Kr.lSS?«. Jahrg. Ve,«j,Svret«» aierttflitn. 7JS0«t. ntnrtafl.2B0 VS. fteitnS HauS oorimSzahw«. Einzeln« Nimaneai 10 üferatm. lioitbcjug: MoaaUlch iBO 1R1,. ejfl. gitflcHtmflS« gebühr. Uraei«teuibanb iOt Deutsch» lanb B. Deftertetch-Ungurn.,76 ffif, ffiz Mi übrige SUiZImrb 0.76 MI. bei tfiglich emmoliqet Snfieüung 7.75 Ml, Poitbeilellungen nehmen in Düne- mart. Hollnnb. Lnremburg. Schweden und die Schweiz Eingetragen in die Loft». lemoigs- Preiiliite. Der�SorwartZ' enchemt wocheniüglich zweimal, sonntag». einmal, Telegramm-Sdreffs .r-ztaldemokrai Berti»-, Morgen-Ausgabe. wv Verlinev DolKsblÄtk. (lOPfennia) AazeigeuvreiS: Die achigeivaltene SiondareAezelle loitei 1,20 Ml.»Kleine Anzeigen-, dag ietiaediuckte Sori 60 Pig.(zuläsfig 2 iettgedruille Worte), ,edet weitere Dort 26 Lsg. Slellengeiuche und Schlafstellen anzeigen daS etile Wort 10 Pig.. ledes weitere«ort 20 Ag. Sorte über 16 Buchilaben zähle» für zwei Worte. TeuenmgSzuschlag 60»z> zamiiien-Anzeigen, voiitifche und gewerNchaitliche BeremS» Anzeigen 1.20 Ml. die Zeile. Anzeigen illr die nächste Kununer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Haudtgeichäft. Berlin SD. SS. Ändenstratze 2. adaegeben werden. Geöffnet oon S Uhr früh bis ö Uhr abends, �entralorgan äer fosialäemokratifcken Partei Veutscklancls. Neüaktton unü Expeüttion: EW. öS, Linüenstr. Z. Zhernivrecher: Amt Mortvplatz. Nr. l.61 90—151 97. Freitag, den 11. April 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV. b8, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morittplatt, Nr. 117 SZ— S1. l>er i. Mai als Nationalfeiertag. Die am Donnerstag abgehaltene Vollsitzung des Staaten- ausschusses hat der Einbringung eines Gesetzes für Fest- legung des 1. Mai als Nationalfeiertag an die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung zu- gestimmt._ Soll der frieden so aussehen! Paris» 10. April. Nach dem diplomatischen Situa- tionsbericht hat der Biererrat gestern die von dem Redaltions- ausschusi borbsreitete Formel für das Statut des Saarbeckens geprüft und in ihrer Gesamtheit angenommen. Diese Formel gibt Frankreich politische und administrative Garan- tien, die keine Mißdeutung zulassen. Morgen wird der Vieverrat die Prüfung der Frage der Wiedergutmachung wieder ausnehmen und den Bericht besprechen, der durch die Finanzsachverständigen auf folgender Basis fcstge- setzt wurde: 1. Sofortige Zahlung von 25 Milliarden Entschädi- gung durch Deutschland, zahlbar in Gold, in Rohmaterialien und in Guthaben im Ausland. 2. Zeichnung eines Gutscheines durch Deutschland, welcher sie einstweilige Forderng der Alliierten auf 150 Milliarden anertennt. 3. Zablung von Jckhresrenten ab 1919, tvelche sc-deS Jahr festzusetzen find, die cS-cr nicht niedriger sein dürfen als ein im Vertrage vorgesehener Mindestbetrag. Wir können nicht annehmen, daß es ln Paris loirklich erwachsene Menschen gibt, die des Glaubens sind, auf solcher Basis einen dauerhaften Frieden aufrichten zu können. Heplante Besetzung von Griesheim. Frankfurt a. M.» 19. April.(Telunion.) Die Franzosen haben nach Griesheim a. Main die Mittelung gelangen lasten, daß sie am kommenden Sonnabend den Ort besetzen werden, um ein lieber- greifen der b o l s ch e w i st i s ch« n Bewegung von Frank- f u r t a. M. auf den Kreis Höchst, der bekanntlich von den Franzosen besetzt ist. zu verhüten. Von zuständiger Stelle ist bei der Waffen- stillstandskommission in Spa gegen die beabsichtigte Besetzung Ein- spruch erhoben worden. Verstaatlichung der Kohlenbergwerke in England. Amsterdam» 19. April. Der Mitarbeiter der.Times' für Ar- beiierfraaen iibre'bt, daß die'Beraweiksbesttzer den Plan der ge» meinikdaniilbcn Verwaltung der Koblenbergiverke aufgegeben haben und bereit sind, ihre Kohlenbergwerke verstaatlichen zu lasten, wenn das Parlament ihnen eine gebührende Eni- schädigung zuerkennt.__ öolscbewistendebatte im Unterhaus. Keine Verhandlungen mit Lenin. Amsterdam, 19. April. Einer Reutermeldung aus London zufolge erklärte im N n t e r h a u S der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Shortt im Verlaufe der Dislusfion über die an. grbliche Eröffnung von Friedensverhandlungen durch Lrnin, in England befändcu sich Agenten der Bolichewisten» die mau schwer saffe» könne, die aber sorgsöltig überwacht würden. Groß- britannicn sei durchaus bereit, mit einer rechtmäßigen stabilen Re- gierung, die Rußland vertrete� zu verhandeln. Wenn es sich jedoch um eine Rotte blutdürstiger Mörder handle, sei mau de- rechtigt zu erklären, daß man mit diese» Menschen nicht verhandeln wolle. Harmsworth sagte, der britischen Delegation in Paris liegr kein Borschlag von Leain vor, und er glaube zu wissen, daß kein endgültiger Borschlag Lenins nach Paris übermittelt worden sei. Nach seiner Anficht sei daS unbestimmte Gerücht» daß Lenin zu Ber- Handlungen bereit fei, deutsche Mache. Shortt erklärte, daß er Lloyd George die einmütige An- ficht des englischen Unterhauses, daß mit Leniu»ich» ver- handelt werden solle, übermitteln werde. Die Ansführungen ShorUs fanden großen Beifall.___ Ententevereinigung zum Schutz der Kultur. Haag, 19. April. Hollandich Niruws-Bnreau meldet ans Pari«: Bei der Unsicherheit, die durch dcu Zustand in Ostruropa und durch die innere Krise in Deutschland«at- standen ist, besteht bei den alliierten Regierungen Neigung, sämtliche Ententemächte und die Bereinigten Staaten zu einem B-rbaude zum Schutz« der allgemeinen Interessen der Kultur zu- sammenzaschließe».__ Die Räumung von Gdesta bestätigt. Haag, den 19. April.(H. N.) Reuter berichtet aus Paris: Die Meldung von der Räumung Odessas durch die Alliiertm wird bestätigt. Räterepublik Westfalen. Ein vereitelter Handstreich. Münster, 19. April.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Nach verschiedenen Berichten war im Ruhrrevier die Ausrufung der Räterepublik geplant. Sie sollte in der Nacht zum heutigen Tage ersvlgen. Durch entsprechende Maßnahmen, besonders durch die Besetzung von Essen ist diese Absicht vereitelt worden. Sieb- zehn an dem Plan beteiligte Personen sind verhaftet. Sturz der Unabhängigen durch die Kommunisten� Nürnberg, 10. April. eingelaufenen Telegramm aus M munisten die bisherige abhängigen gestürzt und haben. Das Militär stehe auf H o f f m a n n. Der größte Teil warte nur auf einen Anstoß von Lage Münchens habe sich v c r s ch Bei der Bamberger Regierung Meldung nicht vor.__ Nach einem beim 3. A.-K. Ü n ch e» sollen d i e Ä o m- Regieruug der Un- die Gewalt an sich gerissen Seiten der Regierung der Münchner Bevölkerung außen. Die wirtschaftliche l i m m e r t. liegt eine Bestätigung dieser Südbaperiscke Sozialdemokratie und Räteregierung.' Unabhängige Stimmungsmache. Die Auffassung, daß der südbayerische Gaulag der Mehrheits- sozialisten sicb grundsätzlich für, die Räterepublik erklärt habe, ist falsch. Im Gegenteil wurden bei einer namentlichen Abstimmung über die Eikiärung der Räieiepublik 218 Stimmen dagegen und nur 39 Stimmen dafür abgegeben. Bei einer zweiten Abnimmung, die das Einverständnis mil der Errichtung einer Räterepublik Bayern zum Ausdrucke bringen sollte, unter der Borausietzung, daß dir drei sozialistischen Gruppen sich zu einem gemeinsamen Programm imd gemeiniamem Borgehen zusammenfinden würden, ergab sich eine zustimmende Mehrheit. Da aber die BorauSsrtznng dieses Beschlusses nicht eingetroffen ist, so kann auch dieser Abstimmung keine grundsätzliche Bedeutung zugeschrieben werden. Darüber hinaus aber ist festzustellen, daß der südbayerische Gautag eine endgültige Entscheidung über die Räterepublik der Landes- Versammlung zugewiesen bat und zu diesem Zwecke auch für die Landesversammlung Delegierte entsandte. Diese Landes- Versammlung bat dann mit 47 gegen 3 Stimmen die Errichtung der Räterepublik Bayern abgelehnt. Die Behauptung, daß die Südbayern sich für die Räterepublik erklärt hätten, ist demgemäß in das Gebiet der politischen Fabel oder richtiger wohl � i n das Arsenal der gefälschten Agitationsmittel der Unabhängigen zu verweisen. » Professor I a f f e ersucht die„Münchener Post" zu erklären. daß sein Name unter den Kandidaten für die Regierung der Volks- beauftragten zu unrecht genannt werde. Er habe auch nicht daran gedacht, einem Ersuchen, an der Regierung teilzu- nehmen, stattzugeben, da er sich mit den Ereignissen der letzten Tage nicht solidarisch fühle.— Auch unabhängige Stimmungsmache I Der Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei erlätzt eine Bekanntmachung, daß er seinen Sitz nach Bamberg ver- legt hat. der Generalstreik im sächststhen Kohlenrevier Schutzmaßnahmen der Regierung. Nach einer Meldung aus Zwickau haben die Streikenden in einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung für Donnerstag den Generalstreik beschlossen. Ter Streik, der ursprünglich wegen unzureichender Ernährung eingeleitet war, mmmt immer mehr politischen Charakter au, als dessen Urheber hiesige K o m- munisten anzusehen sind. In einem heute vormittag veran- stalteten großen Temonstrationsumzug wurden Plakate mitgeführt, welche zum Anschluß an die Sowjetregierung in Ztußland und Un- garn auffordern. Die hiesigen Mehryeitssozia lüften ver- halten sich nach wi< vor ablehnend zu dem Generalstreik. Nach Mitteilungen» welche die sächsische Regierung aus zuver- lässiger Quelle erhalten hat, sind Spartakisten im sächsischen Kohlen- revier eifrig dabei, nicht nur die Bergleute zum Streik aufzufor- dern, sondern unter Anwendung oder Androhung von Gewalt die Werke stillzulegen. Die Regierung hat sich deshalb gezwungen gesehen, zum Schutze der Schächte und der Arbeiter Truppen in das Kohlengebiet zu entsenden, um der beabsichtigten Zerstörung der Gruben recht- zeitig vorzubeugen. Die Arbeiter selbst haben die Regierung zum Schutz vor dem Terror der Spartakisten gebeten. Die Truppen sind bereits unterwegs. Der Reichspräsident. Antragsrecht nnd Volksabstimmung. Weimar, ll). April. Der Verfassungsausschuß hat in seinen beiden letzten Sitzungen festgesetzt, daß von der Wahl zum Reichs Präsidenten die Mitglieder der früheren Re g ie run g s f a m ili en in Deutschland ausgeschlossen sein sollen. Wenigstens ging der sozialdemokratische Antrag auf dieses allgemeine Verbog hinaus'. Die Demo kratcn hatten al� diesen sozialdemokratischen Antrag Anstoß genommen und sich anfänglich geweigert, ihm beizutreten. Nachdem si? durch die sozialdemokratischen Redner auf die Gefahr der Ablehnung des sozialdemokra- tischen Antrages hingewiesen worden waren, erklärten sie sich bereit, für eyßt Uebergangszett von 15 Jahren dieses Verbot auszusprechen. Da der sozialdemokratische Antrag, ein allgemeines Verbot herzustellen, infolge des geschlossenen Wideistandcs der bürgerlichen Parteien, nicht durchzudrücken war, stimmten die Sozialdemokraten schließlich für die Festsetzung der demokratischen Uebergangszett, so daß also in die Verfassung Artikel 61 die Bestimmung hineingekommen ist, daß die Mitglieder der früheren. landesherrlichen Familien für die ersten 15 Jahre von der Wahl zum Reichspräsidenten ausgeschlossen sind. Die Konservativen und Nationalliberalcu erklärten sich gegen diesen Antrag mit der Begründung, daß er ein A u s n a h ni e g e s e tz enthalte und sie Ausnahme ge'etzen nicht zustimmen könnten. Das Zentrum trat dieser Begründung bei. Die A m t s d a u e r des Reichspräsidenten ist von der Vorlage auf sieben Jahre bemessen worden. Die Sozial demokraten beantragten 5 Jahre und den Zusatz, daß eine Wiederwahl des Reichspräsidenten nur einmal statt- finden dürfe, während die Vorlage die Wiederwahl allgemein für zulässig erklärt. Der sozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Abgelehnt wurde ferner ein nationalliberaler Antrag, zum erstenmal.die Wahl des Reichspräsidenten auf drei Jahre ftstzusetzen und erst später auf sieben Jahre. Die Begründung des Antrages ging da- hin, daß nach Ansicht der Nationalliberalen, denen auch die Konservativen zustimmten, nach drei Jahren eine gewisse Konsolidierung der Verhältnisse in Deutschland stattge- funden haben würde, und daß daher alsdann eine Reu Wahl des Reichspräsidenten vorgenommen werden müsse. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Die Frist von sieben Jahren des Entwurfs wurde angenommen. Außerdem wurde nach dem Entwurf festgesetzt, daß vor Ablauf der Wahlfrist der Reichspräsident auf Antrag des Reichstages durch eine Volksabstimmung abgesetzt werden kann. Für einen solchen Reichstagsbeschluß ist eine Zwei- drittel niehrheit notwendig. Die Ablehnung der Ab setzung des Reichspräsidenten durch die Volksabstimmung gilt dann als Neuwahl des Reichspräsidenten und hat die Auflösung des Reichstages zur Folge. Außerdem wurde hier ein Zusatzantrag angenommen, der sich mit der strafrechtlichen Verfolgung des Reichspräsidenten beschäftigt. Die Konservativen beantragen, daß der Reichs- Präsident während seiner Amtszeit überhaupt nicht strafrecht lich versolgbar sein soll. Die Sozialdcmokrachn wollten für den Reichspräsidenten einen anderen Schutz haben als für die Abgeordneten des Reichstages. Die Demokraten beantragten, daß der Reichspräsident ohne Zustimmung des Reichstags strafrechtlich nicht verfolgt werden dürfe. Dieser letzte Antrag wurde angenommen. Damit waren die Artikel, die sich mit dem Reichspräsidenten beschäftigen, erledigt. Man ging nun auf die sozialdemokratischen Anträge ein, die sich mit der direkten Gesetzgebung durch das Volk beschästigen. Eine solche direkte Gesetzgebung wird von der Regierungsvorlage im allgemeinen nicht vvr-� gesehen. Die sozialdemokrati chen Anträge sind daher ein" Novum und werden vielleicht als besonderer Abschnitt der Verfassung eingefügt werden, wenn sie die Zustimmung des Ausschusses finden. Die Sozialdemokraten haben fünf Artikel vorgeschlagen, die sich mit der Frage des Referendums und der Initiative(der Volksabstimmung und i, des Antragsrechtes durch das Volk) beschäftigen. Inhaltlich besagen diese Artikel der Sozialdemokraten, daß der Reichstag durch Volksabstimmung aufgelöst>v erden kann. Die Frage der Auflösung ist dem Volk dann vor zulegen, wenn ein Zehntel der zur Zeit der letzten Reichs- tagswahl Stimmberechtigten es begehren sollte. Das Referendum wird von den Sozialdemokraten in der Weise vorgeschlagen, daß Gesetze oder Teile von solchen nach der Zustimmung des Reichsrates binnen zwei Monaten zur Volks- a b st i m m u n g zu bringen sind, wenn ein Zwanzigstel der Stimmberechtigten es begehrt. Handelt es sich um Steuer- und Abgabengesetze, so muß das Begehren von einem Zehntel der Stimmberechtigten gestellt lvcrden. Diese Abstufung zwischen ein Zwanzigstel und ein Zehntel wird von den Sozialdemokraten aus dem Grunde vorgeschlagen, damit es denjenigen kapitalistischen Schichten, die an den neuen Steuern besonders interessiert sind, nicht zu leicht gemacht wird, die Stimmenzahl für das Refe- rendum aufzubringen. Die Sozialdemokraten schlagen zum Referendum ferner bor, daß alle Gesetze, die eine Aenderung der Ver- fassung bewirken, der Volksahstimmung zu unterwerfen sind. Sie bedürfen für ihre Annahme dann auch einer Mehrheit von zwei Dritteln der Abstimmenden, genau wie auch im Reichstag selber Verfassnngs änderungen nur von zwei Dritteln beschlossen vwerden können. Das Recht der Initiative des Volkes, also des Einbringen von Gesetzentwürfen durch das Volk wird von der Sozialdemokratie in der Weise vorgeschlagen, daß eine Volksabstinminng stattzufinden hat, wenn ein Zwanzigstel der Stimmberechtigten das Begehren nach Vorlegung eines Gesetzentwurfes einbringt. Handelt es sich in diesem Falle der Initiative um eine Berfa ssungs änderung, so muß das Begehren von ein Zehntel der Stimmberechtigten gestellt werden. Alle diejenigen Ge- setze, die vom Volk begehrt werden, sollen vor der Volks- abitimmung der Beratung des Reichstages unterliegen. In dem letzten der von den Sozialdemokraten vorge- schlagencn Artikel über Referebdum und Initiative wird dann noch mitgeteilt, daß über den Haushaltsplan niemals eine Volksabstimmung stattzufinden hat. Diese Bestimmung steht im Einklang mit allen Gesetzen, die in denjenigen Staaten erlassen worden sind, die bisher das Referendum oder die Initiative kennen gelernt haben. Zu dieser ganzen Materie ist zu bemerken, daß in Deutschland bisher erst Baden und Württemberg das Refereridum uud die Initiative in die neue republikanische Verfassung eingefügt haben. In Baden wird am nächsten Sonntag die neue Verfassung einer Volksabstim- mung unterliegen. Für die sozialdemokratische Fraktion sprach über diese Anträge in längerer Rede der Abg. Keil. Es wurde vom Ausschuß in Aussicht genommen� daß die Frage des Refe- rendums und der Initiative noch bis zum Sonnabend erledigt sein möchten. Aber es ist nicht anzunehmen, daß dieser Blan gelingen kann, denn durch die Plenarsitzungen der Nationalversammlung wird die Beratungszeit des Aus- schusses auf die knappen Stunden von morgens 9-1lAl Uhr zusammengedrängt. Da nur noch aus der Regierungs- vorläge die Artikel über die Reichsregierung und ihre Befugnisse zu beraten sind, so ist n ich t anzunehmen. daß der Ausschuß vor O st e r n noch an die große wichtige und neue Aufgabe der direkten Gesetzgebung durch das Volk herantreten wird. Infolgedessen hoben die Organi- sationen der Parteien und die weiteren Volksschichten während der beiden Osterwochen Gelegenheit, sich über dies von den Sozialdemokraten angeschnittene, wichtige und bedeutungs- volle Thema auszusprechen. Ferner ist noch giizufügen, daß der NationaMberale Abgeordnete Kahl, der Berliner Professor des Straf- rechts, sich bitter beklagt hat über die Eile und die II e b e r st ü r z u n g. mit der der Verfassungsausschuß arbeitet,(fs sei nicht möglich, bei diesem Tempo eine ge- wissenhafte Arbeit zu leisten. Das Volk draußen ist, wie ja jeder weiß, anderer Meinung und wünscht eine Beschleunigung der Arbeiten des Versassungsausschusses. Die Sozialdemokraten haben infolgedessen beantragt, daß in die nächste Woche hinein von dem Ausschuß getagt werden soll. Die bürgerlichen Parteien sind aber nicht geneigt, diesem sozialdemokratischen Antrag beizutreten. Infolge- dessen wird der Verfassungsausschuß wahrscheinlich auch am Sonnabend mit seinen Beratungen Schluß machen mrd erst nach O st e r n wieder beginnen. Dann wird auch die Frage de8 ReserendumS und der Initiative, zu der die Demokraten einen kurzen An- trag eingebracht haben, in ausführliche und sachliche Behand- lung genommen werden müssen. Immerhin ist es sehr bedauerlich, daß die Erledigung dieser grundlegenden Verfassnngsarbeiten nicht noch vor Ostern erfolgt. Es hat sich schon anläßlich des S o z i a l i- sierungsgesetzes gezeigt, daß die Ruhe, die sich die bürgerliche Mehrheit der Nationalversammlung bei Erledigung brennender Zeitforderungen gönnt, im Gegensatze zur Unge- duld der Massen steht, die schnelle und gründliche Arbeit ver- langen. die Regierung zum Streik in üer Metall jnüustrie. Gesetzliches Mitbestimmungsrecht der Angestellte».— Mahnung zur Wiederaufnahme der Arbeit. An die Zentralstreikleitung der Anaestelltcn in der Ber liner Metallindustrie hat namens der Reichsleitung Direktor Krüger am heutigen Tage folgendes Schreiben ge richtet: Nach den mir zugegangenen Mitteilungen ist in dem Streik der Angestellten der Berliner Metallindustrie am g. d. M, vor dem angerufenen Scklichtungsausschuß einstimmig ein S ck i e d s- s p r u ck gefällt worden Nach ZeitungS- und sonstigen Mitteilungen begegnet die Annahme dieses Sdueds'vruches in weiten Kreisen der beteiligten Angestellten lebhaften Widerstand wegen der nach Ansicht der Angestellten völlig unzureichenden Regelung ihres Mitbestimmungsrechts bei Kündigungen, Entlassungen und Einstellungen. Die Möglichkeit, daß durch Nichtannahme des SchiedSipru-bs eine storfictziing und weitere Verschärfung des Streiks, so- wie ein Uebergreiien auf andere Anqestelltenkntegorien herbeigefühn wird, würde für unser ganzes Wirtsibaslsleben von den schwer- wiegendsten Folgen sein- Es besteht die sRefahr, datz die ganzen Betriebe dadurch zur'Arbeitseinstellung veranlaßt. die Arbeitslosigkeit ungeheuer vergrößert, die Produktion in geradezu gefährlicher Weiie gestört und damit die eben aufgenommenen Beziehungen zum Auslände, zur Beschaffung von Rohmaterialien und vor allen Dingen von Lebensmitteln von vornherein aussichtslos werden. Um alles zu tun, was zu einer schleunigen LLiung dieses Konfliktes führen kann, bat die Reichs- regierung mich beauftragt, den Streikenden folgende Erklärung über ihre Stellung zu der stritttgen Frage abzugeben: Die Stellung der Regierung zu der Forderung der Angestellten, nach Mitwirkung bei der Einstellung und Entlastung von Angestelllen, wird schon beantwortet durch den vor einigen Tagen veröffeinlichten § 34 der Verfastung. Dieser Paragraph, der die Verankerung der Räte in der Verfastung zum Zweck hat, erkennt den Ar- beitern und Angestellten die gleichberechtigte Mitwirkung bei der Regelung des ArbeitSverhälinisteS zu. Darunter muß in erster Linie verstanden werden die Mnwirkung bei der Regelung der Lohn- und Gehaltsvcrhältnffse, bei der Entlastung und Ein- steffung. DaS im ReichsarbeilSministerium in Vorbereitung befindliche Arbeitsrecht wird diese in dem VerfastungSparagraphen ent- haltenen Gedanken ausführlich festlegen. Es wird bestimmen, daß Kündigungen und Ent- lasiungen nur nach vorheriger Zuflimnrungdes Angest«Ilten auSschusseS oder bei Nichteinigung des ScklichUmgSausschusses vorgenommen werden dürfen. Bei Neueinstellungen von Personal soll dem Ausschuß das Recht des Einspruchs zustehen, über den, im Falle eine Verständigung nicht zustande kommt, der Schlrchtungsausichuß entscheidet. Danach wird in kürzester Zeit das Mitbestimmungsrecht der Angestellren im Arbeitsverhältnis so geregelt werden, wie es den berechtigten Forderungen der Angestellten und den Interessen der Allgemeinheir entspricht. Die Regierung ist entschlossen, sich iür die Durchsetzung dreier Grundsätze mit allen Milteln einzusetzen. Die Reichsregierung richtet angesichts ihres festen Willens, den berechtigten Wünschen der Angestellten Rechnung zu tragen, an die streikenden Angestellten den dringenden Appell, sich nunmehr ihrer Verantwortung gegenüber der Gesamtheit be« wüßt zu sein, die Arbeit ungesäumt wieder aufznnebmen und damit die drohenden Gefahren von unserem Wirtschaftsleben ab- zuwenden._ Verhaftungen im Nuhrrevier. Aufreizung zur Sabotage. Tortmund, 10. April.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts"-.) Sechs Mitglieder des Generalstreikkomitees sind verhaftet worden. Sie haben sich der Propaganda für Sabotage(Er- saufenlassen der Schächte durch Einstellen der Notstands- arbeiten) schuldig gemacht. Spartakisten und geistesverwandte lln- abhängige forderten in Belegschaftsversammlungen auf, die Zechen kaput gehen zu lassen, wenn nicht alle Forderungen bewilligt wer- den. Im Bochumer Bezirk tut sich als Fanatiker besonders der Parteisekretär der Unabhängigen hervor, der auch Mitglied deS A-ntralstrerkkomitees ist. Di« spartakistische unabhängige Zeitung �Die Freiheit"(Mülheim) schreibt:„Die Industrie müsse unter Umständen vernichtet werden, um auf dem Trümmerhaufen ein neues Gebilde erstehen zu lassen." Hier gelte das tiefe Wort des bekannten Russen Bakunin:„Die Lust der Zer- stönmg ist ein« schaffende Lust." In diesem Sinne wird unter den Bergleuten mm Stimmung für Einstellung der Notstandsarbeiten gemacht, trotz des Appells und der Warnung des Rätekongresses, obgleich man weiß, daß Leben und Tod von Millionen schon halb- verhungerter Menschen davon abhängen, daß die Kohlenindustrie lebensfähig bleibt. Kann der jetzt eingetretene militärische Schutz die Fortsetzung der Notstandsarbeiten nicht erreichen, dann bricht bald eine Reihe von Zechen zusammen und das Leben unzähliger Menschen ist damit auch vernichtet. In der gestrigen Konferenz des A r b e i t s m i n i st e r s Bauer mit dein Zechenverband und den vier Bergarbeiterorgani- sationen wurde festgestellt, daß das aus Unabhängigen und Spartakisten bestehende Gencralstreikkomitee noch keine Forderua- gen den Zechcnbesitzern, auch nicht den in Betracht kommenden Regierungsstellen überreicht hat! Diese ungeheuerliche Tatsache beweist ebenfalls, daß dieser Streik von Subjekten organisiert ist, die das ganze Volk ins Verderben stürzen, nicht aber berechtigte Arbeiterforderungen zur Anerkennung bringen wollen. Arbeits- minister Bauer und die Vertreter der Bergarbeiterverbände haben nach stundenlanger Aussprache die Werksvewaltuugen bewogen, den Siebenstundentag einschließlich der Ein- und Ausfahrt für UntertagSarbeiter ohne Lohnabzug zu bewilligen. Damit haben die Ruhrbergleute die kürzeste Arbeitszeit unter allen Bergleuten der Welt erhalten. Die Unternehmer erklärten, die Kohlcnkrisis würde durch diese Schichtverkürzmig noch sehr verschärft werden. Auch die Erhöhung des Krankengeldes und der Knappschaft�pensionen wird alsbald eintreten. Somit wären die hauptsächlichsten wirtschaftlichen Forderungen erfüllt. Die Lage im Reich. In Bayern ist die Situation im allgemeinen unverändert. Würzburg befindet sich fest in der Hand der Regierung Hoffmann. Die Gefangcnsetzung von Sauber und Hagemeister wird bestätigt. In Braunichweig geht der Generalstreik weiter. Die Eisenbahn verkehrte auch am Donnerstag nicht. In Ludwigshafen sind die kaufmännischen Angestelllen der Badiichen Anilin- und Sodaiabrik wegen Lohnforderungen in den Ausstand geirete». Die Angestellten von drei weiteren chemischen Fabriken haben den Sympathiestreik erklärt, Nach einer Meldung erns B e u t h e n(O.-S�l.) wurden Mann- schasten, die als militärische Hilfe zum Schutz der Lebens- mittcldepots nach Friedenshütte in Marsch gesetzt waren, daselbst von der ausgeregten Menge beschimpft und tätlich a ir g e g r i f f e n. In äußerster Bedrängnis gaben die Führer Be- fehl zum Feuern. Bisher wurden 5 Tote und einige Berwnndrtc gezählt. In Hannover fand eine von etwa 5000 Personen besuchte Versammlung der Spartakisten für Errichtung einer Räterepublik statt, an die sich ein Demonstrationszug anschloß. In Magdeburg ist die letzte Nacht ruhig verlaufen. Es wurde infolgedessen eine Milderung des Belagerungszustandes an- geordnet. Straßenkampf. Von P. Haupt. ProduktionSlähmung. Ein geschlagenes, in revolutionärem Umbau begriffenes Land., Beschäftigungslose Männer, zu Hause sortgeekelt durch der Hausfrauen Klagen, Sorgen um Nahrung, Kohle, Licht, sogar Wasser, schlendern mißmutig in den Straßen umher, ballen sich um Redner auf den Plätzen, gehen widerwillig, gereizt auseinander, wenn scharfe militärisch« Befehle dazu auf. fordern. Die Nacht bricht herein; mit ihr kraucht aus den Höfen und Gassen der Großstadt Abschaum; schleichen durch die Straßen Leister, Raub, Verbrechen. Die Nacht ist erfüllt von verhaltenen, gärenden Geräuschen, von ausreisenden Worten, die, gekommen aus der Finsternis, wieder verschlungen werden von ihr; ihre giftigen Keime aber in die Seele der Masse gesenkt halten. Ge- witterschwüle brütet das Dunkel, brütet aus die tollsten Gerüchte, Aengste; Gewitterschwüle lastet aus den Seelen, bringt die Ver- nullst zum Sieden, zum Verdunsten in expansionstvütiges unklares, lauerndes Wollen. Benutzend die Wehen des klaren Denkens, raubt und stiehlt kaltblütig das Gesindel, sich versteckend unter der Maske des ringenden Proletariats, zahlreich geworden durch vier Jahre Vagabundenleben, Raub und Massenmord. Hetzer von links und rechts sind an der Arbeit, säen Saat des Mißtrauens gegen die den Staat Verwaltenden hinein in die empsomo lechz ende Stimmung. Die für die Ordnung Sorgenden fühlen das gegen sie sich zusammenziehende Gewitter; Ohnmacht gebiert Härte, Schärfe. Der neue Tag kommt, der wieder leere, freud- und arbeitslose, die Menschen treffen sich und raunen einander zu, was die Nacht geboren und keiner fragt,„ist das wahr?" oder,„wer vertritt das?" Leute, denen gestohlen und gevaubt, steigern die Gereiztheit durch sinnlose Anklagen; Leute, die gestohlen und go- raubt, reizen zum Haß gegen die Ordnung und Regierung durch berechnete, dem Raubtiertrieb des Verbrechers entstammende Phrasen. Alle die, welche der zu jähe Sturz aus dem Sieg in das Tebacle, alle die, welche die Revolution enttäuscht, lodern in fessel» losem Trieb, ihr Wollen, ihre Pläne durckzusetzen, brauchen die gefährliche Zeitz in die Seelen der Mass« ihre Wut zu pflanzen, ausgeschaltet ihr Wirklichkeitsdenken, häufen sie Brennstoff zu Brennstoff. Allzu günstiger Boden sind die brachen Herzen für farbenprächtige Trugblüten, nur zu guter Dünger sind die freud- losen Tage und Nächte für geil aufschießendes Unkraut, und w'rd es gehauen, zerreißt es die Seele und die Wurzeln bleiben fitzen. Di« Kloaken der Großstadt speien ihren Inhalt, niederster Wünsche Urgrund seiende Lüfte, Neid,.Haß, Verbrechen in die vollgepfropft len, Siraßen und Häuser; wie deS Predigers Ruf in der Wüste verhallt ungehvrt die Rede der Verständigen. Ueberl astung. laute Arbeit überdröhnt in den Ohren der führenden Männer das schlei- chende heiße Atmen der Gewitterschwüle— Bis jäh Maschinengewehre gräßlich wahr ausbellen, in Minen- bersten sich das Gewitter entlädt und schaudernd, furchtbar er- nüchtert das Volk starrt auf tote Mitbürger, Lachen Blutes-- Erbleichend fragt einer den andern,„wer tat das?" Und niemand wollte es tun, und niemand versteht, daß es kommen mußte. Die Zortwirtung öer S!ockaöe. Im neuesten Heft der„Deuichen Mediziniicben Woclienkhrift" spricht Gcheimrar R u b n e r über vie verhängnisvollen Wirkungen der Blockade und betonder» auch ihrer Fondauer während des Waffeni'lillstandes. Er gehl aus von einer Gegenüberstelliina der Verluste der Armee und der Zivilbevölkerung in folgender Tabelle: Verluste: im Kampf und der Armee der Zivilbevölkerung d»rck> Wunden durch.Krankbeiten durch Blockade 1. KriegSjahr 481 500 24 304 88 235 2.. 330 832 30 3-29 121 174 3.. 294 743 30 190 239 627 4.. 317 954 38 107 293 700(b.Ende Später.. 02 417_ 10 902_— 1918) im ganzen 1 480 962 131 082 702 73Ö Die Sterblichkeit der.Zivilbevölkerung ist danach schon«m dritten KriegSjahr nur wenig hinter den.blutigen" Verlusten zu- rückgeblieben, der Kampf mit dem Hunger war ebenso Verhängnis- voll wie der Kampf an der Front, er war vor allem scheußlicher, weil er gegen die Wehrlosen und Nichtkämpfenden durch Krankheit, Schmerz und Leiden geführt wurde. Der Waffenstillstand, der eine Ruhe und Paufe in den feind- lichen Handlungen herbeiführen sollte, hat uns statt dessen die ver- schärfte Blockade gebracht, den Krieg gegen die Zivilbevölkerung und besonders schtoer gegen Frauen und Kinder, weil diese schon gegen Ende des Krieges eine steigende Zunahme der Sterblichkeit l gezeigt hatten. Da man»'cht annehmen kann, daß die Sterblich- keitsverhältmsse seit dem Waffenstillstand günstiger geworden seien, so sind seit dessen Beginn schon wieder über 100000 M e n s ch e n an dem bestehenden Nahrungsmangel gestorben. Durch die Blockade und die damit verbundene Verelendung des Volkes hat auch die Iveitgehende psychische Umstellung des Denkens sich vosizogen, welche nicht allein die Energielasigkeit und Arbeitsunlust, sondern auch jene Labilität der Gelftesverfas- sung geschaffen hat. welche zu einer gesteigerten Empfänglichkeit für die utopischsten Agitationen politischer Natur geführt haben. Wie eine vernichtende Welle flutet die geistige Seuche weiter. Für unsere Befürchtungen, daß der tiesstehende Ernährungszustand diese Gefahren sehr bedrohlich mache, batte man von Seiten der Alliierten nur Lohn und Spott. ES gehört heute nur wenig mehr -dazu, ganze Völker aus dem Gleichgewicht zu bringen. Daher weiß man auch sticht, ob das, was man jetzt als Beruhigungsmittel versucht— die Nahrungsmittelzufuhr— noch rechzeitig kommt. Es gab noch vor wenigen Monaten die Möglichkeit, die glimmende Lmste auszutreten, heut««scheint eS für viele Teile Mitteleuropas reichlich spät. Die vechizeitige Aufhebung der Blockade, die Ver- sorgung mit Lebensmitteln, die Verhinderung einer Haßpolftik uno Schikanierung. wozu man den Waffenstillstand geradezu systematisch ausbeutete, hätte das Gleichgewicht im Denken und Fühlen wieder- herstellen können. Unverstand und Verblendung haben es nicht zu- gelassen. In einer genaueren Erörterung der Lieferungsbedingungen, die in dem Brüsseler Vertrag festgelegt worden sin-d. kommt Geheim- rat Rubner zu dem Schluß, daß auch jetzt noch e»ne Aufbifserung des Ernährungszustandes der deutschen Bevölkerung nur in sehr unvollkommenem Maße möglich sein wird, daß vor allem die Ar- beitsfähigkeit nicht tm erforderlichen Umfang zunehmen und der Erfolg in sanitärer Hinsicht nur unvollkommen sein kann. Notizen. — Der Verlag der Jüngsten.� �er Leipziger Shirt* Wolff-Verlag wird am 1. Oktober nach München übersiedeln und in den Gemeinbesitz semer Angestellten einschließlich der Lektoren und des derzeitigen Inhabers übergehen. — Theater. Im Theater der Friedrichstadt findet am 12. April die Erstaufführung folgender vier Einakter statt: ..Der Anschlag", Sketch von Wilhelm Nhttz„Tie Dame ohne Beruf", Schwank von Ludwig Hirschfeld,„Die G'sstamige", Schwank von August Neidhart und„Haupttreffer Nr, 33", Schwank von W. Ascher. — Vorträge. Arnold Zweigs Jüdische Tragödie „Tie Sendung Semaels", die Friedrich Mo« st am Montag, den 14. d. M., abends 7K Uhr, im Charlottenburger Schiller- ©aal vorliest, ist die veränderte Bearbeitung von des Verfassers „Ritualmord in Ungarn" und folgt in der Handlung im wesent- lichen den historischen Begebenheiten des Prozesses von Tisza Eszlar. — Musik. Sonntag, 13. April, abends 7)4 Uhr, im Blüthner-Saal Konzert des B l ü t h n e r- O r che st e r s. Tiri- geM: Paul Scheinpflug. Programm u. a. Jungbrunnen. Ein Liederkreis in deutscher Art ftir dreistimmigen Frauenchor und kleines Orchester— Am 13. April, abends 7)4 Uhr. im KlindworfH- Scharivenkasaal, Lützowjti. 76, Kunfiabend von Solisten der Ber- liner Opernhauskapelle, Adelheid« Piekert vom Deut, chen Opern- Hause, Kurt Hammer(Bariton) aus Leipzig. Werke von Mozart, Händel, Adam, Schubert, Beethoven. � Ist Deuts» die R-ichssprache? Die Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins weist mif Artikel 40 des in Weimar beratenen Reichsver'assungkenlwnrfeS bin. der den sremdsprach- lichen Volksteilen des Reichs den freien Gebrauch ihrer Mutter- spräche sichert. Die genannte Zeitschrift stellt dann fest: über das Recht der deutschen Sprach« im Deutschen Reiche enthält der Ver- fcrssimgsenlwurf keine Bestimmung. Die Zeitschrift hofft, daß diese Lücke von der Nacionakversamm- lung ausgefüllt werden wird. Gewiß handelte es sich nur um ein« versehentlich« Unterlassung oder um die— treilich unrichtige und gefährliche— Auffassung, SelbswerfländlicheS brauche nicht «uspoücklich gesagt zu werden. Nr. 1 86 ❖ 36. Jahrgang 1. Heilage öes vorwärts 5reitag,1?.�pril1H1H Scheiöemann unö Hrocköorff-Rantzau zur Irieöensfrage Nationalversammlung zu Weimar 84. Zihung, Donnerstag, den 10. April 1919, vormittags lO� Uhr. Am Rcgicrung-tisch: Scheidemann, von Brockdorff- Rantzau, Tr. Landsbera, Erzberger, Gothcin, Dr. Bell. Die erste �csung öes Etats wird, fortgesetzt. Präsident des ReichsminisierimuS Scheideman«: Das wichtigste aui�enpolitische Ereignis seit der Vertagung dieses Hauses war oer Abschluß der Verhandlungen über den gc- planten Durchzug der polnischen Armee durch Danzig. Diese Ver- Handlungen laben uns zwar nicht völlig von der Last von Bestim- munaen bcir'ien können, die unter anderen Voraus- sctzungen in den ersten Waffenstillstandsvertrag aufgenommen worden waren, aber praktisch ist es gelungen, unsere Gegner von einem Plane abzubringen, der eine deutsche Provinz gefährdet hätte. Diese Verhandlungen haben aber gleichzeitig die willkom- inenc Gelegenheit geboten, allen Verleumdungen gegenüber die Richtlinien hervortreten zu lassen, nach denen die Reichsrcgierung die auswärtige Politik der deutschen Republik zu führen gedenkt. Vor allem ist die Regierung fest entschlossen, alle einmal übernommenen Verpflichtungen ihrem Sinne und Geiste nach strengstens Hu erfüllen. Tie Treue zum Vertrag soll das Kennzeichen des neuen Teutschlands sein. Da- neben steht die Treue zu uns selbst. Ihr Gebot zwingt uns zur unerschütterlichen Wahrung derjenigen deut- scheu Lcbensinteressen, ohne die weder ein nationales noch ein staatliches Dasein möglich ist. Jede Verpflichtung, die dagegen verstieße, wäre für uns unerfüllbar.(Sehr richtig! und Zustimmung.) Es ist daher ein Gebot der Ehrlichkeit, wenn wir nuk solche Verpflichtungen übernehmen, die mit unseren Lebensintercssen in Einklang gebracht werden können. Und drittens die Treue gegen die Ä l I g e in e i n h e i t. das heißt die Betätigung eines Geistes rückhaltloser Bcrsöhnung allen Bölkcrn gegenüber. Diese drei Grundprinzipien müssen die Richtsch/nur für die gc- metnsame Zukunft sein. Sie sind stets und allerwärts vereinbar, wo nicht Imperialismus und Chauvinismus den Ausschlag geben. An uns darf es nicht fehlen, wenn es gilt, diesen zwei Erb- feinden der Völkerverständigung jede Möglichkeit zu nehmen, unsere auswärtige Politik nach irgend einer Richtung zu beeinflussen. Da gibt es keinen Winkelzug und keine Hinterhältigkeit. Wir wollen eine gleichmäßige Annähe- rung an alle Völker, keine erneute Zerteilung der Welt in Bünd- nisse und Gruppen die ja doch im gefährlichen Augenblick losgehen wie ungesicherte Gewehre. Wir hoffen, daß die Liquidierung des Krieges nach dem Osten zu bald eine vollständige sein wird. Wir können uns von Rußland nicht die Gestaltung unserer inneren Verhältnisse aufzwingen las- s e n(Sehr richtig! und Zustimmung.), aber wenn es auf die ge- waltsame Propaganda des Bolschewismus verzichtet, wollen wir gern dem russsschcn Volke die Bruderhand reichen, das ganz so wie wir die falsche Rechnung des Volksfeind- lichen Imperialismus mit Niederlage, Zusammenbruch und schlimm- ster Not hat bezahlen müssen. Wir sind in vielem oufeinanider angewiesen; ich hoffe, daß wir uns zueinander zu finden wissen.(Beifall.) Skach Westen, Frankreich gegenüber, kann es für unseren Willen zur Versöhnlichkeit keine Unklarheit geben. Wir kennen die ihm gegenüber übernommenen Verpflichtungen. Wenn wir in bezug aus Elsaß-Äothringen auf eine Volksab- stimmung drängen, so tun wir es nicht in der stillen Hoffnung, einen Punkt in Wilsons Programm zu entkräften, sondern für alle Zukunft Rcvanchridecn oder neue Anschuldigungen wegen Per- gewaltigung auszuräumen.(Beifall.) Wir leiden schwer unter der noch immer andauernden Zurückhaltung unserer Brüder und Söhne in Kriegsgefangenschaft.(Beifall.) Wir empfi- den es bmcr, daß es gerade französische Befehlshaber in den be- setzten deutschen Gebieten sind, die dort Abtrenn ungsge- lüste zu wecken suchen. Aber wir hoffen auch hier aus den Sieg eines BrudergeistcS, der die Menschheit von solchen Schlacken der Völkerentzweiung zu befreien wissen wird.(Beifall.) Wir glauben, daß die künftige Stärke eines jeden Volkes nicht in der erhöhten Möglichkeit be- ruhen wird, anderen Völkern Gewalt anzutun, sondern in der An- zichungSkraft seiner bürgerlichen Freiheit und sozialen Gerechtig- keit.(Beifall.) Bis dieser Glaube Gemeingut aller Staatswesen geworden ist, wollen wir doppelt- über Unversehrtheit unseres nationalen Staatswesens wachen, weil sonst neue Kämpfe um diese Unversehrtheit kommen würden. Ob wir wollen oder nicht, jedes Unrecht schreit nach Recht. Zu irgend- einer Zeit beginnt dieser nicht zu unterdrückende Prozeß vor der Weltgeschichte. Wir wünschen von ganzem Herzen, daß der kommende Friede möglichst wenig Spielraum läßt für solche künstigen Auseinandersetzungen. Deutschland mutz in der Bitternis seiner Niederlage wenigstens den Trost haben, einen Sieg errungen zu beben, den Sieg über den Militaris- mus.(Beifall.) Werden wir aber, Volwvertretung und Regie- rung in dcr Lage sein, diesen unseren Willen zur Völkerversöh- nung zur Gellung zu bringen? Gewiß, wir werden täglich mit tausend Dokumenten überschüttet, die nnS an den unveränderten V e r n i ch t u n g S w i l le n unserer Gegner glauben lassen können. Wir warten ab, nicht untätig und nicht stumpfsinnig, aber auch nicht irregemacht in unserem Streben nach Ver- st ä n d i g u n g über die verlassenen Sckützengräben»hinweg.(Bei- fall.) Tie Gefahren, die ich für den Erfolg unserer auswärtigen Politik sehe, kommen nicht so sehr von jenseits der Grenze als vielmehr aus unserem Volke selb st(Lebhafte Zustim- mung), aus der unaufhörlichen Erschütterung unseres Landes, aus der gärenden Unruhe, aus dem Brand, dessen Stichstammen immer wieder hervorbrechen und das ganze Haus mit Vernichtung be- drohen; ein Streik löst den anderen ab, der Putschismus ergreift gleich einer Seuche bald die eine bald die andere Stadt, verhetzte, gedankenlose Menschen haben Hand gelegt an ein Mit- glied dcr Reichsregierung, das auch Mitglied der Nationalversammlung ist. Gibt es in diesem Hause auch nur ein einziges Mitglied, das diese skandalöse Mißachtung der Immunität nicht mißbilligt?! Auch dieser gewalttätige Streich könnte dvzu beitragen, die Regierung zu sprengen, ihr Ansehen vor In- und Ausland zu vernichten, in einer Zeit, in der endlich für unser ganzes durch Unterernährung und Entkräftung geguältes Volk eine Erhöhung dcr Rationen winkt, wo die Blockade sich lockert, wo der Hungerkrieg die Waffen streckte In diesem Augenblick ruhen Hunderttausende von Händen, die allein durch ihre Arbeit die Zahlungsmittel schaffen können, ohne die cS kein Pfund Mehl oder Speck für unsere Frauen und Kinder gibt.(Lebhafte Zu- stimung.) Mehr noch! In dem Augenblick, in dem unser aller Ziel neben Brot noch Friede und nichts als Friede sein kann, voll- zieht sich in München ein neuer Umsturz, wird dort die Räterepublik ausgerufen, werden die staatlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse durcheinander gewürfelt, wie Kinder spielzcug, wird ein Schutz- und Trutzbündnis ver- kündet mit der ungarischei und russischen Räterepublik, mit der ausgesprochenen Front gegen die übr.i,g-e Welt. Nicht das Vaterland, nicht die Regierung, aber der Friede ist damit in Gefahr. (Lebhafte Zustimmung., Jetzt, wo es gilt, den lückenlosen Be- weis für unseren Friedenswillen, für unsere Abkehr von aller Gewaltpolitik, für unsere unerschütterliche Ehrlichkeit zu er- bringen, jetzt wagen es verhetzte Phantasten aufs neue, � das Kriegs- banner aufzupflanzen gegen die Völker, mit denen wir nns morgen an den Verhandlungstisch setzen wollen. Ich bin ein Gegner der Räterepublik als'Regierungsprinzip. Ich kann nicht so schnell umlernen wie die anderen, die gleich mir ein Leben lang unter der Parole der Demokratie gekämpft haben und sie nun verleugnen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Wir wenden uns gegen die Räterepublik nicht nur aus Gründen der Weltanschauung, nicht bloß aus innerpolitischen Gründen, weil wir in ihr die Zerstörerin dcs letzten Restes staatlichen Zu- sammenhaltes sehen, sondern wir wenden unS gegen sie. w e i l w i r den Frieden wollen. Wir führen mit dem Chauvinismus der Räterepublik einen Kampf auf Leben und Tod um des Fric- dens willen, ohne den wir zugrunde gehen. Nicht die Bündnisse der Wcltrevolution suchen wir, die führen genau so in Not und Elend wie die Bündnisse der Monarchien und Imperialisten. (Sehr richtig!) Wir brauchen das große Wcltbündnis, den Völkerbund, in dem gleichberechtigte Völker sich frei entwickeln können, ohne die alten Fesseln dcr Rüstungen und ohne die neuen Lasten bolschc- wistischer Bürgerkriege. Das trennt uns meilenweit von den Ideen Lenins, der sich rühmte, schon 1919 empfohlen zu haben, d i c ?lbrüstung aus dem sozialistischen Programm zu streichen, denn die Ueberwindung dcs Kapitalismus ohne Bür- gerkrieg sei eine Utopie.«Hört! hört!) Nein, ohne Abrüstung wäre dcr Völkerbund lpere Formol, die Verewigung der Gewalt. (Sehr richtig!) Wenn zwischen den Völkern die rohe Gc- wall als Mittel der Auseinandersetzung abgeschafft werden soll, dann lehnen wir sie erst recht ab in dcr Auseinandcrscbung zwischen Volksgenossen.(Beifall.) Krieg nach innen. Krieg nach außen. Das bringen uns die Räte, die Lehren Lenins, der Bolschewismus. Ich male Ihnen keine wüste Phantasiefratze vor. Ich will aus der bol- schewistischen Bewegung keinen Kinder- und Bürgcrschreck machen. Ich halte mich an Tatsachen, an Lenins Bekenntnis zum Bürgerkrieg, an Rädels Aufforderung zum g c- meinsamen Kampf gegen die Entente am Rhein, an den Bündnisbesch luh dcr Münchener Räterepublik und an den Beschluß des KommunistenkongresssS, die neue Hcilslehre der Sowjets mit Feuer und Schwert durch die Welt zu tragen. An diese Tatsackien halte ich mich, wenn ich dem deutschen Volke zurufe: Wacht auf. seht um Euch, erkennt den Abgrund, dcr sich vor Euch, Euren Kindern und unser aller Zukunft austut l Hier darf es keine Parteiunterschiede geben, einig sein in dcr Abwehr der Räterepublik heißt, sich zniammenfinden in der nroßen, das ganze Volk zusammenfassenden Partei, deren einziger Programm- sah lauten muß: erst und vor allem Frieden. (Beifall.) Während wir hier über die Zukunft dcr Republik be- raten, tagt in Berlin der zweite Rätekongreß. Wir be- gleiten seine Verbandlungen mit Interesse und mit den besten Wünschen. Er soll nach dem Willen seiner Einbenifer dem Wohl der deutschen Zukunft dienen. Möge er den gleichen Weg gehen wie die Reichsrcgierung, indem sie aus dem Rätegcdanken das beste, für unser Volk zweckdienlichste entnimmt und nutzbar macht. Eine schwere Verantwortlichkeit liegt auf seiner Tagung. Möge er sich klar darüber sein, daß man geistige Bewegungen nur mit gei- st igen Waffen bekämpfen, aber geistige Neuerungen auch nur auf geistigem Wege einleiten kann. Der Sozialismus kann einem Volke ebensowenig aufgezwungen werden, wick uns Deutschen je eine Reaktion wieder aufgezwungen werden kann. (Beifall.) Wir wollen der- wirtschaftlichen Demokratie den Weg öffnen, wir wollen ihr die notwendigen Oracme schaffen und die Sozialisierung so einleite«, daß sie eine Quelle der Wohlfahrt, nicht einen Spaltpilz dcr Zersetzung bildet. Aber während wir so dem Bolschewismus den Nährboden entziehen, bleibt uns nichts anderes übrig, als seine gewaltsamen Ueberrumpe- lungsversuche gewaltsam abzuwehren.(Beifall.) Es ist nicht u n s e r e S ch u l d, wenn das Wort Gewalt noch nicht ans dem Wörterbuch unseres Volkes verschwinden kann. Helfen Sie uns, daß es bald verschwinden kann, daß es nicht verewigt wird in seinem schlimmsten Begriff, dem Gewalt- frieden.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Pfeiffer(Zenir.): In diesem Augenblick drängt es uns, einen Appell an deiS Weltgewissen zu richten. Ich spreche im Namen der ganzen Na- tionalversammlung, wenn ich diesem Schmerzensschrei eines bis zum äußersten gequälten Volkes Ausdruck gebe. Für den Frieden erheben wir drei Forderungen, ohne die es eine Einigung nicht geben kann: Räumung des besetzten Gebiete? so- fort bei'Friedensschluß(Beifall), Rückgabe unserer G e f a n-' genen(Wiederholter lebhafter Beifall) und Aufhebung dcr Blockade.(Stürmischer Beifall.) In den besetzten Gebieten wird vielfach mit unerhörter Gewalt vorgegangen. Im Namen meiner 10) öilal. Von Josef Luitpold. (Schluß.) Petvr Tora schlug die Augen auf und sah zum Fenster hin. Und er wußte, was er zu tun hatte. Der Mythos mußte verwirklicht werden. Eine helle, im Frühwind schimmernde Fahne schwebte soralos schwingend vor seinen Augen. Peter Toca trat zu den Scheiben hin. Die Stunde war da. Es galt zu handeln. Gerne hätte er Christina noch einmal gesehen. Aber gezögert durste nicht werden. Da spürte er plötzlich läbmenden Schrecken in sich: das Fenster war vergittert. Wie haste er das nur übersehen können! „Es ist alles verloren!" lispelte ratlos sein betroffenes Herz. „Dieses niederträchtige Leben weiß sich eben verdammt gut vor den Toten zu schützen", fügte seine Wehmut hinzu. Aber wie er in den Hof starrte, wanderten seine ruhe- losen Augen mit einem Male zu dem anderen Trakt. Der Direktor stand im Festgeivand— schwarzer Anzug, weiße Binde— am Fenster, am offenen Fenster! Der ganze Trakt drüben hatte unvergitterte Fenster. Vielleicht wurden auch dort noch Fahnen aufgezogen? Vielleicht der Straßen- ' feite zu? Angstvolle Unruhe uberkam ihn. An diese Hlndernisse hatte er vergessen. So wäre es möglich, daß er durch ein kaltes Eisen- gitter an seinem Werke verhindest werden könnte? Daß er den großen Tag. verpassen sollte? Daß er ihn, in diesen lächerlichen Käfig geworfen, ungenützt veratmen müßte? Zum Professor hinüber! Er mußte trachten zum Pro- fessor hinüberzukommen. Toca ließ Christina rufen. „Christina, mein Werk ist fertig. Ich will es dem Pro- fessor vorlegen zum Dank für die Fahne vor meinem Fenster. Aber nicht in der Zelle da soll er das Werk betrachten. Er soll erlauben, daß du mich zu ihm führst." Eine Viertelstunde darauf schritt Toca mit Christina, „Bllals Rufe" in drei mächtigen Bänden unter dem Arm, quer über den Hos in den Vordertratt der Anstalt. Kein Fenster mit Gittern, wie er beim Gehen bemerken konnte. Und viele Fenster offen. Ob aber die Straßenseite mit Fahnen geschmückt war? Christina klopfte ans Zimmer des Direktors und führte Peter Toca hinein. Als er eintrat, dunijzuckte es selig sein Herz: Kein Gitter vor den Fenstern. Das linke Fenster weit offen. Und draußen schwebte eine Fahne, mit den Händen leicht zu greifen. Eisern mußte sich Toca zusammennehmen, imi Herr seiner Erregung zu bleiben. Er mußte ruhig und im Gleich- maße sprechen. Er sollte keinen Blick mehr zum Fenster werfen. Mit keiner SBimper durfte er sich verraten. Peter Toca verbeugte sich. „Herr Professor, ich halte Wort. Hier mein Werk!" Er legte die drei Bände auf den Tisch und wandte sich gleich mit dem Rücken dem Fenster zu. Damit mußte jeder Keim eines Argwohns zertreten sein. „Setzen Sic sich, bitte!" sagte der Professor erfreut zu Christina und Toca. Dem Fenster abgewendet und gerade so dem Fenster am nächsten! dachte sich Toca belustigt, als er Platz nahm. Der Professor beugte sich sogleich mit wichtig tuender Prüfermiene über die schweren Bände. Er sah das Titelbild an: den Turm, oben den Mann im Sturm, die Hand hohl an den Mund gelegt. Trüber in eigenartigen, dornenähnlichen Schriftzeichen die Worte: Bilals Rufe. Der Professor blickte auf. „Sagen Sic einmal", fragte er recht einfach.„Heißen Sie eigentlich Bilal?" ,L(ch bin Bilal, Herr Professor. Ich bin Bilal." Der Professor sah ihn scharf an. Toca erwiderte den Blick ernst und tief. „Sie sind Bilal?" „Er hat freilich schon früher einmal gelebt." Merl"' >un. Bilal." »Wann hat denn Bilal schon einmal gelebt?" Der Direktor war überzeugt, nun der Wahnwurzel des Kranken auf die Spur gekommen zu sein, sie ausreißen zu können und einem Menschen wieder zu klarem Sinn und Dasein zu verhelfen. „Am Ende glauben Sie mir gar nicht, daß Bilal schon einmal vor mir gelebt hat?" „Ich bin hierüber nie unterrichtet worden. Ich weiß nichts vom Leben Bilals." „Aber dann wissen Sie ja nicht einmal sicher, ob Bilal jetzt lebt?" Peter Toca war aufgestanden. „Nein", sagte der Direktor hart und entschieden.„Ich könnte das nicht sicher behaupten." „Und welche Gabe in Bilal steckt, das ahnen Sie auch nicht?" „Nichts berechtigt mich zu solchen romantischen An- nahmen", entgegenete der Direttor wieder in bestimmtem Tone. Toca reckte sich auf. Seine Stimme aber klang fast ungläubig. „Und wissen Sie nicht, daß Bilal mit einer Bewegung, mil einer einzigen Bewegung die ganze Welt verändern kann?", „Dapon weiß ich nichts, gar nichts weiß ich davon", ließ sich der Direktor wieder vernehmen. „Davon wissen Sie nichts? Davon wissen Sie nichts?" begann Toca zu schreien. Christina erhob sich angstvoll. Im selben Augenblicke war Peter Toca beim Fenster, schon hatte er sich auf's Sims geschwungen. Die Fahne knatterte in seinen Händen. Christina und der Direttor waren hinzugestürzt. Es war zu spät. � Nur ein ungeheurer Schrei gellte ihnen in den Ohren: „Die Toten! Die Toten!" Toca hatte es noch im Fallen drohend in die Welt ge- schrien. Dann war er mit der schimmernden Fahne in die Tiefe gestürzt. » Mit zerschelltem Schädel wurde der Mann von der Cima della croce ins Haus zurückgetragen. * Lang blieb Tocas Werk trotz mehrfacher Versuche un- gedruckt und unbekannt. Als es endlich erscheinen durste, war eine neue Zeit angebrochen, die aus„Bilals Rufen" den erschütternden Schrei der alten, fluchbeladenen, überwundenen Jahrtausende' heraushörte. linksrheinischen Freuirdc spreche ich eK erneut miu. dag sie in dieser schweren Schicksalsstunde unseres Volkes alle Sondcrwünsche zurückstellen und unerschütterlich auf dem Standpunkte stehen, daß sie deutsch bleiben wollen. Wenn wir so die Unan� iaistbarkeit unsere» deutschen GÄietes verlangen, so verlangen wir auch, daß im Friedensschluß uns unsere Kolonien nicht lveggenoun wen werden.(Lebhafter Beifall.) Wir haben und bereit erklärt, den(tugenchtereii Schaden wieder autzumachon, aber diese Wiederguturachung darf nicht erfolgen auf Grund phantastischer Zahle ngebäude, die unsere Geg- lrer einseitig aufrichten. Es ist geradezu zum Lachen, wenn man sich den Größenwahn der belgischen Finanzleute vor Augen hält, die all Milliarden Schavenersap von Deutschland beanspruchiM- Dabei hat nach Höchstschätzungen unmittelbar vor dem Kriege das ganze belgiich? Nationalpermögei, nur L? Milli- arden betragen.(Hört! hört!) Bei dieser Gelegenheit spreche ich namens meiner polltischen Freunde noch einmal den dringende» Wunsch aus, daß i» dem Kreis der IckiedSrichter des Völker ichieds� gerichtshofes auch der Papst eingezogen werde» möckstc,(Leb- hafter Beifall im Zontrum.) Gegen die Aufnahm« DeutschlairdS als gleichberechtigtes Mitglied und ohne moralische Quarantäne wenden unsere Feinde ein: Das deutsche Volk sei am K liege schuldig. Von vereinzelten Ström ungen abgesehen, hat das deutsche Volk diesen Krieg nicht gewollt.(Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung.) Fch warne allen Ernstes in dieser Schicksaliftunde unsere» Bolle d unsere Feinde. ES kann die Zeit kommen, wo wir erklären: nein, diesen Frieden der Gewalt nnd des Zwanges unterschreiben wir nicht. (Srürmischer Bejsall und Zustimmung.) Wenn neben das niedergeschmetterte und vom Bo'scharnSmu» zerfressene Nußland auch noch ein niedergeschmettertes Teutschland gestellt wind, daiui kann«S tommen, daß statt des milden Lichts des Friedens die Flammen aus dem Abgrund schlagen und der Zustand de» WeltholschewiSmus ein« tritt, der den Brudermord bedeutet und die Vernichtung aller Kultur. «Lebhafter Beifall.) Dir Tatsache, daß der Bolschewismus in Batzern Fuß gefaßt hat, ist nicht mehr eine Angelegenhert, die Bayern allein angeht, soildern es ist die Pflicht des Meiches und aller deutschen Bundesstaaten, sich mit dieser Frage zu beschäftigen.(Sehr richtig!) Was jetzt in Bayern geschieht, das ist die Bestätigung des Geistes der Vcrnßimung, die schließlich zum Chaos führen muß und es wird schließlich nichts iveiter übrig bleiben, alS dah da» b a y e- rische Volk zur Selb st Hilfe aufgerufen wird, um sich von dieser»Schtvabingerei- zu befreien. Der Sozial isterurigs- ge danke wird von vielen falsch oentandon. Der jetzige Regie- uungSvorfchlaI zur Einführung des RäsesYstemS in die Verfassung ist kein BerlegenheitSprodutk. Er ist ein« unumgänglich notwendige sozial« Forderung, die uns in ihrem sachlichen Grundgehalt durchaus berech. tigt erscheint.(Sehr richtig! im ZeMcum.) Die politische Arbeit muß bei der Volksvertretung bleiben, aber Wirtschaft- liche Fragen können durch das Räteparlanreut besser miSgearheitet und vertieft werden. Von sämtlichen Parteien des Hauses wird eine gemeinsame Willenskundgebung der National- Versammlung ins Land hinausgehen. Wenn wir so das Trennende unserer Ansfassunge» über Politik und Wirtschaftslehen zurückstellen, dann werden wir dadurch unseren Forderimgen dem Feinde gegenüber mehr Nachdruck verieihen.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Hoch(Soz.): Em wirklicher Friede ist imr dann erreicht, wenn cö ein Friede de» R»cht es ist, wenn unser Volk ohne Bergewalti« aung aus dem Kriege hervorgeht. Das sollkeiueDrohung sein. Wenn die Vergewälliaungsrfbsichten in feindlichen Völkern der Angst eiltspriirgen, daß in Deutschland der svlilitärisinns wieder erstarken könnt«. 10 ist das eine falsche Rechnstng. Die aichercn Völker sollten erkennen, daß in Deutschland der Militarismus für alle Zeiten beseitigt ist, wenn wir zu einem gerechte» Frieden kommen.«Beifall.) Ich begrüße die Einrichtung eines Staatsgerichtshofes, der unvarteiisch die Schuld an diesem Kriege untersuchen soll. Sckwnd- raten sino fraglos währeird des Krieges vorgekommen bei allen Heeren, auch bei unserem Herr«. Ich erinnere daran, daß boi der Erschießung des englischen Kapitäns F r y a t t die Militärbehörde die dringenden Bedenken de» Auswärtigen Amtes gegen die schnelle Urteilsvollstreckung mit den Worten jurückwies:„Wir kennen fein Auswärtiges A m t."(Hört I hört!). Ebenso wie den /isrieden mit der Entente erstreben wir auch Frieden mit dem benachbarten russischen Volke. Ich frage die Regierung, ob es richtig ist, daß die russische Regierung ausdrücklich und auf das be- stimmteste unserer Regierung erklärt hat, sie sei bereit, Frie- de» zu schl. ietzen und denke nicht daran, ihre Heere über unsere Grenzen zu führen, verlange aber, daß auch unsere Heere innerhalb unsererGrenzenb leibe». Gbenso wichtig wie der Friede nach außen ist aber auch, daß wir Frieden im eigenen Lande betourmen. Die schlimmsten Ailöschvcitungen können ja mit WasfengÄvaU niedergeschlagen werden, aber das ist kein wahrer Friede.(Sehr richtig!) Damit wird denen in die Hände acar. beitei, die nur daraus lauern,. bis das arbeitende Volk sch«stlbst durch Bruderkampfe so sehr geschwächt hat, daß die anderen mit den Errungenschaften der Revolution aufräumen und die alte Gewaltherrschaft wieder einführen können.(Lebhafte Zu- stimmung bei de» Sog.). Wir müssen dringend bitten, daß die Truppen nicht dort eingreifen, Ivo eS der eignen Bevölkerung mög- lich ist, die Ordnung aufrecht zu erhalteu. Die trgurigeü Er- sahrungen der letzten Zeit werden doch auch die letzten Anhänger einer gewaltsamen Minderheiistaktik davon überzeugt haben,«iß durch diese Gewalttaten die Revolution nicht gefördert, sondern in jeder Beziehung geschädigt wird.(Sehr richtig!) Die Regie- rung muß danach streben, daß die Truppen vor ÄuSschreitungoii mld llebergnsseii gewarnt m>d daß solche Uebevgrisfe ebenso schnell und scharf bestraft werden wie die von der andere» Seite. e>n einem von einein Offtzier v. Hofsmann unterschriebenen Befehl wird die Schutzhast über einen Anhänger des Spartakus- 'bundes verhängt, der zu Gewalttätigkeiten aufreizt. Der Grund :it nicht etwa dex, daß der Verhaftete selbst zu Wew alltätig- leiten aufgefordert hat.(Hört, hört! bei den Soz.). Soweit darf man unter keinen Nmstiind'e,, gehen.(Schr richtig! bei den Soz.) Fch ertvarte von der Regierung«ine Erklärung, daß solche Befehle ungültig sind, und daß die aus Grumd solcher Befehle Vcr- hafteten sofort wieder freigelassen werden. Nur die surchtbare wirtschaftliche uiild seelische Not unseres Volkes erklärt die traurigen Zustände, unter denen wir jetzt leben. Der Erlrag der Arbeit muß gerecht verteilt werden. Heute, wo Hunderb. tausende schwer leiden müssen,«darf es keinen Uebevsluß geben. Zur Beseitigung des Hungers müssen alle Kräfte zusammenhalten. Deshalb lehnen wir mit aller Entschiedenheit die Räterepublik ab, denn sie bedeutet nickt die Bereiniguilg der Kräfte, sondern die Vergewaltigung der Mehrheit durch eine Minderheil. Die ersten Lebensmittel aus dem Ausland kommen fetzt herein. Man tawn sie aber nicht mechanisch nach der Etriwohnerzahl verteilen. Auch in vielen Mittelstädten herrscht bittere Not. Das Pfund Mehl soll 2 M. kosten. Wer kann denn das bezahlen? ' Bei solchen Preisen müssen ja Lohnforderungen kommen. Woh- nunaon für die minderbemittelten Kreise müssen goschgffen werocn. Ein, schamloser Wohuungswucher macht sich breit. Die Schuldigen gehören ins Zuchthaus. Ten Satz von der Heiligkeit des Eigeniumö können wir. in dieser schweren Zeit nicht anerkennen. Jeder, der mehr hat als er braucht, der darf dieses Mehr nur noch als Eigenrum der Gesamtheit verwalten. Zur Durchsetzung diejcr»>eitgshsn.den .Forderungen brauchen wir eine starke Regierung. Ein Teil selbst der allernächsten Mirarbeiter der Regierung arbeitet nicht mit, sondern gegen die neuen Männer. bZehr richtig! links.) Ersatz wird schwer zu finden sein, aoer die Schwierigkeiten sind zu überwinden. Jetzt mutz schnell geatzbeitet, jetzt muß riskiert und probiert werden. Darum brauchen wir die Arbeiterrütc als vorwärtstrerhcnden Faktor. Die Naftonalvcrsarnmluiig darf sich dieser Eirtlvickclung nicht cnt- gegenstellon, sondern muß dafür sorgen, daß sie sich rn Formen vollzieht, die der Gesamtheit zum Segen gereichen. Wenn « Entente hat.sich bereit finden lassen, auf die Landung bei Da nzi g zu verzichten, aber sie hat ihren An- spruch daraus in oller Form ausrecht erhalten. In der Frage Nordschleswigs haben sich die Dinge zugespitzt."(Hört! hört!) Mehr oder weniger unzuständige Unterhändler Dänemarks suchen bei der Entente immer weitergehende Forde- r un gen auf Kosten des geschwächten Teutschlands durchzusetzen. (Hört! hört!) Wenn die frühere deutsche Regierung im vergangenen Herbste erklärt bat. daß sie auch auf die streitigen nordschleswigsche» Gebiet« die Wilfonschen Grundsätze anzuwenden entschlossen sei, so hat sie dabei nur unzweifelhaft danisch besiedelte Be- zirke im Auge gehabt.(Sehr richtig!) Die Borbereihingen für die Angliedern,� Deutschösterreichs sind inzwischen weitergeführt worden. Unterströmungen, die dem Zusammenschluß entgegenwirken, beirren mich nicht.(Bravo?) Un- fern Gegnern machen offenbar die shianziellen Forderungen mindestens ebenso große Schwierigteiien wie die terri- torialen Forderungen. TaS ist kein Wunder. Wir sind bereit, am Fricdenstische den Gegnern sowohl ans ihre SAadenSforderungen wie auf ihre Fragen nach unserer Zahlungsfähigkeit mit voller Offenheit Rede und Antwort zu stehen. ES wird rascher zum Ziel« führen, wenn sie mit uns verhandeln, al» wenn sie von Woche zu Woche, von Mouat zu Monat versuchen, untercinander über Sätze einig zu werden, die vor der Wirklichkeit die Probe doch nicht besteh«»,(Sehr gut!) Nur ein Wirt- s ch a f t l i ch erstarkendes Teuischlaitd kann seinen bisherigen Feinden helfen, wirtschaftliche Schäden ßeü Krieges wieder gut zu machen.«Wiederholte Zustimmung.) Dazu bedürfen wir der Frei- gäbe des industriell und landwirtschaftlich so wichtigen Westen«, der jetzt nicht nur vom Feinde besetzt, sondern entgegen dem Waffen- stillstandSablmnme» von dem übrigen Deutschland abgeschnürt ist. Wir bedürfen der schleunigen Aufhebung der Blockevc, dieser g r a u s a m st e» Maßregel, mit der man trotz Waffen- stillstandS weiter gegen uns Krieg führt.(Lebhafte Zustimmung.) Wir brauchen endlich die Zuführung von Le- benömitieln unter Bedinaungen, die uns ihren Ankauf über- Haupt erst möglich machen.(Sehr wahr!) Tie Preise und die Art der Bezahlung lassen uns diese Lieferungen nicht als Wohltat empfinden. Und ein Vergleich mit der Art, wie die deutschen Behörden das belagerte Paris nach dem Waffenstillstand mit Lebensmitteln versahen, fällt nicht zu ihren Ungunsten aus. Aber wir erwarten mehr von unseren westlichen Gegnern als Lc- bensmittel. Wir brauchen Rohstoffe, um wieder zu arbeiten, und um diese Rohstoffe zu kaufen, brauchen wir Kredit. Wenn die Gegner Deutschland wirklich für fähig, haften, ihnen soviel zu leisten wie sie sagen, so müssen' sie an seine Zukunft glauben, wie ich an seine Zukunft glaube. Dann müssen sie aber auch zur Gewährung von Kredit bereit sein.(Sehr richtig!) Ein ähnliche« Berhaltnis wirtschaftlicher Ergänzung besteht zwischen Teutschland und dc.rn Osten. Abgeordneter Hoch hat soeben an mich die Frage gerichtet, ob es zutrifft, daß die russische Regierung ausdrücklich und auf das bestiinintcste unserer Regierung erklärt Haft sie sei bereift Frieden zu schließen, und daß sie gar nicht daran denke, ihre Heere über unsere Grenzen zu führen, daß sie nur verlange, daß auch unsere Heere innerhalb unserer Grenzen bleiben. Eine derartige Erklärung an die deutsche Regierung ist seitens der russischen Regierung nicht erfolgt. (Beivegung.) Die von mir nur flüchtig gestreiften dringendsten Probleme der Gegeinvart und der nächsten Zukunft stellen dem Ministerium des Auswärtigen Aufgaben schwerster Art und größter Zahl. Ich ive iß, daß es eine alte Uebung ist, meinem Ministerium da« Vertrauen zu versagen.(Heiterkeit.) Ich weiß, daß man erklärt. im Ministerium des Auswärtigen gehe alles feinen alten Schlendrian weiter. Wer das sagt, bat keinen Einblick in die Wandlungen, die sich bereit« vollzootn haben und noch vorbereiten. Ich bin fe st entschlossen, Wandel zu schaffen. Zu- nächst handelt es sich um eine Reform der Organisation Statt per bisherigen Einteilung nach Materien sichre ich daö R e g i o u a l s y st e n,«in. Jedes wichtige Land wird seinen Spezialreferentcn bekommen. Dadurch werden wir wirkliche Sachkenner heranbilden, die. ein Land in seiner Gesamtheit übersehen können. Den Auslandsmissionen sollen besondere Sa ch verständige zugeteilt werden, um die sozialen Ein- ri cht un gen jede» Lande» zu studieren unld Fühlung mit den A r b e i t e r I r e i s e n zu aetvinnen. Hand in Hand niit der organisatoriichen Reform geht eine Reform de? Personals. Durch den Wegfall der Unterscheidung zwischen diplomatischer und konsularischer Laufbahn wird die Auswahl unserer Anwärter für die höchsten Posten auf eine wesentlich breitere Grund- läge gestellt.(LS wird sich als notivendig herausstellen, um die Wandlung, die Deutschland innerlich vollzogen bat, auch nach außen zum Ausdruck zu bringen, Bcräuderungen auf einigen neutralen Auolandsposten herbeizuführen. Ich möchte ausdrücklich betonen, daß es der Re- gierung zustehen muß, an einzelnen Posten wichtiger Art im Aus- land Männer zu setzen, die durch ihre öffentliche Arbeit das V e r- traue» der Heimat gewonnen haben, daß es aber doch die Hauptsache bleiben wird, für einen hochivertigcn, fachmännisch gc- bildeten Eigenersatz zu sorgen. Aber auch mit der besten Organi- sation und dem besten Personal ist keine gute auswärtige Politik zu treiben, wenn die Quelle, aus der wir die Kraft für den Außen- dienst schöpfen, vergiftet wird oder versiegt, wenn das Volk, für das wir arbeiten sollen, sich in innerem Kampfe verzehrt. Ich glaube trog alledem an Dcutschiands Zukunft.� Alle Staaten, die in diesem Weltkrieg verwickelt worden sind, ob Zieger oder Be- siegte, stnd in der gleichen Not. Wohl hat Deutschland den tiefsten Sturz durchgemachft aber die Zerstörung- von Kultur- werten, die dieser Krieg zur Folge hatte, trifft auch die Völker, die sich jetzt im Glänze kriegerischer Erfolge sonnen möchten. Kaum ein Volt wird von dem Frieden, der in Pari» geschlossen werden soll, nicht enttäuscht sein, und diese Enttäuschung birgt in sich «ine furchtbare Gefahr. Hier hilft kein gegenseitiges Beschuldigen. kein Grübeln über die Vergangenheit. Wir müssen gemeinsam die Hand an das Werk legen, das unseren Kindern uiid Enkeln eine würdige Zukunft sichern soll. Ein Symbol dieses Sntsckilusiee ist Teutschlands Verpflichtung, Belgien und Rvrdtrankreich wieder aufzubauen.(Sehr wahr! links.) Wir sind die Verpflichtung ein- gegangen in dem vollen Bewußtsein, daß wir sie nur in werktätiger Gemeinstlmft mit unseren Gagnern erfüllen können, und wir be- klagen«6 doppelt, daß ihr Mißtrauen die Erfüllung durch g e h ä s s i- gen Mißbrauch unserer Kriegsgefangenen zu er- zwingen sucht. Dadurch wird, was ein Werk der Versöhnung sein sollte,«ine Saat neuen Hasses. Wer in Wahrheit danach strebt, daß der Krieg der Well ein« neue Auffassung von dem Zusammen- leben der Völker bringen soll, der muß alle Motiv« des Höffes, der Rache, der Vergeltung aus den FriedenSbedmgungeu zu entferne» suchen. Die Erforschung der Schukd darf nur ein Mittel der politischen Erziehung sein. Auch dabei soll der Blick nicht nach rückwärts, sondern nach vorwärts gerichtet werden, in eine Völkergemdnsckwft hinein, in der die Förderung der nationalen Interessen nicht mehr im Gegensatz zu dem Dien st an der MenschhcitSentwicklung steht.(Lebhafter wiederholter Beikall.) «Schluß im Hauptblatt.) preußische Lanöesversammlung. l5. Sitzung. Donnerstag, den 10. April ISIS, Nachmittag 2 Uhr. Am Regierungstische: Hirsch, Haenisch, Oes er, Dr. Am Z c h n h o f f. Reinhardt u. a. Präs. Leinert eröffnet die Sitzung nach L'T Uhrk In dritter Lesung wird der Gesetzentwurf über die Wahlen zu den Magistraten im Gebiete der Schleswig- Holsteinischen Städteordnung ohne Erörterung ge- nchmigt. Auf der Tagesordnung stehen 52 Initiativanträge. Zur Beratung gelangen zunächst ö Anträge, die sich mir der N e u r e g e l u n g-d e s B e a m t« n w e s e n S befassen. Ein Antrag der Deutschmnionalen Volks Partei(Abgg. Oelzc u. Gen.) will die Regierung ersuchen, die in weiten Kreisen des Beamten- tums entstandene Beunruhigung über die Sicherheit ihrer Stellung durch die Erklärung zu beseitigen, daß die unter der früheren Re- gierung erworbenen Rechte der Staatsbeamten, der Geistlichen, der Lehrer, Offiziere und Militärbeamten auf unkündbare Anstellung. Gehalt, Ruhegehalt und Hinterbliebenenbeziiae durch die Verfassung gewährleistet werden solle»! serner soll die Regierung der wirtschaftlichen Notlage der Beamten ihr Augenmerk zuwenden, die Rechisverhältniffe der Beamten einer Neuordnung unterziehen. zur Durchführung dieser Aufgaben die Beamtenorganisationen in weftcsiem Umfange heranziehen und darauf hinwirken, daß den Reichsbcamtcn und den Beamten der Selbstverwaltung die gleichen Verbesserungen zuteil werden. Anträge gleicher Tendenz sind von den Dcmökraten, dem Zentrum und der deutschen V o l k« p a r t e i cingereichr. Abg. Oelzc(Dual. Vp.) befürwortet den Antrag seiner Irak- uon. Tie bloße Zusicherung, die Regierung werde die Rechte der Beamten nicht antast«!. reichen nicht au«. Der Redner erörtert des iveiteren ausführlich die Fragen de« Bcamtenrechts und tritt für Schaffung von Beamtentaiinnern ein. Abg. Buchholz(U. Soz.): Wenn jemand Schuld trägt an her Noilagc der Beamten, dann sind es die Antragsteller.(Unruhe rechts.) Das Hau« beschließt diesem Antrag gemäß. E« folgt die gemeinsame Beratung einer großen Reihe von Anträgen, die sich mit Mittelftandssragen befassen. Abg. Hammer(Dnat. Bp.): Wir verlangen mögliwst baldigen Abbau der Zwangswirtschaft, und vor allem Aufhebung der Kriegs- gesellschafien. Tie Verteilung der rationierten Nahrungsmittel sollte nickt nur den Konsumvereinen, sondern auch den Einkaufs- gcnossenschaftcn der Fleischer, Bäcker usw. unter Aussicht der Kam- munalbehörden überkragen werden. Abg. Esser kZcntc.) tritt für den Antrag seiner Partei ein, der sofortige Einleitung von Maßnahmen zur Wiederaufrichtung des durch den Krieg und seine Folgen schwer geschädigten gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes verlangt. Abg. Dr. Crüser-Cyariotienbnrg«Dem.) empfiehlt den von seiner Fraktion vorgelegten Antrag gleicher Tendenz. Werde da» Erfurter Programm durchgeführt, s» bleibe für die Betätigung des Mittelstandes und de« Handwerks kein Raum. Ab«. Dr. Leidig(D. Bp.): Der Mittelstand muß auf der brci- testen Basis, die nur denkbar ist. aufrecht erhalten werden. Abg Mehrhof.(U. Soz.): Vier Jahre lang Im man den Mittelstand zertreten und zermürbt, und heute wollen die- selben Leute, die an diesem Verbrechen des Krieges schuld sind, den Mittelstand retten Der Sozialismus wird aufgebaut auf Arbeit. (Lebhafte Zurufe: Streiks!) Der Sozialismus bedeutet Ehr- furcht vor der Arbeit.(Erneute stürmische Unterbrechungen rechts.) Abg. Kohl(Soz.) stimmt einer Verbcsscrungdes Fori- b�ildungsschul wesens zu. Die meisten Parteien haben für die Handwerker nur Worte? An Taten lassen sie es fehlen. Sämtliche M i t t e l st a n d ö a n t r ä g c gehen darauf au einen Ausschuß. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung'an aus Freitag 1 Uhr: Anfragen und Anträge. Abg. Riedel(Dem.) beantragt, die 5l n t r ö g e, die Berg- arbeit er- und Eisenbahnfragen betreffend, an e r fr c r Stelle zu behandeln. lieber den Antrag Riedel entspinnt sick eine dreiviertel- stündige G- s ch ä f t s o r d n u n g s d e b a t t e. Ter Antrag wird schticßlich abgelehnt. Es bleibt beim Vorschlag des Präsidenten. Schluß 7 Uhr. Staütverorünetenversammlung. Vorsteher Dr. Wcvl berichtet über die Ausschuhverhandlungen über den Antrag auf Aenderung der Geschäftsordnui�, dahin, daß je zwei Vorsteher und je zwei Vorstehcr-Stellvertreter mit gleichet! Rechten bestellt werden sollen. Dem wird nach kurzer Besprechung zugestimmt. Zur Erledigung der überaus reichhaltigen� Tagesordnung wird in der nächsten Woche Dienstag eine Extrafitzung stattfinden; am Donnerstag, den 17. April, kommt der Etat für lölll zur Vortage, Donnerstag, den 21. April, wird dann die erste Beratmig des liptats erfolgen. ?aglftrals, mit der Versammlung Schritte in der Achtung des Antrags zu uiiteniehiucn. Stadtv. Cassel verweist darauf, dast schon l8äK im Hcrrenhause die konservative Fraktion unter Stahls Führung die Uebertragung der Wohlfahrtspolizei an die Gemeinden beantragt hat. Bei der Flüssigkeit der Grenzen zwischen Polizei und Verwaltung könne Ersprießliches nur durch Vereiniguitg beider in einer Haitd geleistet werde». Die Demokraten wurde» für den Antrag stimmen. Stodw. Dr. Weinberg(U. Soz.) bemerkt, daß seine Freunde schon der alten Versammlung einen gleichen Antrag hätten unterbreiten wollen, wäre schon damals die Heber- tragung vollzogen gewesen, so hätte sich vieles von den traurigen Berliner Ianuarereignissen vermeiden lassen. Unter Angriffen ads Polizeipräsident Eugen Ernst nimmt der Redner Eichhorn in Schuy.— Stadtv. Rechtsanwalt Walther(Bg. Vgg.i bekennt sich als Anhänger des alten Regiments I a g o w, der für die Geld- schrankknacker, die bis zum Januar im Polizeipräsidium gehaust haben, nichts übrig hat. Stadtv. Wege(Bg. Vgg.i fragt, ob die derzeitige große Unsicherheit in Berlin daraus zurückgehe, daß ein großer Teil der Schutzmannschaft nach Weimar abkommandiert sei. Dem Magistrat ist nach der vom Stadtrat Löhning ge- gebenen Auskunft davon nichts bekannt.— Am Schlußwort tritt Stadtv. Koblenzer den Ausführungen Weinbergs entgegen.— Mit großer Mehrheit wird der Antrag Barkowski angenommen. Eine Anfrage der U. tsoz. lautet:„Was gedenkt der Ria- gistrat zu tun, um sofort den Beschluß des Demobilmachungsaus- schusscs von Groß-Terlin, im Gast- und S ch a n k w i r t s ch a s t s- gewerbe die gewerblichen Arbeitsnachweise zu ver- bieten, zur Durchführung zu bringen?" Am 20. März haben die Soz. die Anfrage an den Magistrat gerichtet, aus welchen Grün- den der Beschluß nicht zur Ausführung gelangt, und welche Hin- derungsgründe einer solchen?Naßnahme entgegenstehen. Die Anfragen werden vo» der Siadtv. Frau Wurm und dem Stadtv. Ritter begründet. Oberbürgermeister Wcrmuth: Der Reichs- minister für Temobilmachimg hat uns heute mitgeteilt, daß unser Beschluß vom 11. Dezember von der Aufsichtsbehörde nicht weiter zu beanstanden ist. sLevhasier Beifall.) Damit hat diese Frage jetzt endlich eine befriedigende Lösung gefunden, nachdem uns das Ober- präsidium zweimal in den Arn: gefallen war. Wir werden nun- mehr das Verbot mit allem Nachdruck handhaben.— Tie Anfragen sind damit erledigt. Von den Unabhängigen Sozialdemokraten< Stadtv. Dr. Wehl u. Gen.) ist am 2&. März beantragt, den Magistrat zu ersuche.?, mit dem Abbau der Vorschulen sofort zu l-eginnen. Ein Antrag gleicher Tendenz der Stadtv. Barkowski u. Gen.(Soz.) ist am 27. März eingereicht worden. Stadtv. Goß(II. Soz.): Die Vorschulen schöpfen ihre Daseins- bercchtigung nur ans dem Absonderungsbedürfnis der zahlungsfähigen Eltern und ihrer Abneigung gegen die Volksschule. Stadtv. Oberlehrer Dr. Witte(Soz.): Wenn die Väter zusammen draußen gekämpft haben, können ihre Kinder auch zusammen dieselbe Sebülc besuchen. Als Termin erscheint der 1. Oktober angemessen. Mit dem Abbau der Vorschulen geschieht der erste Schritt zur Ein- heiisschulc. Auch die untersten drei Klassvn der Lyzeen lmben fort- zufallen. Stadtv. Dr. Bcnecke(Lg. Vgg.) spricht sich prinzipiell für den Abbau aus, aber man dürfe damit nur schrittweise und all- mählich vorgehen, Stadtv. Cassel bezeugt seine Gegnerschaft gegen die Borschulen, die Frage sei durchaus spruchreif, der Abbau könne ab 1. Oktober erfolgen. Stadtschulrat Reiman» sagt letzteres unter dem Beifall der Versammlung zu. Gegen die Darlegung des Ma- giftratsvertreters, daß die Lyzeen anders als die Knabenschulen zu behandeln seien, wendet sich energisch Stadtv. Lehrer Hilbncr (Soz.). Die beiden Anträge gelangen einstimmig zur An- nahine. Ei» weiterer Antrag der Unabh. Soz. geht dahin: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, dahin zu wirken, daß die Erwerbslose»Unterstützung unverkürzt den Er- werbsloscn gesichert wird und von st c» e r l i ch en Eingriffen verschont bleibt." Stadtv. Leid(U. Soz.): Die Steuerpflicht dieser Unterstützung können wir nicht anerkennen, da letztere sozusagen das Existenzminimum darstellt. In zahlreichen Fällen hat man den aus dem Felde heimgekehrten Erwerbslosen die Unterstützung g c- pfändet. Das muh verhindert werden: daher unser Antrag.— Stadtrat Hamburger: Ter Finanzminister hat die Steuer- Pflicht ausgesprochen, daran ist die Stadt gebunden. Bei der Einziehung wind der Magistrat von seinem Recht, die Kommu- nalsteuer zu erlassen, den weitgehendsten Gebrauch machen. Die früher erfolgten Pfändungen sind ausgehoben wor- dein— Siv. Kleina»(Dem.) hält die Befreiung von der Steuer- Pflicht für nicht berechtigt; in der heutigen traurigen Lage deS Reiches braucht dieses jeden Pfennig, und die Arbeitslosenunter- stützung stelle sich als steuerpflichtige Rente dar.— �tv. Koblenzer kann für den Antrag, wie er vorliegt, nicht stimmen(Hört! hört! bei den U. Soz.). Es wäre«ine Ungerechtigkeit, den Arbeitenden, die weniger oder nicht mehr als den Betrag der Erwcrbslosenunter- stützung erwerben, die Steuer aufzubürden und sie den Erwerbs- losen nicht aufzuerlegen.— Stv. Leid: Von Steuer s r e i h e i t steht in unserem Antrage gar nichts.— Stv. Ritter: Diese Aus- führung hätten wir früher höre» müssen, dann hätten wir Ausschuhberatung beantragt. In der Abstimmung erlangt der Antrag eine Mehrheit, da auch die Sozialdemokraten sich für ihn erheben. Gegen �10 Uhr schließt die Sitzung, nachdem noch der Magi- stratsantrag aus Weiterbestehen der gemischten Deputation für die Notstandsarbeiten und die Erwerbslosenfrage angenommen worden ist._ Znöustrie unö Kandel. Verläugcrung des Stahlwerksvcrbandcs. Düsseldorf, 10. April. In der heutigen Hauptversammlung des Stahl werksverbandes wurde die Preisfestsetzung bis End? dieses Monats gemäß den gestrigen Verhandlungen mit den Ver tretern der B-chörchen und Lidnebmer sowie der Arbeitsgememschofi vertagt. Ter S t a h l lv c r k s b c r b a n d selbst wurde um ein Viertelsahr, d. h. bis zum 30. September d. I., verlängert. Auch für Stabeisen wurde die Festsetzung der' Preise bis zum Ende des Monats vertagt.__ Gerichtszeitung. Im Marstativrozesi bekundetzen verschiedene Zeugen, daß zuerst aus dem Mnrstall geschossen worden sei. Als bei der Besetzung die Tür eines Raumes, a»s dem gefeuert sein sollte, gewaltsam ge- öffnet wurde, wurden in dem Räume sechs der Angeklagten vorge- sunden und deren Namen ausgeschrieben. Als die Besatzung des Marstalls sich ergeben Katke, tvarfen sie ihre Gewehre, die geladen und zum Teil entsichert tvarru, auf einen Haufen. Die Geioeürc sind nicht darauf untersucht worden, ob aus ihnen geschossen worden war. Ein Mann der Besatzungetruppc war bei dem eeturm aus das Gebäude durch einen Pistolenschuß tödlich getroffen worden und zu Boden gesunken. Da soll einer der Angeklagten seinen Kameraden empört zugerufen haben:„Seht, da liegt Eu>w Käme- radl Das habt Ihr nun von Eurem Ouatsch!" Ein Zeuge bar genau gesehen, wie ein Mann aus einem bestimmten Fenster des Marstallgebüudes schoß; als er das Fenster unter Feuer nahm, ver- schwand der Mann vom Fenster. Picser Zeuge hatte etwa zehn Minuten hinter dem NcptnnSbrunnen gelegen; sobald er mir die Nasenspitze über die Brüstung hob, tvurde sofort auf ihn vom Mar- stall ans gefeuert. Einem Kameraden, der gleichfalls hinter dem Neptunsbrunnen lag, ist es ebenso gegairgen. Abweichend von den Wahrnehmungen der Zeugen au» der Stnrmkolonne ivaren dir Beobachtungen des Zeuge» Schriftstellers R i e b e l i n g über das Fallen der ersten S-chusse und der Richtung, woher sie kamen.— An die Verhandlung schloß sich ein Lokaltermin im Marstall. LsriZiilem. GJählvemn Bezieh Odcrlchöncweldc In de? Nacht vom Montag »umDieuotag verstarb unser (venosse Josef Bartl Im Aller von 16 Iahren. Wir werde» stets seiner regsamen Mitarbeit i» der Partei in Ehre» gedenken. Oberschaneweide, g. IV. Ig. »er Vornana. Die Einäscherung findet am Freitag, n. April, nach» mittags s Uhr, im Krcma- torium Baumschuienwe» statt. 2Ulli Rege Teilnahme unserer Genossen an der Trauer- seierilchkeit wird erwartet. -«>«>»»» Unseren Mitgliedern die traurige Aaidrichl, daß unser Lagcrhaltcr, Eenosic iloxek Bartl verstorben ist. 106/7 Seinetsiniischerung findet Freitag, den ll. d. M7, nach- mittag»« Uhr, im»rema- toriuni Baumschuleawea, Aieiholzstraßc, statt. Bartl war eilt eifriger, pfiichtbewuhter Beamter. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Konsum- Oonossonzvstslt Lerlin und Umgegend, _ beute Mittwoch, morgens ?.UHr, entschlief nach lurzeni schwerem Velde» mein lieber 3?™." und guter Vater. oÄetf�T$£ Hugo Orbe im 52. Lebensjahre. Im Nomen der trauern- dcn Hinlcrdliebcnen Frau Emma Or»« get. Wolff u. Sohn. Di«(Einäscherung findet am Sonnabend, nach. mittags 4 Uhr, im«rema- torium Gerichtstrabe statt. Mrksamm» Sehnte gegen Sartfleehte Sagrotan. > VelMkmAng. gewährt das Besinfektions- und ftauptheihnittel Vorrätig in Apotvsksu und Orogengesehäften sowie Jür Drogen und Chemikalien. Weihen der Haut nach dem Basieren mit Sagrotanldsung verhindert die Uebertrapng der Krankheit. den bekannten QroKkandlungen 110,'6* Verband d. Cltbograpb, Steindrucher und veno Berufe. Mitgliedschaft Berlin. Den Mitgliedern Haben wir die traurige Mitteilung im mache», daß unser Nallege, der Aefier August Beckmann am 6. April im Alter van U Iahren an Lungen- und Bruitfelliubertulase nach kurzem Krankenlager ver- starbea ist. Ein ehrendes Andenken ist itnn gesichert! Die Beerdigung s»>de> heute Freitag, mittags 12 Uhr, auf dem Luiken- städtischen ftirctibof in Neukölln, Hermannftr. 186, statt. Um rege Beteiligung ersucht vi« Verwaltung. Bin verzagen nach Potsdamer 8tr. 96. Professor Dr. Nagel, J'rnuennrrt. Mandolinenspiel, »ttorwn-, Lautcospiel, Drel- m-uatskurs- zur perfekten Aus- bildung, 8 M. Aianatsdvnarar klvsttlndige Schnellkurse). ftto. gier-, Biaiinen Schncllturse. Lehrinftrumcntc billigst. Ernst. Oranicnftr. lS6 II.. Schmerzl. Emnetung zum Sterbetage meine» aclicbten trcusorgenden Manne«, de« Sergeanten Emil gefallen gm 10. April' 1918 im biilhenden Alter von 25 Jahre». Ja treuendcm Sedcnke» feine liebe prau �on», Goslcrstraß« 11. Schlaf in Frieden, mein Lisbstes Du. Meine innige Liebe deckt Dich zu. Weiß niemand, wie bitter die Einsamkeit. Mein»Mck verdeckt ein Hllgelein Sand, Ick) nnistte es oplern fstrs Baterland. Mit Schnsuchi denke ich oft zuelicl A» mein verlorene» Glück. So nil)' nun sanft bis auf ein «iederseh'n! HZA Bekanntmachung Ausländisches Weizenmehl. Gemäß§ 5 der«crordnung über Ltbensmittrlkarlen vom 1«. Oktober wird stw den Semeindedeziri der Stadt Berttn bestimmt: i. Auf Abschnitt 1s der allgemeimn Lebensmittelkarten der Stadl Berlin«ntfallcn SSV Gramm ausländisches Weizenmehl. Der»lainhondelsvrrkanfsprei» siir«i» halb«« au»lä»dilchc» Beizenmehl beträgt 1.09 Bt. Da« Mehl ist in den durch ein Aushängeschild --------------'■"-MeiSwbT II. Pinn» III. „Verkauf von a»sländi?chenl«eizemnehk dlirch dl« Ewdt Berlin" gekennzeichneten«veschäflen gegen Abgabe de» Abschnittes 1t der allgemeinen Lebensmittelkarte in Empfang zu nehmen, und zwar in der Feit von Mittwoch, den IS. bis zum Mittwoch, de« 23. April. Schmerzliche« eSedenkev zum Sterbetage unseres inniaqeliebten Sohnes, Bruders. Schwagers und Onkels, meines lieben Bräu- tigauis des Unteroffiziers Gustav Nicolai ((£& 2. at.) Ref.-Ins.Negt. 228, gefallen 11.4, 18. In tiefstem Schmerz Die trauernden Ellern und Geschwister. Räsche» Bergnrr als ver- IvdteBraut nedftAngeh. AI« Seid liegst Du gebettet, Fühlst nichts von schwerce Zeit. Uns aber bleibst Du »»vergesse» fiit alle Ewigkeit. Mit Sehnsucht denk ich oft zurück, an Niel»»er- lornesGIstck. Det»Rl>»chen. bäUer. aus denen sie das ausländische Mehl verkaufen, dem Pudlltui» sichtbar im Laden gufzustelle». Die Säcke oder Be- Halter sind durch ein Schild mit der Aufschrift„Ausländisches D-izenmehl" zu kennzeichnen. V. Die Kleinhändler haben die von ihnen für dos aus- ländische Weizenmehl angenommenen Abschnitte der Lebens- mllteltarte am Donnerstag, den 24. April, an thrcn zuständigen Gro�älwllr�liulstferiu � � jec Lebensmittel. karte in anderen als den unter Iii genannten Geschäften ab- zugeben, welche die Abschnitte 1 und 2 der allgemeinen Lebensmittelkarte nichl angemeldet hatte», können sich Im Bureau der unterzeichneten Adteillmg. Burgstrabc 2, Erdgeschoß, Zimmer 4, wegen Uedcrweisung an ein Geschäft melden. Viil. VI« orduungsmätzigc Ausgab« des««hls in den«leiahondolsgesrhfisl-n wird durch ausländische oertausch»«, Betriebes zu strenge San W.>.>» da» rein« >a Mehl«tma zurückhalten, oermisch««»der , Hab»««anachstchllich dt« ZMli-hung de» ,« gewartig««. Zm übrig«« find««, sosern troll«« sichergestellt. Vis»l-lnhündler, die da» r«Ia«, GM-------------* flradpi_ WW______ fltiodlcfigL.WWWWW «ichk andere Vorschriften schwerere Strafeu aus- m m. MNltllil bei. Abgabe von goldenem, Srün«mallllsrlem M«- aillon mit Pcrlrnanflagc an goidenerKelte.verlorenb. April zwischen Bahnbos Porlstraße und Linden, Ecke Markgrafen- ftrabe.«rain.ver>i»-Lich««r- s«ld« O. Wilhelmstr. IS.'A. Tel. Li. 112. m 2295b Postkarte genügt! !iiclsei'l'iilien«M-.. Gr. Nährwert, auch als Futter- Mittel. Ztr. iz.—, ab 25 Ztr. 13'—.. frei ins Haus. Prima Mohrrüben, , frei ins Haus. Bims, Mäbendorf, Bcrgstr.V. EiililWHEEen Kilo 12 Mark.' Zucker-Perl-Stangenbolnien Kilo 12 Mark. Esen«, Oatfrleailand Oerh. Oetken, Perser-Teppiche, suche dringend.• zahlenachni-daaewsten�Prelse. Bosenlelil, UW'Zs. sprechen,»1«»irasbestlmmungen de» g 20 der ver Ordnung d«» Magistral» Berlin vom 2». ONaber 291» Berlin, den 10. April 1919. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Z..Nr. 2210 Rä. »cd reib. Addier-Maschinen in eigener mechan. Werkstatt bei billigster Boreduung. Aashlllamascblnen! Brsntxtelle t Mietweise Abgabe von Rechennaechlnea- Leipziger Straße 23 neb. Kemplnski- Hillbrich. Fenispr. Zent-, 180 u. 419. ein Pknnd. Es kosten hwnio llederschrettnng de» Hbchstpre 2. Die Abschnitte Rr. 10? v MeDimeinu. Marmelade. Gemäß ß 5 der Perordnung über Lebensmittelkarten vom tS. Ottober 1916 wird für den Gemeindebezirk der Stadt Berlin bestimmt: 1. Auf Abschult» Hummer 20? und 20» der Lebe«». «itteltarte der»ladt Berti« eutsaüe» je 260 Gramm Marmelode. Der nlcinhandclehöchstpreis betragt 1,30 R. für M»ramm 0,85 M. Eine irafbar. und 108 sind nur in den durch ein Aushängeschild:' M» „Verkauf von Marmelade auf Lebensmittel karten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geschäften zulieser», und zwar am?,■ und Montag, den 14.«Wnt 19l9. Nachtragliche findet nicht statt. E» ist unzulässig, die fiarienabschnltte t» Geschäften abzugeben, in denen nicht da» oom Ragistrat ans- gegebene Aushängeschild angebracht ist. Geschäfte», die nicht Im Besitze des Ausiiängeschudes find, ist die Annahme von fiartenadschnitten verboten. 2. Die stleinhandclsgeschäste haben die von ihnen ange- noinmenen»artenabschnitte an einen der ihnen bekannt- aeacbenen Großhändler bis zum Mittwoch, dcn IC. April 191«, einschließlich abzuliefern. Jeder Kleinhändler muß, sobald die Ware znr Steli« ist, mit dem Bcrranf begtirnen und dies durch Anschlag anzeigen. Da die Matmeladefabtiken häufig nicht in der Lage sind, die volle Menge auf einmal zu liefern, ist eo mbglich, daß sich in einzelnen.fileinhandelsgeschäften der Berkauf der Marmelade hinauszögert. Auch bei einer solche» Verzögerung der Lieferung ist jedoch eine Nichtbclieferung teiaesfalls zn «Ost», den 8. April 1919., Magistrat. Abteilung für Obst- und Gemstseversorguug. MWftsMWWMmWßÄ «.©. m. b. tz. Laut Bekanntmachung des Aiagistrats vom 8. d. Mis. werden die von uns seit langem geforderten Kundcnlisten für den Bezug städtischer Lebensmittel nunmehr eingeftihrs-.. Die Listen liegen ab heute in unseren Berkaufsstcllen ans und müssen die Eintragungen in dieselben bis Monlog, den 24. April, erledigt fein. Personen, welche die Anmeldungen versäumen, stnd laut obiger Bekanntmachung vom Bezug der nach der»unden liste zur Berteilung gelangenden Lebensmittel ausgeschlossen. Die- jcnigen unserer Kunden, die sich schon, aus Grund der Nichl iinien des Rciä:«crnährnngsamtes erliärl haben, ihre Ware» bei uv durch Unterschrist bereit WW. W MW> zu beziehen, bitten wir nochmals, die Abstempelung der Lebensmittelkarte und Eins ttaaung in die Listen in obiger Zeit bei UN« vornehmen zu lassen. Wir find zur AI■ lief) Margarine zugelasscm dieses Eintragung regen Gebrauch zu machen. er städtischer Waren cinschließ- >itteu wir unsere Kunden, von 100-8 sofort versanb- fertig wie Adler, Zdeal. ilonli- nenlol. Mer- 1 nxtlnAiäphfcPüf � D- vr. jur. Willielm v. Kirchbach Lanagencnisrdl pers. sprechen Poisdamer Str. IIS. (LUtzowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechtsbeistand in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach., Gcsuche,Verträge, Ermittelungen.— Beobachtungen. Tel. Liitiov 2494. Achtung! Mit der ur. v. Kirchbach G. m. b, H., Alexanderstr.4i, habe SWlunMine« rede». Oliver, Nemingta»,»mllh-vremlrr, Anderwood, lorpedo, AronI«. Kleine Reise- Maschinen fast alle Systeme,»ohle-, 20ach»- Vurchschlngpapier, Farbbänder, Möbel. MM& SM, Betlta Leipziger»frühe 29. Zentrum 921L 9220, ÜTUL Beia&ntmiuhung. Für alle in den Ortschaften Berlin- Viltenan m. Dalldorf und vorflswaldc, yermsdorf, Lübars m.waldmaan sinjl beschäftigten oder wohnhasten versicherungspsttchtiacn und vefticherunasbcrechttgten Per» sonen sowie die ebenda vor- handencn Arbeitgeber wird mit dem 22. April d. 3. eine Zweigstelle unserer Kasse in Berlin-Millenan(Rathaus) errichtet. Diese ist werilaglich van 8 Ubr vormittags bis 1 Uhr nachmittags geöffnet. 272/19 Berlin, 9.-April 1919. Zillgemeine Lrtskrauke«- lasse Riederbarntm. Kühn, Borsitzender. Für alle i» den Ortschaften Verlln-Tegel mit Kolonie Freie Scholle, Berlin- Tegel- Forst mll Zungsernsielde und Schulzendors. Berllu-Te' ssenber mit Scharfenberg, Berlin-Aeinicken dors-tzv. (Humdoldtstr. 28—80 und westlich davon), yelligensoe mit Eonrads- höh«, Sandhausrn, Zörrselde, Tegelorl beschäftigten oder wohnhaften vcrsichcrungspsiichiigcn und per- sich erungsbcrechtigtcn Personen sowie die ebenda vorhandenen Arbeitgeber wird mit dem 25. April d. 3. eineZwelgsteU» unstcrKasse in Berlin-Tegel, Prunawstr. 23, errichtet. Diese ist werktäglich von 8 Uhr vormittag» di» l Uhr nachmittags geöffnet. 272/18 Berlin, 9. April 1919. Allgemeine Lristranken. kasse Niederburntui. Kühn, Vorsitzender, Darlehne ( Wcrtpopier., Schmuck, Möbel Policen, Pfandscheine, hypo- thekenzedierung etc.) schnell, kurzfristig und diskret zu vergeben. 13/4* Deutsche Darlehnskasse, Berlin, Unter den Linden 42 III. __ Oeschältszelt u-3. Setektiv, eheni. Kriminal, crmitieU, odachtet alles diskrei. Anl ew Friedenau, Kiechstr. 23. agei sitzl Für alle iu den Ortschaster Berlin-Bellrlckendarf-Dst sSumboidistr. 1—25 und 87—110 und östlich davon> Schönholz.««2, Bosenlhol,«emelnde unl «uk mit Aorbenb unl «HheSinvrnh, Zlleberschönhansrn. Gemeinde, G«t und Schlaft beschäftigten oder wohnhafte:� oerficherungspffichtigenundver sicherungsbercchligten Personer sowie die ebenda vorhandener Arbeitgeber wird mit dem 2». April d. 3. eine ZwriqsteNc unserer Kosh in BerNtt- Reinickendorf Refldevzstr. l>8. errichtet. Diese ist werklägiich von 8Ub> vormittags bis 1 Uhr nach mittags geöffnet. 272 17 Berlin, 9, April 1919. Allgemeine Ortstranten lasse Siiederbariiim. stöhn,«orsttzenber. Piano, elegantes, schwarze« 1950,— M (kreuzsaitigs. Nugdamirpl-no verkaust billig Ken«,«, vranienstr. tt!0, III gibt« gute Gnmmi »och zn '' tzdev wenig, dafti: .>ereistmaen mit ällr Bedarsa-rtltel flir Fahr räder. Reparaturen an Zwei und Dreirädern werden au» geführt ini' ksdrrilldzu�„Yorwärts", Brunnenstr. 35, Hof link«. BlfiMmiO gebraucht, billig. Neue ersttl. 10 5. Garantie, 1700,-. 1241 Pianospricher, BMowstr. 48 u. Alexan dcrstr.!I7. Aisrau derp! Siandolwe. Irnute. Gitarre.»andermondol 45.-, crsttl.85.—, ttonzertillUl, 125.-, 145.-(Unterricht 8. 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Landgerichtsrat Dr. r. Kircbbach(ieseitschafl m. b. H. AlexanderatraBe 4»(am Alexanderplatz, gegenüber Tieuk(9—7.) Glänz. Erfolge! Beobachte. Sonnt 10—17 mit u. ohne Gaumenplatte, Kronen, Brücken, Plomben jed. Art, mod. GoMlechnik.-Umarbrit. schlechtsitz. Gebisse, Reparat, sof. Schmerzlos. Zahnziehen. Mäßige Preise evtl. Teilzahlung. M. Löser, nur Brunnenstr. 185, w. RosenUul.Pl. u. Invalideostr. Sprcchst 9-7, Somit 9-12 Uhr- MW SiMlSM-MM. v uteau: Berlin. (Engelnfet 18. weöffnel von 9-1 Ahr nnb 5— T Ahr nachmittag». Soanobendnachmlttag geschlossen. Am Sonntag, de» 13. April, vormittags 1v— 1 Uhr, finden in allen Bezirken in antenstehenden Lokalen die MzierieWOle«» oagerottienfiülien BetMsfiig statt. ktollegen, dl« sich an der Wahl beteiligen, müssen ssch durch da» Milglied»bnch de» Sonarbelterverbande» legilimieren. in dem höchstens ach» vellrlige im AOcfffond sein dürfen. Arbeitslose legilimieren sich durch die Kontrollkarl«. .Ilonbit Wedding forden 1 Korden 2 Xoi'dostcn Osten 1 Osten 2 Südosten bilden Südwesten Westen tiicsandbrnniicn Oranienburger Vorstadt Idlershol Alt-Gilcnleke üanmsehnlenweg < Varl Ottenburg Cöpenlck t'rledriehsfelde FrledrlchsUagen Friedenau .lohannisthal Lankwitz Lichtenberg Lichtenrade Lichterfelde nahlsdorf Harlendorf Uarlenfeldc Nenklilln Oberschöneweide Pankow Reinickendorf Schmargendorf Schöneberg Steglitz Stralau Tegel Teltow Treptow Wannsee WelUensee Wilmersdorf Zehlendorf stlattlek Seefeld Bolle Kanthack lioffmann Knrxrock Spneth Schwarz Kempln Fröhlich Vogel Schult Wlemer» Bändel Bahms Toepfer Stadle Krause Volkshaus G lauert Sommerfeld Sehröder Schönefeld Gobin Schulz Pickenhagen Jantke Begcner Soah Benschek Schuster Wolff Lobde B enger Wanwke Feind Bringmann Folger Schellhase Bolka Messerknecht Bonow Scbolze Koch Basehe Reuter Bieckley, Salzwedoler Ttr. 1Z Tchulstr. 1 11 LNchener Str. 8 SOichertftr. 3 Swinemünder Str. 17 ZionSkirchplatz 5 öseorgenkirchstr. 65 Langestr. 53 Tilfiter Str. 85 Muskauer Sir. 1 Briller Str. 46 ?1!ariendorfer Str., Slke Solmsstr Bülowstr. 58 Prinzenallee 57 Schlegelstr. 9 Heldigstr. 31 lSrünauer Str. 7 Marieiitlialer, Ecke KiefHolzstr. Rosiiienstr. 3 Grünauer Str. 7 Mtqnelstr. 7V Seejtr. 163 Kirchs»». 23 Rooiisir. 2 Kurfürstenstr. 37 Scharnweberstr. 66 Krügerftr.. Ecke Hohenzollernstr. Hiudenburgdamm 161 Bavnhosstr. 22 Cliansseestr. 27 Kirchstrasse Kirchiioiltr. 11 Stetumetzstr. 35 Wtllietmtneiiliofftr. 76 Brebmeftr. 25 Residenzstr., Ecke Schönholzer Str. Breitestr. 2 Kysshäuserstr. 16 Ahornstr. 15» Stralauer Allee 25 Schtieperftr. 61 Verltner Str. 16 Graetzitr. 16 Evausseeftr. 2» Berliner Allee 251 Gafteiner Str. 6 Potsdamer Chaussee 25 JHdjtnnjjJ!� �lchtung� Sonnabend, den IS. April, vormittags l« Uhr: Versammlung aller sich im Streik befindlichen Maurer, Bauarbeiter, Zementierer und Einschaler im Gewerkschaftshaus, großer Saal. 143/«' WaMiM. Allel JlllWmu. Sonnabend, den 12. April, abend» 6 Ahr, in der Zesthalle de» Stadthaase», Eingang Klosterstraße WWMW»er ElWaM lBelrieSZ-, Verkehrs-, Bureau- u. WertstSttenpersonal) Tagesordnung: Sei VitSeiiiMm mimr MMWlill. Referent: Redakteur Erich Kuttner. .foeie Aussprache.(208/15) Der Werbeausschuss. Al>ßeWll.BelsmllilW der Zentrale U«SW»er Sl>zl«Wlrille. Sonntag, den 18. April, norm. 10»Hr. im �cehrerverelnshans-,«llexanderplatz: isenosse �Eduard Bernstein sprich» übn: „Tie politische Lage zgstd und die Politik der Sozialdemokratie. -- ö- Außerdem sprechen namhafte Redner beider Parteien über „Slieder mit dem Bruderkampf". Eintritt 30 Pf. X Sozialdemokraten! Erscheint in Massen! Zentralverband der Handlungsgehilsen Ortsgruppe Groß-Berlin. vareen: verNn, Alünzstr. 20, geöffnet werktäglich 10—3 Uhr heule. Zrellag, den 11. April, abend» 2 Ahr.»m große« Saal der»Börse", Burgstroße: Generalversammlung. Tagesordnung: l. Kaffenbericht für ISIS. Z Wahl des Aktionsausschuffes. 3. Stellungnahme zum Berbandstag. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. <7/13-_ vle Ortsverwaltung. A a t r u 1 1 Am 7. 3. 1917 ist in Berlin der Invalide Heinrich Bunzel verstorben. Derselbe hat im Testament vom 4. Juni ISl« auch seinem Sohn Paul Bunzel einen Erbteil ausgesetzt. Dieter vorbezeichnete Sohn wird hier- mit aufgefordert, unter Dar- legung des Berwandschasts- Verhältnisses zu dem Erblasser sich bei dem unterzeichneten Pfleger innerhalb I Monats zu melden. Der Abwesenheitspfleger Rechtsanwalt Georg Horn, Berlin, Reue A»nigstr.S7. 1747D Grotze Versammlung der SeiMMMW. MSSlklMM Sonntag, den IZ. April,'/zl l Uhr, im„Gewerkschaftshaus", Engelufer 15. 13/13 Deutschvsterr. Hilft- u, Wirtschaftsbuud. Soeben erschienen neu in 25a Aallage Hygiene der Ehe Aerztllcber Führer tür Braut« and Btaeleot»* von Frauenarzt Dr. med. Zlkcl, Berlin. \us d. Inhalt: lieber die Frauen-Organe. Körperliche ihetauglichkeit und lintauglichkeit Gebar- u. Stillfähigkeit Frauen, die nicht heiraten sollten! etc.— Enthaltsamkeit j.Ausschweilungenvor der Ehe. Eheliche Pflichten. Keusch- leit od. I olygamie? Hindernisse der Liebe etc.— Krank- leiten in der Ehe. Rückstände früherer Geschlechtskrank- neiten, Votbeugung und Ansteckungsschutz.— Körperliche Leiden der Ehefrau. Entstehung und Heilung der weib- ichen Oefllhlskälte. Folgen der Kinderlosigkeit. Gefahren .päten Helratens für die Frau. Hysterische Anfälle etc. Bezug gegen Einsendung von 2 M. franko od. Nachn. lurcli Medizin. Verlag Dr. Sdiwclzer, Abt. 305, Berlin NW 87 m. 3Mr.mark.Spiegelschrank u. Wäscheeinrichtung san Mk. 1750.— o. iiwr Büfttt, Kredenz, Tisch, 6 Lederstüyle von Mk. 2495.— an. Küchen in allen Farben»- Ttetllg so« Mk. 37 5.-»». Ruhebetten in prima Stoffverarbeitung sehr billig.— Auf Wunsch Zahlnng»erl«ich«ernng 8tol?msnn llerlio SW.jnii Belle-Alliance-Str. lUU ühlandstrafie zwischen üetzenburger u. Ludwigkirchstraße Sehr gut erhaltenes Rentenhan» mit Warm- uÄfervers., Fahrstuhl eiektr. Licht, Ofenhetzuno, enthalt. 3 Läden u. 4- u. I-Zimmer- wohnnngen, die durchweg sehr steigerungsfähig sine. haben wir bei einem Miets- erträgni» von fetzt schon M. AI«»,— für d. 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Äpcii 1919 ad in der Vaubil- Filiale Berlin-Tempelhof und auf dem Versteigerungsgelände in Teltow kostenlos zu erhalten. Der Zutritt zur Versteigerung am 16. April ist nur geoen Hinterlegung einer Bietekautton von Ml 300,— pro Person äestattet: die Kaution kann bei der Paudil-Fiiialc in Verlin- Tempelhof. Weiiiner Korso, vom 9. April ab schon geleiNet werden. Ohne Hinterlegung der Bietekautton kann das Se- iände in Teltow am B-rsteigerungstag- nicht betreten werden. Die Objekte können wocheittäqlich vom 9. April ab von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags besichtigt werden. Der Betrieb irgendwelcher Scschäfie oder das Feilbieten irgendwelcher Gegenstände ans dem Versteigerungsgelände ist nicht gestattet. Di- versteigerten Kraftfahrzeuge werden nach Möglichkeit kostenlos vom Vcrsteigeruiiasgciandc bis»um nächsten Etta&en- dämm oder bis zur Tisenbahnramve in Teltow geschleppt, ohne jedwede Hastung und auf Gefahr de» Erwerber». Berlin, den 4. April 1919._ lZ/l« „Reichsverwertungsamt" _ Bertaufsadteilung für Antomobilwesen(„Bmimr). Bereifung. Für zugelassenes Auto vier Decken und vier Schläuche, Größe 650,80 sofort zu kaufen gesucht. Offerten an. Held& Francke, Aktiengesellschaft, Berlin SO. 16. Am Köllnischen Park 1. Billiges Möbelangebot wegen Aufgabe der Fabrikation Verkauf von Herren-Speisezimmern von eint, bis relchhalt. Ausf. dir. an Prlrate z. Fabrikpr. Kuhn& Co., Möbelfabrik-Lager Breitestr. 29, gegenüber von Hertzog,» Kostüme, hochcleg.. nur beste Stoffe, vornehmste iRachart. «oMmeÄSg! gute Oimli- 1 Ofr»4 tat von 10 k* lUs an. Palpfnk i. vcrsch. Stoff.. l airivid elegant sstz-nd, � 8eille!ie kegeWäntel,> nochgutttduai.schrpreisw.\ Röcke und Blusen elegant sitzend, billig;. Max Laboschin, Damenmoden. SeydelsfrÄllt':, DBis 7'Uhr abds.geöffnet> !!! Geld l!! fiir jede Wertfache. Höchste An- kaufsprcise sttr Pfandscheine, Brillanten, Soidgegenilandc. Teppiche. Bücker usw. 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Wenn aber Erwerbslose, wie es in dem vorliegenden Falle geschehen, erst nach IMi m o n et t i g e r Arbeitslosigkeit Unterstützung beantragen, so spricht das als Anzeichen dafür, daß ste sich während dieser IVo Monate in keiner hilfs- bedürftigen Lage befunden haben, ein Grund zur Nachbewilligung der Unterstützung also nicht vorlag. Im allgemeinen werde an dem Grundsatz festgehalten werden müssen, daß Nachbewilligungen über- Haupt nicht oder— falls besondere Gründe vorliegen— höchstens für wenige Tage zu erfolgen haben. * Das Ministerium des Innern hat befürwortet,>vei testgehend von der Bestimmung Gebrauch zu machen, dast an die Stelle von Geldunterstützung auch Sachleistungen, Gewährung von Lebens- mittel», Mietsunterstützung u. bgl. treten. Der Schutz gegen Not werde am besten durch Verabreichung der zum Leben notwendigen Lebensmittel(als Naturalleistung oder Speisung) und der wich- tigsten Bedarfsgegenstände in Anrechnung auf den Untcrstützungs- betrag oder unter Auszahlung des überschießenden Betrages zur Befriedigung der sonstigen Lebensbedürfnisse erreicht. Dadurch werde auch der mißbräuchlichen Verwendung der Unter- stützung am sichersten vorgebeugt.— Ferner hat der Minister des Innern die Gementden darauf hingewiesen, daß auch Familien- Mitglieder, die Invalidenrente, Unfallrente und dergleichen be- ziehen, nicht grundsätzlich von der Erwerbslosenfürsorge auszu- schließen sind. Es dürfen jedoch nur diejenigen Familienmitglieder mitgezählt werden, die der Erwerbslose zu ernähren Hai. Ob ein Familienmitglied, das Rente erhält, hierzu gehört, soll nach der Höhe der Rente und den sonstigen Umständen des Einzelfalls eist- schieden werden._ S. p. v.-�rbeiterräte und kommunale Mbeiterrate! Heute, Freitag, nachmitlags 3 Uhr, in der Schulaula Weinmetsterstr. IS gememsame Sitzung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Ausweis: Legitimationskarte und Organisationsansweis. Da nur knappe Zeit zur Verfügung steht, wird um pünktliche» Erscheinen gebeien. Der FraktionSvorsiand. Haast. Vollzugsrat Grotz-Berlin. Der Vollzugsrat wählte eine aus den beiden sozialdemokratischen Parteien pariiänich zusammengesetzte Rommisfion. die mit der Ge- werlschaftSkommission zwecks Stellungnahme zum l. Mai in Ver» bandl, ingen treren und in der nSwsten Sitzung das Ergebnis berrchien soll. Zum Streik wurde folgender Beschluß einstimmig gefaßt: Den in schwerem wirlschaftlichem Kampfe stehenden Bank- beamten spricdt der Vollzugsrat vollste Shmpalhie aus. Der B. R. wird, der im Zirkus Busch gefaßten Resolution gemäß, alles tun, was in seinen Kräften steyr, um die gerechten Forteruugeii der Bankbeamten zu vertreten. Der Vollzugsrar weist die Bankdirektionen auf die schweren Folgen hin und avl�lliert an das palrioliichc Empfinden der Direk- toren, das von diesen bei jeder Gelegenheit in den Bordergrund gestellt wird. Die Bankbeamten sollen aber hieraus die Lehre ziehen, daß nur durcki Zusammenschluß aller Hand- und Kopfarbeiter im konsequenten Kampf dem Kapitalismus Zugeständiiiffe abgerungen werden können. Ein weiterer Antrag, die Berichte des Bollzugsrates im„Vor- wäils" wegen seiner unobjekuven Berichlerstallung nicht mehr zu veröff.ntllchen, wurde bis zur näwsten Sitzung zurückgestellt. Anmerkung der Redwkrion: Wir haben niemals irgend eine andere Aenderung an den uns zugegangenen Berichten des BollzupsroteS vorgenommen als Kürzungen im Ausdruck, die durch die Raumverhältnisse gefordert wurden. Da die Berichte uns fertig zugehen, nicht etwa von einem unserer Berichterstalter gemacht werden, ist eS ganz unsinnig, von.unobjektiver' Bericht- erstallung zu reden._* Ententemehl ab Mittwoch! DaS erste halbe Pfund niedrig ouSgemablenen ausländischen WeirenmehlS tonn von Mnttvoch ob ohne Boranmeldung gegen Abtrennung des Abschnittes Nr. 14 der allgemeinen Berliner LebenSmittelkane bezogen werden, und zwar in den Kleinhandels- geschäflen.>n welchen die Abichnilte 1 und 2 der LebeiiSmiuelkarte angemeldet worden find. Der Preis ist auf 1,09 Mark für das halbe Pfund sesigesetzt. Die Gemeinden beziehen das Mehl zu 2 M. je Pfund von der Reichsgetreidestelle. Das Reich hat diesen Preis so hoch festgesetzt, um eine Steigerung des BrolpreiseS zu vermeiden, da unsere unzureichenden inländischen Bestände späler auch bei der Brolherstellung durch ausländisches Mehl ergänzt werden müssen. Wo bleibt der Segen? Durch die Zeitungen ging dieser Tage die Nachricht, daß aus den Betrieben der Heeresverwaltung für 7S Millionen Mark Stoffe in den Handel überführt seien, um den dringendsten Anforderungen der Bevölkerung an Bekleidung gerecht zu werden. Da nicht anzu- nehmen ist, daß die Behörde die Absicht hat, die Bevölkerung beim Verkauf der der Stoffe an die Großhändler wucherisch auszubeuten, sollte man meinen, daß der Stoffiegen ein Sinken der Kleiderpreiie erzwingen müßte. Nach wie vor aber kostet ein Herrenanzug ichlechter Qualität 390 Mark und darüber. Wer steckt den Wucher- gewinn ein?_ Zum Rotzfleischerstreik werden wir darauf aufmerksam gc- macht, daß es den Fleischern ganz unmöglich ist.�u dem festgesetzten Preis von 1,89 M. zu verkaufen. Hat doch selbst die Provinzial- sleischstelle erklärt, daß sie zu solchem Preis kein Pferdefleisch liesern kann, da sie selbst es unter 6 M. nicht bekommen könne. Die anständigen Roßfleischer stehen natürlich den Pferdediebstählen j fern und sind bestrebt, allen Mißbräuchen entgegenzutreten. Aber bei den jetzigen Verhältnissen geht eben alles in den Schleichhandel, während die reellen Geschäftsleute auch bei der ungeheuren Steige- � rung aller Unkosten ganz außerstande sind, ihren Betrieb fortzu- führen, so gern sie auch das Publikum versorgen möchten. Wenn i verschiedentlich von örtlichen A.- u. S.-Räten Pferd« zur Wurst- | erzeugung freigegeben worden sind, so haben diese Räte nach dem � Stande der Gesetzgebung gar kein Recht dazu und stören nur die Versorgung. Diesen unerträglichen Zuständen soll ja eben durch die öffentliche Bewirtschaftung abgeholfen werden. Sammelt die Küchenabfälle! An die Einwohner Berlins ergeht die dringende Bitte, bis Küchenabsälle im Jnleresse der Kranken- und Säuglings- milibveriorgung getrennt von allem Kehrricht, Müll und Fremdkörpern an die auf jedem Grundstück fnrzu bestimmte«-ammel- stclle abzurühren, damit sie restlos in den Molkereien zur Fütterung an die Millbkühe Verwendung finden können. Jeder Handel mit Küchenabsällen sowie jeder Austausch der Küchenabfälle gegen andere Gegenstände wird strasrecßtliib versolgt. Der MagistratSkommisiar für die Verwertung der Kückenabtälle, Poststr. 6. ist für jede Mit- teilung über unberechtigte Entnahmen sowie über unregelmäßige Abholung dankbar._ Geschlechtskrankheiten! Im Krieg haben viele das Unglück gcbabt, geschlechtskrank zu werden. Manche wissen xs selbst nicht, andere begeben den großen Fehler, ihr Leiden zu verbergen und sich nicht bebaiideln zu lassen. JahielangeZ Siechtum und Uebeliragung auf andere ist die unaus- bleibliche Folge. Jeder sollte sich über diese wichtigen Fragen genau untenubten. Einem ällgemeinen Wunsche enisprecbend veranstaltet die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten heute Freitag Lichtbildervorträge von auf diesem Gebiete besonders erfahrenen Aerzten. Da ein mblreicher Besuch zu erwarten ist, tut man gut, sich zeitig einen Platz zu sickern. Eintritt überall 19 Ps. Die Vorträge finden statt für Erwachsene beiderlei Gescklechts: indenPha ruS-Sälen, Norden, Müllerstr. 14 2. Redner: D r. Mosbacher; in den Union-Festsälen, Ztordosten, Greifs- walder Straße 2 21. Redner: Dr. Drucker; in Treptow. Alt-Treptow S, Paradiesgarten. Redner: Dr. Roeschmann; in Britz, Chaussee st raße 1, Gemeindeschule. Redner: Dr. Nerr. Nur für Frckuen: : in der neuen Stadthalle, Klo st er st raße. Frauen- arzt Dr. Max Hirsch. Auf den Bortrag des bekannten hiefigen Frauenarztes Dr. Max Hirsch, der nur für Frauen ipricht, sei noch besonders hinge- »i.sen. Rätselhafter Bergiftungstod dreier Personen.' In der Cöpenicker Straße 4 wurden im Erdgesckoß des Quer- gebäudes die Arberterin Tbeodosia Tictze, geborene Kaczmarek, mit ihrem Bräuiiga»,. dem Maurer Vrnccnz Ribakowsky, und ihrem drei Jahre alten Töchterchen Hildegard tot aufgefunden. Ein hinzu- gerufener Arzt lonme die Todesursache nicht feststellen, ylalibt aber nach dem äußeren Befund, daß alle drei Personen an Vergiftung gestorben sind. Da jedoch keine Gitt- teste und auch sonst keine Gegenstände vorgefunden wurden. die dieie Annahme bestätigen, ivurden alle voihandeneu Nahrungsmittel zur Untersuchung beicklagnahmt. Schrifilicke Aus- zeichnungen hat das Paar keine hinierlassen, so daß es auch noch ungeklärt ist, ob etwa beide mit dem Kinde freiwillig aus dem Leben geschieden sind. Alle drei Lerchen wurden zur Obduktion nach dem Schauhause gebracht. Der Müllkutscherstreik beendet. Infolge Vergleichs werden die Ausständigen heute früh die Arbeit wieder aufnehmen Für 19 999 Mark Schlackwurst erbeuteten Einbrecher in der Wörther Straße in einem leerstehenden Laden, in dem 9 Zentner Schlackwurst für die Truppen vorläufig aufgespeichert standen. Infolge des Rnhrgebietstreiks müssen bereiis verschiedene Schnellzüge ausfallen und der Frachtgüterverkehr mit gewissen Aus- nahmen eingestellt werden. Post- und Telegraphc, langestellte bei de« Borortämtern Grotz- Berlins, welche auf dem Boden der S. P. D. stehen, werden gebeten, ihre Adresse an Ober-Telegraphenassistent Gronefeld, Berlin- Lichtenberg, Schottstr. 1, einzusenden. Die AusführungSbestiotMungen zur Erwerbslosenfürsorge sind kostenftei Breitestratze 36 erhältlich. Trevtow-Iteruwarte. Morgen Sonnabend, ö Uhr:.Ferieniaae au der Ollsee. in der Schweiz und dem Spreewald*{Filme"). Sonntag. 3 Uhr: „Am i?ande der Schwarzen"(Deutscher sudanfilm). 5 Uhr:»Bilder aus dem Harz,� Thüringen und dem Rielengebirge* lFilmei, 7 Ubr:»Feren- tage an der Ostsee, in der Sächsischen Schweiz und im Spreewald*(Filme). Dienstag. 7 Ubr:»Unser Wissen von den Sternenwelten*(Lichtbildcrvor- trag von Dir. Dr. Archenhold). Berkebrsverband an der Reinickendorf— Liebenwalde— Grost- Schönebecker Eisenbahn. Ab 19. April worden Kolonisten- Fahrkarten für die vorstehende Bahn ausgegeben aus neue AuSweiskaiten, die durch neue Anträge bei der Betriebsleitung in Reinickendori— Rosentbal anzu- fordern sind.— Von Sonntag ab verkehren an Sonn- und Feiertagen folgende Züge: Ab Reinickendorf— Rosenthal srüä 7M Uhr(Ankunft des StaatSbabnzugeS 7°° Uhr) b!S Zehlendorf und Wandlihsce: Rückfahrt von diesen Stationen 8'"- bezw. 8" Ubr irüb. Ankunst in Reinickendorf g�Uor. Außerdem werden ab Wandlitzsee Vorzüge um 6" und 9" Uhr abends während der Sommerzeit eingelegt. Auf der Strecke Berlin— Strausberg verkehrt von heute ab ei» neues Zugpaar und zwar ab Siransberg 6.39 früh, an Schlesiicher Bahn- hos 7.12 und ab Schlesischer Bahnhos 1.39 mittags, an Strausberg 2.14 nachm, Juristische Sprechstunde heute von 3—5 Uhr. Neukölln. Warnung! Bei den KannlisaiivnSarbeiten in der Boddinstraße wird von der Schuljugend die in Ausschachtung he- griffene Baugrube übersprungen und sonstiger Unfug getrieben. Da die Baugrube sehr tief ausgeschachtet wird, ist das Spiele» für die Kinder mit größter Lebensgefahr verbunden. Reukölln. Volkstümliche Vorträge. Infolge Erkrankung der Operniängeri» Elfriede Harberr kann heute der Arien- und Liederabend nicht stattfinden. Dafür findet am 16. d.. abends 8 Uhr, ein Arien- und Liederabend der Operniängerm Erna Dencra vom Berliner Opernbaus unter Milwirkuitg des ProsessorS Mayer-Mahr statt, zu welchem die heutigen Eintrittskarten Gültigkeit behalten. Denipelbof-Marienborf. Die Freie Turnerichast ver- anstaltet beute Fieitag. 7'/, Uhr abends, in der Schulaula, Temp ckbos, Friedrich-Wilbelm-, Ecke Werderstraße, eine össentliche Sport- veriammlung. Tagesordnung: Referat über die Bcdeulung von Spiel, Sport und Turnen für die Arbetterklasse. Freie Aussprache.—- Sonntag, 3 Ubr nachmittags: OcffentlicheS Schauturnen in der Schul- turnhallc. Tempelhos, Kaiscrin-Augusta-Str. Rege Beteiligung erbeten. Grotz-Vcrliner Lebensmittel. Berlin. 197, 198 zusammen 599 Giamm Marmelade. Anmeldung in den durch Aushängeschild gelennzeichnete» Geschäslen von heute bis Montag. Pankow. Ab Sonnabend als Ersatz für Fleisch W Gramm Hülsen- srüchtc(Abschnitt II, Fleischkarte). Llchtertelde. Mitglieder der Zentralstell« für die Einigung der Sozlaidcmokrotie, sowie Angehörige der S. V. D.«• d U. S. P. D., die sich für die Einigung interessieren, werden gebeten, sich Sonntag, vor- mittags.19 Uhr. in HennIgS Festsälen, am Bahnhos Ost, einzufinden. Dr. Flatow S. P. D., Frau Kriiche U. S. P. D. Groß-Serlmer parteSnachrichten. Wilmersdorf. Morgen Sonnabend, 7tz, Uhr, Aula der Viktoria- Luifc-Schulc: Fortsetzung unserer Generalversammlung. Mit- gtlidsduch legitimiert._ ?ugenöveranftaltunyen. Die Arbeiterjugend Moabits trifft sich heute Freitag, abends 7 Uhr, in der»VorwärtS'-Svcditton WilbelmShavener Str. 48. Adolf Joseph. Wcitzensee. Heute Lichtbildervortrag im Jugendheim, Woelckprome- nade 1(Ledigenheim). Thema:„Eine Wanderung Ins Wellall*. Ansang 8 Ubr. Emlaß 23 Pf. Jugendheim SW.«8, Linbeustr. 3. Heute abend 7 Uhr, Dis- kussionSabend: Proletarische Weltrevolution. Leitung Gen. Berger. Lichtbildervortrag über„Die Feuergewalten der Erd* mit 48 Lichtbildern. Sonntag, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Einlaßkarten zu 40 Pf. bei Joseph, WilbelmShavener Str. 48, sowie im Jugend- sekretartat, Lindenstr. 114, vorn I rechts. Weererausstckieen'Nr das mittlere Rorddrutlcktanb dt« Sonnabend mittag: Zunächst noch vielfach wolkig und ein wenig tübler, mit weit veibicitelcn, im ollgemeiiien gelängen Niederschlagen, später zeitweilige Ausheiterung und wieder etwas wärmer. Rotkohl- Weisskohl- Wirsing- Spinat- Möhren- Bohnen T�ie Hausfrau verwendet das Gemüse nach usreichendem Wässern wie frisches Gemüse. Sie findet ke.nen Abfall und bereitet bei dem billigen Preise und der vorrüg- lichen Qualität ein gutes. schmackhaft. Mittagsmahl für den bürgerlichen Tisch. Der Kleinhändler kauft die Gemüse in ganzen Fässern von seinem GroS- händler. Er vergißt nicht, den Käufern die Kochvor- schriften in die Hand zu geben, die er in angemessenem Maße mitgeliefert erhält Der Grosshändler Max Schneider, Berlin- Cöpenick. J. Gesowsky, Berlin, Magazinstraße 17. Wilhelm Göbet, Berlin, Gr. Grankfurter Str. 137. Max Häusler& Co., Berlin N. 4. Bergstr 34/35. Der Vertreter Agenturen für Lebensmittel G. in. b. H, Berlin S. 59. Ernst Beuermann, Berlin W. 15. Rudolf Carins, Berlin NW.SI. DaliberiMöhring, Berlin C2. Joh. Dettmann, Berlin-Wilmersdorf. r.»K,, keltere Großhändler; S™-,, Weigert, Berlin, Zimmerstr. 96. V."ernpriKno,ssenschaft v-ri!n und Umgegend. R �hrn.l rLe,n;.ßerlin. Stralsunder Straße. Qebr Haie-rho n.?0-'6. AdaOberstr. 52. Gebr Qrcdf IH, 7. Weidenweg 24. MüMer���'�r'iPnNV''15�-5- Gebr. Ganse. Berlin C., Brüderstr. 7. r Buchholz Berlin-Cöpenick. Ernst Hoffmann, Berlin-Cftpenick, Kaiser-Wilhelmstr. 9. Einkaufsgenossenschaft Cöpenicker Kolonial- warenhändier. Otto Schoening 4 Co., Berlin-Friedenau, Lauterstr. 16. Paul Brand, Berlin-Cöpenick. Wilh. Norlhe. Berlin Albert Müller. Berlin, Petersburger Straße 18. J. D. Riedel, A-G., Berliu. Weitere Vertreter: Franz Jos. Gfrörer. Berlin W. 50. H. Hackharth. Berlin N. Otto Hanke, Berlin-Tempelhof. Otto Herms, Berlin NO. 55. Gerh. Hinsching, Berlin NW. Ludwig Kanter, Berlin W. 30. Wilh. Kanitz, Berlin NW. 23. Georg Kewith, Berlin S. 61. Walter Köster, Berlin-Wiimers- dorf. August A Kunze, Berlin N. 54. Hemr. Lottmann, Berlin SW. Fritz Manasse, Chailottenburg. Franz Pasch, ßeriin SW. 29. H. Passek, Berlin W. 5. Eugen Riel, Berlin W. 57. O o t rv Dfatvtr� Ozvt-firt KTllf � � Wilh. Runge, Berlin C. 2. Eugen Szanli, Berlin W. 30. Aug. Schönebeck, Berlin N. 58. Remh. Schwarz, Berlin W. 57. J. Sternberg, Bcrlin-Schöneberg. Wilh. Willgeroot, Berlin- Wilmersdorf. W. Wolfes, Berlin W. Herzberg& Co., Charlottenburg. Opernhaas Joseph von Egypten. _ Anfang 7 Uhr. Scbaaspieihaus Die Judasglocke Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am Bßlowplaiz. Direktion Friedrich Kayßler. 7>/- Uhr: Luther. Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Paust I. Sbd. 7: Der arme Heinrich. Kammerspiele. 7Va Uhr: Fasching. Sonnabend 7 Uhr: Der Star. Kleines Schauspielhaus 71/>; Die Büchse der Pandura, Sonnab. 71/a Uhr; Die Büchse der Pandora. Theater i. d. Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer Vj8 Uhr: Der Vater. Sonnabend: Musik. Sonnt Z Uhr: Rosmershoim. Abends: Der Vater. Komödienhaas an der MarschallbrUcke W Uhr; Peldherrnhiiget Sonnab.; Der Feldherrnhügel. Sonntag: Der Feldherrnbügel. Nachm.: Die Ehre. Berliner Theater 7" Uhr; Zum ISO. Male: Sterne, die wieder leuchten. Kanon-Theater. Bhf. Friedrichstr.Ztr. 4927,23.1 Tägl.SUhr. Heute z. 207. Male: Der gute Ruf von tiermann Sudermaon. Ida Wüst, Bruno Kastner, Hugo Fi nk, Franz Schönlcld. Eonna'/i4: Schneewittchen. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße, Nachm. 4 Uhr, kleine Preise: Schneewittchen. Täglich?>/, Uhr: Bas liiere Leu. Von Hermann Sudermann. Spielleitung: Alfred Rotter. Ferd. Bonn, Eugen Burg, Olga Limburg, Rosa Valetti, Paul bildt,|ul. Falkenstein, Em. Debner, hansl Amstädt Rioater der Frledrieiisradt Ecke Friedrich, tu Lwtenstr. rügt 7Vj Uhr Nord. 8650. MMziin. ktkiat! spiel v. Wenzel Golddoum. 'mit lilcrio Pospischil._ Waibaiia-Theater. T'/j Uhr: LerWMMksrpW. Böse-Theater. Vh Uhr: StMer als der Tod. Gasiao-Theater. Lpthri>ig.Str.Z7.TägL'/,8Uhr: Berlins größte Sensation: NM Me. Berliner SoIIsrtUck in 3 Akten. ajotl). b. neue Apriiprogramm. Stfl. II-/, � Ehrliches Handwerk. Äen�Theater. Th Berlin- T/z IjMg'le«N. Sonnt 3> Kindervorstellung �e goldene Bans liPOLLfii THEATER FriedrichstraBe 218| Dir.: James Klein l?»,', April tu| Sonnt. 3>/, n. 7>, J 3 Oardlnis Universalakt Egos ulkige Dackelspiele! i 4 Knrleys BSchleuderbr.-Axrob. J K a r a Weltmeister der Jonglierkunst Oeorg | der fallende Mensch| j Ein Seitensprung | m. Luclc Bfnttner,> Paschite, f einarm. Klaviervirt I | Barten,Tanzschöpf. j 2 Manlnger Equilibristen. Sonntags Z>/» Uhr ieder Erwachsene 1 Kind frei! 1 Theaterk. ab lOUtr 1 ununterbr. geöffnet.! 9] I KABARETT 1 JDSHHCNSTR.Ail tngiiel Paul Stelnltz Nkemeler.Quart.. Senta SSseland| m ihrem Sketsch „Alles da t" und d. vorzügliche Gylgyi-Konzerte, Losnlng-Theater Direktion. Victor Barnowsky 7 Uhr; PeerGynt. Sonnabend: Der Blaufuchs, Sonntag; Oer rote Hahn. Deutsches KUnstler- Thenter. T1/, Uhr:lVachtbeIeuchtung. Sonnab.; Nacb:beleucbiung. Sonntag: Der Schöpfer. Centrnl-Tlienter Kommandantenstraße 57. . Die Schönste?on Allen. Deutsches Onenihuus � uhr. fierbststarm. Friedr.-Wilöelnist. Theaier Tl, Uhr. Kleines Theater. 7v. uhn Liebelei. Komische Oper lN: Schwarzwaldmätlel. Stg. z>/,: Schwariwaldmädel. Lnstsplelhans Die spanische Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io: Die Faschingsfee. Sonnt 3 Uhr: Wiener Blut. Ikeues Operettenhnns Schiffhauerd 4a. Norden 281. uhf: Die keusche Susanne. Pnlast-Thenter 7 uhr: Christus. Solilller-Thcat. Chart. 3 Uhr: Ein Volksfeind. t«/. uhr: Die große Pause, Thalla-Tlieater 7 uhr: ZurwOilenüiunniel. Th. am Vollendorfplatz 7 uhr: Wo die Lerche singt Theater des Westens 7«/rf;hr: Madame Sherry. Stg. 3>/,: Die Dollarprlnzessin. Wallnrr-Thcntep ?«/, uhr: Geisha. Sntg. 3V, t Oral v. Luxemburg. Mional-Theaterl'lg Unbeschreiblicher Erfolg! Nie Kinopuppe. Musik von Walter Bromme. Kronea-Llchtspieie Rosenthalcr Str. 6'. Vom Freitag bis Montag: GehetzteMenschen. Zirkus Buseh Tgl. V/i. Stg. 3'/, u. 7'/. f? ßaiiey-Astrix?! Hallwary.Cordley DCarl Reinsch rj Tänze Ja m. d. reiz. Kinder-Ba'leits und zum Schluß; Ein Fest n. d. Siiergefecht. �tgjSVjun�ekjAben�rol� ReichshalL-Theater Täglich adds.?'/, u. �Sonnto.on.ZU.: Sänget* Nm. ermaß. Pr. Wiiisr-lZsilöß IZxlick 7�/2 Ekr: VMeiö-ZßtziA Rauchen gestattet I am Bhf. Frledricbstr. Schleifenbahn Fignr-8-Bahn Berg- und Taibabn Taifun-Rad Ab!• März: Illippota-Mlesse! Werktags ab 4, Sonnt. 3 U. S&btÜMOsrSo/* lirlter&iaoac* ] Jüttbu.wsh& Ute- o tänsrer e..ema ige Aingl.eder der StettinerSanger Seidel, Ruselll, Horst, Orönlng, Schubert, Rless, Raihkc, Otto Schräder, Rudi Schräder.• Das ausverkaufte Haus fflrden DOMüMIg! Beginn des Blütbgen. Konzert 7 Uhr, Vorstellg. präzise T1/, Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: halbe Kassenpreise. Vorverkauf ll-l Uhr. SIL_ Motorffaaf Henny Porten im Lustspiel Sp o r» t" Yeriaasei: n, Wiena Begie: R. Biebrach Vorverl» ofa(UagesKasse /wisch, 12-1 Uhr rreikarten haben keine Gültigkeit Ü,T ALaxauUcrpiatz/ liaMcnbeldt Kr, der Herrlichste... Lusis» i in. Akieii mit Snnnar ToLnacs, Liti Jakobson Maier& Sohn Lustspiel von Franz Hofer U.T Weinbergsweg Fred Roll— der oekretär des Gummikönlgsr Detektiv• Schauspiel in 4 Akten U.T Mont-.plata/ �chöaoberg DerOnkel aus Hinierlndien Lusispiel io i Akte» mit Leot'enkert.HarberlPaalnitlller KutfUtstenüamm Friedrichstrasse Noll endot fplatz Kammerlichtspiele OersrBsste deutsche Filmi Veritas vSndt! (Oae Waurnei« siegt) Vt-rross von Ruth Götr und Richard Huttor/ tiunik TO» Profeesur Ferdinand Hummol Dokorationeu von faul Leni Eegie: Joe May Hauptda rst eLer: MiaMay.DohannesRiemann Bpicizciteu: Wocuentags t> und 7*j| Uhr ✓ donntags 4 und 7 ühj Abgeschlossene, püuktlich be> f innende Vorstell uugea. W Ahrend er Vorstellun-r kein E'olasf cintritUAarten haosa nuf i>n la§e cei Ldsuig üülhgxeit.- VomcfKMt täglich»on 12- 1 unr an d. Ktisa dero&«n?en. Tlwalflf. Freikarten haben keine Gültigkeit Walhalla- rheater. Sonntag, den 13. ds., 3 Uhr. auf vielfachen Wunsch: Sei MÄlZöLN. Aeuzena: AnnaNeichner-Firten Füm-Pninst Keilers keslssie, Koppeuslr. 2S DIrektlont 3. Werner. Mer Erfolg Größte Sensation des Ostens. Allerneueste Schlager-Programme : Erstklassiges großes Orchester: Eröffnung; demnächst 90i SPORT In ihrem Film, Zwei Menschen! 5 Akte aus dem Künstler- leben. 40 Tage 6 PALAST Die weiße Maas Lastspiel In 8 Akten mit La Llrronge. Vorverkauf 11—1 Uhr. Ehrenkarten haben keine Gültigkeit. TAGE»RENNEN 5. bis 11. April. Schlußtag.| Potsdamer Str. 38 Turmstr. 12 Uraufführung Lotte Neumann im Filmspiel Hcrzoiiuopfor. Alezanderpl.-Pass. Max Landa; Das Geheimnis des| Amerika-Docks. PHedenau, Rhein-tr. 141 Elyänen der ktienoteiexitr PJULSLS'" RdbcTt V�rwick Detektiv Findig. Lustspiel In 2 Akten. Mansi Oege Gerh. Dammann 5, SV, f Hautjucken ®(Krätze) wlrhsnrocs Spezinlralttel l Fers. 7,50 M., 2 Fers. 14 M. Apotheker Lauensteins Vers. _ Spremberg L. 44.* Klavier evtl. Zlügef u. t) 12/4» Grundllficksabteilung, Berlin W. 8, Friedrlchstr. 180, Ecke TaubeMtrxOe. m: Drehbänke Fräsmaschinen Bohrmaschinen Bobel-u.Shapiag- iBasehinen 102/! sowie alle anderen rcii u.gebrsucht l.gr.Aug«. A. Magnus, Berlin C. 28, DlrekKcnstraBe, B ogon 137. Ein neyer Beruf ist heute die Sorge von Tausenden, die durch diesen entsetzlichen Krieg ihrer bisherigen Tätigkeit, ihres Lebens- berutes beraubt sind. Allen, die umlernen müssen, empfehlen wir daher, ungesäumt ihre Vorb. reitung zu trllien, ale Allgemeinbildung zu heben, Examen oder Prüfungen nachzuholen. Fehlende kaufmännische odertanktechnische Kenntnisse zu ergänzen, eine landwirtschaftl. Fachbildung zu erwerben oder technisches und fachwissenschattl. Können zu vervollkommnen. Verlangen Sie daher noch heute unsere 52 S. starke Broschüre R 84 über die Selbstunterrichts- Methode Rustin oder für technische und lachwissenschaft- liehe Bildung die 80 S. starke Broschüre K 95 Ober das Systea Kamack-Hachfeld kostenlos und purtoirel. Stand und Beruf bitten wir anzugeben, Bonneß A Haefafeld, Veriagsbuchiu, Potsdam, 0t)CAm!'3lbtctluufl Umformenfärben, in Zivil umarbeiten in schwarz, braun, blau, grün, in 8 Tagen sawie Wenden. Umarbeiten. Nenarbeite« von Herren, und Oowongarderoben in 3 Tagen. Stoffneubeiten. Stoffansftelluna. Außerdem wird jeder Artikel In 0 Tagen gefärbt, Tranersachen In 48 Sknnven. Lasch& Buczkowski, FrieilriclistfaßB S§ f. BiiaoRten Berten MiN Knlilrflfmcrn Sriebrichstr. 165, Ecke Anker S. Linden olllrtmirnsm. gegeoüb. h. VMoria-trnft. Zentrum 1980 KssZAZTGsUV' für de» lokalen und probwzielleii Teil der»Brandet» burger Zeitung" für fofarf gesucht, der aber auch de. iahifli sein muß, im BedarsAsalle den poiiii chen Teil zr bearbeilen. Bewerber wollen unier Angabe ibrer Zugebörigkeii zur Sozialdembkratlschrn Partei und bisherigen Täiigkeil im Diensie der Arbeiterbewegung, sowie lSehallsforderun� nebst lmzem Lebensiaus ihr Angebot bis sväfesien« 17.'April 1919 mit der Austchrisl»Bewerbung« au die.Brandenburger Zeitung« in Brandenburg a. H< einreichen. LöS/iL' immt mu für Misere vom 1. Mai ab erscheinende sozialistische Lagos- zeifung für den 3. braunschweigischea wohlfrei». Den selbe muß neben seiner Tätigkeit rednerisch bewandert sein, ua auch öffentlich auftreten zn können. Anaebote sind umgehen! zu richten an F. Hollatein, Helztninden, Kirchstraße 9. Vorarbeiter j für die Werkzeugmachorel unserer Schraubenfabrik I per sofort gesucht 13/1'| Srdmawn 3 Grofl, Werkmeister skr M(Bfllflntetlc-gaöönßößen , gesucht. Nur allererste Kräfte, welche ianajährig in. ! leitender Stellung selbständig tätig waren, wollen steh ! meiden. Baldiger Eintritt erwünscht. 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Unsere Feinde würden sich aber irren, wenn sie ans diesen großen Ziffern Schlüsse ziehen wollten auf Deutschlands finanzielle Leistungsfähigkeit. Unsere Gegner haben die Zeit verpaßt. Im Oktober vorigen Jahres waren wir wirtschaftlich sehr geschwächt, heute sind wir auf einem uicht mehr zu unterschreitenden Tiefstand unserer Wirtschaft angelangt. Damit müssen unsere Gegner genau so rechnen, wie wir selbst. (Sehr richtig I) Wir sind leider nicht so populär, wie die Nationalbcr- sammlung von l8i8. Damals sah das Volk, befreit von unerhörtem Druck, eine herrliche Zukunft von Freiheit, Fort- schritt, Wohlfahrt und Macht vor sich, und die National- Versammlung war das Sinnbild dieser ganze Herrlichkeit. Heute liegt Deutschland am Boden, wir sehen einer Jahrzehnte langen Entbehrnng' und Selbstzucht entgegen. Wir sollen den Frieden schließen, das ist eine uttdank- bare Aufgabe. Der Sprung damals vom Feudal, wird Hörigkeits- staat zum Volksstaat, der Sprung von der politischen R«htlofigkeit zur Regierung des Volkes war unendlich viel größer als der Sprung jetzt vom parlamentarischen Regierunasspstem zur Republik. Angesichts aller Leistungen dürfen wir wohl sagen: ES ist ein e gewaltige Suinm- Arbeit, die wir geleistet haben. Es ist auch eine große Summe von Opfern und Verzichten, die wir auf uns genommen haben, und wir dürfen hoffen, daß unS die Nachwelt das einmal besser anrechnen wird, als die der- stimmte Gsgenivart.(Beifall.) Schuld ist das Bild, das die auZ- wärtige Politik bietet. Wir können froh fein, aus den Ausführungen des Herrn ReichsmimsterS ersehen zu können, daß er der Zukunft nicht hoffnungslos, font>er« mit einer gewissen Festigkeit entgegensteht. Der Ministerpräsident hat uns eine Untersuchung der schweren Vorgänge durch einen Staatengerichtshos zugesagt, und wie man hört, dürfen wir den Entwurf in den nächsten Tagen erwarten. Ich möchte die Gelegenheit nicht vorüber gehen lassen, ohne meine warnende Stimme über geplante Vorgehen zu erheben. Wer Schuld hat, soll sein Recht finden, aber nickit in der geplanten Form und nicht in diesem Augenblick. (Sehr richtig!) Die Bedenken dagegen sind doch sehr erheblich. Die Schuld unserer Politiker und Feldherren kann doch nicht allein beurteilt werden nach unseren Feststellungen, son- dern dazu gehört auch das Material, das unsere Gegner haben, und die haben eS doch schon abgelehnt, einen internationalen Ge- richtsbos einzusetzen. Die bevorstehende Verständigung mit Deutsch- österreich ist das einzig erfreuliche, waS unS auf dem Gebiet der auswärtigen Politik bevorstcbt: die Nationalversammlung will die Vereinigung durchgeführt wissen.(Lebh. Beifall und Zustimmung.) Und hoffentlich wird nichts versäumt, um diesen Willen zur Tat werden zu lassen.* Im weiteren gilt cS, den Frieden zu schließe«. Di« Vorbereitungen des Friedens scheint nach den Ausführungen des Ministers Graf Brockdorff in der richtigen Weise �u erfo'grn. In der innerenPolitik geht ein starker teilweise fanatischer unitarischer Zug durch das Reich, wohlwollend ge- fördert durch den Reichsminister des Jnnern. Der Höhepunkt dieser unitarischen Bewegung bestand in dem Plan einer Austeilung Preußens. Es ist erfreulich, daß die Rcgierung frei von jeder un- begründeten Reakfionsfurcht sich an den Versuchen, Ordnung zu schaffe» tüchtig beteiligen will. Wir und all' besonnenen Staatsbürger werden ihr dabei alle llirterstützung gewähren. Wir von der dcmokrafischen Partei stellen uns fest auf den Boden des demokratischen Prinzips, von dem wir nicht abweichen. Das Räteshstem, daS einseitigen Standes-, Erwerbs- und Interessenvertretungen die auS- schließliche politische Macht in die Hand spielen soll, das v e r w e r- f e n wir grundsätzlich und entschieden.(Sehr richtig bei den Dem.) Wir wollen uicht eine Massenherrschaft gesetzlich sanktio- nieren. Wir sehen doch in dem Privatbetrieb dir beste Wirtschaftsform. Wohl eiter sind wir im Interesse des Friedens und unserer Ruh« bereit, mit der Rea-erung so weit zu gehen, als sie selbst es uns vorschlagt. Weiter geben wir nicht, denn zu Experimenten ist jetzt nicht die Zeit.(Sehr richtig!) Ein so hochstebondes Volk wie das deutsche kann nur untergehen, wenn es sich sollst aufgibt. DaZ wollen wir aber nickt. Höher als alles anidere stecht uns jetzt die Rettung des Vaterlandes. Möge eS unseren gemein- samrn Bemühungen gelingen, die Nation ans schwerer Nacht dem Licht entgegen�ufiihien.(Lebhafter Beifall bei den Dem.) Abg. Schulh-Bromberg kDimt. Vp.): Der Tag der EtatSbera- tung ist der Tag der Kritik. Anlaß zur schärfsten Kritik ist gegeben. Unter BiSm»rck genoß das Auswärtige Amt un bestritten«? Vertraue«. Die Kriegswirtschaft muß schneller abgebaut'wevden. Wenn man uns Elsa tz- L» th r i n ge n nimmt, werden Ge- danken, die die Franzosen seit 1871 hatten, bei uns sein: Immer daran denken! Rießer(D. Vp.): Die Mehrheitssozialisten können die Unabhängigen nicht von ihren Rockst! äßen abchüfteln und diese wieder, auch wenn sie wollten, nicht die Spartakisten. Es liegt hier, um einmal einen militärischen Ausdruck zu gebrauchen, eine gewisse linksseifige Läh- mimg der Mehrheitssozialiste.n vor.(Sehr gut! und große Heiter- keit.l Wir sind und bleiben eine liberale Partei, die nach rechts und links ihre volle Uncchhängigkoit zu wahren eni-schlosson ist, genau so wie die frühere nationakkiberale Partei.(Zuruf bei dcn'Soz.: Doppelseitige Lähmung! Große Heiterkeit.) Wir wollen keinen Frieden schließen, der von den Wilsonschen vierzehn Bedin- gungen abweicht.(Bxstall bei der deutschen VolksparteO Stbg. Secger(U. Soz.): Daß die deutsche Regierung kein Telegramm der russische Regierung wegen Anbahnung von Verhaudlungen erhalten hat. ist nur formell richtig, denn die russische Regierung hat einen Funk- ipruch an alle erlassen, der auch in Nauen aufgenommen ist. Di« lstationalversammluitg sollte dem Volte Frieden, Freiheit und Brot bringen, sie hat das Volk getäuscht.(Sehr richtig! bei den ll. Soz.) Dir Revolution marschiert und sie wird siegen, Damit schließt die Debatte. Der Etat wird an den HauptauS- sthuß überwiesen. Präsident Fehrenbach teilt mit. daß von den Abgg: Löwe. Gröber, von Paper, Graf Posadowsky und Dr..Heinz« ein Antrag eingegangen ist. in dem es heißt: Das putsche Volk, das die Last harter Waffensiillstawds. frdingungen in der Erwartung eines baldigen Friedens auf sich nahm, hat Anspruch auf einen Friedensvertrag, für den das von allen kriegführenden Staaten unwiderruflich als Grundlage an- genommene Programm des Präsidenten derVer- einigte» Staaten von Amerika entspricht. Ein Rechtsfriede, der die Gefangenen befreit, die Hungernden erlöst, die bcsetzien Gebiete freigibt, die Arbeit international schützt und uns keine jenem Programm widersprechenden Gebietsänderungen zumutet— ein solcher Frieden ist ebenso gewiß ein Segen der Menschheit, wie ein Zwangsfrieden eist Fluch bleiben müßte. Der Wille des ganze,» deutschen Volkes lehnt den Gewalt- frieden ab. Der Antrag wird gegen die Stimmen der«tnab- h ä n g i g e n Sozialdemokraten angenommen.(Es ent» steht ein großer Lärm, den unabhängigen Sozialdemokraten wer- den stürmische Pfuirufe und Rüfe: Raus, raus! zugerufen.) Hierauf wird auf einen weiteren Antrag der genannten Parteren, einen Ausschuß für die Friedensverhandlungen einzusetzen und in denselben die Präsidenten und 28 Mitglieder zu berufen, ange- nommen. Schluß gegen Nächste Sitzung: Freitag, 3 Uhr.(Anfragen, kleinere Vor- lagen.)_ Em Reichsftickstoffsynöikat. Weimar, 10. April. Nachdem der Gedanke eines HandelSmono. Pols für Stickstoff im Reichstag auf Widerstand gestoßen war, ist unter Führung de? Reichsschatzamtes ein Shndi- kat sämtlicher Erzeuger von Stickstoff in Deutschland ins Leben gerufen worden. DaS Reich, das große Mittel jn den Stickstoffweren investiert Hai, hat sich einen maßgebenden Einfluß auf die Leitung des Syndikats und die Gestaltung der Preise ge- sichert. Außerdem besteht die Absicht, nebenher noch eine V e r- e i n i gu ng der Verbraucher zu gründem Obwohl die gesetz- lichen Aufgaben der Nationalversammlung mit dieser Syndikats- grllndung nicht» z» Am Hab», hat die Regtemmy Wert darauf gelegt, den Vertrag der Nationalversammlung vorzulegen. Die Prü- fung des Vertrages hat der Ausschuß für Volkswirtschaft über- nommen. Di« Verhandlungen haben heute begonnen und werden am Freitag fortgeführt werden. Di« Verireier der Parteien haben sich bisher zustimmend geäußert. � Genosse Robert Albert bittet uns um die Mitteilung, daß die in einigen Parteiblättern veröffentlichte Behauptung, er sei Mille März Delegierter der Spartakisten auf dem Kommu- nistcnkongretz in Moskau gewesen, vollständig erfunden ist. Seil seiner Rückkehr aus dem Felde habe er Deutschland überhaupt nicht verlassen. Unter den Angestellten des DemobilmachnngsamtS hat eine starke Erregung Platz gegriffen. Sie wollen vom Reichswirtschafts- Ministerium übernommen werden, und haben den dringenden Wunsch, sich zur Regelung der damit verbundenen Angelegenheiten mit dem Rcichswirtschaftsminister durch ihren Ausschuß in Vor- üindung zu setzen. Dies soll aber, wie sie sagen, bisher durch einige Göheimräte verhindert worden sein. Es ist zu Höften, daß durch eine ruhige Aussprache des Ausschusses mit dem ReichÄvirtjchafts- minister die vorhandene Erregung gedämpft werden kann. vei» zweite RäteftongreB. Dritte Sitzung vom 10. April 1919. (Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Dir. Krüger: Zu den Ausführungen des Herrn Braß über den Berliner Generalstreik bestreite ich, daß die in großen Massen der Arbeiterschaft zweifellos vorhandene Unzufriedenheit das Be. dürftsts hatte, sich in einen Generalstreik auszuladen, und deshalb wurde von feiten der Kommunisten unid Unabhängigen seit Wochen systematisch durch Flugblätter und die Presse an der Herbeiführung des Generalstreiis gearbeitet. Daß man den Ausbruch gerade auf den 3. März ansetzte, war wohl auch nicht zufällig, da bekanntlich die preußische Regierung die Landesversammlung zum 4. März i einberufen hatte Wenn Herr Richard Müller erklärte, er hätte i sich gegen den Antrag auf Verhängung deS Streiks in den Gas-, Wasser- und Eleftrizitätswerken gewendet, so kann er durch diese persönliche Stellungnahme die Schuld von den Unabhängigen nicht abwaschen, daß sie durch Fraktionsbeschluß diesen Antrag gestellt und durchge- drückt haben. Ter Generalstreik war schon beschlossen, ehe über- happt Rcgierungstruppen nach Berlin gekommen sind. Die große Mehrheit der Bevölkerung begrüßt das energische Vor- gehen der Regierung. Uebergriffe der Rcgierungstruppen mögen vorgekommen sein, aber nur infolge der Erregung über die Ueber- griffe von der anderen Seite. Es liegen folgende Anträge vor. Kaliski beantragt folgende Resolution: .Der Rätekongreß bedauert die Politik, die«inen kontinentalen europäischen Zusammenschluß und damit die wichtigste Voraussetzung eines sozialistischen Völkerbundes un» möglich macht. Er bedauert, daß das deutsche Volt in einen neuen Gegensatz zn dem französischen Volke hineingetrieben wird. Er verurteilt, daß der deutschen �Öffentlichkeit wichtige Tatsachen über die deutsch-französischen Beziehungen vorenthalten oder ent- stellt wiedergegeben werden." Die Unabhängigen Braß, Geher und Rosenfeld haben folgenden Antrag eingebracht:.Der Räiekongreß beschließt, un- terzüglich eine ans 9 Personen bestehe ich« Kommission au? seiner Mitte nach dem Sowjetrußland zu senden, um die dortigen Zustäilde einer objektiven Prüfung zu unterziehen, lieber das Ergebnis dieser Studienreise ist dem nächsten Kongreß Bericht zu erstatten. Schulhe Hannover(�oldatenrat) wendet sich dagegen, daß man die Soldalenräte aufgeben wolle. Jn dein Kampfe um ihre Anerkennung sind die Soldatenräte unterlegen. Ter Redner wendet sich sodann gegen die Freiwilligenkorps und bespricht eingehend die VerpflegungS- und Entlohnungsver- Hältnisse. Die Regelung aller dieser Dinge gehört zu den Wirt- fchaftlichcn Ausgaben der Soldatenräte. Geyer-Leipzig(U. Soz.): Ich habe einen unerhörten Vorgang zur Sprache zu bringen. Während einer unserer russischen Gäste einen Zwischenruf machte, erklärte ein Mitglied des Zentralrais: Man sollte die Kerle hinauswerfen. (Lebhafte Pfuirufe bei den N. Soz.) Ter Vorsitzende stellt fest, daß die beiden angeblichen Russen keine Papiere haben, aus denen hervorgeht, daß sie irgendwelche Arbeiterräte in Rußland vertreten. Schimmel(Soz.): Wenn die Sache so liegt, so können wir die beiden als Vertreter russischer Arbeiterräte auch nicht mehr be- trachten., Braß: Wie ich im Gespräch mit den beiden Genossen festgestellt habe, sind sie bei ihrem Uebertritl über die deutsche Grenze der- hastet worden; den Verhafteten hat man sodann ihre Mandate abgenommen. Meier, Zentralrat: Die Unabhängigen haben eS durch ihre falsche Soldatenratspolitil ermöglicht, daß wir die so viel geschmäh- ten Freiwilligenverbände haben. Sie wollen nur Regimenter, ge- bildet auS Angehörigen der sozialistischen Parteien. Wenn hier gesagt wird, Regierung und Zentralrat hätten nichS getan, um die Hamburger Punkte durchzuführen, so muß ich hier feststellen, daß sich der Zentralrat schon in seiner zweiten Sitzung mit dieser Materie befaßt hat, auch der Rat der Volksbeauftragten stand diesen Forderungen durchaus nicht ablehnend gegenüber. Gerade die un- abhängigen Regierungsmitglieder waren es, die die größten Schmie- rigkeiten machten.(Lebhaftes Hört! hörtl) Als Augenzeuge kann ich sagen, daß Ledebours Auftreten ans dem Schloßplatz so aufhetzend wie nur möglich' war. Die Unabhängigen treten stets gegen den Grenzschutz auf. Jn Ostpreußen haben sie ihn aber nicht nur gefordert, son- dern ausdrücklich die Truppen zum Kampfe gegen den Bolschewis- mus verwenden loollen. Mit Entschiedenheit wendet sich der Redner gegen die unverschämten Verleumdungen, die von der rechten Seite, zuerst von der.Deutschen Tageszeitung",, gegen die Soldatenräte erhoben wurden. Präsident Richard Müller teilt mit, daß das als Gast an- weseude Mitglied der Nationalversammlung Davidsohn um das Wort bittet. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte. in der die Unabhängigen sich gegen diese Worterteilung wenden, ivird dem Wunsche d«- Gastes entsprochen. Tavidsohn: Den Soldatenräten sind allerlei VergehungS- und Unterlassungssünden vorzuwerfen. Genosse Schultz« hat be- hauptet, es sei bis zum 19. Januar nichts für die Soldatenräte getan worden. DaS ist nicht wahr! Das Erste und Wichtigste war die Finanzierung, ohne sie konnten die Soldatenräte nicht leben. Ihr Soldaten müßt lernen, frucht- barer zu arbeiten. Ihr schimpft, schimpft und schimpft nochmals, aber Ihr arbeitet nicht mit. Fruchtbringende Arbeit ist aber notwendiger als alle langen Kongresse.(Lebhafter Beifall bei der Mehrbeit.) Grarger(Soz.): Man hat die Taten einzelner Soldatenrats- Mitglied« verallgemeinert und sie dem ganzen Rat zur Last gelegt. Wir sind auch nicht erbaut über die Freiwilligcnkorps. Aber die Genossen der U. S. P. machen einen schweren Fehler, ivenn sie sich auch gegen die Einwohnerwehren wenden, wenn sie sagen, man brauche den reichen Bauern nicht gegen Diebstähle zu schützen. ES ist bei solchen Kämpfen unvermeidlich, daß sich allerlei Gesindel an die Rockschöße der Kämpfenden hängt. Dadurch wird der politische Kamps enistellt.UMÄHWtzUMLHWDGOVCNJATQ der politische Kampf entstellt und beschmutzt. Ich kenne aber ein besseres Ziel: Einigkeit, gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Aufgaben zum Wohl deS ganzen Voltes. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Kirnen-Halle(IL Soz.): Hätte die Regierung in der Frage ter Sazialisierung ein Vierteljahr früher getan, was sie jetzt tut, dann wäre die Stimmung in der Arbeiterschaft eine andere. Aber sie kennt nur die Gewalt. ReichSernährungSminister Schmidt: Jede Partei könnte auf die Macht verzichten, denn die derno- kratische Grundlage unserer Verfassung ermöglicht es jeder, nach der Stärke ihrer Anhängerschaft zur Geltung zu kommen. Wendet man aber Terror an, so löst man die Grundlage» der Demokratie. Sie(zu den Unabhängigen) wollen durch TerroriSmuS die Welt in Trümmer legen und auf diesen Trümmern Ihr Reich aufbauen. �Noch nie ist so viel gelogen worden als von dieser Gesell- schaft.(Sturm auf den Bänken der Unabhängigen. Alles schreit i wild gestikulierend durcheinander. Der Präsident schwingt die Glocke und versucht vergeblich Ruhe zu erlangen. Jedes Wort geht in einem grenzenlosen Spektakel unter. Endlich siegt die Glocke des Präsidenten. Er bittet um Ruhe und erteilt dem Redner daS Wort. Neuer Spektakel. Rufe: Lügner! Gemeinheit! Raus! Schluß! usw. hört man auS dem allgemeinen Wirrwarr. Plötzlich j erheben sich unter dem tosenden Beifall der Mehrheit die Unabhängi- gen und schicken sich an, den Saal zu verlassen, was aber der in diesem Moment den Saal betretende Braß verhindert.) Sie(nach links) treten stets in schärfster Weise gegen die Regierung auf. ' Tasselbe Recht müssen Sie auch uns zugestehen. ES mutet einem komisch an, daß dieselbe Partei, die unsere Presse von bewaffneten Banden besetzen läßt, hier eintritt für Preß- und Redefreiheit. �(Lärm bei den Unabhängigen.) Unser Volk verlangt nach F r i e- den. R u be und Freiheit. Gegen jede Gewalt muß mit aller Entschiedenheit Front gemacht wsvden.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen bei der Mehrheit.— Lärmender Widerspruch links.) Pohl(Zentralrat): Der Erlaß vom 19. Januar ist doch wirklich nicht so schlimm wie es immer gemacht wird. Es kommt nur darauf an, wie mau ihn auslegt.(Aharufe links.) Der Kampf gegen ihn ist darum so scharf, weil sich viele Soldatenräte • noch an ihn anklammern, die kein Recht mehr dazu haben, weil hinter ihnen keine Truppen mehr stehen. Hinter der Regierung steht die ungeheure Mehrheit deS deutschen Volkes. DaS hat der 19. Januar und das haben die Wahlen zu den Arbeiter- raten im Reiche gezeigt. Wenn sich eine solche Regierung nicht gegen derartige Angriff« schützt, wäre sie wert, mit Schande davon- gejagt zu werden. Hölkes-Kamp- Herne(Soz.) bespricht eingehend die Ereignisse im Ruhrrevier. Der Redner wird fortgesetzt von dem heftigen Lärm der Unabhängigen unterbrochen. Er weist den Unabhängigen nach daß sie in Gemeinschaft mit den Kommunisten entgegest eindeutigen Kvnferenzbeschlüssen den Streit ,m Ruhrrevier geschürt haben. Der Streik war nicht notwendig. Er wurde nur von den Unabhängigen und den noch weiter links stehenden Gruppen für notwendig gehalten zur Förderung ihrer speziellen polil>ischen Interessen.(Stürmischer Widerspruch bei den Unabhängigen.— Lebhafer Beifall bei den Mehrheitö- sozialsten.) Geyer-Leipzig: Der ReichSmintster Sckmridt hat die Stirn gehabt, hier zu sagen, es sei noch nie ein Volk so belogen und betrogen worden, nri« das deutsche Volk von den Unabhängigen. Das sagt der gleiche Minister, der während des Krieges einem Regime die Mi-ttel zu seiner Erhaltung bewilligt hat, das den Volk?- betrug und die Lüge m ein System gebracht hatte. Notwendig ist vor allem ein freundschaftliches Verhältnis zur Sowjet-Republik. > Em S ch l u ß a n t r a g wird angenommen. Nach einer langen Reihe persönlicher Bemerkungen wird der Bericht der Mandatsprüfungskommission entgegengenommen. Die Kommission Mögt vor, von den 273 Mandaten 260 für giltig zu erklären. Der Kongreß schließt sich den Vorschlägen der Mandats- Prüfungskommission an. Braß erwähnt unter großer Unruhe einen Zwischenruf Breuers: Man sollte die Kerle verhaften lassen. Er habe erfahren, daß Breuer Pressechef der Reichskanzlei fei. Rich. Müller teilt mit. daß Breuer abgelehnt habe, ihm Rede zu stehen. Eohen-Reuß bestreitet, daß Breuer Ebcf der Reichskanzlei sei; er kündigt schriftlichen Protest an.(Beifall.) (Schluß 4 Uhr.) Der stellvertretende Pressechef der Reichskanzlei teilt mit: Aus dorn Bericht über die gestrige Sitzung des Rätekvwgresses ersehe ich, daß ich inbezug auf einen Kongreßteilnehmer die Bemerkung,„dann machen wir nicht mehr mit, dann werden wir den Kerl verhaften lassen" getan haben soll. Ich stelle fest, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort ist, ich habe weder diese noch eine ähnlich« Bemerkung getan. Ich habe Herrn Müller auf seine Frage, in welcher Eigenschaft ich anwesend fei, erklärt, daß ich für den Pressechef der Reichskanzlei anwesend sei. Im Auftrag des ReichSernährungS- Ministers Schmidt bin ich telephonisch ersucht worden, mich zu der Angelegenheit zu äüßeon. Ich habe sofort die gleiche Erklärung abgegeben und gebeten, sie weit« zu reichen. GewerkschaflsbewWng CInc Soliüaritätserklärung See Hamburger Sank- angestellten. DI-s Angestelltenausschüsse der Hamlburger Großbanken haben ihre völlige Solidarität mit den Berliner Kollegon erklärt und das Vorgehen des Verbandes der Berliner Bankleitungen, der Darm- städter Bank Unterstützung gegen deren Angestellte zu bewilligen, entschieden mißbilligt. Sie sprechen die Erwartung aus. daß die Einführung des Tarifvertrages sofort für das ganze Reich erfolgt, und werden den Kollegen empfehlen, einer Parole der beiden Berufsorganisationen für einen Sympathiestreik Folge zu leisten, wenn die Verhandlungen nicht zum festgesetzten Termin aufgenommen werden. Eine Betriebsversammlung der Deutschen Ueberseeischen Bank beschloß, sich in der Streikbewegung der Großbanken vorläufig neutral zu verhalten. Die Beamten der D. U. B. lehnen es jedoch ab. Streikbrecherarbeiten für die im Ausland befindlichen Betriebe zu leisten. Den streikenden Kollegen drückte die Betrieb sversamm- lung ihre wärmsten Sympathien aus und wünscht ihnen in ihrer Bewegung vollen Erfolg. * Di« Angestellten schaft der Discontogesellschaft versammelt fich .heute abend Vil Uhr im Oberlichtsaal der Philharmonie, Bern- burger Straße 22/23. * Das Streiklokal für die Angestellten der D e u t s ch e n Bank befindet sich bis auf weiteres in dem Restaurant Patschorke, Bohrenstraße IS. Morgen, Freitag, vormittags 10 Uhr. findet eine Versammlung der streikenden Angestellten der Deutschen Bank in den Gcrmania-Sälen, Chausseesiratze, statt. Die Mitglieder des Deutschen Bankbeamtenvereins haben erst dann ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wenn ihnen dies seitens ihrer Organisation mitge- teilt wird. Die Streikleitung der Dresdener Bank teilt mit, daß während des Streiks jeden Tag um 1 Uhr im Lehrer-Vereinshaus Betriebsversammlungen stattfinden. Die Streikleitung der Dres- dener Bank befindet sich in den Sophien-Sälen, Sophrenstr. 17/18. Ter Angestelltenstreik in der Metallindustrie. Es scheint, daß der Schiedsspruch von den Angestellten der Berliner Metallindustrie nicht angenommen wird. Die Zentral- streikleitung hat gestern vormittag Abdrucke des Schiedsspruchs an die Untevstreikkitungon verteilt und diese haben in ihren Be- triebsversammlungen über die Annahme abstimmen lassen. Nach den bisher vorliegenden Abstimmungsergebnissen haben von etwa 2 0 0 0 0 Angestellten 2 0 0 0 für Annahme des Schiedsspruches ge- stimmt. Da auch die führenden Organisationen bereits gegen den Schiedsspruch Stellung genommen haben, so darf man ohne wei- tereS annehmen, daß die noch ausstehenden Ergebnisse an dem Resultat nichts ändern werden. Soweit das Material bisher vorliegt, ist die Stellungnahme von der Größe der Betriebe unabhängig. Die Angestellten größerer �sowie kleinerer Betriebe stellen sich gegen die Annahme des«Schiedsspruches. Die Angestellten der «-temens-Schuckert-Werke stimmen mit 5869 zu 688. Auer mit 1272 zu 166, M äffe i-Schwartzkopff mit 198 einstimmig. Mix u. Genest mit 360 einstimmig, Bosse u. Co. mit 34 zu 1 usw. gegen die Annahme des Schiedsspruches. Die Zentralstreikleitung wird heute über die nunmehr zu unternehmenden Schritte Beschlüsse fassen. Es darf damit gerechnet werden, daß der Streik weitere Ausdehnung annimmt und daß er dort, wo er bereits geführt wird, weiter verschärft wird. Die Abstimmunasergebnisse sind vielfach von Entschließungen begleitet, aus denen hervorgeht, daß das Mitbestimmungsrecht der Hauptgegeu stand aller Erwägungen ist. Es wird nach wie vor gefordert das Recht der Mitbestimmung bei Einstellung, Entlassung und Entlohnung sowie bei der Regelung des Arbeitsverhältnisses. Solange diese ethische Forderung nicht erfüllt ist, ist an eine? Abbruch des Streiks nicht zu denken. Die Zentral-Streikleitung fordert alle Betriebe auf, die Ab- stimmungsergebnisse— soweit noch nicht geschehen— unvergüg- lich bekanntzugeben. * Eine in Haverlands Festsälen von zirka 400 Teilnehmern be- suchte Versammlung der Obleute und Betriebsvertrauensleute des „Deutschen Werkmeister?-Verhandes" nahm eine Resolution an, wonach der vorliegende Schiedsspruch zurückgewiesen wird. Es heißt darin: Sie können es nicht verstehen, daß die Arbeitgeber kern Ver- ständnis für die Notlage der Werkmeister zeigen und ganz vergessen haben, daß die Werkmeister diejenigen waren, welche in ausopfern- der Tätigkeit, trotz schlechter Bezahlung, die Betriebe leistungsfähig gestalteten und dadurch oem Unternehmer Riesengewtnne gesichert haben. Was den Angestellten als Mitbestimmungsrecht geboten wind, «wiß als vollständig ungenügend bezeichnet werden. Die Werk- meist« sind deshalb entschlossen, nicht früher die Arbeit wieder aufzunehmen, als bis in beiden Fragen völlige Uebcrcinstimmung erzielt ist. Kundgebung der Bersicherungsangestellten. Die in den Sophien-Sälen versammelten Obleute der Groß- Berliner VersicherungSbetriebe sprechen den im Ausstand stehenden Angestellten der Metallindustrie und des Bankgewerbes ihre vollste Sympathie aus und bitten die Angestellten, in ihrem Kampfe bis zum glücklichen Ende durchzuhalten und restlos auf die Erfüllung ihrer Forderungen zu bestehen. Die Angestellten der Bersicherungs- betriebe stehen vor den Verhandlungen über einen Gehaltstarif für das ganze Reich. Auch sie fordern das Mitbestimmungsrecht der Ängestelltenausschüsse in allen Fragen des Arbeitsverhältnisses, be- sonders bei Entlassungen und Einstellungen der Angestellten, da das kommende Gesetz darüber noch in weiter Ferne liegt. Sie sind bereit, sich für diese Forderung mit aller Macht einzusetzen. Sie fordern die Regierung auf, sofort geeignete Schritte zu unternehmen, um die Frage des Mitbestimmungsrechtes im Snrne der Angestelltenausschüsse zu erledigen. Nur so werden sich schwere Erschütterungen unseres kranken Wirtschaftslebens verhüten lassen. Die Angestellten wollen nicht die Diktatur der Arbeitgeber, sondern die demokratische Betriebs- verfassnng, sie wollen die Angestelltenausschüsse nicht zu Marionetten herabwürdigen lassen. Die Obleute der'Groß-Berliner Bersicherungsbetriebe. * Heute Freitag, vormittags 9 Uhr, in Haberlands Festsälen Versammlung aller Obleute der Ängestelltenausschüsse Tagesordung: 1. Stellungnahme zum Vorschlag der Regierung. 2. Verschiedenes.— Unbedingt Legitimation mitbringen! Die Zentral st reikleitung(Habeclands Festsäle, Neue Friedrichstr. 3S.) Forderungen der Angestellten der städtischen Elektrizitätswerke. Eine Betriebsversammlung der kaufmännischen und technischen Angestellten der Berliner städtischen Elektrizitätswerke hat am Donnerstag den Angestelltenäusschuß beauftragt, der Direktion Forderungen auf Gehaltserhöhung einzureichen und monatliche Zu- lagen von 100 M. für Angestellt« bis zu einem Alter von 20 Jahren. Die über 20 Jahre alten Angestellten sollen erhalten monatlich 200 M. bei einem Jahresgehalt bis 3000 M., monatlich 150 M. bei 3000 bis 2000 M., nronatlich 100 M. bei mehr als S00v M. Zur Begründung dieser Forderungen wurde ausgeführt, daß die bis- herigen Gehälter in den städtischen Elektrizitätswerken ungewöhn- lich niedrig sind und deshalb einer nicht zu geringen Aufbesserung bedürfen. Di« Direktion erkennt an, daß m den Gehaltssätzen, die jetzt gelten, Ungleichheiten bestehen, die als Ungerechtigkeit empfunden werden können, und daß deshalb eine Gehaltsregelung notwendig ist. Die aufgestellten Forderungen sollen als Provisorium gelten, das bis zur endgültigen Regelung der Gehaltssätze in Kraft bleibt. Ferner fordern die Angestellten, daß ihrem Aus- schuß das Mitbestimmungsrecht in den Fragen des Arbeitsverhäll- nisses zugebilligt wird, und daß die BertrauenSmänner der gewerk- schaftlichen Organisationen anerkannt werden.— Es wurde noch erwähnt, daß die Arbester, weil sie sich fest Jahren auf eine starke Organisation stützen können, mit ihren Lohnforderungen bei der Direktion immer besser fortgekommen find wie die Angestellten. Man erwartet, daß die Direktion sich den jetzigen Forderungen der Angestellten gegenüber nicht auf den Unternebmersrandpunkl stellen, sondern daran denken wird, daß ja die Direktoren auch n«r An- gestellte sind, die aus den Mitteln der Stadt besoldet werden. Konfliktstimmung im Gastwirtsgewerbe! Der Verband der Gastwirtsgehilfen hatte nach dem Cafe Vaterland, Reichshallen und Lchrervereinshaus drei Versammlungen einberufen, die von zirka 6000 Personen besucht waren." In allen Versammlungen wurde nachstehende Resolution ein- stimmig angenommen: Die am 9. April vom Verband der Gastwirtsgehil- fen, Deutscher Kellner- Bund und Genfer Ver- band einberufene öffentliche Versammlung aller Angestellten im GastwirtSgewerbe nimmt Kenntnis von der Kündigung des Tarif- Vertrages seitens der Arbeitgcber-Organisationen. Wenn diese das Ziel verfolgt, die festen Löhne und den Achtstundentag zu beseitigen und an deren Stelle Trinkgeldbettel und doppelte Arbeitszeit ein- zuführen, so weist dieses die Versammlung auf das entschiedenste zurück. Nicht rückwärts, sondern vorwärts mutz die Entwicklung gehen. Die Versammlung betrachtet den Schiedsspruch vom Januar als einen Fehlspruch, weil er das Trinkgeldsystem nur in der Hälfte aller Berliner Betriebe beseitigte. Durch die Kündigung und den Ablauf derselben am 1. Juli d. I. wird für die Biergeschäfte der Einführungstermin am 1. September d. I. illusorisch und damit der alte Zustand in Permanenz erklärt. Die Versammlung erblickt Tarifbrüche sestenS der Unter- nehmerorganisationen: 1. In der Beibehaltung des Arbeitsnachweises in der Gast- Wirts innung. 2. In der Erklärung des Vorsitzenden Strauß, daß besondere Abmachungen die tariflichen Beftimmunaen aufheben. 3. In der Ablehnu:lg des am 23. März d- I. vom EinigungS- amt gefällten Schiedsspruches betreffend Mindestlöhne für alle An- gestellten mit Ausnahme der Kellner und den Aufschlag von 25 Proz. auf den Naturallohn. Die Unterstellung von 60 Bierrestaurants, ausschließlich der Bahnhofswirtschaften, Zelten und der großen Trevtower Geschäfte unter den Tarif, mutz als vollkommen ungenügend bezeichnet werden. Die Versammlung verlangt: sofortige restkose Beseitigung des Trinkgeldsystems und Einfübrung fester Wockienlöbne für alle An- gestellten der gastwirtschaftlichen Betriebe Groß-Berlins und Um- gegend. Ferner verlangt sie: strikte Turcl'fiihrung des Acktstunden- tages und des wöchentlichen 36stündiqen Ruhetags, sowie Benutzung des städtisch-paritätischen Arbeitsnachweises. Mit der umgehenden Durchführung dieser Forderungen betraut sie die Arbeitsgemeinschaft der Angestelltenverbände für das Gast- Wirtsgewerbe. Alle Anwesenden verpflichten sich, Mitglieder der Organisation zu werden und deren Weisungen unverzüglich Folge zu leisten. Ausstand i« der Kartonbranche. Die Kartonbranckie befindet sich keit dem 4. April im Ausstand Es handelt sich bei demselben um die Erringunq besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Verlängt w'rd für die Zuschneider, N'eter und Kaichierer und Popventräger M. 130 vio Woche, kür die männlichen Hilfsarbeiter 45-ll0M. pro Woche, für junge Mädchen 35— 45 TO., für Bemgarbeiierinnen bis 80 TO. pro Woche. Anerkennung der Betriebsräte, Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche, um die vom Heere entlassenen Kollegen unterzubringen. Im Kamps um den Tarifvertrag. Die Angestellten der Groß-Bcrlmer Gesundheitsindu- st r i'e(Gas-, Heizungs- und Wasserbranche) bemühen sich fest Mo- naten, mit dem A'r o eitgeberverband im Rohrleger- g e w e r b e und dem Verband Deutscher Zentral» heizungs-Jndustrieller E. B. einen Tarifvertrag zum Abschluß zu bringen. Sie begründen dieses Verlangen mit dem Abkommen vom 15. November 1918, das zwischen den Zentral- Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands abgeschlossen wurde. Darin ist ausdrücklich sestgelegt, daß die Ar- beitsbedingungen für alle Arbeitnehmer durch Kollektivvereinbarun- gen mit den Berufsvereinigungen festzusetzen sind, und zwar sollten die Verhandlungen hierüber ohne Verzug aufgenommen und schleu- nigst zum Abschluß gebracht werden. Es bedurste aber mehrerer Monate, bevor die Arbeitgeberverbände der Gesundheitsindustrie sich endlich zu Verhandlungen bereit erklärten. In einer Ver- sammlung der Angestellten, die am 7. April im Böhmischen Brau- Haus stattfand, protestierten die Angestellten einmütig gegen die andauernde Verschleppung der Verbandlungen. Die Versammelten beauftragten ihre Gewerkschaften, den Arbeitgebern ein Gehalts- Provisorium mit rückwirkender Kraft vorzulegen, um zu verhindern, daß sie noch länger ajif die materiellen Ergebnisse des kommenden Tarifvertrages warten müssen. Gleichzeitig richteten sie an alle außenstehenden Angestellten den Appell, sich restlos den gewerkschast- lichen Organisationen anzuschließen. Den streikenden Arbeitern im Rohrlegergewerbe sowie den streikenden Angestellten in der Berliner Metallindustrie sprachen die Versammelien ihre volle Sympathie aus. Die Angestellten erklärten serner, sich für die Zukunft jeder Zusammenarbeit mit Streikbrechern entschieden zu widersetzen. Militär-Mützenmacher. Am 8. Fckbruar stellten die im Deutschen Kürschner-Vevbaiid organisierten Militär- und Uniformmützenmacher an die Uniform- Mützensabriianten das Verlangen, die überaus erbärmlichen Löhne auszubessern. Zu diesem Zweck übersandten fie den Arbeitgebern einen Lohntarif, der außer den geforderten Grundlöhnen für Ge- Hilfen von 100 M„ für Stepperinnen und Mamsells von 45 M., die Forderung der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, zwecks gerechter Verteilung der von Staat und Kommune ausgegebenen Aufträge enthielt und auch in den einzelnen Werkstätten den Ar- beitern das Kontrollrecht über die an den Heimarbeitern auszu- gebende Arbeit zusicherte. In drei gemeinschaftlichen Verhandlungen wurden die Grund- löhne von den Arbeitgebern als berechtigt anerkannt, aber die Stücklöhne, die es den Arbeitern erst ermöglichen, diese Grund- löhne in achtstündiger Arbeitszeit zu erreichen, viel zu niedrig be- messen. Vom Kontrollrecht über die an den Heimaribeiiern aus- gegebene Arbeit wollten di� Unternehmer überhaupt nichts wissen. Da aber durch den Zusammenbruch des Militarismus den Militär- Mützenmachern ein groß Teil an Arbeit verloren gegangen ist. kann nur die strikte Jnnehaltung der achtstündigen Arbeitszeit die Ar- beiter vor der dauernden Arbeitslosigkeit und die Allgemeinheit vor der Entlastung der Zahlung der Erwerbslosenunterjlützung retten. Die Organisation kann nickü mehr zugeben, daß einzelne Heimarbeiter, wie früher, bis 18 Stunden arbeiten und dadurch andere unsresjpillig spazieren gehen. Da es sich aber um Auf- träge von Stäat und Kommune bandelt, so hoffen die Arbeiter, daß die in Betracht kommenden behördlichen Stellen den Herren Ar- beitgebern, deren Vorsitzender Herr Robert-Lubstein, Alt- Mvabit 104, ist. recht bald klar machen werden, daß die getovderten Löhne sowie das geforderte Kontrollrecht berechtigte Forderun- gen sind. Die SetktronSversmnmlung am 8. April nahm den Bericht von der letzten Verhandlung mit den Arbeitgebern entgegen und be- schloß, infolge des geringen Entgegenkommens der Arbeitgeber, am Montag, den 14. April, in allen Werkstätten in den Streik zu treten, wenn die Forderungen bis zum Sonnabend nicht aner- kannt sind. In einer gemeinsamen Bersammlung aller Funktionäre und Betriebsräte der in den Brauereien beschäftigten Arbeiter wurden die Zugeständnisse seitens des Vereins der Brauereien als nicht genügend anerkannt. Einstimmig wurde zum Ausdruck gebracht, daß, wenn der Friede m den Brauereien gesichert sein solle, die Unternehmer ihren ablehnenden Standpunkt aufgeben müssen. In einer gegen 4 Stimmen angenommenen Resolution wird ge- fordert, daß die Unternehmer innerhalb von 72 Stunden der Lohnkommifsion Mitteilung machen sollen, ob fie gewillt seien. technisch- indnstrieller Beamten. Bezirk Siemensttadt- West. Mitgliederversammlung im Restaurant zur Wartburg, nachmittags 4 Ubr. Angestellte der»uergesellschaft. Nachmittags 3 Uhr in der Webc- schule. NaglerNraße. Titanin. Wert,«chöneberg. BetnebSversammlung der Arbeiter- schaft nachmittags 1 Uhr bei Brumm. Zentralverband der HaudlnngSgehilfe». Abend, 7 Uhr. im großen Saal der Börse, Burzstvaße. Keneraloerlammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht für 1918. 2. Wahl des Aktionsausschusses. 3. Stellung- nahm- zum BerbandStag. Zutritt nur gegen Vorzeigung de» Mitglieds- buche,. deutsche Bank. Heute 10 Ubr vorm Germanialaie. BerantwortUÄ für Politik Ütiat giiNer, aharlittenburg, für den übrigen Teil deo Blattes Alsred e-dolz. Nenlölln. wr Aiueigev Theodor(slo-lr. Berlia. L erlag: BorwärrS-Perlag«. m 6. Berlin Druck Vorwärts-Burddruckerei und VerlagSanstaU Paul Ktnaer a Co w Berlin. Ltndenstrabe S. _ Hierzn 2 Beilage» Schönheit und klugen. Wenn der Dichter von Schönheit schwärmt, so verweilt er besonders gern bei den Augen. Sie find der Spiegel der Seele. Dennoch scheuen viele Menschen nicht davor, diese kost- baren Spiegel schlecht, häßlrch oder schief ein- zurahmen, indem fie ebenso unschöne wie un- passende Augengläser tragen. Solche minder- wertigen oder unverständlich angepaßten Formen haben es verschuldet, daß manche Leuie glauben, Augengläser entstellen immer selbst daS schönste Frauenzimmer. Ein schönes gutfitzendes, gurangepaßies Augenglas ist nicht nur überaus kleidsam, fondern verleiht auch dem Träger einen Ausdruck von Fntelli- genz und Bildung. 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