Nr.so«»S.Z-kr«. ÄezuqSvret», Slertrijäbri 1J0 Uil. monaft.ZBOOTt rei>n«H0 Wenro� toiibuug; �ionatlidi- BO JRU Hfl- IuIielllMoS- zobüt» Untei ttrni'banb mr Xoulfcb* im» u. C eitert ndfUngnui>,75 iRt, üt das übtigr tluslanb-.76 Äi.. bei äqlich einmaltqei.sunellunq 7.76 iSL bafibeneUungen nebmeti tn Dane» mati. Holland, äitjceinbuia kckwede» und die itduoeti tiageuageu m die Salt»;eiiun, SM. HS. t inöcnstc. Z. Fernsprecher: Amt Morttzplatz, Nr. 117 SS— 51. ßeUgerungszuttand über fjamburg. «traftenkampse und Plünderungen von Passanten. Hamborg, 2Z. April.(Eigener Drahtbericht de».,?»r> wSrtS".) Am Dienstag begannen in Et. Pauli neue Unruhen. Am Nobiötor fuhr ein großes Auto mit weißer Flagge umher und verteilte unter den Paßantrn Waffen und Patrone«. Einige hun- dert Bewaffnete durch-ogen die Straßen von St. Pauli und b e. raubten die Passanten, die ihr Bargeld und ihre Wert» sackten herausgeben mußte». DaS BelleidungSmngazi« am Pauls- platz und das Pferdelaziirrtt am Aeufelder Markt wurden besetzt. Sudan» ging es«nr Altonaer Ehaussee, wo man die Polizeiwache 1b ftlirmtr, sich der Waffen bemSchtigt» und raubt«, wa» irgendwie von Wert erschien. Sogar Verbandszeug wurde von den Plünde- rrrn mitgenommen. Die Waffenstürmer, die in einem Auto an» gekommen waren, fuhren dann zur Polizeiwache in der Fruchtallee, wo man Ähnlich hauste und wo die schwache Besatzung ihre Waffen ausliefern mußte. Inzwischen war der Leitung de» Sicherheit»- dikitstes im Stadthause Meldung von diesen Vorgängen zugegangen, worauf man starke Truppenabteilungrn nach Eimsbüttel entsandte. Am Sadplatz kam 8 zum Kampfs eS entspann sich ein Gewehrseuer, wobei wieder auS den Häusern geschossen wurde. Durch einen anS einem Fenster abgeschossenen Schuß wurde ein Sicher. heitSsoldat getötet. Dir Soldaten stürmten da» Hau», konnten aber den Mörder nicht feststellen. Im Laufe de» kampse» wurde auch ein Schulknabe von einer Kugel getroffen und getötet. Zwei Haupt» rLd-lSfiihrrr der Plünderer wurden verhaftet. Einen davon, einen Holländer, hat man nach der Vernehmung wieder«ntlassen, während der andere, ein au»«raunschweig zugereister Mann, in Haft blieb. Ein Versuch der Plündererbanden, die Kasernen in der Bunde«- straße zu stürmen, scheiterte an der Wachsamkeit der Bewachung». Mannschaften. Sämtliche ZugangSstraße« zu de» Kaserne» sind durch Maschinengewehrposten abgesperrt. Aus St. Pauli wurden außer zahlreichen Plünderern auch sämtlichä Personen, dir Hetz- reden führten, in Haft abgeführt. Auch in anderen Stadtteilen nahm die Unsscherheit zu, so in vambeck. wo mehrere durchfahrende Personenauto» angehalten und die Insassen zur Hergabe ihrer Bar. schüft und Wertsachen unter Bedrohung gezwungen wurden. I« der Finkcnallee rissen drei Männer in MarineNeidung den Boten der Norddeutschen Metavwerke vom Rad«, traten ihn i» de« Leib und fuhren mit dem Rade davon. Auch andere Rohheiten wurde» pemrldet. So hat man einem Samariter, der einen angeschossenen Sicherheitswachmann verbinden wollte, Säure in» Gesicht gegossen. Taraufhin hat nun der Kommandant von Hamburg und der Kommandantur-Eoldatenrat den Belagerung»,»stand ver- hängt. Die verantwortliche« Führer der BolkSwehr haben da» Recht, während de» Belagerungszustände» Privatpersonen— und Lastkraftwagen zu requirieren. Man hofft, daß der Belagerungszustand zum t Mai wieder aufgehoben werden kann. Gestern haben sich die vnrnhrn und Plünderungen in St. Pauli und den angrenzenden Vierteln wiederholt,«uf seitrn der Sparta- kiben und Plünderer bliebe« scch» Personen tot, acht wurden schwer verwundet. Auch dir SicherheitSmannschaste« hatten einige Verwundete. Gestern wurde» wieder«ersuche gemacht. Polizei. wachen zu stürmen. Ebenso kamen wieder Beraubungen von Straßcnpassanten vor. Gestreikt wird in Hamburg«tcht. W gen des Kohlenmangels hat die S t r a ß» n b a h u de« v e« trieb g a n,/ die Eisenbahn de« Vorortverkehr teilweise < i n st r l l e n müssen. Hamburg. 22. April. Zu schweren Ausschreitungen kam«« htut« hier auf St. Pauli und in Eimsbüttel. Der Mob überfiel Vorübergehende und raubte ihnen Geld und Wertsachen. Außer- dem bemächtigte er sich zweier Krastwagen de» Sicherheitsdienstes und nahm den Beamten der Polizeiwachen die Waffen weg. Ein Slurm auf die Kaserne in der BundeSstrah« unterblieb, weil die E ngäng« von Truppen stqrk gesichert waren. Soweit bis zum Abend bekannt wurde, wurde ei» Gicherheitlposte« im Sandweg au» einem Hau? erschosien. Ein anderer, d«r in �er Talstratzc schwe« verletzt worden war, sollt« durch einen Sanitäter verbunden werden: der Mob hinderte diesen daran, indem er ihm die Pistole vorhielt und den Verletzten mit Säure begoß. Bei dem Sturm mit die Margaretenwache traf«in« Kugel einen vorübergehenden Knaben, der an den Folgen der Verletzung starb. Auf Seiten de» Mob, gab«» mehrere Schwer- und Leichtverletzt«, die von ihm weggeschleppt wurden. _ Homburg, April. Ym Einvernehmen mit dem Senat der ssre.en Hansestadt Hamburg, fciote den Magistraten der Städte Mona und Wandsbek ist der Belagerungszustand über Hamburg. Altona und Wandsbek verhangt worden. Die Polizeistunde-st z Uhr. In der Zeit von 0 Uhr abend? b>» 6 Uhr morgen» darf sich niemand außerhalb der Wohnung aufhalten. volt-wchr und Polizeimannschaften erhielten strengsten Befehl. Personen, die mit Waffen in der Hand beim Plündern oder im Kampfe mit Volktwshr oder Polizeimannschaften angetroffen wer» den, auf de» Stell« zu erschieß«». Keine Entsendung von NegierungStruppen. Hamburg, 22. April. Wie die Kommandantur Großhamburgs mitteilt, ist die Meldung von einer Entsendung von Regie- rungStruppen nach Großhamburg unzutreffend. Die Vorgänge in Hamburg, die, soweit bis jetzt zu sehen. gänzlich unpolitischen Ursprungs sind, zeigen aufs neue, daß es keine Politik der Welt gibt, die unter den gegenwärtigen traurigen Umständen auf die Bereitstellung außerordentlicher Machtmittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung verzichten kann. Gegen das organisierte Räuber- und Plündererwesen, Geschichtliche Wahrheit und eine Moral. Von Ed. Bernstein. Im Leitartikel deS„Berliner Tageblatt" vom 20. April schreibt Theodor Wolff: Ganz abgesehen, daß die Radikalen sich nicht gar so tugend- protzig benehmen sollten, da sie ja schließlich am 4. August 1S14 das bald selbständig, bald als unwillkommene Gefolgschaft gegen den Einmarsch in Belgien gleichsall» mit keinem Wörtchen i politischer Bewegungen auftritt, muß jede Regierung, wie protestiert haben." ! immer sie zusammengesetzt sei, einschreiten. Jeder dernünf- tige Mensch müßte einsehen, daß es ein verrücktes Unrecht , ist, die„Rechtssozialisten" für den Belagerungszustand ver- antwortlich zu machen._ haftentlasiung Gerters und Eckaröts. Auf Anordnung Noökes. Aus Vraunschweig wird gemeldet: Di« früheren BolkSbeauf- tragt«« Oerter und Eckardt sind auf Anordnung de» Reichs- wchrministers au» der Haft entlassen worden- Das Per- fahren gegen sie wird dadurch nicht berührt. Einhänöigung öer Zrieöensbeüinguvgen am 2�. �tpril. TN. Rotterdam. 23. April. Die ftanzösische» Blätter melden, daß am M o n t a g, den 28. April, abend» die deutschen Be- Der Vorwurf, den Wolff hier erhebt, ist auch von an- derer Seite gegen die deutschen Sozialdemokraten, Radikale wie Gemäßigte, erhoben worden. Es sei daher noch einmal Folgendes festgestellt: Die Reichstagsfraktion der deutschen Sozialdemokratie beriet am 3. August l914, als deutscherseits nur erst die Kriegserklärung gegen Rußland mit dem Zusatz bekannt- gegeben war, daß russische Truppen schon am 1. August die deutsche Grenze überschritten. Rußland den Krieg be- gönnen babe, wie sie sich zur Forderung eines Kriegskredits von 5 Milliarden Mark stellen solle. Ehe sie in die Debatte darüber eintrat, einigte sie sich dahin, daß sie, wofür sich auch die Mehrheit entscheiden sollte, im Hause geschlossen stimmen werde. Der Mehrheitsentscheid fiel am späten Nachmittag mit allen gegen 14 Stimmen zugunsten der Bewilligung aus, und xS ward eine Kommission beauftragt, eine namenS dieser zu verlesende Begründung der Abstimmung auszuarbeiten, die mit den Gründen für die Bewilligung zugleich den Protest vollmächtigte» in Versailles erwartet werden. Sie werdet der Fraktion gegen die imperialistische Politik zu sofort zu ihren Hotel» geleitet werden,«m folgenden Tage, den � enthalten habe, alS deren Folge sie den Krieg betrachte. In 2?. April, werde da? Dokument deS' deutschen Delegierten im Schlosse werden. rirdrnSorrtragr» den Trianon eingehändigt die französische Erläuterung der letzten öeutschen Note. TU. Basel, 23. April. Nach einem Pariser HavaSbe, richt veröffentlichen dir Blätter folgende Note: Die deutsche Nr- ' gierung hat aus die Mitteilung der alliierten und assoziierten Re- | gierungen geantwortet, daß sie ihr« Bedingungen an- nehmen und Delegierte nach B e r f a i l l r» entsenden werde, die mit den erforderliche« Vollmachten zur Verhandlung über { dir Friedenspräliminarien»ersehen sind. Die deutsche Delegation, die mit Einschluß de» Gefolge» ungefähr 7S Personen zählen wird, dürft? voraussichtlich nicht vord ein 25. April rintreffen. Joch über den jrieüen. Fra zösifchs Absichten. Amsterdam, 23. April.(HR.) Der Pariser Korrespondent der„Dailh Mail" hatt.' ein Interview mit Marschall F o ch. Fach erklärte, der Friede müsse ein Friede der Sirger und nicht der Besiegten fein. Jetzt, wo wir den Rhein erreicht haben, müssen wir auch dort bleiben. ES ist unsere einzige Sicherheit. Wir müssen eine Barri.-re haben. Demalratie« wie die unserigr, die»icht aggressiv sind» müssen starke natürlich« militärische Grenze» haben, vertrauen Sie nicht auf den Augenblick, den« de« nationale Charakter der Deutschen hat sich in den vier Kriegsjahren nicht»rrändrrt. Auf Rußland können die Alliierte» bei einem eventuellen neuen Krieg nicht hoffen, da man «icht weiß, ob Rußlond auf deutscher Seite oder bei ver Entente bleibt. Auf die Frage des Berichterstatters, wie Foch über den Bolschewismus denke, antwortete dieser: Ter vol- schewismtt» ist eine Krankheit der besiegten Länder, Siegende Rationen wie wir habe« damit nicht« zu tu». Man kennt die Weise, man kennt den Text."—'Vier Jahre lang haben wir im eigenen Land« gehört, waS un» jetzt merkwürdig vertraut au» Feindesland verkündet wird. Aber mögen die Steger au» unserer Niederlage lernen und einsehen, daß der wahre Frieden weder ein Frieden der Sieger noch der B«- siegten, sondern ein europäischer Frieden der Ver- s ö h n u n g sein muh. wenn er wirklich von D a u e r sein soll. derJrleüensschlußöerMikertenmltNußlanü Berlin, 23. April.(TK.) In hiesigen gut unterrichteten Kreisen wird nach einer Information der Telegraphen-Kompagnie" mit aller Bestimmtheit darauf gerechnet, daß die Alliierten sofort nach dem Abschluß des Frieden» mit den M> t t e l m ä ch t e n in Friedensverhandlungen mit der Sowjetregierung ein- faftfn koirfe. jenem Zeitpunkt war der Fraktion weder die Kriegserklärung an Frankreich noch das an Belgien gerichtete Ultimatum be- kannt. Am 4. August 1914. vormittag, legte die Kommission der Fraktion einen Entwurf vor. der mit einigen Aenderungen Annahme fand. Der beschlossene Text ward auf Wunsch der bürgerlichen Parteien diesen vor der Verlesung mitgeteilt, weil sie von seinem Wortlaut eS abhängig machen wollten, ob sie überhaupt das Wort nehmen würden. Durch sie er- hielt auch die Regierung von ihm Kenntnis. Zur Abgabe der Erklärung wurde Hugo S a a s e, damals Vorsitzender der Fraktion, bestimmt, obwohl er gegen die Bewilligung der Kredite gesprochen und gestimmt und dringend gebeten hatte, .ihm die Verlesung zu ersparen. Erst als dies alles festgelegt war, erfuhr man aus der am Nachmittag deS 4. August 1914 gehaltenen Rede des Reichskanzlers von Bethmann Gollweg zum erstenmal von dem Schritt hinsichtlich Belgiens. Und obendrein in welcher Lesart! Erst erzählte der Kanzler dem Reichstag. daß„Frankreich, obwohl der Kriegszustand noch nicht erklärt war, durch bombenwerfende Flieger, Kavallerie. Patrouillen, auf reichSländisches Gebiet eingebrochene Kompagnien den Frieden gebrochen und uns tatsächlich angegriffen" habe, und fuhr dann fort: „Meine Herren, wir sind jetzt in der Notwehr, und Not kennt kein'Gebot l Unsere Truppen haben Luxemburg besetzt, vielleicht schon belgisckes Gebiet betreten. Mein« Herren, das widerspricht den Geboten des Völkerrechts. Die französische Regierung hat zwar in Brüssel erklärt, die Neutralität Belgiens respci- fteren zu wollen, solange der Gegner sie respektier«. W i r w u ß t e n aber, daß Frankreich zum Einfall bereit stand Frankreich konnte warten, wix aber nickit! Ein französifchsr Einfall in unsere Flanke am unteren Rhein hätte verhängnisvoll werden können. So waren wir gezwungen, uns über den berechtigten Protest ber luxemburgischen und der belgischen Regierung hinweg- zusetzen. Da» Unrecht— ich spreche offen— das Unrecht, da» wir damit tun, werden wir wieder gutzumachen suchen, sobald unser mUitärischeL Ziel erreicht ist." .Heute, wissen wir, daß diese Darstellung falsch war. Falsch die Nachricht von den Fliegerbomben, falsch die Nachricht von den eingebrochenen Kompagnien, falsch die Nachricht von der Bereitschaft der Franzosen zum Einfall durch belgisches Gebiet. Dagegen waren deutsche Truppen nicht„vielleicht", sondern tatsächlich, und zwar schon am Morgen de» 4. August, in Belgien eirsgerückj. Die sozial- demokratische Fraktion wußte nichts von alledem. Die Presse- Nachrichten, die un» vorlagen, gingen alle in der Richtung der Behauptungen Betbmann HollwegS, eine Nachprüfung war in jenem Augenblick unmöglich, der Ilmfang der Grenz- Verletzung nicht zu übersehen, zu einer Umarbeitung der ver- embarten Erklärung fehlte die Zeit, kann man eS da irgend emem Sozialdemokraten verargen, daß er nicht sofort das Iplel durMHau!'? und' aufsprang, dem Kanzler ein unwahr! ins Gesicht zu schleudern? Nicht aus Nachgiebigkeit der Re- gierung gegenüber unterblieb in jenem Augenblick jeder Protest, sondern weil man sogar nicht einmal wußte, wie es �wirklich imt dem P r o t e st der belgischen Regie- i u n g stand, der ja möglicherweise nur eine bloß formelle Verwahrung sein sollte. Tay die Belgier sich dem Einmarsch i* ihr Land ernsthaft widersetzten, daß der Einmarsch in Aahrheit nicht zu VerteidiAungs-, sondern«u AngrifsSzwecken erfolgte, wurde dem Reill)stag nicht gesagt. In ihrer Er- liärung hatte die Fraktion jede Verantwortung für den Krieg chgelehnt, und das umschloß in jenem Augenblick nach ibrer Meinung auch die Verantwortung siir die militärischen Maß- nahmen. Als man erst in der be!lgischen Sache klar sah, nben raditäle und auch andere Mitglieder der Fraktion die stimme für den schärfsten Pr.otest erhoben. DaS soll «an nachtraglich nicht verdunkeln, denn e§ ist ein moralisches ihrtlhben Deutschlands bei besten derzeitigen Gegnern. Wolsf meint, diese moralischen Guthaben zählten nicht bei den Entscheidungen der Entente, die Regierungen drüben 'ragten nicht nach dem früheren Verhalten der an der Regierung befindlichen Politiker Deutschlands, sondern nach der sferläßlichkeit der Regierung in bezug auf Stabilität -nd dergleichen. Das trifft aber nicht völlig hu. Gewiß, die einigten Politiker der Entente wollen mit einer Regierung u tun haben, von der sie nicht gewärtig sein müssen, daß sie .-ach ein paar Wochen wieder auffliegt, wie sie überhaupt ein Interes'e daran haben, daß die Republik nickt in Anarchie aufgellt. Politische Phantasten stehen bei ihnen ziemlich niedrig im Kurs, mögen deren Absichten und Tun ihnen auch »ib so willkommen sein. Sie legen unzweifelhaft ein große? Gewicht aus das politische Können. DaS besagt aber nicht, i?ß ihnen die Berläßlichkeit der maßgebenden Politiker in Deutschland in bezug ans das politische Wollen nun'eine gleichgültige Sache sei, und daß sie bei den Leuten, mit denen sie zu tun haben, nicht auch danach bisse- enzirrten, wie u>e:t mau ihren Worten und Zu- 'icherungeu trauen kann. Nicht alle ffarberungen der Entente an Teutschland sind vom(jrobmoteriellen Interesse diktiert. �ebe? einigermaßen Unterrichtete weiß, und es ist daher sicher auch Wolfs kein Geheimnis, daß bei verschiedenen von ihnen Mißtrauen in die Verläßlichkeit des Wollens der deutschen Zolitik das entscheidend« Wort gesprochen hat. Man spotte nicht über diejenigen, die daraus bestehen, daß in den Par° iementen und in der Presse bei unb eine Sprache geführt wird, die keinen Zweifel daran läßt, daß die deutsche Repu- blik allem Imperialismus den Abschied gegeben hat, daß sie nicht daran denkt, ihm in verkappter Forni wieder Einlaß zu gewähren. Ohne daß dieS geschieht und durch die Führung aer Republik bekräftigt wirb, wird man sich schwerlich zu neu Zugeständnissen an sie verstehen, die man ihr machen rnürd«, wenn unverkennbarer, als es— leider!— zurzeit geschieht, unsere Vertreter der öffentlichen Meinung in ihren Kundgebungen dem unbeugsamen Friedenswillen Ausdruck gilen, der die übergroße Masse dss deutschen Volke» beseelt. Vo?beceütms öss 9v?ge?ft?eiks. Aus den Papiere« deS Bürgerrats. Die Freiheit" d-röffentlickt einr Reibe vertraulicher An- weilunecn. die der Groß-Berliner Bürgerrat für den Fall «finüS.Bürgerstrciks ausgegeben hat. Darin heißt eS u. a.:. Ter Zeitpunkt zu dein Beginn des BürgerstreikS ist möglichst .'iMttittelöar nnai DnertalS- oder MonatSankang zu legen, da dann oie Eekälier und Mieten bereits ge-ablt sind und auch sonst fällige Berpstichtungen dericktizst zu sein pflegen. Betender« wichtig fflr den Auafall des Streiks ist die Arbeits- niederlegunz der Äerzte- und Apothekers chaft, renn sob«I» die Aerzt« kein» Äranfenfchtine mehr aufteilen. tnllt die.itrnnkenunterftahung fort; d«S tpoststreik», iun«»nil'.ch bei Auszahlung von Rea.ten, die Bank- üreik«. zweAs NichtauSzablung der Lohngelder; ferner Kee Nstersburger�?lußeko?üentlichen� St»» heitere Geschichie. Larissa R e u ß n e r, die Gattin de? durch den König»- berfec Prisen auch in Deutschland bekannten Professors Reußrier. ist steich diesein cm« sehr eifrige Bolschewistin. Sie genießt>n den Lolschewikckreisen großes Ansehen. Bon der S«vj?tregier>>!ia wurde sie zum»ommissar ernannt. Diesem ilmslande ist es»u verdanken, daß die.Heitere Ge-- sckichle" in der offiziellen.Jswestija"(vom IS. Dezember ISIS) Aufnahme finden konnte. Tie zeigt deutlich die Atmo- sphäre der Schreckensherrschaft.' Di« Redaktion. Kn die«ußecordontliche KomMissiäu zur Bekämpfung der »»nterrevolutiou ftchc ich im Auftrage des MarinelollegiumS. das für sieben»hr.e genügenden«rund verhärtete und ms Gefängnis gesperrte AGiro seu Befteiuirg gegen Kaution erwirken sollte. Die �«rumli�eiten der Sußerordentlichen Nommission find gewunden rnd schmuplg wce ein Schne-l-nhauS, und besonder» unten im GmPfciW�n'.mer für Besucher fiel sich senrr widerwärtige Geruch erhalten, wodurch von altersher die Amlsstätten Rußlands berühmt iivdc s» eine Viischruig d>ir Gerüche von nassen Ailzstiefcln mit angesengtem Tivge'Iac? und mi! noch etwa?, waß zu nennen sich veeSretet. Der au der Eingimgstür sitzende Beamte sah n'ckt einmal olrf, richtet« nur recht»nverfänglich seinen Blick aus meinen Pelz 'Beolpelit. requiriert in Kasan statt meine« alten), auf mein Vesicht mit seiuem schulövoll-intelligenten Ausdruck auf jenen «ufh«tze»den heiteren Teufel, der mich nach vier Monaten eine« iveien und schweren Leben« ao der Front ühcrallhin begleitet. tÄir, d. h. ich und der Beamte, schwiegen eine Weil«; er war wie ein unzugänglicher Felsen; ich— erdrückt von der Drößc seines hol' )rrnen Schnurröarled, seines hölzernen Gesichts und seiner soHu- sngtn hölzernen Leer«— ähnlich der Angst,— die dieser Mersch, »er einem hohlen Baum ahneUe, veroreitet«. Die Stimme, welche aus diesem.bohlen Baum" ertönte, erwies sich a!s düsin, knarrend und trocken. Kaum vernahm ich die geflüsterten Worte: „Kein Empsangstag.". „.Ich weiß, daß heute kein«mpfangstag ist, doch ich Hab« eine ellig« Such-' und Sie werden mir vielleicht, wenn einS der Mit- »lieoer der Kommission anwesend fein sollte, gestatten, eS zu sprechen." Aeui«itupsatigetag." '.Sie erwähnten diese» schon. Rehmen Sie bit«, meine Papiere Vmpf«nq und geben Tie mir darüber eine Bescheinigung." Der Be«mte schielte ein wenig nach meinen Panieren, besser gesagt n«A der Stelle, wo di«.Rr. stehen mutzte, und knurrte. eS nicht findend, ftlgendel: „Auf �hrm- papieren fehlt die„Ar.. ych w«d« kein«»eschei- nigung geben." .Ich bitte«x— wenn Datum und Unterschrift vorhanden sind." -3ch««»« leiue.. die Arbeitsniederlegung der Beamtenschaft sKommuna?- und Staats- beamte), der Privatangestellten. der Lebensmittelhöndler und Spediteure, Ingenieure. Techniker, Gastwirte, der Handwerker, öffentlichen Verkehröanstallen, der Eisenbahnen sowie der BolkS- s p e i s e a n st a l t e nc Die„Freiheit" unterstellt ohne jede Spur eines Beweise? daß die Regierung mit die'cn scheußlichen Plänen einverstanden ist. Wir können im Gegenteil versichern, daß an ihre AuSsühnmg nicht z u denken ist, solange die Regierung fest das Heft in der Hand hält. Allerdings, wenn die Ordnung einmal gelöst ist und die Hölle losgelassen ist. dann läßt sick nickt verhindern, daß sie von beiden Seiten loS- geht. Die Pläne des Bürgerrats sind die Zeichen deS der Anarchie nahen ZustandeS, in dem wir uns befinden, und der Unmenschlichkeiten, zu denen der Bürgerkrieg führt. Die Regierung hat die Pflicht dafür zu sorgen, daß der Bürgerkrieg nicht wieder ausbricht und daß unS ein Konkurrenz- kämpf der Brutalität zwischen Spartakus und dem Bürgcrrat erspart bleibt._ Mangel an nationalem Empfinden/ Ganz der alte Ton. In der Osteimummer deS.Berliner Tageblatt" hatte dessen Chefredakteur, Herr Theodor Wolff, mitgeteilt, daß er dem Vorstand der Deutschen demokratischen Partei nicht mehr angehöre. Die Nationalliberale Korrespondenz bespricht diesen Austritt und bringt ihn damit zusammen, daß daS„Berliner Tageblatt" Herrn Cassel urtd die Berliner Kommunalfreisinnigen angegriffen hat, »veil diese gegen die Entfernung der Kaiscrbilder au» den Pchulen stimmten. Wörtlich schreibt die Naiionalliberale Korrespondenz: Da, Organ bei Herrn Theodor Wolfs ergriff dabei so unge- schminkt die Partei der Sozialdemokratie gegen den eigenen Parteigenossen und offenbarte zu gleicher Zeit wichen Mangel an nationalem Empfinden, daß die demokratische Partei vermutlich Bedenken getragen hat, sich eine solche Behano- lung gefallen zu lassen. Jemandem.Mangel an nationalem Empfinden" vorzuwerfen, well er in der republikanischen Volksschule keinen KaiserkultuS mehr dulden will, ist der Gipfelpunkt monarchischer Unverschämtheit. Den Ton kennen wir, aber die Zeiten find vorbei, wo die man- archischen LandeSverderber das.nationale Empfinden" für reaktiv- näre Denkart in Erbpacht nehmen konnten.— Im übrigen glauben wir, daß der Austritt des Herrn Theodor Wolff sich sehr einfach erklären läßt. Herr Wolff hat einsehen müssen, daß di« Deutsche demokratische Partei nicht, wie er und seine Freunds gehofft hatten, gegen die frühere Fortschrittliche VolkSpartei etwas Neues und Mo- derneS geworden ist, sondern ein getreuer Abklatsch jener, erfüllt mit spießbürgerlichem und manchesterlichem Geiste. Gespannte ITage in Augsburg. Unruhen— Generalstreik beschlossen— Abg. Simon Stadtkommandant. AnsSbnrfl, SS. April. Der im Stadtteil Oberhausen verbliebene Rest der bewaffneten Arbeiterschaft hat um 5X Uhr die gemachten Gefangenen, vier Württemberger, darunter einen Offizier und 20 Badern, ausgeliefert, ebenso beträchtliche Mengen von Waffen. Um S Uhr ist Infinnterie mit zwei Geschützen in die Oberhausen vorge- lagerte Vorstadt.Links der Wer dach" e i n g e rü ck t. Die Säube- rung des Platzes vor der Wertachbrücke mußte durch Gewalt- .anwendung erfolgen. Dabei wurde«in Arberter ge- tötet und drei verwundet. Heute vormittag fand auf dem großen Exerzierplatz eine Massenvrsammlung der Arbeiterschaft statt, in der der G e n e r a l st r e i k für die Dauer der Anwesenheit der RegierungStruppen beschlossen wurde. Wie verlautet beabsich- tigt der Stadtkommandant Edelmann von seinem Posten zurück- zutreten. An seine Stelle soll der Abgeordnste für die Nationalversammlung Simon(U. Soz.) treten. In Nürnberg wurde ein für daS Freiwilligen korps Epp eröffnetes Werbebüro von einer Ansammlung bewaffneter Sparta- kisten zur Schließung gezwungen. „Bielleicht geben Sie mir die Telephonnnmmer irgendeines der Mitglieder der Außerordentlichen Kommission und ich werde mich mit ibm aus meiner Wohnung verftärrdigen." »Ich bin kein Auskunftbureau für Sie." Da« war«in« Apotheose. Sogar der Wachsoldat mit dem Ge- webr schien von einer so gelungenen Wendung überrascht zu sein, und er spuckte liebevoll au».— Ick muß gestehen, mein kommu- nistischer Teufel war außer sich. Ich deutete dem Beamten min aber ohne jede Liebenswürdigkeit an. daß diese? schon nickt mehr Ordnung/ sondern die allerempörendste und dümmste Verhöhnung sei. T« sah mir der hoble Baum von Mensch zum erstenmal gerade in die Aldgen, legte die Jeder hin und sagt« unverfroren: „Nun. wenn Sie noch etwas sagen, werde ich Sie in den�Karzer setzen. Es scheint, Sic möchten gern im Kalten übernachten." ES war unmöglich, der Freckbeit diese? kleinen Grobians Nack» zugeben. Fch bat, mich zu deehoften. Ick verlangte diese Ver- bastung. Der Tschinenn sie zu dem Mittel des Streiks griffen, dann müsse er so durchgeführt werden, daß die erwartete Wirkung nicht ausbleibe. heutige Konferenz müsse der Regierung mit aller Klarheit zu mrstehen geben, � daß sie an den in den Richtlinien aufgestellten .Forderungen festhält, bssonderz auch an der Mitwirkung der Ar- lcitcrräte in den Direktionen und im Ministerium� Rur durch .-n Einbau de? Ratesystems in den StaatSorgamsmuS kann da? lapitalistuche System abgebaut werden. Der Rcsercnt teilte noch mit. daß der Minister der ösfentlichen Arbeiten nach Schluß dieser Konferenz den ZcntralauSschuß noch- mal? empfangen werde. Der erste Diskussionsredner lllrich-Derlin besürworteie einen ntrag, tmlcher fordert, daß am l. Mai der gesanrte Eisenbahn- Mtrieo ruhen soll.__ Inöustne und Handel.. Börse. Die Börse war infolge des Abflauens der Streikbewegung • Cj7£i8uben. ah 1.-Epril d I. zu einem TarifvcrhällniS zu ge- laugen. A» Ber-ragSnrmen kommen in Betrackr die Berliner Vach, und schließgesellschatt. Friedrichstr. 61; WirtschaftSgenossen. ]C'J-il«ri,?e5. �rundbc itzer. Burastr. I und die Na-btwach. gesell-lx-ft Charlottenburg. Mommsenstr. IS. Die Verträge w-i'en E i- sie l.unge lohne von>80.>85 und 100 TO. pro Monal für Männer und 160— 10" V( pro Monat für"'.ien«uf. Die Lohnxulaze- fristen find nach möglichst kurzer?.sitzeit zu gewähren, so daß der MonatSlohn nach ein- resp. zweijähriger Tätigkeit L>0— 220 M. pro Monat»«tragt.««»gleichen»«gelt der vertrag dt« Zahlung der v eherstunden und außerdem Gewährung von Fahrgeld für Wachrcviere, die weiter als zwei Kilometer vom Appellplatz entfernt liegen. Auch sieht der Vertrag ein« Festlegung auf einen Erholungsurlaub im Sommer aar. Bei Neu- einstellungen von Arbeitskräften ist der paritätische Arbeitsnachweis für oas TransportgewSrbe. Berlin, Rücker- straße 9, zu benutzen. Wichtig ist eine� Bestimmung im Ver- trage, daß Vertrauensleute oder sonstige Funktionäre der Angestellten in ihrer Tätigkeit für den Verband oder jener, dt- im Intcr- esse Interesse ihrer Kollegen liegt, weder gehindert noch entlassen werden dürfen. Im übrigen soll bei vorsinnmendsn Entlassungen von Angestellten der Arbeiterrat vorher gehört werden. Die abge- schioffenen Verträge laufen zum Teil bis"Januar 1320 und haben sechswöchige Kündigungsfristen. Die Versammlung stimmte einer vom Referenten vorgeschlage- enen Resolution zu, in der das Verlangen«usgefprochen wird, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Berliner Wachangestellten auf einheitlicher Grundlage und nach EinheiisliZhnen zu regeln. Der baldige Abschluß eines Kollektivabkommens, der alle Betriebe um- schließt, ist mit Nachdruck anzustreben. In der Diskussion fanden die Ausführungen des Referenten allseitfc« Zustimmung. Als Branchenleiter wurden hierauf Karl Qfecrhardt, Schönhauser Allee 183, als Stellvertreter Karl Plesse und als Schriftführer Max Trotzke gewählt. Als Beisitzer fungieren Eiebng. Olm, Apelt, BecS- kow, Heimann und Zärtner- Die neugewähtte Branchenleitung richtet an alle im Wach- und Schlietzdienst tätigen Kolleginnen und Kollegen das dringende Er- suchen, sie in ihrer Tätigkeit auf daS nachdrücklichste zu unterstützen und sich ohne Ausnahm« restlos der Organisation anzuschließen. Die Lohnbewegung der ftfrisettrgehilfe« beschäftigte eine Versammlung im großen» Saale deS LehrcrvereinS- haufes. Der Obmann der Lohnkommission, Matuschke, berich- tcte über den Stand der Verhandlungen itiot der Interessengemeinschaft der Arbeitgeber. Auf verschiedene Mindestlöhnc für 1. und 2. Kräfte wollen diese nicht eingebcn. und für die Friseusen, welche keine regelrechte Lehrzeit zurückgelegt haben, die aber dennoch als Gehilfinnen beschäftigt werden, möchten die �Arbeitgeber in der Lohnfestsctzung nach unten hin ganz und gar freie Hand behalten. Nackdem Bau? di« Ausführungen des Referenten ergänzt und zur Einigkeit gemahnt hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem 84-er Gehilfenverein, der die Gründung einer Sonderorgani- sation der Damenfriseur- und Perückenmachergehilfen unternommen hat, obg'eich die groß« Mehrzahl der Damenfriseur, und Perücken- machcrgehilfenvevein« sich dem Verbände der Friseurgehilfen Deutschlands angeschlossen bat. Dieser Fachverein, in welchem selb- ständige Ebreninitglieder die Hauptroll« spiel«,, gibt vor, auch Wirt- schaftliche Jutereffen zu vertreten, und will zu diesem Zweck mit der Organisation von Fall zu Fall Hand-in-Hand gehen. Ter Ver. bandSvorsitzende E tz k o r n erklärte, daß der Verband es ablehnen müsse, mit dieser Svnderver-inigung zu paktieren, die unter den nichtigsten Vorwänden den Anschluß an di« Gewerkschaftsorgaiii. sation abgelehnt hat und die Einigkeit der Gehilfenschaft durch Se- parierung der Damenfriseurgehilfen zu stören und zu hindern suche. Die Friseurgehilfen, die jetzt noch nicht den Mut finden, sich auf den Boden der gewerkschaftlichen Organisation zu stellen, seien im- fähig zur Vertretung wirtschaftlicher Interessen und als Kampsge- nassen nickt zu gebrauchen. e In einer Entschließung erklärte die Versammlung, einem Tarifabkommen mit dem Jntercssenvcrband der Fmeurinnungen und Freien Vereinigungen Gwß-BerlinS auf folgender Grundlage zu- zustimmen: Arbeitszeit von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend» mit Unterbrechung durch eine zweistündige Mittagspaus« und einer je viertelstündigen Früh- stück?- und Vesperpaus«. Mindestlohn für Herren- friseure 60 TO. für Damenfriseure und Fviseusen 70 M. Di« Lohnkommission wurde beauftragt, weiter zu verhau- deln, doch erwartet die Gehilfenschaft, daß die Verhandlungen nicht länger verschleppt, sondern unödrKglicö zur En is'heiduna gebracht werden. Die Versammelten verpflichten sich, mit allen Kräften für die weitere Ausbreitung der Organisation zu sorgen und di: Lohrkommission in ihren Maßnahmen zu unterstützen. Ferner wurde bescklosien. darauf hinzuwirken, daß für di e Friseurgeschäft« der Innenstadt dt« vollständig« Sonntagsruhe auf Grund des§ 41 B. G.-O. herbeigeführt wird, da die Sonntagsarbeit für die an Sonntagen stilliegenden Geschäftsgegenden vollkommen überflüssig ist. Von den vereinigte« Arbeitgebern her Militärmlitzenbranche erhalten wir eine Zuschrift� worin bestritten wird, daß sie sich in der Frage der Lohnaufbesserung wenig entgegenkommend verhalten hätten. Trotzdem in der Pran,«, e-beblick nicvri-»ere Löbue"--ablt wetzdin und bei weiterer Lohnerhöhung dw Aufträge von Berlin nach der Provinz gehen, habe die Vereinigung der Fabrikanten dem Kürschuerverband einen Tarif unterbreitet, der die bisher durch- schnittlich gezahlten Löhne um 30 Proz. erhöht. In einer gemein- schattlichen KommilsionSberatung dieses neuen Tarifs seien feitenS der Vereinigung die Lohnsätze ans Dränaen der Arbeitnehmer teil- weise um weitere 10 Pf pro Mütze erhöbt, ferner der zu gründen- den Arbeitsgemeinschaft zugestimmt worden. Sämtliche Staatsietriebe Spandaus. Alle VertranenSleute. Arbeiter- und Angestelltenousichüsie und Arbeilerräie d« Staats- betriebe am DonnerSiag. den 24. April, nachmittags 3'/z Uhr, in der Neuen Welt, Spandan. zur kombinierten Sitzung. Für de» Zentralaiheiterrot der S'aatsl'eiriebc Spandau. gez. Holdorf, Wernicke. Auf dem Svanbaiicr BekseibungSamt ist. wie un? berichtet wird, heute die Arbeit wieder aufgenommen worden. ES werden nur die Arbeiter wieder eingestellt, die sich dem Streik ferngehalten haben. Spandau soll in den nächsten Tagen Truppenverstärkungen er- halten, die vow der Kommandantur mit der Nachsuchung nach Waffen beauftragt werden sollen, Bauarbeiterverband. Die Vertreter zur Generalversammlung werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Fortsetzung der Generalversammlung am Donnerstag, den 24. April, abends 7 Uhr, in demselben Lokale stattfindet. GroßBerlin Kein Burgfrieden am I. Mai. Von dem Ausschuß der Gewerkschaftskommisiion Berlin und Umgegend erkälten wir die Mitteilung, daß sich die von ihm eingeleiteten Verhandlungen zu einer gemeinschaftlichen Maifeier zerschlagen haben. Die Maifeier wird deshalb in diesem Jahye nicht von der Gewerkschaftskommission der ihr angehörenden freien Gewerkschaften veranstaltet werde», son- dern von den politischen Parteien. Diese werden die Feier schon des Vormittags auf großen freien P'ätzen abhalten. Es empfiehlt daher der Ausschuß allen Gewerkschaften und deren Mitglieder, keine besonderen Versammlungen abzuhalten, sondern sich an den Zusammenkünften der Partei ihrer poli- tischen A-nsichten zu beteiligen. � Die Zukunft der Tpanvauer Heere'werkstätten. Ueber da? Schicksick der Spandauer HeereZwerlstätten fällt n einig n Tagen die Eutfchttdung. E, fragt sich, ob eZ möglich sein wird, di« Umslellui-ß der einzeln«« Betriebe derart vorzunehmen. daß obn« Aufwendung größerer Zuschüsse durch des Reich die Um- Wandlung der lediglich auf Kriegsfahrikatio« eingestellten Fabr-k.n auf FoiedvuSccrboit möglich ist. Am gestrigen Dienstagabend haben unter dem vorfitz de» Ministerialdirektors Kautz Verhandlungen stattgefunden, an denen Vertreter deS ReichSarbeitSamtes, deS Kriegsministeriums und der Spandauer Arbeiter teilgenommen haben. Die Verhandlungen gestalteten sich von vornherein nicht ganz reibungslos, da ein Gegensatz zwischen der Auffassung des Äriegsmimsteriumi und der Spandauer Arbeiterschaft über die Ilmwandlung der gesamten Heereswerkstätten besteht. DaS Kriegs- Ministerium besteht darauf, daß nicht die gesamte Industrie umgestellt wird, sondern daß chr ein ansehnlicher Teil für die weitere Herstellung von Waffen, Munition usw. verbleibt. Die Span, dauer Arbeiter suchten hiergegen nachzuweisen, daß der Größe und den kommenden Aufgaben der Reichswehr entsprechend der achte Teil der Frieden sbelcgschaften in den Fabriken genügen würde, um die Waffen- und Munitionsherstellung zu sichern. Eine Eini- gung wurde schließlich in der Weise erzielt, daß dem Kriegsministerium bis auf weiteres aus jeder Abtei- lung eine Fabrik verbleiben soll, um die not- wendigen Arbeiten durchzuführen. Es handelt sich vor allem um ein FeuerwerkslaboratoNum, eine Artilleriewerkstatt, eine Gewehr-, eine Geschoß- und Munitionsfabrik. Von den Vertretern des Reichsschatzamtes wurde betont, daß die Weiterführung oer Spandauer Heereswerkstätten unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz unmöglich sei, da die Unter- nehmungen ricsenhafte Zuschüsse verlangten. Infolgedessen wurde folgender Vorschlag gemacht: Es wird sofort eine aus Technikern. Kaufleuten und Angestellten der HeereSiverkstätten bestehende Kom- Mission eingesetzt, welche in jeder einzelnen Fabrik die Rentabilität des Unternehmens bei Umstellung auf Friedensarbeit zu prüfen hat. Dieser Kommission sollen auch bekannte Persönlichkeiten auS Handel und Technik zur Beratung beigegeben werden. Gelangt die Kommission eines Betriebes zu der Ansicht, daß der Betrieb den Etat zum mindesten zu balanzieren vermag, so wird die Arbeit dort wieder aufgenommen werden. Im anderen Fall erfolgt die Schließung. Es soll vor allem in sämtlichen Betrieben Stamm- produltion ausgenommen werden. So habe die Artillerie- Werkstatt, die mit vorzüglichem Maschinenmaterial auSjzestattct ist, sich bereits auf Waggonbau umgestellt und Aufträge von der Eisenbakmoirektion erhalten. Die Vertreter der Arbeiter führten aus, daß nach den bisherigen Untersuchungen ein« Ren- tabilität der einzelnen Werlstätten sehr wohl möglich ist. Aller- dings dürfen die Werfe nicht schematisch durch irgendeine Zentral- beHorde geleitet werden, sondern müssen selbständige kaufmännische und technische Direktionen erhalten. Man rechnet damit, daß die Staatswerkstätten aus der neuen Grundlage der privaten Unter- nehmung bereits Anfang Mai wiedereröffnet werden können. Bis dahin erhalten die Arbeiter, unter denen sich fast 20 Proz. Kriegs- beschädigte befinden, das Gehalt weiter. Was der Gastwirt braucht. um seine Gäste zu befriedigen, zeigt eine vom.Verband der Gast- und Schankwirte für Berlin und die Provinz Brandenburg" ver- anstaltete Frühjahrsmesse für Hotel-, Restaura- l i o n s- und K ü ch e n b e d a r f. Sie ist aufgebaut in dem großen Saal des.Deutschen Hofes"(Berlin S., Luckauer Str. 15) und kann am 23.» und 24. April«on vormittags 11 bis abends 3 Uhr besucht werden. In fünf Gruppen bringt sie eine NeuyeUenschau. die sich erstreckt auf Maschinen, Apparate und sonstige Ein�ich'ungcn für Küchcnletrieb sowie für Herstellung. Pflege und Venneb der Getränie, auf NahrungS- unt Genußmiitel sowie Hiis-i.uttel zur Herstellung von Erzeugnissen der' Kochkunst, der Bäckerei..nd Kon- oitorei, der Schlächicrei, ans Hotel-, NestaurationS-, Saal- und Garti nir.ventar< Möbel, Geschirr, Wäsche usw.), auf geschiftliche chrganisalio»(Buchführung, Reklame usw.), auf Fachschc-flen. Hauplsnche-st für die Gäsv' natürlich ein ordentlicher Hapu.n und dazu ein ourer Tropfen, aber gerade hiermit ist e», wie bei. r.nt, in dieser Ze-t schlecht bestellt. Auf di« Erschwerungen und Sckadi- gunaen, die der Krieg oen Gasswirten gebracht hat, wiesen b-ss der Eröffnungsfeier die Redner hin. Dieser erste Versuch einer Messe will dem GastwiriSgjÜneue leim Uebergang in die FrrevunSwirt- .schest den Wiederaufbau erleichtern. � Melnickeiidork. Die Gemetndebert rekung beendete die EtaihLlkstung. Ter Etat schließt mit 13 Millionen M. 3 3!g600M. sind durch Stenern zu decken. Es werden zu diesem Zweck- er. hoben: 285 Proz. Zuschläge zur Staatseinkommensteuer, 280 Proz. zur Gewerbesteuer �..n ber 1. unb 2. Kwsse, 200 Proz. m ber 3. unb 4. Klasse. Die GruÄwertstcucr wurde auf 4 pro Mille für bc- baute und 3 pro Mille für unbebaute Grundstücke erböbt. Die Zu. wachssteuer ,'oll 44 000 M. und di« Umsatzsteuer 00 000 M. bringen. Von den Steuerzensiten bis zu 1850 M. Einkommen soll die Ge- meindeeinkommcn.stener nicht erhoben werden. Die von den Kirchen- gemeinschafien der Gemeinde zu-.'Nattende KirchensteuererhebungS- aebübr wurde von 7 auf 12 Proz: erhöht.— Erstmalig werden 36 000 2)1. zur Anstellung von Schulärzten und Schul- Pflegerinnen eirigeücllt. Die SumiGe für freie Lieferung von Lernmitteln wurde von 8000 auf 15 000 Ä-?r Hecht. Zur baulich'» Ausgestaltung dcS Gemeindeheim? wurden*�000 M. und zur Anstellung einer Fürsorgeschwcsser daselbst 2000 M. bewilligt. Zur Besoldung zweier A r b e i t e r r a t S m i t g Ii e d« r wurden 12 000 M. eingestellt. Die Teuerungszulagen und sonstige Au>- besserungen an Gebältern und Löhnen erfordern etwa 1.0 Proz. de? KommunahzuichlageS. Die Armen- und Waisenpflej,.' os.en steigen von 159 000 auf 275 000 TO, der Zuschuß zur Unterhaltung. Reinigung und Veleuchtunjss der Straß m von 183 000 auf 500 000 M. Die Kanalisation erfordert, trotz Erhöhung der Gebühren von 4,8 aus 6 Proz., noch 07 400 M. Der Wasserpreis wurde so erhöht, daß der Ueberfchuß von 72600 M. sich aus IOC 000 M. erhöht. Der Schulden dien st erfordert 1 044 800 M. Zur Deckung den. außer- ordentlichen Ausgaben ist die Aufnahme einer Anleihe von 5 496 000 Mark erforderlich. Bei der Abstimmung stimmte die bürge r- liche Fraktion gegen den Etat. Grofi-Berliner Lebensmittel. Verffn. Der Magistrat teilt mit: Die-Liier. Krankenkai ten können am'24., 25. und 2S. April nur mit lli Liier Vollmilch beliefert«'erden. Svan>a». Bis zum 25. d. M. dürfen die hiesigen Molkereien und sie Milchtändler, die über Säuglinasinilch vcrlsigen, nur �»bater non Säug I inesmilltkai len in die Kn, denlifte aickuebiiien. D-n Magisttal-mpflebck si'» iiiitabern»vn SönglingSmilchkatten und den werdenden Müttern, die Mlifi nur voi' den voraenanrten Verkailsisiellen zu bezietieii. HenniiigSdorf. Ab Donnerstag kommen in iämtiichen Eefchästen zum Verlauf: 70 Mramm Biiiier für E, wachten«, 35 Gramm iiir Kinder iBuiler.'aiteiiab'chnilt),>40 Gramm Hafei flocken oder N ideli/(o!>), für Kinder bis zum vollenteien 2. Lebeusiabre 1500 Gramm Weizengrleg. Die Ausgabe d.r Kiudernäiira-.ilie'karten stadet am Donnerstag sialt yzinriendorf. Aus Asichuftt>5 der Groß- Bei liner Lebensmittelkarte vom 23—27. d. M.= 250 Gramm amerikanische» Weizen- m e b I. Pankow. L!n dieser Woche aus 6-Karten'I, Liter. B Karten Liter, O-K rlc»'It Liter Vollmilch. Soweit'/..Liter-Kiankenkarlen nfät belicsert werde», wird jür sieben Tage eine Büchse KondenSmUch ausgegeben. Groß-Serliner parteinachrichten. Zentralflelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Süd» West. Freitag, 7»br,„Gcwerk'chastShauS", Saal 2: Bezirks« Versammlung. Gäste willkom ncnl 20. Abteilung. Donnerstag. 7'/, Uhr: Bersammkung bei Lade- Liweste. 1. (» ifeubnhner-BertranenSmänner versammeln sich Donnerstag, e Uhr, Bellevuestr. 7, II r. s ästige Tage ord.iniig Friedrich.' Hagen. DonnerSiag. 7'/, Ubr: Grsindung einer sstu endo: gai isallon. Zusamn-nkunsi der I» o e u d icke» im Alt.'r von>4— 18 lzahre» in»der Obeillasse der Knab'» chule, Schaiüiveber-' liratze. verantwortlich für Dolttik?Irtl.r Ricklct, ffhoelottcnSnrg. für den fldrijien Sril de» Blatles Alirrv Echol»,»eut.'Iln. für Zin/ieisen Tbrodor i>!l»dru! Zimmerer Deuüötiamis ' Zshlli Berlin n. ömg. (Bezirk 1.) Den Beriifsgcnossen»ur Nachricht, daß unirr Mit- glicö Anpät Amboß plötzlich rctftotbfu ist. Ehra fernem Badenlea! Du Peeroigiing findet am Donn.'rpian, den 2t. April, nachmiitags 3', Ahr. auf den- Friedhof in Ahrrns- iclde flull Um reg« Beteiligung er« sucht vcr Viir»i»ii-I. Kasctio INIie d.guaivollem, de- sonders nachts u»ertriigl.pcinig. Jltödsl-Yross (jroKs t�rankkurtef Llr. 141 (5 Minuten vom Schles. BhU Invaliden-Str. 5 gg'.'lSa Kredit-|S5bel Siuite u. 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