Ur.lSS 36.3itlirt(. !ve,«aS»retSi •StedetjäM. ISO'JU, monau.2 BOäJH. fretiil« Haus oütttuJiaij.bat. Ginjetec »dimmern 10 istennifl. Poltbezug: Wonaldch-.50 XL. etfl. Zustellung«. geballt. Uniei rfteu-bunb für Deutsch. anfl u, Oeftcrrfich.Ungam.,75 OK. für da« übrige AuStand v.TB ML. bei lügltch einmalig er Zustellung 7.75 ML Poitbenellungen nebmen an Düne. mari. Holland Uuremdura. Schwede» und die Schweiz Suigelragen in die Po'l». ieiumgi-Preielilte. Der.Sorwürt«' ericheintwochenlSgllch zweimaL Sonntag c etnmat. Morgen Ausgabe. Tetegramm-ildreffe! .«oztatdewotra,«exüs*« Berniter Bolltsblatt. ( 10 Pfennig) AnictgenpreiS» Sie achigeidaltene»lonvareMezelle totiei 1,20 2RT.„fileine ilnueiflcn". da«'etueaiuSic War. 60 Ptg nililifia S fettgettrurflc ffiotiei iebt>' w euere SSot: iß ütg. Stellengesuche und kchlassiellenanzeigeti da« erue So« «ll ll'g..>ede« weitere Son A titg.' Sorte über 15 iSuchixibe» iübiei' tflt zwei Marli leticrung« juußlag 600> Fanittten-Anzeigen.»oitltiche und gewersichaitliche Bereiii«. finzeigen l,2v Mk. sie Zeile. Anzeigen chr!»l nachiie»iummer mllsse» bt« 5 Uhr »achmittaq« Mi vaudtgeichütL Berich SW.il«. lllndensirage S,.reeegeber idetben. iSeöftnet don 9 Ilde srllb 51« 5 ilhr abend». Zcntr&lorqan der roztaldemokrattrchen Partei Deutfchlands. Reüaktion und Expedition: 653). 6$, Lindenstr. 2. Fernsprecher: Am, MortSplatz, Str. I.StS7. Mittwoch, den Ätt. März 1S19. j| Vonvärts-Verlag G. m. d. y., Siv. vS, Linöenste. Z. Fernsprecher: Ami Mortvpla«, Nr. 117 SS— St. VSS Urogramm tler preussZschen Kegieruvg. Die erste Regierimg PreuhenS, die nach demokratisch. parlamentarisch, n Grundsätzen gebildet ist, hat gestern durch den Mund ihres Präsidenten. deS Genossen Paul Hirsch. ihr Programm verkündet Nach dem Eintritt deS Zentrums in die Regierung richtet sich die Hauptaufmerksamkeit natur» gemäß auf den kulturpolitischen Teil deS Programms. »Paarung eineS Kaninchens mit einem Karpfen" hatte seiner- zeit der alte Traeger, der schon als Fortschrittsmann Demo- trat war, den liberol-konscrvativen Bülowbiock genannt. Eine Verbindung deS Zentrums mit der Sozialdemokratie auf dem Gebiete der Kulturpolitik scheint aber ein noch viel größeres naturw sfenschaftliches Wunder. Nun, trotzallcdem, der kulturpolitische Teil deS preußischen Negierungeprogramms ist ganz leidlich ausgefallen, und wenn die hinter den sozialdemokratischen Ministe, n stehenden Partei- kräite auf seine rasche und ehrliche Erfüllung drängen, so wüd man immer! in von einem guten Anfang sprechen können. Der Religionszwang in den Schulen wird beseitigt, den Gemeinden die Einrichtung von Simnltanschulen anheimgegeben. eine Neuordnung des Verhältnisses zwichen Staat und Kirche im Sinne beiderseitiger voller Selbständigkeit— diese letztere allerdings mit etivas langfrisriger Sicht— in Aussicht gestellt. Das Zentrum hat also den Notwendigkeiten der Zeit bis zu einem gewissen Grade Rechnung getragen. Vielleicht ist es klug genug, mit der Zeit einzusehen, dag die Freiheit der Neligionsgescllschasten. die niemand auf der Linken beschränken. will, für die Dauer ein festerer Besitz ist als eine staatlich privilegierte Herrschaftsstellring. Tie Zeit wird eS lehren, das Ziel darf nicht verloren gehen. Wenn es ohne Kulturkampf und ohne Förderung gefährlicher Zerreißungsbestrrbungen zu erreichen ist, so wird nian das begrüßen dürren, denn niemand will den Konflikt um des Konfliktes, willen. Aber erreicht muß es werden, wenn es geht, o h n'e Kampf, wenn es nicht geht, durch Kanipf. Terirlbe Gedanke der organischen Entfaltung zu neuen Lebenssornien, der den kultnrpolilischen Teil des Regierungs- Programms durchdringt, macht sich auch auf allen anderen Ge- bieten geltend, jo nanientlich auf dem der vielnmstritienen Frage, was aus Preußen selbst im neuen Reiche werden soll. Tie Reglerung hat dafür die Formel gefunden:.Aufrecht- erhallung des einen unteilbaren Preußen, bis der deutsche Elnheltsgedanke auf der ganzen Linie siegt". Dem darf man zuslimmen mit dem Wunsche, daß der deutsche Einheits- gcoanke so rasch wie möglich siegen möge. Bis dahin wird der Ausbau der demotratischen Selbsiverwaliung in den Provinzen daS Seine tun, um eine Umordung ohne Un- ordnung, eine Lösung im Innern des Reiches ohne Auflösung des Reiches ielbst herbeizuiühren. Was das preußische RegierungSprogramm über die Neu- gestallung unserer Volkswirt'chaft sagt, ist Phrasenfrei, auf das Sachliche beschränkt. Die großen Entscheidungen auf dieiem Gebiet sollen nicht in den Einzelstaaten. sondern im Reich, und die Staatsverwaltungen werden ihre Aufgabe recht vci stehen, wenn i'ie üc im Rahmen der Reichsordnung err illcn und weiter ausbauen. Die Gcwerbcinspektion ist bisaer Landessache, das Regierungsprogramm kündigt ihren Ausbau durch Heranziehung der. A r b e i t e r r ä t e an. Inimcr deutlicher treten die großen Aufgaben zu tage, deren Leistung den Aibeiterräien obliegen wird und auf die sich rechtzeitig einzustellen ihre angelegentlichste Sorge sein muß. Welcher Anteil dem Staate an dem allgemeinen Soziali- sierungswerk verbleiben wird, läßt sich bei dem augenblick» lichen Siande des Versussungswerkes noch nicht überblicken. sicher ist nur, daß aus diesem Gebiet den Gemeinden eine bedeutsame Rolle zufallen muß, denen denn auch hierbei die weitestgehende Unterstützung des Staates in Aussicht ge- stellt wird. Die Programmrede des Ministerpräsidenten klingt auS in einem Bekenntnis zur internationalen Rechtsordnung, wie sie nur durch einen gerechten Frieden, und zur nationalen, wie sie nur durch die strikte Einhaltung demokratischer Grundsätze ausrecht erhalten werden kann. Sie fordert Achtung des Volkes vor den selb st gegebenen Gesetzen. In der Tat würde ein Volk, das sich die freien Rechtsfornien derDemo- krähe gestern erkämpfte, um sie heute rviederzu zerschlagen, sich selber das Zeugnis ausstellen, daß es für die Freiheit nicht reis sei Das deutsche und das preußische Volk muß, auch wenn es jetzt von dem Fieber der Not geschüttelt wird, diese große Prüfung bestehen. Es liegt in der menschlichen Natur begründet, daß das Erstrebte weniger begehrenswert erscheint, wenn es erreicht ist. Der Gedanke der Volksherrschast ist etwas Großes, aber freilich können wir die Höhe seiner Vollendung nicht in einer Koalitionsregierung erblicken, die aus Kompromißkrücken hin- Segln« der§riedensverhand- lungen. B e r l i n, 25. März. Graf B e r n st o r f f teilte in der heutigen Besprechung iu der Geschäftsstelle deS Auswärtigen Amts ssir die Friedensverhandlungen mit, die feindlichen Regierungen hätten ersucht, eine Kommission von sechs deut- scheu Finanzsachverständigen nach Parrö zu senden, eine Demarche, die alö Beginn der Friedensver» Handlungen anzusehen sei. Berlin, 25. März(W. T. B.) Die deutsche Regierung wird die Mitglieder der nach Versailles(soll heißen: Paris Red. d. V.) zu entsendenden Finanzkommission sofort er- nennen und dieselben für Donnerstag nach Weimar berufen, um ihnen die nötigen Instruktionen zu erteilen, so daß die Finanzkommission bereits am Sonntag in Versailles ein- treffen kann. schleicht. Am Volk selbst liegt es. der Temokiatie ihren vollen Inhalt zu geben durch eine so starke Unterstützung der sozia- Ilstischen Bewegung, daß ihr in Reich, Staat und Gemeinde die Freiheit des Schaffens nach allen Seiten hin gesickert wild. Da bleibt denn im neuen Reick und im neuen Preußen noch viel zu tun übrig. Immerhin, nicht als Voll- endung. aber als Anfang einer neuen Zeit wird man das Programm der preußischen Regierung begrüßen dürfen. die Sitzung. Au? der Tagesordnung ftehi zunächst die Mitteilung des Präsidenten über öle öerufunz öer Staatsregierung. Piäsideni Lcinert gibi die bereiis im.Bormäiis" vriöffenilichle Miniüeriisi« besanni und iprickl den aueicdeisenden Munstern Ernst und Hoff den Dant der Versammlung anS. Damit ist die erste parlameniarifche Regierung Preußens gebildet worden. Himer ihr stellt tue M e h i b e 1 1 des Volkes der preuß'Icben Republik, und dieie Mebrbeii fiten der Regieiung Feftigleii und TaUrafi, und ge ade auf die letziere kommt es bier an. Die siaatsregiernng vat die Fiidrung der SiaaiSgefchäiie ans der Hand des Volles erkalten, sie ist niemandem weiter verantwortiich als dem vreußiiche» Volte allein, das reprä'enttett wird durch diese Hohe Lande«veiiammliing. Möge doS Verhauen. daS die Verfassnnggcbend« preußische Landes- veiiammlung dem neuen ZIaalSininisterinm entgegeiibringl. auch in vollem Maße durch die Taten, die das Ministerium vollbringen wird, gerechtfertigt weidenlsall.) Ministerpräsident Hirsch: Vor wenigen Tagen bat die vm läufige Regierung, die durch d!« Revo.uhon emporgetragen war. ibj Mandat in die Hände der Ver'osiungaebtnden Londeevetiammluiig gelegt. Nach den Gtund- säyen der von Ihnen geschaffenen einslweiligen Bersassung ist nun- mebr die neue Regierung gebildet woiten. Die Hauptaufgabe dieser ersten versasiang-Zmäßiaeu Regierung der Nepubuk Preußen ist. mit Ihrer Hilfe da? Land auf dem Voden derDemo- lratie neuen, gesicherten Berhäliniiien enigegenmsiihren. Freiheit und Ordnung, das sind die Grundpfeiler. auf denen sich daS neue Preußen auizubauen hat. AuS dem alten Preußen. doS für all« Zeiten dabin ist. wollen wir>n die gnkunft binnbernehmeit das. waS gut an ihm war: den ichlichien Geist ernster Pilichterfüllung und den Geist nüchterner S n ch I i ch I e 1 1. Durch eine schwere Zeit muß»mer Land� hindurch. DaS neue Preußen wird sich, genau wie da« alte>oiedcr'. g r o ß h u n g e r n' müiien. Dazu kann«S manche jeiirr Eigenschasien nicht enibehren. die da» alte Pieußen groß gemocht Hoden: andere jedoch, die mir dem Preußen der Vergangenheit tnrlnlU'ti waieti, staatliche Bevormundung, enge« Kastenwesen und blinder Autoritätsglauben haben in dem neuen Preußen leine Siätt«. Unablehdar ist die Fülle der Aufgaben, die Ihrer und tinierer harrt. Sie zu dewältigetr, muß t»e Regierung der treuen Muh Ifc deS ganten Volles. ewiß lein. Aus der weltgeschichtlichen Tatsach« der Revolution sind nunmehr die Folge- r u n g e» zn ziehen. Sie weiden von unS nicht erwarten, daß wir ln dieier Stunde dem Hauie das umiaüende Resormpro gromm im einzelnen dar« legen, da« wir un« ge'etzt Häven. Nur was uns als Fordern«,, de««»genblick« vor Augen steht, mag Ihnen hier in Kürze dargelegt werden. Mit den Organen de« Reich« ist die preußische Regierung be- strebt, die Grenzen unieres Landes nach außen zu sichern und dem Lande sin Innern den Frieden wieder zu geben. Wir sind für die Aufrechterhaltuna de« einen und unrettbaren Preußen«. bis der deutsche EinheitSgedante auf der ganzen Linie siegt.(Beüall.) Die Borarbeiten für eine demokratischeVerwaltungs- reform zugleich mit dem Ziel größerer Einheitsichkeit und Einfachheit sind in Angriff genommen. Der L a n d r a t soll nicht mehr wie bisher vieliach. der Beherrscher bei KreiseS und Vertreter einer Minderheit sein, er soll zum Freund und Vertrauens» mann der gesamten Einwohnet schast werden. Die Selbsiverwaliung ist auszubauen. In die Verwaltung von Stadt, Provinz und Gemeiner sollen die Tüchtigsten und Geeignelsten deS ganzen BolieS Eingang finden, ohne Rücksichl auf Herlunft und Glauben. In der Gemeinde, im Kreis und in der Provinz haben die gleichen demolrarlichen Grundrechte zu gelten wie im Staat und im Reich.(Lei soll.) Willkürliche Schranken die bisher einer gefunden Entwick- lung mancher Großstädte entgegen standen, müssen fallen. Da« Ziel ist die Ablösung deS PolizcistaateS durch den freien Bolksstaat. Damit wird jener Geist der schroffen ft a st e nein 1 e> 1 u n g > ch w i n d e n, der bisher liniere Beamtenschaft, wie überhaupt unfeie Gesellschaft, zerklüilete.(Beifall) Die Bestrebungen der SeldstverwaliungSkörper zur Konrmu- nalisicrunn folefrr Betriebe, die hierfür reif sind, insbesondere der Gas-, Wasser- und ElektciziiätSwerle sowie der VerkehrSunternchmungen, werden von der Regierung gefördert werden. Tie Rechtspflege muß unter Nufrechtcrhaltung eines un- abhängigen RichterstandeS volkstümlich gestaltet werden. Ein besonders wichtiges und ernstes Kapitel bilden irnsere Finanzen. Der K r> e a mit seinen wirischafilichen und poli- tischen Folgen hat nicht nur die SloatsvcrwaltungsauSgaben außer- ordentlich gesteigert, sondern auch die finanzielle Lag« der Eisen- bahnen und anderer wirtschaftlicher Staatsbetriebe in einem Maße verschlechtert, daß— trotz der notwendig werdenden weiteren Erhöhungen der Personen- und Gütertarife— mit lieber- f(Hüffen derVerkehrSverwaltvngen in den nächsten Jahren nicht gerechnet werden kann. Die Deckung des Mehr* auiwandeS der Allgemeinen Verwaltung ist daher für das Jahr 1919 nur möglich mitteis namhafter Erhöhung der staatlichen Zu- schläge zur Einlommcn- und ErgänzungSsteucr. Damit wird die geplante und bereits in Perrbereitupg befindliche organische Neuordnung dieser Steuern unter gerechterer und sozialerer Bertcllung deS Steuerdruckes noch dringlicher als bisher. Während mit der Einrichtung besonderer Steuer- ämter in den Kreisen schon jetzt im Verwaltungswege be- gönnen wortden ist. kann die endgültig« Regelung des materiellen Steuerrechts erst erfolgen, sobald sich übersehen läßt, in welckcm Umfange da« Reich eine M i t b e t« i l i g u n g an den Staats steuern beansprucht. Den Beamten und Lehrern bleiben ihre Rechte g«- sickert. Das bewährte VerufSbeanitcntum findet auch im neuen Staate seinen Platz und seine Anerkennung. Die leitenden poli- tischen Beamten haben die Pflicht, die politischen Ziele der Re- gierrrg zu unterstützen. Eine zeitgemäße Neuordnung der Bezüge der Beamten wird in Angriff genommen, sobald ein abschließender Ueberblick über die Finanzlage de« Staates möglich ist. Bis dahin wivd mit aus- köminlicken Teuerungszulagen zu helfen fein. In dem verarmten Staate, der wir auf absehbare Zeit sein werden, gilt unsere Hauptsorge dem Nachwuchs, der es einmal besser haben soll.(Lebbafter Beifall.) Seltnere Wunden hat der Krieg, bat vor ollem die Hungerblockade dem Volkskörpec geicklagen. Hier Heilung zu bringen, die physische und'sittliche Kraft des Volkes zu heben, bisher vernachlässigte Gebiete auszu. bauen, betrackiet di« Regierung als eine so ernste Aufgabe, dai* sie all« her Wohlsabrlkpflege, insbesondere der WohnungSreform und der össentlicken Gesundheit dienenden Einrichtungen in einem neu zu begründenden Wohifahrtsministerium zu. sammenfassen will. Ein« Vorlage hierübee wird der LandeSver- sammlung alsbald zugehen. Di« Einrichtung des gesamten Schul» Wesens soll daS Recht jede« JJ indes ohne Nnterschied des Geschlechts auf Bildung nnb Erziehung nach Maßgabe seiner Fähigkeiten und seines Bil- dungSwillenö ohne Rücksicht auf Vermögen, Stnnd nnd Glauben der EltTn gewährleisten.(Lebhafter Beifall.) Aus die ge m e i n s a m c Grundschule soll sich die weiterführende Schule aufbauen. Mit dem Abbau der V o c s ch u l c ist un- verzüglich zu beginnen. Das Ziel ist die Einheitsschule.(Beifall.) Vis zur endgüsiigen Regelung durch ein Schulgesetz ist durch so- fortig« Abänderung de» Schulunterhaltungd- ge setze? den Gemeinden daS uneingeschränkte Recht zu ge währen, die Simultanschule mit wahlfreiem konfessisneklen RcligicnSiinternckt einzuführen. Mit dem Giniohrig. Freiwilligen. Vorrecht ist sofort aufzuräumen.(Starker Beifall.) Die II n e n tg e l t I i ch t e i t o e s Unterricht» und der Lern m ttel ist alsbald durch« zuführen; besonders Begabten, soweit sie mittellos sind, ist für den Besuch höherer Lehranstalten jede mögliche Er- leichterung zu gewähren. In allen Scb'en ist Lehrern und Schülern der Grundsatz unbedingter politischer und religiöser Duldsamkeit gewäh(leistet.(Lchhafte.'' Beifall.) Bis zur«idgültigen Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche sowie der Stellung von Schule und Kirche zueinander ist der Religionsunterricht in allen Schulen für Lehrer und Schüler wahlfrei. Die Entscheidung über die Teilnahme an ihm haben bis zum Eintritt des rdifltottijiiüniifien SCtctS b-e Eltern zu treffen, danach die Schiller sechst. Lehrer und Schüler dürfen außerhalb des Re- ligi-msuntmichtw zu keinerlei Religionsübungeu gezwungcu werden. fLebheffter Beifall.). � DaZ besteheulde Recht des Staates, allein das Recht der 'Schulau ffich t auZzuiibcn. w'vd aufrechterhalten und restlos durchgeführt. Tie Schulaufsicht ist durch Fachleute aus- zuüöen. Die Ortsschlllau t ficht cht in jeder Forni sofort zu beseitigen und die Schulleitung kollegial auSzuge- stalten. Eine Refnrm der Lehrerbildung mit dem Ziel der Hochschulbildung wird in SluSsicht gestellt. Bis zur endgültigen tllegelung wird allen Lehrern die Universität geöff- ne i. lLebhafier Beifall.) Hawd in Hand mit dem systematisch aus- zubauenden Fortbildungs- und Fachschulwesen, auf dsn Gebiete der Landwirtschcfl, des Handwerks, des Handels und des Gewerbes, muß gehen die Ausweitung d e S g e i st i g c n Horizonts und Stärkung der Gemüts- und Vcrstondeslräfte breitester Volksschichten durch das BoUsüochschnlwcsen, dessen Hebung sich die Regierung ganz besonders angelegen sein lasten wird. Auf unseren Hochschulen sollen auch solche Personen und Richtungen zur Geltung kommen, vre bisher in den S ch a t- ten gebannt waren. Wissenschaftliche Tüchtigkeit wird künstig ollein entscheiden. sLcbh. Beifall.) Das sraatsrechtlickzc und finanzielle Verhält- n. i S z w i s ch c n Staat und Kirche soll auf dem Wege der Vereinbarung und unter Vermeidung öffentlicher und persönlicher Schädigungen mit dem Endziel beiderseitiger Selb- ji ä n d i g k e i t neu geordnet werden. Tie durch den Krieg herbeigeführten Veränderungen unseres Wirtschaftslebens und die Notwendigkeit, die Volksernährung dauernd zu sich-er», verleihen der Landwirtschaft eine erhöhte Bc- deutung für das VollSganze; sie ist berufen, bei dem Wiederaufbau der Vollswirtschaft eine entscheidende Rolle zu spielen.(Lebhafte Zustimmung rechis.) Demnach ist es die Aufgabe der Staatsregie- rung, die erforderlichen Mahnahmen zur Erzielung der größtmöglicheu Menge im Jnlande erzeugter Nahrungsmittel in die Wege zu leiten. Umfassende Bodenverbesserungen durch Msliorationcii und Todenkulturarbeitcn aller Art, sowie Auf-, schließung aller zur landwirtschaftlichen Nutzung geeigneten Moor- und Oedlondflächen müssen schneller und umfassender als bisher durchgeführt werden. Dringend geboten ist die Umgestaltung der Besitz- und Betriebsverhiiltnisse durch Schaffung von Wirtfckasts- einhetten. die den höchsten Ertrag gewährleisten; erforder- lichensalls durch Anwendung des Vorkaufsrechts, d:r Enteignung und Aufteilung.(Lcbbafte Zustimmung .inks.) Die systematische Siedelung zur Besserung der Wob- nungs- und Wirtschaftsverhältnisse der Bauern und Arbeiter mutz iorlgesetzt und erheblich verstärkt werden. Der sozialen Lage der Landbevölkerung mutz mehr Aufmerksamkeit als bisher zugewendet werden mir dem Ziele, auch ihren Anteil an den Kultur- gütern zu ermöglichen.(Lebhafter Beifall.) Die B e r k e b r S p o l i t i k der Regierung wird von dem Grundsatz geleitet sein, datz die Vorteile moderner Ausgestaltung der VerkshrScinrichtungen dem werktätigen Volke zuzuwende-g lud. Für die Sorgen und Nöte der Eisenbahner hat die Volksregierung volles Verständnis. Den Wiederaufba u uns erer Industrie wird die Re- üerung nach besten Kräften fördern. Er ist nicht denkbar ohne das Berblclben der Bodenschätze des Laargcb'iets und Llierschlcstens im dtaatsverband.(Stürmischer Beifall aus allen Seiten des HauseS.) Gewissenhaft wird die Siaatsrcgierung mitwirken bei der Durch- ührung der S s z i a l i s i e r u n g S g e s e tz e des Reiches cni- sprechend den Befugnissen, die von diesen den Einzelstaaten zuge- wiesen werden. �.r Die Durchführung der A r b c i i e r s ch u tz g e f e tz e ist durch sorgfältige Ucberwachung der gewerblichen Betriebe durch die Ge- -»iierbeaufstcktsbeamteu unter Mitwirkung der'Arbeiterorganisatioltett- .nd der Arbeiterräte nach Matzgabe der Reichsgesetze sicherzustellen. Tie Gewerbeinspektion ist systematisch auszubauen. Die Arbeits- Vermittlung ist auszugestalten mit dem Ziele einer immer um- iassen deren Beherrschung deS.Arbeitsmärktes. Der Berufsberatung atzt die Regierung besondere Förderung zuteil werden. Das schwer danieder-segende Handwerks soll durch Ver- iorgung mit Rohstoffen, billigen Kredit und Aufträgen wieder auf- gerichtet und ebenso wie der Kleinhandel durch Förderung seines genoffenschafilichen Zusammenschlusses gekräftigt werden. Bor- ! edingung für die Durchfübrung unseres Programms sowie kür jede soziale Reform sind A r b e i t, O r d n u n g und A ch t u n g vor den vom Volk selbst gegebenen Gesetzen der den, akratischen Republik. Die Regierung wird deshalb mit allen Mitteln jeden Bruch der i'fsenilichen Ordnung verhindern, woher er auch mimen mag.(Lebhafter Beifall.)_ Cme vorkämpferln für Zrauen- unü Menschenrecht. Laisa Otto-Peters zum hundertsten Geburtstag. Am 2S. März 18k9 wurde im Kleinstadtidyll des alten Meitze,, «ine Frau gebore!,, deren Leben und Wirken der ganzen deutschen Frauenwelt zum Segen gereicht. So idyllisch, die Umgebung, so wiedlich die Familie, in der Luise Otto aufwuchs, waren, so tamHf-eäfroh, unerschrocken und kubn war der Feitergeist� des outzerlich zarten und bescheidenen, sächsischen Mädchens. Er drängte ihre dichterische Betätigung schon in frühen Jahren auf das da- u,alS noch ivenig beackerte Gebiet des sozialen Tendenzromans, in dessen Mittelvunkt der Konflikt zwischen Enterbten und Be- sitzenden steht, er lieh der Lyrik der SSsährigen die Kraft erschüttern- der Anklagen gegen die Ausbeuter des Elends, er durchglüht die Freiheitslieder, die sie., kurz vor den, 48cr Jahr, hinaussandte und ,wang die junge Dichterin zur tätigen Teilnahme an der Revo- Ation selb ic. Ihre zuerst von der Zensur verbotenen Romane, ihr warmes Eintreten für die arbeitenden Klassen, für die politische Freiheit und die Demolratte hatte sie in weiten Kreisen der Ge- sinnungsgenossen bekannt, bei den„Gutgesinnten" mißliebig ge- macht. Parteiniänner, Schriftsteller und Sludeuten ginge» bei ihr aus und ein, sucksien ihren Not. Abgesandte von Arbeitervereine -angen erhat-n ihre.Hilfe, so datz, wia ihre Biograpben melden. „eS fast schon als ein Wagnis galt, mit ihr zu verkehren". Abs erste fordert sie„die Mitwirkuna der Frauen bei allen Ange- .'egsnheiten des Staates als ihr Recht und als ihre Pflicht", ver- laugt sie die Organisation der Arbeiterinnen. "Sie war eine Berufene und fühlte sich als solche. Von Jugend an sah sie eine Mission vor sich: ,.0 haltet mich mit Bitten nicht zurücke, Wenn ich im Sehnen nach der Freiheit Lichte, Zu hohen Zielen meine Blicke richte, Von keinem Glück weiß, als vom Völkerglücke. .Mir ward einmal die Weisung vom Geschicke, Datz ich im Schau',, provoeti scher Gesichte Dem Dienst der Zukunft freudig mich verpflichte. Von keinem Glück weiß, als vom Bölkerglücke." Als Dichterin der sozialen Not hat in zutreffender Weise spätere Würdigung Luise Olm mit Ada Neari verglichen. Nur dast erstere zweifellos das Verdienst des Bahnbrechcrtums bean- 'pruchen kann; denn ein halbes Jahrhundert früher malt sie den Leidensweg des Proletariat?. Thomas Hoods unsterblichem„Lied vom Hemde". Elizabeth Barret-Brownings erschütternder Dichtung „Der Kinder Klage" reiht sich Luise Ottos ergreifendes Gedicht: „J*n Erzgebirge" würdig an. Hoo) schildert das Jammerdgsein ist Nahet m, die englische Dichterin gestaltet das We-nan dar kind- lichen Fabrikarbeiter zun, erdrückenden Fluch gegen die Ausbaut«, Luise Otto leiht dem Elend dar erzgebirg, scheu SpitzenWpplerm irggjsche Worte? Unsere wärmste Fürsorge gilt allen, die unter der Aufrecht- erhaltung der Hungerblockade durch die Entente leiden, insbesondere den aufs schwerste geprüften Frauen und Kindern.(Leb- haste Zustimmung.) Möge der heitzersehnie Frieden bald das Ende dieser Leiden bringe» und möge dieser Frieden in Wahrheit ein Frieden der Gerechtigkeit werden. Ein dauernder Frieden und nicht nur ein Waffenstillstand, der den Keim zu neuem Völker- mord in sich trägt. Die Regierung bittet die LandeSvcrsammIung um ihre tatkräftige und vertrauensvolle Mitarbeit.(Lebha'er Beifall und Händeklatschen. Zuruf der Unabhängigen: Wo bleib: die Amnestie!) Finanzminister Tüdckum: Nur mit schwerem Herzen trete ich bor Sie hin in der Ueberzeugung. datz auch jeder andere das mit denselben Gefühlen getan hatte; tief schwerzlich ist es aber besonders mir. der aus der volkstümlichsten Bewegung hervorgegangen ist, datz Ihrem refoemaiorischen Schaffensdrang durch unsere Finanzlage so außer- ordentlich enge Grenzen gezogen sind. Es ist mein unerschütter- lichcr Wille, Ihnen nichts als die reine nackte Wahr- h e i t zu sagen. Der Herr Ministerpräsident hat Preußen einen armen Staat genannt; fürwahr, Preußen ist ein armes Volk. 'Manche haben da» immer noch nicht begriffen. Dumpfer Verzweiflung auf der einen Seite steht «ine abenteuerlich anmutende BsrvnSgungSsncht, ein ungeheuerlicher Leichtsinn entgegen, der dt« gerechte Em- pörung aller ernsthaft Denkenden erregen mutz.(Stürmische Zustimmung auf allen Seiten des Hauses.) Wir find zwar ein gebeugtes, besiegtes, aber doch nicht entwürdigtes Volk.(Leb. haftet Beifall.) Ein Ueberblick über das Finanzwesen Preußens in den letzten Fahren zeigt die Finanzen Preußens in einem, geradezu be- neidens wert guten Zustand, der den Optimismus meiner Vorgänger der Herren Dr. Lenze und Dr. Hergt. verständlich erscheinen läßt. Lange Zeit schien es ja selbst im Reich, daß die Finanzpolitik, die dem deutschen Volke jetzt so ungeheuer drückende Lasten auferlegt, die beste überhaupt mögliche sei; aber sie war auf den Sieg abgestellt. Im Schatten dieser Politik konnte Preußen seine StaatSmaschine ruhig laufen lassen, und während des Krieges noch jährlich je 199 Millionen Mark Schulden abbürden. Inzwischen sind die Schulden von Z!4 Milliarden Mark Ende Oktober 1918 auf 6 Milliarden Mark Ende Mörz 1919 empor- geschnellt.(Starke Bewegung.) Die scknoebende Schuld würde zu besonderen Befürchtungen noch keinen Anlaß geben; autzerordcnt- liche Besorgnisse erregt aber die Tatsache, datz das bedeutendste Unternehmen des Staates, das preußische Eisenbahn» Wesen, beinahe völlig zerrüttet ist; auch auf einer Anzahl änderer Gebiete ist mit Berschlechierungen zu rechnen, die einen Grsamtfchlbrtrag von 2499 Millionen Mark ergeben. Ein Abschluß, der überhaupt noch nicht dagewesen ist und nicht anders als katastrophal genannt werden kann. Die gewaltige Einnahmeverschlechierung der Eisenbahnen hat uns zur Erhöhung der Personen- und Gütertarife ge- zwungen. Tie Tariferhöhungen sollen 1436 Millionen Mark brin- gen. Sie sollen diese Summe.bringen, ob sie sie bringen wer» den. ist noch sehr zweifelhaft, da der Fehlbetrag bei den Eisenbahnen 2222 Millionen Mark beträgt, von denen immer noch 786 Millionen Mark ungedeckt bleiben. Angesichts dieser Zu- stände bleibt mir nichts anderes übrig, als durch eine Ergän- zungs an leihe einen Ausgleich zu schaffen. Preußen ist ein mincs Volk pcivomn; c« wird sich now ei»- mal emporhungern müssen. Die Ursachen der Zcrailtung der finan- ncllen Verhältnisse sind der Krieg mit seinen Folgen in feinen ieinsten und gröbsten Ausstrahlungen. Am auifälligsien ist die erforderlich gewordene Erhöbung der Löhne. Gehäl- ter und TenerungSzu lagen. Darin dürfen Sie nicht obne Kritik eine Folge der politischen Umwälmng von 1918 seben. Für die Staatsverwallrmg war es völlig ausgeschlossen, dem Drängen der Beamten und Arveiter auf Erhöhucg der Löhne auszuweichen, angesichts der »ageheuren Lohunmwälzung und der Verschiebuna der Lebensverhältnisse, die durch die Uuslnuigkeit und Urbcrtreibung de? sogenannte» Hindcnburg- programmS herbeigeiührt worden sind. Zugegeben, datz die Revo- luiion. wie das aiich der Finan, minister Siincm gesagt bat.'tellenwei'e zu einer Lohnbewegung entwürdigt worden ist; in der Hauptsache ist für den Umichwung auf dem Gebiete der Lohnpolilik d i e v o t l k o m in e n verkehrte Wirtschaftspolittk des Reiche« verant« wortlich zu machen. Zu der ungünstigeri Finanzlage hat auch die E r w e r b s I o s e n n n t e r st Ü tz u n g, für die wir 19!8 nicht weniger als 3üv Millionen anSpegeben haben, beigetragen. Gewiß ist sie von minder gewissenhaften Leuten aliSgeiiutzr worden, aber glauben Sie. daß der z. B. in Berlin gezahlte Satz von 7 M. „Sie klöppelt nicht für Mutter oder Kinder, Sie klöppelt nur, datz sie nicht selbst erfrier«, Datz sie sich ehrlich trocknes Brot gewinne, .Ihr einzig Gut, die Unschuld, nicht verliere, Der längst der reich? Lüstling nachgestellt.— Sie klöppelt, datz sie nicht aus Hunger fällt."— Und sie schließt, indem sie den Mitleidslosen die Worte zu- schleudert: „Dann werde Euer Sterbekissen Der Armcn.Fluch und all ihr Leid." Die.Lieder eines deutschen Mädchens" erweckte» berechtigtes Aufsehen, wurden ein Brevier der Revolutionäre. Leider existie- ren sie nur noch in wenigen Exemplaren, der Allgemeinheit fast unzugänglich. Sie verdienten es, Auferstehung in neuer Auflage zu feiern, heute, wo das Recht den Rechtlosen, das Luise Otto stets verlangt, ihnen geworden, wo die Frauen endlich als Gleich- berechtigte anerkannt sind. Einer Revolutionsdichtung selbst gleicht das Frauenschicksal Luise OttoS, deren Verlobter als Aufrührer sieben Jahre im Kerker schmachtet, ihr dann mit schwer erschütterter Gesundheft zu kurzem Glück einer Ehe von wenigen Jahren wiedergegeben wird. Die innigsten, am tiefsten empfundenen Lieder Hai sie in jener Zeit dem unglücklicken Geiangenen gesungen. Es ist be- zeichend gerade für die Echtheit und Feinheit ihres Frauengefühl�, daß sie erst viel später als Witwe'sich entschloß, einen Teil dieser Gedichte zu veröffentlichen. Die reife ältere Frau erst lüftete vor der Oeffentlichkeit den Schleier vom heißen Liebessturm ihrer Jugend. Der sozialen Dichterin und Revolutionärin ist an dieser Stelle vor allem gedacht worden. Das lange, segensreiche Wirken der Vorkämpserin der Frauenbewegung, der Begründerin des All- gemeinen Deutschen Frauenvcreins, ist bekannt. Eine aufrechte De.n,okratin, eine nie erlahmende Bahnbrecherin der Freiheit, eine durch und durch sozial fühlende, unermüdliche Arbeitern: starb Luise Otw. 76 Jahre alt, in Leipzig, wo sie die letzten Jahrzehnte gewirkt. Für alles, was uns heute bewegt, und was zun, Teil Erfüllung fand, schlug ihr Herz. Gleich fruchtbar in ihrem voli- tischen, sozialpolitischen und künstlerischem Fühlen. Als Jdealistin bewahrte sie den Glauben an den endlichen Sieg des Guten in- mitten der düstersten Zeiten. Mehr denn je brauchen wir solchen Idealismus, müssen wir wünschen, datz sich doch bewahrheite, was sie vor 69 Jahren in ihrem Osterlied kündete: .Die Nacht ist aus! Sie kann nick» ewig währen, In Deutschland mutz ei» frohes Ostern tagen!" Adele Schreiber. Segabung unü Klasse. Der Bremer Schulinspektor Hartnacke hat auf Grund der Ver- setzungsergebnisse in der unentgeltlichen Volksschule und in der entgeüliche» mit gleiche« Lehrplan behauptet, daß*bte breit« mit den Zuschlägen für Frau und Kinder bei den heutigen Pre'S» verhäftnissen zu hock ist? Ich glaube, er ist zu niedrig. Die Höhe der Unteriliitzung niutz ober ihre Grenze finden in der Leistungsfähigkeit des Ganzen. Neben dieier Ursache der finanziellen Zerrüttung sind cS die wiederhol: v o n d e r SparlakuSgrupve er zeugren Unruhen und Unordnungen, die für die Fmauzverwaftung die fchlimmilen Folgen nach sich gezogen und dem Lande bedeutende Opier ge- kchtet haben. Was uns notiut, ist die Erkenntnis, datz Aibrit an sich selbst adelt. Kommen wir dazu, dann werden wir auch eine hellere, freundlichere Zukunft für uns oder doch iür Misere Nachfahren erreichen. Gelingt mns das nicht, dann mögen wir Räte bilden, soviel wir wollen, das Volk wird zu Grunde gehen.(Zuitimmuug.) Alle müssen zusammenstehen als eine Tchickialsgeinkinschafl. daS Land>oll ollen gehören, allen eine wohn- liche Ställe bieten, aber e§ kann auch von jedem beanspruchen, datz er seine Kraft, Fähigkeit und Begabung restlos in den Dienst der Allgemeinheit einsetzt.(Lebhafter Beifall.) Auf Antrag des Abg. Dr. Schmcdding fg.) wird hierans der Rotetat sofort an den Staatshaushaltsaus schütz überwiesen. die Gssfragen. Zur Beratung gelangt nunmehr die förmliche Anfrage der Demokraten über d e Absichten unserer Feinde, weite Gebiete Posens, West- und Ostpreußens und Oberfchleficus, sogar Tanz ig, gewaltsam von Preußen abzutrennen und dem polnischen Staate ein-- zuverleiben. In Verbindung domii wird die förmliche Antrage der Deut'ch-- naiionalen und der Deutschen BoltSpariei beraten: Iii die Siaats- regierung bereit, über den S r a n d der W a f f e n si i l l st a n d s- Verhandlungen mir den Polen Auskunft zu erteilen*? Dazu liegen vor der Liilrag Budjuhn, Dr. Hötzfch(Du.) auf Verilärlnng ves östlichen Grenzschutzes usw. uns der Antrag aller P a r l e i e n: Die preußische Landesveriammlung crhebr schärfsten Widerspruch gegen eine gewaltsame Lotzreitzung von Teilen Oberschlesiens, P o i e n S, West- und Ostpreußens und geaen ihre EinverieiSung in Polen; denn in dicken LnndesieUen befinden sich weite Gebiete mit unzwcifel- Haft deutscher Leoölkerung, und in den meisten übrigen Gebieten ist die deutsche Bevöllerung so zahlreich, datz sie nichl a l S unbestreitbar polnische Gebiete angesprochen werden können. Die preutziichc Landesveriammlnna ist einig in dem Willen,»nler keinen Umstäudcn von den 14 Wilsonschen Punkten abzugchen. Punkt 13 Weier Bedingungen läßt eine Abirennung der genailnten Eebie:e nicht zu. Sie würde einen groven Ver- tragSbruch darstellen. Tie preutziiSc Landesversammlung erhebt ferner sch ä r fst e n Widerspruch gegen die be- ab i ich r igte Landung polnischer Truppen in der kerndeutschen Stadt D a n z l g. Unlerbleibt die Landung nicht, so besieht die- dringende Gefahr, datz in Wcstpreutzcn der Bürgerkrieg zwischen Polen und Deutschen mit allen seinen verderblichen Folgen ausbricht. Abg.?1rons»hn-Thorn(Dem) begründet die Aiiftage der Demokraten: Die deutsche Bevölkerung in den Ostmarken befindet sich angesichts der polnischen Machenschaften in sorgenvoller Uinube.' De» Gewallläiigkeiten der Polen ist nicht rechticiltg und nicht mit genügeuder Eiilichloiienheir entgegengeireten worden. In Posen nberwiegl die deut'che Bevölkerung in weiien Gebiele»; Schlesien bat seit unvordenklichen Zeilen niemals zu Poie» gehört. West» Preußen zähl: zurzeit unter 1.7 Millionen Bewohnern 1,1 Millionen Deuiiche, bat also eine starke deutsche Mehrbeil. Abg. Dr. Hoctzsch(Deullchn): M>t einem Gefühl unsagbarer Biiterkeit tritt man an die-e Fiage heran. Warnni ist man n rt t rechtzeitig gegen die Polen vorgegängen. fZurtsse: Heir v Gcrlach!) Herr v. Rechenberg ist nicht der richtige Man» zur Leilung der Verhandlungen. Die deutsche Kommiision bat die Polen ielbst in den Sattel geboben, iiidei» sie sie als gleichberechiigle Verhondlnuge- macht anerkannt hat. Wir haben die Empsindung. als ob die R?- gierung schon Poien von ihrem Konto abgeiept bat.(Hör,, börtl rechts.) Die Regierung ist verantwortlich für das Sch.cksal der Ostmark.(Beifall rechts.) Ministerpräsident Hirsch: Die Regierung denkt nicht daran, die Oftmark preiSzu» geben. Wir haben allpS getan, um die polnischen Ansprüche atz»- weisen. Wenn wir dieses Ziel nicht erreicht haben, so sind die- j e n i g e n daran Schuld, die diesen Krieg verursacht haben. Diese Leute sind identisch mit den früheren Trägern der Polen- Politik.(Lachen rechis.) Wir hatten nicht die llliacht, mit Waffengewalt im November gegen die Polen vorzugchen. Der Ministerpräsident gibt Auskunft über den Gang der Waffen- still st andsverhandlungen. Ten Wirkungen des Ab- Masse der niederen Schichten in berhällnisinÄtzig geringem Grade Kinder mit höherer Schnlleistungsfähigkeit stellt". Dieser An- schauung tritt Dr. O. Karstadt in einem Aufsatz in der Umschau entschieden entgegen. Er weist darauf hin. datz eine solche allge- meine Folgerung auS einer einzelnen Untersuchung nicht angängig ist, datz vielmehr die schon reck'i zahlreichen Forschungen über die'e Frage herangezogen werden müssen. ES mutz zwischen Leistung-- fähigkeit und Leistungsmöglichkeit unterschieden und die Methode der angewandten Psychologie, die die Bcgabungsprüfung von Schultenninisseu und Uebungser folgen durch die Feststellung der reinen Anlage und ihren Ent-viaelungSgrad ersetzt, angewandt werden. Prüft man die bisherigen Untersuchungen unter diesem Gesichtspunkt nach, so ergibt sich, datz die wissenschaftliche Be- gal-ungSforschung keine Mindcrbegabung der Unter- schichten hat nachweisen können, natürlich auch keine lieber- legenheit der Anlage gegenüber der Obcr'chichi. Im einzelnen führt Dr. Karstadt aus. daß eine entgeltliche und eine unentgelt- liche Schule nicht als Grundlage der Untersuchung dienen kann, weil sie nicht dieselben Arbeftsbedingungen hauen. In Siädien mit Miftelschulen, die meist eine Frcmosprache lehren, besuchen 59 Proz. diese gehobenen Schulen, 19 Proz. die höheren und 49 Proz. die Volksschulen. Wo d.ie mittleren Schulen fehlen, um- saßt die Volksschule dagegen rund 99 Proz. aller Kinder. Bei mittleren oder entgeltlichen Schulen mit geringem Schulgeld stammen die Kinder aber aeis armen Kreisen, deren Eltern leine Zeit haben, die Schularbeften zu überwachen und am Fortsckrüt der Kinder wesentlich miizuardehe», während die Eltern der schul- aeldzatzlenden Kinder diese Zeit haben. Das zeigt, wie zwischen Leistungsfähigkeit und Leffiungsmöglichkeit zu trennen ist. Auch an den Berliner Begabienschu.en ist, wie eine genauere Prüfung der mitgeteilten Zahlen zeigt, kein Unterschied in der Begabung?» ftreining in den verschiedenen Ge'ellfchaftsschichten festzustellen. Notizen. — Vorträge. Treptow-Sternwarte, 36. März, 7V. Lhr:..Alt-Heidelbera. eine Neckariknbienkabrt von der Quelle bis zur Mündung(mit 135 farbigen Lichtbildern). — Der alte Mosaiken st il. In den Ansitelluiigsräumen von Fritz Gurlift spricht Pros. Dr. Goldschmidt am 36. März, nach- mittags 5 Uhr, über.Entwicklung und Stil der frühmittelalterlichen Mosaikkunst". — D i e erste preußische Hochschuldozentin hat Göftingen aufzu weisen. Dort ist Frl. Dr. Roelher für Mathomatik zitgelasten worden. — Der Erreger des gelben Fiebers ist nach engli- scheu Meldungen von dem japanischen Bakteriologen Prof. Nogochi entdeckt worden. Der von ihm ffftgestellte Bazillus gehört zu der Klasse der Spirochäten, zu denen auch die Erreger der Syphilis und des Rücktallficbers gehören. Er wird durch Moskitos ver» hrsiter(wie die Malaria durch Mücken). Durch Bernichiung der Brutstätten der Moskitos— z. B. beim Bau deS PänamakanalS— ist ei gelungen, de« gelben Fieber Einhalt zu um. Nr. 156 ♦ 56. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mlttwoch, 26. März 1616 wirtfthastsfragen in öer Nationalversammlung. 23. Sitzung, Dienstag, den 25. März ISIS. Am Regierungstisch: Scheidemann. Schiffer. Dr. Preutz, Wissell. Noske, Bell, Dr. David. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung gegen%4 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen Anfragen. Abg. Dr. Richer(TVp.) führt'Beschwerde über Vergewalti- vunaen deutscher Zeitungen in der Pfalz durch die französische Be- satzunasbebörde. R�gierunaskommissar Dr. Haenuner: Tic Preff« der Pfalz wird sortaesetzt in schändlicher Weise geknechtet.(Hört, hört!) Es handelt sich um ein systematisches Vorgehen mit dem Ziel, di« Be» tvobner der Pfalz dem Reiche zu entfremden. Die Reaierung zweifelt aber keinen Augenblick an der Reichstrene der Pfälzer. (Beifall.) Wir sind in Sva Vorst elliq geworden. Bayrischer Ministerialdirektor Dr. Wolfs schließt sich dieser Erklärung an. Abg. Schiffer-Münster(Z.) wendet sich gegen die Verhängung der Vorzensur über christliche GewerkschaftZblätter durch den A.» und S.-Rat in Augsburg. Sächsischer Militävbepollmächtigter Oberst Schulz: Die Ange- legenheit konnte noch nicht zum Abschluß gebracht werden.(Unruhe rechts.« ilbg. Dr. Philipp(Dnat.): Warn t» konnte die Angelegenheit noch nicht zum Abschluß gebracht Werdens Oberst Schulz: Auf diese Anfrage habe ich keinen Anlaß, näher einzugehen.(Unruhe rechts.) ES folgt die Interpellation Gröber(Z.), v. P a h e r(Dem.) und Genossen betreffend Maßnahmen für die mittlere« und Rcitttttu Gewerbe- und Handeltreibende«. Auf Vorschlag des Präsidenten wird die(nachträglich auf die Tagesordnung gehetzte) Interpellation Arnstadt und Genossen (Dnat.) betreffend Wiederaufbau der während des Krieges stillgelegten oder geschwächten Betriebe gleichzeitig zur Beratung gestellt. Roichswirtfchaftsminiiter Wissell erklärt sich bereit, beide Jnter- pellationen sofort zu beantworten. Abg. Wctzlich(Dnat.) begründet di« Interpellation Arnstadt und Genossen: Er fordert für di« stillgelegten Betriebe die Ein- räumung ausreichenden Kredit», die Beschaffung von Rohstoffen, die Förderung des Genossenschaftswesens. Freilich, was nützen alle diese Maßregeln, wenn di« gegenwärtige Regierung drauf und dran iit. durch Sozialis ierungSexperimcnte die selbständigen Betriebe zu zertrümmern, nachdem die Partei, aus der diese Re- gierung hervorgegangen ist, früher schon mehr als einmal erklärt hat. sie habe an der Erhaltung des Mittelstandes überhaupt kein Interesse.(Sehr richtig! rechts.) Von unserer Regierung wird die Gemeinwirtschaft in einer Weise propagiert, die den Unter- gang der selbständigen Kreise des Mittelstandes bedeutet. Lassen Sie ab von einem solchen Beginnen.(Lebhafter Beifall rechts.) Die Interpellation Gröber(Z.), v. Payer(Dem.) begründet Abg. Irl(Z.): Durch die Revolution und durch die Sozialisie- rungSexpcrimente haben sich die AnSsichlen für Handwerk und Ge- werbe seitdem verschlimmert.(Sehr richtigl im Zentrum.) Das selbständige Handwerk darf nicht länger von der Regierung als Aschenbrödel behandelt werden.(Sehr richtig!) Die Arbeitsgemein- schasten sind auf die Bedürfnisse der Großindustrie zugeschnitten. DaS Handwerk kommt dabei zu kurz, besonders bei der Rohstoffver- teilung und bei der Vergebung staatlicher Aufträg«. Vor allem mutz dem Handwerk und Meingewerbe die Kreditbeschaffung erleichtert werden durch staatlich: Förderung der Kreditgenossen- schaften. Zur Beantwortung der Interpellation nimmt das Wort ReichSttnrtfchaftSmimftsr Wissell: 'Der Krieg hat un» eine ungeheure Umwälzung aller Wirt- schaftlichen Verhältnisse gebracht, die Wirkungen deS Krieges greifen tief in di« Struktur unseres Wirtschaftslebens ein. Da ist es unmöglich, de« Zustand vor 1014 wieder herzustellen. Di« Zer- trümmerung des Wirtschaftsleben? ist nicht auf die Revolution zurückzu führen, sondern eine Folge des Kriege«.(Widerspruch rechts. Zustimmung links.) Stürmische Lohnbewegungen und zahl- reiche Streiks hoben zwar die Rückkehr zur Friedenswirtschaft er- schwert, aber wer so tief gestürzt ist wie da» deutsche Volk, taumelt erst, ehe er wieder voll zu sich kommt. DaS Reich, die Gliedstaaten und die Gemeinden haben durch schleunige Erteilung van Aufträgen für ihre eigenen Bedürfnis)« l-ie Industrie und das.Handwerk über den toten Punkt binwcgzubringen gesucht. Im ReichSwirtschaftsministerium iit der Plan erwogen worden, vnt rinem Fonds von mehreren Milliarden im größten Stil Aufträge an das deutsche Wirtschaftsleben zu geben. Aber leider bat die außerordentlich angespannte Finanzlage deS Reiches diesen Gedanken niibt in vollem Umfang verwirklichen lassen. Doch ist im De m o b i lm a ck> u n g s a m t eine H i lfs- lasse für getvcrbliche Unternehmungen errichtet und mit 200 Millionen Mark ausgestattet worden. Im Zentralvorstand der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist als kom- pet enter Vertreter deS Handwerks aueb der O b e r m e i st e r Plate Mitglied. DaS Handwerk ist also nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Beim Neuausbau denken wir nicht an ein« Fort- setzung der bureaukrati scheu Methoden der Kriegs- Wirtschaft. Wir werden vielmehr Selbstvcrwaltungskörper der einzelnen ErwrrbSgruppe» schaffen, wobei Fachausschüsse für die Bearbeitung der einzelnen Fragen vorgesehen sind. Nur im Zusammenschluß liegt die Zukunft auch des Handwerks. Für die Belieferung des Handwerks mit Rohsteffen und Betriebsmitteln ist gesorgt, und hier sowohl wie bei der Auftragserteilung wird das organisierte Handwerk selbst mitwirken. Der Außenhandel wird, soweit er an E i n- u n d Ausfuhr unmittelbar beteiligt ist, auch nach dem Frieden mit Beschränkungen rechnen müssen. Der derzeitigen Notlage zahlreicher Kleingewerbetreibender und Handwerker abzuhelfen, ist außerordentlich schwer, solange nicht die Gütererzeugung wesentlich gesteigert werden kann. Nur wenn mir auS der Resignation er- wachen, werden wir tatkräftig unser Schicksal in die Hand nehmen können.(Beifall links.) Auf Antrag des Abg. Schnltz-Bromberg(Dtschnat.) wird die Besprechung der Interpellationen beschlossen. Abg. Brühne(Soz.): ES ist nicht wahr, daß die Revolution das ganze Wirtschasts- leben zugrunde gerichtet hat, das hat der Krieg getan.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Obwohl im Handwerk und Kleingewerbe die Frauen während des Krieges große Opfer auch an ihrer Gesund- heit gebracht haben, um das Geschäft aufrecht zu erhalten, stehen viele Tausende von Kleingewerbetreibenden, die aus dem Kriege zu- rückgelchrt find, nun vor den Trümmern ihrer Existenz. Wir wollen alles tun, um den Kleingewerbetreibenden zu helfen. Das Haus vertagt die Wciterberatung auf Mittwoch, 3 Uhr. Außerdem Wahlprüfungen und kleine Vorlögen. Schluß gegen 7 Uhr._ Staötveroröqetenversammlung. Außerordenlliche Sitzung DienSiag, 26. März 1919, natm. 5 Uhr. Tumultschäden.— Gastcuernng.— Belagerungszustand. Gegen eine ganze Anzahl der zur Auslegung kommenden 48 Einbürgern n gsgetuck« erhebt Stadtv. Wege(Bürg. Vcr- cinigung) namens seiner Fraktion Widerspruch, ohne die einzelnen Personen näher zu bezeichnen. Die Begründung behält er sich vor. Gemeintem zur Beratung gestellt werden die dringliche n Anträge 1. der Sladtvv. Wege und Genossen(Bürgerl. Vgg.l betr. Schutz der Berliner Bürger, welche durch die revolui'.onäre Umwälzung unverschuldet in Not geraten sind; 2. Wetzl u. Gen.en Stube zu sein. Tann wußte sie keinen anderen Rat, als zu dem alten Mittel zu greifen und sich zu verstecken. EinsS Abends lag sie in dem Weidenaebüsch und kroch m sich zusammen. Sörine kam mehrmals in der Türe zum Vor- schein und rief freundlich; jedesmal uberlief Stine ein Gefühl dcS Ekels. Sie machte eine Bewegung, als müßte sie sich über- geben. Die Mutter ging suchend um daS Haus herum und wanderte dann langsam die Landstraße entlang und wieder zurück, scharf ausspähend; ihr Kleid streifte daS Gesicht Dtines. Dann ging sie wieder in« Hau». ES ftor Stine, und sie war eS müde, sich hier zu verstecken; aber hinein wollte sie nicht— nicht bevor der Vater nach Hause kam. Aber wenn er nun erst in der Nacht kam! /Oder überhaupt n'chtl Stine hatte daS schon früher erlebt, aber damals gab es Gründe dafür, auszuhalten. Jetzt erwartete sie keine Prügel mehr! Nein, aber es war wunderschön, an der Hand des Vaters ins Haus zu gehen. Er fragte sie nicht weiter aus. warf bloß der Mutter einen anklagenden Blick zu und wußte nicht, was er ihr Gutes antun sollte. Vielleicht ermöglichte er es. daß sie hinüberfuhr zu-- nein—— da?— Stine fing an zu weinen. Das war das Entsetzliche; jo sehr sie die Großmutter auch betrauerte, ganz plötzlich konnte sie sich dabei ertappen, daß sie ihren Tod vergessen hatte.„Großchen ist tot. daS liebe Großchen ist tot," wiederHolle sie vor sich hin, damit dos nicht wieder vorkäme, und nach einer Welle kam es doch wieder ebenso. Das war so entsetzlich treulos. Sie bcdaueme es. daß sie nicht hineingegangen war, als die Mutter sie rief. Jetzt war es zu spät. Sie zog die Füße untcrS Kleid und begann an dem Grase zu zerren, um sich wach- zuhalten. Ein ferner Laut veranlaßt? sie aufzustehen— eS kam ein Wagen! Wer ach. es war nicht das bekannte, gemütliche Rattern des Fuhrwerks ihres Vaters! Der Wagen bog vom Wege nach dem Elsternnest ab; zwei Männer stiegen aus und gingen hinein; sie hatten Mützen mit Schnüren auf dem Kopf. Stine schlich sich ganz bis ans Hau« hin, gedeckt von der Weide; ihr Herz hämmerte heftig. Einen Augenblick später kamen die beiden wieder heraus: sie statten die Mutter zwischen sich.Diese wehrte sich und schrie wie be- sesscn.„Lars Peter!" rief sie herzzerreißend ins Dunkel hinein. Die Männer mußten sie mit Gewalt auf den Wagen bringen. AuS der Stube ertönte da» Weinen der Kinder. Bei diesem Laut vergaß Stine alles andere und sprang hervor. Einer von den Männern packte sie am Arm, ließ sie aber auf einen Wink des andern wieder loS.„Gehörst du hierher?" fragte er.> Stine nickte. „Dann geh zu dernen kleinen Geschwistern hinem. und sage ihnen, daß sie kerne Angst haben sollen.— Fahr zu. Kutscher!" Sonne streckte wie der Blitz beide Beine zum Wagen hin- aits, aber der Gendarm hielt sie fest.„Stine, hilf mir!" schrie Sörine. während der Wagen nach dem Wege abbog und per- schwand. O Als Lars Peter an dem Krämerladen auf die Landstraße einbiegen wollte, ungefähr eine halbe Meile von dem Elsternnest entfernt, jagte daS Fuhrwerk drüben vorbei: er sah die Mützen der Gendarmen in dem Scheine der Ladenlampe schimmern. „Die Obrigkeit ist heute abend unterwegs!" dachte er und schüttelte sich. Er bog auf die Straße ein und nahm wieder sein glückliches Brummen auf, während er mit der Peitsche mechanisch dem großen KlauS den Rücken klopfte. Er saß vornüber- geneigt da und dachte an die zu.Hause; er dachte daran, was Sörine ihm wohl heute abend vorsetzen würde— er hatte einen Riesenhunger, und an die Kinder dachte er. ES war eine Schande, daß er sich verspätet hatte— es machte immer so viel Freude, wenn alle vier ihm entgegengestürzt kamen. Wer zu Bett waren sie noch' nicht. Alle vier Kinder standen draußen an der Landstraße und erwarteten ihn: die kleineren hatten nicht den Mut, in der Stube zu bleiben. Wie versteinert war er, und er blieb im Wagen, während Stine weinend erzählte, was geschehen war. Es sah aus, als würde der große, starke Mann ganz zusammenfallen Dann aber raffte er sich auf und begleitete die Kinder nach dem Hause hin, wobei er ihnen gut zuredete; der große Klaus folgte mit dem Wagen von selbst nach. Der Vater half Stine, die anderen Kinder zu Bett zu bringen. Als das geschehen Wit. fragte er:„Kannst du heute auf die Kleinen achtgeben? Ich muß nach der Stadt fahren und Mutter holen— da» Ganze ist ja bloß ein Mißverständnis!" Seine Stimme klang weh. Stine nickte und ging mit ihm zum Wagen hincm». Er machte daS Fuhrwerk zurecht; das bereitete ihm Mühe. Und plötzlich hielt er ein. „Du weißt doch am besten Bescheid. Stine," sagte er.„Du mußt doch für deine Mutter gutsagen können?" Er lauschte, sah sie aber dabei nicht an. Es kam keine Antwort. Da drehte er das Fuhrwerk langsam um und fing an auS- zuspannen. Gtadtv. RosenfcNi An dem Pferdefaß der.au»- gepumpten Hausbesitzer" sehen wir, worauf eS ankam. Wir können nichl einfack bestimmen, sondern müssen unS an die Stellen wenden, die das Rewt haben, Reckne»II vergeben. Stadtv. Ritter(So?>.): Wir nehmen die Magistratsvorlage an. Die Schuldfrage hat Kollege Rosenfeld leider ganz einseitig be. handelt; in der gemischten Deputation wird das unbedingt Erforder. liche von uns nachgeholt werden Stadtv. Cassel(Dem.) hält eine Debatte über die Urheberschaft für unfruchtbar. Tie preußische Nationalversammlung sei zuständig und bereits mit der Prüfung beschäftigt. Der Magistrat habe alles getan, toaS in seinen Kräften stand, um den schweren Unruhen und ihren verderblichen Folgen vorzubeugen und entgegenzuwirken. Bei Erlaß des Tumultgesetzcs habe sicher niemand an erneu Aufstand gedacht, der sich gegen Reich und Staat richtete, der die bestehende Regierung beseitigen und eine andere mit Waffengewalt an ihre Stelle setzen wollte. Der Obcrburgermeistcr erklärt, daß keiner der Geschädigten an die Armenverwaltung verwiesen werden soll; eine Entschädig gungspflicht an sich werde durchaus anerkannt. Stadtv. Dr. Roscnfcld empfiehlt, bei der Nationalversammlung und bei der Neichsregicrung um die Uebernahme der Schäden durch das Reich zu petitionieren. Stadtv. Ritter: Wir stinrmen auch diesem Antrag zu. Die Ab- lehnung von Ansprüchen Gr schädig er wegen Fristversäumnis halten wir für eine ungerechtfertigte Lmrte, die zu beseitigen ist. Stadw. Cassel zieht den demokratischen Antrag zurüch Der Antrag, daß der Magistrat ersucht Verden soll, zu pe- titionieren, wird einstimmig angenommen, ebenso die Magistrat?- Vorlage. Tie übrigen Anträge sind zurückgezogen. Den weiteren dringlichen Antrag auf sofortige Aushebung de? Belagerungszustandes begründet Stadtv. Adolf Hoffmanu(U. Soz.f: Solange die Noskegarde nicht in Berlin eingcerückt war. herrschte hier Ruhe und Ord- n u n g. sStürmischer Wuderspruch bei den anderen Fraktionen.) Der Kampf war ein Kampf zwischen miiitärischen Rivalen. Unter dem Belagerungszustand haben sich Fehnt?usende zu..kaisertreuen" Demonstrationen zusammentun dürfen. Die große Mehrzahl der Erschossenen sind Unschuldige gewesen wie die 24 Matrosen in der Französischen Straße. Redner führt eine Reihe von Fällen an. in denen Unschuldige, bei denen nach Waffen gesucht wurde, kurzer- Hand erschossen worden sind. sPfuirufe auf der Zuhörertribüneh Auf Grund der schändlichen Lügennachricht aus Lichtenberg ist das Standrecht verhängt worden! WaS in der Französischen Straße sich aber abgespielt hat, war ein ganz skandalöser Mord, ebenso wie sich die Erschießung von Dünichel Vater und Sohn als ein blanker Mord charakterisiert. Die Negierenden halten der Reaktion den Steigbügel. Solch« Mordwochen für die Zukunft zu verhüten, sollten alle Parteien zusammenstehen. sBeifall bei den U. Soz.) Stadw. Koch sB. Vgg.i: Diesen lebten Worten schließen wir uns an. Die Scticßereien der Spartakisten am Weihnachtsheilig. abend, die Emnabme des„VoNnärts" und der liberalen Zeitungen lagen doch erheblich vor dem Einzug der Noskegavde. Der Beitel« Pfennige crlciernde Feldgraue wäre im alten Berlin unter der alten Regierung ebenso unmöglich gewesen wie der geplünderic und ausgeraubte Iuwelicrladen.(Stürmischer Widerspruch.) Schon am Tonntag. den 9. März, wurden, wie ich als Augenzeuge be- stätige,'auf dem Bahnhof Frairksurter Allee Güterzüge total aus« gernubl.(Fortdauernde Unruhe aus der Tribüne.— Vorsteher- Stellvertreter Wege ersucht die Zuhörer auf der Galerie, sich ruhig zu rerhalteir.) Der Redner verliest hierauf«ine Reihe von Protokollen, aus denen sich von Spartakisten gegen gefangene Zivilisten und Regierung-soldaten begangene sebeußlichc Grausamkeiten. schwere Mißhandlungen usw. ergeben. Diesem glorreichen Vollsitaat mache ich zum Vorwurf, daß er nicht imstrnde war. nach vier Monaten dem Blutvergießen ein Ende zu machen, daß er die - n�sB�sv rechungen des 9. November nicht gehalten hat. Herrn Noske und der Regierung aber wissen wir Dank, daß er wenigstens eine ~i iiiiiiafi';if-" Ordnung wiederher'gestellr hat. lBeifallsrufe bei der B. Vgg., Zischen und große Unruhe bei den U. Soz.) Stadtv. Vnns(Soz.): Tie ganze Frage ist so gründlich in der Preußischen Lnndesversammlung erörtert worden. -daß-em- abermaliges Eirifeiecn in alle Einzelheiten sich w-rk'ich erübrigt. Auf beiden Seilen ist gcgen die Gesetze der Mensch« kichkeit arg vcrstcßcn worden. Wir beklagen tief die Opfer dieses Bauderkr egeö und erwarten schwere Bestrafung der Schul« digcn. Die Schuld an den Zuständen haben aber die, die in unverantwortlicher Weise mit bcm Feuer gespielt hoben.(Unruhe bei den U. S.) Daß an die Sozialisierung auch in Berlin nur mit Vorsicht gegangen werden kann, räumen auch viele Anhänger der U. S. P. ein. Wir lehnen den Antrag Wohl ab(Lärm bei den U. Sü. da wir zur Rcg-icruiig das Vertrauen haben, daß sie den Belogerungszustand nicht einen Tag länger aufrecht erhallen wird aw cS unbedingt notwendig ist. Wir glauben, mit dieser Siellungnahme die deutsche Re- publik gegen die Angriffe von rechlS und links am besten zu schützen.(Lebhafter Beifall.) Stadw. Dove tDem.j: Den vcrbrecheri scheu Elementen gegen- über, die die Gelegenheit zum Rauben. Plündern und Morden wahrnckanen, kann nur mit den icharssten Atnvchr- millein cntgcgengcticten werden; ohne den Belagerungszustand kann man nicht auskommen. Nachdem noch Stadtv. S e d l a tz e k(B. Vgg.) sich mit starkem Aufgebot seiner Stimmittel insbesondere gegen die Ausführungen des Aiituagstellers gewendet und auch den Verlauf der heutigen De- batie als Beweis für die Notwendigkeit der Fortdauer des Belage- rungSzuslandes herangezogen hatte, erhält 'Stadw. Ad. Hosfmann nach fc!10 Uhr das Schlußwort. Er hält unter stürmischem Beifall seiner Parteifreunde und der Tribüne dem Stadtv. Koch vor. daß er Unmögliches verlange, wenn er von der Revolution fordere, sie solle in vier Mona:en austilgen, was der . verbrecherische Krieg in 4 Vi Jahren an Unheil über die Welt gebracht habe.— Auch die MehrhcitSsozialistm hätten sich erst im letzt:« Augenblick besonnen, um sich als N u tz n i e ß e r d e r R e v o.- lution(I> zu betätigen. Einer Negierung. die sich mit dem Zentrum verbände, könne er kein Vertrauen entgegenbringen.(Die U. Soz. und die Tribüne klatschen Beifall.) Schluhradau. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Unabhängigen ab- gelehnt. lSiiirmische andauernde Pfuirufe auf der Tribüne; Rufe: Mörder! Der Sturm auf der Tribüne dauert noch fort, nachdem sich der Saal schon entleert hat.) Schluß 10 Uhr._ GroßSerlm Vollversammlung der kommunalen Arbeikerräte. Nach einem Konimiiiioiisbericht. den Groscke erstattet, ist mit der Gaide-Schützen-Kavallerie-Division eine Vereinbarung über die Einwohnerwehren getroffen worden. Danach tollen in allen Orten Einwohnerwehren zum Schutze der Sichei hen, aber ohne poliiiscbe» Zweck eingerichtet und auch den Ä i beiter n der Eintritt in die Webr offen gedalten werden. Die Mitglieder der Sicheibeitewebren sollen sich verpflichten, jeder- zeit für die verfassungsmäßige Regierung ein- zutreten. Dem' Rätekongreß wird folgender Antrag unterbreitet: Die von der Regierung angekündigt« GeietzeSvorkage über die Verankerung der BetriebSarbeiterräte i» die Berjagung läßt die Srbekterräte tu den Gemeinden und verwaktungskörper- schatten unberührt. Angesichts der Tatsache, daß die V« r w a l« t u n g nach wie vor fast völlig in den Händen der allen Macht« haber ruht, fordert der Rätekongretz auch gesetzliche Grundlagen für die Tätigkeit der Arbeiterräte in den Gemeinden und Berwal- tungskörper'chaiten. Dem Vollzugsrat soll ein Aktionsausschuß angegliedert werden und, falls dieser die Angliederung ablehnen sollte, den kommunalen Arbeiterräten gegenüber dieselbe Stellung einnebmen, wie der VollzugSrat hinsichtlich der BetriebZarbeilerräle. In den Ausschuß werde» gewählt die Mebrbeiissozialiiten D a b le. Freimann, T o st(Charlottenburg) und je 3 U. S. P. und K. P.___ Ter Doppelmord auf dem Zcutralviehhof. Zu den unter obiger Ueberschrist in Nr. 147 wiedergegebenen Vorgäiieien können wir mitteilen, daß daS Kriegsgericht der 3l. Infanteriedivision auf untere Veröffentlichung hin sofort ein Unters»chungSverfabren gegen die in Frage kommenden Militärperionen(es bandelt sich um Angehörige des?ni.-Rcg. 174), cingeleiiet hat. Der Posten, der nach den Angaben des Ver- wundet im Krankenhaus Friedrichsbain liegenden Paul Gürte die beiden jungen Leute durch das Fenster erichossen und ihn selbst schwer verwundet haben soll, ist verhaftet worden. Vom Vollzugsrat. In der Sitzung vom 25. d. M. erschien eine Kommisston der A.-R. der kommunalen Betriebe Berlins, welche die Abberufung der vom B.-R. eingesetzten vier Bevollmächtigten wünscht. Die Kontrolle des Magistrats toll einer von den kommunalen A.-R. aewählten Aibensgemeinschafl übertragen werden. Der V.-R. hielt die Abberufung der Bollsbeauftragten für noiwendig und deren bisherige Koutlollläligkeit foll dem kommunalen Ausschuß deS B.-R. übertragen werden. Die Bildung der Arbeitsgemeinschaft der A.-R. der tommunalen Betriebe wurde begrüßt und soll diele als Kontrollorgan ihrer vorgesetzten Dienstbehörde anerkannt werden. Die weitere Erledigung dieser Angelegenheit wurde dem kommunalen Ausschuß übertragen._ Arbeiterräte Gro�-Berlins(T. P. D.) Fraktionssspung moreen DonnrrStag, nachmittags 4 Uhr, in der Aula des Sophieit-Glimilasiiims, Wrinmeisterftr. 15. Tazeso rd. n» n g: Auistcllung der Kaiididntca zum Rätetongreß— Ber- schiedcnes.— Organisationsausweis und LcgilimationSkarte legitimiert. Der Fraltionsvorftand. H a a s e. Die Zahl ber unterstützten Erwerbslosen betrug Ende der letzten Woche in den Groß-Berliner Städten zusammen 243 624 gegen 249 997 in der vorletzten Woche, ferner in den größeren Landortcn von Teltow und Niederbarnim zusammen rund 23 899 gegen 24 759. Einigung bei der Feuerwehr. Dienstag vormittag zogen etwa 599 dienstfreie Feuerwehrleute in geschlossenem Zuge nach dem Berliner Polizeipräsidium wegen der Auflösung des Arbeiterrats. Acht Feuerwehrleute und zwei Mitglieder des Vollzugsrates be- gaben sich zum Pakizeipräsidruten Ernst. Der Konserenz wohnte der Dezernent für das Feuerlöschwescn, Oberregierungsrcrt Rebling, bei. Nach Schluß der Konferenz hielt der Polizeipräsident vor der versammelten Mannschaft eine Ansprache und verlas dann folgen- den Ausgleich:..Der Avbeitrrrat der Berliner Feuerwehrleute hat das Recht, Einsicht in alle den Bctvieb belressenden Anordnun- gen zu nehmen. Es steht ihm das Recht zu. Anregungen und An- ordnuiigen der Leitung der Feuerwehr zu beanstanden. Die Be- anstandung muß aber in Zukunft dem Polizeipräsidenten vorgelegt werden, dem die Entscheidung zusteht. Welche Schriftstücke dem Arbciterrat nicht vorgelegt zu werden brauchen, unterliegt der Ver- «inbarung zwischen dem Arbeiterrat und der Leftung der Feuer- wehr. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet der Polizei- Präsident." Ein Spr chcr. der Feuerwehrleute dankte dem Polizei- Präsidenten für daS Entgegenkommen, worauf sich der Zug ent- fernte. Bollversammlnngcu der A.- und S.-Räte sinken beute Miitwoch und Freiiag. voi mittags 19 Uhr. in den Gsrmaiiiaiälen, Chausses« stroße 119. siait. Der älteste Stadtrai, Ehrenbürger der Stadt Berlin. Geheimer Sanitätsrat Dr. Straßmann, bat einen sehr schweren Unfall er- litten. Als der Zweiundachtzigjährige den Alexanderplatz kreuzte, wollte er einem Auto ausweichen und kam dabei so unglücklich zu Fall, daß er den Oberschenkel brach. Er liegt schwer krank danieder. Der Verunglückte hat erst am vorigen Sonntag seine Gattin durch den Tod verloren. Durch eine Lärmglocke erwischt wurde ein Einbrecher in Neu- kölln. Ein Bewohner des Hauses Hobrcchtstr. 41 hatte von semcm Kleintierswll im Keller eine Leitung nach seiner Wohnung im Ober- geschoß legen lassen. In der vergangenen Nacht schlug die Glocke an. Mebrcre Hausbewohner eilten b'mmter und ertappten einen 25 Jahre alten Techniker Willy Rebcntisch. der gerade dabei war, Ziegen und Hühner abzuschlachten und weg-.ubnnacn. Der Festgenommene trieb sich wohrningsloS umher und verübte schon wiederholt Einbrüche. Er war im Kriege mehrmals fahnenflüchtig geworden. Ein dreister Schwindler erbeutete gestern in Moabit zwei wert- volle Pferde. Bei der Stallwache des 4. Beritts des Freiw. Garde» Artillerie-Regi m« nts in der Kruppstraße erschien ein Mann in Militörmantel und Schirmmütze und ließ sich unter glaubhaften Angaben zwei Rappwallache herauSg brn. Erst als er mit den beiden Tieren verschwunden ivar, ergab sich, daß er sie sich durch falsche Vorspiegelungen erschwindelt hatte. Der Restaurateur Hermann Vratner, Weidenweg 85. berichtigt gegenüber der erschienenen Notiz:.Wie sie hausten":»U. a. wird oarin mitgeteilt, daß vor dem Hause Weidenwcg 85 ein Klempner- meister und ein Regierungssoldat von einer Menge mißhandelt worden wären, und in der Schlubnot« steht zu lesen, ich hätte dabei lächelnd zugesehen. Die» entspricht nicbt den Taksachen. Ich selbst habe diesen Vorgang nicht mit angesehen, da sich diese fraglichen Ereignisse vor den Häusern Nr. 88 bzw. 86 abgespielt haben. Ich habe erst später aus der Ladcntür hinausgesehen." AngehSrige der Pest- nnd Telegraphenvcrwaltunz aller Acmter des Bezirks O. und NO.l Morgen, Donnerstag. 3 Uhr abends. Ver- sammlung. Aula Rigaer Str. 7. 1. Was erwarten die Angehörigen der Post- und Telegrapbenverwaltung von der Sozialdemokratie? 2. Freie Aussprache. Restloses Erscheinen aller dienstfreien Kollegen erbeten. Schwerhörige! Durch die Wirren der letzten Wochen wurde a»ch untere Tätigkeit aestört; wir tonnten keine Bei sammlung ab- hallen, und auch die Verhandlungen wegen des Vielbörers loiimen noch nicht z» einem Abschluß gelangen. Die nächste politische Ver- iamnilung findet Freitao, den 28. März, abends pünkilich 4/z8 Uhr in der Siädt. TaubstilMinenschule. Maikusstr. 49, Hof links 2 Treppen statt. Sladtdabn(bis Jannowitzbnicke) oder Straßen- bahn(bis Blumeustraße Ecke Markusstraße oder bis Andreasstraße Ecke Grünerweg). Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß ein Vielbörer aufgestellt ist. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir zoblreichen Be'uch der schwerhörigen Parteigenossen, Gewerkschaftler und„Vor- wärts'-Leser. Aus der Haft entlassen wurde die unter der Beschuldigung der Mitschuld an der Ermordung ihres Gatten verhaftet gewesene Frau Friedrike Döring geb. Hölze. Die Zerstörung der Arbeiterturnbewegung soll nach dem Willen der Berliner Linksradikalen weitergehen. Montag abend hat eine Vereinsversammlung des Turnvereins.Fichte" mit 265 gegen 139 Stimmen bei 49 Sftmmenihalhmgen rnifs neue beschlossen, daß nur Kommunisten und U. S. P. VorsiandSämter bekleiden dürfen. Zwei Vertreter des Arbeiterturnerbundes, dessen Leipziger Vorstand fast ganz der U. S. P. angehört, suchten vergeblich. den Beschluß aufzuheben, da Berlin ziemlich isoliert stehe und eine Spaltung des ganzen Bundes eintreten könne. In der Dis- kusfion wurde die S. P. D. als Verbrecher- und Gesindel- Partei bezeichnet, ohne daß der Vorsitzende dagegen einschritt. Ein Antrag, Mitglieder, welche Regierungstruppen sinb bzw. waren, auszuschließen, wurde gegen eine Stimme angenommen. Am Sonntag soll obiger Antrag den Arl>eiterturnvercinen der Mark Brandenburg auf dem Äreisturnwg ebenfalls unterbreitet werden, um auch dort eine„reinliche Scheidung" herbcizu- führen. Das Kommando der Schutzmannschaft gibt bekannt: Durch die Presse ging kürzlich irrtümlich die Notiz, daß am 6. März vormittags Teile des 2. Garderegiments und des GardefüselierregimentS zu den Spartakisten übergetreten wären. Wie aus einem beigefügten Schreiben des WTB hervorgeht, stammt diese tendenziöse Nachricht nicht vom Kommando der Schutzmannschaft. Für 399 999 M. Seide erbeuteten Einbrecher m der vcrgan- genen Nacht auf dem Grundstück Äönigstr. 62. Ouartiergcber für arbeitslose Delegierte zum tRätekougrest werden um Mitteilung an E. Wendel, Friedenau, Nenzelitr. 16, gebeten. Im Krankenhaus Berltn-Lichtenberg, Hubertusstraße 4, liegt der bei den Unruecn ertchosseiie angebliche Dragoner Sprenger. Seine Leiche ist noch nicht rekognosziert. Vorträge für Erwerbslos«. Heute. Institut für Meereskunde. Ecorgeniiraße(5 Ubr), Pros. Dr. Kehner:«us der Welt des SiienZ.— Cccilicn. Lyzeuni, Lichtenberg(6 Udr). Frl. Dr. Schottmüller: Venedig zu Beginn der Neuzeil.— Sopbirn-Gymnasium, Weinmeisterslrahe(ö Ibir), Dr. Bebrmann und Dr. Spctiimann: Bilder aus DeutichlandS Gauen. (Von der Motel bis zum Rhein). Fußball. Am 23. Hl. stielte der Turn-Sport-Berein.Stralau I' gegen.Nordita I' und siegte überlegen 11:0..Stralau IT* gegen .V. f. 83.*. Letztere nicht angetreten.»Stralau t. Jgd.* gegen»Eiche Tegel t. Jgd.' 4:9. R. S.- W. Charlottenburg. Die Angehörigen des aufgelösten DepoiS la der R. S.-W. Cdailoltcnbnrg, Fa>aue.>str. 87. baben ihre Be» llewu-igstlücke umgehend abzugeben. Der bis zum 30. seine Sachen nicht abgegeben hat. wird slrasrcchliich verfolgt werden. Löhnung wirb daselbst bis zum 17. III. 19 gezahlt. Groß-Verliner Lebensmittel. Spandau. Aus MargarineabschniU 2 Ist noch Margarine in ver- schicdrnen Keichäslen zu baden. Gegen Feld 223 in der Wilhelmftadt >/, P'uud W.ich läse.— Ab Freitag slödlische Butter aus Butlcrabjchnitl 3. 60 Gramm. Rowawes. Bis aus weiteres Herabsetzung samilicher«lilchkaiten zu '!, Liter auf>/, Liter.— Ausgabe neuer Milch wrien g-gen Milch, unv AUersausweise Prieslerstr. 81 don 8-1.— Ersatz jür gekürzte Michralion beuie Miliwoch«— l Ubr im Ralba"s. Zimaier 7 an werrende Müller je eine Püch c londensicrte Milch. Milchauswei» oo legen.— Stall Morgen- lrailt 1 Suppenivursel.— 15 Pjnnd«ieneiizucter jür jedes llberwinierte Bicncnvoll. Vom 24. bis 29.-März in die Gemcindcliite eiiillagen. Bezugsscheine sür Stioblrailsulier im Rathaus. Zimmer 6.— Bezugs- Icheine iür FuUermohrrüben im Rathaus, Zimmer 6, 8—1 Uhr. Lichterselde. Der �Zemeindevorsta.id hat ieine Aeimer zur Verfügung gestellt. Die Sache>st dem Äihlaussch iß üverio-esen. BSilineredors. Nächster Kunstadcnd Sonntaa. den SO März, abend» 7 Uhr. in der Aula der llberrcaiichiiie am Hindendurgoall: Moderne Dichliunil. Emirill 50 Ps Vorverlau!: im Bar. ewuteau, Uhiandsp. 9i,99 und bei Westrnberger, Halensee, Westiäiijchcstr 28. Velten. Für oie TeueiungSzuiageu der Beamten ist Velten m die billigen Orte eingereiht, ovivohl hier alles teurer wie in der Großiladl und v eles nichl zu ha-en ist Dazu kommen die Scdui- verhälinch'e. Kinder, weiche die höhere Schule besuchen, fahre»»ach Tegel»nd Berlin und sins Winter und Sommer von 6 Uhr früh bis 3 U»r»achmillagS unierwegs. Wo bleibt da die Gereckuglcil? Sieglitz. Vom t. April an besindet sich die Ausgabestelle des.Vor- wärts" S ch i i d b o r n st r. It. Laden. Bis zu dieiom Tage iv.-ioc.i BeilcUunge» nur angenommen bei H a n S Kegel. H o t st e i n i i ch e i t r a(j e 7. Wir biite» alle untere Abannelilen. auch diejeulgen, die vis- bei pcr Post deiamen. ihre Adresse dort ahzugeben Friedenau. Vom t. AprU ab besindet sich d'e Ausgabestelle de» »Vorwärts" b. Fievelkorn. Lauter str 30. Gartenbaus II. Bestellungen werden schon jetzt dortsclbst angenommen. Wir b tlen alle unsere dortigen Abonnenten um Angabe ihrer Adresse in obiger Ausgabestelle. Groft-Serliner Parteinackrichten. Zentralstelle fürVeretnigniig der sozialdeniokraciicheu Barteien. Noiddezirl. Freiiag. den 28. d. M.. abends 7 Uhr. bei Ridbei. Boiia- ftvaiic 43, BezirtSvertammIung. Die Mnglieder des nördücheii SWdilcils weihen um plliilillchcs Erscheinen ersucht.- Berlin.>t«. Ab,. Heute, M!lt-»och. abciidS 7 Nhr. bei Schnü cila, Glibcne Snajjc 45; Mllgiiederveiiamnistlng. Zill. Abt. Morgen. Doiiiirrsiag. abends 7 Udr. im.Brraerche m*. Alte Schöiibauier Str. 23/ 4: Milgliederveiiammiung. Poitrag des Gen. H 1 1 1 c l a m p S, 48. Abt. Heute, Mittwoch, abend» 7 Uhr, Schuiania, Schöninoer Siratze: Mlt.Lederver'animluiia..Vorw>irt4"leier anUkomnicil. Zteicral de» Gen. H e n n i ck e übri:.Kommim-Smus*. Diskussion. Ske-itollii. Heute, 7 Uhr: Frauen-Leseabcud tn solgendea Lokalen: Abt. 1(Bez. 1—10,: b. Schul,. Nenter''r. 47. Abt. 2>Bcz. 11— 19,: b. Sa ivengler, Eldestr. 8. Ab'. 3(Bez. 20- 27,: b.«ort«, Fnniti. 9. Ab'. 4(Bez. 28—38,: b. itebma. n, Sckudcnna- Ecke Böhmischestratze. Abt. 5 iBez. 37— 15,: b. Pauke. Hermannitr.>14. Abt. 6(Bez. 4'°— 52): b Kutzli. Leinctlr. 1. Abt. 7(Bez. 53—59,:.Kindeli-rauerci*. Hermannstratze. Abt. 8(Bez. 60—65«: b. Heuschel. Heriiurthslr. 27. Abt. 9(Bez. 66—72): b. Schncider. Mainzer Str. 6. • — Morgen, Donnerstag, abend» 7 Nhr...Nn'onSbrauerei, Hascnheide Zlufterordentliche Generalversammlung. Gen. Bartels(Pm-teworstand) stricht über:„Die politische Lage-. Mitgliederversamnilung«n Neotöllu. Heute, Aula, Kaiser-Frie- brich- Strafe 210. Freie Aussprache. Friedrichsielde. Heute, Mittwoch, abend» 7'/, Uhr. Sei Dorn. Prinzen- Allee. Versammlung. Nahnsdorf. Sonntag, nachmlltag» 4'/, Uhr, im„Parodie« garten": Kun st abend. Ais Milwiikende find treffliche Künstler gewonnen.— EintrittSlarlen im Voroerlaus zu ermäßiglen Preiseu bei den iSriiosirn: 5ironcbelg-H>iicnivinkeI. Hcidcniann-WilbelmShagen und Mohs-RahnSrori- Mühle. P> eis für Mitglieder 75 Pf., jür Nichlmitgiieder 1,50 M. r'lgiliert für zahlreichen Besuch!_ SriefkaNen der Neöaktion. Erua 13. 1. Nach erfolgter Scheidung. 2. Ja, nach dem Tode de» Vaters.— 91. K. LZ. 1. Leider ja 2. Wenden Sie sich sofort on da» Miclemigungsamt. Zimmcrftr. 90.— Vrothe. Sparrstr. Die Fragen sind öllktch geregelt, wenden Sie sich an den Magistrat bezw. Gemeinde« vorstand der in Frage tommenden Gemeinde.— Z. Iii. 1. Ja. 6 Wochen zum Quartal. 2. Ja, Gewerbegericht, bezw. Amisgericht.— B. g. ES ivar 150 M. monatlich, außerdem hat die Frau Anspruch ans Herausgabe des Eingebrachten.— H. 13. Die Miete müssen Sie weiterzahlen. Fordern Sie vom Vermieter unter Setzimg einer Frist von etwa 14 Tagen Jnitandietzung. oerstreicht die Frist erso glos, könne» Sie die Sache» selbst machen lassen und die Kosten vom Eigentümer bezahlt verlangen. Das MiclcinigungSaml hat mit derartigen Dingen nicht» zu tun.— E. Bs. 35. Wenden Sie sich an da» Auswärtige Amt.— (5- P.>75. Vom gesamten Aiigestelltenperianal.—®. H. 009. BeimMagiilrat Reulölln.— P. H. B. Sie sind auch jetzt noch zur Ablösung verpflichtet.— Neninan« Rackowttz. Ja.— L. 1. Jr. P. Z. 3. Nein.—Tlteater Direktion: Victor Barnowskj 7 Uhr: Der rote Hahn. Donnerstag: Peer Oynt. Freitag: Der rote Hahn. Dentsches Kilnstler- Theitter. 7 Uhn Der Schöpfer. Donnerstag: Der Schöpfer. Freitag: Der Schöpfer. Direktion Mas Feinnardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Wie es euch gefälit. Donn. 7 Uhr: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Kafnmerspiele. f1/. Uhr: Unterwegs. Donnerst. J'/j Uhr: Fasching. Kleines Schauspielhaus Fasanenstr. I. Port 5. P/-.; Die Büchse der Pandora. Donnerst. 7V2 Uhr: Die Büchse der Pandora._ Theater I. d. SöniggrätzerStTjße Dir.; C.Meinhard• R Bernauer /jS Uhr: Oer Biberpelz. 'Frau Wolff: Else Lehmann.) Donnerstag: Totentanz. Irene Triesch, Lud«. Hanau, Paul Otto.) creitag: Der Biberpelz. Sonnabend: Musik. KomMieshaas an uer Marscrallbrücke 7iS Uhr: Peidhemibugel. Donnerstag Erdgeist. Freitag: Der Feldherrnhögel. Beriiier Theater 7" Uhr: Sterne, die wieder leuchten. fiater der FrTeiiriclistadl Life Friedrich» u. ifmcnfttofie. Torben 86Ö0. Säglich 7i;, Uf)n Srsi lollsTage. Oocritte von Zcrlig._ Trianan-Theater/ Jhf..Friedricnstr.Ztr.4lJ27J.l»l \achm.' jt Uhr kleine Pnise KotkUpiicticn. rägl.kUhr Heute 1 19' Male D2F gülS Sül von liermann Sudermann. 5 0 nna■. V,4 Hü nsel u.Gretel. ResISeaz-Theater. Jn-ergiunda. Klnstcrstraße. Aufgang str-lauer Sraße j �achn'. 4 Uhr, kleine Preise-> Sehne cw Ittel, en. fS.lich 7'/, Uhr:| P V von Hermann Sudermann j Spielleitung: Altred Rotter iansi ArnstäJt. Ferd. Bonn iug n Burg Olga Limburg. i?> g�kcnstetn. EmmaDcbner Ro 4 Vaietti. Pam kildt. Sörinab. 4 uiir: Rotkäppchen. Casmö-Theater. 1 /olhrlnq. Str. 87. Täyl.'«8 Uhr. Der Schlager der SpieUeit: i s"? neu? Berliner SÄtt Mslie.! Dazu erstklaifiqe Spezlal'.täten.» Stq. iVfa Ehrliches HaadwerL IValballa-Tkeater. 1 7', Uhr: iug�st der Starke. Rose-Thester. n/a u. Das CrelRifHleriiiaas. ja>tsp, a. Fnedr\VHb. Thcat. " Lulsen-Tliaater. Letzte Auilührungen! f: H.semnnns Töchter. sonn«, ülndervorsteliung 3. nonirßscliea. %"■]: Maria Magdalena. Ahl 4 lEerl.-llambg.-Nesyork ilPOLLO, Theater Fnedrichsiraße 218| Dir.: James Klein A Habe ndl. Tl, V. Sonnt. 3'., a,?>,. 1 Letzte Tage! Die Abdankung de* Qro.eVa ielä-Aus- siattunes-Schau. P rsönl. Auftreten!| d. berühmt, dänisch. Filmschauspielers jViggo Larsen.j Lucle Blattner als Lieblingsfrau. 1 H. Horsten. Fr. Rauch| in arah. Springer. luPyram.-Darstell. Battys Bärengruppe. I Chinesische Gaukler, f sonntags 31/. U jed I I Erwachs. 1 Kind frei!| | T�raterk.ununterhr." oeöffnet. National-Theater 7>/a Cöpenicker Str. 68 7Va üiibescIirEi&lichEr Eriolg! Die Kinopuppe. Burleske von Leonh. Haskel. Musik von Walter Bromme. Stg.3ielhaus Die spanische Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io. Die Faschingslee. Lettes Operettenhaas Schiffbauerd 4a. Norden 281. uh?: Die kensehe Susanne. Palast-Theater 5 Uhr: Piccolomlnl. 7 Uhr: Christus. Sebiller-Theat. Chnrl. tu u.: Wie es euch geiäilt. Thalia-Theater 7 uhr: Zur wilden Hnnnnel. Th. am N'ollendorfplatz 3�/2 Uhr- Wallenstelns Tod. 7 uhr: Wo die Lerche singt. Theater des Westens TVaUhrJadame Sherry. Wallner-Theater 7»/, Uhn Geisha. Sttf. 3«/«: Graf v Luxemburg. Täglich?'/, Uhr: ITc Rauchen gestattet! j.S Akte nach Jules Verne ür den Film becrteiie " und inszeniert von Richard Oswald. 1. Akt: Im Fxcc'Uric K)ub. 2. Akt: Philea? Fcggs Alil.ionenwette 3# Akt: Eine W.twehver- b enn 4.Akt:Aouda. 5s Akt: Von China bis apan 6. Akts Bei den Sioux-lnaianern 7. Akt: ie 8chlffsk tas ropi.e S.Akt: Emen Tag zu spät. Hauptdart-teller: Konrad Veldl Anita Bertier Relniiold ßchünzel Käte Oswald F.ugen Rex Max Uü ii. rff. Vorverkauf II— I Uhr. Ehrenkarten haben kein Gültigkeit. o Admiraispalast. Ballett auf dem Eise iTanz-!tevue.| Paul Krekow und Erna Kerbten, 1 das eiegant.Foxtrotpaar. I Die Prinzessin». Tragant. 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Allen Verwandten und Bekannten die traurige iüachrlchl. daß meine liebe Frau AllWSte Kartd geb. Pahlaek am 2i. März sanft entschlafen ist. H8a In tiefstem Schmerz/ Frltbt. Vorth, Iii üUcrft-J1;� Die Einäscherung findet am Dannerstag, 2,. März, vnrtn. IO'. j Uhr. im Krematorium Serichlfiraße statt. >»!!!!«!«! M IM IIiiII,,t ------ Aufruil------ Am 20. August 1918 wurde der Kanonier Ottovrsndt oom geliart-RcgL 235, 2, Bali. I. Abt. als vermißt gemeldet. •'lach Auasage eine« Kameraden wurdet er zuletzt gesehen beim stilitzug der Balte rir, bei biarnbefin. Wer kann Auf- lchluß Uber feinen Verbleib geben, Unkosten werden zu- rüäerstattet. Frau Ida Brand!. flöpenitf. Glashütte, paus B. Angehörige des Dep. IIa der Repobl. Sold.-Wehr werden hiermit aufgefordert, ihre röÄJliinWgr Löhnung. j. gcn Abgabe sämtlicher ernp- ongenen Sachen, Donnerstag, den 27. d. Mts.,»seminaga zwischen ll und IS Uhr. Wol- iinerfiraße Zl>(Rrstanranil ab- zbhoie». 143/14 Ihn. lderotts. iiaul-, II»ra-u. tiascblacbtr- lriäan, speziell ecroiteie, h»rl- niicKlge Auiflüssc..Mannes- .'hwäcbc. Qcg. Syphilis eigene üeilmethode oert. nuSalrarian- i u reit. Bwtunterfnch. im ersten Jftcst. Kur-Instin i!„böser'. Viir Rosenthslcr Str. 6»— 70, -stoseuthaler Platz. Ecke Linien sir. hehandiungs.,. 9»I, 4-», Sonnt. ä-I. Separates Damenzimmer. Deutseher Holzarbeiter-Verband. Verwaltung Berlin. Tel.: Amt Maritzplatz lliLLZ, 3ö78. Bnrcau: Berlin, Ruitsteftr. 3v. Heute Mittwoch, den SV. März 1919, nachmittags von 4 bis 7 Uhr: Wahl der Delegierten zum Verbaudstag und zum Gewerkschaftskongres;. Die Wahl erfolgt durch Urabstimmung in den folgenden 25 Lokalen! l. Dobrohlaw, Jminetrnindrr Str. 11. 2. Klimvel, Dunckerstr. 8Z. 3. Gliciche. Kopcnhagener Str. 7<. 4. Brack. Steitiner Sir. 15. 5. Secseld, Schulstr. 114. 6. 5Irüger, Putiitzstr. 10. 7..pabedank, W-elefttr. 24. 8. Wald, Pfluqstr. 5. 9. WiemerZ. Bnlowstr. 58. 10. Schult. Mariendorfer<£lr. 5. 11. Älude. Ritlerstr. 32, Ecke JakobiNrch- straße. 12. Ehler!, tstottbuscr Str. 19. 13. Mix, Skalitzer Str. 59«. Zu wählen find 21 Delegierte zum Berbandstag und ein Delegierter zum Ge- werkschastSkongreß. IfedesMitglied istwahlbercchtigt und muß zur Wahl p e. r f ä n« lich erscheinen. Ais Legitimatwn ist das Mtgliedsbuch vorzulegen s ohne Mitglieds- buch wird niemand zugelasten. Die Mitglieder wählen in dem Lokai. das sie am be- quemslen erreichen könneti. Wer mehr als 7 Beiträge rückständig ist, darf nicht wählen. 14. Staden, Michaelkirchstr. 24. 15. Merkmann, Gr. Frankfurter Slr. 15. 15. Hulf), Warschauer Slr. 61. 17. Rott, Slraßmannstr. 29. 18. Schulz, Lichtenberg, Kronprinzenftr. 47. 19. Dröger, Weißensee, Lehderstr. 122. 20. Thunack, Charloiienbiirg, Wlelandftr. 4. 21. Henkel, Schömberg, Neininger Str. 8. 22. Marttn, Tempelhot, Berliner Sir. 92. 23. Schmidt, Neulölln, Donanstr. 1. Ecke Reutertlraße. 24. Schenk, Neukölln, Rofenstr. 24. 25. ltodanek, Odert chöneweide, Dilhelmmen- hofstr. 18. Stellmacher! Donnerstag, de» 27. März 1919, abends 7 Uhr, im„Rofenthaler Hof". Rosenthaler Straße 11— 12: B r a n ch e n v e r f a m m l u« g. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum BerbandSIag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Bericht vom Gautag, 4. Bericht über dir Verhandlungen mit dem Arbeitgcberschutzoerb.iiid. Vollzähliges und pünkilicheS Erscheinen notwendig! 83/2 vis OrlKVcrwaltane. Zentralwahlverein Teltnw- Beeskow- Gharlottenbiirg Bezirk Schöneberg. Tonncrstag. den 27. März er., abends 71!i Uhr. in der Aula der„Hohc»zoller«»schule", Belzigcr Ztr.-18/53: ZKitglieäer-Vsrssmmlung. Tagesordnung: 1. GefchäftS» und slnfi-nbencht deS Vorstandes sowie Neuwahl desselben. 2. Wahl der Delegierten zur ilreisgeneralverfammlitnq. 3. Borzchiäge der Delegierten zum Partciiag. 4. Verschiedenes. SV Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe tri« Zutritt.-55?Z 15/19_________ Ider�orstand. 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Marz ISIS, abends 0., Ahr: Mitglieder- Versammlung der in der Herceuwäscha-Sabritaliau beschästigtrn Arbestcr und Ardesterinnen in den Sophlen-Sdlen, Sophienfkr. 17/18. Tagesordnung: 1. Uns er- Forderungen an die Arbeitgeber. Ref.: Kall. Salewsky. 2. Freie Aussprache. MltgUesbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit mehr alo D r-sti-ccnden Woch-nbellrägen fein Zutritt. 184,13__ Pte B tauchen tommtssten. Zentraimband der Glaier Zefclltelle Berlin. Tonnerrtag, 27. März, abends»/z» Uhr, im Sewerkschaftshaus: Versammlung. Erscheinen aller Kollegen Ist Pflicht 294/11'__ Lokalverwal tunq Berlin. I. A.: Purfürsi. Filiale eroS-Berlln. Freitag, den 28. März 1919, abendS 7 Uhr, in der Aula des„Tophirn-LyzeumS", Weinmeifterslraß« 16/17: MmkSMi. SeasMelMSiig Tagesordnung: 1. Wahl von veel lllgltaktausleiksen. 2. Oer gegenwärtige Stand der Ocrhaniluugcn über den Zaetspertrag. 34/2 S. Verdandsangziegenheiien. Eintritt nnr gegen Vorzeigung de» Mitgliedsbuches und der Delegierievkarie. 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Bei der Durchführung des Wilsonschen Programms gegenüber Preußen verlangen wir Rücksicht nicht nur auf die zahlenmäßige, sondern auch auf die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der deutschen Bevölkerung. Darüber wird die Frietensahordnung mit eingefrendem statistischen Material versehen werden. Wir werden zur Währung der Rechte Deutschlands gegenüber den völlig übertriebenen Zdorderungen der Polen alles tun im Vertrauen auf unser gutes Recht.(Lebhafter Beifall.) Abg. Wende-Bromberg lSoz.): Mit Phrasen ist dem Deutschtum im Lsten nicht gedient; wir stehen ganz e'nfach der Datsache des ungeheuerlichen Ka sse 8 zwischen Deutschen und Polen gegenüber, der durch die Polenvolitik geschaffen worden ist. tWiderspruch rechts.) E e- r a d e Sie baben den Raub der Muttersprache gegenüber den Ro�cn unternommen und sie von Grund und Boden vertrieben. CTina ihre An siedlungs Politik würde der polnische Adel bei seiner Verfolgung der großpolnischen Politik unter keinen Um- ständen däe Gefolgschaft des polnischen Volkes gc- funden haben, ft-ür die Arbeiterschaft in Posen besteht die Gefahr bei der Angliederuna an Polen, einen äußerst empfindlichen Kulturrückschlag zu erleiden, weil sie dank der getnerkschaftlichen Erziehung der russischpolnischen Arbeiterschaft gegenüber einen bedeutenden Vor- svruni erreicht hat. Wenn Deutschland durch einen GewaUfricdcn zur Preisgabe deutschpolnischcr Gebiete gezwungen wird, w i r'd die d' u i s ch e Arbeiterschaft nicht ruhig bleiben. Wir vergangen, daß den Polen auf dem Wege der Verständigung rbr Recht wird. Die Polen müssen sich aber mit den E r a e b- nissen einer Volk Sab st immuna auf Grund des Selbst- bestimmungs'cchics de'- Völker unter allen Umständen abfinden.(Beifall bei den Sog.) Abg. Tr Schulte(Z.): Schuld an den jetzigen Zuständen ist die Schwäche der Regierung. Sie hätte--Paderewski auf keinen Fall nacki Posen reisen lassen dürfen. Abg. Lichrenstein tUnab. Soz.): Wir stimmen der allgemeinen Resolnt'on zu. sie darf aber nicht faAch aus-elcgt werden. Nachdem noch die Nbgg. Dr. Nichter(TVp.l und Bochmann (Dti'ÄD) gesvrochen baben. wird ein Antrag auf Schluß der Be- sprechung angenommen. Die noch gemeldeten Redner erhalten aber.das Wort als Schl'gßwort. Der gemeinsame Antrag aller Parteien wird angenommen. Mittwoch l2 Uhr, Anfragen und Anträge. Schluß VA Uhr. Die ungarische Note �lrmee. B n d a p c st, 25. März. Der Revolutionäre Regierende Rat ordnet die B i l d u n» einer a u f R e v o l» t i o u s d i s z i p l i n beruhenden neuen Prolrtarirrarmee der ungarische« Räterepublik, einer sogenannten Roten Armee an, welche in erster Linie ans Anwerbung nuS den Reihen der o r g a n i- sicrtcn Arbeiters chasr und aus den gegenwärtig unter den Waffe» siebenden Prolcianenoldatr» beruht. Tie Soldaten der Roten Armer erhalte» Verpflegung, Vcllcidung, Ausrliflnng und monatlich 450 Kronen G ehalt, jedes ihrer Familirnwitgiicder eine Fam tirnzulagc vo» 50 Kronen monatlich. Der oberste Leiter bee Roten Armee ist der Revoliiiioiiärc Rrgicrcude Rat. Chargen und R a n q u n« e r s ch i r d e gibt es in der Armee n i ch es gibt »ur Befehlshaber und 2 o!» a t t n. Befehlshaber werde» vom Volkskommissar für das Kriegswesen ernannt. Innerhalb der Rote» Armer werden auch Arbeilrr-Reservebataillone und Truppen- iörper gebildet werden, deren Kommandanten auSichlirßlich den Reihen der A-bcitcrschast entnommen werden« Anwerbung für die Rete Armee hat sofort nach Brröffcntlichuiig der Verordnung zu er oigiul. Tie Entcntetrvppen in Ungarn. Zürich, 25. März. Wie der„Srcolo" vom Sonntag meldet, rollen von Fiume Tag und Nacht Trupp?« in das besetzte unga- rische Gebiet ab. Wie«, 25. März.(Hollaudsch Nicuwsburcau.) Dir Neichs- post meldet aus Budapest: Die alliierten Besatzungs- t r u p p c n haben sich aus Szcgcdin und Arad zurückgezogen. Tie Mitglieder der alliierten Militärmission haben Budapest bis auf einen amerikanischen Ofsizier verlasse«. Karolyis Hoffnung auf die Weltrcvokution. Wien, 25. März.(Hcllondsch NicuwSbureau.) Ans Buda- Pest wird gemeldet: Karolyi erklärte in einer Rede, alles wer- bilder und ähnliche Embleme der Hohen, ollern, eil ans den Schul- Ummern eutfernren. nachher von thron Vorgeietztcn in de- mütigender Weise gezwungen wurden, die Bilder wieder aus- zuhängen. Was gedenkt der KnItilSminister Haenisch dagegen ,u tun. daß die Lehrer vor solchen Uebergriffen geschützt werden, durch d.e das Ansehender gesamten Revublrk beleidiat wird? Ist schon ein Erlaß ergangen, der die Entfernung solcher Wahrzeichen des alten Regimes generell für alle Lehranstalten au- ordnet? Was geschickt mit den Schulirispekroren. Schulräien uiw, weiche Lehrer wegen freiheitlicher und sozial.ftischer Gesinnung drangsalieren? Ein Rdchs-Ecwerbslosen-|Susstl)uß. Aus Vertretern der ErwerbSlofen-Ausschllsse Preußens, Bayerns, Sachsens. WürUenibergS und Badens wurde ein Reich«-Er- w e r b S l o s e n- A u s i ch u ß gebildet, der sofort die Arbeit mit den für die Erwerbeloienfürsorge in Beuachl lourmcnden Neichs- ämiern ausgenommen har._ Sächsische Regierung unö bapsnschs? Fentrairat. Das Zusammengehen in der Sozialisierungsfrage. Ter sächsische M i rr r st c r p r ä s i d e n l bar an den bayerisch e'n M i n ist erpräs toeirlen ein Telegramm ge- richtet, i» dem es u. a. hcrßt: Vom dortnen Zeniralcht erhielte» wir die Aufforderung zu Beiprcchüngen zwischen Bayern und Sachsen üder die S o z i a l i s i e r u>, g? f r a g e. Wir glauben, daß in, S l a a te n a n s> w n ß die rechte Srclle ist. an der sich die Re- gierungSvertrcter der Emzelstaaien auch über die Soiialisicim.gS« rrage aussprechen und gegebenenfalls Einivnknng aui die llieichs» leiinirg ausüben können. Hiermit soll jedoch»ichr erklärt iei», daß wir es durchaus ablehnen solllen, mit Vernciern des ZcmralraleS, iofcin dieser nicht rm Widerspruch zur v a y e r 1 1 ch e n R e g i e r n n g handelt, besonder S aber nuvcibüid- liche Deiprechnngen abpihalien. Als maßgebend» n o ver- brndlich können aber nur Verhandlungen z lv i j ch e» den Regierungen erachtet werden. Ein ßreispruch. Münster, 25. März.(Eigener Drahrvericht des.„Vorlväits') In der Heutigen kriegsgerichtlichen Berbandlüstg wurde der vor kurzem widerrechtlicheriverse wegen Beamlem migung verhaiteie Genosse Gerber vom Bezirks- Soldateurar Münster srei- gesprochen.__ Stärkung öer Rekchskompetenzen. Tie Arbeite» des BerfaffungSausschusfes. Die sozialdemokratische Fraktion der Narronalversammluiig hat in der Preußcnfrage folgenden Antrag angenommen: .Die Fraktion erklärt sich mit der Haltung der Ke arbeit ihrer Mitglieder im VerfasiungsanS'chnß rn der Frage der Glrcdcrnng des Reichs einverstanden. Zngm sten eliies emheillichen Borgehens der Parier in dieser Frage ist schnellstens eine«er- standignng mit den G e n o I> c n d e r P r e u ß i j ch e n L a n d e e v e r s a m m t u rr g tu vre Wege zu leiten." Der Verfassungsans'chuß hat Dienstag mittag noch eine Reihe von Abänderungen vorgenomrireu. Der Artikel 7 ist angenommen worden. Die Artikel 1(6 brS l l8 de« VeriassiingSenlioursS sind g e str i ch e n worden. Der Artikel IIS de« Versassungsentwurss hat� eine Beränderung erfahren mrd ebenso der Artikel&0. Tie Streichung rtnd die Veränderung haben den Zweck, die R e i ch S k o m p e t e u, zu stärken. Die Reiervairechte der Südstaaten aus dem Gebiet der Bier- und Branntwetnbesteuerung sind gestrickten ivordcn. Tie Äompeien, des Reichs in der Erbebung nnö Verwaltung der Steuern ist verstärkt worden. Bezüglich der Erhebung und Verwaltung der Zölle ttnd Verbraucht steu rn in Bayern. Sackis-ir. Württemberg. Baden, Hessen. Bremm und Hamburg ist eine Frist bis zum l. Juli lv21 geieyt worden, dann geht die Verwaltung iiird Erbebnttg auch dorr auf da- Reich iiier. Der Widerstand der Verireter'der einzelstaatlichen Regierungen hat auf die Mehr- beit der Kommnsion keinen Eindruck gemacht. Dieic Mehr- heit ist ü v e r alle Einwendungen hinweggegangen und hat Beschlüsse gejaßr, die die Rcichsgcwalt auch aus diese» Gc- bieten stärken wird._ StouninqS Erkratlkttvg. Wie uns vom dänischen Parteivorstand aedrabier wird, leidet Slauning nicht an Gehirn-, foudern cri Obrcnblittunge«. Sern Vestndcir hat sich wesetulich gebessert; die vollständige Geneiun? wiro rn zehn Tagen erwartet. Er ist bererlS seit Sonnlag außer Bert und bei der Arbeit. Bayerische Adelsfronbe. Der demokratische Abgeordnete Quidde behauptet in den»Münchener Neu: sten Ilachrichten", die Regierung wolle die Staatsanwaltschaft anweisen, für die Uobcrgangszeit von einer Strafverfolgung wegen unbefugter Führung des Adelstitels nach§ 360 Ziffer 6 des Strafgesetzbuchs abzusehen. Die Abelrgen lehnten aber nach der„Köln. Ztg." diese Schonung ab u.rd dränge» auf eine baldige gerichtliche Entfchestchug. Wie werden wir wieder reich? Unter diesem Titel Hai Genosse Erich K u t r n e r im Verlag für Sozialwissenschaft ein Heft er- scheinen lassen, das als deutsches Gegenstück zu Trotzkis bekannter Red« bezeichnet werden kann:»Arbeit, Disziplin und Ordnung wer- den die sozialistische Sowjetrepublik retten." D«r Unterschled ist nur der, daß Kuttner mit der Arbeit nicht warien will, bis die bol- schewistische Desorganisation eingetreten ist. sondern mit dir Arbeit, die durch fortschreitende sozialistische Organisation zum Reichtum der Allgemeinheit führt, jetzt schon. beginnen will.»Arbeit und Sozialismus, werde» Teutschland aus dem Abgrund retterr. in da? der Krieg es gestoßen hat, aber ein» ohne das andere gibt es nicht.. Wer nicht arbeitet, ist ein Feinp des Sozialismus, wer ärbeitet. hilft ihn herbeiführen." So schließt Kuttner. Die kleine Schrift kostet 20 Pf.•■ GeweckschoflsbewEung Geucralftrcit in Mülhausen. AuS�St. Louis wird uns gemeldst: In dem feit 8 Wochen schon währenden Textilarbeiterslrcik in den Mlllhauwr Webereien und Zpmnereien ist eö den städtischen u»d smatlichen Behörden nicht gelungen, eine Einigkeit herbeiMsühren. Wübrend die Streikenden den Achtstundentag fordern, wollen die Fabrikanten zum Zebnstundentag zurückkehren und in bezog auf die Lohnfrage wollen sie überhaup! keine Zugeständnisse machen. Die Arbeiter aber be« harren auf ihren Forderungen. In einer Bertreterversammlung de? GewerkichaftSkartellS t?on Mülhausen wurde den Streikenden die Zustimmung der gesamten Mülhauier Arbeiterschaft ausgesprochen. Im Prinzip wurde für Donnerstag der Generalstreik aller organisierten Arbeiter beschlossen, für den Fall, daß die durch daS Gewerkichanskartell angestrebte Vermittlung der HandelSkainmer und des Bürgermeisteramtes seitens der Fabrikanten abgelehnt werden sollte. Man schätzt die Zahl der in Mülhausen in den Ge- ueralstreik tretenden auf 26 000 Personen— Männer und Frauen inbegriffen. Die ge'amte bürgerliche Presse Mülhausen« beschwört die Fabri» kanten aufs eindringlichste, sie möchten durch Nachgeben in der Lohn- und Arbeitszeitfrage das Unglück des Generalstreiks von der Stadt Mülhausen abwenden, denn es sei nicht ausgeschlossen, daß der Generalstreik revolutionären Charakter annehmen werde und das schlimmste sei, daß daS französische Militär nicht mehr zuver- lässig sei. Der oberelsässische Metallarbeiterbcrband bat sich in seiner letzten Generalversammlung mit den Streikenden ebenfalls solidarisch ertlärt und denselben weitgehendste materielle und moralische Unterstützung zugesichert. Die Arbeiter im obereliSsfischen Kaligebiet haben die Arbeü wieder aufgenommen, aber sie sind bereit, sofort wieder m den Solidaritätsstreik einzutreten. Zur Krisis iu der Berliner Metallindustrie. Die FabrikdertrauenSleute deS-Deutschen WcrkmeisrerverbandeS hatten sich versammelt, um einen Bericht über den Stand der Tarrsbewegung entgegen zu nehmen. In einem aussührlichen Vortrag« gab Reinsberg eine Darstellung de« Verlaufs der Vcr- Handlungen für die Angestellten der Berliner Metallindustrie im allgemeinen, wie der Sonderverhandlungen für die Werkmeister. Nachstehende Entschließung fand gegen wenige Stimmen Annohme: »Die versammelten Bctriebsverlrauensleute des Deutschen Werk- meisterverbandes stellen fest, daß die Auslegung des Schiedsspruches vom 10. März eine bedeutende Verschlechterung für die Angestellten bringt. Die ursprüngliche Fassung de« Schiedsspruches hätte eine Annahme desselben ermöglicht, da auch die Werkmeister eine weitere Erschütterung des WirtschastSlebenS gern vermeiden wollen. Durch die Auslegung vom 18. März wird aber die Annahme unmöglich gemacht; die Werkmeister machen sich deshalb die Anträge zu eigen, die in der Versammlung der Obmänner der Angestellten- Ausschüsse am 21. Marz angenommen wurden. Die FabrikvertralienSkeut« erklären Wetter, daß ihre Beauf-- kragten für die Sonderverhandlungen das größte Entgegenkommen gezeigt haben und weil. unter die Forderungen gegangen sind, die aufgestellt ivaren. Wenn die Versammelten sich heut mit der Tätigkeit ihrer Beauftragten einverstanden erklären, so geschieht eS nur deshalb, um noch einmal zu dokumeniieren, daß den Werk- meistern jede frivole Erschütterung der Berliner Metallindustrie fern liegt. Sie empfehlen ober ihren Vertretern, für spätere Ver- Handlungen weniger nachgibig zu sein.' Vom Beamtenrat des Preußischen statistischen LandeSamtS wird uns mitgeteilt, daß mir weiitgen Ausnahmen sich die Beamten des LandeSamtS den am 20. ds. MtS. im»Vorwärts' zum Ausdruck gebrachten Klagen der Angestellten nicht anschließen. Donnerstag, auSschüsfe in den Versi ch erun g Sa»i g cftclltc! >?,5 Uhr, Verlamtnlung der Obleute So......*■* rophiensälcn. Jeder der Angestellten- rieb muß vertreten fein. Die freien Augestelltcn-Qrganisationen von Potsdam- NowaweS haben sich zu einer ArbeitSgemeiuschast der steten Angestellten zusammen- geslbloflen. Zweck des Zusammenschlusses ist eine bessere Vertretung und Wahrung der Interessen der Angestellten gegen die Unternebmerverbände. Die nächste Sitzung der A. f. A. findet am Donnerstag, den L7. März, abends 8 Uhr. in Potsdam Restaurant Schade. Nauener Straße, statt. Borfibender der A. f. Ll. ist Werkmeister Wolf Luck, NowaweS, Mitteistr. II. Derselbe gibt weitere Auskunft. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Bezirk Tempelhos. Mariendois. Wanderung am Sonntag, den 30. März, NeubabelSberg, Drewitz, Rebbrücke, TeuselSste, Forfth.: Templin. Potsdam. Tieffpuntt früh 7.00, Abfahrt 7.08 ab T-mpelhof, ab PotSd. Bhf. 7.50. GS'Ie will. kommen Znöustrie und Kandel. Immer noch Grenzschmuggel mit Marknoteu! Trotz der scharfen gesetzlichen Maßnahmen gegen das Hinüberschmuggcln deutscher Noten in da« AuS° land blüht dieser Schmuggel weiter. Di« holländischen Finanzblätter sprechen ganz offen von diesem Schmuggel. Ein bekannter Amsterdamer Devisenaventageur hat jüngst die Behaupwng aufgestellt, daß vor dam Kriege in Amsterdam in einem Jahre nicht so viel deutsch« Noten umge- setzt wurden, als jetzt an einem Tage. Holländische Blätter berichten, daß jetzt als Gegenwert gegen die hinüberge- schmuggelten Marknoten in der Hauptsache nicht mehr Entente- noten, sondern Diamanten nach Deutschland wandern. Die Dia- mantenpreise sind infolge dieses Export«? nach Deutschland in der letzten Zeit wm über 30 Proz. gestiegen-und die Bestände der hol- ländischen Diamantenhändler haben sich sehr gelichtet. Man kann sich danach ungefähr vorstellen, welche gewaltigen Beträge Mark- noten im Tausch gegen diese Diamanten nach Holland kommen müssen. DaS zeigt, daß die Grenzüberwachung noch immer nicht genügend scharf ist und daß die neuen Gesetze, die den Notenschmuggel verhindern sollen, zum größten Teile nur auf dem Papiere st e h e n. Solange die Grenzen nicht scharf überwacht werden, wird dieser Notenschmuggel weiter seinen verhängnistwllen Druck auf die Reichsmark ausüben. Tie armen Kapitalisten. Man schreibt uns: Ter Generalversammlung der Oberschlesischen Kokswerke liegt ein Antrag vor. die Ans sichtsrats--Tantieme von 6 Proz. auf 8 Proz. zu erhöhen. Begründet wird dieser Antrag damit, daß die Tan- tiemesteuer bei den Kokswerken zu Lasten des AufsichtSratS ginge. Diesmal erhält der aus 10.Personen bestehende AufsichtSrat rund 106000 M. Ob unter diesen Umständen hier wirklich eine Notwendigkeit vorliegt, diese ungewöhnlich hohe Rente noch weiter zu steigern, scheint uns zum mindesten fraglich. Der Vor- schlag aber zeigt wieder einmal, daß eS den Kapitalisten ganz gleichgültig ist, wie die wirtschaftliche Zukunft sich für die Industrie gestalten wird, wenn st« nur selbst dabei zu ihrem Gelbe kommen. Gerichtszeitung. Bor dem außerordentliche» KriegSsericht stand der 17jährige Matrose HanS Bichelmeyer. Am V. März fassen gezwungen auszusteigen, schließlich drangen mehrere Per- sonen, von denen sich einer mit einer grünen Kart« deS Ar- beiter- und Soldatenrats auswies, in ein dort gelegenes , Kino, zwangen den Besitzer, sein Lokal zu schließen, weil Generalstreik sei, und die Rotte entriß dann noch ernem Angestellten die Kasse.— Der Angeklagte hat bei diesen strafbaren Handlungen eine hervorragende Rolle gespielt. Bsi einer Haussuchung bei ihm wurden Handgranaten vorgesunden.— DaS Gericht verurteilt« ihn wegen Landfrittdensbruchs au 6 Monaten Gefängnis, erklärte sich aber wegen der übrigen Vergehen für un- zuständig und verwies den Angeklagten dieserhalb vor das ordent- ' liche Gericht._ Ein Todesurteil ist Dienstag vom Schwurgericht in dem Mordprozeß Winter gefällt worden. Verl-niwortlich für Politik Artur ZilNer, Ch»rlotte»b»rg. für den übrigen Teil de» J-IatteS. Alirr» Kctiolj. Neuwllm kür Anzeigen Titotsoi Mlodt, Berlin. Verlag- VorwüNS-Verlag G m b. H.. Berlin. Druck. BorwärlS-Puckidruckerei un» BerlagSanitall Paul Sinacr u To in Berlin. Lindcnlrrabc 3. Hlcrz» t. Beilage. Bekanntmachung. ArbettowlMge, ordentliche, gesunde Männer stnden bei gemeinsamer Wohnung, Berpslegung und gutem Lohn hierseldst Beschiistigung in der Landwirtschast. Meldungen täglich früh non 7 bis 9 Uhr bei der 138/10 städtischen Gutsverwaltung Falkenvrrg bei Berlin. Bekanntmachung. Arbeitswillige, ordentliche, gesund« Frauen und Mädchen finden bei gutem Lohn und emer warmen Miitagsmahlzeit Kri eir in der Landwirtschaft. Meldungen täglich von 7 bis S Uhr vormittags bei der 13817 städtischen GutSverwaltuog Falkenderg bei Berlin.! Hinterbliebene usm®« oon aesallouen»nlerossijUrcn be» Ins.-It-g. 10T und Ües(ßrs.'OalL 167, sowie der aus letzterem hervorgegangenen Regimenter 334 und 406 rönnen aus vorhandenen Mitteln Untersiiitzungen erhalten. Aussithrliche Gesuche sind bis zum IS. i. 19. an die Aulerfküdungskasfe Ces Unter- oMtztccoetetn» 3»-R. 167 In ftafsel zu richten. 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Aus dem Inhalt: Der Sinn der Revolution; die Rcoolulionsvarteten I der Mißbrmtch der Revolution;-------- Äautskys Sozialis ruagen der Zieo�l:. «a« steht auf dem Spiele 7 Preis«v Pf. Partetorganiiationen erhalten Vorzugspreise. „ver Km" Verlag Berlin W 62, Luthcrstr. 19. Künstliche Zähne mit echtem parakautschuk, Goldkronen und Brücken. Prä ztfionsard. Reparat, n. Umardelt. sos. Ueber 30 Jahre fochtätig Keine Luxuspreise. ZalinprazU Grüger, Prinzensr. 63a an der Dresdener Slrahe. Fernlpr.: Moritzpl. 11W3 ,381 AugU8ittoIt2�u- 4 Flolaoh- u.«»rat«, k Otto Eongel, III* Iwebttr,>9. 4 WofflKaneHunaon k Bethke, Georg, Ä, 5eBliSIl«,niiMtr.JJ,Kili«-FrleJi..l| 811 VÄSÄtl5lca.550Y5fiaDMeU. 6r;-ß5!i j ÜMgO � 0 ii.33. 3\ 160 Filielen In«11. St«dtteil.| rl-mitl«. ' des Waldes) 1 haben wir eiste vornehme Villa mit ca. 10 Zimmern zu dem billigen Preise von ! M. 220000,— zu verlause» 1 Das Gesamtgrundstiick ist| ca. zwei Morgen groß. Isr. Schmidt Söhne, J Leip:>igkrstr.1lZ, E. 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M 1A>.— 2 Nachttische mit Marmorpl.dl25M. 250�— 2 Elühle 2 55- M. 110,- komplctl M. 2250.— Küche weiß lackiert. I Küchenschrank. Ab 400.— I Küchentis».. M. 100� I Küchenrahmen. M. 50�- 2 KUchenst. d 22« M. 45.- 1 Kohlenkasten-Di. 45,— komplett'j)L 640,— Cleferang frei yaus ober Bahnhof Berlin. Abbildungen stehen franko zur Verlüuune. Hautcreme gegen svrZd« Haut, sorgt für rostgeu rewL ViZ?:E.V.SenM Ehem. Fabrik. , Ehartottrnbnrg N. M Sehroeder, "N Speditionsges. m. b. 3. Tel. Alex. 3187. Prochtatr. 74. Gegründet 1806 übernehmen Meulmsme- Eak-\m Belaoungen ooj IDüfisofi- nnb DJniferienDüaßeu. Stadtumznge!> in große, trockene Räum« zu Einlagern u SOHeu. nledetgan plailmszebinen zum Bürelu feiner Wäsche biete u out« Grundlage lelbständlgen Existenz mit wenig Kapital. Drucksal und Offerreu kostenlos. Zori!« WISmimsAllelisMl ßimsod ä ßzmwet. koM st',"st