|tr.l57. BG.galrra. Be,nqSvrrtSt RertelsAN �JBO IRL ournaC 2 BD BK. frellns Haus oumuSMDibar. Stnzew« AuoMlern lv«!>enm«. PliiU>e,ug: WUInaU>a ISO ML exll. ZusleArngS- gebühr, llmel-ireu-barib tut Deulsch- Umb'u. Deftmeiift'Ungom.TS SRf, für baä übrige iluoUmi 9.75 ML bei lüglich einmaligei Sufielltuig 7.75 Ml, PoltbeileUmigen ncbmen in Däne- nuttt. Holland Suremdura. Schweben Mlb die Schwerz. Singetragen in dl« Boii-ieiitmoZ-bretsliste. Der.LarwürtS' erlcheinl wochenlüglich zweimal. Sonntage euunal. relegtamin-Sbreff«: »S»zt»lb«m»t,at öee ite�, Abend-Ansgllve. WV G Vcrlinev Vollisblalt. (ivpksnnig) SlitzetgenprelS: Die achigetvalteae ilionbareillezeile wiiel l,20 Ml.„«lein» iU», eigen», taL iotiaeornclie Wori 50 Ptg.- Mlässtg 9 fettgfbnitfte Worte). lebee«euere War, 25 Lsg. Slelleiigetuche und Schlatttellenanzeigen»a« er»e Wo» 40 L>g.. ,«ber wettere Wo« 20 i-sg. Sorte über II Suchtlaben iübien slir zwei Worte, teuerungezuichiag 50°-» gamilien-Nnzeigen. voiiliich» und lewert'chattiiche Lerein«- iünzelge» t20 Mk. oi, Zeile, ibn, eigen mt die Itachile Kummet müssen bis- a üh» nachmittag:- im Haubigeichüst Setiin 6S.'i8, Linbenttrage it. roiegeoen »erben.»eSssnet ov i> Übt srüh biS 6.ihr abenbb, Zentralorgan der fozialdemokrat»rd)en Partei Deutfchtandd. Redaktion und Expedition: SV. öS, Lindenftr. 3. Fernsprecher! Am» Morivpla«. Nr. 15190—15197. Mittwoch, den 20. März ISIS. vorwärts-verlag G.m.b. h., Elv. öS, Llndenstr. 5. Fernsprecher: Amt Moripplan, Str. 117 55—54. Einsetzung eines 8taatsgeriei)tsboss Em Gesetzentwurf über de« m der ReichSverfaffung vorgesehenen Staatsgerichtshos wird in den nächsten Tagen der Nationalversammlung zugehen. Wie wir and Wei- mar hören, sollen vor diesen Gcrichlshos gestellt werden solche Personen, die, wie Bethmanu- Hollweg und Luden- dorsf, selber ein dahingehendes Verlangen geäußert habe», ferner solche, deren etwaiges Verschulden au der Eot» ftehung des Krieges, schuldhastes Verhalten während des Krieges u. dcrgl. nur vor dem Staats- gcrichtshos festgestellt werden kann. Berlin» 26. März. Amtlich. Bereits im November 1918 hatte die deutsche Regierung duich Vermittlung der schweizerischen Re- gierung den Regierungen der Entente vorgeschlagen, zur Fest- stcllung der Schuld am Kriege eine internationale Kommission ein- zusetzen. Ta«ine Antwort auf diesen Vorschlag nicht erfolgte. wurde er im Januar wiederholt. Unter dem Dalum des 7. März teilte die schweizerische R.�wrung der deutschen Gesandtschaft in Bern mit. daß sie von dem britischen Gesandten folgende Mit- teilung erholten habe:.Ich habe die Ehre. Sie zu benachrichtigen, datz die Regierung Seiner Majesist der Meinung ist, daß es ua» nötig sei, aus den deutschen Vorschlag irgendeine Antwort zu geben, da nach der Meinung �der Veibündeten Regierung die B e r- a n t w o r t l i ch k e i t Deutschlands für den Krieg längst unzweifelhaft fe st gestellt ist.' Die deutsche Regierung hat daraufhin der schweizerisches Re- gierung durch die deutsche Gesandtschaft in Bern folgende Note zu- pellen lassen:, „In Beanttrorwg des Schreibens vom 7. März bittet die deutsche Gesandtschaft das schweizerische politische Departement, durch Vermittlung der schweizerischen Gesandtschaft in London der britischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, daß die deutsche Regierung gegen die in dem Schreiben der britischen Regierung Wicdergcgcbene Auffassung der Alliierten nachdrücklich Ver» Wahrung einlegt. Wenn in diesem Schreiben erklärt wird, der deutsch« Vorsrblag aus �Einsetzung einer neutralen Rommission zur Prüfung der Frage der Schuld am Kriege bedürfe keiner Antwort. wei� bjt Verantwortlichkeit Teutschlands für den Krieg längst un- zweifelhaft festgestellt sei. so maßen sich die Alliiertco an. An- Häger und Richter zugleich zu sein, und zwar in einer Sache, in der sie zum Teil gleichfalls der Schuld ge» ziehen werden. Teutschland kann einen Urteilsspruch in dieser Frage nur anerkennen, wenn er von einer Stelle ausgeht, der das gesamte Aktenmaterial beider Parteien zur Vcrsügung steht und die in der Lage ist. die nötigen Beweise durch Urkunden und Zeugen m voller L-esfentlichkeit zu erhebe». Lebensmittel. Haag, 25. März. Der Haagrr Korrcsponbent detz WDB er- fuhrt, daß laut Angab« der Northern Relief Kommission morgen nnd übermorgen zwei Dampfer mit zusammen 6669 Tonne» Mehl von Rotterdam nach Hamburg unter Adressierung El- lonel-Rvan abfahren werden. Haag. 25. Mörz. Ter Haager Korrespondent de? WTB meldet: Für Lieferung von Lebensmitteln aus Holland kommen außer Kartoffeln, über die bereits ver- handrlt'wird, noch getrocknete Kartoffeln. Hülsenfrüchte, kondea» siertc Milch, gesalzene« Schwein«, und Hammelfleisch, sowie Bulter schon in nächsice Zeit in Frage. Außerdem werden über Holland und Urbcrser Lebensmittel, insbesondere F«tte ogd Oele zu be> ziehen sein. Marmftimmun? im englilcben Parlament. tyauz Llegliptcn im Aufruhr/ London, 25. Mörz.(Sieutcr.) Im Unterhoose bracht» die liberale Dvvoütion mehrere Berbrsscrungsantröge zur Militördiinstbill ein Eburchill sagte, diese bczwccktrn, tie Bill zu Fall zv bringe». Ferner erNörte lshurchill, ongrlichtl drr lctzi» grn Borgönge in fast allen Ländern sei eine Armee stärke von 966 gm Mann nicht übertrieben. Erst vot drei Tagen habe sich In Acnppten eine Lage entwick-lt, dir eine große Gefahr in sich schließe, nnd es»Stig mache, die Männer, die bereits zur D« m» b i l- mach ung in den Hösen angesammelt seien, aufzufordern, zu ihre» Truppenkörpern zurückzukehren, damit , ihre Kameraden nicht ermordet würden. Ganz«eglivtea befinde sich in einem Zu st and deS Aufruhrs. Ghurchill erinnerte dann an die Borgönge am Schwarzen Meer, in Ungarn und an der Grenze der tieinen Staaten, denen vom Völkerbund Schuh zugesichert würde. Deutschland habe der Bermindernng seiner Armee aus 160 660 Mann noch nicht znge. stimmt. Wäre es wahrscheinlich, daß Deutschland zustimme« würde, wenn England sich im gegenwärtigen Augenblick alle, seiner Streitkräfte beraube? Eburchill schloß mit den Worte«: Wen« wir seht, ehe unsere Bibinguogeo gesichert sind» m einem Augenblick,«» vi« ver- 'HSltnksse k« Europa kmmer ernster«nb ver. � wickclter werden, unsere Streitkräfte abrüsten, würden wir mit beiden Höndcn alle durch die Opfer von Millione« unserer Männer während vier Jahren errungenen Ergebnisse wegwerfe«. Der Dolstbewksmus sn Ungarn. Wie man in England die Lage einschätzt. Rotterdam, 25. März..Times' schreibt zu den Ereignissen in Ungarn, daß man es anscheinend mit einer abgekarteten Sache zwischen der ungarischen Regierung und den Kommunisteir zu tun habe, und vergleicht die Ausrufung der Sowjetrepublik in Ungarn mit einem Bankerott, der mit betrügerischer VorzugSbezah � lung Hand in Hand gehe. Wenn weiter nichts geschehe, würde die? eine Aufforderung an Deutschland sein, diesem Vorbilde nachl zucifern, und dann würde die Pariser Konferenz ein Dcbattierllub werden, der keine Autorität besitze. Es sei klar, daß energisch vor- gegangen werden müsse. Ungarn habe dadurch, daß es eine Sowjet» ' regierung ernannt habe, den Assoziierten einen Dienst erwiesen, indem e» sie aus eine Gefahr aufmerksam gemacht habe, die die Konferenz bisher übersehen habe. Nachdem die Politik der Prinzen-Jnseln»Konferenz mißglückt sei. müsse man eine andere Politik an ihre Stelle setzen, und es bleibe nichts | anderes übrig, als die neuen Nationen, die die Assoziierten zu er- richten beschlossen haben, zu stützen. Der Bolschewismus de- | ginne sich zu einem Imperialismus zu entwickeln, der für ! sie selbst genau so gefährlich sei wie der frühere Kaiser und seine Trabanten. Man werde einsehen müssen, daß. wenn Preußen jemals wieder als ein« Bedrohung für die Freiheit der Welt das Haupt erhebe, es ein deutsches Haupt auf den Schultern des russischen Bauern sein wirdc NevolntionSgerichte. Budoyest, 25. März.(Ungar. Telegr.» Korr.-Büro.) Eine Ver- ordnung des revolutionären regierenden Rates verfügt die Auf- strllung von RrvolutionSgerichten. Jedes Gericht besteht auS einem Vorsitzenden und noch zwei Mitgliedern- AiiNagekommissar sowie Protokollführer werden von der Räteregierung ernannt. Die Revo- lutionkgerichte urteilen über die Fälle, welche die Räteregierung be- sonderS vor sie verweist. DaS Gerichtsverfahren erfolgt ohne förm- liche Untersuchung und ohne Auklageschrist von Anfang bis zum Ende vor versammeltem Rcvolutionsgoricht. möglichst ohne Unter. breebung. Die Belasteten sind nach der Verhaftung sofort vor daS Revolutionsgericht zu stellen. Die Erbringung von Beweisen, die Stellung von Zeugen und» Sachverstkndigen ist Pflicht de» Anklage- kommissar». Da» Revolutionsgericht kann zu jeder Stunde und auch unter freiem Himmel verhan- d e l n. Ter Bcschuloigtr kann wen immer zum Verteidiger wählen, sonst kann da? Gericht von Amtswegen einen Verteidiger bestellen. Die Entscheidung der Schuldfrage erfolgt in geheimer Abstimmung. Die Todesstrafe kann nur mit einstimmigem Beschlutz des Vorsitzenden und der Mitglieder verhängt werden. DaS Urteil ist inappellabel. Ein Gnadengesuch hat keine aufschiebende Kraft. Die vom Revolutionsgericht verhängte Strafe ist sofort nach Verkündigung zu vollstrecken. Befestiquno der neuen Ordnung in ltngarn. Budapest, 26. März.(TU) Die Disziplin der sozialistischen Partei hat zustande gebracht, daß sich daS Regime der Räterepublik in den drei Tagen seines Bestandes befestige. Tie energischen Ver. teidigungen der Volkskommissare, besonder» auf wirtschaftlichem Gebiet«, haben sofort beruhigend gewirkt. Aus allen Gegenden der Provinz kommen Meldungen, daß man auch dort der großen Um- wälzung das nöt ge VaständniS entgegenbringt. In allen große» ren Städten wurde die ausübende Gewalt gewählten Direktorien übrrtragcn.« Tie Kommunisicrung schreitet in Ungarn rege fort. E? wer- den all« Unirtnchiiiungrn und Betriebe als BalkecigcntuTn erklärt. meisten» aber die Bcauileu derselben a.s VaUauensinäimer des Volke» ernannt. Angrifr auf die Entente-Kommlsstou. Rri'ter meldet aus Budapest, daß das Hnnpt drr militäri- schen Mission, Ober st Vijr, verwundet ist nnd sich in Gefangenschaft befindet. Major Freemann von der britischen Militärmission gelang es. a n s? n d a p e st z u e n t- kommen. Einer nicht bestätigte« Meldung zufolge soll Karolyi ermordet sciu. Ganz Spanken unter Stanörecht. Die revolutionäre-Gärung in Spanien steigt täglich. DaS Land steht vor ernsten Ereignissen. Einzelmeldungen liegen noch nicht vor. Madrid. 25. März.(Reuter.) Heber ganz Spanie« wurde da» Standrecht verhängt. Schafft für öerlin ein Wohlfahrtsamt! Bon Dozent Dr. Johann Caspari, Hilfsarbeiter im Vormundschaftsamt der Stadt Bersin. Eine der vornehmsten Aufgaben, vor die sich das soeben gewählte Stodtparlament gestellt sieht, ist der Neuaufbau der Berliner Wohlfahrtspflege. Die bisherige Zusammensetzung der Staidtverordnetenvcrsammlnng, das starke Ueberwicgen der kapital' stischen Vertreter hat es nicht dahin kommen lassen, daß Berlin eine seiner würdige Wohlfahrtspflege hat. In dem Erneuerliugsprozctz, den ganz Teutschland infolge der durch den jahrelangen Krieg unid seine Bogleiterscheinungen hervorgerufeuen Verwüstung seiner Volkskraft zu bestehen ge- Awungen ist. fällt den Kommunen die Hauptaufgabe zu', an ihnen liegt es, werktätig den Wiederaufbau des erschütterten Volksganzen zu betreiben, Volksgesundheit und Volkskraft wieder erstarken zu machen. Dies wird nur auf dem Wege möglich sein>datz die Gemeinden mehr als bisher zielbewußte Wohlfahrtspolitik treiben, daß sie vor allem eine Stelle schassen, die gowiHcrmaßen dieZentraledergemeind- 'lichen Äulturaufgaben wird. Verschiedene deutsche .Städte besitzen derartige Einrichtungen schon': und die Kom- munen, die noch kein Wohlfahrtsamt besitzen, werden durch die Verhältnisse zu seiner Errichtung gezwungen werden. Betrachten wir die Berliner Wohlfahrtspflege, so ergibt sich folgendes: Es besteht eine Reihe von mehr oder minder gut arbeitenden städtischen Wohlfahrtsstellen: wir haben die Ärmendircktion, die Waisendeputation mit ihrem Riesen- appcndix. dem Vormundschoftsamt: wir besitzen ein Jugend- amt, ein Wohnungsamt, das soeben geschaffene Heinistätten- amt, das Medizinalamt, den städtischen Arbeitsnachweis, die Kriegsbeschädigten- und Kriegshintcrblicbcnenfllrsorge usw. Doneben betätigen sich in Berlin eine Unzahl privater Wohl- fahrtseinrichtungen. Vereine, konfessioneller Bestrebungen der freien Licbestätigkeit. Dies alles besitzen'wir,— und doch• haben wir fe ne. Berliner Wohlfahrtspflege, von der man sagen könnte, daß sie ein bleibender Knlturßiktor sei. Ter Grund hierfür liegt darin, daß die städtischen Dienststellen bäufig das Gleiche tun, ohne baß die eine Stelle von der Tätigkeit der anderen weiß, daß die freie Liebestätigkeit die behördliche Wohlfahrtspflege nicht selten beargwöhnt und umgekehrt, und daß es so zu einer im Interesse der Vevölke- rung tief zu beklagenden Vergeudung von menschliche� Arbeitskraft. Initiative und Mitteln gekommen ist. Diese Mängel lassen sich durch Errichtung eines ijädtischen Wohl- fahrtsamts wesentlich vermeiden. Hier soll die Stelle sein. von der die kommunalen Wvhlfahrtseinrichtungen im ein- heitlichen Sinne geleitet werden, hier soll die enge Zu- sammenarbeit mit der freien Liebestätigkeit und gegebene! falls deren Unterstützung ausgeübt werden: hier soll das Kirn und das.Herz der gesamten Wohlfahrtsbestrebungen Berlins zum Segen der großstädtischen Bevölkerung arbeiten. Man wende nicht ein. daß ein solches Wohlfahrtsamt zwar für andere, weniger große Städte, nicht aber für einen Riesenorganismus wie Berlin in Betracht käme. Das Gegen- teil ist richtig. Gerade weil Berlin so groß ist. muß eine Zentrale aller Wohlfahrtsbestrebungen, ein städtisches Zentralwcphlfahrtsamt ge- schassen werden. ES soll damit nicht einer bureaukratischen Zentralisation das Wort geredet werden. Aber diejenige Or- �anisationsform, die in immer wachsendem Maße sich als die richtige erweist, Zentralisation mit weitestgehender De- zcntralisation. wird auch in der?troge der Organisation des Wohlfahrtsamts die Schwierigkeiten auS dem Wege zu räu- men verstehen. Zufärderst muß eines erreicht werden, was einer gedeihlichen Wohlfahrtspflege so hemmend im Wege steht: der Rcssoripartiknlarismus, die Rücksichtnahme auf TepuwtionS- und Kuratoriumsinteressen, die Eigenbrötelei hat zu verlchw'mbenl Hier heißt es großzüg'g durchgreifen; nicht Einzelinteressen, das Gesamti«teresie steht in Frage! Ich betrachte eSi olf einen Hauptfehler der bisher geübten Wohlfahrtspflege, t»aß man deren einzelne Zweige zu sehr für sich behandelte, gewissermaßen lokalisierte, ahne zugleich d'ejemge notwendige Einheit zw schaffen, die die Erforschung und Besserung der die Wohlfahrtspflege bedingenden sozialen Berhältnifle und Erscheinungen erheischt.'Was nützt z. B. Jugendfürsarge ohne eine mit ihr Hand in Hand arbeitende Wahnungsfürsorge? WaS wiederum Volksgesundheitspflegs ohne Zusammenarbeiten mit den Wohnungsfürsorge, Jugendfürsorge, Vollsaufklärung treibende« stellen, AlleS muß Stückwerk bleiben, solange das Nebeneinander statt des or- ganischen Mteinanderarveitsns herrscht. Ohne den Aufgabenkreis und die Organisation des städtischen Woblfahrtsamts an dieser Stelle eingehender durchzuführen, sollen im folgenden wenigstens die Ärundzüge dargelegt werden. Dem Wohlfahrtsamt werden zweckmäßig eine-Reihe selbständiger Aemter unterstehen. Ich dense-da- bei in erster Linie an das Jugendwohlfahr t s a m t «dieser Name sei statt des zwar gebräuchlichen, aber ziemlich nichtssagenden Ausdrucks„Jugendamt" vorgeschlagen) mit seinen Unterämtern: Jugendpflegeamt/ Jugerrdfürsotgeamt. Waisenamt, Vormundschastsamt. Im Jugendwohlfahrtsämt wäre die Zentrale aller jugendfürsorgerischen.Bestrebungen einschließlich der Schwangeren- und Wöchnerinnenfürsorge gegeben. Daß Berlin sich nicht mirjnit der durchs das Vormundschastsamt geübten Fürsorge für ledige Schwängere begnügen darf, sondern daß diese Stelle zu einer Fürsorge für verheiratete und unverheiratete Schwangere üUsgebau: wird, bedarf Wohl kaum der Erwähnung. Ferner müßten dem Wohlfährtsamt unterstehen: das Wohnungsamt. dem ein mit weitgehenden.Kompetenzen auszustattender kommunaler Wohnungsnachweis anzugliedern ist: das Armenamt, dem die Unterstützungstätigkeit nach dem Gesetz über den Unterstützungswohnsttz bliebe: das G e» s u ndh e i t s a m t, dein die Vottsgesundhettspflege, die Für- sorge für Trinker. Epileptiker. Geistesschwache und Geistes- krame zufiele: das Volksbildungsamt, das ein städti- '»es Volkshaus Zu schaffen, das städtiscbe Büchereiwesen, städtische Vortragswesen und die gesamte Bolksgufklärungs- arbeit(z. Bi Unterweisung in Säugkings- und Kleinkinder- vtlegtz, Aufklärung Uber VolkhkranHeiten und ihre Ler- hürung, Verbreitung von Rechtskcnntnissen usw..zu leiten berufen toare: ferner möchte ich die Errichtung eines ..R e ch t s f r i ed e n s a m t s", wie es auch in Frankfurt am Main geschaffen werden fäll, vorschlagen." Dieses Amt h-at wichtige Ausgaben, so die Erteilung von Rechtsauskunft. Versuch gütlicher Einigung mit dem Gegner in Zivil-, Privat- klagen und Strafantragssachen: Uebernahine der Funktionen eines Schiedsrichters, ferner, was. besonders hervorgehoben werden toll, wäre das Rechtsfriedensamt Hilfsstelle � für Per- ionen. die in Zahlungsschwierigkeiten. geraten find.. also eine kommunale Stehle für Präventivakkorde. Außerdem müßten dem Wohlfahrtsamt utrterstehen das Heimstätten am t. das gesamte städtische Stiftungswesen, die Krie gs b e s chädi g t e n- und K ric g s h i n t e r- L l i e b e n e n f ü r s o r g e und nicht zuletzt die Mittel- stä n d s f ü r s o r g e(städtische Kredite für Kleingewerbe- treibende und Handwerker und dergleichen mehr). Aus den diese Aemter bzw. Stellen als Träger der Organisation bil- denden Deputationen bzw. Kuratorien ist die Deputation für däs' Wohlfahrtsamt zu schaffen. Jhrvwird die unge- Heuer schwere A u f g ab wz ü f a l I e n,� i e ersehnte Einheitlichkeit aller öffentlichen und pri- vaten Berliner W o hl f a h r t s b e st rc b u n ge n herbeizuführen, die von den einzelnen Aem- tern gegebenen Anregungen auszubauen und ihrerseits neue Anregungen zu geben, allgemeine Richtlinien der Wohlfahrts- pflege zu schaffen, die vorhanden est O r g a n i- s a ki o n e n z u gemeinsamer A r b e i t z u s a m m e n- zufassen, eine Zentralbücher�i der Wohl- ' a h r t s p f l L.g c zu e r r ich t e n und die e r f o r der- liche Zentralkartothek anzulegen. Dielen Auf- gaben kann das Wohlfahrtsamt natiirgemäß-nur gerecht, wer- den. wenn es neben Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneienversammluna hervorragende Kenner der Wohlfahrtspflege zu seinen Mitgliedern zählt. . Das Wohlfohrtsaint würde aber trotz dieser seiner Zu- sammensetzung ein blutleeres Gebilde bleiben, wenn es ein- seitig zentrali frisch organisiert wäre. Soll es aber gelingen, in einer Stadt wie Berlin erfolgreiche Wohlfahrtspflege zu treiben, will man vor allem die Fürsorge nicht wies bisher dem Zufall überlassen, will man das Vorbeugen vor das Heilen stellen, dann müssen innerhalb der Stadt Bezirks» wohlfahrtsstellen, d. h. lokale Wohlfahrts- �!Nas?enfuggeft«ot». Eine kl e i u e Beobachtung aus dem Alltagsleben. UntLvgrundbahu: Am E'ngang eineK zum Bersten übervollen Wagens zweiter Klasse ftebt ein junger Mann, d. h. ctgeirllich steht er'nicht, er wird vielmehr in die Ecke gedrückt. Er ist still und harmlos, macht eher einen in-sich gekehrten als ausdringlichen Eindruck und ist niemandem im Wege. Plötzlich hält den Zug: Nollendortplatzl Mehrere Fahrgäste wollen aussteigen; sie drän- gen und schieben. Einer stößt den jungen Manu an: Machen Sie doch Platz!........ - Jawohl, ruft ein anderer, luaS machen Sie• sich denn hier so breit!,■ Gin Tstmuli entsteht.■ ' Schmeißt'n doch raus, den Kerl! . Plötzlich kommt von irgend woher ein kräftiger Stoß mit dem Ellenbogen, der den erschrockenen jungen Manu im Nu aus dem Wagen befördert, und nun hageln Pü-te von allen Seiten. Wer bis jetzt still war, fängt mit an laut zn schimpfen, nnd ein Sprach- gelehrter hätte gute Ekkgsnh«t gehabt� einen Blick in den Wort- schafj unseres Volkes auf diesem Gebiete zu werfen. Alles stürmt auf den jungen Mann ein, als wäre gerade der der eine, der an tit Ueberfüllmig der llMergrundbabn schuld ist. Wie gut, wenn der allgemeine Aerger ein Objekt gefunden hat, an dem er. sich einen Augenblick lang stählen, also entspannen kann. Ja, das tut wohl. Einer machts dem andern nach und fühlt sich im Schlitz der Allgemeinheit geborgen. So ist es ja immer gewesen. An der kleinen Alllligsbeobachiung sehen wir wieder einmal. wie die Allgemeinheit arbeitet. Sie urteilt niemals, denn Urteile sind noch immer Eigengewächs gewesen, sie folgt dem Trieb. Trieb« aber sind blind und vor allen Dingen ansteckend. Dagegen gibis nur ein Mittel: eine ganz ureigene Urteilskraft. Und das ist zu allen Zeiten ein Wunderkräutlein gewesen, von dem eS heißt: aller hundert Jahre wachse es nur einmal und obendrein verwelke es dann meistens, ohne daß Durand es gzsunden und seine wunder- b.-xre Heilkraft gekostet habe. Heinz Geigenspieler. Revolution unü Künstler. Äann Gefühl ünd Idee der Revolution, die heute das Blut der Vorwärtsdrängenden umtreibt, aus der stizrik vergangener Re- volurionszchten heraus zum Ausdruck gebracht werden? Wie das möglich ist, hat neulich das Künstlerpaar Brandt im Meistersaal erprsot und erwiesen: Da? gestrige Programm im Blüthnersaal. q m t e r geschaffen werden.■ Berlin hat diesen Weg der De- zenttalisation in der Armenpflege durch Schaffung einjger Armenämter beschritten. Die.zu schattenden Bezirkswohl- fahrtsstellen— je 1 auf etwa 200 00 Einwohner— wären berufen, für ihren Bezirk die. Aufgaben des Zentralwohl- fährtsämtes zu er stillen: sie würden also zugleich z. B. Jugendwvhlfahrtsstölle,'Wohnungsfürsorgestelle, Rechtsaus- kunftsstelle. Abteilung des Armenamts, der Kriegshinter- bliebenen- und Kriegsbeschädigtenfürsorge und nicht zuletzt der' Schwangerenfürsorge' sein. Jede dieser Bezirks'wvhl- fahrtssrellen müßte unter der Leitung einer nr der Wohlfahrtspflege erfahrenen, mit den erforderlichen sozialen und juristischen Kenntnissen versehenen Persönlichkeit stehen, der außer einem Arzt, einem Jursten oder einer Juristin beruf- lich und ehrenamtlich tätige Hilfskräfte beizugeben wären. Die Ehrenbeamten und-beamtinnen der Jugendwohlsahrts- stallen müßten, was für die praktische Arbeit erforderlich erscheint. in dem Bezirk wohnen. Sache der Organisation und der Geschöftsanweisung wird es sein, ein enges Zusammen- arbeiten der Jugendwohlfahrrsstellen mit dem Wohlfahrtsamt herzustellen. Regelmäßige Zusammenkünfte, die Ge- legenheit zum Austausch von Anregungen und Erfahrungen geben sollen, werden zwischen den einzelnen Leitern der Be- zirkswohlfahrtsstellcn und der dem Wohlfahrtsamt unter- stehenden Aemter und den anderen selbständ'gen Dienststellen stattfinden müssen. Es dürste sich empfehlen, aus diesen einen Zentralwoblfahrtsausschutz zu bilden. Die vorstehenden Ausführungen sollen lediglich An- regungen geben. Ihr Zweck soll sein, die städtischen Körper- scharten auf' die Notwendigkeit der Schaffung eines städtischen Wohlfahrtsamtes, der Zusammenfassung aller Wohlfahrtsbe- strebungen Berjl'ns hinzuweisen. So auch wird der Der- einheitlichung der GroßpBerliner Wohlfahrtsbestrebungen am besten der Boden vorbereitet. tzohenzollernbriefe aus üen Novembertagen. Hoffnung«ruf Spartakus.— Wilhelm, der Unschuldige. Die monarchistische„Deutsche Zeitung" veröffentlicht einige hohenzollernsche Hausdokumente aus den Novcmbertagen. Es handelt sich um einen Brief des Exkaisers an seinen ältesten Sohn vom 9. November, einein Telegrammwechsel über die weitere'militärische Verwendung vielmehr Nichtverwcndung des früheren Kronprinzen, datiert vom 11. November, und um einen Brief, den am gleichen Tage der frühere Kronprinz an Hinden- bürg-gerichtet hat. Der Brief Wilhelms an seinen Sohn hat folgenden Wort- laut: Mein lieber Junge! Nachdem der'Kfrldtnarschall mir gemeldet hat, daß er mein« Sicherheit im Hauptquartier nicht mehr ver» bürgen könne und daß auch die Truppen nicht wehr zuver- lässig seien, habe ich mich nach'schwerem inneren Kampf entschlossen, das zusammengebrochene Heer zu verlassen und. nach Holland zu gehen. Ich rate Dir, bis zum Abschluß des Waffenstillstandes auf Deinem Po st en auszuharren. In Berlin bekämpfen sich unter Führung von Cbert und Liebknecht zwei Regierungen. Hoffentlich auf Wiedersehen in besseren Zeiten. Dein treuer tiefgebeugter Later Wilhelm. Am 11.. November gmg. dann an Genossen E b e r t folgen- des Telegramm: . S. K, H: der Kronprinz hat den dringenden Wunsch, auf. seinem Posten zu bleKeli, um w i e j e d c r'a nd e r e" S o l d a t seine Pflicht zu tun. Er wird seiwHeer in straffster Disziplin und Ordnung in die Heimat zurückführen und verpflichtet sich, in keiner Weife in dieser Zeit gegen die jetzige Regierung etwas zu unter- nehmen. Wie stellt sich die Regixrung zu dieser Frage? Am nächsten Wend lief folgende Antwort ein:� Nach Bortrag des Kriegsministers Scheüch müsse die Regie- rung die Anfrage de? Kronprinzen in verneinendem Sinne beantworten. Der Kronprinz schrieb darauf an Hinden bürg einen Brief der mit folgenden Worten beginnt:__ das Kurt Erich Murer einleitet«, wollte ganz revolutionär-lprischer Gegenwariston sein. Das gab dem Abend ein Stecht auf besondere Beachtung. Daß viel Künstlerschaft dies Recht ausgenützt hätte, läßt sich allerdings nicht behaupten. Der Saal war nur halb ge- füllt, und viel Arbeiterschaft war unter den Hörern. In welchem Maße aber konnte der neue junge krastschleudernde D-ichtergetsi. den der Dresdner Schauspielkünsiler Gerd Frickc vermitteln wollte. die Hörer erobern? Das Ganze war ein kühner Versuch, aus dem sich lernen- ließ. Wird er wiederholt, so wird die Erfahrung ge- nutzt werden müssen,' daß in großen Sälen das allzu o.iffercnziert Geistige nur schwer zur gewollten Wirkung gelangen kann. Es ist wie' beim' Schauen von hohen Gipfeln: nur große Linien, nur die zusammengefaßten Farben des Ganzen werden charakteristisch fichtbar. alles andere, das Einzelfeine, dringt nicht vor. wird nicht weselnlich, und es muß schon eine jäh-aufspringende Klippe, ein den.Horizont übettv.Abenver Baum- sein, wenn Einzelstarkes als Äusnahzne von dieser Regel wirken will. Dies zur Beachtung für die Kunst, Fehlgriffen m der Stoffivahl für Rezitationsveran- staltungen vorzubeugen. Gedichte, die in großen Sälen vorge- tragen werden, müssen als gestaltetes Ganzes geschaut werden können. Dem Programm des gerstigsn Abends gaben ethische Gefühls- idsen die groß« Linie. Der„Auftuf zum Sozialismus", ein lvrifch-philosophisches Manifest, das Meurer, der Dichter, selbst las, ist eine Befreiung vom bloß egoistischen Individualismus. Das Hindringen von Menfch zu Mensch ist Kern und Ziel der Verständigung.»Sich hingeben ist alles." Worte, die wie Himmel- teilende Blitze sinnlich nachwirken, leuchten plötzlich auf: zwingende Ideen müssen massenmächtig sein; es glli Menschen unter Menschen reif zu machen für ganz bewußte selbständige Freude; zu ver- hüten aü'is. daß Menschheit am Kaltfinn des Intellekts zugrunde gehe. Auf dem Programmblatt nennt Murer den Sozialismus „eine Aufwärtstendenz, eine fröhliche Zielrichtung, einen kategori- schen Imperativ: Sei Mensch! Nur Mensch! In Höhen und Tiefen— in Werkeltum und Genuß. Dann wird die Kunst die Aufgabe der Religion übernehmen." Und weiter:„Den Künstler, der berufen ist, da» Geist- und Gefühlsniveau des Volkes zit heben, betrachte der Staat als Beamten der Menschheit und besolde ihn als solchen." Aus diesem Geiste ist die Schule sozial zu ge- stalten, auf daß Freude und Sehnsucht in den jungen Seelen aus dem Schlummer zum Keimen erwachen. Und alles Leben ist so zn- befruchten:„Das' wirtschaftliche Moment bleibt ohne EthoS ungestützt. EtboS ohne die ästhetische Durchleuchtung ist wie«in mineralischer Körper, dem daß Od entzogen ist." Dies alles aber schließt loderndste Auflehnung ein gegen das Blutig-Barbarii+e der letzten Jahre. Leidenschaftlich zeichnet sie das Schreckensbild deS Erlebten. Die Gedickte von Paul Zech. Johannes Becker, Walter Hasen-- clever, Franz Werftl. die Gerd Fricke sprach(er las sie), waren dem Lebenskreise des Meurerschen Auftufs seelisch Verbund Nur einiges davon ist erst in allerjüngster Zeit entstanden. Wichtiges In diesen für meinen Her«r Latsr und mich schwersten Tagen unseres Lebens muß ich mich auch von E. E. verab- schieden. Tiefbewegt habe ich mich entschließen müssen, von der mir durch S. E: erteilten Genehmigung Gebrauch zu machen, meinen Posten als Oberbefehlshaber niederzulegen und meinen Aufenthalt' zunächst im neutralen Auslände zu nehmen. Erst nach' harten, inneren Kämpsew habe ich mich � zu diesem Schritt durch- ringen können, trotzdem es mir mit allen.Fasern meines Herzens widerstrebt, meine Heeresgruppe und meine tapferen Truppen. denen das Vaterland so unendlich vi«! verdankt, nicht in die Hei-- «tat zurückführen zu können. Der Briefschreiber versichert dann noch einmal, daß er stets dafür eingetreten sei. hen Krieg als Verteidigungskrieg zu füh- reu und mit einem Stotusquo-Frieden zu beenden. Er fei stets für einen freiheitlichen Ausbau �»es Staats gewesen und habe- das auch dem Prinzen Mar geschrieben. Dann fährt er fort: Trotzdem bin ich, als die Wucht der Ereignisse.meinen Herrn Vater vom Thron stürzte, nicht nur nicht gehört worden, sondern man: st über mich als Kronprinz und Thronfolger einfach zur Tagesordnung übergegangen. Ein Verzicht ist von mir weder gefordert noch geleistet worden. E. E. bitte ich daher. Kenntnis zu nehmen, daß ich gegen die Vergewaltigung meiner Person, meiner Rechte und Ansprüche Ver-- Wahrung einlegen muß. Schließlich beklagte sich der Kronprinz darüber, daß er dem -Lande als Offizier habe weiter dienen wollen, daran aber ge> hindert worden sei. Außerhalb der Hofkreise und ihrer nächsten Anhängerschaft wird man es Wohl �begreiflich finden, daß eine republikanische Regierung keinen Wert auf die weitere Verwendung eines Offiziers legte, der an seinen„Rechten und Ansprüchen", Kaiser zu werden; festhielt. Ter Briefschreiber selbst wird von allen, die' ihn kennen, als ein unbedeutender und wenig gefestigter junger Mensch geschildert, der sich von den alldeutschen- und milltansti- schen Kreisen mehr gebrauchen ließ, als daß' er durch tiefere Usberzeugung zu ihnen gehörte. Eine hervorragende Kraft ist mit. ihm nicht verloren gegangen. Am intereffäntesten jedoch an der ganzen Korrespondenz ist die hoffttufigSsreudige Mitteilung, in Berlin bekämpften sich zwei Regierungen, Ebert und Liebknecht, ein Umstand, der einen Ausblick auf„bessere Zeiten" zu eröffnen scheint. In einer prägnanten Wendung ist hier ausgedrückt.'baß die monarchistische Reaktion ihre ganze Hoffnung auf den inneren Kampf in der revolutionären Bewegung setzte und noch setzt. Ohne ihn wäre sie auch nicht wieder so munter, wie sie es schon wieder ist. Und wenn die„Freiheit" die Schuld daran einfach den Rechtswziali- sten aufbürdet, so kann darauf mit größerem Recht geantwortet werden, sie liege bei denen, die die Demokratie, kaum daß sie be» gründet war, schon wieder gewaltsam zu stürzen versuchtem Aufbau öer Reichswehr. TaS Ende des„wilden Werbens".- Die Vorarbeiten für die Durchführung des Reichswehr» gesetzcs sind so weit gediehen, daß eine Anzahl von Verbänden,' die die Reichswehrbedingung�n erfüen. allernächstens. in die Reichswehr überführt werden. Diese Verbände werden Nuin- mernbezeichnungen bekommen: sie unterstehen dem Reichswehr- minister. Es wird dann auch das-sogenannte„wilde Werben" der Vergangenheit angehören. Zwar wird nicht entbehrt werden. können,.dzrß-'-Mch für die' ReicbsWeht aüf dem Wtzge der-'M- tungsanzergen und Plakate Freiwillige aufgerufen.werseys aber diese Art des Ersatzwesens wird eine allgemeine dienstlich?' Rege- lung örfahren üno nicht: mehr der beliebigen Betätigung der einzelnen Führer und Unterführer überlassen bleiben. Reform öes Militärstrakrechts. Die von der Regierung angekündigte Reformvorlage be- treffend die Militärstrafgerichtsordnung ist im preußischen k?riegsmlnisterium schon seit einiger Zeit fertggcstellt. Der Eni. Wurf ist den Ministerien der Gliedstaaten imd dem Reichsmilitär. gericht zur Prüfung zugestellt worden und wird demnäcksst den Gegenstand der Beratungen im Rcichsministerium bilden. ging mitten im Kriege auf und ist Empörung gegen ihn.(Hoseuclevers monumentaler Zornschrei: Turali spricht in der Kammer!) Doch schon vorder wurden im Kreis« dieser vier Poeten Gedickt« geschaffen. die in da Programm Meurers passen. Dieser revolutionäre Künstler- drang hat eben nicht poliiischcu Ursprung, er keimte aus den Sckollen des sozialen Lebens; die politischen Ereignisse haben aber sein Auf- bäumen voll Abscheu, Hohn und Wut vollends vulkanisiert. Für die Entwicklung des Geisveb, der die Revolution jäh siegen ließ, ist das von Belang. Es gibt aber auch dieser Dichtung besondere Be» utung und stempelt ebenso den Wert deS gestrigen, Abends ab. «Shalb trotz' des Vortrags, der den' schwierigen Anfordermcgen dieser) pathoSstarken, oft in Ouaderblocken gegliedert bauenden Lgrik gewachsen war, einig« Gedich:« nicht durchdrangen, wurde schon' ver- mutend angedeutet. Anderes wieder zwang die Hörer und wurde lebhcttt begrüßt. An dieser Wirkung Hullen alle vier Dichter Anteil. Lauter Beifall folgte der Zechschen Uchcrsetzung eines Gedichts von Verhaeuen, dessen Schlußvers � ruft:..Bruder, baue meinem Schritt zu dir die. Stufen!"' Ter Grundgedanke des Programms, der hier klang, zündete. Wir möchten wünschen, daß bald ein Weg gefunden wird, die Gedichte, die den Geist dieses Abends haben, güncinsam leicht erreichbar zu machen._ rck. Notizen.• De r Wettbewerb zur N a t i on a Iv ersam m- lungs-Briefmarke hat. wie sich erwarten ließ. Tausende von Entwürfen gezeitigt, die jetzt im Reichspoftmuseum ausgestellt worden sind. Preisgekrönt wurden die Entwürfe eines Berliners und eineS Müncheners. — Waldemar Meyer-Ouartstt. In sechs Konzer- ien, deren letztes gestern abend in der Singakademie nartfand hat Professor Meher mit seinen drei Getreuen(Gertrud Steiner-Roih- stein, Maj; Heincck: und Zritz Becker) sämtliche Streichquartette Beethovens— eS sind ihrer 16— zur Aufführung gebracht. Unter mannigfachen Lebensumständen, aus.besonderen Anlässen und zu verschiedenen Zeiten enistanden, bilden sie nach Inhalt und Ausdruck eine so bedeutende als willkommene Ergänzung des Bildes ihres Schöpfers. Ten Beschluß machten— in chronologischer Folge— op. 132 in A-moIi und op. 135 in F-dur. Tort nehmen' wir Anteil an einem von schwerem. Leiden Genesenden, der:m Molw-Adagio-Satze der Gottheit seinen heiligen Dankgesang entt gegenstrümt, um dann im Bewußtsein neuer Kräfte wieder zu neuen Taten zu schreiten.. In dem zweiten Werke konzentriert sich nack einem hüpfenden Allegretto und stürmischen' Vivace der-In-, halt auf den'Üento-Satz, worin ein folgenschwerer Entschluß gefaßt wird, der zunächst im Grave noch nach rückgängiger Lösung trachtet. bis er im raschen Allegro sein endgültiges Muß bekräftigt. Es war ein hoher Genuß, dem StreiK-Owartett zu lauschen, daS im Wieder, und Zusammenspiel der Instrumente eine seltene Reinheit und Sattheit des Tones hören ließ. Daß dabei auch Beethovens derber Galgenhumor zu vollster Wirkung gebrächt wurde, erübrigt sich, zu sagen.«k. preußische Lanöesverfammlung. . MitSvcxb. 26. März, mittags 12 Uhr. Eirrige förylliche Anfragen wird die Alegiernng zur gegebenen Zeit- beantworten. Darauf tritt das Haus m die. Besprechung der v-m Staatsulinisterium gestern abgegebenen Erflörung. Als erster ftchjnet erhält das Wort Abg. Haas(Soz.): Ich. bedauere, daß' die Wahlen so ausgefallen sind, daß wir ? d i n e rein sozialistische Mehrheit erhalten haben. Dem Lande muß eine Verfassung gegeben werden, derart, daß nirgends mehr Platz ist für reaktionäre Bestrebungen. Mit dem noch überall im Derwaitungsapparat herrschenden reaknonären Geist-muß g rü n d- l ch ft aufgeräumt werden.(Zustimmung bei den Sozial« demokrätenl) Es geht'nicht an, daß in maßgeÄnden Stellen noch immer Leute sich befinden, die d e n alten Zustand wieder herstellen wollen, und zwar lieber heute alS morgen. Hier mutz gründlich rion unten auf ausgeräumt werden. Wie stark dieser reaktionäre Geist noch ist, zeigen die Vorkommnisse in Berlin am letzten Sonntag. Sodann müssen wir von der Regierung verlangen, daß in den Ge« mi mdsn die demokratisch-republikanische. Verhältniswahl voll zu» Geltung kommt.- Diejenigen Gemeinden, die sich bisher der Durchführung des Wahlerlasses vom 24. Januar w r d e r se tz t haben, müssen endlich dazu gezwungen werden, Neuwahlen vorzunehmen. Tie FinanAgebarüna der Gemeinden und der Gemeindeverlbände mutz auf gesetzliche Grundlagen gestellt werden. Die Gemeinden müssen das Recht erhalten zu einer Staffelung der Gemeindesteuern unter möglichster Freilassung der unteren Steuerftufen. Daß nur überhaupt derartiges von der Regierung noch verlangen müssen, zeigt, wie stark der reaktionäre Geist noch ist..Gelingt die Beseitigung- dieses reaktionären Geistes nicht, so werben die Massen draußen an der Kr-ft der Nr- girruug irre unch> müssen mit Hilfe der so sehr beliebten Ar- deiter. und Soldatenräte mit deren Herrfchaft selbst aufräumen. Wir wünschen dieses nicht, denn die Regierung muß selbst stark genüg sein, um mit diesen Herrschaften fertig zu werden.(Zurufe bei den Unabhängigen: Zentrum!) Bezüglich der Landwirtschaft stimmen wir mit den Ausführungen der Re- gierung überein. Der Landwirtschaft müssen so schnell als möglich mehr tunstEchc Düngemittel zur Verfügung gestellt werden. Dann aber bedarf die Lohn-, WvhnungS. und Behandlungsfrage der Landarbeiter ganz besonderer Aufmerksamkeit. »(Bei Schluß des Blattes spricht der Redner noch fort.) Vollversammlung üer slrbeiterräte Groß.- Herlins. Nachdem die im Germaniasaal tagende Bollversammlung heute vormittag um lO'l, Uhr eröffnet war, teilte der Vorsitzende Büchel mit. daß der Widerspruch der S. P. D. gegen die Wahlen zum Rätekon preß zurückgezogen ist, die Wahlen also in der Vollversammlung vorgenommen werden. Auf der Tag- sordnüng steht Stellungnahme zum Rätekongreß. Hierzu liegen Anträ-'e der drei Frakt'vnen(Mehrheiissozia- listen. Unabhängige und Demokraten) vor. welche übereinstimmend die- Icstlcguna des Räteiysti mS in der Verfassung fordern, in den Einzelheiten der Gestaltung deS Rätesystems und seiner Befug-- nisse aher voneinander abweichen. Richard Müller begründet den Antrag der Unabhängi- gen. Er sagte unter ander: m: Ter zweite Rätekongreß stimmt uns nicht»boffnungsfreudig. sondern er macht unS mißtrauisch. denn es ist in hohem Grade wahrscheinlich, daß der Kongreß eine rätefeütdliche Mehrheit haben) wird.. ,Di«. ganze innere und äußer? Politik der Rcgicrung ist geeignet.' das gesamte" Prottkariät zü einer? üsten Bollwerl gegen die Regierung zusammenzuschweißen.. Wir werden usts aM'.Koirgretz v'�tsestl ty'ß tff ttiÄ dort im r e v o l u t i o n ä r e n Sinne zu arbeiten. Ts iü ja leickt. Wnn man, außerhalb der Pa'teien steh.nd. große Worte macht, aber schwer ist es, im Kongreß praltisch mitzuarbei« tcn. � Jedes Parlament kann dazu benutzt werden, um im revolu- tionären Sinne zu wirken. Sollte dieser Kongreß nrch reaktionärer s?ia als der erste Kongreß«ir, dann n»:rdrn wir die Schritte unternehmen, die zur Sicherung der Nrvolu'ion notwendig find. W r wollen nm Aufbau des Rätestzstems mitarbeiten. Daran lassen wir»nS weder von rechts noch von links hindern. Die russischen Methoden lassen sich ja nicht oane weiteres auf Teutschland übertragen. Die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind doch in Teutschland wesentlich anders wie in Rußland. Wir müssen lernen. die. in Rußland gemachten s?ebker»u vermeiden-(Zustimmung.) Im Zielfind wir II n ab h ä n g'' g« n Sozialdemokraten m i t d e n Russen einer Meinung. Wir wollen alle Macht in die Hände der Räte legen, wir wollen die Diktatur des Prole- taricts. Tie Revolutionierung der Arbeiter ist schon so weit vor- gc'chritien. daß sie sich auch durch die gerissensten Parteidemagogen nicht nt'hr betören lassen. Wenn man immer ruft: Alle Macht den A.- u. S.-Räten. das erfordert keine Anstrengung. Schwerer ist es aber, posiiive Vorschläge zu machen, wie das Staats« und Wirt- schaftslebcn aufgebaut werden soll. Solche Barschläge machen wir in unserem Antrage. Wir wollen, daß der Rätekongreß einen Ausschuß einsetzt, der sofort eine R ä t e v e r f.ä s s u n g aus- arbeitet, die von dem Grund sa-tz ausgeht, daß die Arbeiterräto die berufene Vertretung der werk- tätigen-Bevölkerung sind. Die Arbeiterräte sollen die Neuordnung Deutschlands sickern und ausbauen. Sie haben die Jnter ssen der Arbeiter. Angestellten und Beamten beider Geschleckter in Privatuniernebmungen, komuiu- nalen und staatlichen Betrieben wahrzunehmen und die Betriebe zu lonirollieren. DaS Ziel ihrer Tätigkeit muß die schleunige Sozialisicrung des Wirtschafs« und StaatSlebenS sein. Weiter besagt der vom Redner eingehend besprochene Antrag: Alle-pegen Entgelt beschäftigte Personen werden zu ZwangSorpanisationen zusammengeschlossen. Die Gewerkschaften und B e r u s S o r g a n i s a t i o n e n sind diesen Zwongsoraonisationen einzuglie- dorn. D�äZ gesamte Reichsgebiet wird in WirtschaftSgebiele ge- gliedert, die zu BezirkSwirtschastsämtcrn zusammentreten, über denen ein ReichswirtschaitSamt ftebl. Die Rais werden nach dem Ver'-ältniSspstem gewählt, aber nicht auf bestimmte Zeit, fondern aus Verlangen der Mehrheit der Pähler ist jederzeit eine Reu« Wahl vorzunehmen. sterner kritisierte der Redner den vorliegenden Antrag der S- B. D.. den« als eine konfuse Verzerrung des Räteshftems bezeichnet. Die S. B. D. wisse heute noch glicht, was sie wolle. nachdem sie bisber entschieden rätefeindlick gewesen sei und sich erst unter dem Druck der Masten zum Rätesvstem bekannt habe, obne ihm gereckt zu werden. Was der Antrag der S- P. D. wolle Und was in Weimar vorbereitet werde, das sei nichts anderes als die ArbeiiSgemeinschafi, wo auf der einen Seite Stinnes, Hupend berg und auf der onden Seite die Bauer, Legien und Wissel stehen. Das solle die künftige Räteverfassung wenden. Dies« Pläne' zu bekamvien sei die Ausgabe der llnavhangiaen auf dem.Kongreß Ter Antrag der demokratischen straltton zeiae mehr politisch? Ein- sicht als der Antrag der S. P. D- Der Antrag der U.S. P. gehe bmr dem Gedanken au», daß alle schaffenden Kräfte des Volkes in den Arbeiierräten zu'mnmengefaßt. Unternehmer aber ausge» sihlosten werden.(Beifall) Bei Schluß des Berichts erhielt Genosse Büchel das Wort zur Begründung des Antrages de: S. P. D. (Fortsetzung folgt.) ?nöustrie uaö Handel. : Börse- Angeregt durch die Nachrichten, die einen baldigen Abschluß deS Vorfiüedens als wahrscheinlich darstellen, eröffnsle die Börse heute in zuversichtlicher� H a I t u n g. TäS Eintreffen der ersten Lebensmittel regte die Nachfrage der Schiffabrtswerte an. von denen Hamchrrg-Südamerika und. Hansa mehrere Prozent gewannen. Auch am Montanmarkt herrschte unter den. Werten mit lausenden Kursnotierungen feste Tendenz vor. So waren u. a. Lothringer Hütten, Harpencr und Phönix' vesesiigi. Von. Rüstungswcrten waren insbesondere Gebrüder Böhler. Qrenftein u. Koppel und Daimler befestigt, während Velten-Guillaume und Äöln-Rottweikr- abgeschwächt« lagen. Im weiteren Verlaufe konnten SchissahrtS- werte zum Teil weiter anziehen. Auch A.E.G. und Hirsch-Kuvter waren im Kurse höher. Fester lagen bei lebhafterem Handel Äo- lonialwerte. Auch Kriegsanleihen waren nach anfänglicher Besserung ziemlich unverändert.___ SewerffchllflZbelMung Tnrifabschluh der Geschirrsattler. Die Branchenleirung der Gesckirrsatiler hat mit den Arbeit- gebern enren Tarif abgeschlossen, dessen hauptsächlichste Beoingun- gen sind: An den ersten fünf Wochentagen achtstündige, am Sonn- abend siebenstündige Arbeitszeit. Mindeststundenlohn' iüc perfette Geschirrsattler, Zuschneider und Maichinennäher 2,50 Mk-, für alle übrigen Sattler über 20 Jahre 2.20 Mt. für Sattler unter 20 Jahren ILO Mk., für Lederstepperinnen 1,30 Mk.. für sonstige Ma-' schinennäberinnen 1.10 Mk. Die Löbne der Hilfsarbeiter und -arbc'.terinnen unterliegen der freien Vereinbarung,- doch ist bei Streitigkeiten der Betriebsansichuß bzw. die Schlichtungskommission zuständig. Die Akkordlöhne werden um 210 Proz. aufgebessert, so daß ein Durchschnittsarbeiter die obigen Mindeftlöbne verdienen muß. Für notwcndi.re Ueberstnnden und SonntagSarbeit wird ei« Aufschlag von 331-, Proz. gezahlt. Dem Tarif baben sich bis jetzt 15 der bedeutendsten Firmen angeschlossen.— Di« am Dienstag abgehali-sne Branchenversamm- liing der Geschirrsnttler setzte eine Kommission«in, welche für die Anerkennung deS Tarifs auch in den übrigen Betrieben wirken soll. Groß'Jkrlrn Groststadtarbeittr aufs Land! Die Sachverständigenkonserenz der Groß-Berliner Erwerbs- lo se n f ü r s o r ge erörterte in ihrer heutigen Sitzung die Mög- lichkeit. Großstadtarbeiter auss Land zu bringen. Georg Schmidt, Vorsitzender deS Verbandes der Landarbeiter, gab ein einleitendes Referat. Es ist. führte er aus. noch nicht gelungen. in Berlin diejenigen Arbeitskräfte zu erfassen, die tat''ächlich aufs Land wollen und dazu geeignet sind. Man- muß an die beranzu- kommen suchen, die früber Landarbeiter waren, und durch all« Arbeiinebmerorganisationen muß auf sie eingewirkt werden. Der Großstadtarbeiter darf freilich nicht nur auf den z«7hlenmäßigen Betrag des LandarbeiterlohneS sehen, sondern aus den Wert, den dieser aifi dem Lande bat. Dort sind 2400 bis 2800 M. unter Einrechnung des Naturallohnes soviel wert, wie 4000 bis 4500 M. in der Stadt. Auf der anderen Seite müssen die Landwirte sich geneiater zeigen. Zugeständnisse zu macken und gewisse M-i n d c st- forderungen bezüglich der Lohn» und Arbei'ts. Verhältnisse sowie der WobnungSverhältnisse zu erfüllen. In Gebieten, wo die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Landarbeiter sogar ta r i f l i ck g e r eg» l t sind, feblt es auch nicht an Arbeiterzuzug. Die Landwirt« sollen nur n'cki immer über die Grni-swdtarbeihr schelten, indem sie ihnen Genubnickt vorwerfen. ES sind tsichb- die schlechtesten. Arbeiter, die aufs Land zurückziehen wollen. Die Arbeitsnachwei se müßten aus di� Sandwirte dabin einwtpken, daß ausreichende Löhne gezahlt' und darüber ganz' genau« Bereinbarimgen getroffen werden. In der Besprechung wurde von Gebeimrat Dr. Freund, dem Direktor der Landesbersichernn-Sanstalt Berlin, daraus binaewicsen, dab die deutschen Landarbeit erverhälinifse durch die Einstellung auswärtiger Arbeiter ruiniert worden sind. Mit den Wobnnnaen. die den aalizischen Arbeitern genügten, seien eben deutsch« Arbeiter nickt zufrieden Ter Güter- direkter der Stadt Berlin empfahl Einstellung von Landarbeitern mit Gewinnbeteiligung, wie es auk den Berliner Gütern beabsichtigt wird. Von anderer Seite wurde vorgeschlagen, I u- aen blicke in Kolonnen aufs Land zu schicken, um sie als Lehr- linge ausbilden zu lassen. Im Lau'c der weiteren Erörterung machte ein Vertreter des Berliner Arbeitsnachweises die Aussehen erregende Mitteiluva, daß dieser in den letzten Taaen rund 75 000 männliche und weibliche Arbeitslose kontrollierte, aber für sie knapp 1400 gemeldete Stellen zur Verfügung batte. Wurm vom ArbeitSlosevrat forderte zur Aerderung der Verhältnisse auk dem Lande fcknellftes Eingreifen der Reicks- und Staatsbehörden. Die weitere Beratung wurde einer Kommission übertragen. 2(10 Ptzpz. auch in Lichtenberg und Lichterfelde. Der Magistrat Lichtenberg bat dem Entwurf zum Haushalts- Plan für 1910 eine Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer von 180 auf 260 Broz. zugrundepelegt. Auch die Gewerbe- und die Grundsteuer sollen erhöht werden, und zwar in den Klassen 1 bis 3 auf 200 Proz. und in- Klosse 4 auf 187.5 Proz., während die Grund- steuer für bebaute Grundstücke auf 3,5 Proz. und für unbebaute Grundstücke auf 7 Proz. einheitlich unter Wegsall der bisherigen Unterschied« in den-Ortsteilen Lichtenberg und Rummeletourg erhöht werden soll. Die Gemeindevertretung von Li'chterfelde»erwies in ihrer letzten Sitzung den Gemeindevoranschlag für 1919 nach einer längeren allaemeinen Aussprache zur weiteren Beratung dem HausboltSausschuß. Im Entwurf sind alz Zuschlag zur'Einkommen- steuer 260 Proz. gegen bisher 190 Proz. vorgesehen. Der neuen Besoldung fstr die Gemeindebeamten und Lehrer stimmte die Ge- meiwdevertretung einstimmig zu. Auf dem Wege zur Einheitsschule. In Reinickendorf werden vom 1. April d. F. ah am Üiealgvmnasium die dritte Porschulklasse und am Lyzeum die zehnte Klasse aufgebobcn. Diejenigen Eltern, di� ihre Kinder bereits für diele Klassen angemeldet haben oder anmelden wollen, sind vom Gemeindsvorsiand ersucht worden, für eine anderweite Beschulung ihrer Kinder Sorge zu tragen. Die zlvsite und erste Vorschulklosse des Reinickendorfer Gymnasiums und die neunte und acht« Klasse des Lvzeums werden am 1. April 1920 und 1. April 1021 ausgehoben werden. Zur Wohuun-'snot. Neben den Pförtnern werden ancü die.berrfchastl'chen� Gärtner wohnungslo». wenn daS Arbeitsvcrbä�nis aufhö-t. Es gibt Bjllen. in denen eine einzige Familie zwölf Räume bewohnt. Sehr gut könnten die leerwerdenden Stadtkasernen in Ledigen- Heime und Wohnungen umgestaltet werden. Hier wäre auch da» ijvniiichenproblem gelöst.____ Verspätete Länfeserien. Sonnabend ist die Schule in der Uireckter Straße zwecks Beseitigung der wahrscheinl'.ch von. den dorr einquartierten Soldaten' eingeschleppten. Läuse geschlossen war- den. Leider erst' nachdem die'Soldaten schon seit Tagen heraus und viele saubere Kinder verlaust sind. Mußten erst die Jammer-. ruß« der Mütter über ihre verlausten Kinder ertönen? Auch fetzt scheint man nur einige Räume statt aller desinfizieren zu wollen. Arbeiterräte Groß-Berlius(S. P. D.) Fraktionssitzung morgen Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, in der Anla des Sophien-Gymnasiums, Wcinmclsterstr. 15� Tageso rd- nung; Auistellung der Kandidaten zum'JiStckongreß— Ber- schiedeueS.— LrganisatlonSausweis und Legitimationskartc legitimiert. Ter Frattionsvorstand. H a a j c. Der Kampf gegen die Geschlcchtskranfheiten. Die Inanspruchnahme kostenfreier ambulanter oder Lazareit- behändlung steht allen seit dem 1. November 1918 aus dem Heeres- dienst entlassenen geschlechtskranlen Mannschaften frei, vorläufig bis zum 30.- Juni 1919. lieber diesen Zeitpunkt hinaus kann kosten- lose Behandlung nur in Lazaretten aufgenommenen Kranken ge- ivährt werden. Zum Nachweis der Berechtigung zu dieser Bestand» lang durch Organe der Militärbehörde» dienen die Eni- l a s s u n g S p a p i e r e. Für die einer Kasse angehörigen Geschlechtskranken gewähren die Kassen freie Behändlung. und. wenn nötig, �Krankenhaueauf- nähme. Es wird angestrebt, � daß die Krankenkassen auch die Be- Handlung der geschlechtskranlen Frauen und Kinder ihrer Kassen- angehörigen mrt übernehmen, da ohne. die Fürsorge für die'Anae- hörigen der Kassenmitglieder die Gefahr besteht, daß von ihrer Ge- schlechtSkravkheit geheilte Kassenmitglieder durch ihre Angehörigen wieder infiziert werden. Außer den'auf diese Weise versorgten und solchen Kranken, die ihre Behandlung auS eigenen Mitteln bestreiten können, bleibt noch eine gewisse Anzahl grschleckitskranker HeereS-mtlassener übrig die f nicht in der Lage sind, die durch die Militärbehörden oder die Kassen gewährleistete kostenlose Behandlung in Anspruch zu nehmen. Ilm auch diese ÄranlheitSquellen nach' Möglichkeit unschädlich zu machen, bat sich die Staatsregieruna entschlossen, mst ihrer und ihrer ge- schlechtskranken Angehörigen unentgeltlichen Behanbluna Fachärzte und praktische Aerzte zu betrauen. Die kostenlose Bebandkung schließt auch die kostenfreie Untersuchung deS Betreffenden nach Wassermann und die Versorgung mit. M dikamenten ein. AlS Ausweis dignfi der militärische Entlassungsschein. DaS Honorar für die Behandlung Geschlechtskranker H�ereSmtlaffener und ihrer Angeböriaen durch Fachärzte und praktische Aerzte»oll nach den Mindestsätzen der ärztlichen Gebührenordnung bemessen we-Sen. Die Ei irichtnng der vom Staate zu gewährenden kostenlosen Behandlung ist zunächst'bis zum 30. Juni 1919 gedacht. ■_ Naubmordversuch in der �esirbesliner Strafte. Heute vormittag wurde in dem Hause Fehrbelllner Straße l7 die Inhaberin einer Tapezierwerkstatt, die etwa 45 jährige Frau Debora GlaS. blutüberströmt und bewußtlos am Boden, liegend aufgewunden. Nach den sofort angestellten Ermittlungen scheint eS sich hier um einen'Roubübcrsall zu handeln der schon gestern abend verübt worden ist.' Die Schwerverletzte wurde nach dem Hedwigskrankenhause gebracht. Staatkorbeiterbezohliing. Die Staatsbibliothek zablt berhei« rateten Angestellten monatlich 188 Mk. Der angekündigt« Vor- schuß von 190 Mk. ist noch nicht ausgezablt. eben'owenig wird die Tariferböbung am l. April 1919 ausgezahlt, da die Leute bereits die Lohnliste mich dem allen Satz unterschreiben mußten, wovpn außerdem noch Borschüsse, die notgedrungen genommen wer? den mußten, abgezogen werden. Wenn wir, so schließt eine Zu- schrift, erst verhungert sind, brauchen wir auch die' Nachzahlung vom 1. Januar 1919 ab nicht mehr. Kriegsteuerungsbeziige. qn pi? vertretungsweise Scfchä tiatc» Lehrprrsvnen. Das'Muusteriuni für Wli'n'schnfi. Knust nvd Vo.kS» bilchliig bot ent'chieden. baß die im öffcvllicbe» VöllSstliiildleiist onslrqiK-.o/er verireiungSweis« beickä'Ugie» Lehrverionen die laufenben und einnialiaen- stnailick'eü'ssriejsSteuenmgsbSßikg'e' ohne Rück'ickt auf e-ie Dauer ihrer Be>chä>ti,nmi zu«rbalren baben. Hterbei kssitlEt«S'sich gle ch ob ste vis ständige ober als Krieg-?- verirelei lVertieterinnen) angeno>iime>i sinv. ob ihnen eine l'useiide ober eine Ttünbrnvergüiiiua gewä'-ri ivird� Porausiepung ist. baß sie vollbeschäftigt sinb und i'icki etiva ain eine o.auz kurz bemessene, vielleicht nur aus wenige Wochen begrenzte Zeit ange- nompren sind. Der Verband ehem. Sckulihastgefangener lelli unS mit. baß an d?n in tie Presse lancieile» Mittelinnaen, da» er an.ZcrsvI>t!er>inrS- elickeiiiungen leide, nichis KabreS ist. Er oertr.te nach w c vor gelchivssen und nib'g die(iniercss- n der Schntzbast e angenen Der irü'ire 2. Vor» sitzende, iderr Mebmed Zeki ist auS rein pcii'önii-hen Kründe« aus dem Beiband luiSgeichicdcn. Der Verband ist seitdem noch gewachsen. Ves» ckSortnuua für dir ftaatlicheu Musren im Soiiimerbaldjaftr. TeS Alle iMb Neue Unirum, das Äaiier.Fnetrich, und Kuiistgcw> lb«» ffiu'eiitr, das Uliieum für Bölieilunde loiutt die Somn>IliNg für Drui-che BollSiunde sird an den T o n n l a g e n und au den S. Tage» der böheren Feste im Avrii bis September von 10 bis 3 Uhr geöffi et. Montags bleiben die Mulrc» wegen der Reimgung gelriilossen; ouSaenon inen fifer« von ist das Muleum für Vöftrrknude. das Montag» geöffnet und dafür Dienstag« gefchivffen wird, damit wochentags stels eine» der Mufeev au der stöniggiätzer und Pr>nz-Albrrcht-Slraf>e dem Piblituin zugängl-ch ist. An den übrigen Wochentagen we, den die Muieen um 10 Uhr moigenS geöonet und um 3 Udr geichloffcn..— Am. Karfieiiag, am 1. cstetfeferlap. am Himnielstchuslag und am 1. Pfinoststlerla, bleiben die Mufeen geichivsseir.— Der Bef uch der Mufeen ist unent- Zeitlich. Tie Bibllolhek deS Kunstgewerbe-MuseumS ist wochenlags von 10 b':S 3 Uhr geöffnet. Ter Bund sozialistischer Kirchenfrcuttde hält Freitaa. de« 28. März, abends 8 Unr, im Iiigenddeim Berlichingeinir. 2't, eine Per- «ammlung ab. Tagesordnung: 1. Was will der vund der lo,IatMichcn Kircheiif- eunde? R»f. Pfarrer Dehn. S. Bifptechmig. Um Einführung von KSftrn nird gebeten. Verriniguug sozlaldemokr. Lehrer und Lehrerfnne« Wrosi- Berlin«. Sonnabend,'/s7 Uhr, Schulaula. Hinter der Garni'onlirche 2, Siüunz. Tagesordnung: 1. Sozialdemokratische oder foziaiistijche Vereint- gung's 2, Satzungen. Nächste Versammlung der flüchtigen NelchSdeutschi-n aus Nüst- land Aloniag, den 3t März. T/, Uhr abends, im Le hrerv ereins Haus, am Alexaiidervlatz. �Zutritt nur gegen Aus- eis. Wilmersdorf. Uutcrftüvung hilfsbedürftiger oder invalider Krirgsrelluebmer sowie Augehüriger. Die Sommilffon zur Ver- waliung und Vcrlellung des iZiestbelrogrS der Lazareltivende hat bisher 10 Hilzsbedürftige unteri-ützl und über 2009 A. zu-. Auszabiung gebracht. Weitere tzinträg« auf Unlerftützung sind an Siadlverordnelen FabvwSki, RalhauS ZLilmerSdorj, Zmimer 17. zu richten. - g- Groß- berliner parteinackrichten. Neukölln. Eine Mitgliederversammlung deS WahlvereinS findet heute nicht statt. Di arieudorf. Südende. Der Wabjverein veranstaltet am Sonn» abend, abends 7 Udr. im Restaurant.Sportsbans K a r I S» höhe' am Babnbof Marisndorf e.nen.Heitern Abends Villeits 4 1 2». 50 Pf. sind bei sämtlichen Bezirksfübreln. a'Ujzsrdem in den Bc- zirlslokalen und bei den iiomiteemilgliedern erhäitilch. Lantwid. Austerordenttiche Mstgliederverjammlung: DovnerSiag, den 27. März, abends 8 Uhr, im Restaurant Todn. Kaisci-Wilbewi-Siratze. TagcScn dnung: Wahl der Kandidaten zum Kreistag Parteualiik und Parteitag. Referent: Genosse Böitcher. Kasseiibelicht des früheren Äaisterers. Neuwahl deS ibildnngsausichujfcs. Errichiung einer RrchlsauSkunfisstelZe für Pmtetmlkglledcr.— MNgltedSbuch legitimiert. Ausnahme neuer Mll- giieder in der Beriammiung. Verantwortlich kür Politik Prtar siiiNer, gharlotteaburg, Wr den übrigen Teil den Planes Altred Scholz. NeurslIn,tÜr Sn-elaen ideodor«loite. Berlin. Berläg! Vorwürts-Verlao» w d H.. Berlin..- Druck Borwärls.Bu.vdruckeret und LerlagSanftaU Pank Singer a. Co. tu Berlin, Lindenstratz« S. Möbel vermietet gewesene a.ncue Speise-, Herren-, Scblsi- i zimmer, Küchen, kief. Kleider- und Wüsche schränke, Rauchtische, | Kleinmöbel usw. usw. preiswert ru verkaufen. MSt>el> ! Vermfetunss» Centrale 1 LützowstraBe 9S. Oeschäfiszeit von 8-5 Uhr. y»b«n St* empfehle nach Maß hassend g«arbeit. Stütielnlsgen sowie Bruch- Bandagen oEet«rl. Leibbinden. Stütz- Korsett» usoc, Artikel zur Te» Kindheit»- und Krankenpflege. PSÜWLZM,»andagist, Berlin l». 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