Itt.ns.-iS.Z-lir«. Se,nasvreiS: Nerteljähn 1JB0 M. tnonali 2 BO Mi lreims Hiu» oorautplli bal Eu>»et»« Zcummorn K ttcnma. �oiibeWgi lUonaii.d)-.50 Mt- frfL ZullellunzS. etbiitti Umei>itru'bane für TemfS- axib u. Ceiteneufr-Ungarn.73 Mi. -iii das übogk Suslaird'* 75 Ml. da täglich cinmaliaer«iieüuna! 76 JRi. ■toiibeifaunaen tttbmeti in Dane- max-. ysllanv Uttremouta Scdweden und die«cfimtiü i�inqctiager m die Soft« einmaM-tetsiiftt. Stt.Sorrodttä* erichsiat rooiinEÜqtiii jmeunoi io-.inioqv euuno- Morgen Ansgabe. Jtleqiamri-Äiieffe ,S»»>aIdemo5ra» Oerltü* W Verliner Dolksbltttt. ( 10 Pfennig) An�eiqenvrciSi Di» itdüa iqrUtitc SioiiBarctncrcfl» fonei LSD Mi..Kleine UnitttAcn*, das'eil. eoiuliie Lor. 5. Lfg ,wüss«> 2 letlaesniille San»».>ed»i wettere Sor 25 i5fa. Stell», iqrniitie UN» Echlanielleoarnleisten daS erne Sor» SV Biq.. eae» weiter» San 20 Bt«. iBorte übti 16 Sttch iaden hüh»: litt (we, Sorte leueruitqezmchlao 60»» ,>airnlien-iln,e»ae». Dolrritds» und qewerf>aia,llict>e Lerem»< lliueiflcn 1.20 Mi. 3i» feilt, iliijetflcn itt dir aachur Hummer müfien die 5>>>» »achnniiaq» m»-'aiwizeichäft Lerttn SW.dS.!.'tnd»iistt.>ke aoreoede!- werden,«»öftiie, on 2 Udr Irüh dtS 9 tthr abend a. Zcntralorgan der rozialdcmokratlfcben parte» Deutschlands. Reüaktion und Expedition: SW. öS, Ondenstr. Z. amtwrerlier: Ami Mor,«vlay. Nr. t.»I SV— lSl i»7. Montag» den 7. April 1919. vorwartS'verlag G.m.b. h., EW. öS» Lindenstr.?. Zscruivrecher: Amt Mortttpla«. Rr. ll7Sa— St. Noch keine bsverilche Räterepublik. Tie Sago in München noch ungeklärt. M IZ« ch k», e. April. lTclunion.) Am Sonutagmittag wer die Siwatio» in München noch vollstSadig»«geklärt. Zwar hatten die Soanabrud stat. gefundenen Maffenver- fammluageu Beschlüsse gefaßt für die Ausrufung der Räte- repuhlik auf kommunistischer Grundlage, doch ist bisher ein solcher Akt nicht vollzöge» worden. I« der Sitzung de? AeltestenratS mit dem Minstcrpräsidcnlrn Hoffmann wurden gestern abend E rk l ür n n z e n hinauSgcgeben, worin zum Ausdruck gebracht wurde, daß der geplante Zusammentritt des Land.ags unter keine« Umständen ein Streich gegen die Regie» rung war, sondern im vollsten Einverständnis zwischen Regierung und Landtag geplant war. Am Sonntagvormitta» um 10 Uhr trat der ArltestenauLschuß deS Landtages wieder zu einer Sitzung zusammen und ließ um 11 Uhr durch einen Boten den Ministerpräsidenten Hoffmann holen. Ter HauSverwal. ung des LandtaggcbäudrS ist am Sonntag früh angekündigt worden, daß in der Nacht zum Montag die Räteorganisatione« i« daS Landtag sgrbäudc übersiedeln werden. Die Meldung eineS Berliner Blatte S, daß die Re» gierung beschlossen habe, mit dem Landtag nach Bamberg überzusiedeln, ist vollständig falsch. Nirgends in München ist eine Bestätigung dieser Nachricht heute zu erhalten gewesen. Als interessant ist aus den gestrigen Massenver» sammlunzen die Erklärung des radikalen Sozialisten Fecheubach hervorzuheben, daß nunmehr auch die Bauernräte beschlossen hätte», für die Räterepublik einzutreten. I» einer andere» Lersammlung wurde mitge.eilt, daß die Lasern» des 2. Ja. fantcrierezimentS fortan Liebknechtkaserne und die Saferne deS 1. Infanterieregiments de» Name« Kurt- EiSner- Safer«'» erhalte. Durch Anschlag in den Straßen wurde ei» vom Zentralrat und von der bayerische» Beamten-Gewerkschast unterzcichne.er Aufruf mitgeteilt, wonach die sozialistisch gesinnten Staats- und Grmeindebeamteu in Zusammenarbeit mit den Ar- bcitcr-, Bauern, und Soldatenräte« weiter arbeite» und ihre Pflicht ungestört weiter erfülle» würde«. Aus München wird den P. P. N. am Sonniagnachmittag ge» drahtet: Eine Entscheidung über die Räterepublik ist in München zurzeit noch nicht gefallen. Der Zentralrat wollte die Räterepublik einführen. Der Plan scheiterte zunächst daran, dah die Kommunisten und Unabhängigen dagegen waren. Beide Parteien wollest nur dann die Räterepublik, wenn sie ausschließlich auch die Macht zur Diktatur des Proletariats in die Hand bekommen. Augenblicklich schweben noch Verhandlungen. Das zweite A.-K. in Würz» bürg soll sich für und das 3. A.-K. gegen die Räterepublik auSgespdochen haben. Die MchrheitS» sozialisten in München und Augsburg wollen auch die Einführung der Räterepublik, aber unter ihrer Beteiligung und der Mitbeteiligung der gegenwärtigen Regierung. Diese Richtung kam zuerst in Augsburg zum Durchhruch, von wo die ganze Bewegung ausgegangen ist. In München ist zurzeit alle» ruhig. Die Krisis wird für Montag erwartet. Die bayerische Sozialdemokratie gegen die Räterepublik. Nürnberg, g. April. Eine außerordentliche bayerische Landeskonferenz der sozialdemokratischen Partei, die am 6. April im Künstlerhause in Nürnberg tagte, hat sich mit 42 gegen 8 Stimmen aus politische» und wirtschaftlichen Gründen gegen die Einführung d«r Räterepublik im Bolkzstaate Bayern erklärt. Tie zum Räwkongreß»ach Berli» abgereiste» bayerischen Per- treter sind telephonisch nach Bayern zurückberufen worden. Generalstreik in Düstelüorf. Düsseldorf, K. April. Tie Entscheidung über de« Generalstreik ist mm gefalle» und dir am Sonntagabend ihre Tätigkeit beginnende Nachtschicht hat, wie die»Telegraphen- Union" erfährt, sogar als erste dir Arbeit verweigert. Da dies mir ein kleiner Teil der Arbeiterschaft ist, wird sich erst am Montag zeigen können, wie weit der Aufforderung, in den Generalstreik einzutreten, nachgekommen werden wird. Das Abstimmungsergebnis kann nicht ohne weiteres als Unterlage für d,e vorhandenen Neigungen für den Streik augefchen wer- den. Nur annähernd 29 Ml Arbeiter haben abgestimmt, wäh- rend sich die übrigen 79— 80 000 Düsseldorfer Arbeiter der Stimme enthalten haben. Schon heute steht fest, daß große Teile der� Tü/seldorfer Arbeiterschaft sich nicht am stveik beteiligen wollen. DieS kam schon in der dortzung der Kommunisten zum Ausdruck, die, wie mitgeteilt, mit 16 gegen 6 Stimmen sich für die Berkün» dung deS Generalstreiks in Düsseldorf ausgesprochen haben. Das Steetkverbrechen km Ruhrrevker. Die Stadt Eisen im Dunkeln. Essen, 6. April.(Telunion.) Infolge des durch den Gesamt» ausstand hervorgerufenen Kohlen mangels ist das Rheinisch-West- fälische Elektrizitätswerk nicht mehr in der Tage, die Stadt Essen hinreichend mit Strom zu versorgen. Die Stadt und die ganze Umgebung liegt völlig im Dunkeln. Essen, 6. April. Der Zentral-Zechenrat teilt entgegen anderslautenden Meldungen mit: Bis jetzt stehen von den Berg- werken des Rheinifch-Westfälischen Industriegebiets 221 Zechen mit 372 090 Bergarbeitern im Grneralstrrik. Die gesamte Arbeiterschaft de» Rheinisch-Westfälischen Eick- trizitätSiverktS, von dessen Stromnetz die Licht- und Kraflstrom- Versorgung aller umliegenden Städte dcS Industriegebiets abhängig ist, hat sich dem Generalstreik gestern angeschlossen. Neues Arbeitsrecht. Berlin» S. April. Die Vorarbeiten zur Schaffung eines ein- heitlichcn, daS ganze Gebiet der ArbeitSbeziehungen umfassenden Arbeitsrechts sind jetzt so weit gediehen, daß sofort nach Ostern eine ArbeitSkommisston im ReichSarbeüSministerium zu- sammcntrcten soll, der die Ausführung der Vorarbeiten im ein- zclnen für das Gesamtwerk obliegen wird. Es wird bcabfichtigt, nicht nur daS ganze Gebiet dcS ArbeitervcrtragSrechtS unter Beachtung der Sonderart der einzelnen Arbeiinehmergruppen einheitlich zusammenzufassen, sondern auch das Koalition»- recht, daS Recht der Berufsvereine und das Tarif- vertragsrecht gesetzlich zu regeln. Dabei soll Ueberlebteß ausgeschaltet und dem heutigen Sozialbedürfnisse Rechnung ge- tragen werden. Schon in naher Zeit wird außerdem ein Gesetz- entwurf vorgelegt werden, durch den für die gesamte Ar» beitSverfassung ein klarer und zweckmäßiger Ausbau ge- schaffen werden soll. Gedacht wird ferner an die Einführung ein- hcitlicher Arbeitsgerichte für alle Gruppen der Arbeiter und An- gestellten, doch bedarf diese Frage noch näherer Prüfung, zumal dadurch in den Bestand der ordentlichen Gerichte und deren Auf- gaben«ingegriffen werden würde. Dobal die Vorarbeiten in der ArbeitSkommisston abgeschlossen sind, sollen die Einzelentwürfe in einem größeren Kreise von Sach- verständigen, die allen beteiligten Gruppe» entnommen werden sollen, zur Erörterung gestellt werden. dke neueste tzetze Ser �reihekt*. „Borberettungen der Gegenrevolutionäre". Leichtgläubig faßt die.Freiheit" alles auf, was zur Verhetzung der Massen und zur Verschärfung und zum Ueberkochen der Volks- leiden fchaften verwendbar ist. E* handelt sich bei ihr nicht um Kritik, die an sich ja überall erwünscht ist, sondern«S handelt sich darum, ihre bestimmten Ziele zum gewaltsamen Sturz der gegen- wältigen Regierung zu fördern. Am Sonntagmorgen bringt sie eine erzreaktwnär und konter- revolutionär aufgemachte Rede de? Major» v. Stockhausen. Diese Red«, sowie die Zusammenkunst der Offiziere, vor der sie ge- halten worden sein soll. ist. wie jetzt bekannt wird, von A bi» Z er. logen. Kein Wort von all dem ist wahr! Wer den Text der Rede, wie er in der-Freiheit" abgedruckt ist, mit kühlem Kopfe liest, dem drängt sich sofort das Gefühl auf. daß hier nur zum Zweck der Hetze ein Tollhaus st ück zurechtgestutzt worden ist. Seit die-Rote Fahne" nicht mehr erscheint, hat die„Freiheit" ihre Rolle übernommen. Sie fordert am Schlüsse die Arbeiter auf, die.irregeleiteten Soldaten" zur Meuterei zu der» leiten, indem man.die Lüge und den Betrug ihrer Vor- gesetzten" vor ihnen entlarven soll. Siehe da! Mit einem Male sind die„Bluthunde"„rohe Soldateska" und wie die schönen sonst von der„Freiheit" gebrauchten Titel heißen, die„irregeleiteten"... Mal so. mal so, Vws e» de» Zwecken der gewissenlosen Hetze entspricht!_ Internationale Sozialistenkonferenz in �msteröam. Amsterdam, K. April,(©ig. Drahtbericht de»„Vorwärts") Bei der Internationalen Sozialistenkonferenz, die am 2 d. April i» Amsterdam stattfindet, werden au» Teutschland Her- mann Müller und Hugo Haase vertreten sein, auS Oesterreich Friedrich Adler und Zeitz, Lvnguct und Renandel aus Frankreich, Stuart Bunniug und Ramsay Maedonald au» England, Johnson und Slumnio» au» I r- l a n d, Ryan auS Australien und aus Georgien Zrretelli und vielleicht auch Tscheids e. Außerdem kommen noch Vertreter auS Nord- und Südamerika, Jtaliru, Spanien, Portugal, Griechrn- laud. Bulgarien. Luxemburg, Esthland, Litauen, Norwegen und Dänemark. ES«ird vorgeschlagen werden, am 1 1. A u g u st eine» Juteruntisnsle« S»«gr»K in Luzer« abzuhalten. Zur Irez'wllll'genftage. Von Friedrich Stampfer. Soldaten, und seien sie auch die besten, sind immer mir ein notwendiges Uebcl. Denn entweder braucht man sie zum Kamps egen außen, und der ist ein schreckliches Unheil, oder man raucht sie zum Kampf im Innern, und das ist womöglich noch I schlimmer. Nach fünf blutigen Jahren sehnen wir� uns nach ; einer Welt, in der keine Schüsse mehr knallen, keine Hand- granaten krachen und in der man daher auch keine Solda- t c n braucht. Der Völkerbund soll den Staaten eine Rechtssicherheit ge- währen, zu deren Schutz es keiner Massenhcere mehr bedarf Die freie Weltverfassung der Volker soll die Gefahr gemalt- sanier Zusammenstöße auf ein Mindestmaß verringern, ein Gesetzbuch der Welt soll den Völkern die Möglichkeit bieten, ihre Streitigkeiten auf friedlichem Wege auszutragen. Nur das Gesetz und der Wille einer erdrückenden Mehr- heit, cs anzuerkennen, kann die Gefahr der Gewaltanwendung aus der Welt schaffen Das gilt nach außen wie nach innen. Es gibt keinen Bürgerkrieg, wenn der Staat nach festen Regeln regiert wird, deren bindende Kraft keiner ernsthaften Bestrei- tung ausgesetzt ist. Solche Regeln bietet die Demokratie und sie allein. Alle Volksgenossen sind gleichberechtigt, die Mehrheit entscheidet,«nd wer sich dieser Entscheidung widersetzt, ist ein Verbrecher an der Souveränität des Volkes. Aber jedem wird die Lust vergehen, sich dem Willen des Volkes zu widersetzen, wenn er ans der Erfahrung weiß, daß das Volk solche Verletzungen seiner Hoheitsrechte nicht duldet. Die im Volksbewußtsein verankerte Demokratie ist der innere� Frieden. Diese einzig mögliche Staatsform des inneren Friedens ist heute in Deutschland noch nicht gesichert, und es ist bitter zu sagen, daß sie. wenigstens in diesem Augenblick, von link? schwerer bedroht ist als von rechts. Tie Reaktion hält ihre Zeit noch nicht für gekommen und sieht einstweilen zu, wie ihr der SpartakismuS die Hasen in die Küche jagt. Wäre der erste Gewaltstoß gegen die Reaktion von rechts gekommen und wäre die Arbeiterklasse einig, so hätten wir die revolutionäre Arbeiterwehr. Weil der erste Gewaltstoß von linkS kam und die Arbeiterklasse uneinig ist, haben wir die Freiwilligenkorps. Spartakus und sein unabhängiger Anhang schimpfen auf Lüttwitz, aber sie habe» ihn zu dem gemacht, was er ist. Die Arbeiterklasse zeigte sich nicht fähig, die Demo- kratie zu schützen, weil sie nicht einig und geschlossen für sie eintrat. Die revolutionäre Arbeiterwehr wurde unmöglich, weil die Arbeiterschaft selbst in kämpfende Gruppen zerfiel. Hätten wir heute die revolutionäre Arbeiterwehr und die Regierung würde sie zum Schutz der Demokratie aufrufen, was würde sich ergeben? Die Mehrheitssozialisten würden marschieren, die Spartakisten würden ihnen in den Rücken schie- ßen, und die Unabhängigen würden die Mehrheitssozialisten Gewaltmenschen heißen, wenn sie sich umdrehten, um sich gegen die Spartakisten zu wehren. Im besten Fall würde durch Abstimmung entschieden werden, ob man sich der Regierung zur Verfügung stellen soll oder nickt, und so'würbe daS Schicksal des Reiches zu- guterletzt nicht von 40 Millionen gleichberechtigten Volks- genossen, sondern von einigen Hunderttausend Waffenträgern endgültig bestimmt werden. Aus die- fem Boden sind denn auch die famosen„Neutrasitäts-Erklä- rungen" gewachsen, die wir im Lauf« der letzten Monate staunend erlebt hoben. Zuletzt in Bayern. WaS begibt sich da? Eine erregte Großstadtmenge, von der niemand sagen kann, ob si« auch nur die Mebrheit der Großstadtbevölkerung ist— wahrscheinlich ist sie es nicht!— beschließt, den Zusammentritt des vom ganzen Volke gewählten Landtags gewaltsam zu verhindern und ohne Befragen deS Volkes eine neue Ver- fassung einzuführen. Und die Garnison erklärt- sich für neu» tral. Die Soldaten sehen vom Kasernenfenster zu, wie vor dem Landtag Maschinengewehre aufgefahren werden, um die gewählten Volksvertreter am Betreten dsS Sitzungssaal»» zu verhindern. � Die Frage wird erlaubt sein: Wozu sind die Soldaten eigentlich da? Bayern hat die Werbung von Grenzschutz- truppen verboten, der Zweck des Schutzes nach außen fällt also weg. Bliebe nur noch der Schutz der inneren Rechts- ordnung, des Selbstbestimmungsrechts deS Volkes, der Demokratie. Wenn er auch hier nicht mittut, wozu ist der Soldat dann noch Soldat? I st er es dann überhaupt noch oder ist er nur noch ein uniformierter Staatsbürger, der von der Allgemeinheit Lohn und Nahrung erhält? Ein selbstherrlicher Militarismus ist eine Gefahr, ein parasitischer ist ein Uebel. In einem freiheitlich geordneten SlaatSivefen fafirt es feine Regierung geben, die sich nicht o-uf das Vertrauen des Volkes und seiner Vertreter stützt und keine Armee, die sich nicht Widerspruchs- und bedingungslos der Regierung zur Verfü- g u n g st e l I t. Aber in dieser Konstruktion besteht hierzulande e i n , Bruch, das inutz osfen ausgesprochen werden. Die Re- gierungstruppen, ein so unentbehrliches Werkzeug sie auch sind, sind— es ist ein Gemeinplatz, der damit ausgesprochen wird— kein vollkommenes. Die Regierungstruppen haben sich grosie� Verdienste erworben, ohne sie wären wir längst auf der Sohle des Abgrundes angelangt, wäre das Chaos ' nollständig. Aber der G e i st, in dem sie beeinflußt und ge- leitet_ werden, entspricht nicht der neuen Zeit, und dadurch ist beinahe ebenso viel Schaden angerichtet worden, wie durch sie Schaden verhütet worden ist. Wenn von einer gewissen Seite gerufen wird: ,.Fort Mit den Regierunastruppen", so können w i r daraus.nur antworten: Das könnte Euch passen! Ihr wollt die Ber- teidiger der Demokratie wehrlos machen, damit Euch die Macht mühelos zufällt! Auch eine demokratische Regierung . kann auf Machtmittel nicht verzichten, wenn ihr Recht nicht allenthalben freiwillig anerkannt wird, und wenn sie ihre eigene Stellung gegen Gewaltvorftöße verteidigt, so verteidigt sie damit nichts anderes als das Recht des Vol- k e s, sich die Vertreter zu wählen, die es will. Unsere Losung gegenüber den Regierungstruppen heißt nicht sabotieren, sondern reformieren. Tie notwendige Re- form kann aber desto sicherer durchgeführt werden, je un- gestörter sie sich vollzieht. Sorgt, und sei es auch nur für drei Monate, fiir Ruhe in Deutschland, dann wird es mög- lich sein, olle ungeeigneten Elemente aus den Freiwilligen- korps zu entfernen und eine Truppe zu schaffen, an der das ganze Volk seine Freude haben kann. Wenn man eine Ma- schine reparieren will, so muß man sie erst abstellen, besteht aber die Rostoendigkeit, sie fortgesetzt in Gang zu halten, so wird die Reparatur, wenn nicht unmöglich gemacht, so doch aufs äußerte erschwert. Zusammengefaßt: die Frei- willigenkorps sind von Spartakus nebst unabhängigem An- hang zu einer Notwendigkeit gemacht worden, ihre Reform wird durch Spartakus. Pag el s(Kassel, Schlem- minger(Niederbarnim-Landl. Rüdiger(Jugend). Wuschik (Betriebsagitation), Riitcr(Kommunalpolitik), Gehrke(Tel- ww-Becskow'Land!, Otto Front und Horlitz(Berlin und Vororte). Tie Wahl einer Frauensekrelärin und eines Sekretärs für die Soldatenagitaiion wurde ausgesetzt.. In den Vorstand wurden noch gewählt Franz Krüger als erster, L ü d e m a n n als zweiter Vorsitzender, P o e tz s ch und Umlauf Schriftführer, Sellin, Kunze, Kleemann, Splieih. Jänicke und«Stic low Revisoren. Hierauf wurde der zweite Punkt der Tagesordnung bchaudelt: Tie politische Loge.. Der Referent Hermann Müller(Niederbarnim) führte aus. in den Reihen unserer Parteigenossen mache sich ein Zug nach links bemerkbar/ verursacht durch die Unzufriedenheit mit der Politik unserer Partei und der vermeintlich geringen Leistungen der Nationalversammlung. Man sage, die Partei sei nicht mehr die alte. Besonders werfe man ihr vor, daß sie sich in eine Koalitionsregierung unter Beteiligung des Zen- trums eingflassen habe, anjrait mit den Demokraten zusam- men die Regierung zu bilden. Wir haben uns— sagte der Redner — nur an die Unabhängigen gewandt, um sie zur Uebernahm? der Regierung mit uns zu benxgen. Die Unabhängigen haben das ab- gelehnt. Es blieb also nichts übrig, als daß wir in eine Koalitions- regierung mit bürgerlichen Parteien eintraten. Die Demokraten mochten ihren Eintritt davon abhängig, daß auch das Zentrum an der Regierung teilnehme. So ist die jetzige Koalition zustande ge- kommen. Daß wir nicht allein die Regierung bilden konnten, ergibt sich daraus, daß wir in der Nationalversammlung nicht die Mehrheit haben. Das aber iit nicht unser« Schuld, sondern es fällt auf das Konto der Unabhängigen und Kommu- n i st e n. Noch nie ist gegen unsere Partei von vcchis und links so auf uns losgeschlagen worden wie jetzt. Die Arbeiter haben jetzt die Feuerprobe durchzumachen, die ergeben wird, ob sie in ihrer Gesinnung gefestigte«Sozialdemokraten sind oder nicht. Bor der Revolution war unsere Tätigkeit als OppositionS- pariei in der Hauptsache eine kritlsche. Jetzt müssen wir an dem politischen und wirtschaftlichen Wiedeiaufban praktisch mitarbeiten. Wir baben den A ch t st u n d e n t a g, das f r e i e. B e r e i n s- und Versammlungsrecht, das uneingeschränkte Koalition s-- r e.ch t bekommen, die G e f i n d e o r d n u n g ist beseitigt, die Tarifverträge sind anerkannt, wir haben das freiesie Wahlrecht der Welt. Man kann doch nicht sagen, daß das wenig ist. In der Sozial isierung soll ja die Partei und besonders die Nattonalversammkung ver b- Scrttcdie«, denn die. die Sjn angezettelt und' geschürt fjafteit, wollen bntch das stillegen der Kohlenproduttion das ganze Wirt- schaftSleben vernichten� Das ist spartaki st ische Taktik. Sie wird von den Unabhängigen nicht verurteilt. Aber von uns soll man nicht verlangen, daß wir diese Taktik der Ilnab- hängigen mitmachen. Cs liegen hier Anträge vor gegen die � Frriwtlligenklirvs. Läwitz, diese sind eine sehr unangenehme Erscheinung, aber die Re- gierung war in die btttere Notwendigkeit Versetzt, sich zur Auf- rechterhaliung geordneter Zustände aus diele Verwände zu stützen, weil ihre andere Truppen leider nicht zur Verfügung standen. Aus- schrcitungen der Regierungstruppen müsien auf vaS schärfste ge« ahndet werden, aber man soll auch nicht vergessen, was aus der anderen Seite an Ausschreitungen geschehen ist.— Die Regierungstruppen sind bis jetzt eine Stütze der Demokratie gegen die Diktatur.(Sehr richtig!) Unsere Kritik an der Partei soll immer getragen sein von der Erkenntnis dessen. waS möglick ist. Für unS, die Mir die Ver- antwortung tragen, handelt es sich jetzt nicht um die Partei, sondern um das Wohl des ganzen deutschen Volkes. Stimmungen sind ja zu berücksichtigen, aber wir dürfen uns nicht von ihnen leiten lassen, sondern wir müssen tun, waS wir für recht halten.(Leb- haftcr Beifall.) Von den vielen vorliegenden Anträgen wird auf Vorschlag des Vorsitzenden Krüger zunächst ein Antrag besprochen, der der Re- daktion des.Vorwärts" ein Mißtrauensvotum wegen ihrer poli- tischen Haltung ausspricht. Serger erhiesi daS Wort zur Begründung des Antrages. Das Vertrauen der Massen se- unS verloren gegangen, weil der.Vorwärts" zu verschiedenen Fragen nicht die Haltung einnehme, die dem Emp- finden der Massen entspreche. Das beziehe sich auf die Freiwilligen- Werbung, ans die Haltung gegenüber den Verhaftungen von Spar- takisten. Der.Vorwärts" dürfe nichts anderes sein alS unser Parteiorgan. Er müsse, wenn eZ notwendig sei. auch gegen die Regierung Stellung nehmen. Regierungs- und Parterpolitli müßten scharf getrennt werden. Dem Empfinden der Massen müsse die Redaktion Rechnung tragen. Stampfer rfhieli das Wort, um als Vertreter des..Vorwärts" dein Vorredner jsu Mitworten. Er verwahrte sich gegen persönlich aufzufassende Angriffe, die der Antrag gegen die Redaktion richtet, und sagte, wenn der„Vorwärts" in Parallele mit der verlogenen bürgerlichen Presse gestellt wende, so solle man bedenken, daß es in Berlin kein verlogeneres Blatt gebe als die.Freiheit". sLebhafter Beifall.) Mit den Nachrichten aus Lichtenberg sei der „Vorwärls". gleich anderen Blättern hereingefallen. Das sei ein Malheur, weil eS den Unabhängigen und Spartakisten Anlaß gab, es so binzustellen, als ob auf der Seite der spartakistischen Kämp- ser alles gut und edel gewesen sei. Dem Genossen Berger, der ver- langt, daß der„Vorwärts" den Stimmungen der Massen Rechnung tragen soll, ist das Wort BäbelS entgegenzuhalten: DaS wäre ein schlechter Führer, der nicht den Mut hätte, auch einmal der Ttim- mung der Masse» entgegenzutreten.— Heute sei eS mehr wje�e Pflicht, gewissen Stimmungen entgegenzutreten. Nur durch De- mokratie sei der Sozialismus möglich. An Verurteilung von Ausschrciiungeu der NegierungZtruppen babe es der„Vorwärts" nickst fehlen lassen. Aus den Inseraten- teil habe die. Redaktion keinen Einfluß, aber das Erscheinen der Weribeinserate für Freiwilligenkorps sei deshalb zu begrüßen, weil wir wollen, daß sich möglichst viele Parteigenossen anwerben lassen und nicht nur bürgerliche Elemente in die Freiwilligen- korps kommen. Das Empfinden der Masse müsse selbstverständlich berücksich- Hg! werden, aber wenn wir Sozialdemokraten sein wollen, dürfen wir nicht immer dem nachlaufen, was im Augenblick die Stim- mung deL lautesten Teils der Massen ist. Vir müssen feststehen gegen rechts und links. �Beifall.) Hierauf begann die allgemeine Diskussion. Hecker krilisierte die Haltung der Regierung in de» Fragen des Waffen- stillstandes und der Zusammensetzung der Frieden sdolegaticm. Dr. David sei der ungeeignetste Mann für Friedensverhandlungen mit der Entente, bei der er in ungünstigem Licht steh«. In der inne- ren Politik müsse die Durchführung der Einheit Deutschlands der leitende Gedanke sein. In der Sozialisierung werde gar zu vor- sichiig vorgegangen. Manche unserer Genossen in der Regierung betrieben eine Filzlatschenpolitik, die unter keinen Uniständen ge° billigt werden könne. Mit den Männern des alte« Systeme, die sich noch an den meisten wichtigen Stellen befinden, müsse auf- geräumt werden.— Für die Ärbeiterräte fordert« der Red- n«r weitergehende Rechte, als ihnen die kürzlich veröffentlichte Entschließung der Bezirkskonferenz zubilligt. Meier-Coepcnick sagte, die Genossen, welche die Partei zu führe» berufen sind, stehen nicht mehr im Kontakt nrit dem Empfinden« der Massen. Di« Regierung versieht nicht, aus den durch die Revolution ge- schasfenen Verhältnissen den praktischen Nutzen für di« Arbeiter. klaffe zu ziehen. Nichts ist geschehen, um die Landwirtschast zu heben und Arbeit für die Arbeitslosen zu schaffen. In der Frage des RätesystemS hätte die Regierung den Standpunkt der Berliner Genossen einnehmen sollen. Unsere Genossen in der Regierung verstehen nicht, den Weg zum Herzen ihrer Wähl« zu finden. Das ist«ine große Gefahr.(Beifall.) Erwin Barth: Die demokratisch« Tugend d«e Mißtrauens wird in unseren - Reihen häufig bis zur Selbstzerfleischung und zur Parteigefährdung geübt. Man ist nur zu oft geneigt, am leichtesten das zu glauben, was gegen die eigenen Parteigenossen gesagt wird.— Wenn wir die Frelwilligentruppen aufgeben sollen, dann ist es das beste, so» fort mit fliegenden Fahnen zum Bolschewismus abzuschwenken,«i« sind der Schutz gegen die Gewalt von link». Der Redner wandt« sich gegen die Bestrebung der radikalen Kreis«, die Angehörige» der Frcnrülligenkorps im bürgerlichen Leben zu boykottieren. Ter Re- gerung sei der Vorwurf gemacht worden, sie habe keine positive Arbeit geleistet. Ja. die Gesetze, die hier angeführt wurden, das sei doch positive Arbeit. Man müsse sich v»a der Herrschaft deS Schlagwortes freimachen und praktische Agitation», und Ausllä- rungsarbcit treiben. Zum Ausbauen gehört nicht ein große? Maul, sondern ein offener Kopf.(Beifall.) Bizt torderte schnellere Sozialisierung und betonte, die Regierung habe sich zu sozialen Maßnahmen und zur Anerkennung de? RätesystemS erst von unten drängen lassen, anstatt selber die Initiative zu er- greifen. Ferner kritisierte der Redner die Haltung deS„Vorwärts". Ein Schlußantrag wurde angenommen und nach dem Schlußwort des Referenten über die vorliegenden Antrag« abge- stimmt. Der Antrag Borger und Genossen, durch den erklärt wird, daß d'>e Parteigenossen die Haltung des„Vorwärts" nicht billigen, wurde— tv>« der Vorsitzende Krüger konstatierte— mit großer Mehrheit akgelehnt. Ein Antrag. Inserate für Freiwilliaenwerhuna nicht mehr im„Vorwärts" aufzunehmen, wurde m,t 140 gegen 116 Stimme« angenommen. Ferner wurden folgende Beschlüsse gesaßt: Die Regierung wird aufgefordert, die Verwaltung�» beamten des alten Systems zu entfernen und durch Männer mit sozialmh'chcm Geist zu ersetzen. Di- Regierung soll Maßnahmen ergreifen zur energischen Bekämpfung de» Schleichhandels und Lebensmittel- wucherS. Die vom Auslande zu erwartenden Lebensmittel sollen durch die Gemeinden unter Ausschaltung deS Zwischenhandels der» teilt werden. Tie Regierung soll untersuchen, ob Angaben, welche die„Frei- hcit" über eine gegcnrcvolutionäre Tendenzen bekundende Rede eines Majors v. Stockhaufen aus Wahrheit beruhen und wenn das der Fall, den Major sofort verhaften. Die Regierung soll sich gegen einen Gcwaltfrieden erklären, die Genossen sollen sie dabei unterstützen. Die in Grotz-Berlin gewählten Abgeordneten der National- Versammlung und der preußischen Landesversammlung sollen in den Osterferien den Wählern Bericht über ihre Tätigkeit erstatten. Zur Frage des RätesystemS wurde die kürzlich im„Vor- wärtS" veröffentlicht« Resolution der Bezirkskonferenz mit 229 gegen 51 Stimmen angenommen. Sie fordert Arbeiter- und An- gestelltenräte als wirtichastliche Interessenvertretung der Arbeit- nehmer, deren Zusammenfassung in Bezirksarbeiterräte und als Spitze einen Reichsanbetterrat. Zur Regelung der Produktion und Warenverteilung sollen Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. Bei der Nationalversammlung und der preußischen Landes- Versammlung soll beantragt werden, daß der 1. Mai und der 9. No- vember zu nationalen Feiertagen erklärt werden. Um Uhr schloß der Vorsitzende Krüger den Bezirkstag, indem er der Erwartung Ausdruck gab, daß die Beschlüsse zur Förde- rung der Partei beitragen werden. GclvechiWsbelvVMls Streit bei j?irma Aschingcr. Bei der Firma Aschinger werden zurzeit noch Hungerlöhne ge- zahlt. So erhalten z. B. die Handwerker Wochenlöhne von 50— 85 M. inkl. einer sogenannten DcmobilisationSzulage von 10— 25 331., welche indes auch erst feit Mitte Februar d. I. gezahlt wird. Seit zirka 4 Monaten stehen daher die Handiverker, Tischler, Schlosser, Klempner, Maler, Maurer, Rohrleger usw. in Verhandlungen mit der Direktton, um eine zeitgemäße Regelung der Löhne herbeizu- führen. Bei der Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß er- klärte der Vorsitzende, daß die von der(Gesellschaft gezahlten Löhne durchaus nicht als angemessen bezeichnet werden können und legte dem Vertreter der Firma nahe, sich den im Kollektivabkommen der Metallindustrie vereinbarten Löhnen anzupassen. Trotzdem er- klärte bei den letzten Verhandlungen Kommerzienrat Lohnert, keine weiteren Zugeständnisse machen zu können. Ten Arbeitern und den Vertretern der Organisationen wurde bedeutet, daß aus der Grund- läge eines Stundenlohnes von 2,0Q M. Verhandlungen vollständig ausgeschlossen wären. Daraufhin traten am 3. April die gesamten Handwerker mft Ausnahme der Vtaschinisten und Heizer ge- schloffen in den Ausstand. Die Arbeiterschaft der Firma Aschingcr ist entschlossen, di« Arbeit nicht früher wieder aufzunehmen, als bis die Direktion«in besseres Entgegenkommen zeigt und bittet um vollste Solidarität. Tie Verliner Schilberanmacher, Helfer und Kutscher stehen in einer Lohnbewegung, die den Abschluß eines Tarifvertrages zum Ziele hat. Gefordert wird die Festlegung des achtstündigen ArbeftStages und Neuregelung der Löhne für An- macher 2,50 M. und für Helfer und Kutscher 2,00 M. pro Stunde, außerdem eine Erhöhung der Spesen für auswärtige Arbeiten und ein Erholungsurlaub im Sommer. Die Forderungen sind den Unternehmern am 1. April durch den Deutschen Transportarbeiter- verband zugestellt worden, und die Anerkennung des neuen Tarifs hat bis heute. Montag, zu erfolgen. Ab morgen, Dienstag früh, darf in den Betrieben nur zu den neuen Bedingungen gearbeitet werden. In Frage kommen 78 Beiriebe, von denen bereits Sonn- abendrrbcnd 42 Betriebe den Vertrag unterschriftlich anerkannt haben. Die zu den neuen Bedingungen arbeiteirden Amnacher, Helfer und Kutscher sind mit einein ArbeitsberechtigungSscheiu ver- sehen, und nur jene, die einen solchen Schein ausweisen können, dürfen Schilderanmacherarbciten in den Straßen cnlsführen. Scbil- dcranmacher, die solchen Ausweis nicht führen, gelten als bei nicht bewilligten Firmen beschäftigt. Arbeitsberechtigungsbescheinigun- gen sind zu haben im Verbandsbureau oben genannten Verbandes. Die Bevölkerung Berlins wird gebeten, die Bewegung der Schilder- anmacher aufs Tatkräftigste zu unterstützen. Deutscher TranSpvrtärbeiterverbmrd. Ter Angestellteustreik. D« r freie A ng este I lte n v c rba n d schließt sich den Forderungen der Angestellten in der Metallindustrie in allen ihren Teilen an, wie«r überhaupt' den Standpunkt der Streikleitung voll und ganz vertritt. Der Verband hat sein« Mitglieder in der Metallindustrie angewiesen, sich restlos an die Maßnahmen der Streikleitung zu halten. Die Angestelltensireiks auf den Thyssenschen Werken in Mül- beim-Rnhr und„Deutscher Kaiser" in Hamborn sind beigelegt. Wir berichte:! noch über die geschlossenen Vereinbarungen. * Obleute und Vertrauensleute der im Streik befindlichen An- geftcllten-Organisationen. welche bei Firmen beschäftigt sind, die nicht dein Verband« Berliner Metallindustrieller angehören. wollen sich hellte, Montag, bei der Streikleitung. HaferlÄnds Fest- fäle, Neue Friedrichstr. 35, einfinden. Gruppe 13. Die auf 1 Ubr angesetzte Versammlung findet nicht statt, dafür finden sich D i e n k t a g, 10 Uhr v o r m i t- tagS, sämtliche Obleuj« der Unter-Streikleitungen und Fach- gruppen vom Gswertschaftsbund kaufmännischer Angestelltenver- bände und A. f. A. zwecks Entgegennahme des Berichte? über die Verhandlung vor der Schlichtungskommissioii und Beratung über weitere Schritte ein. I. A.: Protz, UeberwachungSausschuß. Versammlungen heut« Montag: Vergunrnn-Elekttizitäts-Werke, früh 10 Uhr, in den„PharuS- fälen", Müllerstr. 342. Henuigsdorfer A. E.G. Betriebe, nachmittags 3 Uhr, in dem Lcckal von Brase. (L P. Gverz A.-G. Alle Vertrauensmänner haben vormittags 9 Uhr im Streiklokql, Restaurant Gürlich, Friedenau, Rheinstraß« 31, zu sein. Nachmittag» 3 Uhr im Bürgersaal« deS Friede- nauer Rathauses Betriebsversammlung. ic VersicherungSange stellte für Organisation und Akquisition: nachmittags 3 Uhr. im Wilhelmshof, An- haltstr. 32. Tagesordnung: Unsere Forderungen. Bankbeamte. Nachmittag �4 Uhr, Betriebsversammlung der Bank für Handel und Industrie im Lehrerdereinshaus. Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen vor dem Rcichsarbcitsamte. Teutschcr Metallarbeiterverbaud. Heute, Montag, nachmittags 5 Uhr, Branchen-Versammlung aller im Signalbau ibeschastigten Monteure und Helfer bei Krug«, Scheringsir. 11, Eck« Hussitenstr. Bericht über die mit den Arbeitgebern gepflogenen Verhandlungen.— Unsere weiter« Swl- lungnahme. Morgen, Dienstag, nachmittags 5�4 Uhr. Branchen-V ersamm- luna aller in den EifenkonstruktionSbetrieben be- (chartigten Kolonnenführer und Vorzeichner bei Wollschläger Nchf., Adalbertstr. 33.— Ä ranchenan gelc genhe i ten.— VevschiedeneS. Morgen. Dienstag, abends 7 Uhr. Versammlung aller in den Badeapparaten- Betrieben beschäftigten Klempner im VerbandShauS, Linienstr. 83/85. Bericht der Kommission über die Verhandlungen mit den Unternehmern. Diskussion. GroßSerlw Gegen die Schließung der LuxnSlokale wenden sich begreiflicherweise die Artisten, Musiker und Gastwirts» gehilsen. Ihre Organisationen haben gemeinsam eine wohlbegrün- dete Eingabe an den Borfitzenden der staatlichen BerUilungSftelle Groß-Berlin gerichtet. Uns will scheinen, daß die Bummler und Schwelger durch die Schließung weit weniger getroffe» würden. Die prassen dann einfach in Hotelzimmern und Privat- Wohnungen. Ob ein solcher Erfolg die Brotlosmachuna vieler Tausende rechttertigt, wird selbst angesichts de» LergernisseS, da» diese Lokale geben mögen, zweifelhaft sei« können. Die sozialdemokratische Fraktion de» RitekongresseS versa«» nteft sich heute, Montag, 10 Uhr vormittags, im Festsaal de» Herrenhauses, Leipziger Straße. Ter neue Berliner TtabthauShalt geht in Einnahme und Au»- gäbe mit rund 719 Millionen auf gegen 437 Millionen im Vorjahre. AlS Zuschläge sollen erhoben werden 260 Proz. StaatSeinkommen- steuer(175 Vroz. im Vorjahre), 220 Proz. Gewerbesteuer(165 Proz.), 208 Proz.(173 Proz.) der staatlichen Grund- und Gebäudesteuer, die als 8,7 M. vom Tausend(gegen 3,1 M.) des gemeinen Werts der steuerpflichtigen Grundstücke erhoben wird. Soldatenräte der®. P. D.k Morgen, DienStag, den?. April. nachmittags 2 Uhr, Versammlung aller Delegierten der S o l d a t e n r ä t e d e r S. P. D., In den Zelte» 83, Saal 8, Wichtige Tagesordnung. All« Delegierten müssen pünktlich erscher. neu. Noch nicht abgeljolt« Delegiertenkarten find dort abzuholen. Arndt. Vollversammlung der Arbeiterräte. Zn unserem Bericht« von der letzten Volldersommluiig der Grotz-Berliner Arbeiterräte ist ein Fehler enthalten. In der Erklärung der S. P. D. muß es heißen, daß wir„den Grundsätzen unserer Partei folgend, daS System der politische« Arbeiterräte ablehnen". Ueber die Augustaner wird uns geschrieben: Fast alle Leute des Ersatz-BataillonS find mit Ausnahme de» Jahrgangs 99 im Felde gewesen und jedem, der die Kaserne betrat, werden auf jede» Schritt Kriegsinvaliden begegnet sein. Bis zum Augenblick der Bewegung standen sie zur Regierung. Beweise: Bei den Januar- unruhen wurden einige Soldatenräte, die anscheinend spattakiftisch oder unabhängig gesinnt waren, entfernt. Bei den letzte» Unruhen legen die Toten und Verwundeten der Augustaner vom Polizei- Präsidium Zeugnis ab. Maschinengewehre usw. waren nur zum Dienst zu erlangen und wurden sonst sicher und fest aufbewahrt. Die Waffen sind auch dem Freikorps vollzählig ausgeliefert worden. Von Angehörigen des Freikorps wurden aber 180 Decken, eine Anzahl Bettbezüge, Brot usw. entwendet. Die einzig« Sünde der Augustaner war. daß sie nur einen Major und«inen Leutnant in der Kaserne hatten und vielleicht Aeußerungen von Personen, die nichts mit der großen Mehrzahl der Augustaner gemein hatten. Tie Lazarettbezüge werden erhöht. Die bei Gelegenheit der Abschaffung der Arbeitszulage auch für Mannschaft«« durchgeführte Bewilligung einer festen taglichen Teuerungszulage(von 2 M.) kommt auch den Lazarett kranken zugute und mildert da- durch die Härte, die in dem Unterfchied zwischen Lazarettkranken, ntchtfreiwilligcn und freiwilligen HeeveSmigehörigen bisher besteht. Damit wird einer Reihe von Beschwerden Rechnung gettagen, die an unS gelangt sind. Doch noch Prozeß Steinboen? Di-„Wilm. Ztg." behauptet, daß das Kammergericht das Hauptverfahren gegen da» Sandsack- konsorttum v. Behr- Pinnow. Stadtrat Steinborn usw. eröffnet habe. General p. Letto« ersucht die Press«, all den Bielen, die ihn anläßlich seiner Rückkehr aus Ostafrika beglückwünscht haben, seinen Dank zu übermitteln. Wir sehen keinen Grund, diese Bitte de» Verteidiger? von Deutsch-Ostafrika nicht zu erfüllen. � Herr Klawnnde, der gewesene Stadtkommandant, läßt durch seinen Rechtsanwalt die Richtigkeit der gegen ihn erhobenen Be- schuldißungen bestreiten. Tie Gerichtsverhandlung wird ja Klar- heit bringen. Ein„Kornmerzienrat Tremler" erschtoindelie für eine halbe Million Inneneinrichtungen in hiesigen Großgeschäften. In einem Falle trat er als Neffe von Lettow-Vorbecks auf. zu dessen Empfang er eine der Stellung deS Generals entsprechende Wohnung aus- statten müsse. Es gelang, den Schwindler zu erwischen» es ist der 41 Jahre alte schon oft bestrafte Kaufmann Sieges m und von Jarontowski, der früher als Hoteldieb und Hotelschwindler viel von sich reden inachte. Güterwagendiebe erbrächen auf dem Güterbahnhof Moabit einen verschlossenen Waggon und stahlen 264 000 Zigaretten. Avramiko, zusammen über 60 000 M. wert. Obwohl die Diebe die großen Kisten mit einem Fuhrwerk weggeschafft haben, find sie nicht, gesehen worden. EröffmutgSrrnaen lo Treptow. Dauerrennen mit Motor- jührung, 25 Kilometer(600, 500, 400. 300 M.): 1. ThomaS 2S Min. 24 Sek., 2. Appelhans 730. 8. Przhrcmbel 2340 Meter zurück; Kusch- kow gestürzt und aufgegeben.— Eröffnungspreis, 1800 Meier(150. 75, 60, 25 M.): 1. Senneck« 8 Min. 37 Sek., 2. Kop», 3. Amort. 4. Schütz.— Prämienfahren.«00 Meter(320, 60. 40, 20 M.): 1. Kops 7 Min. 53 Sek., 2. Genneck«, 3. Dehnke, 4. Linsen«.~ Dauerrennen mit Motorführung, 30 Kilometer(700, 600. 500, 400 Mark): 1. Kusch low 28 Min. II Sek.. 2. Thoma» 60, 3. Przyrembel 740 Meter zurück; Lppelhan» weit zurück.— ErmnnterungSsahrei!. 1500 Meter(30. 20. 35 M.): 1. Diegand 2 Mm. 51 Sek.. 2. Brock- müller, 3. RadomSki. Spandau. Abbau der Borfchule». Der Magistrat hat dem Beschluß der Stadtverordneten wegen Abbau der Vorschulen vom O-stettermin Illlv ab zugestimmt. Friedrichsselbe. Dem Antrag« auf Erhöhung der Monatsrate von Krankenmehl kann nicht entsprochen lverden. Demgemäß sind die Vertrauensärzte angehakten, nur solchen Personen Krankenbroi oder Mehl zu verordnen, berenh Gesundheitszustand die» unbe« dingt erforderlich macht. Die Gemeinden sind gehalten, die Atteste von dem zuständigen Kreisarzt nachprüfen zu lasse».— Neuanmeldung zum Speisefettbezug; hierbei ist der.Anmelde» abschnitt" vom Händler abzutrennen. Groß-Serliner partelnachrlchten. Eharlottenburg. Für sämtliche Parteifunktionäre, Betriebsund Kommunalarbeiierräte der S. P. D..wichtige Besprechung morgen, Dienstag, abend» 7 Uhr, im Rathans« Festsaal. Mit- gliedsbuch legitimiert. Der AahlvereinSvorstand der S. P. D. Tempilbof. Heule, Rontag, abends 7 Uhr, Aula Werdet- straße, Frauenabend. Referentm Genossin Ryneck» Mit- glieo der Nationalversammlung. Marienfekde. Mittwoch. 8 Uhr, Mitgliederversammlunz bei Ronny. Vortrag: Einheitsschule und Bericht über den iSeziAstaz. Referent: Lehrer Zimmer. Spandau. BertrauenSleute und Ärbeiterräte der 9. V. G. der Staatsbetriebe. Heut«, Montag, nachmittags SH Uhr: Sitzung im Patzenhofer, Brückenstr. 5. Berantwortlich fiir Politik Art»» Zlckler, ahtte»bu»g, fttr tot Csrigen Stll b(c Blattes. Stfrrt Neuttlln: lür vaieigen Berlin. Berlea: v«WSet».Verlaa<8.«.».»erlin.«ru«.««rxrfrtMtaeBknKbMt CM SerlagSanstaU B-wi Singer u. S». in Lerlia, Lindeaftrabe S. Wanzen u. Motten mit Brut werden radikal vernichtet durch Wauzeutod Pfeiffer»! m Nasche« zu 4.V0 Mar!. S,— Mark und 1,75 Mark und M-tteutod Pfeiffer»!(SO Pfennig). öbtiaü zu haben. Herr Kar! Schwab«. Drogerie. Perleber�er Straß« SV. schreibt:.Sende« Sie mir wieder se ein GroS von de» große«, je zwei GroS von den kleinen Pockungev Son,entod. 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Di»?»v..F»rnsp.7Ibt. und Div..Fun>r.«>>l. 10 n wrenzidutz Verwendung.— Wi>eiihen finden im Sllbftne» Eichenlaub am Prägen. ffiebiente ?»rnsprechet, Funker, Blinker. Fährer. sowie alle vandwerker können sich melden. Dl« Freiwilligen erhallen bel unzenehmeu, Oicnft Verpflegung, vnarlier, Bekleidung, mobile Löhnung (minbeileus 30 Mark monatlich), anherdem 5 Mark pro Tag Zulage. Für besondere Verdienste werden weilerhi» »riegsc-unzeldinvngcu verliehen. Ordnungsgemäße Entlassungspapiere sind mitzubringen. Meldung bei Div-Nachricht.-Koinmandantnr 10 in(Slogan(Domka ernc). Fahrscheine erteilt nächstes BezirtskommanSo! __ werden auch auf Wunsch zugrlaud!. AZ/l2 Zähne m. echtem FiiedenshaDtschQh 4 Mi amrnam s Zahr» Garantie smm»m Zahnziehen m. Betäubung Ivel Beirelluna v. Sebisien grari». Goldleonen V.20M. an. Epe». Ä�TZahnpraxis flatvani,&ÄÄ WWMpMieil! schützt Euer bedrohtes ivakerland. > Freiwillige! . i- Garhe. Grenadier■ Bataillon Spandau, neue ikalern» an der Gchmldt.Rnobelsdaef. '»sie.— SeMaanaami Rodde Löhnung und drinFUnz uro x>cufimn�— 2RUtxarruu)aiiö fow! varhande» mtOtiages.— RlUiäryapieve fmb v°, zulegen.— Seife wird bei Stufte llung vergiftet.\ Bekanntmachung. Gemüsekonserven. Gemäß fi 5 der Beroedn IS. Oktober 1919 wird für den< über LedensmUtestarten vom meindedegirt der Stadt Berlw bestimmt: l. Auf Abschnitt w der Berliner vezugskartt entfällt 1 kg Aormaldase Gemüsekonserven. II. Der tot» Abschnitt �graß V Ist nur de de» durch ein Aushängeschild: „Berkauf von Gemüsekonserve» auf Berliner BezngSkarten" gekennzeichneten Geschäften gegen Empfangsbescheinigung, die auch auf den an der Harte verbleibenden Abschnitt„Uein.*� gefegt werden kann, abzuliefern und zwar am Montau, den 7., Dienstag, den 8. und Mniwsch, den S. April. Nachlräglii TrsiwiNigsvor! und Dw..srunker.Adt. 10, Grenz. schuh- Ost. stellt zu den bekannten Bedingungen sofort ein: Zeichner Schreiber(Stenogcophiftcn u. Masch iueuschrelber) und sonstige schrei bgewaudle Leute.— Ordnung«. gemäße Papiere sind mitzubringen. Die Freiwilligen erhalten bei angenehmen, Dieuft Verpflegung, Quartler, Bekleidung mo. bUe Löhnung(mindestens 30 Mark monatlich), außerdem pro Tag s Mark Zulage. Für deson. dere Verdienste werden weiierhin«riegsauszelch. nnngen verliehen.- Meldung bel: Div.»Nachricht.'Kommandantur Iv in Gloga» sDomkafcrnc). Fahricheine erttift nächstes Bezirksiommando werden auch ans Wunsch zugesandt. STAISS Prozesse, SM Rat, Beistand, mäßige Preise, Teil- zahiung. Ehe-, Alimenten-, Straf- saeden. Eingabe, u Gnadengesuche. Inndgerlchtsrai Dr. t. K I rc b b s p b Gescllschafi m. b. H-, AlezanderstraBa 4S(am Alexanderplau. ge enüber Tietz).(9—7.) Glänz. Erfolge! Bcobachtg. Sonnt. 19—12 es ist UUJt, Eile tut«oi! WOSf Mit. wo» Schleinitz, Süascr ano BotaiIlc«zckv«mMosur. i Bepifiln an Scireitaascäinen, Recleninastitn, amiÄ,.«, In eigener mechan. Werkstatt bei btlUgster Berechnung. 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Su'Ofle pro Tag, sowie Dienstalterszulagen, bei Kampjlagen 1 Äi. Aaulplzulage.— Militärpapiere sowie vorhandene Belleidung«. und AltSrü'lungsllücke mit» bringen.— Auswärtige ei halten Fahrtausweis bei nöchitcr Militärbehörde: v. Major u. Bataillone-5i vinmandeur. Möbel-Angebot. Sallde Mädelfirma llelrrt Speziol-Ett». n. ZmeiHtmmer. Einrichtnngen somlo ibinzelmöbel gegen möstlge Zinn. Vergütung bei kleiner Anzahlung und a erlügen monat- """---"--—''