Nr.146 AK.Jichrs. BezsgSvreiSz Lierteljihr! 7�0 iftU atonal!. 2 BO Ht frei ins HmiZ. Dorousjaitliar. Einzelne Summern 10■fcfcmtm. t'otibezu«: MonaU ch iM iWL. trß. ZusleOungs- gedühr. Unter Kreutband für Tetusch- atüi u. Oelierreich-Unoarn'.75 M!. •flr das ödr.ge Ausland 9,75 Mi. de, tligiich eiüntalia« ssusielluttg 7,75 M!. PailbeiieUungen nedmen an Däne- mari, Holland, Luxenidura, Schweden und die Schwei,. Eingetragen w die Post--ieitunaS-'tre'.slisle. Der.Vorwärts' ericheint wochentüglich jmcunal conniag. ettunai Xrlegramtn-Bdrefle .Sozialdemokrat'üerlttr*, AbendAnsgabe. ZZerlinev VolKsblakk. �10pk«nnig) AnzeigeupretS: SM achlgeivalteae siondareMezell« lofiei t20 Ml,.Kleine An, einen-. da» iettaedruckte Wort 50 Psg.(zuläfflfl t iAtqedrullle Sorte), ,edes wertere JBott 25 Pfz. Stellengesuche und Schlasslellenanzeigen da» erste Wort »0 Lig., tedeS wettere Wort 90 Lsg, Worte üder 15 Buchnaden zählen für »wer Worte. Teuerung« zuichlag 50°/» Aaurtlien-Anzetgen. volitiiche und gewersschastltche Berein«- itnzetgeu tSO MI. die Zeile. Anzeigen tür die nächile Summer müssen dt«& Uhr nachmittag« im Hauptgeichäft, Berlin CS.6& ttindenstratze 3, adzegeden ' werden,»edsfnet oon» Uhr früh di» 5 Uhr adendt, Zcntmlorgnn der roztaldemokratlfcben Parte» Deutschlands. Reöaktion und(Expedition: ctD. 68, Lindenstr.?. Kerusprecher: Amt Mortvplat»- Nr. t5KV7. Donnerstag, den 20. März 1919 Vonvarts-Verlag G.m.b. h., EW. 68, Lindenstr.3. yrrusprecher: Amt Morttzplatz. Nr. 1t7SS— S4. Potener �lote der Alliierten. BerNn, 20, März. Tie Not«, durch welcke Botschafter R o u- � Verlust der Schiffe fällt, don der Notwendilsfert der Ausfahrt S. Vu»r fyinri'Tfconhi» Xpv �Vn f � rAff r» misfrnTt in 1Rnff»n.«• Tin«•«««•»*« 1««« k f,»E» l e n S, der Vorsitzende der Interalliierten Kommission in Posen, dem Vorsitzenden der deutschen Unterkommission, Arciherrn von Rechenberg, den Abbruch der Verhandlungen mitteilte, lautet in der Ucbeifetzung folgendermaßen: ,�terr Präsident! Ich Hobe gestern abend den Brief erhalte«, in welch?« Slc mich davon in Kenntnis setzten, daß Ihre Regie- rnng. bevor Sic eine definitive Entscheidung trifft, bezüglich des Modus der Ernennung für die paritätische Oberkommission in Posen, die im Titel IV, Artikel I, 8 2 vorgesehen ist, es wünscht, die polnische Behörde mit einer Anfrage z» befassen, die von dem Herrn Minister Erzberger ausgeht. Tie Internationale Interalliierte Kommission, welche alS Siistcrste Frist für den Bb'chlusi der Verhandlungen den 18. März, Mitternacht festgesetzt hat, kann sich nicht bei dies-m neuen Vor- schlag aufhalten. Es wäre übrigens in jeder Sachlage unzulässig gewesen, weil die Bespr'chnngen einzig und allein zwischen Ihrer Delegation und der nnsrizcn geführt worden sind, allein im Sinne unserer bezüglichen Regierung'«. Tie be ntsche Regierung h a t die Llsung scho« »« lange hinausgeschoben. Sie ist zu verschieden-« Molen zurückgekommen aus die Abmachungen, welche obne Schwie- rigkriten von ihrer Delegation angenommen worden waren. Sie hat zuerst ihre Delegierten unter dem Borwand zurückbernfe«», mit ihnen zu beraten und bat sie dann, ohne genügende Weisungen zurückgeschickt. Tie deutsche Oberste HecrcSleitnng hat ihrerseits dir Dinge kompliziert dadurch, dast fie ihrem zuständigen Vertreter, den G«. nernt von Tommes untersagt hat, das Abkommru zn unterzeichnen, welches unter seiner Mriwirkung rrdigicrt worden war. Tie militärischen Behörden scheinen es demnach abzulehnen, mit der Zivilgewalt einig zu gehen Schließlich hat auch Herr Minister Erzberger daraus bestanden, in eine WaffenstillstandSkommission einen Vertrrtre des rder der Schweizer Eidgenossenschaft einzuführen, und auf die Ela rantie, welche wir ihm dadurch gegeben haben, dast'wir die Wahl de! Borsitzend'n durch die Internationale permanente Wasfenstlll- stondskommillion in Sva vornehmen lassen wollen, antwortet er ungtzachtct Ihrer Zustimmung mit einem augenscheinlich unannehmbaren Angebot. Tie Interalliiert' Kommisson kann sich nicht länger z» einer Taktik hergeben, welche die Absicht durchblicken lästt den Vre- p k l i ch t u n g e n a» Sz» w r i ch r n, welche sich für die deutsche Regierung au? dem Artikel I des Walfenstillstand�abkommens vom »K. Februar» Illlll ergeben. Sie betrachtet daher ihre Mission nl? beendigt und wird Posen heute abend verlasse». überzeugt. Das Hamburger„Echo" weist darauf hin, daß die im Trausportarbeiterverband orgaoi- s i e r t e o Seeleute sich bereit crNärt hätten, eine g e- nügeude Anzahl von Seeleuten für die Be- satzuog der Schiffezu stellen. Die deutsche Selbftblockaüe. Tie oolnische Regierung ist benachrichtigt und wird im Benehmen mit Eurer Erzrllenz alle Maßnahmen treffen, welche die Abreise der deutschen Delegation von heute ah ermöglichen. Um den alliierten Regierungen zu gestatten, den versöhnlichen Geist zu würdigen, welcher unsere Kimmission ständig beseelt hat, richten wir an sie den Borschlag de? Vertragsentwurfes, dessrn Abschrift beigefügt ist indem wir bitten, ihn dann Marschall Foch zn über» tnittrln als Teil der AuSführungsbestimmungeu des allgemeinen Waffenstillstandes." Dazu wird amtlich bemerkt: Tiefe Note des Botschafters RoulcnS geht um den eigentlichen Kernpunkt herum. Durfte die deutsche Regierung dadurch, daß sie von vornherein den Gegnern die Mehrheit in der Oberkommission zugestand, die endgültige Entscheidung über daS persönlich« Schick. sal der.Deutschen und Polen restlos in die Hände der Alliierten legen? Das durfte die deutsche Regierung nicht! TeskXlb blieb sie bei ihrem Vorschlag und wie» ihre vntcr- Händler, die in alltin sonstigen Fragen freie Hand halten, streng an, in diesem einzigen Punkt auf jede Gefahr hin fest zu bleiben. Mit Unruhe vernimmt das arbeitende Volk Deutsch- lands die Nachrichten aus Hamburg, wonach die Lebens- mittelversorgnng der nächsten Monate durch das Verhalten eines Teils der Seeleute bedroht wird. Wenn es dem Trausportarbeiterverband gelingt, der vorbandcnen Schwie- rigkeiten Herr zu werden, so kann er des Danks des ganzen deutsck)en Volkes gcivitz sein.. Das Vorgehen der Hamburger� Spartakisten ist nur ein Teil ihres Plans, Teutschland derart zn zerrütten, daß es nicht mehr imstande ist. sich gejjen ihre Machtansprüche zu wehren und nicht mit Unrecht wird man hinter solchen Vor- gängen die russische Hand vermuten, der der deutsche Spartakismus nur als Werkzeug dient. In einem Flugblatt des Spartakusbundes ist gesagt worden, Deutschland hoffe umsonst auf Lebensmittelzusuhp � auS den Ententoländern. die Entente werde Dcutscliland nur ' einen Fußtritt versetzen und dann werde Deutschland auf Nußland angewiesen sein. Nußland ist aber nicht imstande. Deutschland auch nur mit dem Nötigsten zu versorgen, weil es selber hungert. Der Abschluß deS LebensmittelabkommenS von Vrustel mußte daher den Spartakisten sehr unangenehm sein, und in�dem Hamburger Beschluß sehen wir einen letzten Versuch, i!s,a n!u. i sinne Durchführung zu verhindern. Die deutschen Arbeiter sollen hungern und müssen hungern, das ist das � und O der spartakistischen Politik. In diesem Sinne ist die Hamburger Entschließung ein Gegenstück zu dem berüchtigten Berliner Generalstreiks- beschlnß, Berlin Wasser. Gas und Elektrizität zu sperren. Sie ist eine Tcilerschcinung der Politik, die darauf ausgebt, das deutsche Wirtschaftsleben durch immerwährende Streiks zu erscksüttcrn und Teutsckland damit die Gegenwerte, die es für die Einfuhr von Lebensmitteln leisten kann, aus der �and zu schlagen. Die« alles ist das gerade Gegenteil von Arbeitersolid orität. Die Arbeitersolidarität wird nicht von den Spartakisten des SeemannsbnndeS. sondern von den Mebrheitssozialisten deS TransportarbcitervcrbandcS betätigt. Mögen unsere See- leute dofür sorgen, daß wir etwa? zu essen bekommen, mögen aber auch die Arbeiter aller Berufe erkennen, daß die Selbst» vernickttlingspolitik des Svartakismiis und seiner unabhän- gigen Freunde ihr gefährlicher Feind ist! Fiele und Wege in der Kultur- Politik. von Dr. R. Lohma««. ES ist an der Zeit, daß wir wieder mehr von den Zielen reden, als von den Wegen, mehr von Programmatt- schen Forderungen, alS-von dem zurzeit Erreichbaren, kurz- um: mehr von P a r t e i p o l i t t k als von R e- gierungspolitik. Wir müssen uns dessen bewußt bleiben, daß die Partei als solche auch weiterhin das vor- wärtsdrängende Element, die treibende Kraft bilden muß, daß sie als die Siegelbewahrerin des Ideals, der letzten Partciziele um so nachdrücklicher auftreten muß, je mehr die Politik des Atzgenblicks sich in der Kunst des Möglichen er- schöpft, je mehr diese zur Annähme deß vorläufig Erreich- baren oder, wenn man es kraß formulieren will, zu Halb- Helten gezwungen ist. Die sozialdemokratische Partei wird K a m p f p a r t e i bleiben oder sie wird nicht bleiben. Ties gilt ganz besonders von dem weiten Ziele der K u l t u r p o l> t i k, das in der öffentlichen Erörterung der letzten Siurmwochen elivaS gar zu kurz gekommen ist, während es für Millionen Volks- und Parteigenossen nach wie vor ini Brennpunkte des Interesses steht. Als Minister Harnisch aus sonnenklaren, politischen oder, wenn man will, opportunistischen Gründen sich zu einer Zurückschraubung der radikalen Draufgängerpolitik seines unabbängigen Amtsgenossen gezivungcn sah, da ging ein Rus der Enttäuichüng durch die weitesten Kreise auch unseier Parteigenossen. Diese Enttäuschung wuchs, als man je länger je klarer erkannte, daß das Ministerium für Volks- bildung die großen Kulturfragen nicht auf Grund revolutio- vären Rechtes, nicht diktatorisch selbst lösen, sondern die Eni- scheidung daiübcr dem im Landtag verkörperten Volks- willen anheimslellen wollte. Es zeigte sich eben auch hier im Volke'eine menschlich durchaus begreifliche llugcdiild und Nervosität: der ruhige Gang einer klugen Politik der nächsten Möglichketten vermochte— ganz ähnlich wie etwa in der Frage der Sozialisierung— die auf ein revolutionäres Tempo eingestellt? Netveuipaunung nicht zu löien. llnbigtrislich aber war es, daß man aus Gnmd dieser Rcgicrmigspoltttk die Partei als solche angriff und zu dislreditieren suckte. Niemals verleugnet doch eine Partei dadtnch ihre Ziele und Ausgaben, daß einer ihrer Führer bei der Wohl der Wege den langsameren für den sichcrreen hält und die Politik des Tages danach orientiert. Um diesen grundlegenden Unterschied zwischen Partei- und Regierungspolitik llai zu dokumentieren, wäre allerdings hier wtebeiähnlichcnVor- gängen im Reiche eine sofortige parteiamtliche Kundgebung am Platze gewesen. Wir hätten dadurch so manchen Feuerkopf und Stürmer nachdrücklich daraus hingewiesen, daß es die Pflicht aller zu gleichen Zielen Strebenden ist. sich über die So?ialil:erttN �usfuhrverweiaerung nicht anerkannt- Starke Widerstände der Seeleute gegen den Beschlust. Hamburg, 20. März, s Eigener Drahtbrricht des „Vorwärts".) Zn dem Beschluß der SecmannSvcrsammlung te'rd dem Hamburger„Echo" mitgeteilt, daß die vom See- mannsbnnd einberufene Versammlung nicht auSschließ- lich von Seeleuten, sondern auch von Arbeits- losen ander er Berufe besucht war. Ebenso war das Ergebnis der Abstimmung z w e i s e l h a f t. Unter den an Bord der Schiffe befindlichen Seelruten besteht jedenfalls eine starke Strömung gegco einen solchen Beschluß, der das ganze Ernährungsabkommcn mit der Entente in Frage stellen würde. Denn die feindlichen Mächte sind entschlossen, sich die Schisse eventuell mit Gewalt zu holen, wobei dann aber natürlich auf Lebensmittelsendnngen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen wäre. Auch die nautischen und technischeu Ofsizicrsvcrbäude sind, so schwer ihae» der herbeiführen soll. Dieser Beschluß trifft sich in seinen Absichle» darf die Partei als solche und ihre zielklare Politik von dem mit dem Gesetzentwurf über die K o m m n n a l i si e r n n g geradlinigen Weg auch nur um Zollbreite abdrängen. Wir von W i r t s ch a s t s b e t r i e b e n, den die S o z i o l i-»tüffen das R e ch t auf B t l d rvr g als ein. Recht d e S sierungSkom Mission ausgearbeitet hat. Tie von ihr Volkes oufs neue programmatisch stabilieren, wir müssen dort ausgeführten Wirtschaftszweige, insbesondere die Erzeugung � Ernst machen mit dem Aufbau der Einheitsschule wie mit der von Nahrungsmitt.'ta lBreiverwraungt, die Herstellung von Trennung von Kucke und Staat, Kirche und Schule. Darüber Klrinwohnungen, die gewerbsmäßige Stellruveriilittlung und hinaus gilt es dann einzutreten für die Sozialisierung der dir Kommunalisierung der Apotheken müsicn nach dem Sinne öffentlichen Kunsipflege— auch die Kunst darf nicht länger der Regierung den Kommunen und Komiiiunalvrrbändrn die eine Domäne der desivenden Klaffen bleiben— und für eine Möalichkrit geben, auch ihrer'rits den Sosialisierungsgrdanken � wirklich freie ,_ allen zugängliche Vermittlung< der für die Gemeinde nutzbar zu machen, um so von der Politischen zur wirtschaftlichru Sclbsiverwattung großen Stils, zn kommen. vor öer französischen Demobilisierung. Neuwahlen im Juli. Ber«, 20. Mörz. Laut„ProgreS de Lyon" beschloß di« N«- gierung. dir französischen Neuwahlen für die Parlamente usw. im Laufe deS Juli stattfinden zu lassen Die? gestattet deu Rück- schluß, daß man mit' einer völligen Demobilmachung aller Klassen der Neservr des aktiven Heeres bis zum 30. Juni rechnet. Der Lyoner„Rouvcssifte" erfährt hierzu, daß bi» zu« S. April S.7 Millionen frauziisische Soldaten iuS Zivil- lebe« zurückgclchrt sein werden. Wiffenfchaft. Wir wissen, daß die Erzichckug zum Sozialismus, die Heranbildung des kommenden Geschlecktes ini sozialistischen Geiste die Zukunstsfrage des sozialistischen Volkrstaatcs überhaupt ist. Die Hoffnung einer ganzen Generation hängt an der schleunigen Inangriffnahme des Baues der Einheitsschule. Hier muß und wird sich die Sozialdemokratische Partei als der Motor kulturpolitischen Wollens bewähren, wenn anders sie die Führung im neuen Volksstaats in der Hand behalten will. Wir wisien sehr wohl, daß Aufgaben wie die Schassung der Eiiiheiisschule und die Trennung von Kirche und Staat nicht von heute auf morgen durch einfaches Dekret zu lösen sind— ebenso wenig wie die Sozialisierung der Betriebe. Wir wissen aber auch, daß man hier wie dort von recht» her mit vollem Bewußtsein zu bremsen versucht, und zwar auf �wei sehr dersckiedene, im Endziel aber übereinsiimmende ' Methoden. Einmal will man uns mit den berühmten,„zur- zeit unüberwindlichen, technischen Schlvierigkciten" vor so- fortigen Reformen bange machen, und sodann sucht man radikale Reformen überhaupt zu verhindern mit dem Hin- weise darauf, das; die bestehenden Einrichtungen bereits „weitgehenden deniokratilchen Anfoidepungen" entsprachen. Mit dem ersten Einwand? hat man z. B. jüngst unter Mit- Hilfe der„Demokratischen" Partei den Abbau der Vorschulen in Eharlottenburg aufgeschoben, nach dem zweiten Rezept bestreitet man den Standesschul-Charakter überhaupt, oder versucht sogar, wie in einem soeben erschienenen Aussatz eines Tehcimrats aüs dem Kullusministerium, die höheren Schulen einschließlich. ihrer„kollegialen"(!) Verfassung als hervorragend„demokratische" und„soziale" Gebilde hinzu- stellen! Der.Zweck dieser reaktionären Mittel liegt auf der Hand: Regierung wie Partei sollen in diesen Tagen revolutionären Sturms uyd Drangs zu Berasungen, langwierigen Erwa- gungen und Vorarbeiten gezwüngen werden und— Zeit gewonnen, alles gewonnen! Es ist aber das Gebot der stunde. sich trotz aller nötigen vorheriget! Erwägungen nicht vom ent- ''chiedenen H a n d c l n abhalien zu lassen. Die Fehler einer Verzögerungstaktik dürfen sich hier nicht wiederholen. Nicht einmal die� Regierung gewinnt dabei von rechts an Unter- itützung, was sie nach links verliert— die Partei hat nur zu verlieren. .Je mehr sich also bei der augenblicklichen Partei- konstellation innerhalb der Regierung Kompromisse als not- wendig und zweckmäßig herausstellen, um so entschiedener muß die Partei.ihren Willen zur Erreichung des Endzieles, zu sofortigen Reformen dokumentieren — und sei's auch nur eiu allererster Anfang wie der Abbau der Vorschulen, die grundsätzliche, schulgeldfreie Aufnahme begabter Gemeindeschüler in die höheren schulen, die-Trenrnrng von-Ltirche und Schule oder ein Rahmen- gesetz,.das unsere Forderungen verfassungs- und gesetzesmäßig oerankert und den Weg frei macht für eine vorwärtsdrängende Schul- und Kirchenpolitik des Ncberganges. Unsere Fraktionen in der Nationalversammlung, namentlich aber in den Land- tagen und Großstädten, müssen sich klar darüber sein, daß keine Ewigkeit zurückbringt, was hier von der Minute aus- geschlagen wird; durch weitgehende Initiativanträge können sie ihren Willen zu kulturpolitischer Tat kundtun, in den Groß- städten, wo sie die Mehrheit haben, können sie ihren Willen ohne weiteres in die Tat umsetzen. Und kein Gezeter der Reaktion um die gefährdeten Standesmtercssen kann und darf sie bei der Verwirklichung des Ideals der Einheitsschule irremachen. der alte Vorwurf der Religionsseiudschaft kann uns nicht hindern/ die Schule von den Fesseln der Kirche, die Kirche vyn den Fesseln des Staates zu befreien. Das Volk wartet auf uns— aber es wartet mit fiebcr- hast gespannten Nerven, voller Ungeduld auf den Beginn des 5campfes unr seine höchsten Güter, die uns das Wort „Kultur" umschließt. �Darum gilt es in diesen Tagen, wo die neue Parlanientsardeit in Staat und Stadt beginnt, sofort ans Werk zu gehen, die kostbaren Wochen bis Ostern noch zu den ersten, wichtigsten Reformen zu nützen. P o l i t i k heißt nicht Reden, sondern Ha n d e l n! ""H'''***•• V'*2„ l.j.•:<•£.. X Seigischer ftnnexionismus. . Wir verfolgen seit längerer Zeit die belgischen Annexions- bestrobungen mit llnbehagen. So viel wir sehen können, haben sich die belgischen Sozialisten bis jetzt mit diesen Bestre- Hungen nicht'identlsiziert. Die neuliche Bersammlung der bel- g: scheu sozialistischen Partei in Brüssel Tegke klares Zeugnis da- für ab, daß die Masse des belgischen Volkes diesen Annexions- Bestrebungen fern steht und nichts mit dem Treiben einiger bei- gischer Propagandisten zu tun. hcifen will, die einen b e t r ä ch t- k ich e n Te i l von Holland und den jv e st l i ch e n T e i l der Rheinprobinz verschlucken möchten. In„Le Peuple" vom 17. Marz versucht nun Jules Thaüäus Mttner: �Uaterwess�. K a m m e r s p i e l e. Rittners Komödien h-rben in ihrer ausgesprochen erotischen Färbung und in der skeptischen Ironie manches gemein mit dem Gepräge, welches das dramatische Schaffen seines berühmten öfterreichi-schen Landsmannes Artur Schnitzler aufweist. Sie .stellen eine Spielart feinen wienerischen Geistes dar. Besonders charakteristischs ist für kvn ein Hang zum Spielerisch-Phantastischen. Sein vorletztes stück„Wölfe in der Nackt'' gab eine Probe virtuosen Könnens in dieser Hinsicht. Die Verstiegenheiten eines gewissen Aesthetentums und verzückter LicbeSschwärmerei sind hier mit einer verblüffend freien parodiitischen �Laune, die das Oberste zu unterst kehrt und doch bei aller Uebertreihung beziehungsrelch und amüsant bleibt, persifliert. Ein junger Mensch, der in den Ver- dacht- des Mordes gekommen, vergafft sich, während der Gerichts- Verhandlung.in das hübsche Lärvchen der im Zuschauerraum sitzen- den Frau Staatsanwalt, ak-5 gäbs im Augenblick nichts Wichtigeres für ihn auf der ganzen Welt. Seine Freisprechung dünkt dem Verehrer im. Vergleiche dazu nur als Bagatelle; und auf solchem schwindelnd hohem Drahtseil der Erfindung balanciert der Autor, ohne zu ermüden, jeden Einfall in lustigem Uebermut noch übertrumpfend, drei Akte lang. Das neue Stück kann sich mit diesem Vorgänger kerder in keiner Weese messen. Rittner greift hier zum Don-Juan-Motiv und gibt demselben dadurch einen phantastischen Hintergrund, daß er im Schicksal eines modernen Weiberhelden Züge der alten Fabel in allerhand Variationen mit anklingen läßt. Der Nichts- wer von Baron, der, auf dem Schlosse seiner Vater residierend. ständig nach Opfern seiner unersättlichen Genußsucht jagt, fühlt sich als Tvp, der in dem Wechsel der Generationen ständig wieder- kehren muß. Er kann wohl sterben, doch nicht das Wesen, das er darstellt, �sn einer Art von Seelenwanderung erscheint dasselbe. zu gleichen Taten vovbeitimmt, stets von neuem auf der Erde. Das meint der Titel: Unterwegs. Di« Stelle des Leporello ver- tritt bei ihm ein Sekretär, der die gewissenlosen Streiche seines Herrn mit lakaienhafter Hingabe bewundert. Er ist mehr als sein Diener, ist sein Freund, der einzige, dem er von seinen Abenteuern erzählt und nach dessen Beifall seine Eitelkeit verlangt. Diesem Spießgesellen, der eine schöne, tugendhafte, das Treiben des Barons. verachtende Frau besitzt, ist es nie eingefallen, daß ihm zum Dank für alle Anhänglichkeit von seinem Herrn das gleiche Las beschicken sein könne wie all den andern Ehemännern, über deren Unglück er so schadenfroh gelacht hat. Man folgt den Auseinandersetzungen zwischen dem verstockten Sünder und dessen Bruder, dem fleißigen Professor, dem Auf und Ab schäumender DaseinSfreude und tiefster Depression in der Don- Juan-Seele zuerst mit Spannung im Gedanken, daß das alles nur den Auftakt zu einem bedeutsam originellen Ausgang bilden werde. Aber der Schluß bringt eS über eine nur ganz äußere Scheatenvirkung nicht hinaus. Des BaronS letzte Eroberung ist Destree in einem längeren Artikel, der die Ileberschrist trägt: „Ein Willkommen den Leuten von Malmedy" die Annexion dieses Kreises durch Belgien zu begründen. Er stützt sich datei auf die bekannten Argumente historischer Art, die ja für einen Sozialisten, selbst wenn sie richtig mären— aber das sind sie nicht, denn Mal- medy hat ungefähr 1000 Jahre zum deutschen Reich gehört— keine Bedeutung haben. Dann stützt er sich auf die wallonische Nationalität der Einwohner von Malmedp und führt einige wallo- nische Familiennamen und wallonische Gesangvereine an, um daraus den Wunsch der Einwohner zu folgern, mit Belgien verein! zu werden. Schließlich kann D est red nicht umhin, seiner großen Ent- täuschung darüber Ausdruck zu geben, daß der bekannte Hetzapostel aus Malmedy, Herr Bragard, in der Brüsseler Sozialistenver- sammlung in der Brasserie Flamande mit seinen Annexions- ideen inb.ezug auf Malmedy ausgepfiffen worden ist. Destree will die Welt glauben machen, daß die Pariser Konferenz bereits eine Entscheidung über Malmedy getroffen -hat und begrüßt bereits„die neuen Staatsbürger Belgiens". Ihm sind aber offenbar die Vorgänge bei der Flaggen- hissung auf der Steinbachs ch en Fabrik nickt bekannt, sonst würde er seine Zeilen nickt geschrieben haben. Wir wissen, daß die Malmet her Arbeiterschaft versucht hat, die Fabrik zu stürmen, weil-die belgische Flagge gehißt wurde. Die Industrie in Malmedy und die Arbeiterschaft ist ganz auf den Zusammenhang mit Deutschland und dem deutscken Wirtschasts- leben angewiesen, ebenso die Landwirtschaft. Wenn wir über- zeugt wären, daß die Wallonen von Malmedy den Anschluß an Belgien wünschen, so wären wir die ersten, die Akren darüber zu schließen. Aus direkten Nackricktcn wissen wir aber, daß das Gegenteil der Fall ist. Ist Destree der offene Brief in dem XXe Siecle.vom 17. März an den englischen Kommarldonten von Malmedy bekannt, worin Klage darüber geführt wird, daß die belgischen Emissäre, die aus Stavelot nach Malmedy herüber. kommen, von den Malmedyer Arbeitern mit Schi m'p f w o r te n in Empfang genommen werden? Was nützt es. wenn Destree lange Namen von wallonischen Familien angeführt? Wir bestreiten nickt, daß diese Familien existieren, in- allen Grenzbezirken gibt es Gegenden' mit gemischter Bevölkerung. Wir möchten nur dar- auf hinweisen, daß in belgisch Limburg in den Gemeinden Mem. bach, Baelen, Welkenraedt, Seinrichtskapellen- i.Henrickapelle), Wontzen, belgisch Moresnet, Boelkerig, Gemmenich, Bleyberg, Siebenaekcn, RemerSdael und Homburg mit unggfähr 20000 Ein» wohnern die Muttersprache deutsch ist. Wahrscheinlich wollen diese Deutschen ebenso wenig nach Deutschland, wie. die Wallonen von Malmedy nach Belgien wollen. Man sollte endlich der Annexionswut Grenzen setzen. Wir möchten glauben, daß es auch in Paris beschloffen ist, wenn anders eine in Berliner Zeirungen veröfsenilichte Rotterdamer Depesche vom 13. März nach dem Manckefter-Guardian wahr ist, wonach die Friedenskonferenz die belgischen Ansprücke auf holländisckes und deutsches Gebiet abgelehnt hat. Selbst wenn aber tak- sächlich belgiscke Vorschlägt dieser Art diskutiert ivorden sind, ist dies für uns kein Grund, von derjenigen Grundlage abzuweicken, die wir allein als für den Frieden maßgebend anerkannt haben. tzoffmanns Erzählunpen. Auf Adolf Hof-warms Gezstcr über Bergsivaltigung, der Preh- freiheit. hätte das„Berliner Tageblatt" unlängst- festgestellt, daß Hoffmann s eck te r. am. 9.- November an der Spitze einer hewafs- n-etfen' Bande die Druckerei der„Berliner Volkszeitung" besetzt, hat. Darauf erwidert Hoffmann mit einer langen Darstellung, welche die„Freiheit" mit dem Prädskat„wahrheitsgemäß'' versieht/Leider sehen wir uns genötigt, zu Rdosf Hoffmanns„Wahrheiten" einige Anmerkungen zu machen. Adolf Hoffmann behauvtet, die Besetzung sei der auß-rsten Not entsprungen, da die Unabhängigen am Tage der Revolution kein eigenes Organ hatten und(wörtlich)„da der „Vorwärts", Scher!,' Ullstein.„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bereits von der Gruppe Liedkncchi besetz! waren". Daß der„Vorwärts" am 9. November von der Gruppe Lieb- knecht besetzt war,' ist von keiner der darin beschäftigten Personen �wahxgenommenwortzeiu�Sehei��ir�on�ieser� die Frau des Freundes. Und als der in seiner lüsternen. Neugier in ihn dringt, er möge ihm von seinem neuesten Coup berichten, ist dieser ruchlos genug, vor dem Betrogenen mit dem Erfolg zu. prahlen. Ter jäh aus semi-er Ahnungslosigkeit Gerissene' stößt ihm das Messer in die Brust. In den Worten des Sterbenden tauchen Reminiszenzen aus den: Leben seines Ahnherrn an Donna Elvira und den Komiur aus. Der Pointe fehlt nicht nur eine psychologisch näher interessierende Motivierung, auch jede aufschlußreiche roeelle Perspektive. Man fühlte sich nach, alle dem Vorhergegangenen ent- täuscht. So blieb der Beifall trotz der glänzenden Darstellung am Ende schwach.' Mois'is Don Juan war von bestrickend seinem Zauber. Sehr gut war auch L u c i Höflich als Fra» des Sekretärs und Werner Krauß, der dem- Gatten eine dem Geist des SiückeS vortrefflich nachempfundene Färbung des Pbantastisch-Karikierten gab._ Conrad Schmidt. Volkshäuser. Der kürzlich m diesem Blatte angeregte Plan, in Berlin ein VolkshauS zu gründen, brachte mir. die Entstrhungs- und Ent- wicklungSgeschichte eines englischen Volkshauses, des Londoner People's-Palac«(Vollspalast) in Erinnerung. Sie ist so bcm«r» kenS- und nachahmenswert, daß sie wohl verdient, bei diesem wich- tigen Thema bedacht zu werden. Im Anfang der 80er Jahre hatte der englische Romanschrift- steller Walter Bcsant ein Buch unter dem Titel„Aller Art Men- scheu und Verbältnisse" veröffentlicht, in dem er den Ausflug eines der reichen Gesellschaftsklasse angebörigen MenschenpaareS in die Stätte der größten Armut— das Londoner Eastend— schildert. Di« beiden Glücklichen, die von der trostlosen Eintönigkeit: dem hoffnungslosen AlltagSgrau des HeimarbeiterdaseinS fast noch mehr erscküttert werden als von seinem materiellen Elend, planen die Gründung eines Volksbauses. einer Pflegestätte der Kunst, des Frohsinns, der Gesundheit. Der Plan wird zur Wirklichkeit, und weil der entstehende'„Palast der Freude" so über alle Maßen prächtig geschildert wird, so sehr die kühnsten Träume der Wirklich. keit übertrifft, gab Bcsant seinem Buche den Untertitel„Eine un» mögliche Geschichte". Viel unmöglicher aber als dieses Buch war die Wirklichkeit. Denn da? engli'che Publikum folgte der Anregung, lenkte sein Augenmerk auf die geistige Not im Eastend und die Freudlosigkeit seiner Bewohner, und eS bildete sich alsbald ein Komitee, das aus privaten und öffentlichen Mitteln ein Terrain inmitten de» Eastend kaufte, aus dem der Volkspalast errickiet wurde. Er war zunächst nur ein Haus der Erholung und de? edleren Vergnügens, wo dem Volke neben musikalischen und theatralischen Darbietungen Gelegenheit zu Sport Tanz und cheiterer Gesellig- keit geboten wurde. Bald aber wurde dem wachsenden Bedürfnis der aufstrebenden Bevölkerung nach Wissen durch Einrichtung von Unterrichtskursen in den verschiedenartigsten Gewerben und Wissenszweigen Rechnung getragen. ES wurde Unterricht«teiit im ! bleiben Scherl, Ullstein und„Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Von diesen war tatsächlich Scherl in den Händen der Spartakisten, die den„Lokalao.zeiger" in eine„Rote Fahne" verwandelten. Zum Glück liegen uns aber auch noch die Blätter der anderen Drucke- reien vom 10. November'im Original vor. Und da finden wir .in der„Internationale"(früher„Nord deutsche Allgemeine Zei- iung") als Verantwortlichen Redakteur zeichnend Hans Block. den bekannten Redakteur der Unabhängige n. Und am Kopfe der im Ullsteinverlag erscheinenden„Berliner Allgemeinen Zei- tung" vom 10. Itovemöcr steht„Erscheint auf Anordnung des A.- und S.-Ratcs ab heute als Organ der Unabhängi- gen Sozialdemokratischen' Partei,'Chefredakteur E. V o g t h e r r". Adolf Hoffmann hat affo cinfäch gelogen, wenn er behauptet, daß die Unabhängigen nur in äußerster Not die eine„Berliner Bolkszeitung" besetzt bälten. In Wirklichkeit haben sie auch noch die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und die bei Ullstein erschci- neickc„Berliner Allgemeine Zeitung", im ganzen also gleich drei Zeitungen annektiert. UnverantDortliche Mißgriffe. Verfolgungen des Bundes Neues Vaterland. Der„Bund Nsues Vaterland" schreibt uns:, „Die in den ersten Kriegsmonaren begründete Vereinigung des„Bundes Neues Vaierland", die allsogleich ganz entschieden für den Gedanken des Völkerbundes eintrat und hierfür schwerste Drangsalierungen unter der Militärdiktatur Falkenhahns und Ludendorffs erfuhr, wird unter' dem neuen Militarismus noch bösartiger verfolgt. Im Januar beschlagnahmte man die Akten der Sozialistischen Wirtschastskonferenz des Bundes, die in rein akademischer Weise das Problem der Sozialisierung exörtene. Man gibt die Akten auch jetzt noch nicht frei, da sie angeblich belastendes Material ent- halten Die einzige Belastung liegt in der weltberühmten sprichwörtlichen Dummheit der preußischen Polizei. Tie Vortrags- künstlerin ElSbcth Bruck, der früheren Sekretärin, die wegen der früher erlittenen schweren Schädigungen im Gefängnis bett- lägerig ist, wird nachts von bewaffneten Soldaten aus dem Bett gerissen. Ter Sekretär des Bundes, Ovro Lehmann-Rußbüldt, wird wochenlang von Pogromhorden belästigt. Man sucht bei ihm nach � Waffen. Als Grund wird angegeben, der Bund wäre während des Krieges verboten gewesen und er wäreja so pazi- f i st i s ch und sozialistisch. Die Verfolgungen gegen Haupt- mann v. Beerfelde, einem Mitglied des Vorstandes des Bun- des, sind bereits bekannt. Das Telephon des Bundes und seiner Mitglieder wird'amtlich beobachtet. Jetzt bat man nun den Vogel abgeschossen, indem man in Stärke von 10 Mann in die Wohnung des Mitgliedes Dr. Gümbel eindringt, des Verfassers der Bro- schüre„Vier Fahre Lüge". Zu seinem Glück ist Dr. Gumbsl auf der Berner Pazifistenkonferenz, sonst wäre er nach der Aussage des die 10 Mann führenden Offiziers unbedingt erschossen tyorden. Da man den Pazifisten nicht bekam, so nahmen die Sol- daten wenigstens drei neue Heinde»: und Trikothosen und eine Taschenuhr mit. Wahrscheinlich wird in der nächsten Zeit erzählt werden, der Bund sei eine spartakistische, mit russischem Gelds bezahlte Gasellschaft, genau so wie die Alldeutschen während des Kriege? behaupteten, er wäre zum Schutze des internationalen .Kapitals von den Engländern bezahlt. Aus diesen dürren Tat- fachen wird die- Ocffentlichkeit des Auslandes mit Verwunderung erfahren,, welche, merkwürdigen Borstellungen diö deutschen Regie- rungen vöni Völkerbund zu haben scheinen, da man dessen ältesten Bekenner in solcher Weise verfolgen läßt." Wenn auch einzelne Mißverständnisse in erregten Zeiten nicht zu vermeiden sind, so wird doch die Regierung ihre Truppen strengstens anweisen müssen,. daß solche Personen, die eine rein geistige Tätigkeit entfalten und mit dem be- waffneten Aufstand nichts zu tun haben, unbehelligt bleiben. Die Suche'noch..Belastungsmaterial" niinmt hier und da schön krankhafte Formen an, so kennen wir einen Fall, wo der Zensurvermerk„nicht zugelassen"(aus der Kriegs- zeit her!)' aus einem Manuskript. als verdächtiges Merk- mal angesehen wurde. den Sprachen, in Literatur. Kunstgeschichte und den Naturwissen- schafien: im Schneidern, Putzmackcn, Zeichnen, Malen. Modellieren; in Musik und im Tanzen. Turnen. Schwimmen usw. Ganz allmählich entwickelte sich der' wissenschaftliche Teil des VolkSbauses zu einer Volkshochschule größten Stils, die sich von dem gesellschaftlichen Teile lostrennte und zu solcher Bedeutung gc- langte, daß sie im Jahre 1907 der Londoner Universität als gleich» berechtigte Zweiganstalt ongkglsedert werden konnte. Die großen' Mittel, die hierzu erkorderlkch waren, dürften in der allernächsten'Zeit bei unS schwer aufzutreiben sein. E'n Be- weis dafür aber, daß sich mit den allergeringsten Mittels SchönncS und Zweckentsprechendes erreichen Ickßt, haben wir hier in B.rlin in dem in der Tragonerstraßc gelegenen„Jüdischen Vo'ksheim". 'Im Jahre 1916 ton rungen Studenten und Kaufieuten gegründet, umfaßt das Volkshehn eine größere Anzahl von Räumen in einem keineswegs besonders dazu hergerichleten alten Hause. Tie Ans- stottung besteht aus einfachen, eigen? für diesen Zweck hergestellten Holzmöbeln und ist zweckmäßig und schön. Hier versammelt nch täglich in den Stachmittags- und Abendstunden die in den umliegrn.- den Straßen wohnende ost-jüdische proletarische Jugend, um sich unter der Leitung verständnisvoller Führer fortzubilden, zu zer- streuen und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Rat und Hilfeleistung wird nach Möglichkeit gcwäbrt und eine' durchaus demokratische Verfassung sowohl der Leitung als auch der einzel-' neu Gruppen gewährleistet ein ersprießlich-s Arbeiten. _ Matztha Steinitz. Notizen. — Kokoschka als Dramatiker. Von Oskar Kokoschka, dem jungen Maler, der jetzt bei der Neuorganisation der Dresdener Kunstakademie eine leitende Stellung erhält, erscheinen bei Paul Cassirer vier Dramen. Außer zwei schon srühdr veröffentlichten kleinen Dramen und dem Schauspiel...Hiob", das Kokoschka auch mit Lithographien geschmückt hat. enthält der Band eine neue Dichtung, „Orpheus und Eurydike". Es sind Dramen modernster Prägung, sie behandeln alle den Kampf zwischen Mann und Weib. — Theater. Die für den 23. März angesetzte Vorstellung „Salome" fällt aus. In Szene geht„Tiefland".(Tie Salome- Karten gelten für drese Vorstellung.) Die Strauß-Woche wird dann am 23. Mä-z mit„Electra"(Frau Gutheil-Schoder als Gast) beginnen.— Tie Sonniagnachmiitags-Dolksopervorstellungen im Walhallaibeater(Direktion Prof. Traugott OchSi werdm: am Sonntag, den 23. März nAt der Aufführung von„R i g o le t t o" aufgenommen.— Im Deutschen Thealer findet am 23. März die Erstaufführung von Gerhart Haupmanns Sage„Der arme Heinrich" statt. — Tie Gendarmen haben den Deutschen Svrachverein an- gerufen, um für ihre Truppe und deren Beamten sachgemäße deutsche Namen und Titel zu finden. Man schlagt den kurzen und nunmehr treffenden Namen L a n d w a ch t vor. Danach hieße dann dar bi-skarzge Gendarm der Landwachtmeistcr. Gerichtliche N«tersllchuog. Don zuständiger Seite erfahren wir: Es ist bekannt, dost infolge der Berichte über die Matrosen» e r s ch i e ß i, n g e n in der Französischen Straße der R e i ch s- Präsident beim Reichswelirminister bor st ellig geworden ist um die nötige Aufklärung dieses Vor- falls umgehend herbeizuführen. Daraufhin ist die gericht- l i ch e Untersuchung des Vorfalls eingeleitet worden. Ebenso werden alle anderen Vorkommnisse, handle es sich um einfache Uebergrifse oder insbesondere um Verletzun- gen des S ch i e ß e r l a s s e s, auf das sorgfältigste und schnellste geprüft und gerichtliche Verfahren ein- geleitet werden. Auch sind alle Vorkehrungen getroffen worden, um etwaige Wiederholungen von unsachgemäßer Er- süllung der Tienstvorschristen unter allen Umstän- den zu verhindern._ Der Groß-Gerliner Vollzugsrat für bezirkswejfe Neuwahlen. Erfolg der S. P. D. Der Vollzugsrat beschäftigte sich in einer am lg. t>. M. statt- gefundenen Sitzung mit einem Antrag des Ausschusses der „Freien Hochschulgemeinde', der bezweckt, den Betriebs, und Arbeiterräten eine Ausbildung in betrieb?» und verwaltungstechnischen Fragen zu ermöglichen. Der Antrag fand einstimmig Billigung und wurde zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit eine Kommission ein- ' ßcfctzt. DeZ weiteren erschien eine Kommission aus AdlerShof, die über die»Maßnahmen der Ae�ierungstruppen berichtete. Die Angaben d'eser Kommiision waren so schwer- wiegender Natur, daß sofort zwei Mitglieder deS VollzugSrats beauftragt wunden, gemeinsam mit der Kommission beim Kriegsminister vorstellig zu werden. Bereits am Montag hatte sich der VoklzugSrat mit den W a h- len der Delegierten zum Rätekongreß beschäftigt. Es wu:de die Ansicht vertreten, die Äechlen hierzu in einer Vollver- sammlung vorzunehmen, und zwar nach den für Groß-Berlin be- stehenden Bestimmungen aus Grund der Betriebswahl. Nunmehr stellte die S. P. D. folgenden Antrag: «Wir ersuchen, den Bestimmungen des FentralratS gemäß, die Vorarbeiien für die Neuwahl der Arbeitcrräte zum zweiten Rätekongreß unverzüglich in die Wege zu leiten und sich zu diesem Zweck sofort mit dem Magistrat der Stadt Berlin sowie den Ge- üieindebchördcn von Teltow-Beeskow und Niederbarnim ins Ein- vernehmen zu setzen.' Von den Mitgliedern der U S. P. wurde dieser Antrag schroff bekämpft und folgender Antrag eingebracht: „Ter Vollzugsrat lehnt eine Wahl der Deleaierten zum Räte- kongreß nach den Bestimmungen des Zenlralrats ab. Er erblickt in dem Bezirkswahlspstem einen bösartigen Versuch,«inen Räte- kongreß zustande zu bringen, der die Schassung einer Räieorgani- ilition nach dem Wunsch der Regierung und der Führer der Rechtssozialisten gewährleisten soll. Ter Vollzuasrai lehnt es ab, an diesem Verrat mitzuwirken, er hält nach wie vor an dem Betriebs- und Berufswahlsystem fest und schlägt der am 24. März tagenden Vollversammlung vor, sich dieser Stellungnahme anzu- schließen." Der Antrag der S. P. D. wurde mit S gegen 8 Stimme« an. genommen und war dadurch der Antrag der U. S. P. erledigt. Soziaiöemokratlsche Mehrheit in tzamdur?. Bei dem Hamburger LürgerschastSwahlen haben nach den end- gültigen Feststellungen die MchrheitSsozialistcn 82 von 160 Mandaten. also die absolute Mehrheit erhalten. die Neubildung von öunüesftaaten. Der sozialdemokratische Antrag vom VerfassnagS- auofchast angenommen. Wri-nnr, 20. Mörz.(Eigener Drahtbcnckit des„Vor- wärts".) Im Versossungsausschuß der Nationalversammlung wiird„ nach stundenlanger Diskussion um 12 Uhr mittags über die vorliegenden Anträge abgestimmt. Mit ist Stimmen wurde der sozialdemokratische Antrag den wir in� unserem heutigen Morgenblatt wiedergeben, ange- nommen. In dem Antrag war vorher im zweiten Ab- satz das Work„verfassungsändernde" gestrichen worden, so drß also künftig die Neubildung von Ländern oder die Acnderung ihres Gebietes durch einfaches Reichsgesetz erfolgen kann, wenn sie durch den Willen der Bevölkerung gefordert wird oder ein überwiegendes Allgemeininteresse sie erheischt. Der Wille der Bevölkerung ist durch die Ab- ftimmung der wohlberechtigten Einwohner festzustellen. Für den sozialdemokratischen Antrag stimmte auch daS Jen« trn m..Haas?(II. S.) stimmte dagegen. Außerdem wurde vom Verfassungsausschuß ein« Reso- lrtion angenommen, wonach für die vorbereitenden Schritte einer Neubildung von Ländern beim ReichSamt de? Innern ein? besondere Vermittelungs stelle geschaffen werden soll, die unter den jeweiligen Aikteressenten bei den Fragen der Neubildung oder Aenderung der Ländergebiete vermitteln soll. W'e bei den Demokraten, so ist auch bei den Sozialdemo- kraten keine einbeitliche Auffassung bei der Preußenaufteilung vorhanden. Znöustrie und Sandel. Börse. linier dem Eindruck der Nachricht vom Seemannistreik er- öffneie d>e Börse heute mit niedrigeren Kurse«. Be- merkenswert war ei jedoch, daß die Kursabschläge, die sich auf allen M:rktteilev erstrcckien, durchweg nur sebr gering wäre«. Unter Schiffahriiwerten. die naturgemäß im Bordergrund de» Fnter- esies standen, konnten sogar Teutsch-Australicr von vornherein an- ziehen. Tie Zuverlässigkeit der Borte, die schon in ihrer AnsangS- baltung zu berbacbten war. setzie sich im weiteren verlaus aus die gvnst-geren Hamburger Nachrichten durch. Bieder waren e» Dcuisch-Australter. dazu Hansa, die bei lebhafterer Nachfrage an- zoicn. Aus den übrigen Märkien, wo daS. Geschäft stiller war. er- höhten sich im allgemeinen die Kurs«. Bon Rüstungkwertr« waren Hwsch-Kupser niedriger, Kriegsanleihen waren unverändert. GewerkschaflsbelvMng Versich-rungSangestelltt! Freitag, den 21 März, nachmittag» 6 Uhr. in den Saphienfalen. Sophienstr. 17-18. Besprechung der Obleute der Angestellten- auSichüsse Ausweis mitbringen. Tagesordnung: Der Tarifder» trag. Das Kartell der Angestelltentrrbände. GroßSerlln Lebensmittel. Da schreibt nun Früh- und Aöendblatt, daß allerhand Enpneßlicbes, Wohtichmeckende«, GenießlicheS der Deutsche zu erwarten hat. ES beißt, e» wird daS Schweineschmalz in Rotterdam>chon ausgekippt; der Michel kauft sich ich an das Salz. darein-«r all das Schöne stippt. Darf ich Dich warnen lieber Knabe, der lüstern schon die Zädne bleckt? Ich glaub's nicht eher, bis ich'» habe und freu mich erst, wenn es mir schmecki'. _ Panlchen. VetriebS-Arbeiterrate P. T. Fraktionöfiyung Freitag, den 21. März, nachmittags 2 Ahr, im Plrvarfiyuiigssaal deS Herrenhauses. Tagesordnung: Anträge zum RStetongreß. Erscheine» aller Srbeitmäte dringend aitmeudig. Der Fraktionsvorstand. I. A.: Straffer. Keine Neuwahl der kommunalen Arbeiterräte! Vom A.-R. der Gemeinde Treptow wird uns geschrieben: Im OrtSblatl unsirer Gemeinde wurde angetündigt. daß am 28. März eine Neuwahl deS hiesigen Ärbeiierrales stotifinden würde. Räch den von un» eingeho»en Informationen bei dein Zentralrat nnnde uuS der mündlich« und ichriitliche Bescheid, daß die durch den Zentialrat auSge'chriebenen Reuwahlen zu den Ar- beiteiräten nur für die BezirlSarbeiterrSte Geltung haben. Für die kommunalen Srbeiterräte finden zurzeit kein« Neuwablen statt. Der bevorstehende Kongreß am 8. April soll erst über die Rrchllinie» zu den kommunalen Arbeirerratswahlen Stellung nehmen. Gegen den gewerblichen WohnnngS-MietSwucher der in Groß-Berlin seine Blüten treibt, dürfte das Kriegswucher. amt nunmehr ebenso wie die neuen Stadlparlamente energisch vor- gehen. Namentlich im Westen der Stadt ist der Wohnungshamster eine sehr unerfreuliche Erscheinung geworden. Es ist ermvands- frei festgestellt worden, daß geschäftstüchtige Leute, die die Notlage des wohnungsuchenben Publikums zu ihrem Vorteil ausbeuten, leer« Wohnungen lediglich zu dem Zweck gemietet haben, um sie mit Möbeln auszustatten und sie zu sehr hohen Preisen möbliert weiter zu vermieten, oder um die Möbel unter Wtretung des MietS- Vertrages weit über der. Preis wieder zu verkaufen. So wurde dieser Tage ein besonders geschäftstüchtiger Hamster ermittelt, der es fertig gebracht hat, über vierzig Wohnungen in seiner Hand zu vereinigen. Ein zweiter Hamsterer miete dreißig Wohnungen, um sie in der gekennzeichneten Weise mit 200 bis 800 Proz. Nutzen wieder an den Mann zu bringen. In beiden Fällen handelte es sich um Zwei- oder Dreizimmerwohnungen in Wilmersdorf, wo sich bekanntlich die Wohnungsnot zu einer Ricscnkalawität ausge- wachsen hat. Wie wir hören,. gedenkt die Stadt Wilmersdorf in Gemeinschaft mit dem Kriegs wucbcramt energisch gegen diese Hamster vorzugehen, die ihr Geschäft seit Kr.eysbeginn betreiben. Die Gemeindeverwaltung Rahnsdorf hat derartigen Speku- lanten vor kurzem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im GeMeindebzirk befinden sich in 31, zurzeit unbewohnten Landhäusern 51 und in beiuohnten Häusern 21 unbenutzte Wohnungen, die von Groß-Berlinern nur in wenigen Sommermonaten benutzt werden. Dagegen werden nach vorläufigen Feststellungen am 1. April dort etwa 15 Familien mit 70 Köpfen wohnungSIos werden. Tie Gemeindeverwaliung hat sich deshalb entschlossen, die Er- mächtigung zur Enteignung aller den Berliner Sommergästen zur Verfügung stehenden Woh- nungen nachzusuchen Wie wir hören, steht ein derartiger Beschluß auch in anderen Bororten bevor. Zentrnlbeerdiftungsstelle kür die Onfer Grost-BerkinS. Auf Anordnung des MinistrriomS deS Innern ist eine Zentral- stelle de» Beerdigungswesen» für die revolutionären Opfer Groß- Berlin» gesöbaffen worden, deren ÖieschäflSräunie sich im Polizeirevier 5. Rlbre-btstr 22, befinden Sämtliche Behörden. Truppen- teile und Familien, die in den Märzkämpfen Verluste an Toten ge- babt haben, wevden gebeten, diese der Zentralstelle i*u melden unter Mitteilung: 1. Wo der Verstorbene seinen Verletzungen erlegen ist. 2. Ob. wo. wann und von wo die Beerdigung stattgefunden hat. 3. Die ganzen genauen Personalien. 4. Ob der Verstorbene an den Kämpfen beteiligt gewesen ist oder nicht. „Eine Lütke iw der ErwcrstSIosenfürsorge.- Zu der in der gestrigen Morgenm'mmer unter obiger lieber- schrift gebrachten Notiz erhalten wir nachstehende Zuschrift von der Erwerbslosen fürsorge Groß-Berlin: Zu dem in der gestrigen Nummer gebrachten Hinweis auf die durch die zurzeit geltende Bestimmung, daß Empfänger von Fa. milienunterftützungen von jeder Erwerbslosenfürsorg« auSge- schloffen find, haben wir zu bemerken, daß auch der Hauptausschuß der Erwerbslosenfürsorge Groß-Berlin hierin eine tatsächlich nicht gerechtfertigte Härte erblickt. Er hat daher unter Hinweis auf die auch von Ihnen hervorgehobenen erhebkichen Un- billigkeiten, die sich hieraus in der Praxis ergeben haben, bereit» »vr längerer Zeit(und wie lange wird e» noch dauern? D. R.) beim ReichSamt für wirtstbaftlicke Temobilmachung beantragt, den § 7 der Verordnung vom 0. IS. 18 entsprechend abzuändern. Wir bemerken, daß w,r vor einer Woche unter erneutem'Hin- wei» aus dir auhrrordentliche Dringlichkeit der Angelegenheit an den Erlaß der beantragten Verordnung erinnert haben. TariserhShnngen im Personenverkehr. Da« Ministerium»«et öffentlichen Arbeiten schreibt: Durch die mit Gesetzeskraft auSgefiatte'e Verordnung der preußischen Regie- rung vom 9. März hat die TtaatScjsenbahnverwaltuna die gesetz- liche Ermächtigung zu den von ihm zum 1. Aoril in Aussicht gestellten Erhöhungen der Güter, und Tiertarife erhalten. Diese Er- mächtigung beschränkt sich aus diese Tarife, weil«S noch der be» stehenden Gesetzesloge einer gleichcn Ermächtigung für die Personentori fe nicht bedarf. E» treten also, wie zur Vermeidung von Zweifel« betont werden muß. am 1. April 19l9 nicht nur die in der Verordnung vorgesehenen Erhöhungen der Güter- und Tiertarif«, sondern auch die bereit» angekündigten Tariferhöhungen im Personenverkehr in Kraft. Die Ankunft der Republikaniithen T.hnsttrnppe. Nach dem von der Nationalversammlung beschlossenen Reich». wchrgesetz haben die freiwillig gebiloeten Truppcnkörperschaften entweder zu der zu bild ndcn Reichswehr oder zur BolkSwehr. oder zur Republikanischen Soldatenwehr überzutreten. Heute vormittag tagte in der Aula de» Französischen Gvm- nasium» eine Versammlung von Vertrauensmännern der Repu- blikanischcn Sämtztrupp'. die darüber beriet, welchen der drei vor- geschlagenen Wege die Republikanische Schutztruppe einschlagen will. Die allgemeinen Gesichtspunkte, welche- für die Angehörigen dies« Truppe« Frag« kommen, brachte ein vertraueaömaan de» Regiments Liebe zum Ausdruck. Er bedauerte, daß die neue Reichswehr nicht auf den Freiwilllgsnableilungen nach Art der Republikanischen Schutztruppe aufgebaut werde, und sagte:„Im Januar folgten wir aus Idealismus dem Ruf der Regierung, um sie zu schützen. DaS scheint man vergessen zu haben. Die Re- gierung ist heute in viel größerer Gefahr, glZ am 6. Januar. Mehr als zuvor bedarf sie des Schutzes durch eine Truppe, die au» Heber- zeugung auf dem Boden der Republik steht. Was im Januar Jde- alismus war, ist heute für uns eine Existenzfrage. Wir sind.Fa. milienväter. Wir wollen nicht den Adelssprößlingen Platz machen. Wenn sie alS Freiwillige kommen, wollen wir sie annehmen, aber sie sollen k:inen Vorzug haben. ES darf nicht sein, daß diejenigen, die wir am v. November besiegt haben, wieder emporkommen. Für den Uebertritt in einen der zugelassenen Trupp: nkörper stellte der Rodner folgende Forderungen: Wir wollen auch nach dem Heber- tritt ein selbständiges Detachement bleiben und unsere Eigenart wahren. Wir wollen unsere Führer selbst wählen und das Be- stätigungsrecht für die Führer haben, die uns später bestellt wer- den. Wir wollen unsere Führer nicht von der Gnade eines Gene- ralstabSofsizurs abhängig machen. Die Kommandogewalt erkenne ich an, soweit sie meinem sittlichen Empfinden und meiner poli- tischen Pflicht, nicht widerspricht. So würde ich dem Befehl, einen Mann zu erschießen, weil in seiner Wohnung ein Handgranaten- stiel gefunden wurde, nicht Folge leisten. Ebensowenig würde ich einen Befehl ausführen, der eine Aktion gegen die sozialistische Regierung bedeutet.— Weiter fordern wir, daß Berlin der Stand- ort unserer Truppe bleibt, denn wir sind fast alle Berliner." Die militärischen Führer der Regimenter.Reichstag" und .Liebe" vertraten im allgemeinen den Standpunkt, man müsse mit den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragen und da sei es das Beste, zur Reichswehr überzutreten. Wer unbedingt rn Berlin bleiben wolle, der würde der R. S. W. beitreten müssen. Die Ausfübrungen des erstgenannten Redners fanden vielfach Zustimmung. Andererseits wurde aber auch betont, daß man sich dem Beschluß der Nationalversammlung zu fügen habe, daß die Regierung eine zuverlässige, unter einheitlicher Führung stehende Truppe haben müsse. Die Versammlung besckvloß, ihre Wünsche in einer Denkschrift niederzulegen, diese zu veröffentlichen und durch eine Kommission bei der Reichsregierung vertrete» zu lassen. ElNvcrvSkoscnfllrsorge Groß-Berlin, BikdungSabteilnng. Am 21. d. M., nachmittags 4 Hhr, findet in der Stadtballe deS neuen Stadthauses, Eingang Klostcrstraße, ein Solistenkonzert statt. Eintritt 30 Pf. Mitwirkende: Frau Erna Daniel(Klaviu), Frau Gertrud Steiner-Rothstein(Violine), Frl. Lia Grumbacher de Jonz (Gesang). Konzertflügel: Steinway. Die für den 14. März ge- lösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, desgleichen die für das Philharmonische Orchcsterkonzert gelösten Karten. Eine Rück- zahlung der Beträge für das Konzert am 4. März erfolgt nicht, da dieses in der Philharmonie stattgefunden hat. Die wissenschaftlichen Vorträge beginnen Montag, den 24. tz. M. Beamtenmangel bei der Evwcrbslosenfursorge? Woium daueit c« bei der Erweibt-Iosciifürsorge oit gan» un- bevrrfbcb lauge, bis über die Anträge auf Hntelstüyung enlubleden wild? Immer wieder geben uns Klogen darüber zu, daß die Antragsteller mehrereWochen aufBescheid warten müisen. Einer dieser Beswweidlfiihrer hebt hervor, baß doch bei solcher Verzögerung die ErwerdSloienfüriorge ibien Zweck, den Bedrängten ,» velfen. veifeblt. Ihm. der zuiammen mit vielen anderen von Woche zu Woche Verl, öltet wurde, erlläile bei der Füriorgrsielle ein Beamter:.Wir haben nur einen Piüftr. und der lann die Arbeit nicht bewältigen". War das nur cine leere Redens- ort oder ivll man so eiwaS für möglich und tatsächlich ballen? Der Belchiverdesühier sagte uns, er selber wüld« lieber bei der ErivcrbSlosen'ariorg«»eine deraitige Stellung annehmen, als auf eine Hnietslützimg von ihr zu wanen. olle paar Tage zur Füriorge» stelle ,u lauten und stch immer wieder abwei'en zu lassen. Dieser Lorichiag. die Hiliskräfi« zur Erwerbsioienfüisorge zu vermehren. verdient Beachtung. Aut diele Weise könnte mancher Erwerbslose in Arbeit gebracht werden, und den anderen würde durch«Seichieu- „igung de» BeriahrenS bei der TriverbSlosensürsorge die Warlezeit .idgciürzt._____ Greßfeuer kam am DonnerStagfrüh auf dem Scklesischen Bahn- hos an der Hohenlohebrücke auS. Als der Brand zur Kenntnis der Feuerwehr gelangte, standen schon in der Hauptwerkstäti« der Eisenbahn daS Hauptmagazin mit wirtvollem Inhalt an Matcria- lien. Wolle, Holzkisten. Dachpappe usw. in großer AuStchnung in Mammen. Diese hatten bereits vom Erdgeschoß das erste Stock- werk mit dem Dachgeschoß ergriffen und griffen mit rasender Ge- schwindigkeit um sich. Mit zahlreichen Schlauchleitungen wurde zwei Stunden lang Wasser gegeben, bevor eS gelang, die Gewalt des ent- fesselten Element« zu breche»». Hm an den ausgedehnten Brandherd zu gelangen, benutzte die Wehr mehrere Steckleiterzüge, über die dann vorgegangen wurde. Da« Hauptmagazin ist zum größten Teil ausgebrannt. Der Schaden soll angeblich erheblich sein. Dir Lichittziele»Nene Vdilbarmonie-'. Löpenicker Straße 98/97, tumgen vom 21. ab die Nrmit ührnng de« F lmi�auiviels.Wenn da» Leben iu(t* sowie ferner da» gilmdrama.Kompromittiert'. Ireptrw-Hiernwnrte. Fols ende vo> träge finden statt: eonnafiend. den 22. März. 5 Uhr:.Mit Ozeandampfer von Bremen nach Aew-Aork' tftilme). Sonnlag. den 23. Marz. 3 Uhr:.Pofarsagden-(LeeiSwcn. Renn- ilere und Elche)(Silmtl. 5 Uhr:.Im Lande der Schwarzen"(Deutscher Sudanfilm). 7vbr: Mit Oze-ndampfe-e von Bremen nach Rew-Umk" (stUme i. Dienstag den 25. OTäiz, 7 Uhr:.Unter Planctchitem'i, Ubr: .AN Heldelbern-, eine Neckarimdieiifahit von Oer Ou lle 61« zur Mündung. tBortiag mit faibigen Vchfbilhern von Herin Max Nei-Iwich.) Mit dem großen Fernrohr ist jetzt am Tage die Beim« und am Abend der Jupiter und Saturn günstig zu beobachten. Der Zvolagitcho«arten und da»«qnarlum. welche Im Zu- famnieiidang mit ten Unruhe» gesch.oisen waren währciih der letzten beide» Sachen, sind von heute ab wieder geöffnet. Grofj-Berliner Lebensmittel. «ritz, von beule bis Rontag erhält jede Perion ans Ihre ringe- tragene Speisefel 125 Gramm Fausttäfe zum Piepe von 3,24 R. pro Pfund._ Groß-öerlkner parteinachrichten. Friede»««. Aieitag. 7 Ubr. im Bürgersaal de« Ralhaufe» M i i- gllederverfawmlung. TageSoldnmig: 1..Die Politik de« Tage«'. Referent: Erich Kuttner. 2. Die örtliche Organifation. 3. Berfch-edeneS. Britz. Heute abend 7 Uhr In der Aula. Thausseestr. 133: Mitglieder- verfammlung. Reue Milglltder werden aufgenommen. lupenAveranftoltunyen. Der 2. Abend de» Vortragskurse».Die Geschichte de» Sozia. liSmus' findet heute abentz 7 Hhr im Jugendheim. SW..68, Lindcnstr. 8, 2. Hos link» 8 Tr., statt. Vortragender Herr Max Grunwald spricht über: Die großen Hwpistc»(Fourier, Oven, St. Simon). Jngendbühne. Zu den heut« beginnenden Borstellungen der Jugendbühne in den Kammersälen stnd Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. für Nachmittagsvorstellungen und 1 M. für Abentvor- stellungen im Jupendsckretariat, SW. 68. Lindenstr. 114. v. I. 1, zu haben. Zur Aufführung gelangt.Iphigenie auf TauriS'. «eraniworili» fite««lltil«etat IMIn,«harUHtatarft. Kr den übrigen geil de» Btatte»«ttret C«*U. Henl'lln.«r Nn.rtaen neadat Mlatfe,* Berlin Verlag Vorwäne-Berlag<* m d. tz. Berlin. Xtutf«------ärtS-Buiddruckerei and LerlagsanfiaU Paul Ctnacr a. Co. t» Berlin. tUnhenlnatze 8. Sriefkasten der Redaktion. W.®.! Luecksilder,'»Uchstrümpsasche Elsasserstraße»,-°rn II Mililärtreffen, Stanniol- sink-._ ISS.siO papier, Rupser, Messing, ginn.' RSchen, Schlafzimmer, fau-! Mu-ninwm stink, Ble. höchst- bere, verkauft bwig Tisch- Z«hleub. Edelmetall�lntauss. lere! Cchönherr. 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