|tr.l59.?(>.IaIsrK. Bezug»» reiSt SterteH üAtl 7�0 üt� monati s wast fretin« Haut oorau* jol) J)ai. Sinzetue Stummern 10 tifcnitifi. PosibezilG SWonailid) ISO 3Kt. exll. ZusleLmigS, gebühr. Ilmer»treu-band für Demtch» jm» u. Oeilerretch-Ungan,\1S M, für das übrige Lutlmrb> 7? l'tL bei lügltch einmalige» Suneüunq 7,75 Ml. Poitbeiiellullgen nehmen an Dan» mau. Holland Luxemburg. Schweden UNb die Schwerz Trngetragen m die Voll- lelwngt-LrerSliste. Der.SorwartL' ericheint wochemSglßch &OTOUllQi �nrrjrr� telegiamm�Kbrefl« .eaziolbcmotiat Oerltu", Abend Ansgabe. Verlinev Volksblatt. (�10 Pfennig) AnzeiftenvrriSt Die achlgowaltrne NmwctreMerekle tonet 1,20 Ml..«lelne Anzeigen», da» ieli« eoruckie Wo« 60 Big.( zulässig 9 rettgedruckle Sorte), lebet w euere Bau 25 Lsg. Stellengeluche und Echlasslellenanzeigeti»ab ersie Wort <0 Sfg., iebei wertere Wort 90 Lsg. Worte über 15 Buchliaben zählen für »wer Worte. Teuerungszuichlag 50«,» ftamilien-ilnzeigen. voltttiche und gewertlchalwche Serew«»«lnzergeu 190 SRI. Sie Seile,«nzergen rsir sie nächite«ummer müssen dt«& Übe uachmiuags un Haublgeichäfl. flerlia GW. 65. Lwdenslrage 3. abgegeben Werben,»fötfnei von S llhr früh M 6 sihr abenbt. Zentratorgan der fozialdcmohrati feben parte» Deutfcblanda. Redaktion und Expedition: SW. öS, Liadenstr.Z. Fernsprecher: Amt iviortnplatz. Str. SlslSV— KZIS?» Donnerstag, den 27» März 1919. vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. öS, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morttzplatz. Nr.»17 üZ— St. Kein Vibtatkrieäen? Erklärung FochS. Berli«, 27. März. Ausländische Blätter hatte« vor emiger Zett Aeußcrungen von Lloyd George und P i ch 0 n mitgeteilt, wonach nach übereinstimmender Ansicht dieser beiden Staatsmänner die Friedenskonferenz sich nicht aus Verhandlungen mit der deutschen Tele- gation einlassen werde. Die Deutschen mühten sich damit begnügen, den ihnen von den assoziierten Regierungen vorzulegenden Friedensvertragsentwurf entweder a n z u» nehmen oder abzulehnen. Daraufhin hat der Vor- sitiende der deutschen WafscnstillstandSkommisiion, Reichs- minister G r z b e r g c r, am 19. März in Spa eine Anfrage stellen lassen, in welcher eine A u s k u n s t darüber verlangt wurde, ob die erwähnten Ariisierungcn den Tatsachen ent- spreche«. Am 2K. März ist von Marschall F o ch in Spa sol- gende telegraphische Antwort eingegangen:„Die Herren Lloyd George und Pichon haben nie» mals die Erklärungen abgegeben, welche ihnen zugeschrieben worden sind, und welche die Anfrage veranlaht haben, dir am 19. Marl von dem Vorsivendcn der deutscheu Waffenstillstlmdskommissiou gestellt worden ist." Der Streik in England. Einigung mit den Werftarbeitern. London, 26. März. sRculer.) Lmilicb wird miigeieilt. dah die Vetfiarbeilerkonterenz beiwlossen hat. ibren Mi- gliedern die Annahme de» Vericbte» des Präsidenten der tlobleiilommiisson und Abstimmung unter den Ar- beitern über diese Frage zu empsehten. Italiens Protest. Nein Abbruch der Verhandlungen. Haag. 26. März. Trm ilorie poudenzbuieau zufolge teilt die BaIioniid)<©efanötidtafl mit: SHculet und die Pretzasloziation baden verbreitet, da« die italienischen Delegierten auf der Friedenskonieren z einstimmig besgilassen haben,(iw von de» fionferenz zurückzuziehen, wenn F i u m e nicht den Italienern zugewiesen wird Die(Sesandlscdait ist ermächtigt zu erllären, dah die iialieniiche Abordnung leinen derartigen Beschluh gesagt hat._ Keine Dolstbewistenrevolution knGstgalizien Ein österreichisches Temeuti. Wie«, 26 �iärz. lMeldung de« Wiener Telegr.-Korr.-Aureaus.) Sn« hie, votliegenden Telegrammen au« Snyi und Sianiblau vom SM. d. Mt». ist zu schliefen, dah die von der Moskauer Sowjet- regierung durch Funkspruch verbreitete Nachiichi von einer bot- schewi st iswen Revolution inOstgalizieu nicht aus Wahrhelt beruht. Die Dolschewistenpropaganöa in Polen. Utiterstützung der Polen durch die Entente. sEigener Drahtbericht des»Vorwärt Wie au« Lodz gemeldet wird, wurden in Posen von der De- heimpolizei Massen kommunistischer Proklamatja- a« n. die im Jargon adgesatzi waren, entdeckt. Diese fordern zum Generalstreik auf. Tbcnsa wurde ein Transport au« Berlin eingetroffener sozialistischer Broschüren beschlag- «ahmt. Da« AufstandSgeknet Posen erhält au« Warschau aicher den schon gelieserlen 87 Waggon« noch weitere 2S Waggon« amerikanischen Schmalze» ai« Belohnung für die nach Millionen bezifferte Abgabe von deutschem Gold und Silber. Ablehnung weiterer Verhandlungen. Nach Abbruch der Posener Verhandlungen richtet« der frühe?« preußische Minister Drew« an da» Kommissarial die Bitte, eine Spezialkonferenz einzuberufen. Di« Polen haben dteS abgelehnt. Pvlonisierung de? Schulwesens. Im besetzlen Posener Gebiet beginnt mit Ostern die Ein- führung der polnischen Unterrichtssprache aus den höheren Schule». Dadurch werdeu 200 deutsche Oberlehrer brotlos. Das Ense- des fiöels fn Gesterreich. Wie«, ST. März.(Meldung da« Hollandsch RieulvSbureau.) Di« morgige Nationalversammlung wird«ine Gesetzesvvrlage über die Absetzung de« Exkaiser» und der Dynastie tzab«burg sowie über die Lbsthasfüng der Orden, Titel und Adel bringet». ! yupsmans gegen annexlonlstische Eselek. Reformen gegen Bolschewismus. Berlin, 27. März,(tzollandsch NismoSbüro.) Der.Amsterdamer Telegraaf' bringt eine ausführliche Unterredung mit dem Sekretär de« Internationalen Sozialiftifchen Bureau« Camille HuySman«, der sagt«: Die Konferenz in Bern habe be- wiesen, daß die Lage der Interna tianale ausgezeichnet sei. Huy« man« wandte sich sodann gegen die Uebergriffe der belgischen Ueberpatriatcn und bezeichnete die Ansprüche auf holländi sche« Gebiet al« eine annexionistische Eselei. Die annexionisdischen Strebungen seien jetzt aber zusammengebrochen. In bezug auf die Wiederherstellung Belgien« be zeichnete HuySman« den Völkerbund als die kardinale Frage. � Die belgischen Forderungen auf Schadenersatz müßlen bevorzugt werden, sonst gäbe e« keine Wiederherstellung. Wenn aber der VölkeNbund nicht errichte! werde, sei e« sehr wohl möglich, daß Deutschland einen Platz in einer neuen Konstellation einnehmen werde mit den Verbündeten, die e« jetzt besiegt hubcn. Du aber W i l s o n« Resolution nicht angenommen wurde, sieht Huy«- i man« dem Völkerbund wenig zuversichtlich entgegen. l Huysman» ist gegen eine Intervention in Ruß l a n d. weil diese die Führer de« Bolschewismus nur in die Lage versetzen würde, sich al« die Verteidiger der russischen Autonomie aufzuspielen. Da« die bolschewistische Gefahr für Deutsch- land anbetrifft, so meinte er: Wenn die deutsche Bourgeoisie so dumm ist. die Notwendigkeit allgemeiner Reformen nicht einzu- sehen, werden die Arbeiter sagen:.Die Räte werden e» machen! Denn durch die tatsächliche Macht der Räte kann man sozial« Maß- regeln gegen den Willen der Mehrheit ergreifen, und diejenigen. d:« jetzt die notwendigen Reformen verhindern, wissen jetzt zur Genüge, welchen Weg sie damit beschreiten. �cntentetruppen in Ungarn zurückgezogen. Genf, 27. März.(Meldung der Telegraphen-Kompagnir.) Wir Pariser Blätter au« Budapest berichten, sind die Bcfayungen der Alliierten au« Arad und Szegedin zurückgezogen worden. T»t Mrglieder der in Budapest befindlichen Militärkommisfio- nen der Entente haben sämtlich die Stadt verlassen. Lediglich ein höherer amerikanischer Olsizier ist in der ungarischen Hauptstadt zurückgeblieben. Karolyi über die Ablehnung der Ententenote. Wien, 27. März.(Meldung de» Hollandsch NieuwSbureau.s Der frühere provisorische Präsident der ungarischen Volksrepublik Michael Karolyi äußerte sich einem Miiarbeiler de».Az Ember* gegenüber dahin, daß da« ungarische Volk und die ungarische Ar- bcilersckptfk die vorgestern von der Enlenle eingetroffene Rote und die darin enthaltenen Bedingussgen nicht annehmen lannle. Dam radikalsten Nationalisten angefangen bi» zum extremsten Kommunisten konnte e« nur ein« Antwort geben: Niemals. Jetzt aber haben wir keine andere Pflicht, al« dem leidenden Unganum feine Rechte zurückzugeben und Existenz- bedingungen zu schaffen. Man muß eine neue Weltordnung schaffen, dt« berufen ist, die ganz« Welt mit neuem wirtschaftlick>en und moralischen Inhalt umzuformen und die große wrltumfassei'de Verständigung zu schaffen, die keine Demarkation». I i n i e braucht. Diese Neuordnung wiü und wird mit reißender Kraft di« Welt vou dem TerrariSmu» der Inquisition befreien. Die Sozialifierung voNzogen. B« v a p e st, 27. März. Der revolutionSre Regierende Ka» er. läßt eine Verordnung, der zufolge die Räterepublik alle diejenigen industriellen, Bergbau- und Verkehrsbetriebe, deren Arbeiterzahl am 22. März»stlll zwanzig überschritt, unter Kontrolle der Arbeiterschaft und unter gesellschaftliche Leitung stellt. Tie derart Lbernommenc» Betriebe werde» durch vom volkSlommissartat für soziale Produktion er- nannte K o m m i s sa r e geleite«. Entsteht zwischen dem Arbeiter« rat de» Betriebe» und dem ProduktionSkommissar desselben I» irgendeiner Frage eine Meinungsverschiedenheit, s» hat der Ar- beitcrrat sich im Beschwerdewege an da» Volkskommissariat fllr soziale Produktton zu weudcn, dessen Entscheidung bindend ist. Die Reichsregierung für internationalen Rchtftunüentag. Weimar, 27. März. Auf«ine Anfrage de» Abg. V Sg le r (Dtfch. Volksp.) ist von dem SieichSarbeiiSminister Bauer folgend« Antwort eingegangen: Die Reichsregierung ist bereit, darauf hinzu- wirke», daß in de« bevorstehenden Friedensverträgen ein« i n t e r- nationale Vereinbarung über die Einkührung der regelmäßigen achtstündigen Arbeitszeit für die Arbeiter in industriellen Betrieben getroffen wirb. Wutgeheul rechts. In der Presse der Rechten spiegelt sich die Erregung über die parlamentarischen Vorgänge des gestrigen Tages. Die Entschiedenheit, mit der sich S ch e i d e m a n n in Weimar, Hirsch hier in Berlin gegen die Treibereien von rechts wandten, hat die Herren offenbar sehr unsanft aus dem Traum gerissen, in dem ihnen so war, als wären sie schon wieder Herren der Situation. Die Kommentare, mit denen die konservativen Blätter die gestrigen Debatten begleiten, sind so ziemlich alle nach demselben Schema angefertigt. Man spielt die verfolgte Un- schuld. Man behauptet, bloß aus dem Bedürfnis, eine tak- tische Schwenkung zu unternehmen, habe sich die Regierung auf die armen Lämmer von rechts gestürzt. Man deutet die Stellung der Regierung als ein Zeichen jür den zunehmenden Einfluß des Spartakisnrus. vor dem man jetzt„Kotau" tiwche, und prophezeit mit unheiwerkündender Miene dessen alsbaldigen Sieg. Die Methode ist äußerst durchsichtig und scheint uns nicht ganz neu. Sind die Junker nicht schon immer die privilegierten Stützen der Ordnung gegen den Umsturz gc> Wesen? Als solche empfehlen sie sich noch einmal mit einer Naivität, die lächeln macht, der republikanischen Regierung in einem Artikel der.Berliner Neuesten Nachrichten", rn dem es heißt: Gowiß. die Regierung wird di«.Gegenrevolution' haben, sie macht sie zu einer zwingenden Notwendigkeit. Aber dann wird die Regierung und die, die hinter ihr stehen, alle Sozialdemo- traten. Demokraten. Zentrum mit der Gegenrevolution mitgehen, ja sie werben nachher Gegenrevolution rufen. Alle, die deutsch fühlen und ehrliche Menschen sind, all« werden sie zur Gegenrevolution schreiten müssen, nämlich dann, wenn Sparta- lul und die Unabhängigen dir Blutdiltatux de» Pöbel» hrraufge- führt haben. Da» übersieht die Regierung, daß dies« böse Welle von äußerst link« sich aufbäumt, daß die Doppelrevolutionäre schon ganz offen damit drohen, jeden, der etwa« besitzt, zu morden, wie Däumig im Rätekongreß kaltlächelnd erklärt hat.(?) Die Re- gierung übersieht in geradezu verhängnisvoller Verblendung jene Gefahr, glaubt sie durch Zugeständnisse und wieder Zugeständnisse zu beschwören, während sie ihr in Wirklichkeit die Wege ebnet. All diese Konzessionen an da» Rätesystem und den Radi- kali»mu», die wir in den letzten Tagen erlebt haben, sind doch gegen die Ucberzeugung der Regierung und der alten parteitreuen Elemente auch m der Sozialdemokratie von den Radikalen erpreßt, denn wir glauben e« der Regicrung und deren Vertretern gern. daß sie sich in ehrlicher Ueberzeugung auf den Boden der Demo- krati« gestellt haben, daß sie. wenn e* nach ihrem ungehemmten Willen gegange» wäre, eine De mok table geschaffen hätten, aber sie lassen sich treiben. Da» ist doch ganz die alte Methode, aus dem Monarchi» schon ins Rcpublikairiscl� übersetzt. Die Schützer von Thron und Altar gebärden sich heute als die Schützer der Demo» kratie, und wie sie einst glaubten, dem König alle möglichen Zugeständnisse abpressen zu können, indem sie ihn mit den Gefahren des Umsturzes schreckten, genau so verfahren sie jetzt m t der republikanischen Regierung, indem sie die Ge- fahren des Spattakisutus so blutig wie möglich an die Wand malen. Zu demselben Kapitel gehört auch ein unlängst in der „Deutschen Tageszeilung" erschienener Artikel des Herrn v. Oldenburg-JÄnuschau gegen den„Vorwärts", der u. o. folgende Perle enlh'ell: Wer ist e« denn, der die jetzige Regierung und da» Vaterland vor dem Spartaku» bisher schützt, vor dem Elend de» russischen Bolschewismus, vor der Uederflutung durch da» Polenlum? Da» find doch die Leute, di« der.Vorwärt»" al» Junker und Junkergenossen zu verunglimpfen pflegt. DaS schreibt jetzt derselbe Herr, der seinerzeit den be- kannten Satz sprach, auf Befehl des Kaisers müsse jederzeit ein Leutnant und zehn Mann den ganzen Reichstag sprengen können. Der SpartakismuS von rechts brüstet sich als einzige zuverlässige Schutztrnppe gegen den SportakiSmus von linkS. Di« Herren befinden sich in einer angenehmen Selbst- täuschung. und nur darum, weil gestern der Versuch gemacht worden ist. sie aus ihr herauszureißen, darum wehreu sie sich so ärgerlich Wenn heute noch in breiten Volksmassen ein dunkler Haß gärt, der irgendwie einen Ausweg sucht und sich mitunter an nächstliegenden ungeeigneten Objekten ent» ladet, so tragen sie die Schuld daran, denn sie und ihre hochseligen Herren Vorfahren haben diesen Haß jahrhundertelang gezüchtet. Und wenn sie sich einbilden, sie hätten der Regierung irgendwie geholfen, so täuschen sie sich, denn sie haben nie ehrlich der republikanischen Regierung gedient und können ihr nur Bärendienste leisten. Je mehr sich die Reaktion, ihre eigenen Ziele verfolgend, m den Kampf znnfchen Sozialdemokratie und Spartakismus einmischt, desto mehr schädigt sie die Sozialdemokratie und desto mehr nützt sie dem Spartakismus. Das Junkertum ist nun einmal in den breitesten Massen der Bevölkerung so be- liebt, daß auch der leiseste Schein einer offenen oder ver- steckten Gemeinschaft mit ihm im höchsten Grade k o m p r o- mitt seiend wirkt. Darum ist die offene Gegnerschaft des Junkertums uns tausendmal lieber als seine Versuche, sich an die Demokratie heranzuschmeißen und ihren Beschützer aor dem Bolschewismus zu spielen. Die Herren persichern einmal über das andere, sie wollten leine Gegenrevolution. Reden wir doch offen miteinander! Ob und wann die Gegenrevolution kommen wird, das ist lür sie doch nur eine Frage der Zeit und der Umstände. Wenn sie die gegenwärtigen Umstände für äußerst ungünstig hallen, so haben sie ganz recht, aber daß sie lieber heute als morgen ihre alte Herrschaft wieder ausrichten möchten, daß sie jetzt schon mft allen Mitteln daran arbeiten, eine ihnen günstige Situation vorzubereiten, wem wollen sie das verhehlen? Wer über die Revolution so denkt, wie z. B. Herr v. K a r d o r f f, der kann es ja gar nicht eilig genug haben, alles, was die RevoMion gebracht hat, wieder hinwegzufegen. Darum werden alle Versuche, uns ein S für ein U vorzumachen, ver- geblich bleiben: wir wissen ganz genau, wer die Herren sind und was wir an ihnen haben. Eine Demokratie, die solcher Hilfe bedürfte, unr sich zu halten, wäre wert, zugrunde zu gehen. Der gestrige Tag hat aber jedem, der keine Binde vor den Augen trägt, klar ge- zeigt, daß die Sozialdemokratie nicht im entferntesten daran denkt, aus blasser Furcht vor dem Svartakismus mit der Reaktion irgendwelche Geschäfte abzuschließen. Ihr ist die große Aufgabe zugefallen, die Errungenschaften der Rcvo- lution nach allen Seiten hin gegen alte Feindschaft wie gegen verblendete Ueberstürzung zu verteidigen und auszubauen. D e n K a m p f g e g e n r e ch t s s ch e u t s i e n i ch t. sie führt ihn fort und wird ihn in dem Maße steigern, als der lieber- mut der Rechten, durch die unheilvolle Zerklüftung der Ar- beiterbewegung gesteigert, wieder in Erscheinung tritt. Das ist die Lehre des gestrigen Tages, und das Wut- geheul der reaktionären Presse zeigt uns nur, daß wir damit durchaus auf dem richtigen Wege sind. *« Besonders amüsant ist die Beflisienheit, mit der die nationalistische Presse beteuert, daß die Begegnung des „Nationalen Oftiziersbundes" mft Ludendorff in der Wil- helmstraße„rein zufällig" gewesen ist. So schreibt die „Kreuzzeitnng": Generrrl L-udendorff war auf dem Wege nach seinem Haie!, auf dem et die Wilhelmstraße passieren mußte, al- ihm der zu- ääMig entlang kommende Zug begegnete. Oder glaubt man, daß dieser hochgeniale Führer im Weltkriege, dessen Name unter den ersten Feldherren aller Zeiten glänzen wird, so eitel ist, sich gewissermaßen als öffentliches Schaustück hinzustellen? Herr Scheidemcmn kennt den General und diese Tatsachen genau und dennoch unterstellte er ihm, daß diese Begegnung keine zufällige war. Diese Aeußerung ist nicht nur unwürdig üneS Ministervrästdenten, sondern unwürdig eines jeden deutschen Mannes, der auch nur etwgS aus sich hält, Daß Ludendorff uns mit aller semer Hochgenialität in Line furchtbarste Niederlage hineingeritten hat. verschweigt rine„Kreuzzeftuing wohlweislich. Aber seine' Hochgenialität wäre ihr sehr gleichgültig, wenn Ludendorsf nicht der erklärte H e i l ige der Gegenrevolution wäre. Ein Gespräch mit LuüenAorff. Ein Redakteur der„B. Z." batte eine Unterredung mft dem General Ludendorff, worin dieser seine Sonntagsbegegnung mit den Demonstranten als völlig zufällig und harmlos darstellt. Dos Gssvrcßch nahm dann weiter folgenden Verlauf: ..Und wie stellen Sie... Exzellenz, sich zu dem Ihnen von ver- schiedenen Seiten gemachten Dorwurfe, daß Sie durch Ihr Ver- Die berliner Staatstheater. Von Paul Bekker. Es ist nickt möglich, von der Zukunft der Berliner Staat?- ihxaiet zu sprechen, ohne ihrer Vergangenheit zu gedenken. Diese Theater, den verfügbaren künstlerischen und materiellen Kräften nach die leistungsfähigsten des Deutschen Reiches, sind das Urbild de? Preußentums im einseitig schlechtesten Sinne des Wortes ge- wefen: reaktionär bis zur lächerlich wirkenden Unwissenheit in jeder Art der künstlerischen Betätigung, sowohl in bezilg auf .die Zusammensetzung des Spielplanes wie die Art der ausübenden Betätigung, autokra tisch bis zur moralischen Versklavung der Mftzlwder in der Struktur und Handhabung der inneren Ver- waltung, unsozial, richtiger: antisozial, ausschließlich �den höfischen Repräsentationspslichten folgend, im Verhalten gegenüber d« Presse und dem Publikum, jede Möglichkeit befruchteter Wechselwirkung zwischen Theaterleitung und Oefsentlichleit schroff ablehnend. Die bisherigen Neuerungen in der Verfassung der beiden Theater haben stch hauptsächlich auf eine der erwähnten Haupt- ausgaben bezogen: auf die Beseitigung des auiokratischen Regt- menis. Zweifellos muhte an diesem Punkt eingesetzt werden. Die Erneuerung der Theater kann nur von innen heraus, aus dem Geiste einer freiheitlichen, genossenschaftlich-demo- Iratischen Verfassung geschehen. Ein Fehler aber wäre «Z, zu glauben, daß damit alles, oder auch nur daS Wichtigste getan sei. ES sind nur Voraussetzungen geschaffen, di« wohl bei kluger Wesierarbeit zum Ziele führen können, für sich, allein genommen aber noch gar nichts bedeuten. Ein Theater ist kein Fabrikbetrieb. Die künstlerische und die soziale Zielsetzung ist das We-� i erblichste,- ne kann nur gegeben werden durch die führende Per- s o n l t ch k e i t, durch Weitblick und Tat der einzelnen starken Willenskraft. Diese zu finden und ihr den Weg frei zu machen ist die Hauptaufgabe, von deren Lösung das Schicksal beider Bühnen abhängt. Ein guter Schrift nach dieser Richtung hin ist bereits getan: durch die Forderung der Trennung von Oper und Schauspiel. Die Veveiniaung beider Institute unter gemeinsamer Führung be- deutet amtliche Anerkennung des Dilettantismus. Die bisherigen Intendanten haben weder vom Schaulviel noch von der Oper inner- üch gefestigte Sachkenntnis gehabt. Es wäre nur eine halbe und somit eigentlich gar keine Besserung, wollte man jetzt einen Mann an die Soitze stellen, der zwar der Oper, aber nickt dem Schauspiel gegenüber Sachkundiger ist, oder umgekehrt. Man würde damit d-e Vorbedingung gedeihlichen WirkenS: das Vertrauen der Mft- glieder zur sachlichen lieber legen heil des FübrerS untergraben— ganz abgesehen davon, laß die wahrhaft bingedungSfreudige Lei- tung zweier solcher Institute die Arbeitskraft eines einzelnen über- steigt. Die Trennung, wie sie in Wien feit langem üblich ist, er- scheint daher als Vorbedingung des weiteren VerfassungSauSbauS. Wer aber ist nun der Geeignete? Ein Kapellmeister, ein Rs- giffeur, ein Sänger, ein Schauspieler? Jeder von ihnen kann, halten ein« Reaktion oder eine G egenrevolution begün- ftigen?" Auf diese Frage habe ich nur eins zu erwidern: Ich stehe jeder irgenkwie gearteten Bewegung im deutschen Volke v o l l st ä n d i g fern und beschäftige mich ausschließlich mit der Abfassung meines Buches. Ich lebe vollkommen als Privatmann und will in keiner Weise parteipolitisch hervortreten." „Wie stellen sich Euer Exzellenz zur Ankündigung des Minister- Präsidenten Scheidemann über den Staatsgerichtshof?" „Ick habe selbst in einem persönlichen Schreiben an den Mi- nistrpräsidenten die Einsetzung eines Gerichtshofes verlangt, um endlich in den Wust von Vorwürfen und Anklagen gegen mich Klarheit bringn und mich völlig rechtfertigen zu können. Ich begrüße es daher mit Genugtuung, daß mir Gelegenheit gegeben werden wird, vor dem Staaisgerichtshof, der hoffentlich unparteiisch zusammengesetzt sein wird, zu erscheinen. Ich hätte allerdings den Anspruch erHelen können, daß der Herr Minister» Präsident seine Ankündigung in einen weniger wegwerfenden Ton gekleidet hätte." Wenn Gerwral Ludendorff behauptet, jeder„irgendwie gearteten Bewegung im deutschen Volke fernzustehen", so muß er doch bemerken, m welcher Weise sich eine sehr bestimmt geartete Bewegung an ihn h e r a n d r ä n g t. Er müßte beigreifen, daß seiner gegenwärtigen Lage die größte Zu- r ü ck g s z o g e n h e i t am besten entsprechen würde. Wir glauben nicht, daß Genosse Scheidemann von Ludendorsf m wegwerfendem Ton gesprochen hat. meinen vielmehr, daß er in der Art, wie dieser Mann des Unheils von den Reaktiv- nären immer wieder in den Vordergrund geschoben wird, eine ernste Gefahr erblickt. Klassenkampf mit Nettwürftea. Ein pommersches Revolutionsidyll. Wenn es Leute geben sollte, die glauben, die Revolution im Pommerschen vollziehe sich in pflaumweichen Formen, so irren sie sich gewaltig. In Storgard in Pommern haben sich Vorgänge von größter Tragweite abiespiell, die sowohl dem revolutionären Elan des dortigen Arbefterrates und der Arbeiterschaft wie der gegenrevolutionären Ge--- sinnung eines gewissen Bürgertums ein beredtes Zeugnis auszustellen. Versuchen wir mit der Treue des Chronisten die Eni- Wicklung der Dinge festzuhalten: Auf der Jobststraße 23 in Stargard wohnt Frau Gutsbesitzer Pieper, welche sich den Verdacht einer Geheimschlachtung zugezogen hatte. Der Ar- bciterrat und die Polizei durchsuchten daraufhin die Räume der Pieperschen Wohnung und entdeckten neben dem Viertel einer Rinderlunge zwanzig ausgewachsene'Mettwürste. Zuerst siel die gnädige Frau in Ohnmacht, doch als ihr Sohn, ein junger Herr Leutnant, und ihre Tochter, eine streitbare tcmptmannSsrau, zu Hilfe eilten, faßten sie sich alle drei !ut, bewaffneten sich mit Besen, Schrupper und Mettwürsten und schlugen damit so lange auf die Vollzugsorgane der öffentlichen Gewalt ein, bis diese die Flucht ergriffen. Erst nach Heranziehung ausreichender Verstärkungen gelang eS dem Arbeitcrrat, wieder Herr der Lage zu werden. Doch die Ereignisse zogen weitere Kreise. Nachdem sich der Cheftedakteur des„Neuen Pommerschen Tageblattes" dazu hatte bewegen lassen, einen siimentstellenden Bericht über die Mettwurstschlacht zu veröffentlichen, legte die Ar- beiterschaft in den Betrieben die Arbeft nieder. Ein Demonstrationszug zog� vor das„Tageblatt" und zahllose Ar- beitersäuste donnerten gegen des geschlossene Tor. Der leitende Redakteur mußte sich herausbegeben, erhielt eine kunstgerechte Massage und wurde durch die Stadt geführt. Zuerst nach dem Markt, dann nach der alten Wache und -schließlich stellte ihn der Volkszorn auf die große K a- n o n e neben der Germania. Hier hielt er eine flammende Verteidigungsrede und zog zum Schluß ein Gedicht aus der Tasche, das„Die Metttvurstschlacht in der Jobsistraße" be- riannt war und den Beifall der Demonstranten fand. Des- gleichen versprach er, sich in diesem Kampfe konsequent auf keiner von ihnen m u ß es sein. Es kann ein Mann sein, der innerhalb, es kann ebensogut ein Mann sein, der außerhalb des engeren Thoaterbetriebs steht. Die Tbeatergeschichte bietet Bei- sviele für jeden dieser Fälle. Jfsland, Devrient, Mahler geborten ..zum Bau", aber Laube und Dingelstedt waren auch nicht die schlechtesten Theaterleiter ihrer Zeit und Angela Neumann wie Pollin?— obschon an sich Vertreter des heut überwundenen kauf- männischen Unternehmertyps— verdankten ihre Erfolge im Grunde nicht so sehr ihrer geschäftlichen SpekulationSgobe, als ihrem kun- digen Blick für Menschen und Werke. Es ist daher nicht zu fragen, wo der Betreffende herkommt, sondern wer er ist. Repräsentiert er einen Willen und eine künstlerische Uebcrzeugung? Ist er Persönlichkeit genug, der Oper, dem Schauspielhaus die Stellung des in Teutschland führenden Instituts zu erobern, den Geist der Rückständigkeit, de? luftchtiuissens vom Kunstgeschehen der Zeit au?- 'zuräuchern, Spielplan u�i,. Ausfstbrungscrrt'betder Häuser zu einem Programm neuzeirlicher Kunstanschauung zujve- stalten? Besitzt er Hingabe und Ovferfreudigkeit genug, um in der Lösung solcher Ausgabe nickt eine einträgliche und einfluß- schaffende Nebenbeschöfftaung, sonder» ein Lebensziel zu erblicken? Und vor allem: ist er oen politischen Strömungen unserer Zeit nahe genug verwandt, um die sozialen Aufgaben der Theater aus dem Geist dieser Zeit erfassen und in Angriff nehmen zu können?' Diese? wären einige Hauptfragen. Die Antwort darauf ver» mag nur die Persönlichkeit zu geben. Es ist nicht unmöglich, daß die Künstler, die jetzt die Verfassung der Theater beraten, diese Persönlichkeit ein wenig fürchten., daß sie meinen, es käme nur darauf an. ihre verfassungsrechtlichen' Ansprüche zu sichern, so daß ein schlickter, ungefährlicher Verwaltungsmann dafür am besten geeignet sei. ES wäre ein gesährsicher. verhängnisvoller Trug- schluß. So gewiß die frcibemiche Verfassungsgrundlage di« Vor- auSsetzung einer neuen, kraftvollen Entwicklung ist. so gewiß wird erst die planvolle Erfassung der künstlerischen und sozialen Auf- gaben de? Theaters dieser Verfassung inneren Bestand und äußere EntsaltungSmögllchkeit gewähren. Die wirischattlicke Struktur des TheaierS wird bedingt durch seine ideelle Stellung innerhalb der Gemeinschaft. Je ftefer und fester diese ide-ll« Stellung durch die idoelle Wirkung im Bewußtsein der Allgemeinheit verankert ist, um so sicherer und mühevoller ist die Losung der wirtschaftlichen. Ansprüche der Ausübende«. §ranz Netzner zum Geöächtnis. Der Künsiler stellt in allem ikormenwandel doch zuletzt nur sich selbst dar. Wenn mau Franz Metzner lob, ftine schwere, gedrungene Leiblichkeit, seine bart gemeißelten Züge? dann erkannte man in ibm leine Gestalten wieder— jene Gestalten, in denen eine leibliche Schw-re sich angestrengt und qualvoll zur Freiheit durchzu- kämp'en bemüht und in denen jeder Muskel bis zum Aeaßersten angeipannt ist. Spannuna. Dvnamik. bildet siberbaiip» so reckt eigentlich die Seele der Kunsi M-vn-rs: seine lrormen, keine Ge- stalte» sind geladen, eine mächtige Willenskraft ist in ihnen gesammelt, die Seite des Volkes zu stellen, was er denn auch getan bat, wie die folgende Nummer des.Tageblattes" beweist, worin für die gerechte Sache in Poesie und Prosa eine warme Lanze eingelegt wird. Auch wir möchten unsere volle Solidarität mit dem Stargarder Volk aussprechen und sind mit ihm, be- sonders was Mettwürste anlangt, für die Entwaffnung der Bourgeoisie._ Die Säuberung ües Schulwesens. Antwort«ruf eine„Kleine Anfrage". Kultusminister Genosse H a en is ch schreibt uns: Aiff die keineswegs unberechtigte„Kleine Anfrage" in Nr. 156 des„Vorwärts" erwidere ich, daß selbstverständlich alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet sind, um dem dort gerügten groben Unfug zu steuern. Denn ein grober Unfug ist es natürlich auch in meinen Augen, wenn in der Republik Preußen Lehrer gezwungen weiden, die eben erst entfernten alten Wahrzeichen der Monarchie wiedor in den Schulräumen anzubringen. Der Erlaß, der diesem Unfug ein für allemal einen Riegel vorschiebt, wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Ebenso bedarf es wohl nicht erst einer ausdrücklichen Versicherung, daß irgend eine Leriolgung von Lehiern wegen ihrer sozialistischen oder ftetheitlichen Gesinnung unter keinen Umständen geduldet. wird, sobald sie zu ni einer Kenntnis kommt. Aber daraus, daß ich diese Dmge er- fahre, kommt es eben an. Ich bitte daher, auch auf diesem Wege dringend, alle derartigen Fälle unter genauer Angabe der Einzelheiten mir amtlich mitzuteilen. Nur wenn ich von solchen Vorgängen weiß, kann ich für Abhilfe sorgen. Daß diese Abhilfe dann g r ü n d l i cki sein wird, darauf dürfen sich alle Beteiligten verlassen. Es wäre mir lieb, wenn die Presse diesen Zeilen recht weite Verbreitung geben möchte. _ K o n r a d H a e n i s ch. Stunöenlohn von b2 Pf* angemessen! Soziale Anffaffung eines fürstbischöftichen Kommissars Die.Katholische Schulzeftung für Norddeutschland" schreibt: Die Lehrerin der katholischen Schule in Schieise, Kreis Groß- Wartenberg, tvandie sich an ihren Schulverbandsvorstoher, eine» Geistlichen, mit der Bitte, ihr jährliches Gehalt für den Hand- arl>eitSuriterricht von dg Di. auf dsi W. zu erhöhen. Nach einigen Tagen erhielt sie von dem Schulverbairdsvorsteher, Fürftbischöslichem 'Kommissarius Hahn in Groß-Wartenberg. folgenden Bescheid:„Auf Ihren Antrag vom 20. d. M. betreffend Erhöhung der Entschädi- gung für Erteilung des Handarbeiisuifterrichts, teile ich Ihnen er- gebenst mit, daß der Schulvorstand nicht in der Lage ist, die jähr- liche Entschädigung von 50 Di. zu erhöhen. Da die Erteilung des fraglichen Unterrichts eine besondere Vorbildung nicht zur Bor- auSsetzung hat, hält der Schulvorstaud die gewährte Ent- schädigung von 63 P f. für die Stunde für ange- messen." das �näe öer Aussperrung auf üen tzansa? Werken. Breiueit, 27. Marz. Die Aussperrung auf den Hansa- Lloyd- W� r k c n ist b e e n d e ft Der Arbeiierrat der Hansa- Llohd-Werke hat nach einer Betriebsversammlung die Erklärung abgegeben, baß' nunmehr w-cöer ordnungsgemäß gearbxstet tve r d e n soll. Die Direktion nahm diese Erklärung zur Kennt- nis und sieht damit ihre Forderung, daß der p a s s i v e'W i d« r- stand aufgegeben worden soll, erfüllt. Der Betrieb wird demnach heute früh in vollem Umfcnrg wieder aufgenommen. Die Verhandlungen über die Lohnforderungen gehen unab- hängig davon weiter. Eine Einigung wurde biSber noch nicht erzielt. Schafft für Berlin«in- Wohnungsamt. In dem Leftartikel unseres gestrigen Abendblattes muß es im ersten Satz heißen: Die zu schaffenden BezirlswohlfahrtSstellen je t auf 200 600(und nicht 20 000 Einwohner). und oft macht sich die innere Spannung explosiv, in konvulsiviichen Formenbetoegungen Luit; ein andernial bleibt sie zusammen» geballt, in ych wucktend. wie gelähmt, aber dann lost sie sich auch wieder in freialmender. großer Räumlichkeit. Sein eigene? Leben batte viel und lange unter Druck gestanden. Er war ein Deutsch- Böhme, 1870 in Mckerau bei Mies acboren. einfacher Leute Kind und wurde auf? Handwerk getan. Als Musterzeichner und Sleinmebgeselle in Pilieo bat er begonnen, und baß er als schlichler Handwerker ,uerst dem Stein gcgenübergetreten ist und ibn so gründlich kennengelernt bax da? >st ibm später zum Segen für sein ganze? wetteres Schaffen ge» worden. Der Brunnen für die Stadt Reicheuberg in Böhmen, der Skibe» lnnaenbrunnen iflr Prag, die Bildwerke isir da? Völkerschlacht» denkmal. die vlastische Ausschmückung de? WeinhaaieS.Rheingold" und der Volksbühne in Berlin, da? Stelzbamer- Denkmal in Linz: das möaen etwa die bedeutendsten und bekanntesten öfftrrt- licken Monomemalschovinngeu Metzneis sein. ZnSgekamt gelten sie aus einem gan, ursprünglichen plastischen Gefühle Berber: die entickeidende künstlerische Wendung in seinem Schaffen lieat darin» daß er mit seltener Klarheit und voller Enischlossenheit dazu über- gegangen ist, Bildwerk und Raum in gesetzmäßig?» Zusammen» bang zu chrüngen. Die besten seiner Monumeutalschöpkungen stnd daber nickt nur Plastiken, sondern groß und streng ge» backte Raumanlaaen; hier liegt sein BerübrunaSpunk« mit Hildebrnnd. Seine Formengebung bat unverkennbar zuweilen etwas Gewaltsames, und indem er� zwischen Znwviducllem und Typi'chem den Ausweg suchte, ist sein Srilgestsibl manchen Sckwonstiugen rmierleaen. Aber je länger desto reiner bat sick doch 'ein künstlerisches Wolle» auszusprechen vermocht, und besonder« in seinen Bildrnsien hat er die volle Höhe der Reife erreicht. Metzner lebt in der Erinnerung als eine urwüchsta« Persönlichkeit fort, die auf das Gefällige und den Publikiimsersolg verächtlich berabblick»«. die sich's— und freilich auch den andern— nicht leickt machte und durchaus dem Höchsten in der Kunst zugewandt war. Im Zeitalter eines Hildebraud und Rodin als Bildhauer sich selbständig bebauvtet zu haben: das ist eine Leistung, die nur einem Echten gelinge« konnte. Notizen. — Spiekblanänderung. Im Opernhaus««med wegen mehrkacker Erkrankungen die Donnerstag- und Freltaa-Anf» führung miteinander vertauscht. Es wird heute.KöniaSkinder" und morpen„Ariadne" gegeben. Eintrittskarten behalten Gültigkeit für daS Werk oder werden zurückgenommen. — Theater. Im L e s s i n g» T S e a t e r ist al« nächste Erstaiiffübrung Anton WildgatrS Tragödie„Die« irae" vorgeseben. — Die Berliner Akademie der Künste bereite' kstr dieS Frühjahr eine Ausstellung von neuen Werken ibrei Mit- plieder- in ihren Ausstellm'gSräumen am Pariier Platz vor. Die neugewählten Mitglied« werden hier zum ersten Mal« erscheinen. die preußische Lanüesversammlung. Die preußische LanbeSversammlung begann heut« ihre Sitzung mit per Erledigung eines Gesetzes über die Umlegung von Grund- stücken in Köln in erster und zweiter Lesung. Dann begann die Aussprache über das Regierungsprogramm mit einer Rede des LandwirtschastsministerS Braun über die Lage der Landwirtschaft und die ländliche Arbeiterfrage. Der Abgang öes Kronprinzen. Eine amtliche Handlung. In einem Artikel der„Deutschen Tageszeitung", der sich mit dem Telegramm des ehemaligen Kronprinzen be- faßt, wird zum Ausdruck gebracht, daß es sich bei der Ant- wort des damaligen Rechstogsprästdenten Ebert um eine rein private Meldung Echerts gehandelt habe. Dagegen ist festzustÄllen: Das Telegramm, durch das dem ehemaligen Kronprinzen mitgeteilt worden ist. daß sein Verbleiben auf feinem Posten nicht erwünscht sei, ist erfolgt, nachdem der damalige Kriegsminister Scheuch dem Reichskanzler Ebert seine Meinung in verneinendem Sinne mitgeteilt hatte. Der ÄriegSminister will die damals zwischen ihm und Ebert ge- führte Unterredung nicht als ein privates Ge» sprach aufgefaßt sehen. Er erklärt vielmehr, daß der Reichs- kanzler Ebert durchaus berechtigt gewesen ist. auf Grund dieies Gesprächs das genannte Telegramm an den efjemaligen Kronprinzen so abzusenden, wie er es abgesandt hat. D.'e /lufwanösentschäüigung ües Reiche- präßüenten. Die ,Lrelhsit" hat die Frage aufgeworfen, ob neben dem monatlichen Aufwandsgeld von 100 000 Mark an den Reichspräfi- deuten n«ht ein beträchtliches Gehalt ausgezahlt wird. Dazu ist festzustellen, daß der Reichspräsident, außer dem AustvandSgeld von 100 000 Mark keine anderen Bezüge hat, daß auch niemals andere Bezüge angefordert worden sind. Die 100 000 Mark sind dazu bestimmt, das gesamte Bureau des Präsidenten, einbegriffen die Gehälter sämtlicher Beamten und des g a n» zen Personals zu bestreiten. Der Präsident hat von vorn- herern erklärt, daß er über die ihm zugedachten Aurwandsgelder auf das genauste Rechnung legen und einen sich ergebenden Ueberschutz zurückzahle» wird. Er will dereinst das ihm ge- gebene Amt so verlassen, wie er eS angetrotsn hat. Im übrigen dürfte auf Antrag der mehrheitSfozialistischen Fraktion ein« nochmalige Prüfung des Etats deS Reichspräsidenten erfolgen. Es ist wahrscheinlich, daß hrerbei die einzelnen Ausgabepostem fixiert werden und auch das persönliche Gehalt d-S Reichspräsidenten festgelegt wird. Auch diese Nach- Prüfung entspricht der Auffassung und dem Wunsch des Präsidenten. Industrie und Handel. Die Börse. Die Börse eröffnete heute mit freundliche», Grundton in nicht ganz einheitlicher Tendenz. Von Werten mit laufenden KurSnoti«. ningcn lagen AuSiands alten fest. Große Berliner konnten etwas anziehen. Nicht einheitlich war der Schiffahrt s markt, wo H-Mfa gut behauptet waren, währeich DeutsckMustralier ein wenig nachgaben. Am Montanmarkt lagen' Oberfchlefifche sowie Lothringer Hütten fest, dagegen notierten u. a. Rheinmetall etwa? niedriger. In chemischen Werten war der Verkehr gering. Von Rüstungsaktien lagen Hirsch Kupfer höher. Im weiteren Verlaus konnten sich die Kurse bis Berichtkabschluß gut behaupten. Kriegsanleihen lagen um ein geringeres hoher. SewerffchaflsbewEung Gtreittage brauchen nicht bezahlt werden! In dem Slreit der Angestellten in Waren». Kaufhäusern und Spezialgeswäiien wurde aua, ge'ordert, daß die Uniernehmer den Angestellien die Streittage bezahle». Der �entralverband, der diese Foiderung mit großer Eulichiedenbeit vcrlrat, begründete dieselbe so: Im allgemeinen Zahlen die Gewerkschaflen ihren Mitgliedern Unterstlitzung iitr die Streikzeit. In diesem Falle aber wird die Bezahlung von den Unternehmern gefordert, weil lediglich durch ihr Verbalien der Ausbruch, namentlich aber die Ausdehnung des SrreikS verschuldet worden ist. Der Schiedsspruch des Schlichtung«- ausschnsie«, durw den der Streik seinerzeit beendet worden ist, hatte dieie Streitfrage noch nicht entschieden, sondern sie dem später zu fällenden Endurteit vorbehalten. Dasselbe ist ergangen und wurde am Mittwoch in einer sehr stark besuchten Versammlung des ZentraloerbandeS der Handlungsgehilsen vom Referenten Friy «Schmidt vorgetragen. Der SchltchtungSauSschuß bat ent schieden, daß die Streittage nicht bezahl, werden brauchen, mebrere große Handels» .firmen haben trotzdem die Streiklage bezahlt. Aber auch denen, welche die Streikrage nicht bezahlt bekommen, entsteh, durch den Streit kein Geldveilust. da ja da« Gehallspro- viiorinm vom l. Januar ab nachgezabl, wird.— Im übrigen hat der Schlichiungsaueschuß noch entschieden, daß Teuerung«- zulagen nicht wegen der Gehaltsaufbesserung gekürzt werden d ü r i e n und daß der Arbeitgeberverband seine Milgtieder zur Durchführung d«S Schiedsspruch« anzuhalten hat. Die Verhandlungen über den Tarifvertrag, der die Gehalts» und Arbeiisvethällnisse der Angestellten endgültig regeln toll, sind n och nicht abgeschlossen. Manche Punkte de» Tarifs werden noch betuge EronerrmgeU bringen, vor allem die von den Unternehmern abg-lehnt« Forderung de« Verbandes, daß die AngestelltenauStchüsse in den Be- trieben für die Regelung der Lohn« und ArbeitSbedin- pnngen zuständig iein sollen. Wie der Referent betonte. ist der Fentralverband bereit, nötigenfall« den Kampf wegen dieser Forderung aufzunebmen.— Da der neue Tarilvertraq bi» zum i. Lvril noch ntckt abgeschlossen sein wird, so ist das Provisorium biS Ende Avril verlängert. Die Beriammiung beschloß, die Durchführung de« Acht» stundenlag«« soll so geregelt werden, daß d i e Arbeitszeit zwischen 8 Uhr morgen« und S Uhr Abends liegt. Di- Tarifverhandlungen sollen bis spätestens am 10. April zum tü&schlutz gebracht werden.___ Deutscher Metaklarbeiterverbaud. Montag, den 31. März, nachmittags 6 Uhr, Konferenz aller im Rähmaschmrnbeirisbe beschäftigten Vertrauensleute im Verbands- bav'S Linien straße S3/§5, Sitzungssaal. Material über Lohn und Akkordverhältnisse ist mitzubringen. Pünktliches med zahlreiche» Erscheinen erwartet. Achtung! Elektromonteure! Donnerstag, den 2?. März 1010, abends ZHS Uhr, im Lokal von Klement, Sophienstr. S. Vertrauen»- männerkonferenz der Elektromonteure. Pünktliches Erscheine» der BettvauenSleute erforderlich. GroßSerlln In Notwehr gegen de« Terror! Der Gouverneur von Groß. Berlin wendet sich an die Groß Berliner Bevölkerung, im besonderen an die Arbeiter- fchaft, mit folgcndem Aufruf: Vor unabsehbaren Gefahren hat die Groß-Berliner Bevölke- rung während der Tage des Generalst.eikk gestanden, als ge- wisscnlofe Fanatiker den Streik auch auf die Gas-, Wasser, und Elektrizitätswerke ausdehnten. Das Leben von Säuglingen. und Kranken, die Aufrechterhaltung der Hauswirtschaft, der Fortbetrieb der Masse, isxeisungen und Krankenanstalten war aufs äußerste gefährdet. Wenn auch durch die Einsicht der Ar- beiier eines Teils dieser Werke und durch das hilfsbereite Efn- springen der technischen Abteilung der Garde�avallerie Schützen- Division die Berliner Bevölkerung vor dem äußersten bewahrt geblieben ist, so müssen schon jetzt alle Vorkehrungen getroffen werden, um der Wiederkehr einer solchen Gefahr zu begegnen. Alle Arbeiter, Techniker»der Ingenieure, die sich in den Dienst der Allgeweinheit stellen wollen, um die Kranken und Säuglinge sowie die eigene Fa- milie vor derartigen Gefahren zu bewahren, werden aufgerufen, sich als Zeitfreiwilljge der tech- nischcn Abteilung der Garde-Kavallerie- Schützen-Division zur Verfügung zu stellen, um im Falle eines geweikschaftlich nicht genehmigten wilden Streiks in den ElektrizitätS-, GaS� und Wasserwerken unier militärischem Schutz in Stunden der Gefahr diese lebenswichtigen Betriebe aufrecht zu erhalten. Die Meldestellen werden in de« nächsten Tagen öffentlich be- kanni gegeben werden. Der Gouverneur von Groß-Berkin. Schöpflin. Die Garde-Kavallcrie-Schützen-Tiviston ist mit dieser Aufgabe betraut worden durch folgende Verfügung des ReichSministerS NoSkeS: .Ich ermächtige Sie, mit der Groß-Berliner Arbeiterschaft Berhandlungrn aufzunehmen über die Einrichtung von Rothilfcn im Fall gewerkschaftlich nicht genehmigter Streiks für die Weiter- führung wirtschaftlich notwendiger Betriebe, z. P. der Gas-, Wasser, und Elektrizitätswerke." Die Division hat in Flugblättern, die in den letzten Tagen auS Flugzeugen über Berlin und Vororten abgeworfen wurden, sich an die Bewölkerung gewandt. Bei einer Wiederholung des politischen General st reiks würde die Sicherung des Be- triebeS der Gas-, ElektrizitätS- und Wasserwerke einen Not- w e h r a k t darstellen, von dem dos Wohl der Gesamtheit. vor allem gerade der Arbeiterbevölkerung, abhängt. Zur Besetzung aller deraniger Werke in Groß-Berlin mit Ersatzkästen wären etwa S000 Mann erforderlich, während die technische Abteilung der Di- Vision jetzt nur über 500 verfügt. Aufhebung des Tanzverbotes. Der Polizeipräsident von Berlin hat auf ministerielle Anwei- sung das von ihm erlassene Verbot von Tanzlustbarkeiten, das vom 13. d. M. an Geltung hatte, aufgehoben und verfügt, daß vom 30. März ab in allen bereits vor dem Kriege konzessionierten Sälen die öffentlichen Tanzlustbarkciten wieder jn dem gleichen Umfange wie bis zum Kriegsausbruch stattfinden können. Es darf erwartet werden, daß nach dem in dem ministeriellen Rundschreiben angeord- neten strengen Einschreitev gegen die wilden Tanzlustbarkeiten, die daß Enlpfin-den der Oeffentlichkeit vielfach verletzt haben, nunmehr wieder geordnete Zustände auf diesem Gebiete Platz greifen werden. Zum Rpril-'Umzugstermiu. Etliche hundert Familien oder Einzeimieter mögen trotz größter Bemühung um eine Wohnung noch heute kurz vor dem Umzugs- trrmin nicht wissen, wo sie nach dem l. April ihre Unterkunft finden können. Für sie alle ist es wichtig, zu wissen, daß im Dezember 1018 durch Verfügung des Justizministerö mit Rücksicht auf die Wohnungsnot für Preußen angeordnet ist, daß die Ge- richtsvollzieher vor der zwangsweise ii Räumung von Wohnungen in allen Fällen, in denen eine Obdachlosigkeit der auS der Wonhung zu entfernenden Personen zu bcrürchten ist, die anderweitige Unterbringung dieser Personen bei der Ortspolizei- Behörde zu vermitteln haben. Diese Versügiing ist zugunsten nicht nur der Kriegsteilnehmer, sondern aller Personen erlassen. Es erscheint dringend eriorderlich, daß zur Vermeidung größerer Mißstände seitens der aufsichtführenden Richter bei den Amtsgerichten in Groß-Berlin unver- züglich Anweisung an sämtliche Gerichtsvoll- zieher ergeht, die nachdrücklich st zur strengen Be- obachtung jener Verfügung anhält, damit kein« Ex- Mission erfolgt, wenn nicht zuvor die anderweitige Unterbringung deS Mieters gesichert ist. Den Mietern selbst, die die Räumung zwangsweise zu befürchten haben, muß empfohlen werden, sich mög- lichst sofort von den Gemeinden oder Wohnungsämtern eine Bescheinigung über die Unmöglichkeit einer Beschaffung angemessener Unterkunst ausstellen zu lassen. Wo diese verweigert wird,«st eS Sache der Gemeinden oder Wohnungsämter, den Mietern eine Wohnung zur Verfügung zu stellen. Niemand unterlasse es daher, wegen Beschaffung von Unterkunft bei den Gemeinden Nachfrage zu halten. Jn einzelnen Gemeindcn wie Berlin und Chorlotten» bur? stehen den Wohnungsämtern eine Anzahl Notwohnungen zur Verfügung; oh freilich in ausreichender Menge, fit zweifelhast, da die Schwierigkeiten der Beschaffung zurzeit groß pnd und der Um. fang de» Bedarfs nicht leicht zu übersehen ist. Wo es zur gericht» lichen Verhandlung über die Räumung kommt, ist dem Mieter jedenfalls dringend zu raten, daß er nicht nur zu seinen Gunsten mehrere Wochen Frist zur Räumung verlangt, sondern sich auch auf die oben genannte Verfügung des Justizminister» beruft. E S darf in keinem Falle«in Mieter durch den Ge- richtsvollzieher zwangsweise auf die Straße ge- fetzt werden._ Feststellung der GchleichhSudler.straftwagen. In letzter Zeit ist von Polizeiorganen häufig die Beobachtung gemacht worden, daß Lebensmittel, namentlich Fleisch und Fett. auf Militärkraftwagen nach Berlin eingeführt werden. Da die Führer stet» mit Papieren versehen waren, konnten die TranS- dort« niemals angehalten oder beschlagnahmt werden. Weitere Ermittlungen ergaben jedoch, daß die vom Lande herangebrachten Waren nicht einzelnen Truppenteilen zugeführt morden sind. Viel» mehr bedienen sich die Schleichhändler der Militärkraftwagrn, deren Besatzung offenbar an den Geschäften beteiligt ist, um bei den Bauern Nahrungsmittel aufznkanf-n and dann in Berlin zu.ent- sprechenden Preisen" weiterzugeben. An der Peripherie Groß- Berlins sind jetzt Kontrollstationen eingerichtet worlden. die jeden vorbeikommenden Militärkraftwagen anhalten und durch telcpho- nische Nachfrage bei den Truppenteilen die Gültigkeit der Papiere nachizuprüfem Auf diese Art und Weise ist es bereit« gelungen. eine Anzahl Last- und Personenwagen zu beschlagnahmen, die au» dem Besitz der Heeresverwaltung entwendet and von„wilden* Fahrern für Privatzweck« benutzt worden sind. Sogenannte ..Wegend« Patrouillen* in Kleinkraftwagen halten jeden Militär- kraftwagen an und beschlagnahmen das Fahrzeug, sobald eS nicht ordnungsgemäße Ausweise der Berliner Ärastsahrstelle besitzt. Vor einigen Tagen gelang eS, einen Mjlitärlastwagen abzufassen, dessen unrechtmäßige Besitzer die Umgegend von Bernau unsicher ge- macht haben. Auf dem Wagen befanden sich 60 Zentner Kar- toffeln. dre während der Nacht au» einer großen Kaetoffelmiete gestohlen worden waren. Grost-Berliner Lebensmittel. Die bisher gültige Kundenliste zum Bezüge von Heringen der» liert mit dem 31. März ihre Gültigkeit. Tieienigen. welche künstig Heringe zu bez-ehen wünschen, müssen sich von neuem bei einem zugelassenen Heringskleinhändler vom 27. März bis 3. AprU ein» tragen lassen. Es wird darauf verwiesen, daß die neue Kunden» liste auch für die späterhin noch zum Aufruf gelangenden Buch- staben maßgebend ist._ Zur Anmeldung von Tumultschäden. Täglich gehen beim Reichömlnisterium des Innern Forderungen auf Ersatz von Schäden an Leib und Gut ein, die durch die mit den inneren Unruhen zu» sammenhängenden Kämpfe und Ausschreitungen verursacht sind. Es wird ausdrücklich daraus hingewiesen, daß diese Anmeldung nicht die vielfach vorgeschriebene Anmeldung bei den für haftpflichtig erklärten Gemeinden ersetzen kann; insbesondere wird durch die Anmeldung bei einer Reichsbehörde die Ausschlußfrist für Geltendmachung eines Ersatzanspruchs nicht ge- währt, Zur Wohnungsnot. Jn den Kakernenhöfen könnten, wenn die leerlverdenden Käser« neu z» Wohnungen iimgelialiet werden, die Kinder, den Geiavren der Straße entrückt, spielen. Wir werden auch darauf auimcrtiam gemaibt. daß duich die Einführung des Acblnuneendtensles aucv auf den Polizeirevieren eine große Anzahl von Zimmern irei» gewoiden ist, die zur Linderung der Wohnungsnot verwendet werden iönnten. Ei» Leier maibt den nicht unebenen Boritblag, eine Anzahl Zentralbehörden im Scktloß zu vereinigen und ihre Räume rrei« Zumachen. Die vielen Schlöiier vermiete man a» zahlnngsfätnge Leute, wodlircki große Wohnräume irei werden und zu ttemen Woh» nungen eingerichtet werden könnten. Jugend und Politik. Im Kriege wurden die Klagen mcbt nur reaktionärer Leute, sondern gerade auch modelner Sozialp�litiker über die Vcrwabr- lokung der Jugend tn'olge der Abwcienheit der Väter und der Industriearbeu der Müller immer lauter. Liest man heute die Prozeßberichte gegen Plünderer. Erpresser. Räuber, sieht man sich aber auch die Soldaten an— hier wie dort sind eS zu einem iebr großen Teil 17- und I8jährige Burschen, die im Kriege oft hemmungslos unter den siulichen Gefahren aller Art aufgewachfeu sind. Das erklärt vieles, sollte aber zugleich jedem ernsten Menschen, welcher Partei immer, zur Pflicht machen, an ieinem Teil da>ür zu iorgen, daß die deutsche Politik nicht von Unniündizen deciussußt wei de. Es ist z. B. keine Politik, Stadtverordnete, die anders absllininen, als man es lieber lähe,„Mörder* zu schimpfen. Schloß oder Baracke? Wir erhalten folgende Zuschrift: Das Charlrütenbnrger Schloß ist als orthopädische» Lazarett für den Bereich des Gardc-Korps eingerichtet worden. Wer leider hat man den schönen Schloßpark durch einige Baracken verhunzt und nur einige Leute mit noch offenen Wunden liegen im Par- terre de« Schlosses, während oten noch leere Zimmer sind. Ist das des Vaterlandes Dank, daß man die Kämpfer, die 4 Jahre lang in Erdhöhlen und Baracken Hausen mußten, wieder in Ba- rocken steckt? Die„V o l k s- M a r i n e* machte es sich im Ber- liner Schloß und im Mai stall bequem— die Amputierten düisen in Baracken Hansen! Tie leeren Zimmer bat zum Teil der Ma» aistrat für die Fürforge-Abteilung mit Beschlag belegt und die übrigen enthalten einige Kunstgegenstände. Die dürfen aber nicht aus den Räumen entfernt werden, weil angeblich noch wicht fest- gestellt ist, ob sie Nationaleigentüm sind oder der Familie Leh- mann gehören. Ist Wilhelm der Letzte bei Nacht und Nebel nach Holland geflohen, so kann der Staat ruhig alle Sachen alö National- eigentum erklären. Die Knnstgrgen stände lönnre man ja in Museen unterbringen, damit die Zimmer frei werden. Auch ein KriegSteschädtgter hat mehr Recht aus ein anständiges Quartier als ein toter Gegenstand von noch so viel Wert. WohnuilgZwuchcr ist strafbar und wird nach K 302e de? Straf» gefetzbuches mit Gefängnis nicht unter 8 Monaten und Geldstrafe bis zu IS 000 M.-und zwingend Verlust der bürgerlichen Ehren, rechte bestraft. Die Errichtung staatlicher Staubecken im Kreise DecSkow- Storkow steht bevor. Die Stadibauverwaltung hat die bisher in Privatbesitz befindlichen beiden Glubigseen sowie den Spring- und Mclangsec, die zu den natürlichen Wasserlaufen zweiter Ordnung gehören, käuflich erworben. Die Seen werden voraussichtlich zur Errichtung von Staubecken benutzt werden, mn Berlin bei Eintreten der Dürre mit Wasser zu versorgen. Fortan ist die freie Benutzung dieser Seen nicht ohne weiteres mehr gestattet. Freie Ziirnerswaft Rcnloon, Britz. Der Verein bat auch Mr Britz den Turubchirb wieder eröffnet ES turnen jeden DienSlag von 6— 8 Uhr die ll. Schulerin-AbteMng, jeden Donnerstag von 6—8 Udr die II. Schüler- Abteilung, jeden Donnerstag von 8—10 Uhr die II. Männer- und II. Frauen- Abteilung. Anmeldungen werden in der Turnhalle Britz, Derderslr. 22, entgegengenommen. Der Boriland. Spandau. Rücktritt der unbesoldeten MagistratSmitglicder ge» fordert. Die sozijldemokratischeu Fraktionen der Spandauer Stadt» verordnetenversammlung haben zu der heute stattfindenden Sitzung des Kollegiums folgenden Antrag eingebracht:.Die unbesoldeten MagistrstSmiiglieder werden ersucht, ihre Mandate der Stadt» verordnetenversammlung zur Verfügung zu stellen.* Als, unbe» Mdete MagistratSmitglleder sind zurzeit 0 Stadträte in den ver» schjedenen Aemtern tätig. E kner. Gerichtliches Vorgehen gegen den Amtsvorsteher. Nach Einführung der neuen Gemeindevertretung wurde in der letzten Sitzung ein Dringlichkeitsantrag eingebracht, wonach der Amts- und Gemeindevorsteher Möhricke durch ejnen Notar veranlaßt werden soll, in die Zwangsvollstreckung mit seinem gesamten Vermögen sowie seinem Gehalt einzuwilligen, wozu er sich vor dem Landrat bereit erklärt hatte. Einen ähnlichen Beschluß hatte die alte Gemeindevertretung bereit» gefaßt, dieser Beschluß war aber— versehentlich auf dem Gemeindeamt liegen geblieben. Der Gemeindevorsteher, der in- zwischen seines Amte« enthoben ist, soll für den der Gemeinde bei den LebenSmittcllieferungen während der Kriegszeit entstandenen. ziemlich beträchtlichen Schaden ersatzpflichtig gemacht werden. Die Getneindeveriretung beschloß, den Antrag sofort an einen Notar zur weitern Verfolgung abzusenden. Die Lichtiptele»Reue Pbilbgrmonie«. Töpenicker Straße 86(97, bringen am LS Mörz die UrauMdriing de« großen ameutanifchen Seit» tatlonSfilm» Die Erbidjleidjrr*. Da« Werk ist nach dem befouttlca Roman von Eugen Sui„Der ewige Lude* hergestellt Danenbicn-PaliKt Der berübmte Roman„Juge-blsebe* von Felitz Philipp i ist verfilmt worden und gelangt Freitag zur Uraufsührung. Groß-6erliner parteinachrlchten. Epanvan. Außerordentliche Mitgliederversammlung streltaz, 7 tI5r, in Stobberg« Kon, erlbau«, Klofterstr. lS/ld. Tagesordnung: Di« steht die Sozialdemokratie zu den kommnualen und BetriebS-Arbeitenäteir. Dreplow-Baumlchttlenweg. F: estag. 7ft, Uhr. im Lokal der Renn» bahn, am Babnboj Treptow: Außorordevtliche Gene: a ve> sammlung. Ta esardnung: Unsere näcksten Ausgaben in den Organ salionem Stellungnahme zur Kreisgeneralversammlung und Abstellung von Kandidaten. Vereinsangelegenbeiten und Verschiedenes. Berantwartlich für Balittt Artur Sitflet, llharlaltenburg, für den lldrigen Teil de» Blattes Stire» laat». Xeulalln.(ftr»nreigen Steadat Oilrnft, Perltn Verlag: EoewSets- Verlag<*. n d H Berlin Druck Vorwl!ris.B»,t>drucker«t irnb Balagsanstall Barrl einge* rt So. w Dttssn, Lurdeustrahe i. Brfeftaflcn der Redaktion. Gfrttfinrg. Benben Sie sich an den dortigen Magistrat.— Weisiensee. 1. Der Rentenbezug ruht. Z Ssie find für sämtliche Kinder unterhaltspflichtig— H. H. 32. Bei der SlaalsanwaUfchaft des Landgerichts II, Alt-Moabit.— M. 2. Erhalte». — Charlotte 21. Richten Sie ein Geiuch ml den Magistrat.— A. S. 930. 1. Bei der behelfsmäßigen oder ordenllichen Enilaffung!« stelle. 2. Ja.— L. Z. 03- Fragen Sie bei der Umkleidestelle»n Gsslöftel::: Kaffeelöffel jeder Art und in jeder Aueführnn«;. fdr jeden Zweck, von den billigsten die ra den vornehmsten, liefert für Gestwirtschaften, Kantinen, Konsum-Vereine, Hotels, Cafös, Konditoreien und Sommerlokale zu Fabrikpreisen, die Firma• Franz Borowicz, Metallwaren Spezialität: Alamlnlninware in Frledensansflthrnns. Berlin SO. 26» Waldemarstr. 27. 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