Nr.168 �6.Ial»rg. �1© Pfennig � üertdjiW momti 2 so M. �\/f An,c,qeuvrelS: ccün3$auc 3otau4ai.®tnjelne fm�SSjlf �SSkT/.» v\ A> djh KKI Tie ack»«ri»Zltrne'Jionsarefllejcüe iummnn 10 t'iennio.«oMewg: NgW�-.> DM Jk~. ,A\ A> JE�. JS��maSi� �>lßSkt\ A- ▲x W l loii« l.S0 Ml..Kleine«n�etaen-, «ona�a � so Ml� er»- Zm'I-aung».?!�-WZ?W*iiMK*SB& iSSf �WB f TOTy>. das'SliaeorucUe Äori SS Plg� lzulSssig ebührUnlei oreu-dand lür Deutsch. llW'fäS y/ SM BS HB gH«Ms Ww���-'nW1 1 2 fetloobcutfie ffionc). tebe-: rocUete and u. Ceitcneich.Unflam.75 Ml. HtS WH M» W H // MH H HB H H H r/ H I �TS/ ßoc: 23 Lsg. Stellenaeiuche und üt das üdtiflp Ausland ft.Tö Ml. bei jMfi| L�HH«M IBM sflU IK I»W HM fSSt BH RBB H■ X. SH MW p y/ Echlalsiellenanziigen das etile Bart ltgüch cmmnlian iunettuna 7 75 ML jggs W W«W RW WS MW KB Bl«D WJ PS Hb Z/ 40 vig.. ledes weitere San 20 Lsg. .toltbeueUunaen nehmen an Däne» kB;»» r MM B| Saa TfCa BE HH WM BH MM HB MW MSBL�oSB)� Sorte über 15 Buchiiaben ,ähleu für narl. Holland Luremdura. Schweden»MWW WM SS) 91«M HB l HH l �H HB KB HH W) �iMM�BMU( jtDeVBottc. leiiemna-zuichlaq 50°,» ms die Schweig Eingetragen in die BB W BB>SSk\ j&SbSM&X■■ V K FamiUen-An, eigen, valilifche und Po!l. leiranoS.i'reisWi«. BB MW �HLBB� �BBy � HHl yy' HH gewerNchaitliche Vereins• Ängelgen Oer.Sorw>tct»' ericheint wachenliglich W»! HHA s �DH\ //\ 1,20 Ml. die Zeile. Anzeigen iür die gweunat Sonntag, ernmai. �-'_// Ajfefc. Eüa�r nachne Äummer müssen bis 5 Uhr _ J' nachmittags im �audtgeichlist«erlm .-.'�7.?.�.. Vtvlinev � s»rsf|CÄ Zcntralorgan der fozialdemohrati fchen Partei Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: EW. öS, iindenstr.?. Fernsprecher: Amt Moriyvla«. Nr. tlil Sv�tZl S7. »G Mit dem heutigen Tage soll im Ruhrrevier der General- streik einsetzen, dem bereits in den letzten Tagen Arbeits- is.!el>erlegungen eines größeren Teils der Belegschaften voran- gegangen siob. Dieser Generalstreik kommt in einem Augen- blick, in dem auf eine günstigere Wendung in den ver- worrenen Verhällnissen deS Kohlenbergbaus gerechnet werden konnte. Die vom Ausland kommenden Lebensmittel waren nämlich in erster Linie den Kohlenbezirken zugedacht, und von der zu erhoffenden Besserung der Lebensverhältnisse war auch eine Hebung der Acheitssähigkeit und Arbeitsfreudigkeit zu erwarten. Tie Streikbewegung hat diesen Prozeß des A u f st i e g s und der Gesundung, noch ehe /r einsetzte, vorläufig unterbunden, und die Belieferung der Kohlendistr'kte mit den ausländischen Lebensmitteln unmöglich gemacht. Denn be- kauntlich hat die Entente die Lieferung der ersten 27l)000 Tennen von der Bedingung abhängig gemacht, daß sie n u r der wirklich arbeitenden Bevölkerung zugute kommen dürften. D'e Regierung ist daher gar nicht in der Lage, die einlaufenden Lebensmittel für die Streikenden ver- wenden zu können. Die spartakistische Arbeit im Ruhrrevier bildet ein Gegeiistsick zu den bekannten Vorgängen in Hamburg und Bremen, wo die Spa-takisien das Auslaufen der deutschen Lebensmittelschiffe verhindern wollten. Auch sie ist ein Stück der Selbstblockade, der Selbstaushungerung Deutschlands, wie sie von den Spartakisten systematisch betrieben wird. Darmn kann die Jndustriearbeiterschaft des übrigen Deutsch- land gor nicht anders, als der Streikbewegung im Ruhr- revicr kritisch gegenüberstehen. An Sympathie mit den Berg- arbeitern. fehlt es ibr gewiß nicht, aber gerade aus dieser Sympathie heraus muß sie den Bergarbeitern raten, ihre eige- nen Interessen und die Interessen der ganzen Arbeiterklasse in sorgfältiger überlegender Weise wahrzunehmen. Es gibt nicht nur eine Streik-, sondern auch eine Arbeitssoli- d a r i t ä t, und wir sind überzeugt, im Namen des größten Teils der Berliner Arbeiterschaft zu sprechen, wenn wir den Bergarbeitern gegenüber an bisse Solidarität der Arbeit appellieren und den Wunsch aussprechen, daß im Ruhrrevier der S'eg der Vernunft nicht durch nutzlose Opfer erschwert werden möge. lieber die Lage im Grubengebiet gehen uns folgende Meldungen zu: Bochum, I.April. In der Stadt ist alles ruhig. E i n Gen er al streik ist bis gegen Mittag nicht ausge- brachen. Vielmehr hat der Streik den nämlichen Umfang wie gestern Ter Belagerungszustand wurde heute vormittag durch die Zeitungen bekanntgegeben. Dortmund, 1. April vormittags. Der Streik hat bisher den gleichen U m f« n g wie gestern. Gegenwärtig berät eine Versammlung des Eisen, und Stahlwerks Höfch.»b dir Arbeiter sich an dem Grn-ralstreik beteiligen sollen. Die Zechen Kaiscrstuhl I und II streiken. In einer grstcrn abend abgehaltene» Versammlung richtete der Spartakistenfiihrer Meinburg schwere Angriffe gegen die Nnabhän- gigen, die die Versammlung einberufen hatten. Er wurde nieder- geschr'en und muf-te den Saal verlassen- Bei den aus Castrop gemeldeten Schüßereieu sind fünf Personen getütet, mehrere verwundet. Der Kampf vollzog sich zwischen Streikende» auf der eine« Seite und zwischen Polizei und Sicherh'itSwchr auf der gnderen. Essen, ZI. März. Hier und in der näheren Umgebung wird nicht oestreilt. Tie Unruhe unter der Arbeiterschaft wird vor allem durch ErnährungS. und Kleidcrmangel gefördert. Witten o. d. Ruhr, ZI. März. Der Streik scheint dem Ende entaeeenzugehea. Teilweise wird heute wieder gearbeitet. In der Umgebung dauert der Auestand unvermindert fort. Herne, 31. März. Bus den Zechenanlasen im Hcrner Gebiet streiken 1000 Vergarbeitcr. ES heißt, daß morgen drr General- streik ausbrechen soll. Tic Entscheidung soll in der Sihung dcZ ArbciterratS folgen. Bochum, 31. März. Hier sttrikt augenblicklich die Beleg- schaft der Zeche Konstantin. In der Arbeiterschaft herrscht große Erregung. I« d'n Vcrsammluuecn habe» die radikalen Elemente die Herrschaft, besenucnr Elemente werden niedergeschrien. SchWece Unruhen in Jrankfurt a. ttt. 2« dürgermeisterliche Hamsterkammcr._ Gefangene». �c'lr,f,s"nfle" und Plünderungen.— Blutige �usauiiiicn. flofle,__ Die Arlieiterfchaft gegen die Plünderer. Frank, urt n. M., 1. Avril. fEigeiier Trabibeiichl de? ,,Vor- itömS",) Die bei de» Nvislaitde arbeiten am Onhafeu beschädigten Arbcner zere» gester», weit sie mit der recht mar-getljattci, Ve- Keierll, g»nt»t>ei,«m>t!cln uiitufriedeit waren, vor d»? städtische Lebcn-Zmttielawt. Dort wurde ihncir eine bessere Belieferung ver- Dienstag, den. 1. April ISIS. lliB HIlTHHHgC— BBMHi— I9IH iilliaHHHHHHHHBHHHHH9HHH9HB99 te Hage im sprachen. Die Demonstranten zogen in Ruhe ab. Ein Trupp be« gab sich vor das HauS des Oberbürgermeisters Voigt. Die Masse drang in das Haus ein und revidierte die Lebensmittel- Vorräte des StadtoberbaupteS. ES wurden an Vorräten gesunden k 2 Schinlc», zirka ItH) P>uni> Rauchfleisch, 120 Eier, 3 Töpfe mit Fett, große Menge» Mehl, 3 Faß Pötctficisch und verschiedene andere Lebensmittel. Von der Polizei wurde die Menge später beruhigt. E? bildeten sich jedoch neue Züge von Demonstranten, die das Hotel ,Froi>kfurter Hos* vollständig ausraubten. Aus mehreren Gesängnissen wurden die Gefangenen ohne Nnlersckied befreit, die Akten aus die Sirahe geworfen und dort verbrannt. In der HaiiptverkehlS- l'traße wurde eine Reihe Geschälte ausgeraubt. Die Mannschaften vom Mariuestcherheiisdienst weigerte» sich zunächst, auf die Menge zu schießen und warsrn zum Teil dir Gewehre fort. Tie Waffen wurden von den Plünderern ausgenommen und damit auf die Sol- daten geschossen. Nunmehr gaben auch die Mannichasten des Marine- sichcrheilsdienstes Feuer. Bei den Kämpfen wurde» 7 Pcrsoucn getötet und 20 schwer»erletzt. Durch die Hilsspolizei wurden ipäler die Slratze» geiäubetl. Um Mitternacht war Ruhe ein« getreten. Heute voimitlag ist eS gle.chfalls ruhig. Von abends 9 Uhr ab ist cS verboten, die Straße ohne besondere' Erlaubnis zu passieren. 3vv Plünderer verhaftet. Frankfurt a. M., 81. März. B>» jetzt wurden 800 Plünderer oerbafiel und in einer Kaserne iniermert. Bei den Unruhen kam auch ein Hilssichutzmann umS Leben. Heute mittag wirb aus Frankfurt a. M. berichtet: Die gestrigen Unruhen erforderten, soweir bis jetzt festgestellt werden tonnte, 11 Tote, darunter 7 Plünderer. Von den Polizeitruppen fielen 2 Mann, ein dritter wird vermißt. Die Marine betlagt den Verlust von. 2 Toten lmd hat außerdem 7 Schwerverletzte. Bis jetzt wurden über 20 sehr schwer verletzte Plünderer den Krankenhäusern zugeführt. In den frühen Morgenstunden wurde da? große Lebensmittelgeschäft Büchle u. Baumgarten von Plünde- rern heimgesucht, denen 200 Zentuer Butter, 70 000 Eier und 100 Zentner Fett in die Hände fielen. Von WTB wird folgende Tarstellung der Ereignisse gegeben: Bei der Verhaftung einer Glücksspielerin kam es nachmittags aus dem Börneplatz zu Zusamulenstöhen zwischen der Polizei und einer Volksmenge, die für die Frau Partei nahm. Die Menge stürmte das nahe gelegene Polizeirevier 1, verbrannte auf der Straße die Akten und entwaffnete die Polizei- beamten teilweise. Als Matrosen zu Hilfe eilten, wurden auch diese entwaffnet. Der' Matrose Roedel, der erst Sonntag ge- heiratet hatte, mußte vor der Menge fliehen, wurde aber am Main eingeholt und in de» Main geworfen. Besonnene Leute, die 1>en Mann retten wollten, wurden von dem Niob mit dem Tode bedroht. Der Matrose ist ertrunken. Der VolkShaufe zog hierauf nach dem UntersuchungSgesängniS in der Haminelgasse, entwafsnete die hier zum Schutze d«S Gebäudes ausgestellten Soldaten, drang in das Gebäude ein und befriite sämt- liche Gefangenen, darunter zahlreiche Schwerverbrecher. In der Fahrgasse wurde eine Wasfenhandlung erstürmt und ausgeplündert. Gegen 0 Uhr a&ud» lourden zahlreiche Kleider- und Konfektionsgeschäfte am Liebfrauenbcrg und in der neuen Äcaeme von balbwüchsiHen Burschen erstürmt und ebenfalls ausgeplündert. An verschiedenen Stellen der Innenstadt kam «S im Laufe des Nachmittags zu Schießereien, die bis in die späten Abendstunden anhielten. Auch mit Maschinengewehren wurde ge- schössen, dock sind, soweit bis zetzt Meldungen vorliegen, Menschen- leben dadurch nicht zu Schaden gekommen. Die Unruhen trage» keinerlei politischen Charakter und sind nur auf ungezügelte und rohe Elemente zu- rückzuführen. Für die Nacht"sind außerordentlich« Sicherheitsmaß- nahmen angeordnet. Eine Bekanntmachung des Polizeipräsidiums verhängt für die Sradt von 0 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine S t r a ß e n s p e r r e' und verbietet Ansammlungen zu jeder Zeit auf den Sirvßcn und öffentlichen Plci�n. Im Verlauf« der heutigen Unruhen wurde sowohl das neue wie das alte Gerich tsgebäude gestürmt und die Akten und Elnrichtungsgegcnstände auf die Straße geworfen und verbrannt. Die Führer der Unabhängigen und Kommunisten, Dißmann und Wittmann, hteltan Ansprachen, in denen sie zur Ruh« ermahnten. Sie konnten jedoch den Sturm auf die Gerichtsgebiude nickt verhindern. In der Altstadt wurden zahlreiche Ladengeschäfte geplündert. Bei den Psimi'''ungen des Schepclcrscheu Geschäftes wurden drei Leute erschossen. Im ganzen sind 2ä Personen verletzt worden. Die Leiter der sozialdemokratischen Par- teicn, der kommunistischen Partei und des Ar- bsiterrateS traten in der Nackt zu einer Sitzung im Polizei. Präsidium zusammen und einigten sich auf einen Aufruf, in dem sie zum Ausdruck bringen, baß die Arbeiterschaft ohne Unterschied der poliiischeu Gesinnung die Gewalttätigkeiten und Plünderungen verurteilt und brandmarkt. �ie zur Hungersnot angewachsene. SebenSmittelkuapphxit dürfe nicht Verbrechen rechtfertigen, die nur dazu angetan seien. d:e Verwirrung, die Arbeitslosigkeit und das Elend noch zu steigern. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV. öS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 117 SZ— St. Ruhrrevier. Der zweite Rätekongreß. Von ErwinBarth. Am 8. April treten in Berlin die Delegierten der Ar« beiter- und Soldatenräte Deutschlands zu ihrem zweiten Kongreß zusammen. Nach der bisher bekanntgewordenen Tagesordnung steht die Frage der Arbeiter räte und die der S o z i a I i s i e r u n g des deutschen Wirt- schaftslebens in den Vordergrund der Verhandlungen. Der zweite Rätekongreß unterscheidet sich von seinem Vorgänger in vieler Hinsicht. Damals waren in Berlin die Träger und Vollzieher der kaum erst vollzogenen Revolution beisammen, um sich über die nächsten politischen Aufgaben auszusprechen und um besonders die Garantien für die Ueberleitung des erschütterten Reiches in eine feste den Wünschen des Gesamtvolkes entsprechende Form zu beschlie- ßen. Jetzt, nachdem die politischen Grundforderungen des sozialdemokratischen Programms und der Revolution er- füllt sind, sollen sich die Delegierten über die Durchführung der wirtschaftlichen Demokratie und der Sozi- a l i s i e r u n g, sowie über die feste, öffentlich rechtliche Organisation der Arbeiterräte, über die Mit- Wirkung der Arbeiter beim wirtschaftlichen Aufbau Deutsch- lands im sozialistischen Sinne schlüssig machen. Damals war, entsprechend dem Stand der Demobili- sation, eine große Anzahl von Soldaten im Kongreß ver? treten. Jetzt sind die Soldaten, bis auf einen Rest, Arbeiter geworden und an Stelle einer großen Anzahl von Soldaten- räten sind Arbeiterräte getreten. Im Dezember waren die Räte als die höchste politische- Gewalt des revolutionären Deutschlands und als oberstes Kontrollorgan der provisorischen Negierimg kraft revolutio- nären Rechtes zusammengekommen. Am kommenden Dienstag werden sie, nachdem nach ihrem, im Dezember auS- gesprochenen Willen die politische Macht in Deutschland in die Hände der freigewählten Nationalversammlung gelegt worden ist, sich zu den Fragen äußern, die den Wirtschaft- lichcn Aufbau Deutschlands berühren und die zur Sicherung der Arbeiterwünsche auch auf wirtschastlichem Gebiete ge- stellt sind. Die Berliner»Arbeiterschaft hat in den letzten Wochen wiederholt Gelegenheit gehabt, sich mit den Vorbereitungen zum zweiten Rätekongreß zu beschäftigen. Nach dem Wahl- reglement, das der Zentralrat für die Wahl der Delegierten zu diesem Kongreß herausgegeben hat, hätte eigentlich die Berliner Arbeiterschaft ihre Arbeiterräte neu wählen müssen. Infolge der großen Schwierigkeiten, denen die Bezirks- Wahlen, die in dem Wahlreglement gefordert sind, bei der Kürze der Zeit in Groß-Berlin begegneten, ist eine Neu- wähl der Arbeiterräte unterblieben und Berlin ist so vielleicht der einzige Ort im Reiche, der ans Grund von Wahlen ver- treten wird, die zeitlich weit zurückliegen und die seinerzeit unter ganz anderen politischen und wirtschaftlichen Stim- mungen und für ganz andere Aufgaben vorgenommen worden sind. Dazu kommt, daß der Körper der Groß-Bcr- � liner Arbeiterräte infolge des Gesinnungswechsels ihr Man- dat nicht in die Hände der Wählerschaft zurückgegeben haben, beute nicht mehr der treue Ausdruck der Anschauungen der Berliner Arbeiterschaft ist. Obwohl heute keine Möglichkeit mehr besteht, diesen Zustasid mit Wirkung auf die Delegation zum Rätekongreß zu ändern, ist es doch nicht überflüssig noch einmal auf den Gegenstand: Bezirkswahle noderBerufswahlen zurückzukommen. Der„Vorwärts" hat sich vor einiger Zeit für die Bestrkswahlcn, als die beste und sicherste Wahlform für einen Rätekongreß eingesetzt. Und wir halten heute noch daran fest, daß für einen Kongreß, der sich nicht mit den eigentlichen Berufsaufgaben befaßt, sondern der über allge- meine Organisations- und Wirtschaftsfragen zu beraten hat. die die gesamte Arbeiterschast des Reiches ohne Rücksicht auf Berufs'ugehörigkeit berühren, die Berufswahl ein Unding ist. Die Berufswahl ist nötig. we".n durch sie besondere Be- russeiaenbeiten besonders vertreten werden sollen. Das trifst h?i dem Rätekonareß keinesfalls zu. Anders liegt die Sache hinsichtlich der Wahlen>>ii den gesetzlich zu er- richtenden Arbeiterräten, die wir fordern und deren Aufgabe für die Reaelung der Vroduktion im Rahmen der Berüfsgruppen zu lösen sind. Für diese Körper sind natürlich B c r uf s- oder auch Betriebswahlen das geeignete. Diesen Unterschied muß man sich vor Augen halten, wenn man erkennen will, daß für allgemeine Reichs- angelegenbeiten territoriale Wahlen das richtige und wirk- lich demokratische Mittel ist. Das Wahlrcglement des Zentralrates ist gewiß an- seKtbar.' Insbesondere' insofern, als nach ihm auch Unter- nehmer, die Arbeiter beschäftigen, mit wahlberechtigt sind. Wenn es auch nur eine kleine Gruppe von Menschen ist. die dabei in Frage kommt, so sollten zu Arbeiterratswahleu doch nur Arbeiter zugelassen werden. Besitzer von Pröduktsons- Mitteln aber nur insoweit, als sie allein und ohne Heran- ziehung von Hilfskräften produzieren. Der Rätekongreß wird nicht darum herumkommen, klare Richtlinrsn für eine etwa künstig notwendige Wahl aufzustellen. D'e Aufgaben der Arbeiterräte müssen in zwei scharf abgegrenzte Etappen gegliedert werden. Zu Beginn der Revolution, als die alte Staatsmacht- zusammenbrach, waren die Arbeiterräte, in Ermangelung jeglicher geordneter Staats- leitung, die berufenen politischen und wirtschaftlichen Macht- organe. Ihre Aufgabe war es, für den zusammengekrachten Obrigke'tsstaat eine neue, den freiheitlichen, demokratischen und sozialistischen Wünschen der Mehrheit des� Volkes ge- rechtwecdende Staatsform vorzubereiten.' Revolutionen können nicht ewig dauern. Sie sind der Uebergang von. einer Herrschaftsform zu einer anderen. Tie Revolution ist das Fließende, immer Bewegliche: sie muß, um zur Stetigkeit der Entwicklung des neuen Volkstums. zu führen, in eine neue. feste, politische Form einmünden.. Den äußerlichen Abschluß der politischen Seite der Revolution sehen wir in der durch freieste demokratische Wahl erfolgte Bildung der neuen Gewöllen in Reich, Staat und Gemeinde. Diese haben die von den Arbeiterräten in der Revolutionszeit provisorisch ausgeübte politische Gewalt nach dem W'llen der Arbeiter- rate selbst im Namen des ganzen Volkes übernommen. Da- mit waren die politischen Aufgaben der Arbeiterräte erfüllt. Aber in wirtschaftlicher Hinsicht, in.der Frage der Sozia- lrfierung unseres Wirtschaftslebens, der Betriebsdemokratie und des Arbeiterrechts, sind ihre Aufgabsn noch nicht erfüllt. l£is tvirtschaftliche U m st« l I u n g Deutschlands ist ein unendlich diel schwierigeres Werk als die politische. Hier- bei müssen die Arbeiterräte verantwortungsvolle große Ar- best leisten. Ohne die Arbeiterräte, ohne die zum Soz-alis- mus treibende proletarische Mitwirkung ist.der Abbau des Privatkapitalismus in Deutschland überhaupt nicht denkbar. Jeder Versuch, d'e Arbeiterräte bei der Umgestaltung des deutschen'Wirtschaftslebens ausschalten zu wollen, würde uns in schärfster Kampfstellung finden, weil damit die berechtigten Forderungen der Arbeiterschaft nicht beachtet würden. Das deutsche Proletariat hat an Stelle des Obrigkeits- 'Wales den freien Volksstaat gesetzt. Neben der p o l i t i- schenDemokratie verlangt es aber die Soz i a li sie- rung unserer Produktion upd die wirtschaftliche Demokratie. Darin wurzelt die von uns ganz entschieden unterstützte Forderung, die Arbeiterräte durch Gesetz zu or- ganisieren und in der Verfassung- für alle Zeiten zu der- ankern. Seseitigung Üer Revolutkon auf üem Klage- wege l Gegenrevolutionäre Unverschämtheiten. Aus Halber st adt wich uns geschrieben: Als Sie neuge- wcchtte SiaSlverordnstenSersaullNluAg ihre erst« Sitzung abhielt, kam er« Wahlprotest des Rechtsanwalts Heine zur Verlesung, der ct'yezen die Wahlen in Preußen und damit' auch in Halberftadt Ein- spruch erhob, weil dkese Wahlen— gegen Sie Städteordnung verstoßen! Die Stadtve rordn et'enver s a m mlung ging debatle- loS über den Protest zur Tagesordnung über. Damit be- gnügte sich dieser stceitbire Herr nicht, sondern strengte Klage Sei dem Bezirksausschuß in Adagdeburg gegen die Stadt- verordnet envsrsammluiig in Halberstadt an, und der Bezirksau?» schütz forderte � innerham 1t Tagen von der Stadtverordnetenvec- sammlung die Beantwortung dieser Klage. EZ ist selbstverständlich, daß.die Stadtverordnatenversamm'lung auch über die Gift unö Galle. Unterirdische politische Literatur. Wenn Staaten unter Gewalten leben,-.die ohne Beschränkung des freien Bolkswortes sich nicht sicher fühlen, dann lebt dieses Wort, das in Bedrängnis am allerwenigsten schweifen kann, sich auf heimlichen Wegen aus. TaS vollzieht sich geradezu notnr- gesetzlich, und waS da geredet und geschrieben wird/ hat einen Zeit- wert, der oft nicht gering ist, ob auch die zünftigen Literatur- geschichten nichts davon wissen mögen. UnverfÄschteS Bolls. empfinden spricht darin aus, wie'S ihm ums Herz ist. es xedet borkig und ungelenk, knittelhaft und ungehobelt,' und SaS gerade macht den Wert aus. Tarin aber zeigt sich nun ein sehr Gutes, was Revolutionen haben, daß sie nämlich dem Ausdruck natür- licken Volksempsindens die vorenthaltene Freiheit'sich öffentlich ganz nach eigenem Mögen zu ergehen, einräumen. WaS daS bebeutet, wenn«ine Revolution Dauer hat, ist leicht einzusehen.. Es schafft Kräften einer neuen Kultur die Möglichkeit. Wurzeln und Wipfel zu treiben. Kulturen, die aber wirklich NeueS wachsen lassen und somit Altes, Abgelebtes verdrängen, müssen von unten aus dem Reich der unverbrauckten Säfte aufsteigen. Das füblen wir heute. In unserer aufmerksamen Beacktung und hoben Einschätzung des Primitiven spricht sich das aus. Alles, was dazu gehört, kann also in unseren Zeitläuften auf eine besonder« Bewertung rechn-n ES ist diel mehr als bloß Kuriosum, und das mag nun auch einem Buch zugute kommen, das eben jetzt in nicht zu übersehender, rebellisch erregter äußerer Aufmachung unter dem Titel.Gift und Gallei" in den Läden auftaucht. Mit diesem Bücke, das Ernst Drahn, der rege Sammler und Kenner literarischer RevolutionSseltenbeiten, zusammengestellt hat, steigt der alle berühmte Verlag Hoffmann u, Camp« aus langer Begrabenheit wieder ans Tageslicht. Er knüpft gewisser- maßen an seine vormärzlichen Traditionen wieder an, den» dem Flugschriftcnmarkt jener Zeit hat er jahrelang ganze Karawanen der kleinen politischen Drucksachen zugeschickt. Mit deren Geist das jetzt Gegebene vielfach verwandt ist. All jenes war für den Tag, Vieles verfiel Verfolgungen und Verboten, und das Allermeiste ist längst vergessen. Aber unsere Esgenwart ackert in den Pflichten und Freude» unbeschnittener Preßfreiheit und kann endlich einmal dreist besorgen, was vielen Jahrzehnten voren hatten war. Sie kann ihr Eigenes an aufrührerischer Literatur drucken, ohne vom Zensor, aus Schleichwege gezwungen zu sein, und tann ebenso der- artige Erzeugnisse vergangener Zeit, wovon dies und ienes noch heimlich umlies, auk ossenein Markt ausbieten. Das hat Ernst Drahn zu se:»em Buche geführt. Mit ein paar kecken Griffen bat er zehn Togen.unterird'.scke Literatur aus zwei Joftrbund'sten" hervorgeholt und zu einer Sammlung radikalistisch-derber politischer ' Bolkölhrik zusammengebaut. Bor'wei Jahrzehnten gab HanS Lstoald(-iru> drei Heft« „Riunsteintieder heraus, dftie darernd»erÜio£ie«_ Auslesen»uS der sozialen Sphäre des Kunden, Dirnen- und ZuhaltertumS. Ein paar Ansätze politischer Lyrik waren dabei: mitk-lalic-liche Bä- gantenstücke, aber auch einiges Neuzeitliche. TaS Wichtigste, Aufforderung. des Bezirksausschusses fUnters-brift: Schauinsland) zur Tagesordnung übe l gehen tmrd." Denn die sozialistische Mehrheit der Stadtrerövdneten ist der Ansicht, daß der Be- zirksausschuß sich an die preußische Regierung wenden müßte, wenn er eine Erörterung über die Güvigkcit der preußischen Stadtverordnetenwahlen aus Grund des allgemeinen, geheimen uyd gleichen Wahlrechts herbeiführen will.— Aber wir richten cm den Minister des Innern in Preußen die Frage: Wie lange sollen wir eine solche Verhöhnung der Revolution uns noch gefallen lassen? Garöetruppen, Politik unö Reichswehr. Tagung des Soldatenrats des Gardekorps. Die heute vormittag im Herrenhause abgehaltene Bersamm- lung des Soldatenrats des Gardekorps beschäftigte sich wieder mit dem noch nicht erledigten Konflikt zwischen dem Korpssoldaten- rat und dem Kommandierenden General v. Böckmann. Es handelt sich darum, baß der General in einer Ansprache an den Korpssoldatenrat zu erkennen gegeben hat, daß er das Zusammen- arbeiten mit dem Korpssoldatenrat von verschiedenen zum Teil sehr wesenlichen. Einschränkungen der Befugnisse desselben abhängig machte. In, der heutigen Versammlung besprach Stpckel eine von den Soldatenräten von acht Kavallerie regime». t e r n veröffentlichte Kundgebung, wonach sich diese Regimen- ter auf den Standpunkt stellen, den der Kommandierende, General gegenüber dem Korpssoldatenrat enigenvmMen hat. Die Kundgebung betont, daß die Politik aus dem Heere fern bleiben müsse, das Heer sei der Regierung unbedingten Gehorsam schuldig. Das schließe tue polriische Tätigkeit des"einzelnen Ssl- daten im Rahmen seiner StaalSbürgerrechie nicht aus. Stockei wandte sich gegen dies? Auffassung und'führte aus, da? Heer sei doch, kein Kabinettsheer. F. M ayer vom 1. Gardedragonerregiment betonte, daß Politik innerhalb der Truppenteile betrieben wird, WaS dazu geführt habe, daß einzelne Regimenter gegeneinander Front machten. TaS sei ein unhaltbarer Zustand, der dazu geführt habe, daß die Regierung sich auff die Freiwilligtnverbäude stützen mußte, weil die' Gardetruppen bei' den Unruhen.nicht verwendbar waren. . Fellechner teilt mit, daß Gouverneur.. Schöpflin'heute vormittag den•.,■ StadtkommanSanteu Klawunhe feines Amtes entHobe« und ihn, Fellechner, mit der Führung der Geschäfte der Komman- dantur betraut habe. > Die Kundgebung der acht Gardekavallerieregimenter wegen der Zusage an den General Höckmann wurde von allen Rednern, die dazu sprachen, verurteilt. Ein Vertreter des Gapdetürassier- regimentS erklärte, in seinem Regiment wisse nremahd etwa? von dieser Kundgebung. Ter Soldatenrat Unteroffizier Stockei- «eher, dessen Name'als Vertreter de» Gardekürassierregiments unter der Kundgebung stehe, sei schon seit mehreren Wochen in Urlaub. Einen weiteren Punkt der Versammlung bildete die Uebernahme der Gardetruppen in die Reichswehr. Wie der Referent Stöcke! sagte, sollen di« Gardetruppen mit A u S- »ahme der Regimenter Franz und Augusts in die Reichswehr übergeführt werden. Für den Ausschluß der beiden Regi- menrer werden rein formale Gründe emgeführt. Der Referent glaube jedoch zu wissen, das die gegen dies« Regimenter herrschend« Stivnnung und der Umstand, daß sie keine Offiziere haben, der wirkliche AuSschlußgrund sei. Zu dieser Angelegenheit liegt folgende Resolution vor: „Die Soldaienräte des GardekorpS nehmen.mit Entrüstung Kenntnis von der Verfügung des Generalkommandos, wonach bei Erricktung der Reichswehr die Gardetruppen mit den frei, willigen Verbanden des Generalkommandos v. L ü t t w i d der- schmolzen werden sollen. Bei der M i ß st i m m u n g, die in weiten Kreisen der Bevölkerung, im allgemeinen und der Berliner im besonderen gegen die FreiwilligenkorpS bekrscht, hätten die Versammelten. es für richtig gehalten, die für Äroß-Berlin in Deftigste von solchem Stoff, ließ' sich, damals nicht geben. Nun bat Ernst DraBn in dieser Beziehung einige» ergänzend nachgeholt. Nur mischt sich's hier unter Sachen von recht geschulter, sicherer form und oft'achtenswertem dichte.riscken Gehalt. Die Verse der Hrannenhasser des 18. Jahrhunderts sind ganz von solch litera- riscker Art, aber auck Vormärzlickes und MärzlickeS und anderes der letzten fünfzig. Jahre, Deutsches wie Fremdländisches, gehört dazu. DaS konnte auck gar nicht anders sein, solange der Cha- rakter der Revolution büracrlich war.. Die Ansänge der Revolution in Deutsckland sind mehr politisch äls sozial bewegt. Sozialer Unreife entspricht aber Geistige Ab. bängigkeit. Französische Revolutionsschlagworte wurden als offen- harende Gedanken aufgescgen und nacherzeügt. Die- Schwäche des revolutionären Gefühls kommt in einem Mangel an eigenen'rbyth- mischen Formen zum Ausdrück. Nur die Lyrik der ersten Burschen- schafteczeit erre-cht den Schwung echten Rftkllengeistes Bezeichnend für die abbängige geistige Genügsamkeit der deutschen Re- volutionsanfänge ist jene von Drahn mitgeteilte Umänderung des Schillerichen Liedes an die Freude in ein„Lied an die Freiheit"; sie kann als eine typische Leistung kleinbürgerlich-demotratischrr Eeschmacksarmut aus der Zeit um 13A> geltem Selbst der sieben- teilige lustig-spöttelnde Bänkelsang auf den Berl'ner Kommunisten- Prozeß von 1847. den Trabn in der„Deutschen Brüsseler Zeitung" aukgesi'cht bat. labt jenes Bedürfnis noch lorrek'er Wabrung alt- ervrobter rkb-hm-i�cher Formen erkennen. DaS ist im Grunde auch so bei dem berühmten„Neuen Wintermärcken", da* nach 187t entstand und mit schonungsloser Satire auf die vreußisebe Pickelbaichen- kultur des neuen Deutschen Reichs losgeißekte. Dieses Gedickt in zwanzig Kapiteln, ein Hauptstück der Sammlung und bis beule heraus immer wieder und in ungezählten Massenaufkagen in Liliputsormai als verbotene Schrift verbreitet folgt in Form und Ton getreu dem grosiursprünglichen Delck'chb-nd-WintermSrchen Heinrich Heine* Dock will beacktet sein, daß bier.ein« offen aus- gebrochene Absicht vorlag, als„Heine redivivus" aufzutreten: Mackt Platz aus dem dem deutschen Büchermarkt:. Ich bin der Heinrich'Haine! Ihr labt nun sckon lang' euer Zeug gequarki, Run hört auch wieder das. ineine! Ander» aber färbt sich das Pikd, seit die Revolution Zache Ki Proletariats wird._ Die Zeit d s Sozialistengesetzes bat aus Hohn und Haß urwüchsig-wilde vroletariscke Klaisenkamvfflron�en ge- boren. Drahn teilt davon Bezeichnendes mit ler hätte noch vsthr geben sollen!. Nun birst zyklovi'ckes BolkSempffuden mit Sprend- zewalken aus harten Schollen. Ein um die Jahrhundertwende ent- standener Gcneralsirc ftnarsch ist voll dröhnenden Aufreckcns. Tie ererhien Versform.en füllen sich mit anderem revolutionären Blut. Sin Vergleich etwa der dock gewiß starken FreibeitscSe Shelleys, dieses wuchtenden Ssk-.-iHS"uS ler Zeit des Pwerloo Massakers von 1318. mit dam evg?''ch«n Ksassenkampfgedicht-„Warnung" macht dstt Weg.fühlbar, Pen die Entwicklung de» Freiheitßrinzen» durch das Jahrhundert hin zurückgelegt hat. Zwei gruillverschieSene Zeiten reden. Das uevwitlicke Gedicht„Heilig?» Rußland" von Th. Heesmantt, das die Schrecken östlicher Voiksvergewaltigung in aufwühlendster AilddealLchileit abschildert und jede Strophe mit Frage kommenden Reichsbrigaden nur au» Gardetruppen unterBefehldeSGeneralkommandosdeSGarde- korps zu formieren, Di«' Versammelten sind mit erncrn Zusammenarbeiten mit den freiwilligen Verbänden unter der Bc- dinguug einverstanden, daß unbeschadet unserer Stellungnahme zil den Haneburg er 7 Punkten der Erlaßvom 19. Januarauch aus die Reichswehr Anw endung findet." Die Resolution wurde einstimmig angenommen und soll duvch eine Kommission dem Reichswehrminister Roske über« reicht werden. ' die Loge in Stuttgart. Stuttgart, 1. April.(Eig. Drahsbericht des„Vorwärts".) Dein Genexalstreik hat sich heute der Bürg er streik an- geschlossen. Sämtliche staatlichen und städtischen Bureaus sind geschlossen, ebenso alle Läden, auch die der Bäcker und Fleischer. Die Straßenbahn fährt nicht. Das Gaswerk stellt heute nachmistag den Betrieb ein. Das Elektrizitäts- und das Wasserwerk arbeiten. Der Generalstreik ist in erster Linie politisch, er richtet sich gegen die Zusammensetzung der Re« g i e r u n g und will die Entlassung der bei den Januar- unruhen Verhafteten erzwingen. Die Streikleitung ist ohne Zweifel spartakistisch, doch halten sich die Führer im Hinter- grund. Zu den politischen Forderungen werden jetzt auch wirtschaftliche erhoben. Außerordentliche Kriegsgerichte. Die Regierunz hat Dienstag früh folgenden Erlaß durch Maueranschlaz bekanntgegeben: Wegen dringender Gefahr für die öffentliche Sicherheit wird der Belagerungszustand für daS Gebiet des Stadtbezirks Stuttgart, des Oberamts Stuttgart, Eßlingen, Eannstott und Bob« lipgen von der StvatSregierung erklärt. Im Einverständnis mit dem militärischen Befehlshaber werden mit sofortiger Wirkung folgende Anordnungen getroffen: 1. All« Menschenansammlungen auf Straßen und Plätzen sowie öffentliche Umzüge aller Art sind verboten. Kein« Versammlungen.... 2. Die Beschränkungen des Gesetzes hinsichtlich der Berhafttw« gen, Beschlagnahme und Durchsuchung sind ausgehoben. 8. Die Verbreftung von Flugschriften und Hand» zetteln, ebenso der Vertrieb von Zeitungen auf Straßen und Plätzen ist nur mit Genehmigung der Regierung gestnttet.■ ' 4. Die Polizeistunde wird auf abends 8 Uhr' festgesetzt. Alle öffentlichen Lokale, Wirtschaften, Theater und Kinos sind um 8 Uhr zu schließen und dürfen vor morgens 9 Uhr nicht geöffnet werden. � Ter Straßenbahnverkehr ist. von d Uhr. abends ab ver« boten. ö. Die RegierungZorgane sind ermächtigt, jeden zu verhaften. der es unternimmt, die öffentlich« Ruhe und Ordnung zu stören oder den Bestand des Startes oder der Regierung zu gefährden. 8.' Für das Gebiet de? Belagerungszustandes werden außer« ordentliche Kriegsgericht« eingefetzt, die in beschleunig- tem Verfahren alle Straffachen de» Hoch- und Landesverrates. Auf- rühr,- Mord und Raub, der Plünderung, der Befreiung von Ge« fangeyen, der tätlichen Wchcrsetzung. der Zerstörung von Eisen- bahnen und Telegraphen, des unbefugten Waffentragens, endlich all« Zuwiderhandlungen gegen die von der Regierung im Jntevesse der öffentlichen Sicherheit erlassenen Verbote abzuurteilen höben. Di« Regierung fordert die Bevölkerung auf. ihren Anprdnun- gen unbedingt Folge zu leisten. Nur dadurch würde es möglich sein, den BckagerungSzustand in kürzester Frist Wieder aus» z u h« b e n. Gärung in Prag. Wie«, 1. April. Nach einer Präger Meldung der Blätter'fand dort eine sozialistische Massenversammlung statt, in der beschlossen wurde, überall Arbeiterräte zu bilden und den Kampf um die Diktatur des Proletariats aufzunehmen. ______________________________ i i.____ i einem schneidend grellen Lachen abschließt, wäre stüher nicht mög- lich gewesen. DaS chansonortig geformte Gedicht beginnt: Zwanzig Leichen auf einem Wagen! Die Köpfe baumeln wie Kälberköpfe. Die Leiber sind blutig, die Glieder zerschlagen, Ais würden die armen Kittelgeischöpfe Sooden zum Schlachthaus herausgetragen! ■> Nur blutiges Fleisch, nur schmutzige Fetzen. Dir bäumt sich das Herz, dich krallt daS Entsetzen; Tu fragst. waS geschah? Hahahaha' Ob ein aus bürgerlicher Schickt stammender Sozialist oder ob ein vom MasstNgefubl beieelter Proletarier sellbst ein politisches Aröeiterpoem geschrieben hat, ist ziemlich sicher an dem wesentlich anderen Blutgang zu erkennen. Auch wa» Drahn aus der Lyrik unserer heutigen Reivstutionsepocke mitteilt, läßt diesen Unter- schied deutlich werden. TaS letzte Gedicht der Rovemberoruvpe ist weftvevolutionär. Es wurde am 9. November als Einblattdruck in Berlin verbreitet. Vrlleickt sorgt Drabns Abdruck nun dasiir, daß die Herkunft aufgebellt wftd. Uebersckrieben„Ter Sturm". läßt es jede Stropbe in die V rse auStönen: Erst war's ein Weben nur. Es schwillt zum Sturme an. Verstärkt sicb dann Mit aller Macht. Wächst zu» Orkaue an. Drahn weist im Borwort seines Buches auf briefliche Aeuße- rungcn von Friedrich Engels über Revolutionslieder hin Sie strecken dl« Ansicht aus.„die Poesie vergangener Revolutionen sei. für spätere Zeiten selten von revolutionärem Effekt". Die Mar- seillaise, di« Drahns Bück in.zwei U bertraguugen gibt cauck„Cor- niagnole" und.Jnternatioiial«" fehlen nicht), wollte Engels.stets davon auSgeyonmien" wissen. Daß jengr Effekt fehle, schob Engels dem Umstände zu. d>'ß ReoolutionSpoeine,„um auf die Massen zu wirken, auch die Massenvorurteile der Zeit wiedergeben muß"; Engels backte dabei an die Charrisie'nliedrr; er sprach von deren „religiösen Blödsinn" Er bot nun zweifellos reck:: lurffcke Revo- tutionSSichtung ist der Masse nach durchaus vergänglich: sie ist ebenso kurzlebig wie Leitartikel der Tageszeitungen und ist ja auch deren angestammte Schwester. WaZ beute als Leideickchast wirkt. ist oft morgen schon dünner Sctemen. Daneben.aber gibt eS Leistungen, die zwar ebenso schnell dem Gesichtskreise eufickwinden. aber doch nickt Staub oder Mumie werden. Das eben spürt man wieder einmal in Ernst Drahns„Eist und Galle". ''In diesem Buch gärt und stößt, ick ivekt und lot-rt festige An. grifssoeivri'�ng.> Sir konnte im einzelnen Ruf und Schwung bis auf ganz Wenige? nickt zif Tauergui der• RevolunonSmaffen wer» den, cf-'r avch aus betagten, vergessenen Blättern �dringt si<. oft eigentümlich und stckrNkbZtid aus uns Rachgeborene»st. �-sch' .!1sti»en. — Volksbübn«. Die näckire. Erstaufführung der Volksbühne, Theater am Büloirplb.tz, ist KlrrstS„P? n th» sile a" mit Mar? Dietrich in der Titelrolle und Ernst HsM.Rach'Zrur al? Achilles. Regie: Paul Legband. Der Charakter ües ungarischen Bolschewismus. Nationalistisch«nd kommunistisch. Budapest, 31. März.(Ungarisches Korr.-Bureau.)„Pester Lloyd' beschäftigt sich im Leitartikel mit der Behauptung des Berliner.Vorwärts', die proletarische Revolution in Ungarn sei nicht sozialer, sondern national! st ischer Natur. Der Artikel führt aus: Wenn wir die Revolution des ungarischen Kapi- takismus rein vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte betrachten, so werden wir bald gewahr, daß die Phrase von seiner Rückständigkeit eine Unwahrheit- ist. Tie Rentabilität deS ungarischen Kapitals, in der gerade seine ausbeuterische Tendenz zum Ausdruck gelangt, überschritt jene der westlichen Spekulations- und Profitstaaten. Für den Verfall war der ungarische Kapitalismus auch- wirtschaftlich ganz reif. Daß an Stelle der dem Untergange geweihten Wirtschastsord- nung nur der Kommunismus kommen � konnte, ist ein« Näturnot- wendigkeit.. Die Behauptung des„Vorwärts", der Sieg des ' ungarischen Kommunismus sei n i ch t d e n s o z i a l e n E n t w i ck- lüngSgesetzen zuzuschreiben, ist eine Unterstellung, die einer objektiven Prüfung nicht standhält. * Dem.Pester Lloyd' scheint unser Artikel unvollkommen über- mittelt worden zu sein. Wir hatten geschrieben, daß der Bolschewis- muS Ungarns in erster Linie eine nationale Erhebung gegen die Vergewaltige ngspoliiik der Entente und in zweiter Linie- eine I o m m u n i st i s ch e B ewegu ng sei. Wir haben natürlich nicht daran gedacht, das Wort„nationalistisch" in dem gehässigen Sinne von hurrapatriotisch und charch'nistisch zch gebrauchen. Wir fühlen die Leiden des ungarischen Volkes unter dem EittenteimperialismuS und dem eigenen Kapitalismus deutlich mit und wir verstehen die Kräfte der neuen Bewegung in Ungarn vollkommen.- T«: Sowjetregierung zieht bürgerliche Spezialisten zum öffentlichen Dienst heran. Stockholm, 30. März. Wie die russische Presse meldet, hat jKt 8. K om m u N i st e n k o n g r e ß in Moskau beschlossen, die bürgerlichen Spezialisten unter Versetzung in die erste Ve rp flegu ng Skä'tego ri e zum ösfentlichen Dienst heranzuziehen. Ferner'wurde ein ständiges ausführendes Komitee der dritten Internationale gegründet;- Präsident des Komitees ist, S in ow- j et», Sekretäre sind Worowsky und Balabanowl Das Komitee, dem- Mitglieder aus allen Staaten Europas angehören, Wird eiäe- W'och»Nschrift in russischer, deutscher und französischer Sprache herausgeben. '' Die Presse enthält ferner heftig: Angriffe gegen die S o» zia lt-evo lutionä-re._ Zur Frage der Einwohnerwehren. Einer Verfügung deS Ministeriums. des Innern vom 18- März waren Richtlinien zur Aufstellung eines Landschützes als Anlage beigefügt, die der S'cd u tzw e r ban d der deutschen L a n dw i r t sch a ft� ausge- stellt haue. Daraus ist vielfach die' Annahme entsprungen, das Ministerium nmche diese Richtlinien zu den seinen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist diese Annahme durchaus irr- .tümlich, die Beilegung beruhte nur auf einem Berseheyu- Ter »WMer Hej-n�hai.über den Gegenstand eine n e u e Z-i r k-u l a r- - Dir Nätiouallibcrale» am Bismarckdcnkmalj.'Die„National- tsiberale'Körrespviü�nz" teilt-mite------.-'ä '. Zum Gedächtnis Bismarcks- wird mn heutigen' Dienstag, den 1. April, am Berliner Bismarckdenkmal ein Kranz niedergelegt, der folgende Widmung trägt:„Aus diesen Tagen, die Dich tief ein» pören, ru-st unsrer Sehnsucht hoffendes Begehren: wjr brauchten wieder einen so wie Tu. Deutsche Volkspartei.' Wir hätten den Vers etwas anders gefaßt:.Aus diesen Tagen, die Dein spätes Erbe, ruft unsre Sehnsucht, daß Dein. Geist auch stenoe; nachdem Du selber schon gestorben bist." 3nöustrie unö ljcmSsi. Die Börse. . Tie Nachrichten von der weiteren Ausdehnung des Streiks im t.uhrrevior und dem Ausbruch des Generalstveiks in Süddeutschland wirkten auf di«. Börse verstimmend ein. Doch zeigte diese von Anfang an eine bemerkenswerte Widerftand>Sfäl?igkeit, die in dem weiteren Verlaufe sick zu einer ausgesprochen festen Haltung ent- wickelte. Die anfänglichen Abschläge waren bei den meisten Papieren nicht über 2 Peez. AusianoSatiien waren nur teibivcise niedriger, sehr fest lagen wieder Kanad. Auch Kolouialiwerte wurden bei anziehenden Kursen geHandel:, �chisfahrtswerte setzten schtvächer ein, konnten sich aber später wieder erholen und über den gestrigen Kur- sen notieren. Am Montanmarkt waren insbesondere Bochnmer und Kattowitz niedriger. Abgeschwächt waren Rüstnngswerte. Bon Elektropapieren»raren A. E. G. und Bergmann niedriger. Kriegs- onlc'chen waren evras schwächer. GWerffchHsbeweMNg Oer Streit in üer Serltoer Netallinöuftrie. L» der Berliner Metallindustrie ist heute die Lage so, daß mit einem Streik der Angestellten gerechnet werden muß. Die Ar- Bciter werden dadurch nicht unmitieli-rr berührt, doch würde der An- gestelltenstreik naturgemäß arge Verwirrung in die Betriebe bringen, den Fortgang der Produktion und der geregelten Lohn- zahlung gefährden und also ein Eteinent starker Unruhe in das Ge- werbe hineintragen. Darum ist dringend zu loünschcn, daß durch größeres Entgegenkommen der Unternehmer der Streik noch in letzter Stunde vermieden wird. Tic sachliche Mög- lichk-it dazu dürste um so größer sein, als die noch vorhandenen Differenzen nur gering-find und die angestrevle Lösung nur«ine vorläufige ist. Die Berliner Metallindustrie hat während des Krieges so gut verdient und so groß« Reserven zurückgelegt, daß ihr seist auch zur Lusrechterhaltung des geregelten Wirtschaftslebens ein Lpfer zugemutet werden kann. Wie wir hören, sind rm Laufe des heutigen Tages neue?e- sprechen gen eingeleitet worden, denen ein postt've* Ere--n-< dringend zu wünschen.it. Tie Lohnforderung der Maler. -seit länaerer Zeit schweben Verhandlungen über h%i Erhöhung aes Stundenlohns. Tie Arbcita.-ber hatten sich seinerzeit bereit den Stundenlohn auf 2)Sl. zu bemessen, falls d:e.Arbeiter N weiter« Forderungen verzichien. Nachdem eine ptt,.'si?�lung des Materverbandes dieses Angebot als den Aeitver- balt..iyeu nicht entsprechend abaelehu: hatte, zog der Aröeitgcbct- Versand, ei» Angebot zurück und wollte sich auf die Zahlung des zurzeit�m.aßz.chnden Tariflohnes buchräzue«. Die Maler hallen �twn»rundenlohn von 2,50 M. stir anqemen m. Sie riefen den o. ch.: ch t«SK-ta p s-kch uH an. der nach mehrfachen Vorhand- langen a....'-ontaI beschloß, von der F ällü:i a e: n'eS Sch i? d?'. t p r uch r a v z u; s b:, weil der Schlichtungsausjchüß nicht in die Befugnisse der Tarihinstanzen eingreifen könne. Der Vorsitzende des Ählichtungsausschusses er- klär te aber, daß er den gegen wärt igen T a r i fl o h n von 1,75 M. keineswegs für z e ist g e m ä ß hä l t e.. Hierauf hat sich dann der Vorsitzende des A r b e i t g e b e r v e r,ba»des b e re i t« r'k l är t, b e i se i nen M.i tg l i ed er n f ü r d i e.Be- w i l l i g u n g v o n 2 M. einzutreten. Dies Verhcmdluiigsergebnis. wurde einer am Montag abgeholte- neu Versammlung des Mal e r.v e r b a n d e s-mitgeteilt und von allen Rednern als unannehmbar erklärt. Tic Versammlung beschloß einstimmig:- „Am Dienstag, den tr- April, haben alle Kollegen von ihren Arbeitgebern einen Stundenlohn von mindestens 2,5g M. zu fordern. Auf dem Arbeitsnachweis haben die. Kollsgen Arbeit nicht unter-. einem Stundenlohn von 2,50 M. anzunch-men. Täs Ergebnis dieses Vorgehens ist der.Verbaichsleitung bis- Mittwoch bekaiintzugcbmi. -Die Kollegen, die wegen der. Forderung entlassen werden,.sollen, die Arbsitslosenunterstütziing erhalten."' Ferner wurdz beschlossen, bei den b e-vo.r.st-e Hemde n.T a vi s- Verhandlungen den Ach t'st u n d e n! a g und'3,50 M. S t u n d e n l o h u zu fordern.' Gehaltsbeweguug der Berufsgenoffetrschaftsangestellten. Die im Verband der Bureauangestellten organisierten �Ange- stellten der BecufSgenosseuschaften hatten ihren Arbeitgebern Forde- rungey eingereicht.aus Getoährung einer laufenden' monatlichen Teuerungszulage von 250 M. für Angestellte mit eigenem Haus- stand, und-200. M, für Angestellte ohne eigenen-Hausstand, dazu 40 M. für jedes Kind. Als Miiidcstgehaltssätze wurden gefordert 300 M. für Bureaudiener mit, 250 M. ohne eigenen Hansstnikd. Für Jugendliche je nach der Altersstufe l17— 24 Jahre) 150— 350-5M.' Für Afsistenten 400 bzw. 475 M., für Sekretäre 450—025 M. -.'Di: Verhaitdlung mit dem Verband der. BerusSgenpssenschasspil hat in der Hauptsache folgende Bewilligungen gebracht: Jeder männlich«, ständige Angestellte über 21 Jähre erhält vom 11 Januar bis 31. Dezeinbe'r' 1019' unser Wegfall aller bisher bewilligten Zu* lägen eine lausende jährliche Zulage von' 2250 M. in allen' GehaltS-' klaffen gleichmäßig. Für jedes Kind wird'- eine mouatliche-'-Zukags von 35 M. gewährt. Ledige Angestellte stoii>21— 30- Jahren erhalten 66�.Prozent, c über- 30. Jahre- 75 Prozent, der vorstzhenden Sätze. Weibliche Angestellte erhalten ohne Rücksicht aus ihren- Familien- stand die Zulage der-ledigen männlichen Angxstellten. . Einer am Montag �äSgehältenen Versammlung der Berufs- genossenfchaftsangestellt'en wurde daS. VerlsandlungsergebniZ von der' Organisationsleitung' zur Annahme empfohlen, da unter' den, ge- gebenen Verhältnissen nicht mehr erreicht werden-könne.■ ... Nach einer längeren Aussprache wurde. die Vereinbarung in ge- heimer Abstimmung mit 372 gegen 130 Stimmen angenommen.• Aus der Arbeitsgemetyschaft d.er Textilindustrie. In der in Nr. 160 deS„Vorwärts" unter obiger Ileberfcllrisl' gebrachten Notiz ist eine Verwechselung insofern enthalten, als die iin letzten Absatz angeführten Stundenlöhne nicht von der Arbeitsgemeinschaft festgestellt, sondern Richtlöhne für abzüschließende Verträge sind. Deutscher Mctallarbcitcr-Verband. Heute abends 5 Ubr, m Böiers Kestsäle Weberstr. 17:. V er- t r au e n S m ä n n e r- K o n I e r e n z.der Ei&W.Metall- und Revolver. dreber und Dreberinuen sowie Rundlchleifer.-' Stelliingnähme zum. Lohn- abkommen. Neuwahl der Binncheiikommisfion; Brnnchenangelegenheiten und Verschiedene�.. GroWerM TaZ staatliche SiädluuZSläud i>i. GröspÄerli»..Ii' .rrNach-.dcn�.Uion. uns.-. mitgeteilten. VergleichsabkommeN vzwisMn der- Regierung,.Hem: Verbände und-.dem Wohnungsverband-.Grog« Berlin- legt der.FiSknL zwar die bisher.l.-�sorderten- Preise zu- gründe, er bewertet aber das Elitgegenkonrmen der Verbände in dem.Gesamtabkommen derartig, daß sieh im praktischen Endergebnis der Preis für 1 Luä'drätmeter Rohland einschließlich, des Hölzes für alle-Ländereien' auf 03 Pf. stellt: Infolge der Beteiligung des WohnungZverbgndes an der Märkischen He.msiäite mit- 3,5 Mil- lionen Mark wird dieser das Recht eingeräumt, sich an-.den örtlichen gemeinnützigen' Bauvereinigungen auf dem- staatlichen SiedlungS- land zu beteiligen,. und zwar bis zur Höhe, von einem Drittel ihres Stammkäpiials. Mit der" Erschließung und Bebauung darf, sogleich begonnen werden. Es sind nunmehr.folgende Ländereien zu Siedlungen festgesetzt worden: im Gutsbezirk Heerstraße. am Bahnhof Heer- straße 20 Hektar Kleinbäuser für Mittelstand und Beamte, in der Jungfe.rnhei.de 20 Hektar für Arbeiter und kleinen Mit- telstand, in Johannisthal 15 Hektar, in A d l e r s h o f sNord- West) 15 Hektar, in N i e d e r s ch ö n c w e i d e 15 Hektar, in K ö- Pen ick am Bahnhof 15 Hektar, in Tegel am Hermsdorser Fließ 10 Hektar,' in F. riedrichshagen am Bahnhof Friedrichshägen 5 Hektar und in Nowawe's 5 Hektar. Ter Preis für das. Ouadratmcter rohen Landes schwankt zwischen 1,65 M. in Köpenick 1,10 M. in Nowawes und 4,50 M. am Bahnhof Heer- straße. Mit Rücksicht auf die von den Groß-Berlincr Verbänden übernoninieneii Verpflichtungen zahlt der FisknS an den Wobnungs- verband einen Zuschuß von 1 900 000 M. Warft:» bis sie schwarz werden, müssen die Reutenbeiveroer auf die Antwort der Behörden, so hat das„Königliche"(!) Stalisti'che Landesaint nach acht Wochen seinen ablehnenden Bescheid er- teilt. Dem AmtSichimmel müßte wirklich hinten heriini etwas Haser zugeführt werden!- Kriegsblinde Landwir-e; Eine kleine Schar kriegsblinder Landarbeäer wartet mit Sehn- sucht a»f eine Gelegenheit, sich als Blinde in der Landa-.vcit wieder einarbeiten zu können. Halbau. der Sitz unserer früheren LouidwirtÜbaftsschulc, ist in sremoe Hände übergegangen und tür unsere Arbeit verloren. Wer verhill un« für obigen Zweck zu einecki passenden Fleckchen Erde: Wohnhaus mit 4— 5 Morgen Land, möglichst in der Provinz Brandenburg. Wir siud auch bereit, einen Anlaufs- oder Pacht- vcmag abznschlteßeii. Höchste Eile ist erforderlich, da die Arbeit im Aprit äufgenomiiien werden muß, Anttvorl an Prof. S ilex, Berlin 40, Rooustr. 5. lieber die„Berner Böllerbund KonfKrcuz und de» deutschen Pazifismus" werden morgen, avends T1/« Ahr, im Herrenbausmal, Leiv- ziger Str. 3, von G?- fach. Dr. Gumbel, L'lli Ianno'ck, Prof Nicolai, Helene Siöiker u. a. lprcchcn. Karten zu 1' Marl im Bund RcueS Bater« land. Nurjürstenftr. 125. Sozialiftifcho Studcntenpartei. Tic Mll-iiiedefverfanimlimg Vik- .!o-,ialuaße 35 fällt diesen Mittwoch a"-?.-TälAr findet eine aufierordeni« liche ZKil.ütcderm'an-.miunt im' Auditorium 140 der Nnwersilät um 7 Uhr stait. Ju der Urania, TauSenktraße. wird am DyuncrStaz, abends 8 11 br, Fräulein Emma Aottman» zum erfien Mal einen mit-nblrcfchen larbioen H-Ideen ausgefiaiieten Vortrag«der„das'chöue Schlaabenkand" halien und denselben um Sonnabend noch einmal wiederholen. Märkische T-ortragr. Im Kynstgewerbemuseunt prich! morgen Mtckwoch,- abends Uvr.- Sskar Volle unter Borstil-.rung von i ist Licht, btldern-.n natiirlicher Farbenvracht über„Das Land Rupp'a und die Prigniy".— Ter om l2.. März-vertegle Abend„Tie maleriiwe Havel" indot Zountag.. dc:..:t Avr.l. 7- l-hr fian. Tie bereits gelöste»»- Karie« behalten«Külstgteit. Karten be« Lfertheun, Bote u. Bock und an der ävendlaise, Ärbetter-Waiiderveret»„Berlin". Sonnicg«. Uhr Mikgieder- rersaiiimlung het Wählisch, Skalitzer Str. 22." . Eoepenick. Stadtverordueieuverfammlung. Mit 23 Punkten hatte sich die Sitzung am Freitag zu beschäftigen. Heber- die Zusammensetzlinn der Kommission für das Schulwesen entwickelte sich eine Hess tige Debatte mit den Bürgerlichen. Nach der Wahl erklärte sogar Dr..Schulze, daß er noch MÄgliod des Kuratoriums für die höheren Schulen sei und«r verlänge, zu den Sitzungen geladen zu werden, da die Wahl ungesetzlich sei! Der Antrag der Unabhängigen aus Er- oichtung von Betriebs-, Beamten- und Lehrerräten entfesselte eine strnge und- scharfe Auseinandersetzung mit-den Bürgerlichen, wobei Stadiv. Dr.- Hinz in längeren Ausführungen den ablehnenden Standpunkt vertrat. Für unsere Fraktion führten die Genossen .-Meyer, und Herbst das Wort. Bei der Abstimmung zogen die Unabhängigen ihren Antrag zurück mri» stiiiimteu für den der. sozial- detnokratischcu Mchrhertspartei, welcher besagt, daß die.Errichtung der Räte den gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu erfolgen hat. Ein vom Genossen Nickel begründeter Antrag der sozialdenwkra- tischen Fraktion, daß von der Stadt«ms solche Unternehmer mit Arbeiten und Lieferungen betraut werden, die tavifmäßige Löhne bezahlen bzw. im Tarifverhältnis stehen, wurde fast«instimmig- angenommen. Zu scharfen Debatten, führte ein anderer Antrag unsrer Genossen, den Genosse H e rb st begründete, wonach bei zu vergeben- den Arbeit.«::! und Lieferungen die Mitglieder städtischer Körper- schaftcn auszuschließen sind. Bon der bürgerlichen Fraktion sprachen nicht weniger als 8 Redner gegen den Antrag, so daß zeitweilig die Debatte recht"stürmisch war. Bei der Abstimmung wurde der An- trag gegen die Stimmen der bürgerlichen Fraktion- angenommen. Ein-Antrag der Unabhängigen aus foforsiige Inangriffnahme von NvtstandSartei'ten wurde durch Erklärungen des Bürgermeisters als erledigt- afigesshen; hiernach sind vom Magistrat deirn.'Demobil- machungsamt-für 1200 000 M. Notstandsarbetten angezeigt worden und Zuschüsse verlangt. Es sollen Kahelverlegungen, SträßeNpflaste- rmigen,. Aussorstungen usw. vorgenommen werden.-- dteukölltt. Vortrag über Gttchlechtskrrinlhestsn Sonnabend, »bendS--st,: Uhr tu der Aula Bodswstr. 34/35* Referent: der ärztliche -Lei'tt»drr hiesigen Zürsorzestelle ihr GeschlechtSkrante Dr. Levty.-Eintritt stet. Grsß-Serlmer parteinachrlchten. 3. Abteilung. Mittwoch 7>/,i A b te i lun g S v erla mmlnn g ..iir der BailgewerkSichule, Kuisürstcnstr. 141. Vortrag des 5'eiivssvn Adolj -Ritter:. Der Zweckverband Grofi»?erltn und feine ferner?- Gestaltiing. .'StellUiigliahme zum Bezirkstag. Wahl der Delegierten. Ter Kursus der BezirtSorganisatlnn Grob-Berliu über dos -Programm der Sozialdemokratie beginut beute abend' 7 Uhr in der Aula des'FaIk-Rea!gymna|iums Lfchowstr. 84s. Herr Mermuth spricht beute über'- das- E r s u r t e r Programm und dessen' Begründung durch Ksshelni Liebknecht. Einlaßkarte» zum Preise von 2 M. sür die .?-Abende sind heute abend am Eingang noch zu haben. Jugenöveranstaltungen. Verein Arbeiter-Jugeud Kross-Berli». Ab t e i lu n g. Lichten- b erg. Morgen Mittwoch, den S.'A'pril, abenbS 7 Uhr, findet im Lokal von S t ö b'.e r, Iirngslr. 29, die Mitgliedcrversammlunz statt. Rogesmätzige Peranstakiungen solle» dann jede Woche abgehalten werden. Dir. Partei'zeiiosscn werden gebeten, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter 'aus diele Veranstaltung ausincrksam zu machen. Bezirk Steglitz. Donnerstag, den 8. April, abends 71/, Ahr, bei Siebte, Bcrlineckestr. Ist, Dislustionsabeud, Vorstandswahl, Ausnahme neuer Mitglieder. Gerichtszeitung. Bestialische Roheit. Eine spariakistiscbe Greueltat, die durch Zufall im Photo- grauhischen Bilde durch die„Berliner Illustrierte Zeitung' fest- gehalten wexde» konnte,.beschäfltgte.gestern das außerordentliche .Kriegsgericht des Landgerichts l.- Wegen Aufruhrs und Betätigung wlK Müdetsführer war der- Schneider--Hermann Dil l. angeklagt. Am März-ging- eine Patrouille, der'Nsgierungsiruppen durch den Kginpsplätz-der Spartakisten in der Schönhauser Allee. Hin Soldat „war vou.'deii übrigen Kameraden getrennr worden und ging allein die Straße entlang. Da wurde er von der mehr als lausend- löp'figen. Menschenmenge erkannt, unter Geschrei und Gejohle stürste man sich ans ihn und schlug auf ihn. ein, so daß er zir Boden fiel. Ter Angeklagte hetzte die Menge durch brüllende Rufe:. Schlagt das Aas tot' und„Erschießt denHallunkenl' immer wieder zu Ro eilen und so wurde der Soldat arg inißhandelt. Es gelang ihm, die Fehrbelliner Straße entlang zu- fliehen und sich in ein Eckhaus zu retten, dos einen zweiten Ausgang halte, durch den er zu entkommen hoffte. Er wurde aber wieder erkannt »nd die aus Soldaten der Aufständischen und Zivilisten bestehende Menschenmenge stürzte sich abermals aus das bedaiiernswerte Opfer. Man schlug ihn wiederum zu Boden, bearbeitete ihn nicht nur mit Fäusten, sondern der Angeklagte, der immer wieder mit dem Rufe:«schießt ihn doch nieder!" die Menge zu Gewalttaten anspornte, schlug ihn mit dein zu Boden gefallenen Stahlhelin über den Kops und trampelte mit den Stiefeln auf seinen Körper u n d s e i n G e s i ch t h e r u m. s o d a ß e r blutüberströmt d a l a g. Noch einmal gelang es ihm zu entfliehen und Schutz in' einem Hause in der Loltumstraße zu suchen. Die Menge stürmte nach. Tie etwas besonneneren Leute, die da meinten, daß eS nun genug sei, wurden von dem Angeklagten und einem Matrosen gehindert, zu intervenieren. Der Angeklagte fuchtelte mit einer Handgranale«mber und drohte jedem Unheil an. der dem Soldaten zu Hilfe kommen würde. Trotz dieser Gefahr fanden sich doch zwei beherzte Männer, die den so arg Mißhandelten auf die Schiflter nahmen und nach dem Lazarett in der Brauerei Königstadt trugen. Tort sollte er eben von einem Lazarettgehitfen in Einpsang genommen werten, als die nachstürmende Menge ihn wieder h e r a>i S z c r r t e. Man rief»hm zu. er solle sich ans die Bordichwelle setzen, denn er solle erickossc» werden. Ter Soldat gehorchte, er lourde aber nicht erschossen, mau schleppte ihn vielmehr weiter und stritte ihn an die Wand eines HauscS am Srne- scldreplafi. wo er vvn riitem Zivilincu aus der Menschenmenge »icderizejchossen wurde. Drei Schüsse- gingen über ihn hinweg, einer trat ihn nnd streckte ihn nieder. Vorher hatte das Opfer der Blutgier noch um fein Leben ge« beten, ohne Gnade zu finden. Der Anblick dieses Vorganges war so grausig, daß viele Frauen, die unfrei willige Zeugen desselben w ar c n. in Weinfrämpse verfielen. Nach dem ü b e r e i n- »t i in m c n d e n Zeugnis von vier Zeugen, die den Angeklagten mit aller BestimintheU wiedererkennen, ist er bei dem ganzen rrauriacu Gewaltakt der .HoiipirädeksfüAtcr gewesen, der sich nicht nur tältist) au de» groben Mißhandlungen beteiligt batie, sondern die Menge, wenn sie schon Ruhe halten wollte, immer amS neue aufgestachelt hatte.— Der Staatsanwalt bedauerte, daß der§ llö� für die Rädelsführer nur 10 Jahre Zuchthaus als Höchstsatz in Ansatz bringt. Dieses Höchst- maß sei in diesem Falle gewiß am P.atze. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 10 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehr- Verlust und Bolizeiaufsscht Zeroniivortliist i'tr Politik Urlur Siilet, Siatlottenbutfi, tlji dcu übrigen Teil de» Wattes:-aificb eaulj, BcuWan; für anzeißen Sdcafttr(3U£c, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag(9, m 6. H, Berlin. Druck. 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