Morgen Ausgabe. ttwwOi* ÜBKt. I (cM�c. Unat rfmtiKi*» für»«ajch, Int l Ctftttrek�ne««* x» BO, fta tat ttnf»ntusti&« SU. M lS�tch«nmollfl« HHiteflnnfl 7.* ER. Softtriwüonqoi nrtmni m txfno �gfinfr Utncoifrraa, E, 6*M1»eü«mn:»aa*n»«3«ÄK M> Wt, fft«» wtnr»«Barl W$(c. Saat ISn ifi vzlchflaban zAhieü für p*n Satte. rtu-nmy.MMo« 60«.v geaiULm�jm«�?», poiUiüb« UUÖ iiao�ffifMeeuie fittctnt- ii�ttgc» LS BB. Me Stv!r, Bn�cioan für ik BÜSf» Äinamtr mü6ai bis 5 ilhr maWßoMtJi* in daaptgefchüfl. Salin SS.«*, atnoerrftrtrf»\ airfstutv. �«i t ttftt ftSi tk •»cht t&aiM, Z«ntralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblands. Redaktion und Expedition: EW. öS, Elndenfle. Z. sTerafprecher- San MarrHptaH. Sir. 15190— 1S1 97. DieaStag, bot 8. April 1919. vonoärrsaverlag G.au b. H., SA), dd, LinSettstr.2. 9eta(prtikcrt Kail Vkarttzalatz. Sir. 117 63— 51. Ein Putfeh in Magdeburg. Reichsminlfter J�andsbcrg von Meuterern gefangen genommen und wieder befreit. St«sbc9«rg, 7. April.«Berott ZbrahSrrlch« de».Mar- wärt»".) Justizmiaister Laadsber». der gef!«, hier an eurer Jugrndfeicr teilgenommen hat. ist hent« morgen gefangengenommen und in eine Kaserne Ravensberg gebracht worden. Dort ist er in eine« Schreibzimmer untergebracht. Luch Genoffe Denn« sollte »verhuflet-«erden, er war jedoch nicht aufzufinden. Heut» morgen fand hier ein»roher Demo» st ratio»szug von etwa 4000 streikenden Arbeitern statt, die»ersuchten, auch die Straßen- baharr zum Ausstand gn bewegen. Die Straßenbahn verkehrt uuregrlmaßig und nur zeitweife. Auf den Straßen Herrscht sehr rege« Leben. Sonst ist alle« ruhig. Regier« ngstrnppen sind »och nicht eingerückt. Gleichzeitig find der io-nnurmdiereude Gew:r«l de» 4. L.-K. da n Kleist und der HaaptM«nn im Generakstckkte ffrhr. v. S ch ü ck i n g festgenommen worden. Di« FckstnaHai« ist durch die Mitglieder de« Wacheegnnent» erfolgt. Di« Auhaftierteu wer- den als Beisel für den verhaftete« Zührer der llitabhärtgige» Brande« and die beiden Mitglieder de« Zeurvnisoüdatewvatee Kegel und Feitel angesehen. Die Festnahme anderer i» t« e pol t t tsch,» Beweg a n g stehender Männer an« den Reihen der Sozial- de mo k ra t i« und der bürgerlichen Parteien ist ge- plant. Die Haltung der Garnison ist nicht fest. Aus Magdeburg wird den P. P. R. gedrahtet: I» Magde- bürg ist es bisher zu gröberen Schiehereien nicht gekommen: da« Rathaus ist unbesetzt. Landsbrrg ist mit 6 Bewachungsmannschaften aus dem Wege nach vraanschweig. Der sozialdemotrafische Abgeordnete Beim«, der Bankier Znckschwerdt nnd der Oberbürgermeister R« i m a r n S sollen.derhriftet' werden, find aber bisher noch nicht gefunden worden. Der kommandierende General d. Kleist ist in da» Hauptquartier der llnabhän- gigen gebrach« rrvvden. � Die gewaltsame Festsetzung eine» RegierungSmitgstedes stellt sich als ganz ungeheuerliclier Gewaltakt dar, der na- türlich von denselben Leuten ausgeht, die nicht genug über Gewalt zetern können, wenn auf Grund eines recht- mähigea Gerichtsbeschlusses ein Hastbefehl gegen einen der Ihren ergeht. Eben erst hat sich die „Freiheit' darüber entrüstet, datz in Berlin angeblich jeder verhastet werde, der in der U. S. P. oder Spartakusdewe- gung eine Rolle spiele. Da» ist nicht wahr, verhastet werden nur die Leute, die sich strafbare Handlungen haben zuschulden kommen lasten. Aber m Magdeburg kommt es den Unabhängigen nicht dararrf«l. ohne jede rechtliche Befugnis als„Geiseln' Leute ihrer Freiheit zu berauben, denen persönlich nicht da» mindeste vor- geworfen wird. Natürlich ist es ganz unmöglich, daß sich irgendeine Negierung derartige Gewaltakte gegen ihre Mitglieder gefallen lassen kann. Aber wenn die Regierung die erforderlichen Schritte zur Befreiung des Genosten Landsberg und der sonst rechtswidrig verhafteten Personen unternimmt, dann werden die Unabhängigen wieder ein grojjeS Geschrei erheben und gar mcht begreifen können, dotz sie etwa ein solche« Borgehcn der Regierung provoziert hätten! Das Kabinett ist Montag«m 7 Uhr susarnmenge- treten. um über die M a fe n a h m e n. die durch die L e r- Haftung seines Mitgliedes Landsberg notwendig ge- worden sind, zu beraten. Berlin, 7. LprÄ. van berufener Stell« wirb trn« mitgeteilt: Heut« morzen ist der Reichsjustizmirnster LandSberz der zu einem privaten Besuch in Magdeburg wcikte, aus der Sttahe von den Aufständischen sestgenoinmen worden, die dadurch ein« Freilassung de« Führers der Unabhängigen Brandes erzwingen wollten. Di« Reichsregierung weih, datz sie völlig im Sinn« Lands- berg« handelt, wen« fi« auf diese Srprcssung nicht eingeht. Sie wird für dies« unerhört« Frei bei» eberaubang eine» Kabinrrtonrit- gfiedeS und Verletzung der Immunität eine« Mitgliedes der Ratio» nalversammlung aufs energischste Rechenschast fordern und hat bereits Schritte eingeleitet, um den unhaltbaren Zuständen in Magdeburg ein Ende zu machen. Der Vorfall zeigt, daß der Reichs- wehrminifter nur zu recht hatte, als er am Tonnabend auf dies« t» Magdeburg geplante Mifitärrevolte hinwies. Di« Schuld,- gen werden ihre Tat schwer zu bützen haben. Heber Magdeburg ist der Belagerungszustand verhängt und ein« ausreichende Truppenmasse ist in Bewegung gesetzt worden. Lanösbery wieüe? frei! v e r l i o, 7. April. Von zuständiger Seite wird uns Mitgeteilt: Das Auto» mit dem der Minister Landsberg unter Bedeckung mehrerer Aufständischer von Magdeburg nach Brannschweig gebracht werden sollte, ist in Helmstedt durch dir Aufmerksamkeit uad Eutschlostcnhctt der Polizei angehalten worden. Dir Aufständischen wurden elltwafsnet. Der Minister hat sich aus die Polizeidirek- tioa begebe»._ die Stellung Samerns im Reiche. Berlin, 7. April. lAmtlich.i Nachdem in Münch« die Rite repnblik ausgerufen worden ist, die bisberige Regirruxg München verlassen hat und der Landlag widcr Recht und Gesetz aufgelöst worden ist, ist das Verhältnis B n y e r n S zum Reich in ein neueS Siadiu« getreten. Entsprechend der vorläufigen Verfassung dürfen im Slaatrn«uSsch»i nur Regierungen terlrne» sei», die aoS ollgemeinen Wahle« hervorgegangen sind und die da« See trauen ihrer Bollsvertretungen genießen. Beide voran« setzunzeu treffen auf die Räteregiernng München nicht zu Tie kann also de» StantenaoSschuß nicht angehören. Die ReichSregieraitg><»»< Srnatni« e»n der Erklärung de« datzrischeu MiaistcrprSstdente« Haffman«,»onech die bisherige Regierung nicht znrückgetrete» ist. fnader» nur ihren Titz von München weg»erlegt hat. Str betrachtet diese Regierung nach wie vor als de» A u« d r n ck d« S Mehrheit«- willens des dagri scheu Volkes und ist mit ihr der Ansicht, daß fi« die einzige Inhaberin der Höchst- g e w a l t in Bayern und allein berechtigt ist, rech,«wirksame Anordnungen zu erlassen und Befehle zu erteile». Der»eitere Ber- bleib idreS Vertreters ,» TiantenauSschuß wird daher von der Reichs» regieruug a l S zu Recht bestehend anerkannt. Ministerpräsident Hosfman» nnd der bisherige Nilitärminister Schneppenhorst find in Nürnberg eingetrof- fe» und weilen im Generalkommando, daS auf der Burg unter- gebracht fit. Für heute abend find ll Mitgliederversammlung«« von sozialdemokratischer Seit« einberufe», in der die Stcll-ungncchme zur Räterepublik besprochen werden soll. Das bäuerische Kabinett. Minchen, 7. April Die Korrespcmdenz Hoffman« mekdet amtlich: Die in München anwesenden Mitglieder des Zentralrate» find in der Nacht vom 8. zarn 7. April mit de» revolutionären Arbetterrat München, de« Mitglieder der MehrheitSsoztaldemokratte, der unabhängigen iozialdemo- kiatischen und der kommunisttichen Partei angehören, zusammengetreten und habe« beschlossen, die Räterepnblik Bayern auszurufen. Die Versammlung einigte sich auf die provisorische Ernennung folgende? Volksbeauftragter: Aeußeres: Dr. Lipp iU. 6. P. D.), Inneres: Sold mann(U. SP. D.), Volkswohlfahrt(früher soziale Fürsorge): m e i st e r(U.€>. P. D.), Volksaufklärung: d a u e r(parteilos), Finanzen.: Silvio Gesell, st ü b l e r vom Bauernrat. Verkehr: P a u l u k u m P. D.), Land- und Forstwirtschaft: Steiner vom Bauern- rat. Volkswirtschaft: Br. I a s f ö(U. S. P. D.), Militär: un- bestimmt, Kommissar für ErnähningSwesen: Wutzlhofer, Kommissar für Wohnungswesen: Dr. W a d l e r. Die Nachricht, daß die Genossen S e g i tz und T ch n e p- P e n h o r st in diese bolschewistische Willkürregierung ein- getreten find, bestätigt sich somit erfreulicherweise nicht. DaS Kabinett besteht aus Unabhängigen, die somit ihren ll ebergang zum Bolschewismus vollständig vollzogen haben. Aussallend ist gas Fernbleiben der Kommunisten. In d>r gesiZtn abend veröfienUlch:en Kandidatenliste mutz es unter.Justiz' heißen Böhnheim iniwt Böheim). München, 7. April.(Cvrr. Hvffmann.) Da» Generakkem- mando de» 1. Bayerischen ArmeekvrpS gibt bekannt: Unter Heutige« wurde die RöterepubNk Bayern ausgerufen. Für de« vereich dr» 1. Bayerischen Armeekorps wird bis«nf weitere» der»er- schärft« BelngerangSzustand»erhängt. Zofammen. rottungeu»nd Demonstrationen sind strengstens»erboten. Wrr tätlich gegen die Vertreter der Räterepublik vor- geht, wer plündert, raubt oder stiehlt, wird er. schössen. Der im Sorpsbereich des 1. Bayerischen Armeekorps verhängte Belagerungszustand und das Ste»dr»cht werde« nur im Jnterffe der Sicherheit des Proletariats bis auf weitrreS aufrecht erhalte». Die Polizeistunde ist auf abends lll vhr, an SamSiageu und Ton»tagen auf abends ll Uhr festgesetzt. Sine St»„de„ach Eintritt der angegebenen Zeit hat alles in seiner Brhaufung zu sein. DaS Neckt der Strasse gehört drr klassenbewusstcn Arbeiter- schaft! Die revolutionäre» Soldaten, welche den Schutz der Ar» beiterklassen übernommen habe», sorgen für die Durchführung dieser Anvrdnuog. Hage- L a n- VL: Der Rätekongreß. Nrcht besser Kirnte der zweite Rätekongreß, der heitte hier zusammentritt, die Reif« des aibeiteidde» Volkes erweisen, als wenn er seine kostbare Zeit daran verwendete, unbeirrt von den aufregenden Ereignissen des Augenblicks die bedeutenden sachlichen Arbeite» zu erledige«, die vor ihm liegen. Die Regierung hat den Entwurf erneS Verfassung?- Paragraphen veröffentlicht, der die Stellung der Ar- beiterräte innerhalb der Demokratie genau umgrenzt, ein ausführliches Gesetz über Wahl. Bildung und Funktionen der Räte ist angekündigt. Die Gesetigcbung ist im Fluß, und nienmnd ist mehc dazu berufen, sie anzuregen und zu beeinflussen. olS der Rätekongreß selbst. Fragen von eirtscheidmder Bedeutung für unser Lerfasjungswesen, unsere Volkswirtschaft, Sein und Nichtsein de» arbeitenden Volkes sind hier aufgetan. Möge der Rätekongreß die Zeit dazu gewinnen. sie in omer Weife zu beantworten, die dem dauern- den Wohl des arbeitenden Volkes dient. Die Arbeiterschaft Berlin», die de« Kongreß in ihrer Mitte begrüßt, sollte alleS tun, ran seiner Arbeit einen gün- sttgen Boden zu beretten. Sie durch Tinrmtt zu stören, tnic das leider den Beratungen des ersten Kongresses wider- fahren ist, liegt gewiß nicht in ihrem Interesse. In den Be- trieben wird zurzeit von linköradikaler Seite wieder mächtig daran gearbeitet, Arbeitseinstellungen und Demonstrationen hervorzurufen und den Kongreß bannt unter Massendruck zu setzen. Der Kongreß ist aber selber aus den Massen hervor- gegangen und mit ihren Stimmungen gencyt vertraut. Un- verantwortlich wäre der Versuch, seine Entschlüsse von außen her diktatorisch zu beeinflusse». An aufregenden Momenten wirb eS ohnehin nicht fehlen. Da ist der Bergarbeiterftteik im Ruhrrevier, die i n B a h e r n ausgedrochen« Anarchie, sind die Vorgänge in Magde- b u r g, wo ein Mitglied der ReichSregierung. Genosse Lands- berg, und mehrere Offiziere von meuternden Soldaten in verörechensther Weis« chrer Freiheit beraubt worden sind. Sollte der Kongreß neben semer sachlichen Arbeit Zeit sirchen, sich irnt diese« Angelegen Herten zu beschäftigen, so mußte er sich fragen ob es in dieser Weife weitergeh«» kann. Die äußerste Linke ist bekanntlich nicht dieser Anficht, sie will die Diktatur— allerdings erst, nachdem sie selber ihre Herr- schaft anartreten haben wirb. Die Frage scheint denmach nur noch zu sein, zu welchem Zeitpunkt die Diktatur kommt und wer sie machen wird. Die äußerst« Linke scheint llberzengt jn sein, daß Ihre Diktatur sehr schnell eine Besserung unserer ttoftlof«m Oer- Hältnisse herbeiführen würde. Wir sind vom Gegenitzrl über- zeugt. Würde» hie Nationalversammlung, sämtliche recht- mäßig gewählten Volksvertretungen der Einzolstaaten und die auf ihr Vertrauen sich stützenden Regierungen davongejagt werden, so würde nicht die Möglichkeit gegeben fein. Frisden zu schließen, noch Nahrungsmittel ins Land zu bekommen, noch die innere Wirtschaft neu miszubauen. Die äußerste«fite denkt nur daran, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die sich ihrem Machtwillen entgegenstellen, von den Schwierig- ketten, die ihr aber dann bevorstehen, hat sie nur eine sehr unzureichende Vorstellung. Und doch könnten die Arbetterräte aller Richtungen aus ihren Erfahrungen schon gelernt haben, daß die Dinge viel härter find, als sie eS im Shtbierziiirmer und auf der Rednertribüne erscheinen, und daß keine Partei die in Hoffnungen hochgespannten Massen vor schlveren Ent- tüuschungen bewahren kann. Auch der zweite Rätekongreß wirb, soweit ein Ueberblick bisher möglich ist, eine starke mehrheitssozialistische Mehrheit haben. Das ist die Schwierigkeit der Konunu- nisten. Da die arbeitenden Massen im Reich vorwiegend mehr- heitssozialistifch gestirnt sind, bedeutet ihre Formel„Alk Macht den A.- und S.'Räten!' vorläufig nichts anderes als: „Alle Macht der Sozialdemokratie!' Die SozialÄenrakratte liegt ihnen auf J&em Weg zu ihrem Unheilözirl wie ein schwerer Block. Sie können ch« nicht forträunven, also vsr- suchen sie ihn zu sprengen. Und wer will leugnen, daß schon bedenkliche Rift« und Sprünge zu sehen sind. Unter der Parole:„Emi- guiig des Proletariats" droht die Einigkeit' in der Sozial- demokratie zum Teufel zu gehen. MenrunaSvcrschiedenhciten sind darüber vorhanden, wi« wett die Partei aukaerMten Massenstunmungeu entgegenzukommen, wie weit sie sich Anaz rpjqeqCTqttftfimww!5nf, M fftr WStocfrc ie* BolWch�tntui öie richtigen Mittel ergriffen worden sind, ob und inwieweit die Regierung ihre Aufgaben richtig auffaßt. Daraus resul- tisren dann Meinungsverschiedenheiten über militärische Or- ganisatimr, Kommandogewalt, staatsrechtliche Stellung der Ar- beiterräte und über die taktische Behandlung der auftauchenden Tagesfragen. Insolgodcffcn erleben wir jetzt in Bayern das Schauspiel, daß zwei revolutionäre Regierungen einander gegenüberstehen, die sich darauf vorzubereiten scheinen, untereinander den Ge- >valtkampf m>: die Macht auszukämpfen und daß sich in beiden Lagern Mitglieder der fozialdcrnokratischen Partei befinden. Diese? Beispiel scheint uns gerade nicht vorbildlich zu sein, und wir glauben nicht befürchten zu müssen, daß etwa ine sozialdemokratische Fraktion des Rätekongresses ein ahn- tiches Bild bieten könnte. Die Sozialdemokraten des ersten Rätekongrefscs haben sich ein bleibende? geschichtliches Verdienst erworben, indem sie die revolutionäre Entwicklung Deutschlands in die Bahn der Demokratie drängten und dem allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahl- recht gegen alle Widerstände von links die Gaste öffneten. Die Sozialdemokraten des zweiten RätekongresteS niüsten Set- leidiger und Fortsetzer des begonnenen Werkes sein. Sie müssen die Einsicht ausbringen, daß man die von ihnen ge» wollte Staatssorm gegen fortgesetzt verbrecherische Umtriebe zu ihrem Sturz nicht nnt guten Reden allein bekämpfen kann, sondern daß es notwendig ist, dem fanatischen Treiben ocr Gegner mit eiserner Willensstärke zp begegnen. Die Vorschläge der Regierung zur Ausgestaltung des Rätesystems sind noch kein starres Gebilde, sie sind bessernder Umformung noch zugänglich, aber kein grundsatzrreuer Sozialdemokrat wird einer Aendernng zustimmen können, die das selbstbesttmmungsrecht des Gesamtvolkes in irgend einer Weise antastet. Mögen dann auch in der Frage der Soztalt- fierung die theoretischen Austastungen auseinander- gehen, so wird unter Sozialdemokraten doch wenigenS darüber grundsätzliche Ucbereinstimmung herrschen müssen, daß dem Volk keine Sozialisicrung aufgenötigt werden darf, die es selber nicht will. Selbst wenn man unter Zustimmung der Volksmehrheit phmltastische und dilettantische Vorschläge durchzuführen versucht, so ist daS schon schlimm ge'.rug. Un- geheuerlich wäre es aber, wenn man solche Pläne in Angriff nähme, ohne sich dessen vergewiffert zu haben, daß das Volk auch mitgeht. DaS Volk, das durch die Revolution frei geworden ist, muß selber sagen, tvas ihm dient und frommt. eS ist kein Versuchskaninchen für plötzlich aufgetauchte Sozial- doktoren. Möge der zweite Rätekongreß mit Nüchternheit und F e st i g t e i t an seine schwere Arbeit gehen, damit werden seine Mitglieder wirkliche Führerqualitätcn beweisen. Mit Rohren, die im Winde schwanken, und Kork, der oben schwimmt, ist in dieser Zeit nicht« anzufangen. Männern aber, die im Sturm seststehe«. wird daS Volk noch einmal Dank wissen. Begrüßung ö erTeilnehmer amRätekongreß. Der fjentralrat hatte gestern abend im großen Saale de« .Rhiingold" eine Begrüßungsfeier für die Teilnehmer am zweite» Nät-kon.greß veranstaltet. Genosse Max Cohen hieß die Delegierten im lUanat des Jentralrats willkommen.„Di« Delegierten— sagte er— find als umniitrlbare Vertreter bti werktätigen Volkes HiccHengekcniwien. Es ist unsere Aufgabe, mit dazu beizutragen, daß die Aerktätig- keit de? deutschen Volkes sehr bald wieder die alte wird, in daß sie sie noch übertrifft. Dann werden wir bald zum SozialiS- Abkehr von öer Großstaöt. Von Hermann Widmer. Tausende von uns befinden fick im Falle eine» Menschen, der seine fugend auf dem Lande verlebt, den aber seine Ausbildung und fem Beruf gezwungen hohen, den größten Teil seines LcbenS in der Großstadt zu derbringen. Wir alle gingen gerne nach der Stallt. Sie lockte und zog uns an, ihr Lichterglaaz blendete nnt, die überwältigende Fülle, die unvergleichliche Abwechslung ihrer Vergnügungen berauscht« uns, sehnsüchiig ivollten wir uns an ihren ungeheuren BildungSmitteln mit Weisheit vollsaugcn, ihre �Schätz« wollten wir erringen kurz, in ihr wollten wir das Glück, das Glück selber errassenl Wir wissen, daß es bei den meisten von uns anders gekommen ist. Wir sahen bald genug hinter die lkulisscn, wir merkten, daß wir hier unvergleichlich früher zermürbt wurden als unser« Ange- hörigen, die auf dem Lande und in den kleinen Städten geblieben waren. Und die Vergnügungen? Du lieber Gott, sie verloren schnell den Reiz der Neuheit. Gerade die, die den Neuling am meisten locken, uberläßt er schon nach wenigen Jahren neidlos den anderen, den Fremden, und nur die ernsteren kalten in houröo- vaihischen Do>cn genossen dauernd vor. Es ist eine bekannte Er- scheinmrg, daß es. gerade unter den eigentlichen Großstädtern die meisten Philister gibt, und zwar unter den Berlinern sowohl wi« beispielslvcise ini'cr den Parisern. Das ganze rauschende Leben der Stadt geht sie eines Tages ganz einfach nich!» mehr an, e# befriedigt sie nicht mehr, und sie bleiben, umgeben von Millionen Menschen, allein in ihren vier Wänden. Und dann taucht wieder die Sehnsucht in unS auf nach dem Leben unserer Jugend, nach der Natur, der wir unZ entfremdet baben, und eC wird immer klarer: unser ganzes Lebe» ist falsch, die Großstadt ist ein Unding, etwas Unnatürliches,«ine Durch- gangsstation und ein notwendige? Uebel vielleicht, dem der Mensch zedenfalls nicht[ein ganze? Leben lang ausgesetzt sein dürft«! Tausenden, ja Hunderttausenden ist im Kriege dies« Erkenntnis gekommen! Sie ist ihnen gekommen, tveil sie plötzlich aus der Großstadt Herausgerissen wurden, und weil sie dann über vier Jahre lang ein Leben führen mußten, dessen Gegensätzlichkeit zu ihrem vorherigen gar nicht stärker gedacht werden rann. Der Mann, der manchmal alle Bequemlichkeiten der Großstadt gewöhnt war, der sonst den ganzen Tag im geschlossenen Raum tzn der Fabrik oder im Kontor saß, lebt« nun fast dauernd im Freien. Und da Veobachfet« einer nach dem anderen etwas ganz UeberrafchendeS: trotz allen Unannehmlichkeiten, trotz der ungewöhnten körperliche» Anstrengung, trotz Frost und Hitze und Regen und schlechterer Vor- pslegung als im Frieden— dieses Leben bekam ihm! Es war merkwürdig, aber es bekam ihm besser als das Leben in der Groß» stadt. Alle möglichen Leiden, Sic er früher nicht loS wurde, waren eines Tages verselchnmdeu. Er wurde wieder ein irischer Geselle, wurde wieder körperlich tüchtig und konnte mehr leisten, als er sich selber jemals zugetraut hätte. Ein jeder von uns, dar daS Glück batte, eine Amt lang an ruhigen Frontabschnitten, z. B. rn den reizenden Barackerrdörfchen der Reservestellungen zu leben, wird mir diele Erscheinung bestätigen. Und manch? c wird sich gesagt doben: wenn ich wer nicht ständig in Abhängi�kett und unter Anfi ficht wäre, wenn ich hier eine auskömmliche Existenz und ein netteS HäuSche» hätte, kurz, wen» ich nicht Soldat, sonder» ei« frei« •om» kburrnar."tzn Westen.stressen ife* Reiches steR«an stfe RR« iricht. Man macht sie verantwortlich für alles Böse, für alle Wider- wärtigkeiten, unter denen wir zu leiden haben. Mir scheint dieser Vorwurf sehr ungerechtfertigt zu sein. Noch unrichtiger ist die Be- Haupttmg, die Räte. seien die Nachfolger von denen, die das deutsche Krirgshecr von hinten erdolcht haben. Niemand hat das deutsch« He« von der Heimat her erdolcht. E» ist besiegt und geschlagen durch die Uederurocht der Gegner. AIS nach der Niederlage die Katastrophe mit elementarer Gewalt hereinbrach, da sprangen die Räte in die Bresche, um den völligen Zu sanrme n b r u ch der ttcdnung zu oerhindern. Daß dabei Uebergriffe und Betrügereien vorkamen, wird niemand von uns bestreiten. Wen kann es wundern, daß in einer wild bewegten Zeit auch Ausschreitungen vorkommen. Doch sie haben mit den Räten nichts zu tun und find sehr bald beseitigt worden,. De Arbeit de? Kongresses beginnt in einer kritischen Zeit. ES wird sich zeigen, od« in der Lage ist, für daS Wohl oder Wehe Deutschlands etwas zn tun. ES herrschen verschiedene Meinungen unter den Räten, aber sie all« wollen das Beste. Wir werden auS den verschiedenen Luftassungen einen Mittelweg zu finden suchen, auf dem wft wieder in die Höh« kommen. Ich glaube, daß jeder dem Ernst der Situation Rechnung tragen und»ersuchen wird, Baustein« herbeizuschaffen für den Wiederaufbau unseres Wirt- schastfebenS. Ohne die Rät« wird mau Deutschland nicht mehraufdieBeinestelleukönnen. Die Idee der Räte sitzt so rief im Empfinden der Arbeiter, daß«S sich nur darum handeln kann, die Form zu finden, in der das Leben m Deutschland wieder aufgekaut werden kau». Lange wird ei dauern, bis wir die Produktion so intensiv gestattet haben, daß wirklicher Sozialismus entstehe» kann. DaS neue Deutschland wird ein Land der Arbeit sein, wie noch keines existiert hat. Weirn wir auch selbst nicht mehr die Früchte unserer Arbeit ernten können, so wird eS uns doch ge» linge», so z« arbeiten, daß unsere KinderundKindeSkinder zu neuem Glück gelangen. Wenn der Sozialismus der alte bleibt, können wir daS Werk vollende». Ju diesem Sinn« wolle» wir arbeite». dke Rechte öes künftigen Reichstages. Di« Beratungen der Berfassungökomnnsfio«. Weimar, 7. April. Zu Beginn der heutige» Sitzung des Ver- fassungSauSschusseS nahm der Vorfitzende Haußman» sDem.) Bezug auf die Erklärung der süddeutschen Negierungen, die sich gegen versckradene Beschlüsse d«S VerfassungSauSichusse» in ein« öffentlichen stundgebuna gewandt haben. Der Vorsitzende hält die Form der Veröffentlichung nicht für unanfechtbar. Im Übrigen wolle« selbst nicht materiell auf die Kundgebung der süddeutschen Siegferunge« eingehe». Di« Mitglied« de» Ausschusses verzichie-tcn ebenfalls auf eine materielle Erörterung d« süddeut- schen Beschwerdepunkte. Der VerfaffungsauSschnß setzte danach feine Beratung de« dritten Abschnitts, der sich mit dem ReichSiag beschäftigt, fort. Die Mehrheri des Ausschusses nahm den Artikel 47 an, der besagt, daß d» Reichspräsident de» Reichst»,»»fllfe» kam», jedoch nur einmal an» dem gleiche» Anlaß. Die Neuwahl«» haben spätesten» am St). Tag«, d« Zusammentritt späte. stens am SV. Tag« nach dem Tage der Auflösung stattzufinden. Die sozialdemokratife�en A bände rungSanl rüge. di« ersten» einmal besagten, daß der Reichspräsident zur Auflösung die vorherig« Zustimmung de» ReichSministeriumS habe» müsse, und die zweiten! die im Entwurf vorgesehene Termine bei 60. und des 00. Tage? abkürzen wollten, wurden abgelehnt. Im nächsten Artikel 48 sind die Bestimmungen getroffen, daß d« Reichs., wg sich seinen'Präsidenten, seinen Vizepräsidenten und Schrift» führ« wählt und sich seine GeschäftSrwdnuim selber gibt. Hier wurde daS Wort Präsident nach längerer Diskussion durch da» Wort „Obmann"«setzt. Für diese.Verdeutschung" errangen die Sprachtümfer eine knäpve Mehrheit der Kommission. Der nächste Artikel setzt fest, daß die Reichst agSv«handlungen öffentlich sind. Der Rcgi«ungSentwurf schlägt vor. daß üb« Mann wäre, dann würde mir daS Leben im der freien Natur tausendmal best« gefalle» als da» w den dumpfen Arbeitsräumen der Großstadt.\ Wie kommt«S, daß trotz alledem die Leute vom Lande, die einmal in d« Großstadt sind, nicht mehr zum Land« zurückfinden? ES find zum großen Teil die oft gerügten sozialen Zustand«, di« die Landflucht»«anlassen. Vor Jahren lernte ich einmal einen schlesischen Baron kennen, der ein Kunstmacen war und jung« Künstler gerne zu sich einlud. Er war ein reicher Mann, d« Herr Baron, denn« besaß zwei Rittergüter, und er war ein frommer Mann, denn« hatte eine schön« Kirche in seinem Dorf« bauen lassen und ging de» Vorbildes wegen jeden Sonntag zweimal zum Gottesdienst. DaS Schloß war prächtig und künstlerisch. Aber am meisten entzückt« mich doch eine unvergleichlich malerische, ganz zer. fallen« Lehmhütte mit einem alten, grün bemoosten Strohdach. Ich fing sofort an, da» aparte Motiv in meinem Skizzenbuch festzu- hatten, aber ich wurde an diesem Tage leid« nicht damit fertig. Wozu dienen diese Hütten eigentlich, fragte ich den Baron? DaS sind die Wohnungen meiner Leute, sagt««, hier wohnt z. B. mein Großknecht darin. AlS ich ihn»ack, einigen Wochen Wied« be- suchte, wollte ich zuerst mein« Skizze fettig machen, und strebte der Gegend zu, wo ich das Häuschen wußte. Ab« o web! Die Hütte war verschwunden, sie war eingefallen, und auf dem Platz, wo sie gestanden hatte, war nur noch ein Schutthaufen zu febenl A b.e r bis zum letzten Augenblick batte sie dem Groß» knecht als Wo b n u ng g edientl ©o werden tau sende von Landkindem, die einmal in d« Groß« stadt waren, nicht so sehr dau«nd von dieser angezogen, als viel- mehr von ihr« Heimat abgestoßen, der dortigen Zustände wegen. llnd doch ist es für die meisten falsch und ein Unglück, wenn sie in der Stadt bleiben, und doch wird für viel« der Tage kommen, wo sie e» bereuen, daß sie nicht zurückgekehrt find. Aber dann ist e» zu spät, denn si« sind inzwischen zu alt geworden, und können ihr« Existenz nicht mehr umbauen und tbr Leben nicht mehr ändern. Dann hält sie die Großstadt unerbittlich umkrallt und mit ungestillt« Sehnsucht nach dem freien Lande im Herze» müsse» sie ihr Leben in ihr beenden. Di« öffentlichen Gewalten ab« haben die Aufgabe, den Ur- lacken der Landflucht, die nicht nur de» einzelnen so oft um sein Leben betrügt, sondern auch den Staat, die Gesamtheit entkräftet und schädigt, dadurch zu begegnen, daß sie alle? tun, um die sozialen Verhältnisse auf dem Lande zu verbessern. Tann wirb der Ruf: .Hinan» au» der Großstadt", der jetzt von so dielen Volksfreunden «tönt, von manchem zu feinem eignen Glück« befolgt werde». Grotorien-Kufführunflea. Die Singakademie ist eigentlich immer«in„Blümchen wunderhold" gewesen, d. h. sie hat, sei es aus traditioneller Ge- wohnhcit, fei e« au» Verkennung der sogialkünstlerischen Auf- gaben, die heule auch die Mustk zu erfüllen verpflichtet wirb, ihve Wschließung vor dem Volle und breit«« Oeffent- lichkeit konsequent eingehalten. Es scheint nun, daß man diesen antiquierten Standpunkt preisgeben will, was zu begrüßen ist. Diek-mal geschah eS wobl mehr wegen eines Aktes stiller Wobl- faihrfLpflege, �r die Singakademie ihre Stütze lieh. So aber kam auch die Uraufiührung(Manuskript) einer neuen Schöpfung von Max Bruch, dem mitte» unter un» lebende» Altmeister all« hfe Bezf-stuimeu be» Reiches zn«MpZittg«, Staate» ttr nichtöffentlicher Sitzung Beratungen stattfinden können. An dieser Fassung nahmen die Sozialdemokraten Anstoß. Sie beantragten folgenden zweiten Satz:„Auf Antrag von öO Mitgliedmn kann mit Zweidrittelmehrheit d« Ausschluß d« Oeffeutlich- keit beschtosfen werden." Dies« Antrag wurde angenommen Im nächsten Artikel 50 werden die Rechte de» Präsidenten des Reichstags oder— wie€5 fetzt ja heißen soll— des Obmannes des Reichstages festgesetzt. Der Präsident übt das HauSrecht aus, wie infolge eines AbänderungSanttagS hi« in die Regierungsvorlage noch eingefügt wurde, und ihm untersteht außerdem die Hausverwaltung. Zwischen zwei Sitzungsperioden oder Wahlp«ioden führen der Präsident und die Mzeprästdenien d« letzten Tagung ihre Geschäfte fort. Im nächsten Artikel 51 kommt die Frage der Wahlprüfun- gen zur Ervtterung. Die Regierungsvorlage schlägt vor, daß zum Zwecke der Wahlprüfirngen sowie d« Prüfung der Frage, ob ein Mitglied des Reichstags das Recht der Mitgliedschaft verloren habe, boim Reichstag ei« WahlprüfungSgettcht gebildet werden soll. Dieses WahlprüfungSgettcht soll aus d« er. forderlichen Zahl von Mitglied«n de? Reichstags bestehen, die er für die Dan« d« Wahlpettode aus sein« Mitte wählt und aus der erforderlichen Anzahl von Mitgliedern des Reichsverwal- tungSgericht» oder bis zu dessen Errichtung des Reichsgerichts, die der ReichSvräsident auf Vorschlag des Prästdenteu dieses GettchtS«nennt. Di« Durchführung des Verfahrens inner- halb der Verhandlungen vor dem WahlprüfnngSyerichi liegt einem vom WahlprüfungSgettcht zu«nennenden Reichskommissar für Wahlprüfungen ob. Zu diesem Entwurf der Regierung lagen eine ganze Reihe von LbänderungSanträgen vor. Sie wurden sämtlich abgelehnt mit Aunsahm« eines sozial- demokratischen. Di« Beratnug deS VerfassnngSauSschusseS ging danach auf den nächsten Artikel üb«. Morgen und llebermorgen wird der Ver- fassungSauSfchnß die Zeit, die ihm«och gelassen ist, bis zum äußer- sten ausnutzen, um seine Arbeiten zu beschleunigen. D« Präsi- dent der Nationalversammlung, d« der heutigen Sitzung bei- wohnt«, kündigt« an, daß von Donn«stagfrüh an sowohl vormittags wie nachmittags Sitzungen im Plenum der National» Versammlung stattfende» würde». die Lage im Ruhrrevier. Weitere Ausdehnung der Streikbewegung. Esse«, 7. Apttl.(TU) Di« Gesamtzahl der AuSstän- digen bei der heutige» Frühschicht hat 156615 Mann be- tragen gegen 145 8SZ Mann am Sonnabend. Auf der Frühschich:, Mittags- und Nachtschicht am Sonnabend belief sich die Zahl der Streifenden auf 267 901 gegen 216 274 Mann am vorhergehenden Tage. v Esse«, 7. LprA.(TV) DaS G e»e? a Ist re i k ko m i tee v«- breitet eine» Aufruf au die Arbeiterschaft, in dem zur Beteiligung am DesamtauSstande aufgefordert wild. Da- »ach befänden sich 221 Schachtanlagen mit rund iOOOOO�Berg- arbeiier» int Ausstand«. Zugleich werden die Forderungen mitgeteilt, die ein- stimmig iu de» Kruppschen Versammlungen angenommen worden sind und vor deren Bewilligung die Arbett nicht wieder aufge- iwmmeu werben soll Sie«strecken sich im wesentlichen auf Er- höhung d« Löhne und LebcnSmittelrationen, Auflösung der Freiwillige nkorp», Aufstellung ein« Volkswehr, Anerkennung de? Rätesystem» und Bezahlung d« Etveikschichten. Zu heut« morgen 9 Uhr wurde eine Versammlung nach dem städtischen Saalöau einberufen. Düsseldorf, 7. Apttl. Da im Städtischen Elektrizitätswerk heute morgen nur in gettngem Umfange gearbeitet wurde, mußte die Straßenbahn ihren Betrieb um 10 Uhr Wied« ein- stellen. In den Düsseldorfer Werken ist der AuS- stand noch nicht allgemein. In de» großen Betrieben ruht die Arbeit fast ganz. Anzunehmen ist, daß in der Hälfte der Düffel- dorfer' Werke bi» zu zwei Dritteln der Arbeit« arbeiten. namhaften Komponisten, zustande. Da» Werk heißt„Trauerfei er für TOignon*: eine Szene ans Goethes„Wilhelm Meister für Doppolebor, Solostimmen und Orgel. Knaben bttn-- gen eine« zu früh Vollendeten in» Totenreich Beweglich geht ihre Klage nur ihn; auch sie möchten mit ihm ruhen. DaS wehrt ihnen der Chor: sie mögen Wied« ins Leben zurückkehren mit hei- ligem Ernst, begleitet von Liebe und geschmückt mit dem Kräng der UnfterAichtett. Analog der gesteigetten Situation erklimmt das Werf gegen den Schluß hin den Gipfel höchst« Feierlichkeit und polhphouisch« Schönheit. Klassische Reinheit und Abgeklättheit d« musikalischen Mittel, die hier in der innigen Korrespondenz zwischen dem eigenartig gestellten Doppelchor und vier weiblichen Solostimmen einerseits, sowie zwischen Orgel und Orchester an- dererfeiis zur Anwendung kommen, bilden keineswegs die ein- zigen Vorzüge der Tondichtung. Erstaunlich wirkt der frische Springquell der Erfindung und bi« in farbigem Glanz gebadete Klangttchkeit. Allem diesem entsprach di« Aufführung, ein Muster an Vollkommenhett. Sämtliche hierbei mitwirkenden Faktoren, nicht zuletzt di« beiden Sopranistinnen Maria Mar« von G o e tz, Ebel-Wilde sowie die Altistinnen Marta Stapeifeld-- Hilde Ellger und d« Daritonist Wilhelm Guttmann. gaben tbr Beste» her. Das Gesagte gilt auch in bezug aus BrahmS „Deutsche? Requiem". Der Oratorien-Verein führte am Sonntagabend in d« allen Garnisonkirch« den MendelSfehnschen„Elia 8* auf. DaS Bestechliche hieran war wohl, daß nicht bloß die unveuwelklich anmutende Schönheit des Oratoriums, sondern gerade feine innere Dramatik, wenn man so sagen kann, sichtbar gemacht wurde. Frei- lick, neben einem bock, künstlerisch zu bewertenden Materia! an männlichen und weiblichen Chorstimmen, muh den Solisten: Frau Mafalda S a l d a t i n i, Paula Weber, Paul Bauer und'Cor- neliuS BronSgeest bewundernde Anerkennung gezollt werde». DaS waren Glanzleistungen im einzelnen und Ganzen. D« wtti« Kirchen räum saß gesteckt voll andächtiger Zuhör«. Den starten, leistungs fähigen Verein, d« alljährlich nur drei Oratorien fferauSzufcriffgeu pflegt, wird man sich zu merken habe». de. Notizen. — Theater- und Schülerrat. Willy Stuhlfeld, der L«it« deS Würzburger Stadttheaters, hat mit dem Schülerausschuß der dortigen Schulen ein einheitliches System geschaffen, den Schüfern die Kenntnis d« klassischen Werk« zu vermitteln. Die erste Vorstellung bracht« den Schülern Beethovens„Fidelio". — Theater. Die Uraufführung von Elfer Latter-SchülerS „Wupper" im Deutschen Theatn(für di« Gesellschaft„Das junge Deutschland") ist auf Karfreitag verschoben worden. — S t u r m a b e n d. Am Mittwoch trägt Rudolf Blümner Potsdamer Straß« 134» erpressionistische Dichtungen von Kurt Hey nicke, August Stramm, Adolf Allwohn und andere vor. Her- «arth Molden spielt eigene Tonw«fe. — Au? der Architektenwelt. Prof. Bestelmeyer, fett 1915 Jnhab« eine» Meisterateliers für Architektur an d« Bet> linct Akademie, ist zum Professor der Architektur an d« Berlin« Technischen Hochschule ernannt worden.— Die Akademie des Bauwesens bat den Oberbaurai S t ö b b e n zu ihrem Vorsitzenden er- wählt und damit bewiesen, daß sie für die neue» künstlerische» Wae feztolen Forderungen Lei» Berständui» hat. Kr. ♦ Z». �ahey«»O Seilüge öes vorwärts SkeastaG, 5. �prN Morgen Mittwoch Mitglieder- Versammlungen in Serlin! GroßSerlln Studentenwahlen a» der Universität. Eine allgemeine Sludentenversammwng hal«ine WkSpfige Kommisston eingesetzt, die den Entwurf emer Verfassung tfit eine Sludenlenverlrelung auegearbeilet und allgemeine Wablen vor« geschlagen hat. Die Eiudenlenschast hat fich durch slt>risll>che Ab» stimmung fast einstimmig sür diese Vorschläge entschieden. Die Wahlen finden von Montag, den 7. bis Mittwoch, den ö. April. mittags, statt. Am Schwarzen Brett der llniverstiät sind die Wahl» lokale usw. angeschlagen. Gewählt werden 120 Bertreier, von denen zur Geschäfisführung ein Ausschutz von 7 Mitgliedern ein- gesetzt wird. Sonntag schon herrsch!« in der Borhalle der llniverstiät und vor den Wahllokalen eine rege Werbeläligkeit. Vierzehn Wahllisten find dem WablauSichutz eingereicht worden, von denen mehrere Listen verbunden find. E» ist zu hoffen, datz damit eine einheitliche Vertretung zustand« kommt. Die Roßschlächtermeister streike», um den freien Handel zu er» zwingen. Tatsächlich macht die jetzig« Preispolitik der Behörden ein legales Fortführen dieses Gewerbes unmöglich. Die Be- hilienorganisation steht natürlich nicht hinter dem Streik, forden aber öffentliche Bewirtschaftung durch die Kommunalverbände und Zuziehung von Arbeitern zur Provinzialfleischstelle. Soldatenrät« der V. P. D.I Heute, Dienotog. uachmirtaaS 2 Uhr. Versammlung aller Delegierten der Kolba lenrät« der K P. D., In den Zelten W. Scnrl b. Wichtig« Tagesordnung. Alle Dele- gierten müssen pünktlich erscheinen. Noch nicht abgeholte Delegierten- karten sind dort abzuholen. Arndt. Arbeiter räte der elektrorrzru grade» vrauchen! Der Borbe» reiwngSkursuS der Freien Hochschulgenieinde beginnt nicht am 80., sondern heute. Di.'nStag, abends S Uhr, im Saal de? Vollzugs- rats. In den Zelten 23. Ein maßregelnder Stadtrat ist Herr Rast, der Dezernent für die städtisch« Friedhofverwalwng. Er hat eilten seit 14 Jahre» dort beschäftigten Arbeiter, der überdies BertvauenSminm der Oraant» fation ist, zugegebenermaßen wegen.Aufwiegelei" entlassen, ohne ihm vorher auch nur Gelegenheit zur Acuße- rung zu geben. Der Entlassene bezeichnet die Beschuldigung, Generalstveirpropaganda getrieben zu haben, als grundlos; überdies ist ja mit der Regierung miSgemacht worden, datz Matzregelungen wegen des Generalstreiks unterbleiben sollten. Es bleibt also als .Aufwiegelei" nur die freigewerkschaftliche Tätigkeit übrig. So ge. schehen beim Magistrat Berlin am 22. März lglSl Gesetzlicher Nrlaad steht zahlreichen flfceiaiyeftrengte» Menschen gtt und damit erkennt der Staat es als t» öffentlichen Interesse liegend an. datz diese Leute sich erhole». Dazu ist das Verlassen der Tretmühle Berlin ein« Hauptbedinguna. Aber derselbe Staat er- schweri da? in jeder Weise. Er müßt« grundsätzlich die Reife- genehmigung für solche Urlaubdretsen in leichtest erlangbarer Werse erteilen und er sollte auch einen Beitrag jn den so enorm erhöhten Fahrkosten gewähren. Zur VerkchrSnot. Trotz der Wiederau fnahn« deS Stadt- und RinglxihnverkehrS herrschen auf der Strecke Treptow— Niederschöne. weide die ärgsten Mitzstände. Infolge deS Fehlend der direkten Züge Potsdamer Bahnho-f— Niederfchöneweid« müsse» sämtliche Fahrgäste der Südringstreckc in Treptow> ansteigen, wodurch die Stadtzüge der- art überfüllt werden, datz Trittbretter und BrcinShäuSchen von Fahr- gasten starren. Sofortige dringende Abhilfe ist hier notwendig und möglich, durch Einstellung der dlrekten Züge event. nur zwischen Schöneberg und Niederfchöneweid« in der Zeit von morgens S— 8 llhr und abends zwischen 3—5 Uhr. da in diese Zeiten der Arbeitsbeginn und Arbeitsschluß der gesamten Ober- und Niederfchöneweider ga- briken fällt. Wena HaberUtnb nicht will. Auf die unter obige« Titel»er- öffentlich,« erst« Zuschrift, erhalten wir vom Dahlrmer Arbeiterrat die Mitteilung, daß nicht den Tatsache» entspricht, datz der LandwirtsckastSmmister die Hergabe billigen Geländes für den Bau von Wohnungen für die minderbemittelt« Bevölkerung in Dahlem abgelehnt hat. In Dahlem herrscht ei» Bedürfnis zur j Schaffung von solchen Wohnungen hauptstichlich für die Angesteil- teu und Polizeibeamte» der GutSdezirkderwaltung und der ver- schieden« n wissenschaftliche» Institute, sowie für die in de» Dah- temer Schulen angestellten Lehrer. Dieses Bedürfnis soll«n Wege der KleinhauS-Siedluiig besriedigt wenden und die Verwaltung der Domäne Dahlem hat fich bereit crllärt, das notwendige Gelände einer Genossenschast, die in Dahlem begründet wurde, für dielen Zweck zum EeltstSostenpveiS zur Verfügung zu stellen. Schaan enthält die Darstellung deS A. R. uoch eine lang« Po- lemik gegen die Stadt Wilmersdorf, die dieser Stadt rückständig« Wohnungspolitik dovwirst, ein Vorwurf, den wir für durchaus berechtigt hallen. Darauf kommt e» aber nicht an. Es handelt fich bielmehr um folgendes: Jn der Gemeinde Dahlem besitzt der Fiskus große Län- oereicn, sogar in unmittelbarer Nähe des Grunewaldes, die auch so billig sind, datz sie fich sedr gut zur Bebauung mit Kleinwoh» nungen eignen. Unter der Äiwoirbun� von Herrn Haberland hat nun die Wohnungskommission Terra MS ausgesucht, wobei die obengenannten Länder«»«» nicht berücksichtigt wurden. Das wird daraus zurückgeführt, datz Herr Komme czienvat Haberland als Vertreter großer Terraingesellschasten, die in der Näh« über große GrundstückSareale verfügen, an der Nicht« ntwervrng dieses Ter- rains sehr lebhaft interessiert ist und deShoJd seinen Einfluß auf- geboten hat, damit dort kein« Kleinwcchnuagen gebaut werben. Di« Entgegnung deS Arbei terra lS ändert an dieser Tatsache sehr wenig. DaS Apollo-Theater trist diesmal mit einem ausgesprochenen Tpezialftäten-Prvgramm auf die Bühne. Voran standen die Ge» b rüder Maninger als sicher« liopfakrobaten and die vi« Karleys al» Beherrscher deS Echleuderdret-tS. Engo» Dackel- spiel« weckten ausgezeichnet durch die überaus drolligen Dressuren. DaS fallend« Unikum begeistera« da« Publikum durch sein« ttrmrlk zu lebhaften Lachsairen. Daneben interesstort» noch der em- armige Klaviervirtuos« Paschte, der noch einjähriger Kriegs- gefangenschasl zurückgekehrte Meisterjviurleur Karo, Else Barten mit ihren Trurzschöpsungen und Lucio Blaöncr und Franz Rauh m ihrer Duoszcne.Ein Seitensprung". Kurierflirger der RcichSrezirrun, nennt fich«n Schwindler in Offiziersuniform, der mit ernem Spießgesellen Geschäfte und Fabri- ken heimsucht. Die Beiden haben e» auf Benzin. Oel« und Fette abgesehen. Zuletzt find die Gauner in AdlerShos und Weißens« aufgetreten. Der KursoS.DaS Programm der Sozlastzeneokratle- wich beute Dienstag, pünkllim 7 Uhr, in der Aula Altzoirftr. 84« Notwendigkeit von Matzregeln zur Be- kämpfung der Wohnungsnot. Eine sozialdemokratische Anfrage wünschte zu hören, wa» zur Verhütung von Wohnungs- losigirit zum 1. April getan sei. Ein deutichdemoiratisch« Antrag fordert«, verschlossen« Wohnungen zu vevidteren und die etwa zur M öde I Unterstellung benutzten für Wohnzwecke frerzu machen. Und schließlich forderte ein sozialdemokratisch« Antrag, bei der Landes- zentralbehorde unrwrzüglich zu verlangen, daß Schöneberg znm Gebiet mit besonders starkem W o h n n n g S m a n g e l erklärt wird, woraus sich für die Gemeinde«Ine Reihe von Er- mächlrgu»ge, zu Matzregeln gegen die Wohnungsnot«gibt. Kreter(Eoz.) führte aus, daß gewiß manche der 70— 80 Familien, die nach einer nuslunfl de» Magistrat» noch im März krui« neuen Wohnungen gesunden hatten,«stich jetzt noch wohnunoSloS und auf Notquarticr« angewiesen seien D« Magistrat hätte längst von den „ Sllal. Bon Josef Lnitpold. „Ihr seid schon so. wie ich ess mir vongestesit hstbe." be- gorm alZball) die Bäuerin..Und wisset, daß es heute jusi ein Jahr ist, seitdem ich mit keinem Soldaten mehr ein Wort gesprochen habe. Und eö kommen ihrer doch so viele vorbei, klopfen an und wollen dies und daS, Nachtquartier, Milch. frische Wäsche, einen Faden Zwirn. Immer war ich gerne zum Helfen bereit. Braucht« ja nur an meine eigenen vier Kinder zu denken, die draußen an der Front waren. Wenn ich einem Soldaten Gutes tat, dachte ich: jetzt tut eine andere Mutter irgendwo auch einem deiner Söhne Gutes." Judith Ghedina verstummte mit einem Mal«. Tora sah ihr in die blauen feuchten Augen und sanfte leise:.So habt Ihr alle vier Söhne verloren? LH« vier gefallen?" .Alle vier," wiederholte die Bänwm..Alle vier." „Wie hießen sie?" „Angelo, FranccSco, Marion, Baleriv." flüsterte die Bäuerin. „Schöne Namen," „Und schöne junge Menschen mit guten Herzen." „Und als im Vorjahr die Nachricht vom Tode deS fetzten kam, da habt Ihr ei nicht mehr über Euch bringen können, mit den Soldaten noch zn sprechen." Judith Ghedino nickte nur. „Ihr dachtet daran, daß es ja solche Soldaten waren, dre Euch um Eure Söhne gebracht hatten." „Wirklich, genau das dachte ich bei nnr." «Ihr konntet doch nicht freundlich sein mit den Mördern Eurer Söhne!" Erregt stand die Greifin auf. „Wie könnt Ihr mir nur so ins Herz schauen? Woher habt Ihr die Gabe, meine heimlichsten Worte so voll zu er- raten?" Toca sah ihre vielen feinen Nunzeln, ihr weißes Haar, ihre welken Hände und sagte leise: „Fragt nicht zu viel! Laßt mich schweigen. Aber nun Ihr mich itt Euer Haus geladen habt, will ich Euch um eines bitten: Laßt mich, solang« die Sanne diese» Boges leuchtet. bei Euch. Denkt Euch, ein fünfter Sohn sei für Stunden zu Euch gekommen, macht mir da« Bett Eures Jüngste» auf, laßt mich schlaf«, und ruhen über den stillen Mittag, vor dem Ab- schied will ich Euch noch z» verstehe, gebe», daß Jhe keinem Unwürdigen so schön« Gastfreundschaft erwiese» habt." * Als die Sonne KS Sinken kam, trat Judith Ghedina wieder in die Kammer. An der Tür blieb ste stehen und rief drei-, viermal halblaut mit leisem Schmerz:„Dkm fünfter Sohn! Mein fünfter Sohn!" Peter Toca wachte auf. lächelte da» alte Mütterchen an und sprang au» dem Bett«. Nun brachte die Bäuerin eine MUchfnppe herein, heiß und süß. Und bald stand Peter Tora an der Tür und gab der Alten dankend sem? Hand. „Ihr wolltet mir aber noch sage», wer Ihr seid" mahnte Judith Ghedina. „Ich bin Bilal," entgegnete Tora einfach„Ich will m Euer Haus keine neue Unruh« bringen. Ihr habt genug Bitteres zu tragen. Fragt nicht weiter. Im Geiste bm ich der beste Bruder Eurer Sohne. Und ich will Euch sagen,. daß die Mütter dieser Tage den Tod ihrer Söhne nicht mehr zu beweinen haben. Di« Toten bleiben nicht tot. Sie werden sich wieder erheben, sie werden sich wieder zeigen. Bilal wird seme toten Brüder wieder ins Lebe» r»fe«k" Veter Toca schritt hochaufgerichtet durch die Cftc fax Straße. Lange, noch lange sab Judith Ghedina dem irren Sol- daten nach. Dann schritt sie ins Zinimer zurück und begann bitterlich zu weinen. * Gegen abend fielen die Flocken immer dichter und dichter. Nur mühsam ging es bergan dem Joch zu. Kriegsgefongene standen auf der Straße und schaufelten die steigenden Schneemassen fort, unermüdlich, schweigend. Bei einer Kehre waren viele Gefangene in einer Gruppe versammelt. Erregtes Murmeln klang an Toeas Ohr. Er trat hin und fand einen Russen in der Dämmerung auf dem Boden. Der Mann war zusammengebrochen. Vor Erschöpfung? vor Hunger? Vor Leid und Gehttsucht? Die Aufseher ließen keine Frage zu. Ein Fuhrwerk rollte herbei: man hiev tt»«l Toca selbst erbot fich. den Russen auszuheben mtzd zum Nacien m tränen. Nummer£4 180 stand«tf der AruGtude de» Hube» kannten. Ein Russe half Toca, den Kameraden zum Wagen tragen. „Wie hieß er?" fragte ihn Toca rasch. „Iwan Michail Sokolow, Herr." „Hat er Himger gehabt? Oder waS sonst?" „Nach dem Frieden hat den Jtvan gehungert. DaS war sein wirklicher Hunger, Herr." Und ehe Toca den Fremdling k den Wage» hob. flüsterte er ihm noch geheimnisvoll die große Losung inS Ohr:„Die Toten! Merk dir die Losung. Kamerad!" Er hüllte den Leblosen in grobe Decken und ermahnte ihn dabei:„Wenn du den Ruf hörst, erhebe dich! Glaub nicht, du wärest ausgeschlossen. BilalS Ruf will jeden er- reichen." Der Wagen rollte davon. „Auf Wiedersehen!" schne Toca dem Toten nach. » Peter Toca hatte die Hochfläche mit dem großen, berühmten Hotel, jetzt Sitz eines DivisionskommandoS, erreicht. Das ganze Haus war prächtig erleurljtet. „Wer wohnt hier?" fragte Toca einen Thauffe», der mtt seinem Luvuswagen vor der breiten Rampe«mf einen Generalstäbler zu warten hatte. „Der Divissonär." antwortete der Mann. Toca stieg die Treppe hinan. Am Tor hiefl ihn die Inspektion an. „Wohin?" „Ich habe von der Costvsante eine wichtige Meldung." „Durchs Foyer rechts zum Platzkoinmondo." Die warme Luft der Zentralheizung strömte auf Pster Toca ein. Mit Staunen schritt er durch die vornehme Halle über den Mosaikboden zum Platzkommando. Da tönte das Gongzeichen zum Abendmahl. Von den Treppen herab eilten die Offiziere des Sftibe», alle in schimmernden Uniforinen, rem, vornehm, sorgfältig rasiert, heiter und voll Würde. Goitj. folgt.) STOgRdjTeftcn, He burch He BunbeSretebetortmmrgen vo« 88, September 1918(lum schritze der Mieter and zur Bekämpfung de» Wehnungsmangels gegeben stnd, werdestgehenden Gebrauch mache» soll!.». Weil er das nicht getan baoe, müsse die Stadtverordneten- Versammlung dafür'orgen daß künftig gemeinsam mit ihr diese Dinge geregelt und durchgeführt werden. DaS werde in der schon bestehenden Deputation für WohmingS- und SiedlungStvesen geschehen können, Ter Redner geißelte den Wohnungswucher, der in neuester Aeit auch zu dem Mittel der sogenannten Wohnungs- hamsterej gegriffen har. So habe in der Regensburger Straße ein Unternehmer jUeinwohnnngen gemietet, fie notdürftig mit Möbeln ausgestattet und dann den Mietpreis von 75 M. auf 350 M.(!) gesteigert. In der Wartburgstraße sei der Mietpreis für eine not- dürftig möblierte Wohnung von 125 M. auf 300 M. gesteigert war- den. Gegen alle solche Auswüchse einzuschreiten, sei Pflicht der Ge- nreinde. Der Antrag der Temokraten/den Moser begründete, will besonders diese WohnungSbamsterei verhindern. Stadtrat Loh- m et) e r erwiderte, am L April seien nur 24 Familien obdachlos geworden, die man notdürftig untergebracht habe, Hoffentlich wür. den auch für sie bald wieder Wohnungen gefunden werden. Der Magistrat sei bisher keineswegs untätig gewesen, sondern habe sich bereits von der Landeszentralbehörde zu einigen Maßregeln er- mächtigen lassen. Zum Beispiel wolle er Bureauverleaungen er- zwingen. Auch gegen den Wohnnngslupus werde er vorgehen. Gegen Wshnungshamsterei fei bereits in Schöneberg eine Verordnung er- lassen worden. Bedenken habe aber der Dtagiftrat gegen Erklärung Schönebergs zum Notstandsgebiet. Oberbürgermeister D o m i» i- cus sagte baldigste Räumung der Schulen zu. Sämtliche Anträge wurden der Wohnung»- und SiedlungÄxvutation überwiesen.— Sämtliche unbesoldeten Stadträte haben ihre Aemter zur Verfügung gestellt, die Stadtverordnetenversammlung hat aber die Amtsniederlegung der Stadträte Bartelt, Kotz. Kob und WaßmannS- darf nicht angenommen, so daß diese auf ihrem Posten bleiben. Für die anderen neun unbesoldeten Stadträte wurde Ersatz gewählt, und zwar Bernstein(Soz.) mit 66 Stimmen, Schiller l Demo kr.) mit 66, Baurat KrebS mit 66, Rektor W i l t k e mit 66, Stadtv. Eichelhardt(Soz.) mit 64, Sladw. Müller(Freie Peremi- gnng) mit 64, Prof. O e st r e i ch(Soz.) mit 61, Stadtv. T r o i tz s ch -'Freie Veveinigung) mit VI. Stadtv. Doerwald(llnabh.) mit 61 Stimmen.— Zur Ausführung von Arbeiten der Parkver- waltung, die in der Kriegszeit wegen Arbeitermangel unter- blieben waren und jetzt als Notstandsarbeiten sofort in An- griff genommen werden sollen, wurden 132 260 M, bewilligt. An- genommen wurde eine Nachtra�vorlag-e wegen Bewilligung von Vorschüssen an Hilfskräfte auf die ab 1. Lprü zu erwartende Erhöhung ihrer Bezüge._ Steglitz. Der.Vorwärts� Lebensmittelnach richten. veröffentlicht fortan auch unsere Groß-Sertkner parteknachrkchten. Zkeltow-Beeseo». Vtarga» TOttmaitz Zahlabe«» ia: Wilmersdorf bei Schumann, Düsseldorfer Str. IS; Lakenhof er, Spichern@tr. 2; Reuter, Kastewer Str, S;®4j5fet, Brandcnburgssche Strasse ßS; Stechert. Prwzregentenftr. W: 9lonaS, Bruchlaler Str. 1; Kretz, Auguttastr. 81! Kollatb, beldelberqer Strasse. Swöneberg. i.?ez Mielke. Rollendorssstr, 16; Folger, ffyffhiuler ürasse 16; k-anel. Vorbergstr, 11; Henkel, Meinwger Str, 18; Ro'entbal, Fritz Reuterstr, 13; ,ssur Hütte', Kaiser-Frledrtch-Str, 18; Rltsch, Sie stried- strasse S; Kross. Sedanftr 17; Eichholz, Sedanstr, 48; König, Eberl-, Ecke- Temveiboler Straße; Krause, Begas-, Ecke RubenSstraß«; Ente, Sachsen« dämm 8g, Halensee w der Soethe-Schule, Westfülssche Straße Eck« Münstersche Strasse, Britz bei Schulz, Kermania- Lromenade 8; Schweitzer, Fahnstr. 48; ?abr. Berderitr. 37: Klinqler, Ehausseestr. 7; Schröder, Chausseestr. S4'; Kopplow, Rudower Str, 81. Wildau bei Schumann, Tchwartztopffüraße Zeuthen im.AlbrechtShof' bei Süvvlic, Brinz-Hewrlch-Straß«. Steglitz. Morgen, Mittwoch, 3 Uhr. BezirkSadende w folgenden Lokalen:?lung, Fichtestr. 87,.Prälat', Schlossstr,>21. Tlsment, Düvpelstr, 7, T b i e l. Albr-chtltr, 87, R o l e, Lenbachstr. 8. K e i« l e r, Jever Str. 22. Müller, Zllbrechtstr, 53, S i e b k e. B-rlinicke Str. 10. Seböneberg. Heute Dienstag: BorstandSsttzang bei Genossen Obst. Martin-Luther-Ttraße 8g, pünktlich st,8 Uhr. Lichterselde. Mittwoch, abends?>/, Uhr, w der Aula Drakektrasse: Ordentliche Keneralveriammlung: Bericht der Bezirk«. leitung, deS Kassierers und der Revisoren, Renwabl der Bezirksleitung, des KaRererS und der sonstigen Funttionäre. Stellungnahme zur Mai- feirr, Verrinsangelegenheiten. Eintritt nur genen Mitgliedsbuch, Lankwitz. Mareen Mittwoch, abends 8 Uhr. Zahlabend im Rettau. raut von Hermann, Kaiier-Bilhelm- Straße, Ecke Sedanftratze. Zahlreiches Erscheinen erdeten. Stralau. Marge» Mittwoch»ar Sitzung de««rwetterte» vor- standeS, Silr-Klienicke-Falkenberg. Morgen Mittwoch, abend« VI, Uhr. bei Bohn, Grünauer Str, 55, ordentliche Keneralveriammlung. Bericht von der Kreisgeneralveriammlnng, Bericht de« Vorstände«, Reuwabl de« Äoritande« and der Funktionäre, Partei angelegentzeite» und verschiedene«, Erscheinen aller Mitglieder notwendig, Birkcnwerder. Morgen Mittwoch, abend« Uhr, im»eieMchaft«- hanS, Hauptstr. SS, MUglieberversammliing mit Zäblabend. Flugblatt- Verteilung, Mablsdork-Ostbah». Morgen, Mittwoch, abend« Vi, Uhr, bei Vnder«, Bahndosknasse. Mttgltederveriammluu« Tagesordnung: 1. Zu- lünstige Ausgaben der Gemeinde. 2. Parteiangelegeuhette». ?uyenüveranstaltungea. SchSnbanicr Borftad». Heute abend 7 Uhr, bei Korn, Oiei«ltr, Vortrag des Gen, Berger: WaS Ist Sozialismus t 10, Korfra». ordeutltche abend T Uhr, bei«oaik, encralversammlung. «efrrstr, 61, a»ßer« Serichtszeitung. 5 Jahre Zuchthaus für eiuen Spartakusposte». Der Arbe�er Fritz W i ch e r t hatte, wie von Zeugen bekundet und von dem Angeklagten zum Teil auch zugegeben wurde, in der Frankfurter Alle« mtt dem Gewehr Posten gestanden, war Pa- trouille gegangen und hatte sich auch an den Kämpfen selbst be- teiligt, und zwar an einer«telle, an welcher die RegierungStruppen besonders schwere Verluste, insbesondere viel Tot« zu beklagen ge- habt hatten— Da« Gericht erkannt« aus 6 Jahre Zuchthaus. Plünderer aus Abenteuerlust. Der 17jährig« Arbeiter Fritz L u pa. ein noch recht unreifer Mensch, begegnete in der Nacht zum 7. März einer Gruppe von mit Gewehren, Handgranaten und Revolvern ausgerüsteten Men- schen, von denen er hörte, daß sie auf Raub auszogen. Er schloß sich, ohne sich die Gefährlichkeit seine« Tun« klar zu machen, der Band« an Dies« zog zu einem Jutvelierladcn in der Pappelallee, ein Soldat, ein Matrose und ein Mann in Zivil bedrohten den ihnen entgegentretenden Wächter mit Erschießen, doch gelang e« ihnen nicht, die Plünderung auszuführen. Eine etwa 7 Mann starke Abteilung plünderte dann ein HerrenkonfektionSgcschäst nach Einschlagen deS Schutzgitters und der Scheibe ans. Der Angeklagte schleppte 4 Angssg« und 2 Paletot» weg, wurde aber mit seiner Beut« in Weißense« festgenommen. Da« a. o. Kriegsgericht erkannte auf 9 Monat« Gefängnis. „Geldschrankknacker mit Musik". Der WohnungSeinbruch im Haufe Badensche Str. 13 erfolgt« nicht bei Sichelbaum, sondern eine Treppe tiefer bei Eichhorst. Sriefkasten üer Reöaktion. Gemeindevertreter. 1. Auch Stimmrecht. S. Ja.— B. W. 100. 1. 58. 1,— Jahresilemvel, Zur Zahlung stnd St« nur dann vervssichtet. wenn tm Vertrag vorgesehen. 2. Falls Sie ohne Erwerb sind, beschweren Sie sich beim Magistrat,— M.®. ifl. Roch Ihrer Darstellung wäre die Äegenpartei zur Tragung der Kosten verpsslchket.— O, 8. Z. Teilen Sie den Fall dem Magistrat der Slodt Berlin mit unter Benennung Jbrer «nipiüche. Allei ding« ist die tstägige Frist verstriwen Die Höhe der Ansprüche lassen sich ohne nähere Sachdarstellung nicht beurteilen. ?»e»reraa»8!vren«ftr»a« mutiere?t»rd»eulle>>tan» dt« «ttttwach mittag; Trocken und vorwiegend heiter, nur in den 58orgeu- stunden etwas nevlig, am Tage sehr mild, Opernliaas Lohengrin. Anfang 6 Uhr, Scäansplel&aas Die Journalisten Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am BUlourplau. Direktion Friedrich KayBler, V/i Uhr: vi« Heirat. Direktion Max Reinhardt Deutsches Theater. k Uhr: Der arme Heinrich. Kammersplela. T/i Uhr Unterwegs. Kleines Schausptelhans r/a: Die Büchee der pandora, Theater I. ü. KömegrützerStraße. Dir.: C.Meinhard• R. ßemauer « Uhr: Musik. Mittwoch 7 Uhr Neueinat: Der Vaier. fl.udw. 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Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme bei der Ein» ascherung un ere» lieben Pater», des Tischlers iiWId /Udert Schmoock sagen wir allen Beteiligten, lnsdesondere Herrn Stimmig für die schöne» Worte am Sarge de» Bersiordenen, sowie dem Vorstand der sientrai- Krantrntasse der Tischler Brr- liu it., den Kollegen der Firma E. 5- Mllller uro dem Sozialdemokrat. Wahlverein unseren herzlichsten Dan!. pranz Even und Frau. Tanksagung. Mir die oieien Beweise henz- lichtl. Teilnahme bei der Be- erdig ung meine« guten Mannes und Paters, dr» Krastsahrers Lustsv Klippenstein sage lih allen Verwandten und Bctamiten sowie sllr die schonen Worte dem Herrn Stadlo. Küter meinen aufrichtigsten Dank. Praa A. Klippcostcla und Tochter, Schö neberg, Ataztenf�«. ttalensee. Mi Kurlürstendainin habe ich«in solide gedaulc» Wohnhau» mit 9-, 4- und 5- gimmerwohnungen zu oerlausen. Slektriich Licht, Ofenheizung, kein Warm- wasser. Die Htzpotheten stnd aereaelt. Meten sehr bUIlg. 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Genügt dieser Deckmantel wirklich, nm die »em»U zu rechtfertigen, die einer aroheu Aawbl«ewee betreibender und ihren Angejlellteu die An» Ii bunt ihre» Gewerbe»»erbietet 1 Wer soll einen Sinke» von dieser«ersügung baden t Die in diesen 43 GaMätte» verbrauchten Lebenomiiteloorräte sind im Aerhdltnf» zn der Sinwohnerzabl Berlin» fo nndedeutend,»atz au- jeden Ginwobner pro Jahr vielleidlt 5 Gramm Fietsch und eine statt �ffel entfallen würden, wenn sie zur Ber- i eilung gelangten,«a, beabsichtigt man als» mit dieser Verfügung 1 Wem will»an damit San» in die -Angen streuen t Diese Fragen werfen wir auf. Dagegen gehen Millionen an Gintommen-. Gewerbe-, Umsatz-, Wein-, Sustbarteir.> de» Reich, dem Giaat nnb der Stadt Berlin nerloren. Millionen an ckrwerkalofeonnl die der ... nerloxau Millionen an flr»erb»lofeanntersttttzUMg»ted Stadt Berlin dafür dezahlen mttRen, nee»eil eine neatnllchertH Burrnnkmtie e» I» will. «Btr gaatesttnm gegen diese Beegemaliigun,«st aller Energie and fordern bd Bneflgmns, die niemand zum Stutzen nnb vielen zum Leide erloffeu wurde. lnearratlonaler Tnelotd-Tbentar-Dirrktoren-VcrbaiMt(E. JX Intr-rnntionain Artiften-Lagn(B. TJ. Prcier ker-Yerdand(E. Yj. Berflncr Maalkerrerbfndimg 1918. Verband der Gastwlrtegebllfcn. Genier Verband der Betel- und Restawram-Aagestclltea. DenOcber Keltoerbund. Artiatcn-Terband(E. VJ, Allgemeiner Dcutscber Musfl Bertlnor Easembte-Mmfker-Bttnl. 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Bataillons in T r a u n- stein bekannt. Tagegen wurde in Nürnberg von den Gar- nison- und Kasernenräten sowie von den Arbeiterräten mit l3L gegen 70 Stimmen die Ablehnung der Räterepublik be- schlössen. In Würzburg ist fest heute vormittag 10 Uhr der Generalstreik ausgebrochen, ebenso rubt in München die Arbeit. Tie Kommuni st ische Partei in München bat es abgelehnt, sich an der Ausrufung der Räterepublik zu beteiligen. Von den Unabhängigen wird die Uebernahme der Regierungsgewalt durch den Aktionsaus- schuß, dem Zentralrat und den drei proletarischen Parteien als ein Provisorium bezeichnet, in dem alle im Sinne des Kommunismus nötigen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Gautag der sozialdemokratischen Mehr- heitspartei SüdbayernS hat mit 20 gegen 13 Stimmen beschlossen, der Gründung einer Räterepublik Südbayerns zuzustimmen, wofern die Unab- hängigen und die Kommuni st en an ihrer Durch- führung mitwirken. In München herrscht völlige Ruhe und Ordnung. Es sind keinerlei Ausschreitungen zu melden. Sämtliche Läden, mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte, find heute geschlossen._ Eifenbahnerftreik in Vorbereitung! Eine Erklärung de» Regierung. Die preußische Regierung erläßt einen Aufruf an die Eisenbahner, in dem ausgeführt wird: Es sind zurzeit unter den Gisentxrhnbeamten Bestrebungen an Gange, zur Durchsetzung einseitiger Gehaltsfordcrungen gegebenen- falls auch in einen Streik einzutreten. Die SdaatSregierung stimmt mit großen Beamtenverbänden in der Auffassung übereim, daß der festen Anstellung der Beamten und der sioat- lichen Garantie ihrer besonderen Rechte ihre Gebundenheit an den Dien st vertrag, den sie einseitig nicht lösen lönnen, entspricht. Auch d a S Koalitionsrecht rechtfertigt keinen Kontraktbruch. Jede nicht geneHmigt« Dienstver- Weigerung stellt sich daher als Dienstvergehen dar, das die gesetzlichen Folgen nach sich zieht. Die Regierung würde der VolkSgesamtheit gegenüb« gewissen- l»S handeln, wenn sie den Beamten die Befugnis ehmru-men wollte. Staatsbetriebe wie die Eisenbahn stillzulegen und dadurch der Volks- gesauttheit, deren Interesse der Beamte dienen soll, wiendlicheu Schaden zuzufügen. Dies gilt um lo mehr, als der schwer bedrängt« Staat in seiner • Fürsorge für die Bean�en durch Milliardenaufwendung bis an die äußersten Grenzen seiner Leistungsfähigkeit jetzt gegangen ist und als zahlreiche Volksgenossen, von denen die Mittel für Befriedigung der neuen Forderungen der Eisaubahnbeamten aufgebracht werden mußten, in ihrer Stellung weniger gesichert und geringer entlohnt sind wie eben diese Eisenbahnbeamten. � Ja die Regierung müßte solchem Streik zu einer Zeit, in der das Baterland noch fortgesetzt durch äußere Gefahren und durch den Mangel an illahrungSmitteln und Rohstoffen schwer bedroht ist, geradezu als ein Verbrechen am gesamten Volke betrachten. Hun- gerSnot und Stillstand der ganzen Wirtschaft würden die unau». blciblichen Folgen de! Versagen? der Verkehrsmittel fein und die Beamten würden dadurch— neben der Gefährdung ihrer Leben». ftellung— für sich selbst, für ihre Frauen und Kinder und alle Volksgenossen namenlose» Elend heoaufbeschwörett. Di« Regierung weiß, daß weitaus die Mehrzahl aller Beamten ihre Ansicht teilt. Dies« können sich darauf verlassen, daß die Regierung auch alle ihr zu Gebote stehenden Machtmitlei atewenden wird, um Dienstwillige vor dem Terror einzelner zu schützen. Sie ist überzeugt, daß eZ nur dieser Darlegung bedarf, um die Beamten, die dem Vaterland« ihre Treue in den Zeiten härtester Prüfung und Not unverbrüchlich bewiesen haben, von einem verderblichen Kampfe gegen die Volksgesamtheit abzuhalten. Iür die Demokratie. Bielefeld, 7. April. Bewegung und zur Aufrichtung de» alten militärischen System» benutzt wer- den sollen. Sie werden ihnen gezeigt haben, daß die zusammen- gerafften und von allen Seiden zusammengezogenen Truppen in Berlin al» letzter Wall benutzt werden sollen gegen die groß« Volks- bewegung, die von allen Seiten mit unaufhaltsamer Macht an- schwillt. Dies« Bewegung ist in ihren Zielen und Methoden f r i e d- lich. Sie verabscheut jede G e w a l t ,(!) von welcher Seite sie auch angewendet werden mag. Wollen die Soldaten durch Unterstützung der provoiatouschen Liacheufchaften der Offiziere sich « den blutigsten aller Bürgerkriege hineinhetzen lassen? Wollen sie sich zu Aktionen mißbrauchen lassen, die letzten Ende» zum Schei- toxi verurteilt sind und ihren eigenen Interessen widersprechen? Achtung! Detrkebsvertraaetistellte,firbefter' rate und Parteifunktionäre der S. p. D., Seztrk Groß-Heril». Hont«, DienStag, den 8. April,»ach« ittag» IN/, Uhr: Zusammenkunft in den Kommersälen, Teltower Str. 4. Die äußerst wichtige Tagesordnung macht voll» zähliges und pünktliche» Erscheine» unbedingt notwendig. Ausweis und Parteibuch»itbriugen. Franz Krüger. A. Wuschick. Otto Frank. Alfred Thomas. P. Witolla. K. Ärann. Wir sind überzeugt, daß die Einsichtige« unter de» Soldaten da? nicht wolle«. Wir sind auch sicher, daß die Arbeiter, ohne Unterschied der Parteirichtung, unbekümmert um die wahnfinnige Desperadopolitik der heutigen Machthaber und ihrer reaktionären Hintermänner, alles aufbieten werden, um der heraufziehenden großen Auseinandersetzung einen friedlichen Charakter zu oerleihen. Diese Auseinandersetzung ist dank der Unftuchtbarkeit der bisherigen RegisrungSpolilik unausbleiblich getrorden. Zu ihr drängt auch die gesamte international« Entwickel-ung. Und daß sie in friedlichen Foraien vollzogen werden kann, zeigt daS Beispiel Ungarn?, dem sich bereits Bayern angrfchlossr» hat. In München wird der Zusammentritt der Volksvertte» tung mit Gewalt verhindert, indem man sie zuerst nnt Re- votverschüsien auf Auer und andere auseinandergejagt hat, eine rote Garde wird gebildet, daS Standrecht ist verkündet, und revolutionäre Standgerichte werden angekündigt, die „jeden Anschlag auf die Räterepublik sofort rücksichtslos ahn» den" werden. Das nennt die„Freiheit" ein« friedliche Bewe- gung, die jede Gewalt verabscheut! Um ihr jedes Hindernis aus dem Wegs zu räumen, schmeichelt die„Freiheit" auf einmal den sonst so wild beschimpften Freiwilligen und fordert sie zur Verweigerung des militärischen Ge- h o r s a m s auf. Die„Freiheit" will durch freche Lügen und Verleitung der Soldaten zum Ungehorsam die Demo- kratic wehrlos machen gegen bolschewistische Vergewaltigung. �oase zu den fiusfcbrektungen. Berlin, 7. April. Da» Mitglied der Rationalversammlvng Hugo Haas« schreibt un»: Die heutigen Zeiwngen enthalten eine amüiche Mitteilung, in der erklärt wird, die von de« ReichSwehrminister der- öffenilichten Photographien gäben die tum ihm»versprochene Antwort" auf die Behauptungen HaafeS in der NntianalversamnÄnng, Ausschreitungen gegen RegierungStruppe» seien gar nicht borge- kommen. Diese amtliche Behauptung ist, soweit sie sich auf«ich bezieht. unwahr. Nach dem amtlichen Stenogramm der Nationalversanrm- lung vom 27. Mäpz 1919 habe ich im Gegenteil gesagt: „Ich verurteile Roheiten auf allen Seiten" s Seite Mch. Ich habe damit auf einen«tt gemaclsten Zuruf sofort zum AudZruck gebracht, daß auf beideu Seiten der Kämpfenden Roheiten vorge- fallen sind. Ich habe ferner im weiter«, Verlauf«edter Rebe wörtlich gesagt:„Daß, wenn e» z» Kämpfen gekommen ist, auf allen S e it e n Entsetzliche» vorgekommen ist, darüber ist kein Wort zu reden."(Seit« 847.) Endlich habe ich in derselben Red« in bezwg auf dl« Tötung des Oberst von Klüber in Sfratht ausgeführt: .Die Art und Weife, wie Oberst von Klüber behandev worden ist, hat uns all« mit Abscheu erfüllt, und wie haben diesem Abscheu Auedruck gegeben."(Seite 847.) tzinter Stacheldraht! Spartakistische Lösung der Woliuuugsfra««» Da» Nachstehend« lesen wir in der„Freiheit", dem Organ der Frankfurter und Hanauer Kommunisten: Au» Budapest wird gemeldet:„Die neue WohnnngSver- Ordnung«stimmt, daß jeder erwachsenen Person grundsätzlich höchsten« ei» Zimmer zusteht. Di« schrecklich« Wohnungsnot scheint durch diese Verordnung gelöst zu sein. Im Laufe des gestrigen und des heutige« Tage» sind Hiinderttairseitde von Armen im Aristokratenviertel, i m Villenviertel der Plutokratie ustv. u n t e r g e» bracht worden. In den beschlagnahmten Räumen müssen die Möbel belassen werden". Die Wohnungsnot in einer Reihe von deutschen Großstädten ist nicht geringer als die in Budapest. Aber unter dem Regi- ment Ebert-Scheidomann rührt sich kein Finger, am sie zu lösen. Sie wird aber g«löst wevden, selbst wenn die Herrfchafte» von Berlin W.W. etwa in der Lüneburger Heid« hinter Stachel. drahtziiunen wird eingchanst werde« müsse». Den» zuerst haben die Avbeitenden Anspruch auf Behausung. Di« von Karl Marx und Friedrich Engel» begründete sozia. listifch« Lehre, die bisher für die Politik der Sozialdemokratie maßgebend war, verlangt« zur Durchführung de» Sozialismus die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, d. h. der Güter, die der Erzeugung anderer Güter dienen, d. h.' der Fa- brilen. Bergwerke, PerkehrSanstolten. de« Grund und Boden» usw. Wenn die Gegner un» in Wahlzeiten vorwerfen, daß wir ein blöde».Teilen" beabsichtigten und dem einzelnen Lehnstuhl und Sofa wegnehmen wollten, so haben wir solchen Wablfchwindel stet« mit Entrüstung zn rückgewiesen, lieber einem Sozialismus, der mit der Verteilung der Möbel anföngt»nd deren bisherig« Eigentümer hinter Stacheldraht(!) fetzt, gegen einen solchen Sozialismus der Barbarei»nd Grausamkeit würde» sich �Narx und Engel» i« Grabe herumdrehen. Die Kriegsentschädigung. Zahlung binnen 35 Jahren. Amsterdam, 7. April. Dem„Älgemren HandelSblad" wird ans Paris gemeldet: Die Neigung zu Pessimismus und Mißtrauen bezüglich der Ergebnisse'der F r i e- d e n s k o n f e r e n z, die iu der vorigen Woche in den Kreisen der Konferenz herrschte» hat wegen des ansehnlichen Fort- schritteö, der gestern im Rate der Bier in der Eutschädigungö» frage erzielt wurde, großem Optimismus Platz gemacht. Man ist zu einer sehr wichtigen Einigung gelangt. Es wird zwischen der E u t s ch ä d i g u» g als solcher und der Bezahlung der K r i e g s k o st e n unterschieden wer- den. Der Beschluß über die Frage, ob die Forderungeu der Völker, die am meisten in ihrem eigenen Lande gelitten haben, zuerst berücksichtigt werden sollen, steht noch aus. Wegen der Entschädtgungsstimme, die»och nicht endgüsi tig festgesetzt ist, scheint augenblicklich folgende Losuug in erster Linie iu Betracht zu kommen: Die erst« Abzahlung von der deutsche» Entschädigung soll 25 Milliarde» betrage«, von denen fünf Milliarde« für die Bezahlvng der für die fiffederimfnahme de? dtnfffhtti MrtfchnftSktesS wftveitMßar Rohstoffe bestimmt find. Aus der ersten Zahlung soll Frank» reich 10 Milliarden, Belgien 5 Milliarden erhalten. Dt« Be- zahluug der restlichen Entschädigungssumme soll dann auf etwa 3 5 Jahre verteilt werden, wobei dir jährlichen Ab- Zahlungen ei» oder zwei Jahre im voraus festgesetzt werden. Dir Verteilung der Entschädigung unter die Alliierten wird wahrscheinlich nach einem Maßstab stattfinde», nach dem Frankreich die Hälfte und verwüstete Länder, wie Belgien und Serbien, einen bestimmten Prozentsatz erhalte» werde«, wäh- rend die anderen Alliierttn Entschädigungen nach Maßgabe ihrer Verluste an Menschenleben erhalte». Wenn die Forderurtgon der Entente— zurzeit Regen ste noch nicht klar vor— Deutschland finanziell z» erdrücken geeignet sein sollen, so wird damit da» ganz« Friedenswerk überhaupt in Frag« gestellt. Ob wir diesem Frieden dann formell zustimmen oder nicht: er wird ein Stück Papier bleiben, vor dem keine» der bedrückten Völker Respekt haben wird. Der Tag de« Rechtes wird kommen. De» find wir gewiß. Kommt er nicht, wen» der Friede» unter- zeichnet wird, so kommt er später— aber er nntd kommen. Lugano. 7. April.(TK) Die offizelle ialienische sozialistische Partei hat den Beschluß gefaßt, einen Aufruf an das italienische Voll zu richten, im dem erklärt wird, daß sich die Hoffnungen auf einen Rechtsfrisden nicht oeewirllicht haben und daß das i n t e r- natton le Proletariat infolgeixssen genötigt fein würde, durch einem Generalstreik zogen die Pariser Beschlüsse zu protestiere»._ Neue Spaltung in der französisthen Sozialdemokratie. Gens, 7. April.(TÄ.) Nach einer Meldung de».Populaire" hat sich inmerhalb der französische» Soztaldeniotratie eine neue Spaltung vollzogen. Die sogenannt«.Gruppe der Vierzig", die bisher nahezu nationalistisch« Politik getrieben hat, ist m der Auflösung begriffen. Eiebmurrdzwanzig dieser vierzig Abgeord- neden. darunter die namhaften Führer der Partei find nach links abgeschwenkt und haben ihrer veränderten Haltung dadurch AuS. druck gegeben, daß sie die Kredit« für militärische Unternehmungen gege» Rnßland»nd Ungarn verweigert habe». Die Revision der vanzig-ßrage. Lvgan», 7. April.(TK.) Nach einer Pariser Information der .Stampa" werden die Beschlüsse de» Viererrat» über die Zu- kunft von Danzig, da» bereits den Polen zugesprochen war, einer Revision unterzogen werden. Di« Haltung des Vierer- rat« wird damit begründet, daß die neueingetretenen Verhältnisse e» nötig machen, den Beschlutz umzusiotze«. ES sei in der Haupt- fache die ablehnend« Haltung Deutschland» gewesen, die den Vieverrat Hab« einsehen lassen, daß ein Irrtum begangen wor- den sei, der Vieder gut gemacht werden müsse. Ultimatum der Sankbeamten. Die Betriebsräte der Berliner Großbanken stellen folgendes Ultimatum an die Berliner Großbanken: Ist die Direktion oereit, sofort mündlich und schriftlich zu erklären, daß dem gesamten Per- icmal der(R, N.) Bank, Zentral- und Dapositem-Kasse». keinerlei Arbeit im Interesse der Darmstädter Bank zugemutet wer- den soll? Sofern die Direktion ein« solche Erklärung nicht abzu- geben imstande oder gewillt ist, sieht sich der Betriebsrat gezwungen, unverzüglich ein« Betriebsversammlung einzuberufen, welch« über die alsdann notwendig werdende Arbeitsniederlegung zu beschließen haben würde. • Im ReIchSarbe!t? Uhr auf mittags l Uhr vertagt. Die Betriebsversammlungen könne» erst«n Mittwoch, vormittag» 10 Uhr, stattfinden. I« Wernerwerk Nonnendam«. mette SM0 am Sonntaj st» volkShan« zu Charlottentburg verfam- e Angestellte erklärte«, festzuhalten an ihren Stteikforderun- Tarifdewegm»g der BerficherungSangestellte«. Die Obleute der vetficherungSangestelllen nahmen von der vorausficdtlicken Verweigerung de» MitbestimmungStecht» im An- stellungSverbällni« durch da» TinigungSamt mit Entrüstung Kenntnis. Sollte der Schiedsspruch in dieser Frag« z« Ungunsten der Angestellten ausfallen, so werden sich dir Angestellten der Ver- siwerungtge'ellichoste»»rtt de» Angestellten der Metallindustrie solidarisch erklären. « Berflchernngsangeffellt« Gross-verliuS Ttennerttoj, len IOl Rprfl k. gl, nachmittag« i Uhr, Obleute- S t tz a u z, Sopdrensäle, vophtenfwatze. Legltimation mitbringen. Tagest VriaubSfra««. � «- tzWU| Vv0tz 18. Aprck ISIS zur AuSzahiünv z» dringen. Au» de» llmstaad, daß sich Angestellt« der Gesellschaft a» dem Streik beteiligt habe», dürfe» ihnen letiwrlei Nachteile entsteh«». Bor der Kundiguag vo» Angestellte» ist der Angestelttenaupfchuß seit«»« der Dtvettio« gutachtlrch zu Höven. Beide Partei«» haste» sich an obige Verein- barungen für 6 Monate aevrmde». Die Vertreter aller NnterftreMettnngeu perfammetn sich beute DienStag, vormtttag» 10 llhr, m Haserbmd« Fest» jilen tax Beiprechung der Lage. Die llnIerstreiHeuurigen rverd« gedetrn, für heute DteuMag, im Lauft de« Tage«, Betriebsversammlungen anzuberaumen, damit 1» diesen da» Ergebnis der Besprechung bekannt gemacht werden kann. _ Die Zettfrcl-SfetfflfttntH. S. Loren» Trmpelhof. Berßmunlimg«8er ftreilcnbe» Angestellten Mittwoch vormittag 10 llhr im Lokal Meter, Tewpelbos. ver» liner Str. 78. Die Streilletümg. GtreiNeit»»» der K»«rr.vre»ft Die Betriedswgenteure der ltnorr-Bremse bltie« die BetttebSwgenieure und Asfisteirteu der stretken- den Werke einen BerrrauenSmami zweck« Besprechung über Aufnahme be- sondern GeballSstaffeln sür ibre Gruppen zu heute DienStag, abend« 7 Uhr, nach dem Lehrer-BereinShause zu entsenden Die«ngestelltcn der Firmen Fritz Werner Daimler, 91. Stock n. Eo. und die Kleinbetriebe von Mmiendmf und Marienselde oersammfln sich beute, DienStag, nachniitiogS 4 llhr, im Lokal Stochert am Batmhos Mariendori, Wichtige Tagesordnung. Bamag- Angestellte. Zwecks Slellungnabme zum Schiedsspruch heute nachmittag 3 Uhr versammumg im Eladttheater Moabit, Alt- moabit 48. SiemenSaugestellre. YrrwoltnugSeedSnd«. Heute DienStag, vor- mMags lv llhr, Thariollrnburg, BolkShau», Stostnenftratze, Versammlung: Die Sirewage. Erscheinen aller außer de» Streikposten dringend notwerrdig. Die StreMeituug. Mittwoch, de» 8 ilprst. abend» VU llhr, veriamnckung Deutschen Metallarbetteroerband mganisterte» Lrtzettertnnen Deutsch«? Mrtallarbetter-Berband. Ker im .. in den Sophiensälep, Sopbienstr, t7/t8 tmoßer Saal). TageSmdnung: Er. gänzungswohlen zur Arbeit erinn ert kommifstou und Stelllmgnnbme zur Leitung derselben. L. Wichtige Mtterlungen über den Kollettwverlraa. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt._ verband der Sat ler nutz PortefrvlAer. llm Donnerstag, den>0, Aprll, abend« 7 Uhr, in A, voeker» FestsSlen, Web erste. t7: Generalversammiuna. Tagesordnung! Neuwahlen, Vortrag über NStesyfte»»nd Sewerklchastcu.— Ohne MitglftdSauSwetS kew Zutritt._ Mu» ehmer, Kasseabote», Portiers, Sureauvote« a»S de» Berliner VersicherrugSgefellkchaftcu. Mittwoch, den 9, April, abends S Uhr, im DreSdeuer Kasino, Dresdener Str. SS, an der Prinzen iirahe, wichtige Versammlung. Tagesordnung: l, Verhandlungen über den Tarif bei der villorw; welche Stellung nehmen die Kollegen der andere» Gesellfchaste» dazu et» 2. DiSlussio» 8. Zahlung der Beiträge._ Zeatrakderdand der Fleischer. Heute, DienStag. adend» 7 Uhr.»blellung Viehhof im grossen Börse«« Schmargendorf und Friedenau Dienstagabend 7 Uhr. ordnung: Urlaubsfrage. Streik bei der Der Lngestell Aktiengesellfcha Di« Arbeit wind heute stehenden Tt Wirkung vom 1. März halten mit Rückwirkung 10 Proz. und für jedes Da« Kartell der Angeftelllen-Verbände. Neue« Voden-Aktiengesellschaft. tenstreik bei der neue» Boden- f t ist durch Vergleich beigelegt woroen. früh wieder aufgenommen. Die bisher be> werden dem jetzigen Grundgehalt mit 1919 ab zugeschlagen. Alle Angestellten er- ab 1. März 1919 eine Teuerungszulage von Kind unter 14 Jahre eine Teuerungszulage Soziales. Die HcBgmestc Furchtbares Elend herrscht t» de» Siethen derer, die»«eist ihr« besten Knaste im Produktionsprozeß gelassen haben und jetzt mit einer Hungerrente auskommen sollen. Immer wieder appellieren jene Aermfte» an das öffentliche Gewissen. Von 21 M. Monat». rent« berichtet ein« Zuschrift, da« macht 70 Pf. pro Tag. Ein solcher Betrag hört in unserer Zeit bereit» auf, etn Almosen zu sein, er verurteilt den Empfänger glatt zum Hungertode. Beeootuwetlich für Politik«eNu ztcklee, EharlottenbueH, für den üdeige» Teil des Platte«: Alfred edtslz, ReuISlln: für»nzetsen Xhcabat ffllotfe, Pecltn. Börlas: Porwärts-Vertas N, m, d, Hr, Berlin Druck Borwärls-Bulddruckeret und LerlnsSanstaU Baut Otnaer u. Sr, in Berlin. Lmdenstrahe 3. 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