NrS07. r». VezagSvretS: Bierteljähn 7.M JtU aionatt. 2, SO Itt frei ins Haus osrauSjnhibar. einzelne Nummern ll> iiienn�. Pollbe�uzi DtonaUich_BO Kl., er kl. Zustellung s< gebühr, llnie,>!reu-dand iür Deutsch- ,and u. Letlerreich-Ungarn>.7S Mk. für da? übrige Auslanb«.TS Ml. bei lüglich emmaligei Zustellung 7.76 MI. Poscheuellungen nehmen m Düne- moti, Holland Luremburg. Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Kost- letlungS-PreiSIiste. Der.LorwürtS' erscheint wocheniüglich zweimal. Soimmg. eintluil. Deleqramm-ildreffe! .Sozialdemokrat«erliu» MorgenAnsgabe. ** f Derliner Nolksbleltt. (lOPfennia) AnzelqenpretS: Die acblgeivaltene NondareillezeSe ioitel 1,20 MI..Kleine An,»ig«n�, das'etlgebtuilte Wort 60 Pig. lzulükfig S fettgedruckte Sortej, iedee weUerc Wort 26 llsg. Stellengesuche und Echlatslellen anzeigen das erite Wort 40 sZig.. iedeS weiter««ort 20 Pfg. Sorte über lb Buchilaben zähle» liir zwei Sorte. TeuerungSzutchlag 50«,» Kamilien-Slnzetgen, volttisch« und gewerl'chaittiche Vereins» iluzetgen ILO Ml. die Zeile, tlnzeigen iür dir nüchile Nummer müssen bis 5 tlhr nachmiuags im Hauvlgeichüsl. Berlin SS.äS. i-indenstratze S, abaegeber. werden. Beössnet oon S Uhr früh bis S Uhr abend S. Zentraloygan der fozialdgmokratifcben Partei Dcutfcblanda Neöaktion und Expedition: EW. öS, Ändenstr. S. Fernsprecher: Amt Moriuplah. Str. tat SV— tSl ik?. MS Vonvärts-Verlag G.m.b. h., SW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Am» Moritsplal?, Str. 117 53—54. Der deuttche Tölfurbundsentwurf. Der deutsche Völkerbundsentwurf bemüht sich- das Problem eines engeren Zusammenschlusses t»cr Völker zum Zweck der Garantie dauernden Friedens auf der Grundlage breitesten internationalen, demokratischen und sozialen Verantwortungsgefühls zu lösen. Von dem Entwurf der Entente, mit dem er als Gegenvorschlag kritisch verglichen sein will, unterscheidet er sich in wichtigen Punkten. Im all- gemeinen kann man sagen, daß der deutsche Entwurf bestrebt ist, dein Völkerbund ein festeres Gefüge und weiter- reichende Vollmachten zu geben, als der Entwurf unserer Gegner. Das drückt sich schon darin aus, daß der Ententeentwurf einen Austritt aus dem Völkerbund mit zweijähriger Kündigungsfrist kennt, während der deutsche Entwurf das Bündnis als ein ewiges, d. h. unkündbares an- steht. Weiter ober ist der deutsche Entwurf auch bemüht, die Grundlagen der denkbar größten internationalen Gerech- tigkeit und Unparteilichkeit zu finden. Er der- fchmäht die Klassenscheidung, die der Ententeentwurf zwischen den Mächten einführt. Dieser räumt den fünf Groß- mächten Amerika�. Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan eine S o n d e r st e l l u n-g vor den übrigen Staaten ein und macht sie zu den eigentlichen B e h e r r s ch'v r n des Völkerbundes, indem er ihnen fünf Vertreter im Rate der Staaten gibt, gegen nur vier der übrigen Mächte. Der deutsche Entwurf erkennt demgegenüber die Gleich- berechtigung aller Nationen, der großen so- wohl wie der kleinen, an. Selbst wo er', Nlie beim Weltparloment, die Zahl der von den Einzelstaaten zu stellenden Vertreter nach der Bevölkerungsziffer abstuft, ist durch die Beschränkung der Höchstzohl von Parlamentsmit- gliedern, die ein einzelner Staat stellen darf, dafür Sorge getragen, daß nicht die kleinen Staaten durch die großen der- gewaltigt werden können. Auch nach der spezifisch. paz isisti s chen Seite hin geht der deutsche Entwurf erheblich weiter als der der Entente. Während der Ententeentwurf sich in der A b- r ü st u n g s f r a g e auf das ziemlich vage Versprechen einer Verminderung der Rüstungen beschränkt, bringt der deutsche Entwurf konkrete Abrüstungsvorschläge, deren Durchführung dazu führen würde, baß tatsächlich die Rüstun- gen der einzelnen Staaten auf das denkbar kleinste Maß be- schränkt würden. Ebenso ist der deutsche Entwurf bedeutend energischer in der Wahl der Mittel zur Verhütung künstiger Kriege. Er verlangt unbedingte Unterwerfung der am Völkerbund beteiligten Staaten unter den Spruch des Gerichtshofes und kennt nur einen Fall, in dein einem Staat die Anwendung kriegerische� Mittel erlaubt ist. nämlich die Abwehr eines auf sein Territorium unternommenen direkten Angriffs. Die Zusammensetzung des internationalen Gerichtshofs, wie sie der deutsche Eni- wurf vorschlägt, dürfte besonders begrüßt werten. Der deutsche Entwurf erkennt nicht von vornherein bestimmten Staaten das Recht zu, den Gerichtshof zu besetzen, sondern er veranstaltet einen iuternationalen Wettbewerb, durch den jede Nation angefeuert wird, aus sich heraus Personen hervorzubringen, die sich das Vertrauen anderer Völker und der Welt erringen. Ueber die Freiheit der Meere sagt der Entwurf der Entente überhaupt nichts, während der deutsche Eni- wurs sie in weitestem Maße sicherstellt. In ter K o l o n i a l- frage sieht der Ententeentwurf nur eine Verwaltung ter „ehemaligen deutschen Kolonien" durch den Völkerbund vor, während der deutsche Entwurf auch hier allgemeine Grundsätze und Richtlinien für die Kolonien sämtlicher Staaten in Vorschlag bringt. Auch in der sozialen Frage begnügt sich der Ententeentwurf mit sehr allgemeinen und wenig verpflich- tenten Versprechungen. Der deutsche Entwurf dagegen stellt c'n großzügiges Programm des internationalen Arbeiter- schutzes und Ärbeiterrechts auf, das im wesentlichen die von ter internationalen organisierten Arbeiterschaft erhobenen Mindestforderungen zur Durchführung bringt. Gemessen an allgemein idealen Maßstäben der Gerech- tigkert und internarionolen Solidarität ist der deutsche Ent- ter Entente bei weitem überlegen. Die Grünte merfür liegen auf der Hand. In der Entente sind mächuae Strömungen am Werke, welche die durch den Welt- krieg.ö�nntrnen Vorteile der militärischen und tvirtlckaftlichen U e b er l e g e n h e i t trotz Völker- bund nicht aus der Hand geben wollen. Der Ententeentwurf ist daher ein Kompromiß zwischen Wilsonscten Pazifis- muS und den: Imperialismus ter englischen und französischen Kriegsparteien.— eshalb tastet er die englische Vorherrschaft zur See mcht) A b r ü st u n g; c) die Sicherung der Vcrkchrsfrcihcit und der all- gemeinen wirtschaftlichen Gleichberechtigung; d'! der Schutz der nationalen Minderheiten; e) die Schaffung eines internationalen Arbeits recht»; il die Regelung de» yolonialwcsenS. 3. Ter Völkerbund umfasi»; a)alle kriegführenden Staaten einschließlich der während des Kriege» neu e n t st a n g e n e n; d) alle u e u t r a l c n S t a a t e n, die dem Haagrr Weltschied»- vetband angeschlossen waren; c) alle anderen, wenn sie von zwei Dritteln der bereit» vorhandenen BundeSmitglicder zugelassen werden. Dem Päpstlichen Stuhl bleibt der Eintritt in den Völkerbund vorbehalten./ 4. Tie Mitglieder verpflichten sich, keinen dem Zwecke de? Bunde» widersprechenden Sondcrvcrtrag abzuschließen, auch kein Geheimabkommen irgend welcher Art zu treffen. Bestehende Verträge solcher Art find auszuheben. Geheime Verträge sind nichtig. II. Brrfasiunss. 5. Die Organa de» Völkerlbundes sind: a) der S taa te n ko n gr e ß; b) das Weltparlament; c) der ständig« internationale GcrichtSihos; d) das internationale BermittelungSamt; e) die internationalen VerwaltungSämtcr; s) die Kanz lci. A. Der Staatcnkongreß. 6. Der Staatankongreh ist die Versammlung der Vertoeter der Völkerbund» st aalen. Jeder Staat hat einen bis drei Vertreter; die Vertreter können nur einheitlich abstimmen. 7. Der Kongreß tritt mindestens jedes dritte Jahr zusammen. 8. Regelt die Geschäftsführung des Völkerbundes durch dcu Kongreß oder seinem ständigen Ausschuß. g. Di« Beschlüsse des Kongresses werden, soweit der Vertrag der vertretenen Staaten gefaßt. B. Das Weltparlnment. 10. Das erste Weltparlament setzt sich zusamnien aus Ver- tretern der einzelnen Parlament« der Völkerbunds staaten. Jedes einzelne Parlament wählt für je ein« Million der Bewohner seines Staates einen Vertreter; doch darf kein Parlament mehr als zehn Vertreter ent- sende». 11. Ueber die spätere Zusammensetzung de» Weltparlaments entscheidet das Weltparlament unter Zustimmung des Staatenkongresses. 12. Die Zustimmung des Weliparlaments ist er- forderlich für a) die Aenderung der Bundesverfassung: b) die Ausstellung allgemein gültiger internationaler Rechts- normen; c) die Einsetzung neuer Bundeöbe Hörden; d) die Feststellung des B u nb«» h« u S h a l t L. In diesen Angele genhettsn besitzt daS Weltparlam«lt zujleich die Initiativ«. 13.(Regelt Zusammentritt und Geschäftsordnung des Seit« Parlaments.) C. Ter ständige internationale Gerichtshof. 14. Der internationale Gerichtshof wird vom Staateukougreß auf Pix Dauer von neun Jahres wi« folgt gswMtc Hsder Stoak schlägt mln bestens eine und höchstens vier Personen vor, die geeignet und bereit sind, das Richter- amt au übernahmen. Mindestens einer der Vorgeschlagenen soll nicht A n g e- höriger des vorgeschlagenen Staates sein. Aus der Gesamtliste'der Vorgeschlagenen be- zeichnet jeder Staat fünfzehn Personen; die fünfzehn Personen, die die meisten Stimme»«ms sich vereinige», sind zn Richtern gewählt. Ib. Der Gerichtshof trifft seine Tntscheidungen in der Be- setzung von drei Mitgliedern, von denen jede Partei eines ivahlt. Den Vorsihenden bestimmt, falls sich die Par- !«ie>l nicht über ihn einigen, der Gerichtshof in seiner vollen Besetzung. D. Das iilteruationalc Bermittrlungsamt. 16. Für das internationale Vennittelungsamt ernennt jeder Staat vier Wahlmänner seines Vertrauens. Tie Wahlmänner treten zu einer Tagung zusammen und wählen init Stimmenmehrheit die fünfzehn Mitglieder des V e r m it te l u n g s a m t s sowie zehn Ersatzmänner, deren Reihenfolge bei der Wahl zu bestimmen«st. 17. Das VermittelungSamt faßt seine Beschlüsse in der Be- setzung von fünf Mitgliedern, von denen jede Partei zwei wählt. lWabl des Vorsitzenden wie unter Ib.) 18. Tie Mitglieder des Äermittelungsamts dürfen weder in einem aktiven DicnsirerhältniS zu chrem Heiniatsstaat stehen, noch gleichzeitig Mitglieder einer anderen Behörde des Völkerbundes sein. Sie nehmen ihren Aufenthalt am Sitze des Völkerbundes. E, Die internationalen Verwaltnngsämter. IS. Der Böllerburtd wird alle Bestrebungen für� die Zusammenfassung d er gemeinsamen Interessen der Völker fördern und auf die Weiterbildung der bestehenden und di», Schaffung neuer internationaler Einrichtungen himoirken. Dies gilt besonders für die Gelötete deS Rechtes, der Wirtschaft und des Finanzwesens. 20. Die bestehenden Unionen werden dem Völker- Kunde nach Möglichkeit angegliedert. 21. All« internationalen Bureaus, die früher durch Kollektitiverträge«ingeführt worden sind, werden, wenn die Vertragsparteien zustimmen, unter die. Aufsicht deS Bitn- d«S gestellt. 22. Alle internationalen Bureaus, die künftig gebildet werden, stehen unter der Aussicht de» Bundes. E. Die BundcSkavzlri. Aus den Bestimmungen erwäibnen wir: 2S. Die Mitglieder des Völkerbundes verpflichten sich, die Be- schliisse und Kundgebungen des StaatenkongresseS und des inter- nationalen VermitielungsamtS in ihren amtlichen PublikationS, organen im Originaltext und in der Landessprache zu veröffent- lichen und ihren gesetzgebenden Körperichaften vor- zutragen. G. Stellung der Bundesbeamtrn. 27 und 28 sichern allen Mitgliedern der internationalen Be- Hörden und des Weltparlaments die diplomatischen Vor- rechte und Befreiungen sowie in dem Staate, dem sie an- »gehören, dieselben Rechte wie Parka mentsmit« g l i e d e r dieses Staates. III. friedliche Schlichtung internationaler Streitigkeiten. 2t>. Alle zwischenstaatlichen Streitigkeiten, die ans diplo- matischem Weg« nicht haben erledigt werden können und für die nicht eine besondere Schiedsgerichtsbarkeit vereinbart wird, müssen cnttveder durch d«n ständige« internationalen Gerichts- h v f ausgetragen»der durch das internationale Per. mittlnngsamt geregelt werden. 80. Das regelmäßige Organ für die Entscheidung von ztvischen- staatlichen Rechtsstreitigkeiten ist der international« Ge- r i ch t s h o f. Jedes Mitglied des Völkerbundes hat hier ein Recht zur Klage, auf die sich der Gegner einlasse» muh. Die Gnischei- düngen ergehen im Namen des Völkerbundes. Das gleiche gilt für das Versichren vor dem Vermittlungsamt. 31 betrifft sonstige Zuständigkeit des internationalen Gerichts- Hofes. 32. Den beteiligten Staaten bleibt vorbehalten, für einzelne Streitfälle oder bestimmte Arten von Streitfällen Schiedsver- träge abzuschließen. Diese Befugnis steht ihnen jedoch nicht zu, soweit es sich um die Auslegung allgemeiner ge schrie- bener Normen des internationalen Rechtes oder um die Auslegung der Satzung des Völkerbundes handelt. 33 regelt die Zuständigkeit zwischen dem insemallonaken Ge- richtshof und dem Vermittlungsamt.&■ 34. Betrifft die VerfahrenSordnung vor Gerichtshof urch Ver- mittlnngsamt. Sowohl der Gerichtshof als das Vermittlungsamt sind befugt, das Streitverhältnis für die Dauer des Verfahrens durch eine vor- läufige Verfügung zu regeln. 35. Die Entscheidung des Gerichtshofs erfolgt nach den inter- nationalen Vereinbarungen, dem v ö l k er e ch t l ich« n Gewohnheitsrecht und nach den allgemeinen Grund- sähen von Reckt und Billigkeit. 36. Die Entscheidung des Gerichtshofs oder des BermittlungS- amtS verpflichtet den betroffenen Staat» ihren Inhalt nach Treu und Glanben auszuführen. IV. Berhntiing internationaler Streitigkeiten. 37. Stellt das Vermittlungsamt fest, daß in den Beziehungen einzelner Völkcrbundsstaaten eine Spannung eingetreten ist, so kann es den beteiligten Staaten sein« Vermittlung a n- bieten. Diese sind dann verpflichtet, die Angelegenheit vor dem Vermittlungsamt zu erörtern und ihm d'e Unterlagen für oinen Vorschlag zur Lösung der Frage zu geben. 33. Jeder Bölkerbundsstaat ist verpflichtet, die Beschimpfung eines anderen Volkes in Wort, Schrift oder Bild durch seine Gesetz- gebung und Verwaltung zn bekämpfen. Bei Verlebung dieser Pflicht laiwi der geschädigte Staat die Entscheidung des internationalen Gerichtshofs anrufen. M. Zwiscben den Staaten des Völkerbundes gilt ein« Wechsel- seitige Verpflichtung solche tatsächlichen Behauptungen, die durch die Presse des einen Staates zum Nachteil des anderen veröffent- licht woüden sind, jederzeit zu berichtigen. Bei Verweige- rung der Berichtigung entscheidet der internationale Gerichtshof. V. Abrüstung. 40. Die Mitglieder des Völkerbundes werbe« ihre Rüstungen zu Lande und in der Lust so begrenzen, dasi von ihnen n u � die zur Sicherheit des Landes erforderlichen Streitkräfte unterhalten werde«. Sie werden ihre Rüstung zur See auf die Machtmittel be- schränken, die zur Verteidigung ihrer Küsten erforder- lich sind.> 41. GesamtjaihreSauSgaben zu Rüstungen nach Voranschlag und Abrechnung sowie die Ziffern der Effektivlestände an Truppen und Kriegömitteln aller Art, insbesonder- an KeicgZschissen, sind jede? Jahr der BundeSkauzkei einzureichen und von diese? in dem Publikationsorgan des Völkerbundes zu veröffent- lichen. 42. Zur Durchführung der Abrüstung wird ein besonderes Abkommen getroffen, das auch die internationale Kontrolle über die Jnnehaltung der getroffenen Vereinbarungen enthält. Das Abkommen bildt einen wesentlichen Bestandteil der Verfassung deS Völkerbundes. VI. Verkehrsftekhert. 43. Di« Herrschaft über daS Meer wird dem Völkerbund über- tragen. Er übt sie durch eine internationale Seepolizer aus, über deren Organisation ein besonderes Abkommen entscheidet. Die für die Seepolizeit erforderlichen Machtmittel werden zwischen den Seestaaten de» Völkerbundes durch das Abkommen kontingentiert. Außer den Schiffen der Grepolizei dürfen keine bewaffneteu Schiffe das Meer befabren. 44. Die für den internationalen Seeverkehr unentbehrlichen Meerenfzen und Kanäle stehen den Schiffen aller Völker- bundsstaaten gleichmäßig offen. 45. Kein Völkerbundsstaat darf die See- und Binnenschiffahrt eines anderen Völterbundsstaats ungünstiger behandeln als diejenige des eigenen oder deS meistbegünstigten Landes. 46. Die Lust steht dem verkehr der Lnstsahrzeuge aller Völker« bundsstaaten gleichmäßig frei. Zur Durchführung dieses Grund- satzeS wird ein besonderes Abkommen getroffen. 47. KÄn Bölkerbundsstaat darf in. der Freiheit des Kabel- und FiinkspruchvrrkchrS beschränkt werdon. 48. Di« Rechtsstellung dec Angehörigen de« ein«, VölkerbundSstaatS um Gebiet« des anderen in bezug auf per fön- liche Freiheit, Kultusfreiheit, Aufenthalts- und Niederlassungsrecht sowie Gerichtsschutz regest ein be- sondere» Abkommen auf der Grundlage möglichster Gleichstellung mst den Inländern- 40. In der Ausübung von Handel, Gewerb« und Landwirtschaft sollen die Angehörigen de» einen Völker- bundSstaatö im anderen Volke rbrnidsstaat den Inländern gleichgestellt sein, insbesondere auch hinsichtlich der damit verbundenen Abgaben und Lasten. I 80. Die Bölkertmnbsstaatrn werden sich weder unmittelbar»och ! mittelbar an Maßnahmen beteiligen, die auf eine Forffetznng oder Wiederaufnahme des Wirtschaftskriege» abzielen. Zwangömatz- nahmen des Völkerbundes bleiben vorbehalten. 51 und 52 behandeln Beseitigung von Durchfuhrab- aab e n. Ferner soll der gegenseitige Beckehr innerhalb des Völker- bundes nicht durch Ein-, Aus- und Durchfuhrver- bot« gehemmt werden. 53 bezeichnet als Ziel der wirtschaftlichen Bestrebungen dio Schaffung eines WelthandelsvertragrS. VII. Schutz der nationalen Minderheiten. 54. Den nationalen Minderheiten innerhalb der einzelnen Völkerbundsstaaten wird ein nationales Eigenleben, insbesondere in Sprache. Schule. Kirche, Kunst, Wissenschaft und Presse verbürgt. Ueber die Durchführung dieses Grundsatzes entscheidet ein r• s o nd e r e S Abkommen, das vornehmlich bestimmt, in toelcher Weise das Recht der Minderheiten vor den Organen des Völker- bundes geltend gemacht werden kann. VIII. Arbeiterrecht. 55. Es gehört zu den Hauptaufgaben des Völkerbundes der � Arbeiterschaft aller Gliedstaaten ein menschenwürdiges Da- sein und die Freud« an der Berusstätigkeit zn sichern. Ein besonderes, in der Anlage beigefügtes Abkommen � regelt zu diesem Zwecke für die Arbeiter die Fragen der Frei- zügigkeit, des KoulitionsrechtS, der G l e i ch st e l l n n g der In» und Ausländer in bezug auf die ArbeitSbedingnir- gen, der A r b e i t so rrmittlung, der Sozialversiche- rung, deS A r bGit terschutzr», der Heimarbeit, der Arbeitsaufsicht und der internationalen Durchführung und Fortbildung dieser Normen. 56. Für die Ilebecwachung und den Ausbau des Arbeiterrechts soll bei der Bundeskamzlei ein W el t a rb ei ts a m t eingerichtet werden. IX. Kolonien. 57. Für die Verwaltung der Kolonien, die nicht das Recht des Selbstverwaltung besitzen, schafft der Völkerbund eine inter- nationale Ordnung auf folgenden Gebieten: ») de? Schuh der Eingeborenen gogcn Sklaverei.� Alkohol, Waffen- und Munitionshandel, Volksseuchen, Zwangs-' arbeit und Zwa ngs« nteignu ng; h) die F ür s org« für Gesundheit, Erziehung und Wohl st and de? Eingeborenen und die Sicherung der GetvissenSfreiheit; c) die Sicherung de» Friedens durch Neutralisierung der Kolonialgebiete und durch Verbot der Militari- sierung. 58. Betrifft die Missionen. 50. Den Angehörigen aller Völkerbundsstaaten wird die Freiheit der wirtschaftlichen Betätigung unter De- rücksichtigung der vorstehenden allgemeinen Bestimmungen über dio Verkehrsfreibcit in jeder Kolonie gewährleistet. 60. Zur Ausführung und lleberwachung der vorstehenden Be- stimmungen wird«in Welt- Kolonialamt eingerichtet. In jeder Kolonie sind Beauftragte des Völkerbundes verpflichtet, über oie Jnnehaltung der vorstehenden Bestimmungen zu wachen, 61. Ueber da? Schicksal der dem Völkerbund nicht unmittelbar oder mittelbar angeschlossenen Gebiet« kolonialen Charakters kann nur durch Beschluß des Völkerbundes zu Gunsten eines Mitglieds verfügt werden. X. Vollstreckung. 62. Weigert sich ein Bölkerbundsstaat Sprüche, Beschlüsse oder Verfügungen eines zuständigen OrganeZ des Völkerbundes auszuführen oder verletzt er sonst ein« Bestimmung der Bundcsverfassung. so beschließt das VermittelungSamt in seiner Vollbesetzung von fünf- zehn Mitgliedern über die Zwangsvollstreckung. SS. Die Zwangsvollstreckung kann insbesondere bestehen in? -0'Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch alle übrigen Staaten; b) Einschränkung oder Abbruch der wirt- schaftlichen Beziehungen, namentlich Ein« und Aus- fuhrverbote. ungleichmäßige Zollbehandlung, Sperrung des Per- sonen-, Güter- und Nachrichtenverkehrö, Beschlagnahme von Schiffen: c) militärischen Maßnahme», die dem verletzten Staat allein oder in Verbindung mit anderen Staaten aufge- tragen werden. 64. Jeder Staat hat daS Recht, bei einem Angriff auf sein Gebiet nickt nur zu den Rechtsmitteln des Völkerbundes, sondern sofort zur Selbsthilfe zu greife«. wmmmmm Klaus Grsth. 1810�-24. April— 1019. Klaus Grsth stammt aus der Hebbel-Heimai, aus Dithmarschcn. „Hier fast allein auf deutschem Boden," sagt der Literaturhistoriker Bartels,„hat sich die Entwicklung des deutschen Volke? frei und un- beeinflußt von Fremden, man möchte fast sagen, folgerichtig voll- zogen. Hier hat sich die urgermanische Volksfreiheit durch Jahr. hunderte ungebrochen erhalten und ist imstande gewesen, den Adel zu unterdrücken, die Sklaverei spurlos verschwinden, den Bauern zum Herrn werden zu lassen,'und hat politische und soziale Ein- richtungen entwickelt, die das Dithmarschen. Wenigstens der Blüte. zeit, als kleinen republikanischen Musterstaat hinstellen." Ein« Dichtcrerscheinung wie die GroihS ward nur auf dem Boden eines VolkStum? möglich, das sich in seiner Eigenart so rein erhalten hat, wie der Niedersachsenstamm auf Marsch und Geest. Die Tragik unserer Kunst ist die Zerspaltung. Di« Kultur selbst unserer Größten ist rein persönlich und dadurch problematisch. Bei Groth aber ist ts so. daß seine individuelle Lyrik nur wenig bckdeuiet, während er eine Höhe lyrischer Kunst darstellt, wo er au» der seelischen und sprachlichen Verbundenheit mit dem Volkstum dichtet. Er ist«olksdichter in des Wortes wahrer Tiefe. Erst im Ganzen erfüllt er sich selber. Er formt da» Denken und Fühle» seine» Volkes in den Lauten einer Sprache, die die Seele des Volkes selber ist. im Ggonsatz zu der abgeschliffenen entsinnlichten Schrift- und Bildungssprache, di« uns allgemeine, begriffliche Zeichen gibt anstatt Anschauung, anstatt sinnlich« Erlebtheit. Die Dithmarschen nennen mit Recht den.Ouickborn" schlechtweg»Dat Boock". Er ist nicht etwa nur im Dialekt geschrieben. Er ist, und deshalb ist er»»über- fetzbar, im Dialekt empfunden,»nd das ist seine Stärke. Ms der Mädchenschullehrer aus Heide in den RevolutionS- und .Kriegsjahren 1848 bis 1852 auf der Insel Fehmarn daran ging, die Soele der Heimat in ihren ureigensten Lauten sprechen zu lassen, ivar er ohne Borgänger. Der Dialekt war da» Aschenbrödel. Man hatte noch nicht dem Jungbrunn der Sprache in ihm erkannt, daraus die überbildete sich wieder schöpferische Kraft des Ausdrucks und das Vermögen der Anschaulichkeit zu holen vermag. Hebbel schrieb später an Groth:„Ihr Werk ist um so mehr zu bewundern, al« Sie daS Instrument, worauf Sie spielen, erst bauen mußten." Die ersten Anregungen kamen dem Knaben au» den rohen Reimereien wandernder Dialettdichter. Seine Vorbilder aber, die den Begriff der Volksdichtung in ihm weckten, waren Robert Burn» und I. P. Hebel. Sie gaben ihm den Mut zu seinein Wollen. Zunächst aber mutzte er die Sprache zum Ausdruck fähig machen. Es galt, ehe er an» Werk gehen konnte, au« genauestem Studium der musikalischen Moglichkeiim.das Instrument zu hauen"- SS ivqr fei« kleine Arbeit, die nicht Redegewohnte zu schmeidigen, daß sie deS nüanrier- ten Ausdrucks fähig wurde. Groth hat sie geleistet und hat den seit«. neu Reichtum der Mundart an Empfindung und Anschauung offen- bar gemacht. Sie ist durch ihn zur echten, vollgültigen Dtchtersprach« geworden. Indem der Dichter aber au» dem Geist der Sprache dichtet, dichtet«r aus der Seele des Volkes. ES gibt Gedichte bei Groth, die die Sprache und somit das Volk selb« gedichtet zu haben scheint, und die vollkommen als Naturlaut wirken. In Klau» Groth war die Sprachphantesi« seines Volke? schöpferisch geworden, und darin liegt seine so einzige BedevtunK ES ist nicht das Volkstum in feinem ganzen Umfang, das Groth in seinen Gedichten darstellt. Ihm sind nur di« lyrischen Empfwdun- gen voll zugänglich, trotzdem er auch im Genrehaften Schönes zu» weg« bringt. Im Lyrischen aber ist er von einem großen Reichtum, und die besten Gedichte sind aus sich selber Melodia. Friedrich Hebbel sagt von einem Stück wie„Matten HaS":»Gehen Sie, das 'ist Poefle, das ist lyrische Empfindung, das ist Gestalt und Ton zu- gleich; demgegenüber verhalten sich all« Gedanken, und Empfindung»- gedichte, sie mögen so trefflich sein, wie sie wollen, wie Schatten zu Körpern, wie Bildung zur Intuition. Groths Lyrik hat durchaus da» Inkommensurable, und sie ist unübertrefflich in ihrer einfachen Naturgewachsenheit wie da» Grothsche Gedicht oder da» Volkslied. .«»m lese et» paar Strophen wie diese: Kumm du rnn Merrenocht, Kumm du Klock een, Voder slöpt, Moder slöpt- Jk slap alleen. Kumm arm« Kökendaer, Kumm anne Kliwk: Voder slöpt. Moder slöpi. Dat deit de Mnd. Oder jenes rührende: He sä mi fv pel, und ik sä em keen'Wort. Und all wat ick sä, weer: Jehann, ik nm'fvrt. Ober auch die paar persönlichen Stücke wte da» elegische„Min Port" und die Erinnerungsvers« an den Bruder:«Min Jehann": Ick wull, wie weern noch lleen, Jehann, Do weer de Welt so groot l Wie seien op den Stern. Jehann, Weest noch? bi Nawera Sot. Am Hebe« seil de stille Maem. Wie sagen, wa h« leep, Un snacken, wa de Himmel hoch Un wa de Sot wul deep. Gooths Leben verlief in stillem Gleichmaß zwischen den beiden Toze». de», St. MS. da«S i» Heid», htm üemu Dörfchen an der Grenze von Marsch und Geest, geboren wurde, und dem 1. Juni 1800. da er in Kiel starb. Seine Tat bleibt der„Ouickborn" —»Dat Boock". ES erschien 1652 und wurde später noch um eine Anzahl Stück« vermehrt. Was Groth außer diesem Werke sckrieb, ist nur von sekundärer Bedeutung. P. H.• Shaws Vinte für üie Lrieöenskonferenz. „JriedenSkonferenz-Winke" nennt George Bcrnard Shaw ein soeben erschienenes Buch, in dem er zu den Fragen des Völker- bundes und des kommenden Friedens Stellung nimmt. Der groß« Schriftsteller begeht das in England besonder» unverzeihlich« Ver- brechen, an angeblich ganz klaren Dingen zu zweifeln, wie an der Neutralität Belgiens, an den deutschen Greueltaten und an vielem. andern. Shaw ist ein begeisterter Vertreter der VölkervundSidee und sieht in ihr die einzige Möglichkeit, das grauenhafte Elend ab- zuwenden, das sonst über die Welt hereinbrechen muß. Aber so leidenschaftlich er für einen wirklichen Bund aller Völker sich ein- setzt, so schroff lehnt er die Form ab, die man dem Völkerbund jetzt in Paris geben will.„Es muh viel mebr geschaffen werden," sagt er„als bloße Bürgschaften, die die Mitglieder des Völker- bundeZ übernehmen. Sie müssen eine über den Nationen stehende Gesetzgebung erlassen und einen über den Nationen stehenden Gc- richtshof einsetzen, genau so wie di« Vereinigten Staaten eine über den einzelnen Staaten stehende Gesetzgebung und Gerichtshof durchgeführt haben." Ohne diese Erhöhung deS Völkerdundgedan- kens über die Interessen der Einzelstaaten steht Shaw die Eni- stehung einer W-ltordnung voraus, in der es nur„Spartaner und Heloten" gibt.„.... Während dies« Völkerbunds, deen Shaws in manchen englischen Kreisen sympathisch aufgenommen werden, ist man allgemein ent- setzt über seine Behandlung wichtiger Streitsragen des Krieges. Shaw erinnert an zwei Prophezeiungen, die er zu Anfang des Kriege, gemacht habe, ve'd- Prophezeiungen Shaws sind nach den Ausführungen seine» neuen Buche» vollauf«ngetroffe»: die Deutschen fanden in Brüssel jene Gesandtenberichie, die zeigten, wie ioenia sich Belgien in den Jahren vor dem Kriege an die ihm auferlegte Neutralität gehalten hatte und England selbst kam in die Lage, durch seine Behandlung Griechenland? e,n neutrales Land zu vergewaltigen. Auch in der Greuelfmg« gibt Shaw durch- aus nicht den Deutschen alle Schuld, sondern stellt fest, daß auf beiden Seiten gesündigt wurde, daß solch« Greuelgeschichten die Begleiterscheinung jedes Knege» imd und dah„jn bezug auf Grau- samkeit und Gemeinheit alle Volker durchschnittlich so ziemlich aus dem gleichen Niveau stehen._ Die deutsch» Maifestschrist. Die Festschrist zur Maifeier, die der Verlag der Buchhandlung VorivärtS im Auftrage der Partei hergerichtet bat. liegt nunmehr vor. Sie kostet 20 Pf. Unsere Kraft in Rückschau und Ausblick kampffreudig zusammenzufassen, ist der Sinn de» Weltseste» d«r Arbeit,«d ja fragt nun auch Wefo# hsli und stark gehaltene Fast» 65. Alle Kosten und Schäden, die den Mitgliedern dcZ Völkerbundes einzeln oder g«neinsam aus den Mahnahmen der Vollstreckung entstehen, zahlt der friedebrechcndr Staat. XI. Kosten. 66. Die gesamten Kosten des Völkerbundes werden von den Mitgliedern nach einem Schlüssel aufgebracht, der von dem Staaten- kongreß in Anlehnung an den Schlügel des Weltpostvereins festgestellt wird. Abkommen über öas firbeiterrecht. (Wir geben nachftehcird einen Auszug des Entwurfs, der eine Beilage zu'dem VölkerbundZcntwurf darstellt. Red. d.„Vorw.".) Artikel 1. Freizügigkeit, Koalitionsrecht, Arbeitsbedingungen. Die vertragschließenden Teile verpflichten sich, die Freizügigkeit der Arbeiter*) in ihrem Gebiete nicht durch den Erlaß von Auswande- rungs-»der allgemeinen Einwanderungsverboten zu beschränken. Jeder vertragschließende Teil wird in seinem Gebiete das Recht der Arbeiter auf Koalitionsfreiheit durch. Erlaß entsprechender vor. schriftrn sicherstellen. Jede Behinderung bei der Ausübung des Koalitionsrechts ist unter Strafe zu stellen. Alle ausländischen Arbeiter haben Anspruch aus die von den Gewerkschaftsorganisationen mit den Arbeitgebern ihres Be- rufs veveinbarten Lohn- und Arbeitsbedingungen oder, sofern solch? Vereinbarungen nicht bestehen, auf die o r t S 2 b- liehen Lohn- und Arbeitsbedingungen ihres Berufs. Entgegen- stehende Verträge find als nichtig zu erklären. Artikel 2. Arbeitsvermittlung. Jede Anioerbung von Arbeitern für das Ausland unter Be- dingungen, die dem Artikel 1 Abs. 3 nicht entsprochen, ist zu ver- bieten und unter Strafe zu stellen. Jui Widerspruch hiermit angeworbene Personen sind von der Einwanderung aus- zuschließen, auch sind die mit ihnen geschlossenen Arbeitsverträge als nichtig zu erklären. Artikel 8. Sozialversicherung. Die vertraaslUießenden Teile verpflichten sich, soweit dies noch nicht der Fall ist, eine Pflichtversicherung der Arbeiter gegen krank- heit, DrtrirbSunfoll, Invalidität, Alex und Arbeitslosigkeit sowie «ine Hinterbliebenen- und eine Mutterschaflsversicherung durchzu- führen und die Sozialversicherung auf die Heimarbeit auszu- dehnen. Für die Beiträge und Leistungen der im Absatz 1 erwähnren Versicherung sind die ausländischen Arbeiter während ihres Aufenthalts im Inland? den Inländern grundsätzlich gleich- zustellen. Artikel 4. Arbeiter schntz. Jeder vertragschließend« Teil wird in seinem Gebiete die zum Schutze der Arbeiter erlassenen Bestimmungen über die allgemeine Arbeitshygiene in Betrieben aller Art, insbesondere die Vorschriften zur Verhütung von Unfällen und Krankheiten ausbauen. Für alle Ardciicr. d-ie in gefährlichen Betrieben beschäftigt werden, sind besonders wirksame Vorschriften zum Schutze der Gesundheit zu erlassen. Tie vertragschließenden Teile werden, soweit dies noch nicht geschehen ist, dafür sorgen, daß dir regelmäßige Arbeitszeit der Ar- beiter in gewerblichen Betrieben acht Stunden täglich nicht über- schreitet. Die Nachtarbeit zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr ' morgens ist gesetzlich für weibliche und jugendliche Per- fönen sotme für alle Betriebe zu verbieten, die nicht ihrer Art nach aus technischen Gründen auf die Nachtarbeit angewiesen sind. Auch soll dafür Sorge getragen»Verden, daß allen Arbeitern wöchentlich, und zwar in der Zeit von Sonnabend bis Montag, eine zusammenhängende Ruhepause von mindestens 32 Stunden gewährt wird. Am Tage vor Sonn- und Feiertagen dürren Arbeite- rinnen nicht länger als 4 Stunden und nicht nach 12 Uhr mittags beschäftigt werden. Bor und nach der Niederkunft dürfen Ar. Leiterinnen im ganzen während 10 Wochen, nach der Niederkunft wenigstens 6 Wochen nicht gewerblich beschäftigt werden. Für gleiche Arbeitsleistung ist den weibliche» Arbritem der gleiche Entgelt zu gewähren wie männlichen Arbeitern. Die vertragschließenden Teil« werden das Alter für die Zu- l a s s u n g von Kindern zu gewerblichen, industriellen, kommer- ziellen bnd landwirtschaftlichen Lohnarbeiten sowie für die Ent- lassung au? der Schule auf das vollendete 14. Lebensjahr festsetzen. •) Die Bezeichnung.Arbeiter" schließt sowohl die Arbeite- r r n n e n als auch alle Gruppen der Angestellten«in. blatt: Was haben wir erreicht? Was wollen wir weiter erveichen? Der Zeichner Fabian hat der Schrift zwei Bilder gegeben, die klare Antwori geben auf diese Fragen: Zwei markig« Gestalten pflanzen einen geschmückten Erntebaum. hoch über abblühenden Saaten, hinter denen die Spuren der Kriegszerstörung verschwinden. Und daS andere Bild: ein« hammerbewehrtc Riesengestalt, zu deren Füßen zertrete«« Kronen und zerspreng:« Fesseln liegen, holt aus zum Schlag« gegen die entsetzten Teusclswächter des goldenen KaloeS. Sechs Aufsätze entwickeln die Gedanken dieses dreißigsten Festes, das inmitten der Ereignisse der Revolution gefeiert wird. Ihre Titel: Zum Sozialismus durch Demokratie. Friedensfest! Sozial- polft ische Errungenschaften der Revolution. Di« Revolution und die Frauen! Was«rwarten Kunst und Künstler von der Revolution? Das Recht auf Bifiduiifp Alle diele Aussätze find voll kämpf« drängei?der Lust, die jetzt revolutionär gelegten Fundament« allen Widrigkeiten der Zerstörung zum Trotz zu Mauern und Räumen empor,uführ«n. Si« find ein starkes Signal tatbereiter Zeit. Früh- wind der Zukunft weht durch cm Mailied, da» Arti» Zickler«t- stimmt: Hebt unsre Fahnen in den Wind! Hebt in fcie Sonne eilten Mut! Dir kämpfen, weil wir gläubig sind: Der Mensch ist gut! Nottzea. �Ktrcheund Maifeier. Am nächsten Sonntag(27. April) dormitiag« 10 Uhr findet in der rrlnitatiSkircke in Chorlottenburg. Karl-Sugult-Platz. eine kirchlich« Borfeier zur Maifeier de» deutschen BolkeS statt. Pfarrer Bieter sprich: über Christentum. Pott«. veriöhnung. MenschheitSfrieden. Aus der Orgel wird der Schluß- chor aus Beethovens 9. Sinfonie(Seid umschlungen Millionen) zum Borlrag gebracht. �-Gegen die Waffe! Im Klindworth-Scharwenkasaal lasen am Tuenstag Alfred Beieele und Rudolf Leonhard Dichiuugen im Geiste deS Herweghlchcn Aufschreis:.Wann stellt ihr, » Soldaten, die Arbeit endlich ein?" Gelesen Hai eigentlich nur Leonhard, der ieinem wirlsamen Manifest gegen die Waffe nickt daS Feuer der Sprache verlieh, dessen eö bedarf. Beierle war Geist und Flamme de« Jmerpreiierien selbst. Am stärlsten in der Wiedergabe von Strin d ber g S.F r i- d e n S n o v e l l e". die er ohne Manuikript in bannender, unmittelbarer Lebendigkeit au« sich heraus- grub." r. "�Davids Referentensübrer. d» die Eellbstaustnldung des sozialdemokratischen Pobftikers erleichtern «nmebr fo fünft« Auflage erreicht. Der Vertag der fcuch&anbhwK} Vorwärts le« den Führer soeben n-ubearbmdet>md inhaltlich vervnchet vor(Kreis 3 M.) Ein Abschnitt über die Technik de« Sprechens ist«ngeschaltet worden. Er wird den Nutzen des 3110*0 gut wachsen lassen. Dos Kapftcl über die Geschickte der sozialdemokratischen Partei ist bis ins letzte Jahr meitngtfäri, warben,«i, unenftehtfich da» Buch D-ttd» ist. fttge» alle, b« es schon benutzt haben. � Artikel 6. Heimarbeit. Alle Gesetze und Verordnungen aus dem Gebiete des Arbeiter- schutzes sind sinngemäß aus die Heimarbeit anzuwenden. Mindest- löhne der Heimarbeiter sind durch paritätische Lohnämter mit rechtsverbindlicher Kraft festzusetzen. Artikel 6.«rbeitSanfficht. Die Durchführung des Arbeiterschutzes(Artikel 4) ist durch eine Arbeitsaussicht zu überwachen, die von Personen in amtlicher Stel- luna ausgeübt wird unter Mitwirkung dergewertschaft- lichen Organisationen der Arbeiter. Diese Beamten sind in einer zur wirksamen Beaufsichtigung aller Betriebe ausreichenden Anzahl sachverständigen Kreisen, insbesondere mich denen der Ar- beiter, zu enwehmen. Ihre Unabhängigkeit und die Aus- führung der von ihnen erforderlich erachtenden Anordnungen ist gesetzlich sicherzustellen. Artikel 7. Internationale Durchführung de« Arbeiterrechts. Die vertragschließenden Teile werden die geeigneten Schritte tun, um in möglichst weitem Umfange eine internationale Regelung der Rechtsverhältnisse der Arbeiter herbeizuführen. Auch soll unter Mitwirkung der Seemcmnsorgani- sationen ein internationales Seemannsrecht geschaf- fen werden._ Cbert über beutstb-französische ver- ftänüigung. Eine Unterredung mit dem„Tewps". Nach einem Pariser Havasbericht hatte Reichspräsident Eberl am Ostersonntag eine Besprechung mit dem Korrespondenten deS „Temps*. .Die innere Lage in Deutschland", erklärte Ebert, hänge— wie übrigens in ollen Ländern-- durchaus von der all- gemeinen Weltlage ab. Die inneren Bedingungen Deutschlands seien solidarisch mit denen aller Länder d e r W e l t. In der allgemeinen Erkenntnis dieser Solidarität erblicke er die beste Garantie für den Welrineden. Der ungeheuerliche, vor dem Krieg von einem englischen Blatt aufgestellte Satz, daß der wirtschaftliche Ruin Demschlands eine Bereicherung Eng- lands bedeuten würde, hätte relativ Gültigkeit für eine kapitalistische Gesellschaft, stelle aber in der neue» sozialistischen Welt eine« er- schreckende» Wahnsinn dar. Dem französischen Geist verdanke der Sozialismus einen großen Teil seiner schöpferischen Ideen".»DeS- halb", sagte der Reichspräsident,»vertraue ich Frank- reich, daß eS sich demGedanken der Solidarität der gesamten menschlichen Arbeit nicht ver- schließen wird. Gewinnt dieser Gedanke in Frankreich die Oberhand, dann werden sich alsbald gute B e- ziehungen �zwischen beiden Ländern einstellen. Deutsch- land ist bereit, diesen Gedanken zur Tat werden zu lassen und Frankreich aus ganzer Kraft zu helfen, die durch die Schrecken des Krieges verursachien Schäden wieder gut zn machen. ES wäre'jedoch ein Vorteil, wenn diese Arbeit auf Kosten Deutsch- land« durch Fr e i will ig e geleistet würde und nicht durch die Massen der versttavten deutschen Kriegsgefangenen." Der Reichs« Präsident prolestierte dann gegen die Zurückhaltung der KriegSgefan- gcnrn in einem �Augenblick. wo die Verhandlungen eingeleitet werden füllen. Die Schaffung eines rheinisch-westfälischen Pufferstaates könne er nicht als eine Garantie für den Frieden oder für die lilnstigen Gutmachungen zu Frankreich betrachten. Die Einficht in die wahren Interessen ihres Landes werde hoffentlich die französischen Staatsmänner hindern, von Deutschland die Unter- schrift unter einen Bertrag zu verlangen, der im Gegensatz zu den wahren Interessen Frankreichs stehe." Daß das Frankreich der Kapitalisten EbcrtS Hoffnungen erfüllen würde, wird man leider bezweifeln müssen. Aber das Frankreich der Arbeit, das danach kommt, wird sie zur Wirklichkeit werden lassen. ?aurös im Pantheon. Tie französischen Genoffen fordern Schiedsgerichte für Arbeitsstreitigkeitcn. Pari«, 23. April.(HavaS.) Der Sozialisteukougreß verlangte in eiaer Entschließung, daß die Asche JaurdS i» Pantheon beigesetzt werde. Der Kongreß nahm daS von den früheren Mitgliedern der Mehrheit wie Thomas und der Minderheit wie Longuet vorgelegte Parteiprogramm an, in dem der Zusammentritt einer Konstituante gefordert wird. Ferner wird in dem Programm verlaugt, der Staat 'olle die widerrechtlichen Kriegsgewinne einziehen, sowie starke Kapital steuern und Monopole für LuxuSgegenstände ein- führen. Die Eisenbahn, Transport- und BergwerkSunternrhmungen. Lebensversicherungen usw. sollen durch den Staat, die Departements und Gemeinden unt er Kontrolle der Verbraucherbt- trieben werden. An sofortigen Reformen fordert da« Programm die Vermeidung von Streik« durch Organisation der verständigungS- bcdingungen, Entwicklung der Sozialversicherung, Herabsetzung der Arbeitsstunden, Festsetzung von Mindestlöhnen. Schutz für Mütter und Kinder, freien obligatorischen Einheitsschulunterricht, Ver- befferung der WohnungSverhällmss« usw. Die Forderung nach Bedingungen.* unter denen die Streiks vermieden werden können, ist auch für Deutschland zu erheben. Wir leiden unter der Streiknot mehr als irgend ein anderes Land. Es müssen obligatorische Schiedsgerichte für Arbeits st reitigkctten geschaffen werden, um die Streiks in Zukunft unmöglich zu machen._ Ein neuer Umschwung in Rußlanü. Anerkennung der finanziellen Verpflichtungen der früheren Regierung. Amsterdam, 23. April. Der Korrespondrnt der Exchange Telegraph Ca. meldet, daß sich»ach Berichten aus MoSkau Tschitscherin im Namen der bolschewistischen Regierung bereit «rllärt hat, den finanziellen Verpflichtungen der früheren Regierung im Auslände nachzukommen, falls die Alliierten die bolschewistische Regierung anerkennen. Budopester Meldungen zufolge hat Lenin an Bela Kun telegraphiert, daß er. sobald die ungarischen Wahlen zum Abschluß gekommen seien, nack Budapest kommen würde, um dort im neuen internationalen Kommunisten- kongreß zu präsidieren. Italiens Konflikt mit öem Viererrat. Eine Kriegsdrohung Italiens? Haag, 28. April. Wie Hollandsch NieuwSburcau aus Paris er- fährt, hat Orlando der heutigen Sitzung des Rat»» der Bier nicht beigewohnt. Amtlich wird von italienischer Seite «klärt, er jei zu einer Beratung abgereist, aber allgemem ist mau der Ansicht, daß er sich wenigstens vorläufig den weiteren Pariser Beratungen entziehen will. Clemenceau, Wilson und Lloyd George haben ihre Beratungen über die Fiumer Frage fortgesetzt, aber bis jetzt keine Entscheidung getroffen. Man erwartet, daß die Entscheidimg nicht gefällt wird, b'S Italien selbst darauf besteht. Indessen steht fest, daß Italien heute eine ver- st eckte Drohung abgegeben hat, nötigenfalls zu den Waffen zu greifen. Bisher hat Italien jeden Kompromiß abgelehnt. L 0 u d» 1», 23. April. Reuter meldet: O r l a u d 0 droht, bereits heute Paris zu verlassrn. Lloyd Georg«»ersucht, ihn dazu zu bewegen, daß er seine Reise hinausschiebt. Die Internationale Sozialiftenkonferenz in Amsterdam. Verhinderte Ausreise der deutschen Telegicrte». Die deutsche» Telegirrtr» zur Juternationnlc» Sozialisten- konferenz in Amsterdam, die bekanntlich am 26. April beginnen soll, dir Genossen Hermann Müller und Otto W e l S habe» noch nicht abreisen löviic», weil sie bisher von der niedcrlündischcn Rc- gieruug»och krine Einreiseerlaubnis erhalte« haben. (ES ist nicht anzunehmen, daß hinter dieser Verzögerung politische Absichten zu suchen sind, die mit dem gastfreien Charakter Hollande und seiner versöhnlichen Haltung im Kliege unvereinbar wären. Gleichwohl bleibt die Verzögerung bedauerlich. Red. d. ,V.") Nooke über üie„Noskegarüe". Weder Gegenrevolution noch Bolschewismus. Die»Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht eine Unter- redung mit Genossen N 0 S k e über die Aufgaben der von ihm ge- schaffenen militärische» Organisation. Noske bezeichnete die Gerüchte von einer monarchistischen und militaristischen Gegenrevolution— wie sie zum Beispiel neulich wieder vom ehemaligen VoikSbeauf- traglen Emil Barth jn einem Gespräch mit„Umtod Press" verbreitet wurden— flI-5 unnsinntg und lächerlich. Daß eS in Deutschland noch Monarchisten gäbe, natürlich auch unter den Offizieren, sei eine Binjenwahrheil. Aber er habe in seiner amtlichen Tätigkeit Gelegenheit gehabt, da! Offizierkorps, da« ihm volles Vertrauen entgegenbringe, kennen zu lernen und könne sagen, daß die große Mehrheit der Offiziere sich vollkommen loyal der republikanischen Regierung zur Verfügung halte. Auch die- jenigen, die ihrer inneren Gesinnung nach auf anderem Boden stehen, wüßten genau, daß der versuch einer Gegenrevolution zum Scheitern verurteilt ist, und daß er nur zu dem einen, von ihnen sicherlich nicht gc- wünschten Ziel, dem Bürgerkrieg und dem Sieg der Anarchie führen müßte. ES entspreche durchaus nicht mehr de» inneren Gefühlen dieser Offiziere, wenn Barth immer noch den Kaiser und den Kronprinzen als ihre politische und militärische Hoffnung bezeichnet; das Gegenteil sei wahr; daS wenig beispiel- gebende verhalten der alten Gewalten habe auch bei den meisten Offizieren das innere Verhältnis gelöst, von dem au« sie frllber ihre ganze Stellung und ihre Aufgabe» betrachtete. E s sei also weder von dem nereen Offizierkorps, noch von der neuen deutschen Armer die Gefahr einer politi- scheu Umwälzung zu befürchten. NoSke widerlegte weiter die tendenziösen Gerüchte über deutsche militärische Vorbereitungen nach außen und versicherte bei dieser Gelegenheit, Wilson wrsie bis auf den letzten Mann genau. Iva« Deutschland im O st e n noch stehe» habe. Noske erklärte dann, er halte die bolschewistische Gefahr in Deutschland für militärisch überwunden. Berlin ist mit einem genügenden Truppen- a u f g e b 0 t gesichert, und seit der Auflösung der Soldotenwehr und der BolkSmarinedivisi on dürften die spartakistisSen Führer die Hoffnung aufgegeben haben, die ReichShaupistadt in ihre Hände zu belonimcn. Die Errigniffe in München stellen wobl den letzten ernstlichen Versuch der Anarchie dar. sich der Herrschaft zu bemächtigen. Die Reichsregierung ist enlichlosien, auf Ansuchen der gesetzlichen bayerische» RegierungSgewalt, mit oller Energie end- gültig einzuschreiten. Es sind genügende Streitkräfte gegen München in Bewegung gesetzt, um die Stadt au» der Gewalt der Terroristen zu befreien. Alle diese Streitkräfte stehen unier dem Oberbefehl eine« bayerischen General«. ES ist zu hoffen, daß eS auch in München, sowie in Braunickweig mäzlich sein wird, da» Ziel ohne allzuviel Blut und ohne größere Schädigungen der Stadl zu er- reichen. Auf jeden Fall muß diese« Mol ganze Arbeit geleistet werden, um zu verhindern, daß nach einer kurzen Zeit der Ruhe der Aufruhr auf» neue ausflammt. München., Truppenschau der Roteu Armee. Neu-Nlm, 23. April. Aus München wird gemeldet: Gestern vormittag.hielten die Gewalthaber in der Ludwigstraße eine Truppenschau über die Rote Armee ab. Wegen Finmizschwicrigkeiten sowie Unzufriedenheit der Arbeiter wird der General st reik von heute an aufgehoben. Die Stimmung der Bevölkerung ist infolge des Terrors äußerst gedrückt. ES inangelt an Zeitungen und Nachrichten von auswärt«. Das Auf- beben der von den RegierungSflicgern al>ge>vorse.nen Flugblätter wird mit Todes st rase bedroht. Die Arbeiter werden ausge- fordert, in die Wohnungen der Bürger zu gehen und sich Quartiere zu suchen. Entwaffnung in Oberhausen i. B. Augsburg, 23. April. Nach einer M'tteilung des Trnppenkvm- martdo« war Dienstag die Frist zur Waffenablieferung abgelaufen, ohne daß in Lberhausen genügende Waffenablieferung erfolgt wäre. Die Frist zur Abgabe tourde darauf bis 12 Uhr mittags verlängert. Bis dahin wurde ein Teil der Waffen bei der Polizei» station an der Wertachbriicke Niedergelegt und die Geschütze abge- geben. AlS die RegielungStruppen die niedergelogten Waffen ab- holten, entstand au« bisher noch nicht völlig geklärter Ursache ein Zusammenstoß zwischen RcgierungStruppcn und Bevölkerung. Verluste der Bevölkerung: ein Toter, 4 Verwundete. Da feststand, daß die Waffen in Oberhausen auch jetzt noch nicht völlig nbge- liefert waren, ordnete der Führer der RegierungStruppen den E i n- marsch in die Oberhauscner Vorstadt an, um endgültig Ruhe und Ordnung herzustellen- Dem Einmarsch wurd«, soweit bisher be» kaniN,, kein Widerstand geleistet.— An die Stelle deS bisherigen Stadtkammandanten trat der Abgeordnete der National» dersammlung Simon. ZeitungSverb�. Tie Redaktion der„Republik" teilt mit: DnZ Erscheinen der„Republik" ist auf Anordnung des Reichswehr-, minister» NoSfe ohne Angabe von Gründen vorläufig verboten tvcnchcu, GewerffchaflsbcwWNg Ei« Dokument der Zeit. Dab die sozialen Bewegungen unserer Zeit bei namhaften Be- Hörden noch nicht die gewünschte Wirkung ausgelöst hoben, zeigt ein Schreiben, welches der Vorstand der LandeSversicherungSanstolt Brandenburg an einen Dienstbewerber richtete. Wir geben das Dokument, das von einer tieferen sozialen Einsicht in die beutigen Lebensverhältnisse nicht gerade Zeugnis ablegt, hier wieder: Berlin W. 62, Keithstraße 15. Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Brandenburg. Aktenzeichen I. A. 78/12. Es bietet sich in nächster Zeit Gelegenheit, Sie im Bureau- dienst und zwar zunächst während dreier Monate unentgeltlich informatorisch zu beschäftigen. An diese informatorische Beschästi- gung wird sich, falls Sie sich bewähren, eine sechsmonatige Probe- dienstleistung unmittelbar anschließen. Während und nach Ablauf dieser Zeit bis zur etatsmäßigen Anstellung würden Sie gegen eine monatliche Vergütung von zunächst 120,— M.— nach erfolgtem Ausscheiden aus dem MilitärverhäitniS treten die üblichen Teuerungszulagen hinzu— beschättigt werden. Ein Anspruch auf lebenslängliche Anstellung ist aus diei'er Beschäftigung nicht her- zuleiten. Sie wollen bis zunr 20. d. MtS. anzeigen, ob Sie bereit sein würden, einer etwaigen Einberufung unter diesen Bedingungen zu folgen. Sollte bis zu dem angegebenen Tage eine Nachricht nicht ein- gehen, dann nehmen wir an, daß Sie auf Einberufung verzichten, und werden Sie in der Bewerberliste streichen. Wir bemerken aus- drücklich, daß es sich vorerst nur um eine— an mehrere Bewerber ergangene— vorläufige Aufrage handelt, aus welcher noch keinerlei Zusage öder Aussicht auf tatsächliche Einberufung zu folgern ist. Eine Untersuchung Ihrer körperlichen Dienstlähigkeit durch einen Vertrauensarzt bebakten wir uns vor-und machen von ihrem Aus- falle die etwaige Einberufung abhängig. Zum Glück war der Bewerber nicht gezwungen, von diesem Angebot Gebrauch machen zu müssen, er halte inzwischen ander- weitig Beschäftigung gefunden, wobei ihm wenigstens eine bescheidene Existenz gewährleistet wurde._ Generalversammkunst der Transportarbeiter. Die in der vorigen Geikieralversammlung abgebrochene Dis- kufiion über den Geschäftsbericht der Bezirksvorwaltung wurde in der am Dienstag abgehaltenen Generalversammlung fortgesetzt. Gegen die Geschäftsführung der Be,z-irksleitung wurde nichts vor- gebracht Dagegen übten mehrere Redner sehr scharfe Kritik an der allgemeinen Politik der Gewerkschaftsführer, der General- tömmission und der Mehrheitssozialisten. Es war im wesentlichen eine politische Debatte, die von Unabhängigen gegen Mehrheit»- sozialisten geführt wurde. Demgegenüber wies ein Redner darauf hin, daß man doch nicht immer die Schuld an allem, wonrit man unzufrieden sei, den sführern in die Schuld schieben solle. Wenn sich die Arbeiterschaft so zerfleischt, Ivie es jetzt geschieht, dann werde der Reaktion Vorschub geleistet und Ludendorff werde wieder oben- auf kommen.— Die Warnung dieses Redners stieß auf lärmenden Widerspruch. Die Debatte ging in derselben Waise weiter. Der Vcrbairdsvorsitzende Schumann wurde von einem Rodner sehr scharf angenrifsen. weil man in ihn einen der Sauptträger der Politik der Generalkommission und der Mehrheitssozialisten erblickt.—| Als Schumann das Wort erhielt, um sich gegen diese Angriffe, die. einen starken persönlichen Beigeschmack hatten, zu verteidigen, und, oi§ er Beschimpfungen, die ihm entgegeugerufen wurden, zurück-! wies, erhob sich ein wüster Lärm, so daß es c-zchumann nur mit i Mühe gelang, sich Gehör zu verschaffen. Schließlich wurde noch j verlangt, daß er über feine Stellung zum Räteshstem Auskunft g-be. Schumann erbot sich, über dies Thema in einer besonderen Versammlung zu sprechen. Dieser Vorschlag wurde angenommen, es soll aber auch ein Korreferent gLstellt werden. Zerner wurde folgende Resolution fast einstimmig angenommen: „Die Versammlung steht auf dem Standpunkt des reinen Räte- systems. Sie verurteilt auf das schärfste die verbrecherische Kriegs- volitii unserer Gewerkschaftsführer und der Gerteralkommissionc. Sie fordert die sofortige Aufhebung des Belagerungszustandes, ver- langt volle Pceßfreiheit und freigäbe der„Roten Zahne". Die Versammelten werden dafür sorgen, daß kein Kollege mit einem Mitglielde der Zreiwilligenkorps zusammen arbeitet, auch sollen sie nicht in den Verband ausgenommen werden." Damit war die Diskussion über den Geschäftsbericht beendet. Hiernach wurden folgende Anträge angenommen: An den| Branchenversammlungen soll die Kriegsvolitik der VerbandSlettung sowie die Schreibweise de»„Courier" diskutiert werden. Alle Berwaltungsmitglieder und Angestellten sind in der ört- lichen Generalversammlung durch geheime Wahl zu wählen. Die Berbandsvertreter in der Gewerkschaftskommission sollen einen Bericht über ihre Tätigkeit in der KriegSzeit geben. Der frühere Beschluß, Berichte und Bekanntmachungen nicht mehr zu veröffentlichen, wird ausgehoben. Bekanntmachungen und Berichte smd in Zukunft in der„Zreiheit" und in einem der Kam- munistischen Partei gehörenden Blatte zu veröffentlichen. Vor der Abstimmung über diesen Antrag wurde vor, mehrheitssozialistischer Seite verlangt, daß die Veröffentlichungen auch im. „Vorwärts" erfolgen. Der Begründer dieses Antrages wurde niedergeschrien und der vorstehende Antrag, der den„Vorwärts" als Publikationsorgan ausgießt, angenommen. Ein gleichfalls angenommener Antrag besagt, daß die engere Bezirksverwaltung aus 21 Mitgliedern bestehen und nur vier An-, gestellte in ihr stimmberechtigt sein sollen. B«raten5e Sttmme sollen die SektronSleiter und drei Mitglisder der Arbeiterrate des Transportarbeiterverbandes haben. Die Reuwahl der Bezirksleitung mußte der vorgerückten Zeit wegen vertagt werden. Gewerkschaftsmitglieder! Die Direktion deS„Palast-TheaterS" hat uns für das Pasfions- spiel„Christus", das nocb bis zum 30. April zur Aufführung gc- langt, eine Anzahl Einlaßkarten zu dem Borzugspreise von 3 M. zur Verfügung gestellt. Die Karlen können von heute ab vormittags v— 12Uhr, nachmittags 4,/a— 6 Uhr in unicrem Bureau, Berlin SO. 16, Engelufer 151, Zimmer 15, in Empfang genommen werden. Der Ausschutz der Berlmer Gewerkschaftskommission. I. A.: G. Link. Interessengemeinschaft der Kriegsteilnehmer ans der mittleren Postbeamtenlaufbahn. Eine Versammlung der Kriegsteilnehmer aus der mittleren Postbeamtenlaufbahn deS Berliner, Potsdamer und Frankfurter Bezirkes forderte Erleichterungen für die Sekretärprüfung. Hervor- gehoben wurde, daß den Kriegsteilnehmern bei anderen Behöiden sowie auch den Schülern, Siudenten und Lehrern ganz bestimmte ExamenSerleichterungen zugestanden worden sind, während die Post- Verwaltung bisher verfügt hat, daß nur über kleine Mängel in den Kenntnissen bei der Prüiung hinweggesehen werden kann. Durch diese Bestimmung hat sich der Kriegsteilnehmer ini ganzen Reiche eine allgemeine Unruhe bemächtigt, die dazu geführt bat, eine Interessengemeinschaft zu bilden, die sich über da» ganze ReichSpost- gebiet erstreckt. Diese Jnleresiengememichaft, mit ihrem Hauplsitz in Berlin, wurde beauftragt, die berechtigten Forderungen der Kriegsteilnehmer im Verein mit den Fachverbänden der Post- Verwaltung gegenüber zu vertreten. Tagung der Buhnengenossenschaft. AuS den Schlußverhandlungen der Tagung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger sei noch folgendes nachgetragen. Oskar Wagner- Bielefeld sprach über das Elend der EngagementSlofe« und wies an Hand einer Statistik nach, daß die einzelnen Theater in Berlin eine weitaus größere Zahl von Mitgliedern beschäft'gen könnten. Er berichtete, daß der Reinhard. Trust, umfassend die drei Bühnen Kleines Schauspiellhwus, Deutsches Th-ater und Kammerspiele, mit einem Ensemble von 113 Mitgliedern aus- komme. Die Meinhard-Bernauerschen Bühnen brauch- ten sogar nur 79 Mitglieder. Bei der Aufzählung dieser Einzelheiten kam es wieder zu einem Zusammenstoß zwischen dem Bor- sitzenden, der dem Redner das Wort endziehen wollte, da ei nnmög- lich sei, die Versammlung mit der Aufzählung von Statistiken auf- zuchalten. Der Kernpunkt der Ausführungen Wagners war der, daß die Genossenschaft darauf dringen solle, die Theater zu kommu- nalisieren, um Beschäftigung einer möglichst großen Anzahl von Schauspielern zu gewährleisten. Er wies darauf hin, daß aller- dingS schon in dankenswerter Weise von der Genossenschaft viel geholfen Warden sei, indem sie durch kleine Gastspiele den nichtb-- schäftigten Schauspielern wenigstens ein kleine Verdienstmöglichkeit gewährleiste. Auf den Einwurf des Präsidenten, daß Redner sich für die EngagemeiuSlosigkeit beim lieben Gott beschiveren müsse, erwiderte Herr Wagner, daß dann eben die unbeschäftigten Schau- spiel er auch mit dem lieben Gott zusammen eine Genossenschaft gründen müßten. Kapellmeister Lande- Stettin bat die Provinzdelegier- ten, nun endlich das Mißtrauen gegen Berlin fallen zu lassen und im Interesse eines einmütigen Zusammen stehens mit den Berliner Kollegen sich fest zusammenzuschließen. — F e in e r t- Bremen bat die Genossenschaft, darauf hin- zuwirken, daß die engagementslosen Schauspieler tut ch der Provinz gewiesen würden, wo sie eine ausreißende Betätigung finden könnten. Er erwähnte, daß zum Beispiel in Bremen ein großer Mangel an Solopersonal herrsche und daß dort Riesengehälter gezahlt würden. Seine Ausführungen er- weckten leibhaften Beifall. Die Wahlen des Präsidenten und die Neuwahl für den Zentralausfchuß gingen unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich. Es traten keine Veränderungen in der Besetzung des Präsidiums ein. Gegen die Wahlen wurde protestiert W e h l a u- Berlin stellt den Antrag, sie zu k a s- fietett. Niels beantragte dqgegen, über den Antrag Wehlau zur Tagesordnung überzugehen. Es entspann sich hierüber eine sehr ausgedehnte und erregt« Geschäftsordnungsdebatte. Es wurde schließlich zur Abstimmung über den Antrag Niels geschritten, die fast Stimmengleichheit ergab, so daß die Stimmen noch einmal ausgezählt werden mußten. Gegen die Auszählung wurde wieder- holt Protest erhoben, so daß die Abstimmung insgesamt viermal vorgenommen werden mutzte. Schließlich wurde der Antrag Niels mit geringer Mehrheit abgelehnt. Die Begründung des Antrags Wehlau auf Kassierung der vorgenommenen»Wahlen soll sich auf vier formale Punkte stützen. ES wurde jedoch der Wunsch ausgesprochen, die gesamte Oeffentltchfeit, einschließlich der Presse, von der Verhandlung auszuschließen. Diesem Ersuchen wurde Folge geleistet___ Die Arbeit an der Anschlußbahn Spandau ist im vollen Umfang wieder aufgenommen. Vom Vorsitzenden deS FleifcherverbandeS, Paul Hensel, erhalten wir folgende Berichtigung: Im Bericht in Nr. 204 deS„Vorwärts" vom 22. d. M., Abend- auSgabe, über die Generalversammlung der organisierten Fleischer wird in einer Resolution behauptet, ich hätte auf der Vorstände- konferenz gegen die Aufhebung deS Belagerungszustandes gestimmt Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist, daß eine Abstimmung über die fragliche Resolution Regge garnichl stattgesunden hat Ich konnte demzufolge weder für noch gegen die Aufhebung des Belagerungszustandes stimmen. Der mir gemachte Borwurf ist um so lennzeichnender, als der wahre Sachverhalt nickt nur dem Verfasser der Reiolution, sondern auch der Leitung der Versammlung nicht unbekannt ist Versammlungen am heutigen Donnerstag: Friseurgedilfen. Abends 8 Uhr im GewerkschastSbauS, Saal Z' Wahl der Verbandstagsdelegierten. Ohne Mitgliedsbuch leinen Stimmzettel. Pulverfabrik Spandau. Mittags 12 Uhr; Sitzung sämtlicher Vertrauensleute und Delegierten bei Weibner, Sternseide bei Haielborst Der Arbeiterrot. Btldbauer. Abends 7 Uhr im Newerkschaftshause, Saal S: Generalversammlung der Bildhauer. Alle Kollegen und Anhänger der S. P. D.» Richtung wollen zur Stille sein, da die für Kürzburg bestimmten Delc- gietten zur Wahl stehen. Sichert die Wahl! Schildermaler. Morgen Freitag, abends 7 Uhr: Oeffenillche Per- sammlrng im GewerlschaslShaus, Saal 3. Unsere wittschastliche Lage. Vrttllericwertstat» Nord. Freitag, 25. April, vormittags 10 Uhr: Wichtige Betriebsversammlung. Streikeudc Bauarbeiter k Morgen Freitag, 16 Uhr, Konkordia- Fcstsälc: Versammlung. Tagesordnung: Bericht von den VerHand- hingen vor dem Schlichtungsausschuß. Die Slreikleilung. Soziales. Entwurf eines Erwerbslosenfurforgegefetzes. Ter Sieichs-Erwerbslosen-AuSschuß versendet den Entwurf eines.ErwerbslosenfürsorgegeseüeS", den er dem Reichsarbeits- amt überreicht hat. Dieser Gesetzentwurf geht von der Auffassung aus, daß zur Regelung der Erwerbslosenfürsorge die Erwerbslosen organisiert werden müssen. Er sieht neben den Reichs-, Landes-, Provinznrl- und Gemeindebehörden die Mitwirkung von Erwerbs- losen-Ausschüssen vor. Die Mitglieder dieser Ausschüsse würden nach diesen Borschlägen wohl dauernd aus der Berufsarbeit ausscheiden, denn, so heißt es,„den Mitgliedern der einzelnen Er- Werbslosen-Ausschüsse darf nur auf eigenen Wunsch Arbeit zuge- wiesen werden." Die Mitglieder der Erwerbsloscn-Ausschüsse sollen neben ihrer Unterstützung eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende Aufwandsentschädigung erhalten, sowie Ersatz aller Auslagen. AIS Regel werden Tage-unterstützungs- sätze für Erwerbslose über 18 Jahre von 10 M., für die Ehefrau 4 M. und für jedes Kind unter 14 Jahren von 2 M. gefordert. Das würde etwa ftir Erwerbslose mit 3 Kindern ein Einkommen von 6000 bis 7000 M. im Jahre bedeuten. Dieses Einkommen soll aber nach dem Entwurf weder steuerpflichtig noch pfändbar sein. Weiter wird gefordert, baß die Freizügigkeit dieser Erwerbslosen rückhaltlos gewährleistet bleiben soll. Gerät ein Erwerbsloser in Haft, so soll er die volle Unterstützung weiter erhalten, bis ein rechtskräftiges Urteil ergangen ist. KriegSunter- stützung und Kriegsbeschädigtenrente darf in die Erwerbslosen- Unterstützung nickt eingerechnet werden. Daß der Gesetzentwurf, aus dem wir. nur einige Punkte er- wähnt haben, in der vorliegenden Form zur Annahme gelangt, ist in Anbetracht der Bedeutung, die das Problem der Arbeits- losenfürsorge für unser VolkswirffchaftSleben erlangt hat, wohl nicht zu erwarten. « Heute am 24. April soll bereits eine ganze Reihe Protestvcr- sammlungen der Erlverbslosen stattfinden, weil die Regierung ihre Mindestforderungen nicht verwirklicht hat. Der Groh-Bcr- liner Erwerbslosenrat schlägt für diese Versammlungen eine Reso- lution vor, die scharf« Angriffe gegen die Regierung Ebert-Scheide- mann und die Freiwilligenverbände enthält Die Versammlung fordert von der Regierung: 1. Sofortige Anerkennung der von den Erwerbslosen gewähl- ten Ausschüsse und Arbeiterräte als ihre berufenen Vertreter durch Reich, Gliedstaaten und Gemeinden. 2. Sofortige Erhöhung der Unterstützung auf den vor dem 1. März geltenden Satz mit rückwirkender Kraft, sowie Anwendung der Bestimmungen vom 1. April nur für die Orte, in denen damit eine Erhöhung der Unterstüung verbunden ist, ferner Nachzahlung der Differenz zwischen alten und neuen Unterstützungssätzen. 3. Sofortige Schaffung eines Reicksgefetzcs über die Erwerbs- losenfürsorge nach dem vom Reichs-Erwerbslosen-Ausschuß aus- gestellten Entwurf, unter Ausschaltung der von der Regierung geplanten Regelung der Erwerbslosenfürsorge auf dem Wege eines Arbeitslosen-VerficherungSgesetzei. 4. Zahlung der Erwerbslosen-Unterstützung mit r ü ck w i r- kender Kraft auch für die Sonntage. 5. Gleiche Höhe der Unterstützung für männliche und weibliche Erwerbslose. Falls die Regierung diese Forderungen bis zum 8. Mai nicht bewilligt, werden die Erwerbslosen an die arbeitenden Brüder im ganzen Reich appellieren, sich mit den Forderungen der Erwerbs- losen solidarisch zu erklären und für deren Erfüllung mit allen wirtschaftlichen Machtmitteln einzutreten." e»eneea»SKcv»e» ♦«» ftoe Mittlere Nor»de»»««titaa» VIS Freitag mittag: Ziemlich kühl and veränderlich, vorwiegend wolkig mit öfter wiederho.ten größtenteils geringen, nur im Küstengebiete etwa» stärkeren RegenfSllen und mäßigen westlichen Winden. Berantwortlich für Politik«rtur Zicklee, ckhaelotieslmrg, für den übrigen Teil des Blattes«lired Neuwlln! für»metgen Xbeodoe Glocke,«erlm. Verlag: vorwürtS-Vsrlag«. m. b.©., Berlin. Druck BorwärtS-BuSdruckerei und Verlagsanstalt Paul kinaer n. Co w Berlin. Ltudenttratze S. Hier»» 2 Beilegen. SU«* 311«« ki*«* 31•«+«««" ett rmiSres WWerl uet die Met £■1% WiUliai?!: VZX M. H) UmzeaM lmle dttMevs Bearbeitet von 32 der bedeutendsten Naturforscher des In- und Auslandes, darunter Wich. Böltche, Dr. H. Hmmncr, Camille Flammarion, Raonl H. France, Prof. Dr. Ernst Haeckel. Dr. Adolf Heil- dorn, Dr. F. Marichall, Prof. O. Menthe, Prof. Dr. P. Schwahn uiw. 3 prachtbänüe in Großquart-Zormat -4 je!N. 24.20 M. 72.60 t-eÄÄgl Mit 1500 Jllustralionen, darunter 130 bunte Beilagen. Hin Prachtwerk ersten Range» in vornehmster Au»- statwng mit einem geradezu verschwenderischen Bilderschmuck. ...... Allein dieser Schmuck würde nach seinem Wissenschaft- lichen Urknndenwert und seinem künstlerischen Genußwert den Ankauf de» verhältnismäßig erstaunlich billigen Werkes recht- fertigen/'(Der Bücherwurm.) Wir liefern das ganze Werk so- fort auf einmal gegen Monats- zahluiigen von �urck den ausreibenden Kampf und die Unruhe unserer Zeit geht eine große Sehnsucht, die sich in stillen Feierstunden aus dem lauten Getriebe herauszureiten sucht, zurück zur ewig gleichen Harmonie der Natur. In und mit der Natur zu leben, das ist heute die Sehlucht von Millionen und mit der aufdämmernden Erkenntnis, daß nur Allmutter Natur uns wieder aus dem wilden Strudel der Zeit in eine füll« Beschaulichkeit hinüberleiten kann, wächst auch wieder da« Interesse für ihre ewigen Wunder und Rätsel, deren Betrachtung wie nichts anpereS geeignet ist, uns vom Alltag loS,ulÄen. Mit diesen Wundern der Natur beschäftigt sich da» vorliegende Werk; au» allen Reichen der Natur sind fie zusammengetragen, in fesselnder, leicht verständlicher Form geschildert und in Bildern von unübertroffener Schönheit veranschaulicht. flus dem Inhalt fei nur aufgeführt: Erscheinang-a vor ChebohttHäAe. Eisberge- Wasser und Wind al» Baumeister— Die Geiser— Die Gletscher im Hochgebirge- Unterirdische Flußläufe— Dir Feuerberg- der Erde usw. Erschetaaiig-n der«twosphare. Foia Morgan»— Die Wunder der Eisblume— Ueder Polarlichter— Ueber Wirdelstürme und Wettersäulen— Der Regenbogen— Schnee- sterne— Da, Gewitter usw. physikalisch- und chemisch« Grscheiuunge». Siek- irische Entladungen— Da» Et.(Elmsfeuer— Künstliche E stanzen— Die Edel- und Halbedeisteme— Unstchtdare trabien— Wirbel und Wellen der Lust— Klang siguren— ��ln»��«m�Iierreiehe. Resterbauende Säugetiere— Aus dem Leben eines-Dunkelmanne»(Maulwurf)— Ameisen- sresser— Da» Mammut— Merkwürdige Bogelnester— Ein Bogel mtt Händen— Der Urahne unserer Böget.-" Der fliegende Drache— Fliegende Fische— Tiere, die veill-r werden— Leben und Lieben der Frösche— Die Entstehung eine» Bienenstaates— Au» dem Leben der Ameisen— Laternenträger lm Insekt enreich— Meeresleuchten— oee» sterne— Einsiedler und ihre Tischgenossen-- ueder Schwämme— Korallenbautrn usw. Pom Geheimnis de» fallenden Laude» ustoy Au» dem»«ich» der Slcra«. Die Welt de» Monde» — Flammen auf der Sonne— Bote« au» dem ZBeltarnn,— Die Mitternachtssonne— Die Redet und da» Werden der Welten-» Da» Zodiakallicht usw. fi. Wollbrück& Co,, öcrlin Oranienburger Straße 59 uwnc (es ßinnels,(et 6t(e,(et 1 in(en liefen(es Siems.| BCftefi'leiö Unterzeichneter bestellt hlermtt bei der Buch- Handlung «.»«»brück» cko.. V-rlln N die Wunüer der Natur. 3 Prachtdäude im»roße-artsormat zu|e M. 24,20= 72,00 einschließlich Teuerung». »Uschlag, wlt 1300 Illustrationen, darunter F30 bunte Betlagen. Betrag ist nachzunehmen— wird nach Empfang eingesandt— wird mit M. 0— monatlich bezahlt. Erfüllungsort Berlin-Mttte. Raffle, Stand und Wohnung Nr. 207 ♦ 36. Jahrgang 7. Seilage öes Vorwärts Donnerstag, 24. Bprll 1010 Groß-�erün Keine Mehlschicbunge«. Okfiziös wird geschrieben: Es ist völlig ausgeschlossen, da� an den Mehlschiebungegerüchten erwas Wabres ist. Die Nah- rungsmiliellieserungen gelange» sofort in die Hände der Behöiden und bleiben auch bis zu ihrer plaiimäb'gen Verteilung in die'en Händen. Die Behörden üben sell>stver>iändl>ch die stiengste Kon- trolle Der einzige Weg, auf dem von diesen Beständen etwas in die Hände von Schleichhändern kommen könnte, wäre der des D i e b st a h l s. Von Diebstählen an den neuen Sendungen ist nichts belannt geworden. Bei der strengen Kontrolle müßten Dieb- stähle alsbald enideckl worden fein Es scheint sich bei den ausgestreuten Gerüchten um Machen- schasien des Spekulantentums zu handeln, das keine Ge- legenheit vorübergehen läßt, die ihm zur Diskreditlerung der Zwangswirtschaft geeignet erscheint. Wo der Segen blieb! Wo bleibt der Segen? fragten wir kürzlich sin Nr. 186) unter Hinweis aui die Nachricht, daß aus Betrieben der Heeres- Verwaltung für 75 Millionen Mark Kleidungs- stosfe zur Verwendung für Zivilkleidung frei- gegeben worden find. Mancher allzu Hoffnungsselige glaubte, erwarten zu dürfen, daß nun bald der Stosfmangel nachlassen und die Kleid»ngspre>se sinken würden. Hierzu erhalten wir von unter- richieler Seite die folgenden Mitteilungen, die uns sehr beachtens- wert scheinen. Zur Verteilung von Stoffen an die Schneiderinnungen der Provinz Brandenburg balle die bei der Handwerks» tammer Berlin bestehende Haupt st elle für gemein» schastliche Handwertslieferung ihre Mitwirkung ange» baren. Sie erwarb dann von einem Gewerbebetrieb in Spandau erwa 80 00V Meter leichteres Tuch zu je lS.öO M. und erwa 10 000 Meter schwereres Tuch zu je 22.50 M. Bei der Verteilung bediente sie sich der Einkaufs- und Berkaufsgenossenschaft für SchneiderbedarfSar ritel, die ihrerseits die leichteren Stoffe zu 25 M. und die schwereren zu 28 M veräußerte. Ein Teil der Stoffe ge» langte aber nicht an das Schneiderhandwerk, sondern blieb so- zusagen unterwegs hängen, und zwar schon bei der er» wähnten Hauprstelle für gemeinschaftliche Handwerkslieferung. Angestellte der Hauplstelle erhielten Stoffe brs zu je •IV« Meter, und von anderer Seile wird sogar behauptet, daß jeder der beteiligten Angestellten 10—20 Meter erhalten habe. Eine unS gemachte Mitteilung über die außerordentliche Sroffmenge. die nur einzelnen bevorzugten Personen überlasten worden fein soll. klingt io unglaublich, daß wir sie nicht wiedergeben wollen. Es drängen sich hier einige Fragen auf. vor allem die, mit welchem Recht ein Teil der Stoffe an Privatpersonen gegebrn und wieviel davon etwa mit Prosit weiterveräußerl wurde. Unferes Erachiens muß nicht nur die Handwerkskammer, sondern auch die Heeresverwaltung ein Interesse daran haben, Auf- klärung hierüber zu schaffen. Uebrigens wird uns getagt, jener Heeresbetrieb sei gar nicht berechtigt gewesen, selbständig die Stoffe zu verkaufen. Dieses Recht stebe allein der Reichs-Textilaktien- gesellfchaft zu, die für gleichmäßige Veueilung der Waren au das Handwerk zu sorgen hat. An berichtiqungseifrige Leute richten wir im voraus die Bitte, nicht etwaige Ungenauigteiien nebensächlicher Angaben zu bemängeln, sondern sich an die Hauptsache zu halten. Die Ernährung der Schwangere« fft noch immer io jammervoll, daß man um die werdenden Mlltter wie um ihren Nachwuchs die ernsteste Sorge haben mutz. In der Kiiegszeii versicheilen die Aerzte sehr eifrig, es sei trotz allen Er- nShrungs'chwi.rigkeiten festgestellt worden, daß Neugeborene n'chl schwächlicher zur Welt kämen und auck die Wöchnei innen keine besonderen Schädigungen zeigten. Heule aber werden jene Be- schwichtigungSräie schwerlich noch den Mut haben, folcke Weisheiten zu verkünden. Wie sehr die Schwangeren unter dem fortdauernden Mangel an Nahrungsmitteln l e i den, davon erzählen immer wieder die Klagebriefe, die uns in großer Zahl zugehen. In einem über acht Seilen langen Bnef, besten volle Wiedergabe natürlich unmöglich ist, schildert ein junger Ehemann uns das Elend feiner das erste Kind erwartenden F-au..Ich bin/ schreibt er,„vier Jahre im Felde gewesen, aber soviel Hunger, wie meine Frau bis jetzt, habe ich nicht ausgestanden' Da er lange ohne Arbeil war. fehlten ihm die Mittel, für die Frau etwas„hintenherum" zu kaufen. Bitter beklagt er, daß Schwangere von der Zentralstelle für Krankenernährung, ungeachtet aller Atteste nur dürftige Zu�atznabrung bewilligt erhalten. während man>n Hotels und Restaurants alles, freilich nur für schweres Geld, in Hülle und Fülle haben könne. Angesicht« solcher Zustände müste man, sagt er, den Frauen und Mädchen geradezu raten, sich vor Schwangerschaft zu hüten. Sehr berechtigt erscheint uns feine Forderung, daß bei der Verteilung der aus dem Ausland gelieferten Lebensmittel besonders die Schwangeren berürkstchtigr werden._ Au die sozialistische« Techniker! Wer den Saz-alismus fordert, mutz ihn bauen. Jeder komme und helfe dazu. Die gesamte Bolkswiit'chafi ist umzustellen. Mir den Wcrkbetrieben ist der Anfang zn machen. Die Sozialisierung will herausgearbeitet fein, allüberall, in allen Betrieben. Ihr Techniker alle, die Ihr>ozialist,sch denken und empfinden gelernt habt, meldet Euch ohne Zögern zu einer großen Arbeits- gemelnschafi, die der Durchführung der Sozialisierung dienen folll • Jeder nach seinen Kräften. Wir brauchen alle, die reinen Willens sind! An Euch Technikern liegt viel. Zeigt Euch deS großen Augenblicks würdig. Tretet der Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Techniker bei! Geaasten der Technik. Genosten der Weltanschauung, tretet an. grei't mit uns zu. richtet den Neubau der Wirticha't auf! Und weil Ihr befriedigend produzieren aber schwerlich befriedigend sozialisieren könnt, so sollen allerwärt« Arbeits st eklen für Sozialisierunqssragen er, ichtet werden. Wer näheres über diese hören will, richte eine Ausrage an uns. Arbeilsgemeinschast sozialistischer Techniker. Geschäftsstelle: Berlin-Steglitz, Hohenzollernstraße 6. Neue Wege im Mieterrecht. Der Mieterbund Groß»Berlin hält die M i e t» ernigungSämter als dauernde Einrichtung für nötig. In Richtlinien für ihre Tätigkeit steN er den Grundsatz auf, daß bei der Entwertung aller Kapitalanlagen die Hauseigen- tümer kein« Ausnahme und Bevorzugung für stch beanspruchen dürfen. Die Mielesteigerungen sucht er durch Festsetzung von Söchstzuschlägen zu begrenzen, wobei besonders eine Notlage der Mieter und überhaupt ihr Einkommen berücksichtigt werden soll. Andererseits soll gegenüber wohlhabenden Mietern eine etwaige Notlage des Hauswirtes zu besten Gunsten berücksichtigt werden. Dem Geist der Zeit entspricht das Verlangen, den Mietern ein Mitbestimmungsrecht einzuräumen. Die Richtlinien sor- devn Wahl von Vertrauensleuten auS den Mietern des HauseS, aber sie weifen diesen„Mio terra ten" nur die Ueberwachung der Zentralheizung und der Warmwasserversorgung zu. In der Bun- deSversammlung des Mieterbundes wurden die Richtlinien erörtert. Gefordert wurde unter anderem das Recht der Entscheidung über Mietesteigerungen und der Anordnung von AuSbesterungSarbeiten. In dem Bericht über die bisherige Tätigkeit de» Bundes erwähnte der Vorsitzende Dzieyck, daß die Bemühungen, eine E r w e i t e- rung der Mieter schutzverordnung durchzusetzen, nicht ohne Erfolg geblieben sind. Ter Schutz gegen übertriebene Miete- steigerungen. die die Mieteinigungsämter gewähren sollen, wird in allernächster Zeit endlich auf Neuvermietungen aus- gedehnt werden. Der Reichs! onnnistar für das W-chnungswesen hat einer Abordnung d«S preußischen Mieterbundes auch erklärt, daß die Reichsbehdrden bereits Sozia ttsierungspläne für das Wohnungswesen bearbeiten. Teuerungszulage für Lazarettkranke. In der Zuschrift des KciegsministsriumS, die wir in der Nr. 205 des„Borwäris" unter der Uederschrift„Die Abfindung der KeiegS- beschädigten" veröffentlicht haben, wird uns mitgeteilt, daß die verschiedene Bemessung der Teuerungszulage für Unter- Offiziere und Mannschaften als ungerecht empfunden wird. Wir stimmen dieser Auffaffung bei. Die Tenerung ist»llr alle gleich fühlbar; die Unteroifiziere haben schon den Vorteil höherer Löhnung. Der Prozent- satz älterer Leute, deren Familien auch noch zum Teil mit den Be- zügen der Kranken rechnen müssen, ist erfahrungsgemäß bei den Mannschasten mindestens ebenso hoch, wie bei den Unteroffizieren. Hier eine Gleichstellung zu schaffen, halten wir für dringend nötig. Außerdem scheinen die Lazarette noch nicht durchweg aus- reichend informiert zu sein, da über Borenihaltung der Teuerungs- zulagen gellagt wird. Ebenso wird geklagt, daß. entgegen dem vom Kriegsministerinm eingenommenen Standpunkt, Kriegs- beschädigte vor Festlegung ihrer Versorgungsgebübrnisse gegen ihren Willen entlassen werden. Dem können sich die Be- troffenen widersetzen. DieS ist anzuraten, wodurch ouch das Rentenfestsctziingsverfahren eine wesentliche Beschleunigung erfahren würde. Heule läßt der Renlenbescheid oft viele Monate aus sich warten._ Eine rhetorische Frage richtet eine Zuschrift an uns. Sie stellt. fest, daß im Turnverein„Fichte" erst beschlosten wurde, nur U. S. P.- und K. P.-Mitgli5>er in den Vorstand zu wählen und daß hinterher in der Oster-„Freiheit" unseren Genosten nachge- höhnt wird, sie, die sonst das demokratische Prinzip über alles stellen, wollten nun von ihm nichts wissen, weil keinS ihrer Mit- glieder gewählt wurde. Dann heißt es in der Zuschrift:„Leute mit der Moral deS Schreibers der betr. Notiz in der„Freiheit" wetden für fähig gehalten, Ehrenämter in Arbeiterorgani- sationcn zu bekleiden, wenn sie nur Unabhängiger oder Kommunist sind. Sitzt denn auf der Redaktion der„Freiheit" nicht wenigstens ein einziger Mann, der wahrheitsliebend ist? Oder ist dort die Scham zu den Hunden geflohen?" Ja, ist da noch eine Antwort nötig? Die bestialische Ermordung zweier Galizier, die bei den März- unruhcn verhaftet worden waren, hat eine vom Gouverneur Schöpflin auf Veranlassung der„Freiheit" angeordnet- Unter- suchung ergeben. Auch in diesem Falle konnten die Schuldigen nicht ergriffen werden, genau so wie der Leutnant Czekalla, der den alten H.rrn Abrahamsohn erschießen ließ, oder wie Herr Alois Ltndner, der im bayerischen Landtag mehrere Regierungsvertrcter und unseren Genossen Auer niederschoß. Konferenz der sozialdemokratischen Kemeindevertretcr Sonntag, vormittags 10 Uhr, im Herrenhaus, Leipziger Str. 3» großer Sitzungssaal: Tagesordnung: 1. Die Eingemeiudungsfrage von Groß-Brrlin. Refeient; Genosse Scholz- Neukölln. 2. Bildung der am 16 März Seschlossenen Ausschüsse. 3. VerschiedliicS. Keine persönlchr Einladung mehr! Es wird um bestimmtes und pünktliches Erscheinen ersucht. Der Borstand der Kommunalen Konferenz der Gemeindcvcrlrcter von Groß-Berlin jS. P. D.). I. A.: Ritter. Ob- und Bertranensleute der Hilfskräfte des Magistrats Berlin! Heute mittag 1 Uhr, im Englischen Hos, Alexanderstraße 27, Versammlung, um den Bericht über den derzeitigen Stand der Verbandlungen mit dem Ma.nstral Berlin entgegenzunehmen. Da« Erscheinen aller Ob- und Vertrauensleute ist unbedingt er- forderlich. Die VerhandlungSkon, miiston. Im Aaftrage: gez. KayÄgl. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in Groß-Berlstr beörag Ende der letzten Woche zuiammen 224 494 gegen 226 51b am Wochenende zuvor. Ferner in den größere« Landorten 19 766 gegen 29 706. Warum in der Großstadt die Milch so knapp ist. Zu unserer am 19. April in Rr. 184 veröffentlichten Mitteilung, daß auf dam Gut Schönerlinde bei Berlin der Rechnungsführer für s«i»c fünfköpfige Familie damals sechs Liter Vollmilch beza», schreiöt uns der Rechnungsführer Dournot, daß er bis 15. April nur drei Liter erhielt und seitdem nur noch zwei Liier erhält. Ein Liter bezieht er als Teil seines Diensteinkommens,«in Liter ist für ein Kind von etwa einem Jahre bestimmt, unb ein Liter wurde einem Kinde von etwa fünf Jahren auf Attest gewährt, doch ist diese Lieferung«vegen Genesung des Kindes am 15. April eingeftelst worden. Herr Bournot läßt in seiner Zuschrift auch durch die GutSoerwaltung die Richtigkeit seiner Angaben bescheinigen, llm die Aufklärung des WiderzpruchS zu unseren Angaben wirb sich vielleicht noch der Kanalisations-Zweckverband der Gemeinden Rein ick endorf und Wittenau bemühen, dem das Gut Schönerlinde gehört. Wir äußern keinen Zweifel an dem guten Glauben des ReehnungsführerS und aller sonst in Frage kommenden Personen, aber offenbar hat man auf dem Gut Schoner- linde wie in der Familie dcS Rechnungsführers sich bisher über den Rauminhalt der Kanne geirrt, die täglich zweimal mit der für die Familie bestimmte Milch gefüllt wuvde. Die Sorglosigkeit, mit der die Milch ohne Benutzung eines Maßes hineingeschüttet wurde, läßt darauf schließen, daß auf dem Gute die anderswo so bitter empfundene Milchknappheit unbekannt und daher keine Milch- knappserei üblich ist. Daß in dieser Zeit der Anspruch des hoffentlich gesunden Rechnungsführers auf täglich ein Liter Vollmilch als 7s Cin Doppelgänger. Erzählung von Theodor Storm. Der düstere John sah die wilde Flucht gerade auf das Brunnenloch zufahren und sprang rasch vor die verfallene Um- zäunung.„Sie will mich totschlagen!" schrie die junge Dirne und stürzte mit solcher Gewalt in seine Arme, daß ihm selbst die Füße auf dem Boden wantten. „Nun, Dirne," rief er,„sollten wir hier beide in den Brunnen? Es war welle icht das beste!" und hielt sie fest an seiner Brust. Sie wollte sich von ihm losringen.„Laßt mich!" rief sie. „Was wollt Ihr von mir?" Er sah sich um, sie waren ganz allein: das große Frauen- zimmer statte vor dem Aufseher sogleich die Flucht ergriffen, die anderen Weiber arbeiteten fern am Westrande des Ackers; er wandte seine Augen wieder auf das Kind in seinen Armen. Sie hatte mit ihren kleinen Fäusten ihm ins Gesicht ge- schlagen.„Laß mich," rief sie,„ich schreie; glaub nicht, daß du mir Leides antun kannst!" Er schwieg eine Weile und die dunklen Augen beider sahen regungslos ineinander.„Was ich von dir will?" sagte er dann; „Leids will ich dir nicht tun— aber ich will dich heiraten, wenn du es willst!" Sie antwortete nicht, ein paar Augenblicke lag sie wie tot an seiner Brust: er fühlte nur, das Widerstreben ihrer Glieder hatte nachgelassen. „Willst du nicht sprechen?" früher sanft. Da griff sie jäh mit beiden Händen um seinen Hals, daß sie den starken Mann fast würgte. ,�a, ich will," rief sie. „Du bist der Schönste! Komm weg vom Brunnen! Du sollst nicht drunten liegen, in meinen Armen ists besser!" Und sie küßte ihn, bis sie den Atem verloren hatte. „Weißt du," sagte sie dann,„du ziehst zu uns, zu mir und meiner Mutter in das kleine Haus; du zahlst die halbe Miete! e>ie sah ihn wieder an, sie küßte ihn nochmals; dann warf sie den Kopf mit dem dunklen Haar in chen Nacken, und ihr helles Lachen stieg jetzt fast zu übermütig aus den roten Lippen.„So!" rief sie,„nun lauf ich voraus; komm aber beud mir nach und sieh zu, ob ich nicht auch die schönste von all den Weibern bin!" Sie stürmte dem Arbeitsplatze zu, und er folgte ihr, tau- melnd vor Entzücken. Wer ihn jetzt gesehen und einen Freund bedurft hätte, der würde ohn' Bedenken in seine Arme gestürzt sein; der gefährliche Mensch war wie ein Kind geworden; er öffnete die Arme und schloß sie langsam wieder über seiner Brust, als müsse er das Glück umfassen, das ihm die junge Dirne zugebracht hatte, die wie ein fliegend Vög- lein dort vor ihm das Feld hinanlief.„Und Arbeit," rief er und streckte die starken Fäuste in die Luft,„die soll für uns nicht fehlen!" Als er den Arbeitsplatz erreicht hatte, suchte die große Dirne sich vor ihm zu verbergen: aber, was sonst niemand noch gesehen hatte, seine Augen lachten nur, wenn sie auf ihr grobes Angesicht trafen..Lauf nur, was schierst du mich!" sprach er zu sich selber, du warst der Hund, der unversehens ! mir das Glück in meine Arme jagte!" Die junge Braune aber wußte ihrem Liebsten stets aufs neue zu begegnen.„Lach' doch! Warum lachst du nicht?" raunte sie ihm zu und hielt ihm selber lächelnd ihre dunklen Augen hin. JJch weiß nicht," sagte er—„der Brunnen!" „Was soll der?" frug sie. „Ich wollt', er wäre aus der Welt!" Und nach einer Weile:„Du könntest mir einmal da hineinfallen, du bist so wild, Hanna— er darf nicht offenbleiben." „Du bist ein Narr, John," raunte ihm die Dirne zu, „wie sollt' ich von heut' an noch in den Brunnen fallen! Wenn nur die dummen.Weiber nicht so nahe wären, ich fiel dir lieber an den Hals!" Aber er ging sinnend von ihr, und als er später bei Ende der TageSarbeit über den einsamen Acker ging, konnte er an dem Brunnen nicht vorbei; er blieb stehen und warf wieder kleine Steine in die Tiefe: er kniete dabei nieder und bog sich über den Rand und lauschte, als ob die Tiefe ein furchtbares Geheimnis berge, von dem er einen Laut er- horchen müsse. Als auch das Abendrot am fernen Horizont verschwunden war, ging er langsam in die Stadt zurück und nach der Großstraße in das HauS seines Arbeitgebers.— Am anderen Morgen erschien zur Verwunderung der Arbeiterinnen ein Zimmermann auf dem Acker und schlug ein rohes, aber der- des Brettergerüst um den alten Brunnen. Im Sehtember, gegen Abend, wurde auf dem ersten Packboden des ungeheuren Speichers das ,Lichorienbier" ge- ! feiert, das schon am Nachmittag begonnen hatte; waS in der Fabrik in Arbeit stand, der Fuhrmann, der Heizer, der Bren- � ner und wie sie alle genannt wurden, alle waren da, eS war > wimmelnd voll; Gewinde von Astern und BuchSbaum und von sonstigen Herbstblumen und Blättern hingen überall an den Balken. An großen Tischen, an über Tonnen gelegten Brettern haben sie gesessen; nun aber war der Kaffee aus- getrunken: die Hampen und Laternen, die zwischen den Kränzen hingen, wurden angezündet, und in dem dämmeri- gen Gemunkel wurden eine Klarinette und ein paar Geigen laut, wonach die jungen Dirnen längst die Hälse gestreckt hatten. John tanzte schon mit seiner jungen Frau, die heiß in seinen Armen lag; er sah vor Lust über die dunkle Men- schenmenge hin; aber was ging sie ihn an?— Da wurde er mit seiner Tänzerin gegen das Ende eines schweren Eichen- tisches gestoßen, der unter die Tanzenden hineinragte, und sie tat einen jähen Aufschrei. Es hatte nichts auf sich, aber John rief den jungen kräftigen Heizer an:„Hilf mir den Tisch fortsetzen, Franz!" Er schien es nicht zu hören; da faßte John ihn an dem Aermel.„Was soll's?" rief der Heizer und wandte halb den Kopf. „Nicht viel," entgegnete John,„der Tisch muß fort, dort in die Ecke!" ,Lsa, trag ihn nur dahin!" sagte der junge Mensch und drängte sich zu den anderen Arbeitern, von denen ein Teil zusammenstand.„Was wollte er von dir?" frug einer von ihnen. „Ich weiß nicht; ich sollt' ihm helfen! Mag er sich selber helfen! Man hat nur keine andere Arbeit, sonst müßt' man von hier fort!" Die andern lachten und gingen auseinander, um sich Tänzerinnen zu suchen. John aber, der aus halbgehöiten Worten sich genug heraushörte, klemmte die Lippen zu- sammen und tanzte weiter mit seinem jungen Weibe, und immer nur mit ihr. � Inmitten der Fröhlichkeit kam auch die Herrschaft mit einigen Freunden auf den Boden; auch der Bürgermeister war dabei, einer von denen, deren Teilnahme damals den Verurteilten in das Zuchthaus begleitet hatte. Jetzt folgte sein Blick dem hübschen jungen Paa«. lLortj. folgt.) Teil seines Diensteinkommens nicht durch Barvergilwng adsegoNen wird, ist eine schwere Benachteiligung der Großstadt- b e v ö l k e r u n g, in der selbst vielen Kranken trotz ärztlichen Attestes dieMilch versagt werden muß. Zwei«eitere Opfer der Märzunruhe» wurden an der Moltke« Brücke und am Schifsbauerdamm aus der Spree gelandet. Der eine ist ein Mann, der die Uniform eines Sanitälssergeanten der Pioniere trug. Auch ihm fehlt wieder die Fußbekleidung. An einem Finger der linken Hand trug er einen KriegSring mit drei Steinen. Am Schiffbauerdamm wurde ein junger Mann von 20 bis 23 Jahren gelandet. Er trug feldgrauen Enllassungsanzug und .schwarze Mjlilärschnürschuhe. Von den während der Feiertage ge- landeten Toten find zwei festgestellt worden, ein 31 Jahre alter Former Erich(Sit de aus der Wilhelm-Stolze-Straße 40 und der Arbeiter M a n z e aus der Andreasstr. 20. LebenSmittelschwindel. Die Toilettenpächberin eine? Kaffeehauses, die sich 000 M. gespart hatte, wurde von einem wildfremden Matrosen auf der Straße gefragt,:„WoS ist Ihnen denn, Sie sehen ja so schleckst aus?" Die Frau erwiderte:.Das ist kein Münder, ich habe nichts zu essen.".Na," meinte der Matrose, „dem kamr ich abhelfen. Ich bin bei der LebenSmittelabteilung des ReichSuiarineonits und kann Ihnen da zu einem billigen Preise allerhand ablassen." Die Frau gab ihm ihre ganzen 600 M. her. Vergeblich wartete sie auf Nahrungsmitiel. Auf dem Reich»- marineamt«rftchr sie endlich, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen>er Fassadenkletterer stahlen aus der Damenkonfektion von M. Puch in der Taube nstr. 27 für 30 000 M. Futterstoffe, Samt und fertige Kleider.— 80 000 M. bares Geld und für 3000 M. Ziga- retten erbeuteten andere Einbrecher bei dem Kaufmann Lewin, Motzstr. OL. Die Kindcsleiche im Reisckorb. Sine angebliche Marie Westfal brachte einer Frau in der Frankfurter Allee 368 einen Reisekorb nur für ganz kurze Zeit, holt« ihn aber nicht wieder ab. Der Frau fiel endlich ein häßlicher Geruch auf, und als sie jetzt den Korb öffnete, fand sie darin die Leiche eines neugeborenen K naben, der gleich nach der Geburt umgebracht worden ist. Ein«naufgeNärtcr Todesfall. In der Rächt zum Dienstag brachte ein Eisenbahnbeamter nach der Rettungswache in der Bad- straße einen Mann mit schweren Verletzungen, der bald darauf starb. Der Tote ist der 21 Fahre alte Revolverdreher Heinrich Koschky emS der Utvechter Str. 8. Der Cisenbahnbeamte gab an, daß der Mann auf der Fahrt von HermSdorf nach Berlin verunglückt sei. Er hinterließ aber weder Namen noch Wohnung und so war eS bisher nicht möglich, zu ermitteln, wie Koschky nms Leven gekommen sei. Der Oberschöneweide— Grünau- Berkehr mit Hermannstraße und Schöneberg wird wesentlich verbessert. Vgl. die Bahnhofs- mischläge. Poft. und Telegraphen. Angeftellte».»«. Morgen Freitag. 8 Ubr: Versammlung in der Aula WranoelNr. 128, Nähe Mariannenplatz. Die Forderungen der Poll- und T-legraphen-AngelteNten und die Sockal. demokratie. Freie Aussprache. Referent: OSwald Johanns«». Der Werbeausschuß. Freie Hockischnlgemeinde für Proletarier. ArbeiterrRe! Betriebs- räie! Funktionäre! Morgen Freitag, 7 Uhr: KurtuS sür die Groß- niaschinenbaubranche.— Sonnabend, 7 Uhr: Hygienekursus. Turmstr. 19, bei Prof. Benninghoven. Voranmeldung bis 2S. d.. In den Zelten 23, Zimmer 14.— Jugend-Kurse. Morgen Freitag. 7 Ubr: Vor- Versammlung in der Aula Turmstr. 37. Zahlreiches Erscheinen, besonders der bereits angemeldeten Kursteilnehmer, erwünscht. Zeugen gesucht, die gesehen baden, wie ein Regierungssoldat am 8. Mörz zwischen 10—12 Ubr vormittag» vor Jordan. Rosenthaler Straße. von einen, Zivilisten erschossen wurde. Im Interesse der Entlassung eines unschuldig Verhasteten erbittet Adressen Genich, Ankkamer Str. 37 II Arbeiter-Samariter-Pund. Kolonne Groh Nerltn. Lehrstunden haben: III Abt. Schönebcrg, Vorbergstr. It. heute Donnerstag. 7'/, Ubr. — V, Abt. Nkutolln. Selchsriltr. 8. morgen Freitag. 7-/, Uhr.— IV. Abt. Lichtenberg. Scharnwcbersw. 80. bei Bickenbagen, Montag. 7'/, Uhr. Vortrag und UcbungSstunde. Käste haben einmaligen sielen Zutritt.— Milt- wach, den 30. April, Melchiorstr. 15. Mitgltederversaminlnng. 1. Mai-DienstauSteilung. Jedes Mitglied ist verpflichtet, zu erscheinen. Die akademischen Unterrichtskurle für Arbeite« beginnen Donnerstag, den 8. Mai, idre Abend« in deutscher R-cktichreibung und tSrammatit, Aussatzlehre, Literatur. Rechnen, Erdkunde, Naturkunde und Etaatenklinde. Jeder Kurs einmal wöchentlich abends von 8— 10 Uhr, kostet für das Halbjahr 1 M. Es werden Männer und Frauen über 18 Jahre tinlerrichlci. Anmeldungen im UnterrichtSlolal Niederwallstr. 12 am Sonnabend, den 3. Mai, 8—10 Uhr abends. Lichterfelde. Gemeindepertrewug. Auf Anregung der sozial- demokratischen Fraktion hatten sämtliche Gemeindevorstands-Mii- gl ieder ihr Am: niedergelegt. Die sozialdemokratische Fraktion be- antragte, daß Bürgermeister Brohm, die Schöffen Fuchs. S o» ich o n, L e ng n« r und T i« tz e n im Amt verbletben sollen. Da Schöffe P raufe sein Amt freiwillig niederlegte, bleibt nur noch Schöffe Lange. Er war seit vielen Jahren die treibende Kraft im Kampf gegen die Sozialdemokratie. Ein Zusammen- arbeiten der Sozialdemokratie mit ihm ist a n Sg e s ch l o s s e n. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen unserem Red- ner, Genossen H c i n i g, und dem Vertreter der»Unpolitischen Fraktion" Borkenhagcn. Der Bürgerblock erkennt zwar unser Recht auf zwei Sitze im Gemeindevorstand an, aber es soll von seiner Gnade abhängen, wann wir sie besetzen dürfen. Von zahlreichen Zwischenrufen unterbrochen, machte Borkcnhagen dem Polizeischöfsen Lange sein Kompliment und versicherte, daß das Bürgertum ihm zu diesem Danke verpflichtet sei. Eine offen- bare Aufmunterung— der Sozialdemokratie zum Trotz— auf seinem Posten zu bleiben. Die sozialdemokratische Partei im Rat- hau? wird alle Mittel anwenden und anwenden müssen, ihr Recht auf zeitgemäße Zusammensetzung des Gemeindevorstandes durchzusetzen. Oranienburg. Stadtverordnetenversammlung. Beigeordneter war bisher der Schlächiermcister Krebst(Bürgerl.). Das Ver- hältnis der Sozialdemokratie zu den anderen Parteien ist 18: 18. BiS jetzk ist kein Sozialdemokrai im Magistrat. Anstatt nun der' Sozialdemokratie ohne weiteres das Recht auf diesen Posten zuzusprechen, wollte man wieder einen Bürgerlichen als Beige- ordneten. Man vertröstete uns auf den nächsten Stadtratsposten, der aber erst Ende des JahreS frei wird. Die beiden fozialdemo- kratischen Parteien beanspruchten die Stelle des Beigeordneten. Da die Unabhängigen einen geeigneten Kandidaten(Ferka) mif- gestellt hatten, so stimmte auch die Mehrheitspartei dafür. Bei der Wahl erhielt Ferka 13 Stimmen, Krebst 15, unbeschrieben 2 Zettel. Ferka nahm die Wahl an.— Ein Antrag forderte die Entlassung eines Hilfsarbeiters, der die rechte Hand des Bürgermeisters ist. Die Debatte war so lebhaft, daß die Bürgerlichen mit ihrem AnS- zua drohten. ES wurde Klage geführt, daß der Bürgermeister sich weigere, mit dem Beamtenausschuß zu verhandeln._ Beschlossen wurde, der Kleinwohnhaus-Baugenossenschaft für Oranienburg mit 3000 Mk. beizutreten und für das Unternehmen Mittel bereit- zustellen. Lichtenberg. Die Fsreie Turnerschaft hat sich In der kurzen Zeit in der ibr die städlichen Turnhallen zur Vcrlllqung stehen, sebr gut ent- wickelt. Die Mfirnicr-klMeiliing turnt je�en Montag und DonncrSigq von 8 vis 10 llhr abends in der Turnhalle BürgerMmstr 3. während sich ihre älteren Mitalleder dem Schülerwrnen DienStagS und Freitags von 6 bis « Uhr in der Turnhalle der Realschule Parkaue und an den gleichen Abenden in derselben Halle von 8 bis 10 Uhr dem Jugendturnen widmen. Die Echüler-Ablcilimg bat einen derarligen Zuipruch, daß im nächsten Monat schon eine zweite Abteilung eröffnet werden muß, ebenfalls eine Schülerinnen-Abteilimg. Die Damen-Ahteilung hält ihre Turnabende� regelmäßig jeden Mittwoch von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle Parkaue ab. Außer dem Turnen finden regelmäßig Wanderungen statt und find auch für diesen Sommer Kinderspiele geplant. Lichtenberg. Ew V o 1 k» ch o r ist In« Leben geruien worden. ES Ist eine Abteilimg füi gemischten Chor und ewe für MSnnerchor vorgesehen, ein Volks- Orchester soll später dlesc beiden Abteilungen er. ganzen. Da die künstlerische Ausgabe musikalische Vorbildung voraussetzt. ist eine VorbereitungSschuIe gearündet worden. Beiträge werden nicht erhoben. Die ersorderlichen Mittel werden durch sieiinivige Sv enden aufgebracht. Frauen. Mädchen. Männer und Jünglinge, belft etwa« Großes schaffen und meldet euch sofort bel dem Dirigenten Herrn Gesanglebrer Paul Kurz, Berlin-Nnmmelsburg, Marktstr. 2, Jabn-Realgymnaffum. Dort finden auch zunächst Mittwoch» von abends S— 10 Uhr die UebimgSstmiden statt. In Vorbereitung:»Da» Lied von der Glocke'. Grost-Berliner Lebensmittel. Die 1, Liter-Krankenkarten können vom 24.— 28. April nur mit'I, Liter Vollmilch beliefert werden.— Von beute bis Sonntag, 4. Mai. auf Gnrnd der ausländischen Zuteilungen erste Ausgabe von 50 Gramm B r a t s e t t gegen Ablchnltt B1 der Eirisubr-Zulatzkarte unter gleichzeitiger Bow legung der Speisesettkarte nach der alten Kimdenliffe. Berlin. In den BrotkommisssouSbezirken 52— 55, 67—75, 77—91, 95 bis 128. 131—132, 152-171. 173, 176, 179—182, 185—196, 198, 202—205, 207—216, 218—223, 226—230, 233, 286- 238. 240-241, 245 vom 26. ab für jede Marke II ß? S a I z b e r i n g e. Belieferung richtet fich nach dem Laden des KIcInbändler«. bei dem der Einzelne«ingetragen ist, nicht nach der Wobnung des Verbrauchers. Abholung nur bis zum 3. Mai. Lichterfelde. Frllche Fische auch noch aut Rr. 35 fgrün). Nr. 26 der Nebenkarte A bevorzugt.— Mittelltücke der April-Vollmilchkarten AI, A II, B I, B II. 0 1 und C II find au'zubewahren. Pankow. Für Kranke und schwangere Frauen NeuauSgabe der Milch- karten Neue Schönbolzer Str. 35. Zimmer 87/89, 8—2 und 5—7 Uhr. und zwar: A bis F heute Donnerstag, G bis J Freitag, K Bis L Sonnabend, M bis R Montag, 8 bis T Dienstag. U bis Z Mittwoch. Die alten Milchkai tcn, mit Namen und Wobnung des Inhabers versehen, find vorzu- legen. Milchkarten müssen persönlich abgeholt werden, keine Zusendung. Tpanda«. In zahlrelchen Geschäften sind noch Hülsenfrüchte(Feld 232) zu baden.— Feld 4 der Fischkarte verliert heute abends feine Gültig. keit. Ab morgen dürfen Fische nur gegen Feld 5 entnommen werden, und zwar aus jede Karte Pfd. frische Fische oder>/, Psd. Räucherwaren oder 1 Büchse Fischkonserven.—?U8 Ersatz für gekürzte Kartoffelrat'.on gegen Abschnitt 13 und 14 der Kartoffclkarte insgesamt 200 gr Roggenmchl, Milttärurlanbcr gegen Abschnitte über 1000 gr Kartoffeln. Die Felder ver> lieren mit dem 28. April ihre Gültigkeit.— In den Avotheken Nährhefe ohne ärztliches Attest.— Im städtilchen Schuppen gegenüber dem Rathauie Kohlrüben, 8 M. pro Ztr. und Fittlerkohlrüben, 4 M. pro Ztr. Kausberech- tigungSscheine im Zimmer 403 dcS RathauieS. Nowawes. Heute Donnerstag, in den Berkaussfiellen der Gemeinde Räucherwaren von 8— 1 und 3—7 bei Winkel Nr. 6001—7000 und 1—300, Rudow 5201—5600, 6000— 6200 und 1—300, Müller 3201—4100. Ziegener 2301—3600, Frommert 4654—5753.— Den Brotveikäütern wird sür jeden Fall, in dem sie den Inhaber einer gefälschten vrottarte polizeilich fest- stellen lassen, so daß er gerichtlich bestraft wird, nach erfolgter Bestrafung eine Belohnung von 30 M. ausgesetzt.— Heute und morgen von 9—12 und 2—5, Turnhalle Scharnhorstitraße, Saatkart osseln, 1 Zw. 17 M. Be- zugschein c im Rathaus, Zimmer 11, 8—1.— Ausgabe neuer Speisefett- karten und Einsuhrzusatzkarten gegen GrundftücksausweiS, Priesterstr. 8t, von 8— 1 Uhr statt: Freitag tür Bezirke I. 2, 3, 4, 5, 6, 7, Sonnabend für Bezirk« 8, 9. 10, 11. 12, 13, Potsdamer Forst, BabelSbng und bei Herrn Gruner« für vergstückcn. Ncuanmeidung zur Kundenltste bis spätestens Mittwoch, den 30._ Groß-Serliner parteinachrkchten. Berlin. Jungsozioliftische Bereinigung. Heute Donnerstag. abend» VjS Uhr, Jugendbeim, Lwdcnsrr. 8. Vorwag des Gen. Klein:»Was dring! unS die beschleunigte Sozialifienmg?' Parteigenossen und Bor- wärtsleser find als Gäste willkommen. Berlin. II. Avt. Morgen Freitag, 7 Uhr, bei Damhorst. Skalltzer- Swaße 51/52, Extrazahlabeud: Maifeier, Parteiangelegenheiten. Die AbtrilungSleiMnz. Wilmersdorf. Mitgliederversammlung morgen Freitag, 7'/, Uhr, Aula Gvmnosium, Psalzburger Straße. Tagesordnung: Mai- srrerkommission. Eliernbeirätc und Ewbeiisschute, Resolutionen und Anwäge der Bezirke. Nur Mitglieder haben ZuWitt. Spandan. Generaloersammlung morgen Freitag, 7 Ubr, in der Aula des ObcrlyzeumS, ASkanierring. Tageso rdnung: Vorstands- und Kassenbericht. Neuwahl des Vorstandes. Stellungnahme zur KreiSgeneral- versammiung und Wahl von 5 Delegierten. Verschiedene». Gerichtszeitung. Die Schattenseite« des summarischen Verfahrens. Vor dem außerordentlichen Kriegsgericht war der Privat- detektiv Paul Neumann in Lichtenberg wegen Anstiftung zum Morde und Aufruhrs angeklagt. Am 8. März, als in Lichtenberg das Polizeigebäude von den Aufrührern gestürmt wor- den war, wurden die dort vorgefundenen Kriminalbeamten, von denen behauptet wurde, daß sie Handgranaten herausgeworfen hätten, unter ungeheurem Zulauf von Neugierigen nach dem Om- nibusdepot transportiert, um— wie in der Menschenmenge ver- breitet wurde— dort»an die Wand gestellt" zu werden. Nach den Aussagen von Zeugen sind die Kriminalbeamten auf dem Transport wiederholt von den Zivilisten und den Transporteuren in Uniform arg mißhandelt worden. Ter Angeklagte wurde nun beschuldigt, einen der Männer so stark mißhandelt zu haben, daß dieser kaum zu gehen vermochte. Auch wurde ihm die mora- lische Mitschuld an dem gewaltsamen Tode des erschossenen Polizei-WachtmeisterS Tabbert zugeschrieben. Als dieser seinen Peinigern zu entfliehen versuchte, soll der Angeklagte die Spartakisten auf ihn aufmerksam gemacht und gerufen haben: „Da rennt er ja, da rennt er, haltet ihn fest!" Diese Besckuldi- gungen waren in einem Bericht des Polizeiwacktmeisters Rüster enthalten, der auch die Angabe enthielt, daß der Angeklagte ein sehr gefährlicher Spartakist sei und den einen Kriminalbeamten bestia- lisch mißhandelt habe. Dem Polizeiwachtmeister R. waren über die in Frage stehenden Vorgänge von dem Fleischbeschauer und Hausverwalter I s e n s e e in einem Bierlokal einige Mitteilungen gemacht worden, dies« sind wohl unter der Wirkung der damaligen Massensuggestion in dem Bericht aufgebauscht worden. und so ist e? gekommen, daß ohne Aufnahme eines Protokolls auf diesen Bericht hin ein Haftbefehl erlassen und die Anklage erhoben wurde.— Der Angeklagte, ein unter hvstero-epilevtischen Anfällen leidender Mann, bestritt energisch jede Schuld. Nun er- gab fich bei der Vernehmung des Zeugen I s e n s e e, daß dieser bestritt, dem Polizeiwachtmeister etwas davon gesagt zu haben, daß der Angeklagte ein gefährlicher Svariakist sei(was er in Wirk- licbkeit auch gar nicht ist), ebensowenig habe er diesen der»bestia- tischen Mißhandlung" beschuldigt. Das einzige, was er sagen könne, sei, daß der beim Anmarsch des Zuges sehr erregte Angeklagte bei dem Fluchtversuck eines der Transportierten gerufen habe:»Da rennt er jal Holt ihn zurück!" Eine Entlastungs- zeug in, Frau Müller, die in den kritischen Augenblicken neben dem Angeklagten auf der Straß« gewesen, beschwor, daß der An- geklagte nichts von den Verbrechen begangen habe, die ihm zur Last gelegt wurden.— SanitätSrat Dr. Topp begutachtete aus persönlicher Behandlung des Angeklagten, daß. selbst wenn etwas von den erhobenen Ansckuldigungen erwiesen worden wäre, was nicht der Fall war, der Angeklagte auf Grund seines KrqnkheitS- zustandeS sich bei der allgemeinen Erregung jener Tage zweifellos im Zustande der Bewußtseinstrübung befunden haben würde.— Der Polizeiwachtmeister war durch Krankheit am Erscheinen ver- hindert und konnte deshalb nicht darüber vernommen werden, wo- her er zu seinem Bericht gekommen. Der Verteidiger beantragte nickt nur Freisprechung deS Angeklagten, sondern auck Heber- nähme der Kosten der Verteidigung auf die Staatskasse. Letzteren Antrag lehnte das Gerickt ab, weil der Angeklagte immerhin sick durck seinen erwiesenen Ruf:»Da rennt er ja, holt ihn zurückl" verdächtig gemacht habe. Im übrigen erkannte da» Gericht auf Frei sprechung._ Da? Opfer eine? falschen Verdachts. Wegen Betruges in zwei- Fällen hatte sich der Schlosser Otto Kube zu verantworten. Er hatte u. a. dem Kapellmeister Weber vorgeschwindelt, er sei im Befitze«ine? Sackes Kaffee und eines ganzen Zentners Butter, welche in der Elisabether-Kafern« in Charlottenburg lagern. Um die Sache recht glaubhaft zu machen, ging der Angeklagte, der da- mal? widerrechtlich Uniform trug und sich Chrissing nannte, mit seinem Opfer in die Kaserne, wo er 3000 M. ausgezahlt erhielt. Unter eittem Borwande verschwand er dann durch einen Neben- auSgang.— Kube war früher in den Verdacht geraten, der Täter in der bisher unaufgeklärten Falkenhagener Mordsache zu sein. Nachdem er 13 Monate in Untersuchungshaft gesessen habe, stellte sich seine Unschuld heraus. Nach dem alten Spruch, daß immer etwas hängen bleibe, so führte der Verteidiaer Justizrat Dr. D a v i d s o h n aus, habe Kube dann nirgends Arbeit finden können, und sobald es bekannt geworden war, wer er sei, hätten sich seine Arbeitskollegen geweigert, mit dem»Mörder" Kube zu- sammenzuarbeiten.— Das Gericht glaubt« es dem Angeklagten, daß er durch jenen falschen Verdacht auf die schiefe Bahn gedrängt worden sei, und erkannte deshalb nur auf 7 Monate Gefäng- n i S unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Unter- suchungshast._ vereine und Versammlungen. Bereinigung sozialistischer Lebrer«nd Lehrerinnen. Sonn- abend 7 Nhr. Realahmnafium. Georgenstraße: 1. Politisierung der Schule durch die RechtSpattelen. 2. Lebrerrat. Eine Stunde vorb-r Vorstands- sitzung.— Soziaiiftttche Studenten Partei. Morgen Freitag: DtS- kusfionSabend. Referent: Fräulein Frieda Winkelmann über »Sozialismus und Pädagogitt. Eintritt nur gegen Mitglieds- und Jnteressentenkarte.— Mütterabend. Frau Dr. Szagnnn:»Sexuelle Aufklärung der jungen Mädchen'. Im großen Fetifaal de» Rathauses Tbarlottenbiirg, Berliner Straße 72/73, morgen Freitag, abends 8 Uhr. Eintritt kostenlos. Jugendliche haben keinen Zutritt.— Bund sozialistischer Kirchenfreunde. Morgen Freitag.'/z8 Uhr: Versammlung im Restaurant .WilbelmSbos',«nhaltstr. 12(Eck- Wilhelmstraßes. Tagesordnung: 1. Unser Programm. Ref.: Pfarrer Dehn. 2. BorstandSwabl 3. Ver- schiedenes. G S ft e w i l l k o m m e n.— Mieterverein Jchöneberg. Heute Donnerstag, 8 Nbr, im»Schwarzen Adler', Hauptslraße 144: Oessentliche Versammlung. Gäste aus allen Mieterki eisen sind Willkommen.— Bnnd technischer Berufsständc. Heute 7 Nhr. .Philharmonie', Bevnbiirger Straße: Erfinderschutz und Patentrecht.— Bcrei» sozialdemokratischer Justizbeamten. Morgen Freitag, abends SO, Ubr, in Havellands Festiülcn, Neue Fttedttchstratze 35, Saal 6.— (Tliemtkerbund. Konstituierung der Groß-Berimer Ortsgruppe am 28.?lpril im Hofmann-Hause(stehe Inserat m der Montagsnummcr). Vorläufiger Vorstand: Dr. Vogt. Tempelhot. Dorsstr. 40.— Korps- verband der aktiven Unteroffizier« des GardekorpS. Morgen Frei- tag 3 Ubr im Zirku« Busch.-Dollverlammlung— Prof. Nathan ans Marburg wird am 24.. 25. und 26. Slprll, abend» 8 Uhr. in der Aula de» Kaiser Fricdrich-Ghmnafium«, Kochftr. 13, Vorträge über Sozialen Ausbau hatten. ?ugenöveronftaltungen. Steglitz. Jeden Donnerstag, 7st, Uhr, Zusammenkunft bei Cläment, Düppelsw. 7. SpoUbill.Perkauf unpSarautie sosort postenweise vom 3. April an taglich frisch relnsu, schScen Tabak-Priem Dauerware la-STaffe. Probe 100 Rollen 105 M, Probe 100 Stangen 95 M. TsbakKroOtiendiung J. S. Wagner, Berlin W, Sieimnetzstr. 51. Zmt Kurfürst»10.• ianos gegen bar und aut Teilzahlung.• Pianohandlg., Berlin, Göbenstr. 10, pt. Für Hausierer und Wiederverkäufer. Mustersendung hat Erfolg aut hohen Gewinn. Muitc:- Sendung erhalten Sie durch Mt. 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Oktober ISIS nach einem Gefecht dei Romagne (Frankreich) mein Sohn, Muok. liodee» Apet, Jns.-Negk. 136, 3. Aomp. Kameraden, die über den Verbleib desselben Auskunft geben Kinnen, serner Leid- tragende, die bei demselben Truppenteil ebenfalls Ange- hörige hatten, oder fall« diese aus der Ecsangenschaft Räch» richt erhalten, werde» herzlich um Mitteilung gebeten von dem tiefgebeugten Vater[* Viktor Apel een., Solz hau er, Rcuendau(Kr. Sonneberg t.TH.) Unkosten werden gern vergütet. vi. Griitering Arzt für Haut- u. Harnleiden. Invalidenstraße 35 Ecke ChausseestraSc am Stettiner Bahnhot.* 11—1, Sonnt. 11—12. Bant-" Barnarzt Erfolgreiche Behandlung. Könsgstr. 34/ 36 Alexanderplatz. 10—1, 5—8. Sonnt 10—1. HARN- BLUT- e(c UKTERSUCHUNeEN Prefc Zuoenäurxj* VenonOQeiüQen u AönokioQ Ouf »etcf Ann/ leatum tZlOO-OHM CM CttfcAKTtmOL-L tfi->S4ClVo( Bertifv Soondboorseo Maifeier- Mneo 1000 St iosol 20, 30, 00 M., Herrn. Hesse Der» den. Kautabak in Rollen und Stangen m reinem IM. 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Anfragen, welche ein« Ein- flchtnahme in die Bücher oder Akten erforderlich mache», sind dem Vorstand mlndeften» drei Tage vor der Sitzung schrtftNch mitzuteilen. Die Herren Aueschutzmtt- alieder erhalten noch eine de» sondere Einladung. See Doeflanb. «. Rtchier, BorMendee. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin-Friedenaa, RheinstraQe 9. Bekanntmachung. Durch Beschiutz de» Vo> stände« und de» am Z. Apttl tgtS tritt Mit ginn de» 23. April 1919 nach» stehende Satzungsänderung m 8 47. Der Absatz 1 de» 8 47 crhäll seine» achftehen.... Kassenbeiiräg« werben le Verstcherte a» Hundertstel de« im ß ' iten Grundlohn» bemessen; igen üng: an Stelle seine» Worttaut» nai Die."__________. für alle Versicherte ao�seä�» e� betragen für jede» Arbeit»- w Stufe I S Pst ..» 12. r. i" w. .. IV 94, I l V». .. VI«. I: VII42, *; VIII 48. .. IX 54 r .. XS9, 8 76. Der erste Absatz de» 8 79 rrhäll folgenden Wortlaut Der Ausschuß besteht 24 Vertretern, oon denen«in Drittel von den beteiligte» volljährigen Arbeitgedern und !we> Drittel von de» voll- ährigen Versicherten je au« hrer Mitte und zwar getrenul gewählt werden. Die Satzungsänderung«» treten nach Genehmigung durch das Oberverstcherung»amt mit dem 28. AprU 1919 in Kraft. Berlin-Friedenau, den Z April 1919. Der Vorstand der Allgent. Ortekranke»kass« Berlin-Friede»»». Fr. Bau«,«. Ullrich. Vorsitzender. Schrlitführer. Oskar Herbst, Autschujzvorsitzend«. Genehm kg st Eharlottenburg, den 16. AprU 1919. Obereerslctiernngaaml QroB-Berlin. (LS.) gtz. o.»ostk-ws». Modern. Rentenhaus mit Warmwa.ferverf. u. Ofenheizung in tu higer. vornehmer Strohe des Westens, ist billig für 330000 M. zu verkaufen. Droste ea. 60 □?,, Miete ca. 24000 iDL, 2—5 gimmerwoh- nungen. I«r. Schmidt SShnc, Leipziger Str. uz«. Mauerst Ztr. 12600—3 und 9066, Piano kauft A»scr, Fiensburger Stratze 1. 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Bericht von b« Generalversammlung.— Bericht über den Stand unser« Lohnbewegung.— st Verschiedene». SnrgMler. g�t'ä furter Straß» 18: Brandl enorrfammluag. Tagesordnung: 1. Bericht von bn Generalversammlung.— 2. Stellungnahme zu unseren neuen Forderungen.— st Be- richt der Kommisston und V«schtedene«. Mler nno SolzarMer. Annaasteaste 30(Arbeitslosensaat): Versammlung all« in den Fllmbetrieben und Theatern Groß-Bertin« be- schäfttgten«oll, blickliche Lage i stehen un» zur en. Tagesordnung: L Die äugen- > unserm Beruf und welche Maßnahmen Bersligung?— st«erbandsangilegen- W/12 _ Dt» OrtsrerwaltnnK. AG.G.Sonzern Arbeiterräte. Obleute und Vertrauensleute sämtlicher Angestellten und Arbeiter! Steltng. 25.Ml.Mm.2vvr. Versammlung. Zutritt nur gegen Legitimation de« Arbeiterrnt«. i Bezirk Wilmersdorf. Am Sonsabonb. den 28. AprU 1919. abends VI, Mhr. tu der Main des Biamatd-fflqraaastnms, Slbnatsbacf- psolzburgcr Str. 30/31: Oeffentl. Versammlung. Ypptrac:.�frieden and Freiheit!" Referenten: Dr. U Holz(6. P.».) und Pelte Hallr(U. S.P.D.) Sozialdemokraten erscheint In Rassen I Die Bezirksleitung. J. A.: Gabelest ledtuog! Feuerwerks-Laboratonuni Spandau. Die Lohnzahlung für die rergan ene Woche Andel am Freitag, den 25. April, auf dem Nenendorfer Plate statt, und zwar: Qewtsrk Ast A4, AI, Ost 04, B1 1, Kl, Kl, IIa, tv C von 3>/, Uhr vormittags ab. Oewerfc D4, B, El. D2, D3, Ol I UI. Bl ll-V, IBd. R. Aw. Süd von 10 Uhr vormittags ah. Oewerk B2, iL B3, Ol iv vil, A, U, Q. N3, B4. Dl, P Velten von>>>/, Uhr vormittags ab. Oewerfc Cl Hl, Cl III-1V, C2, Ol VI, 02. N2— 9, AI, PI von I Uhr mittags ab. Niheres ergeben die am Eingang zum Neoendorfer Platz aufgehängten Plakate. 20890 Alle hier nicht aufgeführten Oewerke(Verwaltung«- bureau, LI— 3, Fl und iSa) werden von 9 Uhr vormittags ab aat dem Eiswerder gezahlt. Direktion. (gez.) Zachartaz Arbeiterrat (gez.) S ledert "Eine 09»«lfe Ürlolcjes dindönderafe Im VoarwÄrfo Lsldst das kleinafe On�er/,l— 2 mittags,'/.(r— r/.IO abends, Sonntags'/.II— I Uhr(Im verschlossenen Brief Mk. 1,25). Berlin W 8 Leipziger Str. 108 Hamburg onnaden 26 Sprechst. Ii— 1 vorm, 5—7 nachm., Sonnig Ii— I. Aufklärende Broschüre Mk, L50(Nachnahme).[* M UBifcUUiB fea tB B H■ B K GroßeFrankfurter Straße 45-46 UdiidiiüdB* Zähne m. echtem Friedenskaatschnk 4 M. Man 5 Jahre Garantie neu» i— Zahnziehen m. Betäubung Ibei Peslelluna o. Gebissen grati». Goldkronen V.20M. an. Spez. Gcnnnenp?' Zählikil'BXlZ SStVSlil.»ch'ä'nM« Lungen- u. Balstcaat«. Verlangen Sie tnstenfrei belehrende Broschüre Über Heilmrih. ohne BemsestSr Dr. Qebb&rdt& de., [Berlin 117, Potsdamer Str. 10c u Juwelen, Srillanten, perlen dem heuttgen hohen Kurf« entsprechend ZU kaufen gesucht«vll. Margraf& Co. G.m. d.h., Serliu kano«lerlrr»0e y. Feensprech«: Zentrum 3864. n G, �»»» ev ev» llat, Beistand, MS 6 ixe Preise. 7e»- eahlunx. 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Erwünscht ist hierbei, daß unter den sich meldenden Herren solche vorhanden sind, die Ober besondere Kenntnisse in spezialärztlichen Fächern veriflgen. An Einkommen wird den Herren Acrzten aus Kassenpraxis für das Jahr 5 bis 8000 M. garantiert, jedoch ist eine Erhöhung des Einkommens nach näherer Vereinbarung nicht ausgeschlossen. Abschlu6 langjähriger Verträge. Weitere Bedingungen sind bei den unterzeichneten Kassen zu erfahren. Diskretion zugesichert. 274/10 Allgemeine Ortskrankenkasse fir den Stadtbezirk Tilsit, Scbuistr. 8. Mitgliedorzahl ca. 8100, Einwohnerzahl Tilsit und Vororte ca. SO 000. Krankenkassenverband der Allgemeinen Orts- und Landkrankenkasse für den Kreis Ragnit. Mitgliederzahl ca. 7600, Einwohnerzahl Kreis und Stadt Ragnit Ober SO 000. Bei der StaMoetmaltang Osterode L Offpt. ist sofort die Stelle eines Verwaltnngssekretärs für das städtische Arbeitsamt zu besetze». Das Gehalt beträgt 2400-490» M. steigend In Ab. ständen von je 9 Jahren um 400 2Jt, außerdem wird ein Wohnungsgeldzuichuß tn Hähe von 526 M. gewährst Kriegsleuerungszulagen werden zurzett nach den staatlichen Grundsätzen gezahlst Umzuaskoften w«den nach endgültiger Anstellung erstatte!. Die Anstellung«folgt zunächst 1 Jahr auf Probe. Voraussetzung ist Vertrautheit mit aller in einer nach neuzeitliche» Grundsätze» arbeitenden Stadtverwaltung vorkommenden Perwaltungsarbeiten. Insbesondere die Befähigung zur Lcltung der seidständigen Dienststelle des Arbeitsamts, da» alle Fragen des Arbeitsmarkts, des Arbeiterrechts und derArbeiterstirsorge zu bearbeiten I Bewerber muß die gesamte soziale Gesetzgebung«inj d« neuesten Verordnungen und Bestimmungen theoret und vrattisch beherrschen, womöglich tn einem staatlich eingerichteten sozialen Fachkurse geschult sein und einen unpar- iettfchen klaren Blick und ein Herz für setne Arbeit haben. Um«in genaue» Bild über den Umfang dar Tätigkeit zu bekommen, empfiehlt es sich für Bewerber dringenb, einen Auszug ans dem Seschästsv«tellui>g»ptan de» Ardeltsamts von der Stadtverwaltung einzusordern. Bewerbungen mit geuanlssen unt» selbstgeschrtebenem Lebenslauf sinb bis zum 11. Mal d. 3s. bei uns einzureichen. 128/13 O st e r v d e l Ostpr., den 10. April 1919. Oer TRaglfteaL 1 Erster Redakteur gesucht! alten Part«! setz: wollen ihr« Bewerbungr: Inhc ehrheitsrichwn sofort unter Angabe Ihrer Gehaltsansprüche bis spätesten» ai L Mal d. 3. an Unterzeichneten richten. Off-nbach, den 16. April 1919. 258/15 1 z.A. d« Preßkomm ifston: Leonh. Eipnert, Vors., Bi-bererstr. 31 MUn, Mrem WdeWW und poNeror für sofort perlangt. l7»ZL Max HStmann, Nürnberg, Muscumsbrllcke. lüarmoriäger, larmorfrlier, KarroormaicbiDcnichieifcr, Itlarmorbandfcbleifer, Granllkblelfer, Steinmetzen auf Denkmäler in dauernde Arbeit v«>angst Der Wohnung, »ot halb» wollen sich nur Unverheiratete melde». 21/»' Stettlvkr Stelnlndurtris G. m. h, Stettin Tüchtige Kraft aus der Speditionsbranche, mit allen dazu gehörige» Arbeite» vertraut, sofort gesuchst Groß« Arbeit»- Willigkeit und Ausdauer Bedingung. Es kommen nur wirklich leistungsfähige Kräfte mit mehrjährig« Praxis in Frage und ist das Sehalt dementsprechsnd hoch. Be- vorzugt werden Bewerber, die bereit« V«irauenepoften inne hatten. Offerten mit ausführlichem Bericht der bisherigen Tätigkeit, Referenzen, GehaUsansprüchen und Bild unt« H 7328 P an Haasenstein& Vogler, A-G., Berlin W. 2. 83,9 Für meine neu zu«richtende Motoren- u. 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Ruchige Ueberlegung hatte sich damals sagen müssen: So sehr die Unterstützung von bürgerlichen Parteien als ge- un des Gegengewicht gegen die sozialdemokratische Partei sonst zu »ogrüßen wäre, denn, die Geschichte der Parlament« sowie das leben selbst zeigen, daß wirklich Ersprießliches nur da geleistet rird und werden kann, wo eine anständige und gesunde Konkurrenz »orhandcn ist, so scheint doch der jetzige Augenblick wenig geeignet ■fü politischen Spaltungen und Experimenten irgendwelcher Form m deutschen Volke, das ja in seiner überwiegenden Mehrheit im larlamentcrrrschen System wie überhaupt in jeder politischen Be- >ichung heute wie ein Kind dasteht, das zum ersten Male vom slängelbande losgelassen auf eigenen Füßen stehen soll. Dazu die großen Schwierigkeiten durch das Zurückfluten der Truppen, die Gruppen des bisherigen Feindes auf deutschem Boden, die bevor- testenden Friedensverhandlungen, die ErnährungSsorgcn und sie krbeitersragen im Innern, und besonders di« Reaktion— nicht ne jener, die durch Lüge und trotz aller Warnungen einiger veniger, klar denkenden Patrioten da» deutsche Volk immer tiefer n das Elend gehetzt haben, nur um ihren Ehrgeiz oder ihre Ge- vinnsucht£U befriedigen— nein, jene Reaktion, welche das Chaos rrid die vollige Zertrümmerung bringen möchte. War das der Augenblick, um starke oppositionelle Parteien zu lüden, die, wenn sie auch noch so loyal ein Zusammenarbeiten mit ren Sozialisten versprachen, doch ihre eigenen Ziele, politische und nachthaberische, verfolgen? NeinI Nur eines konnte und mußte das Ziel eines jeden, der ein Vaterland wahrhaft liebte, sein: ein geschlossener Zusammen- alt, eine geschlossene Unterstützung der damaligen Volksregierung. il«i«bgültig welcher sozialdemokratischen Richtung die VolkSbeauf- ragten angehörten. Geschlossen mutzte iu der N-ationälvorsamm- una die erdrückend« Mehrheit des deutschen Dostes hinter dieser ZdlkSregierung stehen. Nur eine rein sozialdemokratische Mehrheit n der Nationalversammlung, nur eine rein sozialistische Regierung ininte nach außen hin das Bild der Geschlossenheit, nach innen hin >ie Beruhigung der ausgewühlten Volksseele hcrbeisuhven und vouischlaud vor dem langsamen Hinabgleiten in das Chaos der .uffrschen Zustäude bewahren. Hatte dann die Ravionalversammluna der Republik Deutsch- and daö seit dem 9. November Bstehende bestätigt, die Funda- aente der Verfassung gegeben, war der Friede da und hatte die 'olschew istische Reaktion gesehen, daß auf deutschem Boden kein stlach für sie ist. dann mochten die Parteien sich gruppieren und ie»e«n«n, wie sie glaubten, für die Zukunft des Vaterlandes am uenüchften wirken zu können Damals aber war dafür keine Zeit rnd kein Raum. Di« Parole durfte allein lauten: .Geschlossen inuß das deutsche Volk für die sozialistischen Ver- wetec stimmen, anders richten di« Parteien selbst das ChaoS an, »aS sie dach vermeiden möchten. Geschlossen muß die Republik veutschland im größten Unglück in voller Größe und Würde hinter h»er Vostsregierung stehen!" Das deutsche Volk wollte ober konnte die Tragweite seiner Wahl nicht begveiien! DaS vom Gängslbande zum ersten Male »»gelassene Kind sah nicht nach dem Zi«le, daS es erweichen sollte, »ndern griff nach dem ersten besten Halt, klammerte sich an ihn ind glaubte dann, an diesen geklammert, seinen eigenen Wog zu »nden: Trennung von Kirche und Staat und Einheitsschule, beides yent unverstanden und wirr durcheinander geworfen, waren die Schlagworte, welchen man bei denen begegnete, die unS für irgend- me andere Partei gewinnen wollten. Dergleichen kleine Bausteine deutsche Volk nicht von der russischen, kommunistischen Well« ver- schlungen werden, will man ernsthast einen Tamm gegen den terra- ristischen Bolschewismus errichten, so darf die Regierung keinen Augenblick mehr zögern, ihm etwas Positives entgegenzusetzen. Zwei Wege stehen zur Bekämpfung des Bolschewismus in Deutschland offen, nämlich: Von außen her durch Gewalt oder friedliche Mittel oder von innen her ebenfalls durch Gewalt oder ftiedliche Mttel. Betrachtet man zunächst die Bekämpfung durch auswärtige Gewalt, d. h. durch den Einmarsch von Truppen unserer bisherigen Gegner in Deutschland, so ist zunächst sehr zu begweiseln, ob Frankreich, England, Italien und Amerika, welche zum großen Teil durch die Ungeschicklichkeit der deutschen Waffenstillstands- unterhänd�r die Gefahr des Kommunismus als ein Bluffmittel für die Friedensunterhandlungen ansehen und diese Gefahr daher unterschätzen, sich überhaupt dazu hergeben werden. Sollten sich diese Staaten aber wirklich zu einem solchen Schritte, einem ge- meinsamen, gewaltsamen Vorgehen, bereit erklären, so dürften sie wohl klugerweise hierfür nur ihre Kolonialtruvpen in Rechnung stellen, weiße, selbst gute Truppen aber der Verseuchungsgefcchr nicht aussetzen wollen und für eventuellen Bsdars im eigenen Lande zurückhalten. Ein Eingehsn Deutschland auf solchen Bor- schlag, Einmarsch von Kolonialtruppen würde einen ebenso großen Landesverrat bedeuten wie die Erklärung, daß man bei einem un- annehmbaren Frieden für den russischen Kommunismus und das Russische Rätesystem sei, um dadurch die gleiche Verheerung in dem feindlichen Lande herbeizuführen. Ein noch so schwerer Frisve kann der deutschen Kultur und dem deutschen Wirtschaftsleben nie den Todes stoß versetzen, wohl aber der russische Kommunismus! Der Vierverband, Frankreich, England, Italien und Amerika werden aler voraussichtlich jedes gowalttätige Eingreisen schon mit Rücksicht auf ihre sozialistischen Strömungen ablehnen. Es bliebe also nur die Bekämpfung von außen aus friedlichem Wege, d. h. durch Einführung von Lebensmitteln und Rohstoffen. In ersterer Richtung hat die Unterstützung ja bereits begonnenz es ist auch nicht au zweifeln und nur ein Ding geschickter Berhand- lung, daß RoWoffe geliefert werden. Man braucht nur nachzu- weisen und sich zu verpflichten, daß die Rochstofse für die eigenen Bedürfnisse des Landes und nicht evtl. zur Ueberschwemmung des Auslandes mit deutschem Material nach Friedensschluß dienen sollen. Hier wird man wieder mit dem Einwände der Hebung der deutschen Valuta kommen. Selbst wenn die die Rohstoffe liefernden Länder keinerlei Bedarf an einer Ware aus Deutschland hätten, Ivas sehr zu bezweifeln ist, wäre die Frage der Valuta gegenüber der Aussicht, in das ChaoS zu stürzen, doch gleich Null zu bewerten Gesetzt, der Vierverband würde diese friedliche Hilf« gewähren, so würtde dies« nur genügen, um den schon zu weit in Deutschland vorgeschrittenen Kommunismus für kurae Zeit zu hemmen, aber nie um ihm vernichtend entgegen zu treten. Ihr zur Seite muß die Bekämpfung von innen heraus stehen. Auch hier ist die Frage auszuwerfen: Mit Gewalt oder in friedlicher Weise? Mit Gewalt? Hier ist zunächst die FroDe, ob diese Gewalt von der derzeitigen Regierung oder von einer Diktatur ausgeübt werden soll. Ferner ist zu prüfen, welche Mittel stehen zur Aus- Übung dieser Gewalt zur Verfügung, ob dieselben ausreichen und auch sicher zum Ziele führen werden, nämlich nicht irgend einen Ort, sondern ganz Deutschland vom Kommunismus zu befreien, Di« Regierung in ihrer jetzigen Zusammensetzung und Ab- hängigkeit von der Nationalversammlung wird sich zu einem solch radikalen Mittel me, oder, wenn sie eS tut, erst in letzter Stunde. also wenn es zu spät ist, entscheiden. Es fffiebe also nur die Bc- seitigung von Nationalversammlung und jetziger Regierung durch eine auf Gewalt gegründete Diktatur. Wo ist aber der Mann, welcher dies Spiel mit einiger Aussicht auf Ersvlg wagen könnte? Der jetzige ReichSwehrmimster Noske allein käme vielleicht in Frage, weil die vorhandenen Truppen bisher Vertrauen zu ihm gezeigt haben und er eine Reaktion von rechts wohl nie unter» zu dem Riesengsbäude eines festen inneren Zusammenhalts waren � stützen würbe. Es ist aber sehr zu bezweifeln, ob dieser Mann ytc Grund für den Ausfall der Wahlen zur Nationalversammlung! sich zu �iner Diktatur betgeben würde, dafür ist seine innere Ueoer- .11* dadurch für ein« auS Mehr heil»soziallslen, Demokraten und sei Christlichen VvlkSparsai schließlich zusammengesetzten Re- sterung. Di« Folge hiervon konnte«lcht ausbleiben: Unruhe und Miß- tauen in der arbeitenden Masse des Volkes, dem Proletariat, in- setn man di« Langsamkeit in der Verwirklichung soxialdemokrati- cher Ideen nt* Versprechungen nicht, wie es teilweise tatsächlich st. der Schwievigkeit ober der sofortigen UnouSführbarkeit der «izelnen Punkte zuschreibt, fondern darauf zurückführt, daß die bürgerlichen Parteien der Durchsetzung des sozialistischen Pro- Ivamm» hemmend im Wege stehen. Daher die Unzufriedenheit mit ler Nationalversammlung und der jetzigen Regierung, daher der Abfall von den MehrheitSsozialrsten! Man könnte einwenden, daß osi einer rein sozialistischen Regierung Deutschland in allen Re- wrmen zu sehr in daS sozialistische Fahrwasser geraten, wäre. Dieser Einwand ist hinsällia, denn einerseits ist die Sozialdemv- nair.-t selbst so vernünftig, Dinge«cht zum Gesetz zu erheben, die >aS nicht Wirt ragen und sie selbst nach kurzer Zeil bloßstellen wür- sen, andererseits decken sich viele Punkte, wenn nicht di« meisten, mit dem Programm der Deutschen Demokratischen Partei, und schließlich werden dee ,'oziakistischen Forderungen, welche durch- iührbar stnd, mit tödlicher Sicherheit kommen, wenn nicht frei- oillig, dann gezwungen. Dar Fehler ist gemacht! Die Nation wldersmnmlung gibt der Sozialdemokratie kein« ausschlaggebende Mehrheit, die Regierung setzt sich aus den Sozialdemokraten und Mitgliedern dir bürgec- lichen Parteien zusammen. Das ist der Keim, aus dem die heurigen Pahäklniss«, begünstigt durch die Notlage des arbeitenden Volkes, :nrr zu rasch emporgeschossen stnd. Di« Unzufriedenhent d«S Prole- «riats gewinnt immer mehr an Boden und der in Rußland von un» selbst großgezüchtet« Kommunismus hat die Grenze Deutsch- auds überschritten und nimmt die llnzusriodcnen fteudig in sein« Mckverheißenden Arme auf. Durch russisches Geld, durch Arbeits- osigftit, Hunger und Unzufriedenheit mit der jetzigen Regierung ,evin«it der Kommunismus immer mehr Anhänger. Soll das zeugung doch wohl zu sehr mit den sozialistischen Ideen verknüpft: die Gewalt, di« er bisher in Einzelfällen anwenden ließ, konnte er begründen, die, welche man ihm als Diktator zumutet, nicht. Aber auch wenn NoSk« fich über alles hinwegsetzen wollte, so bleibt immer die Kernfrage, ob die vorhandenen Gewaltmittel auch «inen absolut sicheren Erfolg verbürgen, denn nur dann hätte, wenn überhaupt, das sicher mit dem gowalttätigen Borgohen verbundene unberechenbare Blutvergießen«in Rabt. Dies« Frage ist zu ver- neinen. Wirklich blind ergebene Kerntruppen besitzt mir noch das Garde-Kavallerie�chützen-KorpS in seinen Reihen, nach diesen d'« übrigen Truppenreste aus dem Kriege zu vergleichen, hieße sich selbst betrügen wollen. Außerdem befinden fich in Preußen und einzelnen Bundesstaaten noch Truppen, die aber nickt den Anspruch auf absolut zuverlässige Kerntruppc-n machen können und schon vielfach durch Eiustellimg von Freiwilligen angekränkcss sein| sollen. Sich aus di« Freiwillig« rt-Verbände verlassen, wäre auch Selbsttäuschung: Die meisten Leute laufen zu und bleiben, weil sie Geld und Nahruna erhalten und der Dienst' sie nicht drückt. Der Geist wird solang« ein gier sein, als das eigene Leben nicht allzusehr in Frage kommt.'Schon im Krieg« täuschten sich höhere wie nieder« Ofsizieoe über den Geist in ibren Truppen, wie viel mehr muß daö in einem zusammengewürfelten Söldner- Heere der Fall sein! Man verwechsele nicht die Unterdrückung lokaler Unruhen in einer einzelnen Stadt mit einem großzügig angelegten Plane zur Bekämpfung einer iozialistiscken Abart in einem ganzen Lande ober gar in ganz Deutschland! Man ver- wechsele nickt das Schießen gegen eine aufrührerische Gesellschaft mit dem Schießen in eine sich ruhig heranwälzende Volksmassel Wer das einmal gesehen hat, weiß, welchen Eindruck eS auf den Gebildeten, wieviel mehr auf den Mann aus dem Volke macht. Alle diese Erwägungen sind nicht Theorie, sondern beruhen auf persönlichen Erfahrungen, Eindrücken und Rücksprachen, ES muß also bestritten werden, gast sich xj» Eingreisen mit Gewalt auf eine Truppe stützen kann, vi« einen Erfolg verbürgt. Wendung von Gewalt im Innern erst dann als letztes Mittel in Frage kommen kann, wenn kein anderes Mittel mehr vorhanden ist, um dem Kommunismus mit Aussicht auf Erfolg entgcgcnzmreten. Es bliebe also nur noch die Prüfung der Unterdrückung des drohenden Kommunismus durch friedliche Mittel. Hierzu mutz man sich wieder die Gründe vergegenwärtigen, die, wie frühe: gesagt, zu dem Mißtrauen des Proletariats gegen die jetzige Regie- rung und damit zu einem Abfallen, wenn nicht schließlich zu einem Versall, der Mehrheitssozialiften führen, nämlich, daß daS Proletariat durch Regierung wie Nationalversammlung seine Wünsche nicht genügend berücksichtigt glaubt. Daß die rechts wie links stehen- den Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei diesen Glauben nähren, kann ihnen als politische Partei nicht verdacht werden. Menschlich ist eS auch erklärlich, daß der Proletarier, der wenig oder nichts zu verlieren hat, sich lieber sofort in die Arme der radikalsten Unabhängigen, d. h. in die des allverheißenden Korn- munismus wirft. Hier liegt das Uebel, aber auch der Weg. es zu beheben! Zwei Wege gibt es hierzu nämlich: entweder die derzeitigen Mitglieder der bürgerlichen Par« teien scheiden aus der Regierung aus und werden durch Mehr- heitssozialisten ersetzt, oder die gesamte Regierung demissioniert und der Reichs- Präsident setzt an ihre Stelle eine rein sozialistische Regierung, zu- sammengesetzt auS MehrhcitS- und Unabhängigensozialisten. Die letzte Lösung dürfte die beste sein. Durch sie ivüroe nicht nur der größte Teil des Proletariats zur Ruhe gebracht, sondern auch die rechtsstehenden Unabhängigen zu einer reinlichen Sieckung von den kommunistischen Elementen ihrer Partei gezoungen werden. Die Nationalversammlung könnte ruhig bleiben, sofern die bürgerlichen Parteien soviel Vernunft aufbringen, um sich zu sagen, daß nur so auch sie gerettet werden können. Welcher von den beiden Wegen zu wählen ist, müßte von vor- herigen Verhandlungen und Vereinbarungen zwischen den Mehr- heitssozialisten und den rechtsstehenden Unabhängigen zunächst ab- kxxngig gemacht werden. Ergeben die Verhandlungen, daß ein ge- mcinsamer Weg gangbar ist, so wäre, wie gesagt, eine aus beiden sozialdemokratischen Parteien zusammengesetzte Regierung immer voczuziehen, da dadurch daS gesamte Proletariat mir A isnabme der Kommunisten beruhigt werden könnte. Hätte m» diesen Weg schon früher beschritten, wäre die Frage des Rät ppst-ms n>c zu der Bedeutung gelangt, die sie heute erhalten hat: das Prelcariat sah seinen Schutz gegen die jetzige Regierung wie die Nauonalver- ckminlung nur noch in dein Rätesystem. Diese wac den Komma- risten Wasser auf die Mühle, denn nicht mit Unrecht mutzten iie sich :a>.en, daß die jetzige Regierung wie die Nationaloecia.,«mluna n'ckt t> für zu haben seien. Zu spät haben beide ctiinni daß c;:: Sperren gegen den Volkswillen zum Unheil führen müsse, man gab zu spät und nur halb. Das, lvas gegeben wurde, erk mnr das Proletariat nicht als Gabe an, auch erkennt es wohl, daß es nur eine halbe Maßregel ist. Will man das deutsche Volk noch vor dem tussischen Rätesystem„Alle Macht den Räten" bewahren, so gebe man ein klares, vernünftiges Rätesystem, das als zweit« Rammer neben der Nationalversammlung tagt und in allen Fragen daS Interesse des Proletariats vertritt. Die Furcht, daß aus diesem Zweikammersystem sich«ine Ohnmacht der Nationalversammlung ergebe, läßt sich dadurch beheben, daß im Falle von unüberbrück- baren Meinungsverschiedenheiten zwischen Nationalversammlung und Rätckammer daS Referendum des gesamten Volkes entscheide:. Hierdurch würde nicht nur ein Gleichgewicht hergestellt, sondern so- gar vielleicht ein Uebevgewicht der bürgerlichen Parteien erzielt. Man wende nicht ein, das Referendum gehe in Teutschland nicht auszuführen. Vielleicht weil das Volt noch nicht politisch geschult ist? Nun, es ist schon so vieles NeueS da und es geht. Tie politische Schulung wird auch kommen, wenn das Volk erst vor einer Eni- scheidung steht, die es zu seinem Nutzen oder Schaden selbst treffen soll. Verlassen wir doch endlich einmal das Kleben an dem Alten, das uns schon so teuer zu stehen gekommen ist. Gewiß ist es nicht ausgeschlossen, daß die erste Rätekammer mehr zu den Unabhängi- gen neigen wird, aber auch da werden bald ruhige gemäßigte Ele- mente Einzug haften, wenn erst einmal Brot und Arbeit vorhanden sind. Ein Herumkommen um die Rätekammer muß bei dem vor- geschrittenen Stand der Dinge verneint>r-crden. Deshalb gewähre man sie, ehe die Einführung des russischen Rätesystems das Chaos herbeiführt! In dieser Frage ist also eine Einigung der beiden sozialdemo- kratischen Parteien möglich. Ob sich in den übrigen Fragen eine Einigung zu gemeinsamer Arbeit erzielen läßt, müssen die Ber- Handlungen ergeben, doch ist eS anzunehmen, nachdem durch ein Nachgeben im Rätesystem eine Hauptforderung der Unabhängigen erfüllt war. Ist eine Einigung aber unmöglich und wird dies dem Prolc- lariat bewiesen, so ist eine rein mehrheitssozialistische Regierung gerechtfartiat und wird auch von dem Proletariat anerkannt wer- den, wenn sie gleich die Frage deS Rätesystems in oben angedeuetem Sinne verfassungsmäßig löst. Welche Lösung man auch wählen mag. selbstverständlich ist, daß die derzeitige Nationalversammlung bestehen muß. solange der Frieden nicht abgeschlossen ist. Der Nationalstolz der bürgerlichen Parteien muß denselben sagen, daß sie das gewiß nicht dornenlose Regierungsdasein einer wie immer zusammengesetzten sozialistischen Regierung mit allen Mitteln unterstützen muß, um Deutschland im Innern die Ruhe zu geben, und um den bisherigen Gegnern nicht ein weiteres Hinziehen der Friedensverhandlungen mit der Begründung zu ermöglichen, daß man nur mit einer von den Ver- tvetern des Volke? anerkannten Regierung zu verhandeln bereit sei. Ist der Frist« geschlossen und die Gefahr des.Kommunismus wirklich gebannt, so mag die jetzige Nationalversammlung aufgelost werden, ebenso eine jetzt zusammentretende Rätekammer und das deutsche Volk seine Reichsvertretung aus Grund der neuen Ver- faffung wählen I Aus dem Borstehenden ergibt sich zum mindesten, daß die An Kurz zusammengefaßt ergibt sich aus dem Vorstehenden, daß der Kommunismus nur bekämpft werden kann, wenn gleichzeitig: von außen her Lebensmittel und Jlohstoffe eingeführt werden, von Innen her eine rein sozialistische Regierung eingesetzt wird, welche sofort das Rätesystem als neben der Nationalversammlung tagende Kammer in die Verfassung mit aufnimmt. Anders wird der Frieden im Innern Deutschlands nicht werden, und wenn er es äußerlich werden sollte, nie von langer Dauer sein! awd Everth& Mittelmann q<*r- IS?«. Bankgeschäft 18"- Bertin C. 19, Petriplatz 4 gejenüber der Petrlklrche n! Fernsprecher: Zentrum 2373, 7103 und 11541. 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Tie Arbeiter werden diese Politik bekämpfen. Die Proletarier der ganzen Welt werden an diesem Tage ihre Stimme zu dem lauten Ruf vereinen:„Wir wollen keinen Krieg m»h r, wir wollen keinen kapitalisti» schcn Imperialismus mehr, der zum Kriege führt." Regierungen, die aus dem Kriege nichts gelernt haben, wünschen eine heilige Allianz herbei, die durch die Ge- Walt und die Diplomatie ihren Willen auferlegt. Wir aber arbeiten an der Errichtung einer Gesellschaft der Station, ge- gründet auf die brüderliche Zusammenarbeit der Völker. Unsere Forderung an diesem 1. Mai ist eine Gesellschaft der Nationen, gestützt auf die Demokratien und durch sie kon- trolliert, nicht eine Liga der Regierungen, nicht eine Liga der Diplomaten, sondern eine Grsellschast der Völker. Die Völker wünschen keine Armeen. Sie wollen keinen Krieg. Sie wollen ihren Negierenden das Recht nehmen, Krieg zu fiihren. Sie wollen in Frieden und Sicherheit der Anarchie der kapitalistischen Produktion entgehen, wollen die Weltroh- stoffverteilung außerhalb jeglichen Monopols der Gewalt or- ganisieren und so den Wohlstand aller vorbereiten. Wir begrüßen die Befreiung der Nationali- täten, die gegen ihren Willen unter der Bedrückung militari- stischer Staaten standen. Wir leugnen das Recht, den Ratio- nalftäten durch Eroberung ein neues Joch aufzubürden. Wir proklaniieren das unveräußerliche Recht öer VWpr, über sich selbst zu bcstünmen. Wir verlangen, daß die Mmoerheiteii im Schöße jedes Staates, in dem sie ihr Dasein führen, durch die Gesellschaft der Nationen ihre Freiheit und ihre eigene Kultur garantiert erhalten. Mit Bitterkeit hat die Arbeiterklasse fest- stellen müssen, daß die Regierungen es nicht verstanden haben, schnell einen dauerhaften Frieden durch eine Methode der Mäßigung und der Demokratie, die den Zusammenschluß aller Völker wieder angeknüpft hätte, herbei- zuführen. Tie Befragung der Völker und nicht die Säbclsvitze soll die territorialen Fragen regeln. So oft dieses Prinzip angc- wendet wurde, haben die Schwierigkeiten noch immer geebnet werden können. Wenn man sich ihm aber entzog, dann haben Konflikte und Widerstände neue Zuckungen hervorgerufen. Wir widersetzen uns jeder Annexion, die die Freiheit der Völker verletzen würde, wir, die wir die Freiheit des Denkens, des Wortes und der Presse verkünden, die wir das Recht des Kapitalismus auf Ausbeutung der In- dividuen zurückweisen. Wir lehnen aus demselben Gründe auch das Recht der imperialistischen Staaten auf Ausbeutung der Nationalitäten ab. In diesem Jahre feiern wir unseren L Mai inmitten von Ruinen. Und doch können wir uns freuen: die De- mokratie steigt empor und breitet sich aus. Ohne Zweifel ist sie durch reaktionäre Tyrannei bedroht. Aber wir sind des Glaubens, daß Demokratie und Sozialismus uutrcnnbar sind, daß die politische Macht des Proletariats und seine ökonomische Befreiung nicht voneinander geschieden werden können. Die Arbeiterklasse hat zu dieser Stunde eine besondere Pflicht zu erfüllen. Die Kapital! st en suchen den Krieg auszubeuten. Sie haben trotz der Kriegssteuern Milliarden Profite in die Tasche gesteckt. Sie wollen auch gerne noch erreichen, daß die Arbeiter die Kriegsschul- den bezahlen. Unter dem Deckmantel des Patriotismus und der nationalen Entschädigungen wollen sie neue G e- biete annektieren, Koloimen zu Wirtschaft- s ch a s� l i ch e r Ausbeutung und persönlichem Profit rauben. Die großen Jndustriebarone haben in allen Ländern vor dem Kriege durch die Bewaffnung der Völker gemeinsame Profite gemacht. Sie verfolgen auch heute die gleiche Politik, die aus dem Kriege, der Armut und der Zerstörung neue kapitalistische Profite zu ziehen sucht. Dein Kriege muß eine große„Aushebung" des Reichtuncs folgen, damit der nationale Reichtum, der sich jetzt in den Händen der Pnvatkopitalisten befindet, den natio- iralen Bedürfnissen nutzbar gemacht werden kann imd nicht länger mehr nur dem Nutzen einer kleinen Zahl dient. Der Lohnarbeiter kann nicht wieder in seine alte wirtschaftliche Lage zurück- versetzt werden. Bei dem Neubau der Welt wird die Arbeit einen anderen Platz beanspruchen als früher. Immer noch zielt der Kapitalismus darauf ab, die Arbeit ihres Ranges zu entkleiden, aber jetzt ist die Arbeit in beste- rer Verteidigungsstellung. DaZ in Bern ausgearbeitete Arbeitergrundgcsctz ist das Min destmaß besten, was die Arbeiter fordern, und in de? ganzen Welt wird min die Arbeit gleichen Schritts vonvärtsgehen. Der Aufruf entwickelt dann die sozialen Forderungen der Wvbeiterklasse, Achtstundentag, Recht auf Bildung, Arbeiter- schütz, Schutz der Frauen und Kinder, Koaliiionsrecht, internatio- nale Arbeiterschutzgefetzgebung usw. und schließt: Die Sache der Arbeiter ist überall in der Welt die gleiche. Genossen! Wir stehen vor einer neuen Welt. Die alte Welt ist durch die desorganisierenden Kräfte des Im perialismus, des Militarismus und des Kapitalismus aus den Fugen gegangen. Wie der Sozialismus es Vorvusge sagt bat, so ist die/,4 Uhr: Schneewittchen. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. Nachm. 4 Uhr kleine Preise: Rotkäppchen. Täglich 7>/, Uhr: Das lere Leben. Von Hermann Sudermann. Spielleitung; Alfred Rotter. Eugen Burg, Kaiser-Titz, Hansl Arnstadt, Olga Limburg Rosa Valetti, Emma Debner, Paul Bilctt, Jul. Falkenstein. Freilag 4 U.: Schneewittchen. CasSno-Theater. Lothrina. Stt.37. SiäflL'/.SUbr: Seit Februar auf d. Spielplan Vsler Wolle. Berliner Boifsstück in 3 Akten. Bacher erstk!. SpegiaUtSte». Sonntag g>/z: Manft s«i süh. Rose-Theater. Abends 7>/, Uhr: Stärker als der Tod. Walhplla-Theater. V, Uhr: SelMerMAWiz. Lnlsen-Theater. Sv! Karotora- jifcw VvrK. Ab L Mai: ZUFLNd, _ Bon Max Salbe_ ;ÄP0LLß: l Friedrichstraße 218, Dir.: James Klein !?'/. April f/i j |?apiet6-Pröirai!!iD| 3 Dardlnla Universalakt Egos 1 ulkige Dackelspiele j -4 Karlcys Schleuderbr.- Ahrob. K a r a Weltmeister der Jonglierkunst Ocorsr der fallende Mensch| Ein Seitensprang m. Lucle Blattner, j Paechke einarm. Klaviervirt| Bartt-n Tanzschöpfungen. S Slanlneoe Equilibristen. Sonnt S'/j U. ieder i Erwachs. 1 Kind frei! I Ingrlel | Paul Steinita Nlemeier.Qnart.| Scnta Sfineland n Ihrem Sketsch „Alles daP» und d. vorzügliche AprU-Prsgraoim, Gyigyi-Konzerle, lesslnsc-Theater Direktion: Victor Barnowsky Tl- Uhr: Der Blaufuchs. Freitag: Peer Gynl. Sonnabend: Dies irae. Deutsches Künstler- Theater. 7 Uhr; Der Schöpfer. Freitag Der Schöpfer. Sonnabend; Zum 1. Male: Das Schloß am Wannsee. Central-Thenter Kommandantenstratie 57. uhr': Die Schönste m lllfin. Deutsches Opernhaus 7 uhr: EerhststsFiü. Friedr.-Wleinist. Thealer Das Dorf ohne Glocke. Hleiaes Theater. pi, uhr: Rlimnielhlältchen. Komische Oper Hilf: Schearzvalliniädel. Stg. Zl/�. ScliwarzwaldinädcL Izasttüpielliaas Die spanische Fliege. Metropoi-Theater. 7 uhr io: Die Fasehlngslee, Sonnt. 3 Uhr: Wiener Blut. Neues Operettenhaus Schiffbauerd, 4a. Norden 281. K. Die kenseiie Snssnae. . Palast-Theater 3 Öhr: Wolienslelna Tod. 7 uhr: Christus. SchUler-Theat. Charl. pi, uhr: König Krause. Thalia-Theater 7V«U.: Th. am Nollen Aorfplatc 3'/i Uhr: Faust 1. Teil. 7 uhr: Drei alte Schachteln. Theater hes Westens TVjUhr: �118018 ShCkr?. Slg. 3>/,: Die Dollarprinzessin. BV allner-Theater pi, uhr: Geisha. Stg. 3>/,: Grat v. Luxemburg.. Üalional-Thcater. TVz Sie Kinopuppe. Biisch Heute Donnerstag, den 24. April, abends PI, Uhr: Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten des Vereins der Pciizei-Oherwaclit- meister GroS-Berlins. aeiei!Shalj.-Theater Abends 7V2 Uhr und Sonnt. 3 Uhr: Liettinsr LSNAV? Nm. ermd». Pr. Ksräe-ZtsziA SopdienstraLe 34. Zäle mit Nebenräumen 700 bis>000 Personen, t estüch- keiten, Vereinsvergnügen, Versammlungen usw. Martin Mftrltz, Siadtkoch. Weinstuben Konditorei u. Cafe 35 Taabenstr. 35 Vorz. Weine Oate Kflche Nachmittag- h. Äbend-EoHzert Ab 4 Uhr• ff. Kaffee Eigene Konditorei Kapelle Willi Frey Klaylemrtnose Kertesz Wien. Schrammeln y Diefrich. j Zigarrengeschäft Ladeneinrichtung e'egant sofort oeriüuflid). Aichler OK gtante, Röpenicker Strohe 71. 2454b Phfltaarntonle. Donnerstag, 24. April, 7Vs Uhr: Sechstes Konzert» HUBERMAN! Am Klavier: Paul Frenkel. Ausverkauft. Philharmonie. Freitag, 25. April, P/, Uhr: Beethover: Son. A-Dur(Kreutzer); I. S. Bach: Adagio u. Fuge; Tschaikowsky, Schubert- Wilhelmy, WieniawskL u Wiederholßng: Karten fpopuläre Preise): � 21 J,so � b- Bote 4 Bock, Wertheim, Abendk. kandinaoia »IrcksenstraOe 26-27 Alexander platz (gesenüber Bahnhof) Oskar RKeck �tünnan-Horwltz, Duett Hella Bella Itudl Erdinann Geschwister Trllby Orchester: August Schoppich aus Wien. Nach den) Roman von Hanns Heinz EWERS Nicht zn verwechseln mit d. bereits anderwärts gezeigten Film gleichen Namens! Sur bei ans „Alraune" V.Hanns Heinz Ewers Adtnirais-faisst. Täglich V«8 Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette. Im Gespeuster-sciiioD Wiener Walzer außerdem Tanz-Revue- Winter- Gaitsn Täglich Vit Uhr: Varii-Spielplan Raacdten erstattet! Weinstuben- Winzerlauben Orchester: Heinz Schmidt Moderne TanzsVorführungen: Geschwister Trilby In der Billard- Akademie: BIIXARDsWETTSPIELE unter anderen: Jean Bruno Bar=Betrieb. Direktion: Wilhelm Katzmayr ckD dh dB ckA M dh Mi M cklb>M fxA ♦täßWsa® tesÄ-i Jeder Dienstag, Mittwoch, Donners- tag und Sonntag: Gr. Salt Sonntags Anfanp 3 Uhr, wochentags Anfang 6 Uhr. V MWW"M W W'M'wM"»' W WM VW» Kaiiee u. Konditorei Prager Platz 1 Inh.: J. Erber. • Wiener Küche— Am Prager Platz 4 a. -Eigene Konditorei■ p-Tee nachmltt. u. abds. 4n-u.ausi.Tagesbi. I. groß. Ausw. "c�l Seilers Festsäie, Koppenstr.23. Direktion; J. Werner. Heute RasKaviar-Iättsehen Film- Operette In»eeh» Akten. Hauptrollen: üora Krach, Joseflne Dora, Jeaa Paul, Alfred Hutner vom Metropoi-Theater I uMHÄfvcoh" 10n3niliaItenSäng8nin.S£]i5eiiiiiien! sowie das glänzende Beiprogramm. Anfang S Uhr. Vorverkauf: täglich. !'WWW fL au l'cilz.»ochemi. I M. nomben ichO. üoldin- /PhnP T krönen ISM.Zotinzlehenm.Einspr. höchst kdllllw v.Uan schmerzlind. Umarb.schlechts.Oebisse.Rep. Zahnarzt Wo 11 sot. Potsdamer Str.SS. Hochb. Spreche. 0-7.»' Plättmasehinen »um Bügeln fetner Wäsche bieten gute Srundiaae»nr seldstanbigen Tristen» mit wenig Kapital. Drucksachen und Offerten kpffenlae. 77L Jsrm WtjMeee!niM!«eLsglicif Ruwsch& Hammer. 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Gebirgs-Eanatonum für Lu.igenfranke 5 Monate ohne Erfolg behandelt worden bin, habe ich in Ihrer Heil- anstalt wieder Heilung gefunden und wurde vom Kreis- arzi, der mich vorher für dienstunfähig erklärt hatte, nach genauer Untersuchung wieder für dienstfähig befunden. Seit dem IG. Oktober 1918 erteile ich 4 Sinnden ununterbrochen Unterricht. Dies schreibe ich Ihnen ohne iegitche, ~'~" meiner Frau, die bei i — 1 Beeinflussung Ihrerseits. Auch Ihnen behandelt wurde, geht et ■.._____ mm____(litt an tubcchiL Halsdrüsenvereiterung)."— Herr Werkmeister j p. Völler, Berlin, Utrechtrr Str. 25, st es ausgezeichnet «reibt:„Nachdem ich mehrere Wochen in einer ärztlichen Klinik ohne Erfolg behandelt worden war und mir schließlich der rechte Arm abgenommen werden sollte, habe ich mich in lekter Rot i | an Ihre Anstalt gewandt und bin mit 45 Behanolungen> von meiner Bhitnerglftnng und Bereiternng des rechten Arme» nnb der Hand geheilt worden."— | 4. Frau Magistratsassistent yerrmann aus Kottbus, 1 Lausiger Etr. 14, schreibt:„Ich bin von meinen Magen- geschwüren mit 30 Behandlungen völlig in Ihrer An-) statt geheilt worden, nachdem ich 12 Jahre lang anderweitig ohne Erfolg behandelt worden war. Ich fühle mich ; so wohl und gesund, wie ich mich noch nie gefühlt habe."— 5. Herr Aenerweeksleiitnant Ktcfchlanta, Retttölln, Weser- Etraße 31 liegt Königsberg L Pr.) schreibt:„Meine Mutter, meine Schweiler, meine Frau und ich sind in | Ihrer Anstalt geheilt und gebessert worden; die Mutter von chronisdiem Magenleiden, die Schwester von Kopf- schmerzen nnb Schmerhörigkeit, metne� Frau von Yerz- nnb Magenleiden und ich von a nervöser Abspannung.-— 6~ Berlin, Schönhauser Allee 87, mehrere» Iahren bei Ihnen ----------*«6 W> WWW �. allgemeiner nernöser Abspannung-— 8. Frau Restaur. Hering, ~"......"— schreibt:.Ich bin vor vasedomscher Krnnkhe von Herzleiden nnd gehellt worden. Au» Donk- darteit hebe ich Ihnen viete Pallenien mit gleichem Leiden empfohlen. Sollte sich irgend ein Leiden bei mir bemerk- dar machen, so werde ich mich sotort wieder an Sie wenden."— 7. Herr IB. Heese, Tempelhof, Kaiserin- ! Augnsta-Straste 67: Von b Monate alter, stark eiternder, | breiter Opccallona-Bouch- nnd Sacmssffel gehellt lvorher zweimal operiett).— 8. Herr TB. Herrmann, I Rahnsdorf, Dorfstr. 9: Ton tuberkulöser Brust- nnd | Bippenfellnerellernng geheilL— 9. Herr SC Schön, Charlottenburg, Span bau er Berg 21: Von Bronchial- itslhma geheilt(anhalt. Heilung 9 Monate später bestätigt).— 10. Frau M. Bsrnemaan, Berliu-Treptow. Graettstr. 6: Von liieren- n. Blasenleiden gehetIL— 11. Frau Sennesch. Berlin, Echreinersttatze 11: Von Antcrleibslelden und Fingervereilernng gehellt !(Finger sollte abgenommen werden).— 12. Herr p. tBarekom, Schönrberg, Edersstr. 56: Von allgemeiner aieucafihcnie, Herz. n. Mngennenrafe und Annemle geheitt(vorher dreimal Reroenchsk).— 13. Fran C. Freund, Eharfottenburg. Peftalvzzisfr. 53: Von veneneakzUndnng ha Jtnletfchenfcl geheilt— IL Frau SC Jlcubauec, Charlottenburg, Kaiserw- Augusta-Alleelll,!. Ausg. I Tr.: Bon Zlernenschrnerzen in'der Hüfte und Unfähigkeit zum töehKt geheilL— 15. Frau E. Hadorf, Berlin, Kolderger Straße 28/29: Bon Aernen- n. Knochenhank-Snfzüudnng(voll- ständig getähmk) geheilL— 16. Frau HC Knarr, Lichtenberg. Scharnwederstr. 62: Zu verschiedenen Maien 1 von uktiten und chronischen Leiden gehellt, u. a. von Friedrich-Straße 102: Bon allgemeiner Zlenrasthenle, llebsranschwsllnng und Gallensteinen gehellt(nach I tnrzer Behandlung Abgang von 18 Gallensteinen).— | 18. Mamille Kirchner."Steglitz, Albrcchisiraße 107: Vier Personen von verschiedenen Leiden geheilt(gern»u Auskunft darüber bereit).— 19. Frau SC wunderlich, Berlin. Schw edier Ettaßr 250: Bon INagen- nnd "'' eilt.— 30. Frau<£ aeg'.e», Darmgeschmvr en geheil Berlin. Reanderfiraße 5: Von . Son Urrn-nschmerzen Im ganzen Körper gehellt— Grlrenntr Behandlungs- | räume für Damen u. Herren!— Sprech- o. Behandluags-- zeit: 9—1, 4—7'ly— Sonn- uad Feiertag: 9— 1, Aerztlich« Anstaltsleitung: H ellanstaltsbesstzer Professor P. Mistelsky graduiert und approbiert im Ausland Verlin SO. 16, Brückenstr. 10J! nm Bahnhof Jfannovrltxbrtleke. Werkzeugmaschinen. Lelt- und ZitgspInde'-DreUbänlte in allen Abmessungen. Frfismnscfiinen(Horizontal- und Universal!,»chncll. bohrmaschlncn von 15—70 mm bohrend, Tlschbohr. moscblnen in jeder Ciröße. HevolverdreSibäuke von 10—60 mm Durchlaß. Schlelfmoschlneii in alte*. Ausführungen, Werkzeug-, UniversaKerkzcug-. Un versal Rune, Schleifmaschinen, Vcrtlkal-StoBwerkc. Excenter- uftd Priktlons-Preasen in verschiedenen Qrossen sotort ab Lager, neu und gebraucht, billigst lieferbar. Telef�MmitzpL Z?elix Kohls Tele,1:2073itZp'' BKKIit X SO. 18, Branäenbarger Uler 2-3. 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Recht geschieht Euch, wenn Ihr aus Euren Stellungen verdrängt werdet. Für Euch Schmarotzer ist im neuen Deutschland kein Platz! Wir brauchen ernste Menschen, die arbeiten! Nur die Arbeit kann uns erretten, uns vor dem Verhungern bewahren. Deutschlands Landwirtschaft ist zu klein, um unser großes Volk zu ernähren. Jetzt, nachdem sie in vier Kriegsjahren ausgesogen wurde, kann sie es weniger als je. Die Industrie muß helfen, sie, der Deutschland in überwiegendem Maße seine frühere Weltmachtstellung verdankte. Was Will der Bolschewismus? Die Landwirtschaft gänzlich entkräften, die Industrie vernichten, die Massen durch Not zur Raserei treiben, de» völligen Zusammenbruch herbeiführen, um dann durch Raub und Plünderung sich mühelos die Taschen zu füllen. Deshalb schleudert der Bolschewismus dorthin, wo gegenwärtig der Llrsprung aller Kraft liegt, in die Kohlenbergwerke, rmmer von neuem die lodernde Fackel des Aufruhrs! Die Streiks in den Kohlenbergwerken sind das größte Verbrechen, das je an einem Vtzlke begangen wurde. Wären Kohlen vorhanden, so hätte die Land» Wirtschaft Stickstoffdünger für den erschöpften Boden, der niedergebrochene Verkehr würde sich erholen, Millionen fleißige Äände brauchten nicht zu feiern; Kohlen und Industrieprodukte wären Tauschobjekte, um vom Auslande Lebensmittel zu beziehen. Deutsche, wollt Ihr Euch diesen Frevel am deutschen Wirtschaftsleben länger gefallen lassen? Arbeiter, haben die Schlagworte Eurer Verführer Eure Arteilssähigkeit völlig ertötet? Ihr habt eine Regierung getpählt. Diese Regierung ist bestrebt, Ordnung zu wahren, Weib und Kind zu schützen. Welche Ungeheuerlichkeit ist es, daß Eure Arbeiterräte es wagen, sich gegen die von Euch selbst gewählte Regierung zu wenden und die Truppen, die nur bestimmt sind, Verbrechen zu verhindern und die Äeimat gegen den im Osten andringenden Feind zu schützen, zu beschimpfen I Wer sich so. verhält, nimmt Partei für die Verbrecher, stellt sich selbst auf eine Stufe mit ihnen. Gewiß, es sind Ueb ergriffe bei den Regierungsttuppen vorgekommen, aber waren diese nicht durch die unmenschliche Grausamkeit der Spartakisten aufs schwerste gereizt?� Fühlt Ihr nicht, daß Ihr mißbraucht werdet? Versucht es einmal, ehrlich gegen Euch selbst zu sein. Nimmermehr werdet Ihr, die Ihr gewohnt seid. Eure Pflicht zu tun, die Arbeiterwehr bilden. Aus arbeitsscheuem Gesindel wird sie sich zusammensetzen, das, gleich der Volksmarinedivision und dem roten Soldatenbund, nichts anderes ersehnt, als unter dem Deckmantel militärischer'Zugehörigkeit auf Plünderung auszugehen. Schon ebnen sich die Bolschewisten die Wege für zukünftige verbrecherische Taten; sie fordern den Amnestieerlaß, um die der Freiheit wiedergegebenen Schwerverbrecher, Zuchthäusler und Deserteure erneut auf die Menschheit loszulassen. Deutsch«, wacht auf! Denkt an die grausigen Massenmorde in Rußland, setzt der Gewalt des bolschewistischen Terrors die Gewalt EureS guten Rechts entgegen, des Rechts, mit dem Ihr als freieste Bürger Eure Regierung gewählt habt. Nicht um reaktionäre Ziele handelt es sich, sondern um äußersten Widerstand gegen die Verwaltigungsversuche einer herrschsüchtigen Minderheit. Weshalb Arbeiterwehren schaffen? Eine Oeutschwehr! wolle« wir haben, in der jeder Stand, jeder ehrliche Deutsche gleiches Recht hat, in der eS Parteien nicht gibt, sondern nur den einen festen Willen, Ordnung und Gerechtigkeit walten zu lassen. Hinein in die Freiwilligen-Berbände, Ihr Deutschen, denen das Vaterland noch etwas gilt. Schützt nicht Zeitmangel vor, Ihr könnt als Zeitfreiwillige kommen und werdet nur bei dringender Gefähr gerufen., Ihr aber, die Ihr für Euer Leben fürchtet, oder die Ihr. alt und gebrechlich seid, Ihr habt die Pflicht, zu gebe« und nochmals zu gebe»»ud koste eS einen Teil Eures Vermögens. Denkt, daß ein Menschenleben sich nicht mit Geld auswiegen läßt und daß Ihr alle mit Vernichtung bedroht seid, wenn wir dem Feind nicht stark entgegentreten. Gewaltige Mittel sind erforderlich! In die vielen Millionen gehen die Summen, die Rußland»gch Deutschland sendet, um durch Bestechung den Bolschewismus zu fördern. Auch wir können Millionen aufbringen, werden es aber tun zum Schutze Deutschlands und dentfther Art. Kommt also nicht mit spärlichen Spenden, wie Ihr sie bei Sammellisten zu geben gewohnt seid. Manchen hat der Krieg reiche Erträge gebracht, wenn Ihr nicht viel davon gebt, wird Euch alles genommen! Die Raubsucht des Bolschewismus schleicht um Euer Haus, Hunger und Tod klopfen an Eure Tür, schließt Euch zusammen und gebt! MW WWGW w m W- 1 WmUM(„ilillOo Vollbehr. ftttiC hiesigen Großbanken und ihre sämtlichen Deposttenkaffen und Zweigniederlassungen sind bereit, Beiträge unter dem Stichwort /.Osthilfe" entgegenzunehmen: Postscheckkonto Rr. 1133 Bank für Handel und Industrie für Konto„Osthilfe" beim Postscheckamt in Berlin NW 7. Die Banken sind wieder geöffnet. Haussammlungen sind strengstens verboten! Die Verfügung und Kontrolle über diese Spende liegt in den Händen einer Kommission, der u. a. angehören: der Chef des stellvertretenden Generalstabes der Armee, der Befehlshaber der Freiwilligentruppen, ein Mitglied der Preußischen Regierung, ein Mitglied des Krlegsministeriums als Verwaltungsbehörde sämtlicher Truppen. VtlW. SikAl Wik MS«. mi SM MW MM Wl. Sil N jkSM M MlMM! Hauptgeschäftsstelle der„Osthilfe": Charlottenbnrg S, Nene Kantstr. 18. K $ mstm i l i 1 Ä i K- I 1 1 M. an Hand dieser Beispiele, ob wir Ihnen nicht das Richtige zu bieten vermögen. Nicht nur in Bezug auf Formen, sondern auch in Be- zug auf Stoffe, Ausstattung und vor allem in Bezug auf Vreise. Diese 4 Beispiele sind natürlich nur eine verschwindend kleine Probe aus unserem � ganz gewaltigen Btusenlager. ffnd jedes einzelne Stück ist gleich vorteilhaft. Entzückende Paillette-Dtufe hervorragende Qualität, de- sonders jugendlilheAuSstat. tung in vielen zarten Farben 69. ZO Weiße Wasch-Bluse au» guter, reizend bestick- ter Ware mit Lohlsaum- Verzierung nur Aß.— Moderne Frühjahrsblus c au» sehr fesch gemustertem Waschstoff, guter Qualität. mit weißem Weflen-Sinsah und eleganten Knöpfen. Sehr sauber__ verarbeitet nur 59#—" % Hocheteg. Bluse au» einem zarten seideneir Chappe-Voile. Vorder- und Rückenteil ganz in Faltcheri gelegt. 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