Nr.I99.�6.Ia!rrs. Be,agS»retl>rcmS,a!»bai Einzeln« Kümmern iC lsrenma. licube�ug: äKonoiIidi iBO JRL ejtfl. ZuIlellungZ- gobühr. Unitt ureuibanb tat Deutsch- and a. Deflettetch-Unqani..75 sTCl, für da» übrige ÄuSland» 75 Ml. bei läglich einmaliger Suireüuna 7.75 M sloslbeiiellungen nehmen in Dane» mari. Holla»» Luremvurg. Schweden und dre Schwerz eingetragen in die Boll- lerranaä- l-tetelifie. Set.Sorroan»* ericheinl wochemügSch zweimal-onntag-. etmnal. Telegtanria-Aoress«! .Sozialdemokrat öertln". f., Derlinev NoMsblatt. ( 10 Pfennig} AazelgeuvrelS» Sic achlgeidaltrne ktorrbareillezeil» tollei tao Mk..«um« Anzeigen», bat-erigeoruckle S-ri 50 Big. lznMsftg 2 fettgedruckt««ortet, lebet Wetter« «ori 25 Lsg. Slellengcnrche und SchlaNiellenanzetgrn da» erire«ort iv Big., icbc» weitere«ort 30 Big, «orte über 15 Luchstaben zählen tür zwei«orte. IcuerungSzuichlag SC0/*. Famillen-klnzergen. voltrilch« und »ewerkschattliche Lenin»» tlirzergen WO SRI. die Httle. Anzeigen ttt die uächfie Kummer müssen bis S Uhr »uchminag» u» Harivtgeichäft. Berlin EZB. 68. lltndeirstraye 3» ndgegeben »erden,»ebssnei°m> 9 Uhr srüh bi» 5 Uhr abend», Tentrslorgan der rozialdcmokrattfchcn Partei Deutfditandd. Reüaktion und Expedition: SV. b8, Llndenstr. Z. aentiprecher:«mt Mortdplatz. Str. lM»0-SSK»7. Vonvärts-Verlag G.m.b. h., EW. öS, Lindenstr.?. Fernsprecher! Am« Morttzplotz, Nr. 117 S3— 54. CTnruhen in Men. öranö im wiener Parlament. Wien, 17. April.(Eigener Drahtbcricht beS„BorwärtS".) Heute nachmittag kam es vor dem Parlament zu Unruhen. I» dem Rathause fand eine Versammlung der Arbeitslosen statt. Zu gleicher Zeit hatten sich die heimgekehrten Invaliden im Pratcr vcr- sammelt. Diese zogen nun in die Stadt vor das Nathans, wo ge- rade die Arbeitsloscnversammlung zu Ende war. Die Arbeitslosen zogen nun mit de» Invaliden vor das Parlament, wo zuerst eine Deputation der Arbeitslosen sich zum Staatskanzler Dr. Nenner begab. Währenddessen kam K vor dem Parlament zu großen T« malten. Eine Menge\vcrsuchtc in das Parlament cinzu- dringen. Sie wurden abgewehrt, wodurch jedoch ernste Zu- sammenstStze verursacht wurden. Tie Demonstranten be- hau-ten, daß die Polizei zurrst auf sie geschossen bätte, wäbrend diese die Schuld auf die heimgekehrten Invaliden schiebt. Die Demonstranten verbarrikadierten sich dann hinter einer Wagenburg. Die Fenster auf der rückwärtigen Front des Abgeordnetenhauses wardey eingeschlagen, die Fenstergebälke und ein Tor des Parla- ments angezündet, so daß ein Brand entstand. Die Polizei suchte nun die Menge fortzutreiben, es gelang ihr jedoch nicht. Infolge- dessen mußte die B o l k s w e h r herbeigeholt werden, die in einem Panzerauto herankam und das Parlament besetzte. Erst nach Vertreibung der Menge konnte die Feuerwehr an die Brandstätte herankommen. Bei den Schießereien dürfte es Tote und Verwundete gegeben haben, deren Zahl vorläufig noch nicht feststeht. Wie Hollandsch NieuwSbüreau dazu noch in einem längeren Bericht mitteilt, leitete die Sicherhritswache des Parlaments Verhandlungen mit den Demonstranten ein, die dazu führten, daß die SicherheitSwachg ihre Gewehre den Demoo- stranten auslieferte. Die Sicherheitswache wurde darauf von starken Abteilungen der Bolkswchr entwaffnet, die das Parlament besetzten und nach aussen abschloffen. Es wutde auch bekannt, daß für diesen Tag ein kommunistischer Putschversuch beabsichtigt war. Tie Regierung ist fest ent- schloffen, allen Putschabsichten mit den ausreichenden Machtmitteln entgegenzutreten, die ihr zur Verfügung stehen. Die RegieAingstruppen in Sraunfchweig. Annahme der Bedingungen. k Braunschweig, 17. Apris.(TU) Die vom General Maerker ge- stellten militärischen Bedingungen sind von der braunschwei- fischen Regierung angenommen worden. Sie betreffen voll- ständige Entwaffnung der Arbeiterschaft, soweit sie während des Streiks bewaffnet wurde, und die Auflösung der BolkSmarinedivision und der Volkswehr, Absetzung der Regierung und Auflösung des Arbeiterrats. General Maerker hat den Befehl kundgegaben, daß bis heute abend ö Uhr sämtliche Waffen aller Art, die auS dem Heeresgute stammen, abzuliefern sind. Aufrufe zur Bildung eines braunschweigischen Freiwilligen- korpS, das sich Jägerregiment Braunschweig nennt, sowie zur Bil- dung einer Landcswehr sind angeschlagen. Es sind bereits mehrere Verhaftungen vorgenommen worden, u. a. wurden etwa 80 Matro- sen und Spartakisten geschlossen in die Kaserne des Infanterie- regiments 92 abgeführt. Flucht der Kommunistenführer. Braunschweig, 17. April. Zwischen der wirtschaftlichen Ver- einigung braunschweiger Industrien und den Vertretern der Ar. beitnehmer ist gestern in einer Sitzung die Vereinbarung getroffen toorden, die Arbeit am Dienstag wach Ostern in allen Betrieben wieder aufzunehmen Der Eisenbahnbetrieb ruhte heute vor- mittag noch. Die in Braunischweig eingezogenen Truppen wurden von der Bevölkerung freudig begrüßt und beschenkt. Die Häupter der kom- nrunisttschen Regierung Meyer. Kneisel usw. sollen verschwunden sein. Eichhorn soll Braunschweig im Flugzeug verlassen haben. Die Nachricht von einer angeblichen Verhaftung Eichhorns bei einer Notlandung in Holzminden bestätigt sich nicht. In Braunschweiz ist die neue Regierunz zebildet worden. Dem Kabinett gehören an: 4 Mehrheitgsozialiste», zwei Unabhängige und ein Demokrat._ Referenüum über den beitritt öer Schweiz zum Völkerbund. von der Schweizer Grenz«, 17. April. Der„Nene» Zstrchrr Heilung" zaiokge läßt der schweizerische»vndcSrat den eidgenössischen Räten zum 1. Juni eine Borlage über den v ölkerband zugehen. Der Bundesrat steht aus dem Standpunkte, der Veitritt der Schweiz zum Bölkerdund müsse einer Abstimmang des Volkes und der Stäadr vorbehalteu werde». Wechsel in der jriedensdelegatkon. Berlin, 17. April. An die Stell« de« Gesandten in Bern. Dr. Adolf Müller, tritt in das führende SechSmännerkollegium unserer Friedensdelegation der Präsident der preußischen LandeSversamm» lang Leinert. Dr. Adolf Müller ist durch Krankheit verhstchett» die ihm in Paris zugedachte Aufgab« zu erfülle�___ Kein Generalstreik in Sremen. Bremen, 17. April.(T.U.) Der von der radikalen Arbeiter- ' schaft inszenierte Streik hat, soweit sich heute übersehen läßt, an «Ausdehnung nicht gewonnew, so daß von einem Generalstreik | noch leine Rede sein kann. Das Ausladen der Lebensrnittel ! aus dem im Hafen liegenden amerikanischen Dampfer erfolgt durch freiwillige bürgerliche Hilfskräfte, in deren vorderste ! Reihe sich die im Landgericht beschäftigten Rechtsanwälte� Gerichts- z>ekretäre und das Personal der pichtevlichen Bureaus und auch der : Aurea uF der Schiffahttsgcsellfchoften gestellt haben. Die Hafen- I arbeiter sind noch unschlüssig, ob sie nicht doch wieder selbst die Ar- i beit aufnehmen wollen. Der Stratzenbahnverkehr ruht noch, doch finden unter den Straßenbahnern Beratungen statt, die , die Möglichkeit ctoffnen, daß der Betrieb bald wieder ausgenommen ! wird. Zu erwähnen ist noch, daß die Streikenden beabsichtigtem ' große Versammlungen abzuhalten, die von behördlicher Seite ver- boten worden sind. Zum Ersten Bremer Bürgermeister wurde der bisherige sozialdemokra tische Reichstagsab geordnete Dei chmann gewählt. Schwedischer Aufruf an die Internationale. Stockholm, 17. April..So c i a l de m o k ra t e n" derbffeni- licht einen Aufruf, den die Kommission bei der Berner Kon- s e r e n z zum I.Mai an d i.e A r b e i t.e r der ganzen Welt richtet und der die Forderungen der Internationale zusammenfaßt. Darin heißt es: Private Interessen verschwören sich mit dem M i- litarismus, um einen kapitalistischen Frieden zu- stände zu bringen und durch Aufrechte chaliung des internationalen Mißtrauens und der internationalen Ungerechtigkeit die alte Ord- n u» g mit stehenden Heeren, gewaltigen Rüstungen und Krieg bei- behalten zu können. Diese Politik müssen die Arbeiter bekämpfen. DicRegierungcn, die vomKriege nichtsgelcrnt haben, erstreben eine heilige Allianz. Wir dagegen arbeiten für den Völkerbund, der auf dem Gedanken der Brüderschaft fußt. Wir bestreiten jedem Sieger das Recht, den Nationalitäten ein neues Joch aufzuerlegen. Wir proklamieren das SekbstbestimmungSrechi als unver- äußerlich. Wir widersetzen uns allen Annexionen, welche die Frei- heit der'Völker vergewaltigen. Dem Kriege muß eine umfassende Enteignung der großen Kriegsvcrmögen folgen, da- mit das Nationalvermögen, das jetzt in den Händen des privaten Kapitalismus ist, für n a t i o n a l e Z w e ck e verwendet werden kann. Der Aufruf ist unterzeichnet von B r a n t i ng und H u h S- mans. Maifeier der französischen Arbeiterverbände. Amsterdam, 17. April. Dem„Allgemein HandelSblad" wird aus Paris gemeldet, daß die Delegierten von sechs großen Ar- beiterverbänden, darunter die der Bahn- und Berkehrsarbeiter, be- schlössen habe», am 1. Mai in einen Ltstündigen Streik einzu- treten, um die Macht der Arbeiterklasse damit zum AuS- druck zu bringen.__ Der Nlünchener Generalstreik. Abfall der Landstädte von der Räterepublik. München, 17. April. Ter Generalstreik dauert an. Der gesamte Post-, Telegraphen- und Telephonvcrkehr nach Süd- bapern ist gesperrt. Di« Grenzlinie verläuft von Eisenstein— Platt- lings— Rrgensburg und Ingolstadt nach der schwäbisch-bayerischen Grenze. München ist vollkommen in der Hand der Roten Ar. bejterwehr. Seit den Diebereien vom Sonntag hat sich nichts Besonderes mehr ereignet. Teile der Regierungstruppen werden bei Dachau, wie ein Anschlag in München besagt, von der Roten Armee in Schach gehalten. Ein Putschversuch in Rosenheim wurde von der Rote« Garde unterdrückt. Roscnheim ist noch nuf der Seite der Räterepublik, dagegen haben Augsburg, Kempten, Jngol. stadt, Passau sich wieder von der Räterepublik abgewandt, während sich LandShut nrnttal verhält. In München ist eine große Zahl von Geiseln verhaftet wvrden. ES finden fortgesetzt Hau«- suchnngen nach Lebensmitteln und Beschlagnahmungen von solchen statt. Die Banken sind wieder geöffnet. München, 17. April. Eine Verordnung des VollzugSratS der VetriebS» und Soldatenräte besagt: Vom Streik sind au»- geschlossen: Banken, Sparkassen, Post, Eisenbahn, Eisenbahn- Werkstätten, Telegraph, Telephon, Spedition, Elektrizitätswerke, Gaswerke, alle mit der Nahrungsmittelherstellung und-Versorgung beschäftigten Betriebe, Hotelbetriebe, Artilleriewerkstätten usw. Kon- ditoreien. Kaffees, Konzertlokale sind geschloffen zu halten. Die Herstellung von Konditoreiwaren ist untersagt. Die Unternehmer find angewiesen, Lohn für die Streiktage zu zahlen. Württembergische Truppen gegen München. Stuttgart, 17. April. Auf Bitte der bayerischen Regierung beschloß die Staatsrcgierung. freiwillige lvürttem b?r g i- sche Truppen zu Hilfeleistungen nach Südbaycrn zu entsenden. In der Stuttgarter Arbeiterschaft niacheu sich Sym- pathien für die Münchener Kommunisten geltend, doch ist zu hoffen, dch ein Streik vermieden wird. das verschleierte Süd. Im Unterhaus sagte am Mittwoch Lloyd George, die Friedenskonferenz habe beschlossen, die Friedensbedingungen nicht zu veröffentlichen, bevor sie mit dem Feinde be- sprochen wurden. Es erhebt sich die Frage was nun eigent- lich die diplomatischen Havas-Noten gewesen sind, mit denen wir wochenlang bombardiert wurden. Waren sie vielleicht nur ein Mittel, durch Ankündigung härtester Bedingungen harte als noch erträglich erscheinen zu lassen? Das wäre vom Standpunkt der Diplomatie aus verständlich, weniger ver- ständlich aber vom Standpunkt der inneren Politik aus, denn was uns Deutschen eine angenehme Enttäuschung sein könnte, wäre den chauvinistischen Land- und Milliardenfressern von drüben doch nur eine unangenehme, und zwischen dem nationalistischen und dem sozialistischen Stuhl käme Clemenceau auf der Erde zu sitzen. Kein Friedensvertrag wird an der Tatsache etwas än- dern, daß der europäische Krieg mit einer europäischen Pleite endet. Die Vorstellung, man könne alle Lasten, die der Krieg zurückgelassen hat, auf den Besiegten abwälzen, ist einfach kindisch. Wenn Deuffchland bereit ist, alles in seinen Kräften Liegende zu tun, um die Wüste im Westen wieder in fruchtbares Land zu verwandeln, so handelt es zugleich auch in seinem eigen-n Interesse, denn an Wüsten in seiner Nachbarschaft ist kein zivilisierter Staat interessiert. Deutschland kann nur wünschen, sobald wie möglich von reichen, blühen- den Ländern.umgeben zu sein, denn Länder, Wirtschafts- gebiete, sind keine stählernen Tresors, in den man den Reichtum einsperren kann: er quillt über und befruchtet auch da? Nachbargebiet. Darum ist die Behauptung falsch, daß das Geld, das ins Ausland geht, verloren ist, und darum werden wir auch um Milliarden, die wir zu zahlen imstande sind, nicht zu feilschen brauchen. Aber anders steht es mit Summen, die man unS auferlegen will, und die wir nicht leisten können. Mit dieser Auflage wäre unS wahrscheinlich geschadet, aber dem Gegner nicht geholfen, denn wenn er seine Kriegsbilanz mit uneinbringlichen Aktiven verschönern kann, so nützt ihm das gar nichts. Er gefährdet damit höchstens auch die eindringlichen. Jeder Kaufmann weiß, daß es ihm nichts nützt, einen Raten- schuldner in den Ruin zu jagen, daß er vielmehr an dessen Wohlergehen lebhast interessiert ist. Ein bankerottes, ver- elendstes Deuffchland wäre für Frankreich das größte lln- glück. Nationalistische Demagogen können ihren unwissen- den Anhang beruhigen, indem sie ihm vorspiegeln, man könne auS einem Gewaltfrieden mit unermeßlichen Kontri- butionen Vorteil ziehen. Das Erwachen wird aber dann desto fürchterlicher sein. Darum müssen wir bei aller Bereitwillig- keit, das von andern, unfern früheren Machthabern, be- gangene Unrecht wieder gut zu machen, auf einer Regelung der Finanzfrage bestehen, die dem internationalen Interesse entspricht. Der englische Premierminister hat auch über int er- nationale Vereinbarungen in den Arbeiter- fragen gesprochen und mit großer Begeisterung die Ver- dienste gefeiert, die sich B a r n e tz auf diesem Gebiet erwor- ben hat. Die deuffche Friedens-delegation, der auch erfahrene Sozialpolitiker und Gewerkschaftsführer angehören, ist bereit, auf diesem Gebiet mit Barnes zu konkurrieren. Aber zu den Plänen eines internationalen Arbeiteffchutzes würde eine gegen ein einzelnes Land betriebene Auspressungspolitik wie die Faust aufs Auge passen. Man hat Enffchädigungs- summen genannt, die Deutschland nicht aufbringen könnte, auch wenn jedermann jahrelang 24 Stunden pro Tag ar- beiten würde. Hier ist also wieder ein großer Widerspruch. Keiner Verpflichtung kommen wir lieber nach als der, mit der menschlichen Arbeitskraft menschlich umzu- gehen— aber wenn wir sie übernehmen sollen, so darf man uns nicht Lasten auferlegen, die selbst»bei unmenschlicher Ausnutzung der Arbeitskraft nicht erschwingbar sind. Der Versuch, die Deutschen in ein Volk von Kulis zu verwandeln, wäre ganz unvereinbar mit den Grundsätzen der interimtlo- nalen Urbeiterschutzes, er wäre auch praktisch undurchfübr- bar, wäre er aber durchfiihrbar, so würden sich die französi- scheu und die englischen Arbeiter dafür bedanken, denn die wirtschaftliche Knechtung der deutschen Arbeiter würde nn- fehlbar auch ihre eigene noch sich ziehen. Ein Völkerbund soll begründet werden, der den dauernden Frieden verbürgt, und doch sollen Frankreich um- fassende militärische Garantien gegen Deutschland gegeben werden. Worin diese Garantien bestehen sollen, werden wir erst in Versailles erfahren, aber schon jetzt darf man wohl sagen, daß militärische Garantien recht unerheblich werden. wenn der Völkerbund ein festes FriedcnSgebäude und kein bloßes Jcheingebildc wird, Km. Rabmcg der Ii Kmiktx Wilson? mWten sich solche Fragen, wie Temiorinlfragen iiberhaupt, leicht erledigen lassen, denn die Friedenssicherung macht die Grenzsicherung zu einer Frage minderen Ranges und die Freiheit des Wirtschaftsverkehrs vermindert die Be- deutung politischer Machtgrenzen. Unvereinbar aber mit Wilsons Grundsätzen eines dauernden Friedens wäre der Versuch, Bevölkerungen gegen ihren Willen unter fremd- nationale Macht zu bringen. Wenn sich Deutschland jedem derartigen Versuch widersetzt, so vertritt es wiederum nicht bloß national beschränkte Interessen, sondern die Interessen der ganzen Welt. Dies muß ja überhaupt der Grundsatz des revolutionär verjüngten Deutschland sein, daß die zivilisierte Menschheit ein unteilbares Ganzes ist, und daß jeder Schaden, der einem Gliede zugefügt wurde oder noch zugefiigt werden soll, die Gesamtheit trifft. Nicht als Vertreter engherziger Na- tionalinteresseN soll Deutschland auf der Friedenskonferenz erscheinen, sondern als Sachtvalter der gesamten arbeitenden Menschheit, die nach neuen Formen internationalen Zu- sammenlebens wie nationalen Eigenlebens sucht. Ein solches Deutschland kann unter zünftigen Diplomaten isoliert sein, es wird aber nicht vereinsamt bleiben im Areopag der Völker, der das letzte Wort sprechen wird. Die Lage im Reich. In Düsseldorf wtiribe der Straßenbahnbet rieb wieder auf- genommen. Sine Versammlung der Straßenbahner protestierte gegen die spartakistische Verhetzung. In Köln habe« die Organisationen der«tuSstSnjWgeu Angestellten, nachdem Verhandlungen mit den Arbettgeberorganisationen gescheitert sind, beschlossen, den Schiedsspruch der britische« Behörde anzurufen. In Chemnitz haben die Dankangestellten mit Rücksicht auf das Standrecht die Arbeit wieder aufgenommen. Vor dem Ende des Bergarbeiterstrei??. Ans.Hagen wird den P. P. N. gedrahtet: Der Streik ftout ab. Die Unabhängigen haben den Ausstand ausgegebsn. Nur die kleine Gruppe der Kommunisten ist noch für seine Fortsetzung. Die Streikleitung wird wahrscheinlich am Sonnabend früh den Ab- bruch de? Generalstreiks verkünden. Gssen, 17. April. VS000 Dergarveiter haben v<» heute im Ruhrgebiet die Arbeit wieder aufgenommen. In den gestrigen drei Schichten betrug die Zahl der Streikenden 232 7KZ gegen 246 916 am Dienstag. In der heutigen Frühschicht hat die Zahl der Streikenden wieder um 16 066 abgenommen. Ausstündig ivaren 167 958 Bergleute gegen 117 944 vorgestern. Mehr al» die .Hälfte der Belegschaften hat die Arbeit wieder aufgenommen. Jn»- gesanil wird auf 59 Schächten wieder voll gearbeitet. Düsseldorf, 17. April. Nach den jetzt abgeschlossenen amtlichen Ermittelungen find bei den Unruhen in Düsseldorf während der letzten Woche SS Zivilisten getötet und 05 ver» wundet worden. Die Regier« ngStruppe« hatten vier Bot« und 17 Verwirndete. Mülheim(Ruhr), 17. April. Auf Verankassumy de» Unter- suchnngsrichterS wurden hier heute 13 Spartakisten wegen Ilufruhrs und Landfriedensbruchs verhaftet. Sie haben wäh- lend der Bottroper Kämpfe eine führende Rolle gespielt. Dochum, 17. April. In der Nähe der Zeche Präsident find Me llrbeitSwi lligeu von den streikenden Bergleuten belästigt worden. Um die Arbeitswilligen zu schützen, wurde die Zeche Präsident von NegierungStrnppen bosetzt. Damit sind die ersten RegiorungStruppen in die Stadt Bochum selbst ein- «erückt._ Die Organisation üer Kohlenwirtsthaft. Keine Sozialisierung des Kohlenhandels. Ter Sachberständigenrat für die Kohlenwirt- s ch a f t hat in seiner ersten Tagung vom 14.— 17. April die v o r» schlüge de» R«ichSwirtschaft»minist«rium» zur Regelung der Kohlenwirtschaft durchberaten. Man einigt« stch ans folgende Grundlagen: Ein Reichskohlenrat von 56 Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Verbraucher, de» Kohlen- Handels und der Wissenschaft wird mit der Leitung der Kohlen- Wirtschaft betraut. In jedem der Syndikat«, die den Vertrieb der Der Toö öer Cichc. von Wald« m«r Bonsel» Sin wenlg von der Waldwiese«mtfernt, auf welcher ich nun schon lange allein Idbe, stand am Rand de? Tals die Eiche, sie war der älteste Daum im Land, in diesem Frühling ist sie gestorben. Man wußte es überall, weit, im Umkreis. Nre letzten Worte au»> dem vergangenen Herbst rauschten in den Büschen und Bäumen des Landes als Erinnerung, und nun, im Frühlings nahm fie Ab- schied. Um ihre mächtige Gestakt umher sproßte«S und blühte, ihre großen dunklen Glieder reckten sich gewaltig über dem wirren, grünen Lebenftrubek der neuen Jugend dahin, in den Himmel empor, ihre Lage erfüllte das Land, alle Herzen. Viele hundert und wieder viele hundert Jahre des Leben» beschlossen sich nach einem unbegreiflichen Ratschluß, der alle in heiliger Scheu erbeben ließ. Die langen Nächte hindurch, in der Frühe und am verstand- lichen Tag, wehte eS aus der kahlen Höhe ihrer Krone klagend im Wind über das Land, durch den Vogelgcsang dahin, durch das selige Seufzen der vom Frühling begnadeten Geschöpfe und durch das strahlende TageSlichtz da» feine Macht über die Lebensgeister des alten BaumieS verloren hatte. Eines Tage» vernahm ich die Klage der sterbenden Eiche im Wind und konnte sie nicht bergessen. Nu« ward ich gnoahr, daß alle sie wußten, und seit jener Stunde zwang eS mich plötzlich im Schreiten inne zu halten, wenn ich durch den Wald ging, um zu lauschen, ob durch die Lebensmelodien der lebendigen Bäum« wie- der diese Klage dränge, die den gangen Wald erfüllt hatte. Und ich vernahm die Töne und erschauert«. Sie erklangen so heimlich, daß mein Gemüt in der Erkenntnis ergitterte, daß diese beschei- denen Wehelaute eine so stille Wildheit zu bergen vermochten, und daß Geduld so schmerzhast fein könne. Da ging ich der Stimm« nach, um den sterbenden Baum zu finden. Wie eS zum Herzen griff! Ich sah eine Blum«, die zu Kühen anfing, den Tau trinken; in der Erwartung ihrer Sonne sangen alle Vögel, da warf ich mich ins MooS und lauschte. Seit jener Stunde trieb es mich wieder sind wieder herzu, am Tag, in der Nacht, immer wieder zog ei mich an diesen Waldort ohne Schatten, wo die große Eiche stand. Rings der Himmel über mir war wie mit Sterben angefüllt, und meine Seele füllte sich mit dieser Schwermut des Scheidens vom Leben, wie ein Becher mit Wein. Ich verstand den Baum, denn ich lebe nun schon lange unter Pflanze»«ch Tiere»«ich erschein« den Mensche», feite«, die meine I Kostke Mexnehmen. stellen dk« Arveltnehm«?»Wek,»»» drei A u fs ich ts rat s m i tg l i ed er und ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes. In dem Reichs- kohlenverband haben drei Arbeitnehmer und«in Auge» st e I l t e r im Aufsichtsrat Sitz und Stimme. Ein Arbeitnehmer tritt in den geschäftsfiihrenden Vorstand. Der Reichskohlenrat ist die BerufungSstellc für all« wichtigen Fragen. Von einer Ueberführung des Kohlenhandels in ein« gebundene Organisation wurde abge- sehen. Man glaubt in der Zusammensetzung des Reichskohlen« ratS sowie in einer Reihe von Bestimmungen einen gewissen Schutz der Verbraucher zu haben. So wurde bestimmt, daß die Preis« für deren Festsetz'.mg das Reichswirtschastsministerium unter Mitwir- lung des Reichskohle nnate» die oberste Instanz ist, veröffentlicht werden sollen. Die Gemeinden können weitere Preisfestsetzungen für den Kleinhandel vornehmen. Verbrauchergenossenschaften und deren Verbände, eine technisch-wirtschaftliche Gesellschaft für Kohlenbergbau, eine ebensolche für Kohlenverwendung, ein« sozial- politische Gesellschaft für Kohlenbergbau sollen gebildet werden, um in loser Organisation die Kenntnisse auf diesen Sondergebieten zu fördern. TaS Reichswirtschaftsministerium entsendet zu den SelbstverivalwngSkörpern der Kohlenwirtschaft einen Bevollmächtig. ten, der gegen Beschlüsse ein Einspruchsrecht hat und'PreiSherab- fetzungen verlangen kann. Di« Regelung der finanziellen Beteili- gung des Reiches an der Kohlenwirtschaft wird in den Kommission». beratungen der nächsten Zeit erörtert werden. Di« nächste Tagung des Sachverständigenrates soll am 15. und 16. Mai erfolge». Das Auswärtige fimt und öke Besetzung von Gesanötschastspoften. Berlin, 16. April. Von maßgebender Seite wird uns mitgeteM: Verschiedene Zeitungen haben Nachrichten gebracht deS Inhalts, das Auswärtige Amt habe stch auf Kabinettsbeschluß an die drei Mehrheitsfraktionen gewandt, mit der Bitte, solche ihrer Angehörigen zu benennen, die für die Besetzung von G e» sandtschaftSposten in Frage kämen. Diese Meldungen ent. sprechen den Tatsachen nicht. Weder ist der R e i ch S m i n i st e r dp» Aeutzern an die Parteien herangetreten, noch liegt ein solcher KabinettSbeschluß vor. Bei der bevorstehenden Neubesetzung von AuSlandSposten sollen nach dem Willen deS Kabinetts allerdings auch Männer herangezogen werden, welche da» Deutschland von heute und dessen Regierung nach Herkunst und Richrnng repräsentieren. DaS ist eine alte demokratische Forderung, der sich-die erste demokratische Regierung nicht entziehen darf. Ausschlaggebend aber für die Wahl bleiben nach wie vqr nicht Parteizugehörigkeit, sondern die Eignung derKan- d i d a ten, und diese werden nicht von Partei wegen, sondern vom Reichsminister de» Aeußern ausgewählt, der fie dem Kabinett vor« schlägt. ES ist durchaus unrichtig, daß gewiss« Posten, darunter der im Haag, dessen Reubesetzung zurzeit gar nicht in Frage kommt, den Parteien zugeteilt worde» find. Noch telne amtliche Einladung der deutschen Vertreter. Berfln, 17. April.(Wolfs. Amtlich.) Die Deutsche Waffen- st illsta n!dS ko m m i ss i»n in Berlin teilt mit: Die von einigen Berliner Blättern gebrachte Nachricht, der Borsitzend« der interalliierten WaffenstillftandSkommissilm in Spa, General Nudant, habe gestern in Spa dem Vorsitzenden der deutschen Kommission, General von Hammerstein, den Text der vom Präsidenten Wilson gehaltenen Ansprache im Biererrat über di« Einladung der deutschen Vertreter zum 25. April nach Ver- sailleZ amtlich Überreicht, trifft nicht zu. Weder General von Hammerstein noch General Nudant ist zurzeit m Spa anwesend. Die Deutsche Waffenftillstandkommission in Spa eithielt lediglich durch Funkspruch von einer HavaS-Note Kenntnis, welche die Ansprache Wilson» im Viererrat wiedergibt. Diese ist nach Berlin weitergegeben worden. Eine offizielle Einladung der deutschen Vertreter über Spa zu de» varfrieldenSverhandlungen ist noch nicht erfolgt. Es ist nichtsdestoweniger anzunehnien, daß, nachdem Wilson die Einladung bereits ankündigt, diese in kurzer Frist offiziell erfolgen dürfte._ I Besinnung und Liebe stören.„Es ist kalt,' Nies er einmal des Nachts,.per große Wald ist leer! Ich sehe hin und zurück, zurück und hin, schau«, forsche und suche, und bin doch allein. Ich er» inner« mich, ich träume und bin doch allein. Der Mond leuchtet hell, wenn sein« Strahle» die Erb««r- reichen, scheint mir die Welt ohne Elend, ohue Schmerz, alle» und alle erscheinen mir sanft. Er bringt helle Tücher, als wolle er mich vor dem schützen, was kommen soll, al» wolle er mich erwärmen, i und ich fühle wkider wie durstige Pflanzen, die sich. öffnen und zu blühen anfangen. Enttäusche ich euch jetzt, weil ich dürr und kahl best ehe! Ihr habt mich grün gesehen I Ich gab der Erde Schatten, den Vögeln Ruhe und den Dieven Früchte. Ich habe die Blicke entzückt, und nun liebt ihr mich weniger, weil ich eS nicht vermag? Müßt ihr nicht stets an jene Zeit denken, wo ihr mich anders saht? Ihr denkt nicht mehr daran! Mein« Klage erniedrigt mich Nun fühle ich zum erstenmal, daß mein irdisches Gefühl mich von der Welt trennt. Einst erzählte ich, ich teilte da» Neue, das Leben, den Blumen, den Bäumen mit. Dort oben liebkost« mich der Wind, als wollte er zu mir sagen:„Du Haft nicht unrecht." Da wußte ich, daß mein irdisches Gefühl mich mit der Welt verband. Ich rief:„Nehm mich nur auf, laßt mich euer Teil sein, ein Glied eurer reichen Familie!" Ich fühlte die Welt und vereinte mich mit ihr, und wurde zum erstenmal mündig. Alle» tönte in mir, und mein Herz strömte über. Jd, wie ich der Erde verschuldet bin, wie kein Wesen vor mir!" Ich lag im Moosgrund und lauschte der Klage des DaumeS; ich begriff die Wirklichkeit deS Tode» und epbedle. Aber ich vermochte meine Sinn« nicht vom Sterben der alten Eiche ahzu- wenden. Da hörte ich wieder die Stimme über mir im Wind: „Es forscht ohne Aushör in mir und will doch von nichts wissen. Meine Wurzeln werden vom Wasser berieselt baS alle Pflanzen zu neuem Sprossen ernährt. Ich fürchte mich vor dem Tag«, die Sonne, die mein Blut beeinflußt hat, eniporzud rängen, blendet mich nun. Wie lockt mich die Weite, die ich lange ohne Begehren im Bild erblickt Habel Wo sind die Tiere? Ich höre nur die Vögel. Und doch ist alles Weite so näh, so möglich geworden. Mein Herz war einst in der Sonne so weit offen, daß eS nicht nur sich selber trug und ahnte, sondern die gange Welt. Da wußte ich die Wahrheit üler mich. Nun umgibt«S mich rings, wie eine Wand, so kalt wie Eis, so durchsichtig wie Glas, so nah. daß mir st, a> spiegelte ich mich darin wieder. Sie macht die Seele zum Verbrennen durstig und ich fühle Angst. Lebt wohl!" Der Baum wurde still, da drückte ich erzitternd nie in Herz fest, fest an die Erde, die Auferstehung und Vermoderungen m sich barg und einen herben Geruch von Harz ausströmte. Mir war�; lichen Feststellungen nicht zutreffend. ES ist biS heut« ameri- kanisches Büchsenfleisch überhaupt noch nicht nach Berlin eingeführt worden, kann also auch nicht gehandelt worden sein. Anscheinend liegt hier ein« Verwechslung mit Konservenfleisch auS HeereS- beständen vor, das an die Mannschaften ausgegeben und von diesen, wie angenommen wird, nicht verzehrt, sondern an privat« Abnehmer verkauft worden ist. Jedenfalls darf ausdrücklich festgesteM werden, daß bei der Fleischverteilung der Stadt Berlin, der amtlichen Stelle, welche die amerikanischen Lebensmitteleingänge zu vereinnahmen und zu ver- teilen hat. und welche bereits heute z. B. im Besitz von amerikanischen Schweineprodukten, wie Speck und Vorderschinken, ist. die denkbar schärfsten Konftoll- und SicherheitSeinrichtungen getroffen worden sind, um jede Unregelmäßigkeit zu verhindern. Da» dort arbeitende Versonal steht nicht nur unter strengster Aussicht, son- denn die gesamten Vorrät« auch unter militärischer Bewachung, so daß damit gerechnet werden darf, daß auf unrechtmäßige Weise nichts abhanden kommen kann. Am Sonnabend, den 13. Aprfl, fällt dte snrsflische Sprechstunde auS._ Keine anonymen Anzeigen. DaS Polizeipräsidium schreibt unS: Das Ueberhandnehmen de? Wucher- und SchleichhändlerweseenS erfordert ein scharfe» Zufassen � der zuständigen Behörden. Mit Erfolg kann sedoch nur dagegen ! angekämpft werden, wenn die Polizei vom Publikum lebhast unter- stützt wird und nicht, wie eS leider öfter vorkommt daß das Publi- ! kum beim Einschreiten der Polizei gegen die Beamten Stellung ' nimmt. ES laufen täglich ein« groß« Anzahl von Anzeigen hier ein, l davon sind jedoch mindestens die Hälft« anonym. Di« Erfahrung i hat gezeigt, daß bei 99 Prozent dieser anonymen Anzeigen kein ! Erfolg zu verheichnen war. In Zukunft werden anonym« Anzeigen in keinem Falle mehr beachtet. Ich bitte die Eimwohnerschost bei allen Anzeigen die volle Adresse anzugeben, die natürlich stren" geheim geheckten wird._ Preise für Frühkartoffeln. Die Höckstpreiie für den Verkauf von Fiübkartosseln durch den Erzeuger in der Zeit vom 1. Juli bis 14 September sind ab Verladestelle, einsitiließlich der Kosten des Einladen», auf 169 Wl. für die Tonne(Zentner 8 M.) festgeietzt. Die LandeSbebörden können für die Zeit vom 1. bi« 81. Juli den Preis pro Tonne aui 249 M. (Zentner 12 M.) erhöben, für die Zeit vom 1. August bi« 14. Sep- tember den Preis bis auf den vom 15. September geltenden Preis herabsetzen..... Für den Kleinverkauf durch den Erzeuger können durch dt« Landesbehörden andere Preise festgesetzt oder zugelassen werden. Einmalige Zulage für Zkriegsbeschädigte. Die ReichSregierung hat verfügt, daß den infolge KriegSbefchöbi- gung vor dem 9. November 19l8 entlassen«, Unteroffizieren und Mannschaften mit Rücksicht auf die Verteuerung aller Gegenstände des täglichen Bedarfs eine einmalige Zulage von ftmfzig Mark ge- zahlt wird. Die Zahlung erfolgt durch die Bezirkskommandos. Ss Ein Doppelgänger. Erzählung von Theodor Storrn. Sie sah mich an, und ich erwiderte nur:„Sie würden viel verändert finden!" Der Oberförster aber faßte ihre beiden Hände und schüttelte sie ein wenig. „Wach auf, Christel!" rief er.„Was wolltest du dort? Selbst unser Gastfreund hat sich ausgebaut I Bleib bei mir, wo du zu Haus bist— und um acht Tage kommt dein Junge in die Sommerferien!" Sie sah mlt glücklichen Augen zu ihm auf.„Es war ja nicht so ernst gemeint, Franz Adolf!" sagte sie leise. Als es auf der Hausühr vom Flur aus zehn schlug. brachen wir auf; der Oberförster zündete eine Kerze an und begleitete mich, wie am Nachmittage, die Treppe hinauf nach meinem Gastzimmer.' „Nun," saijte er, nachdem er daS Licht auf den Tisch gesetzt hatte,„nicht wahr, wir sind jetzt einig? Sie verstehen mich?" Ich nickte.„Gewiß: ich weiß nun freilich, wer John Hansen ist." „Ja, ja," rief er,„aus dem Staube des Weges haben meine lieben Eltern dies Kind für mich aufgesammelt: ich dank es ihnen jeden Morgen, wenn ich beim Aufftehen dies friedliche Antlitz noch neben mir im Schlummer sehe, oder wenn sie mir vom Kisten ihren Morgengruß zunickt. Doch — gute Nacht! Auch die Vergangenheit soll schlafen!" Wir reichten uns die Hände, und ich hörte ihn den Korridor entlang und die Treppe hinabgehen. Aber bei niir wollte die Vergangenheit nicht schlafen; ich trat an das offene Fenster und sah auf den Teich und auf die Wasser- lilien, die wie Mondflimmer auf seinem dunkeln Spiegel lagen; die Linden am Ufer hatten zu blühen begonnen, und ihr Duft wehte im Nachthauch zu mir herüber: eine mir un- bekannte Vogelstimme scholl in Pausen vom Wald herüber. Aber die reiche Sommernacht nahm mich nicht gefangen; vor mein inneres Auge drängten abwechselnd sich zwei öde Orte: ein verlastener Brunnen mit vermorschtem Plankiverk, der in der Nähe meiner Vaterstadt auf einem weiten Felde lag, wo vorzeiten ein Haus, eine Schinderkate, sollte gestan- den haben: als Knabe, auf einer einsamen Schmetterlings- jagd, hatte ich einst erschrocken vor ihm haltgemacht;— was damit wechselte, war das äußerste der kleinen Stadthäuser am Ende der Norderstraße, mit einem Strohdach, auf dem allezeit ein großer Hauslauch wuchs, so niedrig, daß mans mit der Hand erreichen konnte: das Ganze zum Einstürzen verfallen und so winzig, daß kaum mehr als eine Kammer und der engste Küchenherd darin Platz haben konnten. Als Junge hatte ich manchmal, von Feldstreifereien heimkehrend, davor stillgestanden und mir vorphantasiert, wie hübsch es sich in diesem Liliputer-Hause ohne Eltern und ohne Lehrer würde wohnen lassen. Später, als ich schon Sekundaner war, kam noch ein anderes hinzu: es gab oft einen Lärm in diesen engen Räumen, der die Vorübergehenden davor haltmachen ließ, und zu diesen gehörte auch ich ein paarmal. Eine kräftige Männerstimme fluchte und schalt in sich über- stürzenden Worten: dröhnende Schläge, das Zerschellen von Gefäßen wurde hörbar: dazwischen, kaum vernehmbar, das Wimmern einer Frauenstimme, doch nie ein Hilferuf. Eines Abends trat danach ein junger, wilder Kerl aus dem Innern in die offene Haustür, mit erhitztem Antlitz, über das ein paar dunkle Haarlocken ihm in die Stirn hingen. Er warf den Kopf mit der starken Adlernase zurück und musterte schweigend die Umstehenden: mich blitzte er mit ein paar Augen an, mir war, als hörte ich ihn schreien:„Mach, daß du fortkommst, du mit dem feinen Rock! Was gehtS dich an, wenn ich mein Weib zerhaue!" Das war John Glückstadt, der Vater meiner edlen Wirtin, von dem ich heute erfahren hatte, daß er eigentlich John Hansen geheißen habe. -- John Hansen war von einem Nachbardorfe und hatte seine Militärzeit als tüchtiger Soldat bestanden, wenn auch zu Anfang nur der kräftigere Arm eines Kameraden schuld gewesen war, daß er den dänischen Kapitän, der ihn „tyske Hund" geheißen hatte, nicht mit dem kuxzen Seiten- gewehr niederstach. Als aber die Dienstzeit aus und er ent- lassen war, da wollte die müßige, aber wilde Kraft in ihm etwas zu schaffen baben: ein Dienst als Knecht war nicht sogleich zur Hand, so ging er in die Stadt und gab sich vorerst bei einem Kellerwirte in die Kost. Aber dort verkehrte allerlei fremdes und hergelaufenes Volk: eine Menge Arbeiter, die bei einem Schleusenbau beschäftigt waren, hatten dort ihre Schlafstelle. Einer davon, der wegen Trunkfälligkeit aus der Arbeit gejagt war, blieb trotzdem und verzehrte und vertrank seine letzten Schillinge. Er und John hatten beide nichts au tun; so waren sie stets zusammen, lagen draußen am Deich oder saßen allein in der dämmerigen Kellerstube, und der Fremde erzählte allerlei lustige Spitzbuben- und Gewaltsgeschichten: er wußte genug davon, und bei den meisten war er selber mit dabei gewesen: aber alles war immer lustig ausgegangen. Bei solcher Gelegenheit, da sie wieder einmal weit draußen am Haffdeich miteinander im Gras« lagen, wo nur der West- wind pfiff und die Möwen schrien, überfiel den jungen Burschen die Lust, auch seinerseits«imnal den Hals zu wagen; er streckte seine straffen Arme auS und schüttelte die Fäuste, ein wüstes Feuer brach aus seinen Augen.„Zum Satan!" rief er,„hätt' man so was auch nur zu schaffen, da ehrliche Arbeit nicht zu baben ist!" Der alte.Halunke, der neben ihm lag und beim Erzählen nur über sich Wolken hatte ziehen sehen, blickte ihn von der Seite an.„Meinst du?" sagte er heimlich—„mm, Spaß würd' schon dabei sein!" John antwortete nicht: ein Trupp Arbeiter kam von draußen auf dem Deich daher. Der Fremde stand auf und sagte:„Komm, John, die kennen uns; wir wollen mit ihnen heimgehen!" -- Am anderen Nachmittage, da sich für John aber- mals die Aussicht auf einen Dienst zerschlagen hatte, lagen die beiden wieder an derselben Stelle. Der Fremde sprach nicht: John riß Grasbüschel aus dem Boden und warf damit nach vorbeisftei senden Schwalben. „Du ruinierst doch den Deich, da du sonst nicht? zu km hast!" sagte der andere lachend. John stieß einen Fluch auS.„Du wolltest mir gestern was erzählen, Wenzel!" sagte er. Wenzel sah wie abwesend auf die See. wo draußen eben ein Segel vorbeizog.„Ich?" sagte er.„WaS sollte das ge- Wesen sein?" —„DaS mußt du selber wissen; aber Spaß sollte dabei sein. So sagtest du." „Ja so! Ich weiß schon; aber es ist noch mehr Gefahr als Spaß dabei. John lachte. BfotL folat) Handgranatenexplofion bei der Verhaftung eiueS Spieler? Gestern abend wollten Mairnschaften der Alezomderkaserne in der Münzstrahe«inen Spieler verhaften. Zivilisten sprangen dem Verhafteten zu Hilfe und entrissen den Soldaten Handgranaten. Diese explodierten, wobei S Personen getötet und vier verwundet wurden. Wer ist die Tote? An der skksendrstcke wurde gestern nach- mittag die Leiche eines jungen Mädchens von etwa 18— 20 Jahren aus dem Wasser gelandet Die unbekannte Tot« ist 1,96 Meter groh. hat dunkelbraunes Haar und trug einen gelbbraunen Mantel, eine grün« Bluse, einen blauen Rock und weihe Unterwäsche. Ein Taschentuch, daS sie bei sich hatte, ist E. gezeichnet. Auhersem hatte sie ein Medaillon bei sich, daS«in männliches Bild enthält und einen Zettel mit dem Namen Glli Weber. Detmold, Bruchstrahe 2. Die Leiche befindet sich im Leichenschauhause. Radrennbahn Treptow. An den beiden Osterfeiertagen wird der Sportpark Treptow ein zweitägiges Meeting veranstalten. Am ersten Feiertag werden die am vergangenen Sonntag dem Regen zum Opfer gefallenen Flieger- und Dauervennen zum AuStrag kommen, während am 2. Feiertag ein 10 Kilomete» wnd ein Stundenrennen vorgesehen find. Für Ffieger sind an diesem Tage ein 30 Runden-Prämien fahren, ein Haupt- und ein Entschädigung�» fahren angesetzt. Tas nächst«»olkSkonzert»eS Philharmonische» Orchester« findet am Sonnabend In den Grrmania-Prachtsälen, Chaulseestr. U0, statt. Beginn des Konzerl« 8 Uhr. Dt« im Vorverkauf nicht untergebrachlen Karten werden abend« an der Kasse verkauft. Der EintrtüSpreiS beträgt 30 P>. KassencrSffnung 7 Uhr. Rechtsanwalt Geich Gohn, Berg» W 18, Buifsttsttiidauwi 125 sMeierottostr. 4) bittet um Feststellung, daß er mit dem verschwundenen Rechtsanwalt Dr. Erich Cohn aus Steglitz nicht identisch ist. Im Castno-Tbeater an allen Felettagen zwei Borstellungen, abend» '/.8 Uhr:.Vater Knolle', nachmittag« 3'/, Uhr zu steinen Preisen: »Maust sei süg». Tanentzie». Palast I Sonnabend; Nraussühnma de« vrnno-Kastner- Wim«.Die golden« Lüge'. Ein amerikanische« Blttzblld.Charit« im«e» sühlSdusel' und ein deutscher Trickfilm von Erich ttiegltch �soko der«ff«' ergänzen den Spielplan. Märkischer Wander-Klnb(gegr. IVtM. 1. ffeierwg: vaubetsahrtt Köpenick— RahnSdorfrr Mühle lTrestpunkt für Nachzügler) Köpenick,«d- fahrt: Schlcsischer Bahnhof 8.24 vorm. «rbeiter-Radfahrer-Bnud.Solidarität-, OrtSgrnPv« Perlt». I. klbteilung. 2. Feiertag: Familientour»ach Lankwitz(Lehmann. Kais er» Wilhelmstr. 29-51). Statt: 1»/, Uhr btt»temer, Bütowstr. 58.»äst« willkommen. II. Abteilung. Karst ritag: Stretfzstg« d»rch de»»rnuewald. Statt 1 Uhr. Abend« 7 Uhr: Sitzung. Am 1. Feiertag, früh 7 Uhr: gwestägig« Ttrttfzäg» durch die Dudeow. Endziel: Ausow(zur Linde). 2. Feiertag, mittag» 1 Uhr, nach Schmöckwitz(zur Palme). Sämtlich« Start»: Fontane-Promenade 18, SttzungSlokal. Gäste will- kommen._ vezirkSkonferettz der Provinz Brandenburg. Sonntag, den 18. Mai, vormittag» 10 Uhr, findet ,n Berlin im Saal 1 de» EewerkschaftShause», Engrlufer 1b, eine Konferenz der LezirkSorganisation der Provinz Brandenburg statt. Tage«. ardnunz: 1. dir politische Lage. Referent Ott» Wel». t Di« letzten Wahlen»nd der AnSban»nserrr Organisation. S.«er- fchiedeneS. Antrsts»$n Provtnzkvnfrrenz«stffe» H» 4. Mai beim vetre. tariat, Berlin, Lindenstr. Z, eingesandt werde». Der Bezirksvorstand. Wilmersdorf. Die Lanbenkownist«, der Umgegend deS Bahri. Hofs Schmargendorf protestierten in drei Versammlungen gegen das SiedlunigSprojekt am Breitenbachplatz. Mus aller well. Eine grausige Bluttat. Dortmund, 11. April. Im benachbarten Greppenbruch hat der Ivjährig« Bergmann Josef Ritter die sechsköpfige Familie des Marken kvtttrolleur» Peakmann in bestialischer Weis« er- mordet. Schon seit mehreren Tagen waren die Fensterläden der Wohnung der Familie nicht mehr geöffnet worden. Al« man schließlich gewaltsam in da» Hau» eindrang, bot sich den Eintreten- dem ein grauenhafte» Bild. Bor dem Küchenherd lag mit ein- gcfchlagerwm Kopf daS 14jShrige Dienstmädchen Lauf aus Dort- miritd. In einem anderen Zimmer fand man die Ehefrau mit durchschnittener Kehl«»nd eingeschlagener Schädeldecke. Den Ibj ährigen Sohn hatte der Mörder an einer Türklinke aufgehängt. Di« beiden 9«nd 4 Jahre alten Kinder fand man in ihren Betten al» Leichen vor. Diese Opfer hatte der Mörder in der Abwesenheit Peukmana» m der Nacht umgebracht. Als Peukmann von der Schicht zurückkam, wurde auch er von dem Mordbuben durch eine Revolverkugel niedergestreckt. Der Mörder ist geständig. Die ganze Beut« betrug Lb M, für die er sich Zigaretten gekauft hatte. kesonäers vorteildsttes brntefaeiid»»», 1 Bittet*«ob» 1 Kredera„ 1 Ausziehtisch„ 6 Stählen. zasumnen iL£350 Herrenzimmer beotohend u 1 Bibliothek 1 Sohreibtäseh 1 runden Tisch 1 Sohreibseaeel 2 Stahlen Moste il 2450 Schlafzimmer beeteband enat 1 Sahnnk mit Spiegel, Ei che 1 Wasch toüetto mit Spiegel und 2 Kachtechr&nken mit Marmor 2 Bettstellen 2 PatentbOdon* 2 Steiligon Auflegemeteeteen mit KeOUssen 2 Stöhlen 1 BandtuohhoHec m. 1875 Ständig große Ausstellung TOS OS. 300 Berreoziainern. Spelseziminern, Scblaizlnmern, WohnsaloDS, Wobozlmoern, Kflchen, Dielen etc. Ledcr-MObel- aobelln-Sota» and Sessel. HerTorntrend«ehön«, Äuf11hraos«a s einfivcnor, BoittUrer«ad M«gantMt«r Art s Teppiche/ Kronen/ Kristall I PorzsIUn. Berlin C» Dircksenstr. 31 am Bahnhof AlexanderpL, Boke Königs graben. Soeben erschienen neu in 00. Aatlage Hygiene der Ehe- Aerstllcbcr Führer für Brau«, nnd Bheleata* von Prauenarx« Or. med. Zlkel. Berlin. Ans d. Inhalt: Ueber die Frauen-Organe Körperliche Bhetauglichkelt und Untauglichkeit Qebar- n. Sllllflhigkelt Frauen, die nicht heiraten sollten I etc.— Enthaltsamkeit Ii. Ausschweifungen vor der Ehe. Eheliche Pflichten. Keuschheit od. i olygamle*? Hindemisse der Uebe etc.— Krankheiten in der Ehe. Rückstände früherer Oeschlechtskrank- heiten, Vorbeugung und Ansteckungssehutz.— Körperliche Leiden der Ehefrau. Entstehung und Heilung der weiblichen Gefühlskalte. Folgen der Kinderlosigkeit Gefahren späten Heiratens für die Frau. Hysterische AntUle etc. Bezug gegen Einsendung von 2 M. franko od. stach». durch Mediain. Vertag Dr. Scnwdter. Abt. 30«. Berlin NW 87 Möbel-Colin >« o««: firoSe Frankfurter Str. 58 1 <1 Minuten vom Aiexandcrplatz) m. norden: BadstraBe 47/48 Uhren, Gold- o. Silber- /.waren, Brillanten;. 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Die Sezirksverwaltuug. , Am 17. 4. 19 entschlief J im Baracken• Lazarett auf dem Tempelhofer Felde | nach langem, schwerem, mit Sro!?ammS45. Steinpl.4488. ,«raufe, FoachimSthalcr Str. 37.. 5096. Neukölln: Restaurant Böntng, Kottbuscr Damm 74. Moritzpl. 3612. Schöneberg: Restanrant»Zum Hirsch«, Haupistr. 112. Rollend. 2568. tsharlottenburg: Restaurant Straethnn, Kaiser-Fricdr.-Str. 29. Wilh. 6778. Prill. Knescbeckstr. 3. Stctnplatz 5334. n. verwandten Gewerbe zu Berlin. Am Montag, den LS.«pell d. X, abends 6 Uhr. findet im „Soienthalec Hof", Rosenthaler Straße 11/12, eine Ordentliche AlMMMMtUlM mit folgender Tagesordnung 1. Abnahm« der Reckmuna de» Jahres 1918 sBeri« oos Rech- nungsausschusses, Entlastung des Rechnungslegers). 2. Be- ratnng und Beschlußfassung über die Abänderung der?z2, 4. 5, 9, lu und 46 der Kossen- sagung /Beitragserhöhung). 8. Beratung und Beschlugfassung über den Beltrist unserer Kasse zu dem Berband der Krankenkassen im Bezirk de» Oberverstcherungsamts Sroß-Berlin. 4. Berschiedenes. Die Herren Bertretcr im Ausschuß werden ersucht, zahl- reich zu erscheinen. 274/8 Die zugesandte Einladung ist am Eingang oorzuzeigen. Der Vorstand. 3. TL: A. Polrln, Borsigeuder. MgllgZ'kMlleaM litt m- m sslesn- Selker z» Sttli«. Einladung Zltr onjentlieli. IliKelüiSÄtMg Sreltag. b*n Zb.VatU 1919, abend» 8 Uhr, im Reff out. tBoHlchUtgcc, Adalbertstr. 21. Tage« Ordnung: 1. Borlage der Iahresrechmmg stir da, Jahr 1918. Bericht des Rechnung»-Au, schasse« und Entlastung de» Bor- stände». 274/8 JL Bericht und Beratnug Aber dl« demnächst neu aufzu- stellende Dienstordnung für den Beschäft»fÜhrer. 3. Berschlebene«. vee- VoeAtnach, _ OeofI Ilends. Achtung! Erfahrener tüchtiger Arbeiter der Zemeuldramh- im Wie- deraufbaugediet Ostpreußen» als Teilhaber gklacht. Kleine» Pormägen erforderlich. 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Dicnftjahre sttr jede' Jahr'lK deS zur Zeil der Pensionierung bezogenen Gehalis. Die Nebernahm« besoldeter Reben ämer Ist nicht gr- stattet. Bewerbungen find di»»um 10. Mai 1919 au den miterzeichneten Stadlverordneieit-Borfleher w Königsberg L Pr., KneiphöfischeS Rathau«, zu senden. Königsberg i. Pr., 12. April 1918. Der Stadtverordueten-Borsteher. «»hn. iWfli mm-mi i s. sali Setiin W, pofabomet Str. 27a. Muster-Wohnungs-Einrichwag w tünstl. Durchsiihrang. 3 Zimmer u. Köche ivsgeiMl N. lS.?gö.- Schlafzimmer eichen gewachst, od. weiß lack. 1 Ankleideschrank m. Kristallglas M. ßvch— 2 Bettstell.ä 289,- M. SSth- 2 Patentmair.dSöM. 139,— 1 Walchtoilette m. MarmorpL M. 4SIH— 1 Toilettenspleg. 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Besonders eingehend werden die deutsch-englischen Verhandlungen über die Bagdadbahn hier zum ei sten;Male aus intimster Kenntnis heraus dargestellt Geheftet 5.— Mark Gebunden 7.J0 Mark Hierzu der Sortlmenter- Zuschlag von 10 Prozent Verlag Ullstein Sc Co• Berlin 1 1 Wirksamen Sehutz gegen Sarffleehte gewährt das Sesinfektions- und �auptheilmittel Sagrotan. abreiben der flaut naeb dem flasieren mit Sagroianlöstmg oerhindert die Uebertragnng der Krankheit. Vorrätig in Apotheken und Brogengesohä}ten sowie den bekannten Großhandlungen für Drogen und Chemikalien. 110/6* iniNUHIIINIIIMIIIiinnniMininillUUlJlllllllilllllllltlUIIIIHIIUIIHIilllllMtlllllllMlil? Schwarze Mannisbeere gehört in jeöen Gatr-ü. >ia M als Sei—, Marmelade. Wein, Lttär, alt, Sappe und Öergl. auch für den verwöhntesten Gaumen ein Hochgenuß. 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Salz- weisskohl bat aber diesen Naturzustand vollständig behalten und kann nach dem Wässern In jeder.Form genossen werden: ala Gemüse, als Schmorkohl. iritb stew usw.— Es ist ratsam, die grösseren Stücke zum Wässern auseinander zu brechen, damit das Salz besser entfernt werden kann. BOfinQil sogenannte Fassbohnen, sind der Hausfrau auch in der Zeit vor-dem Kriege bekannt gewesen. Sie sind so wie die sonst in Büchsen konservierten Bohnen entfädelt und geschnitten oder gebrochen. Sie können als Gemüse oder Salat tut den Tisch gebracht werden. Die Art der Zubereitung ist bekannt Der Vertreter kann seine Kundschaft In den meisten Fällen mit der Ware derjenigen Fabrik bedienen, die er In Friedenszeiten vertreten hat Ist eine solche unbekannt, so ist die Redakt. dieses Blattes gern bereit, Auskunft zu erteilen. Der Großhändler wendet sich, um dl; Ware In Wagenladungen ztt beziehen, an seinen Gemüsekonserven-Vertreter, der ihm mit Verkaufsbedingungen und allen sonstigen Einzelheiten an Hand gehen sann. m. Stür-mortepttg ei schranl u. Wäscheemrichtung von 9Rt 17SO.— Ott. K "Büfett, Kredenz, Tisch. 6 Ccberftilhle von Mr. 2495.- an. Küchen in allen Farben— 7tetl!g 001, Mt 575— an. Ruhebetten in prima StoffverarbeUunq sehr billig.— Aus Wunsch Zohluogoerletchtoroni! StoizRiaim Berlin SW.inn Belle-Ailiance- Str. lllu iFredyi Vprtrpfpr* M':"t.uren flr t«benimittel Q.m.b.H, Berlin S59; Curt Beuermann, Berlin W IS; Rudolf Carius. Berlin\W52; Dalibor ft ■ OIUCIUI. Möhring, Berlin C 2; Johann Dettmann, B.-Wllmersdorf; Franz Josef üfrörer, Berlin W 50; H. Hackbarth, Berlin N; 2"?. H.a,P.K' Berlin-Tempelhot; Otto Herms, Berlin NO 55; Oerhard Minschlng, NW; Ludwig Kanter, Berlin W 30; Wilhelm Kramm, Berlin NW 23; Oeor� Ricwitt, Berlin S 6t j Waller ROsler, Berlin-Wilmersdorl; August A. Runge, Berlin N S»; Heinrich Lettmann, Berlin SW; Britz Manasse, Charlottenburg; Franz Pasch, Berlin SW 29: H. Passeck, Berlin WSO; Eugen Riel, Berlin W 57; Salo Rubin, Berlin NW 23; Wilhelm Runge, Berlin C 2; Eugen Szanti, Berlin W 30; August Schönebeck, Berlin N 58; Reinhard Schwarz, Berlin W 57; 1. Sternberg, B.-Schöncberg; Wilh. Willgerodt, B.- Wilmersdorf; W. Wolffs, Berlin W; Herzberg A Co., Charlottenburg. ßrnRhÜnillpP• Max Schneider, Cöpenick, Mllggelheimer StraB«; J. Oesowskr, Berlin, Magazlnstr. 17; Wilhelm Goebel, Gr. Frank- UlUilUauUlCl. furter Str. 37; Max Häusler 4 Co, Berlin N 4. Borsigstr,34: Verein für Volksküchen, B.-Wilmerädorf; Gebr. Weigert, Berlin, Zimmerstr. 96; Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend, Lichtenberg, Rittergutslr. 16; Werner Eberlein, Berlin, Stralsunder StraBe 14; R. Schröter, Berlin SO 16, Adalbertstr. 53; Gebr. Hajesch, Berlin O, Weldenwcg 2f; Gebr. Grob, Berlin SO, Schmidstr. 5; Verein für Volksküchen, Berlin-Scliöneberg: Müller S Braun, Berlin N 54; Gebr. Cause, Berlin C. Drüdersir. 7; C. Buchhoiz, Berlin- Cöpenick: Ernst Hoffinann, Berlin-Cöpenick, Kalser-Wilhelm-StraBe; Einkaufsgenossenschaft CöpenlckerKoIonialwarenhändler in Cöpenick; Otto Schoening& Co, Berlin-Friedenau, Lauterstr. 16; Paul Brand, Berlin-Cöpenick; Einkautsgenossenschalt Pankower Leüensmittcl- händler, Pankow; Wilhelm Northe, Berlin; A'bert Müller, Berlin, Petersburger Straße: J. D. Riedel, A.-O, Berlin; Wilhelm Hankeln, Schöneberg; August Adalbert Kunze. Berlin N. 54, Lothringer Str. 8; Robert L. Liebrecht Nachf, Berlin N.54, Lothringer Str. 116; Wilhelm Sfbvwtel, Berlin O. 113. Knorrpromenade; Albert Herlitz, Berlin NO. 18, Waßmannstr. 15; Richard Retzlaff, Berlin-Cöpenick; E. Rosmalia, Neukölln; Marcuse& Orbach, Berlin. 123/7 Brunnenstr. 17, Z Eigarren$ iZigarctten» Amt Norden 2343. »0«S»S»SO»S«0 Biietpliino gebraucht, billig. Neue erftll., 10 Z. 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ES ist also den Herren der Kriegsgswinn« ganz gleichgültig, wie ihre Abnehmer die Preis« aufbringen und bei der Weiterverarbeitung auf ihre Kosten kommen sollen, wann sie nur— selbst für früher hergestellte Produkt«— die erhöhten Preis« des Lieferung«. zeitpunktes bekommen. Dabei entrüstet man sich so gern, wenn dieser heikle Puntt einmal berührt wird. Auch hier sollt« die Re- gierung in der Preisfrage die nötige Initiativ« entfalten, die die Not unseres Wirtschaftslebens erforderlich macht. Gerichtszeitung. Außerordentliches Kriegsgericht. Zu dem von uns bereits kurz gemeldeten Urteil gegen eine Anzahl Cöpenicker Unabhängiger wird uns noch mitgeteilt: In zweitägiger Verhandlung tvurd« gegen die Stadtverordneten und Arbeiterratsmitglieder Futran, Serdel, Rosenkranz, Mündt, Nawrockl, Naroschat, Stein dach, Grätz, Duhr, Dietrich, Gehloff, Karl und Artur Lautenschläger, Pieste, Rose und Wied emann verhandelt, die sich wegen Aufruhr und.Aufforderung von Personen des Soldatenstandes zum Ungehorsam gegen den Befehl der Oberen" zu verantworten hatten. In Cöpenick war am S. März der Generalstreik proklamiert worden. Da verbreitete sich unter den Streikenden daS Gerücht, in Friedrichshagen seien Kanonen zur Beschießung von Cöpenick aufgestellt. Ter Streikleiter. Stadtverordneter Futran, begab sich nach Friedrichshagen, um dort mit noch vier Delegierten mit den Truppen zu verhandeln. Unterwegs Haitz sich den Cöpenickern eine erregte Menge angeschlossen, die Futran vergeblich zurückzuschicken versuchte. Erst angesichts der in der Seestraße ausgestellten Ma- schinengowehre blieb ein Teil zurück. DaS Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats Friedrichshagen, Rosenkranz, ging zum Zahl- meister Gottschling und Leutnant RückHeim hin, wie« auf die Er- rcgung der Menge hin und bat sie. die Maschinengewehre ron der Straße zu entfernen. Nachdem beide Offiziere mit der Division »telephoniert hatten, brachten sie die Maschinengewehre in Conrads Festfäle, vor denen sich wiederum größere Mengen anfamm-Iten. Rosenkranz verhandelte nochmals mit den Offizieren und bat sie, zur Vermeidung von Unruhen die Maschinengewehre auf dem Rat. Hause abzuliefern, wo sie dem Bataillon am nächsten Tage wieder zur Verfügung ständen. Dies geschah. Vorher war bereits von der aufgeregten Menge ein Maschinengewehr in den See ge- worse» worden. Am Bahnhof war Major Kuhnt stationiert, der den Befehl erhalten hatte. Spartakistenzüge, die von Frankftirt a. O. in An- marsch seien, aufzuhalten. Zu ihm begaben sich Futran, Rosenkranz und Mündt, um chm mitzuteilen, daß wegen der Besetzung des Bahnhofs große Erregung herrsche. Futran bat den Major, einen anderen Ort zu wählen— Erkner z. 50.—, von wo aus die Cöpe- nicker Arbeiter sich nicht bedroht fühlen konnten, und ein Geschütz, j das am iBahnhof aufgestellt war, ebenfalls dahin zu bringen. Kuhnt ! setzte sich mit seiner vorgesetzten Behörde ins Einvernehmen, die den ! Vorschlag ablehnte, da in Erkner bereits andere Truppen abgesetzt i waren, ffun schlug Futran vor. zur iveruhigung der streikenden �Arbeiterschaft die Waffen abzugeben und sie bis zum l nächsten Tage unter Bewachung im Rathaus aufzubewahren. Dies lehnte der Major ab, da er den Vorschlag als einen Versuch auf- i faßt«, die Truvpen unter allen Umständen wehrlos zu machen. Zeuge Zahlmeister Gottschling hatte den Eindruck, daß eS Rosenkranz ernst damit war, Blutvergießen zu vermeiden und daß sein Handeln vernünftig sei. Der Leiter der Friedrichshagener Polizei Vogt hat seit Beginn der Revolution mit Rosenkranz zusammengearbeitet und konnte ihm nur daS beste Zeugnis ausstellen. Zum Schluß hielt Futran eine längere Verteidigungsrede, in der er mehrmals vom Vorsitzenden unterbrochen wurde. Er habe in zahlreichen Versammlungen stets gegen Gewaltanwendung gesprochen und habe jeden einen Lumpen genannt, der Gewalt anwenden würde. Angesichts der erregten Stimmung, in der ein unvorsichtiger Schuß zu unabsehbaren Folgen führen konnte, habe er sich für verpflichtet ge kalten, alles zu versuchen, um Zusammen- stoße zu vermeiden. Selbst wenn er heute auf Jahre hinaus ins Gefängnis gehen müsse, würde er mit ruhigem Gewissen schlafen können, wa»er nicht tun könnte, wenn er damals nicht nach ! Friedrichshagen gegongen wäre und st» daS Blutvergießen ver- hindert hätte. DaS Gericht sah in der Urteilsverkündung als erwiesen an, daß eS sich um ein« planmäßige Zusammenrottung handle, die die Entwaffnung der Regierungstruppen, unter Fuhrdung IutranS, [ zum Ziel hatte. Außerdem hätten die Angeklagten gegen den§ S ! des Belagerungszustandes verstoßen. Ohne daß das Gericht auf die BeweiSanträge der Verteidigung, Vernehmung von Scheidemann und Paul Hirsch und Untersuchung des Geisteszustandes des Mündt, eingegangen wäre, sind die Angeklagten Futran und Mündt zu je 2 Jahren Gefängnis, die Angeklagten Seidel und Rosenkranz zu je 1 Jahre Gefängnis verurteilt Wörde» Die übrigen Angeklagt«, wurden freigesprochen. Die Vorfälle in FrirbrichShagen vom 6. März d. I. führten lö Einwohner von Friedrichshag«, und Cöpenick vor das außer- ordentliche Kriegsgericht des Landgerichts II, darunter einen Stadt- verordnetem von- Cöpenick. Ingenieur Futran. Diesor war Leiter des Generalstreiks in Cöpenick. Da befürchtet wurde, daß sich größere Züge nach Berlin zu in Bewegung setzen oder größere Ausschreitungen entwickeln könnten, waren an der Seestraße m Friedrichshagen nach Cöpenick gerichtete Maschinengewehre auf» gestellt. ES hatte sich das Gerücht verbreitet, daß einige hundert Spartakisten von Cöpenick anmarschieren würden. Auf der anderen Seite verbreitete man in Cöpenick, daß das Militär auf die streikenden Arbeiter schießen wolle. Auf dem Bahnhofe in Friedrichshagen waren Kanoi»en aufgestellt gegen aus Frankfurt vormutete Spartakisten. Futran begab sich am Nachmittage mit mehreren Mitgliedern der Streikleitung nach Friedrichshagen, weil er, nach seiner Angabe, ftirchtete, daß tvegen der auf Cöpenick gerichteten Gewehre die Arbeiter unruhig werden würden und er deshalb die Zurückziehung dar Gewehre erreichen wollte. Auf dem Weg« dort» hin schloß sich ihm ein Teil der übrigen Angeklagten an. Uober die Verhandlungen mit dem am Bahnhof stationierten Major Kühn und dem Detachement, das die Bahn besetzt hatte, gingen die An- sichten sehr auseinander. Major Kühn bekuni«t« vor Gericht, daß er dem Futran gesagt habe, er habe nur seinem ihm gegebenen militärischen iöefehl Folge zu leisten, trotzdem habe Futran immer eindringlicher auf Fortschaffung der Maschinengewehre und Ka-- nonen gedrängt, so daß er angesichts der Menschenmenge, von ivekchar sogar e« Maschinengewehr in den Müggelsee geworfen worden ist, dies als Drohung empfunden habe. Demgegenüber blieben Futran und die anderen in erster Reihe im Frage kommen- den Angeklagten dabei, daß es sich um keinerlei Drohung, son- dern nur um eine Warnung gehandelt habe, um unnü'jje« Blutvergießen zu vermeiden. Wäherud Major Kühn. nichr nachgegeben, haben aber die Führer des Detachements die Maschinengewehre abgeliefert, welche auf das Rathaus geschafft wurden. Dort hatte der Angeklagte Rosenkranz, Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats, die Aufficht. Er hat die Waffen am folgenden Tag« wieder zurückgegeben. Wegen bieleS Vorfalls beantragte Staatsanwalt Z o r n o w gegen den Angeklagten Mündt 5 Jahre, gegen Futran 4 Jahre, gegen die Angeklagten Rosenkranz u,ch Seidel je 2 Jahre Gefängnis, und Freisprechung gegen die übrigen Angeklagten.— Die Rechtsanwälte Bahn, Borheim, Justizrat Dr. Werthauer und Justtzrat ChodzieZner traten den Darlegungen des Staatsanwalts in längeren juristischen und tatsächlichen Ausführungen entgegen. DaS Gericht hat, wie der Borfitzende bei der Ilrteilsbegründung hervorhob, eingehend die Frage erwogen, ob die hier fraglichen Truppen als Mitglieder der bewaffneten Macht anzuselien seien und hat die Frage bejaht, weil die Regierung, die doch tatsäch- lich die Gewalt ausübe, die Truppe aufgestellt bzw. die Aufstellung genehmigt habe. Nach Ansicht des Gerichts sei eS den Angeklagten lediglich darauf angekommen, die Truppe zu entwaffnen und sie im Sinne des§ 112 St.G.B. anzureizen, dem iöesehle des Oberen nicht Gehorsam zu leisten. DaS Urteil lautete gegen Futran und Mündt auf je 2 Jahr«, gegen Seidel und Rosen- kränz auf je I Jahr Gefäugn«». Alle übrigen Angeklagte u wurden freigesprochen._ Der Buchdrvckereibefitzer Kiellug war seinerzeit in einem Strafprozeß beschuldigt, daß er Lebens- mittellarken, deren Druck ihm oblag, unbefugt vetwerict und auch Lohnerhöhung für seine Angestellten mit dem Hinweis abgelehnt habe, daß diese sich ja Lebensmittelkarten aneignen und vertreiben könnten. Herr K. hat daraufhin gegen sich selbst ein Strafvcr- fahren beantragt. Dieses ist jetzt von der Staatsanwaltschaft ein- gestellt worden, weil sich kein Anhalt für die Richtigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen ergeben habe. Bekanntmachung. Ocrteilana aoti gctroitneten«emfifra, (et ftitdNscher«ofsich». nümltch oon gchrotfneteai w-Ihkohl. Nottohl. wlrstugeohl. ntoljrrflbcn. Spinal nnb Zwiebeln. Gemäß§ S der Beiordnung Uber Lebensmittelkarten vom M. Oktober 1918 rolrd für den Gemeinde bezirk der Stadt Berlw folgende« bestimmt: 1. Auf Abschnitt 7 der Berltnee Sejnfltfortt entsagen 390 Gramm and zwar SSO Gramm getwikneter Weißkohl In vrrbttttmng mit 100 Gramm getrockneten Rotlohl oder 100,. Wirsingkohl oder 100,, Mohrrüben oder 100,. Spinat oder. 100,, zwiebeln. Ob Rotkohl, Wirsingkohl, Mohrrüben, Spinat oder ftwiedeln aboegeden werden, bestimmt sich nach den in den Kleinhandel»- geschliiten vorhandenen Beständen, sin Anspruch auf eia« bcfUmmtc Sorte dieser OcmOfenrlen befiehl nicht. Die Abgabe der lOO Gramm Rottohl oder Wirsingkohl oder Mohr- rüden oder Spinat oder gwiebeln kann nur zugleich mit der Abgabe von SZO«ramm g-trockaete» Weißkohl erfolge». Der sileinhandcl»hijchm>rei» beträgt: für 290«ramm W-ißiohl.... 195 SO. ,100. Rottohl..... 0,50, .100. Wirsingkohl... 058, ,100, Mohrrüden.... 050, ,100, Spinat..... 1,—, ,100, gwiebeln..... 053» 2. Der rote Abschnitt.Groß Z' ist in den durch ein Au». hiingeschiid»verlaus na» Trottengemiise, hergestellt anter staatischer«nsstchi ans Berliner Bctugofarie" gekennzeichneten Geschäften gegen Empfangsbescheinigung ab- zuliefern und zwar am Sonnabend, den Ib., Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 28 April d. 3. Nachträglich« Anmeldung sindet nicht statt. Es ist unzulässig, die«artenadschnitte in Geschäften abzugeden. in denen gegebene Gemeindebeschlutz. Auf Grund de» Z Z de« de» Gesene» vom' usschli öffentlicher, ausschließlich zu ll de» siommunalabgabeug! > Gesetze» vom>8 März SS w der 9. Marz 81, betr. die Errichtung rtenadfchniti da» oom Magistrat___ ist. Geschäften, die nicht nd, ist die Annahme von an»- benutzender Schlachthäuser, de» setze»»am lt. Juli 9Z und de» 14 de« Gesetze», betri die Ausführung de» Schlachtvieh» und Fleischdeschaugesetzc» oom 28. Juni 1902, wird hiermit festgesetzt, daß vom 1. April 1919 ab für die Untersuchung de, oon anßer- halb eingeführten frische» Fletsche» an Gebühren in Berlin er- Hoden werden sollen: für 1 Rinderriertei........,,.. IM Bt , 1 sialb 0,70, , 1 Schaf..........;.... 050, , 1 Schwein, einschließlich Trichtnenschaugebühr 1,75, ,1,»hne, IM» , 1 Stück zndereueten Fleisch�,...... OM, Di« Gebühren für die auf Grund de» g 3 de. Preußischen Aussührclngsgeietze» oom 28. Juni 1902 erfolgende Untersuchung de» au, einrm andern deutsche» Bundesstaate oder den Kahm- zoüernfchen Landen hier eingeführte» zubereiteten Fieifchs» von Schweinen und Wildschweinen betragen oom 1. April 1919 ab: für 1 Stück Speck..... 050 3». jede» sonstige Stück Fleisch 0.80, sen aas Antrag de» Magistral» oon der Stadt- verordnetenversammlu», zu Berlin.n»er Sitzung oom 20. Februar 1919. Bon dem Herrn Oder. Prästdenten stir dl» Reit oom L April 1919 M» SL März 1920 genehmig« am 27. Mär, 1919. MasUtrnt ron Berlin. * DACH STEIN- Maschine für Handbetrieb AM B I Abi« n Charloftenborg 9. im Besitz de» Aushängeschilde» startenabschnitten verboten. 3. Die Ztletnhandel�eschäste haben die oon ihnen au» genommenen siarienabschnitte an eine» der ihnen bekannt- gegedmen Großhändler bi» zum 25. April 1919 einschließlich abzuliefern. Zeder»leinhäudler mtjfe, sobald die Ware zur Stelle ist, mit dem Berkaus beginnen nnb die» durch Anschlag anzeigen. 4. Da» städtische Trockengemüse wird nicht vor dem 35. April ausgegeben. Vor Ankauf im Handel destndiicher minderwertiger Ware wird gewarnt. Berlin, den 1«. April 1919. Magistrat. Abteilung für Obst- und Gemüseversorgung. Zeichen«489.«em.V./lg._ Runge._ Jn Aehleaöorf(Wannfeebahn) wird größere» Terrain mit alten gut tragenden Obstbäumen(Odstpiantage mit gutem Boden in alter Kultur) in einzelnen Parzellen von 200 lURuten an, billig stir 100 M für die □Ritte, bei'/« Anzahlung ausverkauft. MT* Beste stapitalsanlag« I"H» Nähere Auskunft, auch Pläne einzusehen, bei Lahlei»& Oehlrich.®. m. b. y.. Berlin W 9, Äukstr.«. 1797®* Nicht Fürsten, Krieger u. Diplomaten| stehen im Mittelpunkt dieses Werkes, sondern das arbeitende Volk! Ludo Moritz Hartmanns Weltgesehiebte in gemomyerstindlicher Darstellung beginnt soeben zn ersctirinm. Verlangen Sie ausführliche Ankündigung durch eine Buchhandlung oder vom Verlag Friedrieb Andreas Perthes A.-Q. Gotha. 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Prof. Dr. MENDELSSOHN* BARTHOLD Y, WOrzburg „Die Demokratie In England44. 6. Mail Prot. Dr. BONN, München; «Der demokratische Gedanke In Amerika44 9. Malt Prot. Dr. Paul LENSCH: „Die Demokratie der 3. Republik44 13. Mall Prot. Dr. ROhLMANNi „Demokratische Rechte nnd Pfllchtei In der Schueiz44 16. Malt Prof. Dr. HOBTZSCHi ,Jöie Versuche der Demokratlslernni des alten Bnßland44 7*� Uhr BtSttancrsaal. 20. Mail Graf CZUHNINl „Grofidectsche Politik nnd demokratischer Gedanke44 BcchsteUtsanl. 23. Mali ProL Dt. MAKES t „Die anstrallscbe Demokratie44 27. Malt Dr. Walter SCHOTTE> „Die Internationale Staatendemokratie44 Aboancmeats t MX 35, 28, 20, 12(ab Mittwoch). r/jUho BechstelBsaa]. Sonnabend, 10. Mai, Vh Uhr; II. lilederabend Bach-Wolf- Abend GERDA FRIEDBERG An Klariert CARL FRIEDBERG Karten 6, 4, 3, 2 M. Kart t ob. Veranst. b. Bote ft Bock, Wertheim. Kaitee u. Konditorei Prager Platz Am Prager Pinta 4 a. • Eigene Konditorei• lab.: J. Erber, Wiener Küche— r-Tee Kapelle van Sitten nachmltt u. abds. In- u. ausl. Tagesbl. I. groß. Autw. SetrkebsrSte fn Württemberg. Aus Stattgart wirb gemeldet: Hm 1«. April fand im ArbeitSminifterium eine Sitzung von Unternehmern und Arbeiter- Vertretern unter Vorsitz deZ HrbeitSmimsterS Schlicke statt, die sich mit der gesetzliche» Einführung von BetriebSrSte» befaßte. Ein Gesetzentwurf, der die Rechte und Pflichten der Betriebsräte festlegen soll, tUirde vom Arbeitsminister in Aus- ficht gestellt. Unternehmersabotage. Breslau, 17. April. Wie die.Breslauer Zeitung' Meldet, Hecken die zufammenk�rufenen erreichbaren Mitglieder des Auf- fichtsrats der Bisinarckhütte beschlossen, nachdem die Arbeiter- schaft den Generaldirektor Thiele und Direktor Höhren abgesetzt hat, den Vorstand zu ersuchen, alles für ein« unmittelbare Schließung der Werke vorzubereiten, da sie sich unter diesen Ilmflönden gegenüber den von ihnen vertretene» Interessen außer- stände sehen, die Verantwortung für eine» weiteren Betrieb der Werke zu tragen. Wenn sich die Meldung bewahrheiten sollt?, so erwarten wir auf das bestimmteste, daß die Regierung Maßregeln trifft, das Werk aufrechtzuerhalten. Die von dem Aufsichtsrat der- treteuen Interessen scheinen sich wenig mit denen des Volks- ganzen zu decken, da dieser sich nicht scheut, aus einer Per sonenfrage eines jener Machtspiele zu machen, das Arbeits- mederlegungen größeren Umfanges leicht nach sich ziehen kann Busfthreitungen in Gbersthlesien. Beuthen(O.-Schl.), 17. April. In Kochlowitz kam es gestern zu wüsten Ausschreitungen und Plünderungen. Etwa verzig Mann erschienen vor dem Gemeindehaus und verlangten mehr Lebensmittel, besonders Kartoffellieferung. Da die» nicht uiöglich war, rottete» sich gegen dreitauisend Personen zusammen und begannen einen Raub- und PlünderungSzug durch den Ort. Mehrove Geschäfte wurden total ausgeplündert. Ge- meindevorräte an Bekleidungsstücken im Werte von 70 000 M. w-u-r- den entwendet. Hindenburg, 17. April. Entsprechend der Syrnpathl«- streikproklamation der Kommunisten find die Graf- Franz-Grube und die Wolfgang-Grube heute a u S- st ä n d i g. Auf der Donmersmarckgrube wurde dagegen gearbeitet. Auch die K l e o p h a s g r u b e ist noch ausständig. Kattowitz, 17. April. Die Belegschaft der Grub« KleophaS drang in das Bureau des Bergtverkdirektors Jüny»«in und führte ihn unter Anwendung von Gewalt nach dem Zechenhaufe, wo ihm die Forderung nach Lohnaufbesserung und reichlicherer Versorgung mit Lebensmitteln gestellt wurde. die Hefahr üer Hinftelluag ües Zugverkehrs. Eingeschränkte Aufrechterhaltnng des Verkehr?. An zuständiger Stelle erfahren die P. P. R.: Di« Blätternotiz, wonach infolge des durch die Streik» hervorgerufenen Kohlenmangels schon in den nächsten Tagen mit der völligen Betrieb»«,». st e l l u n g der Eisenbahnen zu rechnen fei, hat in dieser Form weitgehende Beunruhigung in das reisend« Publikum hinein- »getragen. Es kann jedenfalls keine Rede davon sein, den Verkehr a u f a l l e n Linien mit einem Schlage stillzulegen. Die Staats- Mm sn innerhalb der Bezirke der einzelnen Eiscnlxchndirektionen sind solveit noch mit Kohle versorgt, daß eine allerdings st a r l e i n. geschräkte Aufrechterhaltung de» Verkehrs sich wohl noch bewerkstelligen ließe. Zumindest würde das für die Durch. führuug der Lebensmittel und KohlentranZporte unbedingt gelten, die selbstverständlich im äußersten Falle den Vor- rang vor dem Personenverkehr hätten. Wenn einzelne Eisenbahn» dirertionen, wie die Frankfurter, mit einer demnächstigen Ein- stellung zu rechnen glauben, so könnt« es sich dabei höchsten» um lokal begrenzte Schwierigkeiten imierhölb de» be- ! reffenden DirektionSbezirkZ handeln. Es ist ferner auch zu berücksichtigen, daß die Staatsbahnen ja nicht nur ausschließlich vom Ruhrrevier, sondern auch von anderen Kohlengebieten her be- liefert werden, so daß man also annehmen darf, eine fiir das deutsche Volk so verhängnisvoll« Maßnahm« wie die gänzliche Ein- stellung des Zugverkehrs doch noch unigehen zu können. Gipfelkuisst wie die„Penthesil«," bedarf zur vollen AuSwir- kung nicht nur der andächtigen Versenkung; sie will durch häuS- liche Lektüre vorbereitet sein. Haiien die Besucher der Volksbühne stets die Mutze und Gelegenheit dazu? Wird nicht der Spielplan der Bühne— mag jedes einzelne Stück für sich vortrefflich fein — allzu literarifch-unvolkstümlich? Dies« Gedanken kamen mir in der F-roschperspektide des Zuschauerraums, wenn die Kampf. izenen die Vergängkichkeiten auch diese» Werks dmtlicch werden liehen. Die Sgene gibt ihm Farbe und Leben, aber sie läßt auch manches Tiefe im Wortgeflatter vorüberhuschen. DaS Bühnen- bild— eise wellige Landschaft init den kräftigen Vertikalen zweier Felskegel— war einheitlich, nur durch tue Beleuchtung wurde der Stimm-ungÄvechsck nuanciert. Anmutige leichtgeschürzte Amazonen belebten in fchönsn Gruppen die Laildschaft. Die Pentbestlea war Mary Dietrich, die auserkorene kund bereits im Deutschen Theater erprobte) Dar- stellerin der Rolle. Fn der Erscheinung glich sie— rank und schlank — einer Praxiteleischen Amazon«. Die ganze seelische Differenaie- -rung vom wildesten Haßausbruch bis zum holdselig«, Liebesspiel und zur verklärten TodeSsehnsucht war in ihrem Bereich Herrlich war ibre Sprochkunst. Ihr gehören alle Erlebnisse de« Abend». Der Achill des Herrn Stah I- N a chba u r fiel daneben ab; es war der starke Rufer in. Streit, aber nicht des Ideal einer Penthestlea. Wunderlieblich erblühte die Liobeöszen«, die die ganze Schönheit der Dichtung verkörperte._— r. Notizen. — Gegendie Angriffe auf Breuer. Die stark be- suchte Jahresversammlung der Berliner Ortsgruppe de» Schutz« Verbandes Dcuticver Schriftsteller hat sich mit den gegen den Der- band»- GeschästSiührer Robert Breuer gerichteten Angriffen be- ichästigt. Nach eingehender Prüfung durch den gesain, en Vorstand wurde festgestellt, daß die erhobenen Vorwürfe durchaus unbegründet find. Die Versammlung sprach dem Angegriffenen einstimmig das Vertrauen und den Dank für seine GeschäklSsührung nuS. — Theater. Im„SchauspielhamS' gelangt Shakespeares Tragödie.Coriotan' in neuer Einstudierung»nd Inszenierung am 29. April zur ersten Aufsührung. Die Titelroll« ist mir Theodor Becker und Otto SommsrSiorff doppelt besetzt.— Die Erstaufsührung von Robert Overweg«„Kümmelblättchen* im.Kleinen Theater' ist auf den 23. April festgesetzt. D i e FrühjahrS-Aus stellung der Berliner Sezession wird Ende April eröffnet werden. Die Ausstellung wird insofern eine neue Gestaltung bekommen, als der große AuS> stellungSsaal von IS Mitgliedern der Ber.iner Sezession in seinen weiten Fläcken ausgemalt wurde und im übrigen nur zur Aufnahm« der Plastik dient. Sonst ist die Ausstellung diesmal den zeichnenden Künsten gewidmet. — Die Grundgesetze de S moderne« Kunst- tauzes wird Dr. Frank Thieß am 22. April im Blüthuerfaal ent- wickeln. Der Generalstreik der Angestellten. Die Streiklage darf noch imnker als äußerst gespannt gelten. Die Angestellten halten an ihrer Forderung des Mit- bestimmungsrechts energisch fest, während die Unternehmer von einem solchen bei Einstellungen nichts wissen wollen. In der gestrigen Versammlung der Obleute wurde nach langen Verhandlungen beschlossen, der gewählten Verhandlungskom- Mission aufzugeben, daß der Vorschlag deS Generaldirektors Brückmann als das mindeste durchgesetzt werden müsse. Zu- gleich soll bei den Verhandlungen die Forderung nach wie vor sein, daß die Bestimmungen des zukünftigen Vertrages über das Mitbestimmungsrecht so lange Geltung haben sollen, bis eine gesetzliche Regelung eintritt. Auf dieser Basis müßte eine Einigung möglich sein, wenn dazu auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden ist. Unter keinen Umständen darf der Streik eine Verschärfung insofern erfahren, als'die gemeinnützigen Betriebe von ihm erfaßt werden. Der Wille der Zentralstreikleitnng war ja auch von Anfang an, diese Betriebe von dem Ausstand zu verschonen. Denn das wissen wir, daß eine noch so berech- tigte Bewegung an Sympathien einbüßt, sobald durch fie die. Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, die Krankenpflege usw. in Mitleidenschaft gezogen wird. Heute nachmittag um 4 Uhr findet im ReichSnrbeikSnnwstemnn eine Sitzung statt, an der fünf Vertreter der Angestellten und fünf Vertreter der Unternehmer der Metallindustrie teilnehmen werden. Man darf bi» zu einem gewissen Grade die Zuversicht hegen, daß e» hierbei zu einer Einigung kommen wird. Die Versammlung öer Obleute. Wir berichteten bereits in der gestrigen Abendnummer de» .Vorwärts' über den Verlauf der Obleu te-Verfammlung am gestrigen Vormittag. Von der Zentralstreikkeitlmg wird mt» hierzu noch folgender Bericht überfandt: Die gestrige Versammlung der Obleute sämtlicher streikenden Branchen hatte sehr schwerwiegende Entschlüsse zu fassen. Zunächst berichtete Aufhauser über die am Mttwoch statt- gefundenen Verhandlungen vor dem Dollzugsrat mit dem Arbeit- geberverband, worüber bereits gestern in den Zeitungen berichtet wurde. Er brachte zum Ausdruck, daß die Streikleitung sich in der zusammenzutretenden Kommission, welche über das Mitbeftim- miingKrecht bei Einstellungen verhandeln solle, beteiligen wird, daß aber darin nicht eine Schwäche zu erblicken sei, sondern daß die Zentralstrei klei tnng wie überhaupt die Angestelltenschaft sich durch- aus der Kraft bewußt fei, die ihr innewohnt und die b-is heute von Tag zu Tag gewachsen s-ei. Büchel vom VollzugSvat forderte die Angestellten auf, aus- zuharren in ihrem Kampfe und ließ dabei die Versammlung nicht im ZweifÄ darüber, daß e» sich nach seiner Meinung bei dem ganzen Streik um eine Machtfrage handele und � daß gerade darum die Angestellten fest bleiben mußten. Nach langen Verhandlungen, die bi» west in de» Nachmittag hinein währten, wurde schließlich beschlossen, der BerhandlungS» wmmission aufzugeben, oaß der Vorschlag des Generaldirektors Brückmann unter allen Umständen als iiündestes durchgefetzt werden solle. DeS weiteren wurde erneut festgesetzt, baß bei den Ver- Handlungen die Forderung nach wie vor sei, daß die Destiimnungen de» künftigen Vertrages über da? MtbeftimmungSrecht so krnge Geltung haben sollrn, bis eine gesetzliche Regelung erntritt. Fn die Kommission wurden gewählt die Herren Rothe, A. M. Schmidt, Thiel, Bublitz, Aufhäuser. Im übrigen kam in der Versammlung in sehr starkem Maße zum Ausdruck, daß die Angestellten unter allen Umständen gewillt sind, auszuharren bis zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Unter anderem erklärte Kuligk von den Ma- gistratsbeamien, daß sie sich durchaus zur Verfügung der Zentral- siweikleitung halten. Sie wurden restlos in den Ausstand treten, sobald es von dort verlangt würde. Au» der Versammlung heraus wurde der Antrag gestellt und ai�enommen, den«llgrmeineu Angcstelltenstreik noch zu verschärfe«. De» weiteren kam in der Versammlung vielfach ein Protest zur Geltung gegen die Haltung der bürgerlichen Presse. DieSbezüg- lich wurde folgende Entschließung angenommen! .Die am 17. April 1919 in Haverlands Festsälen versammelten Obleute aller Betriebe erheben entschiedenen Protest gegen die Schreibweise der bürgerlichen Presse zu dem Kampf der Auge- stellten für das Mitbestimmungsrecht. Als geradezu unverständlich muß besonders die Haltung de».Berliner Tageblattes' und der Ullsteinpresse sowie seiner Gesinnungsfreunde bezeichnet werden, an- gssichtS der Tatsache, daß die Forderung nach der Demokratisierung der Betriebe ein Anspruch der bürgerluheu Demokratie seit vielen Jahrzehnten immer gewesen ist. Wenn diese Blätter die Bewegung der Berliner Airge stellten- schaft jetzt damit zu zersplittern suchen, indem sie ihr« Spalten durch Fälschungen und Verdrehungen der Wahrheit die Ange» stelltenschast ins Unrecht zu setzen versuchen; wenn sie weiterhin, wie eS jetzt geschehen ist. die Geschlossenheit der Angestellteuschost dadurch verwirren will, daß wider besseres Wissen behauptet wird, daß die Bewegung sich politische Ziel« zu eigen mache, so erklären die Obleute, daß sie sich durch solch schmähliches Vorgehen nicht be- irren lassen werden nnd mit allen Mittel» dafür Sorge trogen wollen, baß die Angestelltenschaft die Konseguenzen aus diesem Verrat ihrer gerechten Sache ziehen wird.' T-te Beamten der Brandenbgrgischen Kreis-Elektrizitätswerke erklären sich in einer Resolution mit den im Ausstand befindlichen Kollegen vollkommen solidarisch und stehen im äußersten Notfall voll und gang hinter denselben. Wir haben, so heißt eS in der Entschließung, m unserem Betriebe das Mitbestimmungsrecht erreicht. Die Angestellten weifen auf die unabsehbaren Folgen, die die Still- lcgung unseres Betriebes haben würde, hin. Z. B. würde die Volks- eruährung, die drahtlos« Telegraphie und somit der ganze Uebersee- verkehr stillgelegt werden. Trotzdem halten wir im äußersten Not- falle die Solidarität aufrecht. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Genosse Büchel teilt unS mit, daß seilte Aeußerungen über die GaS- und Wassersperre mißverstanden worden seien. Er habe sich nämlich wörtlich so ausgedrückt:„Die Absperrung vcm Wasser, GaS und Elektrizität sind auch Kampfmittel der Arbeiterschaft, die aber nicht ohne weiteres angewandt werden können. Es gibt aber noch andere Mttel, den Kampf zu verschärfen, wenn die Unternehmer nicht nachgeben.'— Damit wird auch die Kritik, die wir an jene Ausführungen knüpften, hinfällig. Da? Mitbestimmungsrecht der Angestellten bei der Hochbahn. Wie berichtet wird, haben auch�die Angestellten der Hochbahn in einer am 16. d. M. stattgefundeneii Versammlung zur Frage des Mitbestimmungsrechts Stellung genommen. In früheren Verhand- luugen mit der Direktion hatte sich diese bereit erklärt, vor Aus- spruch einer Kündigung den Angestelltenausschuß zu hören und dieses Zugeständnis in einer vor Beginn der Versammlung dem Angcstelltenausschuß zur Kenntnis gebrachten Entschließung dahin erweitert/bis zum Erlaß eines Neichsgesetzes betreffend das Mit- bestimmungsrecl't der Angestellten, das ja nach den Zusagen der Regierung in Kürz« zu erwarten ist, Kündigungen und Anstellungen von Beamten nicht vorzunehmen, Die Versammlung ist hiernach zu dem Beschluß gekommen, daß fie im Einvernehmen de» Umge- stelltenausschuffe» mit der Zentral streikleitung im Interesse der werktätigen Bevölkerung Groß-BerlinS von einer Arbeitseinstellung absieht. Sie sprach aber den im Kampfe um das Mitbestimmungsrecht befindlichen Angestellten ihre volle Sympathie aus und wünschte ihnen vollen Erfolg ihrer Bestrebungen. Gleichzeitig wurde von der Versammlung beschlossen, die im Streik befindlichen Angestellten auch finanziell zu unterstützen. Achtung, Siemensangestellte! Die Direktionen der SiemenS-Schuckertwerke, G. in. b. H., und der Siemens u. Halske A.-G. fordern die Kollegen auf, durch Ein- schreibebrief die Arbeiiswilligkeit zu versichern. Der Zweck dieses Justrats liegt, da nicht nur die Metalliudustmllen, sondern auch die Baukfirmeu mit dyn gleichen Machenschaften arbeiten, klar aus der Hand. Die Arbeitgeber brauchen Zahlen für die Oessenttich» feit. Tie Streikleitung erwartet mit Ruhe die Publizierung des Ergebnisses der Arbeitswilligenmeldungen seitens der Direktionen und weist hierdurch nochmals auf das Abstimmungsergebnis vom 10. d. M. hin, wonach die Ablehnung des Schiedsspruches mit über- wältigender Mehrheit beschlossen wurde. Diese Abstimmung war geheim I Die in der Vollversammlung aller Siemensangestellten im ZirlitZ Busch am 12. d. M. einstimmig angenommene Resolution muß der Oeffentlichkeit und auch unserer Firma das richtig« Stim- mungsbild zeigen.— Die Firma, oder wohl richtiger bezeichnet, besonders tüchtige Oberkollegen, greifen neuerdings zu einem neuen Mittel der Stimmungsmache, welches verdient, veröffentlicht zu werden. In mehreren Lokalen werden von Borstehern mit Ver- trauenSleuten Stammt i schsi tzunge n abgehalten, um dort gegen den Streik zu agitieren. Die Streikleitung kann allen Kollegen nur empfehlen, Einladungen zu solchen Bierabenden nur recht rege Folge zu leisten, um dadurch das Ergebnis dieser Agitation illusorisch zu machen. Die am 16. April im Restaurant Barchel. Haselhorst, versam- melten Angestellten deS Kabel- und Metall Werks der SiemenS-Schuckcrt-Werke G. m. b. H� heißen die Entschließuing und Proklamierung des Generalstreiks durch ihr« Obleute gut. Sie sind festen Willens, weiter zu kämpfen, bis die Forderungen be- treffend des Mitbestimmungsrechts und vorherigem Zustimmung�- rechts bei Einstellungen, Kündigungen und Enttassungen, sowie in allen Fragen deS Arbeitsverhältnisses ohne jede Wortumstellung er- rungen find. » Die tägliche Meldung in den einzelnen SlreikauSschüssen fällt am Karfreitag sowie am ersten und zweiten Feiertag fort. Am Sonnabend, den 19. und am Dienstag, den 22. d. M. sowie an den darauffolgenden Tagen sind die StreikauSschüss« zur Entgegen- nähme von Meldungen wieder geöffnet. Auch müssen an diesen Tagen dir erforderlichen Streikposten gestellt werde«. Der Zentral- streikauSschuß des SiemeuSkonzernS. Zum Streik der Bankbeamte«. Von der Streikleitung geht miS ein längere« Schreiben zu, in dem die Entstehungsursachen und die iFiel« der Bankbewegung dar- gestellt werden. Ter Streik war zunächst als ein Sympathiestreik für die Beamten der Darmstädter Bank gedacht, denen durch lleber- nähme der Arbeiten durch die Beamten der nunmehr ebenfalls in den Ausstand getretenen Danken In den Rücken gefallen werden sollte. Die Direktoren hatten an der Hinderung einer ruhige» Streikentwicklung großes Interesse; ihre Veröffentlichungen in der Press« bedeuten eine Irreführung der öffentlichen Meinung, da in der Frage de» Mitbestimmungsrechts von ihnen keinerlei Kon- Zessionen gemacht wurden; obwohl diese sich lediglich aus Dienst- und AnMstelltenangelegenheiten erstrecken sollten. Auch vom Tarif. der sich auf Personen der Gehaltsklassen von 4200 bis 1b 000 Mk. beziehe, könne nicht abgegangen werden. Künftig müsse verhütet werden, daß unfähige Personen lediglich aus Grund ihrer guten Beziehungen in leitende � Stellungen zum Schaden der deutschen Volkswirtschaft gelangten. Vollv ers ammlung. der Angestellten der B. E. W. Berlin am 19. April, mittags 12 Uhr, in den Pharussälen. Streikkontrolle findet im Saale statt. Die Streikleitung. W. Hesse. Die Zenttalleltung der kaufmännischen Angestellten her Waren- haus- und Spezialgeschäft« teilt mit, daß der Streit weiter geht. Heute,%11 Uhr, Versammlung in der Bötzow Brauerei. A. Wertheim-Angestcllte. Sonnabend früh 8,2b Uhr Betriebs- Versammlung aller Filialen In der Leipziger Straße, Hauptgeschäft, ExpeditionShof. A. Jandorf u. Co.-Angestelltr. Sonnabend früh 6 Uhr Betriebsversammlung aller Filialen in der Alten Jakobsttaße, Zentral- Theater-Säle, Stillegung der Spanöauer Staatsbetriebe. Infolge der durch den Sympathiestreik dar Angestellten in den HsercSwerkstätten geschaffenen Lage fand am Donnerstag eine Sitzung des Generaldirektors Wehling mit den Direktoren der Heereswerkstätten statt, die nachstehende Stellung des Kriegs- nrinistors als Extrakt dieser Sitzung an die einzelnen Staatsbetriebe sandte. An die General-DireMon der Heereswerkstätten durch Kriegsamt. Da eine wirtschaftliche Wetterführung der Betriebe der Heeres- Werkstätten in Spandau infolge des Angestelltenstreiks nicht möglich und durch die nahen Osterfeiertoge ohnehin eine längere Unter- brechung der Arbeit bedingt ist, sind die Spandauer Heereswerk» statten bis auf weiteres zu schließen. Mttettuug über die Wiederinbetriebnahme wird besonder? erfolgen. Regelung der Lohnfrage bleibt vorbehalten. Einem Bericht über Wiedereröffnung wird entgegengesehen.- Kriegsmirrtster. gez. Reiinhcndt. UnderstaatSsekvetär. gez. Göbre, Geha Nr. 907. 4. 1«. S H v Die Geha wird daftrr eintreten, daß zunächst der Lohn für Sonnabend, den 19. April, bezahlt wird und daß zu den weiteren Verhandlungen neben dem Zeutralbeirat Arbcitervertveter der Heere Stoerkstätten zugegen sind. Besonders dringliche unaufschiebbare Arbeite« sind von der Direktion im Einvernehmen mit dem Arbeiterrat anzuordnen. Für den Zentralbeirat gez. Eichler. gez.(Unterschrift). Zu diesem Erlaß nahm die Arbeiterschaft in einer Betriebs- Versammlung am Donnerstag Stellung und nahm einstimmig fol- gende Resolution an: Die Arbeiterschaft der Gewehrfabrik Spandau protestiert euer» gisch gegen den Beschluß des Kriegsministeriums, die Spandauer Betriebe stillzulegen. Wohl bekundet die Arbeiterschaft den streiken- den Angestellten ihre Sympathie, sie ist jedoch selber entschlossen zu arbeiten und wird der Anweisung des Kriegsministeriums nicht eher Folge leisten, bis die Frage der Bezahlung für die Feier- schichten so geregelt ist, wie eS den Interessen der Arbeiterschaft entspricht. Die Arbeiterschaft berührt e» eigenartig, daß über die Still- kegung der Heereswerkstätten nicht die Arbeitsrvertreter mit heran- gezogen worden sind. Lt. Nachtrag der Gefyj sollen die Arbeiter- Vertreter bei der Wieds rinbetriebsetzuug hinzugezogen werden, da» hätte auch bei der viek wichtigerem Frage der Stillegung der Heeres- Werkstätten geschehen müssem. Das ZMtbeMmnwngsrecht der Angestellten Int verstcherungsgewerbe. Avischen dem Arbeitgeberverband der deutschen LerficherungZ- imternehmnngen einerseits und dem verband der Bureauange- stellten Deutschlands, dem Verband der deutschen Versicherung� beamten und dem Zentralverband der Handlungsgehilfen anderer- seits ist folgender Vertrag geschloffen worden: In allen Fragen der Lohn- und Arbeitsbedingungen entscheidet die Geschäftsleitung unter gleichberechtigter Mitwirkung des Ange- stelltenausschusses oder, wo ein solcher nicht besteht, tue Mehrheit der wahlberechtigten Angestellten. Ist in einem Betriebe die Mehrheit der Angestellten nicht Wahl- berechtigt, so wirken sämtliche Angestellte über 17 Jahre bei der Entscheidung mit. Kommt ein« Einigung nicht zustande, so entscheidet eine pari- Wisch« Schlichtungskommission, bestehend aus je zwei Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Wo Arbeitgeber bzw. Ar- beitnehmer durch eine der vertragschließenden Organisationen ver- treten sind, besteht die Schlichwngskommission aus je zwei Mit- gliedern dieser Organisationen.' Koinmt die Schlichtungskommission zu keiner Einigung, so ist unter Hinzuziehung eines unparteiischen Vorsitzenden ein Spruch zu fällen, dem sich beide Parteien zu unterwerfen haben. Einigt sich die Schlichtungskommission nicht über die Person eines Vor- sitzenden, so ist das ReichZaufsichtsamt für Privat Versicherungen um Benennung eine? unparteiischen Vorsitzenden zu bitten. Dem Angestelltenausschutz obliegt ine Ueberwachung der Durch- führung des abzuschließenden Tarifvertrages, der bei allen Eni- scheidungen zu Grunde zu legen ist. Kündigungen und Entlassungen dürfen nur nach vorheriger Zustimmung des Angestelltenausschusses oder bei Nichteinigung nach Zustimmung der Schlichtungskommisfion vorgenommen werden. Bei Neusinstellungen, Beförderungen oder Versetzungen steht dem Angestelltenausschuß das Recht des Einspruchs zu. wenn die Neueinstellung. Beförderung oder Versetzung gegen berechtigte Interessen der Angestellten im allgemeinen verstößt. Der Einspruch muß schriftlich begründet werden. Wird eine Verständigung nicht erzielt, so entscheidet die Schlichwngskommission. Bei allen Entscheidungen sollen die besonderen Verhältnisse des Betriebes und der Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Als Angestellte im Sinn« diese? Vertrages gelten die in F 11 Nr. l, 3 und 4 der Verordnung vom 18. März 1919 bezeichneten Personen. Sosern in einem Deiriebe ArbeitevauSschüsse besieben, gelten die Vereinbarungen deseS Vertrages sinngemäß auch für diese. Vorstehender Vertrag wird sofort in Kraft gesetzt und gilt bitz zum Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung des Mitbestimmungs- rechts der Angestellten in Fragen der Lohn- und Arbeiisbödingun- gen, längstens für die Dauer dcS Tarifvertrages. Dieser Vertrag hat bereits die Zustimmung der Generalder- sammlung deS ArbeitgeberverbandeS gestanden, so daß er für die sämtlichen deutschen Versicherungsangestellien, soweit sie in Gesell- schaften des Deutschen ArbeitgeberverbandeS beschäftigt sind, in Kraft tritt. Dem Arbeitgeberverband gehören fast sämtliche deutsche Versicherungsgesellschaften an. Die Versicherungsangestellien sind also die erste Gruppe, für die daS Mitbestimmungsrecht für das ganz« Reich erkämpft wurde. Gleichzeitig wurde die llrlaubsfrage geregelt. Die Angestellten erhalten einen Urlaub von 9 biS 24 Ar- beiiStagen. * vom Zentvalverband der Handlungsgehilfen wird uns hierzu noch bemerkt: Da der Arbeitgeberverband der deutschen Versicherungsunter. nehmnngen auf semer Generalversammlung den Vereinbarungen der Verhandlungskommission über das Mitbestimmungsrecht der Angestelltenausschüsse zugestimmt hat. fällt für die Angestellten der Versicherungsunternehmungen vorläufig der Grund für eine Be. terligung am Generalstreik fort. Sie sind aber bereit, die noch kämpfenden Angestelltengruppen in jeder Beziehung zu unterstützen. GewerffchHsbewWllv Tagung der Bühnengenosseuschaft. Zweiter VerhandlungStag. Präsident Rickelt ergriff das Wort: Vor zwei Jahren wurde der Wunsch laut, die Statuten abzuändern. Und jetzt sind wir endlich so weit. Ihnen eine Verfassungsänderung vorlegen zu können. Vor dem 9. November mußt«' wir noch mit etwa 25 Hof- thoatern rechnen. Ader diese Institution ist jetzt endlich beseitigt. Dle Genossenschaft muß auf rem gewerkschaftlicher Grundlage aus- gebaut werden und damit bedarf sie der Anerkennung des Streik- rechtes. Wohl mag manchem Idealisten ein Schauer über den Rücken laufen, wenn sie von Gewerkschaften hören. Aber die Kunst hat damit rein gar nichts zu hm. und wir, die Arbeitnehmer, müssen den Arbeitgebern gegenüber ein Mittel in der Hand haben, nm unseren berechtigten Forderungen Nachdruck verleihen zu können. Deshalb brauchen wir eine Ovganisation auf gewerkschaftlicher Grundlage.(Zuruf:„Nein ff Wer ruft dort„uem"?(Delgiertec Harnisch aus Bielefelld erhebt sich und hierauf ertönen stürmische Protestrufe.) Präsident Ricke!! ruft dem Delegierten Harnisch zu:„Wir haben hier sowieso noch ein Tänzchen miteinander zu machenl" Darauf erheben einige Versammlungsteilnehmer Ein- spruch gegen die Brüskierung einzelner Delegierter. Herr Rickelt machte die Versammlung damit bekannt, daß Herr Harnisch im ge- keimen, ohne dem Vorsitzenden davon Kenntnis zu geben, gegen den gewerkschaftlichen Aufbau der Bühnongenossenschaft agitiere.— Nachdem sich die hochgehenden Wogen der Erregung etwas geglättet hatten, trat man in die Generaldebatte ein. Dr. Selig äußerte schwere Bedenken gegen den vorliegenden Statu tenentwurf. Präsident R i ck e l t aber warf dem Redner vor, daß er noch wenige Tage vorher den Entwurf gutgeheißen Hobe.— Kapellmeister Lande führte dcmn den von ihm ausgearbeiteten Statntenentwuvf der Versammlimg vor und empfahl die Annabme. Hierauf trat man in die Weiterberatung der Satzungsände- rungen ein. Reckst lebhaft wogten die Debatten um das Prinzip. ob alle Bühnenangestcllten von der Putzfrau bis zum Caruso in die Gowerffckaft hinein aufgenommen werdsn sollten, hin und her. Herr Keil empfahl, um die Kunst nun endlich der Allgemeinheit zugänglich zu machen, alle Vorurteile fallen zu lassen und eine ge- workschaftliche Organisation zu schaffen, die alle Augestellten des Theaters umfaßt. Zum Paragraphen der Satzung„Enwessb der Mitgliedschaft" wurde ein Zusatz an trag angenommen, der besagt, daß nur die Theaterleiter aufgenommen werden dürften, die bon ihren eigenen Mitgliedern dafür geeignet gehalten werden. Die Beratungen tverden am heutigen Karfreitag zu Ende geführt werden. Tie Sonutagsruhe der Phoiographen. Während die meisten anderen Gewerbe die Sonntagsruhe längst haben und im Handelsgewerbe nun auch die Sonntagsruhe gesetzlich geregelt ist, ist die Photographie noch einer der weniaen Berufe, die sich der wertergehenden Sonntagsruhe noch nicht erfreuen können. Es wird hier unbedingt an der Zeit sein, daß sich unsere Reichsbe- Hörden auch mit dieser ffrage einmal beschäftigen und eine einheit- liche Regelung an_ Stelle des jetzigen Cbaos herbeiführen. So manche Gründe, die für die bisherigen Ausnahmen im Photo- graphengewerbe maßgebend waren, dürften hinfällig sein: denn durch die Verkürzung der Arbeitszeit wird ein großer Teil des Publikums in der Lage sein, sich auch in der Woche photographieren zu lassen. Auch der Hinweis, daß die Landbevölkerung des Sonn- tags in die Städte kommt und sich dort bei ihren Einkäufen Photo- graphieren laßt, kann nicht mehr zutreffen, da an Sonntagen daS Handelsgewerbe ebenfalls geschossen halten muß. _ Die Stellungnahme der Arbeitgeber ist sehr verschieden. Ein Teil will überhaupt von einer weitergehenden Sonntagsruhe nichts wissen. ES ssnd daS diejenigen, die sich bisher auch noch nicht ein- mal um die bestehenden Gesetze gekümmert und die Sonntags ruhe fast ständig übertreten haben. Ein anderer Teil will die Beschäfti- gung der Gehilfen an Sonntagen aufgeben, aber ftir sich in Ansvruch nehmen, den ganzen Tag ibre Atelier? offen zu halten, damit sie selbst Aufnahmen machen können. Ter kleinste Teil der Arbeit- geber ist mit der vollständigen Sonntagsruhe einverstanden und das dürften meistens die besseren Alfters sein, die jetzt schon wenig oder gar nicht an Sonntagen geöffnet haben. Hier ist dem Publikum Gelegenheit gegeben, die Wünsche der Pbotoarapbengehilfen und-gehilnnnen auf absolute Sonntagsruhe weitgebendst zu unterstützen, indem es sich an Sonnlagcn nicht photographieren läßt. Wie lange noch? Zu dieser von einem bekannten GewarckschaftSgenoffen in der Donnerstagmorgennummer deS„Vorwärts" bebandelten Zrage schreibt uns ein Leser noch folgendes: Ms alter Abonnent unseres „Vorwärts" und langjähriger Zimftionär des Metallarbeiterver- bandes habe ich die politische Meinungsfreiheit doch wesentlich an- der» betrachtet, wie sie die Mehrzahl der in der U. S. P. D. Organisierten jetzt in der Gewerkschaft zu praktizieren suchen. Wenn in der heutigen Zeit Personen zur Wahl stehen, ganz gleichgültig, db besoldet oder ehrenamtlich, so entscheidet zur Stimde lediglich das WahlvereinSbuch. Als„sicher gewählt" zu betrachten ist. wer Mitglied der U. S. P. D. und Anbänger der Rätediftatur ist. Unter Umständen find«S Personen, welche erst nach dem 9. November 1918 in Erfahrung gebracht haben, daß es Wablverein« gibt. Es ist an der Zeit, daß mit derartigen„Wahlen" aufgeräumt wirb und daß für die Zukunft wieder wie früher Leistungen und Fähigkeiten entscheiden. Darum ist es unbedingt notwendig, daß sich die Mitglieder der S. P. D. noch mehr wie gegenwärtig in den Beirieben betätigon, um wirtschaftlich und politisch aufklärend zu wirken. Wenn wir auch verschiebene Male festgestellt haben, daß die„AufKärungsarbeiten" der U. S. P. D. der Bewegung mehr schaden als nützen, so soll das für uns kein Grund sein, nun die Hände in den Schoß zu legen. Jedenfalls wollen wir doch auf Wirt- schaftlichem Gebiet mcht daS durchmachen, waL wir leider im Jahre 1916 politisch erlebt haben. Streik in der Landschastsgärtnerei. Alle Versuche,«ne gütliche Einigung mit der Arbcitgeberorgani- sation zu erzielen, sind fehlgeschlagen Auch die Anrufung des amtlichen SchlichiungSausschusses Groß-Berlin hat versagt. Der SchlichtungSemsschutz Groß-Berlin hat in Unkenntnis der Berufs- Verhältnisse die Landschaftsgärtnerei mit der Landwirtschaft ver- Wechseft und zum Schlichtungstermin Beisitzer aus der Landwirt- fchaft geladen. Dre Beisitzer der Arbeitnehmer waren erschienen. Die beiden Arbeitgeberbeisitzer, zwei Gutsbesitzer bzw. Landwirte auS der Provinz Brandenburg, waren nicht erschienen und es konnte darum eine Verhandlung nicht stattfindim. Die Landschaftsgärt- nerei ist bekanntlich, da sie sich in der Hauptsache mit der Neu- anlag« und Instandhaltung von Hausgärten, Spiel- und Sport» Plätzen, Dekoration von Jnnenräumen und dergl. beschäftigt, kein Teil der Landwirtschast, sondern ein Teil des Bauberufes. Die Fmhgruppe der Bauberuse hätte t«rum die Beisitzer stellen müssen. Nachdem die Verhandlungen tzfch nun lange genug hingezogen haben, ohne daß ein Erfolg erzielt wurde, ist die Geduld der Ar- beitnehmer zu Ende. Die Organisationsleiwng empfiehlt, bei allen Firmen, bei denen der Tarifvertrag nicht anerkannt wird, am Sonnabend, den 19. April, in den Streik zu treten. Eine Versammlung der Strei- kenden findet am Sonnabend, den 19. April, vormittags 19 Uhr, in den neuen RathauSsälen, Schönebcrg Martin-Luther-Straße 69, statt.— Bon größeren Firmen hat bis jetzt die Firma R. I e n z j ch, Reinickendorf, bewilligt. Die zu neuen Bedingungen Arbeitenden erhalten eine grüne Arbeitskart«. Alle Arbeiter, besonders die Bauarbeiter, werden um Unterstützung der Bewegung, besonders durch Kontrolle der Arbeitskarte bei den arbeitenden Gärtnern, Gartenarbeitern und Gartenftauen gebeten. Alle auf den Streik bezüglichen Mitteilungen find an da» Bureau des Verbandes der Gärtner und Gärtnerei» arbeiter, Berlin S. 42, Luisenufer 1, Fernruf Moritzplatz 3725, zu richten. Ter Streik bei der Singer Co. beendet. Den streikenden Arbeitern sind von der Firma Singer Co. weitgehende Lohnaufbesierungen zugesichert worden. Die Kundschaft wird gebeten, ihren Verpflichtungen der Finna gegenüber in alter Weise nachzukommen. Lohnbewegung der Lagerarbeiter, Ztutscher usw. aus den Eisenkurzwaren-Handlungen Grofx-Berlins. Die Arbeiter der obengenannten Branchen haben den Deutschen Tranzportarbeitervetband beauftragt, dem Arbeitgeberverbaud der Eiienhändler Deutschlands einen Tarifvertrags» Entwurf zu über- reichen. Infolge der äußerst niedrigen Löhne, die in dem weitaus größten Teil der Geschäfte noch gezablt werden, sehnen die Ar- heiter eine baldige zufriedenstellende Regeluna herbei. Boraus- sichtlich werden nach den Ostertagen die Verhandlungen ihren An- lang nehmen.__ Versammlungen am Sonnabend. Betriebsversammlung der Diskonto Gesellschaft mittag! 2 Uhr im Lehrervereinshaus, Alexanderplav. Dr. Paul Mover A.-G. Betriebsversammlung aller Arbeiter und Anpestcllten vorn'ittagS 10 Uhr im Kristall Palast. Sellerstraße. Angestellte Mix n. Genest. lo Ubr.Tcmpel'-os. Manteuffelftr., Nestau- rant Birtentväidckien. Meldezettel am Eingang abgeben. Arbeiter Mix u. Genest. Sonnabend vormittag 10 Uhr im ZLil- helmshof. Schönebcrg. EberSttraße. Deutscher Werkmeifter-Berband. Bormittags l» Ubr, Borussia» Brauerei. Di« Streitleitung der Angeilcllten des Bezirts Berlin-Weitzenste befindet sich in der Alpenrose, Berliner Allee 60. Aucrgesellichaft. Versammlung der Angestellten vormittags 11 Uhr im Restaurant Bcllevue, Lichtenberg, Hauptstr. 2. (5. P. Goerz. Sl.-G., Friedenau. Nachmittag? 4 Uhr im Rathaus Friedenau, BLrgerlaal. Für Angestellte von Hermann Tietz morgens 9 Uhr in Häver- IckUdS Festsälen, Neue Friedrichstr. 35, groxer«aal: BelriebSoersammlunz. C. Lorenz A.-G.. Tempelhof. Die Arbeiterschast wird ersucht, sich zur Vorschußzahlung am Sonnabend, pormittagS 11 Uhr. im Betrieb ein- zufindcn. Der BeirieSSrat. Parteinachrichten. Jungsozialistische Bereinigung. Auf der GründuugSversamm- limg am Mittwoch der.�ungsozialistischen Vereinigung Groß- Berlin IS. P. D.)" gab Genosse Rüdiger einen kurzen Bericht über die Tätigkeit der aus der vorigen Versammlung gewählten Kvm- mifficm. Dann folgte eine Besprechung der Satzung, die mit ge- ringen Aenderungen eim stimmig angenommen wurde. Ebenso ein- stimmig wurden gewählt: 1. Vorsitzender: Walter Rüdiger. 2. Vor- sitzender: Jensch, 1. Kassierer: Exner, 2. Kassierer: Begehr, Bei- sitzer: Genossin Emmy Wissell. Ziel und Zweck der Vereinigung sind, die Jugendlichen im Atter von 18— 24 Jahren zu Kämpfern des Sozialismus zu er- ziehen. Die Form der Belehrung sind DiSkussionSabende, Borträge und Kurs«. Nächste Sitzung: Donnerstag, abends T/i Uhr, im Jugendheim, Lindcnstr. 3. Verantwortlich für Politik Artar Zickler, Sharlottrnburq, für de» übrigen Teil des Blattes� Atsred sw-l», Neukölln: für Anzeigen Tdrodor Älocke, Berlin. Berlag: DorwürtS-Vcrlag s. m b. H.. Sellin. Druck. Sorwilris-Suckidruckerei und Verlagsanstalt Paul Klnaer u. To tn Berlin. Lindenktrahe 3. Htrrzu 2 Beilagen Mödslllross� Große Frankfurter Str. 141 (5 Minuten vom Sctiles. Blit.t Invaliden-Str. 5 gna".Alga!.; Kredit- Sttöbel Stube n. Küche für 500 niaeh Anzahlung B. kleinster Ratenzahlnng OroBe Aaswahl In Wohn- tmd Schlafzimmern :: bunten Küchen:: auch einzelner Möbel jeder Art. 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