Ur 148 36.3ttHr� Be,»«SvretSi ««rteljSbrl ISO Xu monan 2B0 9RI rr-imsvauS ooiau?ibai.®tiwUjl» siummfm 10 ttetmig. toubejug: Üionail'd)- SO 2kl. rtfL SufieUung«. gc: itjt Umei tireu'ban» fut DeuKch- ans u. CetttrtcicfnUnqnni.75 Ml, iüt 6a# übt.flr SturlanB H.7B Ml. bei .iglich einmalige! Huiiefluiia!.75 Ml. i'oilbenebungen nefcmer in Dan» nacL Holland Uuirtnbuta. Schweden jM ine Schweiz �ingettageti u die ljon- cuuno4*i-tei?liite Der.Lorwarl#' nic&etm wochemüglich zweimal Sa-.uiiag. etnouu Abend Ausgabe. Itlegramn�ftoiefte . SoHtaldemstrUt tberlis4*. berliner Oolksblatt. ( 10 Pfennig) Aa,elge«vretSt Sie ackigeivaltkNe SicnbaretHezen» tonei 1,20 MI.„itleivc Anzeigen», da» reliqeomdlc Aori 60 PIg.< zulässig S fetlgebrucfte Sorte», lebe# weitet» ffiot: 25 Lsg. SlellengeiuÄe unb ScblotfieUenanjeigen das enic Wort *0 Lig.. lebe# weitete Wort 20 Lsg. Borte übet 16 Buchstaben zählen ffic zwei Sötte. Deuerungszuschlag 80% Samtlten'Änietgen, bolttiich» unb gewerlichailliche Betein#« tllnzetgett 1,20 SRI die■seile, anzeigen>üi die nachtie Kummet müssen bis 6 Ith» nachminog# im Haubtgeichäst. Berlin ««.OS, i-wbensttatze«. abgegeben »ecben,«eOftnet»on S Uhr stich bii 6 Uht abend». Zentralcrgan der rozialdcmckrati fehen Partei Deutfcblanda. Redaktion und Expedition: Elv. 6$, Lindenstr. Z. rterniotecher: Ami'Ltonuvlon, Nr. t.M IH)— 151'J7. jj Freitag, den März 1V19. vorwärts»verlag G.m.b. h., SM. t8,£indcnfh.3. Frrntvrrcher: Amt Mortuviatz. Nr. 117 5.1—51. Aeimsrübel'tlenAnschluzsveutlchösterreichs Weimnr, 81. März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die heutige Sitzung der Verfassungsiommisswn der Nationalder- sammlung hatte sich zunächst mit der Frag« de? Anschlusses Deutsch- österceichZ an die Deutsche Republik zu beschäftigen. Es war gestern bei der Beratung des Artikels 15 ein Antrag Naumann(Dem.) eingcHrachj wovden, der dem Artikel 15 den Ab- satz zujügen wollt«, wonach Deulschösterreich als Ganzes, als ein Gliedstaat dem Deutschen Reiche beitritt. Etwaige Abänderungen sollten im Einvernehmen mit Deutschösterreich durch die zu«r- lastenden AuSsührungsgesetze unter Berüchsichtigung der im Ar- tikel 15 festgesetzten Grundiechte bestimmt werden. Der Antrag Naumann wurde nun von sämtlichen Parteivertretern des VersostungsausschmsteS zusammengefatzt zu einen, gemein- iawen Erklärung, die folgenden Wortlaut hat: Der VerfasiungSauSschutz der verfassunggebenden National- Versammlung begrüßt es als bedeutsamen Foitschritt aus dem Wege zur Vereinigung zwischen dem Deutschen Reich und � Deutschösterrcich, daß zwei NegierungSvertreter aus Deutsch- österreich an seinen Verhandlungen teilnehmen. Er erwartet. daß di« Besprechungen der beiden Regierungen so rasch durch- geführt werden, daß auch Abgeordnete Deutschöster- reichs an den Verhandlungen der Nationalver- iammlung über di« Verfassung des gesamten Reichs noch teilnehmen können. Wir Meifeln nicht, daß die deutsche Reichsiegierung der Zustimmung des ganzen Volkes sicher ist, wenn sie bei den Abmachungen auf die beson- deren wittschaftkicheu Schtvierigkeiten Deutschösterreichs Rück- ficht nimmt. Delbrück, Gröb«r, H a a s e- Berlin, 'Naumann, Heinz«, Ouarck. ' Der Vertreter d«s Auswärtigen Amtes in Berlin, Körner, machte einige Ausführung«« wber die bisherigen Verhandlungen zwischen Berlin und Wien, die vertraulich behandelt werde« sollen. Danach ergreift das Wort der deutschösterreichische Ge- sandte Ludo Hartmann. Er erklärt, die Mitarbeit Deutsch- Österreichs an der Verfassung im Plenum sei sehr wünschenswert, wenn diese auch erst in der letzten Lesung stattfinden könna. Wir Deukschösterreicher wollen keine Extrawurst, aber wir bitten, daß uns eine UebergangSzeit bewilligt wird und daß diese er- träglich gemacht wird. Die Entente bietet dem Volke Deutschösterreichs goldene Berge, wenn es sich der Deutsch-en Republik nicht anschließt. Ich bin der Meinung und habe die Ueberzeugung, daß diese goldenen Berge nicht bezahlt werden. Aber es ist erklärlich, daß diese Versprechun- gen und Lockungen auf einzelne Teile deS deutfck'österreichischen Volkes einen gewissen Eindruck machen. Sie sagen sich, daß wir eS materiell später gut haben werden, wenn sie den Wün- schen und Forderungen der Entente entsprechen, und daß sie«S materiell vielleicht schlechter haben werden, wenn sie sich der Deut- schen Republik anschließen. Diese Teile find gewiß nicht groß, aber sie kommen immer wieder und führe» eine laute Sprache. Demgegeniüber bitten wir Deutschland so häufig und so laut wie möglich den Wunsch nach dem Anschluß DeutschösterreichS zum Ausdruck zu bringen, damit die erwähnten kleinen Teile der öster- reichischen Bevölkerung• in dem Gesamtwillen zurückgedrängt we-' Schaffen Sie vollendete Tatsachen, an denen niemand vorbeigehen kann und durch di« der Wunsch und der Willen der ganzen überwiegenden Masse der Deutschöster- reicher nach dem Anschluß an die Deutsche Republik gestärkt und gefördert wird. Nach dieser Rede, die mit laute« Bravorufen aufgenommen wird, wird die Kollektiverklärung einstimmig angenommen, waS dem Vorsitzenden deS Verfassungsausschusses. Haußmann(Dem.), . Gelegenheit gibt, die kommende Großdeutsche Republik mit Worteu des Danke» und der Sympathie an die deutschösterreichifchen Brü- der zu begrüßen. « Hierauf beginnt der VerfassungSaußschuß die Beratung des Artikels 18, der sich mit dem Rrichsrat beschäftigt. Der ReickSrat soll aus Vertretern der Regierungen der einzelnen Länder des Deutschen Reiches bestehen auf der Grundlage, daß auf 1 Million Einwohner 1 Vertreter entfallen soll. Die konserva- twen und nationalliberalen Mitglieder der VerfassungSkommission habe» einen Antrag vorgelegt, nach dem sie dem Reichsrat möglichst dem alten Bundesrat mit seinen Kompetenzen nahe bringen wollen. Um Siefen Antrag schmackhaft zu machen, schlagen sie vor, daß der Reichsrat außer Vertretungen der einzelstaatlichen Re- gierungen, auch noch Vertrenter enthalten soll, die von den Pro- vinzialve rtretungen oder von Selbstverwaltungskörpern der Länder, die den Povinzialve'rtretungen ähnlich sind oder schließ- lich, wo solche nicht bestehen, von den Einzellandtagen gewählt wer- den sollen. Die bisher zu Worte gekommenen Vertreter deS Zentrums und der Demokraten, nämlich der' Referent über diesen Artikel, der bayerische Abgeordnete Beyerle und der Demokrat Koch- KaßrU erklärt«, ihre Sympathie für diese, Antrag. Der die Hamburger zur Musfahrt bereit! Hamburg, 2t. März.(Etgener Drahtbericht beS „Vorwärts".) In der heutige» Versammlung des SremannS- bundcs erklärte sich die M r h r h e i t der Versammlung durch Zuruf zur Ausfahrt bereit. Die geheime Abstimmung wurde daraus durch Stimmzettel vorgcuowmeu. Das Er- gebnis ist noch nicht bekannt. Bremen, 20. März. In einer heute vom Seemanns- bunde einberufenen Versammlung von Bremer Seeleuten aller Chargen wurde beschlossen, die Schiffe auf keinen Fall aus- zulicfern und sie nur ausfahren zu lassen, wenn ine Besatzung die Zusicherung bekommt, daß die Mannschaft an Bord ver- bleibt. Reichsminister P r e u ß dagegen erkannte sofort den reaktionären Vorstoß und erklärte, daß eS für die Reichsregierung unannehmbar fei, wenn dem Reichsrat auch noch volle gesetzgeberische Kompetenzen zugewiesen würden. Die Reichsregierung könne nie- mals ihre Zustimmung dazu geben, daß ziehen dem deutschen Par- lament und der Reichsregierung ein Miiteiding, ein Hemmnis, ein. geschoben würde. Die Debatte über den Artikel 18 und die folgenden bis zum Artikel 27 setzte danach ein. Sie wird über die heutige Sitzung hinaus auch noch i, die nächste Woche hineinführe,. Gegen öle polenlanöung in danzig.' Eine deutsche Note. Berlin, ZI. März. General vo, HammerKeia Aber- reichte N u d a n t in der Sitzung der WaffenstillftandSkommissio« vom SV. März eine Note, in der feine am 19. März mündlich abge- gebenen Erklärungen über die Frage dir Land»»» pelni» scher Truppen in Danzig schriftlich bestätigte und er- gänzte. Dir deutsche Regierung bestehe, wie es in der Rote». a. heißt, auf ihrem Recht, die Angelegenheit nicht von der inter- alliierten Kommission in Warschan, sonddrn vo» der internationalen Wasfenstillstandskommission in Spa behandeln zu lasse«. Die deutsche Regierung könne keinesfalls die Landung in Danzig und den Durchzug der polnischen Truppen durch das national ge- mischte Land zulassen. Nicht nur die Rechtslage spreche in diesem Fall unbedingt zugunsten der deutsche« Aussafluug, sondern die von den AlUetten geforderte Landung in Danzig würde auch außer» dem zu Ergebnissen führen, die z« dem von der Entente wieder- holt gegetzrnen Bcrsicherungen im Gegensatz stehe«. Die Ea- tentc behauptet, sie wolle in den östlich der Weichsel gelegene« deut- scheu Gebieten ausschließlich die Ordnung erhalten und neneS Blutvergießen vermeiden. Die von ihr geforderte Maß- nähme würde aber die in diesen Landstrichen jetzt herrschende Ruhe stören, indem das Auftreten der polnischen Truppen zum Versuch gewaltsamer blutiger Unterdrückung der unzweifelhaft deut- schca Mehrheit ia Westpreußen führe« würde. Unter diesen Umständen könne die deutsche Regierung der For» berung nicht zustimmen, alliierte und polnische Offiziere in den Ge- bieten östlich der Weichsel unbeschränkt und unbeanfsichtigt reise» zu lassen. ES gebe keine» Paragraphen, der Deutschland dazu ver- pflichtet. Nach den.Erfalrungen, welche die deutsche Regierung bei ihrem frühereu Entgegenkomme« in einem ähnliche« Falle mit Herrn PaderewSki und Oberst Wade pewamt habe, müsse ste jetzt doppelt vorsichtig sein. Die deutsche Regierung sei jedoch bereit, das Aeußerfie z« tun. Sie werde jede« Einzelfall bereit- willig prüfen, ob und»nter welche« Bedingnagen die Reise» z« bestimmten begrenzten Zwecken»haeGrfahrfürdieSffeut- liche Ordnung zugelassen werde« können.». Hammerstei, fügte mündlich hinzu, gaß unter dem zuletzt aufgeführten Gesichts- Punkt die von de» Alliierte« geforderte RriserrlaubaiS für alliierte Offiziere in dem gesamten Gebiet östlich der. Weichsel einschließlich des von den Deutschen besetzten ehemal« russischen Gebiet? falle, wo diese Offiziere nach einer Erklärung RndaatS die Lage deS Bolschewismus prüfen sollten. N u d a n t nahm die Note mit der Bemerkung entgegen, er werde sie sofort Foch übermittln. Die Note habe den Borzug, klar zu sein, indem sie die deutsche kategorisch« Ablehnung aller Bor- schlage und Forderungen der alliierte» und assoziierten Regier«»- ge» enthalte. Sie schaffe somit eine tatsächliche Lage, die in est- sprechender Weise behandelt werde» würde. Volksabstimmung über die Luxemburger StaatSforrn. Die Kammer nahm die Vorlage an, die eine Volksabstimmung über die Beibehaltung der. Dynastie, die Einsetzung einer neue« Dynastie oder ei»«publUattiförS Regime anordnet. ftuf Wiedersehen!' Ei« AbschiedSwort an die Unabhängige Tozkaldemokratke von E d» a r d Bern st ein. L Auf dem soeben abgehaltenen Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie hat ein Antrag Annahme gefunden, wonach» keines ihrer Mitglieder gleichzeitig Mitglied einer anderen Partei fein darf. Dieser Beschluß, der Sinn hätte, wenn eS in Deutschland nur eine sozialdemokratische Partei gäbe, zeugt von wenig Verständnis für die Rückwirkungen des Um- standcS, daß Deutschland zwei sozialdemokratische Parteien hat, von denen keine sagen kann, daß sie, um mit dem Dichter zu reden, .allein in ihren Händen, die Schale alles Rechtes hält". Keine der beiden sozialdemokratischen Parteien Deutsch- lands— die Kommunistenpartei lehnt bekanntlich die Bezeich-' nung als sozialdemokratisch ab— kann beanspruchen, daß sie in allen Punkten die einzig richtige Auslegerin des sozial- demokratischen Gedankens und die unfehlbgre Vertretßßiu der ihm entsprechenden Politik ist. Nach Ansicht sehr vieler Leute trifft die sozialdemokratische Mchrheitsfraktion zwar grundsätzlich das Richtige; wenn sie im Angesicht der wirtschaftlich-sozialen Struktur und politischen Lage Deutschlands für heute dessen Festigung als sozialistisch gerichtete demokratische Republik zum leitenden Gesichtspunkt ihrer Politik macht, hat sie aber in der Durch- führung dieser Politik allerhand Fehler begangen. Die Unabhängige Sozialdemokratie wiederum hat zwar mit ihrer Kritik der Mehrhcitspaitei in Einzelfragen recht, betreibt aber ihrerseits in einem Zeitpunkt, wo von der aufbauenden Zusammenarbeit der Sozialdemokratie für die Festigung der Republik so unendlich viel abhängt, eine Politik der Negation und Zersetzung, die viel schlimmere, viel verhängnisvollere Wirkungen nach sich zu ziehen droht, als alle Fehler der MchrheitSsozialisten zusammengenommen. Kein höheres Prinzip. keine besondere Gesellschaftsanschauung trennt sie von diesen, und daher ist der oben erwähnte Bo- schluß auch kein Zeichen größerer innerer Kraft und geistiger Ueberlegenheit. sondern nur ein Zeichen dafür, daß die- jenigen, die ihn gefaßt haben, den Nährboden ihrer Stärke im unseligen Parteistreit erblicken. Persönlich richtet der.Beschluß sich eingeflandermaßen zwar nicht ausschließlich, aber doch in erster Linie gegen den Schreiber dieses, weil ich mich des Verbrechens schuldig ge- macht habe, dadurch, daß ich mich auch der Bruderpartei als Mitglied anmeldete, ein Signal zur Beilegung deS Partei- streitS gegeben zu haben. Gehässige Kommentare, die aus N Anlaß dieses Schritte« gegen mich herumgegeben worden find, veranlassen mich zu folgenden Feststellungen: 1. Am 1. Dezember 1914 fand im FraktionSzinnner der damals noch geeinten ReichstagSfraktion der Sozialdemokratie eine improvisierte Besprechung von Fraktionsmitgliedern statt, die teils Gegner der Bewilligung der Kriegskredite waren, teils die Bewilligung an die Abgabe einer bestimmten Er- klärung geknüpft wissen wollten. Im Hinblick auf einen an- scheinend von feiten der Bewilligungsfreunde geplanten Streich ward hier zum erstenmal davon gesprochen,' daß man ge- gebenenfalls nicht vor der Spaltung zurückschrecken dürfe. Dies vcranlaßte mich das Wort zu nehmen und zu erklären, daß ich zwar mit aller mir zu Gebote stehenden Energie für die Forderung der Versammelten eintreten würde, für eine Spaltung aber nicht z« haben fei. Ich habe, fügte ich hinzu, in meiner Parterjugend noch. den Bruderkampf zwischen Lasialleanern und Eisenachern mitgekämpft und möchte um keinen Preis«ach vier Jahrzehnten Parteitätigkeit ein Gleiches noch einmal mitmachen. Der Streich unterblieb jedoch, und so verzog sich auch für damals noch, die drohende Wolke. 2. Als am 24. März 1916 die durch den Beschluß der Fraktionsmehrheit ihrer Rechte als Fraktionsmitglteder ver« lustig erklärten Parteigänger der Gruppe Haase-Geyer-Lede- bour unter dem Namen Sozialdemokratische Ar- bettsgemeinschaft eine eigene Fraktion bildeten, schloß ich mich dieser zwar aus Protest gegen die Maßregelung an, aber erst nachdem mir zugesichert worden war, daß die Bil» dung der Sonderfraktion nur eine zeitweilige Maßnahme sein und keine Spaltung der Partei ein- leiten solle. Welches letztere dann auch in der Kundgebung. welche die Arbeitsgemeinschaft damals erließ, ausdrücklich feste gestellt wurde. S. Ostern 1917 wurde die in Gotha Versammeiis Kon- kerenz der sozialdemokratischen Oppositionsgruppen am zweilen 2 �ungstage d u r ch den Antrag überrascht, nun doch eine eigene politische Partei zn bilden. Diesen Antrag habe ich sofort bekämpft und mit K a u t s k y und anderen gegen ihn gestimmt. Mit etlichen 7l) gegen -kt Teilnehmer wurden wir damals überstimmt, und da ich die alte sozialdemokratische Mitgliedschaft meines Wohnorrs Cchöneberg, der ich seit 15 Jahren angehörte, und der es da- mals sehr an Kräften gebrach, nicht im Stich lassen wollte, n?ar ich gezwungen, mich dem Beschluß zu unterwerfen, zu- mal eine Rückkehr in die Mehrheitsfvaktion für mich aus politischen Gründen eine Unmöglichkeit geworden war. Bei alledem habe ich mich gestisscntlich enthalten, so tief ich den politischen Gegensatz enipfand, dem Beispiel anderer zu folgen und die bisherigen Kampfgenossen in Rede oder Schrift mit „Herren" zu titulieren. 4. Im Frühsahr 1918 fand in Berlin-in den Räumen der bolichewistischen russischen Botschaft eine gesellige Zusammenkunst von Mitgliedern dieser und Angehörigen der Unabhängigen Sozialdcmokiatie statt, zu der auch ich geladen >var, obwohl ich aus meiner Gegnerschaft gegen die bolsche- wistische Politik kein Hehl gemacht hatte. Man erörterte unter anoerem dig Gründe, weshalb die Unabhängige Sozialdemokratie nicht so revolutionär vorgebe, wie die Bolschcwistcn es verlangten, und in der Debatte darüber äußerte Georg Ledebour, die Partei fei leider ganz anders zusammen- gesetzt, als die Bolschewisten meinten.„Es gibt sogar unter uns Leute", sagte er wörtlich,„die sich nicht sainell genug mit den..... Eberl, Scheidemann und.stousorten wieder vereinigen können". Als ich darauf das Wort nahm, erwiderte ich:„Ledebour hat keine Namen genannt, olle Unterrichteten aber wissen, daß seine letzte Be- merkung gegen mich gerichtet ist. Ich kann daraus nur ant- Worten, daß solange die Mehrheitssraktion an der Politik der Bewilligung der Kriegskredite festhält, mir eine- Rückkehr zu ihr platterdings unmöglich ist. Dagegen stehe ich nicht an. zu erklären, daß ich trotzdem den Gedanken an eure spätereWiedervereinigung der d e u t sch e n Sozialdemokratie nicht aus meinem Register ausstreiche. Und wenn der Zeitpunkt dafür gekommen sein wird, werde ich, soweit ich dabei in Betracht komme, die Vereinigung r�ichi a n Personen fragen scheitern lassen." tch denke, diese Feststellimgen, deren strenge Genauigkeit eilnehmer an jenen Zusammenkünften bestreiten wird, werden genügen, jede Unklarheit über dle Motive meines «jetzigen Verhaltens zu beseitigen. Mensthewiki und Lolschewiki. Unbestimmte, besonders von spartakistischer Seite ge- 'chiirte Gerüchte wollten den Anschein erwecken, als wenn »zwischen den Menschewiki und den Bolschewiki sich eine Annäherung vollzöge. Die wie immer in solchen Fällen dienst- eifrigen Unabhängigen legten sofort diese Gerüchte so aus, daß dietz Menschewiki angeblich ihren prinzipiellen Wider- stand gegen die Vblschewiki vollständig aufgegeben hätten. Wie der verlorene Sohn kehrten sie, nach der unabhängigen Auslegung, in die väterlichen Arme der Lenin und Trotzki zurück, um von ihnen die Weihe des„echten" Sozialismus zu erhalten. In Anbetracht dieser tendenziösen Mache ist es daher interessant, von der folgenden Erklärung Kenntnis zu nehmen, die in dem in London erscheinenden„Bulletin Russe" erschienen ist. Die Erklärung ist von der Delegation der Russischen Sozialdemokratischen Partei zu der Berner Äonfcrenz, mit Paul Arelrod an der Spitze, unterzeichnet md hat nach dem hier erscheinenden russischen Blatt„Golos Rossii" vom 20. d. Mts. folgenden Wortlaut: . Die Sozialdemokratie erblickt in der Herr- fchaft der Bolschewiki die größte Gefahr, sowohl für dr.S russische wie auch für daZ internationale Proletariat. Die Sozialdemokrati« war stet» der Ansicht, daß große soziale Reformen nur in einem demokratischen Staate, vrahtloft Unterhaltung über öen Ozean. Don A r t u r F ü r st. Der Marconi-Gesellschaft soll e-t am 20. März gelungen sein, eine dralmose Perbindung zwischen Clifden in Irland und dem Kap Grace in Kanada herzustellen. Bis zu einer praktischen Uucgestaltuag dieses Vcrkehrsfortschritts wird freilich noch geraume Zeit verstreichen. Die Grundfeste, auf der die drahtlose Telephonie heute beruht, ein höchst eigentümlicher Apparat, der aber während des Krieges oiesseitS wie jenseits der Schützengräben in gleichem Maße ent- wickelt worden ist Es wird als Wellensender eine Röhre mit stark verdünnter Luft benutzt, durch die ein elektrischer Strom hindurch- geht, llm�den Zusammenhang einer solchen Kathodenröhre mit der AuLsendung der elektrischen Wcllenzüge darzustellen, müßte man ein Buch schreiben. Die geistige Leistung der Menschheit, die in dieses äußerlich so bescheidene Gerät eingesenkt ist. muß als außerordentlich bezeichnet werden. Wir begnügen unZ hier damit, festzustellen, daß der Röhrcnsender äußerst gleichmäßige Wcllenzüge auszuschicken vermag. Diesen prägt man mit Hilfe eines Mikro- vhon-StromkreiseS die Sprachfchwingungcn auf, die von den Äellenzügen wie mit einer Fahrgelegenheit mitgenommen und am EmpfangLyrt abgeliefert werden. Für die tragenden Schwingungen R unser Ohr unempfindlich, da sie so geschwind vor sich gehen, daß unser Hörorgan sie nicht mehr aufzufassen vermag. Man hört also am Empfangsapparat nur die Sprachrhythmen und diese in voller Klarheit. Wer zum erstenmal am drahtlosen Telephon gelauscht— und d-.r Verfasser hatte schon vor dem Kriege in Nauen Gelegenheit da- zu— der ist erstaunt über die ganz ungewöhnliche Klarheit und Reinheit der Z'öue, die er vernimmt. Da ist kein Knacken und Knarren und keine Verwischung der Sprachlauje. Jedes Neben- geräusch fehlt. Denn im Äetherraum gibt es ja keine Nachbar- lxitungen, die störend zu wirken vermögen. Andererseits besteht d-r Nachteil, daß das drahtlose Telephongespräch nicht geheim ge- halten werden kann. Die Wellcnzüge breiten sich von der Sende- nellc kugelförmig auS und können von jedem geeigneten Apparat abgehört werden. Die Apparate zur Verstärkung von Telephonströmungen, die gleichfalls während des Krieges entwickelt worden sind, gestatten heute, über beliebige Entfernungen drahtlos zu telephonieren. ■Uenn die ankommenden Schwingungen ursprünglich auch nur ganz ichwach sind, so kann man sie örtlich mit Leichtigkeit bi, zum Donnerhall vergrößern Und da auch die Sende- und Empfangs- stationen selbst samr ihren Drahttürmen immer kleiner werden, so der im Einverständnis mit dem Willen des Volkes regiert wird, möglich sind. Verschiedene Gründe veranlaßten die Bolschewiki, die Menschewiki in die Räte wieder aufzunehmen, aus denen sie um die Mitte deS Jahres 1918 auf Beschluß der Kommunisten- Partei gleichzeitig mit den Sozialrevolutionären ausgeschlossen worden waren. Die Sozialdemokratie geht jetzt in die Rai«, um dort ihre Uebcrzeugung und ihr Ideal des inter» nationalen Sozialismus gegen die zerstörende Politik der Bolschewiki zu verteidigen. Nur in diesem Sinne ist die Rückkehr der Sozialdemokratie in die Räte zu verstehen. Aus dieser Erklärung geht deutlich hervor, daß nicht die Menschewiki, sondern die Bolschewiki Entgegenkommen zeigen, was sicherlich jede andere Schlußfolgerung zuläßt, nur nicht-die von den Unabhängigen und Spartakisten per- breitete._ ' yunger, Revolution und Freiheit'. Zur Sclbstblockade des Seemannsbundes. Di«.Freiheit" findet endlich Worte �u dem Beschluß des kom- mumstischen Seemannsbundes, der die Ausfahrt der Lebensmittel- schiffe verhindern will, und schreibt: Unserer Meinung nach wäre ein Beschluß, die Ausfahrt der deutschen Flotte zu verhindern, ganz unverständlich. Es wäre nutzlos, weil die Entente das Reckt hätte, die Schiffe ab- zuholen, und es wäre sinnlos, weil es natürlich nie die Politik der Arbeiter sein könnte, sich selb st auszuhun- gern, um sich dadurch stärker zu revolutio- nieren.' Das Elend kann unter Umständen ein revolutionierender Faktor sein, aber nur dann, wenn es durch die Politik der Gegner der Arbeiterklasse herbeigeführt worden ist, nicht wenn es durch eine Arbeitergruppe selbst erzeugt wird, gegen die sich dann der ganze Unwille aller anderen Schichten richtet. Das ist an sich richtig. Aber Spartakus rechnet mit jenen Ur- toilslosen, die eben nur den Hunger verspüren und nicht nach den Gründen fragen. In der Frage der Arbeits- l o s i g k e i t haben die Spartakisten �enan fo— und nicht ohne Erfolg— operiert. Sie haben mit wilden Streiks, namenrlich in den Kohlenrevieren und den Industrien, von denen andere In- duftriczweige abbängen, alles getan, um die Arbeitslosig- keit auf den Gipfel zu treiben und genießen nun die Früchte der Unzufriedenheit, an deren Ursachen sie reichliche Mit- schuld tragen. Für die doppelzüngige Politik der Unabhängigen aber ist es charakteristisch, daß die.Freiheit" trotz ihrer richtigen Erkenntnis der Sachlage wenige Zeilen später schreibt: Das Ganze scheint stark eine sensationelle Mache zu sein, die zu einem Hetzversuch gegen den Seemanns» b u n d. der dem alten Transportarbeiterverband ein Dorn im Auge ist, ausgenützt werden soll. Also: de? Beschluß d«S SeemannsbundeS ist.unverständlich" und„sinnlos"(das sind freilich sehr milde Bezeichnungen), wenn aber ein anderes Blatt als die„Freiheit" ihn zu kritisieren wagt und auf die Folgen hinweist, die er für die Ernährung des deut- scheu Volkes haben mutz, so ist das ein Hetzversuch gegen den See- mannSbund". Die unehrliche Politik der Unabhängigen, wie sie leibt und lebt!_ Der Kampf um die Kaiserbilder. Schulvorstand gegen Lehrer. Sin Dorffchullehrer aus dem Kreise Lü&ben teilt uns folgenden Fall mit:„Ich hatte am 19. November v. I. die Bilder Wilhelms kl. aus dem Schulzimmer entfernt und auf den Hausboden gestellt. Später zu den'Wahlen am 19. und 26. Januar bin ich umt gutem Erfolge für die Sozialdemo- kratische Partei eingelvelen.* In einer Schulvorstaudssitzung am 14. d. M. verlas der Ge- meindevorsteher folgendes Schreiben des Kreisschulinspcktors, Oberpfarrer Zierach in Friedland, Niederlausitz; Wie mir mitgeteilt ist, hat der dortige Lehrer die Kaiser- bildet aus dem Schulzjmmer entfernt. Ich ersuche um Bericht, ob die Entfernung oer Bilder mit Zustimmung des Schulvorstandes erfolgt ist, und ob der Schulvorstand gewillt ist, fernerhin zu dulden, daß die Bilder aus dem Schulzimmer entsernr bleiben. wird vielleicht in ein paar Jahrzehnten jeder eine elektrisch« Fern- sprechapparatur für drahtlosen Verkehr in der Westentasche bei sich führen. Tann wird die Prophezeiung von Professor Aryton sich erfüllen, der da saglte:„Einst wird kommen der Tag, an dem das Menschenkind, das mit dem Freund zu sprechen wünscht und nicht weiß, wo er sich befindet, mit elektrischer Stimme rufen wird, die allein jener hört, der das gleichgestimmte elektrisch« Ohr besitzt. Er wird rufen: Wo bist Tu? Und die Antwort wird klingen in sein Ohr: Ich bin in der Tiefe des Bergwerks, auf deck Gipfel des Anden oder auf dem tvetten Ozean. Oder vielleicht wird keine Stimme antworten, unb er weiß dann, daß sein Freund tot ist!" Das ist Zukunftsmusik... Aber Tatsache ist: Auf Grund ihrer Errungenschaften der letzten Jahre wären schon heute die deutschen Funkentelegraphie- Ingenieure jeden Tag imstande, drahtlos von der Großstation Nauen aus nach New Aork zu telephonieren. Nicht mangelnde technische Mittel sind es. die sie daran hindern, sondern nur der politisch begründete Umstand, daß man drüben heute noch nicht hören will, was wir sagen wollen. Gtto Secker-Volkskonzert. Bei regerem Besuch als das vorige Mal, obgleich �diesem künstlerischen Unternehmen noch stärkeres Interesse zu wünschen wäre, ging Donnerstag abend daS zweit« Bolkskonzert in der alten Garnisonkirche vor sich Die Vorträge deS Potsdamer Or- gamsten Otto Becker bilden dabei den eigentlichen Anziehungs- Punkt. Zwar bieten häufige Kirchenkonzerte den Berlinern reich- Ilche Gelegenheit, Orgelmusik zu hören. Allein die„Königin" aller Instrumente tft noch immer weit davon entfernt, als volkS- lümliches Konzert-Instrument zu getten. Hierzu seinerseits bei- zutragen, ist Professor Becker, einer unserer tüchtigsten Orgel- virtuosen, emsig bemüht. Diesmal stand LisztS grandiose Fantasie für Orgel übe: den Choral auS MeyerleerS Oper Der Prophet obenan. Die Komposition erhebt sich unter Wahrung der gegebenen Situation musikschöpserisch doch weit hinaus über die Sckranken herkömmlicher Ideale. Nicht sowohl da» religiöse Ele- ment, als kosmopolitische Ideen verdichten sich hier in dem Cboral- wort:..Zu unS. zur Welle des Heils, kommt ihr Völkerl" zu einem allgewaltigen Orchesterklang. Außer Mendelssohn brachte Otto Becker auch ein klares, dennoch farbig gewobenes Orgelvor- spiel von Hugo Kaun erstmalig zu Gehör. Eine besondere Rolle ist der Orgel al» B e g l e i t instrument zu gesungenen Liedern wie zur Violine zugewiesen. Daß sich, ungemein feinfühlige Registerführung vorausgesetzt, Orgel-, Ge- sangs- unb Geigenton bis zur täuschenden Vollkommenheit mitein- ander verschmelzen vermögen, konnte auch jetzt, wieder festgestellt werden. Zumal in einigen Schubett-Liedern, die Elisabeth van Endert— außer der großen Sopran-Arie auS Mendelssohns Von den Schust>orstandSmffgNet>ern find zwar drei mit mir der Meinung, daß Kaiserbilder nicht in daS Klassenzimmer der republikanischen Volksschule gehören. Der Gemeindevorsteher und ein weiteres königstreues Mitglied dagegen find mit dem Herrn Oberpfarrer der Ansicht, daß die Bilder unbedingt wieder aufge- bringt werden müssen. Nun ist es hier so, daß im Schulvorstande der Gemeindevorsteher angeblich zwei, sein Freund sogar drei Stimmen hat. Wie das zugeht, weiß ich nicht, e? ist aber so! Dann war die Sitzung so anberaumt, daß znwi Schutvorstandsmitglieder bestimmt nicht erscheinen konnten. So. lautete der Be- richr cm den geistlichen Herrn: Der Schulvorstand beschließt mit 5 gegen 2 Stimmen, daß die Entfern ung der Kaiscrbilder»u Unrecht erfolgt ist, und daß sie wieder aufgehängt werden müssen. Es ist schlau von dem Herrn Oberpfarrer, der sich übrigens in den. dienstlichen Schreiben noch immer Känigl. KreiSschul- inspekior nennt, daß er hinter seinen königstreuen Brüdern iaz Schulvorstande Deckung nimmt. Aber ob ihm das helfen wird. So- viel revolutionäre Lust wird hoffentlich noch in Preußen wehen. daß solche Schwarzkünstler davon etwas grob aufs Hinterteil ge- setzt werden. Webe uns. wenn es nicht so wäre. Liest Herr Minister Harnisch auch den„Vorwärts"? Hat er niemand, der den„Königlichen" ablösen kann?" » � ♦ Wir geben diesen Fall der„Deutschen Tageszeitung" zur Kenntnis als Anschauungsunterricht dafür, welche Peamle wegen provokatorischen Widerstandes gegen die Regierung ihres Postens enthoben werden müssen. Im übrigen: -Haenisch werde hart! Teuerungszulage für Militärperfoueu. Man schreibt uns: Die Klagen der auf Selbstbeköstigung ange- wiescncn Unteroffiziere und Mannschaften, soweit sie sich in be- amienähnlichen Srellen befinden, über die Nichtzahlung der vcr- sprochenen und genehmigten Teuerungszulage, mehren sich von Tag zu Tag. Es ist wohl nicht mehr wie recht und billig, daß gerade diesen Leuten, die doch mit jedem Pfennig rechnen müssen, die s ch o u scitlMonatenbewilligteTeuerungSzulage endlich gezahlt wird. Sollten diese Kameraden es vielleicht wen'ger be- dürstig sein als die Offiziere, die. wie daS„Deutsche Offizier- blatt". Nr. 11, S-222. besagt, als Zulage bekommen: Offiziere in Gehaltsklasse 1: jährlich 13 999 M., außerdem 199 M. monatliche Teuerungszulage; CehaltSklasse 2: jährlich 4699 M., außerdem lllZ Mark monatliche Teuerungszulage; Gehaltsklasse 3: jährlich 1890 M„ außerdem 200 M. monatliche Teuerungszulage, außer den Kinder» zulagen von 59, 49 und 39 M.? Man dürfte doch glauben, daß für die Mannschaften das gleiche Bedürfnis vorliegt. .Feutrairat und Ratefpftem. Noch kein endgültig festgelegter Standpunkt. Der Zentrolrat der deutschen sozialistischen Republik teilt mit: In der Morgenoilsgabe der Deutschen Allgemeinen Zei- tung vom 18. 3. befand sich eine Notiz icher den Zusammentritt des 2. Rätekongresses, in der es heißt,„daß der Zentral- rat auf dem Standpunkte stehe, daß die politischen Rechte der Arbeiter durch deren Vertreter in der National- und in der Landesversammlung gewahrt werden, und daß damit ein anderes Organ zur Vertretung der politischen Interessen der Arbeiter sich er- übrige." Diese Mitteilung entspricht nicht den Tatsachen. Die Stellung des Zentralrotes ist d u r ch a u s noch nicht endgültig f e st g e l e g t; bei den bisherigen Beratungen dieser Angelegenheit hat sich aber ergeben, daß die Mehrheit seiner Mitglieder eine Auffassung ver- tritt, die der in der Deutschen Allgemeinen Zeitung wiedergcge- denen entgegengesetzt, ist. * Die Ansicht der„D. A. Z." über den Standpunkt des Zen- tralrvtes entsprang offenbar aus dessen tatsächlicher Handlungsweise. Nachdem der Zentralrat sein? Macht in die Hände der Nationalversammlung gelegt hatte, konnte und mußte man der Meinung der„D. Ä. Z." sein. Wenn die Mehrheit der Zentralratsmitglieder heute den entgegengesetzten Standpunkt einnimmt, so haben die betreffenden Mitglieder ihre frühere Ansicht geändert:_ ..Elias"— wunberfein sang. Während ein geistliches Lied: Unter Sternen von Felix Weingartner— dem Bariton isten Ernst Arnow anvertraut— durch edle Stilisierung aufleuchtet«. � Bianka Becker-SamolewSka.bie wir seit langem als vortreffliche Geigerin kennen unb schätzen, spielte ein schönes Adagio aus Louis Spobrs siebentem Violinkonzert und Schu- manns Aibendlied mit großem Ton und tiefer Empfindung, clc. Nöthen. — Gogol? Komödie„Heirat", die morgen in der Volksbühne erstmals aufgeführt wird, hat nach einer Be- merkung Krapotkins vor zehn Fahren immer noch zum ständigen Repertoire der russischen Bühne gehört. Der Krieg wird daran nichts geändert haben und bielleicht auch die Revolution nicht. Die Komödie schildert das Zögern und Grauen, das ein einge» fleischtet Junggeselle vor seiner Heirat durchzumachen bat. der er schließlich entgeht, indem er wenige Minuten vor dem Beginn der Zeremonie aus dem Fenster springt. Sie ist voller komischer Sltua- tionen. die die Darstellungskunst guter Schauspieler zur besten Geltung kommen lassen. — Theater. AuS dem Künstlerkreis der Volksbühne ist Wilhelm Dieterle aus Gesundheitsrücksichten aus- geschieden.— Im Schillertheater Cbarlottenöurg geht morgen abend Shakespeare» Lustspiel„Wie es euch gefällt" in der Bühneneinrichtung von Alfred Reucker mit der Musik von t Max Conrad zum ersten Male in Szene. Anfang 7X Uhr.' — Ausstellung junger Architekt« n. Der Berliner AvbeitSrat für Kunst, diese im November gegründete Verbindung auf dem linken Flügel unserer Künstlersckaft. veranstaltet im Graphischen Kabinett I. B Ncumaun I Kurfürstendamm 232) eine erste Ausstellung, die in Modellen und Zeichnungen ein reiches und buntes Bild von der ZuiunstSsebnsucht unserer jungen Architekten- generation bieten soll. Die Ausstellung wird am 25. März er- öffnet. Ter Eintritt ist frei. — Vom jungen Wedekind. DaS Bruchstück einer ieüh« zeitig geplanten noch nirgends öffentlick aufaelübrren Komödie. .Elias Erwachen", und das amüsante Hinenlied„Felix und Kalathea" halte man verdiensll'cherweire sü� einen Wehe- kind-Boe mitlag der Hamburger Kammer spiele beransgesircht. DaS von„El'aS Erweckung" Vorhandene ist drrrch gewäblre, beinah flaistzistrsche Dikrron bemerkenswert, aber im ühriaen red'elig. schwer- rällig, man gesungen. Jnieresian« für lobenswürdige Foricker. Fach- menschen; sonst ein fast unkerrnrlicker Wedekind.„Felix und Kala« lhea" ist dagegen eme behaglich spielerische Fröhlichkeit, ein beidnisch unbefangener Bierulk. Wedekind bat die leichte Emiracht deS der- lausten Hirtenknaben Felix und der süßen, unweiien Galathea mit 17 Jadren schellenklingend beinnaen. Am Hunger deS Her-ens. am kräftigen Kunststnn. am angenehmen Dialog und am stostlichen Frei« mut erkennt man doch die ungestüme Begabung deS jungen ManneS. A. 6. Cin Neichsbllrgerratl Das Präfidliim �es NcichSbürgcrratS teilt mit: Am 80. März findet im Herrenhause zu Berlin die zweite Tagung des Reichs- bürgerratS statt. Sbenso wie die Arbeiterratsbewegung hat der Bürgerratsgedanke im ganzen Reich sich als Frucht der jetzt er- lebten innerstaatlichen Umwälzung immer mehr durchgesetzt und zu einer achtunggebietenden zusammenfassenden Organisation ge- führt. In der bevorstehenden Tagung wird die endgültige Bcr- sassmtg des Reichsbürgerrats festgestellt werden,.um ihm und oen in ihm zusammengeschlossenen Bürgerräten den festen und zuver- lässigen Unterbau und Zusammenhang zu gaben. Da im demokratischen Deutschland volle Organisationsfreiheit herrscht, so kann natürlich niemand dem Bürgertum ver- wehren, Vereine zu gründen, sich Bürgerrat und meinetwegen auch Reichsbiirgerrat zu nennen. Aber diese Bürgcrräte. die nicht wie die Arbeiterräte aus dem Boden der Revolution, son- dern gegen die Revolution entstanden sind, werden nichts weiter bleiben, als private Dereine. Irgendwelche öffentliche Befugnis wird und darf ihnen auf keinen Fall zuerkannt werden! Deutschöfterreichs Kampf. Teutschböhmeus Ruf nach Telbstbeftimmnng.— Tirol für feine Einheit.— Renner gegen Habsburg. Wien, 20. März. Die d e u t fch b öh m i f ck- Landes- regierung richtete namens Deutschböhmens und des Sudeten- larrdes durch da� Staat Samt des Aeutzern an die Internatio- nale Völkerbundkonferenz in Bern eine Rote, in der verlang» wird, daß bei der Beratung über das Statut des Völkerbun- d-S bereits Vorsorge getroffen werde, dass die Staaten in solchen Formen in den Völlerbund aufgenommen werden, dass die Ruhe der Welt nicht mehr gestört wird. Es wird dagegen protestiert, daß auch nur Gerüchte entstehen können, dass die Deutschen den Tschechen a.s Geschenk übergeben werden sollen. Die Deutschen erwarten, daß die Internationale Völkerbundkonferenz ihnen behilflich ist, ihre Selbständigkeit zu erlangen. Innsbruck, 20. März. In der heutigen Sitzung der Tiroler Landesversammlung gab der Vorsitzende Baron Stern- dach eine Erklärung ab, in der er sich namens der ganzen LartteS- Versammlung der Kundgebung aller Schichten der Bevölkerung für Einheit und Befreiung Tirols anschlof; und gegen die grausame und nutzlose Knechtung eine? Volkes protestierte, das im Vertrauen auf die Gerechtigkeit der 14 Punkte Wilsons die Waffen niedergelegt habe. Wir wünschen und fordern, fuhr der Redner fort, einen gerechten Frieden, weil sonst tiefe Verzweiflung über das Volk kommen mutz, die die letzten Fesseln der Ordnung sprengen und über das ganze Volk Vernichtung bringen wird. Wien. 20. März. Auf zahlreiche Anfragen der Vertreter der Presse erklärte der Staatskanzler Nenner über die Vorgänge in Eckartsau u. a: Die Oeffentlichkeit war sich sofort im Klaren, daß durch den Beschluh der Rationalversammlung über die Erklärung der Republik eine unhaltbare Situation geschaffen wurde, da der ehemalige Kaiser wohl die Erklärung abgab, datz er sich der Regie- rungSgefchäfte enthalte, jedoch nicht auf die Herrscherrechte verzichtete. Durch diese Tatsache ist die öffentliche Ordnung beun« .ruhigt. Hier handelt es sich u m das ganze Erzhau s. das einen gewaltigen Teil der Verantwortung für die Katastrophe und für den Niedergang des Volkswohlstandes trägt. Die Hofhaltung i« Eckansau widerspricht unseren Vorschriften. In der Republik gibt «S nur gleiche Bürger. Auf die Frage, ob ein Gesetz erlassen werde, das den Kaiser des Thrones verlustig erklärt, sagte der Staats- kanzler: Das bleibt der Rationalversammlung vorbehalten. Diese wird da? letzte Wort haben. Wenn sie nicht unterzeichnen... Vorschläge der„Temps". Bern, 20. März.„Temp?" beschäftigt sich bereits mit den Matznahmen, die ergriffen werden mutzten, wenn die deutsch« Re- gierüng mit der Verweigerung der Friedensunter- s ch r i f t drohe..TempS' verlangt, datz dann die Alliierten in jedem Gebiet Deutschlands OrtSbeh�rden einsetzen mützwn, mit denen provisorische Abkommen zu treffen wären. Die Ukraine in öen tzänüen öer Soljchewiki. Odessas Schicksal noch ungewiß. London, 20. März. Reuter erfährt, datz heute früh in London noch kein amtlicher Bericht von der Räumung Odessas vorlog. Reuter wurde mitgeteilt, datz die Bolsche- tqisten C h e r s o n und N i k o l a j e w erst nach schweren Kämpfen mit den französischen Truppen besetzten, die die Städte schlietzlich aufgeben mutzten und nach Odessa gebracht wurden. Die ganze Ukraine ist jetzt in den Händen der Bolschewisten. Die Entente hat die polnischen und ukrainischen Streitkräfte in Galiziqu aufgefordert, Waffenruhe zu vereinbaren. Dann werde sie die beiderseitigen �Gebietsansprüche zur Kenntnis nehmen. Briefe an Kriegsgefangene in Sibirien sind jetzt folgendermatzen zu adressieren: An den Kriegsgefangenen(Name, wenn möglich ge- näue AdreM) über Nordfors, Kopenhagen, Thiristiamsborg, Swt. Zusatz: KriegSgefangenenscndung. Ferner können durch Vermittlung von RordkorS Geldsendungen an die Gefangenen in Sibirien gerichtet werden. Diese Beträge sind an die Deutsche Bant, Berlin, einzuzahlen. Der frühere VdlizridrSsidcnt Eichhorn übersendet dem.Verl. Tagebl." eine Berichtigung, in- der er feststellt, datz er so wenig wie Hauptmann v. Beerfclde an den Berliner Unruhen teilgenommen -!at. Er habe seit Wochen Braunschweig nicht verlassen.— Wir haben die betr. Nachricht, als sie kam. sofort aus dai stärkste bezweifelt. Straßrnbahncrstreik in BreSlan. Die Angestellten der städtischen Stratzcnbahn in Breslau sind wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten, so datz der Betrieb der städtischen Linien eingc- stellt werden mutzte. Industrie und tzanöel. Börse. Die Börse eröffnete heute in geteilter Tendenz. Während die Nachfrage für SchiffahrtSwerte auch heute lebhast war. setzten Montanwerte, insbesondere Oberschlesien, niedriger «in. was auf die Nachrichten über die polnischen Forderungen zu- rückgefübrt wurde. Im weiteren Verlaufe waren Mantanwerte weiter abgeschwächt. Am Schiffahrtsmarkte waren wieder Hansa und Hamburg-Südamerika bei anziehenden Kursen gehandelt. Bon � Rüstungswerten lagen Deutsche Waffen, Gebrüder Bühler und Ohrenstein schwächer, während Kölln-Rottweiler und Rhein- 1 mctall anziehen konnten. Kriegsanleihen gaben etwas nach.' SelvelWoWetMUlV Zum verflossenen Streik in der Kinobranche sendet u»S Genosie A. Knall, der Vorsitzende des Verbände? der Steinü'ver folgende jfui.br ttl: Gestatten Sie auch mir, als quasi Milbegründer de? in der Notiz in Nr.>42 des.Vorwärts- io icviver anqegrifscne» Zentral» Verbandes der Film- und Kinvaugebörigen, der üb auch an den Tarifverhaiidlunge» bis kurz vor Ausbruch des Streiks teil- genommen babe. einige Woile. In den Grüudurigsverhandlungeu des Zenlralveibaüdes sind die leiienden Perionen stets von mir daraus biugewiesen worden— und nicht ohne Eriolg, wie die Tartiverhaiidiungen beiviesen baden!— datz sie die bereits vo» anderen Berulsveibänden besetzten Gebiete zu meiden haben. Äen» das trotzdem nicht in io unzweideoiiqer Weise gefcheben ist, wie man es auf der einen Seiie gewünscht hat. io mutz doch auch anerlannt werde» dotz das nur zum geringsten Teile out den Eiiistutz der im Zentralvervand leiiendrn geistigen Arbeiter iurückzusühren ist, sondern vielmehr dnraut, datz die in Frage kommenden technischen Arbeiter den dringenden Wunsch nach einer einheitlichen Berufsorgainsotion haben, da sie den Film als »Berns- ansehen. WuS mich in der Hauptsache deranlotzt. zum Worte zu melden. ist die Art, wie die Leitung der photographischen Spurie imBerbande der Lilbographen uiw sich gegen de» Streik der»ginobranche- wendet. Ich weitz, datz gerade die Pdoiographen bei der Sache sehr stark interessiert sind. Aus der anderen Serie steht aber auch fest, datz die Ausnabineoperareure kür den Zentrolverband geradezu da» Fun» dament der ganzen Organisation da, stellen. Und das sollte man auch in der Leirung des sich bedroht fühlenden Verbandes einseben. Ich halte auch die Gegensätze garnrcht für so grotz zwischen den beiden rivalsirrenden Verväiidcn, datz bei gutem Willen»ich! eine Bei ständigling möglich wäre. Die Art aber, wie sich hier die ältere gegen eine ausstrebende jüngere Orgaiii'aiion wendet, mutz als geradezu schäbig bezeichnet werden. Man mutz dabei bedenken, datz in dem jungen Zentialverbande doch eine ganze Anzahl von Gruppen geistiger Arbeiter vertreten ist, denen niemand das Recht einer gewerlschaftlichen Organisation strittig machen kann, die auch bei ihrer Organriation»- arbeit zum Teil eine wahrhosie Kulturniission erfüllen(liehe den Artikel»Filmbörie- in einer früheren Nummer des»Boiwärt»-), und die zurzeit noch immer in Tarisveibandlunge» stehen! Wer Gelegenheit gehabt hat, zu beobachten, wie iehr die Filmlabrikanren sich bemüht haben, immer und immer wieder die Berufsorganisationen gegen den jungen Zeniralveiband a»S- «uspielen, der könnte es mit den bisherigen geweikschaftlichen Gepflogenheiten nicht in Eintlang bringen, den Fabrikanten dann Beihilse zu leisten. Ter Artikel in Nr 142 ober ist eine direkte Beifulie— er fällt dem Zentralverband bei den Tarisve, Handlungen in den Rücken! Wenn die geistigen Arbeiter im Zentralverband Forderungen ausgestellt haben, für die ein geirerlsftiasllicher Matzslab fehlt, so frage ich: haben n'chi alle Gewerkschaften in ihrer Jugendzeit For« derungen aufaestelli, die. wen» wir sie beule besehen, unS im Stillen manchmal ein Lächeln ablocken? Die Verhältnisse haben dafür ge- sorgt, datz liniere Bäume n>chl in den Hinimei gewachsen sind— o»ch die Bäume des ZeiiiralvcrbandeS der Film- und Kinoange- hörigen werden die normale» Wach.?iiimSgreiizeii nicht überschleiten. und wenn wir uns ichon berufen fühlen, sse zu beschneiden, dann tollten wir das in einer Weise tun, datz nicht das Unternebmerium feine Freude daran hat und der um ihre Anerkennung ringende» jungen Gewerkschaft den Kampf unnötig erschwert. Das gebietet dl« gewerljchaftltche Solidarität. GroßSerün Die Verteilung der ausländischen Lebensmittel. Trotz der Dringlichkeit der Lage ist die Frage der Lebensmittel- Verteilung für Berlin sowohl wie für das Reich noch durchaus ungeklärt. Am gestrigen.Tage haben Beratungen rm RerchSernährungS- amt stattgofunden. die heute ihre Fortsetzung finden werden. Vor allem ist die Tatsache festzustellen, imh man an amtlicher Stelle zu der Erkenntnis gelanat ist, datz eine einheitliche LebenSmittalvec- teilung für das ganze Reich aus praktischen Gründen kaum m Frage kommen kann. Das platte Land, ebenso wie die kleineren Städte sind in der Lage, ihren Bewohnern eine weitaus bessere LcbeuS- mrttelversorgung zu gewähren, als dies in den Industriezentren und den Grotzstädten'der Fall ist. Man wird also, wie wir von gut unter- richteten Seite erfahren, bei der Zuweisung der ersten Lebensmittel- fendungen vor allem die sogenannten Notstandsgebiete berücksichtigen, die Jnvustriegcgendcn und die Städte, die Einwohnerzahlen über 20 000 Bewohner aufweisen. Dadurch werden die ankommenden Lebensmittel, namentlich Fett und Fieisch, einer iu>i leidenden Bevölkerung von etwa 25 bis 30 Millionen Einwohnern zugute kommen. Vor allen Dingen soll natürlich Berlin, dessen Lcbensmittelver- sorgung gegenwärtig denkbar ungünstig ist, Zufuhren erhalten. Bei den Konferenzen wurde betont, datz die Bevölkerung ihr« hochge- spannten Erwartungen unbedingt zurückschrauben müsse. Bisher lätzt sich zwar noch nichts Bestimmtes sagen, doch hosfi man, d'« Fett- mengen derartig verteilen zu können, datz pro Monat l Pfund Fett auf den Kops der Bevölkerung aus den Zufuhren kommen kann. Da- gegen ist über die Art und Weise der Verteilung der Lebensmittel m Berlin noch kein bestimmter Beschlutz gesaßt worden. Der Magistrat Berlin wird sich noch im Laufe des heutigen TagcZ mit der Lebens- mittelfrage beschäftigen Man will versuchen, mit dem Reichs- ernährungSamt in Verbindung zu treten, um alle Vorbereitungen für diese, für die Bevölkerung Berlins so außerordentlich wichtigen Fragen rechtzeitig treffen zu können. In den Kreisen der städtischen LebenSmittelverteilung ist man der Ansicht, datz eine völlige Aus- schaltung der Kommune bei der NahrungSmitielverteilung unzweck- mätzig sei, da der Magistrat außer seinen langjährigen Erfahrungen auch die Organisation besitzt, die eine schnelle und gleichmäßige Be- lieferung aller Einwohne: sicher stellt. Der Mord im Hotel Adkon. Bei den Ermittlungen zur Aufklärung des Raubmordes, der im Hotsl Adlon an dem Geldbricsträgcr Lange verübt wurde, kam es u. a. daraus an, die Herkunft eines Koffers und zweier Handtaschen, die der Mörder in seinen Hotelzimmern zurückließ. festzustellen. Nach anderen vergeblichen Versuchen stellte die Kri- 'minalpolizei den großen Koffer und zugleich de�Strick, mit dem Lange gefesselt und erdrosselt wurde, in einerMSchaufenster am Tö.nhosfplatz aus. Jetzt hat sich jemand gesunden, der über die Herkunft de» Koffers die gewünschte Auskunst gaben konuite.. Der Koffer ist am IS. Dezember v. I. bei einer Privatperson in der Brandenburgstratze van dem Mörder für 1�7 Mk. gekauft worden. Der Käuier rief nach Abschluß des Geschäftes eine Pferdedroschke heran und fubr mit dem Koffer nach dem Sttttiner Vorortbahnhof. Durch diese Ermittlung ist jetzt auch festgestellt, datz der Mörder niemals sein äußeres Aussehen zu verändern versucht hat. In der Brandenburgstratze wie auch spater trat er stets' ganz ungeniert mit dem schon mehrfach erwähnten schwarzen Vollbart und der Brille«ms. Ueber den Aufenthalt des Mörder« haben di« bis. herigen Ermittlungen folgendes festgestellt: Am 13. Dezember kaufte er sein Gepäck und brachte es nach dem Stettiner Vorort. bahnhof. Am LI. fuhr er mit dem Koffer nach Velten und zurück. An demselben Tage stieg er gegen 3 Uhr nachmittags im Hotel Bristol ab. Hier wohnte er bis zum 23. Dezember. Dann siedelte er in das Hotel Adlon über, wo er bis zum 27. Dezember blieb. Am 1. Januar 1313 kam er mittags wieder ins Hotel Adlon und blieb bis nach der Ausführung des Mordes am 2. Januar vor- mittags gegen 11 Uhr. Zm: BekämPfimg der WohmmgSnot wurden in einer vom Mieterbund Grotz-Berlin einberufenen Ver- s o m m l u n g, in der Herr Kötzschke und Herr Dr. Bornstein refe» rierten, allerle' Vorschläge gemacht. Die Diskussion ergab bei den Mietern volle Uebereinstimmung darüber, daß zum Schutz der Mieter, die infolge von Wietsteigerungen trotz Mictcinigungsamt ihre Wohnung auszugeben gezwungen sind und zum Teil noch keine neue ge- funden haben, schleingst ctwaS Durchgreifendes getan werden mutz. Für die HauZtt-iNe trat der Hausagrarierführer RcchnungSrat. Fuhrmann ein, zu dessen Versprechen, datz er.versöhnend' wirken wolle, seine die Mieter provozierenden Ausführungen schlecht patz- ten. Ein anderer Redner, anscheinend gleichfalls ein�Hauseigen- tümer, rief stürmischen Widerspruch hervor mit seiner Behauptung, datz der WohnungSwuckfer heute durch die MicteinigungSäintcr schon völlig unterdrückt sei. Aufsehen erregte die Mitteilung eines Per- trerers vom Berliner Wohnungsamt, des Ingenieurs Kraffert, datz zurzeit das Amt nur noch 333 unvermietete Woh- nungen im Nachweis hat. darunter 263 mit einem Zimmer. 31 mit zwei. 18 mit drei, 2 mit vflr. 8 mit fünf, 11 mit sechs oder mehr Zimmern. Im übrigen glaubte er sagen zu dürfen, daß jetzt weniger nach kleinen al» nach mittleren Wohnungen verlangt werde, nachdem durch Kostenzuschüsse der Stadt zu Um. und Ausbauten bisher etwa 1700 neue Wohnungen mit einem, zlvei oder drei Zimmern, im ganzen mit 4216 Räumen, geschaffen worden seien. Angenommen wurden mehrere Entschließungen, an ihrer Spitze die Forderung, in bezug auf den Wohnungsmangel da« Gebiet Grotz-Berlin zum Notstandsgebiet zu erklären, damit die Gemeinden mehr Machtmittel zur Bekämpfung der Wohnungsnot haben. Jeder Mieter soll nur eine Wohnung, haben dürfen, den Inhabern großer Wohnungen sollen höchstens fünf Zimmer belassen werden, die überschüssigen Räume sind zu beschlagnahmen und an- deren Mietern zu überweisen. Gefordert wird ferner, bis zur Be- seitigung des Wohnungsmangels ein allgemeine» Umzieheverbot zu erlassen und andererseits auch den Zuzug von aujferhalb zu ver- bieten. Fälle von Wohnungswucher sollen gesammelt und dem Wucheramt mitgeteilt werden._. von der Republikanischen Caldatenwehr bei der Kommandantur wird mligeteili, datz die«ngehöfigen deS aufgelösten Depots 8 der Republttaiifschen Soldalenwehr. Gileisenaustratze, fhre Belieldungs- stiicke. soweft dies now nicht geschehen ist, in der Franzcr-Kaierne, Blüwerslratze, umgehend abzugeben haben. Wer'bis zu», 25. März liUS seine Sachen nicht abgegeben Hot, wiid strasrechilich versotgt werden. Löhnung wird donselbst bis zum 17. März gezahlt. Stadtverordnetcnversauiullung in Eharlottenburg. Bei Berechnung der Äonalisotionskosten ist eine Eobühr in Höhe von 1B5 Prag, vom GebäudenutzungSioert festgesetzt, die gegen ftühcr eine Steigerung von 333 000 M. oder 35 Proz. bringt. Diese Mehrbelastung ist eine Folge der Erhöhung der Löhne, Kriegsleue- rungSzulagen, KriegÄbeihilfe und die eminente Steigerung der Kohlenpreise. Bei der Müllbeseitigung mutzten die Sätze um das Toppelte erhöht werden. Dem Erweiterungsbau der Sparkasse <300 003 M.) wird einstimmig zugestimmt. Die Zahl der Sparer ist seit 1314 von 122 243 auf 203 414 gestiegen, die Einlogensumme von 62 auf über 153 Millionen. Die Lustbarteitssteuerordnung wird mit einer kleinen Aenderung angenommen. Genosse Richter bedauert, datz durch diese Steueworlage die Spiel kl ubS nicht ersaßt iverden konnten. In der Stadt bestehen 18 solcher Klubs, deren Letter nach Feststellungen der Polizei aus Kartengeldern monatlich 1% Millionen Mark einnehmen. Ihr Ver- einScharakter schließt die Anwendung der Gesetze gegen sie aus. Richter ersucht dcn Magistrat, die Regierung aufzufordern, durch schärfste Besteuerung diese Klubs zu beseitigen. Demgegenüber vertrat Lberbürgermeister Dr. Scholz den Standpunkt, datz dies allein Aufgabe der Polizei ist. Bei der Nochbefvilligung von Mitteln für die Krankenanstalten wird verlangt, daß für alle dort Beschöstiglen ohne jeden Unterschied die E i n h e i t s- t ü ch e durchgeführt wird, waS nach eingegangenen Beschwerden nicht der Fall zu sein scheint. Der Magifftratsvertretcr giebt bekannt, datz die Durchführung dieser Forderung bereits beschlossen wurde. Unser Antrag, in gemischter Deputation Matznahmen zur Uebernahme der Polizei zu beraten, wird der jdommunalisierungs- kommilfsion irberwiose». Unser Antrag, den Magistrat zu ersuchen. ein Gesetz zu beantragen, wonach alle unbesoldeten Magistratsmit- alieder von ihren Stellen zurückzutreten haben und Neuttvahlen ausgeschrieben werden, wurde nach längerer Aussprache abgelehnt. Der Antrag auf Errichtung eine? Grmeindefried Hofes und eines Krematoriums wird von Pfarrer Luther aus religiösen Bedenken und wegen der Kosten bekämpft. Genosse Gebert be- gründet die Notwendigkeit, die Demokraten schließen sich an. Der Antrag auf Schaffung eines Friedhofes wird angenommen, da» gegen die Errichtung eines Krematoriums abgelehnt, weil die Rentabilität bezweifelt und den CharlotterAurgern di« Benutzung de» Berliner Krematoriums ohne Erhöhung der Sätze zugestanden wurde. Eine sehr ausgedehnte Debatte wurde durch die sozialtsti- schen Soziali sierungSanträge hervorgerufen. Mehrers Redner der bürgerlichen Parteien liefen Sturm gegen die Anträge, die von unserer Seite von den Genassen Skaller und Horlitz be- gründet wurden. Die Bürgerlichen verlangten völlige WirtschaftS- freiheit uyd wiederholten immer wieber den Vorwurf. Kommunal- betriebe arbeiteten zu teuer, die Rücksicht auf die Kleingewerbe- treibenden müsse uns von der Kommunalisierung fernhalten. Die zum Schluß gestellte Anfrage:„Unter welchen VorauSsctzun- gen lehnt der Magistrat«ine Verhandlung mit dem Verband der Bureauangestellten Deutschlands itter tarifliche Megelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für das Bureauhilfspersonal ab-, fübrte zu lebhaften Auseinandersetzungen. Bürgerttteister�M e i e r erklärt. Chorlottenburg habe die Organisation immer anerkannt. Mit dem Staat», und Gemcinbeavbeiterverband beständen Tarife unh auch mit den BureauhilfSarbeilern würde ein solcher abge- scqlosscn, sotald Grotz-Berlin daS gleiche tue. Genosse Gebert weist darauf hin, datz den Vertrauensleuten der Organisation Schmie- rigteitcn gemacht würden. Einzelne Löhne seien so niedrig, dotz sie nicht einmal da» Existenzminimum gewährleisten, und das Be- nehmen einzelner Dezernenten dem Personal gegenüber sei scharf zu rügen. Genosse Kano verurteilt, datz der ArbciterratSvcrtrcter der Kommunalbeamten in der Ausübung seiner Tätigkeit für den Arbeitcrrot tehindert wird und ihm vom Dezernenten Sckcvierig» ketten bereitet werde». Abhilfe wird vom Ocherlfürgermeister zu- gesichert._ Nc'ikZll». Nngöltige Brotkarten. Während der letzten tlnruhrn in Nenlölln sin» eine größere Menge Biolkarien gestoblcn worden. Der Magistrat macht daher bekannt, vatz zuiiöchsl die für die W o ch e vom 24. br» 3t. März bestimmten Brotkarten un» gültig sind und datz die Brotabgabe für diese Zeit aus noch be- tanntffigebende Abschnitte der Lebensmiltelkaite erfolgen wird. Spandan. Der NelchSdnnd der KriegsbelchSdigte» und ehe- rna Itpen flr ief Stet. t el tuet, LrlSsriippe Spandau, täll am Sonnabend. dcn 22 März, abend« 7 Ubr. Im Lofol von Lange. Nonnendarnm.Altee, Ecke Rettzstrage, eine Zusammen lunst ab. Auch Äriegshmterbltebcue fiud willkommen. Groft-Serliner parteknachrichtetu Wilmersdorf. Sonntag, 7 Ubr. flndct in der Lbcr-Aeallchule am Hindenburg-Port ein Mo, a>t-Abend statt. Eintritt 60 Pf Billelis sind im Vorverlaus. Bartci-Vureau. Uhlandstr. 9tj/8'j und bei Westrnbeia, fcoleusce, ©eiifölifcheflr. 28 zu Kaden. Toziatdemotratische Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattungen Kroh-BeilinS, die zur S. P. D- gehöien: Wichtige Bciprcchungen. Sonn» lag, 23. März. vo> mittags 10 Uhr. Jugenddeim, Linde» sir 3. Mtg.ieds. larte! Bofber um 9 Uhr: Lebier und Ledreiinnen der S. P. P., die Stadt- oder Gemcindeverordnete w Gron-Berlin sind. Berantwortlich für Politik Artet sinNer,«harlotte»b!i?q, für den übrigen Teil de, Kaltes Sittel AitiU. Neutalla. für itn�eigen Xtcalat«lacke. Perliir Vertag: DorwärlS-Perlag«» b. Verlin Track Vorwt>ri».Vmlde»ckerei und SerlagSaaftaU Paul Singer tl. Co. m Berltn, LMdeustrabe 5. • Srkefkasten der Neöaktion. Heute fällt die Juristi'che Sprechstunde aus. Mantrufsel>> BtS IS März. Kommandantur, dort erfahren Sie das PatUTe. 3. Nein.'— Trreden ZLl. Amtsgericht Berlin-Mitte. Neue ffriedrichitr. l2/IS�— P. 2. 13. Die Anmeldung Ihrerseits mus, eriolg.n, salts Sie nach dem Mieweitraq hajlbar sind, andernfalls genügt Mitleitung an den Wirt.— C.<9. 100. Eine bestimmte Anzahl von Kuren ist nicht festgesetzt.—(9 IS. Die friilpen Besiimmungen sind «od) nicht aiifnebobcn.— I. R. 07. Wenden Tie sich an den Maginrat. — I.<9 2a. Das kann geschehen, wenden Siesich an die Elweibslosen- füisorge. 2. Machen iie bei Kcwcrbedcputatio» In NciiföUn Mitteilung.— G. K. 7S. Vom t. Februar ab.— M. 91. 187«. 1. und 2. Ja. 3. Bezirislominando.— C. V 77. Der Mann ist nicht hniibar.— Februar lUlv. Wenden Sie sich au das Bezirlskommando.— O. 9i. SO. Ja.— P. F. Ältl. Wir haben Ihren Brief der fazialdeinolrat>schen Stadlocrordnelcnjiatlion der Stadt Berlin übergeben.— A. B. 81. Obne Zustimmung der Kinder nicht zulässig.— A. B- 31. 1. Pobsendungen durch Vermittlung der Kriegsgefangenen fürforg« 7a. Stuttgart. Alademte. 2. Beschweren t-ie sich bei der Zentrale für Erwerbstoscnfürsorge, Berlin. Kaijer-Wilhelm>Str. 45.—®. 66. Weitere Schritte sind aussichtslos.— R. F. 866. Erlundigen Sie sich nochmals beim Bezir Siommando.— Ich. 36. l. Nein. 2. Sie können Ermäßigung des Steucriabes und weitere Stundung beantragen. 3. Ja.— — T.«>3. Der Vermieter kann den Erlaß sirirr einstivelligen Beifügung beim Amtsgericht beantragen.— 86 i9. l. Füi die Klage daS Landgericht III, Tegeler Weg. sür den Sühneversuch das Amtsgericht Lichtenberg. 2. Der Klage inizg das Sübneoers.ihren aoronaeben. 3 Ja. an den Aimenoorsleber des Bezirs. 4. Ja. salls das Armenatlelt erreicht wird.— E. lt. 106. I Ihr Mann soll beim(Scneraitommando Beschwerde erbeben. 2. Be- schwcirn Sic sich beim LandratSamt. brzw. Negiesiingspräsidenten.— K. P. 2!i, I. Ja. seit dem l. Januar. In Ihrem Falle 3S'it°/0. 2. Nein. 3. M. 1,90.—«Irrisswald. I. Anspi uch auf Militärrenle bat Ihr Vater nicht. 2. Es kommen die Vor schritten der Kranken- bezw der Invaliden- Versicherung zur Anwendung. 3 Ja. in allen größeren Buchbandiimgen.— <9. A. 31. t. Ja. 2. Unseres Erochlens nein— Ichru 4S6. Der Krund dürste ausreichend sein, Beschwerde beim NegierungSpräsidenten.— — C. 27. Auf Grund der Verordnung vom 24. Januar 1940 ist dke Kündigung so lange die Verordnung nicht von leiten der Ne- gicrung ausgehoben wird, unwirlsam. Machen Sie den Gutsbesitzer daraus aiiimerksam. Ven'orgungsansprüche gegenüber dem Cbes baden Sie mcht. Sie unterlagen aber der Angeslelltenversicherung. — A. K. 2ä. 1. Falls die Ehe nach dem 3l. Dezember 189) geschlossen ist, bleibt jeder Teil Eigentümer des eingebrachten Gnies. Dem Manne stcdt das Nießbrauchs- und Verwallungsrecht zu. 2. Das Testament kann auch im Hause auibewabrt werden. 3. Venchieden, wagen Sie bei der Kreis- oermallimg an. in deren Bezirk»das Grundstück liegt.— W.mer dar vraadenburgtschru Train- Abteilung 3, Spandau. tääaD LiWkwioas gebraucht, billig. Reue»rirtl., 10 Z.©nrontie, 1700,-., 1848 Vtanafpetchsr. Bsitawftr. 48. iL Alexanderitr.57, Alexanderpt GnPiml-'v�rMa'fVn auch Siphon- u. Brruliigungssauger. Al'e Ar tikel f. Krankcnpllege,»aus- u. Tollettcmittel. III. Liste grat. u fr. A. Maat Sc Co„ gegr.>89 Berlin, Markgralcnstr. 84.« Kriegsanleihe kauft gegen Barzahlung Deutscbe iietsllindustrie, Potsdamer Str. 67.• Mg luvst Aaser, Fiensbnrger Straße 1. Frrnspr.: Moabit 7515.» 1 Hautjucken e(Kräizei wirksames äpezinlmlttei I Pers. 7j0 M., 2 Pers. 14 M. Apotheker Lauen'teins Vers. Spremberg L. 44.• Stoffe für Daraen-Kostume | Meter 20,-, 30,-, 40.-. 50. üerrcn-Änzüge Meier 50,-. 6",-. 70.-, 8u.- Tachlager Koch& Seeland I 0. m. b. 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