Nr.184. 36.3«lrrs. -vezusSVretSi Stcrt-lMrl. USO XL mon-M.2« Ml. treituS Haut. aorauZ zahlbar.. Einzeln« Numorern 10 ljjenmg. Pollbezug: Mrmallich UW Ml. ejß. ZuitellungS- gebühr. ttniet-treu, band rür Deutschland u. vellerrerch- Ungarn\TB Ml, filr bat übrige SuSland S.7S Ml. bei täglich einnialigel.�uliellung 7. TS Ml. Boitbeuellungen nehmen in Däne- marl. Holland Luremdurg. Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Soft-scmmot-Pcet tlifte. Dcr.CotmtatS" ericheint wochentSglich zweimal. Sonnlag- einmal. Selegramm-Sdresse: «kozialdemokrat Berlin'. Morgen-Ausgabe. � 4 Nerlinev VolKsblstt. (ivpkBNNis) AuzeigetivrelS: Die aSlgcidaltene Slondareillezelle loilel 1,20 Ml..kleine'Anzeigen-, daS rettocdruQe ZZo« SV Psg. lzuläfsig 2 fettgedrurlie Soaej, ,edeS weitere LZori IS Lsg. Stellengesuche und Schlafslellenanzeigen dat erile ZSea t 40 Psg.,|cte» weitere Wort 20 Psa Worte über 16 Buchstaben zählen sür zwei Worte. TeucrungSzuschlag M»/» Familien-Anzeigen. volitische und pewerNchastliche Vereint- ilnzeigen t.M Ml. die Zeile. Anzeigen Mr die nächste tiummer müssen Kit ä Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin KW. Sit llindenstratze 3. abaegcbei: werden. Geöffnet oon 9 Uhr srüh bis S Uhr abend-, Zentralorgan der fozialdcmohrati feben Partei Dcutfchlands. Reüakttoa und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. .veruivrecher- Amt MorwvUuz. Str. l.S»S0—»S>S7. Donnerstag, den 10. April 1V10. Vonvärts-Verlag G.m.b. h., SW. 68, Lwdenstr.Z. Fernsprecher: Amt Morit-plal-. Nr. U7 SI— 5-t. ömkbwung in Bauern? würzburg vom Spartakiftenterror befreit. Hagemeister und Sauber verhaftet. . Wurzburg, g. April.(Eigener Drahtbericht d.„Vorwärts".) Am Dienstag, de» 8. April, haben die Korpssoldatenräte des 2. Bayerischen Armeekorps einmütig sich für die Regierung ausgesprochen, und die am Montag von einer Ueineu Gruppe Kommunisten ausgesprochene Räierepublik a b g e- lehnt. In der Nacht zum Mittwoch wurde von den Kommunisten wieder ein Putsch iu Würzburg unternommen. Es wurden die Stütze» der Zivil- und Militärbehörden als Geiseln vcr- haftet, darunter auch der zweite Bürgermeister, auch Leute aus der Bürgerschaft und Parteigeuoffen. Die Verhafteten wurden in der Residenz untergebracht. Der erste Bürgermeister Grieser, der der Berhaftung entgangen war, bemühte sich heute früh um die Be- freiung der Geiseln beim Bollzugsausschuß, jedoch vergeblich. AuS München waren die Mitglieder des Zentralrats Hagemeister und Sauber in Würzburg crscksicneu. Auf das Treiben dieser Leute war der Putsch zurückzuführen. Diese Beiden» Sauber und Hagemeister, wurden in der Artillerie-Kasernc betroffen, als sie die Regierungstruppen aufhetzen wollten. Sie wurden beide in der Käsern csclb st verhaftet und sitzen noch in Hast. Nachdem alle Bemühungen, dem Terror durch gütliche Ver- Handlungen ein Ende zu machen, gescheitert waren, mußte mit be- waffnetrr Macht eingeschritten«erden. Tie Artillerie be- schoß die Residenz in Würzburg. Schon nach dem ersten Schuß er. gaben sich die Rädelsführer der Kommunisten, sie hisstcn die w e i ß c Fahne. Sic sind sämtlich ver- haftet, die Geiseln sind befreit. Ter Bahnhos Würzburg war uon kommunistischen Matrosen besetzt, cr wurde vonJnfantrrie g e st ü r m f. Auch die Festung Marienburg, auf der sich das Artillrrir-Depot befindet, war von Spartakisten besetzt und wurde ebenfalls beschossen, bis sich die Verteidiger ergaben. Es gab bei den Gefechten im ganzen 4 Tote und eine größere Anzahl von Ver- lrtzten, zwei Tote auf feiten der Regicrungstruppc». Unter de» ge- tptctcn Spartakisten befindet sich der Sohn des Würzburger Pro- sesiors S e i f f e r t, unter den in der Residenz verhaftete» Sparta- tistr« ist der Sohn des verstorbenen Oberbürgermeisters Ringel- mann. Die Stadtverwaltung von Würzburg hat beschlossen, die auf der Rogierungöseite Gefallenen auf Stadtkosten zu beerdigen und die Versorgung der Hiutcrbliebcnrn zu übernchmcu. Nürnberg, 0. April. Ter gestrige Tcilstrcik ist zu Ende. In allen Betrieben wird gearbeitet. Ansbach, 9. April. In Würzburg hat ein Bürger- und Beamten aus stand gegen die Räterepublik begonnen. Infolgedessen ist heute mittag der Eisenbahnverkehr Würzburg— Ansbach— Günzenhausen— Trcuchtlingen eingestellt. Wie verlautet, beabsichiigen die Eisenbahner die Einstellung des Verkehrs weiter auszudehnen, solange, bis in München ein Umschwung einge- treten ist.___ Ruhe in München. Sozialifierung der Banken. Aus München wird den»P. P. R.* am 9. gedrahtet: Hier herrscht im Augenblick vollkommene Ruhe. ES ist keine zu- samme u gefaßte Opposition gegen die neue Regierung vorhanden. Ein Bürgerstreik findet nicht statt. Die Garnison steht hinter der neuen Regierung.» Die Sozialisierung der Bankcu wird durchgeführt- Sie dürfe» aus jcdeö Konto pro Tag nur 100 M. auszahlen. Die Landbevölkerung scheint fich gegen die neue Regierung zu stellen. Die Geichäftr waren gestern nachmittag geschlossen, sind jedoch heute wieder offen. Zu irgendwelchen schweren Ausschreitungen ist es nicht gekommen. München. 8. April. Der provisorische revolutionäre Zentralrat hat alle örtlichen Arbeiterräte aufgefordert, durch Delegierte die Hotels und Gast Häuser in bezug auf LebmSmittelvorräle. Mahlzeilen und Zimmcrpreile zu konirolliercu, und eventuelle Vorräte, welche den normalen Gebrauch übersteigen, zu be- schlag n ah uien und den kleinen Gasthöfen, in denen vorwiegend Arbeiter verlehren, zuzuwenden. Beschlagnahme und Rationierung der Wohnräume. München, 9. April. Eine Verordnung des provisorischen revo- lutionären Zentralratö über die Beschlagnahme und Ratio- nierung der Wohnräume besagt u. a.: Wählend der Wohnungsnor werden sämtliche Wohnräume in Bayern beschlag- nahmt. Zur Verminderung der Wohnungsnot wird für jeden Einzelbaushalt grundsätzlich nur ein Zimmer nebst Küche, für jede Familie eine Mmdestzahl von Schlasräumen nebst einem Wohnraum freigegeben. Für die ihm zugewiesenen' Räume erhält jeder eine Wohnungskarte. Kriegsteilnehmer und Kriegs- beschädigte find zu bevorzugen. Die Einigung über den MietSpreiS kann durch die Beteiligten erfolgen. Kommt eine Einigung nicht zustande, setzt die Gemeinde einen angemessenen MietSpreiS fest. Auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen findet die Verordnung voreist keine Anwendung. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 190999 Mark xdcr mit Gefängnis bis zu 1'Jahr geahndet. Generalftreik in Sraunfchweig. Braunschweig, 9. April. Auf Beschluß des Aktionsausschusses, der BetriedsauSschüssc nnd der BcrirauenSmänncr der Arbeiter ist heute vormittag die revolutionäre Arbeiterschaft BraunschwcigS in den politischen Generalstreik eingetreten. Es gelte den Kampf gegen den Kapitalismus und den Militarismus und sür die Rettung"der Revolution. Sämiliche öffentliche Lokale bis auf die LebkiiSmittelgeschüfte sind geschlossen zu halten. Nach 8 Uhr abends darf niemand mehr ohne Ausweis des revolutionären Aktionsauö- schusseS auf der Straße sein, ausgenommen Aerzte usw. Bor den Banteii sind Bolkswchrposteu ausgestellt. Auch der Eisenbahnverkehr ist vollkommru siillgrlegt. Rache für öie Befreiung Lanüsbergs. Die Braunschtveiger Volkswehr besetzt Helmstedt. Helmstedt, 9. April. Eine Abteilung der Vraunschweiger VolkSwchr hat gestern, wie das„Helmstedter KreiSblalt" berichtet,. die öffentlichen G e b ä u d c in Helmstedt besetzt. Im NatbaUS lagern Maschinengewehre. Telephongespräche und Telegramme werden kontrolliert. Der an der Befreiung des Ministers LandSbcrg besonders beteiligt gewesene Polizeibeamte Bremer war einige Zeit festgenommen, wurde aber wieder frei- gegeben. Zwei Boliskommissare auS Braunschweig sind gestern zu Verhandlungen in Helmstedt eingetroffen. Der Bürger ni c i st e r ist vorläufig vom.Sl in t s u S p e n d i e r t worden. Streikabbruch in Magüeburg? Krüger Polizeipräsident. Magdeburg, 9. April. Grueralmajor Maerkcr hat den GcwerkschastSsekrctär Krüger zum Polizeipräsidenten cruaunt und die Auslösung des WachtregimentS versügl, dessen Mannschaften an den letzten Plünderungen stark beteiligt waren. Auch die Bürger wehr wird ausgelöst und dafür eine Einwohnerwehr auS der Be völlerung gebildet. Eine Versammlung der Streikenden hat heute nachmittag be schlösse», den Streik abzubrechen und die Arbeit morgen früh auszuiiebliien. Im Laufe des Tage wurden zahlreiche Personen verhaftet, darunter viele Matrosen. Die Ankunft üer Lebensmittel. Weitere«ovo Tonnen Fett in Hamburg. Hamburg, 9. April. 8999 Tonnen Speck und Schmalz sind mit dem amerikanischen Dampfer Samarinda, dem sechsten hier angekommenen Lebentzmittelschiff, im hiesigen Hafen eingetroffen.__ Ausschreitungen in Hamburg. Hamburg, 9. April. Heute vormittag um 11 Uhr ist eine größere Menge in die Betriebsräume der früheren kommunistischen „Arbeiterzeitung", in denen jetzt das„ IL-Uhr- Mittagsblatt" gedruckt wird, eingedrungen und hat die Druckplatten der heutigen Auflage v e r n i ch t e t, weil Chefredakteur Abter in dem„MittagSblatt" vor mehreren Tagen einen angeblich un- wahren Artikel gegen die Spartalistei, gebracht haben soll. Zreier Zugang zum Meere für alle Staaten. Haag, 9. April.(H. N.) AuS Paris wird gemeldet: Der Rat' der Bier hat am 8. April im Kriegsministcrium eine Be- ratung abgehalten. Mittags wurde P a d e r e w ö k i über die pol- nijchcn Ansprüche gehört. Auch die andere Kommission für polnische Ang-lcgcnheitc» halte eine Beratung, iu der die alliierte Kommission die Pole» ersuchte, ihren Bericht zu erstatten. Die Kommission für internatiouale Regelung der Häfen, Wasserwege und Eisenbahnen hat ihren Bericht fertiggestellt und der FriedenSlonstrenz unter- breitrt. Im Zusammenhang mit de» Berbindungswrgru noch den Ländern des Bierverbandes sind dem Bericht neue Punkte hinzugefügt worden und zwar sollen die»cugcbildctc» Staaten iu Zrntralruropa freien Zugang zum Meere und freie Durchfuhr sür den Haiidel durch Teutschland und Tcutschösterreich haben._ Wiederaufnahme üer Beziehungen mit den Mittelmächten. Genf» 9. April.(Meldung der Telegraphen-Kompagnic.) Wie aus Paris berichtet wird, werden»ach Unterzeichnung des Prä- liminarfriedens die Bezieh uugenderAlliierten nicht nur mit Teutschland, sondern mit allen Angehörigen des Konzerns der Mittel in achte wieder aufgenommen werden. Das Recht zum Streik. Bon Willch Steinkopf. Anläßlich de» angekündigten EisenbahnerstreikS geht fetzt eine amtliche WTB-Notiz durch die Presse, nach der die Regierung mit den großen Beamtcnverbänden dahin über- einstimme, daß der festen Anstellung der Beamten und der staatlichen(ssarantic ihrer besonderen Rechte ihre Gebundenheit an den Tieniwertrag, den sie nicht einseitig lösen tönncn, entspreche. Daß ferner auch das Koalitionsrecht keinen Kontraktbruch rechtfertigen könne, und das j c d e n i ch t g c n e h m igte Ttenstoerweigerung sich als ein Ticnstvergehen darstelle, das die gesetzlichen Folgen nach sich zieht. So verkündet von der Preußischen Regierung, nachdenr sie erst vor wenigen Tagen die Sicherung der vollen staatS- bürgerlichen Rechte den Beamten zugestanden hat. Wenn sich die in der Kilndgebung vertretene Auffassung wirklich durchsetzen sollte, wäre für die Beamten der frühere Zustand der Entrechtung nicht nur wieder hergestellt, nein, sie ständen noch schlechter da als früher. Ten» wohl verstanden, nur die nicht genehmigte Dienstverweigerung ist strafbar. Daraus erhellt, daß sich die Regierung vorbe- hält, von dem Beamtenstreik Gebrauch zu machen,>ocnn er ihr in den Kram paßt. Aus diese Weise würde die Regie- rung die Macht erlangen, die Beaintcnschaft jederzeit als willenloses Werkzeug nach Belieben gegen andere Volks- schichten auszuspielen. Die unseligen zum Teil noch be- stehenden Gegensätze zwischen den Beamten und den werktätigen Volkskreisen, an deren Beseitigung mft aller Macht gearbeitet wird, würdest hierdurch wieder zur alten Größe emporwachsen, ja sie würden eine bisher nicht gekannte l iKchärse annehmen. Dieser Zustand wäre unerträglich und unhaltbar. En! weder die Beamten sind gleichberechtigte Staatsbürger und haben als solche auch das ihnen tausendmal versprochene und bereits geknährte und angewandte Streikrecht oder sie baden es nicht und kehren enttäuscht mit dein Gefühl, zu den Wahlen mißbraucht worden zu sein, in ihre frühere Stellung als Staatsbürger zweiten Ranges zurück. Etwas anderes gibt es nicht, folglich auch keinen Streik auf Befehl oder mit Ge- nchmigung der RHierung.- Man komme doch nicht und sage: Beamtenstreik sei K o n- traktbruch. Dies ist er ebenso wenig wie jeder Arbeiter- oder Bürgerstreik. Streik ist Arbestseinstellnng der Massen. Hierfür gibt es noch kein geschriebenes aber dafür ein un geschriebenes und allgemein anerkanntes Gesetz. Nämlich das Gesetz der Selbsthilfe und diese beruht auf den allge- meinen Menschenrechten. Und will man diese, kaum gegeben, den Beamten wieder nehmen? Die feste Anstellung? Nun, sie ist teuer genug erkauft. Sie bildet zusammen mit dem Anspruch auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenfürsorgc einen Teil des Gehalts der Beamten. Anders müßte der Staat seine Angestellten viel höher entlohnen. Und haben andere Angestellte nicht auch ähnliche Ansprüche? Die feste Anstellung liegt übrigens auch im Interesse des Staates selbst. Er fesselt dadurch die guten Kräfte für geringes Entgelt an sich, die ihm anders ver- loren gehen würden. Schließlich unterwirft sich der Beamte noch einer Reihe Extra-Strasbestimmungen(Disziplinarbc- stimmungen) und gibt damit einen erheblichen Teil seiner persönlichen Freilwit ans. Auch wird cr im Falle eines Kon- flikts mit dem Strafgesetzbuch viel härter als andere Staats- bürgcr bestraft. So sehen in Wirklichkeit die besonderen Rechte der Bc- amten aus. Wenn jetzt die Vorstände der großen Beamten. verbände mit der neuerdings gefaßten Meinung der Regie- rung übereinstimmen, so sind sie hierzu von den Mitgliedern der Verbände sicher nicht legitimiert und vertreten nur ihre persönliche Ansicht. Es sei daran erinnert, daß nach der Novemitzerumwäl- znng den Vertretern der großen Beaintcnvereine das Streik recht von den Volksbcauftragton ohne weitere» ausdrücklich zugestanden worden ist. Es inuß zum min- desten verlangt werden, daß über eine so schwerwiegende Entscheidung eine Abstimmung aus ordentlichen Vertreter- tagen der einzelnen Verbände herbeigeführt wird. Glaubt dann die Beaintenschaft auf ein Recht, um dessen Erlangung sie Jahrzehnte lang gekämpft hat, freiwillig verzichten zu können, so mag es fein. Dann wird sich die Minderheit fügen müssen. Aber ohne Befragung der Mitglieder stellt die jetzige Stellungnahme der Vorstände einen Uebergriff dar, der nicht unwidersprochen bleiben darf. Denn Tan- fende und Abertausende von Beamten denken ja nicht daran, auf daS Streikrecht zu verzichten, ebenso wenig wie sie sich zu einem Streik kommandieren lassen würden, 'aroTTTommen zuflimmen kann man Ser WTB- Notiz, wenn sie sagt, daß ein Streik der Eisenbahnbeamten zurjetzigen Zeit ein Verbrechen am ganzen Volke sein wurde. Es grenzt an Erpressung, wenn eine einzelne Gruppe von Be- amten die schwierige Lage der Regierung benutzen wollte, sich eigennützige Vorteile zu verschaffen mit der Drohung, im Falle der Nichtgewährung ihr das Messer zwischen die Nippen zu jagen. Wenn die Beamtenwürde, auf der sich ja viele Beamte etwas zugute halten, je irgendwo angebracht war, so ist sie es hier. Ter angedrohte Streik ist tatsächlich .unter aller Würde. Und schließlich bedenken die Beteiligten nicht, daß sie dem ganzen Stande einen ganz außerordent- lichsn Schaden zufügen, denn während sie dabei sind, Streiks zu inszenieren und dem Wirtschaftsleben des deutschen Vol- kes in seiner schwersten Stunde den Todesstoß zu versetzen, bemühen sich die als Abgeordnete in den Parlamenten täti- gen Beamten, die Sicherung der Rechte ihrer Berufsgenossen durchzusetzen. Natürlich wird das elende Treiben jener Besessenen diesen Bemühungen nicht zum Vov teil gereichen. Die Unzufriedenen, die wohl mehr als Verführte zu he- zeichnen sind, müssen deshalb zur Besinnung gebracht werden. Geschehen muß dies durch vernünftige Verhandlungen und gütliche Vorstellungen. Gelingt dies nicht, dann mögen die Unbelehrbaren die Verantwortung und die Folgen ihrer Handlungsweise tragen. Dann mögen sie, abgesondert von der Beamtenschaft, mit der sie wegen ihrer Pflichtvergessen- heit nichts mehr gemein haben, als Kontraktbrüchige mit aller Schärfe behandelt werden. Den Streik aber dadurch verhindern zu suchen, indem die Führer aus eigener Machtvollkommenheit das Streikrecht der Beamten preisgeben, geht keinesfalls an. Nachschrift der Redaktion. Auch wir sind mit Genossen Steinkopf der Ansicht, daß zwar einerseits ein Eisenbahnerstreik ein Verbrechen am Volk wäre, daß aber andererseits aus der Beamtenqualität ein Verzicht auf das Streikrecht nicht hergeleitet werden kann. Doch mit dieser Auseinandersetzung ist die Grundfrage noch nicht berührt. Der Streik ist in der freien Wirtschaft ein Mittel. den Lohn auf Kosten des ausbeuterischen Kapitalsprofit zu erhöhen, er ist das letzte Notwehrmittel einer Klasse, die beim Staat keinen Schutz findet und ganz aus sich selbst ge- stellt ist. In dem Maße, in dem das Profitinteresse zurück- tritt und andere Wege zur Besserung ihrer Lage sich den Arbeitern eröffnen, verschiebt sich auch das ganze Streik- Problem. Der Sozialismus proklamiert die allgemeine Arbeitspflicht und kann nicht gestatten, daß einzelne Gnchpen der Volksgenossen selber einseitig die Bedingungen diktieren, unter denen sie diese Pflicht erfüllen wollen. An die Stelle der gewerkschaftlichen Streiksoldarität, die ein Kampsmittel gegen den Kapitalismus ist, tritt, die sozia- listische Arbeits solidarität, die Aufsorderuna zur Arbeitsverweigerung wird zu einer'antisozialen, verbreche- rischen Handlung, Schon heute, wo wir vom reinen Sozialis- mus noch lveit entfernt sind, aber überall schon soziallstische Elemente in die Wirtschaft eindringen sehen, hat der Streik im öffentlichen Bewußtsein eine weitgehende Ettveitenmg erfahren. Man billigt Streiks, die sich, ohne die Allgemein-. heit an schädigen, gegen den Kapitalistenprofit richten, v e r- »rte ilt aber Streiks, die mehr gegen das Wohl des Ganzen als gegen die ökonomischen Privilegien einer Herr» sehenden Klasse gerichtet sind. Dieser Wandel der Anschauungen, der sich desto rascher vollzieht, je mehr wir uns sozialistischen Wirtschaftsformen nähern, wird schließlich auch im geschriebenen Recht seinen Ausdruck finden._ Terror gegen öreslauer Arbeitswillige. Breslau, 9. April. Entsprechend dem Ergedni» der gestrigen Abstimmung wollten heute früh Hunderte von Arbeitern der Linke-Hosmannwerke die Arbeit aufnehmen, san- den aber die Fabriktore von vielen Streikposten besetzt, welch« den Arbeitswilligen mit Gewalt drohten; infolgedessen ruht der Betrieb. Der Streit im Ruhrrevier. Ausschrcittrngen in Döffeldorf. D» s s e l d» r s, S. April. I« Laufe des Vormittags ist eS zu ernsten AaSschrcitungen gekommen. An mehreren Stelle» wnrdcn kleine Adtcilungen RegicrungStruppen ans der Straße überfallen und gewaltsam entwaffnet. Auf dem HindendurgwaU unternahmen bewaffnete Zivilisten einen form- lichen Fcuerü berfall aus die Posten der RcgierungStruppcn. Es entwickelte sich eine heftige Schießerei, und ein Zivilist wurde tot vom Platze- getragen. Wie es heißt, sind noch mehr Personen getötet morden. Schließlich blieben die RegierungStruppc» Herren der Lage, doch dauern erregte Ansammlungen auf den Straßen fort Die KriegSküchen mußten geschlossen werden, so daß 400000 Meuschcn ohne Mittagessen bliebe«. Düsseldorf, 9. April. Gestern gab es eine kurze, heftige S ch i e ß e ve i vor dein H o h e n z ö l l e r n g y m n a s i u m, dem Sitz der Negieningstruppen. Der mit Entente- Lebensmittel für Düsseldorf bestimmte Rhein- dampfer durfte auf Anordnung der belgischen Hafen- behörde am Düsseldorfer Hafen nicht anlegen. sondern mußte an der linken Rheinseite ankern, wo daS Schiff solange unter belgischer Bewachung bleibt, chis die Streik- unruhen beigelegt sind. Essen, 9. April. In der heutigen Frühschicht waren lSSSSS Arbeiter ausständig gegen lüüöOl in der gestrigen Früh- schickt. Inder gestrigen Mittags- und Rachti«ich t hat sich die Gesamtzahl de» Streikenden aus 290166 gegen 288692 am vorhergehenden Tage belaufen. ' Nach den bi« jetzt vorliegenden Nackrickten hat fick in der heutigen MittagSschicht die Anzahl der Streitenden um 3000 ver- mehrt. Der Reichsarbeitsminister Bauer ist in Essen eingetroffen. Es fand eine Sitzung des Zechen» verbände« statt, an der Vertreter der Bergarbeiterverbände teilnahmen. Bei Krupp wird heute mehr gearbeitet als gestern letwa Sö Proz.). In der Bevölkerung ereigneten sich gestern kleine Zusammenstöße, wobei eS einige Tote gab. In Bottrop hat sich die Lage gebessert. Es erschienen heute doppelt soviel Leute zur Arbeit wie gestern. Dagegen streiken in Oberhausen jetzt fast alle Industrie- arveiter dcS BergbougsbieteS._ Der Sergarbeiterstreik in Sachsen. Weitere Ausdehnung. Zwickau, 9. April. Der Bergarbeiterstreik hat heute auf das Zwickauer Revier übergegriffen. Abordnungen der Streikenden gehen von Werl zu Werk und fordern die Bergleute auf, die Arbeit niederzulegen. Der Streik der Metall- und Hütten- industrie hält an. Die Sozialdemokratische Partei. daS Gewerkschaftskartell und der Arbeiterrat weisen tn einem Ausruf darauf hin, daß jeder Streik die schnelle Herbeiführung von Lebensmitteln verzöger. Die Arbeitersckast wird aufgefordert, ihre Lage durch völlig zweck- lose ArSeitseinstellung nicht selöst zu verschlechtern. Die auswärtige Politik auf öem Räte- kongreß. Konkinentalpolitik oder Politik der freie« Hand? Auf dem Rätekongreß hat gestem Genosse Cohen- Reuß einen interessanten Ausflug auf das Gebiet der auswärtigen Politik gemacht, indem er die Idee eines europäischen Kon- tinentalbundeS zum Schutz gegen die angloamorika- nische Welt entwickelte. Es ist kaum notwendig zu sagen, daß Genosse Cohen-Reuß in diesem Fall keine programmatischen Anschauungen des Zentralrats oder der sozialdemokratischen Partei, sondern nur seine eigenen Anschauungen vertreteil hat. Die sozialdemokratische Partei als Ganzes hat bisher keinerlei Neigung gezeigt, siir diese sogenannte Kontinentalpolittk einzutreten und sie hat wohl gut daran getan. Die Cohensche Politik geht von zwei unbewiesenen Vor- aussetzungen aus, nämlich daß zwischen Deutschland und der cmgloamerikanischen Welt ein unüberwindbarer Gegensatz be- steht und daß zweitens der alte Gegensatz zwischen Deutschen cinseits. Slawen und Franzosen andererseits überwindbar ist. Das zweite wollen wir hoffen und wir wollen dafür im sozialistischen! Geiste arbeiten, aber nicht etwa deshalb, weil wir das erste für ein unentrinnbares Schicksal halten. Wir halten vielmehr ein gutes Verhältnis zu England oderzu Amerika oder zu beiden für erreichbar und für mindestens ebenso wertvoll wie eine gute Nackbarschast zu Lande. Auf eine sogenannte Kontinentalpolitik können wir uns auch schon deshalb nicht versteifen, weil wir gar nicht wissen. waS Frankreich und Rußland morgen sein werden. Wir können es auch deshalb nicht, weil wir eine freie Gesellschaft der Völker wollen und nicht ein Gleichgewicht zweier durch Bündnisse aneinander ge- ketteter Mächtegruppen. Ist aber jenes letzte Ziel nicht erreichbar, so wollen wir nicht einer vorgefaßten Meinung zuliebe an geschlossene Türen rennen und offene zuschlagen. Tie Sympathie des deutschen Volkes. ein nicht zu unterschätzendes ZukunstSgut. wird dasjenige Volk zuerst gewinnen, das die geringste Neigung zeigt, aus unserem gegenwärtigen Unglück Kapital zu schlagen und das ein weitherziges Verständnis dafür bezeigt,' daß Deutschlands friedlicher Wiederausstieg ein Gewinn für die ganze Welt ist. In diesem Sinne lassen wir uns von keiner kontinental- politischen Theorie binden, sondern bleiben nach allen Sellen hin freit_ Der erste Streik öer Landwirte. Ausstand gegen den Vichauftrieb. Daruistadt, 9. April. In der hessischen Volkskammer teilte heule Ministerpräsident Ulrich mit. doß die Landwirts im Kreise BenSheim in den Ausstand getreten seien, und daß gestern zu dem angeietzlen Viehauftrieb nicht ein einziges Stück angetrieben worden sei. Die Stimmung, die dadurch in der Bevölkerung erzeugt worden sei, sei geradezu gefährlich. In Arbeuerkreisen herrsche große Erregung gegen die Landwirte und eS seien Gewaltmaßregeln zu befürchten. D«e Folgen könne niemand übersehen. Angeblich soll sich der Streik gegen den Liehhandelsverband richten. Eine Kriegsbesthäüigten-Demonstration? Vom Reichs bund der Kriegsbeschädigte», Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbiiebenen wird uns geschrieben: Das Gerücht, daß radikale Element« die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen veranlassen wollen, einen Demonstrations- zug vorzubereiten, der zur Reichskanzlei gehen und dort erhöht« Bezüge für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen for- dern soll, hat den ReichSwehrmimster veranlaßt, einen Erlaß her- auszugeben, in welchem auf die Gefahren eines solchen Unter- nchmenS aufmerksam gemacht und die größte Energie gegen diese Absicht in Aussicht gestellt wird. Der Reichsbund der KricgSbc- schädigien, Kriegsteilnehmer und Kricgerhinterbliebenen steht denerwähntenBersuchenzwarfern, hält«8 jedoch für seine Pflicht, n» der Oefsentlichkeit mit aller gebotenen Schärfe zu betonen, daß die Regierung nicht alles getan hat, um den Bor- wand für solche Demonstrationen zn nehmen. Die Ende Dezember 1918 bei der Demonstration des Reichsbundes bewilligten Teue- rungSzuschläge.und Erweiterungen der VerstümmelungSzulage find bis heute zum größten Teile noch nicht zur Auszahlung gelangt, obwohl jetzt genügend Kräfte zur Durchführung der erforderlichen Arbeit bei den Behörden zur Verfügung stehen dürf- ten. Eine berechtigte Erbitterung hat auch die Tatsache erzeugt, daß auf die Teuerungszuschläge vom Dezember 1918 diejenigen vom Juli ISIS angerechnet werden. Von der Inangriffnahme der so dringenden Reform deS MannschastSversorgungSgesctze» und des MilitärhinterbliebenengesetzcS verlautet nichts. Die KriegShinier- blieben«! hat man mit einer einmaligen Zulage im Monat Februar abgespeist, obwohl eine laufende Erhöhung der Bezüge mit Rückficht auf die immer unerträglicher weidende Teuerung eine umungängliche Notwendigkeit ist. Die BersorgungSabtoikung des Kriegsministeriums wurstelt in der ge- wohnten alten Werse weiter. Nach heute warten die Kriegs- Jstternationalität. Von Auguste Hauschner. ES klingt beinahe utopisiisch, heute, wo Stammesbrüder, wo deutscher Mensch und deutscher Mensch einander mit mörderischen Waffen gegenüberstehen, die Erwartung auszusprechen: fremde Völler, die soviel Antoß haben, uns zu hassen, könnten sich wieder zu uns finden, nicht von der Peitsche des Bolschewismus ange- trieben, freiwillig, um uns das verlorene Weltbürgertum zurück- zugeben. Sollte dlese Hoffnung sich erfüllen, wieviel neuen Geist mußte man in alte Formen gießen. Vor Kriegsausbruch hat der Begriff„Jniernationalität" eine Fülle von gesellschaftlichen Vor- ftelluiigen in sich eingeschlossen. Die oberen Hunderttausend aller Lartder waren gewissermaßen eine einzige vergiiügentreibcnde Fa- milie. Im Noro-Svd-Expreh, auf Lloyddampfern, in den Halls der großen Luxustaralvanfereien, überall die gleichen Einrichtungen und Gewohnheiten, überall der gleiche, bis zum Ueberdruß verfolgte Kreislauf eines üppigen, ausgeklügelt eleganten Zeitvertreib». Es ist selbstvcrstmldtich nicht die Wiederkehr dieser Verflachung und Verinengung, was ich unter Jnternationalität verstehe und ersehn«. Ich möchte sie vielmehr auf der Unterlage eines geläuterten, ver- tieften NationalempfindcnS gründen. � Ach, die selige Zeit, in der wir noch begnadet Ivaren, die Schön- beit fremder Länder zu genießen! Pari«— Holland— das Meer - Italien! Ein Rausch ohne Ernüchterung, ein wochenlanger IeieÄag,»n innerliche» Reicherwerdcn! Und doch, wenn man, nach schwerem Abschied, beim Heimweg an der Grenze die ersten deutschen Laute wieder hört«, die deutschen Geyenden wieder sah, mochten sie auch eckiger, dürftiger und härter anmuten, als auf dem Stück Erde, auf dem man so viel Glück erleben durfte... es war die Heimat. Man kam zu ihr zurück wie zu der Mutter. instinktisch, mit einer vorgeburtlichen Bestimmung, sie zu lieben. Diese von Jmponderabilien durchtränkte Treue zur Gemeinsamkeit der Sprache, der Landschaft, der Bild- und Wortkunst, der Musik, das ist meine Vorstellung von Nationalität und Vaterland. Von mir auf Unbekannte schließend, ahne ich, daß auch jenseits unserer Vereinsamung und Abgeschlossenhert Gleichgesinnte mein Bekenntnis teilen. Auf diesem Urgrund wünschte ich das internationale Bündnis wieder aufgebaut zu sehen. Jed-eS Volk, in seiner Eigen- art, mit innerer Stotwendigkeit, nnausreißbar im Muttrrboden wurzelnd, doch ein jede» auch voll Ehrerbietung für die Besonder- heit, die ti vom anderen trennt. Darüber aber, wie die Sterne für uns all« leuchten, ivie die Netherglocke sich über dem ganzen Erdball wölbt, das, was uns alle eint, die Phänomene der Natur. Das Rätsel: Leben, das Wunder: Mensch zu sein. Fünf Jahre � fang haben wir diese EwigkeitSoeschenke inißvräuchlich angewendet, Leben haben wir zerstört. iWenschtum haben wir geschändet. ES täte bitter Not, daß wir insgesamt alle unsere Kräfte daran setzten. Unheil in Segen zu verwandeln. Da»' Menschtum durch Mensch- lichkeit zu obeln. dem Leben mit Andacht zu begegnen. Ein« neue Jnternationalität zu schaffen, von Duldung und Gerechtigkeit erfüllt. Mag sein, der M-enschcngetst in seiner Unzulänglichkeit wird npom/tra dtejeö Ziel erreichen. Und darf doch nie erlahmen- daraus zuzugehen. Um deö Wege- willen, der zu ihm führt. Ein einziger, der Weg der Liebe._ das StahlluMiff Spftem Unger. Bei der unzweifelhaften Bedeutung, die die Luftschiffahrt in friedlicheren Zeiten gewinnen wird, ist auch in der Tagcspresse auf eine Erfindung hinzuweisen, die geeignet scheint, dem Luftverkehr neue Wege zu weisen. Es ist dies das Stahlluftschiff deS Ingenieurs Gustav Unger, Hannover. Der Gedanke einer Luftverbindung zwischen Amerika und dem europäischen Kontinent ist leine Utopie mehr, wenn ein dafür brauch- bareö Fahrzeug geschaffen ist. Keine Brandgefahr darf bei ihm daS Leben der Reisenden bedrohen; völlige Sicherheft auch bei stärkstem Winde muß es gewährleisten; leichte Steuerbarkeft muß es aus» zeichnen. Diesen Anforderungen scheint das neue Luftschiff zu gc- nügen. Das System Unger miterscheidet sich von allen anderen dadurch, daß zu seinem Ausbau Stahl an Stelle von Aluminium Ver- Wendung findet. Dadurch wird die Brandgefahr ungemein ver- mindert, denn an ihr trägt daS Aluminium die Hauptschuld.� Es ist ein Metall, dessen Sau e r sto sfver b i i id u ngc n sich in erdiger Beschaffen- l�it als feines Pulver vom Gerüst des Fahrzeuge« ablösen und in- folge ihrer leichten Saucrstoffabgabe äußerst explosibel sind. Kommt dieser Alummiumstaub mit dem zur Füllung eines Luftschiffes be- nutzten Wasserstoff in Berührung, so ist eine furchtbare Brand- katastrvphe unausbleiblich. Als Hauptmaterial für da? neue Luftschiff kommen Stahl- röhre in Betracht, wodurch sein Eigengewicht gegenüber der Trag- fläche erheblich vermindert und somit die durch daS speziftsch ichwcre Eisen erzeugte Unguträglichleit ausgehoben wird. Durch die Anwendung von Stahl zum Bau des Fahrzeuges verschwindet nicht nur die FeuerSgefahr, sondern auch die Festigkeit deS Luftschiffes gewinnt— durch ein sinnreiches Gcrlpvc unter- stützt— erheblich, so daß seine Widerstandskraft dem stärksten See- stürme zu trotzen vermag. Verglichen mit den heutigen Systemen zeigt das Stahlluftschiff eine diesen völlig unbekannte Steuerbarkeit, denn infolge seiner Festigkeit ist das gleichzeitige Arbeiten gegenüberliegender Propeller m entgegengesetztem Rotationssinne möglich und damit ein Drehen de» Schiffes auf der Stelle, welche BewegunySart kein heutiges Lust- schiff auszuführen vermag. So dürfen wir uns denn mit dem Erfinder der Hoffnung hin- geben, daß da» Stahlluftschiff dazu bestimmt ist, das Problem des Fluges über den Ozean zu lösen, sobald seine Finanzierung ge- ��Abcr auch in sozialer Beziehung trägt daS Unternehmen der- neuen Zeit Rechnung: es soll Arbeitern und Beamten Gewinn- beteiligung gotvähven._ Dr. M. K. Die öilöersibrist öer Suscbmänner. Vom Missionar H. Vedder in Gaub wird in der Zeii'christ des Deutschen Vereins für Buchwesen und Schrifttum ein interessanter Beitrag veröffentlicht, der eine bemerkenswerte Vorstufe der Schrift behandelt. Der Buschmann stellt mit einem harten spitzen Stein durch Anrauhen der Oberfläche aus Felsen Figuren dar, Tiere, Fuß- spuren von Jagdwild,' runde Löcher von der Größe eines Hühner- cieö und fast bei jedem einigermaßen ausgiebigen Fundort auch einen Menschenfuß. Man hat die verschiedensten Erklärungen für diese Zeichnungen gesucht, man hat die Betätigung deS Kunsttriebes oder auch die Anfänge einer Buschmannschule, in der den werdenden Jägern die Fußspuren der Jagdtiere gezeigt werden sollen, darin erblicken wollen. Missionar Vedder teilt demgegenüber die einfache Erklärung der Buschmänner selbst mit. Das ganz« Gebiet ist unter den einzelnen Stämmen und Fa- Milien abgeteilt, und jeder Jagdfrevel oder daS Sammeln von Feld- kost in einem fremden Gebiet wird mit dem Tode bestraft. Durch diese Steinzeickmungen hat man nun eine allen verständliche Schrift geschaffen, die don Fremdling warnt und ihm anzeigt, daß das Gc- biet bereits im Besitz einer Familie ist» Die Tierdarstelluugen bedeuten, daß dieses Wild besonders gejagt wird. Fußspuren des Wildes zeigen an, welches Wild außerdem noch für die Besitzer des Ortes von Wert ist. Glückliche Jäger fertigen nach guter Jagd eine neue Spur an. so daß oft an einer Stelle unzählige Spuren zu finden sind. Die runden Vertiefungen stellen die gleichfalls mit Beschlag belegte Feldkost, Pflaume», Knollen usw. an. Aus der Anzahl der Löcher ist ohne loeiteres zu ersehen, wieviel eui sammelnde Frauen und Kinder die Werst zählt. Ein Menschenfuß zeigt jtn. nach welcher Richtung sich daS Gebiet der Familie oder der Werft erstreckt. Nur ganz gelegentlich finden sich Gegenstände abgebildet, Sei denen man an die Betätigung eines KunsttricbeS denken muß, da sie nur durch das Vordringen der weißen Rassen bekannt geworden sind; so ist z. B. einmal eine Geige gezeichnet. Da sich solche Spuren in Gegenden finden, in denen seit Menschengedenken kein Buschmann mehr lebt, weil heute dort kein Wasser mehr vor- Händen ist, lassen die Spuren auf ein beträchtliches Alter schließe»!. Notizen. — Ein Ausschuß zur Bekämpfung derSSund« literarur bat fich für Groß-Berlin gebildet. Orr will die Ver» |ine und Einzelpersonen, die sich mit dielem wichtigen Gebiei der Jugendpflege beschäftigen.>u gemeinsamer Arbeit zusammenfasien. Sine vorläufige AuS'procke ergab in den negativen wie positiven Aukaaben weitgebende Uebereinsiimmung. Der j£itz des Ausschusses. dessen Geschäfte zunächst Stadtrat Sassenbach beiorgt, ist Berlin, Breite Straße 32. Anfragen usw. find dorthin zu Die Theater am Karfreitag. Die Bestimmungen über die Heiligballung de» Karfreitag« sollen eme freiere, dem modernen Zeitgeist mehr entsprechende Auslegung finden. So lann z. B der �Parsiial" oder em Cbristusdrama geyeben werden. Im allgemeinen aber soll der Tag ein Ruhetag für die Bühneuange- hörigen bleiben. — Im Kupferstichkabineit der staatlichen Muiern wird die Slevogt-AnSsiellung am 9. April geschlossen. An ihrer Stelle wird am 16. April eine Ausstellung graphischer Arbeiten zert- genvisischer deutscher Künstler auS den Neuerwerbungen eröffnet. — Die FrühjahrSvorlcsungen der Humboldt- Hochschule beginnen am 21. April; da» Vorlesungsverzeichnis erscheint Mitte April. Nr. 7S4»ZH. Jahrgang 1. Beilage öes vorwärts Vonnerstag, IS. �lprU 1919 Einbringung des€tats in der llationalversammiung. 33. Sitzung. Mittwoch, den 9. April 1919, nachmittags 3 Uhr. Am Regierungstische: Schiffer. Präsident Fehrcnbach eröffnet die Sitzung um 3,15 Uhr. An- träge auf Genehmigung von Strafversahren gegen die Abgeordnelen Hebel fZ) sowie gegen die Abgeordnelen Geyeren organischen Umbau des Wirtschaft»- lobens gehen kann. An einigen Beispielen aus der Leninschen Bro- schüre:»Arbeit, Ordnung und Disziplin" weist der Redner nach, daß der Führer der russischen Sowjetrepublik eine Disziplin der Arbeiterschaft fordert, wie sie in Deutschland niemand zu verlangen wagt. Wir sind kein« R egieru ngspartei, wir stürmen aber auch nicht blindlings gegen die Regierung an, saudern üben an ihrer Tätigkeit eine sachliche Kritik, die unseren Genossen in der Regierung mit dienen kann. Wer auch in der äußeren Politik werden fortgesetzt große Fehler gemacht. Die Waffenstillstandsverhandlungen werden immer mehr zu einem Erzbcrger-Skandal. Bei jeder Gelegenheü stellt dieser Mann es so hin, als wenn Marschall Fach kein anderes Ziel hätte, als Deutschland zu vernichten, und daß es nur seiner Tüchtigkeit zu verdanken ist. wenn es noch nicht so weit gekommen ist. Kein Mensch in Frankreich und kein ffemzösisches Blatt hat jemals die Annexion des Saargebiets verlangt.(! Red. d. JB.".) Man will nur die wirtschaftliche Ausnutzung der Saarkohle. Aus der französischen Presse greift man aus dem Zusammenhange irgend eine Stelle herauf oder druckt zrur den Schlußsatz eine» Artikels ap� unt-KU üäBeiffn, dsß Frankreich öic Annexion des SaavbeckenS will. Wir wollen uns nicht wieder in einen namenlosen Haß gegen Frankreich li in einhetzen lassen. Wer hat unL denn an den Rand des Abgrunds gebracht, Frankreich oder England? England durch seine Blockade! Die Franzosen betreiben nur(1 Red. d. ,33.") eine Ubwehrpolitik, wie wir sie gegen Ruß- land betrioben haben. Wir können zu einem Einvernehmen mit Frankreich kommen, wenn wir klipp und klar den Verzicht aus Elsaß-Lothringen aussprechen. Allein anisch ist dort die Sprack>e, aber französisch die Gesinnung.«Lebhafter Beifall und Zuruf: lZagen«Sie das nur David!) Ich Zage das nicht nur für Reichsminister Wiffell: Ich kann einige Wendungen in den Ausführungen von Cohen nicht unwidersprochen lassen Sein Urteil über Erz berger und über Erzbergers Verhalten in der Waffenstillstandstommisiion tvar insbesondere in der Frage der Ablieferung landwirtschaftlicher Maschinen nicht zutesfend. Die ersten Forderungen der«Entente in diesem Punkte stellten uns tatsächlich vor eine Kalamität. Erst bei den weiteren Verhandlungen ist es dann gelungen, einen Ver- wag zu erreichten, den wir obne«schaden für unser Wirtschaftsleben und für unsere Landwirtschaft annebmen konnten. Auch einige Aus. d�n Rätekongreß,' sondern vor allen Din,chn Sch�ide.m-nn, David und Mengen Wer die mtSwärtige Politik fordern zum Widerspruch __„„tK-i cJi.TiA+ i heraus. Bezuglich der Blockade ist England von uns nicht ungun sliger zu beurteilen als Frankreich. Ueber das Programm, Deutsch- land von der LebenSmittelzufuhr abzuschneiden, hat von Anfang an zwischen England«nd Frankreich vollste ll e b c r c i n st i m m u n g geherrscht. Ich komme nun zu den Aus- fuhrungen des Herrn Braß. Er hat seine Freude über die Aussicht zum Ausdruck gebracht, zwischen den beiden sozialistischen Parteien auf den Boden der Verständigung zu gelangen. Aber seine 'Ausführungen ließen ganz und gar den Geist und auch den Ton Erz berger. Elsaß-Lothriugen gehört seit dem Tage nicht mehr zu Deutschland, an dem wir die vierzehn Punkte WrlsonS annahmen. Darum sollte auch von amtlicher«Seite in dieser Frage jede zwei- deutige Politik vermieden werden. Auch ich und meine näheren Freunde bedauern den Verlust dieses Landes, aber höher steht uns die Konsolidierung unseres Wirtschaftslebens. Auf der anderen Seite muß aber jedem, der nach Deutschland will, die Grenze ge- öimet werden. Ich denke dabei vor allen Dingen an die D c u t s ch- Asterreicher.« Bestall.) Wollen«Sie eine Aüslandspolitik. die der W.... Versöhnung der Völker dient, dann nehmen Sic möglichst einstimmig; vermissen, die dieser Verständigung dienen könnten. Herr Braß die vorliegende Resolution KaliSki an. �Stürmischer Beifall und Händeklastchen im«Saal und auf den Tribünen.) Der«Vorsitzende Müller teilt mit, daß zwei Delegierte de» Petersburger Arbeiter- und Soldotenrat« als Gäste des Kongresses erschienen sind. Rädel hat an den Kongreß einen Brief gerichtet. Der Brief wird vervielfältigt und morgen vertnlt. Braß- Remscheid gibt eine Ecklärung der Unabhängigen Fraktion ab, in der er gegen die in Berlin heute mittag ergriffenen militärischen Sicherheitsmaßnahmen Protest erhebt. Ter Redner behauptet. der Zentvalrat habe iftchr einmal die recht beschränkten Befugnisse ausgeübt, zu denen er berechtigt war. Er verurteilt den Austritt hat von Lockspitzeln geredet. Dem ist entgegenzuhalten, daß die Regierung nicht für alles verantwortlich ist, ivas in irgendwelchen Kreisen vorgeht. Meine Herren! Wir wissen auch, daß in Tentsch- laibd der russische Rubel gerollt ist.(Stürmische Unterbrechungen bei den II. Soz.) Bon Ihrer Seite haben die Arbeiter, die heute streiken, kein einziges Wort gehört, das sie zur Vernuistt aufgerufen hätte. Wenn Sic glauben, mit Ihrer kleinen Minderheit den Kom- m u n i sm u S durchführen zu können, danu irren Sie sich. Ihre Sozialisierung ist ein Schlagwort!(Stürmische Unter- brechungen bei den U.S Ausland geschickt haben, nicht nur ohne Bunkerkohlen waren, son- der» daß sie auch mit Ballast in See gehen mußten. Wir hatten kein« Güter, die wir mitsenden konnten. Es ergreift einen bei der Beobachtung dieser Diuge ein bitteres Gefühl über die grenzen- lose Uebestihätzung der eigenen Kräfte, von der die'Arbeiterschaft besessen ist, wenn sie unter diesen Umständen an Sazialisierung und an wirtschaftliche Kämpfe denken. Den Arbeitern sollte gc- sagt werden, wie es mit unserer VolkSwirstchaft steht. Wir haben keine Lager mehr, wir haben alles verbraucht. Wir haben kerne Rohstoffe, wir haben nur noch unsere allerdings geschwächte Ar. beitskrafr, und wir haben die Hoffnung, daß die Rohstoste aus dem Austande hereinkommen, mit denen wir unsere Volkswirtschaft wieder in Gang zu bringen versuchen können. Wir werden nur wieder existenzfähig, wenn wir mir verdoppelter Kraft arbeiten als vorher. In einer Zeit, wo die Lebensmittel fehlen, wo wir mit Kraft und Licht bis zur Armseligkeit sparen müssen, wird von Fhrer«Seite«zu den Unabhängigen) kein Wort gesagt gegen den Streik. Ich sage nochmals: die nicht rxistrnz- Mau kann die Betriebe nicht sozialisieren, fähig sind. Trotzdem unS die Grul>cnverwaltmigeii nachgewiesen haben, daß sie bei. den heutigen Preisen nicht mehr bestehen können, haben nstr die Anträge der Grubenbcrwaltung ans Erhöhung des Kohlen- Preises abgelehnt. Wir haben den Höchstpreis festgesetzt, trotzdem man uns iiachgewr'eseii hat. daß die Zechen heute groß- Zubußen leisten. Ein Betrieb, der noch vor kurzem über 15 Millionen Reserven verfügte, hat heute insgesamt 12 Millionen Bank- krcdrte in Anspruch nehmen müssen, und die'Banken haben sich geweigert, dem Betriebe lociter zu kreditieren. Die Regierung hat getan, tiw» sie tun konnte. Wir können nur wieder hochkommen, wenn wir arbeit«, i. Bebel hat einmal gesagt: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.(Größer Lärm bei pen Unabhängige».— Zurufe: Das hat Bebel zu. den Kapitalisten gesagt!— Beschmutzen Sie nicht das Andenken Bebels!) Wir sagen heute: Wer arbeitet/ soll von den ausländischen Lebensmitteln den ersten Zuschuß erhalten. Wir haben unser Gold zur Bezahlung der eingeführten Lebensmittel ins Ausland geben müssen. Was. das für eine Wirkung auf unsere Kreditfähigkeit und die Valuta hat, kann nur der beurteilen, der einen Einblick wi das Wirtschaftsleben hat. Wir müssen den Sirbestem sagen, daß auch in einem sozialistischen Staate Arbeit die erste Pflichr'st. Von dieser Stelle aus rufe ich den Arbeitern zu:■_ Jeder Tag weiteren Streits untergräbt den Boden, auf dem das Haus ihrer Zukunft stehen soll! Nur wenn sie a r b e i t e n. können sie hoffen, daß sie einer besseren, freudigeren Zukunft ent- gegengehen.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen bei der Mehr- heil und auf den Tribünen.) Nächste Sitzung: Donnerstag 9 Uhr. Es soll bis um 4 Uhr nachmittags ohne Pause getagt werden. ?nöustrie und Kandel. Streichung der Börsenaufträge Lerliuer Bankeu. Die hiesigen Bänken, bei denen Arbeitsniederlegung seitens der Angestellten erfolgt ist, nämlich Bank für Handel und Industrie, Commerz- und Diöeoino-Bank. Direktion der Diseoeito-Gesellschan. Dresdner Bant, Mittekdeutsche Crediibmrk, Nationalbank für Deutschland teilen mit, daß sämtliche bei ihnen für Rechnung ihrer Kunden laichenden A u f t r ä g« und Angebote für die Berliner Börse, einschließlich der WiderruforderS, im Interesse der Kundschaft gestrichen sind und nach Wiederaufnahme des Betriebes der Erneuerung bedürfen. Tic Festsetzung der Eisenpreise vertagt! Düsseldorf, 9. April. In der heutigen Vechiarn-mlung des S t ah l w e rk S ve r b an de s wurde gemeinsam mit Vertretern des RerchswirtschaftSamtes, der Verbraucherkreise, der Angestellten und Arbeitnehmer eingehend dr« Frage behandelt, ob ein« Erhöhung der Preise am Platze sei. Seitens der Werke wurde nachgewiesen, daß dir heutigen Preise für Walzwerkerzeugnis.se die Selbstkosten im Durchschnitt nicht decken und demgemäß eine Preis- erböhung unvermeidlich sei, wenn die Werke über kurz oder lang nicht zum Erliegen kommen sollten. Die Vertreter der verschiedenen 33erbcrnde der Fertigindustrie traten für Beide- ha I t u n g der Preise und außerdem für Aenderung der einzelnen VeickaufSbedi>ig>>ngen, wie der Hansseklaufel, ein. Seiten» des ReichSivirtfchafts- und des DcmobilmachungSamteS wurde im Sinne einer Vertagung der Preisfestsetzung rür das«Ende des Monats gesprochen und eine Aenderung bzw. Milderung der VerkausSbedin- guiigen gewünscht. Die Werke des Stahlwerksverbandes erklärten sich mit der Vertagung der Preisfestsetzung einserjrartden. Das Ergebnis der Notenabstempelung in Oesterreich. Wien, 9. April.(Corrbureau.) Der..Neuen Freien Presse" zu- folge wurden nach dem bis zum 3. April vorliegenden Ergeh- nisse der Notenabstempelung in Deulschösterreich im Umtausch 4894 Millionen Kronen abgestempelter Noten ausgegeben. Der gesamte Banknotenumlauf umfaßte a-m 23. März 37 700 Millionen Kronen. Die Abstempelung beträgt daher vom Gesamtumlauf 12�,8 Proz. DaZ Blart konstatiert, daß dieses Der- hälwis ziffernmäßig genau dem Verhältnisse der Bevölkerungszahl entspricht.•_ Reichelt Metallschrauben-Aktiengrsellschaft, Zürstenwakde. In der Generalversammlung wurde die Verteilung einer Dividende von 25 Proz. gerwhmigr. Ferner wurde antragsgemäß beschlösse». aus den Beständen de» Gesellschaft an Wertpapieren auf jede Aktie uom 599 M. tsst Piroz. Reichsschatzanlveisungen mit Zinsen vom 1. Januar Z919 ab zu zahlen und den Gegenwert hierfür au» der in der Bilanz mit 949 999 M.«uSge wiese neu«Sonde rrücklagr zu entnebmen. Die Gesainrausschüttung für 1918 beträgt also 75 Prozent, nachdem eS erst 1015 der Gesellschaft gelungen ist. ihre Divi- dende von 15 Pnoz. auf 20 Prvz., 1916 auf 25 Proz. zu erhöhen. Soziales. Ist das glaubhast? Ein Kriegsbeschädigter, der am 17. Januar d. I. vom Truppen- te!l entlassen und dessen.Kri«gsbefchädigi:ng anerkannt worden ist, stellte am 1. Februar bei der VeissorgungZabteiltirtg de» B-zirkS- kommando I, Bülowstr. 88, Rentenansprüche. Jetzt endlich, nach ni ehr als zwei Mvnaren, erhält er den Bescheid, sich am 1, Juli d. I. zur ärztlichen Unrersuchung voiNustell«n. Der KriegSbe- schädigle fürchret. wenn die Anzelegenh-ft loeiter einen derartigen Förrgang nimm.', nicht mit Unrechl, daß es 1920 werden kann, che über seine Ansprüche entschieden ist. Ein derartig langweiliges Verfahren bei Feststellung der Brr- sorgu n gsa n i prüche nrüssen wir als imerchört bezeichnen und erwarten, daß sofort für Abhilfe gesorgt wird. Weltbekannt und anerkannt , ist der Setiapirogratih. Wieder rntt eehten Glyzerin- Köllen lieferbar! Tadellos scharfe Abzüge von Handschrift, Maschinenschrift oder Zeichnung. Einfachste und praktischste Handhabung. Billigster und bester Vervielfältigungsapparat. Man verlange kostenfrei Prospekt u. Druckproben. A. Schapiro, Berlin C, Stralaoer Str. S6. Telephon: Zentrum 7891. 6/2* 3füe«Inen nalknwirkschnfkl. Ulnsse». tm— nrlUel son unbc.ircnjiet Absaxsähigtclt Verkäufer foT. Provision. A. Pnlvermacber<* Co., 17«3 Berlin, 3!ruc-fflintctfelbtstr. 22. Sofort lieferbar groBo Posten l" 0,2 bis 0.5 mm Hans fi. Schubert, Berlin W 35. Papier- Servietten Ireys-SecnteHen und Tischtachee billigst auch an Private. HERTEL Jt CO., Belle.Alilunce-Strnße 69. Jcntsprechcr; Lvstow 9957, 17«® Sanatorium Feldberg i Mckibg. 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Nationalbank für Deutschland. «Uf den Retifen der orbeitswilligen«nzcstcMat unfert« Instiwis gelangen zahlreiche Anfragen an und, ob ihnen der Zum« z» unserem Bankgedand- zum Smed der Wetteroerrichlung ihrer Dieiliiobllcgcnhcitcii frcistehc. Dies gibt uns Beranlassung, diesen unsere» Angestellten hiermit bekannt zu geben, och n»r, NN, iumulwarischen Austritte» osrzudcngen, on l>e die BiNe richten, voriäufig ihtcn Ardeltsstimen fern zu bleiben und abzuwarten. In«»ine öffentUchc Aufforderung zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeil ergehen wird. Wir sprechen aber schon heule de» arbeitswilligen Angesicwenl unseren besten Dank für die bewiesen« Pflichttreu« und Anhänglichkeit an unser Institut au». Berlin. 9. April ISIS. Direction der DiscoBto-GeseUschaft j 1 Verknul an Private I |A. Wunsch Zabluacscrle] cht\ Möbel-Mischl , ScbSobanscr Allee 6-7 Untergrundbahnhot . Schönhauser Tor. / Zähne mit u. ohne Oaumenplatte, Kronen. Brücken, Plomben jcd. 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Sonna'/.t: Schneewittchen. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Rotkäppchen. Täglich 7Vj Uhr: Das höhere Leben. Von Hermann Sudermann. Spielleitung: Alfred Rotter. Ferd. Bonn, Eugen Burg, Olga Limburg, Rosa Valetti, Paul Bilde,|ul. Falkenstein, Em. D ebner, Hansi Arnstadt. Freit 4 Uhr: Schneewittchen. toter der Frledriclistadt Ecke Friedrich- u. Sinienftr. Eäßf. 7V, Uhr Siotb. 6850. Kledizin. Schoufpiel v.Pcnzei Solbbaunt mit Dtatia Pospischil. Casino-Theater. Lothring. Stt.37. TägL>,'«8Uhr: ■Berlin# größte Sensation: Botet Knolle. Berlmet Bolisftürf in 8 Atteit Vorh. b. neue Aprilprograuim. Etg.8>/,: Ehrliche-'' Lnlson-Theater. TU Berlin- Th Hiäuri-taW. Sonnt 3: Kindervorstellung Walhalla-Theater. 7'/, Uhr: ZWMUSWW. Rose-Theater. v/z Uhr: Stärker als der Tod. THEATER Friedrichstraße 218 1 Dir.: James Klein 1 7'/. April 74/.| ] Sonnt. 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Das Vorgehen der Angestellten ist mit so weniger zu bcrstchcn,«IS alle Mlglieder des Verbandes der Berliner Banflcitungcn einschließlich der Bank sür Handel und Industrie sich seit seiner im November ersolgten Gründung stets bereit erklärt haben, den berechtigten fNehaltSforderuitgen der An- gestellten im Rahmen eines Tarifvertrages zu entsprechen und die vorliegende Streik- ansage erfolgt ist, bevor die unterzeichneten Bänke»«der eilten ihnen am 5. April 1919 erstmalig überreichten XarifvertragSvorschlag des Deutschen BankbeamteuvereiuS sowie über einen ihnen in Aussicht gestellte» ander- weitigen Borschlag deö Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeamten mit den Angestelltenorganisationc» in Verhandlung eintreten konnte». Die diesem widcrsvrechende Darstellung der gestern im Zirkus Busch gefaßten Resolution entspricht nicht den Tatsachen, Berlin, den S. April 1919, Commerz- und Disconto-Bank Birection der Dlsconto-Gesellschaft Mitteldeutsche Creditbank Deutsche Bank Dresdner Bank Nationalhank für Deutschland. — G-s-HNch geschaht! wesehlich gefchülj«!«Q „Töbre" Trockenparfum Feinster«lumenbust! An Vornehmheit nnd Aroma dem fliisflaen Parfüm nollkommen gleichwertig. Beutel in eleganter 4 21 Nsk gu haben in sämtlichen Aufmachung TivI Fl. Parfiimerien, Drogerien unb besseren Friscuraefchäften. 12/6 Becfanbfjans Waller Ccuönet, lLi,e» ioflendurg, Charlottenburger Ufer 18.— Wilhelm 1733, ichchO Grafsiston unb»ertrelar gesnchtf 17 S» k. K S« Ä S« H ödel- _.Jsch SrofieFrankfurter StraBe 45-46, ca. 200 Mille rein überseeisch In Vjo- n.>/i,,. Risten verpackt pro Mille 830 M. Musterktsteu durch meinen Berireter am Donnerstag und Freitag von 10-4 Uhr im yiotei Europäischer Hof, Doro- iheensttaße, zu besehen. l22< 2b M. GMlMM. Bremen. 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Sein viel zu früher Heimgang betrübt uns auf das tiefste, und wir werden ihm stets ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. Die Angestellten, Arbeiter und Arbeiterinnen I30/'1 der Firma Theodor Hildebrand& Sohn. SszMMüftak. Miel ZeuMMs. Anxeliörixe der Post- u. Teiegr.- Verwaltung der Aemter des Zentrums. 1 1 Jceifog, den 11. April, abend» Z'/s Ahr, in der Aula der Sophiensehnle, Beinmeisterstr. IS/17: Versamitilung. Tagesordnung: I. Die Zordernng der Vostbeaealeasehafl und die Sozialdemokratie. Redner: Eenosse LadlKc. 2. Freie Aussprache. 208/14 Um zahlreichen Besuch wird gebeten. TMi Der werdeansschnh. ■ Am Dienstag früh entschlief nach schwerem Leiden der treusorgende Vater seines einzigen Kindes, unser 1 lieber Freund, der Lagerhalter Josef Bartl ä im Alter von 46 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Berlin-Obcrschöneweide, den 9. April 1919. Mathildcnrtr. 5. 2271b Sohn Robert Bartl, Witwe Emma Mooqaltbert, Familie Max dacobscn. Die Einäscherung erfolg: am Freitag, den 11. April, 1 nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Seschästostellc: C 2. Burgsirahc 27 III. Tel.: Norden 10787 Unser Mitglied der Lager- Halter Herr 206/0 Josef Bartl Obcrschönewcide, Mathil- denstrahe�, ist verstorben. Einäscherung: Freitag nadimiltag 4 Uhr, Äreina- torium Treviow» Baum- schulcnweg. KicfholzstraKc. -rfolgreichc, abgeMrzte Be< lanblung, Spezialrezepte, mä- liges Honorar. ISA' IZerarzt JVIillg Oübbener Str. 20 Am Schlesisthr» Tor. 10—12, 4— S, Sonntag» 11—1. Km8Mteii! Politiker! Historiker! . Seit 31. 3. 19 erscheint täglich „TheCologne-Post" herausgegeben v. b. britischen lles.»Armee.— Abonnement unschl. Postzustellung 10 Mk. �ro Monat.— Bereits erschien. 'iununern merken nachgeliefert. Voreinsendung des Betrages. Txped.: Lindenthaler Schreib. a. Rellamc-Bureau, Ztälu-L.. Dllrener Straße 160. 117375) WesenhMM. 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Wir verlieren in dem zu srllh Dahingeschiedenen einen unserer Besten, einen Kollegen, der sein ganzes Leben in den Dienst der Organisation gestellt hatte. Ehre seinem Andeuten! Die Beerdigung findet am II. April, nachmittag« 3' 12 Uhr, auf dem Lichten- bergcr Gemeindefriedhof in Marzahn statt. Abfahrt der giiae um 1,10 und 2,06 Uhr vom Wriezener Bahnsteig. Rege Beteiligung erwartet Die Grt&verwallung. Schöne MugeN Reichels Venettan-Angenwasscr stärkt und vergrößert die Augen wunderbar, verleiht ihnen strahlenden Glanz, macht sie ausdrucksvoller und beseitigt dnnlle Augenrändcr sowie Rötung. Aerztlich begutachtet. Garant, unschadl.! FI.4u.ZM. Ott» Reichel, Berlin 43, Etsenbahustraße 4. tiARN- BLUT- UNTERSUCHUNGEN frefe ZusenAnqv. VerjandgeftOen vj Acnolong ou' teifff Anivif oeHin Zralruni 1Z1O0C1DA CtlEK«AICTERlOL.L Deriia Soondbuerici? 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April 1919, abends 8 Nhr: ftütglieder-Versamtnluttg im„GewerkschaftshauS", Saal 1. 256/16* —— Erscheinen aller Sollegen ist pfllchkl—— __ vi» Oertpaltnng. I. A.: Purfürst. Bekanntmachung. Verteilung von Kunsthonig. Gemäß§ 5 der Perordnung des Magistrats Berlin über Lebensmittelkarten vom 18. Oktober 1916 wird für den Gemeinde- bezirk der Stadt Berlin bestimmt: I. Auf Abschnitt Nr. 23 der Groß-Berlincr Lebensmittelkarte mit Aufdruck»Stadt Berlin" ist ein Pfund Kunsthonig ab- zugeben. � Die Preise für Kunsthonig betragen: 39 Pf. ftir... Psb.� � Abstich 80»» 1» in fertigen Pfundpackungen. Der Bcstellabschniit Nr. 23 der Groß-Berlincr Lebensmittelkarte mit Aufdruck„Stadt Berlin" darf nur in denijentaen Geschäft, in dem der Verbraucher zum Zuckerbezug w das Kundeuocrzeichnis eingetragen ist, gegen Abstempehing des Empfangsabschnitts abgeliefert werden, und zwar NI der Zeit von Frettag, den 11. April 1919 bis Montag, den 14. April 1919 eiuschlleßltch. Nachträgliche Anmeldungen sind»tcht. zulässig. IV. Jeder Kleinhändler ist verpflichtet, sobald er die Ware zur Stelle hat, den Berkaufsbeginu durch Auschlag auzuzeigeu. Der kaufer ist verpflichtet, bei der Entttahme des Kunsthonfg» den Empfangsadfchnitt vorzulegen! der Verkäufer hat den Empfangsabschnitt abzuschneiden und an sich zu nehmen. V. Die Kleinhändler haben die von ihnen angenommenen Bestellabschnitte an den Großhändler, von dem sie den Kunst» Honig beziehen, entweder durch Boten»der eingeschriebenen Brief abzuliefern, und zwar bis Sonnabend, den 19. April 1919. Die Ueberseudung durch oewöhultchen Brief ist unzulässig. Der Großhändler hat die Abschnitte sofort an die Zucker- Zuteilungs-Gesellschaft weiterzugeben: von dieser sind die Ab- schnitte bis zum Sonnabend, de« 26. April 1919, drr Zuckerversorgnngsstelle einzurctchen./■ Berlin, den 8. April 1919. Magistrat. ZuckerversorgungSstelle. Dr. Heimann. Die Stelle eines 2. Bürgermeisters der Stadt Itzehoe in Holstein(20B00 Einwohner) mit lebhafter Industrie und zahlreichen städtischen Betrieben ist baldigst zu besetzen. Die Anstellung erfolgt vorbehaltlich der Genehmigung des Bezirksausschusses mit einem Anfangsgehalt von 7000 M. steigend alle 3 Jahre um je 500 M. bis zum Höchstbetrag von 9000 M. Daneben werden Kriegsteuerungszulagen nach Staats.°rundsätzen gezahlt Geeignete Bewerber mit akademisch-volkswirtschaftlicher oder akademisch-technischer Vorbildung, welche bereits auf wirtscbaftstechnischem und sozialem Gebiet Erfahrungen besitzen, wollen Meldung mit Lebenslauf und beglaubigten Zeugnisabschriften umgehend bis spätestens 1. Mai an den Unterzeichneten einreichen. Persönliche Vorstellung ohne Aufforderung nicht erwünscht 1734D" Itzehoe, den 25. März 1919. Der Stadtvcrordoeten'Terstehcr. Stein. Kleine Anzeigen im„Vorwärts" sind billig und erfolgreich! erbeten. 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Mai der Tag der internationalen De- monstration des Proletariats für Arbeiterschutz und Weltfriede». Unsere Kundgebungen sollten den herrschenden Klassen ins Gewissen reden, die Sozialpolitik nicht zu vernachlässigen und eine ernste Friedenspolitik zu betreiben. Und sie sollten nicht minder den Indifferenten und Lauen unter den Arbeitern selbst den Ge- danken der Solidarität der Arbeit nahebringen, sie aufrufen zum organisierten Kamps für den Achtstundentag, für vermehrten Ar- beiterschutz und für den Weltfrieoen. Die diesjährige Maifeier wird für den deutschen Arbeiter eine Siegesfeier sein: Der Achtstundentag ist durch die Revolution in unserem Lande verwirklicht und die gesamte Sozialpolitik steht unter dem Einfluß der Arbeiter. Ihr eigenen Vertreter haben in der Regierung die ausschlaggebende Bedeutung, die zur wirksamen Fördeung des Arbeiterschutzes nötig ist, und wir haben bereits eine ganze Anzahl von Forderungen mit Gesetzeskraft durchgesetzt, die die Fesseln des allen Rechts den Arbeitern ab- nehmen und wichtige neue Rechte zur Durchführung bringen. Die Sichecstellung des Koalitionsrechts für alle Arbeitnehmer, die ge- setzliche Anerkennung der BertragsfähigZeit der Gewerkschaften auf dem Gebiete des Arbesterrechts zeigen den neuen sozialistischen Geist, der mit dem Siege der Revolution in die deutsche Regierung eingezogen ist. Auch außerhalb der deutschen Grenzen bereitete die Revo- lution eine soziale Umwälzung und den grundlegenden Fortschritt der Sozialpolitik vor. In Rußland und in Oesterreich-llngarn hat die Revolution den Achtstundentag gebracht und alle Fesseln, die eine reaktionäre privilegierte Kaste dem arbeitenden Volke auser- legt«, beseitigt. Tie sozialistische Neugestaltung der Gesellschaft ist dort wie hier das große Problem, das alle beschäftigt. T-ie revolutionäre Flut meldet sich selbst in den Ländern des siegreichen Imperialismus der Weststaaten; in Italien und Frankreich reden die Arbeiter eine deutliche Sprache. Schon meldet die Presse von einem Entgegenkommen der französischen Regierung in Sachen des Achtstundentags, dieselbe Regierung, die in den besetzton Gebieten den Achtstundentge der deutschen Revolution brutal aushob. In England und Amerika macschiert der Achtstundentag ebenfalls, auch die neutralen Länder sehen sich unter dem Drucke der Arbeiter ge- nötigt, den Normalarbeitstag des Proletariats anzuerkennen. Das ist der Sieg auf der ganzen Linie. Nicht ganz so zuversichtlich ist das Problem des Bölkerfriedens zu beurteilen. Tie Hoffnung der Arbeite? aller Länder, sie würden den lange drohenden Krieg verhindern und den Weltfrieden sichern können, wurde durch den Ausbruch des Weltkrieges zertrümmert. Während dieses schrecklichsten aller Kriege, der Irrsinn und Wahn- Witz zum obersten Gesetz des ownschlichen Handelns erhob und Ver-■ brechen auf Verbrechen häufte, tvurde die Idee des Völker- 1 k>u nd e s zur neuen Hoffnung einer neuen Menschheit. Was das| sc�ialistische Pvoletariat seit 1589 alljährlich am ersten Maientage stürmisch verlangt hatte, wurde selbst von den herrschenden Klassen aller Länder mehr oder weniger offen als die einzig möglich er- scheinende Rettung anerkannt. Selbst die Vertreter des siegreichen Imperialismus haben sich, uwoillig zwar, schließlich mitreißen lassen müssen. Lange genüg haben sie in den Pariser Beratungen den Plänen des Präsidenten Wilson Widerstand geleistet und auch heute noch besteht kein Zweifel darüber, daß insbesondere die herrschende Kaste Frankreichs den Völkerbund nur insoweit wünscht, als er ihr die Herrscherstellung zu sichern und die Gewalt über die besiegten Völker zu geben ver- mag. Ter Enttvurf, der aus den Beratungen in Paris hervorgegangen ist und der Well mitgeteilt wurde, zeigt gor zu deutlich diese Spuren eines machthungrigen Imperialismus. Diese Satzungen eines VölketbunbeS sind nicht geeignet, die Arbeiterklasse zu befmedigen. Sie sind noch völlig uugc- nirgend und in ihrer bisher bekanntgegebenen Gestalt auch untauglich. den Frieden der Welt zu sichern. Skur unter dem Einfluß der Arbeiterklasse wird ein Völkerbund entstehen können, der den wirklichen Frieden und an Stelle von Ausbeutung und Vökkerhaß den Geist der Solidarität und Bruderliebe den aus Tgu- senden Wunden blutenden Völkern bringt. Daß die Arbeiter trotz der Wirren des Krieges diesen Geist noch pflegen, hat die internationale G etv erkschafts- konferenz in Bern im Februar d. I. klar und deutlich gezeigt. Hier tagten zum ersten Male seit Ausbruch des Krieges Vertreter der Gewerkschaften beider kriegführenden Gruppen und der Neu- trecken. Kein Wort der Zwietracht störte die Verhandlungen, die zu einstimmig gefaßten Beschlüssen führten. Die Berner Gewerk- schaftskonserenz forderte einen Völkerbund der Gerechtigkeit und des Rechts, einen Völkerbund der menschlichen Solidarität. Und sie forderte einen bescbleunigten Ausbau der internationalen Ar- beiterschutzgefetzgcbung, der die Regeneration der Völker fördern und die erste internationale Grundlage für den Sozialismus als System der Weltwirtschaft schaffen soll. Gerade diese Forderungen müssen wir bei der diesjährigen Maifeier in den Vordergrund vücken. Die internationale Durch- führung und Forderung des Arbciterschutzes wird um so mehr zum Brennpunkt der Arbeiterforderungen, je mehr unser Einfluß auf Gesetzgebung und Vevwaltuno in den einzelnen Ländern steigt. Und der internationale Charakter der Maifeier wird mit beson- derer Schärfe dadurch unterstrichen, daß überall in der Welt, wo an diesem 1. Mai sich die Proletarier versammeln, der internatio- nale Arbeiterschutz und der Völkerbund Gegenstand ihrer Beratun- gen und Forderungen wird. Für uns in Deutschland bleibt noch die Ehrenpflicht, unserer in fremder Kriegsgefangenschaft schmachtenden Volksgenossen zu gedenken. Zur Sklavenarbeit hat der haßerfüllte französische Chauvinismus unsere Kriegsgefangenen verurteilt. Wir haben in Bern dagegen protestiert und von den Gewerkschaftsvertretern FvankreichS und Englands die Zusage erhalten, daß sie gegen diese brutale Versklavung unserer Kriegsgefangenen vorgehen werden. An dieses Versprechen müssen wir sie am 1. Mai, am Tage der Arbeit, erinnern und die Erwartung aussprechen, daß die Arbeiter Frankreichs und die Arbeiter Englands die Sklaverei bekämpfen, in die ihre herrschenden Klassen Angehörige unseres Volke» gc- schleppt haben. Daß der 1. Mai in diesem Jahre überall in Deutschland durch ArbeitSruhe gefeiert wird, ist selbstverständlich. Heute hat das deutsche Proletariat die Macht, den 1. Mai zu einem Fei-rtag der Arbeit zu gestalten, und es muß von dieser Macht einmütig Gebrauch machen. Daher Arbeiter, Gewerkschafter, auf zur Maifeier 1319. Sorgt dafür, daß dreser Tag zu einermachtvollenKundgebung für den Völkerbund, den V öl k e r fr i e d e n, für Arbeiterschutz und Sozialismus in der ganzen Welt wird. Die Generalkommission. Zerstörung öer deutschen volkskrast durch den Weltkrieg. In den Studien der Kopcnhagener Gesellschaft für Soziale Folgen des Krieges, ist eine neue umfangreiche Arbeit von Karl Döring erschienen, welche die Bevölkerungsbewegung in Deutsch- land während des Weltkrieges bereits zusammenfassend und ab- schließend darstellt. Neben den unmittelbaren Verlusten im Felde sind der Geburtenrückgang und die erhöhte Sterblichkeit in der Heimat in Anschlag gebracht. Während ohne den Krieg die. Bevölkerung des Deutschen Reiches jetzt Mcifellos schon 70 Millionen überschritten bätte, ist die Einwohnerzahl jetzt, nachdem sie der Kricgsbegüm 67,8 Millionen betrug, aus 65 Millionen gesunken. Davon sind 33,9 Millionen wciblicken und nur 31,2_ Millionen männlichen Geschlechts. Von dem gesamten Verlust entfallen rund 3,5 Millionen auf die verminderte Zahl der Geburten und rund 2,1 Millionen auf die Zunabme der Sterblichkeit. Die erhöhte Sterblichkeit geht einerseits auf die Verletzungen im Kampfe zurück, andererseits auf die ungenügende Ernährung. Dieser allein sind in Deutschland etwa 700 000 Menschen zum Opfer gefallen, nament- sich in den letzten beiden Kriegsjahren. Im Jahre 1918 nahm die Sterblichkeit der über 60 Jahre alten Personen um die Hälfte, die Sterblichkeit der 4— 15jährigen um das Doppelte zu. Altersausbau und Geschhechtszusammen- fassung der deutschen Bevölkerung hat sich vollkommen verändert. Vor dem Kriege kamen auf 1000 Personen männlichen Geschlechts 1021 Frauen; jetzt auf 1000 Männer 1086 Frauen. In den Alters- Nassen von 20 bis 50 Jahren beträgt das Verhältnis statt 1000 zu 1005 wie früher jetzt 1000 zu 1155 und in den Jahresklassen von 20 bis 30 Jahren, die für Eheschließungen besonders in Betracht kommen, ist es noch weit ungünstiger. Die Zahl der Neugeborenen ist in den letzten Kriegsjahren unter die Hälfte der Fri»� denszahl gesunken. Soweit die Sterblichkeit durch die Kämpfe unmittelbar vermehr worden ist, haben sie mit rund 1,8 Millionen blutincr Verluste die kräftigsten und Icistungsfahichten Jahrgänge betroffen. Die Anzahl der Männer im miliiärpslichtigen I Alter ist von rund 11 ans etlva 12,2 Millionen gesunken. Dazu i kommt, daß Hunderttausende der Ueberbleibenden mehr oder i weniier verkrüppelt sind. Es lmt crlso eine Art umgekehrter Rasien- | auslese stattgesunden, durch welche die beste Vienscheukraft und Ar- bciiskraft de? deutschen Volkes vernichtet worden ist. An eine Wiedererhöhung ist in absehbarer Zeit nicht zu denken. Der Gcsamtverlust an z e u g u n g s f ä h i a e n M a n- n er n ü b e r st e i g t gegenwärtig noch 2Vi M 1 1 Iio neu, da noch über 800 000 Gefangene in Feindesland zurückgehalten sind. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung hat sich infolge lieber- arbeit und Untere riiährung außerordentlich verschlechtert. Une Tubekulose hat erneut erschreckend um sich gegriffen,-vee Sterblichkeit der deutschen Gesamtbevölkerung wird auch nach dem Kriege noch lange Zeit beträchtlich höher sein als die des letzten Friedensjahres, zumal«s voraussichtlich noch lange Zeit dauern wird, ehe wir wieder zu normalen Ernährungsverhältiilpen gelangen. Zu einem eiumaligen Verlust von bV: Millionen Menschen durch den Weltkrieg kommt also für das deutsche Vofl ein noch lange andauernder Geburten riickgaiig und auf Jahre hinaus eine höhere Stcrblichkeitszifser. Genau wie in den lmrischaftlichen tfrfl- gen steht aus dem Gebiete der Volkskrast die deutsche Nation vor der Katastrophe, lvenn es nickt endlich ssdmgt, durch boustanotge Unterdrückung jeder Gewalttätigkeit und Wiederausnahme einer vollkommen relonb b«S Freitag mittag: Ziemlich mild, im östlichen Küstengebiet llberwiegend bewölkt, mit leichten Regenfallen, in anderen Gegenden vielfach Heuer, aber veränderlich bei mäßigen westlichen Winden. 6] Silal. Von Josef Luitpold. Er beugte sich über seinen Arbeitstisch, er blätterte in seinen Büchern, er suchte nach einer Zeichnung. Von draußen her war deutlich das Stratzenjau�en der Masse zu vernehmen. Tora hatte das gesuchte Blatt entdeckt. Es stellte einen toten Soldaten vor, der eine schwarze Fahne schwang. „So wird es beginnen, Christina. Die Toten werden mit schwarzen Fahnen Einzug ins Leben halten. Sie warten nur auf einen Wink von mir. Es ist alles besprochen." Dann schwieg er, setzte sich und arbeitete weiter. * Christina teilte Peter Tocas geheimnisvolle Bemerkun- gen dem Anstaltsdirektor mit. ,„Er warnt uns selbst", bemerkte Profestor Hoffer ernst. „Wir wollen ihn von heute an wieder strenger bewachen. Ich habe es Ihnen nie verheimlicht, daß eine plötzliche Kata- strophe von Anfang an zu befürchten stand. Wir müssen sie nach Möglichkeit verhüten." Der Profestor kam noch in der gleichen Nacht in Tocas Zelle. „Noch an der Arbeit?" „Sehr wichtig, Herr Professor", entgegnete Toca.„Post- arbeit geradezu." „Was ist im Entstehen?" erkundigte sich der Direktor lauernd. . Ein neues Bild.„Die Plakatierer"." Er zeigte das Bild: drei tote Soldaten kleben Plakate an eine Litfaßsäule.„Heute!" stand in großen, drohenden Lettern auf den Plakaten.„Heute! Heute!" „Ein seltsames Bild", meinte der Professor halblaut. „Einzeln sind die Zeichnungen und der Text wohl kainn zu verstehen. Ter Mythos, der freilich bald kein Mythos mehr sein wird, ist nur aus dem Ganzen zu ersehen und zu verspüren." „Wie schade, daß Sie mir das Ganze nie noch zeigen wollten." Peter Toca lächelte flüchtig. „Es gab eben bis zu diesem Blatte da noch kein Ganzes. Bis ich es fertig bringe, ist mein Werk vollendet, nämlich das Illnstrativ-litcrarische." „Wann sind Sie Ihrer Meinung nach mit dem Werke fertig?" „Morgen. Herr Profestor." „Glauben Sie nicht selbst, daß Sic dann freier auf- atmen werden, daß manches Düstere von Ihrem Herzen fallen könnte? Fräulein Christina, wir alle, alle wären glücklich über ein« solche Wendung." Profeflor Hoffer war bis ins Innerste bewegt. Er spürte, wie in Tocas Wesen noch eine Fülle klarsten Bc- wußtscins zu retten, zu stärken wäre. „Es ist sonderbar, Herr Professor", sagte Toca ganz langsam.„Ich verstehe Christina, Sie, alle, die mir nahe kommen, immer so gut. Aber Ihr, warum versteht Jlir mich so schlecht. Wollt Ihr mich nicht heilen? Aber glaubt Jbr denn, daß ich es bin, der Heilung braucht? Ich bin es ja vielmehr, der die Heilung bringt." Peter Toca schwieg und reichte plötzlich dem Direktor die Hand. „Sehen Sie, jetzt gucken Sie mich'schon wieder miß trauisch an. Aber morgen, morgen habe ich am Ende Sie, Christina, den ganzen Erdball überzeugt." „Wenn Ihr Werk fertig ist?" „Wenn es in Erscheinung tritt." „Sie lassen es mich sehen? Nicht wahr? Wir sind Menschen. Offen gesagt: Ich gebe es zu, daß wir, wirflich wir die Irrenden sind und Sie mißverstehen." In Tocas Augen leuchtete es selig auf. „Profestor, ich spüre geradezu eine Wendung des Welt- schicksals. Laßt mich heute mein Werk zu Ende bringen. Warten wir ab. was der Morgen bringen will." „Glück!" rief der Direktor.„Glück!" und wollte gehen. „Noch etwas, bitte, Herr Professor." „Sie wünschen," „Darf man wissen, ob morgen auch Fahnen angesteckt werden?" In Professor Hoffer verankerte sich immer tiefer die Hoffnung, Peter Toca dem Leben zurückgewinnen zu kön- nen. Der Patient kam ihm nie so ruhig und dcnkfähig vor. „Mensch, natürlich stecken wir morgen Fahnen aus." „Dann hätte ich ein Anliegen." „Heraus damit." „Vielleicht ließe es sich ermöglichen, daß auch ich vor meinem Fenster eine Fahne zu sehen bekäme." „Das würde Ihnen Spaß machen?" „Einen fürchterlichen Spaß, Herr Professor." Der Anstaltsdirektor mlißte herzlich lachen. „Sie sollen die Fahne sehen." „Bitte, Herr Professor." ★ Ein Rauschen und Flattern weckte am nächsten Morgen Peter Toca aus Traum und Schlummer. Noch im Halbdunkel hörte er es und wußte sogleich, was es war. Ter Professor hatte seinen Wunsch erfüllt. Die Fahne war es, die im Frühlingswind an die Scheiben schlug. Die Fahne I Er hörte ihr Leben, ihr Atmen, ihre Rufe und Schreie. Sie bauschte sich im Winde, faltete sich zu- sammen, rollte sich gewaltig auf, schoß in die Straßen hinab, brauste Himmclan,-flaggte und knatterte. Mit geschlossenen Augen, mit schlagendem Herzen, horchte er auf die tausend Stimmen der Fahne, war es sein Willen, der sich in ihnen kündete? Er wagte es noch nicht hinzusehen. Zu. mächtig hätte Erfüllung oder Enttäuschung sein Herz bedrängt. Aber er >var schon mit verschlossenen Augenlidern aufgewühlt von der großen Frage, die ihm der erste Blick in diesen Tag schicksalsschwer beantworten sollte. War das Wunder gekommen, daß er ersehnte all die Monate hindurch? Sollte er das Zeichen begrüßen dürfen, auf das er zu warten hatte? Konnte er heute noch den Turm besteigen, um Bilal, der Rufer des Lebens zu sein? Dann mußte eine schwarze Fahne ernst und mahnend vor seinem Fenster im sanften Morgenlicht feierlich wallen. Tann müßte von allen Dächern der Welt heute das Rauschen und Wehen schwarzer Fahnen zu sehen und zu hören sein. 'Dann war der größte Tag der Menschheit angebrochen. Dann hatte die Seele über die Gewalt gesiegt, die Liebe über die Rache, der Mensch über die Waffen. Dann waren die Lebenden von den Toten gesegnet, wenn am Tage des Friedens schwarze Fahnen in den Frühling hingen. Oder mußte der andere Weg eingeschlagen werden? Waren es wiederum, wiederum helle Fahnen, die allerorten von den Dächern fröhlich und frech in eine Welt ohne Ge- wissen flatterten? Waren die Fahnen der Freude ausge- steckt? Die Fahnen des Vergestens? Die Fahnen des Der- rates? Dann war für ihn das Zeichen gegeben, daß er weiter- zugehen hatte. Dann mußte er seinen Arm wider die Leben- den recken, dann mußte er nach einer der baumelnden Fahnen der frohlockenden Niedertracht langen, mit ehernem Griff mußte er sie fassen und von der stolzen Höhe in die rächende Tiefe reißen. Und während sie fläglich in den Staub fiele, hätte Bilal das ungeheure weckende Wort in die Welt zu schreien:„Die Toten!" Und noch einmal: „Die Toten!" Und mit einem Schlage wären sie geweckt, alle die Namenlosen, alle die Opfer, alle die Vergessenen und Verrateilen, alle, alle Toten des Krieges! Und ihre hunderttausend, ihre Millionen dürren Knochenarme würden sich nach allen Fahnenfetzen der Freude mit einem einzigen gewaltigen Ruck strecken, zu Boden ge- schleudert würden die lichten, verräterischen Lappen. Die, Toten hätten sich des Lebens bemächtigt. Bilals Mythos wäre Wirklichkeit! (Schluß folgt.) GroßSerlln Keine Bevormundung der Städte! In der W'lmersdorscr Stadtverordnetenversammlung stand ein Autrag Koppel zur Beratung, die neue Regierung zu er« suchen, bei der Neugestaltung der SiSdteordnung jegliche Bevormundung durch die BerwaltUt.gSbehörden zu beseitigen und eine reine Selbstverwaltung durchzuführen. Nachdem die Obrigkeit durch den demokratischen Bolkestaat abgelöst sei. habe auch die unwürdige Beaufsichtigung der städtischen Verwaltung keine Berechtigung mehr. Sämtliche Fraktionen traten.dem Antrag bei und der Magistrat erklärte zustimmend, den Willen der Stadtverordneten der Regierung zur Kenntnis zu bringen._ Holländisches Salz- und Dörrgemnse. Ein auswärtiger Korrespondent einer größeren Zeitung hatte auf die gewaltigen Mengen holländischen Dörr- und SalzgemüscS hingewiesen, deren Einfuhr nach Deutschland von deutscher Seite zum Schaden der Verbraucher verhindert verde. Es wurde der Reichs stelle für Gemüse und Obst unterstellt, daß sie in finanz- politischer Kurzsichtigkeit trotz der schlechten Ernährungslage in Deutschland sich ge�en die holländische Einfuhr wehre, weil sie fürchte, sonst ihre früher zu hohen Preisen in Holland eingekauften Waren nicht absetzen zu können. Dazu schreibt die Krieg? stelle für Gemüse und Obst: Diese mißverständliche Auffasiung. die geeignet ist, Beunruhigung zu schassen, darf nicht unwiderlegt bleiben. Bekanntlich hat da? von der Reichsstclle eingeführte System der Lieferungöverträgc zu einer Vermehrung des deutschen Gemüseanbaues im Jahre ISIS um 130 Proz. gegenüber dem Vorjahre geführt. Die gewaltige Steige- rung der deutschen Gemüsecrzeugung hat bewirkt, daß der Bedarf an Salz- und Dörraemüsein Deutschland reichlich au? d e u t- s ch e m Gemüse gedeckt werden kann. Noch auf Monate hinaus wird an diesen Waren in Deutschland kein Mangel eintreten. Unter solchen Umständen wäre angesichts des schlechten Standes der beut- schcn Valuta und der dadurch bedingten hohen Preise für Auslands. loare ein Ankauf von holländischem Dörr- oder Salzgemüje zwecks Einfuhr nach Deutschland nicht zu verantworten. Die subzektiv be» gründeten Klagen der enttäuschten holländischen Salzer und Döroer, die ans einen starken Absatz nach Deutichland gerechnet hatten, können begreiflicherweise nicht in? Gewicht fallen gegenüber dem für die deutschen Behörden allein maßgebenden Interesse der ein- hlimischen Volksernährung und.Wirtschaft. S. p. d.-Arbeiterräte und kommunale)lrbetterräte l Freitag, den 11. April, nachmittags 3 Uhr, in der Schulaula Weinmeistcrstr. 1ö gemeinsame Sitzung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Ausweis: Legitimationskarte und OrganisationSauSwei». Da nur knappe Zeit zur Verfügung steht, wird um pünktliches Erscheinen gebeien. Der Fraktionsvorstand. Haast. Arbeitgeberstreik. Die Roßschlächtermeister ziehen von einem Betrieb in den andern und versuchen unter Drohung und Anwendung von Gewalt die Arbeitgeber zu veranlassen, firh dem Streik anzu'chließen. Seit Moniag wird in Berlin kein Pscrd mehr geschlachtet, desgleichen ist die Wurstfabrikation gänzlich unterbunden. Die Arbeitgeber tordern Aufhebung der Zwangswirtschaft, im freien Handel liegt für sie da§ einzige Mittel, um der Allgemeinheit gute und billige Ware zu liesern. Die Forderung der Gesellen ist die öffentliche Bewirt- s ch a f t u n g des PferdeflerscheS, was von den Behörden ober bisher nicht beachtet wurde. Wie gedenkt sich die Reichsfleiickistelle aus dieser Angelegenheit herauszuziehen? Sollte diese Behörde keine Macht haben, um der Sabotage der Arbeitgeber Einhalt zu gebieten?_ Wie sie agitieren! Auf maticherlei Art bettciben die Spartakisten ihre Werbearbeit gegen die NrUierung. Einen Beitrag dazu liefert folgende unö ge- gebene Schilderung: In N e u k ö l l n wmde ein H a u i i e r e r in Feldgrau beobachtet, der an den Türen mit Seife handelte und dabei Gelegenheit nahm, die Frauen in ein politische» Gespräch zu rerwickeln. Er gab an. daß er erst vor einigen Wochen von der Ostfront zurückgekehrt sei. und bemühte sich, die Frauen zu erregen durch Erzählungen über Ablehnung der von der russischen Regierung angebotenen Lebensmittel durch die deut'ch« Regierung. Nachdem er die Zubörerinnen in die gewünscht» Stimmung versetzt hatte, suckte er weiter auf sie mit dem blödsinnigen Schwindel zu wirken. daß Eberl dem Mötder Liebknecht» L000M. ausgezahlt habe. Von Mosa Luxemburgs Leiche behaupieto er zu wrssen, daß fie zerstückelt und vetbranm worden t'ei. Der Hausierer zog von Tür zu Tür und wiederholte überall sein auf leichlgläubige und empsäng ticke Gemüter berechnetes Manöver. Anscheinend war der Handel bei ihm Rebeniache und die Verhetzung der Frauen sein« eigentlich« Aufgabe._ Tie Invalide« hungern! Die Jnvalidenrentner erhalten, sofern ihre Rente auf 60 Proz. s-itgesetzt ist, eine monatliche Teuerungszulage von 8 M., so daß sie. allerdings in den wenigsten Fällen, monatlich 3V M. erhalten!! Ware es nicht so tief traurig, so könnte man darüber lochen, daß ei, rem Arbeiter, der vis zurn Eintritt seiner Invalidität im Dienste der Allgemeinheit gewirkt hat. zugemutet wird, rrrii noch nicht 1 M. pro Tag seinen Lebensunterhalt zu bc- streiterr. So sieht die»gefüllte Kompottschüssel" de»(verbrauch- run) deutschen Arbeiters aus. für dm nach einem bekannten Ausspruch bis ins hohe Alter gesorgt ist.' Ein Kriegsbeschädigter, der zwar ouS dem Lazarett, aber noch nicht aus dem Heere entlassen ist, also keinen Anspruch auf Erwerbs- losenunterstützung hat. erhält bis zum Abschluß de? Rentenver- sahrens täglich 3,70 M. Davon soll er in Berlin wohnen, essen und sich bekleiden. Arbeiten kann er noch nicht, und wenn selbst, würde et kaum passende Arbeit finden. Hat die Regierung keine Kenntnis von solchen unerhörten Zuständen? Gewerkschaftsmitglieder! Einlaßkarten zum Preise von 1,60 M.(einschließlich Kleider- ablage) zu der von der Berliner GewerkschaitZkommiision im Zentral- Theoler veranstalteten Theatervorstellung am Sonntag, den 13. April, nachmittag« 2� Uhr. sind noch in unserem Bureau. Engelufer IS. 1 Treppe, Zimmer 16, zu hoben. Zur Aufführung gelangt:»Die Geschwister' von Wolfgang v. Goethe und.Die Neuvermählten" von Björne Björnson. Der Ausschuß der Gewcrkschafiökommission Berlin und Umgegend. I. A.:®. Link. » Am Freitag, den 11. April, obend» 7'/z Uhr, findet im großen Saale de» Gewerkschaftshauses. Engelufer 16. ein Vor- tragdabend: RevolutioaS-Dichtungrn von Oskar Ludwig Brandt (vom Theater in der Königgräyer Straße) und Margarete Jakobi (von der Volksbühne, Theater am Bülowplatz) statt. Einlaßkarten a 60 Pf. können in unierem Bureau. Engeluser 1b, I, Zimmer 16, in der Zeit von S— 12 Uhr vormittags und 4'/, bis 0 Uhr nach- mittag« in Empfang genommen werden. Für da«»Palast-Theater' sind Karten zum Verkaufspreise von 3 M. für die Atifführung.Ehristui.", Passtvi'.Sspiel von Fuchs, zu haben. Austritt auS der Landeskirche. Für den Austritt aus der evangelischen und katholischen Kirchen- geinxlnichaft sowie auS den Synagogengemeinschaften gelten folgende Bestimmungen: Wer die Absicht des Ausscheiden« hat. muß dies dem Amts- gericht. in dessen Bezirk er seinen Wohnsitz bat. mitteilen. Die AuStrittSerklärung selbst muß entweder zu Protokoll des Gerichts- sckreiberS oder in öffentlich beglaubigter Form(notarielle oder ge- ricktliche Beglaubigung der Unterschrift) abgegeben werden. Das Amtsgericht muß aut Antrag eine kostenlost Bescheinigung über den ÄrlStritt erteilen. Für Kinder kann der Bater den Austritt er- klären. Wer ausgeschieden ist. braucht Kirchensteuern nur noch bis zum Ablauf des betreffenden Kal«nde»quorlalS zu zahlen. Wer also jetzt b>S Ende Juni seinen Austritt erklärt, ist vom 1. Juli ab nicht mehr kirchensteuerpflichtig. Warum die Marmelade nicht ausreicht. Zu dieser Notiz des Oaiiossen Hoch schreibt uns ein Bonbonkocher: Ein Mangel an Zucker für Marmelade kann doch unmöglich vorhanden sein, wenn man täglich mit ansieht, waS kür Rielenläger von Zucker in unseren größeren Fabriken noch vorhanden find, die man aber für Süßig- leiten verbrauchen will. So haben wir in Berlin mehrere Fabriken, wo in den Abteilungen für Bonbon 40—60 Zentner Zucker täglich verarbeitet werden. DgS Personal dieser Betriebe ist verwundert, wenn eS sieht, daß in den Abteilungen für Marmc- lade'alles still liegt und im Nebenlaal arbeitet man mit Hochdruck an Bonbon und diversen anderen Süßigkeiten. Sollte es da nicht besser sein, man verwendet diesen Zucker für die fehlende Marmelade? Erofslödtcr als Landardritrr. Eine Gruppe junger Leute aus Berlin und Vororlen ließ gegen Ausgang des Winters sich stir das Berliner Rteselgut Blankenfelde anwerben. Daß sie zunächst mit der AuSbaggerung eines versumpften TeicheS beschäftigt wurden, war für manchen unter ihnen zu dieser Jahreszeit und bei der Mangelhasligkeit des Schuhwerks sehr beichwerlich. Erst später wurden sie zu regelrechter Landarbeit verwendet. Die Lebensmittel- karten hatte man ihnen abgenommen, aber von Butler war, so wird un§ versichert, in den ersten drei Wochen nichts zu sehen. Sie iragten sich, was inzwischen ouS ihren abgelieferten Fettkarten wurde. Mit Marmelade, die sie in den Wochen als Brotautstrich erhielten, kann man einem Landarbeiter begreiflicherweise nickt sehr imponieren. Die Leute wurden dann nach dem Gut MöllerS- felde überwiesen. Dorr wurden fie in so unzulängliche Schlaf- räume hineingelegt, daß mehrere sogleich nach der ersten Nackt ge- nug halten. Türen und Fenster waren undicht, so daß die Ruhe- bcdüritigen in ihren Betten erbärmlick froren und kaum zu einem Schlaf kamen. Am folgenden Tage machten sie Schluß und zogen davon. Glaubt man, unter solchen Vcrhältniffen den Großstadt- bewohner für die Landarbeit gewinnen zu können? Warum in der Großstadt die Milch s» knapp ist. Von dem MIlchinangel. unter dem wir Großstadlbewohner so leiden, ist aui dem Lande sehr viel weniger zu spüren. Nicht nur den Selbst- versorgern. sondern auch anderen Leulen stehen dort Milchmengen zur Verfügung, die uns märchenbait dünken. So erfahren wir, daß auf dem Gute Sckönerlinde bei Berlin der Rechnungsführer für seine fünfköpfige Familie(daS Ehepaar, zwei Kinder, ein HauS- Mädchen) täglich sechö Liter Vollmilch bezieht. Er hat wahrichein- lich ein sogenanntes Deputat zu beanspruchen, das einen Teil seine« Einkommens bildet. Aber tn Zeiten der Lebensmiitelknappheit und der LebenSmittelraiioniernng können solche Ansprüche nlchr gelten. und nur eine Vergütung in bar ist berechtigt. Dort erhält eine fünsköpfige Familie täglich sechs Liter Milch— in Berlin aber wi,d Kranke» troy ärztlichen Attestes die Milck versagt! Bei anderer und gerechlerer Verteilung würde mehr Milch in die Großstädte kommen, deren Bewohner sie wahrhaftig brauchen könnten. DaS wochenlange Warte» auf die ErwerbSlosrnuiiterstützung trifft zumeist völlig mittellose Arbeiter, treibt fie dem Hunger, der Verzweiflung und den Heyern in die Arme. Der Teufel hole die Bureaukiatte, wenn sie rö nickt fertig zu bringen vermag, daß diesen armen Teufeln die Unterstützung sobald zuteil wird, daß sie fie vor dem Aergslen noch bewahrt: SchellSrntlassung. Wie kommt ein behelfsentlassener Kriegs« teilnehmer zu teinen Mil'tärvapieren. EnilassungLgeldern sowie eventuell noch rückständigen Löhnungen? Die Vehclfsentlasienen sind doch nickt alle Deserteure oder Drückeberger. Sie haben im Gegenteil oft bis zum letzten Augenblick vorn an der Front zu» gebracht, sind aber als Kommandierle oder Versprengte auf dem Rückzüge nickt immer in der Lage gewesen, zu ihrem Truppenteil zurückzukehren. Lei der Zentralstelle der Intendantur des Garde- korps, Jnvalidenstraße, z. B. wird trotz zeitraubender Beibringung aller Papiere nichts ausgezahlt— kein Geld vorhanden uiw. Man hat diese Leute m,t Beträgen von 20—83 M. abgefunden, auf den Rest warten sie seitdem und alle ihre Mahnungen find nutz» loS. WaS soll dieser Schlendrian? Der Zigaretteawucher. Au» einem Pfund Zigarettentabak zum KleinhandetopleiS von 30—40 M. und den versteuerten Hüllen kann man rund 600 guie Zigarretten ohne Mundstück und ohne Hoplen herstellen. Im Handel kostet sie mindestens 26 Pf. Der Wucher, der mit diesem letzten Genußmittel der großen Masse getrieben wird, liegt klar zutage. Wann werden die Leichen freigezevr»? Schon vorige Woche haben wir gefordert, daß dieses Vertohien beschleunigt wird. Trotz- dem liegen noch Leichen au« den März kämpfen unbestattet in den Schaubäusern und Letchenlammern. Ter Witwe eines am 17. März Erschossenen gab die StaatSanwaltschai» einen Sckein, der dem Verwalter wiederum nicht genügte. WaS soll diese Bummelei? Folgen der Verhetzung. Dienstag obend gegen 9 Uhr ist am Hackescheu Markt ein Soldat vom KorpS Lüttwitz, der ruhig seines WegeS patrouillierte, hinterrücks von einem unbekannten Mann er- schössen worden. Dein Täler gelang eS, zu entkommen. Nach Feierabend will jeder, der seine Arbeit geleistet hat, sich der Muße überlassen dürfen. Soll diese Selbstverständlichkeit nicht auch sür unsere Jugendlichen gelten, die noch die Fortbildungs» schule besuchen? In der KriegSzeit haben die Arbeitgeber eS durchgesetzt, daß der FortbildungSuntemchr zum Teil auS der Ar- beüSzeit heraus in die späteren Abendstunden verlegt wurde. Sie begründewn ihre Forderung mit der Unentbehrlichkeit der Lehrlinge und Arbeitsburschen, und bei dem damaligen Arbeitermangel wurde ihnen nachgegeben. Heute aber, wo ein Heer von Arbeitslosen ver- gebliS noch Arbeit sucht, kann doch yon. Arbeitern, ongel" nickt mehr die Rede sein. Mit Siecht fordert in einer Zuschrift an uns ein Vater, daß in den kaufmännischen Fortbildungsschulen verlin« der Unterricht nickt mehr nach Feierabend stattfinden möge. Wir unterstützen diese Forderung auch sür alle anderen Fortbildungs- schulen, die noch Abendunterricht haben. Fassadenkletterer erstiegen in der D u n ck e r st r a ß e einen Balkon, drangen in die GeichättSräume des Schneidermeisters Um- lauf ein und erbeuteten sür 30000 M. Stoffe und Seide.— In Wilmersdorf benutzten fie in der Burgunder Straße 2 ein Obst- spalier, daS ihnen da« Klettern wesentlich erleichterte, gingen dann vom Balkon au» vor. öffneten die Wobnungstür de« Lkanfmanns T. und stahlen für 10 000 M. Wäsche aller Art, Schmucksachen, Zigarren und Zigaretten und 900 M. bare« Geld.— In der Reinickendorfer Straße 7 erbeuielen Einbrecher für 14 000 M. Korsetts, in der Frankfurter A l l e e 70 bei dem Kaufmann Sachs für 19000 M. photographische Apparate und Zubehör, in der Müller« st r a ß e 144 im Casö Ostend für 6000 M. Weine und Liköre, außer- dem 1000 M. bare» Geld, in der Frankfurter Allee 222 und in der S k a l i tz r r Straße 42 für mehrere Tausend Mark Zigarre« und Zigarette».. Eine vierköpfige Räuberbande wuvde In Lichtofeldc ans frischer Tat ertappt und hinter Schloß und Riegel gebracht. Bei einem Villenbesitzer in der Steinäckerstraße zu Lichterselde war in den letzten Tagen wiederholt durch da« Telephon nach diesem gefragt worden. Das erregte den Verdacht des Besitzers. Die Kriminal- Polizei beobachtete die Villa, als der Besitzer mit seiner Frau nach Berlin zum Theater gefahren und das Dienstmädchen allein zurück- geblieben war. Kaum war der Eigentümer fortgegangen, als eine vierköpsige Räuberbande, dvei Matrosen und ein früheres Mitglied der Republikanischen Soldatenwehc. erschien, um die Villa auszuplündern. Während zwei der Räuber den Eingang besetzten. begaben sich zwei in die Villa, zeigten dm Dienstmädchen emen Ausweis, der mit einem Stempel des Reichstags versehen war mid erllärtsn, eine Haussuchung vornehmen.zu müssen. Bevor sie jedoch dazu schreiten konnten, wnrd-ii sie von den ebseroierendcn Kriminalbeamten überrascht und festgenommen. Bei-bnen tzind man ein vorzügliche« Einbreche rwerkzeug, mit dem, wie sie selbst einräumten, alle Behältnisse erbrechen und nach Geld und Geldes- wert untersuchen wollten. ES sind alles schon vorbestrafte Burschen namens Gustav Pazarger, Berthold Hofackcr, Karl Meyer und Kurt Ratschmann. Die Lcilistellc der preußischen Staatsbibliothek. Unter den- Linden 36. ist jetzt nur bis 3 Uhr nachmittag« geöffnet. Dadurch ist ei Bieten Interessenten unmöglich, die Einrichtung in ausgiebiger Weil« be- nutzen zu tonnen. Collie fich'nicht ein« andere Regelung der Geschöftszeit ermöglichen lassen, damit die Anstalt auch in den Abendstunden geöffnet bleibt? Rennbahn Treptow. Sonntag LS-Kilomet«r- Dancrreimen und großen FrühIingSprci«<60 Kilometer). Für Flieger Armbüide-Rennen über 2000 Meter, 30 Runden Prämienjahren, AuSscheidungs- und«in Em- schädigungSsahren. Roch DeulschSftrrreich find gewöhnlich« Briese, gewöhnliche und ein- gefwriebene Poftlarten, gewöhnliche Warenproben und Zeitungen von Deutfchöflerrelch nach Deutschland all« Arten von Briessendungen zu- gelassin. Sollten Zurückleilungen von Briessendungen sich ereignen, so mögen fie unter Angab« oller Einzelheiten dem Ausschuß der Deutsch- österreicher, Kantstr. 162, mitgeteilt werden. Eingelchriebene Briese nach Deutschöstcrreich werden zwar aus den Post- ämtcrn angenommen, aber nach«inigen Tagen«rdält man fie zurück und hat noch da« Porto eingebüßt. Irgendwelche Hobe Poststelle jchemt Deutsch» österreich alS eine Art setndlichen Auslandes zu betrachte«. DaS Stabiou im Grunewalb wird am Karfreitag sein« Pforten öffnen: Radrennen des Gau 20, Futzballipiel Berliner Savspiel-Slub gegen Verein sür Dewegungslplele-Danlow und FrühlmgS-Daldlaus des Verbände« Berliner Athletit-Vereine. Beginn der Radrennen um 3'/, Uhr. de« Fuß- ballspiel« um 4's, Uhr und des Waldlaufes um 6 Uhr nachmittags. Preise der Plätze 2 Mark(Loge) und 1 Mark. Der Schwimmverein.Vorwärts-' fordert sofortigen Vau einer Badeanstalt u» Nordosten Berlin« mit Basfins sür männliche und«veibliche Personen. Der Berem bat seine GeichästSstelle in Lichtenberg, Haupt- ftratze S. Vorfitzender ist P. Schirmer, 0, 112, Krossener Str. 117. Uebung»- sumdeii aller männlichen und weiblichen Abteilungen im Stadibade zu Neutölln. Mittwoch« und Freitags von 5—'/« 7 Uhr.— Reservierter Bade- abend Dienstag, 22. April, von 6'/»— 6 Uhr. Schönrberg. Stadtrat Genosse Molkenvuhr hatte sich den anderen unbesoldeten Stadträten angeschlossen, die der neu zu- sammengesetzten Stadtverordnetenversammlung ihre Aemtec zur Verfügung stellten. Er bat im Hinblick auf fem Alter und wegen Arbeitsüberbürdung eine Wiederwahl abgelehnt und scheidet somit aus seinem Amt. Strausberg. Unter Führung der Stadt ist die„Gemeinnützstze SiedlungSgesellschaft StranSberg-Herrns« m. b. H." gegründet. DaS Waldgeläwde der Gesellschaft liegt in unmittelbarer Nähe deS VovortbahnbofS Strausberg. Die Siedlung ist als Gartenstadt gedacht. Die Einfamilienhauser erhalten schöne, große Borgärten für Obstpslanzungen und je etwa 200 Quadratmeter Hinterland für Gemüsebau. Auf gute Besonnung ist bei Aufstellung de« Bc- bcruungSplaneS besondere Rücksicht genommen, weil jede Familie ihren Jahresbedarf an Obst und Gemüse auf eigenem Grund und Bechen decken soll. Deshalb richtet sich die Gartenfläche nach der Zahl der Familienmitglieder. Pachtland für den Anbau von Kar- toffeln u. a. m. steht in allernächster Nähe in beliebiger Größe billigst zur Verfügung. Da Wasserleitung und elektrische« Licht vorhanden und die Siedlung bequem zu erreichen ist, wird voraus- sichtlich der Zuzug von Berlin ein sehr starker werden. Di« ge- planten 800 Häuser werden vermietet oder verkauft und dürften bald vergriffen sei». Auskunft über alle Fragen erteilt die oben genannte Sied- lungsgc fellschaft. stzriedrichSfelde. Die Freie Turners chast hat endllch eine Echüler- abscltiing gründen können,»in lang gehegter Wunsch der arbeltenbea Be- völkcnirig wird dadurch verwirklicht. Turnstunden Dtenötaa« und Freitags nachmittags von>/,ö bis'Iß Uhr, in der Schulturnballe. RnmmetSbmgrr Straße, unter Leitung von ölteren Turngenossen und Turnkchwestern, DI». Münner» und Zöglingsabteilung wrnt DienSIag und Freitag von VI, bl» 91/, Uhr. Die Domenabteilung turnt Mittwoch und Sonnabend von 7>j, bis O'l, Uhr in derselben Halle. Schulen IIa(sine, kommt zu« Turne«. Groß-Berliner Lebensmittel. Berlin. 1 Pfund Kafsi«�?rf.itz ab Freitag auf Abschnitt 1». Jeber Karteninbaber ist diesmal ziun Bezüge eine» ganzen Pfundes Kaffee« Ersatz bnechliai. Die Kassee-Srsatzlart« ist lorgsälfig auszubewahren.— Berlin wird 600 Gramm Kunsthoig(23) abgeben. Mariendorf. Frucktstrup auf Krankenmilchkatten«nd für werbende Mütter'/t Pfd. in den«emrwdelöden von Mittwoch bs» Sonnabend— Freitag 1—2 Ubr an blestge Pferde-, Grotzoiebballer Sirohkrastfntter. Be- zablung im Zimmer 20/21 de« Ratbaule«. Ausgabe zur gleichen Zeil Im Fullermitlellager, Gymnasium. Säcke mitbringen. Ausweis Lebens- mlttelkarte. NowaweS. ZuckcrauSgabe Donnerstag und Freitag<81 und.Zuckte- zuf-tzkarle).— Geflugelsutter(getrocknete Fifchkrabben uud GeflügelbacktuUer) wl R-tbau». Zimmer 0. Zirnnda». DaS Trocken gemilf«. daS i«tzt anSgegeben wirb, ist.blanchiert", d. b. vorgebrllbt und mittel» Heißluft getrocknet. SS ist da- hei nicht etwa mit jcner KriegSware zu vergleichen, die schlecht geputzt, unanichnlich im Aussehen und zäd ist. Bor der Zubereitung reinigt man das Trcckengemüse in kaltem Wasser von Staub. Diele« Wasser wird weg. geschllllet! man läßt das Gemüse in frischem Wasser zwei bis drei Stunden quellen und bringt e» im gleichen Wasser zum Kochen. Da« vorherige Ausquelle» kann auch miterbleiben und da» Gemüse In kalte« Wasser dann langsamer zum Kochen gebracht werden.. Eierabschnitt 76 behält bis aus weitere« seine Gültigkeit.— Bei der großen Knappheit an Milch find folgende Kürzungen zulisstg: bei einer »,,-LU«r-KarIe um'/t Liter, bei einer'/--Liter-Karte um Liter— Für Säuglingstarten und 1. Liter- Karten sür Tuberkuloie darf nicht gekürzt 10 erden. Im Fall- einer Kürzung find die Milchbändler verpflichtet,«wen der ge- kürzten Menge entsprechenden Abschniit an den Milchläuier zurückzugeben. — Als Ersatz sür die Kartotzeln aus die Abschnitte 16«nd 16 200 Gramm Roggenmchl Die Felder verlleren mit Abiaus deS 14. April ihr« Güllig- feit.— Ab 10. Zloril sür Altstadt, Stresow, Reustadt, Hakenseld« und Klostcrseide aus Feld 210 Fleisch- und Wurstlonseroe» in den Schlächter- läde». 3,60 M. Baldiger Verbrauch der Konserven angezeigt. Dt« Be- lie'erimg von Siemensstadt und Hasclborst ersolgt in kürzester Zeit. Feld 210 behalt für diese SladlteUe Gültigkeit— Feld 223(Knfieeerfatz) ver- liert mit Sonnabend seine Gültigkeit Der verbleibend« Rest kann vom Montag ab sreihändig verkauft werden.— Fn vielen Geschäften«st noch Marmelade(2.>4) erhältlich.— Fin stödtisckeii Schuppen gegenaber dem Ralhauie Sendung Kohlrüben etngetrossen. 8 M. der Zentner, und Auster- rüden 4 M. der Zentner. Berechtigungsscheine im Zimmer 408 de« Rat-- danleS.— In einer Anzahl GefchSsten find noch Erbsin(227) z« Groß-Serliner parteinachrichtea« TchSneber«. Heute 7 Uhr. Schulaula Fronkenstr. 10: Getneinsame Bezirksveifammlung sür den 1., 2. und 3. Bezirk. Referent Otto I r a n t l .DaS Wesen der Arbeiterräte." Grunewald. Morgen Frettag, 6 Ubr, bei Mtchelmann, Mit- gliederversammlung: Belichte: KreiStagSwahlen und Wahl- Vorschlag: Einrichtung eines Zahlabends. Die iozialiftischea Lehrer und Lehrerinnen deS S»e«ier«ns»- bezirk» Frautfur» a. C. treffeu sich Sonnabend, den 26. April, vairn. 10', z Uhr, ipt Zantralholel. Guben. TageSordnunzt Orgawjattoa. "1 Geschäftsbericht. Das Berichtsjahr 1918 ergibt einen Bruttogewinn von M. 13 968 696,64 gegen 12 558 092.02 im Vorjahre. Nach Abzug von Verwaltungskostau, Steuern hew. in Höhe von M. 6 963 099,75 ver- bleibt ein Beingewinn von M. 7 025 598,89 gegen 7 773 774,— in 1917. Bis in äae vierte Quartal des Berichtsjahres hinein war das Geschürt ein recht befriedigendes and der Umsatz gegenüber dem Vorjahre stark erhöht. Den gesteigerten Ertrügnissen jedoch stand die Erhöhung der Ver- waltungj.ko.iten gegenüber, die namentlich in den durch die allgemeine Tenerung notwendig gewordenen Gehalfsatubessorungen und Zuwendungen au das Personal ihre Ursache hat Der unglückliche Ausgang des Krieges und die Folgen der Revolution haben sowohl in der inneren Volkswirtschaft wie für die Entwicklung unserer ausländischen Wirtschaftsbeziehungen eine völlig undurchsichtige Eage geschaffen. Wir haben geglaubt, diesem Umstände bei der Aufstellung der Bilanz besonders Rechnung tragen zu müssen, und bringen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 5 Proz. zur Ausschüttung._• Das Wechsel- und Zinsenkonto erbrachte M. 9 341 231,59 gegen hl. 6 479 113,91 im Vorjahre, das Pro- visionskonto M. 4 210 627,32 gegen M. 3 789 084,60 im Vorjahre. Der Zustrom der fremden Gelder hat auch im abgelaufenen.Tahre angehalten, doch haben wir uns gegen Ende des Jahres namentlich infolge der politischen Verhältnisse bei langsichtigen Anlagen Zurückhaltung auferlegt. Unsere Wechselstuben haben im Berichtsjahre erfreulich gearbeitet. Unsere Zweigniederlassung in Brüssel haben wir infolge der militärischen Räumung Belgiens nach Berlin überfuhrt, nachdem wir alle Verpflichtungen gegenüber unserer belgischen Klientel abgedeckt hatten. Das Konto unserer dauernden Beteiligungen hat sich durch unsere Einlage bei der von uns im Berichtsjahr kommen ditierten Bankfirma Schwarz, Goldschmidt& Co. erhöht, deren bisheriger Mitinhaber. Herr Jakob Goldsohmidt, in unseren Vorstand eingetreten ist. Im Emissionsgeschäft beteiligten wie uns während des Berichtsjahres an folgenden Geschäften: M, 4 000 000,— neue Aktien der Alkaliwerke Ronnenberg A.-G.(Umtausch von Thiederhall-Aktien), „ 2 9,0 000,— neue Aktien der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft, Äkt-Ges., „ 4 200 000,— neue Aktien der Anhaltischen Kohlenwerke, „ 12 000 000,— Aktien der Bayerischen Motorenwerke A.-G,(inzwischen abgwickelt). „ 1 988 000,— neue Aktien der Konsolidierten AlkaHwcrkoWestoregelnlX'nntauEch gegen Roßleben Kuxe), „ 10000000,— Aktien der Deutschen Schiffspfandbriofbank Aktiengesellschaft, „ 250 000,— neue Aktien der F. Dippc, Maschinenfabrik A.-G. „ lOgBOOOO,— neue Aktien der Frankfurter Allgemeinen Versioherungs-Aktien-Gesellsch'aft, „ 2 000000,— neue Aktien der Ludwig Ganz A.-G., „ 3 000 000,— neues Koramanditkapitäl der Komm.-Gcs. Theodor Altholl, Münster i. W. „ 2 250 000,— neue Aktien dar 0. Lorens Aktiengesellschaft. , 800 000,— neue Aktien der Maschinen- und Fahrzeugfabrikon Alfeld-Delligsen A.-G. n 700 000,— neue Aktien der Waggonfabrik Aktiengesellschaft, Rastatt. Die Umsätze auf den einzelnen Konten haben sich wie folgt gestaltet; Kassa«Konto Bestand am 1. Januar(einschl. Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken).. M. 51561842,17 Eingang............................„ 8425571 251,88 M. 8 477 133 096,55 Ausgang............................... 8 480 144 521,39 Bestand am 31. Dezember(einschl. Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken) M. 46 988 575,16 WechseisKonto Bestand am 1. Januar.......................... M. 158 251 530,52 Eingang.............................. 2 516 863 345,74 M. 2 075 114 876,26 Ausgang.............................. 2 437 996 650.99 Bestand am 31. Dezember......................,. k. 237 128 225,27 Sorten» und Kupons-Konto Bestand am 1. Januar.......................... M. 2 237 955,10 Eingang.............................. 138 277 670,63 AI. 140 515 625.93 Ausgang............- 137442 4.50.91 Bestand am 81. Dezember...................».,.'. M. 3 073 175.02 AkzeptenrKonto Im Umlauf am 1. Januar................. M. 27 469 140,54 Zugang.............................- 217 844 034,59 ,M. 245 313 175,13 Abgang...- 226 673-28;), 63 Im Umlauf verblieben am 31. Dezember.................. M. 18 634 889,50 Konto»Korrent>Konto Saldo am 1 Januar i........ Kreditoren M. 246 466 946,39 Kredit.9 631 817< e0.5), 1)1. 9 87» 234 726,95 Debet................... 9 503 939 299.66 Saldo am 31. Dezember Kredi'.oren M. 874 845 427.29 und zwar Guthaben bei Banken Und Bankiers M. 17 897 712,39 Vorsobüase auf Waren und Waren Verschiffungen.....«..., 3 782 600,— gedeckte Debitoren......................., 150 416515,77 ungedeokta Debitoren................,.,.... r 59 682 000.— "�4. 231 778 82�,10 Kreditoren...........................,. M. 606 124 255,45 Effekten« und Konsiortial-Konto Bestand am 1. Januar.......................... M, 161 860 842,19 Eingang.».....«....WO................ 1 190 115 820.38 M. 1 351 476 662.5? Ausgang.......... 1 149 306 995.49 Bestand km 31. Dezember.......... M. 201 660 667,06 Di© F.Jfekten-Beständo umfassen: Anleihen und verzinsliche Schatsanweisnngen des Reichs und der ßnndesstaaten.................... M. 9 399 817,25 sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentrale otenbankon beleih- bare Wertpapiere...................» 442 293,80 sonstige börsengängige Wertpapiere: festveiainBliche Werte.......... IC 1 303 042,55 Aktien von Eisenbahnen und Banken...., 1 918 847,70 Aktion von Induatrie-Oezellaohafton..... 6>50 280.35, 12 177 171,10 ■»nstigo Wertpapiere....................« 5 475 41 5,"0 eigene Effekton............................. iL 27 694 197,45 in Prolongation genommene Effekten und Lombardgelder ,»»»»»....., 152 230 657,50 M. 179 924 884,95 Auf Koneortial-Konto betragen unsere Einsahlungen! Fpatvarainalioba Werte.................... H. 6 569 952,25 Eisenhahn-, gehiffahrts- und Bank-Aktien„ 8 129 928,23 Grundstücksgeaofaäfte(Berlin und Vororte)„ 4318 082,20 diverse Industrie-Unternehmungen.......... � � � 782,13 Von dam zur Verfügung der Gener�versasualung verhlelbonden Reingewinn schlagen wir vor, eine Dividende von ö'/» an unsere Aktionäre mr Ausschüttung zu bringen, so daß sich vorbehaltlich der Zustimmung unserer Generalversammlung folgende Verteilung des Roingewituis ergibt; n•/. Dividende auf M. 90 000 000,—...................... M, 4 500 000,- Zuweisung zum Bcamten-Penaions- und Untetaftttanags-Fonda ,, 260000,— Rückstellung für Talonstauer..............,.......... 210 000,— Gewiiinantoil dea Aufsiohterats einschließlich Steuer........„ 219 040,43 Gewinnanteil dos Vorstandes(ordentliche und stell ver tretende Mitglieder).....„ 518 964,94 Vergütungen an Prokuristen und Beamte ,, 1100 000,— Gewinnvortrag auf neue Rechnung........................ 227 591,52 k. VttjAoS.yb Unseren Angestellten haben wir auch im abgelaufenen Geschäftsjahre neben den üblichen Weih- nachta- und Abschluß-Gratifikationan Teuerungszulagen gewährt und die Angehörigen unserer im Felde a tobenden Beamten wiederum fortdauernd bedacht. Für das Vaterland fielen unsere geschälzten Mitarbeiter, die Herren Paul 6a uar, Dr. Wilhelm Beyer, Hugo Bogenzchneidor, Wilhelm Oasper.Rudolf Conrad, Fritz Eisberg, Hainrioh Heyer, Artnr Huth, Paul Krug, Wilhelm Lebmann, Erich Lauaohner, KurtLüdka, Max Müller, Arthur Pawlitzki, Otto Rappel. Oarl Rave. FranaScheier, Paul Schiersch, Friedrich Sohliophaek, Ernst Völker. Ihr Andenken wird von uns stets in hohen Ehren gehalten werden. Berlin, im April 1919- Nationalbank für Deutschland. Der Vorstand. Wittaabarg. Schacht. Goldsohmidt. Dem vorstehenden Bericht, mit dessen Inhalt wir einverstanden sind, haben wir nichts hinzuzufügen, Die Bilanz sowie das Gewinn- und Verlustkonto sind von einer ans nnaerer Mitte bestellten Kommission geprüft nnd mit den ordnungsmäßig geführten Büchern übereinstimmend befunden worden. Am 4. März d. J. verstarb unaer Mitglied, Herr Generaldirektor Dr. Ing. Max Meier in Bismarck- hütte, der seit einer Reihe von Jahren unserem Kollegium angehört hat. Der Verstorbene war uns durch seine reichen iadaatrielien und kommersiaUen Erfahrungen und durch ausgezeichnete Eigenschafton dos Charakters ein besonders wertvoller Mitarbeiter, dessen Andenken bei uns in Ehren bleiben wird. Berlin, im April 1919. Der Aufsichtsrat der Nationalbank für Deutschland Wittlas, Vuntaeodet. XVEiMtAMF: Pf OBIGEM-_ ¥OSW€KE M i*a WnsSCWEji KAYENCEN , SEI DEM .Mein-Asien Ceniral-Aslen. BLDAPESTERSfR.2/} Rclchstm Ertrag liefert unser BleiweaSit-SaiaeB Sortiment in 6 Sorten M. 6,50, In 13 Sorten 2R. 650 frei. vlite Puffbohnen, zur Saat, 125 ar. Mmter M. 1�5 frei, 1 Kilo M. 8.— u. Porto u. Pcrpadnng. Japan. Stumencofcn. reizend, Sommerflor, 1 Pater}. Besäen von 5 qm Fläche 90 Pf. frei. übet all« Samen u. Pflanzen, besonder» auch für Balkon und Lauben, umsonst. 8tWger& Rotter, GSrtnerei, Erfmt 5. Siell anstatt | mit den besten und modernsten Apparaten für elettrvpb.)- ! flkaltsche Licht- u. Natur-SeUmetbode. Die miflenschastlich anerkannte und glänzend bewährte Behandlung mit den I. Künstliclien Höiitnsannen" eis Eripp für B-handUmg in den vochgedirgs-Sanatotien. 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Erfolg behandelt worden bin. habe ich in Ihrer Hell- anstalt wieder Heilung gesunden und wurde vom Kreis- arzt, der mich vorher für dienstunfähig erklärt hatte, nach genauer Untersuchung wieder für dienstfähig befunden. Seit dem 16. Oktober 1918 erteile ich 4 Stunden ununterbrochen Unterricht. Dies schreibe ich Ihnen ghne jegliche Beeinflussung Ihrerseits. Auch meiner Frau, die bei Ihnen dehandelt wurde, geht es ausgezeichnet(litt an tuberkul. Halsdriisenoereiterung)."— Herr Werkmeister p. Völker, Berlin, Utrechter Str. 25, schreibt:„Nachdem ich mehrere Woäien in einer ärztlichen Klinik ohne Erfolg behandelt worden war und mir schließlich der rechte Arm abgenommen werden sollte, habe ich mich in letzter Not an Ihr» Anstalt gewandt und bin mit 45 Behandlungen von meiner vluknerglskung und Vereiteruno de» rechte» Arme« HU» dar Hau» geheilt worden.�— 4. Frau Maglstratsasslstent yerrmnnn»u» Kottbus. Laustger Skr. 14, schreibt i»Ich bin von meinen steschwüren mit M Behandlungen völlig In Ihrer An- | statt gehellt worden, nachdem ich 12 Jahre lang ander- > weitig ohne Erfolg behandelt worden war. Ich fühle mich o wohl und gesund, wie ich mlch noch nie gejühit habe.'"— >. Herr Fe»erwerk»lcutnant Vtasehlnnk», Neukölln, Weser- I Straße 81(jetzt Königsberg u Pt.) schreibt:„Meine Mutier, meine Schwester, meine Frau und Ich find in ! Ihrer Anstalt geheilt und gebessert worden: die Mutter von chronischem IKagenIatdea, die Schwester von»ups- schmerzen«od Sch>u»erhörlo»el». meine Frau von '> Vlogeuteldsn und ich yerz- und von uflgemelner ncraSfer Abfpg.-.aunv.-— g. Frau Restaur. Hering, . Berlin, Schönhauser �lllee 87, schreibt:»Ich bin vor ' mehreren Iahren bei Ihnen Basedowscher«tronksteit gcbi 1 barkeit habe ich Ihnen viele Patb ! empfohlen. Sollte steh irgend ein Leiden bei mir bemerk- bar machen, so werde ich mich sofort wieder au Sie von Herzleiden und| eilt worden. Aus Dank- Patienten mit gleichem Leiden! ,,,,...... an wenden.'— 7. Herr Tt. Hees», Ten'.pelhos, Kaiserin- Augusta-Straße 67: Von 5 Monate alter, stark eiternder, breiter Opera tloun-Vuuch-»ud varmflflel geheilt (vorher zweimal operiert).— 8. Herr B. cherrmau»,| Rahnsdorf. Dorff tr. ß: Von tuberkulöser Brust» und i Vi pp an fell Vereiterung geheilt.— 9. Herr A. Schön,] flätigtk- Graetzftr. ff 6: Frmi Bon Vieren �B��WMa»WW»rreptow, I Blasenleiden geheilt.— 11. Frau Sennesch Berlin, Schreinerstraße 11: Von| | Auterlelbol-r»»« und AlugerveroUernng finger sollte abgenommen werden).— rit. Vlarskaw, Schönebcrg, Ebersstr. 56: Bon 13. Frau C. Sreun». Ehr�iottenbittg. Peftalozzistr. 53: Bon v,.'i>a::eiitzstndnng ttu«nflrsch-nt-I geheilt.- 14. Frmi A. Zleubcne-, Eharlotienburg, Kaiserin- Augusta-Allee91, l-Ansg. I Tr.: Bon«ernenschmerzen in der Hüfte ! 15. Frau E. yodars, Bon und Unsähigkeit zum Gehen geheilt.— I ladurs, Berlin, stolberger Straße 2L/A:> Aeruen.«. Snochenhunt-Sasziindung(voll- wvviavti niro» vt/ vviit|t<;rit 4Jt.lUt.tl Herzschwäche. Heberschwellung u. Mageukreba.- 17. Frau tl. Guabaner, Eiiinlottenburg, Holser- "" drtch-S.....--_—- �onMttng_.1__ M. tä. Familie Kirchner, Stegllg, Albrechistraäe 107: 1 Vier Personen von versaiiedrnen Leiden geheilt(gern zu ' Auskunft darüber bereit).— 19. Frau 9HBu»d»rllch, ! Berlin. Schwedter Straße SSO: Bon Vtagra-»ud i Varnigeschwüre« gfbeilt.— SO. Frau ff.«egies. Berlin, Reanderstraße 5: Van Zlernenschuierze« im aanzen Sörpar geheilt.— Oeteeante hedsnälungs- räume lür l>»ma» u. Neimen!— Spreod- u.Sebsnäiunxs» zeit: d— l, 4— 7>/>— Soaa- und Feiertag: 9—1, Aerztliche Aiistaltslcitung: Hellanflall-bestger* Professor P. 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November 1918 entlassen sind, auf daZ Entlassungögeld und den Entlnssung�anzug. In einer unbe- grelflichenAerblendungundKurzsichtigkeit l)aben sich bisher KriegSministerium u-nd Reichs fincmzunn isterium der Erfüllung dieser berechtigten Forderungen widersetzt. Kein Wunder, wenn die Empörung der Kameraden wächst. Alle Vorstellungen, alle Warnungen des Reichsbundes hat man in den Wind geschlagen. Statt die Leitung der Versorgungsabteilungen einem für diese Auf- gäbe gänzlich ungeeigneten feudalen Herrn von S ch m e t t o w aus den Händen zu nehmen und sachverständigen, sozialpolitisch gebildeten Persönlichkeiten zu übertragen, wird für das VersorgungSdcpartement ein Artillerie- oder Kavallcrieoffizier nach dem anderen ernannt, die ohne jede sachliche Vor- k e n n t n i s sich einfach in diese Posten setzen u-nd dort die Sekretäre und Expedienten nach dem alten Stil weiterwursteln lassen. Es ist geradezu ein Hohn, wenn man bedenkt, dast man mit dem Ver- sorgungswesen im Kriegsministerium die Militärgeistlichkeit, die Militärgerichtsbarkeit, das Disziplinarwesen der Offiziere und die Ehrengerichte der Offiziere verkuppelt hat. Auch die lässige Durch- führung der reichsgesetzlichen Regelung der Kriegsbeschädigten- und Hinterblieibencnsürsorge, zu der man den Vertretern der Organi- sationen nur einen bescheidenen Einfluß einräumt und die alten Wohlfahrtsherren und-damen nach wie vor schalten und walten läßt, hat viel Erbitterung erzeugt. Dasselbe trifft auf die verzögerte Durchführung eines wirksamen Einstrllungszwangrö zugunsten der Kriegsbeschädigten zu. Dem NeichSwehrmiutster legt der Reichsbund nahe, sich zunächst einmal etwas eingehender um diese Verhältnisse zu bekümmern, statt voreilig abschreckende Erlasse herauszugeben. Auch wir warnen unsere Kameraden vor jedem unbedachten Schritte und raten ihnen, alle friedliche» und gesetz- lichc« Mittel zu ergreifen, um zur Durchführung ihrer Ziele zu ge- langen. Zu politischen Zwecken sollen sie sich nicht miß- brauchen lassen, darüber sollen sie jedoch nicht im Zweifel sein, daß der Reichsbund der KriegSbeschädigteil, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen in der Verfechtung ihrer sachlich berech- tigten Ansprüche rückhaltlos auf ihrer Seit« steht. Tppen. , Neue bayerische„Volköführer". Wenige Tag« nach dem Novembersieg der Revolution prägte Karl KaulSkl) daS� Wort, die sofortige restlose Durchführung des Sozialismus nach bolschewistischem Muster wmdc Deutschland„in ein T o l l b a u S verwandeln". Damals stimmte ihm ein großer Teil der Unabhängigen noch zu, ob es jetzt noch der Fall ist, bleibe dahingestellt. JedensollS scheint die neue Münchener Regierung emsig bestrebt zu sein, das TollbauS auch äußerlich zu markieren. Ueber die Persönlichkeiten wildgewordener hysterischer Literaten ü la Erich Mühsam ist hier schon das Nötige gesagt worden. Doch verlohnt«S auch, die Neuerscheinungen der jetzigen Münchener Regierung zu betrachten. Da iit der Außenminister Dr. Lipp, ein bisher in Bayern ' gänzlich unbekannter Mann. Wie unser Nürnberger Parteiblatt, die„Fränkische Tagespost", feststellt, hat Dr. Lipp bereit« zwei- mal we Oen Größenwahns im Irr enhauie gesessen. Ihm ist also daS TollhauS nichts Neues. Aber an seiner Geistes» Verfassung trifft Herrn Lipp wenigstens keine persönliche Schuld. Schwerer wiegt es. daß Herr Lipp Spion der Kaiserlich deutsche» Regierung in Italien gewesen ist und während des Krieges im Auftrage der Politischen Abteilung des deutschen Generalstabs der Zimmerwaldcr Vereinigung beitrat und als Mitglied derselben die revolutionäre Bewegung in Italien organisieren half. Kurz vor Ausbruch der Revolution denunzierte Lipp n�ch Kurt EiSner und CriSpien bei der Politische» Ab- teilung de» Großen Genoral st ab S. Jetzt ist er bayeri- scher Außenminister. völlig in das Milieu passend ist auch der Finanzminisier Silvio Gesell, der vor dein Kriege Schriften über die Theorie des G«'»s schrieb, die in allen wissenschaftlichen Kreisen Heiterkeit und Wis.rspruch erregten. Namentlich auch von sozialistischer Seite wurden die Theorien Gesell« als gänzlich unhaltbar und unwissenichaft- lich kritisiert. Seine Befähigung zum Finanzminister dürfte damit erwiesen sein. Bei der Ausrufung der Räterepublik in Augsburg spielte' als Führer ein Dr. Rothenfelder eine besondere Rolle. Dieser Rätcführer ist von Hause auS F ranzrSkanermönch und hat die niederen Weihen glücklich über sich ergehen lassen. Kurz vor dem Kriege trat er aus dem Orden au« und betätigte sich in Augsburg al» Literat. In den ersten Kriegsjabren schrieb er für die.Augsburger Neuesten Nachrichten" Gedichte voll glühendstem Piuri»tist.'.us und nationalistischem Ueber, chivang. Als die all- deutsch» Hetze gegen Wilson« Lermitilungsversuche einsetzte, war einer der wüstesten Kläff»r gegen Wilson in SugS- bürg der genannte Dr. Rothenfelder. Jedoch konnten ihn dieis literarischen Leistungen nicht auS seinen ewigen Portemonnaienölen bringen, die in Augsburg stadtbekannt waren. Wie es scheint, geht sein Literaturgeschäst unter bolichewistischer Firma jetzt besser. So sehen die Leute äuö, welche an die Stelle der in Partei« diensten ergrauten.Verräter" treten. Wer ist öer Narr? Die Berliner unabhängige.Freiheit" veröffentlicht eine Er« klärung des Zentral-Soldatenrat« des 4. L.-K. zu den Magdeburger Vorgängen, m-der versucht wird, die angebliche Miliiärrevolte in ein möglichst harmlose» Lich: zu setzen. Zu diesem Schreiben bc- merkt die.Freiheit": .Der Brief ist auch dem.Vorwärt«" zur Veröffentlichung übergeben worden. Aber nur ein Rarr wird erwarten, daß der „VotwärtS" den Mut finden wird, vlc Darstellung seinen Lesern zu unterbreiten." Mit dieser Prophezeiung ist die.Freiheit' gründlich herein« gesallen, denn in der gleichzeitig mit der„Freiheil" erschienenen Abendausgabe des„Vorwärts" vom Dienstag ist der Brief des Magdeburger Zentral-Soldatenrots auf der ersten Seite und sogar vollständiger als in der„Freiheit" abgedruckt, welche daS Haupt- stück, die dem Brief beigelegte Resolution, fortgelassen hat, während der„Vorwärts" sie bringt. Wer der Narr ist, kann hiernach nicht zweifelhast sein, nur daß die Narrheit der„Freiheil" einen sehr bösartigen Beigeschmack Hot. Wir sind nun gespannt, ob die.Frei« heit" ihrerseits den Mut besitzen wird, ihren Lesern mitzuteilen, daß ste einmal wieder ieichtferng und grundlos verleumdet hat. Fortführung üer Sozialisierung. Regierung und Sozialifierung. Berlin, s. April.(Amtlich.) Die Soziali sierungS« ! o m m t s s i o n hat ihr Mandat in die Hände der Regierung zurückgelegt. Die Ursache ist weniger in sachlichen Gegen» sätzea als in persönlichen Empsindsamketten der Soziallfierungö> koinmission zu suchen. Der ReichslvirtschaftSminister hatte bei dieser Lage der Dinge in einem Schreiben an die SozralisierungS«. kommiifion betont, daß er die Möglichkeit eine« gedeihlichen Zu« fanunonacbeitex» immer mehr schwinden sehe. Die Sozialifierungs- kommission hat aus dieser Auffassung des Herrn MnisterS Wissell die Konsequenz gezogen und ihr Mandat niedergelegt. Die Re- gierung wird nun, wie ihr daS ja auch staatsrechtlich und faktisch zustand, auf dem Wege der Gesetzgebung die notwendigen Soziali- fierungSbestrebungen und dir weitere gemeinwirtschaftliche Organi- satiou der drutschrn Volkswirtschaft allein durchführen. Das internationale �rbeiterrecht. Fertigstellung des deutschen Entwurfes. Der deutsche Entwurf von Bestimmungen für den Friedensvertrag über internationales Arbeiter- recht ist nunmehr entsprechend dem im Reichsarbeitsamt ausgearbeitete« Programm fertiggestellt worden, um von den deutschen Vertretern bei den Friedensverhandlungen vorgelegt zu werden. Inzwischen sind bekanntlich in Bern auf dem Sozialisten- kongresj und der Gewerkschaftskonferenz Beschlüsse für eine inter- nationale Regelung drS Arbciterrechts angenommen worden, die im allgemeinen mit dem deutschen Programm übereinstimmen. Sollst bei den Friedensverhandlungen der Wunsch laut werden, diese Beschlüsse den l&erlnurdlungc» zngrundc zu legen, so würde von deutscher Seite voraussichtlich nichts dagegen eingewendet werden. Kinöer im Gefängnis. Menschenrecht statt Buchstabenrecht! Wir erhalten folgende Zuschrift, der wir durchaus beipflichten: Haben wir wirklich eine Revolution gehabt? Oder haben wir's nur geträumt? Eine Zeitungsnotiz meldet mit trockenen Worten, daß der 14jährige Lehrling Hans Ball wegen Beteiligung an den Unruhen in Lichtenberg zu einem Jahr Gefängnis ver- urteilt wurde. Ich zweifle keinen Augenblick, daß nach den Buch- staben des Gesetze« hier Recht gesprochen wurde, auch nicht daran, daß daö Kriegsgericht überzeugt war, das Vorhandensein der er- forderlichen Einsicht bei dem 14jährigen feststellen zu können. Aber — hatten wir eine Revolution, warum wurde solches Buchstaben- recht, solche unpsychologische Auffassung nicht beseitigt? Als im Jahre ISOS ein krasser Einzelfall Dr. Curt Abel-MuSgrave ver- anlaßte, einen Appell an das öffentlich« Gewissen zu richten, ging einmütiger Protest durch die deutsche Oeffentlichkeit. Unsere Jugendgerichte sind noch bei weibein nicht voll ausgebaut, aber doch ein Anfang. Das Kriegsgericht hat kein Jugendgericht, ober ist daö Kind etwa reifer, urteilsfähiger im Bela- gerungszustand? Will man leugnen, ivie stark vollends die Revolutionsromantik auf die Jugend wirkt, genau wie vorher die KriegSromantik? Aus Drang nach Erlebnissen und Betätigung, aus jugendlicher Entflammbarkeit sehnten sich 14jährige vor vier Jahren nach der Front, 2 Jahre später nach dem U-Boot. Heute lockt die Räuberromantik von Spartakus— so sieht„die zur Er- kenntniS der.Handlungen erforderliche Einsicht" aus. Schon bei manchem der früheren Spartakusprozesse, wo es sich um 1V-, 17», 18jährigc handelte, konnte man sich des Gefühls nicht envehren, daß hier Buchstabenrecht zu lebendigem Unrecht führte, im Fall des 14jährigen verdichtet sich das Gefühl zur Gewißheit. Wohl ist weltfremder Idealismus nicht angebracht- Diese Berliner Jungen entsprechen als Produkt der verrohenden Kriegs- jähre, der Aussichtslosigkeit, der hohen Arbeitslöhne und einer da- durch bedingten viel zu frühen Selbständigkeit völlig der allgemei- nen Sittenverwilderung: es befinden sich unter ihnen auch be- sonders gefährliche, vor nichts zurückscheuende junge Menschen. Trotz alledem— sie sind jung, unfertig, sind ZukuuftSmaterial. Die meisten bergen die verschiedensten Entwicklungsmöglichkeiten, müssen sie durchaus zu Verbrechern gemacht werden? Das Gefängnis aber zwingt sie auf den abschüssigen Weg aller Vorbestraften. Werden etwa die Gefängnismonate diese Knaben bessern, sie erziehe«, sie körperlich und geistig kräftigen, reifer und widerstmchsfähiger machen gegen die nächsten Versuchungen? Keiner glaubt eS, aber das BehärruingSver mögen siegt, läßt iveitere Fehlurteile zu nach den alten Tafeln. Fehlte es bisher a-n Zeit und Gelegenheit, unser Strafgesetzbuch und bürgerliches Gesetzbuch im neuen Geist umzugestalten, so liegt umsomehr Anlaß vor, in dringlichen Fällen (und die'Frage der Jugendlichen vor Gericht ist dringlich). Nvt- gefetic zu erlassen. Die Deutsche Nationalversammlung mutz sofort ein Notgesetz schaffen, demzufolge auch daS Kriegsgericht schuldige Jugendliche mindestens bis zum 17. Iah« nicht zu Gefängnis, son- dern zu Erziehungsmaßnahmen zu verurteilen hat. Di« Ausgestaltung dieser Maßnahmen zu einer wirklichen Für- sorgecrziehung ist eine der ersten Aufgaben der Jugendpflege in einer freien Republik; es gibt mustergültige Beispiele im Aus- laude, die unS zeigen, wie man sie nicht als Strafanstalten ge- staltet, sondern als.Seelenschmieden". Adele Schreiber. Der �ngesielltensireik in Herlin. Slnnahuie des Schiedsspruches. Berlin, v. April. Angcstelltenstreik in der Berliner Metall- induftrie. Zu dem gestern abend verkündeten Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses hat die heute stattgehabte außerordentlich« Hauptversammlung des Verbandes Berliner Metallindustrteller Stellung genommen und folgende Entschließung gefaßt: Obwohl der Schiedsspruch in vielen Punkten die Grenzen überschreitet, inncrlxrlb deren eine der deutschen Volkswirtschaft ersprießliche Aeitersührnng der Betriebe möglich erscheint, nimmt der Verband den Schiedsspruch im Interesse deS Friedens an. Diese Entschließung wird der Verband innerhalb der in dem Schiedsspruch gesetzten Frist bis F«itag vormittag 10 Uhr dem SchlichtunzsauSschuß Groß-Berlin einreichen. * Die Betriebsversammlung der Angestellten der Bergmann- Elektrizitäts-Werke, A.-G.» Berlin, findet DomrerStag, mittags 1 Uhr, in den„PharuSsälen", Müllerstr. 142, statt. Erscheinen aller Äollegiumm und Kollegen unbedingt erforderlich. _ Die Streikleitung. Vorsichtsmaßnahmen in Italien. T. K. Lugano, 9. April. Nach italienischen Meldungen sind wegen der ständig tvachsenden Unruhen i m ganzen Lande bereite Vorkehrungen getroffen worden, um die itaiienische Kö- nigSfamilie beim Ausbruch der Revolution in Sicherh'eit zu bringen» Zu diesem Zwecke liegt schon seit einiger Zeit ein italienisches Kriegsschiff im Hafen von Civita Bechia, auf dem König Emanuel und seine Angehörigen ihre Flucht bewerkstelligen sollen._ der Nlarstallprozeß. Klawunde als Zeuge. Ex-Kvmmondant Klawundc erklärt als Zeuge: Nachdem die Kämpfe am Alexanderplatz drei Tage gewüte: hattc«, bekamen die Truppen der Kommandantur Hilfe von der Marine- Brigade. AIS daS Detachcment in die Nähe des MarfdallS kam, bekam eS Feuer, so daß die Leute Schutz suchen mußten. Nachdem die ersten Schüsse gefallen waren, entstand eine große Bewegung und die Leute deckten sich zunächst so gut wie möglich und dann entwickelte sich die Schießerei. Vors.: Ein Befehl, daß das Marstallgebäude besetzt werden solle, lag nicht vor?— Zeuge: Nein. Es waren zwei AngrifsSkolonnen gegen den Alexanderplatz in Bewegung. Die erste sollte nördlich über die Friedrich-Wilhelm-Brücke nördlich am Schloß vorbei vorgehen, die zweite südlich des Marstalls über die Kur- fürstenbrückc.— Vors.: War nicht in Erwägung gezogen, was mit dem Marstall werden sollte?— Zeuge: Von der Kommandantur ans nicht.— Vors.: War ettvas über die Zuverlässigkeit des 12. Depots bekannt geworden?— Zeuge: Es schwirrten Ge- rächte umher, daß das 12. Depot nicht regierungstreu sei.— Vors.: Können Sie tatsächliches Material für die Berechtigung dieser Ge-' rächte erbringen?— Zeuge: Nein.— Vertreter der Anklage: Es ist doch merkwürdig, daß man nicht die fragwürdigen Elemente hinausgebracht hat.— Zeuge: Dazu hätte doch gehört, daß die einzelnen Personen genau hätten bezeichnet werden können, die un- zuverlässig wären. Im Verlaufe seiner weiteren Vernehmung erklärte der Zeuge noch, daß ein Teil der„R.S.W." ganz offen gegen die Regierung auftrat. Auf eine Frage der Verteidigung, ob ihm bekannt sei, daß zwei Kisten Dynamit, welche aus Oranienburg kamen und fiir die Pionierkompagme der Garde-Kavallerie-Schützen-Division bestimmt waren, nur deshalb in den Marstall gelangt seien, weil die Leute nicht wußten, wo sie da- mit hin sollten, erklärte der Zeuge, daß ihm hiervon nichts bekannt sei. Der Zeuge Depoiführcr Fritz Schulz vom 12. Depot wurde von: Vorsitzenden darauf hingelmescn, daß die Tatsache, daß�cr mehrfach mit dem Tode bedroht worden sei, ihn nicht veranlassen dürfe, von der Wahrheit abzuweichen und irgend etwas zu ver- schweigen. Er bekundete, daß Stimmung und Disziplin der ..R. S. W." zu Anfang sehr gut gewesen seien, die Zerfetzung inner- halb der Truppe habe erst nach Einsetzung des Füirser-AuSschuss'eS und nachdem die Soldatenräte ihre Verhetzeilde Tätigkeit begannen, eingesetzt. EL hieß vlötzlich, daß nur noch organisierte Leute ein- gestellt werden dürfen, die Soldatenräte, insbesondere ein gewisser Riesch, hielten auf dem Hofe der Hcrtzberg-Kaserne aufwieglerische Reden, so daß mit oeu Leuicn überhaupt nichl mehr zu arbeiten war. Die Soldatenräte fingen an zu betzen, die Leute sollen picht ablösen, sondern in den Käsern«, bleiben, da ste anderweitig Benvendung- finden würden. Dem Zeugen war eS deshalb nicht möglich, die nötigen Sicherheitöwachcn für die Bahnhöfe, Proviantamt usw. zu- sammenzubringen. Als er den Hetzereien mit dem Hillweise ent- gegentreten lvollte. daß die„R. S. W." von der Regierung Kost, Be- soldung, Logis erhalte und deshalb zu der Regierung, der sie Treue geschworen habe, auch halten müsse, sei ans den hinteren Reihen der Leute gerufen worden:„S teilt den Hund an die Wand und schießt ihn tot!" Eines Tages kam-in Zivilist und brachte einen Brief an den Soldatenrat Riesch, folgenden JnbaltS: „Bitte dem Kurier Hilfe mitzugeben. Unsere Kameraden �stehen mit der Marinedivision zusammen im Kaiilpfe, Eile tut not." Um 4 Uhr verbreitete sich die Nachricht, daß die Wache im Marstall mit den RcgierungStruppen im Kampfe liege. Die Soldatenräte stellten siyforl, trotz des Widerspruchs des Zeugen, eine Abteilung zusammen, die mit Maschinengewehren ausgerüstet wurde. Am Hermannplatz seien dieser Abteilung aber Kuriere der Matrosen entgegengekommen, welche riefen:„Kinder, es ist heller Blödsinn, wenn Ihr nach Berlin geht, es ist dort alle» verloren!" Al» der Zeuge dann nach der Hertzberg Kaserne kam, war der Auftuhr sclwn im besten Gange, es wurde geplündert, die Leute beschossen sich selber. Nunmehr wurde Hauptmann Erich Marx, Generalstabs- ofsizier der Kommandantur, vernommen: Am ö. März abend» hatte die Garde-Kavallerie-Schützen-Division den Befehl über die Schloßinsel, den Marstall usw. übernommen. Sie hat erst am 6. März nachmittag» den Befehl gegeben, den Marstall zu besetzen. An sich hotten die 3. und S. Kompagnie das Recht, im Marstall zu bleiben. Der Zeuge verneinte die Frage, ob bei der Kommandantur lelephonisch angefragt worden sei, was mit dem Marstall geschehen solle, er kann auch nichts darüber sagen, ob heimlich Muniiion in den Marstall gebracht worden war.— Zur Aufklärung über weitere Fragen, die auf militärischem Gebiete liegen, soll auf einen Antrag der Verteidigung der Koiilmandcur der Republikanischen Soldaten- wehr Müller geladen werden.— Zeuge Appich. Polizeipräsident von Neukölln, ist am Morgen des 6. März, infolge von Gerüchicn über die beginnende Unzuverlässigkcit dqr Leute d-S� 12. Depots dorthin gegangen, hat auch mit dem Soldatenrat gesprochen und keinen Zweifel darüber gelassen, daß er in dem Augenblick, wo die lmtsradilale Strömung im Depot die Oberhand gewinnen sollte, ge- zwungen wäre, Regierungstrnppe» herbeizuzitieren. Während dieser Besprechung kamen Kuriere der Volks marine- d i v i s i o u, welche anscheinend die Aufforderung brachten, ste schleunigst zu unterstützen. Der Zeuge hat einen der Airgeklagten dringend gebeten, alles einzusetzen, damit kein« Dummheit geschehe. Er hat gehört, daß auf dem Kasernenhcffe Hetzreden gehalten sein sollen, die darauf hinausliefen, daß es Pflicht fei. in den Kampf für die VolkSmarinedivision einzugreifen.— Der Zeuge Kriminalbeauftragter Thicmann bat de» Eindruck gehabt, daß im De- pot 12 die Stimmung sehr weit nach links gedrängt worden sei, und zioar infolge der unerhörten Hetze, die j>en Effekt hatte, daß au» dem Soldatenrat die Mitglieder der S. P.D. herauögebrSngt und durch 11. Soz. ersetzt wurden. Die Leute der 3. Kompagnie, die hier auf der Anklagebank sitzen, seien vollständig unschuldig. Es sei auch hier loieder die alte Erfahrung: die Heyer haben eS verstanden, als sie merkten, daß die Sache böse auszulaufen drohte» ihre Haut nicht zu Markte zu tragen, aber die Dummen sollen die Suppe auslöffeln. Neber die Gesuche der VolkSmarinedivision um Hilfe habe sich eine Diskussion entwickelt, in welcher der Soldatenrat Müller u. a. er» klärt habe:«Ihr werdet wohl wissen, was Ihr als Arbeiter zu tun habt!"— Der Zeuge Hegel mann, stellvertretender wepot- fuhrer im 12. Depot, äußerte sich u. a. dahin:„Der Soldatenrai habe alle Gewalt an sich gerissen; wir waren gewissermaßen nur Puppen, ebenso die Kompagniesührer, und waren fast ganz aus- geschaltet.— Der Betriebsleiter H ö n k c hat ein böses Abenteuer gehabt. Zwei über den Schloßplatz gehende Offiziere waren noch vor Beginn der Kämpfe von Matrosen, denen sich lärmende Zivilisten anschlössen, überfallen, mißhandelt und in den Marstall gezogen ivordcn. AIS der Zeuge sich gegen diesen Exzeß auflehnte und eS darüber zu Auseinandersetzungen kam, wurde er plötzlich für verhaftet erklärt und trotz lebhaften Protestes ohne sichtbaren Grund in einem Auto zwangsioeise nach dem Neulöllmr Depot gebracht. Dort erfolgte seine Freilassung und er begab sich wieder nach dem Marstall zurück. Als er auf dem Schloßplatz ankam, begann eine Schießerei, die nach seiner bestimmten Beknndung vom Marstallgebäude ausgegangen sei. Er bat be- stimmt wahrgenommen, daß 5 bis 6 Schüsse ans einem Eckfenster oder vom Gerüst des MarstallgebäudeS fielen, die beim National- deirfmal einschlugen. Diese Schüsse waren die ersten und haben die darauf folgende Schießerei eröffnet.— Mehrere Angeklagte bc- haupteten. daß die Mitzlmndlungen der Offiziere seitens der Zivi-' listen erfolgt seien und' die Biannschaften sie gewissermaßen in S ch u tz h a f t genommen hätten.— Zeuge Bnreaubeamier H e n tz c, der zusammen mit Hönke an« dem Marstallgebäude gegangen war, bestätigt, daß bestimmt die ersten 5 bis 6 Schüsse aus dem Marstall- gebäude gefallen seien. Di« Stimmung unter den Wachmann- sckmften war der Reinbardtruppe feindlich; es wurde u. a. gesagt: „Die Reinhardleute sollen nur kommenl Sie werden schon warm empfangen werdenl" Die Stimmung unter den Wachmannschaften in den letzten Tagen vor der„Schlacht" wurde auch dadurch charakte- risiert, daß die Leute wiederljolt sagten:„Wenn sie diesmal kommen, dann kriegen sie Dunst!" Der frühere Führer der 5. Kompagnie Fritz Kolbe hat fein Amt niedergelegt weil es ihm nicht paßte, daß cr vom Soldatenrat völlig ausgeschaltet wurde. Di« Kompagnie habe tatsächlich nur den Austrag gehabt, die Wache im Marstall ab-. GewerkslWzbewMNg Fortsetzung ües Streiks in der Metallindustrie. Zum Streik in der Metallindustrie haben die Obkeuie aus den streikenden Betrieben in ihrer Versammlung in Hcwerlmids Fest- sälen am 9. April cr mit erdrückender Mehrheit den Be- schluß gefaßt, den Schiedsspruch als unzureichend abzulehnen und sa lai�c weiter zu streiken, bis die Forderung des Mit» bestimmungsrechtes der Angestellten von den Unternehmern anerkannt ist. Die unterzeichneten Ver- bände können ihren Mitgliedern nur empfehlen, bei der Abstim- mung diesem Beschluß der Obleute Rechnung zu tragen. Die Obleute und Vertrauensmänner des ZentralvcrbandeS der Handlungsgehilfen und des Verbandes der Bureauangestellten ver- sammeln sich am heutigen Donnerstag, den 10. April, ct., nachmittags 3 Uhr, im Musiker-BevciitShauS, Kaiser-Wilhelm- Straße 31, um weitere Informationen entgegenzunehmen. Zentral- verband der Handlungsgehilfen, Ortsgruppe Groß-Berlin. Verband der Bureauangestellten, Ortsgruppe Groß-Berlin. * In der Vollversammlung erstattete Lenz Bericht über das Zn- standekommen des Schiedsspruchs. Während seiner Ausführungen hatte sich der Versammlungsteilnehmer eine immer mehr wachsende Erregung bemächtigt. Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte ging aus der Versctnnnlung heraus der Antrag ein, die Geweick- fchaften möchten ihre Stellung zu dem gefällten Spruch bekannt- geben. Die Gewerkschaftsvertreter bedauerten, im Augenblick keine bindende Erklärung abgctben zu können, da sie erst mit ihren Lei- tungen in Verbindung treten müßten. Die Vertreter des Zen- tralverbandes und des Verbandes der Bureauangestellten, B u b I i tz und Walter, erklärten, daß sie zu einer Annahme des Spruches nicht raten könnten, desgleichen die Vertreter der Fachgruppen; entweder lehne man den Spruch ab und trete in den verschärften Streik ein, oder lehne cS ab, über das Mitbestimmungsrecht zum Arbeitsverhältnis weiter zu verhandeln und würde fernerhin noch mehr in den Kampf eintreten, um das Mitbestimmungsrecht zu erlangen. Die Ansführungen der beiden letzten Gemerkschafts- Vertreter fanden starken Beifall und Zustimmung. In der dar- über entstehenden Diskussion sprachen fast alle Obleute großer wie kleinerer Betriebe ihre Ansicht dahin aus, daß ein Schiedsspruch des bekanntgegebenen Inhalts unannehmbar sei. Gramm nahm in längerer Rede zu dem Spruch Stellung und glaubte, in bczng auf das Mitbestimmungsrecht vor einem Hinüberziehen des Streiks auf das politische Gebiet warnen zu müssen. Fla tau von der Jwa nz igerko i» m i s sw n hielt Gramm ent- gegen, daß es sich niemals um einen politischen Streik handeln könne, sondern um Erreichung der dringend notwendigen Rechte, welche der Angestelltcnschast bisher vorenthalten worden sind und auch jetzt durch den Herrenhausstandpunkt, welchen die llnterneh- mer einnehmen, weiter vorbehalten werden sollen. Wenn dieser Streik die Politik streife, so käme nur Wirtschaftspolitik in Frage. Es kam weiterhin zum Ausdruck, den Streik mit allen gesetzlichen Mitteln zu verschärfen und den Streik nicht aufzugeben, ehe gerade in bezug auf'das Mitbestimmungsrecht die Arbeitgeber den Angc- stellten die verlangten Rechte einräumen. Durch das starre und unzugängliche Verhalten der Arbeitgeber ist es nicht von der Hand zu weisen, daß der bestehende Streik immer größere Kreise erfaßt. Die Vollversammlung der Angestellten von Julius P i n t sch Aktiengesellschaft lehnte den Schiedsspruch ab und beschloß mit 24-1 gegen 62 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen im Streik zu ver- harren. Ferner drückt die Bersammlung den in den Streik getretenen Bankbeamten ihre volle Sympathie aus und wünscht ihnen Glück und Erfolg. Die Angestellten von Oven st ein u. Koppel sprachen sich in einer am gestrigen Tage stattgefundenen von SM Personen be- suchten Verscnntnluilg gegen den Schiedsspruch des Schlichtungsaus- schusseS aus und erklärten einmütig, den Streik in fester Geschlossen- lieit bis zum vollen Erfolge durchzuführen. Sitzung der Streikleitung: 10 Uhr vorm. Anhaitstr. 12. Voll- Versammlung: 3 Uhr nachm. Kammersäle, Teltowcr Str. Ecke Belle- alltaneestraße. Slahezu 3000 Angestellte des WeruSrwerks und Block- Werks der Siemens u. HalÄe L.-G. brachten in zwei Betriebs- Versammlungen im.�öolkshaus", Eharlottenburg zum Ausdruck, den am Dienstag gefällten Schiedsspruch des Schlichtungsaus- schusses abzulehnen.# Wernerwerk und Blockwerk der Siemens u. Halske A.-G. Die� Angestellten vorstehender Werke halten heut«, Donnerstag, nach- mittags 2 Uhr, im„Boltshaus", Charlottenburg, Rosinenstr. 4, eine BetriebSversamurlung statt. Tagesordnung: Der Schieds-| des Schlichtmtgsausschusses". Für die Versammlungsteilnehmer fällt an diesem Tage die tägliche Meldung im Streikburcau fort.: Jedoch ist am Saaleingang ein Meldezettel abzugeben. I Für die Angestellten des Kleinbauwerks findet heute vormittags 11 Uhr, im„Volkshaus", Charlottenburg, Rosinenstr. 4, eine Betriesversammlung statt. Tagesordnung: Der Schicds- spruch des Schlichtungsausschusses. Die Angestellten des K I e i n b a u w e r k S nahmen in einer Betriebsversammlung eine Entschließung einstimmig an, in welcher sie restlos die Annahme der gestellten neuen Forderungen und vor allem des Mitbestimmungsrechtes verlangen. Nachdem die Zen- tralstrerkleitung in Gemeinscbbft mit dem Reichskommissar von Spandau, Herrn Stahl, im Reichswehrministerium vorstellig gc- worden, sind die Truppen am gleichen Tage nachmittags aus Siomensstadt zurückbeordert. ver vankbeamtenstreik. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bankbeamten gibt folgenden Bericht über die Entstehung, Ursache und bisherigen Ver- lauf der Aktion der Berliner Großbankenangestelltcnschaft: Die Angesde Iltenschaft der Darmstädter Bank verlangte eine Aufbesserung ihres Gesamteinkommens um 600 M. pro Jahr, mir auf diese Weise eine Gehaltsregulierung zu erreichen, die dem beutigen Zeitverhältnis in etwas sich anpaßt. Die Direktion der Darmstädter Bank hatte ihrerseits bei dem Verband Berliner Bank- leitnngcn alle Vorkehrungen getroffen, den Streik ihrer Angestelltenschaft dadurch unmöglich zu machen, daß sie ihre Geschäfte durch die übrigen Großbanken erledigen lassen wollte. Die Soli- daritätserklärung dieser Banken beantwortete der Allgemeine Ver- band mit der Proklamation des Generalstreiks für die sämtlichen Großbanken Berlins. Ausgenommen von dieser Proklamation sind einstlveilen die Privatbanken und die Staatsbanken, aber auch diese Betriebe sollen sofort in den Streik einbezogen werden, wenn nunmehr der Versuch gemacht wird, die Streikarbeit durch diese Jnsti- tute zu leisten. Nachdem nunmehr der Generalstreik beschlossen ist, sind seitens des Allgemeinen Verbandes folgende Streikforderungen proklamiert worden: 1. Reickstarifliche Regelung des Arbeits- Verhältnisses in den Aktienbankin st i tuten für sämtliche Angestellte. 2. Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte. 3. 7stündige Arbeitszeit. 4. EinheitlicheEntlohnungderUeberstunden. 5. M inde st ges am tein kommen bei einem Alter von 20 Jahren 3730 M., bei einem Alter von 50 Jahren 15000 M. Wenn diese Forderungen bewilligt sind, soll der GestimtveichS- tarif noch in diesem Monat in Kommissionsberatungen und Ver- Handlungen realisiert werden. Die Verhandlungen sollen in der Weis« stattfinden, daß der Allgemeine Verband und der Deutsche Bankbeamtenverein die Verbandlnngen führen unter Hinzuziehung oer Betriebsräte der in Frage kommenden Banken. Der Allge- meine Verband ebenso wie die Betriebsräte werden jedoch den Generalstreik, nicht eher abbrechen, che nichr das Mitbestimmnngs- reckt der Betriebsräte und die materiellen Forderungen restlos be- willigt sind. Der Allgemeine Verband bat seine Ortsgruvpen aufgefordert. den Filialdirektionen da» Ultimatum zu stellen, daß, wenn bis Tonersiag, den 10. April, die Forderungen nicht anqe- nommen sind auch im Reiche den Streik eintreten zu lassen. Der Allgemeine Verband wird seine ganze OrgmiiiationStraft darauf verwenden, daß dem Beschlüsse der Angestelltenschaft der Berliner Großbanken Rechnung getragen wird und der Kampf im ganzen Bankgcwerbe auf der breitesten Grundlage entbrennt, wenn nicht in lebicr Stunde die Bankdirektoren einsehen, daß ihre Willkür- Herrschast ein für allemal vorbei ist. * Tie Angestellten der Deutschen Bank haben gestern mit etwa 200 Stimmen Majorität beschlossen, nicht in den Streik zu treten. In einer Resolution wurde die allgemeine Sympathie mit den streikenden Angestellten zum Ausdruck gebracht und betont, daß die Angestellten unter keinen Umständen gewillt sind, Streikarbeit zu verrichten. Der Beschlutz, nicht in den Streik zu treten, war ledig- lich von dem Gedanken getragen, eine Katastrophe zu vermeiden. Tie Streikleitung der Bankbeamte« befindet fich Roienihaler Str. 36, GeiellichaftSbaus. Alle Streikenden baben sich jedoch Donnerstag vormittag 11 Uhr zu Hilksleistiingen und zur Entgegennahme von Instruktionen in den Sophiensälen. Sophienstr. 17�18. zu melden. Für die Angestellten der Dresdner Bank findet auf Beschluß der Betriebsräte heute Donnerstag, vormittags 10 Uhr, eine Be- triebsversammlung im LehrervereinShauS, Lllexanderplatz, statt. D i e Streikleitung. Lohnbewegung der Zimmerer. In der Dienstagabend abgehaltenen Zahlstellenversammlung der Zimmerer berichtete der Vorsitzende Benada über die Tarifver- Handlungen mit dem Arbcitgebervcrband, daß die Unternehmer den Arbeitern in einigen nebensächlichen Punkten entgegengekommen sind, in der Hauptfrage, der Forderung eines Stusidenlohncs von 3,50 M., sich unbedingt ablehnend verhielten, so daß eine Verstän- digung nicht zustande gekommen ist. Der Redner betonte, daß die Zimmerer von dieser Forderung im Hinblick auf die gegeiuvärtigen Teuerungsverhältnisse nicht ablassen könneii. Er empfahl, nichts unversucht zu lassen, um, wenn irgend möglich, zu einem friedlichen Abschluß der Bewegung zu kommen und deshalb den Schlichtungs- auSschuß anzurufen. Aus der Versammlung ging ein Antrag ein. der fordert, daß, weil schon cm Teil der Zimmerer(die Zabl wurde aus 120—130 angegeben) durch den Streik der Maurer in Mitleidenschaft gezogen ist, den sofortigen Steik der Zimmerer zu beschließen und sich die Anrufung des Schlichtungsausschusses für später vorzubehalten. Dieser Antrag wurde mit 46 gegen 20 Stimmen abgelehnt und be- schlössen, zunächst den SchlichMngsausschuß anzurufen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, welcher verlangt, daß alle Behörden ihre Bauarbeiten in eigener Regie unter Ausschaltung der Unternehmer ausführen sollen. Einstimmige Annahme fand eine Resolution, welche protestiert gegen die Aufrechterhaltusig des Belagerungszustandes und gegen die Haltung, welche die Konferenz der Gcwcrkschaftsvorständc in dieser Frage eingenommen hat. Mit 44 gegen 25 Stimmen wurde beschlossen, nur die„Freiheit" als PublikationSorgan zu benutzen. Ter Angestelltcnausschuß von Ludw. Loewe u.(So. übersendet uns mit Bezug auf die Stotiz im„Vorwärts" vom 8. d. M., daß die Angestellten der Typoaraph G. m. b. H. bewußt verhindert werden, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen, folgende Darstellung: Die Angestellten der Typograph G. m. b. H. haben sich mit denen der Ludw. Loewe u. Co. A.-G. stets solidarisch erklärt. Ein Dele- 1 gierter der Angestellten der Typograph G. m. b. H. war dement- sprechend zu der Betriebsversammlung der Angestellten der Ludw. Loewe u.Co. A.-G. hinzugezogen worden. Er erhielt hier den Auftrag, auch bei den Angestellten der Typograph G. m. b. H. eine i Abstimmung vorzunehmen. Die Stimmen für und gegen den Streik sollten dann zn denen der Angestellten der Ludw. Loewe u. Co. 21-.®. zugezählt werden, dementsprechend ist verfahren war- den. Die große Mehrheit dieser beiden Körperschaften war für den Streik. Ein Angestellter der Typograph ist auch rn die ver- einigte Streiklciwng delegiert worden. Zu bemerken ist noch, daß die Typograph G. in. b. H. anss engste mit der Ludw. Loetve u. Co. 2l.-G. liiert ist und sich die Bureau- und Fabrikräume auf einem Grundstück befinden._ Achtung 1 Bertranensmauner des Bundes der technisch- industriellen Beamten. Die Vertrauensmänner des Bundes der tcch- iiück'Uituslriellcn Beamten, die der Metallindustrie anaebören, versammeln sich beute Donnerstag, den 10. April, vormittags 11 Uhr, im Lehreroerein»- Hause am Alcxanderplatz. Tie Angestellte« der ZVirma Varl Flor. Maschinenfabrik. Berlin und Wittenau, versammeln sich am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, im Kristallpalast, Sellcrtr. 35._ Zivilangestellte der Heeresbetriebe usw. Tie für den 7. April anberaumte Delegiertenversammlung der Ange- stelltenauSschüsse der dem Kriegsmii ifterium unmittelbar UM erstellten OeereSbetriebc, Behörden usw. sindct nunwehr a.m Freitag, den II. April ISIS, vormittags 9'/, Uhr, im großen Saale der Brauel ei Bötzow, Prenzlauer Tor, statt. Tagesordnung: Regelung des ArbeitSoertrages, Aussprache über Kündigungen und Entlassungen usw. Jeder Betrieb, jede Behörde, die Zivilangenellte beschästigen, muß durch einen Obmann des AngestelltenauSschusseS bczw. durch einen Vertrauens» mann vertreten sein.___ Deutscher Werkmeister-Verband. Tic ZSerlineister-BewiebSvertrauenSIeme sämtlicher Belriebe der Metall- Industrie Groß-BerlinS versammeln sich beute Donnerstag, vormittags 8'/. Uhr, in Havellands Festsälen, Berlin, Neue Fricdrichstr. �3.„ Tie Angestellten der Dresdner Bank versammeln sich am 10. April. vorimttagS 10 Uhr, im LehrervercwshauS, Alexanderplatz, um zit« weiteren Streike Stellung zu nehmen. Tic Bersammlung der Ludwig Loewe-Angeftellteu findet nicht um lO Ubr vorm-ttags, sondern nachmittags 2 Uhr im Streillokal Ratttc, Turmstraße 78, statt. Aucrangeftcllte? Versammlung aller streikenden Angestellten: DonnerSiag, vormittags 10 Uhr, in den.Prachtsälen des Ostens', Frank- jurtcr riCef. Manci-Schwart;kopst Werke. Aligestellie». Berlin und Wildau. Donnerstag 1 Uhr: BctriedSversammIung in Eichwalde bei Buchholz. Schwartzkopff-Angestelltc. TaS Streillokal" der Angestellten der Finna Schwäitzlopst-Bertin befindet sich ab 11. April im Üokal von Alters, Invalidenstr. 111, schräg gegenüber dcS Eingangs zur Slammsabrik. Tel.: Norden 201. Ter Schiedsspruch deS Provisoriums wurde abgelehnt. A. E. G. Hennigsdorf. Donnerstag, den 10. April, nachmittags 2 Uhr: Bcrsainmlung in Tegel, Hauptstr. 5, bei Hamulek. Ziemensftadt-BerwallungSgebäudc. Donnerstag, 10. April, vormittags 11 Uhr: Versammlung., Angestellte des Kabel- und MetallwerkcS Gartenfeld der SiomenS-Schuckeri-Werke: Betriebsversammlung am hemig-n Donnerstag im Lokal von Barthel, Garleisseld. Angestellte der Städtischen Elektrizitätswerke Berlin. Heute. Donnerstag, nachmittag'/.i Uhr, Eilgiischcr Hos, Alerandcrstr. 27 a: Ver- jammlung. ÄehaltSsragcn usw. Tie Angestellten, Kasscubote» und daS Hauspersonal der Tiscouto-GescUschaft werden gebeten, sich heule DonnelStag, pünltlich '/.10 Uhr vormittags in den Sophiensälcn, Sophlcnstraße 17/18, zu einer Belriedtversammlung einzufinden. Schluß 11 Ubr. Achtung. Rostlchlächtergcsellcn k Versammlung der ausgesperrten Kollegen Donnerstag, nachmittag 3 Uhr, bei Bocker, Webcriw. 17. TageS- ordnung: Der Arbcitgcbcrstrcik. Wie stellen sich die Kebilsen dazu. Zentralverband der Fleischer. Verantwortlich für Politik Artui Sicher, tthatlettcnfmrg, für den übrigen Teil de, blaues Alfred»a-lj. Neuwlln: für Anzeigen Theodor Glocke, Berlin. Verlag: BorwarlS-Verlag®. m. b. H. Verlin. Druck BorwärtS-Vu-tdruckerei nad VerlagSanstatt Pam einaer ii. To in Berlin. Olnientaaße S. Hier«» 2 Beilagen Qsslcocker 2 Loch...... 28.00 do. 2Lochm Fortkochstellen 53.50 Lucullus-Backapparat.. 45.00 Gaseisen 2 Stück m. 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