Ur.lSÄ. 36. Jahrg. Bejugsprets: LicrteljShrl.?FV MI. monoU, 250 MI freiinS HauS. voranSzahIbar. Sinzrwe Nimmiern 10 Pfennig Postbezug: Monatlich»so AU. exll. Zustellmigt. gebühr. Unter«rcuzband iür Deutscki- l gierung zu einem etwaigen Eisenbahnerstreik wurde folgen- der Antrag der Eisenbahner angenommen: Wir Genosse», die wir bei der Eisendahn Dienst tun, verlangen das gleiche Koalition siecht wie all« anderen Staats« bürger. Von unseren Genossen in der Regierung erwarten wir mit Bestimmtheit, daß sie ihr gegebenes Wort halten und nicht zugeben, daß wir wieder zu Staatsbürgern zweiter Klasse herab- gewürdigt werden. Ferner wurde noch beschlossen, die Regierung aufzu» fordern, daß sie gegen einen Gewaltsrieden, den die Entente unS aufzwingen will, energisch Front mache. irtschaftliche» Tod. Die hm der Generalstreik SchwereSeörohung öer Lebensmittelzufuhr Die„P. P. N." melden: Die ersten in Deutschland ein- getroffenen Lebensmittels chiffe der Entente haben mit Ballast wieder ausfahren müssen, weil in Deutschland uicht einmal soviel Ware« zur Ausfuhr zusammeuzubriugeo waren, daß die paar Lebeusmittelschiffe damit hätte« befrachtet werde« könne«. Wir kouute« für die Lebensmittelschiffe der Entente nicht einmal genügend Kohlen zum Wiederauffnllen der Bnnker znr Stelle schaffen. Wie lange»nter einer solchen Wirtschaft die Entente Lebensmittel zu liefern bereit fein wird, «»ß natürlich g«»t»«gewiß erscheine«. der erste Tag des Rätekongresses Vorspiele. Vorgeplänkel. Der Kongreß hat einer Pflicht der internationalen Höflichkeit genügt, indem er ein Be- gri'lßungstelegramm nach Budapest richtete. Der llebereifer, der einen gleichen Drahtgruß nach München senden wollte. wurde durch einen Vertagungsbeschluß geziigelt. Wenn man schon nach Bayern Depeschen schickt, so ist noch sehr die Frage, ob nach München oder nach Bamberg. Hübsch aber, sehr hübsch, daß die Unabhängigen nichts Eiligeres für den Kongreß kennen, als eine Regierung drahtlich zu bejubeln, deren erste Tat die Verhäng ung des Standrech ts gewesen ist. Mit 119 gegen 32 Stimmen wird dann beschlossen, die Freilassung LedebourS zu fordern. Die Mehrheits- sozialisten haben sich— cS ist kurz vor der Mittagspause— zum Teil schon aus dem Saale entfernt. Die noch Anwesen- den haben zum größten Teile gegen diesen Eingriff in die Justiz gestimmt. Ja, dürsten Gefühle alter Kameradschaft entscheiden— aber die Seiten sind ernst, ernst ist die Anklage, die gegen den alten Heißsporn erhoben ist. Die Justiz muß die bestehende Rechtsordnung stützen, sie darf nicht dulden, daß jeden Tag aufs neue mit der Waffe in der Hand über die Verteilung der Gewalten im Staate entschieden wird, sie muß das kostbarste Gut deS Volkes, sein Blut, schützen. Hat der Rätekongreß daS Recht, ihr dabei in den Arm zu fallett? Und Ivo sind die Grenzen? Durch ihren ersten Erfolg auf dem Kongreß ermutigt, haben die Unabhängigen auch schon die Hastentlassung ihrcS Freundes Brandes be- antragt. Und gestern saß noch Landsberg als Gefangener der Unabhängigen. Würden die für feine Freilassung ein- getreten fein? Ja, es ist eine elende Sache, wenn eingesperrt wird, und dafür einzutreten, geht jedem gegen das Gefühl, Aber die Berliner Unruhe« haben schon mehr als 1 209 Menschen das Leben gekostet, wie in der Unter- suchungSkommisston der preußischen Landesversammlung gestern festgostellt worden ist. Gefangene kann man wieder freilassen, weim die Sicherheit wieder hergestellt ist; Tote kann man nicht wieder lebendig machen. G Die Debatte über den Bericht des Zentralrats hat dann die ganz« Schärfe der Gegensätze gezeigt. Wessnt- lich Neues hat sie nicht gebracht, konnte sie nicht bringen, Die gespannte Lage im ganzen Reich ilötigt den Vorsitzenden des ZentralrvtS, den Genoffen L« i n e r t. fich mit erhöhter Schärfe zu dem Grundsatz zu bekennen, daß keine Regierung ohne Machtmittel auskommen kann. Daß ans einem deutschen Rätekongreß gesagt werden und mit Beifall mrfgenoimnen werden kam?, wa? Leinert ausgeführt hat, zeigt, wie viel ruhiges Urteil und gesunde Kraft in der deutschen Arbeiter- klasse noch steckt. Hier ist die Hoffnung des Laiides und nicht bei den Unabhängigen, deren Sache Richard Müller mit nervöser Gereiztheit verficht. Die alte Klage, daß cm allem Blutvergießen mir die Regierung schuld sein soll, die alte Unehrlichkeit! Als ob nicht auch Richard Müller, er nock besser als mancher andere, wüßte, daß es nicht die Regierung war, die den Mrgerkrieg im Namen der„zweiten Revolution" verkündete. Wäre es nickst hundertmal ehrliefer und am Ende auch geschickter, wenn die Linke ruh g erklärte:„Ja, wir kämpfen mit Euch um die Macht, wir kämpfen um sie mit dem Mittel des Generalstreiks und der offenen Gmalt. Wir sind Gegner der Demokratie und wollen eine MnderheitÄherr schaft durch Diktatur!" Welchen Sinn bat es, etwas zu per- stecken, was doch offen vor aller Augen liegt? Wer bisher noch blind gewesen wäre, dem müßten doch die Münchner Vorgänge die Augen gründlich geöffnet haben. Eine Rede von sachlicher Schärfe, die in die Debatte neue Töne und neue Gedanken brachte, hielt dann Genosse K a- liSki, der die eigene Partei mit kritischen Spitzen nicht verschonte, ober darum doch den Unabhängigen desto weniger etwas schenkte. Kaliskis Grundgedanke ist der, daß in einer weitgeheudeu Umstellung der bereitstehenden Arbeitskräfte von der Industrie auf die Lanblvirtschast die einzige Rettung liege, und er klagt die Sozialdemokratie wie die Unabhängigen in gleicher Weise an, das hierzu Erforderliche nicht getan zu haben. Er enthüllt die Unfruchtbarkeit der unabhän- die Demokratie, und damit hat er zweifellos die ge- waltige Mehrheit des Kongresses hinter sich. Das war im großen Ganzen der erste Tag, der trotz mancher erregter Auseinandersetzungen die Aussicht auf eine gedeihliche Arbeit des Kongresses nicht verschüttet hat. Ep- fteuRdf) wirkt die Sntschiedenbert. mit der der erste Vor- sitzende, Genosse H a u s ch i l d> Kassel, die Einmischungs» versuche der Tribüne zurückweist. Fast hat es den Anschein, als ob die Unabhängigen diesmal auf die unerfreulichen In- szenierungen verzichten wollten, die den ersten Kongreß be- gleitet haben, wenigstens wird von ihnen die Absicht, einen politischen Generalstreik aus Anlaß' des Kon- gresses zu veranstalten, scharf in Abrede gestellt. Aber das Bild kann sich noch ändern, wenn die Antwort der Regierung auf die gestellten Haftentlassungsanträge nicht zu ihrer Zu- friedenheit ausfällt. Bisher hat es aber den Anschein, als ob die feste äußere Ordnung, die zurzeit über Berlin waltet, auch den Verhandlungen des Kongresses zugute kommen sollte. Trotz allen Lärms von links wird es doch von der übergroßen Mehrzahl der Bevölkerung, auch der Arbeiterbevölkerung, als 9 ein Segen empfunden, daß sich wieder ein fester poli- tischer Machtkern zu bilden scheint, um den sich dann der Wiederaufbau des Wirtschaftslebens kristallisieren kann. Berlin ist streikmüde, Berlin ist satt des Bluts. Wir glauben, die Unabhängigen sind im Irrtum, wenn sie den lautesten Teil der Bevölkerung für den größten halten. Vernunft fängt wieder an zu sprechen— und hoffentlich wird sie auch auf dem Rätekongreß, der heute die Debatte über den Zentralrat beenden will, um dann die Fragen der Räte und der Sozia- lisierung zu erörtern, das letzte Wort behalten. Dazu aber ist notwendig, daß unsere Genossen auf dem Kongreß fest zusammenstehen und sich durch keine Vcrwirrungsk un st stücke der Opposition durch- einander bringen-lassen._ Sewgerungszustanö in Maaöeburg. Lebensmittel für mehr als 700 CKM) Mark geraubt. Magdeburg, 8. April. Der stellvertretende Polizei- Präsident Vater, einer der Führer der Unabhängigen, ist unter dem dringenden Verdacht, an den gegenrevolutionären Vor- gängen beteiligt zu sein, seiner Funktion enthoben worden. Der Wert der aus dem Speicher des städtischen LebenSmittelamteS geraubten Waren beläuft sich auf weit über 700000 Die Bevölkerung wird durch diesen Raub empfindlich getroffen, da diese LcbcnSmittelmengen zu einer erheblichen Verbesserung der LedeUSmittelversorgung bestimmt waren. Auch die Schuppen deZ amerikanischen roten Kreuzes, in denen Lebensmittel für die Ge« fangenen lagerten,«wurden ausgeplündert. Infolge dieser Aus- schreitungen hat der ExekutivauSschuß den Belagerungszustand über Magdeburg verhängt, ehe von der NcichSregierung dir entsprechende Weisung kam. Der überwiegende Teil der Garnison hat sich bei den Zwischenfällen als regierungstreu erwiesen. �ebensmittelfperre über München. Nürnberg,«. April. Die Bauern sich aft des Rieses erläßt einen Ausruf, in dem eS heißt: Die Bauern Frankens, der Oberpfalz und des Rieses haben sich zu gemeinsamem Borgehen zn- snmmengeschloffen. Die Bauernschaft Obcrbayerns, Schwabens nnd des Allgäu schließt sich an. Die gesamte Banernschast der genann. ten Kreise steht hinter dem Ministerium Hofsmann nnd erklart dieses Miniftcrinm und den baprischen Landtag als gesetzliche Re- gierung und Volksvertretung und tut alles zu deren Unterstützung. Sie, steht zusammen mit den Arbeitern und Bürgern, die auf dem Boden der ersten Revolution und des Staatsgrundgesetzes stehen. Am Dienstag, den 8. April, nachmittags 5 Uhr, die Lebens mittelsprrre über Augsburg nitd München verhängt, bis in München die Räteregie- rnngznrsickgetretenist.« Keine Anerkennung. Stuttgart, 8. April. Eine von dem würktembergischen Staatspräsidenten BlvS, dem badischen Ministerpräsidenten Geiß nnd dem hessischen Ministerpräsidenten Ulrich veröffentlichte Erklärung besagt: Die Rcgicrniigcn von Württemderg, Baden und Hessen sehen das Ministerin vi Hofs mann nach wie vvr als die alleinige rechtmäßige Regierung des Bolksstaates Bayern an. Die Lage in Bayer«. In Ansbach ist die Lage zur Zeit noch«ngeklärt. Die Ausrufung der Räterepublik wurde zurückgenommen, dock hat sick * Julius yart. Zu seinem sechzigsten Geburtstage. Revolten hinter un», neue Revolten um uns her und Revolten im Anmarsch für irgendwelchen nahen Tag! Der 60. Geburtstag Julius Harts, des Dichters und LiteraturaufrührerS von ehedem, fällt mitten in diese Zeit. Verse von ihm aus den achtziger Jahren werden im Gedächtnis wach:„Hörst du es nicht? In meinem Ohre bang ewig dröhnt dumpfer, harter Trommelklang.' Blut und Geist einer Generation von Jünglingen, damals vorstürmend über die Schwelle erster zwanziger Jahre, kündet sich in diesen Versen an. Als kühne Wecker, ernste Warner sprangen sie auf selbstgebaute Tribünen. Sie riefen in eine Welt, die gewaltsam totzuschweigen bemüht war, was sich groß drohend in allen Ländern erhob. Im Marsch die Enterbten der Gesellschaft, von Hunger und Arbeitsnot aufgereizt zur Verzweiflung! Zusammenbruch in Sicht! Grell zuckende Zeichen überall, ein Zeichen auch diese Dichter, Boten des Neuen, das mit kritischem Schwert gegen das tyrannische starre Alte aufstand. Gegen verlogenen Schein, der als Schönheit thronen loollte, reckte sich der Schrei nach Natur und Wahrheit. Die Brü- der Hart, urgcsunde, angrisfstüchtige Westfalen, fochten in Berlin als die Aelteren der Schar voran. Sie rechneten ab mit den Tagesgötzen der bürgerlichen Literatur, sie setzten gegen ihr epigonisch-schwaches, gespreizt kleines Dichtertum die Forderung pnd den Versuch großer, Weltpackeuder Pläne poetischer Schöpfer- kräfte. Und im Rausch dieser Arbeit jauchzte 1884 Julius Hart die Rhythmen: Nun, es mag sein, daß unser Fuß spurlos im Sand der Zeit berwcht, Der Geist so tatenhungerig und lebensdurstend gang vergeht; Wir hoffen, all der Blütenstaub fliegt fruchtend über Feld und Rain, Doch fällt vielleicht der Samen nur auf Dornen und auf nackt Gestein... Sei's drum! Stoß anl In unsrer Brust hat alles einmal doch gelebt, Der Kampf ist schön, auch ohne Preis! Stoß an! Einmal war'S doch erstrebt. Der Kampf schwoll auf, dehnte seine Kreis-, drückte Wider- stand uni Widerstand weg. Und waren die Mauern deS Alten auch widerstaudskräftiger, als die Stürmer im Wahn ersten Anlaufens gemeint, vorwärts doch gingS: sie setzten sich durch, bereicherten das Feld deutscher Dichtung mit neuen Zielen, neuen Farben, neuen Tönen. Ein Menschenalter spannt sich zwischen damals und heute. Vom Stamm, den jene Zeit sich auskämpfen sah, strecken Aeste sick noch in unsere Gegenwort herein und treiben ihr Grün, geben ihre Frucht. Aber als abgeschlossene Epoche jungen Sturms und Drangs steht jene Bewegung eingeschrieben im Buch deutscher Literatur. eine erneut einberufene Versammlung wieder für die Räterepublik ausgesprocken. Da die Eiklärung des Ministerpräsidenten Hoffmann mit großem Interesse aufgenommen wurde, nimm: man an, daß AnSback sich auf die Seite der Bamberger Regierung stellen wird. In Nürnberg haben 11 ungeheuer start besuchte Massenvers amm tun gen der MebrbeitSsozialisten eine Resolulion gegen die Räterepublik in Bayern gefaßt. Die allgemeine Lage wird als günstig angesehen, zumal das 3. bayrische Armeekorps sich für die Regierung erklärt und in seinem Bereick den Kriegszustand verhängt hat. Auch in Bamberg hat sich der A.- u. S.-R. gegen die Räte- republik ausgesprochen. Bürgerstreik in München. Aus München erfahren die P. P. N.; Hier ist alles ruhig. Es bereiiet sick ein Bürgerstreik vor, der sich nickl gegen die Räterepublik alS solcke, sondern gegen, drakonische Maß- nahmen der Kommunisten richtet. Die Kommunisten haben die Banken gesckloisen und alle Depots gesperrt. In Ausführung des Bürgerstreiks wurden die Läden geschlossen. Abflauen ües Stuttgarter Generalstreiks. Stuttgart, 8. April. Amtlicher Bericht vom 8. April. In Stuttgart vollständige Ruhe. Die Arbeit ist in den meisten Betrie- ben wieder aufgenommen. Ms Donnerstag hofft man, die ganze Stadt mit Gas versehen zu können. De? Generalstreik in Nürnberg. � Die Mrther Garnison für die Räteregierung. Nürnberg, 8. April. Der für heute morgen beabsichtigte Gene- raistreik ist nicht völlig gelungen. In einigen Fabriken legten die Arbeiter die Arbeit nieder und begaben sich zu einer auf Uhr vormittags nach der Insel Schütt einberufenen Ver- sammlung unter freiem Himmel. Ein Redner teilte mit, daß die Fü r t h e r G a r n i s o n auf dem Boden der Räterepublik siehe und bereit sei, falls das dritte Armeekorps mit Waffengewalt gegen das Proletariat vorgehen sollte, sich bewaffnet unter das Prole- tariat zu stellen.� In geschlossenem Zug« zogen die Versammlungs- teilnehmer dann' nach dem Generalkommando; dort zerstreute sich nach einer Ansprache die Menge. Die Lage im Nuhrrevier. Berschäfter Belagerungszustand in Essen und Düsseldorf. Essen. 8. April. Seit heute nachmittag ist über Essen Stadt und Land der verschärfte Belagerungszustand verhängt worden. Die Zahl der Streikenden ist im Vergleich zu gestern um ein geringes zurückgegangen. Die Gesamtzahl der Ausständigen hat in der heutigen Frühschicht 15S b0l gcg:n 156 645 betragen. Die Gesamtzahl der Ausständigen hat sich gestern in der Morgen-, Mittag- und Nachtschicht auf 288 602 gegen 267 301 am vorherigen Tage belaufen. Essen, 8. April. Beim Einzug der Regicrungstruppen kam es infolge des Versu hes, einen Bagagewagen zu plündern, zu einem Zusammenstoß zwischen Militär und Zivilisten, wobei durch Handgranaten zwei Zivilisten getötet und mehrere verwundet wurden. Düsseldorf, 8. April. Die Düsseldorfer Arbeiterschaft hat sich heute in geheimer Abstimmung in den einzelnen Betrieben mit überwiegender Mehrheit für Fortsetzung deS politischen Generalstreiks entschieden. Sämtliche Arbeiter des städtischen Gas- und Elektrizitätswerkes haben am Nachmittag ebenfalls die Arbeit eingestellt. Nm 3 Uhr wurde über Düsseldorf der verschärfte Belagerungszustand verhängt. Wie von authentischer Seite festgestellt wird, sind die aus dem Ruhrrevier während der letzten Tage gemeldeten Streik- Ziffern insgesamt und im einzelnen um ein Erhebliches über den wirklichen Bestand der Ausständigen h rn ausgegangen. Alle nichtamtlichen Nachrichten über die Zahl der im Ruhrrevicr Streikenden sind mit größter Vorsicht ent- gegenznnehmen. Das Korps Licht schlag ist heute m Essen eingerückt. ES hat zwei Tote und einige Verwundete gegeben. Ein Mitglied der Neunerkommission ist verhaftet. Was Wollen war und was Vollbringen, kann endgültig abge- schüttelt werden. Ter Traum der Geister fliegt weiter aus als ihr Werk, das ist Gesetz, aber der Traum ist so wichtig wie ldas Werk, denn er ist Lebenskraft und quillt aus dem All seiner Zeit. In Wandlungen sind neue Gegemvarten über das Wollen jener Epoche, in der die beiden Hart als Führer mitwirk- ten, hinweggeschritten. Aber das eine empfinden sie alle dort: das Drängen nach Natur aus innerstem verborgensten Fühlen heraus und die Begierde nach neuem, eigenen Umfasssnwollen aller Welt und Zeit. Das neue tieftiefftc Künstlerbewußtsein als Ausdruck des Verlangens nach befreitester Selbstgewißheit des Lebens! Wir schauen auf die Lebensarbeit JirliuS Harts zurück: ist sie nicht in allen Schritten ein Zeugnis dieses Kern» der Bewegung unserer Gegenwartskultur gewesen? Sie war glühendes Ringen um ein neues Weltanschauen, steigerte ihr Suchen über kritisches Auflösen und Abwägen hinaus bis zu religionsschöpjerischem Neu- verbinden bes Gewonnenen, baute in künstlerischem MisstonS- drang an Versuchen, in Gemeinschaften neuer Lebensführung vor- bildliche Zellen zukünftigen sozialen Werdens zu bilden, dem Schaf- fen und Genießen zum Heil. Wer will genau bemessen, wieviel davon in das Leben der Zeit einging? Es ging mit dem Tage vorüber, ober war doch ein lebendiger Teil dieses Tage?. Dem massenhaften Einzelgeschehe:, gegenüber nur ein winziges Stück Leben, wars doch echtes, bestes Leben seiner Zeil. Und das ist noch heute das Wort, mit dem JuliuS Hart kritisch die Flut des Werdenden begleitet. Revolte selbst in der Jugend und von Revolten umbrartdet im Alter! Eine neue Jugend stellt und formt rücksichtslos ihre For- derungen. Sie hat sich durchzubeißen gegen die Widerstände des Gestrigen. Was vor dreißig Jahren auflohte, tobt gewaltiger. maßloser heute. Eine neue Schroffenstrecke, die im Wege von einst zu überwinden ist. Gilt Julius Hart den neuen Dröngern als einer, dessen Wort wichtig dünkt? Er steht gewiß nicht un Kreuz- feuer des Kampfes. Er ist mehr ein leidenschaftslos sprechender Lehrer geworden. Aber was sein junge- Leben einst gewinnen wollte, das volle Recht der Jugend auf eigenes Wort und Werk, das wurde handelnder Gewinn seines Charakters,«eine Natur will das einzelne Geschehen im großen Fluß der Geschichte er- kennen. Das gibt ihm Maße des Wertes, gibt ihm das Urteil über die Richtung der Bewegung. Er ist nie eine Professorennatur gewesen, die sich anmaßt, das lebendige Gescheben von außen her nach paragrophierben Regeln schulmeistern zu wollen. In einem Buch des letzten Jahrzehnts, einem Werk neuer Ergründung Kleists ist von diesem Dichter gesagt:„Leben und Dichten sollen sich völlig gegenseitig durchdringen, eins durch das andere sich berühren, eins für daS andere zeugen." Dies Wort Julius HartS ist wie ein Leit- fatz all seiner Betrachtung künstlerischen Lebens. Und mehr noch: cs ist seine Forderung an alles schaffende Leben überhaupt und gebt also insbesondere die Jugend an, die noch ringt um den Weg, um die Form ihres Lebens. All denen aber, die kritisch auf den Kampf dieser Jugend schauen, sei daS Wort zugesprochen, mit de« Einzug von Negierungstruppen in Dockum. Bockum, 5. April. Vergangene Nacht sind feldmarschmäßig ausgerüstete Regierungstruppen in Bochum cinge- zogen. Im ganzen soll Bochum eine Brigade mit 4000 Mann Infanterie, Artillerie und Kavallerie erhalten. Die Truppen .sollen zm>i Schutze der Arbeitswilligen auf die umliegeu- lixn Zechen vertrilt werden. Vor allen Dingen sollen sie vcrhin- dorn, daß die Gruben durch Ausständige sabotiert und der Beschluß durchgeführt wird, wonach am 10. April die Notstand s- arbeiten aufhören sollen. Wie von zuständiger Stelle versichert wird, wird die Regierung die allerschärssten Mittel er- greifen, um Ruhe und Ordnung im Industriegebiet aufrecht zu erhalten. Der?lrbeiterrat verlangt dringend die Zur ü ck- yiehung des Militärs, weil die Sicherheitswehr in Bo-*!'- tzur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung ausreiche. SozialisierungskommWon gegen Negierung. Ein Protestschreiben. Die Sozialisierungskommisfion hat dem Reichswirt- fchaftsamt mitgeteilt, daß sie ihr Amt niederlegt. Sic he- gründet diesen Schritt mit einem längeren von Kautsky und Prof. Francke unterzeichneten vom 7. April datierten Schreiben, in dem sie erklärt, daß sie vom- ersten Tage an wit der offenen oder versteckten Obstruktion des Reichswirt- fchastsamts zu kämpfen gehabt hätte. Dr. August Müller habe ihr die Rolle eines gänzlich bedeutungslosen Beirats an- gewiesen, habe ihr die Arbeitsmöglichkeiten verkümmert und sie in entscheidenden Augenblicken von jedem Einfluß fern- gehalten. Das Reichswirtschaftsnnnisterium habe dann iinter feiner gegenwärtigen Leitung den vorläufigen Bericht der Kommission über die Sozialisierung der Kohle so- lange zurückgehalten, bis seine eigenen Entwürfe in der Nationalversammlung durchgepeitscht waren. Tiefe Ent- würfe feien entgegen einem gegebenen Versprechen der Kom- Mission nicht vorgelegt worden. Tic Kommission habe nun mit der Veröffentlichung der Entwürfe über die Kommunalisierung nicht warten ckönnen, bis sie dem Reichswirtfchaftsamt genehm sein würde. Weiter wird darüber Klage geführt, daß am 26. März von der Kommission ein Gutachten über die S o z i a l i s i e- rung der Hypothekenbanken verlangt worden sei mit der gleichzeitigen Mitteilung, daß« das Amt die Frage bereits geprüft und entschieden habe. Verlangt worden sei. daß die Kommission sich aus die Erstattung der Gut- achten beschränke und sich jeder eigenen Stellungnahme vor der Oeffentlichkest enthalte.— Infolge der Einstellung der Arbeiten könne auch der Bericht über das V e r s i ch e- rungswesen nicht mehr fertig gestellt werden. Das Schreiben schließt: Die Kommission ist einig darin, daß ein« bureaukratische Be- Hörde cm sich und gar eine in der völlig dem alten Regime entnommenen Zusamensetzung des Zleichswirtfchafisministeriums nicht fähig ist. einen einheitlichen und zugleich im einzelnen durch- gearbeiteten Plan für einen wirtschaftlichen und sozio- len Neuaufbau zu entwerfen. Jeder systematische Versuch einer wirtschaftlichen. Neugestaltung� wird— von den Personen na-s türlich abgesehen— die Schaffung eines voKswirtschaftlich orien- tierten GremmmS zur Voraussetzung haben, das aber nur dann etwas zu leisten vermag, wenn ihm eine ganz andere Po- s i t i o n gegeben wird, als der Sozialisierungskomnrission nach den bei den Mitgliedern des Kabinetts durchgedrungenen Wün- schen der alten Bureaukratie zuerkannt wurde. Dabei macht es keinen Unterschied, ob dieser Neuaufbau mehr oder weniger sozia- listisch geplant wäre, wie auch die Nusfassuug der Kommissions- Mitglieder in diesen Fragen von ihrer Parteizugehörigkeit und ihrer Stellung zum Sozialismus nicht berührt wurde, sondern völ- lig einheitlich erfolgte. Hoffen wir, daß dieser Streik der Sozialisierungskom- Mission eine friedliche Lösung findet. Wenn zu d'esem Zweck ein paar Zöpfe abgeschnitten werden müßten, wär's kein Schaden! Julius Hart in eben jenem Kleistbuch sein eigenes kritisches Arbei- ten kennzeichnete: „Nicht verletzen und kränken will und soll die Kritik, sondern jenseits alles Persönlichen rein um die sachlichen und geistigen Werte und Bedeutungen kämpfen." lrd. • Von den Werken Julius Harts sind als Dokument« unserer literarischen Entwicklung lebendig geblieben: Kritische Waffengänge. 1882/84 simmer noch bedeutende Auseinander- setzuno mit der Literatur von damals: Lindau, Spielhagcn und Zola), die Geschickte der Weltliteratur, 1505/97, immer uock die empfehlenswerteste allgemeine Literaturgeschichte, und daS K l e i st b u ch. Vau den Sigenschöpfungen sind die nach- haltiasten: die ersten Gemchte Sansara(1870). fünf No- Vellen(1888), die Gedichtsammlungen Triumph des Lebens und Stimmen in der Nacht. In„der neuen Gemeinschaft" lebt das Andenken an den denkwürdigen Per. such einer Künstlergenossenschaft weiter. Seit Jahren veröffentlicht der rote„Tag" Harts immer tief schürfende Theaterkritiken. Nottze». — Revolutions-Dichtungen. Nochmals sei aufmerk. scrm gen nicht auf den Vortrag von Revolutions-Dichtungen, den Oskar Ludwig Brandt(vom Theater in der Königgrätzer Straße) und Margarete Jacobh(von der Volksbühne) am komp:endcn Freitag, den 11. April, abends IM Uhr, im großen Saale, des Gewerkschastshauses. Engeluser 15, inZbcsond-rS für die Berliner Gewerkschaften wiederholen. Vollendete kraftvolle Kunst wird geboten. Karten zu 50 Pf. in der VorwärtS-Buchhand ung, Lindenstraße 2, bei Horfch, Engelufer 15, durch die Berliner Ge-. wcrkschastSkommiffiou(Zimmer 15) und an der Abendkasse.— Der Vortrag ist natürlich allgemein zugängig l — Vorträge. Grotz-Berliner Freie Vortragsvereinigung. Am 10. April. Uhr. LehrervereinShau-, Alexanderplatz, Vortrag des Schriftstellers Rudolf TieZmann über:„Di: meiitaleu Ströme in ihrer Bedeutung für die Gestaltung des Schicksals". Gäste will- kommen. — Eine literarische Gesellschaft ist in Königs- berg zur Förderung aufstrebenden Dichtertums und Pflege moderner Literatur gegründet worden. Die neue Organisation, die keinen örtlichen Charakter bat, will ihr« Ziele u. a. durch Theateraufführungen in eigener Regie und Herausgabe von Werken junger Dichter in einem gemeinnützigen Verlage verwirklichen. An ihre Seite stellt sich eine neugegründete Zeitschrift„Der Kot hura". ihre Seite stellt sich eine neugcgründet« Zeitschrift„Der Kothurn". Kirchenstraße 30. — Andersen Nexös jüngster Roman Stine Men» schcnkiud. den wir im Feuilleton veröffentlichten, ist der erste Teil eines größeren Werkes. Unsere Leser, die ungeduldig nach der Fortsetzung verlangen, müssen sich gedulden; dt« weiteren Teile fintz«ich ,« Dänischen noch«cht erfthii«« Nr. 1*2 ♦ 3*. Fahrgang Oeilage öes vorwärts M!ttWoch,y.�prll1H1y GroßSerlln S. p. D.-�rbeiterräte und kommunale /lrbeiterrate! Freitag, den 11. April, nachmittags 3 Uhr, in der Schulaula Wewmeisterstr. 15 gemeinsame Sitzung. Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Ausweis: Legitima- tionSkarte und Organisationsausweis. Da nur knapp« Zrit zur Verfügung steht, wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Der Fraktionsvorstand. Haase. „Bravo, Kohlenstreiker!" Nur diese Ueberschrist fehlt noch in der„Freiheit", die mit ficht« licher Genugtuung die verwüstenden Wirlungen des Ruhrgebici- streikS fett druckt. Kohle ist unfer einziges Zahlungsmittel für AuS> landslebenSmittel— aber was brauchen wir leben, wir können ja von den Phrasen der„Freiheit" satt werden. Wenn uns übrigens das Papier am Tage nach unserem so ausführlichen Bericht über den Bezirkstag vorwirft, daß wir(wie eS natürlich iveig: aus Raummangel) über einzelne Parieiversammlungen nicht berichten können, so wollen wir mal eine Gegenfrage stellen; Warum bat die„Freiheit" von jener öffentlichen Gerichtsverhandlung nichts mitgeteilt, in der festgestellt wurde, daß der Spariakusbnnd, der jede Gewalt„verwirft", jeden Hergelaufene» mit Handgranaten ausrüstete? Wer steckt da den Wuchergewi»» ein? Heber idrn Mangel an Pferdefleifch klagen viele Zu- fchriften an uns. Aber während in den Läden der Pferdeschlächter die Ware zur Befriedigung der sich drängenden Kauflustigen fehlt, kann man anderswo Pferdefleisch und Pfcrdewurst bequem kaufen, wenn man weit übet den Höchstpreis zahlen will. Aus den» Betrieb dcr Schultheih-Brauerei-Aktiengesellschaft meldet uns eine Arbeiterfrau, daß dort Pferdefleisch und Pserdewurst ver- lauft werden, wobei die als Käufer zugelassenen Arbeiter und An- gestellten für gehacktes Fleisch 4,6 0 M. pro Pfund und für Wudst bis 10 M. pr o Pfund zahlen müssen. Die Be- fchlverdeführerm wundert'sich, dast die Höchstpreise überschritten und jetzt sogar Preise gesordert laetden, die gcgenübe iden noch vor einigen Monaten in der Schultheiff-Brauerei üblichen das Tappelte betragen. Wer mag da den Wuchergcwinn einstecken? Tic Schult- tieiß-Äktlongefellschast könnte zur Aufklärung beitragen, wenn sie be- kannr gäbe, wo die Ware gekaust und wieviel beim Kauf bezahlt Warden ist. Tchndigunfl der Orientkricgcr. In einer üblen Lage befinden sich eine Anzabl deutscher Orienlkricgcr. Tie haben im Januar, als sie in Haidar Pascha auf den Hcimkransport warteten, gemäß einer Aufforderung ihrer Vorgesetzten ihre gesamten Ersparnisse durch die Post an ihre nächsten Angehörigen in Deutschland abge- sandt. wobei sie noäi einen ziemlichen.KurSgcwin?i erzielen sollten. Als sie endlich nach Deutschland kamen, erhielten sie ihr Geld nicht, sondern sie warten»och heuie trotz vicfet Laufereien bei allen mög- lichsn Behörden auf die Auszahlung, die sie dringend brauchen. Selbst die schwierigste Birchfiibrung rechtfertigt doch eine solche Verzögerung nicht, zumal die Poftantveifungen mit dem ersten Dampfer bicrbcrgegangen und sogar»och ans einem Torpedoboot voraus- geschickt worden sind. Wie lange soll dieser Zustand noch dauern? ReichSbcNeitmngsstclle, hils! Diese Bitte richtete an sie ein Handlungsgehilfe, der für feinen aufgebrauchten Anzug endlich mal Ersatz beschaffen wollte. Daß er bei seinem Monatseinkommen von ganzen 100 M. nicht stir einen Anzug 500— 600 M. zahlen konnte, wird jeder ihm ohne weiteres glauben. Er kam aick den wunderlichen Gedanken, die Reich Sbekleidungsstelle sei dazu da, die ärmere Bevölkerung zu bekleiden. Auf seine höfliche Anfrage, ob sie ihm nicht einen haltbaren Anzug zu erschvinglichen Preisen be- sorgen könne, verwies sie ihn an den Magistrat Berlin. Der aber empfahl Kauf eines alten. Anzuges bei der KleiderverwertungS- gcsellschaft. Seine dann eingereicistc Bitte um Berücksichtigung bei der nächsten Verteilung neuer Anzüge wuvde vom Magistrat beantwortet mit dem Rat, sich beim Verein der Terttldetailliiten zu melden. Von dieseni kam auch wieder nur— der..Bittsteller" wunderte sich schon nicht mehr darüber— eine Vertröstung. Auf nochmalige Eingabe bei der ReichsbekleidungSstelle antwortcie sie, er müsse eben warten. Inzwischen waren ziemlich vier Monate seit jener ersten Anfrage vergangen. Wenn er nicht 500—600 M. opfern kann und auch nicht zur KleiderverwertungZstcllc gehen will, wird er vielleicht warten müssen, bis ihm sein Anzug in Lumpen vom Leibe fällt. Eine verstümmelte Teuerungszulage! Für die in Kriegs- ämtern beschäftigten Zivilpersonen, die aus dein Heeresdienst am 30. Novcmbcr 1918 entlassen waren und bis dato von jeder Teue- rungszulage unberücksichtigt geblieben sind, ist nach vielen Mühen durch Anner-Verardnungsblatt Nr. 28 festgelegt, daß alle Unter- ofsiziere und Mannschaften, welche am 7. Januar d. I. noch mobile Löhnung bezogchr, eine einmalige Teuerungszulage von 20 0 M. resp. 300 M. erhalten. Dadurch sind alle, welche am 1. Dezember 1918 in den Zivildienst übergetreten sind, unberücksichtigt geblieben, obwohl sie ebenfalls 3 Jahre und länger draußen waren-und teil- weise als Krüppel ein Unterkommen gefunden haben. Wo bleib! da die Gerechtigkeit?___ Aufklärung des 600000 M.- Juwelenraubes. Der Raub, der am 17. v. M. an der Ecke der Friedrichstraße und den Linden verübt wurde, ist jetzt völlig aufgeklärt. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, den größten Teil der Juwelen im Werte von 600 000 M.. die die Räuber aus dem Schaukasten der Juwelenhcmdlung von Stoeß in der Fviedvichstraße 158 erbeuteten, wieder herbeizuschaffen rnid die Räuber mit ihren Hehlern httrter Schloß und Riegel zu setzen. Die geraubten Juwelen waren photographiert worden. Es lvurde festgestellt, daß eine Dame, die in einer Bar am Kurfürsten- dämm verkehrte, einen der geraubten wertvollen Ringe trug. Sie hatte ihn von einem jungen Manne erhalten, der mit ihr eine Ver- gnügungsreis« unternommen, ihr dabei noch! vettere Juwelen ge- zeigt und den Ring geschenkt habe. Der freigebige Kavalier ist ein 22 Jache alter Bildhauer Fritz Humm, der Sohn achtbarer Eltern, der im Verhör auch schließlich zugab, an dem Raub beteiligt ge- Wesen zu sein. Sein Spießgeselle war der 23 Jahre alte Schlosser Hcrniann Bebrend, der der Krinnnalpolizei als gefährlicher Taschen- hieb bereits bekannt war und in Friedenau eine möblierte Fünf- zimmerwochiung innehatte. Nachts, ivenn die Auslagen entfernt und der Kasten unbewacht war, hatten sie sich einen Schlüsselabdruck gemacht. Ihre Absicht, den Schaukasten während der Unruhen zu leeren, gaben sie auf, weil an diesen Taqen nur weniger wertvolle Stücke a-uslagen. Bchrctid versuchte zunächst, um den Raub zu er- leichtern, den Wachler für ihren Plan zu gewinnen, der aber ab- geneigt tr-ar, ans Geschäfte, die er ihm vorschlug, eiuzugehen. Wäh- reich Bohrend mit dem Wächter darüber sprach und so seine?luf- merksamksit von dem Schaukisten ablenkte, schloß Humm diesen init dem Nachschlüssel ganz unbekümmert um die vielen Straßen- vassanten auf. packte die ganzen Auslagen in eine bereitgehalten« Blechkasselte und rannte dann mit der wertvollen Beute quer über die Straße in das Lokal HapsenMüte. um es sofort wieder durch einen zweiten Ausgang Unter den Linden zu verlessen. Dann eilte cr mit dem Raube, immer von dir Angst gevackt, daß ihm die Ver- solger schon auf der Spur seien, bis zum Stettiner Bahnhof. In einem Lokal leerte er die Kassette, warf diese dann in einen Koller- hals und stopfte sich die ganzen Dafcben mit den Juwelen voll. Ver- abrediingSgemäß suchte er bald darauf seinen Spießgesellen Bchrend in seiner Wohnung in Friedenau auf. wo beide eine genaue Be- itandsaufnahme machten und den Raub teilten. Bohrend hielt es für angebracht, aus Berlin zu vcrschlrmtden. Er reiste mit seiner Geliebten 1. Klasse nach Frankfurt a. M. und nahm dorthin noch «inen Teil der Schmucksachen mit. Als sich ihm dort wieder Ge- legenhcit bot, einen großen Posten Butter zu stehlen, nahm er auch diese gleich wahr und fuhr nist dem Puen Raube wieder nach Berlin, um diese hier zu Geld zu machen. In der Wohnung einer neuen Geliebten wurde Behreild sodann verhastet. Einen locileren Tsil der Schmucksachen besaß er noch. Einen anderen Teil hatte er neben 30 900 Tl. versteckt. Sie waren vorher schon gesunden und beschlagnahmt Ivorden. Ebenso hatte die Kriminalpolizei die beiden Hehler verhaftet und die von ihnen angekauften Juwelen sicher- gestellt. Am Mittwoch, den?. April, findet die juristische Sprech- stunde von 3 bis K Uhr statt. .Alle sozialistischen Apotheker, auch in Drogen- und Fabrikbetrieben tätig, werden gebeten, ihre Adresse zu senden an Ai bcitsgemcinschast sozialistischer Apotheker, Geschäslssteile Leipzig, Peilickcstr. 20. Neuwahl des Teltower Kreistags. Die Stadtverordneten von Zossen, Teliow, Trebbin, Mitten- walde und Tcupitz treten Sonntag, den 4. Mai, mittags 12 Uhr. im Sitzungssaale des Teltower Kreistages in Berlin, Bikiona» strafte 18, zusammen. Es erfolgt Verhältnisivahl. Wahlvorschlage müssen mindestens 10 Unterschriften von Wahlbereckligten tragen. Eövenick bildet einen eigenen Wahlbezirk. In Köpenick und den größeren Laiidgeincindcn, die mehr als drei Kreistagsabgeordnete zu wählen haben, hat jeder Stadt- oder Gemeindeverordnete eine Stimme. Die Wahlvorschläge dieser Gemeinden müssen die Unterschrift von mindestens 6 bis höchstens 10 Wahlberechtigten tragen.._ Schimeberg. Schulfragen wurden im letzten Teil der Stadt- verordnetensitzung erörtert. Den Anlaß dazu gaben einige Peti- tionen. Eine Petition, in den höheren Schulen die Schulgeld- befreiung in Zukunft grundsätzlich für mehr als nur e i n Kind einer Familie zu gewähren, wurde dem Magistrat zur Berücksicksti- gung überwiesen. Die Uebettoeisung nur als Material wurde be- schlössen bei einer Petition des Schöneberger Lehrervereins, die zu schleunigem Abbau der Vorschule n mahnt. Der Antrag, sie zur Beriicksichiigung zu übevweiscn, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Unabhängigen von den bürgerlichen Fraktionen abgelehnt. Angenommen wurde ein hierzu gestellter Antrag, den Magistrat um Einsetzung einer Deputation zu er- suchen, die für die notwendige große Schulreform die Vor- arbeiten einleiten soll. Bei dieser Reform dürften allerdings Peti- iionen wie die obigen endlich gegenstandslos werden. Eöpenick. Di« Stadtverordnetenversammlung verhandelte zunächst über Auflösung der bestehenden Magistrale. Genosse Herbst führte aus, der Antrag richte sich nicht, gegen die drei besoldeten, sondern nur gegen die acht unbefold-eten Ma- gistrotsmilglicder, von denen wir erwarten, daß sie ihre Aemtcr niederlegen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. — Weiter wurde beschlossen, ein Wohnungsamt einzurichten. Die -bürgerlichen Hansagrarier gaben ihre. Abneigung vergeblich kund, ebenso wie bei dem Beschluß auf Schaffung eines Kleingarten- bauamteS. Ein GesellschaftSvertrag für die Gründung einer gemeinnützigen Si edlungSge sellfcha ft wurde genehmigt und 100 000 Mark dazu bewilligt. Hiernach sollen neben der städtischen Gasanstalt, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Cöpenick, bis zum Herbst d. I. zunächst 150 Einfamilienwohnhäufer erstehen, und zwar für Zwei-, Drei- und Vierzimmer-Wobnnngen nebst Zu- behör und einem Nutzgarten von mindestens 360 Quadratmeter. Tie einzelnen Hau-grundstücke können käuflich erworben oder auch gemietet werden. Die Miete wird ungefähr betragen für ein ZweizimmerhauS 600 M., DreizimmerhanS 750 M. und Vier- zimmerhauS 1100 M. Zu den GefamtauSführu-ngSkosten von rund 4 130 000 M. leistet der Staat einen Baulostenvorschuß von rund 2130 090 M. Für llebertenerung der Straßenba�rkasten ist ein> Zuschuß von 190 000 TL in Aussicht gestellt. Als Gesellschafter ist unser Genosse Silberschmidt gewählt worden, der auch m den Aus- schuß delegiert wurde. Zur Notussterstützung von.Kriegsteilnehmern und deren An- gehörigen bzw. Hinterbliebenen soll ein größerer Fonds bereit- gestellt werden.— Ein Antrag unserer Genossen betr. Einrichtung einer- Warmwassevbadcanstalt. der durch die frühere bürgerliche Mehrheit stets abgelehnt wurde, ist jetzt durch den Volks- parteiler Dr. Hinz von neuem gestellt und der Baukomniission zur Vorlage eines ProiektS überwiesen.— Auf Antrag unseres Ge- Nossen Foth wurde beschlossen, in die letzte Vorschulklasse der beiden böhcren Lehranstalten zu Ostern d. I. Schüler bzw. Schülerinnen nicht mehr aufzunehmen und an den Gemeindefchulcn die Doppel-> ordinariate zu beseitigen. Der Antrag, die mit Lebens- bzw. Filttermitteln belegten Klassenzimmer und Turnballen für Unter- richtszwecke freizumachen, wurde der LcbenZmittelkommission über- wiesen.— Gegen die erfolgte AobeiterratSwahl sind von bürger- licher Seite Einsprüche eingegangen. Tie Versammlung erklärte sich jedoch stir nichtzuständig.— ES ist jetzt im Sitzungssaal Raum geschaffen, um in Zukunft die Zuhörer ivnterzubringen, die auf der Tribüne keinen Platz finden sollten.„ NiederfchSnhauscn. D a S neuerrichtete Mieteini- gwngSamt hat seine Tätigkeit aufgenommen. Vorsitzender ist..,,.. der Gerichtsaffessor a, D. von DobrolvolSki aus Weißerrsee. An- träge sind im Zimmer 20 des Rathauses zu stellen. Die Freie Bereinigung für Recht nnd DozialismnS erstrebt den Zusammenschluß reibtskundlger Sozialisten zu einer Arbeits gemeinschast. Diese bat die Ausgabe, die gesamte Rcchisordnung im Geist des wissen- schastlichen Sozialismus zn durchdenken und prnttisch auszugestalten und bicrsür VctttändniS, besonders im Jniistenstande, zu wecken. Die Mitglied- schast erfordert Zugehöttgleit zu einer sozialistischen Partei sowie abge- ichlossencs Studium der NechtSwissenschast(Doktor. Rescrendar) oder Patcnt- anwalischait oder prakiische Ersahrmra alS KewerlschastS- oder Parteisekretär. Auch ohne diese fachlichen Voraussetzungen kann der geschästs> föbrende Ausschuß Parteiangehorige als Mitglieder ausnehmen. Die Arbeit soll in Vollversammlungen der Mitglieder und in AuSlchüssen staiifindcn. Aus dem ersten Vortragsabend sprach Professor Dr. Radbnlch über die Reichsverjassung, besonders über das Referendum. daS richlerliche Pnifupgs- rccht irnd die Stellung des RcichSratS. AuSkünsie erteilt Refercndar I o a ch i m, Schöncberg, Berchtesgadener Str. 35. Unentgeltliche Hilfe für unbemittelte Schwerhörige. Der »Deutsche Schutzverband der Schwerhörigen" beginnt am Sonntag, den 8] Silal. Don Jofef Luitpold. Einige Minuten später sah Toco, in eine Ecke gedruckt, eine hohe Gestalt allein die Treppen hinabsteigen. An den roten Streifen der Hose erkannte er' den Dhfffionär. Tora trat bor. „Ich bin SiloL" „Salutieren Sie zuerst." „Ich bin Bilal." Der Feldmarschall sah Tora scharf in die Augen und wußte sofort, daß ein Irrsinniger vor ihm stand. „Du hast noch fünf®tufen hinabzusteigen. Weißt du, wie die Stufen heißen?" „Wie heißen sie?" fragte der Didisionär unsicher, „Bild will ee dir sagen: Angel o. Francesco, Mario, Dalerio, Iwan Michail Sokolow— so beißen die Stufen. Und nun wage es, über sie hinabzusteigen!" Tocas Stimme wurde drohender.„Woge e», über die Stufen zu steigen!" Cr begann zu schreien:„Wage eSI Wage eSI" Die Torinspektion stürzte in die Halle, lief auf Toca zu, packte ihn und hielt ihn fest. Die Offiziere hörten Tocas Schreien und liefen herbei. Der Divisionär stand noch unbeweglich auf der Treppe.> „Er wagt es nicht!" schrie Toca.„Er weiß, wer die Stufen bildet! Heber die Toten steigt und stolziert ihr!/ Die Offiziere umringten iün.\ „Auch du! Auch du!" schrie Toca jeden einzelnen an. Irgendwo Lang in diesem Augenblick ein Klavier im Hause auf. sdjwebende Walzerllänge. Da stieß Peter Toca ein gellendes Gelächter auS. * In der Anstalt erhielt Peter Toca eine eigene Zelle. Christina Pistorius trat als Wärterin ein und betreute ihren armen Liebling. Toca war noch hagerer geworden. Sein langes Gesicht bestand nur noch aus Knochen. Seine blauen Augen ge- wannen von Tag zu Tag einen träumerischen Glanz. In breiter, spröder Locke fiel ihm das braune Haar quer über die Stirn. Am. vergitterten Fenster, über den kleinen Tijch gebeugt, schrieb und zeichnete Toca schier den ganzen Tag, vom frühe- sten Morgen bis zur Mitternacht. Als der Frühling feine zarten LebenSgn'iße in die Zelle schickte, waren drei große Bände fertig. „Bilals Rufe!" hieß der Titel. „Bilal ruft die Toten ins Leben zurück"— so begannen die ersten Zeilen. DqS war der Grundgedanke aller Strophen und Bilder. Die Gefallenen waren im Kriege getroffen, gehenkt, der- hungert, in Kerkern geendet— sie galt es zurückzurufen, daß sie ihr Recht verlangen und ihre Würde, ihr Blut und ihre Knochen, ihre Jugend nnd ihre reinen Herzen. Toca war davon überzeugt, daß diese Kraft in ihm wohnte. Er mußte es sich nur klar machen, was er alles zu bewältigen hatte. Darum legte er ja seine Bücher an. Was er in diese hineinschrieb und hineinzeichnete, das hätte der Unverständige für phantastische Kunst gehalten. Aber es waren nicht Gedichte und Bilder eines spielenden Künstlergeistes. „Es sind Visionen der Zukunft, Christina," sagte Toca zur Erläuterung.„Da? kommt noch alles einmal." „Vor dem Theater," so stand es als Titel unter einem � Bilde. Nach Theaterschluß strömten die Besucher aus allen Türen des Bühnenhauses. Aber tote Soldaten umstehen in Schwarmlinie das Gebäude und halten den erschreckten. Bürgern und Bürgerinnen ihre blanken Bajonette vor. Ein anderes Bild:„Der seltsame Trinker", zeigte eine Stehwemhalle voll behäbiger, lebensfreudiger, trinkender, singender, Karten spielender Gestalten. Durch die Tür tritt ein toter Soldat ohne rechte Band. In der linken hält er seinen Schädel wie ein GlaS dem entsetzten Schankmädchen hin. Nebenhin schrieb Toca das Gedicht:„Mich dürstet! Gebt 1 mir mein Blut zurück--" „Verstehst du mich, Christina?" setzte er einur.il seiner Freundin auseinander.„Ich muß die Toten organisieren. Ich muß sie dazu bewegen, sich den Lebenden zu zeigen. Sie müssen demonstrieren. Sonst vergißt man, was man ihnen| getan hat. Sie müssen das Leben stören. Sie dürfen nicht wieder Hartherzigkeit und Eigennutz zurückkehren lassen..'. Aln Ende," flüsterte er geheimnisvoll,..am Ende benutze ich die Toten natürlich nur um der Lebende» willen. Erst will ich die Toten ins Leben rufen, dann die Lebenden selbst. Zum Schluß, wenn alle mich verstehen und erkennen, dann steigt Bilal auf den Turm, um täglich das Herz der Welt aufzurufen nnd alle in ihrem Besten und Trefflichsten zn ermuntern." „Hier, siehst du, Ehristina?" Er legte ihr sein neues, noch nicht vollendetes Blatt: „Die Andacht" vor. Ein hoher Dom voll Menschen, die auf den Knien, lagen. Vom Altar herab breiteten tote Soldaten segnend ihre.Hände über die Gläubigen. „Das Gedicht hierzu habe ich auch schon im Kopfe. ES beginnt mit den Worten: Wann werden einander Kraft und Sühne begegnen? Wenn die Toten die Lebenden segnen!" * Eines Abends riß Christina Pistorius die TAr auf, stürzte in die Zelle des Narren, flog ihm cm die Brust nnd tanzte mit ihm wirbelnd durch die Zelle. „Peter! Liebling! Waffenstillstand! Europa hat Waffen- stillstand beschlossen! Verstehst du die Worte? O Peter, Peter! Verstehst du mich? Soll nicht doch wieder Glück in unsere Herzen einziehen?" Ueber ihre schmerzgeprüften Züge huschte jener Hauch von knabenhafter Fröhlichkeit, der ihr vor Jahren so unver- gleichliche Anmut verliehen hatte. „Sollen wir nicht doch wieder glücklich werden?" glänzte es voll traumhafter Sehnsucht in ihren Augen, schluchzte es voll bettelnder Liebe in ihrem Herfen. Wehmütig und gelassen zugleich sah Peter Toca seine Freundin an. „Ich verstehe alles, was du mir zujubelst", sagte er mit einer merkwürdigen Bestimmtheit.„Und es ist möglich, daß wir auf eine Art noch zum Glücke finden. Denn nun kommt meine Stunde. Meine Stunde. Ueber Nacht. Mit dem steigenden Morgen." Der Glanz in Christias Augen erzitterte in Tranen- schimmer. Letzte Hoffnung umzuckte fliehend ihren erschreckten Mund. Was ging in Toca vor? „Morgen, Christina, morgen wird Bilal an seinem Zeichen erkennen, ob er mit der Verwirklichung seines Werkes Zu beginnen hat oder nicht. Das Zeichen' werdet ihr alle sehen, erkennen wird es nur. Bilal." (Forts, folgt.) 13. Ilpril einen neuen NnterrichtZkursuS Im Miesen de? gesprochenen Wortes vom Munde. Derselbe ist sür unbemittelte Schwerhörige unent- geltlich. Ansragen und Anmeldungen werden möglichst bald erbeten an den Vorsitzenden. Schriftsteller Rudols Dielmann, Wilmersdors. Uhlanln strahe 102, Fernsprecher: Amt Uhland 88 98. Neukiilln-Brich. Freie Turnerschaft. Turnen der 5. SchiUe- riratcn-Abt. in der Werderstratze in Britz heute abend von S— 8, 2. Damen- Abteilung von 8—10 Uhr. Groh-Berliner Lebensmittel. Friedrichsfelde. Ncuanmeldung zur Fleischkundenlistc bis Montag, den 14. April, unter Vorlegung von Freitag der neuen Fletschkarte zu be» wirken. Nowatves. Zlb heute Mittwoch Gewürzkäse sVorzeigung des weitzsn Haushaltungsausweises).— Heute Miltwoch, 3—1 und 3—7 Uhr, auj Nummern Heringe und Kräuterheringe. Groß-öerliner Parteinachrichten. Berlin. IK. Abt. 3 M i t g Ii e d er v er s a m m lu n g e n: Frucht- flrahe 71, Ecke Münchebcrger Stratze: Fruchtstr. 2a, Bürger-Kasino; RüderS- dorser Str. 3, Schulert. til. Abt. Heule Mittwoch, abends 8 Uhr: Zahlabende in den einzelnen Bezirken. Abteilungsversammlung am Mittwoch nächster Woche bei Steffen, Landsberger Allee 150. Neukölln. Donnerstag gliederversamml ung. Charlotteuburg. Versammlung deute Mittwoch, abends 7 Uhr, in der Aula Dankelmann stratze 2S/28. Vortrag über.Sozialisierung". Mariendorf- Tödende. Seute, Mittwoch, abend» 8 Uhr, Zahlabend in solgenden Lokalen: 1. Bezirk: Berliner Stratze 21 bei D a h l; 2. Bezirk bei Ringclstein, Ringstratze, Ecke Kaiserstratze; 3. Bezirk: bei Koch. Chausseestr. 19, Eike«trelitzftrahe i 4. Bezirk: bei Hilpert, Chaussee- stratze 280; 6. Bezirk: bei Hoch, Chausseestr. 44(Sportrcstaurant); 6. Bezirk: bei Rau, Friedenstratze 6. Ecke Marienseldcr Stratze. Tagesordnung: Bericht über den Bezirkstag und Stellungnahme zur Neuwahl der örtlichen Bezirksleitung. Erscheinen Pflicht. Lichtende rg. Heute Mittwoch, abends?'/, Uhr, Zablversamm- sammlungen. Erstes Viertel bei yampich, Mainzer Str. 20, Schwarzer, Kabriel-Max-Str. 17, Schulz. Krossener Sir. 25, Eck« Gärtner« stratze. Krüger, Krossener«tr. 19. Z« e i t« S V i« r t e l bei Stöber, Jungstr. 29, Brunn. Gürtel- Ecke Oderstratze, Engel, Weichselstr. 6, Thet- mehcr, ikronprinzenstr. 13. Dritte» Viertel. Gruppe 45, 45 bei Sämann. Krossener Str. 35, Gruppe 47, 48, 49 bei Meyer, Wühiischstr. 7, ruppe 50, 51, 52 bei Richter, Alt-Boxhagen, Ecke Lenbachftratze. Bier- t e s Viertel in der Aula Prinz-Albcrt-Str. 44.(Rummelsburg.) Fünftes Viertel bei Kucke, Jrenenstr. 14, Jorich, Siegsriedstr. 2, Paltzo, Wagnerstrage Ecke Atzpodienslratze. S e ch st c l Viertel bei Kur- towski, Psarrstr. 74, Krüger. Normannenstr. 38, Horstmann, Möllendorff- strane 77, Hellriegel, Landsberger Stratze Ecke Rödcrstrahe. BiZeiffcnfee. Heute: L Bezirk. Restaurant A. Rekmann, Wörtbftr. 23; 2. Bezirk, Meyer, Lothringenstr. 82� 3. Bezirk, Wittstruck, LanghanSstr. 52: 4. Bezirk, Scmerau, Lichteuberger Str. 1. Reinickendorf-Wcft. Heute abend 7 Uhr: Mitgliederversammlung bet S'"~' Bahnhofstr. 1: Mitgliederversammlung. Gaste willkommen. Friedrichshagen. Heute abend 7'/, Uhr: 3. Vortragsabend über da»„Erfurter Programm' in der Aula des Realgymnasiums. Vortragender: Genosse Tarnow. Röntgental-Zepernick. Morgen Donnerstag, abends 8 Uhr: Zahl- abend bei Marx, Bärwaldstr. 11. Gäste wtllkommeo. Jugenöveranftaltungen. Berein Arbeiterjugend Groft- Berlin. Abteilung Moabit. Der Vortragsabend.Sozialismus— Bolschewismus' findet nicht statt. Nächste Zusammenkunst Montag, den 14. d. M., im bekannten Lokal. Abteilung Prenzlauer Vorstadt. Heute Mittwoch, abends 7. Uhr, im Lokal von Eichhorn, Danzigex str. 93: DiSkuIfionSabend. Abteilung Süden. Heule Mittwoch bei Schaar, Tempclhoser User 4: Vortrag.Die Geschichte der proletarischen Jugendorganisation.' Gerichtszeitung. Der Marstall-Prozeß. Die Verhandlung über die Kämpfe um das M a r st a l I° g e b ä u d e wurde nach 2 Uhr wieder aufgenommen, nachdem die Angeklagten zur Stelle gebracht worden waren. Die Vernehmung der Mstyliader der 5. Kompagnie brachte dieselben Ergebnisse, wie die gestriaen Vernehmungen. Die Mitglieder der AblösungSwachc, die von Neukölln im Auw nach dem Marstall kommandiert worden war, stimmten darin überein, daß sie lediglich dem ihnen erteilten Befehle Folge geleistet haben, ohne einen gegen die Regierung ge- richteten N eben Mv eck zu verfolgen. Sie wissen nichts davon, datz in Neukölln schon am Bormittag die Rede davon gewesen sei, daß auf die RegierungStruppen geschossen werden sollte. Im Gegenteil sm gesagt worden, dah mit aller Energie gegen etwaige Plünderer vor- gegangen werden müßte. Die Angeklagten wissen auch nichts da- von, daß ein Brief von der Volksmarinedivision gekommen wäre, tn dem der Depotführcr ersucht wurde, schleunigst Hilf« in den Marstall zu schicken, da sie im Kampf gegen die Regierung stehen. Auch von einem, zweiten Brief, der in gleichem Sinne durch einen Zivilkurier überbracht worden sein soll, ist ihnen nichts bekannt. Dasselbe behaupteten die Angeklagten in bezug auf die Behauptung, daß in ihren Kreisen Propaganda gegen die Regierung gemacht worden sei. Einer der Angeklagten ssewnte, daß kurz zuvor in einer Versammlung das Mitglied des Soldatenrats Paul Fischer ausgeführt habe: Beide sozialdemokratische Gruppen, die S. P. D. und die U. Soz., hätten sich dahin geeinigt, gegen alle Plünderungen einzuschreiten, denn sie seien lediglich Sicherheitstruppen und hätten sich mit Politik nicht abzugeben. Das Auto der Ablösungsgeuppe sei schon unterwegs beschossen worden. Alle Angeklagten blieben dabei, daß von ihrer Seite nicht geschossen worden sei und sie nicht wüßten, daß Leute vom Marstallgebäude geschossen haben. Ter Angeklagte Zugführer P r e u ß ließ sich von seinen Kameraden be- stätigen, daß er den bestimmten Befehl gegeben habe, nicht zu schießen. Es hörte sich dann in einem gegebenen Moment so an, als ob vom Marstallgebäude geschossen würde. Er habe es dann sür seine Pflicht gehalten, in Begleitung eines Kameraden nach denr Dach hinauszugehen, wo aber nur ein von den Januar-Tagen noch übrig gebliebener Maschincngewehrständer vorhanden war. Als er gefangen worden war, habe er den Offizier gebeten, die Gewehre nachzusehen und sich zu überzeugen, daß sie nicht geschossen hätten; dies habe sich denn auch bestätigt. Alle übrigen Ilnaeklagten erklärten, daß sie vollständig überrascht worden seien, als das Schieße» losgegangen sei. Sie seien gar nicht klar darüber gewesen, Ivas das zu bedeuten habe, denn sie haben nur ihre Wachipslichten erfüllt. Man schien sie aber sür Spartakisten oder Mörder oder sonst der- gleichen zu balten und habe'ihnen teilweise die Pistole aus die Brust gehalten, als man sie gefangen nahm. Von der Verteidigung wurde darauf hingewiesen, daß ein großer Teil der Kompagnie im De- zember an den Käuchsen gegen die Volksmarinedivision ieilgc- nommen habe.— Die'Verhandlung wird Mittwoch fortgesetzt. Sriefsasten üer Neöaktlon. Am Mittwoch, den 3. April, findet die juristische Sprech- stunde von 3 bis 6 Uhr statt. Badke. Der Roman Lodz ist in der Buchhandlung Vorwärts er« hältlich. N Sch. 3. Die Amnestie findet auf verbütztc Strasen k.ine Anwendung. 2. Ja. 3. Nein.— F. 3. 34. 1. Nein. 2. Slempclvflichtig. beim Stempelverteiler. Adressen solcher im Adretzbuch, 2. Teil. Leite 34.— — P. 22. Polizeipräsidium bei Angabe der Gründe.— K. H. 9V. 1 lt. 2. Ein Rechtsanspruch auf Zahlung der Gcfangenenlöhnung bat die Frau nicht Die Löhnung soll ganz oder zum Teil gezahlt werden falls Bedürftigkeit vor- liegt. Wir stellen anHeim. unter Beibringung eines Ausweises über die Beoürstigkeit und unter Schilderung des'Sachverhalts beim Truvpcntcil die volle Löhnung und auch die Nachzahlung zu beantragen.— B. CT. IVO. 1. u. 2. Ja.— W. S. IVO. Verjährung nickst angetreten. ES bleibt nur der Versuch übrig, sich mit dem Gläubiger zu einigen.— P. I. 18. Ja, aber nur sür vier Monate, sür vier weitere Monate gilt der Zebu. slundcntag und sür ebensallS vier Monate der Elsstundcntag.— Feld mann. Mnllerftrafte. Wenden Sie sich an die Wassenstillslands- kommisfion, Berlin. Budavefler Str. 14. Sterne, die wieder Freitag, II. April, zttm 150« Male im Berliner Theater Male im Berliner Theater Opernhaus Der Evangelimaim. Anfang 7 Uhr._ Schauspielhaus Die Kreuzelschreiber. j Anfang 7 Uhr._ Volksbühne W Theater am BQIowpIatz. Direktion Friedrich Kayßler. T/3 Uhr: Luther. Direktion Max Reinhardt Deutsches Theater. 7 Uhr: Wie es euch gefillt. Donnerstag 7 Uhr: Der arme Heinrich. Kammerspiele. P/t Uhr Unterweg«. Donnerst. 7Uhr: Zum ersten Male: Der Star. Kleines Schauspielhaus J'lt.: Die BUchse der Pandora. Donn. T/t Uhr: Die Büchse der Pandora. Theater I. d. KöniggrätzerStraße Dir.: C.Meinhard• R. Uernauer 7 Uhr: Neueinst.: Der Vater. (Ludw. Hartau, Maria Orska, Frieda Richard, Gust. Botz, Hans Mierendorfl, Eva Brock.) Donn.: Fünf Frankfurter. Freitag: Der Vater. Komödienhaus an der Marschalibrücke VtS Uhr: FeldheimhQgcl. Donnerstag: Erdgeist. Freitag: Der FeldbernihQeeL Berliner Theater uhr: Sterne, die wieder leuchten. Trianou-Theater. Bhf. Fried richstr.Ztr. 4927,23-1 Nachm.'MUhr kleine Preise: Hotkttppehen. TägLSUhr Heute z. 203. Male; Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Sonna>/,4: SchneeMrittchen. Residenz-Theater. Untergrundb. KlosterstraBe, Ausgang Stralauer StraBe. Täglich 7V, Uhr: Das höhere Leben. Von Hermann Sudermann. Spielleitung: Alfred Rottcr. Ferd. Bonn, Eugen Burg, Olga Limburg, Rosa Valetti, Paul Bildt, Jul. Falkenstein, Em. D ebner, Hansi Arnstadt Donn. 4 Uhr: RotMppcben. Freit. 4 Uhr: Schneewittchen. METROPOL Centrnl-Thestcr KommandantenstraUe 57. Jhr'JeSeliöDStevoD Allen. Dentsches Opernhaus 7 Uhr: Uraufführung: Herbatsturm. Frieiir.-WlIhelmst.Th. mi/: Das Dort ohne Glocke. Kleines Theater. w uhr: Henrielte Jaeobf. Komische Oper uhr: SehwarzvaldinäileL Lnstspielhans uZ'-. Die spanische Fliege. Netropoi-Theater. 7 uhr io: Die Faschingsiee. IVenes«perettenhsns Schiflhauerd 4a, Norden 281. (]&: Die keusche Susanne. Palsst-Theuter 3 Uhr: Wallenatelna Tod. 7 uhr: Christus. Schtllcr-Theot. ChsrI. 3 Uhr; Bin Volksfeind. 7v, uhr; Sappho. Thslla-Thentcp 7 uhr; Zur wilden Hummel. Th.am VoIIendorfplsts 3Vj Uhr: Clavl] 7 V.: hr: Clavigo. I alle MMi Theater des VTestens 7/, Uhr, von der Leichenhalle des Fried» Hofs der Freireligiösen Gemeinde, Pappel-Allee, aus statt. ZZSZd Herzlichen Dank allen Teilnehmern an der Einäscherung meines lieben, guten, treusoracnden Gatten, Bniders und Schwagers ZISZb Peter Kaulhansen. Besonderen Dank den Angestellten der Zunungskranken- kasse, dem Holzarbeiterverdand, dem AngesteMrnverdand, allen Denoffen. den Sängern sowie dem Genossen Ieschke sllr seine trostreichen Worte an der Bahre meines Manne». In tiefer Trauer Alltente Kaulfaaascn geb. Szoplnskl, Franziska Szoplnskl als Schwägerin, Frttz Philipp u. Fran geb. Szsplnskl. W enlitn, wahrscheinlich in der Straßen» bahn. Näh« Anhalter Bahnhos, Montag nachmittag. Uhr nicht wertvoll, aber Familienandenken, daher hohe Belohnung: Finder geboten: Anruf: Kurfürst 7585, vormittags zwischen 8 und 9 Uhr. 2261b IX Bekanntmachung. Vollmilch. Die Vollmilchkarten für Rai 1318 werden in den suz FettstcHe Groß. Berlin gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen ausgegeben. Es gelangen zur Ausgabe: a) für die nach dem L April 1918 geborenen Rinder rok« mtt„AI" gekennzeichnete Milchkarten. d) iür die in der Zett vom 1. April 1817 bis zum 21. Mörz 1918 geborenen Kinder HI« mtt„All* gekennzeichnete Milchiarten, c) für die in der Jett vom X. April 191# 8L Marz 1917 geborenen Rinder grüae gekennzeichnet« Milchiarten, d) für die in der Jett vom 81. Marz 1916 geborenen gekennzeichnete Milchkatten, e) filz die in der Zeit vom 81. März 1915 geborenen Rinder kennzeichnete Milchkarten, I) für die in der geit vom 1. April 1918 bis 81. März 1814 geborenen Rinder gean« mit„cid kennzeichnete Milchkarten. L April 1915 Rinder blaaa Ms mtt> zum »•Bf* April 1914 bi, bcanne mit-CI' BII" zum ' 9f zum "" ge- Die zu verabfolgende Miichmenge ist auf den Rranken» und Sonderkarten, nicht aber auf den Rinberiarten aufgedruckt. Welche Pellmiidimenge auf d e Rinderkarten»trab- folgt wird, wttd noch bei anders bekannt gegeben werden. Aus die übrigen Rarten ist die ausgedruckte Menge voll zu verabfolgen, soweit nicht eine abweichende besondere Anordnung er- geht. Die Inhaber von Bollmilchkarten habe» die Maikazte» dl» jnm 22.«pell». 3. einschließlich dem Milchhändler vorzulegen. Die aus Grund dieser Neuanmeldung erfolgende Belieferung gilt für die gelt vom 1. bis 81. Mai 1019. Die „AI"-,„Alf"-,„Br- und„liltt-Rinderkarien, ferner die durch ein Soßes„A* in dem Mittelfeld gekennzeichneten Rarten über Liier und die Bollmilchbezugscheine, die zum Bezüge von - und B'-Mtich berechtigen, dürfen nur in den„A- und B*» Milchgeschäften, die»El- und LII*.Rinderiarten, Rrankrntarien, ferner dre Vollmiichbrsngschcine, welche zum Bezüge von „L*-Milch berechtigen, dürfen nur in den„L*- Milchgeschäften angemeidel werden. Di« verschiedenen Arten von Geschäften sind durch ein entsprechendes Plakat im Schaufenster kenntlich gemacht. Der Milchhondler hat die Rontrollabschnitte abznschneiben, den einen slink» unten) hat er enfzubewahren, den anderen lrecht» unten) bat er wie bisher der Fettstelle Groß. Berlin (Milch) einzusenden. Die Milchhändler werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Ronirovabschnitte bi, zum 2«. April». 3. bei der Fcttstelle Gioß-Berlin(Milch), Berlin L 2. Posttir. 6, eingegangen sein müssen,«ine verid«,». rang dieser Frist kann unter(einen»»sUnden erfolgen. Die Milchkarten dürfen von den Händlern nicht in Ge- wahrfam genommen werden, sondrrn verbleiben in den Händen der Bezugsberechttgien. Die Milchkarten sind täglich vorzulegen. Der Milchhändler hat täglich den gültigen Tages- abschnitt abzutrennen und an sich zu nehmen. Berlin, den 5. April 1919. Fettstelle Grotz-Berlin(Milch). Die Bollmilchkarten ftlr Mal 1919 find in Berlin von den Brotkonunisfionen __ Nr die Rinder im ersten»nd zweiten Lebenslahre am Mittwoch, den 9. und Donnerstag, den 18. April 1313. für die Rinder im dritten und vierten Lebensiahre am Fretiag, den 11. und Sonnabend den 12. April>919, für die Rinder im fünften und sechsten Lebensjahre am Montag? den 14. und Dienstag, den 15. Aprii 191» abzuholen. Die Haushaltungsvorstände werden im etgeusten Inierefie darauf hingewiesen, daß die Karten an den vorde- zeichneten Tagen von den zuständigen Brvitom- misfionen abgehott werden müssen. Den Haushaltungen, denen Karten für verschiedene«ttersstufen zustehen, find sämtliche Milchkarten an einem Tage auszuhändigen. Karten für Kranke werden wie bisher von der Remra!fi-lle für Rrank-nernährung zugesandt. Eowett sie sich bi» zu den vsr- stehend sestgeseßien Anmeldungoterminen bereit« in den Händen der Empfänger befinden, ist die Anmeldung innerhalb der Frist zu bewirken. Die nach Ablauf der Frist Übersandten Rarten tragen den Stempel„Zlochanmeldung" und können jederzeit angemeldet werden. Den am 1. April 1917 und später geborenen Rindern **•* CTTHoserif QT? ist I l Q 1 Q Sl? f7?i 7*777 1 f4n T«•** K, i 1 STifh ii- -Ail�.Rjndcrkatten______ zur Ausgabe gelangen. Di zusammen mtt der Ansgabl Berlin, den ä. April 1919. Magistrat Dgb.»r. lV./75 ft. SRÜ MiiWMlliMek Sl. 5. Gerlin-Schöneberg, Monuwentenstr.»S,:t4, stellt ad IE April 1918 melmle Meiler»ls MMM »in. Ehem. Raoalleriften werden benarzuzt. Dergllwng bei : Arbttt-M Mr die Sninde itö«. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Tel.: Ami Martstpiati 10623, 357$. Verwaltung Berlin.»nrenn:»erNn.«ongeslrnge so. Außerordentliche Generalversammlung DienStag, den tS. April, abds. 7 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer l~t(gr. Saal). Tagesordnungt Beratung der Anträge zum Verbandstag. 88/8' Vir Orisaerrnaltang. UMmiWA VMm NM«.«.u Heute abend 7 Uhr: Bezirks-Versammluuge« Bezirke: in nachsteheiden Lakaien: 1 Gl ave« Schinkestr. 22,. 2 Rolldeatscher. Bürienerstr., Eike Sprrmberzer Str. 8 Ncngchaaer, Sanderftr. 10. 4 it. 6 Schatz, Neuterftr., Ecke Lenaustr. 5 u. 7 Thiel,«eserftr.. Ecke Friedelstr. 8 Brand, Pflügerstr. 19. 9 Gersthereer, Pennierstr. 40. 10 Aldrinr, Pannierftr. 64. 11 n. 13 Martenkeld. Ratser-Friedrich-Str. 22«. 12 Schwel�hSker, Wetchselstr. 39. 14 Scfalttlcr, wetchselstr. 5. 15 Podhlelskl,«etchsetstr. 2. 16 Rnpperi, Bsddtnstr. WS. 17 Noak, Weserstr. 41. 18 Ewald, weserstr. 72. 19 Schwengel. Eibestr. 8. 20 Rochnow, Tocanjtr. 99, Ecke stakst r. 21 Elaxlr, Anzengruderstr. 26. 22 Aählenhaap«, Horzerstr. 82. 28 Weder,«iidenbruchfir. 81. 24 Aerer, weserstr. 90, Ecke Treptower Straße. 25 Nltzsche, BertHelsdarf» Str. 8, Ecke Dovanstreße. 26 n. 27 Lichtenstein, Bergftr. 144. 28 Kellert, Herßberaftr. 15 16. 29 u. 30 Wo«, Rirchhafstr. 41. 81 Arndt, Tzoptswer Str. 10. 32 Antnlangsen, Schwarzaftz. 1. 33 Lehmann, Böhmischeftr. 42/48. 34 KSnlg, Rannerstr. 14. 35 Knkntsch, Saaleftr. S. 36 Nack, Ringbahnftr. 84. 37 Strehlke. Rtlnhsldstz. IL ÄMeMMUn mein M Sellin. Heute, Mittwoch, S.«pril, abdS, 7 Uhr: Mitgliederversammlungen fftr die 39.«btrilm»»: ' in dtr m» «nw de» gUcdeUH-Bctftecgqmnallntn». Bochumer Str. 8, Tagesordnung: Vortrag über da»»«efststern. für die 46. Abteilnug: Bezirk 246 a. 24? bei Zenkner.«rrichtstr. 44. 262. 245, 242 N. 244 b,«roll. Hrnntngsdorfrr Str. 10. 244 n. 246 dri Nlage». Utrrchtrr Str. 29. 264. 26g u. Igst bei wen»k«. Schulstr. 18. 205 u. 2g4 bei Jeppri. Prinz-Eugmstr. 17. 295 bei Canfinaf. Maxftr. 22. 796 u. 797 bei Zach». Wrddtngstr. 6 Tag rssrdnung: O. 1. Bericht mm Bezirkstag. 2. Stellnngnahwe Per Maifeier. Morgen, Donnerstag, 16. April, addS. 7 Uhr: Versammlung der 8. AbteUung in der UeaUchnlstaln.»orckhstr. 9/10. Tagesordnung: 1. Bericht mmt Bezirkstag. 2. Etellongnahme ya Raifrlrr. Verein„Arbelter-tlocliscliule" E. V. GrschLstsstellr: Berlin C 2, Neue Friedrichstraße 53/56, II, Zimmer 88.— Zentrum 4630. Montag, den 14.«pzll, adend» 7 Uhr, Riederwallftrafie 12: »Ilg!iklle!'vk�L!iim>lliiii i Vereins.Jlrbelter-Boehsenulr' Tagesordnung: 1. Bericht de» legten Lrhrvtetteljahrs. 2. a) Erhöhung de» Mitgliedsbeitrages, d) Erhöhung der Hör- gebühren. 3. Bekanntgabt der neuen Lorlesungen. 4. Bohl der Rontrolltommisfion. 5. Verschiedene». 256/14 ____ WW■.■mifi Ersckieinen eine» jeden Miigliede» ist Pstichi."H» ''------- Gustav MfllTerr 1 stellvettr. Bors. __ itoll Dr. Felix Borchardt, Ernst Schmidt, L Barfigender. l. stellvettr. Bors. BnM ö. SWiter. SdinelOetlnnen ml» Vifdienlicitn WWml«. fliiaU Berlin. Sebaftlanftr. 37/38. Am Freitag, den t l. April, abends 7 Uhr, in Boekers Festsälen, Weberstraste, Bersammsung für die SnmmN- mi> WstM'VlMlht. Tagtsor dnunat L Bertcht über die Berhandlungen in Zeno. a) Abschaffung der Heimarbeit. a)-jumoun1"»» vx*.... b) Einführung van Betriebswerkstvtten mtt Zeitlöhnen. c) weitere Teuerungszulagen. 2. Ausiprache. Referent: Kollege Schamscher. Mitaitedsbuch legittmiert: ohne dasselbe oder mit mehr als acht resilerenden WoSfenbetträgen Große Versammlung für alle männlichen«nd weiblichen Augestellten im Gastwirtsgewerbe «m Mittwoch, den!>. April, nacht» 11'/- Uhr in den folgenden Lokalen: 30/12 Kaffee Baterland, Potsdamer Platz. Reichshalle», Dönhoffplatz. Lehrervereinshaus, Alexanderplatz. Die WMse'ssMllvAeglSllbMg des AriMrases dach die Wervewn. Nerbstad der Gafttalriagehllfen. VellWerLllWkSellkrvervlilii!. Zweigverei« Berlin. Sektion der Putzer. Freitag, den 11. April, abends 7 vhr, in Wille? FestsSlen, Sebaftionftraste 39: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: langnahme sn der Lohnbewegung Im Hochbaugewerbe. '.cht van der Relchskonferenz der Swlkateure und Puger. schiebenes. L Stellungnahme zu.der Loh X Bersch Bei der Wichtigkeit der Tage»«rb»ang ist dos Erscheinen oller Kollegen erforderlich.— Blitglied»------- 1"' Arbeitslose» die Kontra 143/3 ! legitimiert, bei DerSehtionovoratand. mit u. ohne Gaumenplatte. Kronen, Brücken HFÄltM A Plomben led. Art, med. Goldtechnik, Umarbeit. / 3 fl tl C schlechtsitz. Gebisse, Reparat so». Schmerzlos. Zahnziehen. Mäßige Preise evtl. Teilzahlung. M. Löser, nur Brunnenstr.tas, w. RoecntlMl. PL■- biealiaaiotr. Sprcctist»■% Sonnt g-uubr. Rlnk, Knesebeckstr. 135. 39 Klein, Slosowstraße, Ecke Bendastraße. 40 Krüger, Emser Str. 84/87. 41 Wanxllck, Obezlandftr. 1, Gebiet Tempelhof. 42 Welsch, Itnesebeckstr. 188. 43 Müller, THÄzingerstz. 5, Ecke wipperstrofie. 44 Dnrnkeld, Rogatstr. 9. 45 Müller, Emser Str. 27. 46 Hain, Bodestr. 31. 47 Gohlke, Hermannstr. 199. 48 Kottke, Äarchestr. 14. 49 Kntzke, Lelnestr. 1. 50 Kittler, Leykestr. 3. 51 Sauer, Thomasstr. 31. 52 Cenke, Thomasstr. 40. 53 u. 51 Gricrer, Lessingstraße. Ecke Ropfstraße. so Schasld«, Steinmetzstr. 7, Ecke Baßmannsborfer Straße. 56 u. 57 Rlchnow, Prinz-Sandjery-Str. 49, Ecke Leffingstr. 58 Wlschnewskl, ZietHenstr. 34, Ecke Falkstraße. 53 Schlramelptenlg, Hernmnvsir. 213, Ecke Jögerstr. 40 Dausacker, ZietHenstr. 35. 61 Iden, Boddinstr. 38. 62 Wall, Allerftr. 7. 63 Blum,«cisestr. 23, Ecke Steinmeßstraße. 64 Hentschel, Herrfurthstr. 27. 65 Kanert, Herrfurthstr. 12.21. 66 67 68 Orandmann, Mahlower Str. 27. 69 Schenk. Mainzer Str. 24. 70 Balewskl, Müncheaerftr. 28. 71 u. 72 Breltkreatz, Reute rstr. IL 78 74 75 Blhr, Karlsgartenstraße. Eckt wissmannstraß« ZeMIMM».SMlWüMse» Orlograpp»«Vroß-Betlln. Arrikag. den 11.«pril. abend» 2 Ahe, Saal der„BBcfc*". vaegstrafte: Im großen G eneralv ers ammlung. Tagesordnung: L Raffen bericht für 1918. 2. Wahl des Aktionsausfchuffes. 8. Stellungnahme zum Berbandstag. 77/15« stvtrttt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Zenkralnerbnnd der chnndlangegehUfen. Berlla, Mfinzstr. 20. VeWgemil nii KlWiiW. Am 14. April 1919 findet durch dos Brich» oerinerfn ttn»- aml, Scctanfsadkriiang für«akomabilnefcn, auf dem Gelände der Norddeutschen Flug zengwerke in Teltow, tv Uhr« vormittags beginnend, «ine öffentliche Versteigerung»on Nrnstwogen statt. Zur Berstcigerunz gelangen: ea. 40 Last» und Lieferwagen, ea. 7 Personenwagen, eo. 8 Rrankenwagen, ca. 12 Omnibusse, ea. 11 Lastanhänger, ra. 32 Rrankenwaaenanhffnger, ca. 7 Ritchenanhänger, ca. 1 Tankwagen, diverse Zugmaschinen. einige Molare von ca. 100 PS sowie Motorteil». Verzeichnis der Bersteigerunasobjekie nebst Einzelheiten über die Versteigerung ist vom 9. April 1919 ad in der Vaudil- Filiale Berlin-Tempelhos und aus dem Versteigeningsgeiände in Tettow koftenlo» zu erhatten. lempelhof, Wettiner Korso, vom 9. April ab schon geleistet werden. Ohne Hinterlegung der Vietckaution kann da» Gelände in Teltow am Berstcigerungstage nicht betreten werden. Die Objekte können wochentäglich vom 0. April ab von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittag» besichtigt werden. Der Betrieb irgendwelcher Geschäfte oder das Feilbieten irgendwelcher Segenstände auf dem Versteigerungsqcländc ist nicht gestattet. Die versteigerten Kraftfahrzeuge werden noch Möglichkeit kostenlos vom Bersteigerungsgeländ» bis»um nächsten Straßen- dämm oder bis zur Eifenbahnrampe in Tettow geschleppt, ohne jedwede Hastung und aus Gefahr des Erwerber». B e r l i n, den 4. April 1919. IZ/r „Reichsverwertungsamt" Berkmifsabteilung für Automobilwesen(.Vaubil«). Wir teilen hierdurch mit, daß wiram I.April d. J eine Subdirektion des Deutschen Lloyd. Versichenmgs-Akt.-Gesellsch. zn Berlin. Geg/rUndet 1870 für die Feuer- Versicherungsbranche im Anschluß an unsere bisherige Subdirektion für EinbruchsdiebstatiKTraosport-, Valoren-, Glasübernommen haben. 953�« Frank, Hahlo, Bloch&Cö. G.m.b.H. BERLIN NW 7, DorotheenstraBe 26. Fernsprecher: Amt Zentrum 4046, 8107 und 4097. «,n Aerilag. den 11. April 1319, nacmltteps 10 Uhr. — werden wir auf unserem Hof Berlin dl, Wnttstr. 22—24 etwa S0 Pferd«, darunt. Rutsch- gespanne, ferner 2 gnterh. Kutschwagen(Viktoria), ein Dcldnrc. Pferdedecken und Stallutcnstlien freiwillig versteigern lassen. AU gem. Berliner Omntbns. Aktien.aeseUechatt, Berlin W 8, Rrausenstraß« 9/10. Blendend weiße Zähne durch Zahnpaste Chiorodonf beseitigt Zahnstein und üblen Mundgerueh. We Stelle efnes 2. Bürgermeisters der Stadt Itzehoe in Holstein(20 000 Einwohner) mit leb balier Industrie und zahlreichen städtischen Betrieben is baldigst zu besetzen. Die Anstellung erfolgt vorbehaltlich der Gcnehmigun des Bezirksausschusses mit einem Anfangsgehalt vo 7000 M. steigend alle 3 Jahre um je 500 M. bis zum Höchsi betrag von 9000 M. Daneben werden Kriegsteucrungs Zulagen nach Staatsorundsätzen gezahlt. Geeignete Bewerber mit akademisch-voikswirtscbai' lieber oder akademisch-technischer Vorbildung, welcl bereits auf wirtschaflsleclmischem und sozialem Gebiet E' fahrungen besitzen, wollen Meldung mit Lebenslauf un beglaubigten Zeugnisabschriften umgehend bis spätester. 1. Mai an den Unterzeichneten einreichen. Persönliche Vorstellung ohne Aufforderung nicht c- wünscht 1734D Itzehoe, den 25. März 1919. Der Stadtverordncten.Vorsteher. Stein._ Die Stelle eines (sejolfteten Wgmbneken öet m\ öemsM ist möglichst halb zu besetzen. Das Anfongsgehalt der Stchi beträgt 7000 M., steigend alle 2 Jahre um 300 Vi. bis 9000?C; Bewerber, weiche gründliche Erfahrung im Gemeinde Verwaltungsdienst befitzen, werden ersucht, ihre Bewerbung?! bis zum L Mai 1919 au den Unterzeichneten einzureichen. Remscheid, den 3. April 1919. Der Vbeebürgermrister. Dr. Hartmann. 17;ti' an, Bahnhof Wedding. Größtes Hans direkt am Nettelbeck-Platz. Auf Teilzahlung MÖBEL nnd?olstevwareti Riesen-Auswahl. Billigste Preise. 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Die noch ausstehenden Arbeiter der hfllii-kiifZlMzlilöf Uesslllissl!«, welche noch keine Arbeit gefunden haben und wiedereingestellt werden sollen, yaben sich sofort beim Portier d. Fabr. zu melden. Berllii-Borsigwalder Metallwerke. iixx�riixixi-i�txxxtrz -------------- xxxxixsr Buehdntckerei- Kalkulator" mit mehrjähriger Praxi» für größere» Geschäft zu sofortigem Einirttt gesuihl. , Offerten unter R t« an Exped. de»„Vorwärts-. Vortragsredner nnd Rednerlehrer werden gesucht unter angemessener Sicherstellung. Berücksichtigt werden nur Herren mit einwandfreien, erst klassigen Referenzen, die auSerdem durch Tätigkeit in technischen Betrieben oder durch ihre praktische Arbeit mit dem werktätigen Volke in Berührung gekommen sind. Erlorderlich: hervorragende agitatorische sowie 1 1 rhetorische Fähigkeiten, als auch seelisches Ver- 1 ständnis für die sozialen politischen Probleme 1 1 der Jetztzeil. 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Ich will das ja nicht behaupten. Leinert erstattet den Berickt des Zentralrats. Unsere erst-' Auch mit Lügen wird gearbeitet nur um eine Hetze gegen Sparta- Tätigkeit war die Ausführung der SescKüsse des Rätekongresses kus zu in,zcnleren. Auch die Kamppe im Dezember waren ganz über die K o m m a n d o g e w a It. Manneszucht und Disziplin unpolitisch und auf ein Mi tz v e r ,t a n d n l s zurückzuführen �___ crr___________ � r ir. r:*...'.~ p�rr.rL � Tirtf{trtntfrTS fftr �PttP.rtlTrtrt ftPitturff./ Ältrui sind auch für eine redolutionäre Armee unerläßlich, wie es selbst die Svwjet-Republik anerkannt und durchgeführt hat. Will eine Regierung nicht von vornherein abdanken, so muß sie sich die (Lachen.) Ledebonr hat damals für die Beilegung gewirkt.(Zuruf b. d. U. Svz.: Wo ist Lcdebour?) Mit Leuten vom Schlage Noskes können wir nicht in einer Regierung zusammensitzen. Gewiß hat *eiw.74 vuit wi.irwvi.w i*i ut�'iAAiui.Vp.«»/ I ül ru q(, l v I• v i v. � � � r.-.,&»» � y «»«—»«w- Tisis.sssssaifä&ä'«BsySS sind. Die Regierung muß ihre Machtmittel gebrauchen, um Anschläge gegen ihren gesetzlichen Bestand zu beseitigen. Nach dem Ausscheiden der Unabhängigen aus der Regierung ist der Zen- tralrat in einer Weise herabgesetzt worden in der öffentlichen Mei- nung wie noch niemals eine aus der Arbeiterklasse hervorgegan- gene Institution. Auch die durch den Zentralrat geschaffene Rc- gierung hat man ebenso bekämpft.(Zurufe bei den Unabhän- gigen: Mit Recht!) Nein, mit Recht kämpft nur derjenige, der mit anständigen Mitteln kämpft. Die Unabhängigen wollten nicht mitarbeiten und dir Verantwortung nicht tragen.(Lär- wende Zurufe bei den Unabhängigen und von den Tribünen. Der Vorsitzend« Ha u sch i ld ersucht die Tribünendesucher, sich jeder Mitwirkung an den Handlungen des Kongresses zu enthalten, falls er nicht gezwungen werden sollte, zum Einschreiten gegen Leute, die das Gastrecht verletzten.) Ter Kampf gegen den Zen- tralrat wird so erbittert geführt, weil dieser sich nicht auf den Standpunkt des RäteshstemS gestellt hat. Man wollte eine Revolution gegen die Revolution schaffen, die einer Minderheit die Diktatur geben sollte. Demokratisch ist das nickt. Nicht nur mit geistigen, sondern mit anderen Wa'sen wurde gekämpft und zwar gegen ein« fozialdemo- kcatische Regierung, die man maßlos beschimpfte. Dabei ist die Lage so, daß Sie Mehrheit des Volkes hinter der Regierung steht.(Lärm bei den Unabhängigen.) Die Unabhängigen haben in einem an den Zentralrat gerichteten Schriftstuck selbst gesagt, sie lehnten jede Putschtaktik ab und hielten Gewalt in der inneren wie der äußeren Politik nur zur Abwehr von Gewalt erlaubt. Diese Gewalt hat die Regierung ange- wendet. Wir entschuldigen durchaits nicht alles, was bei Nieder- werfting der Unruhen geschehen ist, aber nickt die Regierung hat den Kampf hervorgerufen, sowdern diejenigen, die die Unruhen am'tlst�ten, um zu rauben, zu plüicker« und zu morden.(Großer Lärm bei den Unabhängigen und �Uufe.) Sie täten besser, von jenem Gesindel abzurücken. Sie täten besser, wenn Sie auch etwas aus Ihren persönlichen Ansiciid geben würden, denn die Moral aber ich habe schönstens dafür gedankt.(Ahai-Rufe.) Jetzt bereitet man alles vor für eine neue Schlacht. Heute sollte ja ein neuer Generalstreik beginnen, aber nichts ist erfolgt. Nur in Magdeburg sorgt Noske für die Unruhe und dort wird in den Straßen sicher Blut fließen.(Zuruf b. d. Soz.:DurchEurc Schuld!) An allen Gerüchten, die Noske über Magdeburg in die Welt gesetzt hat, ist kein wahres Wort.(Hört, hört! b. d. U. Soz.) Brandes ist un- schuldig.(Zurufe: Ihr alle seid unschuldige Engel!) Die Mehr- hcitssozialisten graben sich selbst das Grab, denn nun wird auch ihre Hochburg Magdeburg fallen. In Berlin hat Schöpflin sogar Streikbrecher für die Gaswerke geworben.(Hört, hört!) Die Be- setzung der Zeitungen verurteilt niemand schärfer als wir. Dil Beeinträchtigung der Pveßfreiheit ist ein Verbrechen an der Revo lution.(Zuruf b. d. Soz.: Das hättet Ihr damals sagen sollen!) Jetzt regiert man mit dem Belagerungszustand in Permanenz.(Zurufe b. d. Soz.: München! Bremen! Duisburg!) Generalstreiks sollen heute nickt erlaubt sein. Haben wir denn aber heute einen sozialistischen Staat? Nur die Personen haben gewechselt. Ueberall geht eine tiefe Bewegung durch das Volk. Sogar ein Mann wie Elsbacher ist mit der Re- gierung unzufrieden und sieht das Heil nur im Bolschewismus. Diese Politik wird das deutsche Volk ins Unglück stürzen.�(Beifall und Zischen.) Kultusminister Harnisch teilt im Auftrage des Justizministers mit, daß er um schriftliche Ausfertigung des Beschlusses auf Haftentlassung Led:bourS bitten müsse und dann schleunigst seine Entscheidung mitteilen werde.— Abg. Dr. Roscnfcld: DaS gebt unS zu langsam. Das ist eine Verhöhnung des Kongresses.(Lärm.)— Bors. Hauschild er- klärt sich bereit, nockmals beim Justizminister vorstellig zu werden (Zuruf b. d. U. Soz.: Absetzen!)— Kultusminister H a e n i s ch legt Verwahrung ein gegen den Vorwurf der Verhöhnung. In der weiteren Aussprache spricht für die Fraktion der Mehr heitSsozialisten Julius Kaliski: Die Auffassungen über die Stellung der Arbeiierräte sind über aus»erschieden und auch bei Euch drüben(zu den Unabhängigen) verbietet als Verteidiger derjenigen Plünderer aufzutreten, die gjht es Leute, die der ganzen Frage der Arbeiterräte mit sehr ge- Mutzenden die Läden ausgeraubt und dann ihren Raub mit mischten Gefühlen gegenübertreten. Wer so lange wie wir in dem Maschinengewehren verteidigt haben.(Großer Lärm bei den Un ckihängigen und Zwischenrufe.) Wie sollte die Regierung dieser Bewegung anders als mit Machtmitteln Herr werden? Die Regierung hat sich in der Verteidigung befunden. Solch« Putsche müssen niedergeschlagen werden, sonst kann die Regierung nicht bestehen. Hat ja doch die Msicht be- standen,_ �___ drn Generalstreik gleichen Bett gelegen hat, kann nicht sagen, Ihr seid anderen Geistes und Fleisches, nein, Ihr Unabhängigen teilt alle Fehler und Sün- den der Partei. Die Schuld der Regierung seit Ausbruch der Re- volution teilen die Unabhängigen genau so wie wir. Der einzig treibende Faktor in der Geschichte der Revolution war die Angst vir den andern, die Mehrheitssozialisten haben Angst vor den Unabhängigen und Wenn S.e sagen, daß wir mit Lockspitzeln arbeiten, so ist das eine solche niedertiäcktige Gemeinheit, daß ich mich wundere, daß Sie sie mit solcker Gelassenheit aussprechen.(Zurufe bei den Unab- bäng ten: Wir werden Beweise bringen!) Auf wirtschaftlichem Gebiete hat der Zen tralrat den Standpunkt»ertreten, daß der Streik in dem jepigen Augenblick' nicht dasselbe Mittel ist wie in den Zeiten der kapitalistischen Gesellschaft. Wir treiben' weiter und weiter dem Abgrunde entgegen wir gefährden die Zukunft unserer Kinder und schassen ein« Aussicht der Armut und des Elends, wenn nicht die Vernunft bei den Arbeitern einkehrt. Wir hätten längst positive Arbeit geleistet, wenn wir durch die Unruhen im Reiche daran nicht fortgesetzt verhindert worden wären. Uns ist es ernst mit der vollen Demokratie. Die üie Bureaulratrnwirtsckaft muß verschwinden, aber wir können in die Binsen gegangen ist. Ich bin der letzte, der sich schützend vor die Regierung stellt, sie hat vieles getan, was ich sehr be- daure und vieles nicht getan, was ich gleichfalls sehr bedaure. Zeigt mir einen schöpferischen Gedanken der Unabhängigen über das Regierungsprogramm hinaus und es sei Euch alles verziehen! Wegen des gegenseitigen AngstzustandeS konnte die revolutionäre Regierung nicht einmal ein Voltsheer schaffen, was eine Schmach und Schande für daZ deutsche Volk ist.?lus Angst und Rivalität hat man das Heer verkommen und verludern lassen.(Zustimmung.) Die Soldatenräte mögen alle möglichen Verdienste hab-n; aber ein Volksheer aufzustellen waren sie nicht in der Lage. Für mich als Sozialdemokraten gibt es nur eme Forderung: Aufstellung eines VolksheerSS mit allgemeiner Dienst- Pflicht. Eine demokratisch-sozialistische Regierung mutz auch für die nickt alle Plätze in der Veowaltung durch Leute aus unseren lErzi hung des Offizierskorps sorgen. Aber in einem Reihen besetzen. Wir begrüßen jede gerechte Kritik, denn sie kann Augenblick, wo eine Welt unS zu verschlingen droht, stellen w.r uns das Zeugnis nicht versagen, daß wir zum Wohle deS Ganzen geapeeitet haben. Damit schloß Leinert unter lebhaftem Beifall. Vor der Per» uns hin und sprechen über Kleinigkeitein, über Kordeln und Litzen, Hinterher kam dann die Angst vor dem Proletariat selbst. Wir haben aber Massen, die durchaus nicht revolutionär sind, und selbst tagring wurde noch mitgeteilt, daß sich ein« neue Fraktion der wenn die Kommunisten den absoluten Zusammenbruch wollen, so Reichs-Da u e r n- und Landarbeiterräte gebildet hat. ist da? keine revolutionäre Sache. Gerade wenn Ihr etwas könnt In der Nachmittagssitzung gelangte eine Erklärung der Oesterreich«!: und Willenskraft habt, so ist es Zeit für Euch als revolutionäre Sozialisten, etwas zu tun.(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit Lärmende Zurufe bei den Unabhängigen.) Ich bin von dem pol' e � f r/6nr�c« am| tischen und wirtschaftlichen Vorgehen der Regierung wahrlich nicht nächsten stehen, sich aber als Vertretung DeutschösterreickS keines wegS irgendeiner reichSdeutschen Partei anschließen wollen. Ein Antrag der Unabhängigen fordert die Freilassung des Führer? der Magdeburger Unabhängigen BrandeS und mehrerer Mitver- hafteter, die nach Berlin übergeführt worden find.— Der Antrag wird später zur Beratung kommen. Unter der großen Zahl der eingelaufenen BcgrützunaStele» aramme und Anträge befindet sich, aus den Kreisen der Soldaten stammend, immer wieder die Forderung nach Errichtung eines Reichssolidatenrates, der dem Reickswchrministerium gleichberechtigt zur Seite stehen und alle Verfügungen des ReichswehrmrnisterS gegenzeichnen soll. entzückt, aber daS Traurige ist. daß Ihr nichts könnt. Ihr habt in allen Frage« deS wirtschaftichen Aufbaues versagt. Es gibt nichts Dümmeres als sinnlose und übertriebene Forderungen a'S sozialistisch auszugeben und den Leuten zu erzählen, daß in einer Demokratie jeder Streik erlaubt sei.(Lärmender Widerspruch und Zurufe bei den Unabhängigen.) Sagen Sic mir ein Recht, das die Arbeiterschaft nicht hat.(Rufe be: den Unabhängigen: Satt zu essen hat sie nicht!) Ich sage Euch: mit der Hungerlegende muß gründlich aufgeräumt werden. Durch planmäßiges Ruinieren der Wirtschaft fördert man den Hunger.(Zustimmung.) Die all- gemeine Dcmoralisation hat leider auch das In der Aussprache Über den Tätigkeitsbericht des Zentralrates Proletariat ergriffen.(Lärm und Widerspruch bei den spricht als erster Redner------ 1'*■— w,--- Richard Müller: Sckwäcke d?"� igenen� Haltung mrberaen �Wi'/sprcckKn�dem�entrob! und zu diesem Mtvea andertpatv Millionen aus der Stadt rat unftr schärf st e?M i� Ua U M. j �-"fs Land berpflanzen Das mutz gelingen wenn man den antwortlich. waS aesckeben ist Er bat dazu beiaetra�n dast die! Leuten unter Garantie des Staates»nd der Gewerkichaften auS- Beschlüsse des Ersten Rätekongresses nicht an�efü�t' wurden.! �"che Existenz und Schutz gewahrt. V°n Spartakismus ist da Weder die sieben H a m b u r g e r P u n! t e sind durchgeführt, noch � die Rede. eS sind Massen, die fuhrerlos und hemmungslos in._ Ii.V-_« �_ r.• c•">- i rw 7°'; � � nilS itrrS rrirfi� tzniff�rr\nrtci Mo Mltriiriff ftvttrrt»*» Vrnr-S itv* tlf<*TtT Unabhängigen.) Allerdings bin ich auch der Meinung, daß man mit Maschinengewehren und Mincnwersern nichts gegen solche Be- wegungen machen kann. Wir müssen vielmehr die Produkt'on steigen und zu diesem Ztveck anderthalb Millionen auS der Stadt ----- er-------- e. wenn mfl~ Gewerkschaften sind und nicht wissen, was die Zukunft bringen wird. ES ist ein schwerer Vorwurf gegen die Regierimg, der aber auch die Un- abhängigen trifft, daß man hier zur Abhilfe nicht früher etwas' getan hat. Man kann zwar Arbeiterräte mit dem Recht der Diktatur schassen, aber diese Diktatur ist nicht imstande, die Produktiv» zu fördern, '■****>*.**)>■■***•*>«««iWSLSKSLÄMS m einem Meer von tüut ersticken. Jahrzehntelang haben wir die;» fn„mwsk hm« man Tie eben m.rf ist mit der Sozialisierung auch nur der Ansang gemacht. Wir klagen den Zentralrat der Pflichtverletzung an. Warum baber. wir die politische und wirtschaftliche Anarchie? Nicht weil Spar- takus da ist, sondern weil die Massen enttäuscht sind. Es werden Mittel angewendet, mit denen früher die schlimmste Reaktion nickt gearbeitet hat.� Die Nationalversammlung hat vollständig versagt, und de-halb �ist das Volk �empört.(Widerspruch.) Immer tiefer AÄrzehntelo........ Sozialisierung gefordert und. als die Zeit dafür oa war, standen wir bilflos und ratlos da.(Zurufs b. d. Soz.: Hasse!) Nur der Beschluß auf Einberufung der Nationalversammlung ist durch- geführt worden.(Zuruf b. d. Soz.: Ueber Deine Leickel— Locken.) Die militärischen Beschlüsse sind gescheitert an dem Widerspruch der Obersten Heeresleitung. Der Zentralrat hat nicktS dagegen getan. Auch er stutzt sick auf die nackte Gewalt! Die Wirkung liegt offen zutage. Jetzt stehen »uch die Soldaten räte gegen die Regierung und gegen den Zentralrat. Ein neuer Militarismus. ist entstanden. Me Soldatenräte, die ihn ablehnen, werden abgesetzt oder sogar ins Gefängnis geworfen.(Hört, hört!) Auch dieser neue Milita- rismu? macht uns die Welt zum Feinde. Die anderen Völker ver- achten uns. Ganz« Städte, ja ganze Landesteile werden unter eine brutale Militärherrsckast gestellt. Ströme von Blut sind geflossen. (Zuruf b. d. Soz.: Durch Eure Schuld!) Wo war da der Zmtralrat? Die Berliner llnruhen sind aus ein Mißverständnis zwischen den Freiwilligentruppen und der Republikanischen Sol- baten wehr zurückzuführen, die von der Futterkrippe nickt loswollte. (Hört, hört!) Und n-un jetzt Maadeburg! Man könnte auf den Gedanke» komme», daß alle diese Unruhen von rechts erst hervor- Tie Bayerische Räteregierung ist so grotesk, daß man sie oben auch nur nach München verlegen kann.(Heiterkeit.) Eine überaus tvaurige Erscheinung ist auch der Partikularismus, demgegenüber die Nationalversammlung ihre Souveränität erklären mußte. Tab Ziel des Völkerbundes muß die Erhöhung der Weltproduksivität sein. Es ist ein Fehler der deutschen Politik gewesen, daß sie Frankreich kein Entgegenkommen bewiesen hat. Wir wollen nickt untergehen.>oir wollen und können einen sozialistischen Bau ef richten auf demBoden der Demokratie ohne Dikta- tur und ohne Terror.(Lebhafter Beifall und Hände- klatschen.) Schluß 6� Uhr._ Kiihlmvnn und die Amnestie. Das Versahren in der Straf« klage, die wegen Beleidigung des Staatssekretärs a. D. v Kühlmann gegen die.Deutsche Zeitung' erhoben worden war. ist. wie gemeldet wurde, aut Grund der Amnestieverordnung vom !S. Dezember lSIS eingestellt worden. Daraufhin hatte Herr v. Kühlmann beim Kammergericht Beschwerde erhoben. Diese wurde, wie die.Deutsche Zeitung' mitteilt, vom Kammergericht zurückgowiese». I Die Rechte öes Reichstages unö ües Präsidenten. Arbeiten des Verfassungsausschusfes. Weimar, 8. April. Der VerfaffungsauSsckuß hat die Rechte deS Reichstags erweitert indem er im Artikel 5b gemäß der Regierungsvorlage dem Reichstag das Recht und auf Antrag von einem Fünftel der Mitglieder die Verpflichtung zugesprochen hat, Untersuchungsausschüsse einzusetzen. Alle Gericht- und Verwaltungsbehörden sind verpflichtet, dem Ersuchen dieser Ausschüsse um' Beweiserhebungen Folge zu leisten. Auf sozial- demokratischen Antrag hin hatte det Ausschuß serner beschlossen, daß der Reichstag zur Ueberwachung der Tätigkeit der Reichs- regierung außerhalb der Sitzungsperioden und auch nach Be- endigung der Wahlperioden bis zum Zusammentreten des neugc- wählten Reichstags einen ständigen Ausschuß bestellen wird, dem das Recht der Erhebungen im Sinn« des Artikels bb dann zusteht. Der Reichstag hat ferner das Recht erhalten, auf dem Gebiete der auswärtigen Angelegenheiten einen ständigen Aus- schuß zu bestellen, der auck außerhalb der Tagung des Reichstags tätig sein kann. Den Reichstags- und Landtagsabgeordneten wird künftighin das gesetzliche Zeugnisverweigerungsrecht zugestanden über Tatsachen, die ihnen als Abgeordnete anvertraut sind oder von denen sie in Ausübung ihres AbgeordnetenberufeS Kenntnis erhalten haben, lieber diese Tatsachen selbst können sie das Zeugnis verweigern. g- Beim vierten Abschnitt, der zunächst die Stellmig des Reichs- Präsidenten behandelt, sprach sich die große Mehrheit des Aus. schusses für die Schaffung eines Reichspräsidenten aus. Wählbar zum Reichspräsidenten soll sein, wer das 3 5. L e- bensjahrvollendet und seit nimdestens zehn Jahren Deut- scher ist. Hier stellten Hie Sozialdemokraten den Antrag, daß Ange- hörige der früher regierenden Familien von�der Wahl zum Reichspräsid-nten ausgeschlossen sein sollen. Die bürgerlichen Parteien sprachen sich gegen diesen Antrag aus, aus Gründen' der formalen Demokratie. Sie erklärten, daß gleiches Recht für alle herrschen müsse und daß infolgedessen auch die Mitglieder der früher regierenden Familien dasselbe Recht haben müßten wie jeder andere Reichsbürger. Die sozialdemokratischen Redner warnten die bürgerlichen Parteien eindringlich vor der Ab- l eh nung des sozialdemokratischen Antrags. Eine solche Ablch- nung würde vom Volke aufgefaßt werden als eine Begünstigung gegenrebolutionärer Bestrebungen. Sie würde Oel in die Flammen gießen. Das müßte vermieden werden, denn die Flammen schlügen ohnehin schon im ganzen Lande hock genug. Die Warnungen der Sozialdemokraten machte u auf die Demokraten schließlich doch eini- gen Sindruck, so daß sie versuchten, diese Au snahmebestimmung gegen die Mitglieder und Angehörigen der früher regierenden Familien auf eine gewisse Uebergangszeit zu beschränken. Die Abstimmung über dieses Kompronriß wird morgen stattfinden. Als Dauer der Uebergangszeit werden die Sozialdemokraten 5 0 Jahr>e vorschlagen. Der Artikel 68 bestimmt, daß der Reichs- Präsident das Reich völkerrechtlich zu vertreten hat. Er be- stimmt weiter, daß Kriegserklärungen und Friedens- schluß durch Reichsgesetz erfolgen müsse und daß Ver- träge mit fremden Staaten, die sich auf Gegenstände der Reichsgesetzgcbung beziehen, der Zustimmung des Reichstags bedürfen. Hier wurde ein sozialdemokratischer Antrag eingeschaltet, daß auch Bündnisverträge diese Zustimmung des Reichstags haben müßten. Sobald ein Völkerbund mit dem Ziel des An- schlusse? aller Geheimverträge geschlossen sei, bedürfen alle Ver- träge mit den im Völkerbund vereinigten Staaten der Zustimmung deS Reichstags. Die Beratung wurde am Abend abgebrochen bei dem Artikel 65, der dem Reichspräsidenten nach der Vorlage den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht des Reichs gibt. Der Verfassungsausichuß hat die Hoffnung, daß er morgen vormittag den vierten Abschnitt beendigen wird. Die Beratung über die G r u n d r e ch i e des deutschen Volkes im übrigen zweiten Abschnitt ist einer Unterkommission von mun Mitgliedern, ichcp�, tragen worden, die denn auch die neue Regierungsvorlage aus Einf.ügung der Arbeiterräte in die Verfassung durch- zuberaten hat._ Bus dem vollzuflsrat. sozialistischer Burgfriedeu am 1 Mai.— Beschränkung der Prcstfreiheit durch Arbeiter. Der VollzugSrat hielt am 8. April eine Sitzung ab, in der Stellung zur Feier des 1. Mai genommen wurde. Gemäß eines Beschlusses der Gcwerkschaftskommission müsse eS Aufgabe des VollzugSrateS fein, eine Resolution auszuarbeiten, die eS den so- zialdemotratischen Parteien aller Richtungen ermögliche, dafür ein- zutreten. Der VollzugSrat überweist diese Angelegenheit nochmals den Fraktionen, die zur nächsten Sitzung einen Eniwurf zur Beschluß- fassung vorzulegen haben. Ganz besonders wurde bei der Debatte zum Ausdruck gebracht, daß eine Maifeier unter dem Bclagerungs- zustand nicht möglich wäre und dieser darum aufgehoben werden müßte. Gegenstand der Beratung waren außerdem zwei Flugblätter, die zur Werbung von Freiwilligen auffordern. Sie sollten in zwei Druckereien, davon eine die Reichsdruckerei, hergestellt werden. Die in beiden Druckereien beschäftigten Arbeiter weigern sich, solche Flugblätter herzustellen und wandten sich darum an den VollzugSrat. In Bezug auf eine? der beiden Flugblätter wurde e i n st r m m i g beschlössen, die Arbeiter anszufordern. die weitere Herstellung abzulehnen und dafür Sorge zu tragen, daß auch ander- wärtS dieselbe' Haltung dazu eingenommen wird. Ueber das andere Flugblatt wurde bei Stimmenthaltung der Mitglieder der S. P. D. derselbe Beschluß gefaßt. Der VollzugSrat ließ bei der Beschlußfassung sich von dem Ge- sicktSpunkt leiten, daß eS nicht Sache Berliner Arbeiter wäre, Flug- blätter solchen aufreizenden Jnhalis herzustellen. Die Nachricht, am 1. Mai den Kampf der sozialistischen Aich- tungen einzustellen und die ganze Arbeiterschaft zu einer einheit- lichen friedlichen Kundgebung zusammenzufasien. kann nur begrüßt werden. Wird sie loyal durchgeführt, so besteht kein Anstoß, die Einschlänkungen der staatsbürgerlichen Fieihert, wie sie zurzeit in München und vielen anderen Orten bestehen, an diesem Tage gellen zu lassen. Schwere grundsätzliche Bedenken erregt dagegen der zweite Beschluß, denn er bedeutet die Einführung einer Zensur, die durch die Druckereiarbeiter angestrebt wird. Dadurch würde jede Druckerei gezwungen werden, nur Arbeiter ihrer eigenen Rich- tung einzustellen, um ihre Erzeugnisse auch wirklich herausbringen zu können. Sin Fortfahren in der Richtung jenes verfehlten Be- schlusies wäre eine dauernde Gefahr für die Preßfreiheit und für da» gesammte Druckereigewerbe. Bbsperrungen in Berlin. Im Anschluß an das Verbot jeglicher Zusammenrottun- gen und Demonstrationen wird im besonderen mitgeteilt, !Xltz die Viertel der Potsdamer Straße, Prmz-Albrecht-Straß«, Zimmerstraße, Leipziger Straße und das ganze Gebiet zwischen diesen Straßen bis zur Spree, serner das von der Spree durch- zogene Gebiet zwischen Königsplatz und Schloß und schließlich das Gebiet des Alcxanderplatze« durch besondercAbsperrungS- «atz regeln gesichert werden. GewerkschaflsbewEung Der Schieösspruch in öer Serliner Metallinüustrie. Räch fünftägigen Berhandlunge« ist gester« abend um 8 Uhr einstimmig ein Schiedsspruch gefällt worden, dessen wesentliche Bestandteile wie folgt lauten: Für die A u g e sie l lten, die das 2V. LedcuSjahr vollendet haben, erhöhen sich die Einkommen, wie folgt: bei einem Monatseinkommen im Juli 1914 bis 100 M. auf 275 M. für männliche und 250 M. für Weib- lichr Angestellte, von mehr als 100 M. b� 125 M.«m 155 Ol0 mindest, aber auf 275,00 M. -il»"""" loP"""" oiw'r«" n n 200„„ 130 n„ n n 307,50„ 200..„ 250„ w 115..... 105 n n Ii Ii n ff ff * 200„ „„ 2.,0„ -" �"* 300„ 300„„ 400„ 400 500 500 ** 600„ 80 CO 40 „ ff 460,00„ „„ 537,50„ ** 615,00„ „„ 800,00„ ES wird jedem Angestellten garantiert, daß sein neues Monats- cinkommen, wenn er ledig ist, nm 40 Mark, und wenn er verheiratet um 45 Mark mindestens höher ist als im November 1018. Die bestehenden Kinderz»lagen, FnnktionSznlagen und Weihnachtsgratifikationen werden neben den obigen Sähen gezahlt. So weit dnrch die obigen Sähe gegenüber im Januar- geholt eineErhöhung eintritt, ist dir Differenz sritJannar 1919 sofort nachzuzahlen. Für die Werkmeister tritt in de» Stufen de? FriedenSein- kommens 150— 200 eine Steigerung nm 150Proz., 200-250„„„ 130„ 350-300„„„HO„ .300 400„„„ 80„ 400-500„„„ 60„ 500-600„„„ 40„ ein. Außerdem wirb den Werknteistern in der untersten Stufe eine Steigerung von 50 SB., in der nächsten Stufe von 40 M. und in allen übrigen Stufen von 30 M. garantiert, die außer den obi» gen Sätzen mit Wirkung vom 1. April 1919 gezahlt wird. Für Angestellte unter 20 Jahren wurden Mindesteinkommen von 100 M. bis 250 M. mit Wirkung vom 1. Januar 1919 festge- legt. Für Wcrkstnttschreiber und-fchreiberinnen Mindestwocheulöhne von 23 bis 64 M. vorgeschrieben.' In der Frage de« Mitbestimmungsrechtes wurde zunächst festgestellt, daß dir Verpflichtung der Arbeitgeber, sich nach wie vor jeder Kündigung mit den» AngestellteuauSschuß in Verbindung zu setze«, bestehen bleibt. In all de» Fällen, in denen der Ausschuß der Ansicht ist, daß die Kündigung erfolgte, um dem Angestellten wagen seiner Bctäti, gung auf dem Gebiete der Politik»der der Vertretung der Be- rufs- oder Ttan'oesangelegenhciten zu maßregeln, wurde ein Ein- fpruchSrecht des Angrfielltenausschusses dergestalt festgelegt, daß die endgültige Entscheidung über die Wirksamkeit der Kündi- gung dem SchlichtungSapsschuß zugewiesen wurde. Entscheidet dieser gegen die Firma, so muß die Firma die Kündigung zurücknehmen. Handelt es sich bei der Kündigung um Mit- glieder des Angestrlltcnausfchusse?, so haben diese Anspruch auf Fortsetzung deS Dienstverhältnisse» bis zur enbgültige« Eni- scheidung durch den SchlichtungSauSschnß, auch wenn sich die Eni- scheidung über de» Entlassuugstermin hinaus verzögern sollte. Schließlich wurde noch festgestellt, daß Maßregelungen z»»nterbleiben haben. Bride Parteien sollen sich bis Freitag, den 11. April 1919, vormittags 10 Nhr, äußern, ob sie sich dem Schiedsspruch unterwerfen. Versmnmlungcn hentc Mittwoch: Wernerwerk und Blockt» crk der Siemens sc Halste Akt.-Ges. Vormittags 10 Nhr im„Volkshaus", Charloitenburg, Rosilieustr. 3. Er« scheinen aller dringend erforderlich! Für die Aersammlunasteiluebmer fällt an diefem Tage die tägliche Meldung im Streikbureau fort. Jedoch ist am Saaleingang ein Meldezettel abzugeben. Die Strelkausschiisse Wernerwerk und Blockwerk. Elmowerk der Siemens-Schnckertwerke G. m. b. H. Vormittags 11 Uhr,.Hobeilzollern» Feftfäle", Charlottenbirrg. Berliner Str. 105. Er- scheinen aller dringend erforderlich. Streikausschutz Elmowerk. Charlotteuburgrr Werk. Bormittags 10 Uhr, Brauerei„Pahen- hoser', Turm- Ecke Stromstratze. Erfcheiitbu aller dringend ersorderlich! Streikausschutz Charloitenburger Werk. Der Zentral st reikauSschutz deS Siemenskonzerns. Bcriammlnng der Angestellte» der B.'M. A.» G. S r-warkopff, nicht 10 Uhr im„Nordischen Hof", sondern 1 Uhr in den„Germaniasälen" (weitzer Saal). Bamag- Augestellte. 10 Uhr,„Stadttheater" Moabit, Altmoobit 48. Die Streikleitung. Angestellte derMaschlnenfabrik Carl Flohr, Berlin u. Wittenau. Versammlung Mittwoch, vormittags 10 Uhr, im Jnsonnallonslokal Welhlo, Kesselftr. 2ä. (£. Lorenz. A.-G., Tempelhof. Nachmittags 3 Uhr, bei Meier, Tempelhos, Berliner Str. 78. Optische Anstalt C. P. Goerh Akt.-Ges. Nachmittag» 2 Uhr: zzetriebsv ers ammlu n g der AngesteMcn im Rathaus. Friedenau svürgerfaal). Akt.« Ges. Vklx sc Genest. BetriebSversammknngm der AngesteMen vormtttags 10 Uhr in„Wilhclmshof", Schöneberg, Ebertstr. 80s.— Ber- sammlung der Arbeiter nachmittags 4 Uhr im selben Lokal. BetrirdSversammluiig der Angestellten der Bergmann- Glettrizitätswerke A.-G. Berlin. Vormittags 10 Uhr, in den „Pharnssäleu", Müllerstr. 142. Sluer- Angestellte. Versammlung aller streikenden Angestellten vormittags 10 Uhr, in den„Prachtsälen des Ostens", Franksnrtcr Allee. Generalstreik der Bankangestellten. Der Streik bei der D a r m st ä d t e r Bank bat, weil ihre Filialen sich mit Arbeitswilligen in den Räumen anderer Banken rrrederliehen und von dort aus ihre Kundschaft bedienen wollten, bei den anderen Banken zu einem Sympathie- und Pro� t e st ft r e i k der Angestellten geführt. Am Menstag wurde die Ar beit eingestellt bei der D e u t s ch e n Bank, bei der D r e s d n c r Bank, bei der D i s c o n t o- G e s e l l s ch a f t, bei der C o ni- merz- undDiSconto-Bank, bei der Mitteldeutschen Creditbank; am Mittwoch werden die Angestellten der N a t i o n a l- B a n k darüber beschließen, und bei etwaiger Zumutung von Streikbrecherdiensten wollen auch die Angestellten der Reichs b a n k streiken. Im Hinblick auf eine für DienStagnachmiitag um 8 Uhr angesetzte Streikversammlung richtete der Verband Berliner Bankleitungen durch Vermittlimg des ReichSarbeitSamtcs an den Allgemeinen Verband der Deutschen Bankbeamten die Aufforderung zu einer Aussprache noch vor der Vrsammlung, um womöglich den Generalstreik zu verhindern, zu dem der Verband ent- schloffen ist. Die Bankleitungen stellten die Bedingung, daß auch der Deutsche Dankbeamtenverei« hinzugezogen würve. Dieser ist gleichfalls bereit, den Generalstreik der Bankbeamten für ganz Deutschland zu erklären, falls die Bankleitungen die Dawnstadter Bank in ihren Geschäftsräumen arbeiten lassen wollen. Di« V e r- handlu.ngen vor dem Reichsarbeitsamt haben am Dienstag in der Mittagspause stattgefunden, sie find ober ge- scheitert. Die Bankleitungen erklarten, niemand sei gezwungen, sich an Streikarbeiien zu beteiligen. Ten Bankangestellten genügt aber diese Versicherung wicht, weil schwer zu unterscheiden ist, welche Arbeit für die Bank selber und welche für die Darmstädter Bank ausgeführt wird, und weil im übrigen die Bankangestellten einer Beeinflussung durch die Vorsteher ausgesetzt sind. Jnfolgv- dessen sind der Allgemeine Verband der deutschen Bankbeamten, und der Deutsche Bankbeamten- Verein übereingekommen, daß der Generalstreik nicht auf Groff-Berlin beschränkt werden kann, sondern auf die Provinz- filialen der Berliner Grosibenken auSgedebnt werden mnsi. Der Verband und der Verein haben bereits die Ortsgruppen im Reich aufgefordert, die Aktion einzuleiten und an die dortigen Filial- direktoren ein Ultimatum bis zum 10. April zu richten. Ist der Verband Berliner Bankicitungen bis dahin nicht in Verhandlungen eingetreten, so wird erwartet, daß der Generalstreik der Bankangestellten im ganzen Reick erklärt wird. Die Versammlung im Zirkus Bnsch war außer- ordentlich stark besucht. Der Referent EmontS vom Allgemeinen Verband berichtete über die Lag« de? Streiks in Berlin und über die Möglichkeit eines Generalstreiks für ganz Teutschland.(Stürmischer Beifall.) Gefordert wird nunmehr eine reichstarif- l i ch e Regelung der gesamten A rb c i t S v e r h ä I t- n i s s« in den Banken.(Lebhafte Zustimmung.) Das Gebalt soll betragen für Zlwanzigjährige 8750 M.(Hört, hört», mit Stei- gungen von jährlich je 400 M. in den ersten zehn Jahren, je 300 M. in den zweiten zehn Jahnen, je 200 M. in den dritten zehn Jahren, bis 15 000 M. Höckftgehalt.(Bravo» Zu diesen mate- riellen Forderungen kommt das Verlangen der endlichen Befciti- gung des„Herr-im-.Hause"-Standpunktes(Storker Beifall), der Einführung eines weitgehenden Mitbestimmungsrechtes der Betriebsräte, ohne deren Gegenzeichnung keine Anord- nung gelten soll.(Stürmischer Beifall.) Referent mahnt« zur Einigkeit und gab unter brausenden Zustimmungskundgebungen der Zuhörer bekannt, dasi jetzt die Einigung zwischen den beiden Angestelltenorganisaiionen in greifbarste Nähe gerückt ist. An klar» vom Deutschen Vankbeamtan-Verein erklärte, dasi die Forderungen des Vereins zum Teil noch weiter gehen. Auch erforderte unbedingte Solidarität. Fast alle Redner mahnten immer wieder, bis zum Aeußerstcn zusammenzu- halten. Weg mann vom VollzugSauSschusi de? Grosi-Berliner A. und S.-Rat«S äußerte seine Freude über das jetzige Verhalten der Bankbeamten, die sonst den Handarbeiter stets feindlich gegen- über gestanden hätten. Mit Schlagworten wie Bolschewismus und SpartakiSmus suche man in der Presse Stimmung gegen Streiks zu machen.(Schwacher Beifall, heftiger Widerspruch, Rufe: Politik! Anhaltender Lärm.) Ja, wenn sie das Politik nennen—(Ja! Ja?) Sie führen nicht nur einen wirtschaftlichen Kampf.(Unab- bängige brauchen wir hier nicht!) Ich spreche hier nicht als Mit- glied der II. S. P.(Stürmische Unterbrechungen.) Redner warnte zum Schluß: citeben Sie nicht auf Demonstrationen ein, ivenn auch vielleicht unter Ihnen einige sind, die den„Radi- kalen" machen. Hüten Sie sich vor gewissenlosen Spitzeln! Weiß. Oester der Sektion der Kassenboten, wies auf die Einigkeit aller Angestellten hin. Dr. Moldenhauer, ftiristi- scher Beirat der Commerz- und Discontobank, sprach als einziger gegen den Streit. Er erregte heftigsten Widerspruch und konnte unter andauerndem Lärm seine Ausführungen nur mühsam be- enden. Folgend« Resolution wurde« i n st i m m i g angenommen: Di« versammelten Bankangestellten Groß-Verl ins, organisierte und unorganisierte, sind mit der Proklamier nng des Gene» ralstreiks der Großbankange st eilten in ganz Deutschland« inverstanden und stellen sich zu dessen Durchfuhrung restlos der Streikorganisation zur Verfügung. Sie fordern die Kollegenschaft von ganz Deutschland auf, die Arbeit am 10. April niederzulegen, wenn nicht bis dahin vor dem Reichs- arbeitsminister seitens des Verbandes Berliner Bankleitungen die Verhandlungen aus Grund des vom Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten und vmn Deutschen Bankbeainten-Verein vorzulegenden einheitlichen Reichstarif aufgenommen! werden.— Mit nicht großer Mehrheit wurde unter lebhaften: Widerspruch der Minderheit noch beschlossen: Die Versammlung ersucht den Vollzugsrat des A.- und S.- R a t e s Groß-Bcrlins, unverzüglich eine Vollversammlung einzuberufen, damit die ganze Arbeiterschaft Berlins Gelegenheit hat, den kämpfenden Bankbe- amten Sympathie auszusprechen und Hilfe zu leisten. Zu vorstebendem Bericht wird uns in später Stunde mitge- teilt, daß die Angestellten der Deutschen Bank sick dem Streik zur- zeit noch nickt angeschlossen haben. Die Entscheidung wird in geheimer Abstimmung in den einzelnen Bureaus erst am heutigen Vormittag getroffen. Eine von 1800 Angestellten besuchte Versammlung der A. E. G.- Fabriken, Brunnenstraße, in den Mila-Sälen faßte eine Ent- schliehung, worin die Bersannnelten mit Entrüstung davon Kennt- niS nehmen, daß die Arbeitgeber versuchen, mit ihnen wegen ihrer durckaus berechtigten Forderungen Kuhhandel zu treiben. Die A. E. G.-Angestellten gaben einmütig ihrem festen Willen Ausdruck, daß sie nach wie vor an den aufgestellten Forderungen. insbesondere auch bezüglich des Mitbestimmungsrechts, unverkürzt festhalten und entschlossen sind, auszuhalten bis zur restlosen An- crkennung ihrer Ansprüche._ Deutscher Metallarbeiterberband. Donnerstag, den 10. April, nachmittags Ist, Uhr: Versammlung all« arbeitslosen im Deutschen Metallarbeitervcrband organisierten Arbeiterinnen im.GewerkschaitShauS', Engeluser 15(grotzer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag:„Die Bedeutung d« wirlschaickichen Lage fiir die arbeitslosen Metallarbeiter innen". Reserent: Kollege T o st. 2. Was! von Delegierten zur Gen«alversammlung. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Slektromontcnre! Donnerstag, den 10. April er., abends 7 Ubr: Bcanckenverlammlung sämtlicher Obermonteure unserer Branche im Lokal von Klement, Sovbienftr. S. Tagesordnung: 1. Aussprache über unsere Stellung im ArbeitSvtthSltnrS. 2. Verschiedenes. Sinkafsserer der Abzahlungs-«nd Kreditgeschäfte Groß- Berlins. Donnerstag, den 10. April, cbendS st,7 llbr. bei Wegener, Sevdelflr. 30 (am Spittclmarit): Wichtige Versammlung. Tagesordnung: t. Die Neu- ordnung der Sonntagsruhe und unsere Stellungnahme zu derselben. 2. Diskussion und Beschlutzfassung. Bttchdruckcrci-VertraucuSlcute! Alle am Montagnachmittag bei Henning, Alexandrinenstratzc, versammelt gewesenen BerirauenSIeute treffen sich heute, Mittwoch, morgen« st.10 Uhr, wi.dcr bei Henning zwecks wichtiger Besprechung.— Die Vertrauensleute anderer Buchdruckereien find ebenfalls willkommen. Znöustrie und hanöel. Deutschlands Handel mit Dänemark. Einer Kopenhagen«: Meldung zufolge, ist die dänische Ausfuhr nach'Deutschland vollkommen eiuge» stell t worden infolge des Verbots der Entente, auS Deutsch- land Gold auszuführen. Dänemark soll gegenwärtig große Gut- haben in Deutschland besitzen und verlangt Sicherheiten für diese Gut hacken, bevor die Ausfuhr wieder aufgenommen wird. Die für Deutschland bestimmten Lebensmittel, Butter, Eier und Vieh werden jetzt nach Schweden und Norwegen geschickt. Verhandlungen zur Wieder» aufnähme der Ausfuhr nach Deutschland sind im Gange. Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosen zisfern gehen in letzter Zeit merk- lich zurück. Selbst bei den weiblichen Arbeitskräften ist ein Rückgang der Beschäftigungslosen zu verzeichnen. Die Besserung ist besonders im Baugewerbe fühlbar, wo die günstige Witterung der letzten Tage die Aufnahm« der Arbeiten ermöglicht hat.(Die Nachfrage nach Maurernund Z immer leuten konnte nicht voll beftiedigt werden, während in den übrigen Be- rufen dieses Ge>oerl>ezweigeS ein Ileberangebot von Arbeitskräften besteht. Es fehlt noch immer an Schuhmachern und Schnei- dern, ebenso an Schweinern und Stellmachern. In allen übrigen Berufen ist die Lage wenig verändert. So werden w der Land- Wirtschaft noch viele Kräfte benötigt, doch treten der Einstellung von Arbeitskräften noch dadurch Schwierigkeiten entgegen, daß in der Lohnfrage keine Einigung erzielt werden kann oder daß die Wohnungsfrage noch immer nicht gelöst ist. Mit Notstands- arbeite» versucht man auch weiter einen Teil der Erwerbslosen insbesondere auf dem Lande zu beschäftigen. Eine leichte Besserung ist auf dem Arbeit? markt der kauf- männischen Angestellten zu beobachten, doch sind es hier wieder die weiblichen Arbeitskräfte, die noch immer nicht genügend Beschäftigung finden köimen. Beiden gelernten Berufen (Näherinnen. Modistinnen. HauS- und Kückmnpersona!) und in der Landwirtschast ist die Zahl der offenen Stellen für Frauen ge- stiegen.__ «ciontwortlich kör Politik»rtne gickltt. eh-rlottttbu-g. für den Übrigen Teil des Blottcß; Alfred Ach-lj, Sieutölln: für Anzetg-n: Theodoe Glocke, Berlin. Verlag: BorwärtS-Vcrlog«. rn. d. H., Berlin. Druck:«orwärw-Buchdruckttel»nd LerlagScmttaU Paul Singer u. To. in Berlin, Lindenlttabo L. _ Hier»» 1 Beiwge. A. Wertheim H. Vcnand- Abteilung BERLIN W 66 Leipziger Straße Musikalien Musil-Albums lieber wand.............. IN. 2.50 Ztwle Neihe. 22 hebebie«nd dmiftart Docteag�- tttlckr In bcqueuiee epiplatt zi> jotl Bänder., beeauPticgeb-ii von Kappet(tlaaf. Mnttl• Jtingcl' Dieipe, 100 Kinder.«»»«pwUeder (Sr Maviee, tnii lert V. Bn-g, JloIetuBnoiptli, 26 leicht« Zoufiick« Z« farbigem llwlchiag. epern erns|/IL Sine Sammlung von je 54 de. liebten DPcmmeloPipn mit nnieregtem Seit ju- lamm enge, ieili und gan,'eicht(ohne ONaven- ipaunung bearbeitet von£. SKocmfred. Saozkränzchea. 46 believie Tänze, zofammeng-tlev und gan, leicht(ohne Okiavensiauming) bearbeitet von Leitir. Monusred. 56 Seiten. Tiroler Piever-Album. 50 Tiroler Solletoelfen mit vollsiänd gem Text und leichter Biavle: begleitung, gefeht von Karl ttoweAl Ion. 51 Seiten, in au?- fallendem, iarbigem Umschlag. Att-Seidelberg. lveulschland« nach Dort uud lor wet'e au« n aa ZZergangenhetl u Segenwart Btosch. M.>1.0 v MfilÄsches Alletlel. x.S'K ck!r>zelaukgadc der Uli oeesa! Lirltrtl.el zu 25?f....... l'oti JH. 5.— für viz pf. Schlager-Potp. wn Jean Gildett �MS Jeder singt" MlMia.Sammlugg 2.00 ...—»»..«MchOU«A tllkt Album Aosgiwählie Tifzi-Tr-nl- firiv'ior!?» öder Schab-rdlürdPr(ö: Klavier z» zwei Sändau. Jlendalchaha> lleder. TlenPelchrho'Onettp. Aicharb Wagner, Blavtpp-AchlMi mit ß'etfegtein Xtf(TazaraO. B charb W-gntt,«ps<»«-«lbom.«u«g-be«r hohe Siimmo. ovchard Aagnpr,«.-saug Album.«uPgabe für tiefe Stimme. Schab««. AiSam. 42 auPgevähste TIeder(ßf «es-»g und piouofortebegiei iwg. vchnwaan.ßilbnm. 37 an« ewäh te Drber und Sa.-den fflt Sesaag»ad piaaofort bcgiiiwng. Lärme StllKi«. 20 anP.-.tlPäüih /lieber mW Sal- ladea lir Äe'atig Mb AtanofoelrdeglrUmi». abopiU'AIbam. SlnPgewSblie pvionckfeu. Walzre, Jtvtlm»»«, Mazark-P usw. «alon-Al»"». 25 auPgeioähße beliebte Salon« stück« fite planofor.e, zweibändig. San,.«»um. 3?-uPgeväblle nd beliebte Tänze für pianofortc, zweihändig. Jn Wo d und»lur. Die beNediestrn Voll«- und WandetNcder fite piaaoforle, zweihändig, mit voll- ständig n leiten. Qsst. perlen, 2 Lä de,'n Ha iend die b elanniesten «lav erwerle von Zr. Q zl. Ds,(.Wieder. Vidum. 15 aupgewähste Deder(är «dt sang mit Klavlerbezlet.uug. Zntiqmrische Roten KV-.--«...-- 20, 30, 40. so, so 1* rirttr von Stieg,«lra-ß, Herrmaao. Ht-Mperdinck, Dtahm� lsteg«� Sohu� Meytr-HUmiiad«ch-rwr-la, psttznee, Wölk Dvov«l, SchlllingP tstw.«l'h .Usw. Soeben brosA. ersdHenen/ J-an-Gi!Sett-AlSum. SÄ der bekediesdm Possen- und Lperesten--» AA JHelvdien................ JH. w.uü DaPselb« in elegantem Dsttienbartd.. JH. 5-00 Musikalische hausbibliochek herouPgegeben von Zioberi RIaaß.->« »wechändig. gederDand stast W. l.50 nur ckO" jstarjch Bib 25 Mär«- u.-. Qncke. Man, Ttbnb edt. pnnz.'H.Zan, Mim». 22 deiiebte Tänze vom � om-est bis zum Tango Zuz-rdlust. 35 JHelotim, ustrulrve Vari- ei stücke in leicht'r Spielart. ®»«(ov ich flogen? 2» au-gew.»rwaa� e er. S-ie tag-Näng-. Aüeriei Z.oriragPstück» Mr Rirchtn und Famii, n'este. Lst-ta, Pstngsten. Gebur«tag T u e, Ro st.tnaiioa, Sochzei utw n Kauiast«. u. SwnSlt-stone i übe« beliebt, illeoer, u.». Sei g-grüSl du wem schäne» EorreM. Liste Ubach. Alb um Sin, Sammlung der dellcblesteo -Helodum,». Soffm nnP Srzah'unaen. »er tanzt w«? 2» belebte Tänze iwchti. '�anl>,>�ttett/ �0�'' Taschen- u. Muschel- Man dtzsinen, Giiarren u. Lauien- Büß Louten u.-Gttarren, Mund Wieder erschienen! ✓ Für Xoufc £aulenfanpun|�lana 25 lustige T�der�stir�andervSgel. Pfadstadtr und frstbiiä.e Zlauiengesellen enchäit u. a von Bu«. Prepbcr„Die- nn Heute Qmipc" ufw......... WI. l.fiU Harmonikas, Trommeln Trag- und Zierbänder, in verschiedenen Preislagen. Fast sämtliche Zubehörteile für Instrumente. Leckerli, modernes Tanz-Album Für Freunde der RUfil! Zür Freunde der Mufil II Soeben erschienene Für-taute für Dio lne, ziöl« oder l>.andol t>,, intpäll n.«.: DoikstümlichpS OpttN-Album Volkstümliche« Mavi.r.Aiblim KlstK Mnkl» 1 ,,? Ak» Unter den Drücken von Varls(Wir sind von tlä'mi- entbcktt v. a. Sannen, ZSaflüre,-(obengr.a, Flieg. i» Tanzmusik, 2. swdevt 5. Dollck'tedsr, ch/bvUfHch schem Mut, �ow du bat' von Gillei, Vatse voston Hockmde?, Tlgaro, Hossmann» Erzählungen, Frei- 4. Ku.nfiNed«?, S. klassische LNavler.-nusik Gne G lMmiong modern» Kabarett- r.1*!?:. �.t>".* K 3.30 1.25 � 2.25*****-25 � 2.25-------- s» "15 verschtedene Musikalben, Sawn- Stücke, Märsche, Toni«, Sovosen, Ebad«n,-ved-r, zusammen 2.T5 von Benehkd(Wt-ner Walter!. TaPZtp, Ittesson. charrp Waiden. Zleonard,»icklaP-, Aw Rempner. Bob.«wlz, iedtr Daod JJL 4,33 \