9r.l8L 36.3dm. Oc|a«9>vcUt SUctenW Ijsa Kl. morattLZHO Rt rrettnlfeem« Dotau«|iit)lb im Ausbau des Prinzips des Kommunismus, wobei die kleinen Vermögen, daS kleine Kapital, die kleinen Betriebe und die kleinen Familien- Häuser unberührt bleiben. Dadurch werde der Krieg nicht nur in ganz Ungarn, sondern in der ganzen Welt unmöglich ge- macht. Die großen Banken, Aktiengesellschaften, Fabriken, der Großgrundbesitz, daS alles werde Gemeingut, aus dem die Ar- beitenden Vorteil ziehen sollten. Wer ander« ausbeutet, fuhr der Präsident fort, und von der Arbeit anderer lebt, hat kein Wahl- recht in diesem Lande. Aber auch dies« Leute werden in die Ge- sellschaft der Arbeitenden aufgenommen, wenn sie selbst a r- b e i t e n wollen und die Ausbeutung für immer ausschalten. Die neu« StaatSorduung wurde nicht durch die Proletarier geschaffen, sondern durch die ausbeutende herrschende Klasse, die sich für den Krieg begeisterte und daraus Nutzen zog. Aweiter öeutscher Rätekongreß. Berlin, den 8. April ISIS. Der zweite deutsche Rätekongreß wurde heute(Dienstag) vormittag im Sitzringssaale des Herrenhauses von dem Vorsitzenden des Zentralrats Leinert eröffnet. In seinen einleitenden Worten hob er die Ereignisse her- vor, die sich nach dem ersten Rätckongreß abgespielt herben. Der erste Rätekongreß hat sich für die Nationalversammlung entschieden, lind wir wollen hoffen, daß sich alle Erwarttingen er- füllen, die auf die Nationalversammlung gesetzt werden. Jetzt steht der Friede in Aussicht. Die Feinde wollen uns unterdrücken; aber wir wollen nicht das Objekt imvcrialistischer Habgier fremder Völ- ker toerden(Zustimmung.) Wir erbeben Anspruch auf G l e i ch° berechtigung in der Völkergemeinschaft. Die Revolution ist nickü gemacht worden, damit un''er Volk nur den Unterdrücker wechselt. iS�br rcktig!) Schwere Bedinguna-'n sind uns schon auf- erregt, sie gehen schon bis an die Grenze des Erträglichen.� Wir sind kein H-rrenvolk aber auch kein Volk von Sklaven für fremde Interessen.(Znü'mmunq.) Der militärische Sieg über Deutschland aibt anderen Völkern nicht da? Reckt, gegen dg? deutsche Pos? ein« E r p r? s i'e r v o l i t i k zu treiben.� Da? möge sich die Entente auch vom Rätekongreß gesagt sein lassen. Aber auch schwere innere Kämpfe toben in unserem Land«. An die Stelle der geistigen Waisen ist das Maschinengewehr getreten. Ueberall sind Streiks und Gewalt an der Tagesordnung. Tie Mehrheit wirb von einer gewalttätigen Minderheit unterdrückt.(Widerspruch.) Eine nervöse Atmosphäre ist dadurch geschaffen. Es besteht keine Achtung mehr vor der Ueber- zeugung anderer. Hofienilich bringt der Kongreß die Grundsätze der Menschlichkeit zur Geltung. Deutschland stürzt in den Ab- grund. wenn die Vernunft nicht siegt.(Beifall.) Hoffmann-Wien übermittelte die Grüße der österreichischen Räte und feiert de?! Rätesieg tu Ungarn. KirlfuSminister Haenisch begrüßt den Kongreß sni Auftrage der preußischen Regierung. Die Räte haben in der UebergangSzeit wertvolle Arbeit geleistet, trotz zahlreicher Ucbcrgriffe und Fehler. Aber auch weiterhin sind die Räte noch nützlich. Die Parole: Alle Macht den Arbeiter- und Soldatenrätcn ist ein Echlagiuort. Wohl aber ist die preußische Regierung in Ucbereinstimmiliig mit der Reich?reg' erring fest entschlossen, den Räten auf den ihnen zukom- menden Gebieten alle nur Möglilbe Arbeit zuzuweisen. Zum Vorsitzenden des Kongresses wird H a u s ch i l d- Kussel gewählt, zu seinen Stellvertretern Richard Müller lU. Soz�) und Schröder- München(Soldatensraktion). Außerdem werden aäit Schriftführer gewühlt. Der Kongreß setzt sich zusammen au? 136 Mchrhcitssozialistrn, 55 Itnobhängigen, zu denen die S Oester- reicher kommen. LI Soldaten, 12 Demokraten. 3 Bauernbnnd und je 1 Deutsche Volkspartei, Deutschnationalc Volkspartei. Ebristliche Vo�kspartei, Kommunisten und Parteilose. Von der Reicksnegie- rung nehmen die Minister Bauer, Wissel und Robert Schmidt an den Verhandlungen teil. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragen die Unäbbängi- gen die Absendiing von Glückwunschtelegrammen nach Ungarn und Bayern. Abg. Vrafi.- Remscheid sU. Soz.): Wir müssen der Bayerischen Räterepublik brüderlich? Grüße senden und die Horsnung aus- sprechen, daß es ihr gelingen möae. alle Widerstände zu überwinden, damit der Umschwung in ganz Deutschland vollendet werde. Abg. Hermann Müller(So?.): DaS können wir unmöglich annehmen, denn dann würden wir unS schon jetzt aus den reinen Rätcgedanken festlegen. Dr. Rosenfeld(U. Soz.): Müller erklärt, daß wir den Kongreß auf das Rätesv'tem festlegen wollen. Wir bekennen uns offen zum Räteshstem. Sie müssen doch auch ein Obsiegen deS Rätegedankens in Bayern anerkennen. Der Süddeutsche Gautag hat sich für die Räterepublik ausgesprochen.(Zuruf auS der Versammlung: Da S ist nicht wahr! Wir find hier!) Flügel(Dem.) erklärte, daß die demokratische Fraktion die Ab- sendiinq der Telegramme ablehnen müsse. Eine Zustimmung zu der Abfindung der Depeschen würde«in Abweichen von den dcmo- kratischen Prinzipien bedeuten. Eohen-Reuß mackte dann den Vorschlag, daß man daS Tele- gramm an die ungarische Räterepublik abfinden möge, da es einen Gruß für das ungarische Proletariat bedeute. In der Abstimmung wurde das Telegramm an die unga- r i s ch e Republik zur Absendiing angenommen. Dagegen wurde die Veschlußfaffung über die Abfindung des Telegramuies an Bayern vertagt.» Eine längere Debatte entfisselte der Tntrag der N. S. P.: „Der Rätekongreß möge beschließen, daß seine Mitglieder imninn sind und Ledebour sofort auS der Haft zu ent» l a s s e ii i st."/ Den Antrag begründete Rechtsanwalt Dr. Rofinseld-Berlin. Er betonte, daß der Antrag eigentlich nur etwas filbstverständ- liches verlange. Man mögc zu dem Rätekongreß stehen wie man wolle, jedenfalls werde man doch zugeben müssen, daß dem Kongreß weitgehende Beingirisse zuitehen, wodurch es gerechtfirttgt erscheint, daß seine Mitglieder das Recht der Immunität haben. Der Redner der sozialistischen Mehrheitsfraktion gab die Erklärung ab. daß seine Pl.rteigcnossein dem Antrage nicht zu» stimmen könnten. Lodebour habe doch zweifellos den Versuch g6> macht, die Regierung mit Gewalt zu stürzen.— Ein Redner der U. S. P. gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß unter Sozialdemokraten überhaupt«in« Meinungsverschiedenheit in dieser Fvage möglich sei. Ledebour habe sich um die Arbeiterbewegung so außerordentlich verdient gemacht daß seine Hastentlassuing geboten erschein«, um ihm so die Möglichkeit zu geben, an diesem Kongreß teilzunehmen.(Beifall bei den U. S. P. und auf den Tribünen.) Die demokrattscbe Fraktion ließ durch ihren Vorsitzen- den Lehrer Flügck-Derlin sine Erklärung abgeben, wonach die Demokraten den Rätekongreß als ein aus revolutionärem Recht bcr- vorgegangenes Purlamemt ansehen und daher für die Immunität der Mitglieder dfifiS Parlamentes stimmen werden. Die Jmmn- nität könne sich aber nur auf die Mitglieder des. Kongresses und auf Handlungn beziehen, die sie während des Kongresses begehen. Auf HaMuugen, die vor dem Kongreß begangen sind. und unter das Strafgesetz fallen, könne sich die Immunität natürlich nicht erstrecken. Für die Soldatenfraktion trat Delegierter Schaal entschieden für den Antrag der U. S. P. D.«in, indem er noch daraus hin- roies, daß einigen Mitgliedern seiner Fraktton wegen angeblicher Beteiligung bei der Militärrevolte des 4., 16. und LI. Armeekorps, über die ganz unglaubliche Meldungen verbreitet worden sind, die Verhaftung drohe. Von der Fraktion der S. P. D. wurde nunmehr der Antrag ge- stellt, daß die Kongreßmitglieder während der Tagung für die in ihrer Eigenschaft als Delegierte begangenen Handlungen oder ge- machten Aeußerungen das Jmmunitätsrecht genießen sollen. Diesen Antrag erklärte ein Mitglied der Soldatenfraktion für seine Kameraden als unannehmbar. Geyer(U. Soz.) wies darauf hin, daß dieser ein Novum schaffe. Es sei geradezu unerhört, daß die Sozialdemokraten sich dazu her- geben, da? Jmmunitätsrecht abbauen j,a wollen. Hermann Müller vom Zentralrat beleuchtete zunächst die staats» rechtliche Seite der Frage. Der Rätekongreß könne gar nicht die Immunität beschließen, sondern es bleibe ihm nur übrig, sich mit einem derartigen Antrage an die g e s e tz g e b e n d e» Körperschaften zu wenden."Es sei auch vollständig falsch, daß ein solches Jmmunitätsrecht in allen Verfassungen festgelegt sei. DaS sei keineswegs der Fall; vielmehr sind sowohl in Frankreich und in England und namentlich auch im Sowjet-Rutzland Parla- mentSmitgliedcr, die sich im Gegensatze zur Regierung gestellt baben. verhaftet worden. Wenn gesagt worden sei, Ledebour habe sich nur einer politischen Handlung schuldig gemacht, indem er die Regierung habe stürzen wollen, so müsse man doch andererseits jeder Regierung das Recht zugestehen, gegen die vorzugehen, die sie stürzen wollen. Auch die neue bäuerische Räteregierung habe ja bereits ihren Beschluß kundgetan, rücksichtslos gegen diejenigen vor- zugchen, die die Räteregierung bekämpfen. Dem Rätekongreß bleibe also nichts anderes übrig, als die Haftentlassung LcdebourS zu bean- tragen. Ncwh seiner lleberzeugung könne aber die Regierung in der gegenwärtigen Situation diesem Antrage nicht stattgeben. Für die ablehnende Haltung gegen den Antrag der U. S. P. sei in keiner Weise etwa die Furcht vor Ledebour, mit dem er jahrelang daSkutiert habe, maßgebend. Ein anderer Redner der sozialistischen MchrheitSsraktion warf die Frage auf. was wohl dic� Unabhängige» getan hätten, wenn Ledebour Minister gewesen wäre und die Mehrbeitssozialisten gegen ihn intrigiert hätten. Die Gesetzgebung dürfe aus kein-ü Fall die Zügel fallen lassen. Die Regierumg allein könne darüber entscheiden, ob die Haftenlassung LedebonrS im Interesse des All- gemeinwobl liege. Er persönlich halte es unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht für angebracht, daß Ledebour freigelassen werde.(Lärm und Zurufe bei den Unabhängigen.). Dann spricht Rosenfeld(II. S. P.) nochmals für die Haftentlassung. Schließlich wurde der Antrag, LedebourS Entlassung zu fov» der«,«it 109 gegen SS Stimmen angenommen. Industrie und tzanöei. Die Börse. Gegenüber den Nachrühien aus dein Reiche zeigte die Börse beute ein« bemerkenswerte Wider st audsfähigkeit. Das Geschäft war im allgemeinen still. Doch machte sich starkes Jnier- esse für Auslandswerte geltend, wo insbesondere Kanada und Pe- troleumaktien, aber auch KoloniÄwert« stark anzogen. Auf den übrigen Märkten verhielt man sich abwartend bei festem Grundton. Am Schisfahrtsmarkt waren die Anfangskurse gedrückt, konnten sich aber im weiteren Verlauf erholen. Am Montanmarki waren die Kurse gut behauptet. Chemifdhe Werte lagen zum Teil ein wenig schwacher, bis auf Höchster, die etwas anzogen. Bergmann konnten 2, Schlickert 3 Proz. gewinnen. Auch Daimler konnte sich nach deni gestrigen Rückschlag um 3 Proz. erholen. Krieg sau leihsn waren mit 83% Proz. unverändert.___ HervechiWÄewVMtv Streik im Saugewerbe. Die Maurer und Bauhilfsarbeiter hatten bei den letzten Tarif- Verhandlungen«ine Erhöhung des Stundenlohnes um 1,36 M. ge- fordert, so daß sich der Lohn für Maurer auf 8,50 SB., für Hilfsarbeiter auf 3,30 M. stellt. Außerdem wird gefordert, daß die in die achtstündig« Arbeiisgeit fallende«inständige Pause, sowie die wegen Regenwetter und Frost ausfallende Arbeitszeit mitbezahlt wird. Die Unternehmer haben diese Forderungen rundweg abgelehnt, ohne ihrerseits ein Angebot gemacht zu haben. Die Verhandlungen sind also ergebnislos verlaufen. Der Tarif besteht seit dem 1. April nicht mehr. Zwei Versammlungen der Maurer, Zementierer, Sinschaler und Bauhilfsorbeiter haben nun beschlossen, daß auf den Baustellen die Durchführung der Forderungen verlangt werden soll, falls die Mehrheit der auf der Baustelle Beschäftigten für die Durchführung ist. Werden die Forderungen abgelehnt, so soll über die Baustellen d-es betreffenden Unternehmers die Sperre verhängt werden. Dieser Beschluß ist am Montag in Kraft getreten. Ueber den Umfang der Arbeitsniederlegung und der Bausperre liegt ein sicheres Resultat bis jetzt noch nicht vor. Beendigung des Angestelktcnstreiks auf Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Wie uns auS Hamborn gemeldet wird, ist der Streik der Ange- stellten der Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Hüttenwerk(Betrieb des Thvssenkonzern), beigelegt. Die Direktion verlangte bereits nach vierstündigem Ausstand Verhandlungen mit den Vertretern der Organisationen, eine Forderung, die vorher„unerfüllbar" war. Ter Hainborner Vertveter lehnt« jedoch alleinige Verhandlung ab, da er nicht die Werkmeister nnd Techniker vertreten konnte, deren Vertreter in Mühlbeim-Ruhr bei Thyssen, wo die Angestellten auch streikten, verhandelt. Inzwischen hatte man in Mühlheim durch ein Provisorium den Streik abgebrochen. Die Direktion in Ham- born erklärte sich dann auch nach vierstündiger Beratung bereit, das in Mühlheim abgeschlossene Provisorium auf den hiesigen Betrieb auszudehnen. In einer von 1200 Anocstellien besuchten Werkversammlung wurde einstimmig beschlossen, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. DaS Provisorium dringt folgende Verbesserungen. Bei Grundge- hältern bis 400 M. 60 M. Gebaltszulage und 86 M. Teurarngs- zutage sowie«ine einmalige Summe von 226 M. Bei Grundge- hältern von 401 M. bis zu 600 M. 40 M. Gehaltszulage nnd 20 M. Teuerungszulage sowie eine einmalige Summe von 150 M. Die Arbeitszeit beträgt 46 Stunden wöchentlich; durchgehend von 7% öle. 3 Uhr. Es ba: sich auch hier wieder hewiesen, daß die Ange- stellten eine Macht sind, wenn sie genügend orgainsiert und von tat- kräftigen Organisationen geleitet werden. Die beste Solidarität der Arbeiter ist der Wille zur Arbeit. Eintägiger Streik der Angestellte« bei der Reichsfnttermittel- stelle Oleschäftsabteilung. Zu der unter obiger Ueberschrift in der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 6. April enthaltenen Notiz ertucht uns die Direktion der Reichsfuttermittelstelle Geschäftsab- teilung zwecks Klarstellung um den Abdruck des Wortlauts des ge- troffcnen Abkommens: „Die Kommission erklärt, daß da? Vorgeben de? Sackstelle zwar menschlich begreiflich, aber inkorrekt und illegal gewesen ist. und verurteilt cS. Auf ausdrückliche Bitte der Kommission hat sich die Direktion mit der Wicdercinstcllung der Angestellten der Sackstelle, die da? bekannte Schreiben! nntcrzeichnet haben, einverstanden erklärt. Di« zum 30. April l019� ausgesprochenen �Kündigungen werden mit dem Angestelltenausschuß durchberaten. Der ÄngestelltenauZ- fchuß stellt sich auf den Boden des Gesetzes. Als Form für die. Durchberatung gelten dt« von der Direktion mit dem Angestellten- ausschuß für die Rubrizieruug vereinbarten Richtlinien. Der ÄngestelltenauZ schuß erkennt an, daß Herr Eamminer eat- sprechend den Erläuterungen des ReichsarbeitSmiwisters Bureau- tätigkeit zu leisten hat. Die Direktion nimmt daraufhin die Wiedercinstellung de? Herrn Eamminer vor und nimmt seine Beschäftigung, soweit mög- lich, in der Frachtenstellc in Aussicht." � Im Ansch'uß hieran betont die Geschäftsleitung, daß die Frage 'der Anerkennung der Rechte de? Angestelltenausschusses überhaupt nicht Gegenstand der Verhandlungen gewesen sei. Ebenso wenig bat eine Meinungsverschiedenheit über den Inhalt des Gesetzes vom� 23 Dezember 1918 geherrscht. Das Gesetz vom 24. Januar sei überhaupt nicht in Frage gekommen. Sine BetriedSversammkung der strekkenden Angestellten der A. E. G., Zentralverwaltung, Friedrich-Karl-User, finde: Mittwoch, ten 9. April, vormittags 11 Uhr, in den Sophiensälen, Sophien- straße 17/l8(nicht Reichshallcn) statt. Die Streikleitung A. E. G./F. K. U. Generalversammlung der Maler. In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung der Filiale Berlin des Malerverbandes erstattete Mietz den Jahres- b"''cht der Ortsverwaltung. Er führte aus, es sei mit Freuden zu begrüßen, daß die Kollegen daran gehen, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern, die schlechter sei als die Lage in anderen Berufen. Was im abgelaufenen Jahre zur Aufbesserung der Löhne getan werden konnte, das sei geschehen. In mehreren Betrieben der Flugzcuffindustrie sowie in anderen Zweigen der Metallindustrie haben die dort beschäftigten Maler und Lackierer Lohnerhöhungen erreicht,' wozu aber in einigen Fällen erst die Entscheidung deS Kriegsausschusses herbeigeführt werden mußte.— Im Bauberuf sei die allgemeine Lage nicht schlecht, zeitweise habe sogar eine gute Konjunktur geberrscht. � ES wurden deshalb verschiedentlich höhere Lohnsätze gezahlt als nn Rcichßtarif vorgesehen sind. Das trifft hauptsächlich für die durch den Arbeitsnachweis vermittelten Kolle- gen. zu. während sich die längere Zeit bei großen Firmen beschäf- bieten.Kollegen mit dem Tariflohn dennügten, der zur fraglichen Zeit 1.4kk M. für die Stunde betrug. Das Verhalten dieser Kolle- gen erschwerte die sväteren Verhandlungen um Erhöhung des To- nflohncs, der seit Mitte Februar d. I. auf 1.76 M. gestiegen ist. Nachdem der gesetzliche Achtstundentag eingeführt war. aab es weder Konflikte mit verfch-edencn Firmen w-aen des Lohnansoleichs. Im allaemeinen ist erreicht worden, daß für den Fortwll der neunten Stur de ein Ansr'eich von 20 Vi pro Stunde gezahli wird. Dem Bericht folgte eine längere Diskussion. Wie iu m�hre- reu früheren Verfammlunaen, so wurde auch jetzt wieder die Orts- Verwaltung heftig angcoriffen. weil sie die Bolitik der General- kommifsson vertrete. Schließlich wurde eine R-solution angenom- men, irestße verlangt, daß die Angestellten ihre Aemker niederlegen. Die Neuwahl der O rtsverwalrung. die auf der Tagesordnung stand, aber nicht mehr erledigt werden konnte', wurde bis zur nach« sten Versammlung vertagt. GroßSerlln Zuckcrmangel und Marmeladebelieferung. Der infolge von Transportschwierigkoiien aller Art, von Fabrik- streiks, Unruhen, Diebstählen und Plünderungen, nicht zuletzt auch infolge der Ereignisse in der Prorünz Posen eingetretene Zucker- mangel macht, wie die' Blätter bereits gemeldet haben, die pro- grammäßige Durchführung der Versorgung des deutschen Volkes mit Marmelade, trotz ausreichender Vorräte an Obstmark in den Marmeladesabriken, unmöglich. Wie uns die Reichsstell-- für Gemüse und Obst mitteilt, wird jedoch nicht die Marmeladebeliefe- rung gänzlich eingestellt. Vielmehr ist Vorsorge getroffen, daß die zur Verteilung gelangenden Rationen nur verkürzt werden, sodaß immerhin bestimmte Aussicht besteht, bis zum Monat Juli des Jahres Marmelade, wenn auch in bescheidenen Mengen, zum Brotauftteich an die Bevölkerung verteilen zu können. Eine unglaubliche Weisung erläßt die Einwohnerwehr Halen- sce(vielleicht auch schon andere!) für den Fall von Unruhen. Ab- gesehen davon, daß ihr Aufruf ein« Panikstimmung zu erzeugen geeignet ist, verlangt er Schließung aller Häuser bei Unruhen. Wer also unversehens in eine Schießerei hineinkommt, soll sich nicht retten dürfen! Was fällt den gewissenlosen Verfassern dieses Aufrufs eigentlich ein?. SchwindclblKtter.?lm Sonntag dürfen, keine Zeitungen ge- druckt werden. Alle„neuen" Blätter, die am Sonntag nach den Morgenblättern und vor der„Welt am Montag" verkauft werden, sind ausschließlich auf diejenigen berechnet, die trotz allem Welt- geschehen nicht alle tverden. Die tollen Lügen dieser Blätter unter- streichen das nur. Keine Müllabfuhr. In manchen Häusern sind bereif? die Höfe überfüllt uad der Müll muß auf den Straßendamm geworfen wer- den. Und der Magistrat, die Polizei, das Reichsgesundheftsamt, die Regierung?? Nriegsteilnaluner vom Mel.-I.-N. 204. Am Sonnabend, den 12., abends 7 Uhr, im Pilsencr Hos, Kronenstr. 12 l. Bildungsabtrilnng der Erwerbslosenküriorge Grost-RerNn. Lichtbildvorträge: Entstehung Gefahren und Verhütling von Gcllblechis- kranthciten unter Vorführung von zahlreichen plasti'chcn Lichtbildern, Freitag, den lt. ZIPril, abends 7 Ubr, für Erwachsene beiderlei Geichlcchts, in den PhanislSIcn, dl, Müllerstr. 142, Redner: Dr. Grivka; in den Union- FestsZlcn, NO, Grcisswalder SIraße 221/223, Redner: Dr. Drucker; im FriedrichS-Gymnasium, Albrechtstraße 27, Ecke Schumannftraße, Redner: Dr. Colman; in Treptow, ParadieSgarien, Alt Treptow 1/5, Redner: Dr. Roschmann; in Britz, Chausse>str. 1, Gemeindeschule, Redner: Dr. Werr; nur für Frauen, in der Neuen«tadtballe, Klosteriiratze, Redner: Frauenarzt Dr. Max Hirsch.— Eintritt für jedermann. Einlaßkarten zu 10 Pf. an der Kasse. Das VorlesungSderzeickmiS der HandelS-Hochschnk« Verlin tür daS kommende Sommeisemester weist eine bedeutende Erweiterung des Unterrichts auf. Von den vielfachen Neuerungen sind hervorzuheben: DaS Seminar für Politik iLeiiung Prof. Dr. Avt und Dr. Herring) und das Kolleg des Grcisswalder Nnimsitätsprosesfors Dr. Bergftrösser über die Eniwiätung der politische» Paricicn in Deutschland. Besonders aktuell sind auch die Vorlesungen über Völkerrecht uno Staatsrecht(Prosesser Waldecker), über die Staatsverfassungen Englands, der Union, Frankreichs, der Schweiz und ihre Rückwirkung aus deutsche Veriassungsgeitaltung (Dr. Herring), über Recht der neuen deutschen Wirtschast(Pros. Nußbaum), über Gewerbliche Organisation und Gewerbcpolitik(Geh. Rat Wicdenseld). Märkische Vorträge. Der verlegte Abend.Die nialerssche Havel' von Oskar Bolle findet diciew Sonntag iZ'/, Uhr tei Kunstgewerbemuseum, Prinz-Albrecht-Str. 8, statt. Ein Bliithue r>Ko»iert veranstaltet Freitag, den 11. April, abends 8 Uhr, in der evangelischen Kirche am W a g n e r p l a tz der Ortsausschuß sür Voüsunterhaltung. Eintrittskarten in den Volksaus- gabestellcn Wartenbergst.r. 1 und Mt-Boxhagen 56, sowie In den mit Plakaten ausgestatteten Keschästen. Ter Filmvalast, Kellers Festiäle, Koppenstr. 29, wird demnächst seine Pforten öffnen, Nur Erstaussührungen der bedeutendsten Filmkünstler. verbunden mit erilklassigcm Orchester sollen dort dem Publikum gezeigt werden. Das Theater ist der Neuzeit entsprechend aus das Modernste und Behaglichste eingerichtet. Die Leiwng liegt w den Händen des Herrn Dir. G. Werner. Obleute der Kriegsorganisationen mit privatem Charakter. Freitag, 11. April, 5 Uhr, im Hause Potsdamer Str. 31, vom 4 Treppen(AngcstclltcnauSschutz): Sitzung der Obleute derjenigen Kriegs- orgamsationen, die von den Änssichtsbehörden weder als Rcichsstellen noch KriegSgefellschaften anerkannt sind. Fachgruppe 3 des ZentralauSschusscs der Angestellten von Groß-Berlin. Tierband der Burcauaugestellte«. Registratur- und Archivangestellten aller Branchen. Morgen Mittwoch, abends 7'/, Uhr, im Restaurant Kernchen, L 14, Wallstr, 57(Nähe Jannowitz- brücke): Besprechung über Einsührmrg von Fachabenden. Wilmersdorf. Am Sonntag, den 13. April, abends 7'/, Uhr, findet in der Oberrcahchulc am Hindcnburgpark wieder ein Kunslabrnd. und zwar der letzte in dieser Saison ftait. Derselbe ist den Tondichtern Mendelssohn-Schumann gewidmet. Mitwirkende: Alice Schäser-Kurznitzkh (Gesang, Siefs, Koschate(Violine), Erwin Silber(Cello), Flora Heidcmann(Klavier). Eintritt 50 Pf. Im Vorverlaus: Partelburcau. UHIandstr. 98—99, Wcstcnbcrgcr, Halensee, WefifÄlische Str. 28, und Paul, Papiergeschüst, Paretzer Str. 1, sowie an der Abendkasse. Potsdam.(Stadtvertretung.) Dr. Boschan(dnatl.) verlangte vom Magistrat Itechenschaft wegen der weiteren Zulassung von Vertretern des Arbeiterrates und des AuSlegenS einer Broschüre Kautskys in amtlichen Räumen. Der Interpellant warf dem Ar- bciterrat Unordnung und Schlamperei vor und wandte sich gegen seine weitere Tätigkeit im Magistrat. Oberbürgermeister VoSberg wies diese Ausführungen scharf zurück und stellte fest, daß der A.- und S--Rat in Potsdam stets aus die Interessen des Magistrats Rücksicht genommen, mit dem Magistrat im besten Einvernehmen gewirkt und segensreich für die ganze Verwaltung gearbeitet habe. Der Magistrat möchte ihn nicht entbehren. Alle Mittel seien bc- legt und ordnungsmäßig angewendet. Der A.- und S.-Rat könne sich auf eine gesetzliche Grundlage berufen, während der Bürger- rat nur als ein Verein anzusehen sei, dem keinerlei Befugnisse zur Seite ständen. Der Rat habe selbst seine besoldete Mitgliederzahl auf ein Mindestmaß beschränkt. Es sei unstreitig ein Verdienst drs Magistrats und des A.-Rates, daß man in Potsdam bisher von allen Ruhestörungen und Ausschreitungen verschont geblieben sei. Josephson(Dem.) toarntc davor, durch solche Interpellationen Ocl in das Feuer zu gießen und eine Kluft zu verbreitern. Bezüglich der Broschüre KautslyS erklärte der Oberbürgermeister, daß sie von amtlicher Seite zur Verfügung gestellt ivorden sei und daß man sich überzeugt habe, daß der Inhalt die Tendenz verfolge, durch Erhaltung der Ruhe, Arbeitsleistung und Ordnung zur Festigung der Verhältnisse zu gelangen. Die Ausrechterhaltung der geordneten Zustände schreibe er auch dem Geist dieser in Potsdam weit verbreiteten Broschüre zu. Diese Ansicht des Magistrats wurde von dem Redner der S. P. D. unterstützt. Es wurde darauf hingcwicscn, daß die Stadtverwaltung auch von der früheren Rc- gierung häusig angewiesen worden sei. Schriften, die in ihrem Sinne lagen, zu verbreiten. Ueber die Interpellation ging schließ- sich die Versammlung zur Tagesordnung über Eine Anfrage Krügers betreffend die Teuerungszulagen an hie Hilfsarbeiter führte zu dem Beschluß, diese bisher nur 60 Proz. der TeuerungS- zulagc für die. Beamten betragende Zulage auf 100 Proz. zu er- höhen. Man nahm dabei Gelegenheit, gegen die Weiterbcschästigung weiblicher Hilfskräste, tvelche aus"den Erwerb nicht ange- Wiesen seien oder ihn nicht nötig zu haben scheinen, Stellung zu nehmen nnd zn verlangen, daß ste durch Manne?, insbesondere Kriegsbeschädigte oder Kriegsteilnehmer, ersetzt werden. Auf Veranlassung unserer Genossen erhalten die städtischen Hilfsarbeiter die gleichen Teuerungszulagen wie die Beamten, d, h. eine Verdoppelung. Diejenigen, welche die Erwerbsqüelkö als Hilsarbeiter entbehren können, werden ausgesondert werden. Der Magistrat ist in das Stadtschlotz umgezogen. Oranienburg. Stadtverordnetenversammlung. Die erste Sitzung am 1. April schritt zunächst nach der Einführung der Mitglieder durch den Bürgermeister Dr. Heinn zur Wahl des Bureaus. Den Vorsteher hat als stärkste Fraktion mit 12 Mitgliedern die Demo- kratische Partei zu stellen. Eine Einigung über den Kandidaten war zwischen ihr und den beiden sozialdemokratischen Parteien nicht erzielt worden. Sie selbst wählie bei der Zettelivahl zusammen mit"en vereinigten rechtsstehenden Parteien den von ihr nomi- nierten Kandidaten, den Prokuristen Neumann, mit 18 Stimmen, während die beiden sozialdemokratischen Fraktionen den Lebrer Manthee ebenfalls mit 18 Stimmen wählten Das Los entschied für Manthee, der aber ablehnte. In der nächsten Sitzung muß die Wahl daher noch einmal vorgenommen werden. Diesmal wurde nur das übrige Bureau gewählt: Stadwerordnetenvorsteherstellvertreter Paris(U.S.), 1. Schriftführer Schumann(Mehrheit), 2. Schrift- fiihrer de Sombre(Rechtsparteien). Die Tagesordnung war sehr reichhaltig. Mehrere Punkte befaßten sich mit Schulfragen. Beschlossen wurden die sofortige Umwandlung der Höheren Mädchen- schule in ein Lyzeum, die Erhöhung des SchulgeKies an den höheren Schulen für die auÄvärtigen Schüler und die Einrichtung einer Begabtcnrlasse, die ein Initiativantrag der Unabhängigen forderte. Zur Bearbeitung der Fragen für die Eingemeindung der Nacbbar- orie und Eingemeindung nach Berlin wurde eine gemischte Kom- Mission eingesetzt. In der geheimen Sitzung wurde über den Bei- tritt zur Baugenossenschaft verhandelt. Oberschvneweide. Mucker! Wie weil dt« fanattsche Abkehr kirchlicher Kreise von der neuen Zeit geht, beweist eine Äcußcrung eines hiesigen IugenderzieherS, der seinen Kindern in der Reli- gionsstunde erzählt, daß Lesen und Schreiben in späteren Jahren (wenn sie eventuell nicht mehr sehen könnten) weniger wichtig wären denn die Kenntnis der Religion I Die Katholiken blasen gleichfalls Sturm.„Unsere katholische Schule am Ort ist. in Ge- fahr! Ihre Gegner wollen sie auflösenl" Um. Stellung.gegen die geplante„Gewalttat" zu nehmen, berufen sie eiue Versammlung ein. Nun ist zurzeit noch keine„Gewalttat" geschehen. Wenn die Religion ein Fach freiwilligen Unterrichts wird, fällt gatiz von selbst da? Privileg der katholischen Schulen. Auch damit werden sich die Herren abfinden müssen, wenngleich auch der katholische Pfarrer in einer Katholikenversammlnng emphatisch erklärt«, den Elternstreik gegen die Schule vroklamieren zu wollen und er selbst im Kampfe um die konfessionelle Schule nicht vor dem Gefängnisse zurückschrecke. Grofi-BerNner Lebensmittel. Spandau. Die i>snsaabc von Fleischkonserven an die Bewohner der bisher Nicht belieferten Stadtteile erfolgt in der lausenden Woche. Die im Februar begonnene Verteiiung mußte unterbrochen werden, da die Ware nicht bcrangeschafft werden konnte. Nach längeren Bemühunaen ist es den zuständigen Stelleu nunmehr gelungen, mehrere Waggons Fleischkonserven zu erhalten. Meiuickendorf. 250 Gramm Marmelade(108). Anmeldung bis ein. schließlich 9. April. In den amtlichen Berkaussstcllen: Pankorver Allee 32, Residenzfir. 71 und Eichbornstr. 34a am 9. April je eiu Ei aus Kinder- karte 6 zur Ausgabe. SÄöneberg. Ganwertcilung an diejenlgm Kteinvcrarbetter, die die ihnen fiir das zweite Halbjahr 1918 zugeteilten Mengen Garn— Baum- wollnälfiaden— noch nicht abgeholt haben, morgen Mittwoch und am 16. April, 2—5 Uhr, Hauptstraße 11, gegen den Ausweis. Ueber die nicht abgehollen Mengen wird alsdann anderweitig»erjügt. Groß-Serliner Partewachrichten. 36. Abteilung. Heut«, 7�. Uhr, im«.Artushos*, Perleberg«: Straße, Jahresversammlung der Abteilung. Tagesovt»- nung: Wahlen der Abtei lungSOitimg, Bericht über den Bezirkstag und Vortrag des Genossen Fritzsch über A vbei tsverm i t.lu n g und Verminderung der Arbeitslosigkeit. 40. Abt. Bezirk 791 u. 792. Heute Dienitag, abend« 7 Uhr, Mit- gltederversammlung bei Wesencr,. Reinickend ors er Str. 47, Eing. Gotsschcdstraße. Morgen Mittwoch: 44. Abt. Die Versammlung morgen Mittwoch abend tri ch-t Stettin er Straße, sondern bei Schmidt, Prinzenallee 33. Rvseuthal. 7 Uhr Miig/ederoeriammlung bei Bdrth. �Vortrag, Nordend. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Sander, Blantensetder Straße 19. Hermsdorf bei Berlin. Versammlung bei Böttcher, Waldsee- Ecke Berliner Straße. Bericht vom Bezirkstag Groß-Berlin, Stellungnahme zur Jugcndorgarfisatirn, Arbetterral, Einwohnerwehr, Maiscice. Treptotv-Bannifchnlentveg. Zahlabend aller Bezirke in den be- kattnlc» Lokalen. Wichtige Tagesordnung, daher vollzähiiges Erscheinen nötig. Ober-Schöneweide. Dezirks-Zahlabende: 1. Bezirk(westlich der Deulstraße, einschließlich Helmholtzftraße) bei Allesch, Walt« Ecke Heimholtz- straße. 2. Bezirk(von Deulstraße einschl. AS Schillerpromenade) oet Ren- mann, Deul- Ecke SicmenSilraße. 3. Bezirk(von Schillerpromenade einschl. bis Klarastraße einschl.) bei Drake, Wilhclminendos- Ecke Klarastiaße. 4. Bezirk(östlich der Klarastraße) bei Reinke, Wilhelmlnenhos- straße 64. Biesdorf bei Berlin. 8 Uhr be! Henke(früher Haack), Marzahner S träne 32. Tempelhof. Morgen Mittwoch:;s a h I a b e n d. Für den 1. Bezirk bei Wollcnberg, Berliner Str. 1; 2 Bezirk: Stuhlmann, Dorsstr. 50; 3. Bezirk i Krüger, Friedrich-Wilhelm-Suaße, Ecke Werdcrilraßc; 4. Bezirk: Buse, Kaiser-Wilhelm-Straße 74; y. Bezirk: LaiiS, Friedrich-Wilhelm- Straße 91; 6. Bezirk: G/nzke, Riugbahustr. 4; 7. Bezirk: Schreiter, Gottlieb-Dunkel-Straße 59. Erscheinen Pfiicht. Röntgeutal-Zepcruick. Donnerstag, den 10., äbeuds 8 Uhr, Zahl- abend bei Marx, Bacrwatdstr, lt.— Gäste willkommen. Bcrcin Arbsite�sugend Steglitt. Donnerstag abend 7>/, Uhr bei Siebte, Berliner Sin 10, Lese- und.Spielabend. Gin Iugend-Flugblatt.„Ein Mahnruf an die Arbeiiereltcrn' ist von den ürllichcn Parleiorganisalionen und den BctricbsverlraucuSlcute im Jugendsek-.ctariat LW 68, Lindcnftr. 114, vorn I rechts abzuholen, bezw. mitzuteilen, welche Anzahl gebraucht wird, damit sie der nächsten.Vor- WÄrlS�-Spedition zugestellt werden können. De? MarstkU-'prozeß. Die Vernehmung der Angehörigen der 3. Kompagnie, d, h. etwa der größeren Halste der Angeklagten, ist zu Ende. Die Aw- geklagten testritten durchweg, selbst aus die RegierungStrüppen geschossen zu haben und erklärten übereinstimmcnv, auch nicht zu wissen, öl> und von wem aus dem Marstallge!b«wde geschossen war- den ist. Jeder der Angeklagten verneinte auch die Frage, ob ihnen von einer regierungsfeindlichen Steumiung innerhalb der Soldatenwehr etwas bekannt geworden sei oder ob jemand versucht habe, auf sie einzuwirken, gegen die Regierung Aerllung zu nehmen. Ein nicht zur Soldatenwehr gehörender Angeklagter behaup- tete, und lieh sich dies von Mitangeklagten bestätigen, daß er ledig- lich durch Zufall in den Marstall gekommen sei, da er sich zum Schutz vor der Plötzlich losbrechekiden Schießerei dorthin geflüchtet halw. Um festzustellen, woher die aus dem Gebäude gefallenen Schmsse gekommen waren und welcher Angeklagte dabei in Frage ko.mmen könnte, soll am Mittwoch eine L o k a l b e s i ch t i g u n g im M a r sta l l g e b ä u de vorgenommen werden. Heute kam die Verhandlung in den Vormitiagsstunden nicht zustande, da die Angeklagten, die in Plötzensce sitzen, nicht zur Stelle waren. Sie ioerden von Mannschaften der Reinhard-Truppe in Lastauws an Gerichtsstelle befördert, waren«ibcr zur festgesetzten Trrminsstnnde nicht eingetroffen. Es stellte sich heraus, daß die? aus einen.Ihr- tum zurückzuführen sei, so daß Nichts übrig blieb, als die Fort« fetzung der Verhandlung auf Nachmittag zu vertagen. Gerichtszeitung. Das unbezahlte ärztliche Attest. Di,: Angestellte einer Berliner Nahrmittelfabri? erkrankte an Grippe und entschuldigte sich auch sofort nach Aufbruch der Krankheit schriftlich beim Prinzipal. Als dieser von der Angestellten ein ärztliches Attest verlangte, schrieb ihm die Gehilfin zurück, der Arzt verlange dafür fünf Mark. Der Chef möge ihr das Geld einsenden, dann tvevde sie auch das Attest beschaffen können. Statt das Geld einzusenden, sprach der Fabrikant die sofortige Entlassung des jungen Mädehens aus. Vor dem Berliner Kauimannsgericht, das diesen Rechts streit zu entscheide:! hatte, wandte der Beklagte ein, er habe sich nicht geweigert, den Betrag des ärztlichen Attestes zu zahlen, sondern im Gegenteil erklärt, die Attestierung solle auf seine Kosten geschehen. Die Klägerin hätte ja ruhig daZ Geld auslegen können. Sie braucht? ja nicht besorgt zu sein, daß sie es von ihm nichf wieder bekomme. Wenn sie im übrigen dem Arzt gesagt hätte, die Firma bezahle das Attest, dann hätte auch der Arzt nicht den Betrag sofort verlangt. Bei dem guten Ruf der Finna hätte der Arzt ohne weiteres von sofortiger'Bezahlung abgesehen. Damit, dag Klägerin das Fehlen eines ärztlichen Attestes verschuldet habe, sei ihre so- fortige Entlassung genügend gerechtfertigt. Das Kaufmannsgericht trat den Ausführungen des beklagten Fabrikanten nicht bei, sondern kam zu seiner Verurteilung in Höhe des eingeklagten Betrages von l7S M Weder die Angestellte noch der behandelnde Arzt hatten nötig, der Firma die Attestkosten aus- zulegen. Wenn die Beklagte einen solchen Wert auf ein ärztliches Attest legte und sich mit der Bescheinigung der Krankenkasse nicht begnügen wollte, dann hätte sie enttoeder der Klägerin das Geld zugleich mit der Aufforderung zustellen oder die 5 M. direkt an den Arzt ge- langen lassen müssen. Der Arzt lehnte es ab, der Gehilfin für de- sagten Zweck«in Attest ohne sofortige Bezahlung auszustellen, und das entspricht auch der Gepflogenheit der meisten Aerzte, wenn cs sich um ihnen unbekannt« Patienten handelt, llnier dieser Weigerung dürfe die nach dem KrankenkassenauStveis tatsächlich krank gewesene Klägerin nicht leiden. Ihre Entlassung erscheine völlig un- gerechtfertigt. Geheimschlcichter. Der Fleischergeselle Griep war mit dem Molkereibesiher Grucza, welcher auf einem Laubengrundstück am Bahnhof Hohenzollerdamm eine Molkerei betrieb, übereingekom- men, eine Geheimschlächterei zu eröffnen. Ter Betrieb wurde gleich von Anfang engroS aufgemacht. Der Viehhändler Lehmann, der für sich allein dorr vier Schweine schlachtete, lieferte die Borstentiere in Massen! In verhältnismäßig ganz kurzer Feit wurden dreißig schwere Schweine don geschlachtet. Da? Fleisch wanderte mit 4,SY M. das Pfund in verschiedene Gast- wirtschaften, wo man dann als Stammgast, gegen ein fürstliches Trinkgeld, für 7,50—10 M. ein dünnes Scheibchen Schweinebraten unter der Flagge.Ziegenbraten" erstehen konnte.— Wie die Verhandlung ergab, sind durch die Angeklagten und ihre Helfershelfer viele hundert Schweine geschlachtet worden. Tie Straf- kammer ernannte gegen Griep auf 8 Wochen Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe, gegen Grucza auf 6 Wochen und 4000 Mark, gegen L e h m a n n auf 3 Wochen und 3000 Mark und gegen den Pförtner Ganzer auf 2 Wochen Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. HbkWmiMlKlkSUN » � lebt iciewest z« erartebie«! 1. ID. A.®. AI. A. S.(Sin WarnibOliskomon.— Sstlinfr entuicklungs- und Sittenbllict von Margarete Böhme, statt M. 8,— nut M. 3,— und Porto 0,3b. 2. Thed«; ein Roma» von«. Engel, ein leScn, wahres Cchlitsalsbild, das jede» Leser tief ergrclfm dürste, statt M. t,— nur M. und Porto 0,25. S. Oer südafrikanische ftriea 1S3S— 1002. 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