endlich in der Küche ein, rafften ztlsamnien, was iftii'» mimebm nswert er ch-en«rnd ver'chwanden. Tis Kiimmatvoliz-i hegte gleich erbeb! che Zweifel an der Rickt'gleit der Darstellung. Jbie?. denken erwie'en sich jetzt als berechtwl. Der anaebliche N>»bübe»igll ian» eine fideiraschcnde Aiikkiäumg. W ibrenZ daS Ebepaai einen Ausgang mavie. raff en das Mädchen mil seiner Freimdi» rmd der Stell- nvermiiilerin raick alle» zu- iammen und schafften dt» B, rite nab der Avdnung der Veim-eterin. Hier besthlagnabnite die Kriminalpolizei noch euren grotzen Teit de» gestohlenen GuleS. Die WiebererSsfunng der Nniverfilsit«ich der Hochfdrnlr ist vom Unterrichtsminister genehmigt worden. Die Vorlesungen be- ginnen Dienstagmorgen. Ewurlo» verschwunden ist seit Mittwoch, den lZ, d, Rt»., der Werk» zeiigmacheilebrUng Edmund Wessalt, geb. om'ib. November IZalk, wodnbast in FriedriiliSbagen, Kallanieuallee. Statur stein und ichmächtig. Größe ca.>.30. dm-l ed Ha«r. Wir bntin Naidi'ibt an die Ellern oder an d-e Ftima Jlberle u. Birk, Stile Halobstr. 11/12, gelangen za lassen. Bereinigniig sozialistischer Ynristen. Freitag, den St, März, abends pünktlich'/«l Ubr, Ve>samm!ui>g im Katbo ilchen Bereins- dair». Mederwallllr. tl, Tagcsoidnung:>. Aussprache l-ber die R ich ver- falliinz. Reseiinien Vro'essor Nadbruch, Dr. Kor'ch. 2. Kvnsti'nicrm>g der Bereinigung. 3. DenchiedencS.— Tozmllstl'che J-nislen jeder Panel- iiciluvg rrallkon.men. I.A.: Dr. Flatow, Lichters e.d-, Promenaden- strasse 10. verein Rrveiter-Jusrnd OZrvss-Berll«. AbteklungBettzen- see. Heute, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung mit wichti- ger Tagesordnung rm Jugendheim(Ledigenheim), Woelckproma» nade 1»— Schülersektion der höheren Lehranstal- ten: Heute abend 7 Uhr Disiutierabend.Lom. Manisest" im Jugendheim, SW. 68, Lindenstr. S. Wilmersdorf. Lohntzewe»ung der BureauhrlfSkrSfte. Der Ma- gifirat Wilmersdorf Hai am 12. März allen Bureauhilfskräftcn einen Zuschlag von 1 M. für weiblich«, 2 M. für männliche pro Tag, gültig ab 1. Januar ISlV, in Autsicht gestellt. Die AuZ- zaylurg eines Vorschusses soll bereits in den nächsten Tagen er- folgen, and zwar so. daß weibliche 75 M.. männlich« 150 M. erhalten. Lediglich des Frieden- willen und unter Hinweis auf die :n der näcksten Stadtverordnetenversammlung endlich zu erwar- tende Beratung der seit Januar dieses Jahr«» eingereichten Korde« rungen-rklärten sich die Bureauhilfkarbeiter mit Annahme der Vorschußzahlung einverstanden, beschlossen aber, den Magistrat zu bitten, die Forderungen bestimmt der am 10, März stattfindenden Stadtverordnetenversammlung zur Beratung vorzulegen. Infolge de» langen Hinhaltens von Verhandlungen und des so geringen EntgsgenkommenS ist in den Reihen der BureaubilfSarbciter— welche darin eine Entwürdigung ihrer Arbeitskraft erblicke«— zum großen Teil Verbitterung entstanden und e» liegt nur an dem festen Willen zur Arbeitsleistung zum Wohle der Gemeinde Wilmersdorf, wenn beschlösse wurde, vorläufig von ernsten Schritten abzusehen. Trepto». AvS der GeWerndeverrretring. In der ersten Sitzung gab rii feie Frakrion eine pregianimaiiicke Eilläurng über die uäw- fren Ausgaben»ind die Stellung der Oenwndeverireter ab. Ein enispreckenv dieser Foidernnge» eingebrackner Anirag vei langt die Jiilrailietznng der Bestinimunge» der Veiordnung über de» Mieterschutz, wonach dein Mieteinignngsamt bei jeder m-t Mietesteigerung verbundenen Eriieuerung eines M'-iverirags und bei jeder Künd-gnng einer Wobnung ein Einsprrich»- und Ent« ickeidungSreckt von a»>t«wegen zusteht. Der Semeindevarstoud nur de beausirngt, dir erlorderliche Zustrnimung der Regierung ernzribolen. Im Zu-ommenbang mir dreier Fiage wurden dem Gerne-ndevor« stand weireie 10 000 Mark bewillig», um nack Bedü-fni» leeritehend« Räume in Wobiilingen umzubauen, so daß mii den trüber bewilligten gl) 000 Mark für Da r-wobnunaen u'w. die Unterbringung wohnurigs» loS wei dender Einwohner sicher gestellt ist. Für den AnSbau de» BildnngswesenS soll eine Kam« miisu n etnge etzt we> den. Die Er-asinng der Brackländereien und der Ech»s der Laubentolon sten tollen die näckste S>tz»nq be- ichäktigen. Von den»nckträal'ch»ingebrach»«» Aniiä.en der Unab- hängi.«n ve fielen ans Schaffinig einer lolalen Sicherd« iswach'r und iosonige Zuiückziediing der aiigendl-cklick im Berliner OrtS- teil stationierteii Tiiippcn der Ablehnung, während ein weiteier aus Abschaffung der Beamteiipisifimgen an eine K-mm'ifion verw'eien wurde. Die Polizeiw'che in der Bouch'ö- siratze soll nach der Kiü>«stratz« verleg« werden, so daß nach der noch in dieien» Mona« zu erwartenden Räumung der Eckule vom Militär diese ihren eigentlichen Zwecken wieder dreustbar gemacht wrrd. Groß-Serliner partelnachrlckten. 3. Abteilung. Dienstag, den<8. März, 7 Uhr Ritglrrber- »ertan nrluna Bangewerksschule, Kirrillistevstr.>41. 33. SIl>«e«li!Ug. DienSlog 7 Uhr Nlttallederversaimnlung Schulaula Bielen str,«tz«an der Grenzstrasse). Tagesordnung:„Die letzten polt!'ichen Ereigntfl«'. Ref.:«cn. Fuss Berauiworrlkch klle Politik Arirrr Zi'kler, ghaelottenbueg, fiir den Übrigen Tsil d«« s-lattes«ltee»«»»1«, Reutslln. wr ilneeigen Tdeodoe«loike, Berlin. Verlag: Boewörls- Verlag» m b. H.. veeltn. Track Poen'Seis.T'u.e'beuckeret und «eriagSariltaU Paul Singer u. Eo. w B«Ua, Otapeulaatz« 3. ZMZlSMM 9. WSMMWM Bezirk Bcrll«-Nt-rdost. Die Mäezfeier fikidet statt Tienöta.q. den M«irz. abend? 7 Uhr. Unionsfcstfätc,«SreifSwalder Str.'�ÄI/ÄÄ. tlcrttca in OriaftKcean nefi 6*1 ficn FsaMvxürei». Sektkorke, gebracht, Stück 20 Pf. Weinkorke, lange, Stück 4 Pf. tauft Sperber, Aehdenicker Straße IZ(a. Rosenthalcr Tor), ' Norden««'!. üllltkieiiLsIZ. altbemölirtes Mogensatz. fr. eingetr. Fiottwellstr. 3. «npig, neu, Mantel. KrZße, 17», schient, zusammen 190,—, I Schn-irschude 46, doch 30,»er- tauft Elreidt, Sleimstraße 4L. 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Infanterie- Division) Äauptwerbebureau:>V, Kardenbergstr. 18 Werbebureau: IV, Potsdamer Str. 25 � SW, Tempelhofer L-lfer 21 NW, Rathenower Str. 8a S Friedrichstr. 167/168. Landcefchützen-Korps Berlin W 50, Ansbacher Str. 11, am Wittenbergplatz Steglitz, Schloß str. 63. S 1. Garde-Landesschützenbrigade, Strelitzer Str. 55-56. �anäesjager-I�orps Berlin-Steglitz, Albrechtstraße 131. freikorps Wüllen Werbezentrale: Charlottenburg, Oranienstraße 13/15, Gemeindefchule. Werbe st eilen: Berlin, Potsdamer Bahnhof � Anhalter Bahnhof � Schlesischer Bahnhof � Stettiner Bahnhof � Lehrter Bahnhof � Bahnhof Friedrichstraße � Bahnhof Zoologischer Garten � Bahnhof Alexanderplatz � Bahnhof Charlottenburg. Detachement Grothe. Charlottenburg, Sophie-Charlotte-Straße 53-54. Detachement Oven, Berlin, Zoachimsthaler Str. 3>-32. freikorps Potsdam Werbestellen: Potsdam, 1. Garde- Regiment zu Fuß, Garde- Jäger- Bataillon, Garde du Corps, 1. Garde-Äusaren. l. und 3. Garde-Alanen, 2. und 4. Garde-Feld-Artillerie. Stab Generalkommando IUittwit2 Charlotteuburg, Knesebeckstr. 4. Ecke Lietzenburger Straße(nahe Lintergrund- bahnhof Llyland). 6arde-I?avaUerie-8cbüt2en-Vlvifion W, Nürnberger Str. 63 und 70/ Steglitzer Str. 29, Charlotten-Lyzeum � Kurfürstendamm 25 l � Perleberger Str. 25> Amtsgericht Wedding, Brunnenplatz � Ebarlotteiibiirg,.?)ardenbergstr. 27(Soldakenheim) � Knesebeck- skraße 4, am Knie, Ävtel Fürst Bismarck � Groß-Lichter/elde, 5zaupkkadctten- anstatt/ Gartenstadt Frohnau/ Gut Schönerlinde � Marine-Rgt. Madlung, Kaiser-Allee!— 12 � Abt g. Gentner, Potsdamer Str. 22a � M-W.-Sturmdet. Äeuschkel. Kantstr. 6 � Det. Küntzel, Friedenau, Rheingaustr. 7/ Frei- torpS Löschibrand, Ch rrlottenburg, Kant'tr. 162� Freikorps Lützow, Bellevue- straße 15, II � Fieiwilligenabt. Mutzel� Zepernick b. Berlin � M.-G.-Scharf- schühenkorpS Prey, Kurfülstenstr.97�'Stur,nabtig. Schmidt, NttrnbergerStr. 63. 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