Nr.S0«.S«.I-I»rs. Bezugspreis: LierteljShrl. 7.« M. mon.7ö Mk. >ür das übrige Ausland 9.76 Mb. bei lüglich einmaliger Zustellung 7.76 Mi. Pojrbesiellungen nehmen an Düne» ntarl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz, eingetragen in die Posi-ZetMngk-Preisliste. Ter.BorwärtS" erscheint wochcntSglich zweimal. Sonntags eimnal. Telegramm-Adreffe: .Sozialdemokrat Berlin», Morgen-Ausgabe, �§> Vevlinev VolKsblÄtt. ( 10 Pfennig) AilicigenpreiS: Tie achlgcivaltcnc Nonvareillezeil» toilci 1.S0 Mb.Kleine Sin, eigen-, das ieitgedructle Worl 69 Pfg.(zulässig 2 settgedruckle Soriei. sedet wcilere Eori 26 Psg. Etcllcngrmche und Schlasslellenanzcigen daS erste Wort 40 Psg., icdeS weitere Worl 20 Ptg. Worte über 16 Buchstabe» zählen iür zwei Wonei TeuerungSzuschiag 50°/» �amilicn-Anzeigen, volitische und gewertschastlichc Vereins- Anzeigen 1,20 Mb die Zeile. Anzeige:! iür dir Nächste Nuliimer müssen bi? 5 tlbr nachmittags im HaubtgeschSsb Berlin KW.SL, Lindenstrage 3. abgegeben werden, Geössncl von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. �entralorgan cter fosialäemokratifcken Partei VaitlcKlaricls. Redaktion und Expedition: EW. SS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Morivplatz, Nr. IZISV— l»1S7. Sonnabend, den 19. April 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV). HS, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz- Nr. 117 ZZZ— 54. Das fHedcnsultimatum. Hnnahmc ohne Verhandlungen über die Bedingungen. Bern, 17. April. In einem offiziösen Kommentar des „Komme L i b r c" wird erklärt, die Deutschen würden nicht lange in Frankreich weilen, ungefähr zehn Tage würden für ihre einfachen Aufgaben genügen. Sie hätten le- diglich jaoderneinzu sagenbei allen Bedin- gnngen der Entente hinsichtlich der Garan- tien und Wiedergutmachungen und nur in der Frage nach der Art, wie die Durchführung der angenomme- neu Bedingungen stattfinden solle, sei eine Erörterund zu- lässig. Sollte diese Meldung richtig sein— und es bestehen gute Gründe, sie für richtig zu halten—, dann wird sie ielbsi- verständlich auch auf die Dispositionen der deutschen Regie- rung ihre Rückwirkungen haben müssen. Um einen D i k- t a t frieden entgegenzunehinen, dazu bedarf es nicht des Ans- wands einer großen Friedensdelegation, sondern es wird ge- nügen, einen zupcrlässigen Kurier nach Versailles zu schicken, der das Schriftstück in Empfang nimmt. Man wird dann in Teutschland darüber beraten können, wie man sich zu seinein Inhalt weiter zu stellen gedenkt und vielleicht zu dem. Mittel einer allgemeinen Volksbefragung greifen, um die Meinung des Volkes selbst darüber festzustellen. Inzwischen werden wir noch immer mit Nachrichten gespeist, die uns in die rechte Stimmung ftk das Kommende versetzen sollen. Aus Rotterdam vom 18. d. meldet T.-U.: L'Ooieheur, der Minister für den Wiederaufbau der fran- zöstsisten Industrie, empfing eine Abordnung der linksradikalen Kammcrgruppe, der er besodere Jnforntationen über die f i n a n- zielten Friede nsbedingungcn Frankreichs gab. Die von Döutfch/land zu zahlenden ILb Milliarden werden durch eine erstmalige Zahlung von S5 Milliarden in Gold, Roh- stoffen oder Waren und ausländischen Wertpapieren und der Rest von Ivb Milliarden d»rch Schuldverschreibungen an die Alliierten gedeckt werben. Diese Schuld im Betrage von 125 Mil- liarden soll aber nur eine erste Uhzahlung darstellen. Räch den Absichten der Alliierten wird der Totalbetrag, den Deutsch- land zu zahlen haben wird, auf 200 Milliarden Ziemessen. Hiervon erbält Frankreich ungefähr 135 bis 14p Milliarden, die in folgender Weise verrechnet werden: für den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete etwa 75 Milliarden, Pensionen für die durch den Krieg Geschädigten 43 Milliarden und die restlichen 23 Milliarden als Ersatz für noch festzustellende Schäden. Zweibundert Milliarden Franks sind nach dem-gegen- wärtigen Geldwert ungefäbr fünfhnndertvierunddreißig Mil- liarden Mark. Man hat drüben Vorstellungen von unserer ZablungSfäl?igkeit, die für uns überaus schmeichelhaft sind, und man darf gespannt sein zu erfahren, wie sich die Finanz. männer der Entente die Aufbringung einer derartigen Summe vorstellen. Dem holländischen„T-elegraaf" zufolge hat der Rat der Vier, um jede Verzögerung zu vermeiden, den Präliminarfriedensvertrag in englischer, französischer und deutscher Sprache anfertigen lassen. Deutschland wird also unter Umständen sehr rasch antworten können. Haag, 18. April.(Hollandsch Rieuwsbüra.) ES verlautet, wie aus PariS gemeldet wird, daß die deutsche» Abgeordneten, die nach Paris eingeladen werden, 24 Stunden Zeit erhalten wer- de», um die Friedcnsbcdingunge» zu prüfen. Darauf wird ihnen weiter 24 Stunden Zeit gelassen, um dir Ergebnisse ihrer Prüfung mit den Vertretern der Entente zu besprechen, und dann werden sie c i», Frist erhalten, um nach Weimar zurückzukehrcn und dort mit der deutschen Regierung darüber zu sprechen. Haag, 18. April.(Hollandsch NienwSbür».) Aus Paris wird gemeldet: Es wird mitgeteilt, daß Wilson in Paris bis zur Rück- kehr der Deutschen aus Weimar bleiben wird» so daß er dabei sein kann, wen» das Abkomme» unterschrieben wird. Deshalb wird er voraussichtlich erst Anfang Juni wieder in den Vereinigten Staaten eintreffen. Amsterdam, 18. April. Nach Meldungen des„Telegraaf" aus Paris wird der Friedensvertrag aus 1333 Artikeln besteh?«, die 833 Seiten Maschinenschrift in Anspruch nehmen werden. K8Artikcl handeln vom Saarbrckcn. Der vor- läufige Frr.'densvertrag mit Oesterreich wird sofort nach Unterzcich- nung des Vertrages mit Deutschland» wie man erwartet, vor Ende Mai geschlossen werden. Wenn die Deutschen sich weigern sollten, den Vertrag zu unterzeichnen, so denke man daran, einen großen Teil des deutschen Gebietes zu besetzen, die Blockade beizubehalte« und die LebenSmittelfrndungen einzustellen. Einigung im Rngestelltenstreik. Mitbestimmungsrecht auch bei Einstellungen. Tie Verhandlungen über den Streik der Angestellten in der Metallindustrie, die gestern seit 4 Uhr nachmittags im Reichswirtschaftsministerinm geführt wurden, haben in später Stunde zu einer Einigung geführt. Es wird durch den Schiedsspruch den Angestellten eine Mitwirkung bei Ein- st e l l u n g e n, Kündigungen und Entlassungen gesichert. Verhandlungen über die Entschädigung der Streiktage sind noch im Gange, doch glaubt man, daß auch sie zu einem günstigen Ergebnis führen werden. Ruhe in Wien. 5 Tote, i»? Bertetzte. Wien, 18. April.(Eigener Trahtbericht des„Vorwärts".) Di? Vorgänge vom Sonnabend haben fünf Tote gekostet, dar- unter vier S ch u b l c« t c. Verwundet wurden 57 Per- soneu, davon 43 Schutzleute, unser welchen 17 schwerverletzt sind. Die Verwüstungen im Parlament sind ziemlich belrächtlich. Es' sind ans der Hrrrenhansscitc fast alle Fensterscheiben eingeschlagen und an den Eingängen die Türfüllungen herausgebrochen. Die Wohnung eines Beamten ist vollständig, bis auf die Wände, ausgebrannt. Ter Brand wurde osfenbar dadurch vergrößert, daß in Benzin getränkte Gegenstände hineingeworfen wurden. Dir„Demonstranten" verhinderten die Feuerwehr an der Löscharbeit: das Feuer wurde dann von innen erstickt, allerdings nachdem bereits selbst die Türen dieser Wohnung nahezu verkohlt waren. Heute wird bekannt, daß gestern in alEn Kasernen die V» l k S- wehr durch kommunistische Agitation unter Vorspiegelung falscher Nachrichten, so u. a. daß vor dem Parlament ein kommuni- stischcr Soldaicnrat ermordet worden sei, zu bewegen versucht wurde, an Demonstrationen teilzunehmen. In sämtlichen Käser- ncn, auch bei der„Roten Garde" in der Stiftskascrne, haben die Volkswchrmänncr sofort erklärt, daß sie dem Verlangen erst Folge leisten könnten, wenn sie von ihren Bcorgesrtzten die Auf- fordcrung dazu erhielten; nachdem sie sich genau erkundigt hatten, verweigerten sie überall dir Mitwirkung. Eines der herrlichsten Gebäude der Welt steht auf dem Iking zu Wien: der griechische Palast der Volksvertretung. Nur gänzlich das Streikverbrechen im Ruhr- gebiet. Aus- dem Ruhr kohlengebiet wird uns ge- schrieben: „Unabhängige" Zeitungen und Parlanientsredner be- schuldigen die Regierung, fiir den Ruhrstreik verantwortlich zu sein, weil sie mit den Streikleitern„nicht verhandelte". Ist denn der letzte Rest von Schamgefiihl zum Teusei gegangen? In der Konferenz der Schachtdelegierten am 3l). März wurde der Generalstreik ausgerufen und eine neue „Neuncrkonimission" mit der alleinigen Organisierung und Leitung des Streiks beauftragt. Zugleich wurde den„alten Organisationen". das Recht der Arbeitervertretung abge- sprachen. Von den elf Streikforderungen sind es die sieben direkt parteipolitischen, woraus es den unabhängig- spartakistischen Streiktreibern besonders ankomnit. Das haben die Streikreden zur Genüge bewiesen, die zu allermeist aus unslätigcn Schmähungen der jetzigen Regierung bestan- den. Die„alten Organisationen" brauchten nicht„ausge- schaltet" zu werden, denn sie wollen keine parteipolitischen Streiks.. Vier Tage nach jener Konferenz verkündete die General- streikleitung, wer etwa Neigung(!) habe, zwischen ihr und den Zechenherren bzw. der Regierung zu verhandeln, der habe sich an die allmächtige Streikleitung zu wenden. Heber- dies aber erklärte das spartakistisch-syndiralistische Organ der Streikleitung:„Nicht verhandeln, sondern han- 'delnto erden wir!" Dementsprechend hat die »General streikleitung weder ort die Regie- Iruitg noch an die Organisation der Zechen- be sitzer irgendwelche Forderungen eilige- reicht! Schon dauerte der Streik teilweise in die dritte Woche hinein. Die„alten" Organisationen wurden von Be- legschaftsvcrtretern immer stärker bestürmt, doch zur Ver- ! hütung des größten Unheils einzugreifen. Als in Essen am z 10. April die Verhandlungen der„alten" Organisationsver- � treter mit Ä r b e i t S m i n i st e r Bauer und dem lZcchenverband stattfanden, hatte die Nenner- kommt ssion noch im in er nicht die Streikfor- Gerungen zwecks Verhandlungen der Regie- rung bzw. den Zechenbesitzern übermittelt! verrohte Menschen können die Hand gegen dieses hehre Besitztum �as ist auch den Unabhängigen" genau bekannt, sitzen doch NnTe� bCr � �! Bochume/ Parteisekretär, selbst' im Z-n?rchstrchkkomw.e.' Die streikenden Massen wurden aber durch Wort und Schrift in dem Glanben gehalten, die„Bluthunde" in der Reichsregie- rung wollten über die Streikforderungen nicht verhandeln. Erst nachdem durch die„ausgeschalteten" Gewerkschaften am dem er herumfuchtelte, habe Zusagen erpreßt und werde auch weiter I � Abkommen über die Äiebenstundenschicht mit helfen.- Man stellte fest, daß der Held ein vielfach s ch w e r � entsprechender Lolnterhohung. und anderntags die knapp. bestrafter Verbrecher ist und setzte ihn wegen Erpressung U?«.chen Dgestandnisse erreicht waren, wurde es größeren ins P-nwesaerickit i Teilen der Streikenden bekannt, daß ihre Forderungen den � zuständigen Stellen noch gar nicht übermittelt waren. Da Vor einigen Tagen schon gab es eine kommunistische D e m o n st r a t i o n vor dem Staatsamt des Aeußeren. Man erzwang die Hissung der roten Fahne statt der rotwcißen Landes- färben. Nachher brüstete sich ein Redner, der Revolver, mit Zu Ausschreitiungen, welche sich besonders gegen die Poli- zeimannfchaft richteten, kam es im Laufe des gestrigen Abends auch in verschiedenen anderen Stadtteilen. Eine S/bar Arbeitsloser vcrsuck'te, in die stiftsknssrne einzudringen, um sich Waffen zu verschaffen, wurde aber zurückge.o.eseu. Beim Parlament wurde auch ein« bisher unbekannt gebliebene Frau getötet. Sonntag früh versah die Polkstvehr den Ord- mingsdienst in und vor dem Gebäude und zerstreute sieh ansam- melnde Neugierige. Die Regierung eutschuldigle sich bei General Segre wegen eines Zwischenfalles mit einem italienischen Automobil bei den„Demon- strationen". Segre antwortete, die italienische Mission seh« keinen Grund, weitere Konfeguenzen zu ziehen, da die Angelegenheit keine Folgen hatte, und die Ordnung inzwischen hergestellt sei. standen die Massen schon über eine Woche in dem General- streik. Dieses Verhalten einer Streikleitung steht an Un- Verantwortlichkeit einzig da in der deutsckien Arbeiterbewe- I g»ng. Dies ist ein Vorgang, der sonnenklar beweist, daß es die Generalstreikmacher nicht auf V e r st ä n d i g u n g, sondern auf Zerstörung abgesehen haben. Diese � Absicht geht auch unzweideutig hervor aus dem Leitartikel der vor kurzem noch unabhängigen, jetzt spartakistischen j„Freiheit"(Mihlheim-Ruhr), die im Jubel über das An- wachsen der Arbeitseinstellung„das tiefe Wort des großen Russen" Bakunin zitierte:„Die Lust an der Zer- i st ö r u n g i st eine s ch a s s e n d e L u st!"' ! Der Einmarsch von Militär in ein Streikgebiet ist i immer eine sehr kritische Handlung. Man erinnere sich in D c r s o zi a l d e m o k r a t i s ch e P a rte i v o r sta n d w a r nt' dessen der spartakistischen Geivaltakte bei den mißglückten in per„Arbeiter-Zeitung" die'Arbeitslosrn eindringlich vor weiteren Nnbesonncuheitcn und Gewalttätigkeiten, da größere Unruhen in Wien die von der Bourgeoisie längst gewünschte Besetzung der Stadt und anderer Jndustrieort? Dcutsch-Orstcrreichs durch En- tentetruppc» zur Folge haben dürften. Die„Voikszcitung" meldet, daß gestern vormittag im Heercsamt eine Deputa�on Arbeitsloscr die Räumung des Gebäudes bis 3 Uhr nachmittags verlangt?, da um 5 Uhr eine Regierung der RLter7 publik ihren Einzug halte» werde. Die Gesandten der Nationalstaaten, deren Kommis- sioncn zum Teil im HccreSamt ihren Sitz habe», wandten sich aus diesem Anlaß an den italienischen Genera) Segre. Generalstreiks im Vormonat. Damals haben auch V e r t r e t- e r d e r U. S. V. i n d e r- V e r h a n d I n.n g nt i t d e in G e n e r a l k o m ni a n d o in Münster ihr Ein» Verständnis mit dem Truppe neinmarfch er» klärt. Jetzt verlief der Streik noch äußerlich ruhig, doch stieg mit jedem Tage die Sabotagepropaganda. Um vor dieser das bedrohte Objekt zu schützen, sind Truppen einmarschiert, dorthin aber nicht, wo, wie bei uns in D o r t in u n d, die Zerstörungsapostel anders in Schach gehalten werden konnten. Kein Wunder, daß es stellenweise zwischen einer aufgeregten Menge und den nicht überall kaltblütigen Sol- dsten zu Zusammenstößen kam. Dafür trifft die Schuld jene dunklen frivolen Elemente, die den politi- 'chsn Streik anzettelten und nun''ogar das ruchlose Mittel der G r u b e rrz e r st ö r u n g in Anwendung bringen lasten wollten. Durch den Klchrstreik sind uns mindestens drei M i l- lionen Tonneu Koblensorderung verloren ge- gangen. Das geschieht in den Tagen, wo für die hungern« den Masten vom Ausland Lebensmittel herein sollen, wenn wir sie bezahlen. Wenn wir zwei Millionen Tonnen Kohlen, die nun ausgefallen sind, exportiert hätten, so würden wir damit mindestens tür 25 0 Millionen Mark L e- bens mittel bezahlen können? Das hungernde Volk. schreit nach Brot und wird gerade jetzt frivol oeranlaßt, durch Unterbindung der Kohlenförderung untere Lebensmittelcin- fuhr abzuschneiden, die Hungersnot und die Arbeitslosigkeit noch zu erhöhen. Tic st ä r k st e S t r e i k u r s a ch e i st zweifellos d i e von der Entente durch ihre Blockade erzeugte Hungersnot! Die hierdurch entstondene Verzweiflungsstimmung ist von den Generalsteik- machern bedenkenlos ausgenutzt worden. Das ist ihr schweres Verbrechen an unserem Volke, ein Verbrechen von noch unab- iehbarer Tragweite. Noch ist die Arbeit nicht überall aufge- -omtnen. es kann dies auch nicht geschehen, weil in zabl- reichen Schächten infolge des Ärbeitsstillstaudes erhebliche Störungen(zum Teil Ersaufen der untersten Soblensi ein- f-mien, darum wahrscheinlich viele tauscnde Arbeiter einst- weilen nicht beschäftigt werden können. Mehrere llnterneh- mimgen haben die'St i l le g p n g ihrer Schachte an- gekündigt, mit der Begründung, die Zubußen seien uner- ichWnglich geworden. Was sollen die deshalb entlassenen �'rbeiten'charen beginnen, nun die allgemeine Arbeitslosig- ksit wegen des ungeheuren Koblenausfglls noch riesig der- mehrt ist? Die etwa 300 000 freiwillig oder unfreiwillig an ■wm Streik Beteiligten haben zum Teil für über drei Wochen keinen Lohn! Auf icden der Beteiligten entfällt ein Lohn- Verlust von mindestens 200 b i s 300 M a r kl In wn nächsten Tagen würde normalerweise die Abschlagszah- l"?,»! �Vorschuß) erfolgen, auf die bnnderttailiende Familien l-lä�nötig angewiesen sind. Da keine Schichten ver- abren sind, wird e S auch keinen„Abschlag" -r'eben, die Hunderttausende t i n d daher dem- nächst außerstande, sich auch nur die kargen Lebens inittelrationen z u kaufen! Ein schreck- v-cher Zustand, der natumemäß die sckgversien Gefahren für die öffentliche Anbe r?nd Sicherheit in sich birgt. Die Gene- ''alstreikmacher haben den Masten die..Bezahlung der Streik- iösichten" als selbstverständlich verbeißen. Darauf erklären !ste Werksvenvaltl-ngcn. daß es ihnen einfach unmöglich sei, die Streikschichten zu bezahlen, es kommt eine Summe " o n 55 b i e- HO Millionen in Betracht.. Die halb- �erhungerten Masseii sind also aus Wochen hinaus nicht in '"•r Lage, ibren nötigsten Nabrungsbedorf zu bezahlen! Stelle man sich nur.diei'e schauerliche Situation vor nnd man wird ermessen, welche kotostronbalen Nachweben der Ruhr- ''Seik noch hoben kann. Werksstitlegimgen, Abfchnürung des "'-edsts für die bestreikten Zeche», wer weiß wie viele Ar- !"itslose mehr, ein LohnauSfoll von Hunderten Mark für 'ehe Arbeiterfamilie. Zahlungsunfähigkeit von Hnnderttou- senden Steigerung der Hungersnöte— daS sind die„Er- st'lae" des großen Kohlenaräberstreiks. der von den General- smeikwechern als eine„herrliche Erbebung des revolutio- - ären Proletariats" gefeiert ist. Sa etwas nennt man„die Revolution weitertreiben"— bis die vom Hunger gepei- -iaten unglücklichen Menschen sich geaenseitig anfallen nnd 'wließ lsch sich auf den Tn'immerbaufen die v o l k s r e ch t- »sindlrche Gegenrevolution siegreich erhobt, '■•rm unterstützt von ienem großen Teil der volitisch ungo- 'chulten Mosten, der beute am radikalsten auftritt, vor gar nicht langer Zeit aber dem Hurrapatriotismus huldigte. Spartakusterror im Ruhrgebiet. Einstellung der Notstandsarbciteu. Esten, 18. April.(TU.) Heber die Abfichl der Streikleitung �.n Fall« eines im Sinn« der Spartakisten günstigen Verlaufes der SireikEewegung machte in einer BelegschastsverkammkunH der Zeche „Ewald" in Herten(Wests.) ein Redner bemerkenswerte Mittel- lungen. Er berichtete, daß an die Stelle der in Essen verhasteten Mitglieder des Neun ev- Ausschusses fpforr andere Leute ge- treten seien. Diese hätten folgendes beschlossen: l. Vollstän- d i g e E i u st sll l u n g der N o t st a n d s a rbe.i t e n, 2. wenn der Streik zugunktan der Sireikenden ausfallen fällte, sämtliche Ar- b e it sw i lli ge n zu entlassen, ihr L oh li g u tih a be» bei der Zeche mit Beschlag zu belegen und zu verteilen. Dortmund, 18. April. Tie Presseabteilung des Reichskom- miffars teilt mir: Am Donnerstag, den 17. April, waren auf ins- .ge'amt Sst Schach-anlagen mindestens 90 Proz. der Arbeiterschaft angefahren. Auf neun Zechen wurde die Arbeit neu aufgenommen. Von der Morgenschicht streikten 49,32 Proz., von der Mittagschicht 67,49 Proz. Die Fehlziffer zeigt in der Morgenichicht gegen den vorausgegangenen Tag eine Abnahme um 8,45 Proz. für den ganzem Ruhrbezirk. ftusÜehnung üer Streiks in Gberschlesien. �ordernng der Sechsstundenschicht. Kottowitz, 18. April. Der Streik auf den oberschlesische« Gruben und Hütten dehnt sich laut T.-U. weiter ans, und es hat de» Anschein, als würde dem Aufruf der Kommunisten in Oberfchl-sien Folge geleistet. Auch die Oheim- und branden« burgischen Gruben streiken; desgleichen die„Martha-Hütte". DaS liehergreifen auf die grossen Hütten, wie Donncrsmarckhütte und Bismarckduttc wird befürchtet. Die Forderungen der Arbeiter rr- strecken sich jetzt anch auf die SechSstundenschicht. Auf der „Ludwigsglückgrubr" sind die Arbeiter mit neuen Lohnforderungen hervorgetreten. Waldenburg i. S., 18. April. In sämtlichen Spinnereien und Webereien Mittel schlesiens ist die Arbeiters chaft in den Ausstand getreten. Dem Streik liegen Lohnforderungen zugrunde, über die augenblicklich verhandelt wivd. Herstellung üer Ruhe in Sraunschweig. Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs. Braunschweig, 18. April. Heute nachmittag ist der normale Eisenbahnbetrieb wiederhergestellt worden. Auch der Telegraphen- und Fernsprechverkehr nach auswärts ist wieder in Betrieb. Nach den„Neuesten Nachrichten" haben sich auch 150 ehemalige aktive Unteroffiziere an der Einnahme dsr Stadt beteiligt. Sie hatten sich vorher im geheimen organisiert, um am Mittwoch abend der Volkswehr und der Dolksmarinedwision ein Ultimatum zu nellen, das die Räumung des Schlosses nnd der Kasernen verlangte. Das Ultimatum wurde angenommen, die Gebäude van den Unter» Offizieren besetzt. Das nette Kabinett in Brauuschweig. Braunschweig, 18. April. In einer Bexhaudlnng zwischen General Maerker und dem Acktestenausschuß des Landtage? wurde eine Einigung in der Kabiuettsfrage erzielt, durch die die Spannung zwischen Braunschweig und dem Reiche beseitigt wird. Danach würde das Kabinett bestehen ans vier oder fünf MehrheitSsoziali st en, zwei Unabhängigen und einem Demokraten. Dieses Kabinett wird bis 24. d. M. im Amte bleiben. An diesem Tage wird der Landtag zusammentrete« und die Neubildung deS Kabinetts vornehmen. vor neuen Unruhen in flgppten. Verstärkung der englische» Besatznitg. Amsterdam, 18. April.(T.-ll.) Reuter vernimmt aas Kairo: In Aegypten herrscht augenscheinlich Ruhe. Man defürchtet aber neue Unruhen. Die 26, Division ist«uS der Dabrub- fcha zur Verstärkung nach Aegypten abgegangen. Gegen Ernst Däumig ist nach einer Mekburm der„Republik" Anklage irezen Teilnahme an den Januar-Unruhen erhoben wor» dem"Das Verfahren scktveot bekanntlich schon längere Zeit und ist durch die Au Hebung deS Haftbefehls nicht unterbrochen worden/ Däumigs Anhänger behaupten seine völlige Schuldlosigkeit. Die Verhandlung, die natürlich öffentlich sein wird, wird darüber volle Aufklärung schaffen. In l�r Oeffentlichkeit hat Däumig seine von uns bekämpften zfdeen namentlich in der letzten Zeit mit einem Ernst mib einer Besonnenheit vertreten, die iqm die Achtung auch seiner Gegner eingetragen haben. Die schwfenöe Staüt. Äon P a u l Ha u p t. Em plumper, schwarzer Buckel mit gesträubten Haaren, schiebt ich der Hügel mir seinen entlaubten alten Bäumen in das Nebel- ■mo. hinein.&i(viex. dicker Nebel, in die Niederung krampfhaft .neingedrückt wie ein wildes Tier, das eine Beut« unter sich hat, ..■2 ei nicht entrinnen lassen will. Die Stadt liegt im Tal am i-ügsl, Rasseln und Lärm bringt aus ihr empor. Die rottrüoen Runde der ewig brennende» Laternen schwimmen wie Leuchtbojen einem grauen unbewegten Meer, weit hinten liegt ein Streif vten,' grünen, gelben Lichtes, eine schwarzgetigerte Schlange ichletcht dort manchmal entlang, die Elser, da bn. An den kahlen Bäumen auf dem Hügel zupft der frisch« Früh- . ngSmorgeawind die zarten Älättchen aus den Knospen, unheimlich all, mehr fühlbar als sichtbar drängt der Nebel um den Hügel, als müsse er die Stadt vor dem kommenden Frühling verbergen. Sie 'chläst in Nacht und Nebel wie in einem dumpfen Bett, die Stadt, e-nen unruhigen, friedloien Schlaf. Sie lärmt und arbeitet und 'chnanst unter der Nebeldecke, wie ein Tier, das an seinen Käfig- ■:iben zerrt. In ihr drängt sich Schaffenwollen und Unruhe; wie ch.» starkes Tier, von dem die Kette genommen, wird sie am Morgen ,'trafen? Sibelabenö Irene Trielch. Aren» Triesch beteiligt sich mit großem Wollen an der Arbeit, eer Bibel den Platz zu retten, den sie als Buch der Vergangen- feit aus anderen Gründen, als die Bibelgläubigcn sie gewohnt sind, 'ardern kann. Schätze dichterischer Schönheit, gesättigt mvt allen ernsten Werten der Wahrheit und des Lebens, gehoben au§ tiefsten Schächten von Gefühl und Geist, birgt dieses Büch der Bücher. Doch nenn f.« zwei Jahrtausende überdauern konnte, so war nicht dieser .''chrertsche Geb alt Ursache davon. Jetzt aber, wo kirchliche Nutzung < r Glaubenslehrzwecken dem Buch im Volke schwer Abbruch getan .cht. jetzt wird jenen tauge verkannten Werten besser gedient. Fn .diesem Amt wirkte Lü»ne Triesch nun wieder im Bechfteinsaal. ' Sie tritt im weißen Prophet enge wand vor die Menge und sie weiß, welcher gststigen Gaben da» gewählte Ävtt bedarf. Das Dichterische -er Vrbel ist aus männlichster.tzraft aufgegangen, und io«uß •■«« Künstlerin, die. sich gleichwohl daran tvagt, den Mut habe«, die Grenzen weiblichen GefühlSauSdruckeS bis zum Verleugnen zu weiten. Der Widerspruch aber, der hier ersteht, kann nicht bist zu vaklsm Wegtäusch, a überivuntzen werden. Die Triesch hat inbrunsi- arken Willen. Er kann lodern in überschwellender Lust, kann sich trauend vorwerfen in strenger Zorngetvalt, kenn leuchten und stger- m Hvtz»« tzi» lickbkich Db* ade» Hebt hohe Schönheit«b Licht, und doch mischen sich viel Zeichen ein, daß Gewolltes und gewaltsam Ersteigertes ist, wo nur Unwifffünliches leben darf. DaS muß immerhin vermerkt werden, und es mag auch angedeutet s«n, daß die Kunst der Frau Driesch im Lyrischen reiner und reicher ist als im Beherrscher, epischer Stoffe, etwa der Gleich» iSerzählungen. Doch wesentlich ist, daß die vorgetragenen Stücke weder in Aus- wähl noch Tan irgendwelchen kirchlich-pastoralen Wünschen nachgehen; nur Weltlich-Künstlerrsches öe stimmte. Weltliches aber«mch insofern, äls schwere Stimmungen, die heute lastenden gleichen, aus- gewählt waren, und geistige Ueberzeugungen, die Gegenwärtiges sagen, sogar mit feindeutlichem Betonen herausgehoben wurden. Ties rechtfertigt den Bibelabend der Irene Driesch nur um so mehr._ eck. Mferstehuag. Ans ewem' demnächst erscheinende« Gedicht-Zyklus von Max Kretzer„Soziale Auserstehongsgedichte«. Ich schritt mit dem Pastor durch Wiese und Feld lind hörte ihn plaudern von Menschen und Welt; Vom Studium, zu dem ihm sein Bater genötigt, Und auch von der schönen Karsreitagsprediot. Die er vorgestern im Dorie gehalten, Wo er gepriesen das göttliche Walten Im ewigen Werden und ew'gen Vergehn Und bei Christi drittägigem Auferstehn, Was alles bekanntlich die Lehre nur fei Von Dreieinigkeit und dem Glauben dabei.. iEr nahm eine Prise und räuiverte fich Und wehrte gemächlich der Mücke den Stich; Denn später als sonst war Ostern gekomme», Schon kündend des Sommers himmlische Wonnen.) Denn der Glaube müsse stets selig machen. Er strick fich den Bauch und fuhr fort mit Lache«: „Die Menge gewinnt man nur durch Verdrehung. So kommt man zum Mythus der Auferstehung." Da« borte ein Sämann, der neben uns ging, Dessen Auge am Boden träumerisch hing, Und der mit des Bauern gleichmäß'gem Regen Der FrühjahrSsaat erteilte den Segen. Die Hände ließ er im Sonnenlicht spielen. So daß ringsum die Körner gar golstg fielen. Er zog, wie eS mir schien, mit lautlosem Schritt In Furchen die ganze Erde mit. Und demütig sprach er mit HeilandSmund: ..Schon regt sich mein Geist wieder im Welienrund; Wie immer entstieg ich der Ällmuuer Schoß llnd leg' für euch olle den Humus hier bloß. Damit bald die Früchte das Himmelslicht iebn; llnd dgs preis' ich alf Wunder Sora Ausersteh«, Gewaltftrekch unö Selagerungszuftanö. Braunschwetg— Berlin— Leipzig. Die.Freiheit" nennt den Einmarsch der Regierungstruppeit in Braunschweig, der sich erfreulicherweise unblutig vollzog, einen .Gewaltstreich". Wir erinnern uns nicht, jemals in der„Freiheit" denselben Ausdruck gelesen zu haben, wenn in München, Braun- schweig. Bremen oder sonstwo eine rechtmäßige Volksvertre- tung mit Gewalt auseinandergejagt wurde. In Braunschweig handelt es sich um nichts anderes als darum, die vom Volk gewählte Vertretung und eine Regierung, die sich auf das Vertrauen dieser Vertretung stützt, wieder in Funktion zu setzen, also denjenigen Zustand herzustellen, der von einem Gewalt- zustand am weitesten entfernt ist. Daran kann auch der Protest 'des„Aeltestenausschusses" nichts ändern und auch nicht die Tat- fache, daß er von einem Mehrheitssozialisten, dem Genossen Jasper, unterzeichnet ist. Der verschärfte Belagerungszustand mutz natür- lich sofort wieder aufgehoben werden, sobald die Herstellung recht- mätziger Zustände gesichert ist. Die„Freiheit" erregt sich weiter darüber, daß der preußische Ministerpräsident Hirsch einen Antrag der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte auf Aufhebung des Belagerungszustandes in Berlin abgelehnt hat, und zitiert dabei das bekannte Wort Cavours, mit dem Belagerungszustand könne jeder Esel regieren. Aber Cavour ist längst durch die Erfahrung überholt, denn die Unab- hängigen und Spartakisten können auch nicht mit dem Belagerungszustand regieren, den sie überall sofort einführen, wo sie zur Herrschaft kommen. Der Belagerungszustand, der von der Regierung verhängt wird, ist heute nur noch das Mittel, den Belagerungszustand zu verhindern, den die Unabhängigen und Spartakisten verhängen wollen. Einem allseitigen Ver- zicht auf jede Beschränkung der staatsbürgerlichen Gleichberechti- gung und Freiheit sind wir jederzeit bereit uns anzuschließen. Aber die ersehnte volle Freiheit nur herstellen, damit die Unab- hängigen und Spartakisten sie sofort wieder vernichten können, hat seine Bedenken. Ueber Sachsen ist der Belagerungszustand verhängt. Die Un- abhängigen sagen, er sei schon geplant gewesen, bevor Genosse Neuring ermordet wurde. Da haben diejenigen, die ihn schon eher planten, sehr recht gehabt; denn durch rechtzeitige Ausführung ihres Plans hätte die viehische Mordtat von Dresden vielleicht verhindert werden können. Nun erklärt der unabhängige Arbeiter- und Soldatenrat von Leidig, daß sich Leipzig an die Dresdener Weisungen nicht kehre, sondern den Kampf gegen die Re- gierung Gradnauer aufttehme. Daß die Regierung Grad- nauer die ungeheure Mehrheit des sächsischen Volkes hinter sich hat und im Volksauftrag handelt, darauf wird natürlich gepfiffen, und wenn eS zu Konflikten kommt, so haben die Dresdener Blut- Hunde daran schuld. Sie wollen sich nicht alle in die Elbe werfen und nachher Schietzübungen auf sich veranstalten lassen, nicht ein- mal diese harmlose Belustigung gönnen sie dem spartakistischen „Volk"! Ja, sie sind Schütten und Volksverräter diese Mehrheits- svzialisten.'___.. der'Rchtstunüentag für üas Fugperfona!. In den letzten Tagen haben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten eingehende Beratungen mit den Vertretern der Fachver- bände der Elsenbahnfahrbeamten über die Durchführung der ach:- stündigen Arbeitszeit für das Lokomotiv- und Zugbe- gleitpersonal stattgefunden. Die Verhandlungen haben zu einem vollen Einvernehmen geführt dank der sachverständigen Be- Handlung der Fragen durch dte Beamtenvertreter und dem ver- ständnisvollen Eingehen der Verwaltung auf die Wünsche der Be- amten. Trotz aller Schwierigkeiten, die der Durchführung der der- kürzten Arbeitszeit gerade, für die Zugpersonale wegen der An- forderungen des Betriebes entgegenstanden, werden sich künftig auch oiese Beamten der achtstünvigen Arbeitszeit erfreuen. Vor dem Auseinandergehen der Konferenz begrüßte Minister Oeser .die Erschienenen als die Vertreter der in den Fachverbänden organi- sietten Lokomotiv- und Zugbegleitbeamteu und-Hilfsbeamten und sprach ihnen seine Freude aus über das durch ihre treue und fach- kundige Mitarbeit erreichte Einvernehmen, dessen Wichtigkeit nicht nur für die Verwaltung, sondern für das gesamte Wirtschaftsleben er hervorhob._ Graf Ottvkar Ezrruin wurde hei einem Versuch, die deutsch- österreichische Grenze ohne Patz zu überschreiten, tu Feldkirch ver- haftet. Die Ausstellung eines Passes war ihm wegen der aristo- kratrfchen Umtriebe in der Schweiz verweigert worden. Aus meinem Blute soll Sättigung sprießen, Nicht soll davon die Dogmatil genießen." Der Pastor, verschnupft, sah ihn staunend a« Und fragte mich kutz:„Sie, was sagt der Mann?" Dann setzt' er mit Würde den Weg weiter fort Und sprach wieder von Kirche und Gottes Wort.. ZlStize«. — Theater. Im Deutschen Künstler-Theater findet die Erst- aufführung von Lothar Schmidts Lustspiel„Das Schloß am Wannsee" am 26. April statt. — Musik. Am 23. April, abends 8 Uhr, Brahms-Abend im Saal des Deutschen Lvceumklubs. Anna v. Oobein und Elsa Mendel-Oberüber spielen: Sonate op. 106 D-Moll für Violine und Klavier, Sonate op. 2 Fis-Moll für Klavier und seltener gespielte Ungarische Tänze. Dazwischen singt Margot Engel-Fuchs zwei Gruppen Lieder. — Vorträge. In der Urania spricht Prof. Sckwahn über die„Geschichte der Urwelt" am Sonntag. Mittwoch und Sonnabend. Am Dienstag(4 Uhr), Mittwoch und Freitag(6 Uhr)„Tier und Mensch in der Wildnis", am Donnerstag.Lebensbilder aus der Welt des Mikroskops", zu kleinen Preisen. Im Hörsaal Sonntag, Montag, Donnerstag und Sonnabend„Die Schönheit der deutschen Lcmdschaft". —„Willem Marten", das V o l k s st ü ck unserer Rostocker Genossen S t a r o s s o n und Nespital wurde, nachdem eS bereits in Liegnitz mit gutem Erfolge uraufgeführt worden war. jetzt im Landestheater Schwerin aufgeführt. Es hat auch dort eine sehr gute Aufnahme gesunden. Die Presse von links und rechts, auch die konservative, rühmt von den Gestalten, daß sie das Dorfleben charakteristisch spiegeln. — Das Seminar für Genosse nfchaftSwefcon, das an der Handelshochschule Bettin mit Beginn des Sommer- femesters in Tätigkeit tritt, bezweckt eine Vertiefung der Ausbildung für Genossenschaftsbeamte. Neben Justizrat Prof. Dr. Crüger wirken als neue Lehtträfte Verbandsdirektor Dr. Grabein und Generalrevisor Hildebrand. Nähere Angaben'in dem Vorlesungö- Verzeichnis für das Sommersemester s Verlag Georg Reimer, Bettin W. 10). — Alraune im Marmorhaus. Natüttich mutzte das gespenstische Gwers-Buch von dem Teufelsweib auS dem Samen des Gehenkten und aus dem Leib der Stratzendirne zur Verfilmung reizen, wenn es keine Zensur mehr gibt. Aber mehr noch als sonst: ärgert die Verstofflichung und die Masse der Lesespttich«. Gespielt wird gut; RoSzi Deszölli sieht auch seelenlos und teuflisch genug aus. Aber wenn überhaupt noch eine moralische Hebung möglich ist— dieser Film dient chr- kaum. Wer das ist auch nicht seine SWM.,«.b. ■'V" Der Ingestelltenstreit. Vsrkttnälunaen im Rei<�sarbeitsamt.! auZgenormn�l hat mrd bei der bedorstehenden Verschärfung VlK VÄt�tinvmniJK«»Ul 4\KlU7SJUivituPUMii« j mi1;� rriwieweit diese. AuSna�nen aufrecht� Den Verhandlungen, die vor dem ReichsarbcitSminifter Bauer erholten bleiben'allen. Meine persönliche Auffassung, d� ich geführt wurden, wohnten als Vertreter der Streikenden Auf- wiederholt in den Versammlungen der Obleute geäußert habe, geht Häuser. Schmidt und Hübner bei. Der VollzugSrat war z dahin, daß Gas und Wasser grundsätzlich vom Streik ausgeschlossen ■jurdh Brutus Mslkenbuhr vertreten. ReichSarbeÄs min ister Bauer biechm sollen während bei den übrigen gemeinnötigen Betrieben sprach die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen, d.e sich nun muB' 06 � ra 15611 QtVelt**' 'chon so lange refuÜatloS hinziehen endlich?u e-nein gedeihlichen � � wiederholten Versuche, durch Verdächtigung der Ange- Abschluß kommen mögen. Herr v. Bo rsig führte darauf in lan- �--■■ � � � gerer Rede die Gründe auS. die den Verband der Metallindustriellen verhinderten, in diesem einen und letzten Streitpunkte den Ange» stellaen noch weiter entgegenzukommen. Der Verband könne und wolle kein Präjudiz schassen. Minister Bauer bemerkte hierzu, daß der Verband heute nicht mehr die Verantwortung habe, ein« etwa die gesamte Industrie bindende Entscheidung zu treffen, da andere Gewerbe, wie das Versicherungswesen und die Brauereien bercrts zu einer Einigung gekommen sind. Er macht« jedoch die Vertreter der Arbeitnehmer darauf aufmerksam, ihre Forderungen nicht zu hoch zu schrauben, da es durchaus noch nicht sicher sei, daß die Regierung in dem kommenden Gesetz allen Forderungen der Angestellten rückhaltlos beistimmen würde. Die Lertreter der Streikenden beriefen sich darauf, daß ihre Marschroute von der am Donnerstag stattgefundenen Obmännerversammlung vorgezeichnet sei und daß die Angestellten sich mit halben Konzessionen nicht mehr abspeisen ließen. In der Frag« des Mitbestimmungsrechtes der An- gestellten ertlärten die Vertreter vom Verband der Metallindu- striellen übereinstimmend, daß, wenn der GeschäftSleiwng die MSg- lichkeit genommen werde, selbständig Neucinstellungen vorzunehmen, man für ein gedeihliches Arbeiten der Betriebe keine Gewähr mehr übernehmen könne.— Nach langen Debatten' wurde in der Fvage des Mitbestimmungsrechts bei Kündigungen seitens der Arbeit- geber daZ Zugeständnis gemacht, daß der AngestclltenauSschuß auch der Kündigungen von Angestellten mit einem Einkommen über tJ000 M. Einspruchsrecht haben solle. Schließlich führten die Verhandlungen zu dem an anderer Stelle mitgeteilten Ergebnis. die verhanölungen üer öankbeamten. Zwischen den Bankleitungen und- den Bankbeamten konnte gestern ein Einverständnis noch immer nicht erzielt werden. Die Schiedskommission wurde auf beiden Seiten um je drei Mitglieder erweitert. Die Angestellten gaben die. Erklärung ab, daß es ihnen durchaus nicht darum zu tun sei, die Bankleitungen bei der Ein- stellung von besonders geeigneten Persönlichkeiten, die für beson- dere Funktionen benötigt werden, zu kontrollieren. Die Geschäfts- lcitung solle hier nicht im geringsten gehemmt, vielmehr unter- stützl werden, da der Hinzutritt tüchtiger Beamter das Gedeihen des Unternehmens fördere. Lediglich bei guantitatiden Eiustellun. gen könne der Ausschuß auf sein Mitbestimmungsrecht nicht der- zichten. Es müsse durchaus verhindert werden, daß die Bankleitung bei aufsteigender Konjunktur Masseneinstellungen vornehm« und 'päter. wenn das Geschäft abflaue, nun nicht etwa die neu Hinzu. gekommenen entlasse, sondern altes Personal, das nicht mehr ge- nügend-rboitSfähig und deshalb zu teuer erscheine. Di« Verhand- itelltonführer den Streik selbst zu sabotieren, sind nicht nur als verbrecherische Drohung, sondern vom Standpunkt der Angestellten- solidarität, der sich auch Ihre Redakteure des.Berliner Tageblatt-' nicht entziehen sollten, als.verbrecherische Handlung"«rzusehen. Streikunterstützungen an wochenlöhner üer Metallinöustrie. Den Wochenlöhnern der Metallindustrie soll in den nächsten Tagen Stoeikmlterftützung gezahlt werden, und zwar durch ihre Verbandsbu r caus. Die Obmänner der Unterstreikleitungen werden gebeten, im� Laufe des sonnabends, Dienstags und Mittwochs im Zentralftreikbureau, Haverlands Festsäl«, Neue Friedrichstr. 35, ihre Unterschriften zu hinterlegen, ebenso die stellvertretenden Ob- leute. Diese Hinterlegung ist noüvondig, weil die Unterstreik- leitungen auf einer Karte, welche den Streikenden ausgehändigt wird, die Streittage bescheinigen müssen. U. a. werden auszahlen: Deutscher Werkmetsterverband: Sonntag, den 20. April, 10—1 Uhr, Alexcmderstr. 21. Zentral verband der Handlungsgehilfen: Seftrn- abend, Dienstag, Mittwoch. 4—7 Uhr, Kaiser-Wilhelm-Str. 20. Verband der Bureauange stellten: Sonnabend, Dienstag, Mittwoch, 4—7 Uhr. Strclcmer Straße 66. Kaufmännischer Verband für weibliche Ange- stellte: Sonnabend, Dienstag, Mittwoch, 9—1 Uhr, Cöpenicker Straße 71. Kaufmännischer Verein von ISöS: Dienbiag und Freitag, 4— 7 Uhr, Jerusalemer Str. 3. Einigung km Kölner �ngestelltenstrelk. Köln, 18. April. Nach Dlättermeldungen ist man in dem Streik der Angestellten bei den Einigungsverhaadlungen zwischen den Arbeitgebern und Angest elltenverbänden unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten zu einer Einigung gelangt. Die Ar. beitgeber haben in bezug auf Gehaltserhöhungen und Erhöhung der wirtschaftlichen Beihilfe weitere Zugeständnisse gemacht. * Fachgruppe 1«. Buchhandel, Buch- und Zeituugs- gcwerbe. GroßBerlw Drei geheimnisvolle Leichenfunde. Mit den Ereignissen im März stehen drei Leichenfunde in Per« bindung, die in der Alsenbtücke, am Mühlendamm und am Luisen- uker gemacht wurden. Die erste Leiche wurde am Mittwoch an der Alfenbrücke gelandet. Trotz der starken Verwesung war noch zu erkennen, daß der Tote einen tödlichen Brustschutz erhalten hatte. Kriminalkommissar Dr. Lnuschat gelang es festzustellen, daß es sich um einen Stallschweizer Erich Mauzke aus der Andreasstr. 20 handelt, der seit den Märzunruhen zusammen mit seinem V a t er und einem zweiten Bruder spurlos verschwunden war. Die Mutter hatte überall gesucht, aber nirgendwo eine Spur gesunde«. Sie hatte nur erzählen hören, daß alle drei bei dem Aufstauo.verunglückt" und ins Wasser geworfen worden seien. Nun wurde am Donnerstag am Mühlendamm wieder eine Leiche aus dem Wasser gezvgen, die im Racken eine tiefe Stichwunde aufweist. Auch sie dürfte seit den März- unruhen im Wasser gelegen haben. Besonders auffällig ist, daß dieser Tote um Arme und Beine Verbände trug und ohne Fuß- bekleidung war. Es wurde zuerst angenommen, daß er der zweite vermißte Sohn der Frau Manzke sei. Eine Besichtigung ergab jedoch, daß das nicht der Fall ist. Seine Persönlichkeit läßt sich nur schwer feststellen, da keine nähere Beschreibung mehr von ihm gegeben werden kann. Wer noch seit den Märzunruhen einen Feldgrauen vermißt, wird ersucht, sich im Zimmer 96 des Polizeipräsidiums zu melden. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß auch dieser Unbekannte bei den Unruhen verwundet oder ge- tötet und dann ins Wasser geworfen worden ist. Wie seinerzeit schon festgestellt wurde, sind viele der damaligen Opfer der Un- ruhen beraubt und dann beiseite geschafft worden. Beson- derS hatte man es auf die Stiefel abgesehen und es ist anzu- nehmen, daß man auch dem noch unbekannten Feldgrauen vie Fußbekleidung entwendet hat. Eine dritte Wasserleiche wurde gestern vor dem Hause Luisenufer 88 gelandet. Auch sie hat toahrscheinlich schon seit den Märzunruhen im Wasser gelegen. Der Tote, ein Mann von etwa 28 bis 30 Jahren, der 1,77 Meter groß war und rotblondes, kurzgeschnittenes.Haar und ebensolchen� Schnurrbart hatte, ist aus der Brust, aus. beiden Armen und Händen stark tätowiert. Unter seiner Militäruniform trägt er eine Jacke mit den Abzeichen von Kriegsgefangenen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eS sich um einen solchen handelt, der sich in Verkleidung an den Kämpfen beteiligt hat. Die Achselklappen. tragen die Nr. 19, innen ist ein Stempel deö 1. Garderegiments. Ein Taschentuch ist W gezeichnet. Ob auch diese Leiche Verletzungen aufweist, kann erst die genaue Besichtigung und Obduktion ergeben, Die Erschießung des Herrn Abrahamsohn in der Holzmarkt- strafte hat uns seinerzeit veranlaßt, sehr eindringlich diese Sache zu verfolgen. Jetz: geht uns, nach 32 Tagen, die Mitte ilu:«z 4»" ReichStoehriirini iterS zu, daß das gerichtliche Ermittlungsverfahren gegen Leutnant Czekalla eingeleitet ist. Czekalla ist— nacz vorläufiger Enthebung vom Dienst durch Freikorps Lützow— flüchtig geworden. Haftbefehl wegen Totschlags und rechtswidrigen Waffengebrauchs gegen ihn ist erlassen. Aus tragische Art umS Leben gekommen ist am KarfteitoH- nachmittag der IZjährige Gerichtsdiener I. Raß auS dar Otav:- Eine Versammlung der Angestelltenausschüsse und Vertrauens- leute in den Prachtsälcn.Alt-Berlin", Blumenstraße, nahm zu den To ri sver handln ng« n und zur Frag« Oes Generalstreiks Stellung. Heber die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverbande berichtete terr Dr. Pfirrmann vom Angestellt.'averband des Buchhandels.. uch- und ZeitungSgcwerbeS. Große Genugtuung und Beruhigung straße 30. Er hatte einen Dchutzapvara: gegen" Einbrecher kon- rief die Mitteilung de» Referenten hervor, daß der Arbeitgeber- struiert. Als er in sein« Laube, JungsernheiSe. einte Wrißschraube verband für den Buchhandel das MitbestimmungSrechr zugesichert! bellte, entlud sich das Pulverrohr, die Schraub.? drang ihm tn die hat. Ter Buchhandel nimmt deshalb davon Abstand, sich an dem Herzgegend und Raß starb im Paul-Gerhardt-Siift unter den ------"..•, w„ s Generalstreik zu beteiligen. Die hieivon nicht betroffenen Unter. 1 Händen des Arztes. Er hinrersäßt efr.e kränkliche Frau und trn langen zogen sich 6:5 w den spaten Nachmittag hin, ohne daß es gruppnt beschlossen, eine geheime Abstimmung in den Betneösn- Kuider zwischen 3 und 9 Jahren. auch nur zu irgendeiner bestimmten Formusterung der En.schtusse vorzunehmen und danach ihre Entscheidung zu treffen. auf beiden Seiten gekommen wäre. Die Beratungen dürften sich Bersammlungeu. auch über die Osterfetertage hinweg erstrecken, da allem die ve- r-tung des RsichStarifS, übe? den die Ansichten sehr geteilt find, mehrere Tage m Anspruch nehme» wird. Angestellte der Waren- unü Kaufhäuser unü üer Spezialgeschäfts Sroß-Serlias. Durch die- schroffe Ablehnung unserer Forderunge» sviten? de» Arbsitgeberveribandes im Einzelhandel haben sich die vom Zentral- venia od der Handlungsgehilfen wiederholt versuchten EinigungS- Verhandlungen zerschlagen. Die Angestellten beschlossen in der von ungefähr 12 000 Personen besuchten Massenversammlung, die am Donnerstagnachmittag im Saal und Garten der Bötzow-. Brauerei startfand, gegen 3 Stimmen, den Streik fortzusetzen. Der Streik steht gut: Reibst vielen Kaufhäusern haben auch Zanze Brancken unsere Forderungen bowilligt. Die groß« Massenversammlung, in der die weitere Stellung- nehme erfolgt, findet heute, Sonnabend früh, 0 Ahr, im ZiriuS Busch statt. Aus diesem Grund« fallen sämtliche z» heute vor» mittag angekündigte» einzelnen BetriebSver- semmlungen aut. ES sei nochmals darauf hingewiesen, daß nur die mit.Namen und Stempel der Streikleitung versehenen Notizen, Inserate und Verordnungen zu beachten und befolgen sid. Die Streikleitung. Felix, Hannemann, Klinkow, Licht, Saul. vis vertzaaülanAen über üea Warenhausstreik. Auf Veranlassung des Tollzugsrats deS Arbeiter- und Soldaten. ra:s Groß-Berlin fanden am gestrigen Freitag, nachmittags 4 Uhr, EinigungSverhandlungen zwischen den Arbeitnehmern und Arbeit- gebern statt. Vertreten waren der VollzugSrat als Leitung, ferner der Ar- veitgeberverband im Einzelhandel, der Zentralverband der Hand» lungsgehilfen und die Streikleitung. Die schwierigen Perhandlungen zogen sich bis 10 Uhr abends bin und endeten mit einem VergleichZvorschlag in allen' strittigen, Punkten, de: der Streikleitung und dem Zentralverband der Hand lungsgehilfen Veranlassung gab. diesen Vorschlag den Stveilenden. zu: Stellungnahme S 0 n n a b e n d, d e n 19. 4., vormittags 9 Uhr, in e'-tter Versammlung im Zirkus Busch vorzuschlagen. Findet dieser Vorschlag Annahme, so soll die sofortige Aufnahme der Arbeit stattfinden. Zur 5raße üer Verschärfung öes Stveits. S. Aufhäuser aus der Zentralstreikleitung der Angestellten n dem„Berliner Tageblatt" ein Schreiben überft�ndt, worin er feint Stellung zur Frage der Ausdehnung des Streiks auf Wasser und Gas präzisiert und sich gegen die Unterstellung, als habe er für die Ausdehnung aus diese gemeinnützigen Bei.riebe gesprochen, verwahrt. Wir geben das Schreiben an das„Berliner Tageblatt" hier wieber. weil wir es für bedeutungsvoll Halter-: Unter der geschmackdollen Ueberschrrst„Verbrecherische Dröhun- gen" berichten Sie tn Ihrer Sonntagsausgabe, daß ich in der Ob- leuteversammlung der streikenden Angesrellten der Metallindustrie die Anwendung des Streiks auf solche Betriebe angedroht habe, d.-nen die Versorgung mit Gas, Wasser, Elekfc.nzftät und Lebensmitteln obliegt. Dies« Mitteilung über meine Ausführungen steht mit der Wahrheit ebensosehr in Widerspruch, toi« die übrige Be- Die Angestellten der Deutschen Bank versammeln sich heute, sonna-bcnd. vormittags 10 Uhr. in den Äermania-PrachtfAen, �yausieeztr. 110, zu? Entgegennahme wichtiger Mittetlungen. Sommerz. und DiSkontobank, Heute nachmittag 3 Uhr Be- tmebSversammlung im GewerkschastShauS, Saal 1. Engelufer 13. SewWffchoDbewWmv Kein Streik im Hastwirtsgewerbe. Nachdem sich in der Nacht vom Mttwoch zum Donnerstag die Mchrhett der öffentlichen Versammlungen der Gasthau Sange stellten für den sofortigen Generalstreik erklärt hatte, hielt der Verband der GastwirtSgehllfen in der Nach! zum Freitag eine Generalver- >anrmlung ab, die den endgültigen Beschluß über den Streik fassen sollte. In der sehr lebhaften Aussprache wurde von mehreren Rednern -Sl: i®'' Beschluß der öffentlichen Versammlungen solle be- uongt und der Generalstreik proklamiert werden, um die sofortige Adschaffimg des Trinigeldspsteins für die Bierlokale durchzusetzen. Verlangen trat die BerbandSleitung mit aller Eni- schtedenheit entgegen. Sie betonte, daß von einem Streik keine Rede sein könne, wenn man die Forderungen ohne Kampf erreichen könne. Das sei hier der Fall. Die Abschaffung de« Trinkgeldsystems und die Einfuhrung fester Löhn« sei gesichert. Wie schon in den öffentlichen Versammlungen festgestellt werden konnte, soi im Verhandlungswege erreich: worden, daß das Trink. gelöst) siem am 1. Juli im ganzen Qknnm crsge werbe Berlins beseitigt wird Nach dem Beschluß der öffentlichen Versammlungen seien die Verhandlungen vor dem Einigungsamt wieder anitzenom» men worden. Dabei sei erreicht, daß dt» Trinkgeldsystem schon a« 1. Juni restlos beseitigt wird und fest; Löhne bezahlt werden. Auch das Mitbestim- mungsrccht"bei Entlassungen fei de« GattwirtSaugestellten zugestanden und es solle sofort in Kraft trete». Damit seien die Forderungen, fiir die die Gastwirts gehilsen seit Jahren gekämpft haben, tatsächlich erfüllt, und es würde unverant- wörtlich sein, jetzt«wen Generalstreik zu veranstalten, der gtzn- stigstenfallS zwei Wochen früher das bringen könnte, was jetzt er- reicht ist. Auch habe der Berein der Berliner Kaffeehausbesitzer eine wöchentliche Lohnerhöhung von IS M. zugestanden. Die Vertreter der übrigen Angestelltenorganifationen schloffen sich dem Standpunkt des Vorstandes des Verbandes der Gastwirt»» ge Hilfen vollkommen an. Trotzdem kam in der Versammlung auch jetzt noch eine starke Stimmung für den Streik zum Ausdrucks Eine durch„Hammelsprung" vorgenommene Abstimmung er- gab III Stimmen für und 103. Stimm»» gegen den Streik. Der Borsitzende Skepsgarth stellte fest, daß bei der Abstimmung Un- regelmäßigkeiten vorgekommen seien. Aper selbst, wenn das M- stimmun-gsergeonis einwandfrei wäre, würde es keine Organisa. tion verantworten sännen, einen Generalstreik zu führen, der mit einer so winzigen Mehrheit beschlossen sei. Der Vorsitzende erklärte: Es gibt keinen Streik, die Arbeit wird nicht uicdergelegt. Ich bin bereit, mein« Haltung jederzeit vor der Generalversamm- lung unseres Verbandes zu veraritworten. Die Stimmung der Versammlung hast« sich inzwischen be- ruhigi. Anträge gegen die Erklärung des Vorsitzenden ivurden nicht gestellt. Die Versammlung war also damit einverstanden, daß nicht gestreikt wird._ Einen guten Fang machte am Karfreitag nachmittag gegen 5 Uhr die Kriwinolpolizei. Es war ihr bekanntgeworden, daß Lei dem Dentisten K. Müller, Schöneperg, Akazien straße 3a, eingebrochen werden sollte. Eine starke Patrouille wurde in der Woh- nung versteckt gehalten und trat in Aktion, als die Einbrecher her der besten Arbest waren. Unter den Festgeriomsienen befindet sich der berüchtigte, mit S Jahren Zuchthaus vorbestrafte EgidiuS Rybski, wohnhaft Bülowstraße 32, welcher erst vor U Tagen aus dem Zuchthau fs entlassen worden wir. Die Theatervorstellung des RcichSüundeS der Kriegsbeschädigte«, Kr-.tgßteilnehme- und AriegShinterblutbenen im Zentral-Thearer findet nicht am 2l., sondern am 20.(1. Osterfeierlag) statt. D'ä für der. 21. ausgegebenem Eiutristskarfcn haben für den 20. Gültigkeit. Eisenbahner'Beamte und Arbeiter), die sich als Bertrauevs- juänp.cr zur Verfügung stellen wollen, worden ersucht, chr« Adresse nebst Anzabe von Dienststelle und Dienststellung einzusenden an Unierafsistent Thurau, O. 34, Zorndorfer Str. SO. Spandau. Dm Siadtverordnetenversammlwng beschäftigte sich am Donnerstag mit einem sozialdemokratischen Antrag, worin der Magistrat ersucht wird, Vorbereitungen zu treffen, um die Ausführung der städtischen Bauten vom 1. Oftober ab in eigene Regie zu übernehmen. Der Antrag wurde zur Vorbereitung einer Kom- Mission überwiesen. � Grotz-Verliner Lebensmittel. � Infolge des geringen Milcheingangej können auch am Sonnabend.die ß,>Lti«r-Klanicukarteu nur mit Liter Vollmilch bel, eiert»erden. Auf die und ,OII"»Karten wird vom Aantag. LI. Av'.ü. ab bis em> schließlich Donne'.Staz. 24.. je eine Büchse Kondensmilch ocradsolgr Berit«. Auf Ävschnitt der B«: lina BeziigSlart« entfallen dem» nächst SS0 Gramm Lrockengemüse, und zwar 2ö0 Gramm getrockneter mit 100 Granim gelrockncten Die Firma Richter u. Schorle: bemerkt in einem an unZ ge- richtersrattung des„Borlinor Tageblastcs" über den. Streik. i richteten Schreiben, daß die bei ihr beschäftigten Tischler 12L M. Ich habe dem Zinne nach ausgeführt, dal 3 die Streikleitung Durchschnittslohn verdient haben, worüber die Lohnbücher Aus- bis jetzt Gas, Wasser, Elektrizität, Leöensmitstllbetriebe usw. vom t Wuh geben könnten. Weißkohl in B erbindun z mit 100 Gramm gelrockruten anderen ©«nifisearien, je nach den in den KleinhandelSgefchäslen vorhandenen Se- ständen Rotkohl. Airftnglohl, MohrrLüea, Spinat oder Zwiebeln. Bestimmte Eemllsearten können nicht beausprucht weiden. Der. KieiuhaudatShüchsl- oreis beträgt für die 250 Gramm Weißtohl 1.15:X, ferner für Roiiohl 0,30 M,, Wirfingkobi 0�3 M.. Mobrrüben je 100 Gramm Gewicht 050 M.. Sdinat l.00 M,. Zwiebeln 0L2 M. Ter rot« Abschnitt ,Z- ist in den durch Aushang kenntlich gemachten Geschäften gegen EmpfangOjcheln ab- zuliesern, Sonnabend, Dienstag und Mittwoch zur Anmeidung vorzulegen. vi« Ausgabe erfolgt erst am 25. Aveil Der Magistrat macht ausdril&ch daraus aufmertfanx, daß das gute städtische Lrockengemüse nicht vor Mine. nächster Boche ausgegeben wird. Bor Ankauf bereits im Handel befind- iicher, minderwertiger Bare wird gewarnt. Martendorf-Südcnde. Diejenigen Wnwebner, welche versäumt haben, sich mit den AbschniMn 105 u. 100 zum Bezug« von Marmelade anzumelden, können die daraus«niserllende Menge non 550 Gram» in den beiden Gemeindeiäden bit Mittwoch in Lmvsang nehmen.— Aus Abschnitt 107 u. 10» 500 Gramm Marmelade. Für die bit zu» 26. d. W. nicht eingelösten Abschnitte«rli'cht das Bezugsrechl.— Die Gemeinde bringt aui den Restbesländen, welche bei den Händlern verblieben find, brS zum 19. fa. M. 1 Sternchen Zwirn und I Dickel Stopfgarn für jeden HauShast zur Berteilnng. Mit dem 20. d. M. ersticht das Bezugsrecht. Die Händler könne:: die nicht abgeholte Bete nach dem 30. d. M. freihändig verkaufen. Rowawes. Jusolge der äußerst geringen Znsuhr an Milch ist die Gemeinde gezwungen, die Milchkurten zu ff, Liter von heute ab bis auf weiteres auf ff, Liter zu kürzen. Sichterf-ldc. Das amerikanische Wehl kommt am Sonn. übend zur Verteilung. Nähere Bekanntmachung an den Ansch'agsäuleu.— Auf Nr. 19 und 18 der blauen BezugStarte ein halbes Pfund sdermae (70 Wh �. Steiu-Schöneberk. Fichtenau. Di- von 1911 vi» 191» geborenen Kinder erholten vom Drogist Steinborn ein Paket Milwpudtingpuster und 50 Gramm Schotolade, die von ie0i bis 1913 Geborenen zwei Pakete Milchpuddtngpuioer. Lei den Kausleulen uiid Kondilor Avrieitt aus Ab- schallt 20t: 500 Gramm Teigwaren, aus tiuS: 20» Gram» Gries, aus 204: 350 Gramm Graupen, ans 20ö: 250 Gramm Hafer flocken. Brün Aaufmann Luttbagen srethändlg noch Zitronen für 50 Pj Steglitz. EinheitSsutter für Pierde. für jedes Pferd 1 Zentner 82,50 M., einschließlich Sack, gegen Vorzeigung der Haferkarte bei , Dahlemarm, Schloßstraße 70, Qiefteld Nachslg-, Ahornstvaße 23, Celle '«, Wurzel, Schlldhornstraß« 70. Charlvttenburg. Sämtliche Vcoikommisslsnm uich BezugsWein- stellen bleiben an beiden Ostcrfeiertagen geschlojsen. Besonders -dringliche Anliegen an die Brotkommissionen werden am ü. Oster- seiertag im Rathause, Zimmer 18» von 12—2 Uhr erledigt. Heute Sonnabend sind die Bczugsscheinstellcn nur von 10— 1 Uhr geöffnet. Stralau. Sonnabenid, den 20. d. M.-, 230 Gramm Rubeln(18 und 10). Die Abschnitte sind bis Mittwoch in den Geschäften ab- zugeben. Der Geschäftsinhaber hat über chre Zahl iwi quittieren. Verkauf nur gegen Rückgabe der Ouittungen. Drehtow. 100 Gramm Grieß 150 Gramm Kinbergersten- mehl für Jugendliche(82), 250 Gramm Marmelade(1). frisch? Mische (40),'A Pfund Räucherwaren' lM). Bitchholq. 230 Gramm ausländisches Mehl(14), 230 Gramm Kunsthonig(4). Kinder bis zu 8 Jahren und Kranke mit ärztlichem Attest Schokolade bzw. Kakao. Verkauf im Amtshause heute Sonn- abend für.A— 13 von 10—%11, für H— N 3411— 11, für O— S 11— 3412, für T— ZI? 12— 12. Für Jugendliche% Pfund Grieß (31 und 32). Auf die Weiße Karte Süßstoff, 1 Zitrone. Wetterbericht bis S o nn f ag m i H:j Im Binnenlands trecken und vielfach heiter, am Tage überall mild. Im Küstengebiet überwiegend bewölkt und stellenweise etwas Regen, mäßige West- liche Winde. Verantwortlich für Politik Artnr Zickler, ckharloitcnburg, für den übrigen Teil bcs BlatteS: Wfred Scholz, Neukölln.' für Anzeigen: Theodor Glocke, Perlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und VerlagSanstalt Vau! Einger u. Co. in Berlin. Lindenstraße 3 eskursni kennbsiin LrökkuunZ: Lonnubencl, öen 19. kipril 1919.» Täglich ab 5 Uhr: Künstler-Konzert. OStL* FünfsUhrsTee. Fernsprecher: Wilhelm 6173. Für Tischbestellunsen: Wilhelm 7718. Mittag» u. Abendkarte. Opernhaus Mittags 12 U.: Sonderkonzert der Kapelle der Oper. 7 Uhr: IX. Sinfonie-Konzert der Kapelle ter Oper. SciiausDieltmus Kabale und Liebe. Anfang 7 Uhr._ Volksbühne Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich Kavßler. 7'/; Uhr: Wilhelm Teil. uirektion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr; Wie es euch gefällt. Srg. 2>/z Uhr: Was ihr wollt. Sonntag 7 Uhr: Faust I. Kammerspiele. T/i Uhr: Unterwexs. Sonntag 2>/z Uhr; Frühlings Erwachen. Sonntag?>/- Uhr: Der Star. Kleines Schauspielhaus 7'/..: Die Büchse der Par.dora. Stg, 2V2 Uhr: Der Weibstcuiel. Sonntag 71/2 Uhr: Die Büchse der Pandora. Theater I. d. KönlggrätzerStraße Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer VaS Uhr: Der Vater. Ostersonnt. 3: Rosmersholm. abends; Musik. Ostermont. 3: Rosmersholm. abends: Der Vater. Eomodienhaus an der Marschalibrückc 1/28 Uhr: Feldherrnliüjel. Ostersonnt.: Feidherrnhügel Ostermont.: Feidherrnhügel Berliner Theater v uhr: Sterne, die wieder leuchten. Trianon-Theater. Bhf.Fnedrtchstr.Ztr.4927,23Ml Nachm.>/»f Uhr kleine Preise; ScJUneewittchcn. TägkSU. Heute z. 215. Male; Ber gute Ruf von Hermann Sudermann. Sonntag 4: Hansel und Orelel. 1IPOLLO1 FriedrichstraBe 218 1 Dir.: James Klein |?-/. April tu j lüariete-Propiiij 3 Dardini« Universalakt Ejjo» | ulkige Dackelsplele j 4 Karloya Sschleuderbr.-AKrob.| K a r a Weltmeister der Jongiierkunst . Oeorjj I der fallende Mensch f Ein Seitensprung m. Lucle Blattner,| Pasolike J einarm. Klaviervirt I j Barten, Tanzschöpf.| Ä JlHningos Equilibristen. Feiertags 2 Vorstg. a'/a und TU Uhr. 34/2 U. i»d. Erwachs. 1 Kind treil Betreu. ms lisch u: Schlager Agril-Progr. tjCsslupr-TSieater Direktion: Victor Barnowsky 7 Uhr: Zum 1. Male: Dies Irae. Tragödie v. Anton Wildgans. Ostersonntag: Dies irae. Ostermontag; Oer Blaufuchs. Dentsrhos Künstler- Theater. Tt/j Uhr: Nachtbeleucbtung;. Osterstg.: Nachtbeleuchtung. Ostermontag: Der Schöpfer. Central-Tlicater Kommandantenstraße 57. Jh'Je SciiüBstevan Allen. Deutsches Opernhaus 6 uhr: Parsifal. Friedr.-Willieinist. Theater u�DoflolnieGMe. Kleines Theater. v-8 uhr: Henriette Jaeoby. Komische Oper JS'r2: Schwarzwalilniäilel. Stg. T!a: Schwarzwaldraäde!. Idustspiclhaus 7", Uhr: Nora. Metropol-Theater. 7 uhr 10: Die Fasclüngslee. Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. TVeues Operettenhaus Schiffbauerd. 4a, Norden 281. Die keusche Susanne. Pa last-Theat er 3 Uhr: Wallensteins Tod. 7 u�: Christus. Schlllcr-Theat. Charl. 7-/2 Uhr: Sappho. Thnlia-Tlieater 7-/.U.: Zur wilden Humniel. Th, am XollendorfplatK 31/4 Uhr: Mauerblümchen. 7 uhr: Wo die Lerche singt. Theater des Westens 7-/, uhr: üollarprinzessin. Stg.3 liGß. 1 □ Rose-Theater. 3V>: Rattenfänger v. Hameln. 7'/, Uhr: Stärker als der Tod. Potsdamer Str. 38 B Uraufführung Menschen, die vom Wege kamen. Hauptdarsteller: Friedrich Zelnik heute persönlich anwesend. Turm str. 12 Ressel Orla in Dr. Halbblut. II Tänze|, f\ farhAnnrürht. 8 LI. Ball _ 6 farbenprächt._ talletts i. künstl.Voilendg. 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