Nr«143.36.Zalsrg. Morgen Ausgabe. BeH«gspretS» Sierteljährl. 7�0 Nl. monav.S SO TOI frelinVHaus vorauszahlbar. Euizeliu Scmnuisrn lv Psemuy. Poslbezug: MonaUlch Mb. ttll. gustcllmia»- xedähr. Um« Kreu>band kür Deutsch- lanb u. Oesterreich-Ungarn �.7b Mb, für daS übrige ÄuSUnid«.TS Ml. bei lüglich einmaliger Zullellung 7.7S Ml. Voilbeiiellungen nehmen in Däne- muri. Hollaim Luxemburg. Schwede» und die Schwerz. Eingetragen m da ütilMeimnas- Preisliste. Der.Borwürt-' erlcheiM wochentSglich zweimal. Smnrtag». ernmai, reiegramm-Sdrefs«! .Sozialdemokrat«erlt»�.. (lO Pfennig) WV G BcrHucr Volksblatt. AttzeiffenpreiS: Dte achtgelbaltear Zidiwarciliezeil« loile: I,W Mb„Kleine Anzeigen", da» settg-dr Uchte War! SO Pkg.(zuläfirfi ! iettgsdruckte Sorte), ledel weitere Wori 2ü Bfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da? erilc Wort »7 Psg.,>ed?s weitere Wort W Psg. Wort« über lö Luchslaben znbleu sür zwei Sorte. Teucrungszuschlag SO"/» Familien-Anzeigen, volilische und gewerklchaitliche Vereins- iluzeigen 1,20 Mb die Zeile. Anzeigen iür die nüchsle Lumiuer müssen bis 6 Uhr »achmitiags im dauvigeichüst. Lerlin 6S.8a Lindenstragc 8, aoicgetcr werden. Sei-stiel von»Uhrstüh bis b Uhr abend», Tentralorgan cler fo2ialäemokrati scken Partei Veutfcklanäs. Ueüaktion unü Expedition: EW. HS, Linüenstr. Z. Kemtsprecher-«m» Mortvplatz, Nr. ÜSIgv— lSI«7. Donnerstag, den 20. März 1VI0 Vonvärts-Verlag G.m.b. H., SV). HS, Lindenstr. 3. 'Fernsprecher: Amt Moriisptatz, Nr. 117 53—54. -..Vi-t-.i Hbbruch der pofcmr Verbandlungcn Berlin. 19. MSrz. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung� schreibt: Wie wir erfahren, sind die Poscner Berhandlungeu mit den Polen heul« durch die Entente abgebrochen worden Die deutsche Kommission reist heute abend nach Berlin zurück. Nähere Mitteilungen dürsten im Lause des heutigen TageS eingehen. Berlin, 19. März. Der Abbruch der Posener Verhandlungen wurde von feiten der Entente in einer in französischer Sprache ab» gesahtfn Rote mitgeteilt in der der Standpunkt der Alliierten ausführlich dargelegt wird. Der authentische deutsch« Wortlaut dieser Note wird von der Waffenstillstandskommissum morgen vormittag verösfenUicht werden. Dazu erfahren wir durch Wolff, daß der Abbruch der Verhandlungen Meinungsverschiedenheiten über die Wahl des Vorsitzenden einer paritätischen Oberkommission ent- sprang. Man streitet sich darüber, ob die Wahl des Vor- sitzenden durch den Papst oder die Internationale Waffen- stillstandskommission zu erfolgen habe. Amtlich erklärt man hierzu:„Der Abbruch der Verhandlungen ist sür die deut- schen Interessen kein Verlust, da auch die von der Entente gemachten militärischen Vorschläge den deutschen Ansprüchen nicht entgegenstehen." Darin liegt das Zugeständnis, daß die deutsche Regie» rnng den Wert der Verhandlungen nicht so hoch einscisätzt, als es dringend gewünscht werden muß. Ueber die Toleranz der ententistischen Vermittlung braucht man nicht im Un- klaren zu sein, um nicht dennoch zu wünschen, daß dem Kriege im Osten Deutschlands eine Ende gemacht wird. Für einen gerechteren Ausgleich ist darum noch nicht aller Tage Abend. Die Hamburger Seeleute verweigern üie Ausfahrt! Hamborg fT.-U.), den 19. März. Eio folgenschwerer Beschluß wurde, wir der„Hamborger Korrespondeot" mit- teils, heute mittag io der Bollversammlang der Seeleute aller Chargen gesaßt. Es handelt sich um- die Ausliefe- rung unserer HaudelSflotte. Bekanntlich hat die Euteute iu dem WaffeustillstandSvertrage gefordert, daß die deutscheu Seeleute nach Ucbeesühraug uuirer Flotte iu feiudlicheu Be- stimmuugeASjeu abgemustert werden sollen. Nach zweieinhalb- stüudigea Berhaudlungea faßten die im ZirtaS Busch versaoimeltea Seeleute folgende Eulschließuog: „Die heut ig e Bollversammluagder Tee- leuie aller Chargea verweigert die van der Euteute geforderte AoSlieferuag der deut- scheu Flotte und macht e S alle» deu tscheu See« leuteu uud Arbeiteru zur Pflicht, die Arbeit puf deut scheu Schiffen zu verweigern." Sevorstehenüe verhgnülungen mit öen Iranzosen um Lebensmittel in Notterüam. Berlin, 19. Mörz lWTB.) Marschall Fach hat am>8. März folgendes Telegramm an die Waffcnstiüstaudskommissiou in Spa ge- eichtet:„Die Berpflegungsableilung des Obersten WirtschastSraicS bringt zur Seontuis, daß infolge der Brüsseler Berhandlungeu zwei srauzösifche Delegierte Donnerstag, den 29. März, 4 Uhr nachmittags in Rotterdam im Hotel Maaß eintreffen werden, um über den Bertauf von Palmoössen und anderen Produkten zu vcr- handeln. Es wird gebeten, die Bcrtreter der deutschen Regierung bei der Waffenstillstaadslommisfiou davon zu benachrichtigen.- Die �umanitö" über ltlemenceau. Berlin, 19. März. Mit Bezug auf die Meldung, daß Siemen- ceau den französischen S o z i a l i st e n,. die als Mitglieder der von dem Berner Kongreß eingesetzlen Studienkonimiision nach Rußland gehen wollten, die Pässe ver, weigert habe, schreibt . H u m a n i lö Clemeneeau beseele der Haß deS kleine» Bonr- geoiS gegen de» Sozialismus und die Reoolation. Er werde sich eines TageS wegen dieser Politik zu verantworten haben und viel« ldicht komme dieser Tag schneller als er erwarte. In einem anderen Ärlilet vom gleichen Tage begrüßt daS Blatt die Sorgfalt, mit der Wils o.n an die großen Änsgaben gehe. Es hvndl« sich jetzt um einen Kampf deS W i i s o n t s m n« gegen den Imperialismus von Lloyd George und Clemenceau. Der tschechische Chauvinismus. Solidaritätserklärung unserer tschechischen Genossen. Wien, 19. März. Die Biätier berichten über ein« sozial« demolrarische Versammlung in Prag, in der RedakiMrr S t i v i n auStührte, daß den gegenwärtigen Berhältnissen i r der Tschccho-Slowakei ein Ende gemocht werden müsse, denn jeder, der mit dem heutigen chauvinistischen Treiben nicht über- einstimme, sei seines Leben» nicht sicher. Dteie« Treiben bereite den lopitaltstischea Krieg vor. Die Sozialisten würden das Parlament in seiner jetzigen Verfassung auseinander- treiben. Mit einer loatierten Regierung lasse sich nicht Zusammen- arbeiten..Wir wollen keinen Krieg", sagte er u. a.„Wir reichen dem deutsche» Proletariat sowie de« Proletariat aller üdrigen Nationen die Hände". Es wurde beantragt, Arbeiter- und Soldaten- rare zu gründen. Diktat oöer Verhanülungen! Not ErzbergerS an die Entente. Berlin, io. März. Der Borsthende der Deutschen fSUfsen- ,te wber- stillstondsloni mijsion in Spa hat«cstero abend folgende Rote reicht: r „Nach englischen Blättermeldungen hat Premierminister Lloyd George erklärt, daß der FriedensvertragSentwurf dro Deutschen zugestellt werde, sobald Präsident Wilson seine Genehmigung ge- gebe» habe. Man werde de» Deutschen aber nicht gestatte», über den Entwurf zu debattieren»der- irgend». welche Veränderungen an ihm vorzunehmen. DaS Datum der Einberufung der deutschen Delegation hänge von der inneren Lage Deutschlands ab. Zu derselben Zeit hat der französische Minister de» AoS- wärtigen, P i ch o n, in der wöchentlichen Pariser Pressekonferenz »ach übereinstimmenden Meldungen der französischen Presse er- Närt, daß die Alliierten sich in keine Debatte über den Lorfrirden mit den Deutsche« einlassen werde». Die Deutschen dürsten den Borsriede«, so wie er ausgearbeitet worden fei, nur annehmen oder sie könnten ihn auch ablehnen. Der ReichSminister dcS Aeußeren und ich al« Borsiyender der Deutschen WaffrnstillstandSkommisfto» ersuchen um baldige Auf. llärung, ob diese Meldungen der englischen und französischen Presse, welch« bisher ohne Widerspruch von zuständiger amtlicher Seite| geblieben sind, als zutreffend angesehelr werde« müssen und ob die alliierten und ossoziierten Mächte nach diesen Meldungen zu verfahren gedenke». Reichsminister l�rzbrrger." Die Unruhen in flegpgtea. Berhängung des Standrechts. Haag, 19. März.(H. N.) An» Kairo wird gemewet: Bei den letzten Unruhen in Kairo sind insgesamt S Personen gelötet und 81 verwundet worden.' Der.Oberbefehlshaber in Aegypten gebt bekannt, daß jeder, der den Ei'senbcchn-, Telephon» oder Telegraphen- verkehr hemme oder zu zerstören versuche, standrechtlich erschossen werden wird. Die völkerbunüsüebatte. Die Neutrale« im«Ngemeiueu befriedigt. Haag, 19. März.(H. SL) Aus Paris wird gemeldet: Die Kommission für deu Völkerbund hielt gestern unter Borfitz von Lord Robert C e c i l eine Versammlung ab. woran auch Oberst House, VenizeloS und der Serbe W e s u i t f ch teil- nahmen. Die Frage der Beteiligung der neutralen Staaten wurde verhandelt. Man nimmt in Konferenzkreisen an. daß die Reu- t r a l e n im allgemeinen ziemlich befriedigt sind und daß sie lediglich bezüglich gewisser untergeordneter Punkte Aenderungen wünschen. Zum Beispiel verlange die Schweiz, daß eine Aen- drung in der Verfassung des Völkerbundes� vorgenommen wird, wodurch es möglich wird, daß die Schweiz ihre permanente Neutralität behalten kann. Es verlauket, daß Wilson jetzt bereits mit gewissen Aenderungen in der Verfassung einverstanden ist, aber aus keinen Fall Aenderungen. welche eine wesntliche Be- deutung auf die Tendenz des Völkerbundes haben, anerkennen will. Japan wünscht eine Erklärung der GlSichheit der Ras- se n. DaS bedeutet aber nicht, daß es für seinen Zutritt die Be- dingung macht, daß Amerika die bekannten Einwanderuugsgesetze zu Japans Vorteil umändert. Das Doppelgeflcht öes Kapitalismus. Von Arthur SaternnS. (düefsa von Cntentetruppen geräumt. Kopenhagen, 19. März.(Meldung der Telegrafen-Kompagnie.) Wie aus Helsingfors gemeldet wird, hat die Entente ihre sämt- lichen in Odessa.stehenden Truppen zurückgezogen und nach Salontk: transportieren lassen. Nur auf der Reede von Odessa liegen einige eugltjche und fraozöftsche Kriegsschiffe. Es besteht kein Zweifel darüber, daß der Plan einer Vergesellschaftung der Betriebe nicht von heute auf morgen durchgesetzt werden kann. Preußen hat zur Verstaat- lichung seiner Eisenbahnen 12 Jahre gebraucht,-obwohl dem Feudalstaat zur Durchführung solcher Gewaltmatznahmen ganz andere Mittel zur Verfügung standen als einer demo- kratischen Regierung, die nur zu einem Teil rein sozialistisch orientiert ist. Wir geraten aber bei einer langsamen, planmäßig fortschreitenden Sozialisierung tatsächlich in Gefahr. ihre Wirkungen zu beeinträchtigen. Ter Kapitalismus von gestern lebt eben noch. Er ist es, der den lachenden Dritten spielt, loenn di» sozialistischen Parteien in fruchtlosem Bruderzwist miteinander hadern. Seit jeher hat es der Kapitalismus trefflich verstanden, im Trüben zu fischen. Ein jeder bat es Dutzende von Malen beobachten können, wie es der beste Berus einer gewissen Sorte von.Kaufleuten ist. die Rechtslücken für sich attszu- nützen. Die berühmte„P l c i t c" ist noch selten ein schlechtes Geschäft gewesen und hat bisher nur den getroffen, der zu dumm war um zu-bctrügen. Es galt hierbei nur, Vermögen beizeiten zu verstecken. In ähnlicher Weise arbeitet heute ein sehr großer Teil der Jndustricunternehmungen. Ihre Inhaber, strotzend von Patriotismus, entblöden sich nichts ein Versteckspiel mit Kriegsgewinnen zu treiben, um sie der drohenden Besteuerung zu entziehen. Jedes Mittel ist da recht. Als die Kriegskredite zu bewilli- gen waren, konnte es ihnen gar nicht genug sein, wa? die anderen„opfern" sollten, �etzt, wo eS um die Bezahlung geht, verschwindet ein jeder in einer anderen Ecke. Ueber den hochpolitischen Fragen der letzten Monate, über dem General st reik und Bürgerkrieg, dessen lähmende Wirkung ja auch im Geistesleben nicht ausbleibt, ist der 5lapitalismus dem Augenmerk des Arbeitervolkes mehr entrückt als je. Wenn die Unabhängigen und Kommu- nisten glauben, mit der Forderung ihrer radikalen Ziele und mit Schimpfen und Poltern mehr zu erreichen, als mit kritischer Beobachtung und tätiger Arbeit, so mag man ihnen das Vergnügen lassen. Uns aber geht der Kampf um mebr. Wir müssen dem heutigen Treiben des Kapitalisnkus ein Ziel setzen. Dazu muß man es aber durchschauen. Die lächerliche Forderung einer Annullierung der Kriegsanleihen, die Haase dem Parteitag der U. S. P. D. als die größte Blamage genannt hat, ist so ci'n typisches Zeichen dafür, wie man es nicht machen darf. Haase hat sich denn auch für den Abänderungsantrag, der eine Ent- schädignng für Kassen und gemeinnützige Einrichtungen bei Einziehung der Kriegsanleihe vorsah, mit aller Kraft wiuge- setzt und ihn durchgebracht. Er war aber nicht so freundlich, seinem Publikum zu verraten, wie er sich diese Entschädi- gung denkt, ohne neue Anleihen aufzunehmen, ein Kay- und Mausspiel, das seinesgleichen in der Weltgeschichte sucht! Statt dessen sollte man sich lieber darauf besinnen. innerhalb der Grenzen des Möglichen' zu handeln. Seit Monaten schon liegt der Gesetzentwurf einer Ver- mögenszu wachs st euer, also einer Kriegsgewinn. stener in klarer Farn: vor. Er richtet sich gegen die großen Vermögen.. Folge: Das Großkapital arbeitet seitdem mit Hochdruck, um die großen Vermögen zu zersplittenu Wäh- rend die Unternehmer aller Gewerbezweigc ein geradezu widerliches Geheul über den Zusammenbruch Deutschlands vorführen, der eine Folgeerscheinung der Sozial isierungs- maßnahmen sein würde, zahlen die Kriegsgewinngesellschas- ten weiter lustig Dividenden aus, die den höchsten Friedens- dividenden wenig nachgeben oder sie noch toeit überholen. Die Unternehmungen schütten die Rücklagen, die sie wäh- rend des Krieges gemacht haben, als„unnötig" aus. So hofft man, die Vermögen genügend zu zsrsplittern, um bei einer gestaffelten Besteuerung des Besitzes dem Reich nicht so viel zu geben. Das aber ist iu heutiger Zeit mindestens eben solcher Vaterlandsverrat wie der P u tschi S- m u S der General st reikerl Das mutz einmal ganz offen ausgesprochen werden! Die edlen Ritter der Kupon- schere haben keinerlei Veranlassung, über Arbeiterwahnsinn zu schimpfen, solange sie ihn mit ihrer gxoßprotzigen Eigensucht so schüren, wie sie es bisher getan haben. Millionenvermögen sind bereits so zersplittert, daß sie von der Vermögenssteuer nur in erbeblich vermindertem Maße werde« ersaßt werde« könnm. Die Politik der P l e i t v- g e w i n u e r feiert Triumphe: Sie versteht es,, die Acht- sameu durch Niiltelzügs hinzuhalten. Später stammt man dann aus„Opfermut" der Vermögenssteuer zu, um danach behaglich bei der Havanna im Klubsessel vor Lachen zu bersten, wie groszartig man den Staat wieder einmal ge- prellt habe. Man hätte nichts solchen Grund zum Pessimismus, wenn man nur an einer istclle spürte, dajz die Revolution und die Tragweite der Ausgaben, die vor uns stehen, nur den ge- ringsten Eindruck auf die Kapitalistenkreise gemacht hätten. In den Großstädten herrscht ein erdrückender Wohnungs- Mangel, derweil mancher frühere Kleinkrämcr jetzt ein ganzes Geschoß sür sich bewohnt. Keiner würde sich dazu verstehen, 2 Zimmer sür eine Arbeiterfamilie abzugeben— dann wäre doch sein Ansehen„ruiniert". Als der große politische Trubel begann, haben sich noch Millionen- werte ins Ausland zu fliichten gewußt, wahrscheinlich um dem armen Kaiser Gesellschaft zu leisten. Heilte"jammern die Kulissenschieber dieser sauberen Machenschaften über den Tief- stand der Valuta; natürlich sollen daran die Streiks schuld sein, nur diese, wohlgemerkt! Als der Entwurf der Ver- mögenszuwachssteuer herauskam, machten die LebenSver» . sicherungen Riesengeschäfte. Ganze Policen wurden auf einnial eingezahlt, die Versicherungsabschlüsse um Jahre vor- datiert, damit sie ja vor den 1. August 1914 fielen, von Ivo ab der Lermogeuszuwachs erfaßt werden soll.• Das ist das zweite Gesicht desselben Kapitalismus, der jetzt mit dem Mantel der Demokratie behängt, unfern politi- tischen Bundesgenossen spielt. Er muß es, um nicht noch mehr zu verlieren. Es windet sich unter den Schlägen, die die Revolution ihm versetzt. Er kommt den Massen entgegen. um sie zu betrügen. Er fiihlt sich sicher— darum ist ihm die Sozialisierung halb so schlimm. Weiß er doch, daß er Mittel und Wege finden wird, sich durchzusetzen.. Wer selbst im Kriege das Letzte an. Msitz verlor, wer ivochenlang sich um Arbeit bemühte, um mit dem Arbeits- losenbetel abgespeist zu werden, dem preßt solches Treiben das Blut ins Gesicht. Und doch gilt es: besonnen zu sein. Wer solche schmutzige Eigensucht nur darum bekänipft, um sie selbst dafür um so energischer zu betätigen, besudelt sich. Das ist kein Sozia- lismus, der den Nächsten erschlägt und Juwelierläden plün- Verl, um sich selbst mit Brillanten zu behängen. Wir wissen, daß unser augenblicklicher wirtschaftlicher Tiefstand nicht weniger eine Folge des Krieges ist, als des Kapitalismus. Auch eine soziale Wirtschaftsverfassung könnte uns vor jhm nicht belvahren, wenn noch je die Miststjchxdt eines Krieges bestünde: siehe Rußland. Damals, als daS Volk aus allen Wunden blutete, kämpfte, hungerte, sind die Niesengewinne der Aktiengesell- ichaften entstanden. Es nützt jetzt nichts, wenn man jetzt nur diese Gewinne als Einkommen oder Kapital mit der Steuer erfaßt, solange diese Einkommens g u e l l en weiter in derselben Weise wirtschaften können. Die Gewinne sind der Arbeitskraft des Volkes entwunden. Darum muß jetzt. nachdem der Kapitalismus als lackender Erbe sein An- teil eingestrichen hat, auch dem Volke sein Recht werden. Viele Aktienkapitalien sind innerhalb der letzten 3 Jahre mehr als verzinst. So hat, um nur ein einziges Beispiel zu nennen, die R. Frister A.-G. allein in den drei Kriegsjahren >915—1917 zusammen 115 Proz. des Aktienkapitals alS Dividende ausgezahlt, mit jetzt nach einer Kapitalserhöhung. wieder 95 Proz. vorzuschlagen. Hat nach solchen Gewinnen der Kapitalbesitzer noch Ansprüche auf weitere Nutznießungen aus dem bereits Ist- fach zurückgezahlten Kredit? Hier ist die Wurzel, an der das Nebel angepackt werden muß. Kapital, das sich nach allen Anschauungen hes Rechts bezahlt ßemacht hat. gehört der Volkskraft, die die Gewinne ermöglichte. Da gibt eS keine Entschädigungsfrage mehr. Planmäßig müssen wir das Werk aufbauen. Das Taschentuch. Von Hau« Reimann. Ich wache in der Rächt auf und suche ün Finster» ein Taschentuch. Es steckt in der Hosentasche. Entweder in der linken— oder in der rechten. Ich weiß genau: Wenn ich in die linke Tasche greife, steckt es m der rechten. Wenn ich iu die rechte Tasche greife, steckt es in der linken.' Ta ich da? Taschentuch in der rechten Tasche vermute, so greise -ch in die linke; denn eS steckt regelmäßig in der anders Tasche» daS heißt in der, in die man nicht greift. Vermute ich also das Taschentuch in der-rechten Tasche, so brauche ich bloß in die linke zu greifen, um e» zu haben. Aber der Himmel mag wissen, wie das zugeht: Ob man in die linke Tasche greift, wenn man da? Taschentuch in der rechten der- mutet, oder ob man in die linke Tasche greift, wenn man eS in der linken vermutet-- eZ ist stets und ausnahmslos iu der andern Tasche. Taö Taschentuch steckt stets in jener Tasche, in die man nicht gegriffen hat. so sührt einen der Ernst de! Lebens an der Nase, der Schelm. klafflsthe und moSerne Erotik. Im Konzertsaal der Hocbschulc für Musik verbanden sich Gertrud G y s ok d t und Ernst Deutsch vom Deutschen Theater zu einem PricstecMr am Altar de? Eros. Die Namen der Vortragenden und das versprochene Thema genüglen, nm der Veranstaltung eine innerlichst beteiligte Gemeinde. zu schaffen. In einer Zeit rapiden Verfalls, der ganz fern erst das Aufleuchten glückhafter Signale gestattet, ist Eros der unbedingte Trinmphator. Er, der Träger der ü iebeSidee, vermiltelt durch seine bloße Exi* irenz den großen Trost, er allein ruft auf, im Sinne des Sokrates unentwegt an das Gute im Menschen zu glauben. Der angekündigte einleitende Vortrag eines Herrn Pauk Nll colaus aus München fiel fort. Ich kenne Herrn Nicolaus nicht— aber, ohne ihm irgendwie nahe treten zu wollen: war der Aus» fall wirklich ein Verlust? Die gebotenen Schöpfungen, so stark vermittelt, hätten sie einer Einführung bedurft? Was zu sagen war über Wesen und Herkunst des Eros, wie eindringlich trat das im platonischen Dialog deS Sokrates mit Diotima hervor, aus Jophisma und Dialektik durch Frau EysoldtS kluge Kunst über» zeugend und freudig erlost! Lebendig ward des cbroZ Geburt— er, nicht Gott, nicht Mensch— Heiland. Mittler vielmehr zwischen beiden, der Armut Kind, das sie vom Reichtum empfing. Armut läßt von Liebe nicht, nicht seufzen und Trauern über menschliche Ohnmacht, aber Liebe verleugnet auch den Vater nicht: nach Besitz strebt ne, nach Fülle, Vollendung, Unsterblichkeit. Und aufstand die tiefe Sehnsucht nach>em sokratischen Ideal vom schönen und guten Menschen, jene letzte höhere Sittlichkeit, die den in Wahrhell Liebenden adelt. Der platouische Dialog war unibsdulgt die künstlerisch reifste So müßte ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, wonach jede industrielle Gesellschaft bei Strafe entschävignngsloser Enteignung verpflichtet wird, alle ihre Geschäftsbücher aus der Kricgszeil bis zu einer Einsichtnahme und gründlichen Prüfung durch den Staat aufzubewahren. Feslstellungskoin- Missionen, die aus besonders vertrauensivürdigcnLcuten gebildet werden müßten, und sür jeden Fall, wo sie eine objektive Schädigung des Gemeiniutercsses feststellen, eine besondere Prämie erhalten, wären mit der Durchsicht dieser Bücher unter Hinzuziehung von Fackleuten zu betrauen. Gesell- schaften, die ungerechtfertigt hohe Dividenden und Ab- schreibungvn(etwa mehr als im Durchschnitt der letzten sieden Friedensjahre sowie alle über eine bestimmte Grenze hinaus) verteilt haben, müßten ihr Aktienkapital um diesen Betrag durch Zusammenlegung vermindern. In den Besitz der so freigewordenen Aktien tritt der Staat. Seiner Bestimmung bleibt es überlassen, ob er diesen Besitz jjur Grundlage für Verstaatlichungen machen oder ihn an Betriebsgemeinschaften abgeben will. Gratis- aktien, die während des Krieges ausgegeben wurden, müßten ebenfalls auf den Staat übergehen. Größere Privat- betriebe und G. m. b. H.'s wären unter den gleichen Voraus- setzungeu zu prüfen und zu behandeln. So der Vorschlag. Längst enthält er nicht die Lisung für alles. Aber seine Diskussion schon würde eine reinliche Scheidung herbeiführen zwischen den Sozialisten der Tat und den Drahtziehern des Kapitalismus. Er würde' dem Reiche eine Grundlage für seine augenblicklichen und künftigen Sozialisierungspläne geben, deren Wirkung heute noch unab- sehbar ist. Denn eineS Tages werden wir das Doppelgesicht deS Kapitalismus in seiner ganzen Durchtriebenheit schauen.. Hüten wir uns, zu warten, bis eS zu spät ist. das Schicksal Preußens vor öem Reichs- verfaß ungsausfchuß. Weimar, 19. März. Juftizminister Heine fährt fort: Es hätte ein Mittel gegeben, die deutsche Frage zu lösen, nämlich wenn Preußen im Reiche aufgegangen wäre. Aber innere und äußere Gründe haben dem Reichsminister Preuß veranlaßt, auf diesen großzügigen Gedanken zu verzichten. Man muß sich daher jetzt in unserer Zwangslage mit kleineren und leichteren Schritten begnügen. Eine wirklich großzügige Tat wäre gewesen, Preußen zum NeichSlände zu erkläre» und die preußische Berwaltungsorganisation in daS Reich über» zufuhren. Die Reichsregierung habe aber aus guten Gründen darauf verzichtet, nämlich um Mißtrauen bei den Süddeutschen und im Auslände ßu vermeiden. Bestünde aber ein selbständiges Preußen fort, so dürfe man eS auch nicht allzu unfähig macheu. Tie Steuerkrast der Rheinprovinz sei größer als die der fünf östlichen Provinzen. Nehme man Preußen seine westlichen Kohlengebietc, trenne Oberschlesien ebenfalls los, was bliebe dann? Die Gründe für die Zerschlagung Preußens seien ehr schwach und völlig gefühlsmäßig. Der Antrag auf Los» trenckimg der Rheinprovinz von Preußen ist geradezu ein An» reiz f u r unsere Feinde, dies Gobiet auch vom Reiche los- zurwßen. Im weiteren Verlauf der Debatte ergreist das Wort der Ab- eordnete Katzensteiii iSoz.). Er betont mit aller Schärfe die Notwendigkeit, die Eucheit und Unverletzlichkert des Reiche» zu erhalten. Minister Heine sagte, man wolle die Schaffung der ReichSeinheit- mit der Zerschlagung der beftehaiden StaatSge- walten, in Preußen beginnen. O»ein. Mit der Schaffung der Einheit wollen wir beginnen. Tatsächlich geht die Entwicklung über Preuh-en hinweg, indem die großen Aufgaben der Heeres-, Verkehrs- und anderer Organisationen dem Reiche, die der Ver- waltung in Wirtschaft»- und Kulturfragen den Provinzen zu- 'ällt, die ihre Organe selbst bestellen und das Recht der Auto- n»nie erhallen. Damit wird die Staatlichkeit der alten Gebilde ein a u s g e b l asen« s.E i. Leistung des Abends, dessen interessanteste das Gespräch aus Wede- kinds„Graf Wetterftein" war. Die„infernalische Gaunersprache der Gefühle", die in WedeckindS Frühdrama geführt wird, liegt allerdings weit üb von sokratrscher Akzwklärtheit, bedenk: man aber die Aggregatzustände von Gut und Böse, so enthüllt sich leiden- schaftlich tn aller Dämonie und Zerrüttung die Sehnsucht. Auch daS Böse ist Gott zum Dienst. Frau Eysoldt am Vortragstisch wird ahne weiteres die Shm. pathien für sich habe». Durch jeglichen Mangel an Aufwand fesselt sie. Rampenlickü durchgrellt ihre Nuancen nie, und wo sie in ge- bändigtes Pathos wie in der horazischen Ode„Galathea" hinein- wächst, sieht man die Frau nicht mehr, gedenkt man. des Instrumentes nicht mehr: nur der veine Atem dK Kunst weht durch den Saal und erfrischt. Wo sie aber Süßigkeiten sagt, wie in den Hctärengesprächen des Lukian, sehr hemle. sehr feine Dinge, be- sinnt man sich ergitternd auf sein blutderbriefieS Recht, kultiviert genießen zu dürfen, und gibt sick unmittelbar einer Bestrickung hi». die hellenisch gemutet, in ihrem ungrüblerischen gesunden Daseinswillen. Ernst Deutsch ist immer interessant, ein vorzüglicher maßvoller Sprecher. Er ist der expressionistische Schauspieler. Geist der Klassik, etwa durch Hasenclevers Prisma geleitet— den, in gebrochenen Farben, strahlt er aus, wenn er beispielsweise Homer unbardenhaft analysiert. Goethes„Gott und die Bajadere" miß- lang, aber als er Flaubert las, war e3, als wäre ein Räucherwerk aus Taumelkraut entzündet, das die Sinne mit einer merkwürdi» gen Hypnose umfing.__ Kurt Erich M eurer.' Neues von der Starkstromleitung Sitterfelü-öerlin. In der Urania sprach Prof. Donath über: Hochspannung?- Fernleitung elektrischer Energie". In äußerst fesselnder Weise, unterstützt durch Liebt» und Beweg ungsbiloer und Experiment«, führte der Vortragende in die Art der Weiterleitung des oleltri- schen Stroms ein und gav dann wissenswerte Mitteilungen von dem Kohlenkraftloerk bei Bilterfeld und der Starkstromfern'eitung Bitterfeld— Berlin. Im Winter 1917/18 wurde die Leitung gebaut. Die Entfer- nung beträgt 182 Kilometer.' Bei Zschornewitz, unweit Bitterfeld, liegen ausgedehnt« Braunkohlen felder, deren Kohle in dem größten Kohlekraftwerk der Welt zur Erzeugung der elektrischen Kraft verwandt wird. Das Werk erzeugt 290 990 Pferdestärten, von denen 39 999 nach Berlin geleitet werden. Dadurch werden in Berlin täglich 299 bis 499 Tonnen Kohle erspart. Späterhin wird die Ueberleitung nach Berlin auf 79 999 Pferdestärken erhöht wer- den. Durch riesige Transformatoren wird der erzeugt« Strom auf die außerordentlich hohe Spannung von 119999 Volt gebracbt. In Berlin wird er durch Transformatoren von ebenso großen Aus- dshnungen auf eine- Gebrauchsspannung von 119 Volt zurückver» wandelt. Ein so hochgespannter Strom erfordert zu seiner Werterlei. tunz ganz besondere Anlagen. Er ist ein ungebärdiger wilder Geselle, der gar zu gern von der Leitung abspringen und sich mit dem Mutterschvß der Erde vereinigen möchre. Die Malten, die als Träger der Leitung dienen, sind 25 Meier hoch. Sie stehen in Abständen von 259 Meiern. Jeder von ihnen ist ein eiserner Turnt, der auf xinem Zementbekonklotz fest iu der Erde veckinkert ist. Nach Katzenstein tritt der Konservative V. Delbrück für die Einheit Preußens ein. Tie Nachmittagssitzung' beginnt um 41/« Nhr. Inzwischen ist ein Regen von Anträgen niedergegangen. Die Par- teien und einzelne Kommissionen haben Anträge eingebracht. Ter sozialdemokratische Antrag lautet: „Die Gliederung des Reiches in Länder soll im Sinne der wirtschaftlichen und kulturellen Höchstleistung unter möglichster Berücksichtigung des Willens der beteiligten Völker erfolgen. Die Neubildung von Ländern oder die Aende- rung ihres Gebietes durch Vereinigung aber Ab- trennung von«Gebieten kann durch verfassungsänderndes Reichsgesetz erfolgen, wenn sie durch den Willen der Bevölkerung gefordert wird oder ein überwiegendes Allgemeininteresse sie er- heischt. t Der Wille der Bevölkerung ist durch die Abstimmung der wahlberechtigtenEinwohner festzustellen, die auf Antrag eines Viertels der Stimmberechtigten oder der po- Iltischen oder Kommunalvertretungen eines Viertels der beteilkgten Bevölkerung durch die Reichsregierung an» zuerkennen ist. Entsteben bei der Vereinigung oder Abtretung Streitigkeiten über die VermögenSauSeinandersebung. so entscheidet hierüber auf Antrag einer Partei der StaatSgerichtshof des Deutschen Reichs." In der NachmittagSsiüung sprach Abg. Heile lDem.) für die Aufteilung Preußens und für die Schaffung einer niedersächsischen Republik, zu der Braunschweig und die an Hannover grenzenden kleinen Länder gebären sollen. Der Abg. Colshorn Meise) trat ebenfalls für diesen Antrag ein, Hanno- per mit Braunschweig zu verbinden. Abg. Meerfeldt(Soz.) bedauert, daß m den ersten Wochen der Revolution• dem Kleinstaateaonftig nicht resolut ei» Ende gemacht worden ist. An diesem Febler bat auch EiSner miigewirkt. Trim« borns heutige Rede unterscheidet sich auffällig von den bisberigen Proieklcn im Rheinland, die doch die R-'gierung und die National» versanimlnnz vor fertige Tatsachen zu stellen vermckug und außerdem einen selbständigen Staat schaffen wollten, wo- gegen Trimborn setzt die Stärkung der Reichsgewalt in den Bordergrund stellt. Leidec arbeitet daS Zentrum Bier im Ausschuß bisber nicht in diesem Sinne. Es muß diese Taktik restlos preisgeben, wenn«S in der preußi'lben Frage bi» zum Ende unsere Unterstützung baben will. Ricklig ist. daß das Slock- Preußen niemals den Weg zum Herzen de« Rbeinländers gefunden bat. Nach Meerkelde sprechen pie Demokraten Ablaß und Hau ßmann. Die Demokralen sind in der Frage Preußen« gespalten. Der deriischnaiionale Abgeordnete Heinz« rritt als Sachse für die Erkaltung Preußen« ein.-Der vreutzi'Se Iustizminister Heine nimmt noch ernmal da« Worl. um sich dagegen zu verwahren, daß er ei» preußischer Partikularist sei. Nicht« liege ihm ferner al« da". Der Abg. Freund macht auf einige Realitäten aufmerksam, die gegen die Zerschlagung Preußen« sprechen. Die innere Kolonisorion Preußens kostete Hunderte von Millionen Marl. Sie ist unmöglich, wenn Preußen zerschlagen wird. Da« gleiche gilt von großen wirlichattlichen Projekten, wie den Talsperren und ähnlichem. E« spricht noch der Abg. Traub für die Erbaliung des allen Preußen«. Dann vertagt sich der Lu«schuß um 8 Uhr auf Donnerstag vor- mittag. Die in unserem gestrigen Abeudbericht dem ZentrumSabgeord» rieten Trimborn in den Mund gelegten Worte von der Zer» schlagung Preußen» sind vo» diesem in dieser Form nicht gebraucht worden.(Die RedZ vom Reichsverband zu Spartakus. Herr Karl Tiedt schickt uns eine Berichtigung, in der er bestreitet, jemals Singe» stellter oder Wanderredner des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie gewesen zu sein, aber zugesteht, vor zwöli Jähren in Verbindung mit dem Reichsverbcüld gestanden und in dr�i Bersammlungen für diesen gesprochen zu hoben. Er bezeichnet dies leichthin als eine.Jugendtorheit". Herr Tiedt scheint auch jetzt aus dem Stadium der Jugendtvrhetten noch nicht heraus zu sein, wie seine Sprengung der Kriegsbeschädigten, organisation beweist. Beim Netberführen der Leitung über einen Fluß oder eine Ersen. bahn stellen die Masten enger beieinander, auch sind sie dann meist noch höher. So ragen sie bei der Uobexführung über den Teltow» kanal 59 Meter hoch mir. AI« Leitung wurde ein Aluminiumkabe! benutzt. Gegen Blitzgefahr wird die Anlag« durch einen Blitzab- letter geschützt, der ober halb der Leitung von Mast zu Mast führt und mit der Erde in Verbindung steht. Da» Befestigen der Kabel an den Masten war ebenfalls eine äußerst schwierige Arbeit. In dem Eisengerüst des Mastes mußten die Monteur« emporklettern und oben tt» schwindelnder Höhe ihre gefährliche Tätigkeit voll- bringen. Besonder« Sorgfalt wurde auch auf die Isolation verwandt. Die Isolatoren(aus Porzellan) sollen die Last der Kabel tragen, auch müssen- sie gegen WitterungSeinfiAsse unempsindlich sein sowie das Ausbrechen des Stroms verhindern. In der Fertigstellung der Starkstromleitung Bitterfeld— Berlin sähen wir eine technische Glanzleistung, die zwar während des Krieges vollbracht wurde, aber doch frioblichen Zwecken dient. Wei- tere Leitungen gleicher Art werden folgen und dazu beitragen, daß die jetzt noch vielfach herrschende unwirtschaftliche Ausnutzung der uns von der Natur zugewiesenen Energie, die Energisvergendungi ein Ende hat. n»ti*cn. — Der Feldherrnhügel, Roda Rodas, und T-rrl RößlerS gemeinsame Frozzelei auf einen spezifisch österreichischen Milita» ris�Ez erlebt jetzt nach einer mehrjährigen erzwungenen Karenz- zeit eine Erneuerung(im Koinödienhause). Bor dem Krieg« hatte das nette Stückchen, dem ein österreichisches Verbot Reklame mochte, in seiner geschickten Mischung von Militärschwank(mit dem Milieu des OffizierSkasinoS) und kecker Satire auf die höfische Militärtrottelei und die durch Gemütlichkeit geadelte Schlamperei erklecklicken Erfolg. Jetzt erscheint es natürlich vielfack abgeblaßt und versunken. Der Riesenschatten des Weltkriege» steht davor und erstickt die Lust, an feinen Ulkereien und Witzen. Die frisch- fröhliche Ausführung mit ihrer flotten Abwicklung der unterhall- lichen Szenen weckte aber immer noch durch ihre Komik und der guten Milieuschilderung Interesse und Beifall.-r — ErnstVanhoosfen. der Berliner Zoologe, der an be- deutsamen Polar- und Tiefseexpeditionen teilgenommen hat, ist sechzigjährig gestorben. — D l e verhinderte Hamburger Universität. Ohne da» neue, ans Volkswahlen hervorgegangen« Hamburger Parlament gelingt der Plan nicht, da« Hamburger Koloniainstitut. das sich schon zur Universität ausgewachsen hat. auch gesetzlich zu diesem Range zu erbeben. Di« alte Bürgerschaft hat ein dahin zielendes Notgesetz soeben kurz vor ihrem Ende mit Stimmengleich. heit abgelehnt. Nun wird ei die sozialistische Mehrheit der neuen Bürgerschaft machen müssen. —'Eine Stadt untav dem Hammer. Die Stadt ShafteSburh in Torset,«in uralter englischer Ort mit 2599 Ein- wohnern, wird in den nächsten Tagen, wie er liegt und steht, an den Meistbietenden verauktioniert werden. Die sämtlichen Häuser der Stadt, gehörten bis im vorigen Jahr einem Loxd Srelöridge, wurde dann von einem Sponsmann für IM Millionen Mark gekauft und kommt jetzt zur Versteigerung, da Bürgermeister und Masistrat das Geld nicht habe», ihren Heimatort zu erVerbe», Hr. 145»36. �aijtgong!♦ 8«iett»ttg, t».Sttg1M» Demokratie ober Räteöiktatur? 5. Sitzun-z, Mittwoch, d?n 18. März. Am Mintiteriische: Hirsch, Fischbeck, Haenisch, Ernst, Südekr.m, Reinbard. Präildei� Lcinert«röfstiet die Sihuny>un SM Uhr. Einige in der Provinz Posen gonxchlie Abgeordnete teilen mit, dos; chnen vom polnischen(-ienerollommanbo in Posen der Reisepaß verweigert lvorden ist.(Hört, hört!) Der Abg. Ran hat die Nicdcrlegung feines Mandats wieder zurückgezogen.(Heiterkeit.) Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Kriegsminister Rein- !>ard, daß die in AdlerShos gefundenen Was Unmengen auS der Flugzengmeisterei stammten, was aus den ersten Mcldun- gen nicht zu ersehen war. Die an diesen Fund geknüpften Folge- rungen treffen daher für diesen einen Fall nicht zu, für die an- deren Fälle bleiben sie bestehen.(Lachen bei den-U. Soz.) Das Haus tritt darauf, in die Tagesordnung«in. Abg. Adolf Hoffmann(U. Soz.): Die Wiederaufnahme des Mandats durch den Alg. Rau müfse von der Mandat SprüsungS- komniisiion g-prüst werden. Abg. Eodn(U. Soz.) fragt an. ob der Betreffende nun tatfäch- lich Mitglied dieses Hauses sei oder nicht. Der Prändent erwideri, daß er nach Einsichtnahme m die Akten dem Hauie Mitteilung machen werde. Die Deutsche Bollspartei hat e»«« Reib« von förmlichen Anfragen eingboracht, und zwar öder dm Zerrüttung des Tran'portnesens ustv. Miittsterpräsident Hirsch erklärt, daß die Regierung bereit sei, alle diese Anfragen in den nächsten Tagen zchbeantworlen. Auf der Tagesordnung stehen dann Abstimmungen über die zur Frage der Aufhebung de» Belage. rungszostandes gestellten Anträge. Ein Antrag Adolf Hoffmann fordert eine Unter- -'uchungskomm'ssion aus Mitgliedern der LandeSversammInlkg und d< Berliner BollzugsratS, der die Vorgänge in Groß-Berlin unter- s--.-.m soll. Der Antrag wird in namentlicher Mstimmung mit 342 gegen 22 stimmen abgelehnt. Einstimmig angenom- mcn wird dann ein sozialdemokratischer, durch einen Zentrvmsantrag ergänzter Antrag, eine K-niaiission von 21 Mitgliedern riiiziisrorn, die die Tatsachen über die Ursachen und den Verlauf der Unruhen in Berlin und anderen Teilen Preußens feslstÄIcn soll. Die Kam« iniftion ist berechtigt, d«n Fustizmmister und den KriegSminister a�inrfordern. die gerichtlichen Akten über die aus Anlaß >r Unruhen eingeleiteten Stralverfolgungen einzufordern und der Kommission vorzulegen, sobald dies ohne Verzögerung und Störung der gerichtlichen Verfahren möglich ist. Ein Antrag von KrieS(Dtscknail.) ersucht die Regierung, dahin zu Wirten, daß die P»lnif«hrrsritS verhaftete« Mitglieder der LasdcSvrrsammlung schleunigst freigelassen werden. Abg. von KrieS(Dtschnatl.) bg rundet den Antrag. Ministerpräsident Hirsch: Die Regierung steht voll auf dem Boden de« Antrages. Tie Hai auch bereits vor der Einbringung desselben alle» versticht, um den bctres senden Mitgliedern die Herreise zu ermögliche», und dtefenigen, die von den Polen als Geiseln festgehalten wurden, zu beireien, aber ibre Bemühungen sind leider erfolglos geblieben. tHört, hört!) Unsere unmittellaren Anfragen an die Polen in diesem oder jenem Einzelfalle sind von ihnen überhaupt nicht beantwortet worden.(Hört, hört!) Ebenso erging eS einem seitens der dent- fchcn Regierung von Weimar aus gerichteten Ersuchen. In- folgedcssen ist der preußische Kommissar bei der Waffenstillstands- kommission, Herr StaatSminifter Dr. Drews, bei feinem Au fear- halt am 14. März in Berlin von un» ersucht worden, alsbald nach der Rückkehr nach Posen bei der Interalliierten- Kam- Mission auf die Freigabe hinzuwirken, und schließlich ist auch dieses Ersuchen unier nauientlicher Benennung der betreffenden Herren am Id. Mä« an die Deutsche Waffenstillstands- kommission in Posen wiederholt worden. Eine Antwort ist bisher nicht eingegangen, dagegen liegt uns ein Tele- gramm vom 17. Mägz aus Posen vor, worin es heißt: Ausreise der Abgeordneten zur Preußischen Landesvcrsammlung erst nach Inkrafttreten des Waffenstillstand» möglich. Sie Werden hieraus ersehen, daß wir versucht haben, WoS in unseren Kräften steht, zu tun, um den Wunsch des Antrages zu erfülle«. Abg. Wende-Brombevg(Soz.): Auch meine Partei nnletfHifet den Antrag. Die Rsgjerung sollte energisch einschreiten. Abg. Arbnsvhn(Dem.): Wir hätten von der Regierung einen ganz andern Ton erwartet, wir hätten erwartet, daß sie erklären würde, sie könne sich das unler keinen Umständen weiter gefallen lassen.(Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung.! Abg. Fräulein Poehlman«(D. Bp.) erhäli als erste der hier anwesenden Frauen das Wort. Wir Frauen aller Parteien— ich glaube hier für alle sprechen*: können— stellen unS aus den Boden der gegebenen Tatsachen und werden un«»ach lxksten Kräften bemühen. unser armes Volk nach wmmervollen Jahren wieder einem Aufstieg und einer bosscren. glücklicheren Zu- kunft entgegenzuführen.(Lebhaftes Bravo!) WaS dea Antrag selbst anlangt, so wünschen auch meine politischen Freunde, oaß die Regierung energische Schritte gegen das Treiben aufrühre- rischer Preußen«cünischer Ratronalität ergreift.(Beifall.) Abg. Ltchtenstein(U. Soz.): Wir stimme» für de» Antrag. Allerdings hat gerade die Rechte es verschuldet, daß wir«n» mit diesem Antrag überhaupt befassen müssen.(Unruhe rechts.) Ich weiß, daß in Oberschlesien eine nicht zu billigende Propaganda von den Polen getrieben wird. Aber Blut ist erst geflossen. a!S der Belagevun-iSzustand kam. Abg. Mni&(Z.) erklärt sich für den Antrag. Der Antrag wird einstimmig angenomme». Es folgt die Aweite Lesung öer Vorlage zur vorläufigen Grüaung öer Staatsgewalt. Der Ausschuß hat eine Reihe von Abänderungen dorge- nommen. Er bestimmt in§ 1 ausdrücklich, daß die Verfassung- gebende Preußische Landesversammluug Inhaber:« der gesetzgeberischen und vollziehenden Staat»- «ewa lt ist. Alle nach der preußischen BerfassungSurtundr bisher den Kammern zustehenden Rechte gehen auf die LandeSversamm- lung über. Ndu ist die Bestimmung in Z 2, daß aus Antrag von � mindestens einem Fünftel der Abgeordneten Untersuchungsausschüsse aus der Mit!« der Landesversammlung einzusetzen find. Sämtliche Staatsbehörden sind zur Auskunft verpflichtet. Eingefügt ist ein neuer§ 4a, wonach die Befugnisse, die nach den Gesetzen und Per- ! ordnungen dem König zustanden, bis auf weiteres von der S t a a ts- I regieru ng ausgeübt werden. Im§ S ist ausdrücklich festgeseßt worden, daß xeder Minister zurücktreten muß, wenn ihm die � Larrde»Versammlung das Vertrauen durch einen ausdrücklichen Be- ! schluß entzieht. Ein neuer§ 7a bestimmt, daß die bisherigen | poeußischen Gesetze und Verordnungen in Kraft bleiben, insoweit ihnen dies Gesed nicht entgegensteht. Dasselbe gilt von den bisher von der Staatsregierung erlassenen und verkündeten Verordnungen. Ein Verzeichnis dieser Verordnungen ist der LandeSversinnmlung in Monatsfrist vorzuleben. Aus Beschluß der LandeSversannnlung ist eine Verordnung auzer Kraft zu setzen. Nach einem neue» Z 7b ist die StaatSregierung während der Vertagung der Land-Sver- sammlung befugt, wenn die öffentliche Sicherung oder die Beseiti- gung eine» öffentlichen Notstände» die» erfordert, Berordnuo- ?«n, die den bestehende» Gesetzen nicht»»wider- aufen. mit Gesetzeskraft zu erlassen. Sie sind der Landesoerfammlung bei ihrem Zusammentritt zur Genehmigung vorzulegen. Abg. Hetlmnnn(Soz.): Wir halten an der Fassung der KommissionKwrlage fest»nd lehnen die AbändcrungSnniräge zu 8 1 ab. insbesondere den Antrag der Unabhängigen, daß die Landesversammlung ihr Gesetzgebung». recht nur ausüben kann in Uebereinstimmung mft der Vertretung der Arbeiter- und Soldatenräte. Meine« Wissen» gibt es übrigens noch gar keine Zentralstelle der Arbeiter- nnd Sol- dalenräte in Preußen, aber natürlich ließe sich eine solche Zentral« schaffen. Wir wünschen das nicht, wir wünschen, daß die Arbeiter- und Soldalenrät« beschränkt bleiben auf ihr« wichtigen Wirt- schaftlichen Fmiktionen, aus ihr« Teilnahm« an her Verwaltung und die Mitberatung bei der Soziali« s i e r u n g. Diese Stellung deckt sich mit der, die die Arbeiter-»nd Soldatenräte auf ihrem ersten Kongreß selbst mit 344 gegen 98 Stimmen eingenommen habe«. Auch Führer der Unabhängigen, wie Dittmann, Vkottschalk-KönigSberg, haben sich auf diesen Stand- Punkt gestellt. Die Aenderung in dem Standpunkt der Unabhängige« ist noch gar nicht so alte Wenige Wochen vor der Revolution hat KautSky über die Frag« des Rätesystcms ein Büchlein geschrieben. Er geht au» von dem Satz �>CZ Kommunistischen Manifest?:.Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von Minoritäten; die proletarische Bewegung ist die Bewegung der ungeheuren Mehr« zahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl." Daran anschließend legt Kautsky dar, baß es keinen Sinn für Sozia- listen hätte, sich für Diktatur zu erwärmen. Er beruft neb auf den berühmten«»tz Engels':„Die demokratische Republik ist die spezifische Form für die Diktatur de» Proletoriats."(Hört! hörtl) Und«S ist bekannt, daß auch Mari; in diesem Zusammenhang immer von dem allgemeinen gleichen Wahlrecht gesprochen hat. Der unabhängige Führer Ströbel hat noch in dieser Woche die Propaganda für da« Rätestzstem«l» eine Psychose, eine Art Geisteskrankheit bezeichnet(Hört! hört!) und Herrn Haase und seinen Freunden vorgeworfen, daß sie gegen ihre bessere Ueberzeugung sich diesem Rätesystem beugten, bloß um nicht Masse« ihrer Anhänger nach links zu verlieren.(Hört! hört!) Das Rätesystem hat keinen Sinn, wenn nicht darauf die Diktatur, die ausgesprochene Gewaltherrschait, folgt, denn wen» nichts weiter sein soll, als daß man Räte wählt, wie man Paria- mente wählt, so kommt die Sacke auf genau das gleiche her- aus. KaniSkv hat selbst dargelegt, daß von etwa 20 Millionen Wählern, die nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht zu wählen hätten, höchstens 290000 Wähler wegfallen würden, wenn man wirklich alle zu den Räten wählen läßt, die ehrliche Arbeit körperlicher oder geistiger Art verrichten. Um die paar hunderttausende Rentier» zu entrechte», dazu lohnt e» s i ch wirklich nicht, unsere alten demokratisch«! Ideale aufzugeben und da» neu« tartarische System der Rät« anzunehmen.(Sehr wahrt bei den Sozialdemokatew.) Kaut»ry hat auch den Nachweis geführt, daß das Rätesystem den Klassenkampf de» Proletariat» aufs schwerste schädigen würde. Bei dem allgemeinen Wahlrecht würde der Kampf der Arbeiter gegen die alte» Mächte geführt, beim Rätesystem aber gäbe eS nicht» weiter al» den Bruderkampf unter den Arbeitern selbst.(Sehr wahr! bei den Sozialdenwckraten.) Wenn auch Kautskv leider nicht zu uns gehört, so will ich doch sckließen mit den Worten seiner Schrift über das Rätesystem: i»Darum wollen und müssen wir festhalten an der Demo- Ikrati«, an der Souveränität de» allgemeinen gleichen und direkten Wahlrecht», um da» wir seit mehr als einem halben Jahrhundert gerungen habep" und das wir, wie ich htnzu- , fügen mochte, jetzt am allerwenigste»»erraten rsnne«.(Lebhafter i Beifall bei den Sozialdemokraten.) Zlbg. Am Zehnyoff(F.): E» wäre geradezu absurd, wenn man die Räte hier in der Verfassung verankern wollte. Wir halten an der Bezeichnung.Republik Preußen" fest, West die anderen Namen unklar sind. Abg. Dr. KSHler(Deutschnatl.): Wir lehneen das Rätesystem natürlich ab. Wenn man eine zweite Kammer haben will, so müßte e» eine berufsständische Kammer sei». Wir wollen un» des Wortes.Republik" enthalte», weil e» un» entbehrlich erscheint.(Lachen link».) Abg. Dr. Roftuftlb(IL Sog.): Die Republik ist im Herzen de» preußischen Volke? fest 0er> ankert. Die Hohenzollern müssen für immer abgesetzt, ihre Familiengüter eingezogen werden. Mit diesem Hause muß abgerechnet werden. Das Rätesystem muß in die Verfassung hinein. ES gebt auck nicht an, die Arbeiterräte auf w i r t- schaftliche Funktionen zu beschränken— das werden die Arbeiter sich �einfach nicht gefallen lassen(Sehr richtig! bei dcst N. Soz.). sie' müssen auch politische Funktionen haben. Wen» Sie(nach rechi») da? Rätesystem ablehnen, so tun Sie das best«, um das Kommen der Räte zu fördern.(Lachen rechts.) Die Sievolntion ist noch nicht abgeschlossen.(Sehr wahr! bei den U. Soz. Gelächter rechts.) Sie(zu den Sog.) find heute nichts andere» als die Helfershelfer der Bourgeoisie, aber Sie können auch den Sozialismus nicht mehr aufhalten.(Beifall bei den U. Sc».) Abg. Dr. Frtedberg lDemokrat): Vielleicht lohnt e», für die Auseinandersetzungen zwischen den beiden sozialdemokratischen Bruderparteien mal eine E x t r a s i tz u n g anzusetzen.(Heiter- keit.) An die Verfassung sind meine politischen Freunde unter dem Gesichtspunkt herangegangen, daß durch die Revolutiön in der Rechiseniwickelung ein Vakuum geschaffen worden ist, daS aus- gefüllt werde» muß. Di« Einfügung von Arbeiterräten in 37) Stifte Mensihenkinö. Von Marti» Andersen Rexö. Als sie gegessen hatten, führte Per Nielsen sie in den Stall und zeigte thnen die kleinen Ferkel, die wie eine Reihe von Würsten an der Mutter lagen und aussahen, als hingen sie mit der Schnauze an ihr. Hernach gingen die Kinder wieder zu Frau Nielsen hinein, und von ihr bekamen sie Aepfel«nd Spitzkuchen; und das allerbeste kam zuletzt, als Per Nielsen den feinen Federwagen anspannte, um sie nach Hause zu fahren. Die Schubkarre wurde hinten in den Wagen gestellt und machte so gleichfalls eine Fahrt. Die Kleine« lachten darüber, daß es in ihren Kehlen rasselte. „Fhr seid doch einfältige Kinderl Wie kann man nur so auf eigene Faust in die Welt kutschieren 1" sagte die Frau des Dorfschulzen, während sie die Kleinen auf dem Wogen verstaute.„Gott sei Dank, daß der Mensch oft mehr Glück als Verstand hat." Und darin waren alle vier denelben Ansicht wie sie, daß ihre Heimfahrt zum Elsternnest mehr Spaß machte als ihre Hinfahrt. Die Tour war großartig verlausen, aber nun hieß es arbeiten. Die Mutter hatte nicht mit Ausslügen gecechnet und in der Sdheune ein großes Bündel Lumpen hervorge- wälzt: die Lumpen sollten sortiert werden, wollne für sich und leinene für sich. Christian und Schwesterchen hätten Wohl etwas helfen können, wenn sie sich zusammennahmen; aber heute war kein Ernst in ihnen. Sie lvaren durch die Ausfahrt zu ausgelassen geworden und warfen einander die Lumpen an den Kopf. ,�hr dürft euch nicht zanken," wiederholte Stine jeden Augenblick, aber es half nichts. Als die Dunkelheit hereinbrach, waren sie erst halb fertig. Stine holte die klein« Sbubenlampe, worin balb Oel, halb Petroleum gebrannt wurde, und arbeitete weiter; sie. weinte vor Verzweiflung darüber, daß die Arbeft nicht bis zur Rückkehr der Eltern beendet sein würde. Als die Kinder ihre Verztveiflung sahen, wurden sie ernst, und eine Weile ging die Arbeit rasch von der Hand. Aber dann spielten sie wieder auf dem Boden und veranstalteten Jagd aufeinander: beim Laufen trat Christian nach der Lampe, und sie ging entzwei. Im selben Augenblick war es vorbei mit aller Ausgelassenheft; die Dunkelheft bannte sie an die Stelle; sie wagten es nicht, sich bewegen.„Stine. hol' mich," jammerten sie. jeder aus einer Ecke der Kch-«»-, Stine öffnete die Scheunentür.„Sucht euch selber den Weg hinaus!" sagte sie hart und tastete sich nach Paul hin, der auf einem Lumpenbündel lag und schlief; sie war zornig. „Nun sollt ihr zur Strafe ins Bett." sagte sie. Christian weinte die ganze Zeit leise vor sich hin..Lch will keine Prügel hon Mutter haben, ich will nicht!" wieder- holte er immer wieder und schlang die Arme zim StineS HalS, als suchte er Schutz bei ihr. Und da war eS au« mft ihrem Zorn. Sie hatte die Tranlampe angezündet und half den Kleinen beim Auskleiden.„Wenn ihr jetzt recht lieb sein und euch sofort schlafen legen wollt, dann wird Mütterchen Stine zum Krämer rennen und eine andere Lampe kaufen." sagte sie.„Aber dann müßt ihr euch darein finden, so lange allein zu liegen!" Sie wagte eS nicht, Licht bei den Kindern brennen zu lassen, und löschte die Laterne aus, bevor sie ging. Sonst fürchteten sich die Kleinen allein im Dunkeln; aber wie die Verhältnisse augenblicklich lagen, mußten sie sich zusammennehmen. Stine besaß ein Fünfundzwanzigörestück. Sie hatte es einmal von der Großmutter bekommen, als es ihnen noch gut ging, und hatte es getreulich bis jetzt durch alle Per- suchungen hindurch aufbewahrt. So viel Herrliches hatte sie -sich davon versprochen, und nun mußte sie es springen lasten, — um den kleinen Christian vor Prügeln zu retten. Zögernd legte sie sich vor das Loch in'der Mauer, wo es versteckt war, und nahm den Stein fort; es tat ihr doch weh. Dann stand sie auf und lief zum Krämer, so schnell sie konnte damit es sie nickst gereuen sollte. Der Krämer hatte keine Lampe für das Geld. Mit dieser Möglichkeft hatte das Kind nicht gerechnet; für 23 Oere konnte man einfach alles kaufen. Sie überlegte eine Weile, was nun zu tun sei; dann kaufte sie ein Nachtgeschirr mft Henkel für 8 Schilling und für den Rest Brustzucker. Als sie nach Hause kam, schliefen die kleinen Geschwister. Sie zündete die Laterne an und begann, die welken Blätter von den Birkenreisern abzustreifen, aus denen Besen ge- Kunden werden sollten; müde war sie von dem inhaltsreichen, schweren Tage, aber sie konnte einfach nicht müßig sein. Der starke Birkendust kitzelte sie in der Nase, und sie schlief über der Arbeit ein. So fanden die Eltern sie. Sörines scharfer Blick sagte ihr sofort,, daß nicht alles war. wie es sein sollte.„Warum hast du die Laterne ange- 1 jüjchettf" fragte ße. wahren» sie ihre» Mantel auttaövjte. „aber ich habe Stine mußte mft der Sprache heraus— eine andere gekauft", fügte sie schnell hinzu. „So— wo ist die denn?" Die Mutter blickte sich in der Stube um. „Nein, sie hatten keine für 25 Oer«. Aber da habe ich das hier gekauft," Stine legte sich auf die Knie und zog bat neue Möbel unter dem Bett der Eltern hervor. „Du bist doch ein grossartiges Kind." sagte Lars Peter vergnügt und bob sie in die Höhe.„Wir brauchen hier im .Hause nichts nötiger als so einen Apparat." Aber Sörine bemächtigte sich sofort des Möbels. ES war ein Unsinn, für so etlvas Geld auszugeben; aber wenn der Apparat nun einmal da war, wollte sie ihn in die Küche haben; dort fehlten ihr so oft Gefäße. Was das andere betraf, so konnten sie wohl hinausgehen— jetzt ebenso gilt wie früher. „Mutter will es als Terrine haben, du wirst sehen," sagte Lars Peter leise, als Sörine mft dem Apparat in die Küche gegangen war. Aber Stine war nicht zum Lachen ums Herz; sie wußte aus Erfahrung, daß die Mutter noch bei weitem nicht fertig war. Und im nächsten Augenblick stand Sörine in der Tür. „Wer bat dir die Erlaubnis gegeben, auf Kredit zu kaufen?" ftagte sie. „Ich habe es für mein eigenes Geld gekaust," antwortete Stine leise. „Eigenes Geld..." Nun begann ein Kreuzverhör, das kein Ende nehmen zu wollen schien. Lars Peter mußte sich ins Mittel legen. Es war nicht warm in der Stube, und sie gingen ftüh zu Bett. Stine hatte versäumt zu heizen.„Sie hat wahrhgstig an genug Dinge zu denken gehabt," sagte Lars Peter zu ihrer Entschuldigung. Und Sörine sagte hierzu ja auch nichts. Sie regte sich nicht darüber auf, daß gespart wurde. Es war strenger Frost. Stine lag wach imd konnte nicht warm werden, sie betrachtete ihren Atem, der weiß in den Raum hinausschwebte, und lauschte auf den Frost, der in den Wänden ein Knistern erzeugte. Draußen war Mond- schein, das Licht fiel kalt über den Fußboden und den Stuhl mit den Kleidern der Kinder. Wenn sie den Kopf ein wenig hob, konnte sie zwischen Fachwerk und Füllung hinaus- spähen und die weiße Landschaft schimmern sehn; die kalte Lust wehte ihr ms Gesicht. Gor*. jolaU Mc Verfassung ist für unz bölkig u n b r S?u ti e rba r. Die ?crbeiterrctte beruhen auf einem Berufswahlrecht, durch die oic anderen VollZklnssen, die nicht Arbeiter sind, einfach vergewal- iigt loerdcn. iSehr richtig!) Gerade ein solsi>ss Berufswablrccht ivar früher das tsieblingSkind der rechten Seite dieses Haufe?, es ist da!?cr ein reaktionärer Gedanke. Auch durch sein Eintreten für daZ. BzrordnungSrccht der Regierung bar Dr. R o se n fc I d» s e i nl r reaktionären A u f fa f f u>i g weiteren Ausdruck verliehen. Dr. Aosenfeld will gar nicht Recht, Krcihcit und Gerechtigkeit, er will die brutale Gewalt. fZustim» isiiiivj bei der Mehrheit.) Die, von d�t unabhängigen Sozioldenio- !ea..>i beantragte Einziehung der �aniiliengüter des Hauses .Huhin�oller» ueniit Dr. Rofenfeld selbst ein AnZnahmegesetz. Ein derartiger Eingriff ln das Privateigentum ist vollkommen undiS- lnticrfcar. fZurnf de? Abg. Adolf H 0 f f m a n Auf Ihrem cigcntiichsten Gebiet, dem iheologischsn, mögen Sie ja zuständig sein. Aber auf dein staatsrechtlichen, ea hapert eS.(Grosse Heiterkeit.) Dr. Rosenfeld hat dann mit historischen Ausblicken aperiert. Räch meiner Auffassung kann die Revolution nicht zur Ruhr kommen, tueil getoisse treibende.siräfie da sind, dir sie. nicht zur Ruhe kommen lassen wollen.(Lebhafter Beifall.) AbZ. Dr. Leidig; D. Vp.): Ich hätte da? Wutgeheul hören wollen, das die Ilnabhänyigen erhoben hätte», wenn eine vor- revolutionäre Regierung ein so weitgehendes Rotverordnungsrecht gefordert hätte, wie es jetzt die Unabhängigen beantragen. Abg..Heitmann(Sog.): An dein Wort„Republik" halten wir fest, auch wenn eL «in Arcmdwor! ist. Die Anträge Rosenfeld zur Immunität waren viel ja»veitsehend; ausserdem stände« sie mit dem Reichs recht im icharsitcn Widcrfvruch. Die Hohenzallern sind längst abge- setzt durch die Rrvolution. Das hat der 0. November ciidgülttg beschlossen. Das Ausnahmegesetz lehnen wir unbesehen ad, weil es ein Ausnahmegesetz ist. Dr. Rosenfeld hat als Justizminister eine» Ausschuß cingesiht, der prüfen soll, was von dem Vermögen der Hohenzollern Krön- und Privateigentum ist. Jetzt will er sein eigenes Kind morden. Aber die Herren lernen rasch um. Wir haken hvulc einen Redner der Unabhängigen gehört, der um Iii. Dezember noch zu uns gehörte und noch bei der Wahl zur Na- iionalvcrsammlung ans u n sc r e r Liste stand.(Zuruf: Lichten- stein!— Lebhaftes.Hört, hört!) Die Aussprache scülicsst. Abg. Lichtenstei»(II. Sag.) mit Aha-Rusen begrüssi: sfür Sie ist jeder Unabhängige erledigt, ehe. er spricht.(Zurufe: iele sind erledigt! 5k 0 n j u n k t u r p 0 l i t i k c rl) Der grundlegende K 1 tvird darauf in der Ausschnsssassling ein- stimmig angenomnien, der Räicantrag gegen die Unabhängigen ab- gelehnt.-- Donnerstag, 3 Uhr: ÄSeiterbercitung. Schluß: 7 Uhr. das Mütteramt in See Verwaltung öes Reiches. Von Lotte Möller. Dem Reichswirtschaftönint sind als sozialpolitische Haupt» einteilungeil eingeordnet: Arbeiterschutz und Versicherung, Jugend- und Wohnungsfürsorge. Nach dem am 13. Februar vom Präsi- denten des Reichömimsteriums Scheidemann mitgeteilten Arbeits Programm wird-eine Neueingliederung zu erwarten sein, nämlich die Schafkung einer Zentralstelle für Mütterfürsorge, wie es im Programm beißt des Mutterschutzes. Wichtig und notwendig ist der Schutz der Jugend, ah er auf gleicher Siuie der Nottoendigkeic steht der Schutz der Mütter. Ha: die Jugendschutzbcweguug ihren Weg zum Jugendamt gefunden, kann jetzt wohl erivartet werden, daß ohne langes Zögern in gleicher Weise die Schutzbeioegung für die Mütter im Rütteramt eine Zen- trale und gleichzeitig einen festen Platz in der Verwaltung findet. Es ist im Deutschen Reiche Mütterinrsorge schon seit Jahr- zehnien getrieben worden. Sie trat als Vegleiterfcheiiiung der Säuglings jürsorgs aus und entwickelte sich mit ihr. Hier und dort hat sich ein Verein, oft freilich nur ein Vereinchen, der Frage der Fürsorge für Mütter, zumeist der ledigen Mütter, angenommen. Aber gerade in der Abhängigkeit vom Vereinswoblwollen liegt die grosse Gefahr-der Entwicklung einer wichtigen Fürsorge. Irgend- wie hat jeder, auch der weitrichtigst geleitete Verein, seine Grenzen. Nur zu oft aber steckt er sie sich sehr eng, so eng, daß man, wenn man in Not ist, noch einmal unter bestimmten anderen Bedingungen geboren werden müßte, um von ihren Segnungen getroffen zu werden. Bereinsarbeit kann nur als Pionierarbeit gewertet werden und muß als solche im Ganzen aufgehen, wenn der Tag dafür gekomme« ist. Dieser Tag ist jetzt nahe. � Ileberblickt man daö große Gebiet der Mütterfürsorae, zeigt sich die Notwendigkeit einer Dreiteilung. Tie erste Abteilung der Fürsorgearbeit umfaßt die Aufgaben für die werdenden ; Mütter zu, argen, die zweite und dritte Abteilung hätte die Für« ! sorge für die gewordene Mutter zu übernehmen, und zwar Abteilung zwei: die Zeit der Geburt bis zur voraussichtlichen Rückkehr ins Arbeitslehen zu umfassen, und Abteilung drei Für- sorge für die Mütter in der dann folgenden Zeit zu übernehmen. Für werdende Mütter— selbstverständlich ist eS, daß in der Fürsorgx nicht unterschieden wird, ob eS sich um ledige oder ver- heiratete Mütter handÄt,— käme Schwangerenfürsorge mit ihren vielen Unterabteilungen als: MüttersckaftSversicherung, Kranken- kassenregelung, ArbeitSbeschafsung, Arbeitsregelung. Unterbringung von ledigen Schwangeren. WöhnungSfürsorge. Entbindungsfür- sorge, Schwangerenheime usw. in Frage. In der Tntbindungszeit käme Wöchnerinnenfürsorgc in erweitertem Maße in Betracht. Ferner aber Regelung icr Unterbringung im Wochenbett durch Krankenkassen, Regelung der Arzt- und Hebommenfrage, Regelung der Stillunterstützung und der Gewährung besonderer Beihilfe an Wöchnerinnen. Auch die Einführung einer ärztlichen Untersuchung, ehe die Arbeit wieder ausgenommen wird, ist einzufügen, denn mir durch diese ließe sich in notwendigen Fällen eine längere Unterstützung erreichen und die Arbeitsaufnahme zurückstellen. Auch käme Wohnungsfürsorge, besonders für ledige Mütter, in Frage. Die dritte Spanne der Fürsorgearbeit für Mütter umfaßt den größten Raum, und dies nicht nur den Jahren nach. Hier ist Neuland. Wer hat schon in der Fürsorge für die Mütter die Grenze so weit stecken lonnen, daß sie überhaupt keine Grenze mehr war, sondern sich im Alter verwischte? Das kann nur eine NeichSveriaaltung durchfübten. Aber bei der Ausarbeitung dteser Abtcilungszeit würde es sich zeigen, wie wenig man biÄhcr derer gedachte, dx dem Vaterland Gesundheit und Leben gaben, indegi sie ihm 5linder geboren haben. Hier Wäre durch Versicherung der Mütter, durch Krankenkassen, durch Wobnungöfürsorge, Errichtung von Erholungsheimen, Gewährung von Beihilfen zu Ferienaufent- halten, durch Wohnungsfürforge, Allersunterftützung, Arbeits- erleichterung. Arbeitsregelung, Arbeitsbeschaffung unendlich viel zu leisten und Werte an VolkSkrast und Balksaeßundheit zu erreichen. Große Ausgaben liegen hier, wie auf so vielen Gebieten, vor uns. Noch stehen wir vor dem geschlossenen Tore, aber die Zeit ist dos die eS uns öffnen wird. Znöustrie and Kandel. i Tic Beamten der Äricgowirtschast und der Neuaufbau der Wirtschaft. Ter Zentralderband des Deutschen Großhandels hat eine Sin- ! gäbe an die zuständigen Behörden gerichtet, in der es u. a. heißt: 1„Die KriegLwirtschsft hat es mit sich gebracht, daß zahlreiche Be- ' amte der KriegSzesellschaften Einblick in die Verhältnisse der ein- zclnen Firmen und ganzen ErwerbSzw-eige in einem Ausmaß« er« halten, der auf andere Weise nicht zu erlangen war. Es wird uns mitgeteilt, daß hie und da entlassene Angestellte von Kriegs- gesellschaften dazu übergehen, eigene Handelsfirmen zu eröffuen, und zwar häufig auf Gebieten, die ihnen vor dem Kriege gänzlich fremd waren, ihnen aber durch ihre 'Stellung in den Krtegszesellschastsn bekannt geworden find. Diese Neugründungen haben den Vorteil, daß sie über eine genaue Kenntnis der behördlichen Borschriften, der Mittel, sich mit ihnen abzufinden, uud über persönliche Bekanntschaften in den Behörden verfügen. Momente, die bei jeder Zwangswirtschaft wichtig, häi-fig sogar wichtiger als gediegene kaufmännische Kenntnisse sind. Ter Fachhandel sieht sich jetzt neben der weiterbestehenden Zwangs-' Wirtschaft noch einer neuen Konkurrenz gegenüber, die unter AuL- nutzung amtlich errungener Kenntnisse und ohne die Belastung der alten Firmen diesen das Geschäft unmöglich macht. Der Zentral« | verband des Deutschen Großhandels hält es für notwendig, daß eine Regierungsverordnung auf Grund der eidlichen Verpflichtung der Beamten der Kriegsyesellfchaften diesen Beamten einen solchen Mißbrauch ihrer auf amtlichem Wege errungenen Kenntnisse unter- sagt. Es wird ferner gebeten, veranlassen zu wollen, daß die Kriegsgesellschaften eine Anordnung erhalten, jede geschäftliche Verbindung mit früheren Beamten der Kriegsgesellschasten zu ver- meiden, es sei denn, daß der betreffende Kaufmann das gleiche Geschäft bereits vor seiner Beschäftigung als Beamter betrieben hat. In solchem Falle wären ferner die Kriegsgesellschasten darauf hinzuweisen, daß Bevorzugungen zugunsten solcher Firmen absolut unzulässig sind."— In der Tat wäre eS nichts mehr als gerecht- fertigt, wenn die unabkömmlichen Kriegskaufleute zu ihrer alten Tätigkeit zurückgeschickt werden, soweit sie nicht eine ganz besondere versönliche Fähigkeit bei ihrem neuen Beruf hält. Eine Erweite- rung des Großhandels durch Parasiten de? Krieges ist heute,� wo alle Kräfte in den Dienst der Produktions Wirtschaft doppelt nötig sind, keineswegs am Platze. Gerichtszeitung. Das Mankomehl. Ein« große Mehlschiebung belchästigte die S. Strafkammer des Landgericht» I. Der als Hilfsarbeiter bei dem Ma- gistrat Berlin anaestellle Kaufmann K 0 h n e r t balle die Mehl« vertetlung unter sich. Ein Bekannter namens Kalitzli trat an ihn mit der Bitte heran, ihm für die Firma Neuss u. Wille, die als Grosshändler das Mehl an Kleinhändler weiter gab. FrelgtkbeiÄeine auf 40 Zentner Mehl für Lazarette und gemeinnützige Anstalten auszustellen. Kobnert ließ sich dazu verleiten. Das Mehl, das der Magistrat mit 27 Pfennig pro Pfund abgab, sollte mit 3.bl) M. pro Pnms verkauft werden, und zwar durch einen Kaufmann Ginzel. Wie häufig bei derartigen Ge- schäfteu. war auch noch eine Mittelsperson, der Kaufmann G t e! e r bei der Sache tälig..— DaS KriegSwucheramt Halle aber Wind von dieiem Handel bekommen und sandte einen Vertrauensmann zu Ginzel. um dieiem pro korma doS Mehl abzukaufelt. Ginzel hatte schon in Erwartung des zukünftigen Nutzens 10 M0M.an Gieser bezahlt: eS wurde ihm nun das gesamt« Mehl beschlagnahmt. Die Anklag« ging auf Verleitung des Kohnert al« Beamten zur unberechligle» Verfügung über Mehb ferner aus Kettenhandel und Hehlerei.— Gegenüber den vom Staatsanwalt beantiagten hoben Geiängnts» strafen beantragten die Rechtsanwälte Bahn, Röscler und Goldberg die Freisprechung, da nach ReichSgerichtsent'cheidung nur dann Hehlere» vorliege, wenn Vermögensrechte eines Dritten verletzt werden, das Mehl ausserdem an Neuss u. Wille als. M a n k 0 in e h l � gegeben worden sei, d a S jeder Großhändler in Höhe von 1 Proz. der Liefrrnugea vv» Magistrat beanspruchen könne. Das Ger, cht nahm Kettenhandel, aber nicht Hehlerei, als vorliegend an und verurteilte Ginzel zu 14 Tage» GesängniS und 1000 M., Gieser zu 14 Tagen G-siingniS uii» 8000 M.. Kalitzki zu 21 Tagrn Gefängnis und 4000 M. Geldstrafe. Die Verhandlung gegen Kohneri wurde auSgeieyt, um festzustellcn, ob die mililärische Amnestie auf ihn Anwendung sindet. Durch derartig« Urteile dürft« sich wobl laum ein Schleich» Händler veranlasst sehe», fein einträgliches Gewerbe aufzugeben. :rejw!llise aller Kfaflcnj sowie SMiiier»» WIMmM stellt noch ein Miligs Straaijt, RgSM, Otatfa, Mcllno(Grnudenz). NWevMM«i-)ieWg8wMtt»kZ m Zmlms MkM tu BetMötfetfeiöe (0 au• ftaptene nellt noch eine Anzahl gcdienler Maschinengewehr- Schützen ein. Mobiles Grdalt snr alle Dlenstgrade, i Mark tägliche Zulage, sreie Vrrpliegnng und Nnterkunst, Famiilen Unterstützung.- iftivri» Aufruf! 25 An die alten Angehörigen d.KriegSvermessungSwcsenS. Die Landei, iulnabme stellt für den Grenzschutz Ost .crmcsiungl- Fiiimatloncn auf und bedarf da-.u tcch. »'.'che» itzcvsonoi, InL besondere VerniesimigStechnlkcr, Ltl'wgravhe«, Zeichner, Gtelndrucker. Buchbinder. ' Bedingungen: Mobile Löhnung. S Mark täq. I-.che Zulage, freie Verpstegmig. Bekleidung, Unterbringung, 11 tägtge Kündigung. Schriftliche oder inilndliche Meldung: Landesaufnahme. 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Dauer IVt Jahre). iglan der aenea lum Anfaat AprlL Der Vi Die friedlichen Linden. Das neueste in Berlins Prachtstraste. In diesen Zeilen wirtschaftlicher und politischer riniitmUung Kai sich auch die Gunst deS(jrohen Publtlumd mebrsach gewendet, und sein Geichmack ist in mancher, wohl mehr als einer, Hinsicht ge- läutert und gebessert worden. Und doch ist eS mit seinen Sympathien übpr die Stürme der letzten Jahre hinaus treu geblieben, dem schon früher als volkstümliw, als populär Erwiesenen. So hat sich im Lause der letzten Jahrzehnte die schöne Strohe .Unter den Linden" doch als die eigentliche Pracht» strahe qu bebouvlen gewuht. In den neuerstaiidenen westlichen Städten und Vororten hat die Kunst moderner Städtebauer viele schöne und'groh an» gelegte Strahen�üge entstehen lassen, deren architel» tonische Bilder ebenso interessant find, wie das Leben in den HaupiverlehrSstunden, da« fich zeit» weise zu einem Korio deS Berliner Westens au«- gebaut hat. Ader die Lieblingsftrahe des Publikums von Groh-Berlin ist doch.Unter den Linden' ge- blieben. Ein Begriff ist fie geworden für das ganze Deutiche Rciw. Jeder Reisende, der Berlin besucht, wird baldigst seinen Sva,iergang dahin lenken, wo ihn nickt nur das Sirohenbild feffelt sondern auch da» lebhaft pulsieiende Treiben einen Abglanz vom Berliner Leben geben kann. Nicht zu vergessen sind die bistoriichen Eindrücke, die ein solcher Besuch hinterläht, die Erinnerungen werden wach an Erlebniffe von gröhler polililwer Bedeutung, an Begegnungen mäckuiger Staats- obel Häupter, an den Einzug fiegreicker Heere, an gesellschaftliche Ereignisse allervornehmsien Eha- rakter», an slaatrnuinwäUend Vorgänge, bei denen Hunderllausende geschloffenen Zuges hindurchrogen. Wenn man an schönen Rachmillagcn die vielen Spaziergänger beobachtet, die vom Tiergarten kommen und sich rn den ausgezeichneten Gaststätten zu kurzer oder langer Rast niedei lassen, dann kann man am sichersten beurteilen, dah gerade daS bürgerliche Element zum Haupieil des Publikums beisleueri, Für dieses Publitum wird sich nun in den nächsten Tagen ein neues Unteinehmen öffnen, deffen ganies Arrangement im solidesten Stile er- dacht und ausgcsührl wurde. An der Ecke der Kleinen Kirchstrahe steht unter den Linden bü das mächtige Gebäude des Zollern» hoieS. DaS ganze Erdgeickoh dieses in modernstei An erbauien Hauses wird von dem neuen Eta- bliffement.Tonndorf' eingenommen. Der Name.Tonndorf' ist gefestigt im Publikum als der Ausdruck solider Gastlichkeii, denn der Besitzer deS neuen Lokale« bat eS schon feit Jahr»n mit ständig wachsendem Eriolge verstanden, in den anderen von ihm geleiteten Betrieben, dem grohen.Linden» Restaurant', Unter den Linden 44 und Friedrich- strahe 87, fich ständige» und treues Publikum heranzuziehen. Das neue Lokal wird in der gleichen reellen Weise geführt werden, es wird aber in der gesamten Aufmachung fich von dem gewöhnlichen Gasihausbetriebe wesentlich unterscheiden. Es soll dem Publikum Gelegenheit zur Unter- Haltung und Geselligkeit geboten werden Bequeme weite Räume stehen zur Verfügung.' Im ersten, der Strahe am nächsten liegenden Saale ist eine grohe Bar vorgesehen. Daran schlieht fich ein langer Raum, dem neben der ausgezeichneten Aus- statiung der Wände, der künststerrsch kafietlierien Decke und den originellen Beleuchtungskörpern die eigenartige AuSstaitung der einzelnen Tische einen recht behaglichen Ton gibt. In die'em Saal wird ein aus er st klassigen Tonkünstlern zu- iammengesetzl«« Orchester konzertieren, Der grohe, nach der Mittelstrahe zu gelegene Saal ist der Geselligkeit gewidmet. Hier ist. immer in Anlehnung an die stilgerechte, von der Firma P.Swmiedel. Berlin WS, Linlstrahe 20, eniworiene und ausoesübne Innenarchitektur ein entrückSnder Tanzraum eingebaut worden. Senn in den Höffenilich gar nicht mehr fernen Tagen wieder dem Tanz gehuldigt werden darf, dann sollen hier der bewährte Walzer und die modernen GeiellschaftS» tönze, Foxtrott, Tango und wie die neuen Neigen noch herhen werden, bei bester Mufik ausgeführt werden. Dieser Tanzraum, der neben den großen Dielen und der Bar«ine durch alle Räume gehende wundervolle Blumendckoration eine fröhliche Note verleiht ist die nächste Sehenswürdigkeit Berlins. Ihm ist'der größte Erfolg mit der Eröffnung garantiert. Die Lage des Unternehmens, die prachtvolle Ausstatiung der Räume, zu denen sich im Sommer ein lauschiger Garlenhof gesellen wird, der durch die breiten Fensteröffnungen mit dem Lokal direkt verbunden ist, die erfahrene Leitung des tüchtigen GeichästSmaniteS sichern ihm die schnellste Papula» ,rität. Mögen die Zeiten noch so traurig scheinen, ein hoffnungsvoller Ausblick bleibt uns doch. Und in ollen Sorgen und aller Arbeit kommen Siunden der Ruhe, wo man sich gern der Geselligkeit und angemeffrnem Gennffe ergehen will. Dann wird man zn.Tonndorf gehen und neben der guten Musik und angenehmen Aufenihalt die Bewiriung finden, die Sem Namen.T o n n d o r f' schon bisher die Zufriedenheit aller sicherte. M, S. Opernhaus Fidelio. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus Die Kreuzeischreiber. _ Anlang 7 Uhr. Volksbühne Theatei am BQiowplatz. Direktion Friedrich KavBIer. 7'/. Uhr: Wilhelm*«11. Direktion Max Keinhardl Deulaches Theater. 7 Uhr Und das Licht scheinet In der Flnsiemis. Freitag i Uhr: Wie es euch gefällt. Kammersplele. 7 Uhr: Faschine. Freitag 7 Uhr: Unterwegs, Kleines Schauspielhaus Fasanenstr. I, Port 5. 7>/»: Die Büchse der Pandora. Freitag: Keine Vorstellung. Theater I. d. U Üirj C.Meinhard- R. Bernauer Vjä Uhr: Der Biberpelz. Freitag; Die Wildente. Sonnabend; Musik. Sonntag nachm.: Katzensteg. Abends: Der Biberpelz. KomMieuhaus an der Marscnallbrücke Vs8 Uhr: Der FeldberrnbUgeL Freitag: Erdgeist. Sonnab.: Der FeldhernihllgeL Sonntag: Der Feldherrnhügel. Berliuer Theater t» yhr; Sterne, die wieder leuchten. Thsatef iler FrletfrichsladL tiriu äcieon*. u. Siiumftrafie. Norden 3650. Täglich 7'/, Uhr: Drei tolle Tage. Opereue von gorllg, Residenz-Theater. Untcrgrundb. KlosterstraSe. Ausgang Stralauer Siraße. Täellch TV, Uhr: Das höhere leben. Von Hermann Sudermann Spielleitung,: Aiffed Rotter. Hansi Arnstadt Ferd. Bonn. Rotter. Hug n Burg. Olga Limburg. J. Ktlkensiein. EmmaDebner. Roxa Valetti. Paul Bildt rrlanon-Theater. BhLFrledrichstr.Ztr. 492723»! Tägl.SUhr Heute z.>85. Maie: Der gute Ruf von Hermann Sudermaan. Sonnab.'/H U.: Rotkäppchen. Sonnt V,4 U: Schnetmttchen. Walhalla-Theater. 7l/j Uhr: August der Starke. Luisen-Theater. 7!?& Hasemanns �3 Töchter „ Ich oona- «ag U«! ilPOLLOi Theater. Friedrichstrale 213 i Dir.: James Klein Allnbcndl. 7'l, V. Sonnt, ä'rj n. 71/, Die Q". e Va iete-Aus siattunvs-Schau. P- rsdnl. Aultreten! 1. berühmt dänisch J Filmschauspielers Vioijo larsen. Lucle Utattner als Lieblingsfrau I H. Horsten. Fr. Rauch lOp�m.5»:. 1 Bettys Bärengruppe. I I Chinesische Gaukler. I I Sonntags 3'/, U jed I 1 Erwachs. 1 Kind Irel 1 1 1 Tneaterk. ununterhrj •eßllne' Lennlnat-Theater Direktion. Victor Barnowsky TV, Uhr: Der Blautnchs. Freitag: Peer Qynt. Sonnabend: Der rote Hahn. DentBChea KNnotler- Theater. 7 Uhr: Der SchSpler. Freitag: Nachtbeleuchtung. Sonnabend: Der Scbdpfer. Natiooal-Tbeater 7'/, Cöpemcker Str. 68 VI, Uobestbreiblieber Erlolg! Die Kinopuppe. Burleske von Leonh. Haskel. Musik von Walter Bromme. Casiso-Theater. Loihrinn. Str. 37. Tägl.Vz8 Uhr; Der Schlager her«pieizeU: Das neue Berliner Boiksftlld Lstn fiuoöe. Dazu erftkiasnqe Spezialitäten. Etg.zi/,; Eheliche« Handwerk. Jkm am bttbuser Tor. Die( U-ber H o m Heute, Donnentac, d. 20. März, abends S Uhr OraelHonzert Waltor Piacher. Mitwirk.; Martha Tanner- Oller(Sopran i LIIII Rum- pelspaclter(Alt). Eintritt Irei gegen M- nabmeein�� Winter- Galten Tiglich?'/, Uhr: ütt-Spieiplan Rancheo gestattet I ReicbsbalL-Tttealer 3tbbe.7''i U.U. Sonn. »tag nachm. 3 U. Siettiner SStiger Jim. halbe-Tt. Admiralspalast Ballett auf dem Else iTanz-Hevue.l Paul Krukow und Ernu Ktrsten, 1 Jas elegant. Fostrutpaa. | Die Prinzessin«, rragam. Wer ist die SeltAnste? VI, U, Sonnt 4 u. 7 U. I VorzBgllchc KOc kdtnlrals.Kluu. .Errungen'* mit Hcnny Porten. Theater für Donnerstag, den 20. März. ikrues Operettenhaus Schillhauerd 4a, Norden 281. Centrnl-Th eater Heute geschlossen. Sonnahvnd, zum I. Male: Die SchSnste von Allen. Oentsrltei) Opernhaus 7 uhr: Der Wildschütz. Frledr.- Wllhelmst.Tli. VI, Uhr: Hannen. DasDreimäderlhaus ___ 2. Teil._ Kleines Theater. 7v. uhr: Der Revolutionär. Komische Oper Schwarzwaldtnädel. Stg. 3'/.: Schwarzwaldmädel. Lnstspielhann 7»/,-'--- Uhr; ünP: Die keusche Susanne. Palast-Theater 7Uvr: ChriStnS. Sehlller-Tbeat. Chart. t1,. uhr: Die große Pause, Thalia-Theater 7 uhr; ZurwOdeoHutninel. Th. am hiollendorfplatz 7 uhr: Wo die Lerche singt. Die spanische Fliege. Metropol-Theater. 7 Uhr 10. Die Theater des Westens Tv.uhr Jadaine Sherry. Stg. VI,: Die Dallarprtuzessln. Wallner-Theater 7«/, uhr: Geisha. Stg. v/.: Oral v. Luxemburg. Central- Chcatcr aommanbanlenftr. 57. Sonnabend, den 22. März 1919, 7 Uhr: BcanDBRenng t Die ScHönfte von Hllen Operette in 3 Men oon Georg OtonlnteoH, Muflk oon Jean Gilbert. In btn ömipttoDen: Tttitjl Sern. Hehn 3anomif|, Ocotg Safett. Atsred»ahn».«MI Weib. Reuth, pasch. Sritz Rast. Der Vorverkaas ist eriffttet ff imb sinbet täglich statt: rheaterkalse 11—2 sowie bei A. Werthrir» und im Itwalibenbanl. kose-Theater. Qastsp. ct. frierir.-WIiri.l'heat. 7t/. u.: Das Dreimüderihans. HlffSS» Clrcus HI Busm Tgl. 7'/., Stgs. 3 Vi u. 7'/, Dir. Sieg bert Goldfchmidt Heute Uraufführung 1 Die Reise, um die Erde in 80 Tagen 8 Akte nach Jules Verne Für den Füm bearbeitet und inszeniert von Richard Qswald. I.Akt: Im Excentric-Klub. 2. Akt: Phileas Foßgs MiHionenwette. 3. Akt: Eine Witwen- verbrennune. 4. Akt: Aonda. S. Akt: Von China bis Japan. 6. Akt: Bef den Sioux- Indianern. 7. Akt: Die Schiffskatastrophe. S. Akt: Einen Tag zu spät Hauptdarsteller: Conrad Veldi, Anita Berber, Relohold SchBazel, Käte Oswald, Eugen Rex, Max Gülstorfs. Vorverkauf 11—1 Uhr. Ehrenkarten haben keine Gültigkeit. Neue» Circo«-Progn---- u a.; Belli« Ftelheitsdr. Mio Astorla, Schuirelt Schwestern Ender». Trella-Comp. Oriental. Tempehäaze mit leb. Rleseascblangea usw. usw. 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Bewerber wollen bis zum 25. Marz er. ihre Zeugniffc, Lebenslauf und Aiigade ihrer Dehail«. I anfprstche einreichen, jlonrmunaibeamie, Kriegsbeschädigte werde» devorzugt. Niederiehme, Krei» Beeskow-Storkow, 14. März 1919. See«verneindeuorstehor. Z. B.: Franlz. MWettetöl W gMaig geincht. Antritt 1. Rai. Bewerber müssen mit den sozial- peiifUchen iSesehe» vertraut sowie vrgenisatorische und rednerisch, BeiShigung befihen.«ehalt nad, den Destimmunger. »es Berews Ardriterprrst».— Bewerbunaen sind di» zum »4. Mar, an Karl choopl», Oldenburg'Freistaat),«erder- hos l, einzureichen.__ 294/8* LleKtromonteur zmr selbständigen Instandhaltung der Licht«. Kraft-, Telephon- und Fahrstuhl-Anlagen einer grlsteren Zehrik gesucht. Bewerber müssen mit voritehen» den Arbeiten vollständig vertraut sein und wollen ihre Zeug- niste nnd Anspräche einreichen unter ti. IS an die Eiped. d. Bl. SsssWeslellle! 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Neben den Verletzungen haben die Kinder sehr erhebliche Beschädi- au Ilgen ihrer Kle idung davongetragen, da durch die ausströmenden Gas« sowohl di« Kleider wie auch das Schuhwerk zerfressen m Von anderer Seite wird uns mitgeteilt, der Schuldig« habe— bei der ersten Befragung durch seinen Vorgesetzten— angegeben, daß er die Granate versehentlich fallen ließ und fi« mit dem Fuß beiseite schob, woraus sie über die Bordschwell« hinab- rollte und explodierte. Er soll nicht ein junger, sondern ein schon älterer Soldat sein, und zwar-ein Feldwebel. Wenn die oben an erster Stelle gegebene Darstellung zutreffen sollte, so läge eine Leichtfertigkeit und Gewissenlosigkeit vor. die allerstrengst« Ahn. dung verdiente. Die sofort eingeleitete llrnersuchung wird hoffenr- lich volle Aufklärung bringen. Der Truppenteil hat inzwischen die Schule wieder geräumt und Neukölln verlasse». Wie sie hausten. Am Sonnabend, den 8. März, nachmittags gegnn 2 bis 4 Uhr. fnm an der Kreuzung Weiden wcg und Frieden, traße ein Wagen mit Lebensmitteln für lne RegierunaStruppen. Natürlich wurde der Wag�n angehalten und der Kutscher heruntergeholt Der be- treffende Soldar wurde evst von der Menge, die ihn umgab, mit Fäusten bearbeitet und ihm der Kopf gegen die Wand des Hauses Nr. 88 geschlagen. Dann schleppte man ihn in Richtung Zentral. Viehhof weitet. Bor dem Hause Nr. 85 kam ein Klempnermeister aus der Zorndorier Stvaßc vorbei und sagt« im Vorbeigehen zu den Leuten:„Habt doch Mitleid mit dem Mensche».' Daraufhin wurde ihm erwidert: �Wa» Mitleid?' und ein pa« männliche Personen, besonders jung« Burschen, stürzten auf i h n zu und bearbeite ten ihn mit Fäusten, bi» es ihm gelang. sich in daS HauS Weidenweg 6 zu retten. Mittlerweile wurde der Regierunzssoldat von einem Unbewaffneten weitergeschleppt. Sine Frau aus der Menge rief dann:»Hier prügelt Fhr drauflos und den Regierungssoldaten läßt Ihr laufe».' Ein paar andere riefen:„Macht ihn doch kalt.' In der Gegend durste memand für die Regierung sprechen. Bei der Drogerie. Weidenweg Ecke Friedenstraßc, stand ein« Gruppe und schimpfte natürlich auf die Regierung. Ein Soldat mit einem silbernen Verwundetenabzeichen kein hinzu und äußerte:.Aber Kinder, die Regierung kann doch nicht so schnell arbeiten.'- Daraufhin stürzten sich die Leute auf ihn und schlugen ihn nieder. Mit Mühe und Not konnte er sich durch die Fluchi retten. An dieser. Stell« standen immer Herren, welche darauf ausgingen, entweder zu plündern oder je- mand niederzuhauen. Als am Sonntagabend eine Granat« im Hause Friedenstratze Ecke Weidenweg einschlug, waren, kaum daß sich der Pulverdampf verzogen hatte, diese Leute dabei, den Laben von S. Mcrrctzkv auszuräumen. Die Spartakisten, welch« in den HauSkuppeln Große Frank- furter Straße Ecke Fruchtstraße gesessen hatten, kamen mit einem leichten M.-G., mehreren Pistolen und Karabinern bzw. Gewehren 28 durch den Weidenweg. Vom Baltenplatz herunter kam ein junger Manu von 22 bis 23 Jahren in Feldgrau auf einem Rade. Ihm wurde zugerufen:.Runter'. Er stieg ab und wollt« seine Papiere zeigen. Der«ine äßerte:„Ach Quatsch. Papiere,' versetzte ihm von hinten einen Fußtritt und schleppte ihn mit. Ein Nachbar hat während deS Krieges sich 10 000 M. gespart, er ist natürlich radikal. Der zeigte uns die Briestasche, daß er 6000 M. in bar bei sich habe, und zwar nicht auS Angst vor de» RcAierliugstruppen. sonocrn vor seinen eigenen Ge- slnnungSgenossen. Er haust« nämlich verschiedentlich in dein Keller und hatte Angst, daß. während er. unten saß, ihm die Dochschützen vielleicht die Wohnung ausräumen könnten. Dies hinderte ihn aber nicht zu sagen, daß die RegierungStruppen ..Lausejungs' seien und die Aufständische».entlassene, wohlanständige männliche Soldat«»'.- Als die RegierngStruppen durchkamen, atmeten alle, auch die Unabhängigen usw., auf. Di« RegierungStruppen gaben erst dann in die Luft Schreckschüsse ad, wenn sie verschiedentlich aufge- fordert hatten, daß die Straße freizumachen sei und die Fenster zu schließen sind. Von einem Blindlingsschießen gar keine Spur. Der Inhaber des Wahlvereinslokals der Unabhängigen, Her- mann Bratner, Weidenweg 8b, stand lächelnd dabei, als der R� gierungssoldat und der Klempnermeister mißhandelt wurde«. GerichtSkanzlistenelend. Seit langen Jahren erstrebten die Kanzleibeamten der Justiz- dehörden eine Aenderung ihres entwürdigenden ArbertS-»nd De- zahlungSsystems nach Seiten, Zeilen und Silben. Die Bezahlung erfolgt« pro Seite mit 8 Pf. anfangend, in 3 b Dtenstjahren steigend bis zu 24 Pf. Pflichtleistung war 36 Seiten täglich. Nach lOjähriger Dienstzeit erreichte der Kanzleigehilkr ein sogenanntes Mindesteinkommen van lbb M. Der Uebervervienst durch Heimarbeit wurde trotz der Extraausgaben an Licht und Feuerung mit nur 8 Pf. pro Seite bezahlt. Um fein Einkommen etwa» zu ver- größern, arbeitete der Kanzleibeamte tagtäglich bis spät in die Nacht hinein. Durch die Revolution und Einführung der achtstündigen Ar- beitszcit mußte dieses System fallen. Der Gerichtskanzleibeamte arbeitet jetzt wie jeder Beamte seine Deinststnndcn. Als Vergütung erhält er heute noch das Mindest. einkommen von 73 M. bis zu 235 M. monatlich sowie Entschädigung d«? UebciverdienstcS berechnet nach dem Durchschnittsüberver- dienst eines Jahres. DaS fällt bei Krankheit weg. trotzdem der Kanzletbeamt« nicht einer QrtSkrankenkasse angehören kann. In« folge oeS Wegfalls der Hausarbeit müssen Hilfskräfte zur Bewälti- gung der Arbeit in vielen Fällen eingestellt werden. Durch Verfügung deS JustizmlnifterS vom 13. 12. 1218 ist für Hilfskräfte ein Tagclohn von 4 biS S M. festgesetzt. Melden sich nun Hilfskräfte, so wird ihnen durchweg 6 M.. höchstens 7 M. pro Werktag bezahlt. Unter diese« Umständen ist eS eben«cht möglich. Hilfskräfte zu erhalten. •ine dessen Vezahlnng der Hilfskräfte würde bedinge«, daß dt« sämtliche» Kanzleikräft« besser bezahlt werde» müßte«. Die Schuld, daß zur Erledigung der dringlichste» Arbeiten die er» forderlichen Kräfte Niehl z» beschaffen find, liegt w der Bezahlung. Verbessert die Behörde da» Einkommen der Kanzleigehilfen»nd der Hilfskräste, so wird e» nicht schwer falle«, letzte« i» genügender Anzahl zu erhalten. * Besonder» traurig ist aber die Lage der Justizanwärter. Diese haben überhaupt keinen Lohnanspruch, ei kann ihnen eine monatlichc Unterstützung von 100 M. gewährt werden, und selbst dieser Bettel ist einem Justizanwärter in Britz verweigert worden, weil er eS nicht seit dem 13. Februar ist. Er steht sechs Jahre im Staatsdienst, hat gleich seinem Vater den Krieg mitgemacht und verbraucht allein für die täglichen Dienstfahrten 20 M. monatlich Hier ist Abhilfe dringend nötig. Sie empfiehlt sich! Ein GaSabnehmer fchicki uns ei» ihm zugegangene» Echreiden» da»»hm SS.SO M. GaSstrafe für.zu viel' verbrauchieS Ga« ob« 'ordert. Zahlt er nicht binnen fünf Togen, so soll ihm die GaS- zufuhr abgesperrt werden. Diese Klagen find an« in letzier Zeit so zahlreich zugegangen, daß wir unmöglich sie alle hier hätten wieder- geben können. Wie wir über die schematische Anwendung de» GaS- iparzwangeS mit seinen Gasstrafen und seiner GoSabipeirung denken, wollen wir nichr zum soundiovielren Male wiederholen Gegenüber solchen ZwangSmatzregeln berührt eS eigenartig, daß dir GaSbetriebSgesejlichafr tdie frühere.Englische'), die ben Einsender beliesert und ihm sü, lleberverbrauch dos Strasgeld ob- fordert, ihren Brief Ichließt mit der HöUichteitSiormel.S« empfiehlt ficb uiw.'. Früher.empfahlen fich' Gasgesellschaften und auch die Gaswerke der Geineinden ihren Gaslunden zu möglichst reichlicher Enlnahme von GaS. Heut? wird man für zu.verschwenderisch«' Entnahm« des germgweriigen Mise» mit Strussorderungeu«md Sverrdrohrrgelu drangsaliert._ Wann wird' der Rentenznfchlag««»gezahlt. Durch Verordnung vom SS. Dezember 191t ist vre KrtegS- befchädigtenrerne erhöht nm 60 Proz. bei 10 bi« auSschU W/, Proz. ErwerbSbeschräntang, 75. 83'/,.. 60, 100, 50 Proz. and höherer, Die AuSzabtung wuid« bisher aasgesetzt. Selbst ante» B«- rückfichiigung der.technisch«» Schrvierrgteiien' könnte jetzt endlich die Auszahlung erfolgen,_ Ter Anspruch aof Ersatz deS TumultschadeuS. Da» preußische Gesetz vom 11. März 1860 schafft eine Ersatz- Pflicht der Gemeinden für den Schaden, der in ihrem Gebiet bei Aufläufen durch die zusammenge rottete Menge aber durch die da- gegen getroffenen gesetzliche« Maßregc.n verursacht wich- j b des Gesetzes lautet: JSkr von der Gemeinde Schadenersatz fordern will, muß sein« Forderung binnen U Tage» prällusivischer Frist, nachdem das Dasei« deS Schaden» zn seiner Wissenschaft gelangt ist. bei de« Gcmeindevolstande anmelden und binnen 4 Woche« pri- Vusivischer Frist nach dem Tage, an welchem ihm der Bescheid de« Gemeindevorstandes zugegangen ist. erforderlichenfalls gerichtlich geltend machen.' Ist die Frist versäumt, sa ist jeder Anspruch an» diese« Gesetz ausgeschlossen. Gleichgültig ist dabei, ob den Geschädiate« bei Ver- säumuna der Frist eine Schuld trifft oder nicht: lh» entschuldigt auch nicht, daß er von dem Bestehen dieser Fristen nichts gewußt hat, ' Ist der Verletzte bewußtlos, so kann die Frist erst beginnen. wenn er zu Bewußtsein zurückgekehrt ist. Abgesehen von diesem Fall, wird der Lauf der Frist nicht dadurch gehindert, daß der ver- letzte, ohne das Bewußtsein verloren zu haben, zunächst vielleicht wochenlang im Krankenhau» liegt und erst nach Ablauf der Frist entlassen wirb. Hat er nicht schon au» dem Kraiikcnbans« heran» seine Rechte gewahrt, so ist die Frist versäumt. ES dürste sich darum empfehlen, wenn da» A&ch-«ch Pflegepersonal in solchen Fällen den Verletzten aus sein Recht aufmerksam machen und ihm gegebenenfalls bei der Anmeldung feiner Ansprüche behilflich sein würde. ' Die Anmeldepflicht entsteht, sobald überhaupt ein Schade« fesb- zustellen ist. ohne Rücksicht darauf, ob er schon« vollem Umfange erkennbar ist. Anmeldestelle ist der Gemeindevorstand, d. h.t« de» Städte» der Magistrat, nicht der Oberbürgermeister, in den Lanbaemeinde« der Gemeindevorsteher. Wird der Ersatzanspruch hier abgelehnt, so ist innerhalb der«ist dem auf den Eingang deS Bescheides folgenden Tage beginnenden zweiten Frist von vier Wochen, nicht 1 Monat, bei den ochenUiche« Gerichten Klage zu erheben. Rechtsanwalt Wilhelm Mose» Wo bleibt der Mieterschutz 9 Sin Nebelstand, der der Gesetzgebung zum Eingreifen Anlaß geben müßte, ist die Geltendmachung von Meterückstände« gegen Kriegsteilnehmer. Alltäglich werden an« mündlich und schriftlich Fälle vorgetragen, in denen die Hauseigentümer, oft unter Drohungen mit Kündigimg. Einbehaltung der Möbel inid Lohn- Pfändung Mieteschuld aus der Kriegszeit verlangen. Je länger der Mann i-m Felde war. je höher find in der Regel die durch Mietereste entstandenen Schulden, di« jetzt unsere HauSagrarier beizutreiben versuchen. Und das, nachdem unsere gerade heim- gekehrten Kriegsteilnehmer zu Weihnachten und Neujahr mit der Steigerung oder Kündigung.beglückt' worden sind. Auf-dem Gebiet de» Mieterschutzes hat die Regierung noch gar nichts getan, trotz der Empörung, die in den weitesten Kreisen namentlich der Kriegsteilnehmer herrscht und di« doch auch oer Regierung nicht unbekannt geblieben sein kann. Warum veranlaßt die Regierung nicht einmal, daß die Groß- Berliner Gemeinden allgemein als Notstandsgebiete im Sinne der beiden Bundesratsverordnungen vom 23. September 1218 erklärt werden? Dann halben di« sozialdemokratischen Gemeindevertre- tungen die Möglichkeit, die Magistrate zu Maßnahmen für den Mieterschutz zu drängen. Aucff eine schleunige Aenderung deS Lohnbcschlnagnabmeges e tzes s Existenzminimum betveffend), des§ 811 Z.P.O.(unpföndbare Gegenstände betreffend) und der§§ 559— 563 58.®.®.(Vermieter- Pfandrecht betreffend) muß»erlangt werden als vorläufige Maß- regel, unbeschadet späterer Schaffung eines den Allgemeininteressen Rechnung tragenden WobnungSrechtes. In dem Rotgesich müßten auch die schikanösen Bestimmungen der Mietverträge, wir fie$. B. den Mietern in Gvoß-Berlin ausigezwungen werden, für ungültig erftärt und die reformierten Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches als zwängendes Recht eingeführt werden.' Wohnungsnot? Da steht ein große» Eckhaus in der Trägerstraße an der Haupt- straße in Schöneberg, seit drei bis vier Jahre« die Fenster mit Brettern verschalt. Warum leg» nicht die Gemeinde«n Sffentlichen Irrt» reffe Beschlag dararis. setzt Fenster ein. Sofort lörnten viele Wohnungen bezogen werden. Bei den heutigen Preisen gibt'ö noch einen Ueberschuß und ist dann verkäuflich. In der Tiergortenstraße steht manch« Villa leer. ES könnte manche bessere Famttte dort«mgemietet werde«. Usberhaupt könne» in de« großen Villen zwei bi« drei wohnnngen abgeteilt ' werde». CS gibt»tele, Ms drei und vier Eiage» dort dewohne»; ist da* jetzt«ötig?_ Erwerbslosen fürsorge hu sisebruar. Während zu Begm» de» Februar in Berlin IM 660 Erwerbs- lose(davon 143 537 männlich« und 48 123 weibliche) umerstützi wurden, betrug ihre Zahl am Ende de» Monat» 185 143(davon 124 653 männliche und 68 490 weibliche). Es sind im Laufe des MoncttS zwar fast 30 000 Erwerbslose(22 449 männliche und 7497 weibliche) aus den verschiedensten Gründen in Abgang gekommen; � der Zugang belief sich aber demgegenüber aus 5S 429. so daß . wiederum ein Anwachse» nm rund 24 000 zu verzeichnen ist. i Immerhin darf dieser Zuwachs als nicht allzu erheblich bezeichnet werden angesichts der Tatsache, daß im Monat. Janlarr die Lahl der Erwerbslosen vo» rund 79 000 aus rund 161000, also um 82 000. stieg. Der Zugaug de» Februar verteilt fich wie foi«: männliche 14—16 Jabre 528, 16-18 Jahre 1181, 18—20 Jahre 1878, über 20 Jahre 29 878, zusammen 86 508, davon verheiratet 12 337; weibliche 14— 16 Jahre 621, 16— 18 Jahre 1366, 18—20 Jahre 2094, übet 20 Jahre 15 783, zusammen 19 864. Die Summe der im Februar ausgezahlten Unterstützungen deiöuft fich auf über 26)4 Millionen Mark, also fast ebensoviel wie die seit der Emführung der Fürßovge(Mitte November 1918) bis Anfang Februar insgesamt gewährten Unterstützungen(rund 2.8 Millionen Mark). Die Gesamtaufwondungen flir die Erwerbs- losensürsorge i» Berlin von ihrer Einführung vis Ende Februar habe» bannt eine Höhe vo» nahezu 56 Million«» Mark erreicht. Soziale Fürsorge? Uns wird geschrieben: Sri firla l1/, Jahren bin ich in einer Revierinspektion der Berliner ftädti'chrn Gaswerke als Stondauf- nehmerin tälig. Nun ist mir meine Stellung zum 1. April gekündigt worden infolge der Einstellung von KnegSteilnehmern. Ich bm Witwe und möchte den Magistrat ftagen, ob da» soziale Fürsorge ist, daß er die Winoen mit ihren Kinder« dem Hunger preiSgibi? Von was soll ich i» der achttägige« Karenzzeit der Erwerbslosen- fürsorq» leben? Im Gegensatz da*« geht un« von anderer Sefte die Mitteilung tu, daß noch immer ein großer Teil Hausbesitzer und selbständige GeschöslSleuie beim Magistrat beschährgt find. Sollte da nicht er» Ausgleich möglich ietn? Clrbeik genug! CS gab im November noch Arbeit in Hülle und Fülle, ist das Material wirtlich zu Weihnachten alle« alle geworden? Wenn das Wumba Material gibt, worum sorgt die Polizei milit wie irüber, daß die Dachrinnen gemacht werden, dann gibt es Arbeit für die Klempner. An den Baustellen und Grundstücken bleibt man an den Drah'zöunen Höngen und zerreißt da» letzte Zeug, da wäre doch Arbeit. Die BedürfniSonftalien auf den Bahnhöfen und öffent- lichen Plötzen find derartig, daß einem schlimm wird und daß man sich vor den Fremden schämen muh; gehen di« nicht herzustellen? Wann sollen sie die nötig« Vergrößerung erlabren. z. B. aus dem Porsvamer Platz? CS gibt doch einfach« Bausloss« und dabei nette Ausführung._ Ei» Opfer des tlrtiürriefaropfs ist ei» Arbeiter gewoiden, der Alle Schützenslr. 8 wohnt«. Seine Frau liegt im Krankenhau« und als er nach Hauie kam, waren feine Wohnung«nd sein« dort aufbewahrten Ersparnisse einem Bolllrx.ffcr zur Beut« gefallen. Der Mann ist selbst bO-Proz.-KriegSinvalid-. Er ist arbellS-«nd mirtelloS, die Kleidungsstücke der Familro-.stnd verschwunden, aber niemand hilft ihm und der Magistrat schickt ih« von PontiuS zu Pilatus, statt daß ihr» sofort Hilfe würde. Vtene SpartatuS-LSge« Verden eifrig derbreitet,»nd zwar folgender Blödsinn: In aller- nächster Zeit soll eine neue Monarchie errichtet weiden. Damit beginne dann eine Gewalt-Diktatur de» Militarismus gegen die Arbeiter. Die russische Regierung habe an Deutschland mehrere Hundert Waggon Lebensmittel zu» Verteilung an die deutschen Arbeiter geliefert«nd wäre bereit gewesen, weitere voll- ständig ausreichende Mengen an Lebensmitteln nachzuliefern. Die deutsche Regierung habe diese Lebensmittel zurückgewiesen, weil fie von einer bolschewistischen Regierung stammen. Di« Arbeiter sollen lieber verhungern, als Lebensmittel vom bolschewistische» Rußland zu bekommen. Au» diesem Gnmd» muß die Regierung beseitigt werden, damit später unter der Aäte-Regrerung sofort ein lleberflutz an Lebensmitteln eintrete. Dabei. reiße« st« sich m Petersburg um Hunde« und Rattenfleisch l_ Z« der Waffeubeschlagnahme h» SldlerShof sendet unS der Arbeiter- und Soldatenrat der Flugzeugmeisterei AdlerShos den nachstehenden Bericht: Die Belegschaft der FluWeugmeisteret AdlerShos hat durch geheime Abstimmung mit 2873 gegen 2118 Stimmen den General- streik beschlösse«. Während de« Generalstreik« ist arrs dem Flug- platz alle» ruhig verlaufen. Der Platz wiirde vorschriftsmäßig bamacht. auch beruht da» Gerücht vom Aufstieg von Flugzeugen während der Strerktage auf Unwahrheit. Die Waffen und Mu- nitivn sind nicht in der Gemeinde AdlerShos. sondern in der Flug- zeugmeisterei gefunden worden. Die Gemeinde AdlerShos und BohnSdors hatten für ihren Sicherheitsdienst Gewehre geliehen bekommen. Die Maschinengewehre stammen au« Flug- engen, die au« den aufgelösten Abteilungen nach ier zurückgesandt werden, als» für Straßen- ampf nicht zu gebrauchen sint� Selbige gehen von hier nach Döberitz. Alle anderen Maschinengewehre stamm«! aus der aufgelösten Ableitung Darmstadt. Die Gewehre und Karabiner waren dem Wach- und Sicher- Heftsdienst nach dem Jamiarftvik von der Regierung zur Be. schühung der auf dem PKitze lagernden Million« rnverte zugestanden worden. Die Seitengewehre lagern in der Woffenkammer noch seit dem Kriege. In der Anzahl der Patronen sind die der Ma- schinengewehre enthalten. Die Gewehrpatroneu waren vorschriftL- mäßig verschlossen. lieber die Art und Menge der Munition und Waffen ist monatlich ein Bericht an das Generalkommando de» Garde korp/ gesandt worden. Hieraus geht deutlich hervor, daß die Waffe» und Munition zu Recht lagerten und bftten wir Durchsuchungen der Räume aus dem Platze, wie sie am Sonntag durch die Garde- Kavalleric-Sckfiitziw Division vorgenommen wurde, indem Türen und Schreibtische aufgebrochen und Fenster eingeschlagen wurden, zu unterlassen. Bemerkt sei noch, daß man«eben allen anderen Sache« auch Röcke und Schürzen aus de« Spinden gestohlen hat. « �_____ Wie mitunter Mietesteigerunge« zustande komme«! Man weiß, ipß in Berlin so manchen»Hauseigentümern' tatsächlich verdammt wenig von»ihren' Häuser« gehört. Diese Auch- „Hauseigentümer' stecken so tief in Hyporheken schulden, daß sie eigent- lich nur noch Verwalter von Häusern ihrer Gläubiger genannt werden können. Die Hvpothekeng laubiger haben weitgehenden Einfluß auf tfie Verwaltung solcher Häufet, und»jt sind fie es, di, auf(ralflffWßt Wtetfflrtflwiißwi dring,«» Da hav«, fttw fWTHri Hypoibekrn'chuldrie» der Renen vodenaktiengesellschaft kürzlich folgende Zu'chrift von ihr erhallen: .Wir bitten, uns bi»»um... auf anliegendem Kormular eine Sufstellung der gegenwärtigen Mieten Ihre« Grundstücke« übermitteln und auf dem Foimulor in der dafür bestimmten Kolonne die erst am l. Spril oder später in Kraft tretenden Miete» steigerungrn anzugeben. Eollien die bUhcr vorgenommenen Steigerungen b'tner dem üblichen DurchsckniltSsatz von 20 bi« 25 Pioz. der Mieten vor dem Kriege zurückbleiben, lo bitten wir. un« die Gründe hierfür ge'älligst angeben zu wollen.' Tieser Brief.spricht Bände' l Mietesteigerungen.von 20 bi« 25 Prozent der Mieten vor dem Kriege galie» der Gesellschaft al» üblicher DurchichnittSiatz. Bleiben in den von ibr beliehenen Häusern die bisherigen Steigerungen hinter ihm zurück, so müssen die.Eigentümer' da« begründen lönnen. Wo« die Gesellschaft tun wird, wenn eine Begründung ihr nicht genügt, darüber braucht nie> maud sich Zweifeln hinzugeben.?n den Kassen solcher Kapitalisien» gruppen ver>»windet ein betiächilicher Teil des Mehreriroge« der Hällker. der aus den Taschen der Wohnungtmieter herausgeholt wird. Wann wird den Bodengesellschaften da« Handwerl gelegt? .. Das Betleidungsamt Spandau war bi« nrr Revolution ein rein militärischer Betrieb.?lm S. November wurden Soldotenräte gewählt, die zu. ihrem Bo, sitzenden den Fnspeklorstellveitreter Lisi.m machten. Es war dem Soldaten rat niö.ilich, da« V»tle>d»ngSaml innerhalb kurzer Zeit von einem miliiäri'chen Institut in einen Zivilbetrieb umzuwandeln; alle, die vorher untsr Militärgeietz und Soldatenlöbnung arbeiten mußten. erhielten vom 21. November ISIS ab einen Stundenlohn von 2.50 M.. al>o bei S stündiger Arbeitszeit einen Tagelohn von 20 M. An Sielle de« Soldatenrate» wurde nun ein Arbeiterral ge- wählt. Es wurden damal« Lehmann und Bomback vorgeschlagen Lebmann erklärte, dast er dem äußersten linken Flügel der U. S. P v. angebSre. Bomback hingegen bekannte sich al« Anhänger oer S. B. D., l�ß sich aber vollständig in da« Schlepptau von Lehmann nehmen In den Versammlungen wird jede andere Meinung dur» wüste Rodaulzenen erstickt. Jeder, der e« kür notwendig hält, Lehmann politisch zu bekämpien. wird auf da« Unerhörteste bedroht. Al« am Montag, den S März von der U. S P. D. nnd der K.?. der .Generalstreik' noch vor dem Groß-Berliner Rätebeschluß proklamiert wurde, hielt e« unser Genosie Schulze für seine Pflicht, die Kollegen auf die schweren Folgen diese» Unternehmen« hinzuweisen »nd davor zu warnen, sich unier den heutigen Verhälwiflen diesem Streik anzuschließen. Er fand auch große« Verftändni« und überall dort, wo er sachlich verhandeln konnte, erklärten sich 75 Pro» gegen den Streik. Nur in dem Au»rüstungSschuppen 4 griff ihn ein gSwisser Fischer sU. S. P) t ä t l i ch an - Geheime Abstimmung über den Streik wurde natürlich mit allen Mitteln verhindert. Nach diesem Streik setzte auch die Hetze gegen un« von neuem ein. Ein« infame Lüge ist e«. daß wir einen Artikel in der.Spandauer Zeitung', in dem Lehmann und Genoffen de« schlimmsten Terror« bezichtigt werden, verlaßt hatten. Man arbeitet gegen un« mi» Verdächtigungen und ver- leumdungen und droht, mit allen Mittel» un« u n s ch ä d- lich zu machen und dafür zu sorgen, daß wir ent- lassen werden. Diese Drohungen lassen un» kalt. Gegen die niedrigsten Schmähungen und Beschimpfungen' schreitet der Sitzungsleiter Bitlner nicht ein. Im Gegenteil, er bat tat- kräftig dabei mitgeholfen. Infolgedessen besuchten wir die Sitzung nicht mehr. Für die Wirtschaft und die Beschlüsse lehnen wir die Beranttvortung ab. Solange dieser Arbeiterrat im BekleidungSamt fungiert, können geordnete und ruhige Verhältnisse nicht «intreten. Wir fordern die Anhänger der Mehrheitspartei sowie alle besonnenen Arbeiter und Arbeiterinnen, die nicht mit dem TerroriSmu« einer winzigen Minderheit einverstanden sind, auf. wachsam zu sein, um sich nicht noch einmal für einen Getreralstroik einfangen zu lassen, dessen politische« Ziel die AuS- rufuug der Räte.republik' in russischer Reinkultur ist, wofür sich das deutsche Volk, vor allem die Mehrheit der deutschen Arbeiter- klaffe, schönsten» bedankt. Wir empfehlen aber auch allen An- gehörigen de» Bekleidung«amtS sich den Betriebsversammlungen fernzuhalten, da unsere Ausfassung stet« brutal niedergebrüllt Worten ist. Sobald der Belagerungszustand aufgehoben ist, wird in einer Versammlung eiue objektive Darstellung über diese ver- Hältnisse gegeben werden._ Groß-Berliner Lebensmittel. Berlin, vi« Freilag. den 21 Mäaz, wirb in den Bezirken der KS.. 178., 179., 223. und 240. Brotkvmmifflon und bi« Montag, oen 24. März. tn den Bezirken der 54., 5«., 7«. und 223. Brotkommisfion pro Kops 125 Gr. oder 1 Stück Käse verteilt. Bhanbau.«l« Eriatz für dl« gekürzte Kartosfelratlon wirb gegen Ad- fchnstt 15 und 1« 200 Gramm Roggenmebl in den einschlägigen Geschälten adgegeden.— vom Mittwoch, den 19. d. M. ab, Ist In den etnlchlägigen Geschäften de« Stadtteil« SiemenSstadt aus Nr. 198'l4 Pfund Weichläse zu haben._ Der Dttttsendrubelfchein für SV Pfennig. llm 150000 M. geflevdert wurde kürzlich ein Offizier auf dem Stettiner Bahnhof. Ter Neuköllner Kriminalpolizei gelang e« jeßi. den Diebstahl aufzuklären, der Bestohlene aber ist unbekannt weitergereift und hat sich noch nicht gemeldet. Kriminalbeamten kam zu Ohren, daß jemand versucht hatte. 48 Ein tausendrubel- scheine gegen deutsche« Geld umzuwechseln. Zwei Männer waren zunächst aus der Reübsbank gewesen. Dies« hatte t-i« Umwech«. lung abgelehnt und die Beiden an die KriegSbank in der Unter- Wasserstraße verwiesen. Hier traf den Besitzer der Papiere«in arges Mitzgesevick. Er bot da« Stück für 5V Pf. an. weil er den Wert nicht kannte. So erregt« er verdacht und wurde festgehalten. Er und sein Bogleiter redeten sich aber damit heraus, daß sie im Auftrage eine« anderen handelten und daß dieser ihnen den Wert wohl deshalb nicht angegeben habe, weil er geglaubt habe, sie kennten ihn selbst. So ließ man beide wieder frei. Die Reukälln« Kriminalpolizei aber ermittelte, daß der Besitzer der Banknoten,«in Si Jahne alter Arbeiter Karl Bartsch au« der Thiemannstrahe, ein gewerbsmäßiger Taschendieb ist, der mit Borliebe die großen Theatm und die seinen Bier» und Weinnnrtschaften unsicher macht. ES ergab sich denn auch, daß Bartsch seinen letzten großen Streich auf dem Stettiner Ycchnhof verübt hatte. Dort sah er im Warte- saal 1. und 2. Klasse mehrere Offiziere, bi« eingeschlafen waren. Rasch benutzte or die Gelegenheit, einem die Ledertafche wegzu- nehmen. Erst als er mit der Beute nach Haus« kam. fand er in der Tasche für 150 000 M. deutsche, russische und ukrainische Geld- icheine. Bartsch wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Er I>it außer diesem auch noch 10 andere größer« Taschendiebstäble eingeräumt. Den Cm zier, dem die Tasche mit dem wertvollen Inhalt gestohlen wurde, zu ermitteln, ist noch nicht gelungen. Grvloffon l» ssherlottentnrg. Ein beklagenswerter Unfall er- eignete ssch gestern nachmittag um die zweite stunde in Charlotten- bürg. Al« dort die Truppen deS Freikorps Hülsen durch die Bis- marcfstraße nach ihrem Quartier in Döbentz zogen, explodierte gegenüber dem Schillertheater auf bisher unaufgeklärte Weise in einem mit Munition beladsnen Lastauto eine Hand gr a n a t e. Durch die Explosion wurde die au? fünf Mann bestehende Besatzung de» Auto« verwundet, darunter drei Soldaten so schwer, daß sie sofort einem Kvankenhouse zugeführt werden mußten. 50000 M. Belohnung Em großer«ejihäftseinbrmd. bei dem den Dieben für ungctähr 150000 M. Ware in die Hände fkl. wurde in der vergangenen Nackt bei der Finna Grümbal. Soren- söhn u. G». in de,«ronenstr. 17 verübt. Die Smbrecker ver- schaff,» ftch»wgontz i» M» st» zwei»»»wckwerk belegeneu Ge« sckäflSrünm«. luve« st» M» stuustlchllflii wieder ankittete». Ste erden»««, u. a. Manielsetd«. Taft. Sarah- ierde, wollene Kleider«md seiden« Robe« und Mäntel. Aus die Siederberbeiickassutrg der gestohlenen Ware hat die ge» schädigte Firma ein« Belohnung von 10 Pro«, ihre« Werte« au«- geletzt. Mitteilungen nimmt da» Geschäft in der Zeit von st— 2 entgegen. »Der Wahre Jakob' Nr.» ist wegen TranSportschrvierigkeiten noch nicht eingetroffen. Die Buchhandlung bittet daher«n Nachsicht. ' Da« Märfische Musen« ist vom 20. d. M. e» wieder täglich, außer Sonnabend«, von 10—3 Uhr geöffnet. Miftbrüiichr be« KriegSgefellschakteu.(£« wird beaislihtigt, eine ae�etzliche vevimmung berbeizulübren, auf Grund deren die Tätigkeit der KrieoSgrseolckiasten in allen Detail« und in ihren Folgewtrlmigen aus die deuliche volkSwirtscknst cwgebend nachgeprüft werden kann. Ebeni« soll unterluckit werben, welche Mitzbiäuche und unzulässige veretcherungcn aller Slrt'be! diesen Organisosionen etwa ftattgesunden haben. Um die ersorder» llche Grundlage zu gewinnen, soll ein gelehlicher Zeugn'Szwang der srüheren und sedigen vngettelllen der KriegSgelellschasten veramakt werden. kille, die Interesse an einer gründlichen sUntersuchung der Tätigkeit der NrlegSgeleVichasten haben, werden gebeten. Mitteilungen an Eyndttu« Fritz Hansen, Bertin S 5g, möglichst umgehend einzusenden. Die Verl agSanftalt OSkar Kauf«»»«. Eharlottenburg». Goethe- ftrage«9. bringt vorzügliche künstlerische Ausnahmen(Pbot Steher) aus den Markt, und zwar Reichspräsident Eberl und Minister Scheide- mann. In gleichem Berlage ist ein Kunstblatt von Dr. Karl Lieb« knech t f In tünbleiischer Ausführung erschiene». Die Gtraßenbahn-Arbeiterwechrnkartr wich, toi««an»n« zu unserer in Nr. 140 fcrrösfentlichten Notiz mitteilt, auch von der Be. triebSleitung der größtenteils im Besitz der Stadt Berlin befindlichen Berliner Elektrischen Straßenbahn(früher Siemen« n. SalSk«) nur noch an Arbeiter gegeben, die nicht mehr al»h0M. Wochenloh» haben. Unsere Ausführungen, daß die Gewährung der Arbeiter- Wochenkarte überhaupt nicht von der Höbe de» Ei». kommen« abhängig gemacht werden darf, richte» sich demnach auch gegen dies« Gesellschaft»nd gegen die hinter ihr stehende Berliner Stadtverwaltung. Auch hier fordern wir. daß der Zweckderband schleunigst die Bety-Mleiwng an die Pflicht zur Jnne» Haltung der Pertragsbestimmunaen erinnert» i» denen von einer derartigen Beschränkung nicht» steht. Die stZ-Millionen-Baukostenznschüff». Von de» vom Wckh- nrngsverbanh Groß-Berlin für 1L19 bereitgestellten 02 Millionen Mark Baukostenzuschüssen find bereit« für die Beschaffung von st- bi« 7000 Notwohnungen und von 250 Wohnungen in barocken- mäßiger Bauweise 12 Millionen Mark bereitgestellt worden. Ferner sind vom Wobnunysverband für die Errichtung von Neubauten, und zwar für 2100 Wohnungen im Hoch, und Flachbau. 28 Millionen bewilligt worden, sodaß von den 92 Millionen bereit» über 40 Mil- liauen Verfügung getroffen worden ist. Di« weitere» 52 Mil- lioaen sollen in der allernächsten Zett vergebe» werde». Echöffenwahle« in de» Vororte«. Infolge der Vergrößerung der Gemeindevor stände und der not- wendtg gewordenen Sriatzwahlen für zurückgetretene Schöffen finden gegenwärtig in zahlreichen Groß-Berliner Borongemeinden Scköffen- wählen statt, bei denen sich die neuen Mehrbeitsverhäli nisse wider- spiegeln. In Pankow wurde gestern der Gemeindevemeter Krankenkaffenbeamter Otto Schmidt lSoz.j einstimmig zum un- besoldeten Scköffen gewählt. In Johannisthal wurden zwei Mehrheitssozialisten, der Lagervorsteher Steuer und der Tiickler Dührtng, in Lankwitz der Führer der Sozialdemokraten. Ober- lehrer Dr. Osiroweli und der demokratische Gemeindevertreter. Mit- glied de« Arbeiterrat», Streibing, gewählt. Lichtenberg. Nach zwei vergeblichen versuchen tagte nunmehr die erste Stadtverordneten versarnmluna. Stadtv. Schuhmacher er- öffnete al» Aeltester und betont« die Notwendigkeit sachlichen Zu. sammenarbciten« zum Wohl der Gemeinde. TX« Wahl der Stadt- verordneten wurde für gültig erklärt, da kein Einspruch erhoben worden ist. Nunmehr erfolgte die Verpflichtung der Gewählte» durch Oberbürgermeister Ziethen. Bei der Wahl de» Bureau« wurde der Uuabbängige Tempel zum Stadtverordnetenvorfteher und al» Stellvertreter Genosse John gewählt. Zu Beisitzern bestimmte die Versammlung unfern Genossen Becker und den Bürgerlichen Sewering, zu Stellvertretern die Unabhängige» Berger und Andre». Angenommen wurde unser Antrag auf Bildung einer Wohlfahrt». deputation. um die bestehende Zersplitterung aus diesem Gebiet« zu beseitiger». Di« Anfrage der Unabhängigen bezüglich der Be- fetzung Lichtenbergs durch RegierungStruppen führte zu einer teil- weise stürmischen Aussprach«. Die fortwährend wiederkehrende Be.' hauptung der Unabhängigen, die Truppen hätten erst alle Borgänge in Lichtenberg provoziert, wird durch stichhaltige Beweise nicht gestützt. Genosse Peterhansel hebt einige selbst beobachtet« Fall« hervor, die sich ereignet haben, noch ehe«m RegirrungSsaldat in Lichtenberg zu sehen war. Genosse John beleuchtet mit emdring. licher Schävfe die tief bedauerlichen Vorgänge, insbesondere die A b- sperrung von Ga« und Wasser in Lichtenberg. Er gibt ver scharfen Mißbilligung der sozialdemokratischen Fraktion über die Ausschreitungen der Truppen beredten AuSdxuck und wünscht strenge Untersuchung durch eine Kommission, der auch Lichtenberger Stadt- verordnete angehören sollen. Ein entsprechender Antrag wird leider nicht verhandelt, weil die Geschä'iSoxdnung dem eMgegensteht. Demselben Schicksal verfällt der Antrag unserer Genossen auf Schaffung einer Sicherheit»w«hr, die au» allen Kreisen der Bevölkerung bestehen soll. Genosse Reichelt wendet sich in der entschiedensten Weise gegen die nur in Lichtenberg vmnlaßt« Absperrung von Ga« und Wasser und iveisi auf sie Gefährlichkeit »ieser Maßnahme für Kinder und Kranke hin. Di« Behauptung der Unabhängigen, wonach der Magistrat während der Unruhen nicht an seinem Platze gewesen sei, wird vom Oberbürgermeister energisch zurückgewnssen, und auch hier werden stichhaltige Beweise von den Rednern nicht erbracht. Auf eine weitere Behauptung, daß Er» chossen« von Regierungssoldaten beraubt wooden feien, erwidert Oberbürgermeister Ziethen, daß den Toten zwar Socken abge- nommen worden sind, doch haben die Truppen diese im Rp t h a u« abgegeben. Den Gegenbeweis vermochten die Unabhängigen, die sich im übrigen recht geräuschvoll gebärdeten. n i ch t zu erbringen. Ein Antrag, tut Beerdipung der Taten auf Kosten der. Stadt zu veranlassen, wird nach längerer Debatte durch ein« Erklärung de« Stadtrat» Sassebaum erledigt, der vorschlägt, die tzZestattung in der bei Angehörige» von Kriegsteilnehmer» übliche» Weif« vorzu- nehme». Die Beisetzung der Lichteuberger Polizeibeamte«, die bei den letzten Unruhen in der Ausübung ihre« Dienste« gefallen find, fand gestern nachmittag unter einer ungeheuren Beteiligung hon Be- amten und Zivilpersonen auf dem städtischen Friedhof in Lichten- berg statt. Der Trauerzug gestaltel« sich zu einer großen Demon- stvationStundgebung gegen den Aufruhr und die Mörder, denen die Beamten zum Opfer gefallen find. Mehr al« 10 000 Personen nahmen am Trauerzuge teil, darunter allein etwa 4000 Beamte. Adlerthof. Die Gemeindevertretung wählte zu weiteren Schöffen Gustav Stropp sll. S. P- D.) und Wilhelm Zabel (S. P. D.). Einem Antrage de« Genossen Kramer entsprechend wurde den Geckesi'delehrkräften eine GebaltSzulage von 1200 M. für Unverheiratete und von 1500 M. für Berveiratete, rückwirkend vom 1. Januar, bewilligt. Auf Antrag de« Gen. Zabel soll der Betrag für daZ erste Vierteljahr sofort ausgezahlt werden. Ein Antrag der beiden hicssaen sozialdemokratischen vereine, bi« drei vorschulklaffen au der hiesigen höheren Schul« zu Ostern diese« Jahre» auszulöseu, wurde gegen bfo Stimmen der bürgerlichen Vertreter angenommen, nur einer stimmte für den Antrag, nachdem Genosse Schmalz alle von den Bürgerlichen vorgebrachten Gegen- gründe widerlegt hatte. Die Beratung de» Etat« wurde um U Uhr auf Rontag vertagt. » Hie »» Zw der erste» Sitzung wurde zunächst die Nenwichl von drei Schöffen borge- nommen. Gewühlt wurde» Genosse Schwabe dahl und von der ll. S. P. D Milbrodt und St. Schulz. Ei» Antra« von MUbrodt (H.& P. D.j, die AmtSverwaltnug von de« jetzige» Amtsbezirk Blankenfelde zu trenne» und für Rostntdai einen eigenen Amts» bezirk zu bilden, wurde angenommen; ferner wurden für den Sicher heitSwachdienst vier Man» baottfigt mit eine« Monatsgehalt von je 300 M. Auf Antrag der sozialdemokratische» Fraktion wur- de« 10000 M-bewilligt, tun kranke Kinder nach dem Erholungsheim SenSheim zu senden. Einer Eingemeindung in Groß-Berü» wurde ebenfalls zugestimmt. Sodann wurde der Beschluß gefaßt, auf den Pfarrwiesen ein« Einfamiliensiedelung von 100 Häusern zu errichten. Ter wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Ausdehnung de« Straße nbahnverlehr». von der Gemeinde Reinickendorf wurde die Zusage gemacht, die Linie 38 und 35 nach Rosentbal zu ver- längern und in kurzer Zeit den Bau m Angriff zu nehmen und zu diesem Zweck mit der Hoch- und Untergrundbahn in Verbindung zu treten. Zum Schluß wurde noch die Errichtung eine» gemein- schafllichen Arbeitsnachwebse« sowie siner FortdildungSschule gemein- schaftlich mit der Gemeinde Reinickendorf vereinbart. Nowawe«. Sitz»», de« GewerkschoftSkartefl». Nach Erledigung de» geschäftlichen Teil» berichteten die Delegierten über die Stel- lungnahm« ihrer Eeiverkick-nfien zu dem in Aussicht genommenen Umlageverfahre» zur Schaffung eine« Gewerkt ckafiS» oder Volks- Hause«. Mit einer Ausnahm« stehen alle Gewerffckoften dieser wich- tigen Frag« sympathisch gegenüber. Dem Bericht der eingesetzten Kommission war zu entnehme», daß für allernächste Zeit eitt Licht- bildervortrag geplant ist. um die Arbeiterschaft für die Errichtung eine» eigenen Heim» zu inieressieren. Um di« Arbeiteriugend mit Rat und Tat zu unterstützen, soll in der nächsten Sitzung ein Jugend- auSfchuß gewählt werden. Die Versammlung, in der Genosse Weg- mann. Berlin, über die Aufgaben der Betriebsräte sprechen sollte, mußte infolge de« Streik» ausfallen. Doch soll diese» bawigst nachgeholt werden. Die Sitzungen de« Kartell» finden am Montag vor dem 15. jeden Monat«, abend« 8 Uhr, bei Hiemk« statt. Groß-Serttner parteinachrichten. Seztrkskag für Hroß'öerlin. Est, außerordentlicher Bezirkstag der Groß-Berliner Partei- organffatle» findet Seuntag» de» 6. April,»»rmittag« 9 Uhr, i« Herrruhau», Leipziger Straße Nr. 3, statt. Die provisorische Tagesordnung ist folgendermaßen festgesetzt: 1. Die politische Lage. 2. Die Reorganisation der Partriarganisatten in Groß-Berlin, Statu tendrratung nnd BeitragSfepfetznng. 3. Böahlen. Dir Parteiverei»,»erde« ersncht,»nr TagrSordmng Stellung zu nehme» und etmaige Anträge an de» Bezirksvorstand vorher ei»- zufrnde«. Die Wahl der Delegiert» regelt ff 8 de« alte» Parteistatnt«. Ans je IVO Mitglieder ist eiu Delegierter zu entsende«. Der BezirlSvorstaud. Berlin. Heut« Donnerstag, abend» 7 Uhr: Mitgliederversammlungen 6. Abteilung; Habel» Brauerei, Bergmannitratz«. tS. Ablellong: Dresdener Gatt«. Dresdener Stt.«5, Vortrag de« Genossen Htttchseld. LI. Abteilung hei Stessen, Landsberger Alle« 150. 25. Abteilung w de» Bubtsäten, Neu« Königftr. 2«. Ecke Sadzeck« ftraße, Vortrag de» Genossen Kuttner. Lankwitz. Freitag, yj! Uhr, bei 8. Dahn, Katser-WIlhelm-Strahe 84, Mttgltedervertammiung. Wichtige DageSordnnng. o. a. Sr» a«n»ung«n>abl de« vorilande«. M>ic,l>eMbuch legiftmtett, beim Kassierer befindliche werden ausgegeben. Srlefkasten der NeSaktion. Jeder kllr den Briektaltn»ekNnmUen Anfrage.tage man einen vuckssaben und et»« Nummer bei. BtteNIch««u»tunst wird nicht ertetll. EiNge An. trogen trage man tn der yuttssischea«brechtNiNb«. Linden». 8. 8. Hof UrikS, 4 Treppe». 4 61« 7, GonnadendS 8 di« 8 Uhr nachmittags vor. SchrittEücke und Beiträge Und musnbrlngen. ®. N. Die Schaben»« satzklage scheint aussichtslos, iowobl gegen den Generalpächter, wie gegen den verein. Dir BerusungSstfft beträgt etncn Monat von der Zuttellung des UrteikS ab gerechnet.— N. H».(Oldinger Strafte. L Stadt Berlin. 2. Magistrat Anmeldung be« Anspruch« muß innerbalb 14 Tagen erfolgen.— F.*4. v-llzuaSrat de« Arbeiter- und Soidatenrate«. Da« Gesuch ballen wir aber kür au»ficht«>o«.— 49.©., Este». Warten Sie vorläufig ab. Wird Anklage erboben, müssen Sie fthre Einwendungen erbeben.—>. A. IG. Nein.— K. 10*. Wenden Sie sich an da« ArIeg«miMftettum.— C. P. 100. 1. Sie find schon seht steuerpflichtig. 2.«ein.— ff.*0. Dt» Zoügesetzgebuug ist nicht aus- gehoben.- F.<9. Sl. 1. Die Eltern find e bensall« erbberechtigt 2. fla, fasern eigenbändig geschrieben und mit Unterschrts». vriSbezetchnung und Datum versehen. S. Soweit e« sich um von der Frau durch eigene ErwerbStätlgketl erworbene Gegenstände oder vermägen bandelt, empaeblt sich ein besondere« Verzeichnis darüber mit Anerkennung Ihr erteil«, da die Eltern sür den flall de» Ausschluss«« von der Erbsolqe ldr vfiichlletl ocrlangrn können. 4. Derartige Literatur erhalten Sie bei der Buchdand- lung Vorwärts. Arbeft können wtr Ihnen leider nichl nachweisen.— G. H I. Ja.— Moabit IOOO. Sehr zweffelbaft. versuchen Sie e« mft einem Antrag an die ErwerbSlosensürtorqe.— 9. B. 90. Sowohl die Kinder, wie die Mutter anteiilg— M. Zp. 75. Nein- Sck. 50 An da« vonnundschastSgertcht. Qb Ertolg vertvrechend. läßt fich odne nähere Kenntnis der Grllnde.di« zur Anordnung der Für'orgeeiziebung geführt haben, nicht lagen. — M. M. Beschweren Ste fich wegen Nochzadlimg der Renten beim Landrai bezw. ReglerunaSpräfidenlen.— F. K. 30. Die Wadlzetl von 9 Ubr vormittag« bi«« Udr nachmittag« muh von allen Gemeinden Inne- gedalten werden— Beorhschule. Wenden Sie fich an die Devulatlon für Fach» und For tbllduna»schulwese«. vertin. Ratbau«— E. E. H. 1. bi» ».Ja.—(Einsprach ISO. 1. Die Wadl kann untere« Erachten« mit Erfolg anaetochlen werden. L. Auswärt« wobnende Abonnewen baben edrnsall« Anspruch aus die Abenbnunimee de«.vorwärt«'.— R. G. 53. Soweit erstchiUch. stand Ihnen der Anspruch bereit« seit Juni 1918 zu. Wir raten, fich an drn Retchtbnnd Illr SrtegSbetchädtgte zu wenden, verlin, LIndenstr. 114.— A. 585. I. Ja. 2. von der Gemeindevenrelung. ein AuSlchuh tann di« Wahl vorbereite»..8. und 4. Ja. 5. Oda« Ären Antrag nicht. 8. Eure Kürzung der gesetmäfiigeii venflon würde nicht eintrete». 7. Zii dem von Jdneo beantragten Termin.— y. Jawohl. 29.«. IG. Di« Kündigung mutz innerbalb eine« Monat» nach dem Er- werb bezw. der Kennml« de« verstch«rung«dertrage« ersolgl letn— Neukölln. H. L. Nest,.— G. Ki 10. Staattanwaltschaft oder Polizei- präfidium.—«9. L. 10. Wenden Ei« fich an da« ttrt-gSmtntlieriiiin. — if. L.*8. 1. Ja. für da« Ie»te Vterteljabr de« Sleuerjabre«. ISl«. da« ist die Z�i! vom 1. Januar bi« 8t. März IStS. 2. Beim RedallionZ, briellasten, nach Angab« der Höh« de« Einkommen«. 8. AmISgertcht Bertin-Sw incberg, Grunewaldstrag«.— C. L. 15. 8* empfiehlt(ich die Weftcrverficherung. ES müssen innerbalb zweier Jabre mindesten« 20 Bei- tragöwochen geteiftet sein und der Umtauich der Kart« muß im selben Zeitraum erfolgen.— C. II. 1887. Sie iömien von der Direvion Rück- zadlung oder Abrechnung verlangen.— M. I.»01. Wir teilen Ihr« Anficht.— A LI. Jdre Tochter hat. soweit erfichlltch. Anspruch au! ein viertel—«Sildrtm Ltade 55. Ja.— v. I. 88- Sa— R. I. Da Sie unterzeichnet baden, lägt fich vorläufig nicht« tun. Wtr wrrdrn Jbrr Mitleitunq zetegknitich veiwerleu— R. 108t. t. Beim Krieo«- mtnifierium 2 Die Betrefiendeu find altmcniattantpsttchtig. 3. Wenden Ste sich an den Partrivo. stand. Beilln, Lvidenstr. 8-» M 15 Nein. — K- P- 85. l. 8 Monat«. 2. Dt««rrzte daden die Schweigepflicht, dürfen also auch vor dem Gericht odne Kriiebintgung nicht ausiageu. g. Darüber find wft»lchl tnsormierl.— K. M. 101. I. Bs« Ende iüvril. 2 Ja. b« zur Beendig ng de« Dtenswer tröge«.— A K. 2. Zahlung lo»» erfolgen, wenn Bedürtligleft vorliegt Demvrl. chgstautenallee. , Beantiagen Sie(trat beim Rr>ch»»erficherung-aml. Berlin. Hohen. zottern dämm 2. Ja. � Z. ch». Ja.-««rwärta chft. Scheidung«. grnnd«nnelit«in Jahr noch ZiechiSstaft de« aus � G-ederbersteflung lauten- den UrietlS.— E« K. S. Kriegsmimfterium.— W.«j». z. und 2. Ja. — L. R. H. 1. Relii. 2. Rein, jedoch tann Ihre Schweiler Misere« Er» achten« für fich selbst voll« Unleriiüsung beantragen 8. Nicht verständlich. 4. Landrai bezw.»egierungtprästdettl.— M. ft. UX. PezirkSkontMaad» SeliweizEf Zigarren ! aus icinsuir remea Tabak j m Stürt 50 SRart [REißEr ßsßclifabal Linfsek«! je»ach SM- Preis x. Prd. 15, A>. 25, Z5 M. Rilißa �edßAlsbsZl Päckchen 30 Die SO Pf, lofc 1 Pfb. 6 M. franko FeIbe Zigarren 60, 70, 80, 90. 100 9L n, teurer. Alitenwetfe huti'tk Irelnl Rollen u. Stangen IJK R. Alles Gewünschte oers. p. Wertnachnahme bei Boreinfbg. o. 10«/» d. Betrage« ftni! RaaseSCo. Berlin, Bredowstr. 9 Eigene Filialen: iiöalgsir. 57(nts. Rathan») Wallsir. I fEoinelmartt) MOIIerstr. 3li(Wcddings SCHMFZBMMER E9NRICHTUNGEN Bich« tu Mk. 7(fÖO. i 725. i UOO u�.w Nufibaum. MahA�on«. Birk«. Birnbaum u.Bv"'r�rrrvtrvTn'*"rr"iriTlTr"n-ii»i»E BETTFEDERN DAUNEN Fabrik mil etckir.&«hieb Hebcaenire für jeden Betried liefert ad Borrai I«OL* S.IVogner, CchienickerStr. 71 diade Ollvnerplata dade lad ein Niiazatie» Volindaas mit J- u1 d 4-Zimmer- Wohnungen, ohne Lkden. mit Bad. 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Husaren-Regimeeet von Schill <1.»chf-fti»—> Ar. 4. MK EM Iii Den MMen htt SküMWIllMos MllvlS. 5 M.. freie Unterkunft, freie Verpflegung. Fik ften: sowie Ausrüstuna, Vergütung der mit- gebrachten uniform, �öei Bedürftigkeit Familiemmterstützung. Entlassungsgeld, Marschgeld und Entlaffungsanzug, sosern bei früherer Entlassung noch nicht zuteil geworden. Es werden noch ungediente Freiwillige angenommen. Falls vorhanden, Militärpapiere, Waffen und Uniform mitbringen. Landcsrchtttzm-Korps Berlin W 50, Ansbach«©Cr. 1 1, am Wittenbergplatz Münster t. W., Ludgerii-Kospttal, Berlin, 1. Abteilung Garde: Skalitzer Str. 55-56. Landeefäger-Korps B erltn- Steglitz, Albrechtstraße lZl. f?eihorps Rülfcn Werbezentrale: Eharlottenburg, Oranienstraße 13/15, Gemelndeschvke. »estell en: Berlin, Potsdamer Bahnhos S Anhalter Bahnhof ✓ Bahnhof � Stettiner Bahnhof ✓' Lehrter Bahnhof S Bahnhof Friedrichstraße S Bahnhof Zoologischer Garten S Bahnhof Alexanderplatz � Werbi Schlefischer Bahnhof Charlottenburg. Detachement Groche, Charlottenburg, Sophie-Eharlotte-Straß« 5Z-S4. Detachemeat Oven, Berlin» ZoachimSrhaler Str. 3l»Z2. Detachement Stillftied, Lehrter Bahnhof, Fürstenzimmer. freikorps Potsdam Werbestelle»: Potsdam, l. Garde- Regiment z» Faß, Garde-Rlger- Bataillon, Garde d« Corps, l. Garde- Äusarea, l. oad 3. Garde-Ulanen, 2. und 4 Garde-Feld-Artillerie. Mackkommando Generalkommando Charlottenburg Äncfebetfst*. 54. Garde-Kavallme-Scbützen-Dmrtoii W, Nürnberger Str. 63 und 70 � Steglitzer Stt. 29, Charlotten-Lyzeum S Kurfürstendamm 251 � Perleberger©fr. 25 z' N, Amtsgericht Wedding, Brunnenplatz S Charlottenburg, Äardendergstr. 27(Soldatenheim) S Knesebed- straße 4. am Knie, ldotel Fürst Bismarck S Groß-Lichterfelde, Hauptkadettenanstalt Gartenstadt Frohnau X Gut Schünerlinde � Marine-Rgt. Madlung, Kaiser-Allee l— 12 � Abtla. Gentner, PotSdam« Str. 22a/ M.-W.-Srurmdet. Äeuschkel, Kantstr. 6 S Pet. 5tantzel, Friedenau, Rheingaustr. 7 � Freikorps Ldschebrand, Charlottenburg, Kantstr. l 62� Freikorps Lützow, Bellevue- straße 15, II S Frriwilligenadt. Mützel, Zepernick b. Berlin S M.-G.-Schars- schützenkorps Prep, Kurnirstenstr. S7�Sturmabttg. Schmidt, NürnbergerStt. 63. Eiseme Eskadron, Annahmestelle Kurfürstendamm 229, Hochparterre rechts. Brigade Reinhard Moabit, Neues Arimiaalgericht, Tnrasir. 9l. Deutsche 8chut2-£>i\rision (31. Infanterie. Divist»») E»a»ptwerbe bnrea«: W, Sardenbeyfir. 18 Werbcbnrean: W, Potsdamer Str. 25 X SW, TempelHofer Äser 21 NW, Rathenower Stt. 8a y Friedrichstr. 167/168. _■ a__ für Herzt« und Sanitätspersonal: Außer m de» Korps beim Korpsarz«, Abteilung Lüttwitz, Charlottenburg, Lletzenburger Sttaße l l. Äußer bei den Korps, bei Korpsveterinär Abteilung •pur V CierUlart. eattwch, Charlontenburg, Lletzenburger Straße ll. für Rraftkahrer: Thielplatz(Dahlem), Parkpl.(gem. Sonder bediidg.) fUr funker u. fleenspTecker: fUr flammenveftcr- für K« f Iah- Bedienung(«ach Feldartilleristen, Kraftfahrer mit Bierrob-Antrieb, M.-®.-Schützen): Koflak, Lüttwitz, Lletzenburger Sttaße ll. für Cisenbahnpioniere(auch Holzarbeiter und Angehörige der Eisendahntruppen): Kommandeur d-.r Eisenbahntruppen, Lletzenburger Str. ll. für seemännisch.pcrsonal u.j�otorbootssührer: Wafferausficht, Lletzenburger Sttaße ll. für Maffemneisterpersonal(und Gehilfen) für alle Waffen- gattungen. bes. f. M.-G.: Slomag-Lüttwitz, Charlottenbg., Lletzenburger Stt. l l. für j�lafchincnlcbreiber J Registratur la, Charlottenburg, Lletzenburger Stt. ll. ra A» 1t Mä-z wurde metn ehemaliger Ehauffeur Fritz Loose bei Ausiibona seines Berufe» als Führer ei»« Arast- wagen» te« Verbandes für erst» Hilfe, in den Strafen- kilnipfe« w der Frankfurier Allee von einer Jtnoel tödlich " h vierjdhrigem ltriegsdienft tu Feindesland zurückgekehrt, lehnt« er die Unlerftünung I ab und'zog die Ardert vor. Hierbei traf ihn die tödliche ! Kugel., Dem braven und fieihtge» Mann werde» wir Uber da» Trab hinaus ein treues Andenken bewahren. Erich Simon o. Frau Hilde Simon geb. Calw. Dahlem, ia März 1919. 1698 Ifci'tWRd der Brauerei- und miftleoarteiter | und verwandter Be- rufJaeBoflea. tgahlstelle Berlin). Den Mitgliedern zur j Nachricht, dc>b der Kollege ! Flaschenkellerarbeiter -Kalls kvllSllZallll t(Böhmi.ches Brauhaus) j gestorben ist. j«hre seinem«udenke»! Die Beerdigung findet am ' Sonnabend, den 22. Mörz, - nachm. 2 Uhr, van der \ Leichenhalle dex Gemewde» ! lriedhofes, Fricdrichsfeld? I aus statt. 42/20 Ferner starb, befchiistig! mf derselben Brauerei, \ der Kollege Flaschenkeller» > arbeiter RadoUDierberg. «hre feinem Andeuten! . Die Beerbiauna findet ! am Sonnabend. 22. Mörz, nachmittag» 4 Uhr, von der Halle der Aufer- stehungoaemeinde, Weißen» fee. Lichtenberger Straße, aus statt. Rege Betel llgung er» wartet Die Ortsoerwaltuug. iff» Allen Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Manu, unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Mechaniker Gvstsv Braun im Alter von 34 Jahren am Montag, den 17. März, an iSehtrnträmvsen plögltch verstorben ist. Die Beerdigimg stndet heute Donnerstag, den 20. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Friedhof derHeiüg-Kreuz-Gemeinde, Marlendorf statt. ISIZd Die yiuterbliedenen. r di« vielen Beweise herz- er Anteilnahme bei dem Hin- scheiden meine» lieben Manne» und meine» guten Baters sagen wir hiermit unseren tiefxriiihi- testen Dank. 19916 Helene Krentzlen geb. Pasemann. Bruno Krentzien. Bln., M. III. 1919, EtreliberStr.a Saezlal-Arzt Dr. hzcottl. L Haut-, Harn- u. Geschlccbtf- Icidcn, speziell reralteie, bart- nlicltlge Ausflllsse, Maones- tcbvöcke. Oeg.Sjphilla eigen« Heilmethode verb. m. Lalvaezaa» huren. Blutunierfnch. im ersten u. iiltesr. Kur-Znstitnt �LSier". r Str. 69-70, , Ecke Lintenstr. 1, 4-9, Sonnt. 9-1. Separate« Damenzimmer. «eschSsisstelle: i\ 39, Schönwaider Str. 4 II, ad 2. April 1919 ! C 2, Bureau hau» Börse, Burgstraße 27. Tel.: Norden 10797. Es verstarben Unsere Mitglieder Herr Gustav Gflnflier, Oranienburger Str. 22, Einäscherung: Heute Donnerstag, 2V. März, nachmittag» 12'/, Uhr.- Herr RlkreS Nnkte?. Lllbbener Str. 22. Einäscherung: Freitag. 21. März, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium, »erichtstr. 37,'JX Herr Wilhelm Klein, Charlotten bürg, Neue Kanistraße 17. Einäscherung: Heute Donnerstag, 2a. März, vormittags 10>/, Uhr, im Krematorium, Treptow, Baumschulenweg. 296 Z Spezialarzt Dr. med. Haedlcke Haut-, Harn-, Ceschlechtsi:, Blutuntersuchg. Friedrichitr. 178-183(an d. Mohrenstraße, Untergrdh.). 11-1, 5-7, Stg, 11-1, Praktiziere wieder Prauecsrzt Dr. Frankenstein Landsberger Sir. 76(Alexand.- BlatiV 4-1, Sonnabends nurl-2. AerSMllrsvlheüev. abgelllrzte Aadikaidehandlung. mäßige» Honorar. ZlMizt.Ilitwg, Lübbeuee Strafe 20. 10—12. 4—9, Sonntag» 11— L Hunbeku Pieren,-vsrgifta» nur _ vormiitags. 8A» Kautabak Heneti»ab Stange» jede» Quantum(on Selbstverbraucher) abzugeben 8588 P. Uni st, Warschau« Str. 67. Geschlechtskranke ebenso tu den Sprechstunden erhältlich. Weitere mündliche Auskunft kostenlos. SUMlar-t Dr. mit. Kerl AMM. Berlin, Potsdamer Slraste 117, an der Lügowstraßa Sprechstunden>/,12— 2 mitL u. V-0—' ilO abends. Sonnt VSTl— L vor schwindelhaften Anpreisungen anoeb» �.VlirN»Nsz iicher Spezialärztt. VvlKsKrgkt-Kunö Vereinigung zur BSrderung und StlrKung der sittlichen, geistigen und»irtseiwstilcken iirätte de, deutschen Voihes durch Gesundheit und Kra«, Bildung und Kultur Vorsitzender: Dr. Bruno Wiüe. Geschältssteile: Berlin SWt8, Kochstr. 28/29. Fernsprecher: Moritzplau 12 953/54. Nächste Veranstaltungen zu denen die Mitglieder freien Eintritt haben: März 20. 8-10: VolkstDmL Vortrag im Hörsaal, Berlin NW, Georgensir. 34—36. Dr. Fließ: Der periodische Ablauf des Lebens 23. VsB-VslO: Volksunterhalt. Werner-Siemens-Gymna- sium, Schöneberg 23. 5-8:» Realgymnas., Reinickendorf, Bernstraße 30. 5-7:, Leibniz- Obtrrealscbnle, Charlotte nourg 30. VjSJ/j?:,' Paradiesgarten, Rahnsdorf-Mühle 30. VjS-VslO:„ Kaiser-Wilhelm- Realgymnasium, Kochstr. 66 April 2. 8-10: VolkstflmL Vortrag im Hörsaal, Berlin NW, Georgenstr. 34—36 4.'Aß-'/elO: VolksnnicrhaliunginPotsdam Barberlnisaal ö. II I: Große Volki-Ostcri.ier im Opernhau«, Unter den Linden. Unier Mitwirkung v.Gen. Mu». Dir. Dr. Leo Blech, de: Opernslng. Cmml Leisner, dem ehem. kgl. Orchester. Dr. Bruno Wille hält eine Ansprache ViS-VilO: Volksnnierh. 4. Gemeindeschule, Nowawes Werdet Mitglieder! Nichtmifglieder erhalten Karten Im Vorvgtkaal bfst Bote& Bock, Wertheim und der Geschäftsstelle d&s Volkskraft-Bandes, Kochstr. 28/29, MAMMA Betelfi fik Berlik. «. Hlflcj 1010. Leipziger Straf)« 3 der Orrftnct Funktionäre einschließlich der vejirtsfuyrer aller 48 Abteilunge». Tagesordnung: L Steltnngnahme zum Byirkst»� 2. Ergänzungswahi zum Borst and. llas erscheinen aller Berliner Parteifunktionäre Ist dringend notwendig. UNtgNebsbuch legitimiert. Mitgliederversammlungen em Freitag, den 31. INSrz 1010, abends 7 Ahr: 2. Abteilung: bei Schirnr, Charlotrenstraße 7/8. 5. Abteilung: i. d. Anh. Ressource, Möckernstr.t t4. 14. Abteilung: im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45. 15. Abteilung: bei Schreiber, Holzmarktstr. 89. 23. Abteilung:(Bötzoioviertel) im Werneuchener Schloß, Werneuchener Ecke Elbinger Str. 47. Abteiluug: Schulaula. Ostender Straße 39. Jede, Mitglied hat da» Zieche Däfie mltzubrwvrn. Edens« find .Borwärts�leser ZU den Beranstaltungrn höflichst«wgelade». 198/9 De« Aorstanb. SoKansdeng. SszMmkliMe WrWilillllel. Donnerstag, den SV. Mörz ISl9, adeudO 7*/, Uhr, in der Aula derHohenzollrrnschule, geiziger Str. 48/53; Gro�e öffentliche Volksversammlung Tagesordnung: L Die gegenwärtige politische Lage. Ztefrrrnt:»rnosse Franz UrSger, Abg. I d. NotionotorrsasemL 2. vtsenfslaw. IS/17 »U- Massenbesuch erwartet! WMg . Ve»«tnbernser: Wiih. Frttzsch. Baedarvstastr.»4M. SieukölltL Heute,»bbs. 7 Uhr.» WNIlKSN. SMlMlsWNlW des Wahlvereins(S. P. D.). Tagesordnung: vt« poNNsche Vage. OtstusUan. Mitgliedsbuch legtttnlerL vee VarntuuN. JeMnbsMdMMliliilii. Verein Berlin. Gektiou der Gips- und Zementbranche. SMMrmlve: BeMntörWA: Putzer, Träger u. Rabitz» Zemeutierer, Eiuschaler spauuer. und Hilfsarbeiter. Vueruerstag, M. Mckrz, Senahig. 23. StOn.< abend» 6 Ahr i-Utta-z» 10 Ahr bei IDUte, Sedasttaustrahe 89 1 SM litolleiiet-Betsraffilragea. Tagessrbauugt 1. Oer VOIokI de» Tarif vertrage» ans 04» neue» Aar- haavlaugeu. 2. Branchenangeleaenheiten. 8. Vorschläge zur Wahl von Kandidaten zum außetvrdetiMchen Bervandsdm. 4. Wahl von Kandidaten zur Otetchskouserenz. Dies» Bersatmnlunaen sollte» dereit» vorta« Woche statt» finden, mußten aber wsolg» der UnficherbeU und de- Bertehr«» schwierig ketten ausfallen.— Zahlreichen Besuch erwartet Set Seltionsoocfianb. ZMilülliM ljekSlUSMeWe». Ortsgruppe Berlin. DoNnerStag, den 2V. Mär, ISIS, abeubS 8 Uhr, im GemerkschastshimS, Engelufer 15, großer Saal: Oeffentliche Versammlung der Wasch, and Aelaaeachesranea,»afwOrtertauea, Snr»an-Aetalgaag»fraaen au» Ueuiter» a. Betriebe». Tagesordnung: L beh» aad Ardettsdedingnngen der ZetztDett.— X Freie tllussprache. Dt« Lohn- aad Ardeiisverhäitnisie unferrr Kolleginnen find äußerst vetdesierungsbedürftia; e» ist daher die Psticht aller in genannten Betrieben beschäftigten Fra»ru recht zahlreich zu er» icheinen. � 48/7 MMelsWfikSM-W Mitglied de« Arbelter-TurnerbundeS. Die Freie Turnerschast Reu5ölln»Brttz HAt jetzt wieder folgende Turnstunden ab: 186/15 Zu der Turnhalle Oooaustr. 120—121 In Aeutlllla: 2. Schüleriimen-Abeellung t l 2. Schfflrt» L Lrhrllng» L Franen- Mämier» von 8—8 Uhr »ienstog» m 6— 8, Donnere>ag,, 8—8, Mittwoch«, S— 8. . m®— 18 m Dintstoe». 8—10, Freitag». 8—10. In der Twenhalle Atetfeftr. 2» tu AeutSva t I. SchiUtrinnen-Abteiwng: Freitag» von 8—8 Uhr 1. Schiller». Dirnstag», 6—8, Männer».., 8-tO, 3a der TMeuhalle Aterberftr. 22 In Arth: 5. Schlllerinnrn-Abteilutig: Dirnstag» vo» 8—8 Uhr 3. SchMer», Donnerstag». 6—8, . S—lg m TMänner- nZllllehrL», 2. Frauen-, vienstag» 8—10, Ziehung 1*, 4-, 5.». 10. April ,919 WggW kesliWs lolleiis r.U.d.liiar.-tienesungsbelmk 11 S88 Geldgewinne— Marl 375000 ia IOOOOO 1* 50000 |Iosm3,30I0�.� r. 0. des SSngUngsheims. 2779®f«D. tu IPräm— Martw. 50000 ig 20000 |& 10000 Iosm.2,00�Ä 10 Lose os�togSSl*{ w�tst�m? M. 25,00 t. C. Kahns Ww., 1 Laden: PrlnzenstraSe 79 1 braucht dringend /�.»Q.'Sch&tzen» Tclephonlsten» Mlnenwerler, Scheinwerfer» Pioniere, Trainmannschaften. Musiker. e: Ansbacher Str. 11, direkt a. Wittenbergpl. herbestelle; Steglitz, Schloßstr. 68. 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Sahlcnr, Königin• Luise»• Stift. Pob- bieiskyallee 78. Vf.Imecsbocf. Stdaperstraße 25. Ehariatte»- dura, Assessor Gluck, Rakhaus, Ztmmer 21L Llchtrrseldo. Drakcitraße. Realgymnoaum, Ltn. Stlegler- Schmidt. Srhleudors,«ilinowoNstraße lS. lentp.Ihos, Rathaus. «chwarzerdors, Rathaus. Altelassee, Rathaus. Alorien- dort, Rathaus. lZ35D' Soebeu erschien: Die Refbnn des deutschen ötrafreebts von Rechtsanwalt Dr. Hugo Heincmaittt. Preis S0 Pj. Die bringende Forderung der Rrdoiulion nach einem sozialen s t r a I r e ch 1 wird hier von sozlai» ethischem Geiste gelragen mit umtassender Lach» kund.e und unwiderftrhlicher Logik behandeiL Nttlzg ftr Sssielviffkuschast, Berlin 8«»«.'«indenftr. 114. übernimmt SWge'tvfierSMl > U»d llfich 51. WkSfiSll 1541� LiLküii Hascaheldc«1/62. »X Soeben erschienen! 3 Origlnal-Photographkn Sbert, Scheidstnantt Sr. Jtarl Siebknechi t Beste rorhaoasiK Aufnahmen ia Unstleriscber Aasilbruag. Mit Namenszug. Kartonniert, BlaitgröBe 32X48. Preis pre Stück 6 Mark. 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Ein Gesetzentwurf der Sozialisieruugskounuisfio«. Emen bedeutsamen Fortschritt auf dem Wege zur Sozia- lisierung bedeutet der Entwurf eines Rahmengesetzes für die Kommunalifierung von Wirtschasts- betrieben, den die S o z i a l i fi e r u n g S kommisfi o n soeben veröffentlicht hat. Der Wortlaut der wichtigsten Be- stimmungen hieraus ist: Die Slädte- und Gemeindeordnungen im Deutschen Reiche muffen folgende Bestimmungen enthalte«: § 1. Städte und Gemeinden sowie verbände von diese«(§ 8) haben das Recht, alle oder einzelne Unternehmungen noch» stehender W ischastSzwcige, sofern sie im Privatbesitz stehen, z u übernehmen und zu betreiben bezw. betreiben zu lassen: 1. LerlehrSunternehmungen für da» Gemeindegebiet. 2. Unternehmungen z»r Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Licht und Kraft� S. Erzeugung, Beschaffung und Lagerung, Verarbeitung und Vertrieb von RahrungS- und Genuhmitteln. 4. Herstellung von Kleinwohnungen. 6. Änschlagwesen. <5. Gewerbsmäßige Etellenvermittlnng im Sinne des Srellenv.rmittlergesetzeS vom 2. Juni IS 10. 7. Apotheken. S. Bestattungswesen. 8 2. Die Gemeinden dürfen da» in Z 1 genannte Recht auch für andere private Unternehmungen, die vorwiegend für lokale Zwecke arbeiten, in Anspruch nehmen. ' Slädte und Gemeinden können sich zum Betrieb der in ßZ 1 und 2 genannten Unternehmungen z u Verbänden zusammen- schließen. Sind die Beteiligten nicht einverstanden, so k a n n a u f Antrag einer»der mehrerer Gemeinden, welche mindesten« die Hälfte der Gesamtbevölkcrung sämtlicher beteiligten Gemeinden umiassen, oder auf Antrag der KommmmlauisichtSbehörde der Zusammenschluß von der zuständigen Verwaltungsbehörde angeordnet werden. Der§ 4 bestimm!, daß da« Recht einer Gemeinde oder des ent'prechenden Ve»bandeS von der Landeszentralbehörde erteilt wird und nur verweigert werden darf, wenn ihm wesentliche gemein wirtscha ftltch« Interessen entgegenstehen. § ö regelt daS Enteignungsrecht' der Gemeinden bezw. Gemeindeverbände. Die Enteignung soll bi« zum Erlaß eine» ReichSenieignungsgesetzeS gegen Erstattung de« gemeinen Wertes ausschließlich der durch die Kriegswirtschaft herauf- beschworenen Werifteigerungen erietzt werden. Erwachsen dem Eni- eigneten daraus Vorteile, so ist ihr Geldwert auf die Entschädigungs- summe aufzurechnen. Nicht berührt bleiben vom Gesetz die z« öffentlicher Bewirt» schaflung von Lebensmitteln gültigen Bestimmungen. Dem Eiiaß der erforderlichen LandeSauSsühtwigSbestimmungen wird m dem Reichsrohmengesetz eine bestimmte Frist gesetzt. Begründung. In der Begründung belonl die SoziakisierungSkommission, daß da» Gesetz lediglich' einen Rahmen bilde, innerhalb dessen den Kommunen und Kommunalverbänden die Möglichkeit zur Soziali- sierung gegeben werden soll. Die Einzelheiten bleiben der Lande«- geietzgebung vorbehalten. Diese muß e« dann den Kommunen übertaffen. wie weit sie innerhalb dieses Rohmens gehen wollen. Ob noch� andere UnternebmungSzweige, die bisher von der kommu« nalen Tätigkeit nicht berührt wurden, sozialisiert werden können, bleibt besonderen Gutachten vorbehalten. Dw Sozial, sierung der Gemeinde kann nur dann wirksam er- folgen, wenn die Gemeinde das Monopolrecht für die fraglichen Betriebe auszuüben in der Lage ist. Besondere» Gewicht hat ja schon die Kriegiwirlschast auf die Nahrungsmittel» Versorgung durch die Kommunen und Kommunalverbände gelegt. Es gilt nun, alle Ansätze zu einer Sozialifierung durch dt« Kommunen auszuge st alten und die Grundlage für eine ent» sprechende Belältgung der Gemeinden zu legen. Do der Gemeinde, verband kür da« betreffende Gebiet daS ausschließliche Recht de« Betriebes von Unternehmungen in diesem Wirtschaftszweig erhält, erstrecken sich die Borschköge zunächst auf solche Wirtschaftszweige. die schon heute in zahlreichen Kommunen ausschließlich oder über- wiegend alS kommunaler Betrieb gelten köairen. Ewer besonderen Genehmigung iür die Uebernabme der angeführten Betriebe in die Kommune bedarf eS nicht; damit ist dem Grundsatz der Auto- u o m i e besonders Rechnung getragen worden. Die Gemeinde kann bestimmen, ob sie die Unternehmungen im eigenen Betrieb führen oder durch andere be- treiben lassen will. Sie kann also durch besondere Organe, wie gomeluliützlge Baugenossenschaften, Koniumentenorganisotionen uiw. die Kommunaltsierung durchführen. Notwendig wird hierzu eine Abänderung des GenossenschaftSgesetze«, da« eine Abgabe an Ntchtmitglieder ausschließt. Die Lebensmittel- Versorgung der Gemeinden wird auch in Zukunft. WSbesondere auf dem Gebiete der Milch» und Brotveriorgung, der kommunalen Regelung nicht entraten können; hier werden insbesondere die Kon'uinenlenorganisationen ein weiteres Betätigungsfeld finden. Dem KlernwohnungSbau soll durch die Möglichkeit des EnteignungS» rechts der Gemeinden für Bauland und durch ihre Uebernahme von baugewerblichen Betrieben«in neueS Feld erschloffen werde« Die anderen Gebiete der Kommunalisier ung, die in den Ziffern S bi« S genannt sind, entsprechen den Sedürsmiien und Wünschen zahl» reicher Gemeinden. Räch ß 2 soll da» Recht auf ausschließlichen Gemeindebetrieb vorwiegend den für lokale Zwecke arbeitenden Wirt- schastszweigen verliehen worden. Ausgeschlosien sind solche Unternehmungen, welche der Gemeinde gegenüber Exvortunternehmungen find, wie Spinnereien, Erjenwerke, Möbel» sadrilen. Da sich bisher der Bildung von Gemerndeverbän- ' d e n vreifach dadurch Schwierigkeiten entgegensetzten, daß alle Be- teiligten cht zustimmen mußten, ist sie aikch gegen den Willen beteiligter Gemeinden vorgesehen worden. Für de« Groß-Verltnrr Bezirk wird nach Anficht der Kemmisfio« ein Sondergesetz notwendig werde». Unter dem gemeinen Wert, der den EmeignnngSentschSdi» guugeu zugrunde gelegt werden soll, ist der vormale Lerlehrswert zu verstehen, nicht etwa der volle Wert, der nach dem gegenwärklge« Prei-stande zu vergüten wäre. Der Entwurf entbehrt nicht einer wirklichen Durcharbeitung und einer großzügigen Anlage. Freilich dürfte zwar die Entswädigungsfrage noch zu manchen Erörterungen Anlaß geben. Da aber der Entwurf in diesem Punkte nur bis zu d e r Zeit Wirksamkeit haben soll, wo vom Reich ein besonderes Enteignungsgesetz erlassen wird, so dürfte auch diese Regelung keinen wesentlichen Schwierigkeiten begegnen. In Anbetracht der erst kürzlich erfolgten Neuwahlen der Gemeindevertretungen, deren Ergebnis für den Kurs der künftigen Kommunalpolitik von entscheidendem Einfluß ist, würde eine baldige Beratung und Verabschiedung des Ent- wurfs nur zu begrüßen sein. Reformen im Auswärtigen ftott. Berlin, jp. März. In der Nachrichtenabteilung deS A u«n? artigen Amts stehen auf organisatorischem und son- stigom Gebiete Reformen bevor. Insbesondere werden auch namhafte Journalisten mehr al« bisher zur Mitarbeit he ränge- zogen werden. Nachdem bereits der frühere Hauptschriftleiter der .Berliner Movgenpost" Rudolf C u n o einberufen worden fft, wer- den demnächst der bekannte Sozialdemokrat Paul Kampf- meyer, früher Hauptmitarbeiter der.M u n che«er P o st", und der Politiker und Kunstschriftsteller Karl Federn in die Nach- richtenabteilung eintreten, von denen dieser namentlich die auf den Völkerbund bezüglichen Angelegenheiten, jenetk die Fragen der internationalen Arbeiterpolitik auf dem Preß- gebiet beavbcüen werden. Endlich wird die LuSkunftS- er t eilung an die deutsche Press« über die auswärtige Politik den neuzeitlichen Erfordernissen entsprechend verbessert werden. Arbeiter aufs Lanöl Erleichterungen für den Umzug und doppelte Haus- Haltung. Eine Verordnung, dle lange erwartet wurde, ist mit so- f o r t i g e r Gesetzeskraft ergangen. Sie bietet den a u f S Land oder in die Forstwirtschaft gehenden Arbeitern neue große Vorteile und soll damit unsere künftige Ernte, die durch den großen Landarbeitermangel außer- ordentlich gefährdet scheint, endgültig sicher stellen. Die Bestimmungen, welche die Arbeiter vor allem betreffen, enthält der Z 4. Erwerbslose, die der Gemeinde ihreS letzten WobnortcS den Nachweis erbringen, daß sie eine Stelle in der Land- oder Forstwirtschaft übernommen haben und ihren Wohnsitz zu verlegen wünschen, erhalten folgende Vergün- stigungen: 1. Freie Fahrt in den BescbSstigungSort sowie eine ange- messene Beihilie zu den Reiseutkkoste« 2. Dasselbe erhalten die zur Weiterführung de« HavsSaltS not- wendigen mitreisenden Familienangehörigen, wenn der Gemeinde de« letzten Wohnortes nachgewiesen wird, daß auch deren Unter- tunft am neuen Wohnorte gesichert ist. In diesem Falle wird auch freier Umzug durch die Bahn gewährt» den die Gemeinde, in welcher der Arbeiter zuletzt gewohnt hat. bezahlt. 8. Bleiben aber die Familienangehörigen am alten Wohn- ort und gehen nicht mit auf« Land, so bekommen sie, solange der Familienvater auf dem Lande oder in der Foitstwinschaft arbeitet, die Familirnunterstützung Weiler, und zwar bi« zu dem 1>/, s a ch e n der Zuschläge, die al« Höchstsätze den Familienangehörigen der Erwerbelo>en gewährt werden können. Diese Zuschläge können in bar gezahlt werden oder in Gewährung von Lebensmitteln, MtetS- Unterstützungen und dergleichen bestehen. 4. Außer dem Sohn haben die auf dem Lande in Selbst- versorgerbetrieben beschäftigten Arbeiter noch das Recht auf Selb st verforgerrattonen. die betannilich höher sind als die sonst vom Staat gewährte Lebensmittelzuteilung. V 6. Endlich werden die Arbeiter auf dem Lande bei�achtungen oder bei sonstiger Nutzung von Land für den Bedarf ihre« Hau«- halt» bevorzugt, so daß sie auch hierdurch sich mit Leichtigkeit bessere und billigere Ernährungsmöglichkeiten schaffen können. Es sei nochmals betont, daß den Arbeitern bei den rmter 1 bi« 8 aufgeführten Vergünstigungen keinerlei Kosten entstehen. Die Gemeinde de« letzten Wohnorte« bat diese zu tragen oder zu v«r- auSlagen. Der Arbeiter bleibt davon unberührt. Hesthästsverficherung oüer Steuerflucht? Un« wird geschrieben: .Der Anker", vielleicht auch andere Versicherungsgesellschaften. verschickt zurzeit.derirouliche" Prospekte, in denen zum Abschluß einer näher gekennzeichneten GeschästSversicherung gufge- fordert wird.— Danach wird den Firmen nahegelegt, die Ge- schäslSinhaber bezw. Gesellschafter oder auch Prokuristen oder Be» triebslelter zugunsten der Firma für den TodeSsoll bezw. Fall des Erlebens eines bestimmten Allers zu versichern. Angeblich handelt eS sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Kapital- oder LebenSver- sicherung, sondern um eine Schaden« Versicherung: der betreffen- den Firma soll der Schaden ve, sichert werden, den sie dadurch er- leidet, daß eine für den Betrieb wichtige Person altert oder vor- zeitig ablebt. In seltenen Fällen mag eine solch« Geschäflsvei sicherung unter diesem Besichtspunkt angebracht sein und abgeschlossen werden. Im allgemeinen aber dient diese Aufmachung nur als Deckmantel. Wer aufmerksam den Prospekt liest, spürt wohl bald ciw-S. Man lese: .Die für eine solch« Versicherung aufgewendeten Mittel bleiben al« Aufwendungen zur Sicherung und Ei Haltung de« Ertrage« st euer- frei. Sie können insbesondere nach den Gutachten hervor- ragender Steuer spezialisten al« solche dem steuerpflichtigen Ein- kommen nicht hinzugerechnet werden." Und weiter:»Die Prämien pflegen über Geschäftsunkosten konto verbucht zu werden, und die Versicherung kann, je noch den zur Verfügung stehenden Mitteln, mit jährlicher oder auch mit einmaliger Prämien- zahlung" seventl. sogar mit Rückstellung bi» zu 8 Jahren I) .geschlosien werden". Da liegt der Hase im Pfeffer!— vorhandene Kriegsgewinn« sollen auf dem Wege über da« GeschäftSunkostenkonto spurlos verschwinden, um al« steuer lich angeblich unantastbare .SchadenSverficherungSpolice" neu zu erstehen. Sollte wirtlich die Geickäftsverficherung sich durch die im Ent- wurf vorliegenden KriegSsteuergeietze hindurchschlängeln, so ist eS Veit, dem hübschen Pläncheu der Sreuerdeserieure einen Riegel vor- zuschieben._ Schiebungen von Z.E.S.,Bsente«. Das Treibe« der holländische» Aufkäufer. Schwere Angriffe gegen die Z.E.G. bringt die.Deutsche Berg« werk«-Zeitung". Nicht nur wird dieser auch anderwärt« vielfach angefeludettu Gesellschaft vorgeworseu, daß st« beim Emkaus von. Levensmitteln im neutralen Ausland völlig versagt habe, der ver« tasier. ein deutscher Industrieller in Holland, stellte auch fest, daß die Agenten der Z.E.G. in Holland durch Ausfuhr deutscher Artikel in Holland glänzende Geschäfte mache und infolge de« Tiefstandes unierer Valuta ungeheuere Gewinn» erziele. Der Lerfosier versichert, daß durch die verfehlte Preis« Politik der Z E.G. dem deutrchen Volke große Mengen au Lebensmitteln entzogen find, die verhältnismäßig billig(ein P'und Speck 6.50—7,00 M.) zu haben gewesen wären. Ganz besonder« bemerkenswert ist der Vorwurf, daß man zum Einkauf von Leben«- Mitteln noch nicht einmal Fachleute nach Holland zu senden vei standen habe. Run sammeln sich beute in Holland große Mengen von Lebensmitteln infolge de« amerikanischen Angebote«. Die Notwendigkeit, auch ausländische Lebensmittel vorläufig noch zu rationieren, macht e« erforderlich, daß diese Einrichtung be- sieben bleibt— man mag sich dazu stellen wie man will. Die Neu- traien weigern sich übrigen» neuerding«, ander« al« durch die Z-E.-G. Lebensmittel nach Deutschland zu liefern. Um so mehr aber ist es erforderlich, daß die Mißwirtschaft aufhört. Die Tat« fache, daß die Lebensmittel im Ausland die von un» zugestandene« Höchstpreise um ein weniges überschreiten,— sie bleiben damit noch längst hinter den SchleichhondelSpre«sen zurück—, darf für die Ein- fuhr kein Hemmnis sein. Hier muß eine großzügige Organi- ialion an die Stelle bureautrattscher Pedanterie treten. Für schäm- lose Eigenbrötelei von Agenten ist aber darin kein Raum. Deshalb erwarlen wir, daß die erhobenen Aligriffe einer eingehenden Prüfung untrrzsgen werden und daß nötigenfalls ein g r ü n d- licher Personenwechsel die Mißstände abstellt, die einer sorgfältigen Erfassung aller uur erreichbare» LebeuSmittelbeständ« entgegenstehen._ i Unabhängige Hefehesmacherei. Die provisorische preußische Verfassung ist vom Verfassung»- auSlchuß in den Grundzügen nach der Regierungsvorlage an- genommen worden. Preußen erhält keinen Staatspräsidenten und, der Charakter Preußen» al« Republik wird in der Verfassung au«- drücklich festgelegt. Der Widerstand dagegen war äußerst schwach und e» zeigte sich wieder einmal, daß die bürgerlichen Parteien nicht ernsthaft versuchen, an der jungen deutschen Demokratie etwa« abzuhandeln. Rur die unabhängigen Sozialdemokraten bleiben in ihrem Kampf mtt der Demokratie und der Vernunft. Nachdem der grundlegende erste �BerfcksiungSpatagraph Preußen zur Republik erklär«, beantragen sie:»DU Mitglieder d e S Haufe» Hohenzollern find für alle Zeit abgefetzt." Wovon abgefetzt? Von der Republik? Aber die Republik kennt überhaupt keine herrschende KamUi« mehr. Die Republik ist eben Republik. Pensionen. Man schreibt un«: Mit gewaltigem Erstaune« hat man an» der Polemik Hoff« mann-Haenifch erfahren, daß ein Mann, der wenige Wochen Unter- staalSiekretär gewesen ist, zeitleben» 12000 M. Penston erhalte» soll, ohne' zuvor Beamter gewesen zu sein und etwa durch die Länge seiner Staatsdienstzeit eine« PenstonSanspruch erworben zu haben. E« ist selbstverständlich, daß in einer parlamentarischen Republik die Minister häufiger wechseln werden, al« in der holbabsolutistischeu Monarchie. Damals wurden meisten« altgediente Beamte Minister, heute«erden es Parteüührer, die trnra ganz anderen Zivilberuf haben; nach ihrem Rücktritt üben sie ihn wieder an«, und da ste dq fast immer auch Abgeordnete find, beziehen ste daneben auch Einkünfte. Da» Volk würde e« einfach nicht versteh«», wen» im»eue» Deutschland, unter völlig veränderten Verhältnissen, jeder, der ein- mal Minister oder UnterstaatSsekretär, Vortragender Rat und der- gleichen gewesen ist, zeifleben« eine hohe Penston dafür beziehen würde. Für einen solchen kostspieligen Unfug darf«S weder Raum noch Geld geben._ Es geht nicht vorwärts. Man schreibt un«: Im September 1S18 stellte ich bei der Reichsversicherung»- anstalt für Angestellte denAntrag auf Rückzahlung der geleisteten Bei« träge für obige Versicherung, da ich auf Grund meiner Tätigkeit nicht versscherungSpflichtig bin. Nachdem nun Ermittelungen über Ermilte- lungen eingeleitet wmden find, erhielt ich endlich S. Dezember 1918 den Bescheid, daß meine Nicht ver sicherung« Pf licht anerkannt ist und die Rückzahlung eingeleitet werden sollte. Ich gab mich damit zufrieden und erwartet« die Rückzahlung de« Geldes. Jedoch verging eine Woche noch der anderen, die Reichsversicherung ließ jedoch nicht« von sich hören. Auf zwei Beschwerdeschreiben erhielt ich gar keine Antwort, bi« ich endlich auf mein dritte« Schreiben den kurzen Bescheid erhielt: Es schwepen noch.Ermittelungen".— Nachdem also am 9. Dezember 1918 meine NichtversicherungSpflicht anerkannt worden ist, schwebe» nach einem viertel Jahr noch tmmer.Ermittelungen"; ich bin ge- spannt, wann diese endlich ein Ende haben werde», und ob ich»och diese» Jahr endlich meiu Geld erhalte» werde.» Die internationalen Krkegstosien. Englische Blätter geben eine Darstellung der Kriegskasten a» Hand der Verschuldung der einzelnen beteiligten Mächte; danach betragen die Staatsschulden und die Zinslasten der einzelnen Mächte in Pfund Sterling(etwa je 20 M.): vor dem Nach de« vor dem Nach dem Kriege Krieg« Kriege Kriege Staatsschulden Zinsen England..... 1265 6 950 40 847 F.ankreich.... 1 8l6 7 500 52 368 Amerika..... 200 2 259 5 96 Rußland..... 900 4 900 40 270 Italien..... 650 8 000 20 180 Belgien..... 160 850. 7 17 Rumänien.... 60 250 4 18 Serbien..... 28 180 2 7 Somit bat sich al'o die gesamte Staatsschuld versiebenfacht und die Verzinsung verneuniacht. Die Steigerung ist jedoch bei dou Zemralmäckten, insbesondere bei Deutschland und Oesterreich, er» heblich größer al« bei den Ententemächte». Keine Universität Hamburg. In der Bürgerschaftisitzung der Freistadr Hamburg wurde die Get'etzeSvorlag« aut Errichtung einer Unioersuäl i» Hamburg mtt 85 gegen 65 Stimme» abgelehnt. GewerkschaflzbewWns Die Lohnbewegung See Säcker. Tarifvereinbarvng— BrotpreiSerhShung. Die Vertretung der Bäckermeister hat mit den Vertreter» des Zeiltrolvetbandes»er Bäcker und Konditoren über die Forde« rungen der Gesellen verhandelt. Man hat sich auf einen Tarif« entwurf(jveitrigt, der folgende Mindcstwochenlöhne festsetzt: für Gesellen m Größbetrieben llv M.(gefordert wurden 120 Tl.), in Kleinbetrieben 100 M.(gefächert wuroen 110 Tl.), für weibliche Hilfskräfte 60 M.— Für Aushilfen pro Tag in Großlbetrieben SO TL, in Kleinibetrisben 18 weibliche Hilfskräfte in Groß« betrieben 10 TL, w Kleinbetrieben 9 M. 5° der gestern nachmittag abgehaltenen Versammlung deS Groß«Berliner Zweckverbarrdes der Bäckermeister führte Ober- . meister Müller au», nachdem die vorstehende Lohnvereinbarung zustand« gekommen war. hoben die Bäckermeister versucht, den Maflistrcrt zu überzeugen, daß die Lohnerhöhung sowie di« Preis- «höhung der Materialien(Kohlen, Gas, elektrisch« Strom, usw.) tkiß entsprechende Erhöhung de» vrotpreises notwendig mache. Während die Meist« die notwendige Preis- «höhung auf IS Pf. für da» einzelne Brot berechneten, hält die Magi stratskommifsion ein« Erhöhung um 10 Pf. für aus- reichend. Obermeister Müll« ist d« Meinung, daß die Bäcker- meister mit 10 Pf. auskommen könnten. Dagegen wurde au» der B«sammlung lebhafter Widerspruch erhoben und ein« Erhöhung um mindesten» 1b Pf. verlangt. Wie d« Referent Veit« au»- führte, hat der Fachausschuß de» Magistrat» ausgerechnet, daß eine Preiserhöhung von 8 Pf. ausreiche, um die den Meistern vnt- standen en Mehrkosten zu decken. Die endgültige Entscheidung üb« di« Festsetzung des Preise» wird d« Lebensmittelverband Groß- Berlin am heutigen Donnerstag treffen. Sollte« ein« Preis- erhöhung von mindesten» 10 Pf. nicht zustimmen, was sei dann zu tun? fragte der Referent..Zumachen, streiken" r«efen ihm mehrere BmsammIungSteilnehm« zu. Doch d« Referent entgegnete: Da» kann ei nicht geben.(Zurufet Warum denn nicht?) In ein« Aeit, wo es lern« Milch, keine Kartoffeln gibt, (Rufe: Was geht uns das an?) wäre es Verrat am Vaterlande, wenn wir streiken wollten. Man würde unsere Läden stürmen und alles in Grund und Boden schlagen, wenn wir die Arbeit einstellen. Also von einem Streik der Bäckermeist« kann keine Rede sein. Ab« wir werden den Tarif nicht unterschreiben, wenn uns nicht eine BrotprmSevhöhung bewilligt wich. Nach lebhafter Diskussion wurde eine Resolution angenommen. wodurch die Versammlung dem Tarif trotz schwerster Bedenke» gegen einzeln« Teile desselben zustimmt und erklärt: Al» Bor- bedingung der Annahme ist jedoch eine Brotpreiserhöhung um mindesten» 10 Pf, erforderlich, da eine Mehlpreisminderung nach Angabe der DeHöchen ganz undurchfühchar ist. Sollte der Leben»- mittelverband Groß»Berlin wider Erwarten dem nicht zustimmen, st, ist d« Tarif abzulehnen. In diesem Falle wich der Vorstand de» Aweckverbonde» beauftragt, in neue Verhandlungen mit dem Lebensmittelverbond und da Gesellenschaft einzutreten bzw. das Schiebsamt anzurufen._ Krise in der Verliner Metallindustrie? Die Verhandlungen de» Verbandes der Berliner Metallinstustriellen mit den Arbeitsgemeinschaften der Angestelltenverbände hatten zu einem Schiedsspruch deS EinigungSamieS geführt. D'e Arbeitgeber «klären nun. diesen Spruch nur dann annehmen zu können, wenn die WeihnachiSgralifikation nur einmal zur Anrechnung komme, Durch diese Auslegung des Spruche« werden die Zulagen, die sonst für die Siigeiiellren herausgekommen wären, wesentlich berabgesevl. Unter dresen Umständen werden die Angestelllen erneut zu dem Er- gedni» der Ernigungsvei Handlungen Stellung nehmen müssen. Eine Beriammlung der Obmänner der Angestelllen-Ausschüsse der Metall- betriebe wird sich am Freitag, den 2l,, nachmittag« ftgS Uhr, im Rosenthaler Hof, Roientbaler Str. Il/lS. mit dem EiniaungSipruch befassen Dort wird auch üb« den Stand der Verbandlungen betr. Werkmeister und Werlstatischrerber berichtet werden. Die Angestellten deS statistischen LandeSamt? 1 hielten am gestrigen Nachnrirtag eine von rund 400 Angesmllren und Beamten desuchte Versammlung ab. Unter der Leitung des Arbeitervate» Le h m a n» kam«s zu ein« sehr lebhaften AuS- fatoche: ES wurde in schärfst« Form darüber Klage geführt, daß dre Leitung des Amtes und ein Teil des Boamtenkörpers noch imm« noch den alten Grundsätzen deS verflossenen Königreichs sein Un- wesen triebe. Den Anordnungen der Regierung werde nicht nach- gekommen und die Abmachungen, die das Ministerium des Innern mit den Angestellton getroffen habe zu deren Nachteil verdreht. Zwei Herren(Akademiker) habe man unter dem Vorwande der Unbrauchbarkeit wegen ihr« Zugehörigkeit zur Organisation ge- maßregelt, obgleich sich beide über vier Jahre im Amte bewährt haben. Es wurde«instimmig beschlossen, dies« Herren unter allen Umständen zu halten. Gegen eine Reihe von Beamten wurden schw«e Anschuldigungen erhoben. Dem Personalchef Oberregie- rungsrat Kuhnert wurde vorgeworfen, den Tatbestand schw« strafbarer Fälschungen zugunsten einiger von ihm begünstigter Beamten verdunkelt zu haben. Einem dieser Leute habe« oben. drein und« besseres Wissen ein glänzende» Zeugnis ausgestellt und einem anderen Fälsch« sogar den RechnungSvotStitel v«» schafft. Gegen einen Herrn Polenz, der Borsteher deS Zentral. bureauS werden sollte, wurde mit größter Schärfe polemisiert. Dieser habe sich sogar dazu hergegeben, einen Herrn L., den man entfernen wollte, imrch drei Kriminalbeamte al» Geisteskranken nach Dalldorf schaffen zu lassen. Dies« Herr ist nach fünf Tagen, als sich seine voll« Zurechnungsfähigkeit erwies, wieder aus der Irrenanstalt entlassen worden und versieht seinen Dienst weit«. Gegen di« Beförderung de» Herrn Polen,«hob di« Versammlung einstimmig Protest. Feen« fordert« die Versammlung die sofortige Entlassung eines Beamten R i« g e r. dem die Fälschung eines dienstlichen Erlasses zuungunsten eines Angestellten zur Last ge- legt wird. Ebenso einstimmig wurde die sofortige Entfernung des Personalchef« OberregierungSratS Kuhnert gefordert, dem sie wegen der obenangeführten Fäll« die moralische Oualifikation für seinen Posten abspricht. Gegen den«Präsidenten Dr. Sa enger wurde erdrückendes� Anklagematerial vorgebracht. Ii, ein« sehr großen Zahl von Fällen soll« sich als unwahrhastig erwiesen haben, An- Ordnungen d« Regierung nicht befolgt cd« unterdrückt haben und sich als dispositionsunfähig«wiesen haben. Seine sofortige" Amts- entlassung wurde ebenfalls einstimmig gefordert. Ein« all« De- Abwerben und Forderungen der Versammelten präzisierende Denk- tchrist wurde einstimmig genehmigt. Die Angestellten»«langen hierauf bis zum LS. März eine zusagende Antwort. Gewerkschaftliche Organisation der Blumengeschäfts- angestellten. vom verdandsvorstande der Gärtner und Gärtnereiarbeiter wird nnS geschrieben: Die Angestellten d« Blumengeschäft«(Binder, Binderinnen und anderes Personal) bekunden in der neueren Zeit ein starkes Verlangen nach gewerkschaftlich« Organisation. Der Kreis der in diesen Betrieben Tätigen ist ad« nicht groß genug, daß eS geraten wäre, dafür ein« besondere Organisation ins Leben zu rufen. Andererfeit» haben dies« Angestellten sehr enge Be- Ziehungen zum Gärtnereiberuf und e» sind in Blumengeschäften viele gelernte Gärtner tätig. Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter(Berlin S. 42, Luffenufer 1) hat sich' darum der BlumoggcfchäftSangestellten schon seit ein« längeren Reihe von Jahren angenommen und für dieselben eine besonder« Ah- teilung eingerichtet, die gegenwärtig zwischen 700— 800 Mitglieder aufweist, eine Zahl, die angesichts der einschlägigen Verhältnisse schon al» sehr ansehnlich zu bezeichnen ist. die natürlich noch um vieles wachsen kann, wenn die OrganifationSfähigen noch mehr als bisher ihrer Pflicht genügen. ES muß hierauf nachdrücklich aufmerksam gemacht werden, und die freigewerkschaftlichen Arbeit« sollten mit achtgeben helfen, daß die Blumengeschäftsangestellten, zumeist junge Mädchen und Kinder von Arbeitereltern, dem Ver- bände der Gärtner und Gärtnereiarbeit« zugeführt werden, der heute über>1000 Mitglied« zählt. Der Verband ist in einer größeren Anzahl von Städten in Unterhandlungen äuf Abschluß von Tarifverträgen mit den zuständigen Vereinen d« Blumen- geschäftSinhaber. Mft dem Haupwnbande Deutscher Blumen- geschästSinhab« ist ein Zentraltarkfvertrag i«'Vorbereitung. Eine grostc Nnsufrt'edsnlieit macht sich ,zurzen unttt de» E:» k a s s:« rer n. Ernnehmern und Kassenboten üb« die von einigen Lersicöcrungsgefell- schaften, Subdirektionen und Gmreralagewturen beliebte Auslegung de» am 17. Februar 1919 von dem Einigungsamt gefällten Schiedsspruches bemerkbar. Während in den meisten Betrieben das sogenannte Prov,- soriurn den in Frage kommenden Kassenboten bzw. Einnehmern gezahlt worden ist, weigert sich die.Wilhelma", Taubenftraßtz, und „Freia", Bellevuestraße, sowie die verschiedensten Gen«alagentursn. das Provisorium unter der Motivierung anzuerkennen, daß dos- sefbe für die Einnehmer und Kassenboten nicht in Frage komme, eine diesbezügliche Forderung auch nicht gestellt sei. Der-Absatz 2 des- Schiedsspruchs sagt indessen: Bis zum end- gültigen Abschluß des Tarifvertrages sind den Angestellten vom 1. Januar 1919 ab folgende Monatszufchläge zu zahlen: ufw. Die Einnehmer und Kassenboten gehören doch ohne Zweifel auch zu den Angestellten und müssen infolgedessen auch den auf sie enffallenden Zuschlag von 75 TL erhalten! Die Forderung des Provisoriums ist auch dem Svndikus des Verbandes der Berfich«unFSgesellschaften, Herrn Dr. Rohr deck, vor Beginn der Verhandlungen durch Boten zugestellt worden. Auch wurde in d« Lustgorten-Verfammtung anläßlich der Be- richterstattung üb«'die gepflogenen Verhandlungen vor dem Ein:- gungsamt vom B«ichterstafter Schmidt ausdrücklich«klärt, daß auch die Einnehm« und Kassenboten Anspruch auf das Pro- visorium haben. Weshalb nun die Schwierigkeiten einzelner G.- sellschasten und Generalagenwren? Die.Wilhelma' und.Freia" wollen gnädigst 50 M. zahlen. Den Einnehmerinnen will man überhaupt nichts zahlen. Gerabc die A«msten der Armen sollen ausgeschaltet werden. In einer überfüllten Versammlung d« Einnehmer, Ein kassier« und Aasseftboten wurde zu'xt Frage Stellung �genommen und die zuständig« Organisation, der Transport arbeiterverband, beauftragt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dafür zu sorgen, daß den Angestellten ihr Recht wird. Auch wurde in der Versammlung bemängelt, daß in bezug auf den am 31. März 1919 zum Abschluß zu gelangenden Tarift'ertrag der Verband d« Versicherungsgesellschaften noch keinerlei Bmatungen mit d« Organisation gepflogen hat, was auf eine«neuie Verschleppungstaktik schließen läßt. Die Einnehm«. Einkassi«« und Kasseiiboten sind indessen nicht gewillt, sich erneut an der Nase berumführen zu lasse::. Wollen die Gesellschaften Ruhe und Frieden in ihren Betrieben aufrechterhalten, so müssen sie ihrerseits auch dafür Sorge tragen, daß die Verhandlungen sofort aufgenommen werden. Die Anstellung von Bauarbeiterkontrollewren in den Bundesstaaten nach dem Borbild in Preußen bat eine nicht zu unterscbätzende Förderung erfahren. Da» ReicksardeitSamr bat durch Schreiben vom 23. Dezember 1918 sämtlichen Bundekregie- rungen doS Rundschreiben deS SiaaiskommisiarS für Wobnungs- we>en an die Regierungspräsidenlen vom 13. Dezember 1918 be- lressend die Anstellung von Baiiarbeiterlonirolleuren miigeteilt und ihnen nahegelegt, diese Sache in gleicher Weile z» regeln. Bekannt- lich sollen danach staallichersefts unier der Mitwirkung der Gewerkschaften solche amilicke Kontrolleure obliaaiorisch angestellt werden. Bon einer Zabl von Bundesregierünaeii ist bereits die Miiieiliing eingegangen, daß sie derartige Anstellungen in die Wege geleite: oder rn Aussicht genommen haben. Die vetriebSgrnpve der Kriegsmetall-Aktiengekellkchnkt des Zentralverdandc« der Haiidlungsgehrlseu veranstallel heute abend im Rheüigold einen.gejelligen Abend". ?Lgenüveranftaltungen. Wilmersdorf. Heute 7'/, Nhr bei Sitäfn, Hrandeirburgische, Ecke Mannheimer Straße: Vortrag tür Jugendliche, dem sich die ftilündung der, A rbeiter-Juaend WilmerSdorsS" anichlicßen soll Berantroortllch kür Vulitil Ort« ftlitlet, Eharlottrabarg, Uli den übritirn Teil des Kiäte» Allred Echoit, Neut.'lln, kür Anzeigen Zdeodiir«leite. Per Im L erlag Borwürls-jiertag« m d Ö Berlin, Druck Lorwdr ls-tingidruckerei und verla�aiiüaU Vau! Einaer u To in Berlin Lindenslratze 3. Hierin 2 Beilegen, Schlafzimmer weiß lackiert ✓ 1 Schrank, stllrig, 120 cm breit/ 1 Waschloiletie, lackierte Holzplatte, 97 X53 e n/ 2 Rachtspio- d»'. lackierte Holzplatte/ 2 Bettstellen, lwOX«3 an ✓ 2., Polster ,,»lv. JK. XTkOU."" 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