Pt.«14. 36.a«lt»9. 8iertel}a4rl. 7�0 M. monaU.aHOSK. sreiinIHauS ootauä�aijibai, Sinzewr Simmnern 10 l'tenmj. ISojtBejug: i'ionaUinmo».i>rei«liNe. Der.SornxtrtS' ericheml wochenlllg llch zweimal. Lonniaq, einmm. Morgen-Ansgabe. teiegramm-Rdrelse ,E»ti»Idem»tr«i Berlt»�. Verliner VolksblÄtt. ( 10pk«nnio) AltjeigenpreiS: Di« achigeibalu ,>e SlonbareMezei!» lostel 1,20 M!..ttlein« 21», eigen". da« ieligedruive Bor> SO Pig. lzuläsiig i fettgebrutft'c fflotttj. iebe« weile:' 8011 35 Psg. Klelleiigssliche ur.d kchiafjicllengnzeigen d a5 edle iSoi; 40 Big., lebe« weilere Co« 20 Big. Sor» über lö Buchslaben zühlen iür zwe, Sorte. Teuerungüzuich.ag 50�/» Aamilien-Niizeige», volltiiche und zewereidmilltche Betein»•«in, eigen 1,30 B!l. die Zeile, anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr »achmitlag« im Haublgeichäsl. tierln EW.«. Uindenmag« S. abgegeben »erbe». Eebffnet von 9 llhr srüh bii » ilbr abend», Tentralorgan der rozialdemokratifcbcti parte» Deutrcblands. ReKaktion und Expedition: SW. öS, Eindenstr.Z. �ernivrecher: Amt Mortuplatz. Str. 15190—15197. Montag, den 28. April 1919. Vorwarte-Verlag G.m.b. h., SW. öS, Linde nstr. S. Krrnwrecher: Amt Moritzplatz. Nr. 117 53—51. veutschlands Verckht auf Kolonien defordert! Paris, 27. April. Nach dem diplomatische» Situationsbericht berieten Wilson. Cleme«. c e a u und LloydGrorgeam Sonnabend den Schluh des Berichts der Finanzkommission. Es handelt sich dabei um Kurs- und andere Finanzfrailcn. nicht nm den Schadenersatz. Japans Rechte auf Kiautschou sollen im Friedensvertrag festgelegt werden. Dabei wird Japan die Verpflichtung auf- erlegt. Kiautschou an China zurückzugeben. In der Frage von Schantuug kam es zu einem K o m p r o- m i ß. Strittig ist nur noch die Frage des japanischen An- träges aus Gleichberechtigung der Rasse. Der amerikanische, britische, französische und japanische Minister des Acusierrn beschlossen grundsätzlich, daß Deutschland alle seine Kolonien aufgeben m u ß. In der Frage des Luftverkehrs wurde beschlossen, daß die alliierten Flieger bei Gewährung von Gegenseitigkeit das Recht haben sollen, deutsches Gebiet zu überfliegen. P a r i s. 27. April. lHavaS.) Tie alliierten und assoziierte» Regierungen haben beschlossen, provisorisch in die Friedens- Präliminarien nur die Bestimmung aufzunehmen, daß Deutsch- land auf seine früheren Kolonien verzichte. Tie Frage der Verteilung und der Bestimmung der Kolonialmandate wird weiteren Beratungen vorbehalten. unvermeidlichen Kolyen käme, so wände daS für Teutschland selbst und für die«mze Welt em Verhängnis sein. ES sei für die Deutschen bester, einen unbefriedigenden Frieden an» zunehmen, als durch Slblecmnng der Friedensbedingungen einen Zustand hcraufzubcschwören. dessen Wirkung sich nicht absehen lassen würde. In den Ententeländern, auch in England, herrsche noch immer gegen die Aufrichtigkeit der demokratischen Um-, kehr in Deurschland großes Mißtrauen, das den dortigen Arbeitern ihre Bemühungen erschwere. Sis zum letzten Centime! Tie Besetzung des linken Rheinufers. Bern, 27. April.„Matin" veröffentlicht in Ergänzung der Ausführungen F o ch ö im Ministerrat die Auffassung deS iuteralliierte« Oberkommandos über das Regime auf dem liukea Rheinufr r. Danach müsse Frankreich sich gegen dieWiederkehrvouneue» Angriffen schütze« und müsse sich bis zum letzte» Centime bezahlen lassen. Solange müsse d a S l i n k e Rheinufrr besetzt bleiben. Habe Deutschland voll bc- zahlt, so sollten die Miiarte» brschlicszen, ob daS Be- satiungshrrr vermindert, betbehalteu oder aufgehoben werden solle. Ter Militärdienst werde in Frankreich ans r i n I a h r festgesetzt und Ist Osts) Franzosen würben in den rheinischen Bezirken in de» wundervollen deutschen Kasernen liegen. �enöerson zur Zrieüensfrage. Gegen den Bolschewismus. Amsterdam, 27. April. In einer Unterrrdunz mit einem Lcrtreter von Nicuwe Rotterdamschr Ciurant erklärt« Header- s o n, man erwäge de» Plan, einen sozialistischen Studienans» schuh ausschlirhlich aus Vertretern neutraler Länder»ach Ruh. land zu entsenden. Solch ein Ausschuß würde wahrscheinlich Pässe erhalten. Henderson erklärte, die britische» Ar- briter srirn grgr» jede Rachrpolitik und forderte» nur, doh«ine Schadenvergütuns gemäß den vrstimmnage« ded WaffeasiillstandSvertrageS von den Gegnern getriftet werde. Er erinnerte nachdrücklich an die Tatsache, daß vor llnterzrichnnng der WaffenstillstandSbrdingungrn sowohl Llovd George alS anch Elrme». reau und Orlando an Präsident Wilson ei» Telegramm»»• sandt hätten, in de« sie ihn ermächtigten, den Frieden ans der Grnndlage der bekannte» 1« Punkte anzubietea; setzt sei es Aufgabe aller Parteien, danach»a streben, daß alle Er- Wartungen, dir sich an diese 14 Punkte knüpften, erfüllt würde«. Hrnderson sagte, der BelschewiSmnS sei in England nach nicht durchgedrungen. Die britisch« Arbeiterpartei mißbillige jede SchrrckenSherrschaft und jeden Mißbrauch der Macht, sie wende sich ebens, gegen die An»wüchse des volschewißmu«, wie früher Gegen diejenigen der Zarenherrschaft. Zum Schluß erklärt« Hender- 1°"' er sei sein-rzeit wegen politischer Meinungsverschiedenheiten in ?"./"Aschen Frage an« dem englischen Kabinett ausgeschieden, sei« ekeauen in Lloyd George sei jedoch unerschütteet. :j*erdam. 26. April. Ter Sekretär der britischen«iterder. Henderson. der als englischer Delegierter zu sozialistischen Konferenz nach Amsterdam ge- KTOimen Ist. aettvrFiri«»__ cnVi�.:_. v'- an-• WirrÄ-ntÄ m«, SÄT" � Notwendigkeit eines raschen Friedensschlüsse» sagte, die Bcrner Konferenz und di« englischen en I'ch mit allen Kräften dafür eingesetzt, die sofortige Aufnahme Deutschland« und Rußlands in den Völkerbund durchzusetzen oder doch wenigsten« hinwies. Arbeiter hätten schoben wirb. selbst die M erreichen, daß sie nicht lange hm««sge- Unterzeichnung de« Pamser Friedens würde von Aufhebung der«lockabe urft sich bringe», der st�ied« von den Deutsche« nicht unter» zeichne» wurde, uod« Deutschland der LtolschennSuui« w* Man könne u. a. nicht begreifen, warum in der deutschen Friedens- dclegatiou die MchrheitSsozialistcn zu schwach und die Unabhängigen gar nicht vertreten seien. Man sei geneigt, daS als ein Zeichen dafür aufzufassen, daß der Einfluß der SoPalisten tu Teulschlaud tatsächlich nicht so aus- schlaggebevd sei, wie behauptet werde. T«r beste Weg für Deutschland, am zu einer baldigen Konsolidierung dec Lage und zu einem vernünftigen politischen und wirtschaftlichen Wiederau!'- bau zu gelmigen, sei der. daß noch imkiirr starke tvftßtriruen in den Ententeländern dadurch zu beseitigen, daß es den Frieden annehme und im übrigen darauf vertraue, dirß die Demokraten der Weltmächte stark genug sein lverden, um seinen berechtigten Forderungen Geltung zu verschaffen und dafür zu sorgen, daß schließlich im Rahme» des Völkerbundes eine allseits. be- friedige nde Regelung zustande kommt. Mit der Nnter- Zeichnung de» Friedensvertrages würden die Deutschen den Arbeitern in den Ententeländern eine wirksame Wassr für eine energische Aktion zugunsten Teutschland» in die Hände gebe», und sie würde alS der beste Beweis dafür betrachtet werden, daß man in Deutsch- land wirNlch radikal mit der Vergangenheit gebrochen hat und ent- schloffen ist, sich ehrlich an der Neugestaltung der Welt zu beteiligen. Ein rascher Friede fei augenblicklich von so überragender Bedeu- tutig, daß daneben alle anderen Erwägungen in den Hintergrund treten müßten._ Eröffnung der /lmfferüamer Sozialiften- konferenz. Lmsteeda«, 26. April. Da« Internationale So- zialistische vertäu teilt mit» daß bezüglich der Oeffentlich- feit der Verhandlungen der Internationalen Sozialistischen Kon- fetem beschloffen wurde, die sozialistische Presse zu den Erörterungen» v z u l a s s e u. Als erster Redner erklärte der belgische sozialistische Abgrord- nedr vnseele im Namen der belgischen Arbeiterpartei, daß diese an der Konferenz teilnehme, und setzte auseinander, unter welchen Bedingungen sie bereit fei, an einem allgemeinen Kongreß, der innerhalb einiger Monate stattfinden soll, teilzunehmen. Dir Bedingungen stimmten mit den Beschlüsse» der B e r n r r Kon- sereuz übcrei«. Tie belgische Partei verlangte, daß das Jnter- nationale Sozialistische Bureau wiederum feinen Sitz in Brüssel nehme. Im Namen de» Komitees berichtete hierauf R a m s a» Macdooald über die in Paris grtanenen Schritte zur AuSfllh- rung der in Brrn gefaßten Beschlüsse. Im Anschluß daran kam e» zu ein« Debatte darüber, was außerdem noch für die Pro- pagierung der Berner Beschlüsse getan werde« könne. Die Beratungen werden morgen fortgesetzt. Amsterdam, 27. April. Wie verlautet, kam man auf der gestern abgehaltenen nicht öffentlichen Sitzung der Internationalen Sozia listenkonferenz überein. die Frage der Verantwortlichkeit für den Krieg in einigen Monaten auf dem Londoner Kon greß zur Sprache zu bringen, da die Belgier ihre Teilnahme a« der Konferenz an diesck Bedingung geknüpft hatten. M a c d o- n a l d erstattete über den von der Friedenskonferenz ausgearbeiteten Bölkerbundentwurf Beeicht und teilte mit. daß' Lord Robert Cecil der Börner Delegation erklärte, daß Deutsch- land mit Rußland in den Völkerbund aufge- n o m m e n wenden, sobald e» die Umstände gestatteten. Der argew tinische Delegierte T o m a s o unterbreitete eine Erklärung über den von der Friedenskonferenz gefaßten Beschlug, in Deutschland ein Berufsheer ins Leben zu rufen. Darin heißt eS, auf der Friedenskonferenz habe man gesagt, diese Lösung der Frage sei der Beginn der Abrüstung in Europa. Wenn dieses System von den anderen Ländern angenommen werden würde, so entstände daraus für den S o z i a l i s m u s und die Demokratie eine große Gefahr, denn das Berufsheer könne in Händen der Negierung und der Gegenrevolution ein gefährliches Instrument sein: die Sozialisten müßten dieses System bekämpfen. Die Erklärung schließt mit der Forderung der Bollsmiliz. Macdonald bat, daß dieser Vorschlag zurückgezogen werde: die eng- tischen Vertreter könnten sich nicht gegen das Berufsheer erklären. Renandel unterstützte den argentinischen Vorschlag indem er erklärte, die Engländer sprächen wohl von der Abrüstung zu Lande. aber nicht von der Abrüstung zur See. und an» diesem Grunde erkennten sie auch nicht die Gefahr eines Berufsheere». Renmrdel fuhr fort, man müsse ton der Friedenskonferenz in Pari» per. langen, daß sie die Sozialiste» von neuem in der Frage de! «ölkerbundr» anhöre; wenn diese sich weigerte, dies zu tun. die Suche nach dem Zrieden. Von Friedrich Stampfer. Tie deutsche Delegation fährt heute nach Versailles, um den Frieden zu suchen, den Frieden, nach dem alle Welt sich sehnt Heute sind wir noch— wir vergessen es zu leicht— i m K r i e g. der seit Abschluß des Waffenstillstands mit allen Mitteln weiter- gcfülirt worden ist, ausgenommen das eine der unmittelbaren Massentötung. Die Entente hält init bewassneter Macht weite Gabicw des Reiches besetzt und droht weitere zu besetzen, wenn wir uns ihren Fordenmgett' nicht fügen. Unsere Kriegsgefangenen leisten noch in Feindesland Fronarbeit: für sie ist noch immer Krieg, soweit seit stirer Gefgugeilnahme noch Krieg für sie gewesen ist. Die Blockade ist nicht aufgehoben,, sondern nur gemildert: ihre neue vollständige DUrchfiibrung drobi. wenn wir den Friedensvertrag nicht unterzeichnen. Ja, es ist noch immer Krieg, mir daß wir. im Bewußtsein unserer Unterlegen- best, dem Gegner keine Gelegenheit mchr geben, aus uns zu schießen. Auch geistig ist noch nicht abgerüstet. Der„Matin" schreibt vor Versailles genau so wie die„Deutsche Tageszeitung" vor Bresl-Litowsk. Kehrreim:„Wir sind die Sieger!" Als der Genera! HofimanN den Ruften diese Worte enigegenschlen- derte, ging ein Ström der Entrüstung durch alle Welt. Werden wir in VcrfaPeS andere Töne zu hören bekommend Und wenn nicht, wo ist die sittliche Macht, die verKindern wird, daß auch divser Frieden von dor Gewali diktiert wird, statt von der Vor- nunst nnd vom Recht? Ein, Frieden, der Gewalt, mag', er iznie�zeichuct werden oder nicht. Wird aber auf, keinen Fall der Frieden sein, den die West haben will. Auch er wird nichts anderes sein als ein Krieg, in dem gerade nur nicht odev noch, nicht geschossen wird. Der wirkliche Frieden liegt erst weit hinter diesein nNheilvollcif Zustand, wer weiß wo? Genosse Bernstein bat gest-rn hier den hankenWer! m Versuch gemacht, für die geistige Abrüstung zu uwken, ohne die jede militätische nur ein-bloßes Versteckjpiel bleib!. Er hat darauf hingewiesen, watz Frankreich in diesem Kriege gelitt>>: hat, wie begreiflich daher sein Wunsch ist, sich wiederbeige stell: zu sehen und eine Wiederholung des bleichen Unheils zu vermeiden. Es ist nicht anzunehmen, daß die deutsche Friedens delegation für solche Gedankengänge kein Verständnis besitze/! sollte: fehlte es ihr, so wäre sie sist ihre Aufgabe sicherlich nicht 'geeignet. Ja, Frankreich bat im Krieg noch mehr gelitten als wir, Das französische Volk ist an dem Krieg so, iinschuldig wie das deutsche, und seine gegenwärtigen Machthaber sind an ihm werft- ger schuldig als unsere einstigen Machthaber— obwohl auch.sie nicht unschuldig sind. Sollten wir sie für unschuldig erklären oder— um von Personen abzusehen— sollten wir den Anteil der Schuld verkennen, der dein franko-britischen Teil der kapsta- listischen Welt zufällt, so müßten wir alles vergessen haben, was wir vor dem Kriege von französischen und englischen Sozialist ,'. lernten. Der Krieg gegen Frankreich tväre eine psychologische lln- Möglichkeit gewesen, wenn die französische Bourgeois, epublik nicht damals die BundeLgenossin des Zarismus gewesen wäre. Wenn Frankreich heute, aus tausend Wunde» blutend, auch des Sieges nicht froh werden kann, den es mit Hilfe seiner westlichen Bundesgenossen errungen lx,t, so ist d,., die Schuld nicht nur der deutschen, sondern auch der f r a n. z ö s i s ch e n P o l i t i k vor dem Kriege, aus der unsere ftanzösi- 'schen Genossen mit Recht alles Unheil prophezeiten: Gleicht'iel, die Massen des französischen Volkes waren friedliebend. Das österreichische lUtiimitnm, die deutsche Kriegserklärung, der völkerrechtswidrige Embrnch in Bei gien, das alles nuißle in ihnen den Eindruck erwecken, daß sie mitten im Frieden überfallen worden seien, und die deutsche Kriegführung aus der-inen Seite, die stimmungsgemäße Ausnutzung deutscher Schuld und deutscher Fehler durch' dl!' franzäsisefa Regierung auf der anderen, waren nicht geeignet, ihre Gefühle zu mildern. .Diese Stimmung ist ein fruchtbarer Boden für die Politik militärischer Eisenfresser und kapitalistischer An- nexionsspekiilanten, die in Frankreich nicht seltener anzutreffen sind als be uns. Wenn wir eine solche Politik bekämpfen, wie wir die Politik der Alldeutscheu bei uns bekämpften, so sind wir überzeugt, damit letzten Endes ebenso gut für die wirklichen Jnter- essen des französischen Volkes einzutreten wie für die unfern. Der Gewalt-, der Sieg», der Machtfrieden ist weiter nichts als Tand in die Augen, und das Volk, das ihn schließt, -—— i-—-d—— U-—- wird zuletzt der Betrogene sein. müsse man an die Uederzeugung der Vogialisten und A-deiter bat Ein dauernd gute« Verhältnis zu Deutschland, da» bei ganzen Welt«ist* Hier«. l verstäMger Regelung der schwebend« Streitigkeitzeu durch- «ms möglich ist, nützt dem fmnzöstschen Volk mehr als alle Grcnzsichcrungen und alle Schuldscheine mit fabelhaften Zi-fenu Darum aber geht es uns, das muß so laut wie mög- lich gesagt werden. Wir �wollen einen ehrlichen Frieden llnberseichnen und sind bereit, tragbare Lasten, die aus ihm entspringen, aus uns zu nehmen. Wir wollen nur nicht gezwungen werden, einen Schein frieden, einen unerfüllbaren Vertrag zu unterschreiben, handeln zu müssen wie leichtsin» nige Kavaliere, die alles versprechen, lvas sie nicht halten können. Möge es der deutschen Delegation gelingen, für diesen Standpunkt in der Welt Verständnis zu werben. Möge man draußen— trotz aller tendenziösen Enlstellung im Innern— begreisen, daß ein Volk noch nicht nationalistisch ist, weil es fremden Nationalismus nicht nchip gewähren läßt, sondern internationale Gerechtigkeit auch für sich selber fordert! Die Frage, ob es zur Unterzeichnung kommen wird oder nicht, ist die große Frage eines tragischen Augenblicks. Wert und Haltbarkeit des abzuschließenden Vertrages werden aber nicht davon abhängen, was unter ihn geschrieben, sondern was in ihn hineingeschrieben wird. Verträge, die gegen Vernunft und Möglichkeit verstoßen, werden durch die Macht der Tatsachen wieder umgestoßen werden. Unterschriften, durch die sich ein Volk zur Seldstvernichtung der» pflichlot, wird die Geschichte auslöschen, und das Volk wird weiterleben. Unterzeichnen? Nicht unterzeichnen? Den kürzesten. sckymerzlosesten Weg zum wirklichen Frieden zu suchen, der ja doch kommen muß. weil die Menschheit ohne ihn nicht mehr leben kann, dos ist die verontwortungsvolle Aus- gäbe der deutschen Friedensdelegation und der deutschen Regierung in den kommenden entscheidungsschweren Tagen. Entscheidung binnen 4$ Stunden? Paris, 26. April...Echo de Paris" bestätigt, bast die Kon- fcrcnz vo« Versailles alsbald nach der Ankunft der deutschen Be. »»ollmöchtigic» beginnen ivcrde. Man werde innerhalb achtund- vierzig Stunden wissen, ob die Deutschen unterzeichnen oder nicht. net; einer hat einen schweren Bauchschuß. Slnscheinenb hanbeH es sich um e-inen!o mm u nrst eschen Putschversuch von auSwärjigeu Hchern, die, wie man annimmt. auS Süddeutsch. I a n d hierhergekommen sind, um die hiesige Arbeiterschaft, die bisber musterhafte Ruhe und Ordnung bewahrt hat. zum Ausstand aufzureizen. Mehrere Leute der SicherhoitSwchr sind schwer verwundet und ztvci Zivilisten getötet worden, die den Regierungs- lruppcn ein Maschinengewehr zu entreißen versucht harten. Ter Bericht gibt keine Klarheit über die Vorgänge. Daß die abscheuliche Tat der Handgranatenworfer in jedem Fall auf das schärfste zu verdammen ist, braucht wohl kaum betont zu werden, tzm übrigen aber ist alles unklar. Wer waren die Täter und welches ihre Beweggründe? Wir können kaum glauben, baß wirkliche Regierungsanhänger diese Tat begangen haben sollten, die in diesem Fall nicht nur barbarisch, sondern völlig widersinnig gewesen wäre, da sie der Regierung doch nur aufS äußerste schaden konnte. Der Bericht legt die Vermutung nahe, daß P r o v o k a» teure der Gegenseite am Werk waren. Hier muß die Untersuchung Klarheit bringen. ffanSgranatenwerfer in öer vslke� Versammlung. Blutige Vorfälle in Sattln. AuS Stettin meldet W. X. 23.; Hrute vormittag war von ! o m m u n i st i s ch e r Seite eine Bersammlung auf de» hiesigen Schlohhof bernftn, die von mehrere» tausend Personen besucht war. Als der Redner zu sprechen begann, ertönten von alle« Sri. trn der Versammlung Hochrufe auf die Regirrung E b e r t- S ch ö i d e m a n n. Gleich darauf wurden von Leuten i« Eoldatenuniform mehrere Handgranate« gewor- ftn, durch dir ein Mann getötet und viele Personen verletzt wur. den. Auf den Redner wurden Schaffe aus Armee» «evolvrrn abgegeben, doch wurde er anscheinend nicht ge- troffen. Der Menschenmenge bemächtigte sich Angst und Schrecken. Hei dem Gedränge nach den ziemlich engen Ausgängen wurde« viele Personen, darunter viele Frauen und Kinder, verletzt. Tin weiterer Bericht besagt: Bei der bereits gemeldeten kam» mumstifchen Versammlung auf dem Schloßhof hat nicht T>r. Schultz. Berlin, sondern ein hiesig« r Redner gesprochen. Durch die geworfenen Handgrmtaten- wurde ein altiul Mann getötet und etwa 12 Personen mehr oder minder schwer verletzt. Die Angreifer � Schossen auch mit Revolvern, mißhandelten den Redner schwer und flüchteten dann in den nahe gelegenen Tuchcr-AuSschank am Kö- nigSplatz. Sofort wutdcn die Sicherheitstruppen alar- mi er!, die den Häuserblock umstellten und Maschinen'. gewchrfcuer auf das Hau? richteten. Nach mehrstündiger Bclagcrnng und zeitweiliger Beschießung ergaben sich die Leute, etwa Zlft sie waren mit Handgranaten und Armecrevolvern brwaff. Generalstreik in Gleiwitz. Gespannte Lage in Oberschlesie«. AuS Beuchen wird gemeldet; Dem gestern nachmittag begonnenen Sympathiestreik der oberschlesischen G l e k tr i« zitätSwerke haben sich auch die Wasserwerk« teilweise sage. schlössen. Der ganze oberschlesische elektrische Straßenbahn. verkehr ist lahmgelsegt. Da dadurch auch andere Betrieb« in Mitleidenschaft gezogen sind, sind auch wieder einzelne Kohlen- gruben und Hüttenwerke stillgelegt. So kann in Gleiwitz von einem Generalstreik gcsprvchen werden. Dort haben sich». a. die Gleiwitzer Kohlengruben, die Eisenbahntverkstätte, die HuIdschinSkywerke, die Lokomotivwerkstätte, die Hüttenwerke von Hagenicheid usw. dem Sympathiestreik angeschlossen. Fast überall gilt al» Hauplsorderung die Zurückziehung der Grenz schutztruppen. Ein Bericht der Pressestelle deZ Kommissariats in Oberschlesien nennt als Forderungen der Streikenden: 1. Sofortige Auf. Hebung der Freiwill igen verbände, 2. Aufhebung des Belagerungszustandes in ganz Oberschlesien, 3. B«» Nutzung der Kasernen zu Wohnzwecken, 4. sofortige Freigabe der zu amtlichen Zwecken benutzten Wohnhäuser, V. sofortige Freigabe der auf Grund der Unruhen Verhafteten, 6. Fortbezahlung der Streik, und F eiersch ichten. 7. die Arbeit der gesamten Belegschaft von Gleiwitz ruht, bis die Forderungen erfüllt sind. Am Sonnabend hatte eine Verhandlung zwischen dem StaatLtommissar für Oberschlesien Hörsing und den Vertretern sämtlicher Gewerkschasien stattgefunden. Obwohl nach kurzer Aussprache eine Einigung erzielt wurde, wurde dann doch van Gleiwitz aus der Generalstreik inszeniert. « Der Streik im Ruhrrevier kann als nahezu erloschen an- ? eschen werden. E? sind etwa 14 Proz. der Belegschaften noch auS- ändig; dabei ist aber zu berücksichtigen, daß in normalen Feiten eine 10 Prozent ige Fehlziffer für Kranke usw. zu verzeichnen:st, so daß also tatsächlich nur von 4 bis b Proz. gesprochen werden kann._ Eisenbahnerstreik in Sicht! Ein UltimarM« der Berliner Eilenbaynrr zun» 7. Mai. 8000 Eiscnbahnsr waren Sonntag im Sportpalast versammelt. K o tz u r vom Daunchen Eisenbahneroer band bcrtchtere über die Verhandlungen mir dem Eisenbahnministexium und anderen Regierungsstellen. AjtgesichtS der Lebensmittelpreise müsse eine Er» höhung der Bezüge erfolgen. Der Eifenbahneroerband werde am 26. Mar auf seinem BcrbairdStag in Jena seine Forderungen stellen. Bis dahin könntsn aber die Berliner Eisenbahner nicht warten. Die Organisationsvertreter hätten zunächft mit dem ReichSernährungSminister verhandelt, ob nicht ein Abbau der Lebensmittelpreise möglick sei.' Das sei verneint worden. Darum wären die Eisenbahner genötigt, als Ausgleich für die erhöhten Preise sofort, eine allgemeine Erhöhung der Stunden- löhne um 1 M. zu verlangen mit rückwirkender Kraft vom 1. April ab. Die Beamtengehälter dürften nicht hinter den Ar- beiwrlöhnen zurückbleiben. Der Eisenbahnminister habe bisher dieie Forderung abgelehnt. Kotzur fragte, ob die Forderung er- müßigt werden könne. Die Versammelten verneinten stürmisch. Tie neue LrlaubSvcrordnung könne auch nicht befriedigen. E-Z müsse auch im ersten Tienstjahre ein Recht auf Urlaub gewähr: und den Kriegsteilnehmern die Kriegs fahre angerechnet werden. Ulrich als Vertreter der organisierten Beamten kritisierte in scharfer Weise die Haltung des Ministers, der die Geheimrät-: weiter regieren lasse. Die Beamteiwertreler mühten mitreden können. Die Richtlinien vom Kongreß der Eisenbahnarbeiterräte müßten anerkannt werden, sonst würden die Beamten nicht mehr miimachen. Mehrere Redner protestierten scharf gegen die Bevorzugung der Freiwilligetwerband« und anderer Kreis« bei der Lebensmittel» Versorgung und verwngien Aufhebung deS Belagerungszustandes. L a l l e n t h i n vom Bund der Telegraphenarbeiter«klärte sich solidarisch mit den Eisenbahnern. Ein Vertreter der streikenden Eisenl>ahner in Gleiwitz bc» richtete, der Streik fei veranlagt worden durch das provozierende Verhalten der Freiwilligenverbande in Oborschlcsien, deren betrunkene Offiziere grundlos auf die Menge geschossen und auch Eisenbahner getötet hätten. Ein Vertreter der Hochbahnangesieklten wünschte Aufnahme seiner Kollegen im Eisenbahnerverband. Die Versammlung faßte einstimmig eine Entschließung, d!« dar Erbitterung über die abiebnende Haltung des Eisenbahn- Ministers Ausdruck gibt. Die Versammelten halten an diesen Forderungen fest uud verlangen ihre Bewilligung bis späteste«? zum 7. Mai, widrigenfalls sie alle Konfeauenzen ziehen wollen. Auf mehrers Zwischenrufe, die die Frist als zu lang he» zeichneten, erklärte Kotzur, auch er hoffe, daß dir Verwaltung ,chon früher Entgegenkommen zeigen werde, sonst könnte die erregte Stimmung der Eisenbahner bereits am 1. Mai gefährliche Wirkungen ausüben. Da noch mehrer« Eisenbahn« wegen deu Vorgänge beim letzten Eisenbahnerstreik unter Anklage stehen, wolle die Organisation alles tun, um ähnliche Schreckensurteile, wie dcS■ des Kriegsgericht» vom letzten Donnerstag, zu verhüten. Gegen dk Zerstückelung deutstblanös nahm ein« öffentliche Volksversammlung Stellung, die am Sonntag. mutag im Palasttheaier am Zoologischen Garten in Berlin tagte. Als. erster Redner ergriff da? Wort Ministe: Heine: Wir sind ge» schlagen« Männer, aber wir weilen öS weit vo» uns, die Rolle ge» prüaelter Kinder zu svielen. Vor dem Feinde zu sagen, wir seien allein schuldig, wäre genau so falsch, als wenn wir behauvten wollten, die anderen feien allein schuldig und wir seien völlig mischuldig. Die Annahm« der Waffenstillstandsbedingungen durch uns unter Zugrundelegung der Wilfonschen vi«zehn Punkt« bat einen VertragSzu stand geschaffen. Werden die vierzehn Punkte Wilsons bei dem Friedensschluß von unseren Feinden ignoriert. so find wir betrogen, so wird die Welt betrogen, so wird kein dauerhafter Friede zustande kommen.(Beifall.) Was aus Elsaß-Lothringen werden soll, dar» über soll einzig und allein die Bevölkerung entscheiden.(Beifall.) Im Westen wie im Osten will man echt deutsche Lande von Deutsch» iand losreißen. Wenn die Feinde darauf bestehe» sollten, so werden st« später wieder die Erfahrung machen müssen, daß ein Volk un. überwindlich ist. da« um seine national« Würde und um sein Recht kämpft.(Lebhafter Beikall.) Dr. Pach ni ck. Durch die Hungerblockade sind wir gn de» Rand des Abgrundes gekommen. Es wäre unerhört, wenn man und auch noch deutsches Land' nehmen wollt«: sBerfall.) Dagegen meinen wir leidenschaftlichen Widerspruch erheben. Zur Schaffung eine? Völlerbundes sind die besten Vorschläge von uns ausgegangen. Von der Arbeit der Entente dagegen wird der Gedanke de« Völkerbundes zu Grabe getragen. In ähnlichem Sinne sprach auch Generaksekrttär Dr. Pfeiffer. Nachdem noch der Bertrcier von Danzig in der Naiionalver» sammlung, Herr Weinhausen, kurz das Wort genommen hatte, wurde eine im Sinne der Ausführungen der Redner gehaliene Emcbließung. die sich scharf gegen ieden Gewalt frioden wendet. nahezu einstimmig angenommen. Else Lasker-Schüler: die Wupper. S o udera u ff üh run g de» jungen Deutschland im Deutschen Theater. As- LaSker-SchüIer, die Dichterin felffam«, in orientalisch glutvollen Bildern schwelgender Lyrik, die Verkünderin ein« schwül dunklen, ins Grenzenlose schweiß-nden Mystik de« Empfindens, wan- bell in diesem Drama in den Bahnen eine» Raturali SmuS, der den triübseligen Druck der AlltagSnot, ihrer seelischen Verrohung und Verwilderung nichtSübertünchen» widerspiegeln will. Da« Stück hat Svenen und Wendimgen, die die sittliche Zersetzung in lumpcnproketarischen wie in bürgerlichen Kreisen mit eine Kraßheit schildern, welche hinter der von Hauvtmanns.Vor Sonnen. oufgang" nicht zurückbleibt. Rur daß die lichte Hoffnung einer besseren Zukunft, die dort, getragen von dem sozialistischen Agitator LotS, noch in dem tiefftm Dunkel leuchtet, hier völlig fehlt. Die einzige Figur, die in dem Wupperthalee Heimatstück der Dichterin eine höheoe und reinere Menschlichkeit repräsentiert, ist kein sozialer Kämpfer, sondern ein still in sich gekehrter kranker Mensch, der von dem Frieden eine» KloswrlcbenS träumt und in weltfremder Einfalt die eigen« Güte in die anderer hineinsiebt. Da« früh verdorben« Lieschen auS. der Proletaricrvorswdt, daS, noch halb Kind, mit seinem Mimnwn Bruder, dem Färberaugust, zur Nacht- zeit durch die Straßen streift und von der Nachbarin der alten Mutter Pius kupplerisch«niSgedeutet wird, scheint ihm ein Wesen. dem in der Tieft seiner Seele ein Trieb zu läuternder Verklärung einwohnt, und ähnlich sieht er in Karl, dem Enkel der Frau P-.uS, dem ihr Ehrgeiz ein« g längende Zuku-ntt als lutherischer Pastor prophezeit, eine zu Hohem auserfthene Natur. In allem steht er ihm hilfreich bei, um dann von ihm die schmerzlichste Enttäuschung zu erftiben. Durch die ehrgeizige Großmutter angestiftet, macht der dumme Junge, dem die Schwester seine» Beschützers durch Koket« terie den.Kopf verdreht hat, einen förmlichen Heiratsantrag und röcht sich, als er abgewiesen wird, in denkbar schmählichste: Weift- In der Gesellschaft von arbeitsscheuen Strolchen, die als ein Chor armseliger Verkommenheit durchs Stück gehen(des P-ndelfredrich, der langen Anna und de» gläsernen Amadeus), zieht der in seiner Eitolfttt gekränkte Bursche betrunken durch die Schenken. Höhnend stellt sich die taumelnde Schar dem Prlesterkandidaten auf der Straße entgegen. Der abgeblitzte Liebhaber beschimpft vor ihm da» Andenken der Geliebten. So klingt da- Ganze hoffnungslos in schneidendem brutalen Mißton aus. Die lärmende:: Gesellen wanken üb« die Brücke. Der Nachtwind ftagt, und fröstelnd, so heißt eS im Text, mächt sich der ewig Enttäittchte auf den Heimweg. Wie locker der Zusammenhang des Stücke» und der Eharak- tert, dafür ist bezeichnend, daß der grundgemein« Racheaft de» Burschen— er schickt ein Bild, da» die Geliebte nackt zeigt, an deren Mutter- bei der Aufführung einfach gestrichen wurde; man merkt« anscheinend gar nicht, wie dioft Amputation dem letzten Bild, das doch die Enttäuschung des ftommen Schwärmers auf die Spitz« treiben sollte, ftdon Sinn nimmt und den Kontrast, der all«» nochmal in sich zusammenfaßt, verwifcht. So wurde der Eindruck des Verworrenen und Beziehung»- losen, der auch in anderen Wendungen so stark hervortritt, im Schlußbild bis zur Unerträglichkeit gesteigert. Was tragisch wirken sollte, die letzte Begegnung mit de» Betrunkenen einstigen Freund, erschien absurd burlesk. Schon noch dem dritten Akt, der in grellsten Farben da» wüste Treiben auf der Messe schikdert. wo Heinrich, des Schwärmers älterer Bruder, ein jovialer ob seiner Scherze bei aller Welt beliebter Wüstling lbie obgerundetst« Gestalt im Stücke), mit dem entzückten Lieschen Karussell fährt und an» gehettert lärmenden Krawall beginnt, hatte sich die Opposition geregt. Nach dem Schlußbild setzte ein Zischen und Pfeifen ein, wie man c» fett der Aufführung von Hauptmanns Erstlmg in der Freien Bühne selten noch erlebt hat. DaS Klatschen der Bewiin. derer setzte sich nur mühsam ttn Kampf dagegen durch- Da» Quälende, vor allem aber da» Springend«, Zerfahrene, da» auch Else Lasker» Lyrik bei all« Bildkraft ainzclnsr Visionen selten zu vollem AuSklang kommen läßt, hatte die Nervei: ermüdet und ge« reizt. E» zeigte sich auch diesmal wieder, wie wenig das Au. einanderreibcn aphoristisch hingeworfener Impressionen gegliedert« und motivierte seelische Entwicklungen, b�i denen mit der Phantasie a:«h das Begreiftn und Verstchenwollen zu seinem Rechte kommt. ersetzen kann. Sehr eigenartig war die Inszenierung, fürdieErnstStern Dekorationen in expressionistischer Manier entworfen hatte. Hinter dem zerfallenen Häuschen der Familie Pius in der Wupperstadt ragen wunderlich ivindschiefe Schornsteine roter Fabriken in die Lüfte, während sich seitwärts ein- Blick auf stilisierte Dargkuppen der Wupperlandschaft auftut. Und auch da» Elend, das sich im engen Gähchen drängt, hatte eine phantastisch spukhafte Färbung. Da» entspricht wohl der Stimmung, wie sie der Dichterin vorgeschwebt haben mag. Wogegen die expressionistisch« Geheimniskrämerei, urtt der man, um im Stil zu bleiben, den herrschaftlichen Garten der Familie Sonntag ausgestattet hatte, ein bloßes Kurio- firm blieb. Stimmungsvoll war auch die von Friedrich Holländer. zum Toll in Anlehnung an Gassenhauer, komponierte musikalische Umrahmung dem bunten Treiben angepaßt. Grotesk bewegt da» Bild der Massen auf dem Jahrmarkt. Sehr eindrucksvoll Herrn Kühne» Pendel ftederich, der den Chor der Sonnenbrüder führte. Dft zärtlich anschmiegsame Flatterart de» armen Lieschen kam in dem Spiele Margarete Schlegels lebensvoll zum Ausdruck. Paula Ebertys Mutter Pius hatte für die skrupellose Alte Pius wohl ein zu weiche? gütige» Organ; man konnte ihr die Kupplerin kaum zutrauen. Dem, wie bereits gesagt, für die Aufführung umgc» modelten jungen Pius gab Joseph Ewald eine Vnv sympa tische Erscheinung. Margarete Christians beseelte die vieldeutige Gestalt der Fabrikantentochter mit einem Klang warmblütigen Empfinden«. Gut war die Fabrikantenwirwe durch Frau Prasch-Gvcwcnberg. Heinrich durch Johanne» Riemar.-»�anz hervorragend der rührend sanfte Schwärmer durch Hermann Thimig vertreten. Conrad Schmitz t. Lothar Schmidt: das Schloß am Wonnsee. Nach«in paar mageren Ansätzen zur Satire schleppte sich dft» sogenannte Lustspiel in� auegestchronsten Geleisen hin. Winzigste Einfälle wurden unermüdlich gereckt, nur zu dem Zweck, die paar Stunden des Theaterabends auszufüllen. Trotzdem schien sich da? Publikum bei all den alten Ladenhütern trefflich zu amüsieren. Jedes steine Späßchen wurde ausgiebig belacht, und d-r Autor, der früher in besseren Zeiten Bessere« geschrieben, mit großem Aufwand von Applaus hervorgerufen. Im Künstlertdeater! DaS Schloß am Wannsee. dessen Interieurs im Gegensatz zum Text reiz, und geschmackvoll ausgestaltet waren, wird erstanden von einem durch Seifenschiebung schwer reich gewordenen KriegS. gcwinnler. der mit den Seinen ehedem in drei kleinen Zimmer» chen der Akten Jakobstraße hauste. Eine aktuelle Anspielung. Indes die Zeichnung dieses Herrn, die ft zu einer Zeitsatü« so guten Stoff gegeben haben würde, besitzt ntch eine Spur von indivi» duellom Kolorit, noch bringt sie r». ob schon Max Adalbert sein ausgezeichnet kattko-turistiiche» Talent für sie«insetzts, zu wirk» frnner Possenkomik. Die Effekt« sind doch zu billig, und das Maß der Dummheit, das der Autor feinem Leopold Brettfchne-der zu» gedacht, stimmt allzu wenig zur Gerisietchett. die doch auch in dieser KrftgSqcti schließlich zum Erschwindeln von Millionen nötig war. Ebensowenig erhebt sich die Verspottung der kunsthistorischen Kurio» sitätenchämere- die zur Ergänzung d«S Parvenümotivs heran« gezogen wird, im weiteren Verlauf ,u einem lustigen Pointenipiel. Der Einfall, daß«in Kunftgelehrter in der Bodenkammer des Schlosse» ein rätselvolles Möbel entdeckt, welches nach dem Ergabm, feiner tiefgründigen Forschungen emst der französischen Maie'tat Ludwig XIV als Nachisiuhl d'.ente, und daß er vom Nachweis dftft? Tatbestand? sein Aranceinent zur Professur erwartet, ist ein gar nicht so übler derb.parci>i?ttscher Ulk. Nur schade, dafi der�Ibe schließlich in völlig witzlos« unld unbe�fl'ckc Pedanterien verebbt. Zu den Witzen gehört H« nach langen Diskussionen herausgebrachte Feststellung daß der Nachtstubl zu dem Tonnenkönig doch nur in den viel toeniaer intimen Beziehungen cm er Kochkiste gestanden bat. Gespielt twrt* flott. Reben Herrn Adalbert stand im Border. grund Heinrich Schroht, der dl« Selbstqesälligkett-ineS grwlien Talonhelden markant zum Ausdruck brach« dt, Nottfien. — E in Aaust-Exvertmenk. Im Letvztger Schauspiel» hauS ist au» BolkSbtldungZaosichftn der ganze Faust einem Abend aufgeführt worden. Die-evn tttte Ccr be den Teile waren in sechs zusammengezogen, die fünfeinhalb Stunden in Anspruch nähmen. Das war natürlich nicht ohne schmerzliche Opfer möglich Der Versuch wird von der Kritik mit Vorbehalten als ernste Arbeit gebucht. — Dichterabend. Friedrich Moest liest am 7- � Meistersaal Novellen von Bruno Frank. Demonstratkonsversammlung öes Reichs- bunöes üer Kriegsdeschäüigten. I« übsrfüLten Ssale der UnionSbrauerei fand am Gsnntag die Berliner Brote st Versammlung ici Reicht» Bundes der Kriegsbeschädigten statt. In seinem Referat führte Bader u. a. aus: Sämtliche Regierungen haben bisher nur Versprechungen gemacht, mch deren Ausführungen mit dem Hinweis auf die finanzielle Notlage des Reichet hinauSge- schoben. Auf de? anderen Seite sehen wir ab:r, daß wir für andere weniger wichtige Zwecke ungeheure Summen übrig haben.(Zu- ruf: NoSlegardetf Tie Roskegarde ist eine politische Notwendigkeit.- Auf unsere Forderung nach einem Ent» laflungsanzug für alle vor dem 9. November Entlassenen erwidert die Regierung stets, daß kein Stoff vorbanden fei, wahrend man die Freiwilligen stets in neuen llniformcn herumlaufen siebt. Unter scharfer Krinsierung der bestehenden Vcrhältniffe gibt Redner die Forderungen, die der Bund neuerdings der Regierung unterbreitet hat. bekannt. ES werden verlangt: 1. Reform des Mannlchasis- VerforgungS. und Hinterbliebenen-GefetzeS; 2. Erhöhung sämtlicher Bezüge bis zum Inkrafttreten des neuen VerforgungSgesctzeS; Z. nachträgliche Gewährung eines EntlassungSanzugeS und 50 271. EntlaffungSgebühren an alle vor dem 9. November Entlassenen; 4. Einstellungszwang; ö. Beschleunigung der Wohnungsfürsorge unter evtl. Zuhilfenahme der Zivileinquartiernng; S. Bereitstellung von Mitteln zur Ausgestaltung der sozialen Kriegsbeschädigten- und Sinterbliebenen-Fürsorge. Besonders gross ist die Erregung der Äriegebe'chädigten über die SiedelungSpolitik, wobei aber berücksichiigt werde» muß. datz gerade ouk diesem Gebiete der Streik den' Kriegsbeschädigten grossen Schaden zugefügt hat. Die Hauptschuld au diesen Zuständen trägt die Uneinigkeit der Arbeiterschaft. Redner richtet an die Regierung die Mahnung, Entgegen. k o m m e n zu� zeigen, da die Stimmung schon so erregt sei, daß sich ähnliche Vorgänge wie in Dresden auch hier ereignen könnten. Bei den lebten Beratungen im.KrirgSministerium ist es gelungen, eine Gleichstellung der lazarettkranken Freiwilligen mit den übrigen Vatienten zu erzielen. Nach einer kurzen Abrechnung mit dem Internationalen Bund der Kriegsbeschädigten und einer Mahnung zur Einigkeit schloss der Rekerent.— Die inzwischen eingelaufene Antwort der Regierung besagt, dass die Ziele der Regierung sich mit den Forderungen des Bundes treffen, daß ab 1. Juni d. I. all- Unterstübungen und Renten eine Erhöhung um 40 Vroz. erfahren, und dass vorläufig auf ein Fahr keine Renten» kürzungen vorgenommen werden dürfen. Alle nach dem 1. Juli 1916 Entlassenen erhalten einen Anzug und SO M. E n t- l a s s u n g s g e l o. Ti« Frage der DohnungSkürsorge soll unter Hinzuziehung der Verbände schleunigst in Beratung genommen werden. Für die Erfüllung der Forderungen 2— 6 w'rd der Beiraa von 309 Millionen ausgeworfen. In der Distnssion werden die Massnahmen»er Regierung und emzclnen Bebörden lebbaft kritisiert und der Wunsch geäussert, trotz des BelagcrungS- zustande» auf die Strasse zu gehen und zu demonstrieren. In feinem Schlustwort sagte der Referent in bezug auf den orobenden finanziellen Zusammenbruch, wenn der Zusammenbruch kommt, dann soll er kommen. Aber au? der.Konkursmasse wollen wir zu» erst� versorat werden. Eine große Anzahl eingelaufener Anträge wird dem Vorstand überwiesen. Zwei Resolutionen finden An- nähme, in denen die Zusagen der Reg'erung als Notbehelf bis zur endgültigen ges:tzlichen Regelung der Forderungen angesehen wird und die Entmilitarisiernna des Rrntenwesens gefordert wird. Ter Antrag, einen TemonsirationSzug zu voran- stalten, trrrd mit übergrosser Mebrbeit abgelebnt. In der Stadt waren grosse miHärische SichernngSmassnahmen gegen etwaig« Ausschreitungen getroffen. Es gab aber keinen Zwischenfall. Auch die Eharlottenburger- Versammlung der kam» AupmPsch«: Orägnisätion ging ruhig'«iSeinendet., Gememöevertretertonferenz üer S. p. ö. Groß'Verli« alS Einheitsisemeknde. Tin« Konferenz sozialdemokratischer Gemeinde Vertreter«uO Gross- Berlin, einberuken vom Vorstand der neuen Organisation „Komm, male Konferenz.der Gemeindevertretcr von Gross. Berlin b£. P.$.)*, erörtert« gestern den Plan der kommunalen Ausammeusassung Groh-Berlins. Heber die Notwendigicit. der kommunalen Zerrissenheit ein Ende zu machen, braucht— wi« der Referent S ch o I z- Neukölln ein» leitend hervorhob— längst nicht mehr geredet zu werden. Heute kommt eS, führte er auS. nur darauf noch an. w i e d a s k ü n f t i g e Gross-Berlin aussehen soll. Mr erwarten, dass die poeussifche Rogierung ihren bereits fertigen Gesetzentwurf recht» zeitig veröffentlichi, damit Gross-Berlins Gemeindevertreter zu ihm, noch ehe er an die LcwdcSversammlung kommt, sich äussern könne. In den seit Jahrzehnten geführten Tebatten über die Gross- Berliner Frage sind vor allem drei Dorschläge hervorgetreten. Den Gedan- Jen. um Berlin einen Kranz grosser Borortgemeinton zu legen, müssen wir aus kommunal-finanziellen Gründen verwerfen, weil das den Gegensatz zwischen den wohlhabenden westlichen und den steuerlich schwachen öft'iclen Gemeinden noch verschärfen würde. Auch der Verschlag des BürqerauS'chusses Gross-Berlin, eine Ge- famtaemeinde zu schaffen, will die Steucrunterfchiede zwischen den Einzclgemeinden aufrcchwrholten und kasst überdies die Aufgaben der Gesamtgemeinde nicht weit grnug. so dass wir ihm nicht zu» stimmen können. Am annehmbarsten ist die Lösung durch eine E'.nheitsgemeinde. und eine solch« will der Gesetzent» Wurf, wie ein Aufsatz deS UniterstaatSsekretärS Dr. Freund tn der..Boss Ztg.- andeutet. Dies« Einheitsgemeinde bringt die not- wendige Zentralisation, dehält aber daneben soviel Dezentralisation. dass die Besorgnis, durch die Ein- hestSgemeinde könnten die Einzelgemeinden in ihrer Entwicklung gebenstnt werden, hinsällig wird. Da? Gebiet soll sich aus 10—15 Kilometer im Umkreis erstrecken, dock, ist darüber hinaus die Einbeziehung aller Gemeinden zu wünschen, die in irgendeinem wirtschaftlichen Zusammenhang mit Berlin stehen, besonders auch zur Sicherung der Swdliungsmögljchkeiten. Die Embritsgancinde hat neben ihrem Magistrat von 40 Mitgliedern eine Stadtverordneten. versammlun-, von 200 Mitalicdern, deren Wahl nach dem jetzt ein» geführten Wahllhst-m zu vollziehen ist mit der Massgabe, daß grosse Einzelgemeinden oder Gruppen der kleinen als Wahlbezirke gelten »„... v•__? t 1 �» w. � tl-.. �. et V � ae....-4„- T} fn ivm Ä? s v* r* 4 stein- SchZuebera heiont«, daß die Sozialdemokratie in Gross- s Unter dem Schutz eineß falschen Kriminalbeamten„arbeitete� Berlin an ihr Progrcpnm praktischer Arbeit(er nannte besonders eine Embrecherbaude. die in der vergaMenen Nacht:n der Ger- die Sozialisierung) erst herangehen kann, wenn sie weiss, was aus traudtenstrasse verhaftet wurde. Sine Streife �beobachtete, w:s Gross-Berlin wird. D i ttm e r-Berlin wies hin auf die Not- ein Mann dabei war. ein Geschäft aufzubrechen, während zwei auf- »hl von Vertretern ross Berlin gemeiwi wendigkcit der bei der Zentralisation erforderlichen völligen Umge- staltung des verzopften VerwaltungSapparateS, aber auch auf die Gefahren der Zentralisation für d'.e örtlichen Verwaltungen. Auf SilberstctnZ Ausführungen erwiderte Scholz im Schlusswort, dass allzu straffe Zentralisation leicht Starrheit bringt. Die neue Ein- heitSgemeinds werde sich übrigens eine ganz üeue Exekutivgewalt schaffen müssen, zusammengesetzt aus fähigsten Kommunaipoliti- kern der Gemeinden Gross-BerlinS oder auch anderer Gemeinden. Auf Erfüllung des Wunsches der Konferenz, die Regierung möge paßten. ES gelang ihr, den Tinbrecher zu fassen, während die Schmicresteher entkamen. Da kam ein Mann dazu, der sich mit einer echten Marke als Kriminalbeamter auswies. Er Übernahm den Verhafteten. Noch während der Uebernabme erschien ein r i ch- i i g e r Kriminalbeamter. Er entlarvte den„Kollegen'", paim auch ihn fest und machte sich mit ihm und den Einbrecher auf den Weg. In der Jnselstrasse rissen sich beide plötzlich loS, gaben mehrere Schüsse ab und entflohen auf daö grosse Grundstück deS Insel- speicherS. Als der Kriminalbeamte und die Sireifmannschaft die den Gesetzentwurf schleunigst veröffentl'.chen, Ausgänge besetzten, versuchten die Flüchtlinge mit einem K a h»zu wird dar Vorstand hinwirken. Zu dem Entwurf werden die Gc- meindevertreter dann Stellung nehme».— Vollzogen wurden die Wahlen der acht Aus, der„Kommunalen Konferenz"". die kür die verschiedenen Arbeitsgebiete eingesetzt sind. GewerkschoflsbewVung entweichen. Sie wurden aber festgenommen und unter sicherer%• deckung nach der Wacbe gebracht. Der falsche Kriminalbeamte ist ein Musiker Ernst Flörke, der bei dem Syartakistenaufstand d:e Marke erbeutet und seitdem benutzt hatte, um Einbrechern „polizeilichen Schutz"" zn gewähren. Der verhaftete Einbrecher Kurt Semmler war mit Einbrecherwerkzeugen wohlmiSgerüstet. Für 300 000 Mark Stoffe, Seiden usw. erbeuteten Geschäfts. einbrccher wieder in dir Nacht zum Sonntag in der Jägerstrasse 3 i- Montag, 7 Uhr, Adalberiitr. 21, Ver- Tie Zimmerer lehnen den Schiedsspruch ab. Dir Hau?, und Grundbesttzervereinr hielten DonnUlz eine Ver» Tie gestern abgehaltene Generalversammlung faßte den enb- sammlung ab. in der il. a. bor'.chtet wurde, dass daS„Abinpspl emeZ güliigen Beschlutz, den Schiedsspruch abzulehnen. Wal Eckhauses statt 4500 M. im Frieden Uv 42 000 M. koste. Die der den Zimmerern zugesprochene Stundenlohn von 2.40 M. ob Heizung für ein Zimmer kostete 1910 30 M. pro Jahr, 8lü_»£. 1. April und 2,60 M. ab 1. Juni für die heutigen Zeitverhälinifle � und im nächsten Winter 300 M. Die Hausbesitzer wollen demnächst zu gering ist und deshalb ein Tarifvertrag aus dieser Grundlage �"" v,->.CShUntBerenoanfen unu das nicht abgeschlossen werden kann. Weitere Verhandlungen wurden. weil sie aussichtslos sind,«'cht befürwortet. Dagegen beichloss die Versammlung, dass aus jeder Arbeitsstelle dahin gewirkt werden soll, dass ein höherer als der im Schiedsspruch fest- gesetzte Lohn gezahlt wird. Ein bestimmter jSatz wurde nicht ausgestellt, er soll je nach den obwaltenden Verhältnissen be- messen werden._ Dir Zivilangestellten des Fliegerhorstes TZberitz erheben folgende Forderungen: 1 Wiedcremstellung bzw. Weiterbeschäftigung aller gekündigten, schon entlassenen oder noch zur Entlassung kom- wenden Angestellten bis zur Entscheidung über den vom 14er AuS- schütz der LitgeMte» der Heeresverwaltungen dem KriegSmimste- rwm vorgelegten Kollektivvertragsentwurf vom 12. April 1919. Die seit dem 21. März 1919 ireiwillig ausgeschiedenen Angestellten besitzen Anspruch auf Wiedereinstellung, sofern sie nicht in» zwischen ein« andere Beschäftigung gefunden haben, oder aus dieser speinillig oder durch eigene? Verschulden ausgeschieden sind. 2. Einstellung der Kündigungen bis mindestens zu dem in 1., Absatz 1, vorgesehenen Termin.. Die Angestelltenvertreter. Auskunftsstelle im„Hotel Nordischer Hof"", Jnvalidcnstr. 126 (gegenüber Stettiner Bahnhof) van b bis 7 Uhr nachmittags. In Akchingcrs Konditoreien hat da» gesamte Personal die Ar- beit niedergelegt. Die Angestlllten verlangen die Bezahlung nach dem Tarif, der am 10. April mit den KasfeehauKbefitzern abge- schlössen wurde. Heute, Montag, vormittag 11 Uhr. Versammlung. Versicherungsangrstellte. Heul« Montag, Xv Uhr. Plenar- sitzungSsaal KeerenhauS. Versammlung sämtlicher Auch'chussmit- -glieder. WaR des Odmann? für den Zentral«! sfchuss der Ange- fielltenausschüfsse.— Der SieichStarif.— Das Kartell der Ange» stelltenverbänd«. Schildermaler. Heute. trauensmänneksitzung. ______ nicht zurückschrecken. mehr zahlen und die Heizung und die Warmtvasserdersorgung S'.n» stellen, svebhastcr Beifall.)__...- Em Mieter in der Helmstädterstrasse. Wilmersdorf, habe eine Wohnung für 2600 M. gemietet w'ch sie sofort für 10S00 M. wm-er vermietet. Dieser Mann sei der Bruder des früheren Jnstlzmmnkers Dr. Rosenfeld.— Schliesslich gelangte einstimmig folgende Re'o» lution zur Annahme:„Eine Kommission, zusammengesetzt au? vier Vertretern der Hausbesitzervereins, je zwei Vertretern der Hypothekenbanken, der Mieteiniannasämter und de? Mieierbun�es und jc einem Vertreter der Reichstohlenstelle und der Kohlen stelle Gross-Berlin, soll Richtlinien für Mietsteig.wunaen und für die Eni. scheidungen der MieteinigungSämter au?mbeitem"' Die ganzen Verhältnisse auf dem Wohnung?morkt zeigen nur d'e Irrsinnigkeit de? Privat-iqeniumS an SiedlungSboden und de? WvhnungSgeben? als Geschäft. Nicht auS dem Jnlinöturm in Spandau, sondern aus de« an :hy angebauten Räumlichkeiten der Dpandauer Zitadelle wurden. wie setzt gemeldet wird, die Kisten mit rumänischem Papiergeld im Betrage von 30 Millionen Lei gestohlen, lieber den von un? nur mit Fragezeichen wiedergcgebcnen Hinweis auf den Zusammen- hang des Geldraubc? mit den SpariakuS-Unruhen ärgert sich die .Freiheit". Das wollen wir ihr glauben. Gharlottenburg. Die unen weltlichen„Freien Kurs« und Vor- besungen zur Fortbildung erwachsener Arbeiter und Arbeiterinnen' beginnen beute, Montag, 3 Uhr. im Realgymnasium, schillersir. 2t. über Gesiindbeitslehre. VolkSwirtschoftSlehoe, Literatur. Erziehung--- lehne. Deutsch und Rechnen. NKWreS Geschäftsstelle Wallstr. SO. und eine ihre? Einwohnerzahl entsprechende wählen. Gemeindeaufgabcn. die eine für fchaAliche und einheitliche Perwaltung erfordern, sind Sache der Einheitsgemeinde, deren Derwastung sicher eine sozialistische Mehr- beit haben und somit jede KirchturmSpolitik auS-chliessen wird. Neben den schon dem Zweckverdand überwiesenen Aufgaben Verlan» gen wir für die Einheitsaemieinde die rein wirtschaitlichen -gusgaben. B Wasser». Ga?-. Elektrizitätsversorgung, vor allem der auch bw gesamte soziale Fü rsorge.. Die nur ftwTvf"?'A°l«S7nheiten öle>b°n den aus Einzelgemeinden oder Gruppen foch« bildmden Verwaltungsbezirken, als deren Or. gane gedacht sind«tn«. Deputation aus den w die Stadtverordne- *** Est-b-itsgem-inde-ntsandt-n Vertretern deS Bezirks und dar gleichen Zabl vom Bezirk zu wählender Burger. �vcwtierter. sow-e ein Bezirksvorstand aus zwei vom Magistrat der GroßSerüu Die verbrechen. Der Raubmvrd an der Greisin. Bon b-sonderter Wichtigkeit sind die Bekundungen von Jeugen, die die beiden verdächtigen jungen Miinrcer, die am Donnerstag mittag sich in der Nähe deS Laufes Adolfstratze 15 aufhielten, gesehen haben. Wertvolle Angaben wird u. a. auch ein Mann inackien köirnen, der um dies« Zeit mit einem Fuhrwerk durch die Adolfstrasse gekommen und dessen Pferd gegen. über dem Mordhause gestürzt ist. Er wird sicher die beiden jungen Männer gesehen haben, ssie. während er sich mit einem anderen jungen Menschen um das Pferd bemühte, dem Vorgang beobachteten. ohne Hilfe zu leisten. Diese beiden jungen Leute find etwa 21 bis 32 Iah« alt und 1.75 Meter gross, der eine ein wenig grösser als der andere, schlank gebaut, und haben schmales, bartloses Gesicht. Der eine trug grauen Anzug. Jockeymütze und Kragen, der sichere hellgraue Ballonmütze und Knüpfwch. Zeugen wollen sich umgehend im Zimmer� 107 a oer Kriminalpolizei melden. Der Hund der Ermordeten wurde einem Hundehänbkrr in der Schulstrasse von einem unbekannten Manne und einer unbekannten Frau zum Kauf angeboten und für 80 M erworben. Die Kriminal. Polizei liess das Tier in der Nahe der Wohnung der Greisin frei- lausen. ES eilte nach Mehreren Irrwegen auch in die Wohnung der Ermordeten und zeigte so deutlich, dass es das verschwundene Tier ist. Die Verkäufer des Hundes, die ihn wahrscheinlich auS dritter Hand gekauft haben, wollen sich umgehend bei der Kriminalpolizei melden. Ein neuer Naubmordversuch wurde Tormatbend abend am Grünen Weg verübt. Ein 24 Jahre alter Arbeiter Walter Hardyck. Markusstrasse, besuchte mit einem noch unbekannten Spießgesellen oine Frau Fischer am Grünen Weg 15. Während er in die Wob- nung hineinging, stand der Spiessgeselle Schmiere. Hardyck liefe sich von Frau Fischer Karten legen und zahlte 2 M. dafür. Als sich die Frau erhob und ihm den Rücken kehrte, packte er die AhnungS- los« von hinten, würgte sie am Halse, warf sie auf das Sofa und stiefe sie mit dem Gesicht in die Kissen, so dass sie kaum»u atmen vermochte. Sie sitzte sich jedoch energisch zur Wehr und schrie um Hilfe. Jetzt bekam«S der Schmiercstcher mit der Angst zu tun und Los davon. Auch Hardyck liess ab und suchte zu entfliehen. Er wurde jedoch von einem Radfahrer«ingeholt und der Polizei übergeben. Bei ihm fand man noch eine Kabellitze. Em schwerer Raubüverfall auf eine alleinstehende� Frau. In der Danziger Str. 4V wurde die im Erdgeschoss des Seitenflügels wohnhaft« Frau Frida Peters von einem unbekannten Manne Über- fallen, geknebelt, gefessest und sann beraubt. Der Räuber, ein Mann von etwa 45 bis 50 Jahren, klingelt« an der WohnungStür und sprach die Frau um ein Almosen an. Als die Frau ihm den Rücken kehrte, nel et über sie her. steckte Shr einen, aus einem Stück Leimoand ,usamniengeball:en Knebel in den Mund und band ihr die Hände zusammen. Tie Ueberfavene verlor die Besinnung und jetzt nahm der Räuber alles, was ihm mit» ehmenswert er- schien. Dann verliefe er. fein Opfer auf dem Fussboden siegen lassend, die Wohnung.und entkam mit der Beute unbemerkt. Bald darauk wurde ein Mieter des Hauses durch das Stöknen der Frau aufmerksam. Er fand die Ueberfallene besinnungslos auf dem Wohnungsflur liegen. Eine Vahnhossdicvrsvande wurde durch die Aufmerksamkeit eines Sicherveitssoldaten zum Teil verhaftet. Auf dem Schlefischen fTit**>•••* ,4«t nv*..„u. X 1 T f...?_" f.' mu v».->• Post, und Telegraphenangestcllte NW. Morgen. Dienstag, den 20 April, 8 llhr Versammlung Schulvu-la, Bochum« Sir. Lb. Die Forderungen der Post- und TÄegraphenixamirn und die Sozial- Demokratie. Freie Aussprach«. Referent OSw. Johannsen. Zahlreicher Besuch. Oranienburg. Stadtverordnetenversammlung. Die unbesol» deten Magistratsmila'iedcr tveiaern sich, zurück-ulreier. MroÄ M Stadtverordnetenversammlung den Rücktritt geforoirt hat. Jnw.ge dieses Verhaltens des Magistratz verliefeen nach kurzen ErUärun«» SchoosS(VI. Soz.) und Garkipp? sToz.) beide sozialdemokratische Fraktionen den Saal. Dadurch wurde die Versammküng beschkuss« unfähig' Groß-Serlkner parteinachrichten- NeukSll». Frauenbezirksberfammlungen: Heut« 8 Uhr: 1.— 10. Bezirk bei Schulz, Reuterstr. 47, 11.— 14. Bezirk bei Schwengler, Elbestr. 8. 15.— 19. Bezirk bei Schweighofer. Weichsel- Ecke Plügerstrnfee, 20—27. Bezirk bei Jvrka, Jnnftr. 30. 28. bi? 36. Bezirk bei Lehmann. Schudoma- Ecke Böhmische Strasse, 37. b?S 45. Bezirk bei Panke. Hcrmannstr. 114,. 46.— 52. Bezirk bei Kutzk'. Lcinestr. 1. 53.-59. Bezirk bei Schiinmelpsennig. Hermann- E�e Jägerstrasse, 60.— 65. Bezirk bei Hentsckel, Herrfurthsrr, 27. 66. bis 75. Bezirk bei Schneider. Mainzer Strasse 6. Tagesordnung: 1. Jugendpflege, 2. Diskussion, 8. Verschie. den es. Referenten: Lehrer Böse. Oberlehrerin Frl. Groeninng, Lehrer Wittbrodt. Lehrer Kaulke, Lehrer Heyn, Jugendpfleger Blume, Herr Schulz, Frau Scholz, Lehrer Abraham, Lehrer Lemke. Grunewald. Mittwoch.'.'-8 Uhr. im Realgymnasium Vorfeier: Orgelkonzert, Vortrag von Frau Adele Schreiber. Am 1. Mai, 3 Uhr, Feier im Restaurant„Waldpark", HubertuSbader Str. 2/6: Gemeinsamer Kafkeettsch, Kinderspiele. Tanz, Vorträge de? Frauen- und Männergesangvereins Ost. Gast- willkommen. Spandau! Feuerwerks- Laboratorium. Ver- trauensleute der S. P. D. morgen, Dienstag. 10 Uhr, sehr wichtige Sitzung bei Makeprange. Neuendorfer Strasse 17. E-;. scheinen dringend nötig! I. Schilling.— Staatsbetriebe. Vertrauensleute, Arbeiter rate. Arbeiteraus- schösse und Angcstelltenausschusse, S. P. D. Heute, Montag. 4 Uhr. in HaberlandS Festsälen. Reue Friedrichstr. 86: Wichtige Sitzung.•-Otto Lück. Jungsozialistische Berriulguug. Heute 7 Uhr. Jugendheim vindenstr. 3, Bortrag: Proletarische Weltrevolution. �uyenSveranstaltunyen. Südost. Heute 7' Uhr. Jugendheim Wrangelstr. 128. Vortrag: Russische Arbefterkämpf«. Schülers ktio». Heute 7 Uhr. Jugendheim Lmdenstr. 3, Diskutierabend: Das kommunistische Manifest. Hin beitSgameinbe p» bestimmenden und drei von der örtlichen De.! Güterbahnhof erschien um 5 Uhr früh ein Fuhrwerk auf dem ein putatum su wählenden Mitgliedern. In diesen Körpkrschafwn tme. Soldat und vier Zivilisten fassen. Die fünf Mann öffneten einen m dem Magistra. der EinbeitSgemeinde müssten entgegen der Ab------ sich! Goetzenttourfs, d? ehrenamtlichen Mitglieder stark verire, ten wöa Güterwagen und begannen Stoffballen überzuladen. Ein Sicher» .■_.—.,---.....................— � Heilssoldat stellte fest, dafe der Wage» mit einer Brechstange gewalt. tern. meremit fdMoft: �ie Einbeit�meindc soll unS er-, sam geöffnet war. und brachte den Kührer deS Fuhrwerts und einen ...a'-chen, so-'alvemosratische Politik und.Kulturpolitik in Gross, l seiner Begleiter nach dem Bureau d s Güterbahnhofs, obwod! sie Berlin zu fteivem lVcifall� In der Diskussion forderte Dr. Sil» einen Frachtbrief vorzeigten. Der Frachtbrief war gefälscht.____________ b e r st e t n-Neu.oun weitergehend- Zentralisatton und Zusammen» Der Wagenführer, ein Molkereibesitzer Meissner, und der zweite BermiiwortN« wr PoNtik»rvn gnn». wr den«»rtae, schweissunq zu tirr.T avsolutn, EinheitSgemeinde; höchsten? für Mann, ein Monteur Schulz, wurden verhaftet. Die anderen drei. �y�en ne.bw wr.g, ftrftn. -llerkkeinfte Aufgaben s«n Dezentralisation beizubehalten. B e r n- 1 verschwanden. i lins�u" vereine und Versammkunaen. „Wie wird die Einheitsschule aussehen." stllternkonfereng am Dienstag, 7 Uhr, Aula Pankstr. 41. Referent: Lehrer Wolf. Ein- tritt fssei. Eltern aller Stände willkommen.— Arbeiter-Samariter» Bund, Kolonne Grofe. Berlin. Mittwoch: Mitgliederver« fammlmig. Empfangnahme des Dienstes zum 1. Mai. Keiner darf fehlen. Armbinden werden am 28. April in der Lchrstunde Melchiorstrasse 15 von«Bends 6 Ii Uhr ab durch den Vorsitzenden gestempelt und verteilt. Freitag; Abieiluna II, Usedomsir. 33. abends TA Uhr: Vortraa und Uebungsstilnde. Abteilung IV. Eharlottenburg, Kaiser» Friedrich-Dtr. 45d. muss die Lehrstunde wegen der Maifeier auf den 8. Mai verlegt werden.__ Wetteraussichten für da? mittlere Noeddeutschland bis Diens- tagmittag. Zeitweise heiter, aber kühl, mit öfter wiederholten Nie- derschlägen und ziemlich lebhafte» westlichen Winden. —* tett Seil de« Verlag: ack B->r»arrs-?ua>dru, sondern auch die gleiche innere, nämlich Vergiftung deS Blutes durch zurückgehaltene Harniäure. Die Harn'äure ist ein giftiger«bsallstoff. der übrig bleibt bei der Verwandlung der Nährstoffe in !irast und Wärme, genau so wie beim Verbrennen der Steinkohle Schlacke übrigbleibt. Die Harnsäure muß regelmäßig auS dem Blut entfernt werden, wie die Schlacke unter dem Dampf- iessel, sonst entstehen Störungen. Die Harnsäure setzt sich an bestimmten Stelle» fest und verursacht EiilzündliirgSerschciiiungen, die je»ach der Naturanlage der betreffenden Perion und je nach den näheren Umständen verschiedener Art sein können. Die Harnsäure kann� sich in Form fester ftristalle in den Gelenken und Sehnenscheiden ablagern, wo sie rasende Schmerzen und heftige teigige Schwel- lung und Rötung verursacht. Späier entstehen an diesen Stellen harte, knotige Anschwellungen, die sich zu völligen Verkrüppelungen der Hände aus« bilden können. Sie kann auch ohne Ablagerungen eine heftige Entzündang der Gelenke oder Muskeln veranlasien und wird lebensgefährlich, wenn sie den Herz- muSkel ergreifen wird. Sie kann endlich eine Entzündung großer Neivenffränge herbeiführe», die sich in neuralgiichen Schmerzen des GesichieS, des Kopfes fKopfreißen!>, der Kinnladen, besonder« aber des großen Hüft- »ervs(Hexenschuß, Ischias) äußern. Ma» benutzte dagegen früher mit Vorliebe daS Gift der Herbstzeitlose, welche« ein Bestandteil der meisten alten,.unfehlbaren' Gichtmittel ist. Mancher, der solch« Mittel benutzte, ist durch dieselben für immer von seinen Schmerzen erlöst worden— durch den Tod, denn Vergiftungsfälle waren nicht selten, und die Mittel wirkten auch nur vorübergebend. Auch die später viel verordnete Salizylsäure ist nicht ungefährlich, dauernde Heilung bringt fie ebensowenig. Große Beliebtheit im volle genießen verschiedene scharke Einreibungen und Pflaster, und es ist wahr, daß sie durch Anregung des Blutumlaufes in dem erliankten Körperteile die Entzündung vorüber» gehend beseitigen können. DaS nützt allerdings nicht dauernd, aber e» kann die Schmerzen lindern. Als gründliche Kur ist.Gichtosint' zur Eutferniing der Harnsäure von zahlreichen Aerzten als gut erprobt worden. Es enthält die Salze, welchen eine Aiuah! der berühmtesten Heilquellen ihre gute Wirkung ver- danken in verstärkter Form, alle Stoffe aber, welche die Wirkung abschwächen oder welche kein« Wirkung haben, find weggelaffen. Dadurch wird eine sehr schnelle Auslösung und gründliche Entfernung der im Körper abgelagerten und im Blute vorhandenen Harniäure erreicht, ohne daß eS nötig ist, sich monatelang in einem Kurort aufzuhalten, große Mengen Mineralwasser zu schlucken und strenge Diätvorschriften einzu- halten. Das ist nicht nur angenehmer und bequemer, sondern auch viel billiger. 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