10 Pf annig J Zentralorgan der rozialdembkratifcben Partei Deutfchlands. tteüaktion unö ExKeüition: S!v. öS, �inöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morchplatz, Rr. A.tlSV— tS1S7. vorwärts-verlag H. m. b. H., EW. öS, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt MoriKpln«, Nr. 117 53—54. ) Der HngefteUtenltreik. X Em Ungestellter der Großindustrie schreibt uns: Vor mir liegen die heutigen Dienswg-AbcndauSgabcn: t. deS„Lokalanzeigckrs". 2. der„Vossischen Zeitung", 3. des „Tageblatts", 4. der„Tägl." Rundschau". 5. der„Deutschen Tageszeitung", 6. deS„Vorwärts" und 7. der„Freiheit". Man weiß nicht recht, soll man sich mehr über die Bor- niertheit in der Verkennung der Sachlage, oder über die Unverfrorenheit wundern, mit der die drei ersten Zeitun- gen der Bevölkerung vielleicht wissentlich ein falsches Bild suggerieren. In den beiden ersten Zeitungen ist sa wohl kaum etwas anderes zu erwarten: Daß aber auch das „Tageblqtt", das eine demokratische Politik vertreten will, letzten Endes den Angestellten die Verantwortung zuschiebt, wenn durch den angedrohten G e n e r a l st r e i k die gesamte deutsche Wirtschast vollends vernichtet wird, ist jedem, der einigermaßen eingeweiht und bei klarem Verstand ist, un- verständlich. Daß keine so folgenschweren Entschlüsse gefaßt werden, wie der zum Generalstreik, ohne geheimeAb st immun- g e n der gesamten Angestellten, darüber kann der„Lokal- anzeige?" vollständig beruhigt sein. Bis jetzt ergaben die Abstimmungen zum Streik und zur verschärften Fortsetzung 'desselben stets erdrückende Majorität und teilweise sogar Stimmeneinheit. Daß es überflüssig, unklug, ja barer Unsinn ist, um das Mitbestimmungsrecht, das die Regie- rung zugesagt hat, zu streiken, versteht der„Lokalanzeiger" allein. Wir, die übergroße Mehrheit der Streikenden, wissen, 'daß es im Interesse aller im Streik befindlichen Kollegen unbedingt notwendig, ja Lebensbedingung ist, daß das Mit- bestimmungsrecht im Angestelltenverhältnis jetzt schon er- langt wird, ehe es im Gesetz verankert wird. Würden wir dies nicht erreichen, so hätten wir in der Zeit zwischen Streikbeendig nng und In krafttrcten deS Gcsetzes Mas-senentlassun gen bezw. Kündigungen von. am Streik be- teiligt gewesenen Kollegen zu erwarten.� Selbstredend wären diese Kündigungen angeblich nicht als i Maßregelungen aufzufassen, ein Grund findet sich für die; Entlassung immer, wenn man einen finden will. Wenn wir: schon an den guten Willen und tue Ehrlichkeit der Ebert- Scheidemannregierung glauben, so ist der„Lokalanzeiger"\ doch nicht etwa so naiv uns zuzumuten, uns mit leeren Ver-> sprcchungen der Unternehmer zu begnügen. Die„Vossischc � Zeitung" spricht gar von einer bedauerlichen Perant- l wortungSlosigkeit seitens der AngestlKren, wenn sie trotz der„Zusagen" der Regierung die Machtprobe eines Gene- ralstreiks inszenieren würden. Kein Wort an die I n-> d u st r i e l l e n, deren gewissenloser, skrupelloser, absolu- � tistischer Acrrenstandpunkt jede Möglickffeit einer Verständi- � gung ausschließt. Wir, die streikenden Angestellten kämpfen> um bessere Eristenz. um ein menschenwürdiges Dasein und � für das Gedeihen und die Gesundung der d c«jt l ch e n I n d u st r i e. Der Avpell an die Vernunft auf beiden Seiten, am Ende ihrer Ausführungen, mildert den gegen die Angestellten, erhobenen, schweren ungerechten Vorwurf der„Vossischen Zeitung" nicht. Einen kleinen Anlauf zur Objektivität nimmt das>„Tagablatt", in kurzer Würdigung der Rechte der Angestellten, wohlverstanden, nur einen gam � steinen Anlauf. Einen vollkommen unvartei- ischen Star pnnkt einzunehmen, bemüht sich die„Tägliche Rundschau". Eine gerechte Würdigung der Forderungen der Angestellten ist auch ihr nicht möglich, da sie in die Materie nickst eingeweiht ist. Die„Deutsche Tageszeitung" bringt einen Berichs der Streikleitung. Der„Vorwärts" kommt der W'rstichkeit am nächsten und die„Freiheit" hüllt sich beute in Schweigen. Tie Forderungen der Angestellten geben bedeutend weit-r, als die der Streikleitung, dieselbe erscheint weiten Kreisen der Angestellten neuerdings als nachgiebig. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, daß die Regie r>ung bestimmte Zusagen gemacht bat. Wir, die An- gestellten der Großindustrie, welche die in der Organisation derselben herrschenden Zustände kennen, verfangen in allen Fragen des Angcstelltenverlältnisics und der Produktion, ein nicht nur formales sondern wirkliches Mitbestiinmungs- recht. Wir verfolgen hierbei nicht nur in knr-sichtiger Weiss die �ichmmg einer bescheidenen E'istcn-möglichkeit, sondern es liegt uns in erster Linie das Wobl der deutschen Industrie und dorrst des Vaterlandes am Herzen. Wir wollen nickt nur das MstbcstimmnngSrecht bei Kiindignn- gen und Anstellung unserer unmittclbarcu Kollegen, der Angellellten bis IlllXlll M. Jahreseinkommen.. Wir wollen ein Mitbestimmungsrecht in allen Fragen des Betriebes, wir wollen das Spitzel- und Schleicherunwcsen in der Groß- industrie abschaffen, wir wollen aus unserer Mitte fähige und erfahrene Kollegen zu Oberbeamten selbst ernennen bezw. bei der Ernennung bestimmend mitzureden haben. 1 Wir wollen unfähige Oberbeamten, die sich durch irgend welche andere Eigenschaften nach„oben" angenehm gemacht haben, absetzen können, bezw. ihre Absetzung oder Entlassung erwirken können. Wir wollen dadurch, daß die Leistungen der einzelnen Kollegen in gerechter Weise gewürdigt werden, Arbeits- f r e u d i g k e i t schaffen, was, wie jeder eingeweihte weiß, infolge der unhaltbaren Zustände in der.Großindustrie, heute noch ein unbekannter Artikel ist. Jedem soll die Möglichkeit gegeben sein, nach bestem Wissen und Können am Wieder- Aufbau der deutschen Industrie und der Wiederaufrichtung des deutsGen Volkes aus tiefster Verzweiflung, tatkräftig mitzuwirken. Ich richte deshalb an die Industriellen die dringende Mahnung, sich ihrer Pflichten gegen das Vater- land bewußt zu sein, ihren unzeitgemäßen Herrenstandpunkt zu verlassen und in die ihnen dargebotene Hand ihrer An- gestellten einzuschlagen, für. die angebotene Mitarbeit der Angestellten. Verständnis zu zeigen und ihren üblen Be- ratern den Direktoren, welche lediglich eine Befchneidung ihrer Riesengchälter und Einkommen befürchten, einen ge- hörigen Dämpf«? aufzusetzen. O Rachschrift der Redaktkon: Wir haben diese Ausführungen sehr gerne wiedergegeben, weil sie zweifellös in überaus klarer Weife die durchaus gerechten Ziele der Angc- stelltenbewegung widerspiegeln. Sie zeigen die ungeheure Schuld des Unternehmertums, das durch fahr- ' zehntelangen Druck die gegenwärtige Stimmung der Angestell- > tenschaft hervorgerufen hat. und diS berechtigte Mißtrauen der Anaestellten in eineni Waffenstillstand, der von den Unter- ncchmern zu einem neuen Vorstoß gegen sie in Form von Kün- > digungen ausgenutzt werden Ibnirte. Diese Sorge der Angc- ! stellten muß unbedingt weggeräumt werden, wenn der rasche , Abschluß der Bewegung erreicht werden soll, der für das ganze deutsche Volk eine Frage auf Leben und Tod ist. Denn das sollen auch die Angestellten nicht verkennen, daß - eine ungeheure Verantwortung auf ihre Schultern gelegt und � daß es auch ihre Pflicht ist, einen Ausweg zu suchen, der die �Aufr'echterbaltung der deutschen Wirtschaft i ermöglicht. An ihrem Ruin haben auch die Angestellten so wenig ein Interesse, wie etwa die Bergarbeiter daran, daß die Schächte ersaufen. Die Angestellten müssen jetzt Klarheit und Festigkeit zeigen nicht nur in ibren Forderungen, sondern auch Bcstrebnn- gen gegenüber, die auf die Vernichtung des ganzen deutschen Wirtschaftslebens gerichtet sind. Darum, im Interesse des ganzen arbeitenden Volks, möchten auch wir an sie die Mahnung richten, den Bogen nicht zu icherspannen und eine für sie ertrag- ljche Verständigung anzunehmen. Je mehr Verständnis die Angcstclltenschflt für die Notwen- digkeiten der gegenwärtigen Lage zeigt, desto stärker wird sie vor dem Volksganzen dastehen, desto sicherer zur vollständigen Erfüllung ihrer Wünsche fortschreiten. Gefährlich wäre es aber für das ganze Volk und für sie selbst, wetm sie in blindem Eifer den Punkt übersehen würden, an dem ein Einlenken mög- sich ist. Ein sehr großer Teil der Arbeiterschaft bat bereits ein- gescben, daß in dieser Zeifl Streiks vermieden werden müssen, soweit das irgendwie möglich ist. Das notwendige gute Einver- nehmen zwischen Arbeitern und Angestellten kann nur gefördert werden, ipnn die Angestellten die gleich? Einsicht bekunden. In diesem Sinne sehen wir die Anacstelltenbewegung von eine Probe gestellt, die sie, wie wir hoffen, bestehen wird! Die Schließung öer Warenhäuser Bis zur Stunde ist noch nicht.zu übersehen, welchen Umfang dieser in die verscharne Phase eing« treten« Kampf der Anaestellten und Unternehmer nehmen wird. Di«. Angestellten der Waren- und Kaufhäuser find bereits hsmie m oen itr:.f actreicn und anch die Angestellten der Lcderbranchc haben sich dem Generalstreik angeschlossen. Die großen Warenhäuser Wertheim. Tietz, idiandors und zahlreiche andere Ecschäste sind seit heule geschlossen. Am heutigen Vorarittj� trat die entralstrcikleitung zu einer T tz inst luiwriinen, in der nechmal« darüber Beschluß gefaßt aurde, daß die Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwecke vorläufig nickst in den Streik einbezogen werden. Ebenso sollen sämtliche Beani«. die im Eisen babndienst tätig sind, auf ihren Posten verbleiben. Dagegen ist mit her Wahrscheinlich.kttt zu rechnen, daß im Laufe d?S heutigen Vachmtttaas die Angestell'en der Kochbahn in den Streik treten. Die Angestellten der Straßenbabn werden im Laufe des morgigen Tages in Betriebsversammlungen sich darüber schlüssig werden, ob auch ü« in den Ausstand einireien oder nicht. Es darf angenommen werden, daß auch die Straßenbahner dem Generalstreik sich an- schließen werden Die Beamten der Lebensmittelversorgung haben von der Zenralstreikleitung die ausdrückliche Weisung erhalten, auf ihren Posten zu bleiben. Dagegen sind die Beamten?er Eisenbahn: gesellschafl Becker u. Eo.-Berftn in ein«.!: eintägigen Sympathie- streik getreten. Der Streik hat bis zum heutigen Mittag bereits eine ziemliche Ausdehnung angenommen und es ist anzunehmen daß er bis zum morgigen Mittag sich auf alle Branchen au!- dehnen wird. Verhandlungen mit der Regierung sind bisher noch nicht auf- genommen worden, dv chist zu hoffen, daß im Laufe de? heutigen TageS seitens des ReichSarbeitSministerS der Zentralteiwug Bor- schlage zur Beilegung gemacht werden. » NaH den der StreikleÄung vorliegenden Mitteilungen wird der Generalstreikparole in allen Beriebckn und BecufSzweigen siolg« gegeben. Auch aus dem Reiche laufen fortwährend Nachrichten ein, die erkennen lassen, daß die Angestellten sich den: Berliner Streik anzuschließen willens sind. Die Zeutralstreikleituirg hält eine Ausdehnung des Kampfes über Gcoß-Berlin hinaus zurzeit nicht für erwünscht.. Sie ist de» Meinung, daß der Berliner Streik schon genügen werde, �pn die Metallindustriellen zu einer Ber- stäubigung zu bewegen, wozu die bisherigen Verhandlungsergebnisse vor dem VollzugSrat ein« geeignete Grnudlage abgeben. Zur Wieder- ausnähme an Verhandlungen ist die Streikleitung jederzeit bereit, sobald sie dazu aufgefordert werden sollte. Die Zentralstreikleitung. hatte sich heute vormittag mit einem Antrage der Angestellten der ElektrizMitswerke zu heschäftigsn, die sich dem Streik aickchließcn wollen. Di« Zentralstreikleltung bat diesen Antrag aboe lehnt. Sie halt«in« derartige Verschärfung de? Kampfes angenblicksich noch nicht für noiwendig, möchte aber den Metallindustriellen' zu bedenken geben, daß die Verschärfung des Kampfes unvermeidlich ist, wenn Angestellten nicht das Mit- bestimmungsrecht im Sinne der vor dem VollzugSrat gemachten EinigungSvocschläge zugebilligt wird. • Nach �en bisher eingelaufenen Resultaten über geheime M- stimmunge-'in den Betriebsversammlungen zeigt es sich deutlich, daß die überwiegend große Mehrheit aller Angestellten der Groß- Berliner Betriebe jeglicher Art sich zur Erkämpfung des Miibc- stimmungsrechtes für den Streik erklärt haben. Aus allen Teilen des Reiche» laufen Sympathiekundgebungen ein und wird die. Bereitwilligkeit zu jeglicher Unterstützung erklärt. Di« Zentralstreikleitung hat beute morgen die stfrage der Angestellten in den StromversoraungSanstalten nochmals geprüft. ES- bleibt heute noch bei dem Beschluß, die Angestellten dieser der All- gcmeinhcit dienenden Einrichtungen noch in den Betrieben zu be- lassn, jedoch treffen sich alle Obleute dieser Branche Donnerstag. den n. April, vormittags 10 Uhr, im Zentralstrsiklokal. Hier' wird «S sich entscheiden, ob die Angestellten obiger Bcernche schon morgen sich dem allgemeinen Streik anschließen werden, wie sie eS von Anfang an als Svmpathiekundgebung und zur Erlangung des Mit- bestimmnngZrechtev wollten. « Von Tpinda» wird uns gemeldet, daß die Zahl der Streiken- den bei dem BekleiidungSamt deS Z. Armeekorps zugenommen hat. Von den 2000 Arbeitern und Angoftelltcn streikt die Mehrzahl. Die Schneider- und Schuhmacherbet riebe stehen fo gut wie still und es ist zu Tätlichkeiten gekommen. Die Leitung des Amtes hat«ine Verordnung erlassen, wonach alle Aibeiter, die bis mor- gen früh nicht zur Arbeit zurückkehren, zuerst zur Entlassung � kommen werben, wenn das Amt in der nächsten Zeit verkleinert wird._ Wie verloutet, Planen die Angestellten bei den Heeres- Werkstätten in Spandau für den Fall eines Generalstreiks der Angestellten einen Sympathiestreik. Das Nochrichtenamt des Magistrats Berlin schreibt: In dekst Bericht der heutigen Morgeawkgaben der Zeitungen über die Vor- sammln nz der Obleute heißt eS:„Tie Angestellten der Gas-, Wasser, und Elektrizität-ktrerke, der. Krankenhäuser usw. haben van der Streikleitung Weisung erhalten, weiterzuarbeiten, obwohl namentlich die Vertreter der Berliner Elekirizitötkwerke mit in dctNZluSstand zu treten gewillt waren. Sollte sich diese Beiner- kung auf die städtischen Elektrizitätswerke beziehen, so ist sie sckon deshalb unrichtig,'woil die Okleute deS Angestelltenausschusses dieser Werke an der gestrigen Versammlung Li-erhaupt nicht teil- genommen und infolgedessen ein« solche. Erkläruag auch nfcht haben abgeben können. Ein ftufruf CroÄkis. HelsingfirS, 14. April. Wie die russische Presse meldet, hat Trotzki in einem Aufruf„An das Proletariat" die Arbeiter. Dauern und Kommunisten zu einem«inigen Vorrücken gegen den Ural zur Vernichtung der Annee Koltschacks aufgefordert. Auf der Westsrynt liege kein« Gefahr vor, auf allen anderen Fronten sei die Lage glänzend. Die Aufstände seien überall unterdrückt tvorden; durch den Vormarsch'in Süden sei sedvch die Ostfront ge- schwächt worden. Obgleich Mitteilungen dcirlä�n, daß die organisierten Dauern in der Annee KoltsckackS nur unter Anwendung von iA e walt zum Angrifßzu bewegen seien, auch häufig Meute- r e i e n vorkämen und viele Soldaten zu der Roten Armee über- liefen, müsse doch zugegeiben werde-i, daß der Roten Armee auf der Ostfront die bedeutendsten Kräfte der russischen Gegen- revolutionäre gegenüberständen. Deshalb müsse der Haupt- schlag gegen die Ostfront gmckstet werden. Di« Presse meldet ferner, daß die ukrainische Sowsetregieruna die französische Regierung mittels Funkspruchs gebeten habe, die bei der Räumung Odessas annektierten russischen Schiffe sofort der Ukraine zurückzugeben.
Lieferung von Rohstoffen an Deutjchlanü. £« tt b o tt, 16. April. N e u t e r. Ein offizielles Eommu- »kque aus Paris besagt, dasj der Oberste Wirtschaftsrat de« Plan gutgeheißen habe, der deutschen Regierung die in den Händen dar alliierten Regierungen befindlichen Ucberschüss« an Roh- stoffe» schon»or dein Abschluß des FriedeusvertrageS unter Be- d in glitt gen, die durch eine« besonderen Ausschuß gemeinsam mit deu Vlpckade- und Finanzabteilungcn des Obcrstru RateS ausgearbeitet werde», zum Kaufe auzubieteu. Das Pariser ßrieöensöiktat. Acht Tage Frist für die Deutschen. Haag, 16. April. HR.). Aus Paris wird gemeldet: Man ist noch immer fest entschloffen. keine Diskussionen über die territorial:» und militärischen Fragen des Friedensver- träges znzulassen. Man glaubt, daß die Besprechungen in Ber- sailles nicht long« dauern werden und. man wird den Deutschen wahrscheinlich nichtmehralSachtTage Zeit geben, um einen Entschluß zu fassen. Sie sollen das Recht haben. Kuriere zur deut- schon Regierung zu senden und den Text des Abkommens bekannt» zugeben, sowie Instruktionen zu verlangen. Dsr Anhalt öes ßrieSensvertrasses. Paris, 15. April. Havas. AuS den in den Zeitungen über den Stand der Verhandlungen veröffentlichten Auskünften geht hepvor, daß der Friedensvertrag in zwei Teile getrennt ist: 1. Die Friedenspräliminarien mit Teutschland, die einen Artikel enthalten, durch den sich Teutschland verpflichten wird, im voraus allen Wkommen, die mit seinen früheren Verbündeten ab» geschlossen werden, zuzustimmen. 2. Die Klausel, die Deutsch- land nicht direkt betrifft und für deren Unterzeichnung später die österreichischen, ungarischen und bulgarisch� und türkischen Tele- gi-rten herbeigerufen werden. Bezüglich der Besetzung de? linken RheinuferZ, die früher allein durch die Franzosen vorgesehen war, scheint die Meinung zu beftchen. daß die V s r» einigten Staaten und England dt« Mitwirkung für— wie„Petit Parisien" meint— ein bis zwei Jahre nicht verweigern werden. Cw Reichs-Sauern- unö Laaüarbeitertag. Die auf dem zweiten Rätekongreß vertretenen Bauern- und Landarbeiterräte, L o d e m a n n- Weißenfeld« und Genossen, erlassen einen Aufruf, durch den sie einen ReichS-Bauern- und Land- arbettertag für den 36 Msi nach Goslar einberufen. Die Regie- rungSbezirle werden aufgefordert, stimmberechtigte Vertreter dcS Landvolks dahin zu entsenden. In dem Aufruf heißt es: „Alle, die arbeiten, müssen vertreten sein. 3 Gruppen schaffen auf dem Lande fürs tägliche Brot: Arbeit- geder, Arbeitnehmer und die große Mittelgrwppe der Kleinstcllen- besitzer, Handwerker, Beamten, Lehrer und. alle, die auf dem Lande wirken. Diese 3 Gruppen müssen überall gleichberechtigt vertreten sein. B.° und L.-RSte! Schafft auch für die wirtschaftlichen Auf- gaben eine Organisation, die a l he umspannt! Jeder Mann, jeder Berein, seder Verband schließe sich an: Zuul Abbau der Kriegs» und Z w a i w i r-t s ch a f t, zu m Aufbaw unserer Heimati" Strenges Gericht Eine Erklärung. In Erwiderung auf meen'n Artikel„Strenges Gericht" de- houptst in der«».Freiheit" Tr. Rudolf Breätscheid von mir, ich halte während des Krieges„die patriotische Trompete geblasen" und ssi„im Strom« vaterländischer Begeisterung gefchivommen". Zum Beweis dieser Behauptung cherust sich Dr. Breirscheid bezetch» nendenweise auf das, troS andere Personen gesagt oder ge- schrieben haben, mit denen ich in engerer oder fernerer politischer Fühlung stand. Ich habe aber'während des Krieges meine eigene »Tribüne üer Kunst unö Zeit/ Der Verlag von Erich Reiß, Berlin, kündigt eine neue " Zeitschrift unter diesem Titel an. Kasimir Edschmit wird sie herausgeben. Ein großes zusiimmenhängendes Dokument der Zeit soll ge- schaffen werden: kein Programm, ein Bild des Standpunktes. Was Expressionismus ist, wollen sie erweisen, woher er kam... viel» leicht, wo er münden wird. Tie Führer der jungen Schar in Schassen und Theorie fanden sich zusammen. Man kann etwas er- warten, das Wert hat. Rot ist solch ein Werk, um für weitere Kreise Klarheit zu schaffen über die großen Zusammenhänge alles Kunst- yescheb-ns in sich und mit feiner Zeit und ihrem Geist. Bislang erschienen drei Bändchen: Edschmid,„Usber den Expressionismus in der Literatur und die neue Dichtung", Theodor Däubler.„Im Kampf um die moderne Kunst" und Wilh. Hausen» stein,„lieber ExpressionrsmuZ in der Malerei". Die zwei Vorträge Edschmid? sind Bekenntnis zur neuen Idee, impulsivstes, leidenschaftliches Postulat an die Zeit. AuS der großen sittlichen Idee, deren Träger die neue Jugend sein muß, erwuchs ihm heurige Kunst. Dem neuen Ethos geht verjüngtes Ber» hältnis zu den Dingen der Welt gleich. AuS ihm wieder quillt die rein« Form in Siein, Bild und Sprache.— DäublerS Beitrag tst eine höchst persönliche Geschichte der neuen Kunst. Er sah sie ent» stehen: im Kampf um dte Durchsetzung des JmvressioniSmu?� aus diesem herauswachsen. Hat Pate gestanden bei vielen ihrer Werke, mitgetan bei fast allen großen kunst-politischen Ereignissen der letzten zwei Jahrzeßgte. Das Werkchen ist nicht besonders tief, vermittelt keine neuen Aufschlüsse über das Wesen des ErvressioniSmu«; aber trotzdem bleibt es kecht reizvoll durch da? rein Persönliche der Dar» stelnrng und die hier. und da ins Anekdotenhafte abschweifende Er- Zählung. Tech Forderungen allerdingSz die wir an ein«„Tribüne ikx Kunst und Zeit" stellen sollten, wird es nicht gerecht. kManches Wesentlichste ist vorausgenommen in DäublerS Bäudcheu„Der neu« Standpunkt", jetzt im Jnselderlag.)— Sachlich ist Hausenstein. Nach einem flacheren ersten, dringt der zweite Teil seines in Berlin gehaltenen Vortrages tief in das Problem des Expressionismus, faßt nicht nn: die Erscheinungen heutiger Malerei insgesamt und in ihren .einzelnen Vortretern, sondern sucht auch außerhalb stehend ein ob- jektives Bild zu gewinnen vom Stand und Wert der neuen Kunst im großen Zusammenhang der Geschichte. Fern von jeder stupiden Änogerlichkeit. die sich erschreckt von der neue» Erscheinung zurück- zioht, überschätzt er doch auch ihren Wert»icht. A. T h. Joel. LuöwZzk Wüllnp?. Ludwig Wüllner laS am Montag Jugendwerke Schillers und schlug m freiem Borstig Shakespeares Forumszene an. Der Aliud» Meinung oft genug selber unter meinem Namen gesagt, so» wohl in Artikeln wie Schriften. Daß Dr. Breitscheid daraus nichts gegen mich zu zitieren weiß, t«weist,'wie hinfällig sein Borwurf ist. Wenn Tr. Breitscheid sich besonders auf mein« Tätigkeit am „Vorwärts" bezieht, so dürfte ihm nicht unbekannt sein, daß diese Tätigkeit mir eine Anklage wegen versuchten Landes- Verrats beim außerordentlichen Kriegsgericht eingebracht hat. Weiter behauptet Breitscheid, ich sei„zum Hindenburg g«, gangen", womit ex offenbar meint, daß ich als Soldat im Felde gestanden habe. Ich habe es allerdings verschmäht, mich— w i e Dr. Breitscheid es tot � nach meiner Einziehung an alle möglichen Perfone» in der Partei um Reklamation zu wen- den, insbesondere habe ich nicht wie Dr. Breitscheid den Ge- «offen NoSke mit Bittgesuchen bombardiert, obwohl dieser als RedakiionSkollege mir bedeutend näher stand als jenem. Ich wollte mir allerdings nicht nachsagen lasse, daß ich die eigene. Haut ge- rettet hätte, während die Massen bluten mutzten. In derselben Nummer der„Freibeit" behauptet der Vorstand des kommunistischen„Internationalen Bundes der Kriegsbeschä- digten" von mir, ich hätte mich mit der Waffe in der Hand„zu- scmmen mft Offizieren, Studenten und Bourgeoisie bei der Rein- hard Eard» beteiligt". Das ist eine» wissentliche Lüge, da diese Vorgänge in Gegenwart der jetzigen Vorstandsmitglieder des Jnter. nationalen Bundes Verhandeft worden sind. Aus diesen verHand- Jungen müssen sie wissen, dag ich während der Berliner Unruhen lediglich einer auS Parteigenossen zusammengesetzten Truppe angehört habe, die von den Aufzunehmenden Partei» oder Gewerlschas tsausweis verlang:«. Erich Kuttner. Keine Kabinettskrise. Treibereien der Rechtsparteien. Weimar, 16. April. Die Mitteilung eines rechtsstehenden Ber- liner LlatteS, daß ein« allgemeine Kabinettskrise an» dauert, daß der Abg. Dr. Ternburg die Uebernahme des Finanz» minisieriams an politifche Forderungen geknüpft habe, dte der Mi» nisterpräsident nicht erfüllen könne, und daß schließlich der Minister. Präsident Sch-idemann amtsmüde sei, entspricht, wie die„Frkf. Zig." meldet, rxi ch t den Tatsachen. Sie entspringt lediglich dem Wunsche gewisser rechtsstehender Kreise, die politische Lage weiterhin zu verwirren, um daraus parteipolitische Vor- teile zu ziehen. Streikrückgang im Ruhrrevier. Dortmund, 16. April.(Eigener Drahlbericht des „V o r w ä r t s".) Nach einer Gesamiübersicht vom gestrigen Diens, tag arbeiteten 45 Schächte gegen 35 am Tage vorher. Die Zahl der Streikenden nahm um 8.35 Pro, im ganzen Ruhrgebict ab. Im Bezirk Dortmund I arbeiten 8 Zechen, in Tortmund II 4(Gneisenau streikt wieder), Dortmund lll arbeiten 5, in West-Rccklinghausen 3 .(die Rheinbaben-Schächte streiken wieder), in Witten 6, Haftingen 5, Essen II 4. Werden 3, Duisburg 2. Heute hat sich in Dortmund die Zahl der Arbeitswilligen etwas erhöht. In Mülheim wird die Straßenbahn'morgen den Betrieb wieder aufnehmen. In Oberhausen sind einige Schächte fast vollzählig angefahren, auf anderen Schächten arbeiten die Hälfte der Belegschaften oder mehr. In Hagen sind die Versammlungen der Ausständischcn schwach besucht. Der Generalstreik besteht dort weiter, obwohl neun Zehntel der Arhettsr arbeitswillig s i» h. Ruhrftreik unö Kohkenföröerung. Die Eisenbahner vor der BetriebSeinstellunsi. Esse», 15. April. Entsprechend der Zunahme des Streiks ist i» der Borwache bie Förderung der Zechen im Ruhr- revier weiter zurückgegaugc«. Tie Förderung, die bis zum Schluß der vorhergehendeu Woche auf täglich 35 Anspruchsvoller tänzelt schon Offenbachs Operettchen.D i e verwandelt« Katze" einher. Für sie wirbt gleich ein einst-lluns. den» ihre Brennstoffvorräte reichen in den meiste« Bezirken nur noch für ein bis zwei Tage aus. Essen, 15. April. Vierhundert heute mittag bei Kettwig zu einer Konferenz über den Streik zusammengetretene Ruhr» bergleute wurden von Regierungsp:upsten umstellt und fest- genommen. Gekeralftreiksversuch m Sremen. Bremen, 16. April.(Eigener Drahte ex ichi des„Vorwärts".) Der Generalstreik hat teilweise eingesetzt. Di« Straße ir.ahn fährt nur auf einer Linie. Die Gas- und Elektrizitätswerke arbeiten noch. Die Arbeiter lehnten eine Gcheimabsttmmug ab. Im allge» meinen sind die Arbeiter gegen gen Streik. In den Versamm» luncen jedoch, wo nur ein geringer Teil der Arbeiter erscheint, wurde für den Streik entschieden. Beispielsweise erschienen vo« 1200 Straßcnöahnarbeitern nur 328 in der Versammlung und der Streikbeschluß erfolgte mit nur 13 Stimmen Mehrheit. Die kleineren Betriebe lehnep den Streik ab. Man nimmt an, daß es zu einem eigentlichen Eeneralstreik nicht kommen wird. Das Löschen der einfahrenden Lebensmittel schiffe steht in Gefahr. Erlöschen ües Generalstreiks in dustelöorf» Düsseldorf, IS. April.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Notstandsarbeiten bei dem Gas- und»Elektrizitätswerk werden. vom Generalstreik ausgenommen. Es soll heute abend wieder Licht geben. Theater, Kinos und Fabriken sollen noch keinen Strom er- halten. Im Gaswerk werden nur die Notftandsarbeiten ausgeführt. Das Militär wird bis auf ein Bataillon, das ständige Garnison in Düsseldorf exbält, zurückgezogen. Der General st reik soll heute für beender erklärt werden. In vielen Fabriken wird gearbeitet. Die Kämpfe sind vollständig beendet. Die Zeitungen erscheinen indessen wegen Strommangels noch immer nicht. Unruhen in Hamburg. Hamburg, 16. April.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In Hamburg gab es gestern abend Unruhen. Eine Sitzung dos Großen Arbeiterrates wurde durch rAbeitSlose, die sich zu mehreren Tausenden vor der Universität angesammelt hatten, untebrochen. Sie stellten folgende Forderunzen: Erhöhungen der UnterstützungS» sätze, Verbot d«r Freiwilli.zenwerßung, Einführung von EiheiiS- küchen, Fortfall des Arbeitszwanges u. a. Einige hundert Arbeits-- lose drangen in das Gebäude lärmend ein und sprengten die Sitzung. Darauf fand in demselben' Saal ein« Sitzung statt, in der Dr. Lauffenberg sprach, übrigens zurückhaltend und zur Mäßi- gung mahnend. Tarauf führten die Arbeitslosen den Präsidenten der Hamburger Bürgerschaft, Große, Mitglied des Großen Arbeiter- rateS, gewaltsam an der Spitze eines Demonstrativnszuges mit sich. Im Rathause fanden dann Versammlungen statt, an denen Groß« und vier Mitglieder des Senats teilnahmen. Es ist eine Einigung erzielt worden, über die der Senat gegenwärtig berät. Nach der Verhandlung ist eine Anzahl von De- monstranten, namentlich Jugendliche, in ein Restaurant eingcdrun- gen und hat dort Vorräte geraubt. Dieftlbea Leute drangen auch in Privathäuser ein, wo sie Getd und Wertgegenstände erbeuteien. Diese Vorgänge spielten sich zwischen 6 und 7 Uhr abends ab. Um g Uhr war die Stadt wieder ganz ruhig. Ob die Forderungen vom Sonat zugestanden werden, steht noch nicht fest. Di« Kohlenverhältnisse Hamburgs sind derart schlecht. daß vom Freitag all die Straßenbahn den Betrieb ein» stellen muß. Die Straßdnbeleuchtung mußte bereits fxster» abend, mft Ausnahme einige Plätze am Bahnhof» eingestellt werden. �usschreltunften in Iserlohn. Iserlohn, IS. April. Hier kam eS am Sonntag gelegentlich einer Protestversammlung gegen die neugcgründrte Stadtwehr und eines daran sich anschließenden Demonstdationszuges zu II n» ruhen, in deren Verlauf Handgranaten geworfen und mit Ma» schinengewchre» geschossen wurde. 31 Personen wurden verletzt» davon 16 schwer. Ein Schutzmann wurde von Temrnstranten im Nathause in einer Zelle« r s ch» s s e n. Aus Anlaß dieser Er- eignisse ist heute früh das westfälisch« Freikorps Lichtschlag hier ein- gerückt. Ucbcr die Stadt und Umgebung wurde ber verschärfte Belagerungszustand verhängt. kleines Orchester im Auftakt. Sckvn die kleine Ouvertüre, wenn man so sagen darf, erzählt den Hergang dessen, das hernach sich begeben soll. Da piept es und flötet, da schrillt cilersüchtelnler Zank auf. juchzen ein paar Walzerrhythmcn, miaut es. wie ein« Katze. Ofsenbach, ft.gleich noch erst in seiner Pariser Flühzeit, da er harmlose Bluet'en.sSing-sPftlchen und Burlesken aus dem Aermel schüttelt— aber doch schon ein echter Offerickach, varo- gfftiscker Laune voll. Dl« melvdiöse. kapriziös rhythmische Musik yat schon den Teufel kichernd im Nacken. Natürlich hat es Offen- dach nur so so mit buddhistischer Seelenwanderung. In Wahrheit ist die Katze gor keine Katze. Sondern ein verliebtes MäSelchen, das es sich nur in den Kops gesetzt hat. den Geliebten von seiner Katzenmanie zu kurieren. Tie Handlung ist lustig genug. Was ihr etwa noch abginge, ersetzt die Musik doppelt und dreifach. Adelheid Picker i mimt das vermeintliche Kätzchen aber auch allerliebst, inie sie das Töchierlein bei Zepler sinael spielt und bringt desgleichen als Särsgerin alles mit, was nötig ist. Ja, wett mehr; denn sie ist eine wirklicke Künstlerin. Neben ihr hält sich Gustav Werner ckls bewährter Operetten-Tenor. Gr et« Parbs und Euaen Brieger schließen den Reigen. Be de Neuheiten, zumal Ofsenbach, fanden freundlichen, zum Teil sehr lebhaften Erfolg. est. » Notizen. — Gegen die fortdauernden Angriffe auf Paul Scheinpflug und das Blüthnerorchester. die an der Totenfeier für Liebknecht nnd Rosa Luxemburg Sätze aus Beethovens„Eroica" aufführten, protestiert neuerdings eine Gruppe namhafter Maler, Bildhauer, Dichter, Tonkünstler, Schauspieler. Der Protest sagt: '„In dieser Zeil der Aufstachelung aller Leidenschaften ist es un- seres Amtes, Wache zu halten vor dem unantastbaren Heiligtum dar-Kunst, des Todes, dcr Andacht!" ES gelte einzustehen für eine der reinsten Ideen, die die Menschheit gedacht hat. — K ar fre: t a g mus ik. In der Lakobikirche. vormittags 16 llbr Backs Kantate Nr. 56 durch die Gesellschaft zur Pflege altklassischer Musik(Dir. Lenzewski).— In der Ecthsernanekirche, abends 8 Ahr, L o e w e s Oratorium„Die sieben Schläfer", veran» stalte! vom Kirchenchor(Hermann Trahndorffst — Theater. Di- Uraufführung von Else LaSker» Schülers„Wupper" ist auf den 27. April verschöbe« worden. — Eine„Niedersächsisch« Kunstvereinigung" hat sich gebildet, deren Zweck vor allem die weite Vewbreftung edelster Musikwerke ist. Ihr Sitz ist in Berlin(S., Alt« Jakob» straße 93 I), ein« Zweigstelle besteht in Hrldssheim(Ostertorsch. 7). Am OsterdienSiag, 7!� Uhr. findet in der Hochschule für Musik in Eharlottenbnrg«in Kunstabend statt, an dem Werke»iedersäsischex Komponisten«BrahmS, Spohr) geboten werden. Im Mittel» Punkt steht Paul Scheinpflugs Tondichtung Worpswede� Stimmungen aus Nieder fachfen zu Liedern von Franz Didderidv Eintrittskarten auch m der TorwärtSbuchhnndlung und im Ge» werkschaftshav».
?«öustrie und yanSsl. Börse. An der Börse bewegte sich das Geschäft infoTge der bevor- siebenien mehrtägigen Unterbrechnng dc�s Verkehrs und der Un» ficherheil der innerpolitischen Verhältnisse in seh: engen Grenzen. Jmxaedyn gestaltete sich die Tendepz ziemlich fest. Begehrt waren vor allem wieder Fardentadriken und Elektro- ? a P i e r e. die teilweise merklich anzogen. Am Montanmarkt wurden im Zusammenhang mit der Konkurserklärung der Bochumer Bergwerksoesellschaft Kohlenaktien angeboten, während Hütten. werke vcrhälinismästig fest umgingen. Schiffahrtswert« neigten zur Schwäche, ebenso Rüstungsaktien. Zur Aus- larchspaviere und Kolonialwerte bestand keinerlei Interesse. Heimische Anleihen waren ungefäh bchaupiet. Em Opfer des RuhrstrcikS. Bochum, 15 April. Am 14. April ist ühfi das Vermögen der Bochumer Bergw erkS-Aktienge fellschaft, der die Zeche Präsident gehört, das Konkursverfahren eröffnet worden. Die Gesellschaft ist infolge der dauernden Streiks und der unmer größer werdenden Forderungen der Berzabeiterschast zu so großen Verlusten gekommen, daß der Konkurs nicht abzuwenden war. Es handelt sich um einen der Ceinpm Bergwerksbetriebe. Die Aktiengesellschaft arbeitete mit einem Aktienkapital von 6 Millionen Mar? bei einer Beteiligungsziffer von 500 000 Tonnen Kohlen und L00 000 Tonnen Koks. Die Rentabilität des Unternehmens war in den letzten Jahren gering(Dividenden 1911— 1917: 5. 8, 10, 0, 0, 5, 6 Proz.). Schon im Jährst 1901 hatte die Gesellschaft eine Sa- nierung vornehmen müssen. Läßt demnach der Charakter des Unter- nehmens keine weitgehende Schlüsse auf hw Gelami läge der Kohlenindustrie zu. so ist diq Konkurseröffnung doch ein Warnung»- zeichen für die Arbeiterschaft, die selbst das größte Interesse daran hat. die Kohlenindustrie nicht durch Streiks völlig an den Rand des Abgrunds zu bringen. GewerkschoflsbewMtig Tin« von 2009 Angestellte» besuchte Betriebsversammlung der Dresdner Bank fordert in einer einstimmig angenommenen Resolution die Organisationen und die Zentralstreilleitung der gemeinsamen Vor. Vertretern an- Lankbeamten auf, zur Herbeiführung eines gemeinsl gehenS in der Frage des Mitbestimmungsrechtes mit den der im Streik befindlichen Angestelltenverbände Verhandlungen zubahnen.» Außerordentliche Generalversammlung des Holzarbeiter- Verbandes. Die OrtZverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterver- bandeS hielt am Dienstagabend im Gewerkschaftshaus eine Dele- giertenversammlung ab. Zunächst, berichtete Gjocke, daß ei« zentrale Verhandlung mit den Arbeitgebern über oie vom Verbände aufgestellten Forderungen bisher nicht möglich war. Die Arben- geber setzen dem Drängen deS Verbandes Widerstand entgegen und verschanzen sich hinter den Tarifvertrag. Die Zugeständnisse der Arbeitgeber für Berlin gingen jetzt nur auf 25 Pf. Zulage pro Stunde als Provisorium bis zum Abschluß der zentralen Verhand- lungem Nach längerer Debatte, in der auf die großen Lohnunter- schiede in den einzelnen Branchen hingewiesen wurde, beschloß die Versammlung,«fiten Mindcststundcnlohn von 2,60 M. bis 3 M., je nacb der Branche, festzusetzen. Der bereits bewilligte Aufschlag von 25 Ps. ist hierzu zuzuschlagen. An den für die zentralen VerHand- langen geforderten 50 Pf. Zuschlag zum Stundenlohn ist festzu- halten. Die minderbezahlte« und im Streik befindlichen Kollegen sollen auf die Mindestlöhne gebracht werden. Die.noch vistlsach be- stehend« Akkordarbeit ist sofort zu beseitigen. Sodann wurde zu den zahlreichen Anträgen, die zum bevor. stehenden Verbandstage eingebracht sind. Stellung genommen. Neue Gesichtspunkte wuren hierbei nicht berührt. Es wurden lediglich die Beschlüsse der vorherigen Generalversammlung unterstrichen. Die Mehrheit der Redner polemisierte gegen die Verbandsleitung und die Generalkommission der Gewerkschaften. Einige für dte Verbandsleitung eintretende Redner wurden durch tinruhe unter- brachen. Nach Beschlußfassung über Aufträge zu Punkt 1 und 2 der Tagesordnung für die Delegierten, wurde es schließlich den Del:- gierten überlassen, nach eigenem Ermessen über ihre Stellungnahme zu den weiteren Anträgen selbst zu befinden. Ter Berliner Transportarbeiterverband im Aaßre Dem von der Bezirksberwaltung Groß-Berlin des Deutschen Transportarbeitervcrbcindes herausgegebenen Jahresbericht für 19l8 entnehmen wir folgende Angaben: Die Arbeitsgelegenheit im Handels-, Transport, und Verkehrs- «werbe war dauernd günstig, so daß � für geübte Arbeitskräfte ständig Nachfrage vorhanden war. Andererseits hat sich die Zahl der Arbeitslosen durch den Koniunkturrwkzang in verschiedenen Industriezweigen gegenüber den Vorfahren erhöht.— Eine der Er- runaenschaften des 9. November: Die Gewährung des Koalitions- rechts kür alle Arbeiter und Angestellten in Privat-, LandwirtschaftS- und Staatsbetrieben hat einen vollständigen Umschwung in dem Organ ilations. und AgitaiionSlebcn hervorzurufen. Der Zustrom aus solchen Betrieben, in denen die Arbeiter und Angestellten früher unter Androhung der Entlassung' vom Anschknß cm ihre Berufs- orgemisation zurückgehalten wurde«(Post. Eisenbahn. Proviantämter, Hoch- und Strafenbahnen), war wn-.ganz bedeutender. Daraus allein ist es zurückzuführen, daß im vierten Quartal 32 000 neue Mitglieder aufgenommen wurden. Hierdurch»st die Mi:- gliederzahl, die'« den ersten drei Quartalen von 16 124 auf 15 562 zierückaegangen war, im vierten Quartal auf 45 879 gestiegen.— Auch die zwischen den großen Arbeitgeberorgamsationen und den GowerkschaAsvorständen abgeschlossenen Vereinbarungen übten eine» günstigen Einfluß auf die Agitation aus.— Die Einführung des ?lchtstundentagcZ ist im ollgemeinen glatt von statten gegangen. Er wurde für die Industriearbeiter sowie im Handels, und Verkehrs- gewcrbs bis Ends 1918 durchgeführt, und zwar ohne Lohnkürzung- Seit Anfang Januar besteht der Achtstundentag auch im Kohlen- groß K andel. Die aus Erringung von Lohnerhöhung und Teuerungszulagen gerichteie Tätigkeit hatte den Erfolg, daß bei 1121 Firmen für 91 373 Besehäftlyte 962 665 M. Lohnerhöhung pro Woche erreicht wurde. Der Bestand der Bezirkskasse hat sich von 1154 M. auf 20903 Mark erhöht._>§ Schwester« und Pfleger der frekwiMge« Krankenpflege Groß-BcrlinK. Am'Donnerstag, den 17. April, abends 6% Uhr. findet im Blenar-S-itzungssaal des Herrenhauses. Leipziger Str., eine Voll. Versammlung der in Lazaretten, Krankenhäusern und Kliniken be- schaftigten Schwestern und Pfleger statt Tagesordnung: 1. De- richt des Arbeiterrats: Schwester Hedwig Gold berger. 2. Ersatz. wähl zum Arbeilerrat und Bureau. 3. Vortrag über Notwendig- keilen einer Organisation. 4. Anträge: Für den. beruflichen Iu- sammenschluß. 6. Freie Aussprache. Da es gUt. wichtig« Beschlüsse zu fassen, ist vollzähliges Erscheinen aller Schwestern und Pfleger erwünscht. Die Lazarette, die bisher den Versammlungen fern. blieben. Verden dringend gebeten, zu dieser Versammlung zu er» Scheinen.» Wie unt mrtgeteilt wird, werden namentlich den Scher»siern'ru chrem Bestreben, sich der Organisation anzuschließen. Schwierig» ketten bereitet. So hat der Generaloberarzt Velde vom SanitätSamt detz Gardekorps erklärt, daß die Schwester» der Disziplinargewalt unterständsn und ein Anschluß an die Organisation unzulässig fei. lötr möchten demgegenüber betonen, daß daS KoalitionSrecht auch den Schwestern zusteht, und niemand darf ihnen dieses Recht streitig machen._ LohnSewestung der Bootsbauer von Grost-Berlm. Zwecks Erlangung eines Tarifvertrags bcfinten sich die Boots- Hauer seit Anfang Februar d. I. in einer Lohnbewegung. Sie for- dern 2,70 M. für Verheiratete und 2.20 M. für Ledige. Nachdem mehrfache Verhandlungen mit den Arbeitgebern fehlschlugen, be-.. schlössen die Kollegen einstimmig in einer äußerst zahlreich besuchtem Versammlung, am Montag, den 5. d. M. in den Streik zu treten. Während einige Firmen inzwischen den Tarif anerkannt haben, hat der Oberscharfmacher im Bootbaugewerbe Deutsch Stralau seine sämtlichen organisierten Leute entlassen.-5* Die Arbeiter wassersportvereine werden gebeten, die. AuS» ständigen in diesem Lohnkampf zu unterstützen und nur auf den Bootswerften arbeiten zu lassen, die den Tarif anerkannt haben. Das Streikkomitee wird in den nächsten Tagen diejenigen Unter- nehmer öffentlich bekannt geben, die den Tarif anerkannt haben. Aus d-r HcrrenMast- und Uniformbrauche.' Sine bei Boecker stattgefundene Versammlung der Herren- maß- und Uniformbranche nahm den Bericht der Verhandlungen in Jena über die Teuerungszulage entgegen. In der Versamm- lung wurde festgestellt, daß die Teuerungszulagen nunmehr auf 153 Proz. für die Stück- und über 200 Proz. für die Tag- und Wochenschneidcr gestiegen sind. Trotzdem herrscht eine starke Miß- stimmung, daß die eigentlichen Forderungen, die vom Verband. seit Jahren auf das lebhafteste' propagiert werden, nicht durch- geführt werden konnten. Nach eingehender Diskussion wurde fol- gender Aufruf an alle Mitglieder des Deutschen Reiches be- schlössen: -Die Versammlung der Herrenmaß- und Uniformbranche nimmt den in Jena gefällten Schiedsspruch der Unparteiischen bezüglich der Gewährung einer weiteren Teuerungszulage an. Sie spricht jedoch aus, baß das Dhstcm der Teuerungszulage nicht geeignet ist. eine grndkegende Aenderung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Schneiderei herbeizuführen. Unser Programm: Abschaffung der Heimarbeit. Einführung von BetriebZwerkstätten mit Zeitlöhnen, volle Durchführung des Achtstundentages und dazu die Durchführung der Bamberger Be- schlüss« zwingen uns, an die Mitglieder des Verbandes im ganzen Reich die Aufforderung zu richten, mit uu erhalte», will das Ktftegs Ministerium in folgender Weise ausnutzen. � In den Durchgangslagern, welche die Kriegsgefangene» beim Eintreffen in der Heimai passieren müssen, erhält jeder Kriegs- gefangene eine Liste der Vermißten seines Truppenteils� mit Ange- hörigeuallresscn. Aus Grund dieser Listen sollen die Zurückgekehrten Angaben über das Schicksal ihrer Kameraden machen. Jsder behält seine Liste auch beim Verlassen deS Durchgangslagers, um auch später noch weitere Angab.m machen zu fßnren. Das Kriegsrnmisterium kann diese Listen nicht vollständig auf- stellen, da teilweise die Angebör-genadreffen fehlen und noch Truppcnmeldungen ausstehen. Es muß daher die Hilfe der Ange» hörigen in Anspruch nehmen und bit'et jed.n, der bisher ohne irgendeine Nachricht über eine» vermißten Hceresangehörige» � ist, um umgebende Uebersendung, spätestens aber bis 22. April, einer einfachen Postkarte mit folgendem Inhalt: Anschrifiseite: An das Zentral-NachweiSbureau des KriegSministsrium? Berlin NW. 7. Dorotheenstr. 48. Angabe der Adresse des Absenders. Rückseite: Angabe des Truppenteils, der Kompagin« usw., deS Dienstgrade», Namens, Vornamens, Geburtstages und Geburtsortes dsZ Vermißten und Tag und Out des VermtsstseinS �deutliche Schrift ohne weitere Zusätze). Die Kündigungsfrist für Schwerbeschäbizte neuerdings ver» lSngert. Durch Verordnung vom 1. Februar 1919 hatte das Reichs. amt für wirtschaftliche Temobilmachung bestimmt, daß Schwerbe- schädigte im Sinne der Verordnung vom 9. Januar frühestens zum 15. März gekündigt werden darf. Diese Frist ist inzwischen schon auf den 15. April hinausgeschoben und nunmehr mit Rücksicht darauf. daß es bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen noch nicht möglich war, die dauernde Wciterbeschäftigung Schwerbe» sebädigter mit Erfolg sicherzustellen, durch»ine neue Verordnung bis zum 1. Juli verlängert worden. Schwerer Unfall in Dahlem.. In der Köniain-Lurke-Straße sprang von einem mit sieben Husaren besetzten Lastwagen einer der Soldaten während der Fahrt ab. Er kam w Fall und de bei explodierte eine Handgranate, die er am Gürtel trug. Der Soldat wurde buchstäblich z e r? t s s e n und die auf dem Wage» bofindlichen Kameraden durch Sprengsfticke verwundet. Tüdlicher Autounfall. Vor dM> Hause Kaiserplatz 14 hat sich gestern ein bedauerlicher Unfall zugetragen, dem ein Kindesleben zum Opfer fiel. Beim Ueberschreiten des Fabrdammes wurde die siebenjährige Katharina Kaminski au» der Wexstr. 32 von einem Privatauimaobil angefahren und umgensien. Die Kleine erlitt bei dem Sturz eine so schwere Schädelverletzung, daß sie auf dem Transport zu einem in der Nähe wohnenden Arzt starb. Schreckliche Roche. Die Wut der Reaktionäre über die Erhebung des 1. Mai zum Nationalseicriag ist grenzenlos. Die„Tagl. Rundschau" kreischt wie eine Tobsüchtige und veröffentlicht die Namen der demokratischen Abgeordneten, die dafür gestimmt haben. Wenn da» nichts hilft... Der Potani'cho Garte» in Dahlem ilt am Kaifre't-ig und am ersten Ostcrieiertag von 2 b!' 7 llbr dem allgemckren Bftuch geöffnet, da» gegen bleibt er am zwditru Osterseiertag gänzlich geichloffen. H: Monis i'che Gemeinde. Sern tag, rachmstingS s Ubr, In der Nu'a der Friedrich- Werderichcn Oderiealichu!« Ni�derivallktr. 12: Doftrag de» Senn Dr. R. Penzig über:»Können Tote auserfteheu!' Käste willkommen. Arbeiter» Turnverein Schönrberg. Karfreitag Oe ff entliche» Turnen iir der �uruhalle der Rückertschille vm Siodtpark. Eintritt frei. Beginn 5 Uhr nachmittags. Nach dem Tuvu-n Versänunlung bei«(So- nassen Lost. Wikmersvorf- Achmarge«v»?f. Die Frei« Turn erschuft veraniialikt am 1. Feiertag, nachm. 3N kr, auf ibren Svielpläden in der Düiltembergischen Straße lzwiichen Olivaer und FerSelliner Platz! ein ii'fetissartes Fußballwett spiel gegen Sieitiner Svortaenoffen. Nachdem im.Stadlpark', Kaiser-llllee Sl/8i: ge m ü t l i ch e» Bei» iammensetn. Am 3. Feiertag veranstaltet die Musik» abteilung von 5 Uhr ab ebenda«in Tanzlränzchen. Groh-Berliner Lebensmittel. Strotan. Am ToiinerStaq aiif ZIbichnüt 14 und 15 der Lebensmittel» kirrte 250 Gramm auSlüadiicheS Wezeiimebl(1.03 M.), Ab'chnitl 107 der L benSmittelkarte- 250 Giamm Kunüdonig oder Marmelade; ferner auf die Abschnitte 2 und 3 der Leteremittelkarte zuianimen 250 Gramm Grauren. Pankow, stn dieser Woche aui A• karten slt Liter, aus B- Karen '1, Liier und auf C- Karlen'f. Liier Vollmilch. Soweit die'Ij Liter« Krankenkarten nicht mit Frischmilch beliefert werden können, wird als Er» iatz für die Zeit vom 15/ dw IS. lllvril 1 Büvie Kondensmilch verabfolgt. Tteglrff. Vom 17 bis IS d. M. auf Abschnitt 22 der Steglitzer rosa Lebensmittelkarte 120 Gramm Schololad« in Tafeln ober 125 Gram« Scholoiadeupulver 1,60 M.. für 250 Gramm 3,20 28. oder 125 Gramm MUaopulver 0,04 M. für 250 Gramm l.Sj M. Ferner vom 17. vis lg. Nährmittel aus die Abschnitte 100 150 Gramm. 110 150 Gramm, 113 150 Gramm, 1 100 Gramm, 3 100 Gramm, 3 150 Gramm. Vom 17. bis 19. noch 1 Licht(25 Pf) aus 4 Abschnitte der Steglitz« rosa Lebensmiltelkart«. Spaudnii. Auf 233 der Lebensmittelkarte bis Donnerstag, dt» 22., 2 Pfund inländisches Weizenmehl. Liüjferfeüe. Vom 17. bis 26. auf-Nr. 22 der Lebensmittelkarte 250 Gramm Marmelade(65 Pf) Ferner a»f Nr. 13 und 10 der Lebensmittelkarte zus. 250 Gram« Graupen(22 Ps) und auf Nr. 33 und 34 der Jugendlichen dtarl« jus. 200 Gramm Graupen;18 Pf.) Oberschöneweibe. Gemeindevertretung. In der' EtatSbera» tung Titel..Arw.eritreien" wurde eine neue Position für Unter» stützung solcker. die s:ck> in außergewöhnlicher Notloge des irrt an, emgeskig!. Der ffctlrelci der' Unobhär.gipcn regte an. von Ge- mz-.nic wogen Ethobungsstätien zu schaffen. Genösse« ch w a �- ö u r g e r wies mit Nochdruck darouf hin, daß«S bald an der Zeit sei, ein eigenes Altersheim ins Leben zu rufe». Zwei Anträge II. S. P. ouf Aenderung«» im Schulwesen wurden der Kom» Mission überwiesen. Genosse E ch w a r z b u r g er befürworte!«, den Kindern Bedürftiger bei schulärzili'cher Behandlung auch die Medikamente fteizufiellen. Er gab die Anregung, eine Gemetnd«- apotheke zu schössen oder die Kcmmunalisierung der vorhandene» zu erwäx-en. Beim Etat deS Ehmnosiunis wurden noch etre.'tor Debatte die besonderen Zuschüsse an die«katholischen und jüdischen NcligionSlehror mit 19 gegen 9 Stimmen gestrichen, ebenso keim Etat der höheren Mädchenschule. DaS Kapitel.Iliüllwirisckaft� gab unserm Vertreter Anlaß zur Kritik. Er regte an, der Vrfaii»' gung de« MüllS mittels einer Müllschmelze näherzutreten. Schöffe Kupfer wies auf die derzeitige Undurchführbarkeit dieser Anlegung hin. da die nötigen Materialien(Petrolrum-Rückständch'ehlen. Sckwffe Dr. Salge entwickelt das Programm'ür cm Wohlfahrtsamt. das Armenpflege und Unterftütziuswese«. K'ntcr-, Tu. er» kulo-scn-, Trinkersüisorge, Sckaffung von Wald Erholungsstätten, Altersheimen usw. in sich schließ:. Der Eemeindevonsiond ist zur- zeit mit diesem Problem beschäftigt. Die Sieuerz uschläge werden wie folgt festgesetzt: 269 Prog. Gemeinde-Einkommensteuer, 8 pro Mille Gruntwcrtsteuer nach dem gemeinen Wert bei bebaute» und 6 pro Mille bei unbebauten Grundstücken, 325 Proz. der Gewerbesteuer in Klasse 1, 866 Proz. tn Klaffe 2, 202,5 Proz. m Klasse 8 und 168,75 Proz. in Klasse 4; außerdem werden 40 Proz. der Be« triebssteuer erhoben. Der Gesamtetat wird einstimmig ge. nehmigt._ 0 Groß-öerlmer partemachrlcbten. Tegel. Donnerstag, 7 Uhr: Extrazahlabend im Siestaurant Friedensrichter. Berantwvrtlich für Dolili! UtiKt glikler, est arlotten dura. fOr den Sbriaen teil de» T-Iattes aifrrt ecd»Ij. Steuteklni für Slirreraen Ttcsvor Silolte. Berlin Serlag: Vorwärts-Verlaa«. ut t. 8., Berlin. Bini: SorwSrls-'?u>sdru!i«»t im» LerwgSatÄaü Paul Ei«» u. So. in Berltw Lutdeastratze L
WimM S. t S. WMeMg. Slm Tonnrrstng, den 17. April, nbciids 7 Uhr. finde! im Bolkshause, Mosinenstr. 3. unsere Akitgttsüer-VerZsmmwns statt- Tagesordnung: 250111* l. Bericht von der Kreisgeneralversaminlnug. 2. Bericht uom Bezirkstag Ersß.Bcrlia. Die Versammlung wird pü'nktl ich eröffnet. ver vorstand. 3soa Carl Hamaiiii Müazstr. 17(Alexanderplay) Juwelen— Uhren Gröszle Auswahk Trauringe. Gold, Silber und Brillanten werden zu höchsten preise« angekauft. KlliOtl* üiwnMrel!! hervorragende Qualität, liefert prompt und preiow. frei Hans Frledländer L. Co., Kohlen-Eilgtos, (DvalidenstraSe 50/51. Moabit 7255. 2359b JfetaleMellsü, Matratzen einteii. 25. dreitcil 35, Keilkissen 10 ab Lager, Eiahlmatratzcn Bett- ftellmaß nötig. Lufarb. v. Nohhaarmatr, cimcilnIO, drciteil. 12. Etaffannahmc b. Reuanfcrt. Vi'. Reinecke, Kaübecnstr. 25, part. 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